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The Temple Legend and the Golden Legend
GA 93

23 October 1905 a.m., Berlin

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17. Freimaurerei und Menschheitsentwickelung I

17. Freemasonry and Human Development I

[ 1 ] Ich habe Sie gebeten, zu einer kleinen Besprechung über okkulte Fragen zu kommen aus dem Grunde, weil man der Ansicht sein muß, daß derjenige, der sich an der theosophischen Bewegung beteiligt, sich nicht nur über die äußeren Dinge, die in Programmen ausgesprochen sind, klar sein muß, sondern auch darüber, wozu diese theosophische Bewegung führen kann. Nun sind diejenigen okkulten Strömungen, die in der theosophischen Bewegung leben, in der Tat in gewisser Beziehung verwandt mit früheren okkulten Strömungen. Namentlich eine derselben, die noch in die Gegenwart hereinreicht, soll es sein, an die wir heute anknüpfen: die Freimaurerei.

[ 1 ] I have asked you to come to a brief discussion on occult matters for the reason that one must recognize that anyone who participates in the Theosophical Movement must be clear not only about the external matters set forth in the programs, but also about where this Theosophical Movement can lead. Now, the occult currents that exist within the Theosophical Movement are, in fact, related in a certain respect to earlier occult currents. Specifically, we shall take up one of these—one that extends into the present day—as our point of reference today: Freemasonry.

[ 2 ] Sie wissen, daß es in der Freimaurerei, wenigstens bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, streng verpönt war, irgendwelche weiblichen Mitglieder zu haben. Das hatte damals seinen guten Grund. Wenn nämlich einmal in der Weltentwickelung der Grund wegfallen wird, warum die Freimaurer keine weiblichen Mitglieder hatten, dann wird auch die Zeit gekommen sein, daß die Arbeit der Freimaurerei auf dem physischen Plane abgelöst wird von der theosophischen Arbeit. Vorläufig ist die theosophische Arbeit eine Vorbereitungsarbeit. An der theosophischen Arbeit werden Männer und Frauen in gleichem Maße teilnehmen.

[ 2 ] You know that in Freemasonry, at least until the end of the 17th century, it was strictly frowned upon to have any female members. There was a good reason for that at the time. For once the reason why Freemasons did not have female members ceases to exist in the course of world development, then the time will also have come for the work of Freemasonry on the physical plane to be superseded by theosophical work. For the time being, theosophical work is preparatory work. Men and women will participate equally in theosophical work.

[ 3 ] Wenn ich nun kurz sagen möchte, warum die Frauen von der Freimaurerei ausgeschlossen sein sollten, so könnte ich das nur so sagen, daß man seine Geheimnisse nicht gerade dem Gegner verrät; daß man ihm nicht gerade seinen Feldzugsplan schickt. Das tut man in keiner Kriegsführung. Und es wird sich uns zeigen, daß es sich in der Freimaurerei in einer gewissen Beziehung um eine Gegnerschaft gegen die Frauenwelt handelt.

[ 3 ] If I were to briefly explain why women should be excluded from Freemasonry, I could only say that one does not exactly reveal one’s secrets to the enemy; one does not exactly send him one’s battle plan. That is not done in any war. And it will become clear to us that, in a certain sense, Freemasonry involves a kind of opposition to the world of women.

[ 4 ] Die Freimaurerei ist die Fortsetzung uralter Geheimbünde und Bruderschaften. Solche Geheimbünde, wenigstens in der Form, in der sie fortleben in der Freimaurerei, haben ihren Ursprung genommen gleich beim ersten Aufgehen der vierten Unterrasse unserer fünften Wurzelrasse, also derselben Unterrasse, aus der später das Christentum entsprungen ist.

[ 4 ] Freemasonry is the continuation of ancient secret societies and brotherhoods. Such secret societies, at least in the form in which they live on in Freemasonry, originated right at the dawn of the fourth subrace of our fifth root race—that is, the very subrace from which Christianity later sprang.

[ 5 ] Sie wissen, daß man die äußere Abfassung der Bibel nur ein paar Jahrhunderte vor Christi Geburt zurückverlegt, und das mit Recht. Aber Tradition war die biblische Offenbarung jahrtausendelang schon vorher. Früher war es nicht Usus, daß man solche Sachen aufschrieb, sondern daß man sie von Mund zu Mund fortpflanzte. Daher hat es etwas für sich, anzunehmen, daß die Geheimnisse, die von Moses der Priesterschaft anvertraut worden sind, erst später aufgeschrieben wurden.

[ 5 ] You know that the written form of the Bible is dated back only a few centuries before the birth of Christ, and rightly so. But biblical revelation had been a tradition for millennia before that. In the past, it was not customary to write such things down, but rather to pass them on by word of mouth. Therefore, there is some merit in assuming that the mysteries entrusted by Moses to the priesthood were not written down until later.

[ 6 ] Nun fällt in die Zeit, in der die Bibel als Dokument aufgetreten ist in der Weltgeschichte, auch die äußere Abfassung und das Auftreten dessen, was man die freimaurerische Legende nennt.

[ 6 ] The period in world history when the Bible appeared as a document also coincides with the creation and emergence of what is known as the Masonic legend.

[ 7 ] In der Weltentwickelung ist es immer als ein Gesetz zu betrachten, daß das, was früher geschehen ist, später kurz wiederholt wird. Jeder Mensch wiederholt im Mutterleibe die Stadien, die die Rasse bereits durchlaufen hat. Jeder Planet wiederholt in den ersten Stadien die bereits durchlaufenen Entwickelungsstufen. Immer wird kurz wiederholt, was früher schon da war. So ist es auch mit den Rassen. Deshalb sind die erste, zweite, dritte Unterrasse unserer fünften Wurzelrasse die Wiederholung früherer irdischer Verhältnisse, nur auf einem bestimmten höheren Gebiete. Was von der lemurischen Rasse angefangen durch die Atlantis hindurch sich entwickelt hat, wurde auf einem gewissen höheren Gebiete in unseren drei Unterrassen wiederholt. So daß wir also eine Wiederholung dessen haben, was vorher in der lemurischen Zeit auf einem untergeordneten Gebiet vorhanden war. Es war dies —- bevor die Zweigeschlechtlichkeit entstand — eine Art Doppelgeschlechtlichkeit; eine Eingeschlechtlichkeit, insofern als im Einzelwesen beide Geschlechter vertreten waren. Dann folgte erst die Trennung in die zwei Geschlechter. Also Männlich-Weibliches wurde dann erst ein Männliches und Weibliches. Auf geistigem Gebiete wiederholt sich nun etwas Ähnliches in unserer Wurzelrasse. Tatsächlich hat diejenige Erkenntnis, diejenige Weisheit, die dem alten, dem vorvedischen Indien eigen war, etwas Männlich-Weibliches und dadurch zugleich etwas, was ganz unabhängig war von irgendeiner Zweiheit, von irgendeinem äußerlichen Prinzip. Dann kam die Kultur der zweiten Unterrasse. Diese ist eine im eminentesten Sinne zweigeschlechtliche geistige Kultur. Daher tritt da der Dualismus auf: Ormuzd und Ahriman, Gut und Böse. Das alles mischt sich in die Erkenntnisse hinein.

[ 7 ] In the evolution of the world, it must always be regarded as a law that what happened in the past is briefly repeated later. Every human being repeats in the womb the stages that the race has already gone through. Every planet repeats in its early stages the stages of development it has already undergone. What existed before is always briefly repeated. The same is true of the races. That is why the first, second, and third subraces of our fifth root race are a repetition of earlier earthly conditions, only on a certain higher plane. What developed beginning with the Lemurian race and continuing through the Atlantean era was repeated on a certain higher plane in our three subraces. Thus, we have a repetition of what previously existed in the Lemurian era on a subordinate plane. This was—before the emergence of dual sexuality—a kind of dual-gendered state; a state of single gender, insofar as both genders were represented within the individual being. Only then did the separation into the two genders follow. Thus, what was originally male-female became, only then, male and female. On the spiritual plane, something similar is now repeating itself in our root race. In fact, the knowledge, the wisdom that was characteristic of ancient, pre-Vedic India, had something male-female about it and, through this, was at the same time something entirely independent of any duality, of any external principle. Then came the culture of the second subrace. This is, in the most eminent sense, a two-gendered spiritual culture. Hence dualism arises there: Ormuzd and Ahriman, good and evil. All of this intermingles with the insights.

[ 8 ] Nun wollen wir uns einmal klar werden, wie das gekommen ist. Das ist so gekommen, daß zunächst, bevor es ein männliches und weibliches Geschlecht gab, eine Zweigeschlechtlichkeit in dem einen Individuum vorhanden war. Wir müssen nun fragen: Was war in dem einen Individuum das Befruchtetwerdende und was war das Befruchtende? In der alten griechischen Mythologie wird Zeus dargestellt mit mächtigen Frauenbrüsten. Es drückt sich darin eine Wahrheit aus, die in den alten Mysterien bekannt war und die uns auch die Urkunden lehren, daß das Geschlecht - wenn ich es so nennen darf -, das unserem unmittelbar vorangegangen ist, äußerlich-physisch nicht dem männlichen, sondern dem weiblichen Geschlecht ähnelte. So daß wir also vor der äußeren Trennung beide Geschlechter in einem Individuum haben, das äußerlich - im physischen Ausdruck und im ganzen Empfinden und Wesen - weiblich war. Wir haben esalsoam Ursprunge des Menschengeschlechtes zu tun mit einem nach der weiblichen Seite hingeneigten, zweigeschlechtlichen Individuum. Das männliche Geschlecht ist erst später hervorgegangen. Nun müssen wir uns klar sein, daß in diesem Individuum, das die beiden Geschlechter in sich selbst hat, auch ein Befruchtendes, ein männlicher Same da war. Das Weib hatte den Mann in sich. Wenn wir uns das klarmachen, daß das Weib den Mann in sich hatte, dann können wir uns auch nach unseren gewöhnlichen naturwissenschaftlichen Begriffen vorstellen, daß die Fortpflanzung gesichert war. Daß dies damals durch das Weib geschehen ist, das wollen wir einmal festhalten.

[ 8 ] Now let us try to understand how this came about. It came about because, initially—before there were male and female sexes—a single individual possessed both sexes. We must now ask: What in that single individual was the receptive part, and what was the active part? In ancient Greek mythology, Zeus is depicted with powerful female breasts. This expresses a truth that was known in the ancient mysteries and that the ancient texts also teach us: that the sex—if I may call it that—which immediately preceded ours did not resemble the male sex outwardly and physically, but rather the female sex. Thus, before the external separation, we have both genders in a single individual who was outwardly—in physical appearance and in the entirety of sensation and being—female. We are thus dealing, at the origin of the human race, with a hermaphroditic individual inclined toward the feminine side. The male sex emerged only later. Now we must be clear that within this individual, who contained both sexes within itself, there was also a fertilizing, male seed. The woman had the man within her. If we realize that the woman had the man within her, then we can also imagine, according to our usual scientific concepts, that reproduction was ensured. Let us note for the moment that this took place through the woman at that time.

[ 9 ] Nun trat die Zeit ein, in welcher die Dinge auseinandergehen sollten. Welchen Charakter hatte nun im Weibe eigentlich das Befruchtende, das, was die Weibnatur da auf dem physischen Plan befruchtete? Das, was auf das Weibliche als Same wirkte, das war das Männliche; und das war das Geistige, die Weisheit. Das Weib gab den Stoff, der Geist gab die Form. Ausgestaltung auf dem physischen Plan ist verwirklichte Weisheit. Im Weibe wirkte die Weisheit. Nun differenzierten sich die beiden, indem die zwei Dinge, die früher zusammengewirkt hatten, als zwei getrennte Pole auftraten. Was früher in ein einziges Organ des Menschen zusammengedrängt war, trennte sich, und dadurch entstand eine Zweiheit in der Menschenbildung. Diese Zweiheit entstand so, daß zunächst in dem einen Individuum die Fruchtbarkeit, die Möglichkeit, daß das weibliche Ei sich fortpflanzte, aufhörte. Das weibliche Ei verlor die Möglichkeit, aus dem eigenen Körper befruchtet zu werden. So haben wir es zu tun mit einem unfruchtbar gewordenen Weiblichen und einem darüberstehenden Geistigen. Es geschah durch Abspaltung der physischen Organe die Trennung der beiden Geschlechter, und die Möglichkeit der Befruchtung wird nun durch das andere Geschlecht gegeben. Zwei Individuen entstehen, das eine mit physischer Weiblichkeit und das andere mit physischer Männlichkeit: Die Weisheit hat beim Manne weiblichen, beim Weibe männlichen Charakter.

[ 9 ] Now came the time when things were to go their separate ways. What, then, was the nature of that which fertilized the woman—that which the feminine nature fertilized on the physical plane? That which acted upon the feminine as a seed was the masculine; and that was the spiritual, the wisdom. The female provided the substance; the spirit provided the form. Manifestation on the physical plane is wisdom made real. Wisdom was at work within the female. Now the two became differentiated, as the two elements that had previously worked together emerged as two separate poles. What had previously been condensed into a single human organ separated, and thereby a duality arose in human development. This duality arose in such a way that, first of all, within a single individual, fertility—the possibility for the female egg to reproduce—ceased. The female egg lost the ability to be fertilized within its own body. Thus, we are dealing with a feminine principle that has become infertile and a spiritual principle standing above it. The separation of the two sexes occurred through the division of the physical organs, and the possibility of fertilization is now provided by the other sex. Two individuals emerge, one with physical femininity and the other with physical masculinity: wisdom has a feminine character in the man and a masculine character in the woman.

[ 10 ] Die Trennung ist ein genauer Vorgang, den man verfolgen kann. Wir müssen uns aber da mit Andeutungen begnügen. Wir haben es also mit männlich gefärbter Weisheit im Weibe und weiblich gefärbter Weisheit im Manne zu tun. Diese weiblich gefärbte Weisheit ist passiv, ist geeignet aufzunehmen, zu hören, zu schauen, aufzunehmen, was ringsherum ist. Die männlich gefärbte Weisheit, die aktive Weisheit, bringt hervor. Daher haben wir eine zweifache Weisheit: die weibliche Weisheit, die aktiv ist und die natürlich auch auf die Männer übertragen wird; so daß es auch genügend Männer gibt, die die weibliche Weisheit übernehmen. Unten schreitet das Geschlecht fort, und oben haben wir es mit einer aktiven Intuition zu tun, die vom Weibe stammt und mit einer passiven Erkenntnis, die entschieden männlichen Charakter trägt.

[ 10 ] Separation is a precise process that can be traced. However, we must content ourselves with hints here. We are thus dealing with masculine-tinged wisdom in women and feminine-tinged wisdom in men. This feminine-tinged wisdom is passive; it is suited to receiving, listening, observing, and taking in what is all around. Masculine-tinged wisdom—active wisdom—brings forth. Hence, we have a twofold wisdom: feminine wisdom, which is active and is naturally also transmitted to men; so that there are also plenty of men who embrace feminine wisdom. On the lower level, the gender continues as before, and on the higher level, we are dealing with an active intuition that originates from the woman and a passive insight that bears a decidedly masculine character.

[ 11 ] Das stellt die alte Mysterienlehre dar als den Gegensatz der Abelsöhne oder Göttersöhne und der Kainssöhne oder Menschensöhne. Abel repräsentiert die weibliche aktive Intuition. Daher ist er nicht imstande, etwas von außen aufzunehmen, das verarbeitet werden soll. Er nimmt auf das Göttliche, das ihn durchströmt, das in sein Intuitives einfließt. Das symbolisiert der «Tierhüter»: Er hegt und pflegt das Leben, wie Intuition das göttliche Weisheitsleben pflegt. Kain hat die männliche Weisheit, die von außen aufnimmt. Sie nimmt sich des Erdbodens an, um zu ackern; das Material ist draußen. Er wird der «Ackerbauer». Was vollbringt nun diese Kainsweisheit, diese Kainswissenschaft, da sie als passive Wissenschaft nur aufnehmend ist? Was vollbringt sie?

[ 11 ] This depicts the ancient mystery teachings as the opposition between the sons of Abel—or the sons of the gods—and the sons of Cain—or the sons of man. Abel represents active feminine intuition. Therefore, he is unable to take in anything from the outside that needs to be processed. He receives the divine that flows through him, which flows into his intuitive being. This is symbolized by the “shepherd”: he nurtures and cares for life, just as intuition nurtures the divine life of wisdom. Cain possesses masculine wisdom, which takes in from the outside. It takes the earth as its domain to till the soil; the material is outside. He becomes the “farmer.” What, then, does this wisdom of Cain, this science of Cain, accomplish, since, as a passive science, it is merely receptive? What does it accomplish?

[ 12 ] Es gibt nun eine sehr interessante wichtige Legende, in der diese Wahrheiten für die Freimaurerei symbolisch zum Ausdruck kommen. Das ist die Tempellegende. Und daß es diese gibt, hat folgenden Grund.

[ 12 ] There is a very interesting and important legend in which these truths are symbolically expressed in relation to Freemasonry. This is the Temple Legend. And the reason for its existence is as follows.

[ 13 ] Die Bibel selbst, das Alte Testament, ist hervorgegangen aus der weiblichen, der intuitiven Weisheit, sie trägt deren Grundcharakter. Das Alte Testament ist weibliche Weisheit. Die männliche Weisheit brachte es nicht zur Intuition. Sie beschränkte sich auf das Bauen und Arbeiten; sie nahm Steine und machte Gebäude, sie nahm Metalle und machte Gerätschaften. Die Tempellegende stellt das so dar:

[ 13 ] The Bible itself—the Old Testament—emerged from feminine, intuitive wisdom; it bears its fundamental character. The Old Testament is feminine wisdom. Masculine wisdom did not reach the level of intuition. It was limited to building and working; it took stones and built structures, it took metals and made tools. The temple legend depicts it this way:

[ 14 ] Einer der Elohim befruchtete die Eva, und da entstand Kain. Nachher schuf Jehova - ein anderer der Elohim, auch Adonai genannt — den Adam. Und Adam erzeugte mit Eva den Abel. Diese Legende stellt nun die Kainsweisheit der biblischen Weisheit entgegen, so daß wir beim Aufgehen der vierten Unterrasse zwei einander entgegenstehende Strömungen haben: die Bibel als weibliche Weisheit und die 'Tempelweisheit als die männliche Opposition dagegen. Das was der Mann [die männliche Weisheit?] wollte, wurde der weiblichen Weisheit schon in der vorchristlichen Zeit entgegengestellt. Das weitere ist so, daß Kain seinen Bruder Abel erschlägt. Das steht auch in der Tempellegende. Jehova machte Streit zwischen Kains Geschlecht und Abels Geschlecht, und Kain tötete den Abel. Das heißt nichts anderes ... [Hier folgen in der Nachschrift einige sehr unklare Sätze.]

[ 14 ] One of the Elohim impregnated Eve, and thus Cain was born. Subsequently, Jehovah—another of the Elohim, also called Adonai—created Adam. And Adam fathered Abel with Eve. This legend now contrasts the wisdom of Cain with biblical wisdom, so that at the dawn of the fourth subrace we have two opposing currents: the Bible as feminine wisdom and “Temple wisdom” as its masculine counterpart. What the man [masculine wisdom?] desired was already set in opposition to feminine wisdom in pre-Christian times. What follows is that Cain kills his brother Abel. This is also stated in the Temple legend. Jehovah set strife between the lineage of Cain and the lineage of Abel, and Cain killed Abel. This means nothing other than ... [Here, in the postscript, follow several very unclear sentences.]

[ 15 ] Was war die Folge davon, daß diese Kainsweisheit entstand? Die Folge davon war, daß das Fruchtbare, das sich durch die eigene Weisheit fortpflanzte, getötet wurde. Indem Kain den Abel tötete, tötete männliche Erkenntnis in ihm das, was durch die Götter hervorgebracht worden war: die Möglichkeit der Fortpflanzung aus sich selbst. Das heißt, es wird dadurch, daß auf den Mann die Erkenntnis übergeht, der Abel in ihm ertötet.

[ 15 ] What was the consequence of this “wisdom of Cain” coming into being? The consequence was that the fruitful—which reproduced through its own wisdom—was killed. By killing Abel, the masculine knowledge within Cain killed what had been brought forth by the gods: the possibility of self-reproduction. In other words, as knowledge passes to the man, it kills the Abel within him.

[ 16 ] Das ist ein Vorgang im Menschen selbst. Durch die männliche Erkenntnis wird die hervorbringende Kraft, wird Abel getötet. Nun stehen einander feindlich gegenüber die Nachkommen des Kain und das Geschlecht derer, die an die Stelle des Abel gesetzt werden, die Nachkommen des Seth. Die Nachkommen des Kain sind diejenigen, welche ihre männliche Weisheit verwenden auf den Bau der äußeren Welt; die passive Weisheit wird zum Bau der äußeren Welt verwendet. Nicht die göttliche Weisheit strömt auf sie hernieder. Aus dem Freien muß sie mauern an der Welt. Sie hat keine göttliche Intuition. Durch Probieren, durch Erfahrung entsteht das Zusammenfügen der rein mineralischen Produkte der Erde. So wird aus diesem Kainsgeschlechte Tubal-Kain geboren, und so wird später Hiram-Abiff oder Adon-Hiram aus diesem Geschlecht geboren.

[ 16 ] This is a process that takes place within human beings themselves. Through masculine insight, the creative power—Abel—is killed. Now the descendants of Cain and the lineage of those who take Abel’s place—the descendants of Seth—stand in opposition to one another. The descendants of Cain are those who apply their masculine wisdom to the construction of the outer world; passive wisdom is applied to the construction of the outer world. Divine wisdom does not flow down upon them. From the outside, they must build the world brick by brick. They possess no divine intuition. Through trial and error, through experience, the purely mineral products of the earth are brought together. Thus Tubal-Cain is born of this lineage of Cain, and thus Hiram-Abiff or Adon-Hiram is later born of this lineage.

[ 17 ] Ich habe mir vorbehalten ...1Siehe unter Hinweise.

[ 17 ] I have reserved the right to ...1See “Notes.”

[ 18 ] Unter den Abeliten finden Sie den stärksten Repräsentanten in Salomo. In der dritten Unterrasse hatten sie ihre Repräsentanten alle in den Priestern. Die alte Priesterweisheit war die intuitive Weisheit. Diese Weisheit, die vorher im Weibe als Befruchtung gewirkt hat, war umgewandelt auf einer höheren Stufe zu der geistigen Weisheit. Und aus dieser Priesterweisheit ist die Bibel hervorgegangen. Eine weibliche Weisheit ist die Bibel auf diese Weise geworden. Diese weibliche Weisheit ist imstande, über das Göttliche große Offenbarungen zu geben; zu sagen, wie es sich mit den Engeln und Geistern verhält. Zu schaffen auf der Erde ist Sache der Kainssöhne. Darum ist auch Tubal-Kain der Urvater der Schmiede. Daher muß Salomo den Hiram-Abiff berufen, der ihm den Tempel bauen kann. Er baut dem König Salomo, dem Nachfolger der alten Priesterweisheit, den Tempel, ihm, dem Salomo, der die Priesterweisheit umsetzt in äußere Macht. Es ging das Königtum als äußere Institution aus der Priesterherrschaft hervor.

[ 18 ] Among the Abelites, you will find their strongest representative in Solomon. In the third sub-race, all of their representatives were found among the priests. The ancient priestly wisdom was intuitive wisdom. This wisdom, which had previously operated in women as the power of conception, was transformed on a higher level into spiritual wisdom. And from this priestly wisdom, the Bible emerged. In this way, the Bible has become a form of feminine wisdom. This feminine wisdom is capable of providing great revelations about the divine; of explaining the nature of angels and spirits. Creating on earth is the task of the sons of Cain. That is why Tubal-Cain is the forefather of blacksmiths. Hence, Solomon must call upon Hiram-Abiff, who can build the temple for him. He builds the temple for King Solomon—the successor to the ancient priestly wisdom—for Solomon, who transforms priestly wisdom into external power. The monarchy emerged as an external institution from the priestly rule.

[ 19 ] Salomo ließ also den Hiram-Abiff kommen. Und so wird der Salomonische Tempel gebaut. Nun kommt aber die Königin von Saba an den Hof des Königs Salomo, und es wird dort eine Art Verlobung zwischen beiden gefeiert. Es wird ihr auch der Tempel gezeigt, und sie verlangt den Baumeister dieses herrlichen Tempels kennenzulernen. Als sie den Baumeister dieses herrlichen Tempels kennenlernt, da geht in ihr etwas ganz Eigentümliches vor. Ein Blick von Hiram-Abiff fiel auf sie, und das wirkte in ihr entzündend. Und das zweite, was vorging, war das Folgende. Als sie die Arbeiter sehen will und wie das alles vor sich geht auf dem physischen Plan, da nimmt HiramAbiff das Tau-Zeichen, hält es in die Luft empor, und die Arbeiter laufen alle zusammen wie die Ameisen. Sie wird dadurch dem Salomo abtrünnig. Einige Gesellen des Hiram-Abiff, die Hiram nicht zu Meistern machen wollte, kommen dem Salomo zu Hilfe. Und diese wollten nun das Meisterstück des Hiram, den Guß des Ehernen Meeres, verhindern. Statt daß ein Kunstwerk entstand, strömten nun die Feuerströme nach allen Seiten auseinander. Hiram bemühte sich, das Ganze durch Wasser zu dämpfen; aber er brachte es dadurch erst recht in Verwirrung. Ein Feuerregen sprüht hernieder und alle kommen hinein. Auch Hiram-Abiff. Eine Stimme ruft ihm aber zu, keine Angst zu haben, denn daraus werde sein größter Erfolg hervorgehen. Nun wird er von einer Gestalt nach dem Mittelpunkt der Erde geführt. Da trifft er Kain selbst, zu dem er durch Tubal-Kain - den Schöpfer der Schmiedekunst — geführt worden ist. Da wird ihm nun eine wichtige Weisheit offenbart. Es wird ihm gesagt: Erkenne du nun den eigentlichen Jehova, der die Ursache ist, daß du da bist. Aber Jehova haßt die Feuersöhne und will sie vernichten; er will seine eigene Hervorbringung vernichten. Aber ihr habt nichts zu fürchten. Dir wird ein Sohn geboren werden, den du nicht selbst sehen wirst, aus dem aber ein Geschlecht hervorgehen wird, aus dem eine neue Feueranbetung auf der Erde entstehen wird. - Mit dem Hammer, der ihm von Tubal-Kain gegeben wird, ist er daraufhin imstande, das projektierte Eherne Meer zustande zu bringen und sich dadurch noch mehr die Zuneigung der Königin von Saba zu erwerben. Dieser erscheint bei einem Spaziergang ein Vogel in der Luft, der das mystische TauZeichen zeigt. Daran erkennt die Amme der Königin, daß unter diesem Zeichen des Tau die Zukunft der Weisheit verborgen ist. Bei einem Feste, bei dem sich Salomo berauscht hatte, zieht ihm die Königin von Saba den Verlobungsting wieder von der Hand. HiramAbiff aber wird von den Gesellen überfallen und getötet. Er ist nur noch imstande, das verborgene Wort auf ein goldenes Dreieck zu schreiben und dieses zu verbergen. Es wird später gesucht und eingeschlossen in einen Stein, der Würfelgestalt hat. Auf diesem Stein, der das verborgene Wort verhüllt, stehen die Zehn Gebote.

[ 19 ] So Solomon sent for Hiram-Abiff. And that is how the Temple of Solomon was built. But then the Queen of Sheba arrived at King Solomon’s court, and a sort of betrothal was celebrated between the two. She is also shown the Temple, and she asks to meet the architect of this magnificent Temple. When she meets the architect of this magnificent Temple, something quite peculiar happens within her. A glance from Hiram Abiff fell upon her, and it ignited something within her. And the second thing that happened was as follows. When she wanted to see the workers and how everything was proceeding on the physical plane, Hiram-Abiff took the Tau sign, held it aloft, and the workers all rushed together like ants. This caused her to turn against Solomon. Some of Hiram-Abiff’s journeymen, whom Hiram did not want to make into masters, came to Solomon’s aid. And these now sought to prevent Hiram’s masterpiece—the casting of the Bronze Sea. Instead of a work of art coming into being, streams of fire now surged out in all directions. Hiram tried to dampen the whole thing with water; but this only threw it into even greater confusion. A shower of fire rains down, and everyone is engulfed by it. Hiram-Abiff as well. But a voice calls out to him not to be afraid, for from this his greatest success will emerge. Now he is led by a figure to the center of the earth. There he meets Cain himself, to whom he has been led by Tubal-Cain—the creator of the art of blacksmithing. There, an important truth is revealed to him. He is told: “Now recognize the true Jehovah, who is the reason you are here. But Jehovah hates the Sons of Fire and wants to destroy them; he wants to destroy his own creation. But you have nothing to fear. A son will be born to you, whom you yourself will not see, but from whom a lineage will emerge, from which a new form of fire worship will arise on Earth. — With the hammer given to him by Tubal-Cain, he is then able to bring the planned Bronze Sea to fruition and thereby earn even more of the Queen of Sheba’s affection. While out for a walk, a bird appears in the air displaying the mystical sign of the Tau. From this, the queen’s nurse recognizes that the future of wisdom is hidden within this sign of the Tau. At a feast during which Solomon had become intoxicated, the Queen of Sheba removes the engagement ring from his finger. Hiram Abiff, however, is ambushed and killed by the journeymen. He is only able to write the hidden word on a golden triangle and conceal it. It is later sought out and enclosed within a stone shaped like a cube. Engraved on this stone, which conceals the hidden word, are the Ten Commandments.

[ 20 ] Das ist die Tempelweisheit, welche die männliche Wissenschaft der weiblichen Weisheit entgegengesetzt hat. Das sind Dinge, die nur erklärt, die nur auf ihren okkulten Gehalt hin untersucht zu werden brauchen, um den tiefen Gehalt zu erkennen.

[ 20 ] This is the wisdom of the temple, which male scholarship has set in opposition to female wisdom. These are things that need only be explained, need only be examined for their occult meaning, in order to recognize their profound significance.

[ 21 ] Denken Sie sich, Hiram-Abiff wird zum Urvater seines Geschlechts geführt. Da erhält er eine Instruktion: es wird ihm gesagt, Jehova ist ein Feind der Feuersöhne. Welches sind die Feuersöhne? Das sind die, welche erst entstehen konnten durch die Trennung der Geschlechter, durch die Einwirkung des physischen Mannes auf ein physisches Weib. Das Feuer ist die Wirkungskraft des männlichen Samens. Im männlichen Samen lebt das Feuer im okkulten Sinne. Diese Grundkraft mußte Jehova schaffen, damit das Geschlecht fortgepflanzt werden konnte. Jehova schuf die Feuersöhne, was nur möglich war auf Grund dieses Feuers. Daher ist er der Feind des Neuen. Er war es, der die alte Art der Fortpflanzung fortlebte. Es war also ein Ausfluchtsmittel, was da geschaffen worden ist, und daher hatte er sich wieder den Priestern zugewendet und hat sie zu seinen Verkündigern gemacht. Er hat seine Macht und die Herrlichkeit der eigenen Weisheit durch die Priesterweisheit verkündigen lassen. Durch die Priesterweisheit ist die Weisheit Jehovas verkündigt worden.

[ 21 ] Just imagine: Hiram-Abiff is led to become the progenitor of his lineage. There he receives instructions: he is told that Jehovah is an enemy of the Sons of Fire. Who are the Sons of Fire? They are those who could only come into being through the separation of the sexes, through the influence of a physical man upon a physical woman. Fire is the active power of the male seed. In the male seed, fire lives in the occult sense. Jehovah had to create this fundamental force so that the human race could be propagated. Jehovah created the Sons of Fire, which was only possible because of this fire. Therefore, he is the enemy of the New. It was he who perpetuated the old way of procreation. What was created, then, was merely a pretext, and for this reason he had turned once again to the priests and made them his heralds. He had his power and the glory of his own wisdom proclaimed through the wisdom of the priests. Through the wisdom of the priests, the wisdom of Jehovah has been proclaimed.

[ 22 ] Hiram-Abiff ist also dazu berufen, das Eherne Meer, das heißt, die Verwandlung des Mineralreiches durch die Kunst zu übernehmen. Auch wird ihm gesagt, daß ihm ein Sohn geboren werden wird, der, wenn er ihn auch nicht selbst sehen kann, ein neues Geschlecht hervorbringen wird. Dieser Sohn ist nichts anderes als das neue Geschlecht, das einmal treten soll an die Stelle des alten, des jetzigen; das neue Geschlecht, bei dem es nicht mehr nötig ist, daß beide Geschlechter sich miteinander verbinden, sondern wiederum die Fortpflanzung durch das eine menschliche Individuum bewirkt werden kann. Da wird auf eine ferne Zukunft hingewiesen. Die alte weibliche Kultur wurde abgelöst von der männlichen. Das Weibliche als physische Gestalt wird absterben. Dann muß das Männliche eine Kraft in sich haben, ein Individuum aus sich selbst hervorzubringen. Und wo sitzt diese Kraft?

[ 22 ] Hiram Abiff is thus called upon to take charge of the Bronze Sea—that is, the transformation of the mineral kingdom through the arts. He is also told that a son will be born to him who, even though he himself cannot see him, will bring forth a new race. This son is none other than the new race that is one day to take the place of the old, the present one—the new race in which it will no longer be necessary for the two sexes to unite, but in which procreation can once again be accomplished by a single human individual. This points to a distant future. The old feminine culture has been replaced by the masculine one. The feminine, as a physical form, will die out. Then the masculine must possess a power within itself to bring forth an individual from itself. And where does this power reside?

[ 23 ] Früher war Männliches und Weibliches in einem Individuum. Und als diese beiden sich trennten, entstand ein Herauswinden des heutigen Individuums. Es entstand der obere Teil. Das was [heute] oberer Teil ist, war damals mit den Sexualorganen vereinigt. Das was heute Sexualorgan ist, ist die Hälfte der damaligen [Hervorbringungs-]Kraft. Daher ist auch die Kraft, die im Kehlkopf sitzt, die andere Hälfte. Die Sprache bringt heute noch nichts hervor. Sie muß erst durchdrungen werden von der Kainsweisheit und muß dann so hervorbringen. Wenn der Mensch die Kraft erlangt haben wird, daß sein Kehlkopf so weit sein wird, daß sein Wort schaffend wird, so daß er durch das Wort seinesgleichen hervorbringen wird, dann wird die ganze produktive Kraft übergehen auf das männliche Geschlecht. Es wird dann auf die Menschen übergehen, was einstmals durch die Götter geschaffen wurde. Wann ist das Wort verlorengegangen? Als die Zweigeschlechtlichkeit entstand. Es ist vergraben, verborgen. Die Kainssöhne haben es nur bei ihrem Urvater gehabt. Hiram-Abiff sollte wenigstens die Prophetie davon erhalten. Er wurde aber gleich darauf getötet.

[ 23 ] In the past, the masculine and feminine were united within a single individual. And when these two separated, the individual as we know it today emerged. The upper part came into being. What is [today] the upper part was then united with the sexual organs. What is today the sexual organ is half of the [creative] power of that time. Therefore, the power residing in the larynx is the other half. Language still produces nothing today. It must first be imbued with the wisdom of Cain and must then produce in this way. When humankind has attained the power such that its larynx is developed enough for its word to become creative—so that through the word it will bring forth its own kind—then the entire productive power will pass to the male sex. What was once created by the gods will then pass on to humankind. When was the Word lost? When the two sexes came into being. It is buried, hidden. The sons of Cain possessed it only through their forefather. Hiram-Abiff was at least to receive the prophecy concerning it. But he was killed immediately afterward.

[ 24 ] Das Wort ist vergraben, aber es ist da. Wäre es nicht vergraben, so wäre der Mensch selbstschöpferisch, wie der Elohim selbstschöpferisch ist. Daher ist das «Wort» in der Freimaurerei nicht das richtige, sondern das falsche «Wort». Das richtige Wort ist verborgen. Die Zehn Gebote sind eingegraben auf dem Stein, der das verborgene Wort enthält. Was sind die Zehn Gebote? Das sind die Gesetze der sittlichen Weltordnung. Die halten den äußeren Verkehr aufrecht, wie er jetzt ist unter dem Einfluß von Menschen aus beiden Geschlechtern. Solcher Gebote bedarf es nicht, wenn es keine zwei Geschlechter mehr gibt. Es ist diejenige Menschenordnung, die unter dem Einfluß der beiden Geschlechter entstanden ist.

[ 24 ] The Word is buried, but it is there. If it were not buried, man would be self-creating, just as the Elohim is self-creating. Therefore, the “Word” in Freemasonry is not the true “Word,” but the false “Word.” The true Word is hidden. The Ten Commandments are engraved on the stone that contains the hidden Word. What are the Ten Commandments? They are the laws of the moral world order. They maintain social relations as they currently exist under the influence of people of both sexes. Such commandments will no longer be necessary when there are no longer two sexes. It is the social order that has arisen under the influence of the two sexes.

[ 25 ] So haben wir in dem Freimaurertum die Bewahrung des Andenkens an das verlorengegangene Wort, das errungen werden soll innerhalb derjenigen, die in der Freimaurerei arbeiten, und das nur dann errungen werden kann, wenn die passive männliche Weisheit in sich selbst die Aktivität erweckt. Deshalb sagt die Freimaurerei: Alles, was nicht aus der eigenen über die Welt verbreiteten Wissenschaft hervorgebracht wird, stammt noch aus den alten Zeiten weiblicher Priesterherrschaft. Diese wollen wir nicht bloß übernehmen [überwinden?], sondern auch einen neuen Wirbel des Daseins beginnen; wir sollen selbst der männlichen Kainserkenntnis die Intuition geben. Das würde unmöglich sein, wenn man dem Manne die Kraft nehmen würde dadurch, daß man das Weib zum Mitwisser des Geheimnisses machte. In dem Augenblick, wo vor Frauen gesprochen würde, würde das Ganze unwirksam sein müssen.

[ 25 ] Thus, in Freemasonry, we seek to preserve the memory of the lost Word, which is to be attained by those who work within Freemasonry, and which can only be attained when passive masculine wisdom awakens activity within itself. That is why Freemasonry says: Everything that is not produced from one’s own knowledge, which has been spread throughout the world, still stems from the ancient times of female priestly rule. We do not merely wish to adopt [overcome?] this, but also to initiate a new cycle of existence; we ourselves must impart intuition to the masculine knowledge of Cain. That would be impossible if one were to deprive man of his power by making woman a co-knower of the secret. The moment one were to speak in the presence of women, the whole thing would be rendered ineffective.

[ 26 ] Es ist also eine Notwendigkeit gewesen, daß das ganze weibliche Geschlecht von der Freimaurerei ausgeschlossen war. Es hängt das damit zusammen, daß das Organ des Wortes mit der Geschlechtlichkeit, der Sexualität zusammenhängt. Deshalb mutiert auch der Mann, wenn er geschlechtsreif wird. Das Mutieren ist nichts anderes als der Ausdruck der alten Zusammengehörigkeit von Sprachorgan und Geschlechtsorgan. Jetzt werden Sie auch fassen, was der Freimaurer sagt: Es ist überhaupt nur der Mann dazu berufen, das verlorengegangene Wort auszusprechen und es umzugießen; nur der männlich gebaute Kehlkopf ist imstande, dasjenige zu sagen und zu wissen, was durch das verlorengegangene Wort wieder erreicht werden kann. Wenn wir es so auffassen, wird man begreifen, daß man es dem Weibe nicht gestattete, das Neue durch den Mund zu führen. — Es ist komisch, von Gelehrten als Grund angeführt zu sehen: die Frauen werden nicht aufgenommen, weil sie alles ausklatschen. — Der weibliche Kehlkopf ist als ein Rudiment stehengeblieben. Der männliche Kehlkopf ist es aber, der sich zum Zukunftsorgan bildet.

[ 26 ] It was therefore necessary for the entire female sex to be excluded from Freemasonry. This is connected to the fact that the organ of speech is linked to gender and sexuality. That is why men also undergo a transformation when they reach sexual maturity. This transformation is nothing other than the expression of the ancient connection between the organ of speech and the sexual organ. Now you will also understand what the Freemason says: Only the man is called upon to utter the lost Word and to recast it; only the male larynx is capable of saying and knowing what can be regained through the lost Word. If we understand it this way, we will realize why women were not permitted to convey the New through their mouths. — It is amusing to see scholars cite the following as a reason: women are not admitted because they blab everything. — The female larynx has remained a vestigial organ. It is the male larynx, however, that is developing into the organ of the future.

[ 27 ] Sie sehen, daß es sich um tiefe und bedeutsame Zusammenhänge handelt, und daß der Ausdruck «Maurer» in einem möglichst wörtlichen Sinne zu nehmen ist. Daher waren die Maurer in der griechischen und römischen Zeit die Erbauer dessen, was Schönheit ausdrücken soll. Dome, Tempel und andere bedeutende Bauwerke wurden von diesen Baumeistern erbaut.

[ 27 ] You can see that these are profound and significant connections, and that the term “mason” should be taken in the most literal sense possible. Therefore, in Greek and Roman times, masons were the builders of what is meant to express beauty. Cathedrals, temples, and other significant structures were built by these master builders.

[ 28 ] Die Sache ist nun so, daß selbstverständlich ein Teil dessen, was geleistet worden ist durch den Freimaurerbund, doch wieder von der alten Priesterweisheit her genommen werden mußte. So haben Sie wieder eine Mischung von weiblicher Weisheit und männlichem Streben. Im Grunde genommen ist das Geheimnis der Freimaurerei dasjenige, was noch nicht enthüllt ist, was noch gar nicht da ist, was man also auch nicht verraten kann, da es noch nicht da ist. Es ist dasjenige, was ausgesprochen werden wird, wenn einmal dem Worte die Produktionskraft innewohnen wird.

[ 28 ] The fact is that, of course, part of what has been achieved by the Masonic Order had to be drawn once again from the ancient wisdom of the priests. Thus, you have once again a blend of feminine wisdom and masculine striving. Essentially, the secret of Freemasonry is that which has not yet been revealed, that which does not yet exist at all—and thus cannot be revealed, since it does not yet exist. It is that which will be spoken once the power of creation is inherent in the word.

[ 29 ] Das sind einige Worte, welche dem Okkultisten den Gedanken der Freimaurerei klarmachen werden. Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein hat man gewußt, daß die Dinge so sind. Erst als man den Zusammenhang mit den höheren Welten verloren hatte, verlor man auch in der Freimaurerei das Bewußtsein dessen, was man verloren hatte. Und doch wieder nicht. Man verwässerte die Maurerei, man sagte, man wisse nicht mehr die Bedeutung. Man muß sich aber klar sein darüber, daß alles, was da existiert als Symbole, der alten Priesterweisheit entstammt, und daß das, was in den Symbolen darinnensteckt, erst noch herauskommen muß. Die eigentliche weibliche Weisheit geht allmählich ganz verloren. Daher hat man die sogenannten Hochgrade, die Bewahrer der weiblichen Weisheit, verschwinden lassen. Übriggeblieben ist nur noch das, was man die Johannesmaurerei nennt, die sich nur noch mit weltlichen Dingen beschäftigt und nur davon etwas versteht.

[ 29 ] These are a few words that will clarify the concept of Freemasonry for the occultist. People knew this to be true well into the 18th century. It was only when the connection to the higher worlds was lost that Freemasonry, too, lost awareness of what had been lost. And yet, not entirely. Freemasonry was watered down; people claimed they no longer understood its meaning. But one must be clear about the fact that everything that exists there as symbols stems from the ancient wisdom of the priests, and that what lies within those symbols has yet to be revealed. True feminine wisdom is gradually being lost entirely. That is why the so-called high degrees—the guardians of feminine wisdom—have been allowed to disappear. All that remains is what is called Johannine Freemasonry, which deals only with worldly matters and understands nothing beyond them.

[ 30 ] Das ist aber doch auch wieder ganz natürlich, denn es mußte ja, indem der Materialismus sich entwickelte, die Priesterweisheit verlorengehen. Was kann nun geschehen? Die alte Weisheit ist fort. Wir sollen im Äußeren leben. Was ist die Folge davon? Dies, daß erst dann wieder etwas Besseres hineinkommen kann, wenn eine Weisheit kommt, die wiederum ungeschlechtlich ist, die nicht mehr zusammenhängt mit der weiblichen und männlichen Weisheit, nicht mehr mit dem weiblichen Bibeltum, nicht mehr mit der männlichen Tempellegende. Dieser Weisheit begegnen wir in der Theosophie. In dieser Weisheit verstehen sich beide Geschlechter. Da arbeitet am Weibe der Mann, der im Weibe ist, und da arbeitet am Mann dasjenige, was wiederum ungeschlechtlich ist. Da begegnen sich in der Erkenntnis des höheren Planes das Männliche und das Weibliche. Es ist also ganz natürlich, daß die eigentliche okkulte Grundlage als Freimaurerei gebracht worden ist, und daß ein neuer Ansatz gemacht worden ist. So etwas nennt man einen «Wirbel»:

[ 30 ] But this, too, is only natural, for as materialism developed, priestly wisdom was bound to be lost. What can happen now? The old wisdom is gone. We are to live in the external world. What is the consequence of this? It is that something better can only enter again when a wisdom emerges that is once more genderless—one that is no longer connected to feminine or masculine wisdom, no longer to the feminine tradition of the Bible, and no longer to the masculine tradition of temple legends. We encounter this wisdom in Theosophy. In this wisdom, both genders understand one another. There, the man who is within the woman works upon the woman, and there, that which is in turn genderless works upon the man. There, the masculine and the feminine meet in the recognition of the higher plan. It is therefore quite natural that the actual occult foundation was introduced as Freemasonry, and that a new approach was taken. Such a thing is called a “vortex”:

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[ 31 ] So schlingen sich wirklich die Dinge in unserer Zeit zusammen. So müssen wir das ineinanderlaufend denken. Daher hat sich die Theosophie weder gestützt auf die Bibellegende, noch auf die Tempellegende, sondern den Weisheitskern in allem aufgesucht, der wieder hergestellt werden muß, ungeschlechtlich. Nun sehen Sie, wie die Theosophie das Friedenstiftende, das Harmonie-Herbeiführende ist.

[ 31 ] This is truly how things are intertwined in our time. This is how we must conceive of them as converging. Therefore, Theosophy has not relied on biblical legends or temple legends, but has sought out the core of wisdom in all things—a core that must be restored, in a genderless form. Now you can see how Theosophy is the source of peace and the bringer of harmony.

[ 32 ] Wie ist in unserer Wurzelrasse dies zusammengefügt? Unsere Wurzeltasse wiederholt, was früher schon da war. Den Gegensatz dessen, was in der lemurischen Zeit schon da war, brachte sie zum deutlichen Ausdruck auf geistigem Gebiet. Opposition mußte sich deshalb herausstellen, weil das weibliche Geschlecht früher war und in absteigender Linie ist, während das männliche Geschlecht in aufsteigender Linie ist und die Samenkraft in sich sucht, die das Weib in sich hat. Wenn wir in den unteren Regionen bleiben, so müssen wir durch den Okkultismus genau unterscheiden: Wer Rassenmensch der Atlantier ist, braucht nicht zugleich auch Seelenmensch der Atlantier zu sein. So ist auch die Seele nicht an das Geschlecht gebunden. Die Seelen des weiblichen Geschlechts bewegen sich hindurch, bis sie die von den Männern sich selbst gemachten Körper mitbewohnen können und ein Geschlecht auf der Erde sein wird.

[ 32 ] How is this brought together in our root race? Our root race repeats what was already there in the past. It clearly expressed, in the spiritual realm, the contrast to what had already existed in the Lemurian era. Opposition had to arise because the female gender came first and is on a descending line, while the male gender is on an ascending line and seeks within itself the seed force that the female possesses. If we remain in the lower regions, we must make a precise distinction through occultism: one who is a racial human of the Atlanteans need not at the same time be a soul human of the Atlanteans. Thus, the soul is not bound to gender either. The souls of the female gender move through until they can co-inhabit the bodies that men have made for themselves, and a gender will come into being on Earth.

[ 33 ] Solange die Männer noch dem Weiblichen in Opposition gegenüberstanden, mußten sie schweigen. Der Zusammenhang der Geschlechter wurde dadurch vorbereitet, daß im 18. Jahrhundert die Adoptionslogen gegründet wurden. Im Jahre 1775 wurde die erste gegründet. Da wurde eine Maurerei getrieben, welche andere Symbole als die männliche Maurerei hatte. Dadurch aber, daß solche Adoptionslogen der männlichen Freimaurer auch Frauen aufnahmen, wurde der Zusammenhang der Geschlechter vorbereitet. Mitglied einer solchen Adoptionsloge war auch die Begründerin unserer Gesellschaft. Da spielt also auch die Sache hinein, die als Anfang der Theosophie bezeichnet werden muß. Die Theosophie ist also eine Weltaufgabe, die mit okkulten Strömungen zusammenhängt und aus dem Freimaurertum heraus arbeiten muß. Es könnte sogar noch einmal aufgeweckt werden und uns helfen können.

[ 33 ] As long as men were still in opposition to women, they had to remain silent. The way was paved for the union of the sexes by the founding of adoption lodges in the 18th century. The first was founded in 1775. There, a form of Freemasonry was practiced that used different symbols than those of male Freemasonry. However, because such adoption lodges of the male Freemasons also admitted women, the groundwork was laid for the union of the sexes. The founder of our society was also a member of such an adoption lodge. So this also involves what must be described as the beginning of Theosophy. Theosophy is thus a global mission connected to occult currents and must operate from within Freemasonry. It could even be revived and help us.

[ 34 ] Aber das ist der tiefere Gedanke: daß auf theosophischem Gebiete diese einseitige männliche Bestrebung überwunden werden muß. Es gibt schon im ganzen Mittelalter eine großartige Vorbereitung für das Erzeugen des anderen Geschlechts im Manne auf geistige Weise. Der Mann erzeugt durch Konzentration in sich zuerst als Gedanke, was später in ihm als Sein entstehen soll. Daher entstand im ganzen Mittelalter als Vorbereitung dazu der Marien-Kultus. Der ist nichts anderes als die Konzentration zur Erzeugung des Weiblichen im Männlichen, während beim Weibe der Jesus-Kult dem gleichen Zweck dient. Der Marien-Kult hat aus dieser Grundlage seinen Ursprung.

[ 34 ] But this is the deeper idea: that in the field of theosophy, this one-sided masculine striving must be overcome. Throughout the Middle Ages, there was already a magnificent preparation for the spiritual generation of the opposite sex within the man. Through concentration within himself, man first generates as a thought what is later to arise within him as being. Hence, the cult of Mary arose throughout the Middle Ages as a preparation for this. It is nothing other than the concentration aimed at generating the feminine within the masculine, while the cult of Jesus serves the same purpose for women. The cult of Mary has its origin in this foundation.

[ 35 ] Nun werden Sie einsehen, welche Verwirrung eintreten mußte, als ein Orden auftrat, der mit alle dem brach und die weibliche Weisheit wieder zurückerobern will. Es geht um die Herrschaft der Welt, die erobert werden soll. Will jemand die alte Weisheit lassen, wie sie ist, so muß er die Welt für die alten Kräfte erobern. Einen solchen Orden gibt es: Es ist der Jesuitenorden. Er hat sich bewußt diese Aufgabe gestellt. Daher stehen sich so schroff gegenüber Jesuiten und Freimaurer.

[ 35 ] Now you will understand the confusion that must have arisen when an order emerged that broke with all of this and seeks to reclaim feminine wisdom. What is at stake is dominion over the world, which is to be conquered. If anyone wishes to leave the ancient wisdom as it is, they must conquer the world for the ancient forces. Such an order exists: it is the Society of Jesus. It has consciously taken on this task. That is why the Jesuits and the Freemasons are so sharply opposed to one another.