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The Temple Legend and the Golden Legend
GA 93

29 May 1905, Berlin

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13. Über Den Verlorenen Und Wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende III

13. Über Den Verlorenen Und Wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende III

Die Kreuzesholzlegende und die weltgeschichtliche Bedeutung des Salomonischen Tempels

Die Kreuzesholzlegende und die weltgeschichtliche Bedeutung des Salomonischen Tempels

[ 1 ] Nachdem wir schon einige Male über das Christentum und seine Entwickelung in der Gegenwart und Zukunft gesprochen haben, sind wir soweit gekommen, daß wir heute auch einmal die Bedeutung des Kreuzsymboles - nicht so sehr geschichtlich als tatsächlich - zu betrachten haben.

[ 1 ] Nachdem wir schon einige Male über das Christentum und seine Entwickelung in der Gegenwart und Zukunft gesprochen haben, sind wir soweit gekommen, daß wir heute auch einmal die Bedeutung des Kreuzsymboles - nicht so sehr geschichtlich als tatsächlich - zu betrachten haben.

[ 2 ] Sie wissen ja, was für eine umfassende sinnbildliche Bedeutung das Kreuzsymbol für das Christentum hat; und heute möchte ich nun gerade den Zusammenhang des Kreuzsymboles mit der weltgeschichtlichen Bedeutung des Salomonischen Tempels beleuchten.

[ 2 ] Sie wissen ja, was für eine umfassende sinnbildliche Bedeutung das Kreuzsymbol für das Christentum hat; und heute möchte ich nun gerade den Zusammenhang des Kreuzsymboles mit der weltgeschichtlichen Bedeutung des Salomonischen Tempels beleuchten.

[ 3 ] Es gibt ja eine sogenannte heilige Legende über die ganze Entwickelung des Kreuzes, und zwar haben wir darin weniger das Kreuzeszeichen oder die allgemeine Weltsymbolik des Kreuzes vor Augen, als vielmehr jenes bestimmte, besondere Kreuz, von dem der Christ spricht, jenes Kreuz eben, an dem der Christus Jesus gekreuzigt worden ist. Nun wissen Sie aber auch, daß das Kreuz ein allgemein menschliches Symbol ist, und es sich nicht nur im Christentum, sondern in den religiösen Anschauungen und Sinnbildern aller Völker findet, so daß seine Bedeutung eine allgemein menschliche sein muß. Was uns aber heute besonders interessiert, das ist, wie das Kreuzsymbol diese grundlegende Bedeutung im Christentum erhalten hat.

[ 3 ] Es gibt ja eine sogenannte heilige Legende über die ganze Entwickelung des Kreuzes, und zwar haben wir darin weniger das Kreuzeszeichen oder die allgemeine Weltsymbolik des Kreuzes vor Augen, als vielmehr jenes bestimmte, besondere Kreuz, von dem der Christ spricht, jenes Kreuz eben, an dem der Christus Jesus gekreuzigt worden ist. Nun wissen Sie aber auch, daß das Kreuz ein allgemein menschliches Symbol ist, und es sich nicht nur im Christentum, sondern in den religiösen Anschauungen und Sinnbildern aller Völker findet, so daß seine Bedeutung eine allgemein menschliche sein muß. Was uns aber heute besonders interessiert, das ist, wie das Kreuzsymbol diese grundlegende Bedeutung im Christentum erhalten hat.

[ 4 ] Die christliche Legende über das Kreuz ist folgende; von ihr gehen wir aus:

[ 4 ] Die christliche Legende über das Kreuz ist folgende; von ihr gehen wir aus:

[ 5 ] Das Holz oder der Baum, aus dem das Holz des Kreuzes genommen worden ist, ist nicht einfach Holz, sondern - so erzählt die Legende — war ursprünglich ein Sproß vom Baume des Lebens, der für Adam, den ersten Menschen, abgeschnitten worden ist. Durch Adams Sohn Seth wurde dieser Sproß in die Erde gepflanzt, und dieser junge Baum hat drei Stämme getrieben, die miteinander verwachsen sind. Später habe sich Moses den berühmten Stab auch aus diesem Holz gearbeitet. Dann spielt in der Legende dasselbe Holz wiederum eine Rolle im Zusammenhang mit dem Jerusalemtempel des Königs Salomo. Es sollte nämlich beim Tempelbau als ein wichtiger Pfeiler verwendet werden. Aber da stellte sich etwas Eigentümliches heraus. Es zeigte sich, daß er in keiner Weise hineinpassen wollte. Er ließ sich in den Tempel nicht einfügen und so legte man ihn denn als Brücke über einen Fluß. Hier kam er wenig zur Geltung, bis jene Königin von Saba kam, die, als sie darüberging, sah, um was es sich bei diesem Brückenholz handelte. Sie hat auch hier wiederum zuerst gefunden, was dieses Brückenholz bedeutet, das da zwischen den zwei Gebieten, dem diesseitigen und dem jenseitigen Ufer, zum Überschreiten des Flusses lag. Sodann wurde aus diesem Holz das Kreuz gezimmert, an dem der Erlöser gehangen hat, und dann hat es seine verschiedenen weiteren Wanderungen angetreten.

[ 5 ] Das Holz oder der Baum, aus dem das Holz des Kreuzes genommen worden ist, ist nicht einfach Holz, sondern - so erzählt die Legende — war ursprünglich ein Sproß vom Baume des Lebens, der für Adam, den ersten Menschen, abgeschnitten worden ist. Durch Adams Sohn Seth wurde dieser Sproß in die Erde gepflanzt, und dieser junge Baum hat drei Stämme getrieben, die miteinander verwachsen sind. Später habe sich Moses den berühmten Stab auch aus diesem Holz gearbeitet. Dann spielt in der Legende dasselbe Holz wiederum eine Rolle im Zusammenhang mit dem Jerusalemtempel des Königs Salomo. Es sollte nämlich beim Tempelbau als ein wichtiger Pfeiler verwendet werden. Aber da stellte sich etwas Eigentümliches heraus. Es zeigte sich, daß er in keiner Weise hineinpassen wollte. Er ließ sich in den Tempel nicht einfügen und so legte man ihn denn als Brücke über einen Fluß. Hier kam er wenig zur Geltung, bis jene Königin von Saba kam, die, als sie darüberging, sah, um was es sich bei diesem Brückenholz handelte. Sie hat auch hier wiederum zuerst gefunden, was dieses Brückenholz bedeutet, das da zwischen den zwei Gebieten, dem diesseitigen und dem jenseitigen Ufer, zum Überschreiten des Flusses lag. Sodann wurde aus diesem Holz das Kreuz gezimmert, an dem der Erlöser gehangen hat, und dann hat es seine verschiedenen weiteren Wanderungen angetreten.

[ 6 ] Sie sehen also, daß es sich in dieser Legende um etwas handelt, was mit der Entstehung und Entwickelung des Menschengeschlechts zusammenhängt. Adams Sohn Seth soll jenen Sproß dem Baum des Lebens entnommen haben, der dann drei Sprosse trieb. Diese drei Sprosse symbolisieren die drei Prinzipien, die drei ewigen Mächte der Natur, Atma, Buddhi, Manas, die zusammengewachsen sind und jene Dreiheit bilden, die die Grundlage von allem Werden und aller Entwickelung ist. Sehr charakteristisch ist es, daß Seth, jener Sohn Adams, der an die Stelle des von Kain getöteten Abel getreten ist, diesen Sproß in die Erde einpflanzt.

[ 6 ] Sie sehen also, daß es sich in dieser Legende um etwas handelt, was mit der Entstehung und Entwickelung des Menschengeschlechts zusammenhängt. Adams Sohn Seth soll jenen Sproß dem Baum des Lebens entnommen haben, der dann drei Sprosse trieb. Diese drei Sprosse symbolisieren die drei Prinzipien, die drei ewigen Mächte der Natur, Atma, Buddhi, Manas, die zusammengewachsen sind und jene Dreiheit bilden, die die Grundlage von allem Werden und aller Entwickelung ist. Sehr charakteristisch ist es, daß Seth, jener Sohn Adams, der an die Stelle des von Kain getöteten Abel getreten ist, diesen Sproß in die Erde einpflanzt.

[ 7 ] Sie wissen, daß wir es einerseits zu tun haben mit der Kainsströmung und andererseits mit der Strömung der Abel-Seth-Nachkommen. Die Kainssöhne, die die äußere Welt bearbeiten, pflegen vorzüglich die Wissenschaften, die Künste. Sie sind es, die aus der äußeren Welt die Bausteine zu dem Tempel herbeitragen. Durch ihre Kunst sollte der Tempel gebaut werden. Die Nachkommen aus dem Geschlechte von Abel-Seth sind die sogenannten Gottessöhne, die das eigentliche Spirituelle der Menschennatur pflegen. Diese beiden Strömungen waren immer in einer Art Gegensatz. Auf der einen Seite haben wir das weltliche Treiben der Menschen, das Ausgestalten jener Wissenschaften, die der menschlichen Behaglichkeit oder dem äußeren Leben überhaupt dienen; auf der anderen Seite stehen die Gottessöhne, die sich mit der Ausgestaltung der höheren Attribute der Menschen beschäftigen.

[ 7 ] Sie wissen, daß wir es einerseits zu tun haben mit der Kainsströmung und andererseits mit der Strömung der Abel-Seth-Nachkommen. Die Kainssöhne, die die äußere Welt bearbeiten, pflegen vorzüglich die Wissenschaften, die Künste. Sie sind es, die aus der äußeren Welt die Bausteine zu dem Tempel herbeitragen. Durch ihre Kunst sollte der Tempel gebaut werden. Die Nachkommen aus dem Geschlechte von Abel-Seth sind die sogenannten Gottessöhne, die das eigentliche Spirituelle der Menschennatur pflegen. Diese beiden Strömungen waren immer in einer Art Gegensatz. Auf der einen Seite haben wir das weltliche Treiben der Menschen, das Ausgestalten jener Wissenschaften, die der menschlichen Behaglichkeit oder dem äußeren Leben überhaupt dienen; auf der anderen Seite stehen die Gottessöhne, die sich mit der Ausgestaltung der höheren Attribute der Menschen beschäftigen.

[ 8 ] Wir müssen uns dabei klarmachen, daß diejenige Anschauung, aus der die heilige Kreuzeslegende hervorgegangen ist, streng unterscheidet zwischen dem, was durch Wissenschaft und Technik bloß äußeres Bauen am Weltentempel ist, und dem, was als religiöse Durchtränkung, als religiöser Einschlag für die Heiligung des ganzen Menschheitstempels wirkt. Erst dadurch, daß dieser Menschheitstempel eine höhere Aufgabe erhält, daß sozusagen das äußere Gebäude, das nur einer bloßen Nützlichkeit dient, sich zum Ausdruck des Gotteshauses gestaltet, wird das äußere Gebäude eine Umhüllung für das spirituelle Innere, in dem die höheren Aufgaben der Menschheit gepflegt werden. Erst dadurch, daß die Stärke zum Streben zur göttlichen Tugend, daß die äußere Form zu der Schönheit, daß das Wort, das dem äußeren Verkehr der Menschen dient, in den Dienst der göttlichen Weisheit gestellt wird, also erst dadurch, daß das Weltliche zum Göttlichen umgeformt wird, erreicht es seine Vollendung. Sind die drei Tugenden Weisheit, Schönheit und Stärke die Hüllen des Göttlichen, dann wird der Tempel der Menschheit vollendet sein. So stellte sich die Anschauung, welche im Sinne dieser Legende wirkt, die Sache vor.

[ 8 ] Wir müssen uns dabei klarmachen, daß diejenige Anschauung, aus der die heilige Kreuzeslegende hervorgegangen ist, streng unterscheidet zwischen dem, was durch Wissenschaft und Technik bloß äußeres Bauen am Weltentempel ist, und dem, was als religiöse Durchtränkung, als religiöser Einschlag für die Heiligung des ganzen Menschheitstempels wirkt. Erst dadurch, daß dieser Menschheitstempel eine höhere Aufgabe erhält, daß sozusagen das äußere Gebäude, das nur einer bloßen Nützlichkeit dient, sich zum Ausdruck des Gotteshauses gestaltet, wird das äußere Gebäude eine Umhüllung für das spirituelle Innere, in dem die höheren Aufgaben der Menschheit gepflegt werden. Erst dadurch, daß die Stärke zum Streben zur göttlichen Tugend, daß die äußere Form zu der Schönheit, daß das Wort, das dem äußeren Verkehr der Menschen dient, in den Dienst der göttlichen Weisheit gestellt wird, also erst dadurch, daß das Weltliche zum Göttlichen umgeformt wird, erreicht es seine Vollendung. Sind die drei Tugenden Weisheit, Schönheit und Stärke die Hüllen des Göttlichen, dann wird der Tempel der Menschheit vollendet sein. So stellte sich die Anschauung, welche im Sinne dieser Legende wirkt, die Sache vor.

[ 9 ] Wir müssen uns also ganz im Sinne der Legende vorstellen, daß bis zum Erscheinen des Christus Jesus auf Erden zwei Strömungen vorhanden waren. Die eine, die den weltlichen Tempel baute, die die Taten der Menschen ausprägte, damit dann später das göttliche Wort, das durch den Christus Jesus auf die Erde gekommen war, aufgenommen werden konnte. Ein Wohnhaus sollte bereitet werden der Erscheinung des göttlichen Wortes auf der Erde. Daneben sollte sich einstweilen das Göttliche selbst als eine Art von Nebenströmung in der zweiten Strömung durch die Zeiten heraufentwickeln. Daher unterschied man die Menschensöhne, das Kainsgeschlecht, die das Weltliche vorbereiten sollten, von den Gottessöhnen, den Söhnen des Abel-Seth, die das Göttliche pflegten, bis beide Strömungen die Ehe miteinander eingehen konnten. Christus Jesus vereinigte diese beiden Strömungen. Der Tempel sollte erst äußerlich errichtet werden, bis dann in Christus Jesus der erschien, der ihn in drei Tagen von neuem aufrichten konnte. Auf der einen Seite haben wir also die Strömung der Kainssöhne und auf der anderen Seite die Strömung der Nachkommen von Abel-Seth, welche beide die Entwickelung der Menschheit vorbereiten, damit dann der Gottessohn die beiden Seiten vereinigen, die beiden Strömungen zu einer einzigen machen konnte. Das ist in tiefsinniger Weise in der heiligen Legende zum Ausdruck gekommen.

[ 9 ] Wir müssen uns also ganz im Sinne der Legende vorstellen, daß bis zum Erscheinen des Christus Jesus auf Erden zwei Strömungen vorhanden waren. Die eine, die den weltlichen Tempel baute, die die Taten der Menschen ausprägte, damit dann später das göttliche Wort, das durch den Christus Jesus auf die Erde gekommen war, aufgenommen werden konnte. Ein Wohnhaus sollte bereitet werden der Erscheinung des göttlichen Wortes auf der Erde. Daneben sollte sich einstweilen das Göttliche selbst als eine Art von Nebenströmung in der zweiten Strömung durch die Zeiten heraufentwickeln. Daher unterschied man die Menschensöhne, das Kainsgeschlecht, die das Weltliche vorbereiten sollten, von den Gottessöhnen, den Söhnen des Abel-Seth, die das Göttliche pflegten, bis beide Strömungen die Ehe miteinander eingehen konnten. Christus Jesus vereinigte diese beiden Strömungen. Der Tempel sollte erst äußerlich errichtet werden, bis dann in Christus Jesus der erschien, der ihn in drei Tagen von neuem aufrichten konnte. Auf der einen Seite haben wir also die Strömung der Kainssöhne und auf der anderen Seite die Strömung der Nachkommen von Abel-Seth, welche beide die Entwickelung der Menschheit vorbereiten, damit dann der Gottessohn die beiden Seiten vereinigen, die beiden Strömungen zu einer einzigen machen konnte. Das ist in tiefsinniger Weise in der heiligen Legende zum Ausdruck gekommen.

[ 10 ] Seth selbst ist derjenige, der jenen Sproß, den er für Adam dem Baume des Lebens entnommen hat, in die Erde pflanzte und einen dreisprossigen Baum züchtete. Was bedeutet dieser dreisprossige Baum? Zunächst nichts anderes als die Dreiheit Atma, Buddhi, Manas, die dreifache höhere Natur des Menschen, die in die niederen Prinzipien eingepflanzt wird. Aber im Menschen ist sie zunächst wie verschleiert; der Mensch ist zunächst durch seine drei Körper, den physischen, ätherischen und astralischen Körper, wie eine äußere Umhüllung der eigentlichen göttlichen Dreiheit Atma, Buddhi, Manas. Sie müssen sich also vorstellen, daß die Dreiheit von physischem, ätherischem und astralischem Leib wie eine äußere Darstellung der oberen Kräfte Atma, Buddhi, Manas ist. Und so wie der Künstler äußere Formen gestaltet, eine bestimmte Idee in Farben darstellt, so stellen auch diese drei Hüllen gleichsam ein Kunstwerk dar. Wenn Sie sich vorstellen, daß die höheren Prinzipien wie die Idee eines Kunstwerkes sind, so haben Sie halbwegs eine Vorstellung von dem, was das Leben dieser drei Körper ausmacht.

[ 10 ] Seth selbst ist derjenige, der jenen Sproß, den er für Adam dem Baume des Lebens entnommen hat, in die Erde pflanzte und einen dreisprossigen Baum züchtete. Was bedeutet dieser dreisprossige Baum? Zunächst nichts anderes als die Dreiheit Atma, Buddhi, Manas, die dreifache höhere Natur des Menschen, die in die niederen Prinzipien eingepflanzt wird. Aber im Menschen ist sie zunächst wie verschleiert; der Mensch ist zunächst durch seine drei Körper, den physischen, ätherischen und astralischen Körper, wie eine äußere Umhüllung der eigentlichen göttlichen Dreiheit Atma, Buddhi, Manas. Sie müssen sich also vorstellen, daß die Dreiheit von physischem, ätherischem und astralischem Leib wie eine äußere Darstellung der oberen Kräfte Atma, Buddhi, Manas ist. Und so wie der Künstler äußere Formen gestaltet, eine bestimmte Idee in Farben darstellt, so stellen auch diese drei Hüllen gleichsam ein Kunstwerk dar. Wenn Sie sich vorstellen, daß die höheren Prinzipien wie die Idee eines Kunstwerkes sind, so haben Sie halbwegs eine Vorstellung von dem, was das Leben dieser drei Körper ausmacht.

[ 11 ] Nun wohnt ja der Mensch in seiner physischen, ätherischen und astralischen Hülle mit seinem Ich, durch das er diese dreifache Natur so umwandeln soll, damit die drei höheren Prinzipien hier auf der Erde ihren entsprechenden Wohnplatz erhalten und sich heimisch fühlen können. Dafür sollte der alte Bund sorgen. Er sollte durch die Künste des Kainsgeschlechtes Menschensöhne in die Welt bringen und durch diese Menschensöhne sollte alles Äußere geschaffen werden, was dem physischen, ätherischen und astralischen Leibe dient. Was ist das alles?

[ 11 ] Nun wohnt ja der Mensch in seiner physischen, ätherischen und astralischen Hülle mit seinem Ich, durch das er diese dreifache Natur so umwandeln soll, damit die drei höheren Prinzipien hier auf der Erde ihren entsprechenden Wohnplatz erhalten und sich heimisch fühlen können. Dafür sollte der alte Bund sorgen. Er sollte durch die Künste des Kainsgeschlechtes Menschensöhne in die Welt bringen und durch diese Menschensöhne sollte alles Äußere geschaffen werden, was dem physischen, ätherischen und astralischen Leibe dient. Was ist das alles?

[ 12 ] Was dem physischen Leib dient, ist zunächst alles, was durch die technischen Künste eingerichtet wird zur Befriedigung des physischen Leibes und zu seiner Behaglichkeit. Was wir dann an gesellschaftlichen, staatlichen Einrichtungen und Organisationen haben in bezug auf das Zusammenleben der Menschen, was sich auf Ernährung und Fortpflanzung bezieht, dient zum Aufbau des Lebensleibes. Und auf den Astralkörper wirkend haben wir das Gebiet der sittlichen Vorschriften, der Ethik, was die Triebe und Leidenschaften in Ordnung bringen, die astralische Natur regeln und auf eine höhere Stufe heben soll.

[ 12 ] Was dem physischen Leib dient, ist zunächst alles, was durch die technischen Künste eingerichtet wird zur Befriedigung des physischen Leibes und zu seiner Behaglichkeit. Was wir dann an gesellschaftlichen, staatlichen Einrichtungen und Organisationen haben in bezug auf das Zusammenleben der Menschen, was sich auf Ernährung und Fortpflanzung bezieht, dient zum Aufbau des Lebensleibes. Und auf den Astralkörper wirkend haben wir das Gebiet der sittlichen Vorschriften, der Ethik, was die Triebe und Leidenschaften in Ordnung bringen, die astralische Natur regeln und auf eine höhere Stufe heben soll.

[ 13 ] So bauten die Kainssöhne den ganzen alten Bund hindurch diesen dreistufigen Tempel auf. Er ist, so wie er sich zusammensetzt aus unseren äußeren Einrichtungen — Sie können dabei an unsere Wohnungen, Werkzeuge, an das Gesellschafts- und Staatswesen, die sittlichen Einrichtungen denken -, in allem diesem ist er der Bau der Kainssöhne, der den unteren Gliedern der menschlichen Natur dient.

[ 13 ] So bauten die Kainssöhne den ganzen alten Bund hindurch diesen dreistufigen Tempel auf. Er ist, so wie er sich zusammensetzt aus unseren äußeren Einrichtungen — Sie können dabei an unsere Wohnungen, Werkzeuge, an das Gesellschafts- und Staatswesen, die sittlichen Einrichtungen denken -, in allem diesem ist er der Bau der Kainssöhne, der den unteren Gliedern der menschlichen Natur dient.

[ 14 ] Daneben arbeitete die andere Strömung, welcher die Göttersöhne, ihre Schüler und ihre Nachfolger vorstehen. Von dorther haben wir die Diener der göttlichen Weltordnung, die Diener der Bundeslade. In ihnen haben wir etwas, was als eigene Strömung hergeht neben den Dienern der Welt. Sie nahmen eine besondere Stellung ein. Erst als der Salomonische Tempel errichtet war, sollte ja die Bundeslade hineingestellt werden, das heißt, alles andere sollte gleichsam hingeordnet werden zu der Bundeslade, sich um sie gruppieren. Alles was früher weltlich war, sollte ein äußerer Ausdruck, ein Bau werden für das, was die Bundeslade für die Menschheit bedeutet. Derjenige wird sich am besten den Tempel Salomos vorstellen, der sich ihn vorstellt als etwas, was äußerlich, als Physiognomie zum Ausdruck bringt, was die Bundeslade als Seele sein soll.

[ 14 ] Daneben arbeitete die andere Strömung, welcher die Göttersöhne, ihre Schüler und ihre Nachfolger vorstehen. Von dorther haben wir die Diener der göttlichen Weltordnung, die Diener der Bundeslade. In ihnen haben wir etwas, was als eigene Strömung hergeht neben den Dienern der Welt. Sie nahmen eine besondere Stellung ein. Erst als der Salomonische Tempel errichtet war, sollte ja die Bundeslade hineingestellt werden, das heißt, alles andere sollte gleichsam hingeordnet werden zu der Bundeslade, sich um sie gruppieren. Alles was früher weltlich war, sollte ein äußerer Ausdruck, ein Bau werden für das, was die Bundeslade für die Menschheit bedeutet. Derjenige wird sich am besten den Tempel Salomos vorstellen, der sich ihn vorstellt als etwas, was äußerlich, als Physiognomie zum Ausdruck bringt, was die Bundeslade als Seele sein soll.

[ 15 ] Was die äußeren drei Körper des Menschen belebt hat, ihnen das Leben gegeben hat, ist von den Göttersöhnen entlehnt dem Baum des Lebens. Das ist sinnbildlich ausgedrückt in jenem Bauholz, das später zum Kreuz Christi verwendet worden ist. Den Göttersöhnen war es zuerst gegeben. Was taten sie damit? Was bedeutet im tieferen Sinn das Kreuzesholz? Es liegt eine ungeheuer tiefe Bedeutung in dieser heiligen Legende vom Kreuzesholz.

[ 15 ] Was die äußeren drei Körper des Menschen belebt hat, ihnen das Leben gegeben hat, ist von den Göttersöhnen entlehnt dem Baum des Lebens. Das ist sinnbildlich ausgedrückt in jenem Bauholz, das später zum Kreuz Christi verwendet worden ist. Den Göttersöhnen war es zuerst gegeben. Was taten sie damit? Was bedeutet im tieferen Sinn das Kreuzesholz? Es liegt eine ungeheuer tiefe Bedeutung in dieser heiligen Legende vom Kreuzesholz.

[ 16 ] Welche Aufgabe hat denn überhaupt der Mensch bei seiner irdischen Entwickelung? Er soll seine jetzigen drei Körper, die er erhalten hat, um eine Stufe höher hinaufheben. Also, er soll den physischen Körper hinaufheben in ein höheres Reich und er soll auch den Äther- und Astralleib hinaufheben in ein höheres Reich. Diese Entwickelung obliegt dem Menschen. Das ist ihr eigentlicher Sinn: unsere drei Körper zu drei höheren Gliedern der ganzen göttlichen Weltordnung zu machen.

[ 16 ] Welche Aufgabe hat denn überhaupt der Mensch bei seiner irdischen Entwickelung? Er soll seine jetzigen drei Körper, die er erhalten hat, um eine Stufe höher hinaufheben. Also, er soll den physischen Körper hinaufheben in ein höheres Reich und er soll auch den Äther- und Astralleib hinaufheben in ein höheres Reich. Diese Entwickelung obliegt dem Menschen. Das ist ihr eigentlicher Sinn: unsere drei Körper zu drei höheren Gliedern der ganzen göttlichen Weltordnung zu machen.

[ 17 ] Höher als dasjenige, was der Mensch zunächst physisch hat, liegt ein anderes Reich. Welchem Reich aber gehört der Mensch seiner physischen Natur nach an? Seiner physischen Natur nach gehört er auf der gegenwärtigen Stufe seiner Entwickelung dem Mineralreich an. Die physischen, chemischen, mineralischen Gesetze herrschen in unserem physischen Leib. Aber auch seiner geistigen Natur nach gehört er dem Mineralreich an, denn er begreift mit seinem Verstande nur das Mineralreich. Das Leben als solches lernt er erst allmählich begreifen. Gerade deshalb leugnet die offizielle Wissenschaft das Leben, weil sie noch in dieser Entwickelungsphase ist, daß sie nur das Tote, das Mineralische begreift. Sie ist dabei, dieses in der feinsten Weise zu begreifen. Daher begreift sie auch den menschlichen Körper nur insofern, als er ein Totes, ein Mineralisches ist. Sie behandelt ihn im Grunde wie ein totes Produkt, mit dem man arbeitet wie mit einem Stoff im chemischen Laboratorium. Man führt andere Stoffe in ihn ein, wie man in eine Retorte Stoffe einführt. Auch wenn der Arzt, der heute ganz in der mineralischen Wissenschaft erzogen ist, an dem menschlichen Körper herumoperiert, ist es so, als wenn dieser nichts anderes wäre als ein maschinelles Produkt.

[ 17 ] Höher als dasjenige, was der Mensch zunächst physisch hat, liegt ein anderes Reich. Welchem Reich aber gehört der Mensch seiner physischen Natur nach an? Seiner physischen Natur nach gehört er auf der gegenwärtigen Stufe seiner Entwickelung dem Mineralreich an. Die physischen, chemischen, mineralischen Gesetze herrschen in unserem physischen Leib. Aber auch seiner geistigen Natur nach gehört er dem Mineralreich an, denn er begreift mit seinem Verstande nur das Mineralreich. Das Leben als solches lernt er erst allmählich begreifen. Gerade deshalb leugnet die offizielle Wissenschaft das Leben, weil sie noch in dieser Entwickelungsphase ist, daß sie nur das Tote, das Mineralische begreift. Sie ist dabei, dieses in der feinsten Weise zu begreifen. Daher begreift sie auch den menschlichen Körper nur insofern, als er ein Totes, ein Mineralisches ist. Sie behandelt ihn im Grunde wie ein totes Produkt, mit dem man arbeitet wie mit einem Stoff im chemischen Laboratorium. Man führt andere Stoffe in ihn ein, wie man in eine Retorte Stoffe einführt. Auch wenn der Arzt, der heute ganz in der mineralischen Wissenschaft erzogen ist, an dem menschlichen Körper herumoperiert, ist es so, als wenn dieser nichts anderes wäre als ein maschinelles Produkt.

[ 18 ] Wir haben es also in zweifacher Beziehung mit dem Leib des Menschen auf der Stufe des mineralischen Reiches zu tun: der Mensch ist seinem physischen Leib nach in dem Mineralreich verwirklicht und er begreift mit dem bloßen Verstande auch nur das Mineralreich. Das ist eine notwendige Durchgangsstufe für den Menschen. Wenn er aber nicht bloß auf den Verstand, sondern auf die Intuition, die spirituelle Kraft sich verläßt, dann werden wir uns klar sein, daß wir einer Zukunft entgegengehen, in der unser toter, mineralischer Leib entgegenarbeitet einem Lebendigen. Und unsere Wissenschaft muß da vorangehen, muß vorbereiten, was mit dem leiblichen Wesen in Zukunft geschehen soll. Sie muß in der nächsten Zukunft selbst etwas werden, was das Lebendige in sich enthält, sie muß das, was auf der Erde lebt, als etwas Lebendiges begreifen. Denn in einem tieferen Sinne ist es wahr, daß die Gedanken der Menschen es sind, die das Künftige vorbereiten. Mit Recht sagt daher ein alter indischer Spruch: Was du heute denkst, das wirst du morgen sein.

[ 18 ] Wir haben es also in zweifacher Beziehung mit dem Leib des Menschen auf der Stufe des mineralischen Reiches zu tun: der Mensch ist seinem physischen Leib nach in dem Mineralreich verwirklicht und er begreift mit dem bloßen Verstande auch nur das Mineralreich. Das ist eine notwendige Durchgangsstufe für den Menschen. Wenn er aber nicht bloß auf den Verstand, sondern auf die Intuition, die spirituelle Kraft sich verläßt, dann werden wir uns klar sein, daß wir einer Zukunft entgegengehen, in der unser toter, mineralischer Leib entgegenarbeitet einem Lebendigen. Und unsere Wissenschaft muß da vorangehen, muß vorbereiten, was mit dem leiblichen Wesen in Zukunft geschehen soll. Sie muß in der nächsten Zukunft selbst etwas werden, was das Lebendige in sich enthält, sie muß das, was auf der Erde lebt, als etwas Lebendiges begreifen. Denn in einem tieferen Sinne ist es wahr, daß die Gedanken der Menschen es sind, die das Künftige vorbereiten. Mit Recht sagt daher ein alter indischer Spruch: Was du heute denkst, das wirst du morgen sein.

[ 19 ] Das ganze Weltensein entspringt nicht aus dem toten Stofflichen, es entspringt aus dem lebendig Gedanklichen. Was äußerer Stoff ist, ist ein Ergebnis des lebendig Gedanklichen, so wie das Eis ein Ergebnis des Wassers ist. Die stoffliche Welt ist gleichsam gefrorene Gedanken. Wir müssen sie wiederum auflösen in ihre höheren Elemente, indem wir das Leben in den Gedanken ergreifen. Wenn wir das Mineralische in das Lebendige hinaufleiten können, wenn wir den Gedanken der ganzen Menschennatur umgestalten, dann erreichen wir, daß unsere Wissenschaft eine Wissenschaft des Lebens und nicht des toten Stoffes wird. Wir rücken damit das unterste Prinzip — zunächst in unserem Verständnis und später auch in Wirklichkeit — hinauf in das nächste Reich. Und so rücken wir ein jedes Glied der menschlichen Natur — das ätherische und das astralische ebenfalls - um eine Stufe höher hinauf.

[ 19 ] Das ganze Weltensein entspringt nicht aus dem toten Stofflichen, es entspringt aus dem lebendig Gedanklichen. Was äußerer Stoff ist, ist ein Ergebnis des lebendig Gedanklichen, so wie das Eis ein Ergebnis des Wassers ist. Die stoffliche Welt ist gleichsam gefrorene Gedanken. Wir müssen sie wiederum auflösen in ihre höheren Elemente, indem wir das Leben in den Gedanken ergreifen. Wenn wir das Mineralische in das Lebendige hinaufleiten können, wenn wir den Gedanken der ganzen Menschennatur umgestalten, dann erreichen wir, daß unsere Wissenschaft eine Wissenschaft des Lebens und nicht des toten Stoffes wird. Wir rücken damit das unterste Prinzip — zunächst in unserem Verständnis und später auch in Wirklichkeit — hinauf in das nächste Reich. Und so rücken wir ein jedes Glied der menschlichen Natur — das ätherische und das astralische ebenfalls - um eine Stufe höher hinauf.

[ 20 ] Was der Mensch einstmals gewesen ist, das nennen wir in der theosophischen Sprache die drei Elementarreiche. Diese gehen unserem mineralischen Reich, in dem wir heute leben, voran, das heißt, dem Reich, in dem unsere Wissenschaft sich erschöpft und in dem unser physischer Körper lebt. Die drei Elementarreiche sind verflossene Stadien. Erst in ihren Anfängen sind aber die drei höheren Reiche, die sich auf dem Mineralreich aufbauen: das Pflanzenreich, das Tierteich und das Menschenreich.

[ 20 ] Was der Mensch einstmals gewesen ist, das nennen wir in der theosophischen Sprache die drei Elementarreiche. Diese gehen unserem mineralischen Reich, in dem wir heute leben, voran, das heißt, dem Reich, in dem unsere Wissenschaft sich erschöpft und in dem unser physischer Körper lebt. Die drei Elementarreiche sind verflossene Stadien. Erst in ihren Anfängen sind aber die drei höheren Reiche, die sich auf dem Mineralreich aufbauen: das Pflanzenreich, das Tierteich und das Menschenreich.

[ 21 ] Diese drei Reiche muß das unterste Prinzip des Menschen noch ebenso durchlaufen, wie es heute das mineralische Reich durchläuft. So wie der Mensch heute seiner physischen Natur nach im Mineralreich wohnt, so wird er später im Pflanzenreich wohnen und dann zu noch höheren Reichen aufsteigen. Heute stehen wir unserer physischen Natur nach im Übergangsstadium vom Mineral- zum Pflanzenreich, unserer ätherischen Natur nach im Übergang vom Pflanzenzum Tierreich und unserer astralischen Natur nach im Übergang vom Tierreich zum Menschenreich. Und erst mit dem, was wir als Ansatz haben aus der Weisheitsregion, wo wir mit unserer eigenen Natur hinausragen aus dem, was astralische Natur ist, da ragen wir über die drei Reiche hinaus in das göttliche Reich hinein.

[ 21 ] Diese drei Reiche muß das unterste Prinzip des Menschen noch ebenso durchlaufen, wie es heute das mineralische Reich durchläuft. So wie der Mensch heute seiner physischen Natur nach im Mineralreich wohnt, so wird er später im Pflanzenreich wohnen und dann zu noch höheren Reichen aufsteigen. Heute stehen wir unserer physischen Natur nach im Übergangsstadium vom Mineral- zum Pflanzenreich, unserer ätherischen Natur nach im Übergang vom Pflanzenzum Tierreich und unserer astralischen Natur nach im Übergang vom Tierreich zum Menschenreich. Und erst mit dem, was wir als Ansatz haben aus der Weisheitsregion, wo wir mit unserer eigenen Natur hinausragen aus dem, was astralische Natur ist, da ragen wir über die drei Reiche hinaus in das göttliche Reich hinein.

[ 22 ] So ist also der Mensch in einem Aufstieg begriffen. Aber nicht eine äußere Einrichtung, nicht ein äußerer Bau bewirkt das, sondern das Lebendige selbst, das in uns erwacht, das nicht bloß die äußeren Bausteine zusammensetzt, sondern gestaltend, wachsend wirkt. Diese Kraft des Lebens muß in die Entwickelung eingreifen und sie muß zunächst des Menschen Innerstes ergreifen; sein religiöses Leben muß von dem Lebendigen ergriffen werden. Deshalb war es wie eine Vorbereitung, was die Kainssöhne während des alten Bundes für die unteren Glieder der Menschennatur geleistet haben und wie ein prophetischer Hinweis auf die Zukunft war es, was die Propheten, die Hüter der Bundeslade, geleistet haben. Das Göttliche sollte aber nun heruntersteigen in die Bundeslade, in die Seele, um als Allerheiligstes in dem Tempel selbst zu wohnen.

[ 22 ] So ist also der Mensch in einem Aufstieg begriffen. Aber nicht eine äußere Einrichtung, nicht ein äußerer Bau bewirkt das, sondern das Lebendige selbst, das in uns erwacht, das nicht bloß die äußeren Bausteine zusammensetzt, sondern gestaltend, wachsend wirkt. Diese Kraft des Lebens muß in die Entwickelung eingreifen und sie muß zunächst des Menschen Innerstes ergreifen; sein religiöses Leben muß von dem Lebendigen ergriffen werden. Deshalb war es wie eine Vorbereitung, was die Kainssöhne während des alten Bundes für die unteren Glieder der Menschennatur geleistet haben und wie ein prophetischer Hinweis auf die Zukunft war es, was die Propheten, die Hüter der Bundeslade, geleistet haben. Das Göttliche sollte aber nun heruntersteigen in die Bundeslade, in die Seele, um als Allerheiligstes in dem Tempel selbst zu wohnen.

[ 23 ] Diese lebendigen Kräfte, die verwandelnd und umgestaltend wirken, die in der Umgestaltung der Natur lebendig wirkenden Kräfte, sie waren schon dem ersten Menschen, Adam, mitgegeben worden vom Baum des Lebens. Aber sie waren anvertraut denjenigen, die sich nicht mit dem äußeren Bau beschäftigten, den Gottessöhnen, den Söhnen von Abel und Seth. Durch das Christentum sollten nun diese Kräfte Allgemeingut werden. Die beiden Strömungen sollten sich miteinander verbinden. Und christlich ist heute im Grunde genommen alles, was von der Anschauung ausgeht, daß kein Äußeres, kein Tempel, kein Haus, keine Gesellschaftseinrichtung entstehen sollten, die nicht durchglüht sind von innerem Leben, von der lebendigmachenden anstelle der bloß zusammensetzenden mineralischen Kraft.

[ 23 ] Diese lebendigen Kräfte, die verwandelnd und umgestaltend wirken, die in der Umgestaltung der Natur lebendig wirkenden Kräfte, sie waren schon dem ersten Menschen, Adam, mitgegeben worden vom Baum des Lebens. Aber sie waren anvertraut denjenigen, die sich nicht mit dem äußeren Bau beschäftigten, den Gottessöhnen, den Söhnen von Abel und Seth. Durch das Christentum sollten nun diese Kräfte Allgemeingut werden. Die beiden Strömungen sollten sich miteinander verbinden. Und christlich ist heute im Grunde genommen alles, was von der Anschauung ausgeht, daß kein Äußeres, kein Tempel, kein Haus, keine Gesellschaftseinrichtung entstehen sollten, die nicht durchglüht sind von innerem Leben, von der lebendigmachenden anstelle der bloß zusammensetzenden mineralischen Kraft.

[ 24 ] Der erste Versuch, der gemacht wurde, um die niedere Natur des Menschen hinaufzuleiten zur höheren, war, wie wir gesehen haben, der Salomonische Tempel. Das Fünfeck war als das große Symbol am Eingang zu sehen, denn zum fünften Prinzip sollte der Mensch streben, das heißt, die menschliche Natur sollte sich aus den niederen Prinzipien zu dem Höheren hinaufentwickeln, sollte ihre einzelnen Glieder veredeln.

[ 24 ] Der erste Versuch, der gemacht wurde, um die niedere Natur des Menschen hinaufzuleiten zur höheren, war, wie wir gesehen haben, der Salomonische Tempel. Das Fünfeck war als das große Symbol am Eingang zu sehen, denn zum fünften Prinzip sollte der Mensch streben, das heißt, die menschliche Natur sollte sich aus den niederen Prinzipien zu dem Höheren hinaufentwickeln, sollte ihre einzelnen Glieder veredeln.

[ 25 ] Und hier kommen wir zu jener tiefen Bedeutung, die das Kreuz hat und die bewirkte, daß es als Symbol jene grundsätzliche und tatsächliche Bedeutung im Christentum gefunden hat. Was ist das Kreuz? Drei Reiche sind es, zu denen die Menschennatur hinaufstrebt: das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich. Heute ist der Mensch im Mineralreich verwirklicht, dazu gehört Pflanze, Tier, Mensch. Fassen Sie das so auf, wie es in allen Weisheitsbekenntnissen heißt, daß der Mensch als seelisch-geistiges Wesen ein Teil der Allseele ist, dessen, was zum Beispiel Giordano Bruno die Weltseele genannt hat. Vielleicht wie ein Tropfen der Weltseele, die wir als großes Meer uns denken, ist die einzelne Seele. Nun hat schon Plato davon gesprochen, daß die Weltenseele an den Weltenleib gekreuzigt worden ist.

[ 25 ] Und hier kommen wir zu jener tiefen Bedeutung, die das Kreuz hat und die bewirkte, daß es als Symbol jene grundsätzliche und tatsächliche Bedeutung im Christentum gefunden hat. Was ist das Kreuz? Drei Reiche sind es, zu denen die Menschennatur hinaufstrebt: das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich. Heute ist der Mensch im Mineralreich verwirklicht, dazu gehört Pflanze, Tier, Mensch. Fassen Sie das so auf, wie es in allen Weisheitsbekenntnissen heißt, daß der Mensch als seelisch-geistiges Wesen ein Teil der Allseele ist, dessen, was zum Beispiel Giordano Bruno die Weltseele genannt hat. Vielleicht wie ein Tropfen der Weltseele, die wir als großes Meer uns denken, ist die einzelne Seele. Nun hat schon Plato davon gesprochen, daß die Weltenseele an den Weltenleib gekreuzigt worden ist.

[ 26 ] Die Weltenseele, wie sie sich im Menschen ausprägt, ist heute ausgespannt im mineralischen Reich. Sie soll sich darüber erheben, sich hinaufgestalten zu den drei höheren Reichen. Dazu muß sie in den nächsten drei Runden noch verkörpert werden im Pflanzen-, Tier- und Menschenreich. Die vierte Runde ist nichts anderes als die Verkörperung der Menschenseele im Mineralreich, die fünfte Runde diejenige im Pflanzenreich, die sechste diejenige im Tierreich, und erst die siebente Runde ist die Verkörperung im eigentlichen Menschenreich, wo der Mensch ganz ein Ebenbild der Gottheit sein wird. Bis dahin hat er noch dreimal den Weltenleib zu seiner Hülle zu nehmen.

[ 26 ] Die Weltenseele, wie sie sich im Menschen ausprägt, ist heute ausgespannt im mineralischen Reich. Sie soll sich darüber erheben, sich hinaufgestalten zu den drei höheren Reichen. Dazu muß sie in den nächsten drei Runden noch verkörpert werden im Pflanzen-, Tier- und Menschenreich. Die vierte Runde ist nichts anderes als die Verkörperung der Menschenseele im Mineralreich, die fünfte Runde diejenige im Pflanzenreich, die sechste diejenige im Tierreich, und erst die siebente Runde ist die Verkörperung im eigentlichen Menschenreich, wo der Mensch ganz ein Ebenbild der Gottheit sein wird. Bis dahin hat er noch dreimal den Weltenleib zu seiner Hülle zu nehmen.

[ 27 ] Blicken wir auf diese Menschenzukunft hin, so stellt sie sich uns als eine dreifache Stofflichkeit oder Materialität dar: als pflanzliche, tietische und menschliche. Diese menschliche ist aber nicht diejenige Stofflichkeit, die wir heute haben, denn das ist die mineralische, denn der Mensch ist ja heute erst in dem mineralischen Zyklus angelangt. Erst wenn das unterste Reich das Menschenreich sein wird, wenn es keine niederen Wesen mehr geben wird, wenn der Mensch alle Wesen erlöst haben wird durch die Kraft seines eigenen Lebens, dann wird er in der siebenten Runde angelangt sein, wo Gott ruht, weil der Mensch selbst schafft. Dann ist der siebente Schöpfungstag da, wo der Mensch ein Ebenbild Gottes geworden sein wird. Das sind die Stufen in der Schöpfungsgeschichte.

[ 27 ] Blicken wir auf diese Menschenzukunft hin, so stellt sie sich uns als eine dreifache Stofflichkeit oder Materialität dar: als pflanzliche, tietische und menschliche. Diese menschliche ist aber nicht diejenige Stofflichkeit, die wir heute haben, denn das ist die mineralische, denn der Mensch ist ja heute erst in dem mineralischen Zyklus angelangt. Erst wenn das unterste Reich das Menschenreich sein wird, wenn es keine niederen Wesen mehr geben wird, wenn der Mensch alle Wesen erlöst haben wird durch die Kraft seines eigenen Lebens, dann wird er in der siebenten Runde angelangt sein, wo Gott ruht, weil der Mensch selbst schafft. Dann ist der siebente Schöpfungstag da, wo der Mensch ein Ebenbild Gottes geworden sein wird. Das sind die Stufen in der Schöpfungsgeschichte.

[ 28 ] Nun sind heute Pflanze, Tier und Mensch, wie sie vor uns dastehen, erst die Keime zu dem, was sie werden sollen. Die Pflanze ist heute erst eine sinnbildliche Hindeutung auf etwas, was in höherer Glorie und Klarheit erst im nächsten menschlichen Entwickelungszyklus erscheinen soll. Und wenn der Mensch die Tierheit überwunden, abgestreift haben wird, dann wird er etwas sein, wovon er heute auch erst nur eine Andeutung ist. So sind Pflanzen-, Tier- und Menschenreich die drei stofflichen Reiche, die der Mensch noch zu durchlaufen hat; sie sind sein Weltenleib und die Seele hat an diesen Weltenleib gekreuzigt zu sein.

[ 28 ] Nun sind heute Pflanze, Tier und Mensch, wie sie vor uns dastehen, erst die Keime zu dem, was sie werden sollen. Die Pflanze ist heute erst eine sinnbildliche Hindeutung auf etwas, was in höherer Glorie und Klarheit erst im nächsten menschlichen Entwickelungszyklus erscheinen soll. Und wenn der Mensch die Tierheit überwunden, abgestreift haben wird, dann wird er etwas sein, wovon er heute auch erst nur eine Andeutung ist. So sind Pflanzen-, Tier- und Menschenreich die drei stofflichen Reiche, die der Mensch noch zu durchlaufen hat; sie sind sein Weltenleib und die Seele hat an diesen Weltenleib gekreuzigt zu sein.

[ 29 ] Nun machen Sie sich einmal den Gegensatz zwischen Pflanze, Tier und Mensch klar. Die Pflanze ist das genaue Gegenbild des Menschen. Es hat dies eine sehr tiefe, sinnvolle Bedeutung, wenn wir die Pflanze als das genaue Gegenbild des Menschen und den Menschen als die umgekehrte Pflanzennatur auffassen. Die äußere Wissenschaft beschäftigt sich mit solchen Dingen nicht, sie nimmt die Dinge, wie sie sich den äußeren Sinnen darbieten. Die Wissenschaft aber, welche mit Theosophie etwas zu tun hat, betrachtet die Bedeutung der Dinge in ihrem Zusammenhang mit der ganzen übrigen Entwickelung. Denn jedes Ding ist, wie Goethe sagt, nur als ein Gleichnis aufzufassen.

[ 29 ] Nun machen Sie sich einmal den Gegensatz zwischen Pflanze, Tier und Mensch klar. Die Pflanze ist das genaue Gegenbild des Menschen. Es hat dies eine sehr tiefe, sinnvolle Bedeutung, wenn wir die Pflanze als das genaue Gegenbild des Menschen und den Menschen als die umgekehrte Pflanzennatur auffassen. Die äußere Wissenschaft beschäftigt sich mit solchen Dingen nicht, sie nimmt die Dinge, wie sie sich den äußeren Sinnen darbieten. Die Wissenschaft aber, welche mit Theosophie etwas zu tun hat, betrachtet die Bedeutung der Dinge in ihrem Zusammenhang mit der ganzen übrigen Entwickelung. Denn jedes Ding ist, wie Goethe sagt, nur als ein Gleichnis aufzufassen.

[ 30 ] Die Pflanze hat ihre Wurzel im Boden und entfaltet die Blätter und Blütenorgane der Sonne zu. Die Sonne hat heute in sich die Kraft, die mit der Erde einmal verbunden war. Die Sonne hat sich ja von unserer Erde getrennt. Die ganze Sonnenkraft also ist etwas, womit unsere Erde einst durchsetzt war. Da lebte die Kraft der Sonne in der Erde. Die Pflanze sucht heute noch, indem sie ihre Blütenorgane der Sonnenkraft entgegenhält, jene Zeiten auf, in denen die Sonnenkraft mit der Erde verbunden war. Sonnenkraft heißt Ätherkraft der Pflanze. Indem die Pflanze ihre Fortpflanzungsorgane der Sonne entgegenhält, zeigt sie ihre tiefe Verwandtschaft mit der Sonne; ihr Fortpflanzungsprinzip ist okkult verknüpft mit der Sonnenkraft. Das Haupt der Pflanze dagegen, das in dem Dunkel der Erde steckt, ist zugleich verwandt mit der Erde. Erde und Sonne sind zwei Gegenpole in der Entwickelung.

[ 30 ] Die Pflanze hat ihre Wurzel im Boden und entfaltet die Blätter und Blütenorgane der Sonne zu. Die Sonne hat heute in sich die Kraft, die mit der Erde einmal verbunden war. Die Sonne hat sich ja von unserer Erde getrennt. Die ganze Sonnenkraft also ist etwas, womit unsere Erde einst durchsetzt war. Da lebte die Kraft der Sonne in der Erde. Die Pflanze sucht heute noch, indem sie ihre Blütenorgane der Sonnenkraft entgegenhält, jene Zeiten auf, in denen die Sonnenkraft mit der Erde verbunden war. Sonnenkraft heißt Ätherkraft der Pflanze. Indem die Pflanze ihre Fortpflanzungsorgane der Sonne entgegenhält, zeigt sie ihre tiefe Verwandtschaft mit der Sonne; ihr Fortpflanzungsprinzip ist okkult verknüpft mit der Sonnenkraft. Das Haupt der Pflanze dagegen, das in dem Dunkel der Erde steckt, ist zugleich verwandt mit der Erde. Erde und Sonne sind zwei Gegenpole in der Entwickelung.

[ 31 ] Der Mensch ist die umgekehrte Pflanze; sie hat die Geschlechtswerkzeuge der Sonne zugekehrt, den Kopf nach unten. Beim Menschen ist es genau umgekehrt: er trägt den Kopf nach oben, den höheren Welten zugewandt, um den Geist aufzunehmen, die Geschlechtsorgane hat er nach unten. Das Tier steht mitten darinnen, steht zwischen Pflanze und Mensch. Es hat die halbe Wendung erst gemacht und bildet so gewissermaßen einen Querriegel zu der Richtungslinie von Pflanze und Mensch. Es trägt sein Rückgrat in horizontaler Richtung, dadurch die Linie, die durch Pflanze und Mensch gebildet wird, in Kreuzesform durchschneidend. Denken Sie sich das Pflanzenreich nach unten wachsend, das Menschenreich nach oben und das Tierreich so waagerecht wachsend, dann haben Sie aus Pflanzen-, Tier- und Menschenreich das Kreuz gebildet.

[ 31 ] Der Mensch ist die umgekehrte Pflanze; sie hat die Geschlechtswerkzeuge der Sonne zugekehrt, den Kopf nach unten. Beim Menschen ist es genau umgekehrt: er trägt den Kopf nach oben, den höheren Welten zugewandt, um den Geist aufzunehmen, die Geschlechtsorgane hat er nach unten. Das Tier steht mitten darinnen, steht zwischen Pflanze und Mensch. Es hat die halbe Wendung erst gemacht und bildet so gewissermaßen einen Querriegel zu der Richtungslinie von Pflanze und Mensch. Es trägt sein Rückgrat in horizontaler Richtung, dadurch die Linie, die durch Pflanze und Mensch gebildet wird, in Kreuzesform durchschneidend. Denken Sie sich das Pflanzenreich nach unten wachsend, das Menschenreich nach oben und das Tierreich so waagerecht wachsend, dann haben Sie aus Pflanzen-, Tier- und Menschenreich das Kreuz gebildet.

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[ 32 ] Das ist das Kreuzsymbol.

[ 32 ] Das ist das Kreuzsymbol.

[ 33 ] Es stellt die drei Lebensreiche dar, in die der Mensch einzutreten hat. Pflanzen-, Tier- und Menschenreich sind die drei nächsten stofflichen Reiche. Aus dem Mineralreich wächst das ganze heraus; es ist heute die Grundlage. Das Tierreich steht wie eine Art von Stauung zwischen dem Pflanzen- und dem Menschenreich und die Pflanze ist eine Art Gegenbild des Menschen. Damit hängt es zusammen, daß des Menschen Leben, dasjenige, was im Menschen physisch lebt, seine beste Verwandtschaft findet mit dem, was in der Pflanze lebt. Das könnte in vielen Vorträgen tief begründet werden, heute kann ich das nur andeuten. Wenn der Mensch seine physische Lebenstätigkeit erhalten will, so kann er es am besten durch die Pflanzennahrung, weil er dann aufnimmt, was ursprünglich mit der physischen Lebenstätigkeit der Erde eine Verwandtschaft hat. Die Sonne ist die Trägerin der Lebenskraft und die Pflanze ist das, was der Sonnenkraft entgegenwächst. Und der Mensch muß dieses, was in der Pflanze lebt, mit seiner Lebenskraft vereinigen. So sind seine Ernährungsstoffe okkult mit der Pflanze gleich. Das Tierreich stellt eine Stauung, eine Zurückstauung dar. Es unterbricht daher in Kreuzesform den Fortgang der Entwickelung, um einen neuen Ansatz zu beginnen.

[ 33 ] Es stellt die drei Lebensreiche dar, in die der Mensch einzutreten hat. Pflanzen-, Tier- und Menschenreich sind die drei nächsten stofflichen Reiche. Aus dem Mineralreich wächst das ganze heraus; es ist heute die Grundlage. Das Tierreich steht wie eine Art von Stauung zwischen dem Pflanzen- und dem Menschenreich und die Pflanze ist eine Art Gegenbild des Menschen. Damit hängt es zusammen, daß des Menschen Leben, dasjenige, was im Menschen physisch lebt, seine beste Verwandtschaft findet mit dem, was in der Pflanze lebt. Das könnte in vielen Vorträgen tief begründet werden, heute kann ich das nur andeuten. Wenn der Mensch seine physische Lebenstätigkeit erhalten will, so kann er es am besten durch die Pflanzennahrung, weil er dann aufnimmt, was ursprünglich mit der physischen Lebenstätigkeit der Erde eine Verwandtschaft hat. Die Sonne ist die Trägerin der Lebenskraft und die Pflanze ist das, was der Sonnenkraft entgegenwächst. Und der Mensch muß dieses, was in der Pflanze lebt, mit seiner Lebenskraft vereinigen. So sind seine Ernährungsstoffe okkult mit der Pflanze gleich. Das Tierreich stellt eine Stauung, eine Zurückstauung dar. Es unterbricht daher in Kreuzesform den Fortgang der Entwickelung, um einen neuen Ansatz zu beginnen.

[ 34 ] Mensch und Pflanze sind einander entgegengesetzt, aber miteinander verwandt. Das Tierische aber - und was im Astralleib zunächst zum Ausdruck kommt, ist das Tierische - ist eine Durchkreuzung der zwei Prinzipien des Lebens. Der menschliche Ätherleib wird auf einer höheren Stufe die Grundlage abgeben für den unsterblichen Menschen, der nicht mehr dem Tode unterworfen sein wird. Der Ätherkörper löst sich heute noch mit dem Tode des Menschen auf. Je mehr der Mensch sich aber vervollkommnet und läutert von innen heraus, desto mehr erhält er an Beständigkeit, desto weniger geht er zugrunde. Alles, was in bezug auf diesen Ätherkörper gearbeitet wird, trägt zu seiner Unsterblichkeit bei. In diesem Sinne ist es richtig: je natürlicher die Entwickelung und je mehr sie auf die Kräfte des Lebens hingeleitet wird — es ist damit nicht hingedeutet auf das Genitalische und das Leidenschaftliche des Tieres -, desto mehr bemächtigt sich des Menschen die Unsterblichkeit.

[ 34 ] Mensch und Pflanze sind einander entgegengesetzt, aber miteinander verwandt. Das Tierische aber - und was im Astralleib zunächst zum Ausdruck kommt, ist das Tierische - ist eine Durchkreuzung der zwei Prinzipien des Lebens. Der menschliche Ätherleib wird auf einer höheren Stufe die Grundlage abgeben für den unsterblichen Menschen, der nicht mehr dem Tode unterworfen sein wird. Der Ätherkörper löst sich heute noch mit dem Tode des Menschen auf. Je mehr der Mensch sich aber vervollkommnet und läutert von innen heraus, desto mehr erhält er an Beständigkeit, desto weniger geht er zugrunde. Alles, was in bezug auf diesen Ätherkörper gearbeitet wird, trägt zu seiner Unsterblichkeit bei. In diesem Sinne ist es richtig: je natürlicher die Entwickelung und je mehr sie auf die Kräfte des Lebens hingeleitet wird — es ist damit nicht hingedeutet auf das Genitalische und das Leidenschaftliche des Tieres -, desto mehr bemächtigt sich des Menschen die Unsterblichkeit.

[ 35 ] Das Tierische ist ein Strom, der das menschliche Leben unterbricht, es war jene Verzögerung, die notwendig war zur Umkehr des Lebensstromes. Der Mensch mußte sich eine Zeitlang mit dem Tierischen verbinden, weil die Umkehr stattfinden mußte. Aber er muß sich davon wieder freimachen und wieder in den Strom des Lebens einlenken.

[ 35 ] Das Tierische ist ein Strom, der das menschliche Leben unterbricht, es war jene Verzögerung, die notwendig war zur Umkehr des Lebensstromes. Der Mensch mußte sich eine Zeitlang mit dem Tierischen verbinden, weil die Umkehr stattfinden mußte. Aber er muß sich davon wieder freimachen und wieder in den Strom des Lebens einlenken.

[ 36 ] Beim Beginn unserer Menschwerdung war uns die Kraft des Lebens mitgegeben. Das ist symbolisch ausgedrückt in der Legende damit, daß Adams Sohn Seth von dem Baum des Lebens den Sproß nimmt, den die Göttersöhne dann weiter kultivieren, jene dreifache Menschennatur, die veredelt werden soll. Dann formt sich Moses seinen Stab aus diesem Holz des Lebens. Dieser Mosesstab ist nichts anderes als das äußere Gesetz. Was ist aber äußeres Gesetz?

[ 36 ] Beim Beginn unserer Menschwerdung war uns die Kraft des Lebens mitgegeben. Das ist symbolisch ausgedrückt in der Legende damit, daß Adams Sohn Seth von dem Baum des Lebens den Sproß nimmt, den die Göttersöhne dann weiter kultivieren, jene dreifache Menschennatur, die veredelt werden soll. Dann formt sich Moses seinen Stab aus diesem Holz des Lebens. Dieser Mosesstab ist nichts anderes als das äußere Gesetz. Was ist aber äußeres Gesetz?

[ 37 ] Äußeres Gesetz ist vorhanden, wenn derjenige, der einen äußeren Bau aufrichten soll, einen Plan hat — das sind die gesetzmäßigen Zusammenhänge auf dem Papier -, und dann werden die äußeren Bausteine seinem Plane gemäß behauen und aufeinandergefügt. Auch das, was als Gesetz einem Staatenplan zugrunde liegt, ist äußeres Gesetz. Die Menschen stehen unter dem Stabe des Moses. Auch der, der aus Furcht oder aus Hoffnung auf Belohnung die Sittengesetze befolgt, befolgt nur das äußere Gesetz. Aber auch derjenige befolgt nur das äußere Gesetz, der die Wissenschaft nur in einer äußeren Weise betrachtet. Denn was hat er anderes als äußere Gesetze! Alle Gesetze, die wir in der Wissenschaft kennenlernen, sind solche äußeren Gesetze. Durch diese können wir aber nicht jenen Übergang zu der höheren Menschennatur finden, sondern nur das Gesetz des alten Bundes befolgen, das ist der Stab des Moses. Aber ein Vorbild sollte dieses äußere Gesetz sein für das innere Gesetz. Der Mensch soll lernen, dem Gesetz im Inneren zu folgen. Es muß dieses innere Gesetz der Impuls des Lebens werden beim Menschen, aus dem inneren Gesetz heraus muß er lernen, das äußere Gesetz zu befolgen. Nicht der verwirklicht das innere Gesetz, der einen Bauplan anfertigt, sondern der, der aus innerlichem Impuls heraus den Tempel baut, so daß also die Seele übergeht in die Zusammenfügung der Bausteine. Nicht der lebt in dem inneren Gesetz, der den staatlichen Gesetzen nur folgt, sondern der, dem sie Impuls seines Lebens sind, weil sie mit seiner Seele verwachsen sind. Und nicht derjenige ist ein sittlicher Mensch, der die Sittengebote aus Furcht oder wegen Belohnung befolgt, sondern der, welcher sie befolgt, weil er sie liebt.

[ 37 ] Äußeres Gesetz ist vorhanden, wenn derjenige, der einen äußeren Bau aufrichten soll, einen Plan hat — das sind die gesetzmäßigen Zusammenhänge auf dem Papier -, und dann werden die äußeren Bausteine seinem Plane gemäß behauen und aufeinandergefügt. Auch das, was als Gesetz einem Staatenplan zugrunde liegt, ist äußeres Gesetz. Die Menschen stehen unter dem Stabe des Moses. Auch der, der aus Furcht oder aus Hoffnung auf Belohnung die Sittengesetze befolgt, befolgt nur das äußere Gesetz. Aber auch derjenige befolgt nur das äußere Gesetz, der die Wissenschaft nur in einer äußeren Weise betrachtet. Denn was hat er anderes als äußere Gesetze! Alle Gesetze, die wir in der Wissenschaft kennenlernen, sind solche äußeren Gesetze. Durch diese können wir aber nicht jenen Übergang zu der höheren Menschennatur finden, sondern nur das Gesetz des alten Bundes befolgen, das ist der Stab des Moses. Aber ein Vorbild sollte dieses äußere Gesetz sein für das innere Gesetz. Der Mensch soll lernen, dem Gesetz im Inneren zu folgen. Es muß dieses innere Gesetz der Impuls des Lebens werden beim Menschen, aus dem inneren Gesetz heraus muß er lernen, das äußere Gesetz zu befolgen. Nicht der verwirklicht das innere Gesetz, der einen Bauplan anfertigt, sondern der, der aus innerlichem Impuls heraus den Tempel baut, so daß also die Seele übergeht in die Zusammenfügung der Bausteine. Nicht der lebt in dem inneren Gesetz, der den staatlichen Gesetzen nur folgt, sondern der, dem sie Impuls seines Lebens sind, weil sie mit seiner Seele verwachsen sind. Und nicht derjenige ist ein sittlicher Mensch, der die Sittengebote aus Furcht oder wegen Belohnung befolgt, sondern der, welcher sie befolgt, weil er sie liebt.

[ 38 ] Solange die Menschen nicht reif waren, die Gesetze innerlich aufzunehmen, solange in dem Gesetz der Stab des Moses vorhanden ist, der die Menschen unter ein Joch zwang, so lange lag das Gesetz in der Bundeslade. Bis dann das paulinische Prinzip, das Prinzip der Gnade über den Menschen kam und er die Möglichkeit bekam, frei zu werden vom Gesetz. Darin liegt die Tiefe der paulinischen Auffassung, daß sie einen Unterschied macht zwischen Gesetz und Gnade. Wenn das Gesetz von Liebe durchglüht ist, wenn sich die Liebe mit dem Gesetz verbunden hat, dann ist es die Gnade. So ist der paulinische Unterschied zwischen Gesetz und Gnade aufzufassen.

[ 38 ] Solange die Menschen nicht reif waren, die Gesetze innerlich aufzunehmen, solange in dem Gesetz der Stab des Moses vorhanden ist, der die Menschen unter ein Joch zwang, so lange lag das Gesetz in der Bundeslade. Bis dann das paulinische Prinzip, das Prinzip der Gnade über den Menschen kam und er die Möglichkeit bekam, frei zu werden vom Gesetz. Darin liegt die Tiefe der paulinischen Auffassung, daß sie einen Unterschied macht zwischen Gesetz und Gnade. Wenn das Gesetz von Liebe durchglüht ist, wenn sich die Liebe mit dem Gesetz verbunden hat, dann ist es die Gnade. So ist der paulinische Unterschied zwischen Gesetz und Gnade aufzufassen.

[ 39 ] Nun können wir die Legende vom Kreuz auch noch weiter verfolgen. Als Brücke zwischen zwei Ufern wird das Holz verwendet, weil es als Pfeiler in den Salomonischen Tempel nicht taugte. Dies war eine Vorbereitung. Die Bundeslade war im Tempel, aber das fleischgewordene Wort war noch nicht da. Als Brücke über einen Fluß wird das Kreuzesholz gelegt, aber erst die Königin von Saba erkannte den Wert des Holzes für den Tempel, der im Bewußtsein der ganzen Menschenseele leben soll. Nun wird dasselbe Holz verwendet, um das Kreuz, an dem der Erlöser hängt, daraus zu zimmern. Derjenige, der die beiden früheren Strömungen vereinigt, der die weltliche und die spirituelle Strömung ineinanderlaufen läßt, der Christus ist selbst vereint mit dem lebendigen Kreuz. Daher kann er das Holz des Kreuzes tragen als etwas, was er auf seinen Rücken nimmt, als etwas, was außer ihm lebt. Er ist selbst vereint mit dem Holz der Brücke, daher kann er das tote Holz auf sich nehmen.

[ 39 ] Nun können wir die Legende vom Kreuz auch noch weiter verfolgen. Als Brücke zwischen zwei Ufern wird das Holz verwendet, weil es als Pfeiler in den Salomonischen Tempel nicht taugte. Dies war eine Vorbereitung. Die Bundeslade war im Tempel, aber das fleischgewordene Wort war noch nicht da. Als Brücke über einen Fluß wird das Kreuzesholz gelegt, aber erst die Königin von Saba erkannte den Wert des Holzes für den Tempel, der im Bewußtsein der ganzen Menschenseele leben soll. Nun wird dasselbe Holz verwendet, um das Kreuz, an dem der Erlöser hängt, daraus zu zimmern. Derjenige, der die beiden früheren Strömungen vereinigt, der die weltliche und die spirituelle Strömung ineinanderlaufen läßt, der Christus ist selbst vereint mit dem lebendigen Kreuz. Daher kann er das Holz des Kreuzes tragen als etwas, was er auf seinen Rücken nimmt, als etwas, was außer ihm lebt. Er ist selbst vereint mit dem Holz der Brücke, daher kann er das tote Holz auf sich nehmen.

[ 40 ] Der Mensch ist jetzt eingezogen in die höhere Natur. Früher lebte er in der niederen Natur. Im Sinne des Christentums lebt er jetzt in der höheren Natur, und das Kreuz - die niedere Natur - trägt er wie ein Fremdes weiter durch seine innere lebendige Kraft. Jetzt wird die Religion lebendige Kraft in der Welt, jetzt hört das Leben in der äußeren Natur auf, das Kreuz wird völlig Holz. Der äußere Leib wird nun zum Vehikel der inneren lebendigen Kraft. Da vollzieht sich das große Geheimnis: das Kreuz wird auf den Rücken genommen.

[ 40 ] Der Mensch ist jetzt eingezogen in die höhere Natur. Früher lebte er in der niederen Natur. Im Sinne des Christentums lebt er jetzt in der höheren Natur, und das Kreuz - die niedere Natur - trägt er wie ein Fremdes weiter durch seine innere lebendige Kraft. Jetzt wird die Religion lebendige Kraft in der Welt, jetzt hört das Leben in der äußeren Natur auf, das Kreuz wird völlig Holz. Der äußere Leib wird nun zum Vehikel der inneren lebendigen Kraft. Da vollzieht sich das große Geheimnis: das Kreuz wird auf den Rücken genommen.

[ 41 ] Schön und bedeutsam hat auch unser großer Dichter Goethe in dem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» die Idee der Brücke zum Ausdruck gebracht da, wo er eine Brücke bauen läßt, indem die Schlange sich wie eine lebendige Brücke über den Fluß legt. Alle tiefer Eingeweihten haben dieses selbe Symbol für ein und dieselbe Sache.

[ 41 ] Schön und bedeutsam hat auch unser großer Dichter Goethe in dem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» die Idee der Brücke zum Ausdruck gebracht da, wo er eine Brücke bauen läßt, indem die Schlange sich wie eine lebendige Brücke über den Fluß legt. Alle tiefer Eingeweihten haben dieses selbe Symbol für ein und dieselbe Sache.

[ 42 ] So haben wir die heilige Legende vom Kreuz in ihrer tiefen inneren Bedeutung kennengelernt. Wir haben gesehen, wie der Umschwung vorbereitet wurde, welcher sich durch das Christentum vollzogen hat und sich durch die Verchristlichung der Welt immer mehr und mehr vollziehen muß in der späteren Zeit. Wir haben gesehen, wie das Kreuz, insofern es Abbild der äußeren drei Körper ist, abstirbt, wie es nur eine äußere Verbindung zwischen den drei niederen und den drei höheren Reichen, zwischen den beiden Ufern, die durch den Strom getrennt sind, herstellen kann — Pfeiler im Salomonischen Tempel konnte das Kreuzesholz nicht werden -, bis es der Mensch als sein eigenes Symbol erkennt. Erst dann, wenn er sich selbst opfert, seinen eigenen Körper zum Tempel macht und fähig wird, das Kreuz selbst zu tragen, ist die Verbindung der zwei Strömungen ermöglicht.

[ 42 ] So haben wir die heilige Legende vom Kreuz in ihrer tiefen inneren Bedeutung kennengelernt. Wir haben gesehen, wie der Umschwung vorbereitet wurde, welcher sich durch das Christentum vollzogen hat und sich durch die Verchristlichung der Welt immer mehr und mehr vollziehen muß in der späteren Zeit. Wir haben gesehen, wie das Kreuz, insofern es Abbild der äußeren drei Körper ist, abstirbt, wie es nur eine äußere Verbindung zwischen den drei niederen und den drei höheren Reichen, zwischen den beiden Ufern, die durch den Strom getrennt sind, herstellen kann — Pfeiler im Salomonischen Tempel konnte das Kreuzesholz nicht werden -, bis es der Mensch als sein eigenes Symbol erkennt. Erst dann, wenn er sich selbst opfert, seinen eigenen Körper zum Tempel macht und fähig wird, das Kreuz selbst zu tragen, ist die Verbindung der zwei Strömungen ermöglicht.

[ 43 ] Daher haben auch die christlichen Kirchen das Kreuzeszeichen schon in ihrer Anlage. Damit soll ausgedrückt sein, daß das lebendige Kreuz hineingeheimnißt ist in den äußeren Tempelbau. Jene zwei Strömungen aber, auf der einen Seite das göttlich Lebendige und auf der anderen Seite das weltlich Mineralische, haben sich in eins zusammengefügt in dem am Kreuze hängenden Erlöser, wo die höheren Prinzipien im Erlöser selbst, die niederen im Kreuze liegen. Und daß fortan dieser Zusammenhang ein organischer, ein lebendiger sein soll, drückt besonders tief der Apostel Paulus aus. Ohne das, was wir heute durchgenommen haben, kann man die Schriften des Apostel Paulus nicht verstehen. Ihm war es klar, daß jener alte Bund zu Ende gehen muß, welcher einen Gegensatz zwischen dem Menschen und dem Gesetz errichtet. Erst wenn der Mensch das Gesetz mit sich vereinigt, es auf seinen Rücken nimmt, es trägt, dann wird es keinen Widerspruch mehr geben zwischen der inneren Menschennatur und dem äußeren Gesetz. Dann ist das erreicht, was das Christentum erreichen will.

[ 43 ] Daher haben auch die christlichen Kirchen das Kreuzeszeichen schon in ihrer Anlage. Damit soll ausgedrückt sein, daß das lebendige Kreuz hineingeheimnißt ist in den äußeren Tempelbau. Jene zwei Strömungen aber, auf der einen Seite das göttlich Lebendige und auf der anderen Seite das weltlich Mineralische, haben sich in eins zusammengefügt in dem am Kreuze hängenden Erlöser, wo die höheren Prinzipien im Erlöser selbst, die niederen im Kreuze liegen. Und daß fortan dieser Zusammenhang ein organischer, ein lebendiger sein soll, drückt besonders tief der Apostel Paulus aus. Ohne das, was wir heute durchgenommen haben, kann man die Schriften des Apostel Paulus nicht verstehen. Ihm war es klar, daß jener alte Bund zu Ende gehen muß, welcher einen Gegensatz zwischen dem Menschen und dem Gesetz errichtet. Erst wenn der Mensch das Gesetz mit sich vereinigt, es auf seinen Rücken nimmt, es trägt, dann wird es keinen Widerspruch mehr geben zwischen der inneren Menschennatur und dem äußeren Gesetz. Dann ist das erreicht, was das Christentum erreichen will.

[ 44 ] «Die Sünde ist durch das Gesetz in die Welt gekommen.» Das ist ein tiefer Ausspruch des Paulus. Wann ist die Sünde in der Welt? Wenn eben ein Gesetz da ist, das übertreten werden kann. Wenn aber das Gesetz so mit der menschlichen Natur vereinigt ist, daß das, was der Mensch tut, das Gute ist, dann kann es keine Sünde geben. Nur so lange widerspricht der Mensch dem Kreuzgesetz, als es nicht in ihm lebt, solange es äußerlich ist. Daher sieht Paulus den Christus am Kreuz als die Überwindung des Gesetzes und die Überwindung der Sünde an. Ein Fluch ist es, am Holze des Kreuzes zu hangen, das heißt, dem Gesetze zu verfallen. Sünde und Gesetz gehören zusammen nach dem alten Bund, Gesetz und Liebe gehören zusammen nach dem neuen Bund. Es ist ein negatives Gesetz, welches verbunden ist mit dem alten Bund; ein positives Gesetz, das lebt, ist aber das Gesetz des neuen Bundes. Der hat das Gesetz des alten Bundes überwunden, der es mit seinem eigenen Leben vereinigt hat. Der hat es aber auch geheiligt.

[ 44 ] «Die Sünde ist durch das Gesetz in die Welt gekommen.» Das ist ein tiefer Ausspruch des Paulus. Wann ist die Sünde in der Welt? Wenn eben ein Gesetz da ist, das übertreten werden kann. Wenn aber das Gesetz so mit der menschlichen Natur vereinigt ist, daß das, was der Mensch tut, das Gute ist, dann kann es keine Sünde geben. Nur so lange widerspricht der Mensch dem Kreuzgesetz, als es nicht in ihm lebt, solange es äußerlich ist. Daher sieht Paulus den Christus am Kreuz als die Überwindung des Gesetzes und die Überwindung der Sünde an. Ein Fluch ist es, am Holze des Kreuzes zu hangen, das heißt, dem Gesetze zu verfallen. Sünde und Gesetz gehören zusammen nach dem alten Bund, Gesetz und Liebe gehören zusammen nach dem neuen Bund. Es ist ein negatives Gesetz, welches verbunden ist mit dem alten Bund; ein positives Gesetz, das lebt, ist aber das Gesetz des neuen Bundes. Der hat das Gesetz des alten Bundes überwunden, der es mit seinem eigenen Leben vereinigt hat. Der hat es aber auch geheiligt.

[ 45 ] Das ist gemeint mit jenen paulinischen Worten, die im GalaterBrief (3. Kapitel, 11-13) zu lesen sind: «Daß aber durch das Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar, denn der Gerechte wird seines Glaubens leben. Das Gesetz aber gründet sich nicht auf den Glauben, sondern der Mensch, der es tut, wird dadurch leben. Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns, denn es steht geschrieben: Verflucht ist jedermann, der am Holze hänget.»

[ 45 ] Das ist gemeint mit jenen paulinischen Worten, die im GalaterBrief (3. Kapitel, 11-13) zu lesen sind: «Daß aber durch das Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar, denn der Gerechte wird seines Glaubens leben. Das Gesetz aber gründet sich nicht auf den Glauben, sondern der Mensch, der es tut, wird dadurch leben. Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns, denn es steht geschrieben: Verflucht ist jedermann, der am Holze hänget.»

[ 46 ] Mit dem Wort «Holze» verbindet Paulus die Begriffe, die wir heute behandelt haben. So müssen wir immer tiefer eindringen in dasjenige, was die großen Eingeweihten gesagt haben. Nicht dadurch nähern wir uns dem Christentum, daß wir es sozusagen unseren Anforderungen anpassen, anpassen dem dem Höheren abgeneigten materialistischen Verstande von heute, sondern dadurch, daß wir uns immer mehr und mehr in die Höhen des Geistigen erheben. Denn das Christentum ist aus der Einweihung heraus geboren, und erst dann werden wir es verstehen und daran glauben können, daß unendliche Tiefen in dem Christentum enthalten sind, wenn wir nicht mehr der Meinung sind, wir müßten dem heutigen Verstand das Christentum annähern, sondern wenn der dem Höheren abgeneigte materialistische Verstand sich wieder zum Christentum erhebt. Der heutige Verstand muß sich vom Mineralisch-Toten zum Lebendig-Geistigen erheben, wenn er das Christentum verstehen will.

[ 46 ] Mit dem Wort «Holze» verbindet Paulus die Begriffe, die wir heute behandelt haben. So müssen wir immer tiefer eindringen in dasjenige, was die großen Eingeweihten gesagt haben. Nicht dadurch nähern wir uns dem Christentum, daß wir es sozusagen unseren Anforderungen anpassen, anpassen dem dem Höheren abgeneigten materialistischen Verstande von heute, sondern dadurch, daß wir uns immer mehr und mehr in die Höhen des Geistigen erheben. Denn das Christentum ist aus der Einweihung heraus geboren, und erst dann werden wir es verstehen und daran glauben können, daß unendliche Tiefen in dem Christentum enthalten sind, wenn wir nicht mehr der Meinung sind, wir müßten dem heutigen Verstand das Christentum annähern, sondern wenn der dem Höheren abgeneigte materialistische Verstand sich wieder zum Christentum erhebt. Der heutige Verstand muß sich vom Mineralisch-Toten zum Lebendig-Geistigen erheben, wenn er das Christentum verstehen will.

[ 47 ] Ich habe diese Anschauungen vorgetragen, um zum Begriffe des neuen Jerusalem zu kommen.

[ 47 ] Ich habe diese Anschauungen vorgetragen, um zum Begriffe des neuen Jerusalem zu kommen.