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The Occult Truths of Old Myths and Legends
GA 92

15 July 1904, Berlin

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The Occult Truths of Old Myths and Legends, tr. SOL
  1. Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, 3rd ed.

4. Germanische Mythologie

4. Germanic Mythology

[ 1 ] Sie wissen, daß, wenn wir zurückgehen in der Entwicklung unseres Geschlechtes, wir zu der atlantischen Wurzelrasse kommen, deren Reich der Boden des [heutigen] Atlantischen Ozeans ist. Und wenn wir noch weiter zurückgehen, dann kommen wir zur lemurischen Wurzelrasse; das ist eine Rasse, die Sie sich noch ganz anders in ihrer Organisation denken müssen als unsere heutige Wurzelrasse und selbst anders als die atlantische. Die Menschen wohnten auf einem Kontinente, der sich südlich von Vorder- und Hinterindien ausdehnte und der heute auch Meeresboden geworden ist. Einige Nachkommen dieser Bevölkerung sind noch in Australien vorhanden. Wo haben wir aber die zweite Menschenrasse zu suchen? Da ist schon zu berücksichtigen, daß auch die dritte Menschenrasse, die Lemurier, ganz anders ausgesehen hat als wir und auch ganz anders als die vierte Menschenrasse, die Atlantier. Die Lemurier haben nicht das gehabt, was wir Gedächtnis, Vorstellung, Verstand nennen; die Lemurier hatten dies erst im Keime entwickelt. Dagegen war die zweite Menschenrasse mit einer hohen Spiritualität begabt, die nur nicht in den Köpfen der Menschen saß, sondern die wie eine fortwährende Offenbarung von außen vorzustellen ist. Man nannte die zweite Menschenrasse die Hyperboräer. Sie wohnten um den Nordpol herum, in Sibirien, Nordeuropa mit Einschluß der Gebiete, die Meer geworden sind. Und wenn Sie sich dieses Land denken mit einer Art von tropischer Temperatur, so bekommen Sie ungefähr die Vorstellung, wie das Land damals war. Es war ursprünglich bevölkert von Menschen, welche als einzelne Individuen wie Traumwesen herumwandelten. Wären sie sich selbst überlassen gewesen, so würden sie gar nichts gekonnt haben. Es war sozusagen Weisheit in der Luft, in der Atmosphäre. Erst in der lemurischen Zeit fand die Ehe der Weisheit mit dem Seelischen statt, so daß wir uns vorher die ganze Geistigkeit der Menschen nebelhaft vorzustellen haben. Es waren das die Keime des nebligen Geistes und die Keime des Lichtgeistes. Die Geistigkeit, die als Keim in den Söhnen des Feuernebels aufging, die uns noch vertraut erscheint, die haben wir in den südlichen Gegenden zu suchen, in Lemurien. In den Gegenden, die von uns aus nördlich gelegen sind, lebten Menschen, Völker, die mit einem Traumbewußtsein begabt waren, das deutlicher war als das Pitribewußtsein. Im ganzen müssen wir uns nicht denken, daß die Menschen, die da oben wohnten, auch da oben geblieben sind. Sie haben Wanderzüge gemacht, die nach Süden gingen. Und diese Wanderzüge erstreckten sich noch lange in die Zeiten hinein, in denen im Süden die lemurische Rasse aufgesproßt war. Es gab sozusagen eine nördliche lemurische Rasse und eine südliche lemurische Rasse. Es waren zwölf große Wanderzüge. Diese zwölf großen Wanderzüge brachten die Bewohner der verschiedenen Gegenden allmählich miteinander in Berührung. Sie brachten diese Menschen auch in Gegenden, die den unsrigen nicht fernliegen, in Gegenden, die als mittleres Deutschland, Frankreich, Mittelrußland und so weiter angesprochen werden können.

[ 1 ] You know that when we trace the evolution of our race back, we arrive at the Atlantean root race, whose realm is the bed of the [present-day] Atlantic Ocean. And if we go back even further, we arrive at the Lemurian root race; this is a race that you must conceive of as having a completely different constitution than our present-day root race—and even different from the Atlantean one. The people lived on a continent that stretched south of the Indian subcontinent and which has now also become the ocean floor. Some descendants of this population still exist in Australia. But where are we to look for the second human race? Here we must take into account that the third human race, the Lemurians, also looked quite different from us and quite different from the fourth human race, the Atlanteans. The Lemurians did not possess what we call memory, imagination, or intellect; these faculties had only begun to develop in them. In contrast, the second human race was endowed with a high level of spirituality, which, however, did not reside in people’s minds but must be conceived of as a continuous revelation from outside. The second human race was called the Hyperboreans. They lived around the North Pole, in Siberia and Northern Europe, including the areas that have since become seas. And if you imagine this land with a sort of tropical climate, you’ll get a rough idea of what the land was like back then. It was originally populated by people who, as individual beings, wandered about like dream creatures. Had they been left to their own devices, they would have been incapable of anything. Wisdom, so to speak, was in the air, in the atmosphere. It was not until the Lemurian epoch that wisdom united with the soul, so that we must imagine the entire spirituality of human beings prior to that as something misty. These were the seeds of the misty spirit and the seeds of the spirit of light. The spirituality that sprouted as a seed within the sons of the fire mist—which still seems familiar to us—must be sought in the southern regions, in Lemuria. In the regions located to the north of us lived people, peoples endowed with a dream consciousness that was clearer than the Pitri consciousness. On the whole, we need not imagine that the people who lived up there remained there. They undertook migrations that led southward. And these migrations extended well into the times when the Lemurian race had sprung up in the south. There was, so to speak, a northern Lemurian race and a southern Lemurian race. There were twelve great migrations. These twelve great migrations gradually brought the inhabitants of the various regions into contact with one another. They also brought these people to regions not far from our own—regions that can be referred to as central Germany, France, central Russia, and so on.

[ 2 ] Nun müssen Sie sich vorstellen, daß wir von einer Zeit sprechen, in der das, was wir höhere Tiere nennen, schon vorhanden war. Die Lemurier wurden wie eine Art Riesen dargestellt, und diese kamen mit den von Norden kommenden Menschen in Berührung. Dadurch entstanden zwei Geschlechter. Es entstand ein Geschlecht, das in der Vorgeschichte der Menschheit die Grundlage der Atlantier wurde; alle diese Menschen vermischten sich damals in dem heutigen Europa. Wir dürfen uns das nicht so einfach vorstellen, wie das hier in Worte gefaßt wird. Nun gingen aus dieser Geschlechtervermischung der Hyperboräer, der Lemurier und später auch der Atlantier Initiierte hervor, die sich unterschieden von den Initiierten, die wir heute als unsere Lehrer anzusehen haben; diese letzteren stammen wesentlich aus dem Süden, dem lemurischen Kontinent. Im Norden entwickelte sich, ich möchte sagen eine Art von Nebelwelt, und die drei Hauptinitiierten, die wir hier auf dieser Menschheitsinsel zu suchen haben, sie nannte man in der Zeit, die selbst noch hineinragte bis in die Entstehung unseres Christentums: Wotan, Wili und We. Das sind die drei großen nordischen Initiierten. Sie leiteten ihren Ursprung her in ganz regelrechter Weise, in populärer Weise könnte man sagen aus dem Erdenreich, in dem noch ungemischt alles das enthalten war, was jetzt auf die Menschen verteilt ist. In populärer Weise könnte man sagen, es ist aus diesem Erdenreich hervorgegangen ein Geschlecht, das sehr unähnlich war der gegenwärtigen Menschheit. Dieses Geschlecht war beherrscht von einer Allweisheit. Diese Allweisheit nannten die lehrenden Priester «Allvater». Dann wird gesprochen von den zwei Reichen, von dem Nebelheim und dem Muspelheim. Das Nebelheim ist das Nifelheim des Nordens, der dämmernde Nebelzustand der hyperboräischen Wurzelrasse, im Gegensatz zu Muspelheim. Es werden geschildert zwölf Ströme, die sich gestaut haben und dann zu Eis wurden. Daraus entstand ein Menschengeschlecht, dessen Repräsentant der Riese Ymir war, und dann das Tiergeschlecht, die Kuh Audhumbla. Von Ymir stammten die Söhne der Reifriesen. Die Menschen, die schon verstandesbegabte Menschen waren, entstanden, auch im Sinne der «Geheimlehre», später. Und so erzählt auch die deutsche Sage, daß [die Nachkommen von Ymir und Audhumbla], Wotan, Wili und We, am Strande gingen und die Menschen bildeten. Damit sind jene Menschen der «Geheimlehre» gemeint, die erst später entstanden, und die mit Verstand begabt worden sind.

[ 2 ] Now you must imagine that we are speaking of a time when what we call higher animals already existed. The Lemurians were depicted as a kind of giant, and they came into contact with the people arriving from the north. This gave rise to two races. One race emerged that, in the prehistory of humanity, became the foundation of the Atlanteans; all these people intermingled at that time in what is now Europe. We must not imagine this as simply as it is put into words here. Now, from this intermingling of the Hyperboreans, the Lemurians, and later also the Atlanteans, initiates emerged who differed from the initiates whom we must regard today as our teachers; the latter originate primarily from the south, the Lemurian continent. In the north, a sort of misty world developed, and the three principal initiates whom we must seek here on this “island of humanity”—they were called, in the era that extended even into the dawn of our Christianity: Wotan, Wili, and We. These are the three great Nordic initiates. They traced their origins quite literally—or, to put it in layman’s terms—to the Earth Realm, which still contained, in an unmixed state, everything that is now distributed among human beings. In layman’s terms, one could say that a race emerged from this Earth Realm that was very unlike present-day humanity. This race was governed by universal wisdom. The teaching priests called this all-wisdom “Allfather.” Then there is mention of the two realms: Nebelheim and Muspelheim. Nebelheim is the Niflheim of the North, the twilight mist of the Hyperborean root race, in contrast to Muspelheim. Twelve rivers are described that dammed up and then turned to ice. From this arose a human race, represented by the giant Ymir, and then the animal race, the cow Audhumbla. The sons of the Frost Giants descended from Ymir. Human beings, who were already endowed with reason, came into being later—also in the sense of the “Esoteric Teaching.” And so the German legend also tells that [the descendants of Ymir and Audhumbla]—Wotan, Wili, and We—walked along the shore and formed humankind. This refers to those humans of the “Secret Doctrine” who came into being only later and who were endowed with reason.

[ 3 ] In dieser urgermanischen Sage liegt eine alte Wahrheit. Es wird uns auch gesagt, wie später die zwei großen Züge waren, die vom fernen Osten nach dem Westen [und vom Westen nach dem Osten] gegangen sind. Wir haben uns vorzustellen, daß zuerst die keltische Bevölkerung da war, die dann eine Kolonie gebildet hat. Diese ursprüngliche keltische Bevölkerung stand ganz unter dem Einfluß ihrer Initiierten. Diese haben fortgepflanzt die ursprüngliche Lehre von Wotan, Wili und We und ihrer Priesterschaft. Die Kelten hatten Priester, die wir Druidenpriester nennen. Diese waren zentriert in einer großen Loge, in der nordischen Loge. Dies hat sich erhalten in der Sage vom König Artus und der Tafelrunde. Tatsächlich hat diese Loge der nordischen Initiierten bestanden, die heilige Loge der Ceridwen - die Weiße Loge des Nordens. Später wurde sie der Bardenorden genannt. Diese Loge bestand noch lange bis in die späteren Zeiten hinein. Aufgelöst wurde sie erst im Zeitalter der Königin Elisabeth. Dann zog der Orden sich ganz von dem physischen Plan zurück. Davon geht alles aus, was wir an altgermanischen Sagen haben. Alle germanische Dichtung geht zurück auf die ursprüngliche Loge von Ceridwen, die auch der Zauberkessel der Ceridwen genannt worden ist. Derjenige, welcher am meisten gewirkt hat noch bis herein in die ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt, das war der große Initiierte Meredin, der uns erhalten ist unter dem Namen des Zauberers Merlin. Er war genannt «der Zauberer der nordischen Loge».

[ 3 ] This Proto-Germanic legend contains an ancient truth. It also tells us about the two great migrations that later took place, from the Far East to the West [and from the West to the East]. We must imagine that the Celtic population was there first, and that they then formed a colony. This original Celtic population was entirely under the influence of its initiates. These initiates carried on the original teachings of Wotan, Wili, and We and their priesthood. The Celts had priests whom we call Druid priests. These were centered in a great lodge, the Nordic Lodge. This has been preserved in the legend of King Arthur and the Round Table. In fact, this lodge of the Nordic initiates existed—the sacred Lodge of Ceridwen—the White Lodge of the North. Later, it came to be known as the Order of the Bards. This lodge persisted for a long time, well into later eras. It was not dissolved until the age of Queen Elizabeth. Then the Order withdrew entirely from the physical plane. This is the source of all the Old Germanic legends we have. All Germanic poetry traces its origins back to the original Lodge of Ceridwen, which was also called the Cauldron of Ceridwen. The one who was most active well into the first centuries after the birth of Christ was the great initiate Meredin, who has been preserved in our memory under the name of the wizard Merlin. He was called “the wizard of the Nordic Lodge.”

[ 4 ] Dies ist alles in alten keltischen Geheimlehren direkt enthalten. Da finden Sie angedeutet, was die Initiierten des Ostens zu geben hatten. Und das, was ihnen der Kelte zurückgegeben hat, das war die Baldur-Sage, die Sage von dem Gott des Lichts und dem Gott der Finsternis. So haben die Initiierten des Westens langsam diese Sage an die Initiierten des Ostens herangebracht, in der wohlweislichen Absicht, ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen. Und in dem Glauben, daß da noch etwas nachkommen muß, haben sie zu dieser Sage noch etwas hinzugefügt, was noch in der Zukunft lag, nämlich den Untergang der Götter in der Zukunft. Baldur konnte dem Untergang nicht widerstehen. Es wurde daher ein zweiter Zug vorbereitet nach der Götterdämmerung. Es wurde gesagt, ein neuer Baldur würde erstehen, und dieser «neue Baldur», welcher dem Volke angekündigt wurde, ist kein anderer als der Christus. Hier im Norden konnten sich diese Dinge nicht gleich ausbilden wie im Süden, zum Beispiel in Griechenland. Im Norden waren mehr die männlichen Götter, im Süden war man mehr dem Kultus der Schönheit ergeben. Dem ganzen nordischen Element war etwas eigen, was lange bestanden hat, was aber gleichzeitig der Keim des Verderbens war, die Kampfnatur. Wir haben also im Norden Wotan, Wili und We und daneben Loki. Loki ist das Begehrliche, der Wunsch, und das macht die nordische Welt zu einer Kampfnatur, die in sich hat das Element der Walküren. Diese begeistern zum Kampf. Sie sind etwas, was das nordische Element immer hatte. Loki war der Sohn der Begierde; Hagen ist die spätere Form für den ursprünglichen Loki.

[ 4 ] All of this is directly contained in ancient Celtic esoteric teachings. There you will find hints of what the initiates of the East had to offer. And what the Celts gave back to them was the Baldur saga, the saga of the god of light and the god of darkness. Thus, the initiates of the West gradually introduced this saga to the initiates of the East, with the wise intention of conveying something important to them. And in the belief that something more was yet to come, they added to this saga something that lay in the future—namely, the downfall of the gods in the future. Baldur could not withstand the downfall. A second phase was therefore prepared following the twilight of the gods. It was said that a new Baldur would arise, and this “new Baldur,” who was announced to the people, is none other than Christ. Here in the North, these things could not develop in the same way as in the South, for example in Greece. In the North, the gods were more masculine; in the South, people were more devoted to the cult of beauty. The entire Nordic element had something unique about it—something that endured for a long time but was at the same time the seed of ruin: a combative nature. So in the North we have Wotan, the Wili, and the We, and alongside them, Loki. Loki represents desire and longing, and this gives the Nordic world a combative nature that contains within itself the element of the Valkyries. They inspire people to battle. They are something that the Nordic element has always possessed. Loki was the son of desire; Hagen is the later form of the original Loki.

[ 5 ] Und nun noch einige Worte darüber, wie ein Initiierter beschaffen war in jener Zeit. Wenn er initiiert wurde und dadurch mit geistigen Mächten bekanntgemacht wurde, dann drückte man das so aus, daß man sagte: Er hat den Zug unternommen in das Reich der guten Toten, ins Alfen-Reich, nach Alfgard, damit er sich dort hole das Gold des Nifelheim - das Gold ist das Symbol für die Weisheit. Siegfried war der Initiierte des alten germanischen Elementes in der Zeit, als sich das Christentum verbreitete. Er war eigentlich unverwundbar, hatte aber noch eine verwundbare Stelle, weil in dieser nordischen Initiation noch Loki anwesend war, der Begierdengott in der Gestalt von Hagen. Hagen ist derjenige, welcher den Initiierten an der schwachen Stelle tötet. Brünhilde ist in der Nibelungen-Sage eine ähnliche Gestalt, eine ähnliche weibliche Gottheit wie die Pallas-Athene der Griechen. Im Norden bedeutet sie die Verkörperung des wilden, tötenden Kampfelementes. Den alten germanischen Initiierten haben Sie in Siegfried gegeben. Das Kampfelement ist ausgedrückt durch das alte germanische Rittertum. Da es vorzugsweise ein weltliches Element war, so mußte das weltliche Rittertum bis ins 8., 9., 10., 11. Jahrhundert hinein seinen Ursprung zurückführen auf Siegfried als einen Initiierten. Der Ursprung dieses Rittergeschlechts war die Tafelrunde des Königs Artus. Von dort aus kamen die großen Ritter, oder vielmehr, es mußten diejenigen, welche führende weltliche Ritter werden wollten, zur Tafelrunde des Königs Artus gehen. Dort lernte man weltliche Weisheit, aber es war dem beigemengt der Kampfeswille, das Loki-Hagen-Element.

[ 5 ] And now a few words about what an initiate was like in those days. When he was initiated and thereby introduced to spiritual powers, people expressed it by saying: He undertook the journey into the realm of the good dead, into the realm of the elves, to Alfgard, so that he might retrieve the gold of Niflheim—gold being the symbol of wisdom. Siegfried was the initiate of the ancient Germanic tradition at the time when Christianity was spreading. He was actually invulnerable, but he still had one vulnerable spot, because Loki—the god of desire in the form of Hagen—was still present in this Norse initiation. Hagen is the one who kills the initiate at his weak spot. Brünnhilde is a similar figure in the Nibelungen saga, a female deity akin to the Greek Pallas Athena. In the North, she embodies the wild, deadly element of battle. You have embodied the ancient Germanic initiate in Siegfried. The element of combat is expressed through the ancient Germanic chivalry. Since it was primarily a worldly element, worldly chivalry had to trace its origins back to Siegfried as an initiate well into the 8th, 9th, 10th, and 11th centuries. The origin of this line of knights was King Arthur’s Round Table. That was where the great knights came from—or rather, those who wished to become leading secular knights had to go to King Arthur’s Round Table. There one learned secular wisdom, but it was mingled with the will to fight, the Loki-Hagen element.

[ 6 ] Im besonderen war im germanischen Element etwas vorzubereiten, was im nordischen Elemente ganz besonders herauskommen konnte. Hier konnte etwas vorbereitet werden, was mit der Entwicklung des Menschen auf dem physischen Plan zusammenhängt. Wir wissen, daß sich da abgespielt hat das Heruntersteigen des Höchsten bis zum physischen Plan; das Persönliche ist die Gestalt des Höchsten auf dem physischen Plan. Da entwickelte sich also das persönliche Element, die persönliche Kampftüchtigkeit, die vielleicht bei Hagen am höchsten ausgebildet war.

[ 6 ] In particular, something had to be prepared within the Germanic element that could emerge most distinctly within the Nordic element. Here, something could be prepared that is connected to the development of the human being on the physical plane. We know that what took place there was the descent of the Highest down to the physical plane; the personal is the form of the Highest on the physical plane. Thus, the personal element developed—the personal fighting spirit—which was perhaps most highly developed in Hagen.

[ 7 ] Gehen wir zurück zu den Lemuriern. Bei den Lemuriern gab es noch nicht das, was der Mensch von heute die Liebe nennt. Eine Liebe zwischen Mann und Weib war nicht vorhanden. Es entstand wohl die Sexualität; aber die Liebe sollte erst später die Sexualität heiligen. Die Liebe im heutigen Sinne war auch bei den Atlantiern noch nicht vorhanden. Erst als das persönliche Element jene Wichtigkeit erlangt hatte, erst da konnte sich die Liebe entwickeln. Im Ausgange der lemurischen Zeit gab es in gewissen Gegenden ein eigentümliches System. Es wurde systematisch eine in bestimmten Gegenden lebende Menschheit in vier Gruppen geteilt. Dies wurde so aufgefaßt, daß niemals ein Mensch der ersten Gruppe - sagen wir der Gruppe A - einen Menschen aus der Gruppe B heiraten durfte. Es mußten sich verheiraten Menschen der Gruppe A mit Menschen der Gruppe C und Menschen der Gruppe B mit Menschen der Gruppe D. Dadurch wurde die persönliche Willkür vermieden, das heißt, es wurde dadurch das Persönliche ausgeschlossen. Es war diese Einteilung im Dienste der ganzen Menschheit getroffen. Damals war nichts darinnen von persönlicher Liebe. Erst langsam entwickelte sich die persönliche Willkür in der Liebe; das war nämlich die Liebe, die ganz auf den physischen Plan herunterkam, und dies wurde damals erst vorbereitet. Je weiter Sie zurückgehen in der Zeit, umso mehr werden Sie finden, daß die Erotik eine geringe Rolle spielt. Auch in der ersten Zeit der griechischen Dichter spielt sie fast keine Rolle. Aber sie spielt eine besondere Rolle in der deutschen Dichtung des Mittelalters. Sie sehen da die Liebe in zweierlei Gestalt dargestellt, Sie sehen dargestellt die Liebe als Minne und als Begierde. Die Schicksale, die Siegfried erleiden mußte, waren die Folge der Hereinziehung des Persönlichen. Gehen Sie zurück nach Rom, und Sie werden finden, daß da die Ehe nach ganz anderen Grundsätzen geschlossen wurde. Auch in Griechenland hat man im Anfang keine persönliche Liebe gekannt; sie entstand erst später.

[ 7 ] Let us return to the Lemurians. Among the Lemurians, what modern humans call “love” did not yet exist. There was no love between man and woman. Sexuality did indeed emerge; but it was only later that love came to sanctify sexuality. Love in the modern sense was not yet present even among the Atlanteans. Only when the personal element had attained that level of importance could love develop. Toward the end of the Lemurian era, a peculiar system existed in certain regions. The population living in specific areas was systematically divided into four groups. This was interpreted to mean that a person from the first group—let’s say Group A—was never allowed to marry a person from Group B. People from Group A had to marry people from Group C, and people from Group B had to marry people from Group D. This prevented personal caprice; in other words, it excluded the personal element. This division was established for the benefit of all humanity. At that time, there was no element of personal love involved. Only gradually did personal caprice develop in love; for this was the kind of love that had descended entirely to the physical plane, and the groundwork for this was only being laid at that time. The further back in time you go, the more you will find that eroticism plays a minor role. Even in the early period of Greek poetry, it plays almost no role at all. But it plays a special role in German poetry of the Middle Ages. There you see love depicted in two forms: you see it portrayed as courtly love and as desire. The fates that Siegfried had to endure were the consequence of the introduction of the personal element. Go back to Rome, and you will find that marriage there was contracted according to entirely different principles. In Greece, too, personal love was unknown in the beginning; it arose only later.

[ 8 ] Dann kam das Christentum nach Mitteleuropa. Wir haben gesehen, daß in Mitteleuropa in der ersten Zeit das Christentum mit Aufrechterhaltung des Alten eingeführt wurde. Langsam verwandelte sich die Vorstellung der Gestalt des Baldur in die Vorstellung der Gestalt des Christus. Das ging durch mehrere Generationen hindurch; Bonifatius fand deshalb schon einen vorbereiteten Boden.

[ 8 ] Then Christianity came to Central Europe. We have seen that in Central Europe, Christianity was initially introduced while preserving the old ways. Gradually, the image of Baldur was transformed into that of Christ. This process spanned several generations; Boniface therefore found the ground already prepared.

[ 9 ] Die Sage vom König Artus und seiner Tafelrunde verband sich allmählich mit der Sage vom heiligen Gral. Diese Verbindung ist herbeigeführt worden durch einen wirklichen Initiierten des 13. Jahrhunderts, durch Wolfram von Eschenbach. Die SiegfriedInitiation war noch die alte Initiation. Dabei spielte noch die weltliche Ritterschaft eine Rolle und die Gefahr, durch das Element der Begierde und der Eigenliebe verraten zu werden. Erst wenn man dieses Element überwunden hatte, erst wenn man es ganz von sich abgetan hatte und wenn man vom Prinzip der weltlichen Ritterschaft zum Prinzip der geistigen Ritterschaft aufgestiegen war, dann konnte man die geistige Initiation erreichen. Das stellt Wolfram von Eschenbach im Parzival dar. Zuerst gehört Parzival dem weltlichen Rittertum an. Sein Vater ist durch Verrat bei dem Zug nach dem Orient ums Leben gekommen. Dem liegt zugrunde, daß der Vater schon nach höherer Initiation gesucht hat; aber weil er noch das Element der alten Initiation innehatte, wurde er verraten. Durch seine Mutter Herzeleide sollte Parzival entfremdet werden dem physischen Plan; eine Narrenkappe setzte sie ihm auf. Dennoch wird Parzival erfaßt von dem Strome des weltlichen Rittertums und kommt so an den Hof des Königs Artus. Daß Parzival bestimmt ist für die christliche Strömung, wird uns angedeutet dadurch, daß er nach der Burg des heiligen Gral kommt. Es ist ihm eine wichtige Lehre mitgegeben worden: nicht viel zu fragen. Dies bedeutet nichts anderes, als den Ruhepunkt in seinem Innern zu finden, innere Ruhe und Frieden gefunden zu haben und nicht mehr neugierig durch die äußere Welt zu gehen. Parzival fragt auch nicht, als er Einlaß will in die Burg. Er wird daher zuerst abgewiesen. Dann aber kommt er doch zum kranken Amfortas. Er wird durch die christliche Initiation höher geführt.

[ 9 ] The legend of King Arthur and his Round Table gradually became intertwined with the legend of the Holy Grail. This connection was established by a true initiate of the 13th century, Wolfram von Eschenbach. The Siegfried Initiation was still the old initiation. In it, secular knighthood still played a role, as did the danger of being betrayed by the elements of desire and self-love. Only after one had overcome these elements—only after one had completely cast them aside and ascended from the principle of secular knighthood to the principle of spiritual knighthood—could one attain spiritual initiation. Wolfram von Eschenbach depicts this in *Parzival*. At first, Parzival belongs to the world of secular knighthood. His father lost his life through betrayal during the campaign to the Orient. Underlying this is the fact that the father had already sought a higher initiation; but because he still possessed the element of the old initiation, he was betrayed. Through his mother, Herzeleide, Parzival was to be estranged from the physical plane; she placed a jester’s cap on his head. Nevertheless, Parzival is swept up by the current of secular knighthood and thus arrives at the court of King Arthur. The fact that Parzival is destined for the Christian current is hinted at by his journey to the castle of the Holy Grail. He has been given an important lesson: not to ask too many questions. This means nothing other than finding a point of stillness within himself, having found inner peace and tranquility, and no longer wandering through the outer world out of curiosity. Parzival does not ask questions even when he seeks entry into the castle. He is therefore initially turned away. But then he does reach the ailing Amfortas. He is led to a higher level through Christian initiation.

[ 10 ] Wo Sie Wolfram von Eschenbach aufschlagen, Sie werden überall finden, daß er ein Eingeweihter war. Er hat diese zwei Sagenkreise verbunden, weil er wußte, daß das schon geschehen war, was wir die Vereinigung der Artus-Loge mit der Grals-Loge nennen. Die Artus-Loge ist ganz in der Grals-Loge aufgegangen.

[ 10 ] Wherever you open a book by Wolfram von Eschenbach, you will find evidence that he was an initiate. He combined these two cycles of legends because he knew that what we call the union of the Arthurian Lodge with the Grail Lodge had already taken place. The Arthurian Lodge has been completely absorbed into the Grail Lodge.