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The Rudolf Steiner Archive

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The Temple Legend and the Golden Legend
GA 93

23 October 1905, Berlin

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18. Freimaurerei und Menschheitsentwickelung II

18. Freemasonry and Human Development II

[ 1 ] Die Dinge, die wir heute besprechen wollen, sind bisher nicht vor Frauen besprochen worden. Daher ist es eigentlich eine Kühnheit, wenn ich heute darüber zu Ihnen spreche. Aber gewisse okkulte Strömungen machen es nötig.

[ 1 ] The topics we intend to discuss today have never before been discussed in the presence of women. Therefore, it is actually quite bold of me to speak to you about them today. But certain occult currents make it necessary.

[ 2 ] Innerhalb dieser Strömungen gibt es manche Dinge intimer Art, die bis vor kurzem nicht vor Frauen besprochen werden durften, weil die okkulten Bruderschaften — die den Zweck hatten, diese intimen Dinge zu pflegen - das strenge Gebot hatten, keine weiblichen Mitglieder aufzunehmen. Das, was sie in der Welt zu tun hatten, sollten sie nicht unter Mitarbeit des weiblichen Elementes machen. Bis vor kurzem ist dieses Gebot pünktlich eingehalten worden. Heutzutage nun ist die einzige Möglichkeit, einen Ausgleich zwischen den zwei Geschlechtern zu schaffen, nur in der Theosophischen Gesellschaft gegeben. Hier ist auch allein die Stätte, wo über diese Dinge vor Frauen gesprochen wird.

[ 2 ] Within these movements, there are certain matters of an intimate nature that, until recently, were not to be discussed in the presence of women, because the occult brotherhoods—whose purpose was to cultivate these intimate matters—had a strict rule against admitting female members. Whatever they had to do in the world, they were not to do it with the participation of the female element. Until recently, this rule was strictly observed. Today, however, the only opportunity to create a balance between the two sexes is found within the Theosophical Society. This is also the only place where these matters are discussed in the presence of women.

[ 3 ] Wir fragen nun: Warum hat diese Trennung der Geschlechter stattgefunden, die in den Freimaurerlogen zu einem so grotesken Ausdruck gekommen ist? - Wenn man verstehen will, warum eigentlich diese Spaltung gepflogen worden ist, so muß man das mit einem etwas grotesken Vergleich ausdrücken: Wenn sich zwei Mächte bekriegen, so würde es sehr töricht sein, wenn der eine Feldherr dem anderen, feindlichen, seinen Feldzugsplan verraten wollte, bevor der Krieg beginnt. Genauso würde es bedeuten, dem Feinde die Waffen auszuliefern, wenn man in der Freimaurerei die Frauen herangezogen hätte. Denn um einen Krieg handelt es sich bei den Freimaurern, und zwar um den Krieg gegen den weiblichen Geist, um eine scharfe Opposition gegen den weiblichen Geist als solchen. Dieser Kampf war notwendig, ja, die okkulte Freimaurerei ist geradezu zu diesem Zweck gegründet worden. Daher war es Usus, über die okkulten Dinge vor den Geschlechtern getrennt zu reden. Es muß erst eine Form gefunden werden, in der von diesen Dingen zu Frauen gesprochen werden kann.

[ 3 ] We now ask: Why did this separation of the sexes take place, which has found such a grotesque expression in Masonic lodges? - If one wishes to understand why this division was actually practiced, one must express it with a somewhat grotesque comparison: When two powers are at war, it would be very foolish for one commander to reveal his campaign plan to the other, the enemy, before the war begins. In the same way, it would be tantamount to handing over one’s weapons to the enemy if women had been admitted into Freemasonry. For what the Freemasons are engaged in is a war—namely, a war against the feminine spirit, a sharp opposition to the feminine spirit as such. This struggle was necessary; indeed, occult Freemasonry was founded precisely for this purpose. Therefore, it was customary to discuss occult matters separately for the two sexes. A way must first be found in which these matters can be discussed with women.

[ 4 ] Die Gründung der Freimaurerei geht in ferne Vergangenheit zurück. Sie entstand beim Beginn der vierten Unterrasse unserer jetzigen fünften Wurzelrasse. Zu derselben Zeit wurde auch erst das Alte Testament niedergeschrieben, welches uns Aufschluß über diese Dinge gibt. Es wird gesagt, daß höhere Geister dem Moses die Offenbarungen gemacht haben, die er dann niedergeschrieben habe. Die Kenntnis der höheren Tatsachen war aber schon viel früher vorhanden und wurde von Geschlecht zu Geschlecht mündlich, von Priestermund zu Priestermund, weitergegeben, bis sie von Esra - dem die Niederschrift dieser Dinge zugeschrieben wird - schriftlich dokumentiert worden ist. Als das Alte Testament nun anfing, durch die Priesterschaft eine Macht zu werden, da entstand in der Bruderschaft der Freimaurer aus einer bestimmten Ursache heraus eine gewaltige Opposition gegen dieses Priesterbuch, die Bibel. Sie ist sicher immer dagewesen, und sie war notwendig. Wir müssen uns klarmachen, warum?

[ 4 ] The origins of Freemasonry date back to the distant past. It arose at the beginning of the fourth sub-race of our current fifth root race. It was also at this time that the Old Testament was first written down, providing us with insight into these matters. It is said that higher spirits gave Moses the revelations, which he then wrote down. However, knowledge of these higher truths had existed much earlier and was passed down orally from generation to generation, from priest to priest, until it was documented in writing by Ezra—to whom the recording of these things is attributed. When the Old Testament began to exert power through the priesthood, a powerful opposition to this priestly book—the Bible—arose within the Brotherhood of Freemasons for a specific reason. This opposition has certainly always existed, and it was necessary. We must ask ourselves why?

[ 5 ] Seien wir uns einig darüber, daß alles, was auf dem physischen Plan vor sich geht, zuerst in einer gewissen Weise frühere Tatsachen wiederholen muß. Es findet auf der Erde stets eine Wiederholung der Ereignisse früherer Zeiten statt. Der Mensch muß vor der Geburt die Stadien durchmachen, die er in seinem dumpfen Tierbewußtsein früher durchgemacht hat. So war zum Beispiel auch die Renaissancezeit des Mittelalters eine Wiederholung der alten griechischen Zeit. Auch bei den planetarischen Vorgängen finden wir solche Wiederholungen. Bevor die Erde das wurde, was sie heute ist, mußte sie erst die Wiederholung früherer Zustände durchmachen, ehe sie in der vierten Runde ein selbständiger Planet, eben unsere Erde wurde. So wiederholen sich, wenn neue Tatsachen in der Welt auftreten sollen, immer die früheren Stufen in einer neuen Form. So hat der Geist der Menschen in der fünften Wurzelrasse eine Wiederholung der lemurischen Rasse durchgemacht, wo der Mensch noch eingeschlechtlich war und dann zweigeschlechtlich wurde, was einen großen Einfluß auf seine geistige Entwickelung hatte. In der dritten Unterrasse der fünften Wurzelrasse, der babylonisch-ägyptischen Zeit, hat sich nun nach und nach wiederholt auf dem Gebiete des geistigen Lebens, was in der lemurischen Zeit mit dem physischen Menschen vorgegangen ist.

[ 5 ] Let us agree that everything that takes place on the physical plane must first, in a certain sense, repeat earlier events. On Earth, there is always a repetition of events from earlier times. Before birth, human beings must pass through the stages they previously experienced in their dull, animal consciousness. For example, the Renaissance period of the Middle Ages was also a repetition of the ancient Greek era. We find such repetitions in planetary processes as well. Before the Earth became what it is today, it first had to undergo a repetition of earlier states before it became an independent planet—namely, our Earth—in the fourth round. Thus, whenever new realities are to emerge in the world, the earlier stages always repeat themselves in a new form. For instance, the human spirit in the fifth root race underwent a repetition of the Lemurian race, during which humanity was still unisex and then became bisexual—a development that had a profound influence on its spiritual evolution. In the third subrace of the fifth root race—the Babylonian-Egyptian period—what had occurred with physical human beings during the Lemurian period gradually repeated itself in the realm of spiritual life.

[ 6 ] Bevor es Männliches und Weibliches gab, war beides vereinigt, dann traten die zwei Geschlechter auseinander. Dieselbe Sache haben wir in der fünften Wurzelrasse in bezug auf die geistige Entwickelung.

[ 6 ] Before there were male and female, the two were united; then the two sexes separated. We see the same thing in the fifth root race with regard to spiritual development.

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[ 7 ] III. Wurzelrasse: Spaltung der physischen Entwickelung in männlich und weiblich, in zwei Geschlechter.

[ 7 ] III. Root Race: The division of physical development into male and female, into two sexes.

[ 8 ] V. Wurzelrasse: Spaltung der geistigen Entwickelung in männlichen Geist und weiblichen Geist; in Jehovadienst oder Priesterschaft und Freimaurerei.

[ 8 ] V. Root Race: The division of spiritual development into the male spirit and the female spirit; into the service of Jehovah or the priesthood and Freemasonry.

[ 9 ] In der ersten Unterrasse, in der indischen Kultur ist noch alles erhaben über den physischen Plan. Die uralte indische Weisheit, die aus der ersten Unterrasse der fünften Wurzelrasse stammt, hängt geistig vor allem zusammen nicht mit dem heutigen physischen Plan, sondern mit den Zuständen früherer Zeit, wo der Mensch noch männlichweiblich war. Daher wird dort auch noch gar nicht Bezug genommen auf die Tatsache der Geschlechter. Von einem dualistischen Prinzip ist in ihr nicht die Rede; dieses trat erst in der folgenden Unterrasse auf. Die Veden sind aus viel späterer Zeit. Bei der zweiten Unterrasse tritt schon eine gewaltige Spaltung auf. Das, worin sich diese Spaltung äußert, das stellt uns das Alte Testament in einem wunderbaren Bilde dar. Sehr schön und deutlich steht es in der Genesis: Bevor Jahve den Menschen geschaffen hat, schuf er auf der Erde Früchte, Tiere und so weiter und zuletzt schuf er den Menschen, Adam, und diesen teilte er dann in zwei Geschlechter.

[ 9 ] In the first subrace—the Indian culture—everything is still elevated above the physical plane. The ancient Indian wisdom, which originates from the first subrace of the fifth root race, is spiritually connected not primarily with the present-day physical plane, but with the conditions of earlier times, when human beings were still both male and female. For this reason, no reference is made there at all to the fact of the sexes. There is no mention of a dualistic principle in it; this did not appear until the following subrace. The Vedas date from a much later time. In the second subrace, a tremendous division already occurs. The Old Testament presents a wonderful image of how this division manifests itself. It is stated very beautifully and clearly in Genesis: Before Yahweh created humankind, he created fruits, animals, and so on upon the earth, and finally he created humankind, Adam, whom he then divided into two genders.

[ 10 ] Diese Darstellung beruht auf okkulter Erkenntnis der physischen Tatsachen. Nun stellt selbstverständlich alle okkulte Weisheit einen Zusammenhang dar zwischen physischen Tatsachen und der späteren geistigen Weisheit. Denn die physischen Tatsachen sind aus der göttlichen Weisheit hervorgegangen, und die Weisheit geht später wieder aus dem physischen Leben, aus dem Menschen hervor. Es ist ein Zusammenhang da zwischen Weisheit, Erkenntnis und dem physischen Leben.

[ 10 ] This account is based on occult insight into physical facts. Now, of course, all occult wisdom reveals a connection between physical facts and the spiritual wisdom that emerges later. For physical facts have arisen from divine wisdom, and wisdom later emerges again from physical life, from human beings. There is a connection between wisdom, knowledge, and physical life.

[ 11 ] Die ganze befruchtende und fruchtbringende Kraft, die einen neuen Menschen hervorbringt, war früher in einem Geschlecht vereinigt. Dann wird der Mensch geteilt in männlich und weiblich. Welchem Geschlecht kommt der eigentliche Anspruch auf die Zeugungskraft zu? Es ist das Weibliche. Daher wird in der ältesten griechischen Mythologie Zeus, der als Vater der Menschheit verehrt wurde, mit einer Frauenbüste, mit einer weiblichen Büste dargestellt. Zeus als übermenschliches Wesen war dem weiblichen Geschlecht näher. Das weibliche Geschlecht war also das erste, das frühere, und hatte damals in sich die Kraft, das ganze menschliche Individuum hervorzubringen. Diese hervorbringende Kraft war vorhanden in dem eingeschlechtlichen Menschen, der in seiner physischen äußeren Form sich eben mehr der Form des Weibes näherte. In diesem eingeschlechtlichen Menschen war das Befruchtende die Weisheit, das Geistige selbst, und eine spätere Wiederholung davon ist die Befruchtung des weiblichen Geistes mit inspirierter Weisheit. Dieser Mensch der eingeschlechtlichen Zeit war das Ergebnis des im Weibe gegebenen Stoffes und der Befruchtung mit dem göttlichen Geiste.

[ 11 ] All the fertilizing and fruit-bearing power that brings forth a new human being was once united in a single gender. Then humanity was divided into male and female. Which sex has the true claim to the power of procreation? It is the female. That is why, in the oldest Greek mythology, Zeus—who was revered as the father of humanity—is depicted with a female bust. Zeus, as a superhuman being, was closer to the female sex. The female sex was thus the first, the earlier one, and at that time possessed within itself the power to bring forth the entire human individual. This creative power was present in the unisex human being, whose physical, external form more closely resembled that of a woman. In this unisex human, the fertilizing force was wisdom, the spiritual itself, and a later repetition of this is the fertilization of the female spirit with inspired wisdom. This human of the unisex era was the result of the substance given in the woman and the fertilization with the divine spirit.

[ 12 ] Nun müssen Sie sich klarmachen, was das war, wodurch das Weib den Menschen hervorbringen konnte. Physisch haben wir zunächst das Weib, das befruchtet wird von oben. Was das Befruchtende war, war der göttliche Geist im Weibe. Als die Spaltung der Geschlechter stattfand, trat die Differenzierung so ein, daß sich zunächst für das weibliche Geschlecht die geistigen Befruchtungsorgane in Weisheitsorgane verwandelten. Die männliche Kraft, die das Weib in sich hatte, die verwandelte die schöpferische Kraft in die Organe der Weisheit. So blieb dem Weibe die Hälfte der hervorbringenden Kraft; dem Manne blieb die schöpferische physische Kraft. Durch diese Trennung entstanden physisch das Rückenmark und das Gehirn mit den Nervensträngen, dargestellt in dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis. Das Organ der Weisheit ist ausgebildet in den Rückgratringen mit dem Rückenmark und dessen Ausdehnung im Gehirn. Von da an ist eine Zweiheit im Menschen: Das sind die zwei Bäume in der biblischen Urkunde, der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens.

[ 12 ] Now you must understand what it was that enabled the woman to bring forth the human being. Physically, we first have the woman, who is fertilized from above. What fertilized her was the divine spirit within her. When the separation of the sexes took place, the differentiation occurred in such a way that, for the female sex, the spiritual organs of fertilization were first transformed into organs of wisdom. The masculine force that the woman possessed within herself transformed the creative force into the organs of wisdom. Thus, the woman retained half of the generative force; the man retained the creative physical force. Through this separation, the spinal cord and the brain, along with the nerve tracts, came into being physically—represented in the Tree of Life and the Tree of Knowledge. The organ of wisdom is formed in the vertebrae along with the spinal cord and its extension into the brain. From that point on, there has been a duality within human beings: these are the two trees in the biblical account, the Tree of Knowledge and the Tree of Life.

[ 13 ] Nun passen sich die neuen Wesen dieser Umwandlung an. Nicht alle früheren weiblichen Individuen haben nachher die weibliche Form angenommen. In dem einen Teil trat die weibliche Seite, die Möglichkeit, Menschen hervorzubringen, zurück, und es bleibt ihm als Ersatz die Kraft der Befruchtung in einer ganz anderen Weise zurück. Die physische Natur hatte sich gespalten in ein Befruchtendes und ein zu Befruchtendes. Ebenso hat sich auch die geistige Natur gespalten. Bei den weiblichen Individuen hat der Geist männlichen Charakter und Färbung; beim Manne hat das Geistige einen weiblichen Charakter. Das ist noch das Weib im Manne.

[ 13 ] Now, the new beings are adapting to this transformation. Not all former female individuals subsequently assumed the female form. In some, the feminine aspect—the ability to give birth to humans—receded, and in its place they retained the power of fertilization in an entirely different form. Physical nature had split into that which fertilizes and that which is fertilized. Similarly, spiritual nature has also split. In female individuals, the spirit has a masculine character and hue; in men, the spiritual has a feminine character. This is still the feminine within the man.

[ 14 ] Die biblische Legende stellt das sehr genau dar. Es wird bekanntlich dem zweigeschlechtlichen Menschen verboten, vom Baume der Erkenntnis zu essen. Die Kraft, die Jehova in den Menschen gelegt hatte, war: seine Weisheit im Weibe wirken zu lassen. «Du sollst nicht essen vom Baume der Erkenntnis», heißt soviel wie: Du sollst nicht die befruchtende Kraft abtrennen und selbständig machen. — Denn dadurch geht dem Weibe die Jahvekraft, die befruchtende Kraft, verloren. Als das Weib vom Baume der Erkenntnis aß, legte es den Grund dazu, selbständig in der Weisheit zu werden und somit aufzuhören, ein unselbständiges Werkzeug Jehovas zu bleiben, wie dieser es geplant hatte. So aber verlor es mit der Jehovakraft die Kraft, sich selbst mit Weisheit zu befruchten. Es setzte diese Kraft aus sich heraus, indem es [von dem Baume der Erkenntnis] aß und dem Manne von dem Apfel gab. So wurde das Weib vom Manne abhängig. Es war Luzifer, der den Menschen auf diesen Weg brachte, um ihn selbständig zu machen. Dem widersetzte sich Jehova und erließ deshalb das Verbot, vom Baume der Erkenntnis zu essen. Das Weib aber ißt und gibt dem Manne. Der ißt auch, und dann folgt die Strafe, von Jehova verhängt. Neue Leiber müssen entstehen, die das Karma des vorigen Lebens austragen, der Tod und das Geborenwerden kommen in die Welt. Das Weib ist nun nicht mehr durch sich selbst fruchtbar, sondern ist unfruchtbar geworden. Und damit, daß die Befruchtung von außen kommt, ist auch die Möglichkeit eines solchen Todes in die Welt gekommen.

[ 14 ] The biblical legend depicts this very precisely. As is well known, the hermaphroditic human was forbidden to eat from the Tree of Knowledge. The power that Jehovah had placed within humans was this: to allow His wisdom to work through the woman. “You shall not eat from the Tree of Knowledge” means: You shall not sever the fertilizing power and make it independent. — For thereby the woman loses the power of Yahweh, the fertilizing power. When the woman ate from the Tree of Knowledge, she laid the foundation for becoming independent in wisdom and thus ceasing to remain a dependent instrument of Jehovah, as He had planned. But in doing so, she lost, along with the power of Yahweh, the power to fertilize herself with wisdom. She expelled this power from herself by eating [from the Tree of Knowledge] and giving the apple to the man. Thus, the woman became dependent on the man. It was Lucifer who led humanity down this path to make them independent. Jehovah opposed this and therefore issued the prohibition against eating from the Tree of Knowledge. But the woman ate and gave it to the man. He also ate, and then the punishment, imposed by Jehovah, followed. New bodies must be created to bear the karma of the previous life; death and birth enter the world. The woman is now no longer fertile on her own but has become infertile. And with fertilization coming from outside, the possibility of such death has also entered the world.

[ 15 ] Im Bilde der biblischen Paradieses-Erzählung wird uns dieser tiefe Zusammenhang dargestellt. Alte Priestertraditionen waren Inhalt dieser Bilder geworden, alte Priesterweisheit war in diesen Bildern anschaulich verkörpert. Das Weib ist dann unfruchtbar geworden in bezug auf geistige Weisheit, indem es nach physischer Erkenntnis verlangte. Es gab dem Manne, er aß auch, sie wurden schuldig und aus dem Paradiese, zu dessen Entstehung sie nichts getan hatten, vertrieben. Das ist die alte Priestertradition über die Entstehung der Geschlechter. Es liegt eine tiefe Kenntnis vom Zusammenhange der tatsächlichen Vorgänge darinnen.

[ 15 ] This profound connection is depicted in the biblical account of the Garden of Eden. Ancient priestly traditions had become the substance of these images; ancient priestly wisdom was vividly embodied in them. The woman then became barren of spiritual wisdom by craving physical knowledge. She gave it to the man; he also ate it; they became guilty and were expelled from Paradise, the creation of which they had played no part in. This is the ancient priestly tradition regarding the origin of the sexes. It contains a profound understanding of the connection between the actual events.

[ 16 ] Was war nun geschehen dadurch, daß das Weibliche sich vom Männlichen abspaltete? In welchem Geschlechte hat sich der Schatten der produktiven geistigen Weisheitskraft mehr erhalten, im männlichen oder im weiblichen? Wir haben gesehen, daß die weibliche Weisheit eigentlich einen männlichen Charakter hat: das ist das Schaffende, das Produktive, die Intuition, das was originell ist, was hervorbringt. Dieselbe göttliche Kraft, die früher befruchtend im Weibe gewirkt hat, um den physischen Menschen hervorzubringen, wirkt nun befruchtend auf die Erkenntnis des göttlichen Wesenskernes im Menschen. Um diesen Vorgang zu fördern, wirken die Religionen durch Wort und Bild.

[ 16 ] What, then, happened as a result of the feminine separating from the masculine? In which gender has the shadow of the productive, spiritual power of wisdom been better preserved—in the masculine or in the feminine? We have seen that feminine wisdom actually has a masculine character: it is the creative, the productive, intuition—that which is original, that which brings forth. The same divine power that formerly acted fertilizingly within the woman to bring forth the physical human being now acts fertilizingly upon the recognition of the divine essence within the human being. To promote this process, religions work through word and image.

[ 17 ] Das weibliche Wesen wird physisch unfruchtbar, das heißt, es kann keine Nachkommen aus sich heraussetzen wie ehedem. Der männliche, passive Geist ist derjenige, der geistig unfruchtbar ist, aber der Mann ist der, der physisch befruchten kann. Geistig läßt er sich nun befruchten durch alles das, was in der Welt ist. Er wird nun geistig befruchtet, um selbst physisch befruchten zu können. Die ganze Welt dringt zunächst auf ihn ein. Er wird befruchtet geistig, das Weib physisch. Das Weib dagegen ist geistig selbst befruchtend; der Mann wird geistig befruchtet. Dadurch, daß man draußen alles sammelte und kombinierte, wurde die männliche Weisheit befruchtet. So entstand die Männerweisheit, die darauf bedacht war, die weltliche Weisheit zu sammeln. Die war wirklich zunächst nicht vorhanden, wie die früher von oben einströmende. Sie mußte erst gesammelt werden aus der Erkenntnis der physischen Welt. Die weibliche Weisheit dagegen ging faktisch auf die Priesterschaft über. Die Priesterweisheit wurde das Gut, welches ursprünglich von der alten weiblichen Weisheit herstammte. Jehova konnte das menschliche Geschlecht ja nur dadurch erhalten, daß er es in die zwei Geschlechter spaltete. Es entstanden zwei Oppositionen: Freimaurerei und Priesterherrschaft, die symbolisiert sind durch Kain und Abel.

[ 17 ] The female being becomes physically infertile; that is, she can no longer produce offspring on her own as she once did. The male, passive spirit is the one who is spiritually infertile, but the man is the one who can physically fertilize. Spiritually, he is now fertilized by everything that exists in the world. He is now spiritually fertilized so that he himself may physically fertilize. The entire world first penetrates him. He is fertilized spiritually; the woman is fertilized physically. The woman, on the other hand, is spiritually self-fertilizing; the man is spiritually fertilized. By gathering and combining everything from the outside world, male wisdom was fertilized. Thus arose the wisdom of men, which was concerned with gathering worldly wisdom. This wisdom did not actually exist at first, unlike the wisdom that had previously flowed down from above. It first had to be gathered from the knowledge of the physical world. Female wisdom, on the other hand, was effectively transferred to the priesthood. Priestly wisdom became the asset that originally stemmed from the ancient female wisdom. After all, Jehovah could only preserve the human race by dividing it into the two genders. Two opposing forces emerged: Freemasonry and priestly rule, symbolized by Cain and Abel.

[ 18 ] Nun ist ein Unterschied zwischen der weiblichen Priesterweisheit und dem männlichen Streben. Das wird uns dargestellt in der Legende von Kain und Abel. Abel war ein Hirte; er beschäftigte sich mit dem Leben, das schon da ist: Er ist das Symbol der angestammten göttlichen Kraft, die im Menschen als Weisheit wirkt, die er sich nicht selbst erwirbt, die in ihn einströmt. Kain schafft Neues aus dem heraus, was die Umwelt bietet: Er repräsentiert die passive männliche Weisheit, die erst befruchtet werden muß von außen; die in die Welt hinausgeht, um zu sammeln und zu schaffen aus der gesammelten Weisheit. Kain erschlug den Abel; das heißt: die männliche Weisheit wehrt sich gegen die weibliche Weisheit, denn sie fühlt, daß sie die physische Weisheit erobern und umformen muß.

[ 18 ] There is a difference between feminine priestly wisdom and masculine striving. This is illustrated to us in the legend of Cain and Abel. Abel was a shepherd; he was concerned with the life that already exists: He is the symbol of the ancestral divine power that works within human beings as wisdom—a wisdom he does not acquire on his own, but which flows into him. Cain creates something new from what the environment offers: He represents passive masculine wisdom, which must first be fertilized from the outside; which goes out into the world to gather and to create from the gathered wisdom. Cain slew Abel; that is to say: masculine wisdom resists feminine wisdom, for it senses that it must conquer and transform physical wisdom.

[ 19 ] Diese Opposition nun aufzunehmen, das setzten sich die alten Freimaurer als Ideal vor. Sie wollten der weiblichen Weisheit, die auf die Priesterschaft übergegangen war, entgegenarbeiten durch die männliche Weisheit. Die Bibel in ihren großen Bildern war anzusehen als die auf die Priesterschaft übertragene intuitive weibliche Weisheit; der wollten sie entgegensetzen die vom Manne selbst erworbene Weisheit. Dieser Kampf gegen die Priesterweisheit war der Ausdruck der Opposition der Freimaurer. Man mußte dabei diejenigen, die mitwirkten, freihalten von einem jeglichen Einflusse weiblicher Weisheit. Es hatte dieser Kampf zu tun mit der physischen Entwickelung, und es war deshalb notwendig für die Freimaurer, sich von jedem Verkehr mit dem weiblichen Geschlechte fernzuhalten in bezug auf ihre Arbeit. Sie wußten, daß ihre Opposition gegen den weiblichen Geist nur durchgeführt werden könnte, wenn sie nicht gestört würden durch weibliche Gedanken. Man mußte das Positive hinstellen und überhaupt vermeiden, daß ein störendes Element dazwischen kam.

[ 19 ] The early Freemasons set themselves the ideal of taking up this opposition. They sought to counteract the feminine wisdom—which had been transferred to the priesthood—with masculine wisdom. The Bible, with its grand imagery, was to be regarded as the intuitive feminine wisdom transferred to the priesthood; they sought to counter this with the wisdom acquired by men themselves. This struggle against priestly wisdom was the expression of the Freemasons’ opposition. In doing so, it was necessary to keep those who participated free from any influence of feminine wisdom. This struggle had to do with physical development, and it was therefore necessary for the Freemasons to refrain from any contact with the female sex in relation to their work. They knew that their opposition to the feminine spirit could only be carried out if they were not disturbed by feminine thoughts. They had to emphasize the positive and, in general, avoid allowing any disruptive element to intervene.

[ 20 ] Das Freimaurertum schuf nun als Gegensatz zur Bibellegende die Tempellegende. Diese sollte das Kampfesschwert gegen die Priesterschaft darstellen. Diese Tempellegende wollen wir uns nun vor die Seele stellen. Sie hat folgenden Inhalt:

[ 20 ] Freemasonry then created the Temple Legend as a counterpoint to the Biblical legend. This was intended to represent the sword of battle against the priesthood. Let us now reflect on this Temple Legend. Its content is as follows:

[ 21 ] Ursprünglich schuf einer der Elohim den Kain, indem er sich selbst mit Eva verband. Dem stellte entgegen der Elohim Jahve den Adam. Dieser verband sich mit Eva, und daraus ging Abel hervor. Kain erschlug den Abel, Jehova machte darauf das Geschlecht des Kain untertan dem Geschlecht des Abel.

[ 21 ] Originally, one of the Elohim created Cain by uniting with Eve. In contrast, the Elohim Yahweh created Adam. Adam united with Eve, and from this union Abel was born. Cain killed Abel, and Jehovah then made Cain’s lineage subject to Abel’s lineage.

[ 22 ] Das heißt: ursprünglich wandte sich die weltliche Weisheit gegen die Priesterweisheit und unterlag, denn in Seth wurde das Abelprinzip fortgesetzt, und alle weltliche Weisheit wurde der Priesterweisheit unterworfen.

[ 22 ] In other words: originally, worldly wisdom opposed priestly wisdom and was defeated, for the principle of Abel was carried on through Seth, and all worldly wisdom was brought under the authority of priestly wisdom.

[ 23 ] Nun wird erzählt, wie die Nachkommen des Kain die Erde eroberten, wie sie die Künste ausbildeten. Musik, Künste und Wissenschaften wurden von ihnen gepflegt. Tubal-Kain (1. Moses 4,21-22), der Meister von Erz und Eisenwerk, Jubal, von dem die Pfeifer und Geiger hergekommen sind, Hiram, der Erbauer des Salomonischen Tempels (1. König, 7,13), zählten zu Kains Nachkommen.

[ 23 ] The story then recounts how the descendants of Cain conquered the earth and developed the arts. They cultivated music, the arts, and the sciences. Tubal-Cain (Genesis 4:21–22), the master of metalworking and ironwork; Jubal, from whom flutists and violinists are descended; and Hiram, the builder of Solomon’s Temple (1 Kings 7:13), were among Cain’s descendants.

[ 24 ] Da - mit Hiram — wären wir an der Grenze zwischen der dritten und vierten Unterrasse angelangt, wo die Priesterherrschaft überging in die Königsherrschaft. Es entstand das Königtum von Gottes Gnaden, dessen Repräsentant der König Salomo war. Salomo hatte seine Macht nicht erhalten durch Arbeit auf dem physischen Plan, sondern durch das, was von Gottes Gnaden gekommen ist. Die Priesterweisheit ging über auf die Königsherrschaft. So wird diese als die Nachfolgerin der Priesterherrschaft angesehen, die unfähig war, aus sich selbst heraus für die Menschheit das für den Erdenfortschritt Notwendige zu tun. Aus den Abkömmlingen Kains mußte derjenige, der den Tempel bauen sollte, geholt werden, weil er selbsterarbeitete Gedanken besaß.

[ 24 ] There—with Hiram—we would have reached the boundary between the third and fourth subraces, where the priestly rule gave way to the kingship. The kingship by the grace of God arose, represented by King Solomon. Solomon had not attained his power through work on the physical plane, but through what came by the grace of God. Priestly wisdom was transferred to the monarchy. Thus, the monarchy is regarded as the successor to the priestly rule, which was incapable, of its own accord, of doing what was necessary for humanity’s progress on Earth. The one who was to build the Temple had to be chosen from among the descendants of Cain, because he possessed thoughts he had developed himself.

[ 25 ] Die Legende erzählt nun weiter, daß die Königin von Saba, Balkis, verlobt war mit König Salomo. Sie kam zu ihm und staunte den Tempelbau an, er ihre Weisheit. Sie verlangte den Baumeister selbst zu sehen, denn sie konnte nicht begreifen, daß durch Menschenweisheit dieser wunderbare Bau entstanden sei. Hiram kam und machte schon allein durch seinen Blick einen mächtigen Eindruck auf sie. Nun verlangte sie auch die Arbeiter am Tempel zu sehen. Als Salomo sagt, daß das nicht gehe, da macht Hiram das mystische Tau-Zeichen in die Luft, und alsbald strömen die Arbeiter herbei. In dem mystischen Tau-Zeichen liegen die Kräfte, durch welche die Kainssöhne arbeiten auf dem physischen Plan.

[ 25 ] The legend goes on to say that the Queen of Sheba, Balkis, was betrothed to King Solomon. She came to him and marveled at the temple’s construction, while he marveled at her wisdom. She demanded to see the architect himself, for she could not fathom that this marvelous structure had been created through human wisdom. Hiram came and made a powerful impression on her with just a glance. Now she also demanded to see the workers at the temple. When Solomon said that this was not possible, Hiram made the mystical sign of the Tau in the air, and immediately the workers streamed toward them. In the mystical sign of the Tau lie the powers through which the sons of Cain work on the physical plane.

[ 26 ] Drei Gesellen des Hiram sind unzufrieden, weil er sie nicht zum Meistergrad befördert hat. Sie beschließen, dem Hiram zu schaden. Sie wollen sein Hauptwerk zerstören. Er will nämlich das Eherne Meer ausführen: das ist ein großes Kunstwerk, das aus einem flüssigen Elemente, aus geschmolzenem Erz, gegossen werden soll. Das ist ein Symbol des großen Kunstwerkes, zu dem das ganze Mineralreich umgearbeitet werden soll: die Aufgabe unseres Manvantaras. Die drei Gesellen tun folgendes: sie bringen den Guß des Ehernen Meeres in Unordnung. Hiram versucht durch Zugießen von Wasser den Guß wieder in Ordnung zu bringen: da zerstiebt alles in einem feurigen Sprühregen. Als Hiram verzweifelt sich verloren glaubt, wird er durch eine Gestalt, in der er Tubal-Kain erkennt, in den Mittelpunkt der Erde geführt. Dort wird ihm gesagt: Jehova oder Adonai ist nichts anderes als ein Feind der Feuergeister. Er will die Feuergeister vernichten. Dir aber wird ein Sohn geboren werden, den du zwar selbst nicht sehen wirst, der aber ein neues Geschlecht auf die Erde bringen wird. — Nun gibt ihm Tubal-Kain einen Hammer, womit er den Guß des Ehernen Meeres zu Ende führen kann. Die drei Gesellen aber ermorden ihn. Vor seinem Tod haucht er noch ein Wort aus, das er auf ein goldenes Dreieck schreibt, und versenkt es. Man versteht das Wort nicht. Dies Wort ist das verlorene Wort der Freimaurer. Hiram wird beerdigt, ein Akazienzweig wird auf sein Grab gepflanzt. Das Dreieck wird noch einmal ausgegraben, aber niemand weiß es zu würdigen. Es wird wieder versenkt und ein Würfel darauf gesetzt, auf welchem die Zehn Gebote geschrieben stehen.

[ 26 ] Three of Hiram’s journeymen are dissatisfied because he has not promoted them to the rank of master. They decide to harm Hiram. They want to destroy his magnum opus. He intends to create the Sea of Bronze: a great work of art to be cast from a liquid element—molten ore. This is a symbol of the great work of art into which the entire mineral kingdom is to be transformed—the task of our Manvantara. The three journeymen do the following: they disrupt the casting of the Sea of Bronze. Hiram tries to restore order to the casting by pouring water into it: whereupon everything shatters into a fiery spray. Just as Hiram, in despair, believes himself lost, he is led to the center of the Earth by a figure whom he recognizes as Tubal-Cain. There he is told: Jehovah or Adonai is nothing other than an enemy of the fire spirits. He wants to destroy the fire spirits. But a son will be born to you, whom you yourself will not see, but who will bring a new race to the earth. — Now Tubal-Cain gives him a hammer with which he can complete the casting of the Bronze Sea. But the three journeymen murder him. Before his death, he breathes out one final word, which he writes on a golden triangle, and sinks it. No one understands the word. This word is the Lost Word of the Freemasons. Hiram is buried, and an acacia branch is planted on his grave. The triangle is dug up once more, but no one knows how to interpret it. It is submerged again, and a cube is placed on top of it, upon which the Ten Commandments are inscribed.

[ 27 ] Was heißt nun: Jehova haßt die Feuersöhne? - Es sind diejenigen Menschen, die auf dem Wege der Eingeschlechtlichkeit hervorgebracht sind (Kain). Die Weisheit ist in ihnen mit Kama, dem irdischen kamischen Feuer vermischt. Diejenigen, die sich dem weiblichen Priestertum zugewendet haben, sind die Abelsöhne. Hiram wird verheißen: Du wirst einen Sohn haben, der ein neues Geschlecht begründen wird. Du wirst ihn zwar nicht kennen. — Dieses neue Geschlecht soll herbeigeführt werden, wenn das verlorene Wort wieder seine Kraft erhält, wenn es in neuer Weise entsteht. Dieses Wort wieder entstehen zu lassen, daran arbeitet die okkulte Tradition, die im Freimaurertum verkörpert ist. Sie arbeitet daran, daß im männlichen Elemente zu dem Passiven das Aktive hinzutreten kann, daß sie selbst das Befruchtende wieder erlange im Geiste, um aus dem Passiven ein Aktives zu machen, damit die Kainssöhne aus sich selbst etwas hervorbringen können.

[ 27 ] What does it mean, then, that Jehovah hates the Sons of Fire?—These are the people who were brought forth through the path of sexual reproduction (Cain). Wisdom is mingled within them with Kama, the earthly kamic fire. Those who have turned to the feminine priesthood are the sons of Abel. Hiram is promised: “You will have a son who will found a new lineage. Though you will not know him.”—This new lineage is to be brought about when the Lost Word regains its power, when it comes into being in a new way. The occult tradition embodied in Freemasonry is working to bring this Word back into being. It is working to ensure that the active can join the passive within the masculine element, that the masculine itself may regain its fertilizing power in the spirit, in order to transform the passive into the active, so that the sons of Cain may bring forth something from within themselves.

[ 28 ] Die folgende Tradition bildete sich aus: Die weibliche war die ursprüngliche Kraft. Sie hat der Welt alles gegeben, was an Weisheit in der Welt war. Sie hat aber einen Teil der physischen Produktionskraft verloren und auf das Männliche übertragen. Nun vergeistigt sich wieder alles und bei der Vergeistigung sucht die männliche Kraft die Herrschaft an sich zu reißen. Das männliche Element des Denkens sucht das Weibliche zu überdauern. Es wird aber eine Zeit kommen, wo wieder Geschlechtslosigkeit eintreten wird, und es handelt sich bei dem Kampfe darum, welches von den beiden Geschlechtern diese Geschlechtslosigkeit zuerst erobert. Das Freimaurertum strebt danach, daß das männliche Geschlecht, besser gesagt der männliche Geist, das Weibliche überdauern möge, die Geschlechtslosigkeit erobern möge.

[ 28 ] The following tradition emerged: The feminine was the original force. It gave the world all the wisdom that existed in the world. However, it lost a portion of its physical productive power and transferred it to the masculine. Now everything is becoming spiritualized once more, and in this spiritualization, the masculine force seeks to seize dominion. The masculine element of thought seeks to outlast the feminine. However, a time will come when genderlessness will return, and the struggle is over which of the two genders will first attain this genderlessness. Freemasonry strives for the male gender—or rather, the male spirit—to outlast the female and attain genderlessness.

[ 29 ] Es gibt nun einen okkulten Zusammenhang zwischen der Kraft der Sprache und der geschlechtlichen Produktionskraft. Das «Wort» hat alles hervorgebracht. Es lebte ursprünglich im Menschen. Dann hat der Mensch es verloren. Er kann nicht mehr selbständig schaffen, weil ihm das Wort fehlt. Nur der kann es wissen, der bei der Schöpfung zugegen war. Tubal-Kain wußte es und gab es dem Hiram. Dies Wort muß derjenige an sich reißen, der wieder Hervorbringungskraft haben will. Die wirkliche produktive Kraft muß sich mit dem Wort vereinigen. Das Wort wird den Menschen der Zukunft hervorbringen. Dann wird der Sohn des Hiram wirklich zu sehen sein. Das Feuer, die göttliche Kraft, wird dann in neuer Weise erstehen. Ein neues Geschlecht wird das alte ablösen. - In der alten hebräischen Sprache gibt es ein Wort, ein Mantram, von dem gesagt wird, daß es, genügend stark ausgesprochen, die Welt hervorbringt. So wird der Mensch, wenn das Wort genügend gesteigert ist, durch die Sprache selbst den geistigen Menschen hervorbringen. Jetzt begreifen wir, was im Baume der Erkenntnis dargestellt ist: Die Schlange ist das, was sich im Rückgrat als Rückenmark hinaufwindet. Die Erkenntnis im Physischen ist die, die aus dem Nervensystem entspringt. «Es wird Feindschaft sein zwischen dir und dem Weibe, zwischen ihrem Samen und deinem Samen» : damit ist die Feindschaft zwischen dem Samen des Physischen, der physischen Erkenntnis, und dem Samen des Geistigen, der geistigen Erkenntnis gemeint. Das Geistige, das Weib, zermalmt zwar der Schlange den Kopf, aber erst, nachdem diese es in die Ferse gestochen hat. Es ist das, was aus dem Mittelpunkt der Erde zu den Füßen dringt.

[ 29 ] There is, in fact, an occult connection between the power of language and the sexual creative force. The “Word” brought everything into being. It originally lived within humankind. Then humankind lost it. It can no longer create on its own because it lacks the Word. Only the one who was present at the time of creation can know this. Tubal-Cain knew it and gave it to Hiram. Whoever wishes to regain the power of creation must seize this Word for himself. True productive power must unite with the Word. The Word will bring forth the people of the future. Then the son of Hiram will truly be seen. The fire—the divine power—will then arise in a new way. A new generation will replace the old. — In the ancient Hebrew language there is a word, a mantra, which is said to bring forth the world when spoken with sufficient power. Thus, when the word is sufficiently intensified, humanity will bring forth the spiritual human being through language itself. Now we understand what is depicted in the Tree of Knowledge: The serpent is that which winds its way upward through the spine as the spinal cord. Knowledge in the physical realm is that which springs from the nervous system. “There shall be enmity between you and the woman, between your offspring and her offspring”: this refers to the enmity between the offspring of the physical—physical knowledge—and the offspring of the spiritual—spiritual knowledge. The spiritual, the woman, does indeed crush the serpent’s head, but only after it has bitten her in the heel. It is that which flows from the center of the Earth to the feet.

[ 30 ] Bei der Mannesreife wird die Sprachkraft eine andere. Das wurde als Vorbote angesehen für den neuen Sohn des Hiram (2. Chronik 2,13). Darauf hinzuwirken, diesen Sohn aus dem männlichen Geschlechte zu erzeugen, der durch die Kraft des Kehlkopfes entstehen soll, das war das Ideal, das sich die Freimaurer gestellt hatten. Alles was auf Erden später im Physischen entstanden ist, hat seinen Ursprung im Geistigen. Im Urbeginne wirkte nur das, was vom göttlichen Geiste auf der Erde entstand. Dann entstand auf der einen Seite die weibliche Bilder- und Priesterweisheit, auf der anderen Seite die bildlose Kainsweisheit. Und es ist interessant, daß, als gesucht wurde ein bildlicher Inhalt für die Kainsweisheit, daß da die männliche Weisheit eine Anleihe macht bei der weiblichen Weisheit: die Tempellegende und der ganze Inhalt der Freimaurerei stammt aus der alten Priesterweisheit, der Offenbarung von Oben. Das wurde in Symbole gehüllt. Aber die Symbole wurden nach und nach nicht mehr verstanden. Alles Okkulte verschwand nach und nach aus der Freimaurerei. Die drei Johannesgrade sind ganz auf den physischen Plan berechnet.

[ 30 ] Upon reaching manhood, one’s power of speech changes. This was regarded as a harbinger of Hiram’s new son (2 Chronicles 2:13). To work toward begetting this son of the male sex, who was to come into being through the power of the larynx—that was the ideal the Freemasons had set for themselves. Everything that later arose physically on earth has its origin in the spiritual realm. In the very beginning, only that which arose on earth from the divine Spirit was at work. Then, on the one hand, the feminine wisdom of images and priesthood arose, and on the other hand, the image-less wisdom of Cain. And it is interesting that, when a figurative content was sought for the wisdom of Cain, the masculine wisdom borrowed from the feminine wisdom: the temple legend and the entire content of Freemasonry stem from the ancient priestly wisdom, the revelation from Above. This was clothed in symbols. But little by little, the symbols ceased to be understood. Everything occult gradually disappeared from Freemasonry. The three degrees of St. John are entirely geared toward the physical plane.

[ 31 ] Da wir gesehen haben, warum diese geistigen Strömungen nebeneinander hergingen, so werden wir auch die Bedeutung der theosophischen Bewegung verstehen. Sie bereitet auf geistigem Gebiet vor, was später auf dem physischen Plan geschehen wird: die Wiedervereinigung der Geschlechter. Auch die geteilte Weisheit muß wieder in die eine göttliche Weisheit zusammenfließen. Im Menschen muß durch die theosophische Weisheit ein Ausgleich gefunden werden zwischen der religiösen Priesterweisheit und der freimaurerischen Weisheit. Die Weisheit der Zukunft muß geholt werden aus dem höheren Menschen heraus, der in beiden Menschen gleich lebt, dem weiblichen und dem männlichen. Das zu entwickeln, worauf es ankommt, worauf der physische Plan gar keinen Einfluß mehr hat, das ist der Zweck der theosophischen Bewegung.

[ 31 ] Now that we have seen why these spiritual currents existed side by side, we will also understand the significance of the Theosophical Movement. It prepares, in the spiritual realm, what will later take place on the physical plane: the reunification of the sexes. Likewise, the divided wisdom must flow back together into the one divine wisdom. Through theosophical wisdom, a balance must be found within the human being between religious priestly wisdom and Masonic wisdom. The wisdom of the future must be drawn from the higher human being, who lives equally within both the feminine and the masculine aspects of humanity. To develop that which is essential—that upon which the physical plane no longer has any influence at all—that is the purpose of the Theosophical Movement.

[ 32 ] Die Theosophie ist tatsächlich die männlich-weibliche Weisheit, die für beide Geschlechter gleich gültige Weisheit. Durch die Lehre von der Reinkarnation erkennt man, daß dasjenige, was bei jeder neuen Wiederverkörperung zum Ausdruck kommt, nicht die Persönlichkeit des jeweiligen Erdenlebens ist, sondern daß der Kausalkörper, die Entelechie, sich geschlechtslos aufbaut. Wenn wir uns dieser bewußt werden, so lebt in uns geistig auf, was über dem Geschlechtlichen steht, was unabhängig ist von dem, worauf sich die Gegnerschaft der beiden Strömungen gegründet hat. So ist die Theosophie die ausgleichende Bewegung, und sie allein kann den Ausgleich herbeiführen. Erst in der Theosophie kann man von einem Okkultismus sprechen, der beide Geschlechter gleichmäßig angeht. Nur von da aus kann man sich einen wirklichen Ausgleich zwischen beiden Geschlechtern denken. Nur die theosophische Bewegung kann das vollziehen. Alles andere ist eine Nachwirkung der früheren Zweigeschlechtlichkeit.

[ 32 ] Theosophy is, in fact, the masculine-feminine wisdom—the wisdom that applies equally to both sexes. Through the doctrine of reincarnation, one comes to realize that what is expressed in each new incarnation is not the personality of the respective earthly life, but rather that the causal body, the entelechy, develops in a genderless manner. When we become aware of this, that which stands above gender—that which is independent of the very basis upon which the opposition between the two currents has been founded—comes to life within us spiritually. Thus, Theosophy is the balancing force, and it alone can bring about this balance. Only in Theosophy can one speak of an occultism that addresses both genders equally. Only from this standpoint can one conceive of a true balance between the two sexes. Only the Theosophical Movement can achieve this. Everything else is a residual effect of the earlier duality of the sexes.

[ 33 ] Das Freimaurertum stellt sich die Aufgabe, das Zukünftige vorzubereiten. Deshalb wurde schon im 18. Jahrhundert abgesehen von dem früheren vollständig ausschließenden Prinzip. Und 1775 wurde eine erste sogenannte «Adoptionsloge» gegründet: eine Frauenloge, weil man das Gesetz des Ausgleichs der Geschlechter erkannte. Und so wurde ein Zusammenhang hergestellt zwischen Männern und Frauen, indem eine Frauenloge gegründet wurde. Aber jedes Mitglied einer Frauenloge mußte von einem Manne in einer Männerloge adoptiert sein. Einer solchen Adoptionsloge gehörte auch H. P. Blavatsky an. Aus der Freimaurerei selbst heraus wurde also jener theosophische Versuch gemacht. Dies zeigt Ihnen, daß dem, was richtig ist, stets ein Versuch vorangeht; nur der Grund, warum ein solcher Versuch gemacht wird, kann nicht gleich verstanden werden. Aber man kann auch nicht verlangen, daß das, was in der Welt als Grundkraft ist, gleich immer wirklich verstanden wird: es kann sein, daß man die eine oder die andere Strömung bevorzugt. Deshalb werden die beiden Strömungen wohl noch lange nebeneinander herfließen. Es könnte, um ein ruhiges Ausgleichen zu bewirken, nötig sein, in die Freimaurerei hineinzugießen, was sie hinüberführt zur theosophischen Bewegung.

[ 33 ] Freemasonry has set itself the task of preparing for the future. For this reason, as early as the 18th century, it moved away from the earlier principle of complete exclusivity. And in 1775, the first so-called “adoption lodge” was founded: a women’s lodge, because the principle of gender balance had been recognized. And so a connection was established between men and women through the founding of a women’s lodge. But every member of a women’s lodge had to be adopted by a man in a men’s lodge. H. P. Blavatsky was also a member of such an adoption lodge. So this theosophical experiment was undertaken from within Freemasonry itself. This shows you that what is right is always preceded by an experiment; only the reason why such an experiment is undertaken cannot be understood immediately. But one cannot expect that what serves as the fundamental force in the world will always be truly understood right away: it may be that one favors one current or the other. For this reason, the two currents will likely continue to flow side by side for a long time to come. To bring about a peaceful balance, it might be necessary to infuse Freemasonry with what will lead it toward the Theosophical Movement.

[ 34 ] Nun werden Sie auch begreifen, warum die Kirche im Mittelalter ein ganz bestimmtes Ideal entwickeln mußte. Die Freimaurerei schuf ihr Ideal der Zukunft, die Kirche schuf ihr Ideal der Zukunft. Mit der Freimaurerei hatte sie nichts zu tun. Als Ideal lebte in der Kirche der Christus, also ein männliches Ideal. Dieses männliche Ideal konnte der okkulten Strömung innerhalb der Kirche nicht genügen. Der Mann brauchte zu dem Passiven auch das Aktive, er mußte das, was ihm selbst fehlte, sich hinzudenken. Er brauchte als Konzentrationsmittel etwas, was ihn ergänzte. Mann war er schon, das Weib mußte er hinzudenken. Der Okkultist, der etwas von den Dingen verstand, der nicht Freimaurer war, mußte das Weib denken. So entstand aus dem Mönchstum bewußt der Marienkultus. Dieser kam als dritte Strömung zu der Kirche, das heißt zu dem Priestertum und dem Freimaurertum hinzu.

[ 34 ] Now you will also understand why the Church had to develop a very specific ideal in the Middle Ages. Freemasonry created its ideal for the future; the Church created its ideal for the future. It had nothing to do with Freemasonry. Christ lived on as the ideal within the Church—that is, a masculine ideal. This masculine ideal could not satisfy the occult current within the Church. Man needed the active as well as the passive; he had to imagine what he himself lacked. As a means of concentration, he needed something that would complement him. He was already a man; he had to imagine the woman. The occultist who understood something of these matters—and who was not a Freemason—had to imagine the woman. Thus, the cult of Mary arose consciously out of monasticism. This became a third current added to the Church—that is, to the priesthood and Freemasonry.

[ 35 ] Alle drei Strömungen hatten im Grunde genommen dasselbe Ziel: das Unabhängigwerden der Menschen von den Geschlechtern. Aber die Art der Arbeit, um das Ziel zu erreichen, war eine verschiedene. Der christliche Okkultist suchte in dem Weibe das männliche Prinzip, um es sich einzuverleiben.

[ 35 ] All three movements essentially had the same goal: to free people from the constraints of gender. But the methods they used to achieve this goal differed. The Christian occultist sought the masculine principle within the woman in order to assimilate it.

[ 36 ] Man muß sich klar sein darüber, daß der wahre innere Mensch unabhängig ist vom Geschlechte, welches trennt; daß er daher durch beide Geschlechter hindurchgeht in den verschiedenen Verkörperungen. Und nun müssen Sie bedenken, daß bei der Freimaurerei der Kampf auf dem äußeren physischen Plan geführt wurde, damit alle Individualitäten, die sich in weiblichen Körpern inkarnieren, allmählich zum Männlichen hinübergeführt werden sollen, so daß das Männliche länger dauert als das Weibliche. Es soll das Weibliche überdauern, weil dieses das Frühere war. Das schwebte der Maurerei als Ideal vor; aber das war eine Einseitigkeit.

[ 36 ] One must be clear that the true inner self is independent of gender, which divides; that it therefore passes through both genders in its various incarnations. And now you must bear in mind that in Freemasonry, the struggle was waged on the outer physical plane so that all individualities incarnating in female bodies might gradually be guided toward the masculine, so that the masculine endures longer than the feminine. It is meant to outlast the feminine, because the latter was the earlier state. This was the ideal held by Freemasonry; but it was a one-sided view.

[ 37 ] Was schwebt nun der Theosophie als Ideal vor? Das Ideal der Theosophie ist: durch die Weisheit, die von den höheren Planen kommt, auch auf dem physischen Plan ein menschliches Geschlecht herbeizuführen, welches über der Geschlechtlichkeit steht. Daher ist die Theosophie auch eine Weisheit, die nicht in Religionen differenziert ist, sich nicht auf eine besondere Religion stützt, sondern zurückgreift auf die uralte Weisheit, die die Welt geschaffen hat und die an die Stelle derjenigen Weisheit tritt, welche als Priesterweisheit in den verschiedenen Religionen differenziert ist. Sie mußte das tun, weil die Priesterweisheit eine im Laufe der Zeit vollendete Aufgabe erfüllt hat. Theosophie aber will die Zukunft erobern, das was noch entstehen soll gegenüber dem, was früher war. Sie ist in gewisser Weise eine Fortsetzung der alten Priesterweisheit, der Mysterien, und steht dabei doch in einem gewissen Gegensatz zu ihr.

[ 37 ] What, then, is the ideal that Theosophy envisions? The ideal of Theosophy is to bring forth, through the wisdom that comes from the higher planes, a human race on the physical plane that transcends sexual distinction. Therefore, Theosophy is also a wisdom that is not differentiated into religions, does not rely on any particular religion, but draws upon the ancient wisdom that created the world and which takes the place of that wisdom which is differentiated as “priestly wisdom” in the various religions. It had to do this because priestly wisdom has fulfilled a task that was completed over the course of time. Theosophy, however, seeks to embrace the future—that which is yet to come—in contrast to what was in the past. In a certain sense, it is a continuation of the ancient priestly wisdom and the mysteries, yet it stands in a certain contrast to them.

[ 38 ] Gegner der theosophischen Bewegung würden diejenigen sein, welche starr an der alten Priesterweisheit hängen wollten, welche versuchen würden, sie zu konservieren, sie sozusagen einzubalsamieren in ihrer alten Gestalt. Der höhere Plan für die Weltengestaltung ist: sie hinüberzuführen in den neuzeitlichen Geist, der die Zukunft zu schaffen hat. Die allererste Morgenröte zur Bildung einer neuen Weisheit, die da kommen soll, ging auf in einer Zeit, die das neuzeitliche Geistesleben hereinbrachte in die Menschheitsentwickelung im 15. Jahrhundert durch die Rosenkreuzer. Es handelte sich darum, daß ein neuer Einschlag in die Welt kam. Ihr Thema lautete: die alte Priesterweisheit muß in ein Neues übergehen.

[ 38 ] Opponents of the Theosophical Movement would be those who wish to cling rigidly to the ancient priestly wisdom, who would attempt to preserve it, to embalm it, so to speak, in its old form. The higher plan for the shaping of the worlds is to lead them into the modern spirit that is to create the future. The very first dawn of the formation of a new wisdom, which is to come, broke in an era that brought modern spiritual life into human development in the 15th century through the Rosicrucians. What was at stake was that a new impulse was entering the world. Its theme was: the ancient priestly wisdom must give way to something new.

[ 39 ] Es gab auch Mächte, welche die Welt für die alte Priesterweisheit zurückerobern wollten. Deshalb wurde ein Orden gegründet zu dem Zwecke, die Erde für die alte Priesterweisheit wieder zu gewinnen. Dieser Orden [der Jesuitenorden] wählte im Gegensatz zu dem Marienkultus das Männerideal. Er benutzte die okkulten Kräfte, um etwas wie einen Wall aufzurichten, um alles selbständig ausströmende Leben niederzuhalten, um das festzuhalten, was sich heraufranken will an dem Kreuz. Er vertritt das männliche Prinzip: er vertritt das Kreuz allein ohne die Rosen. Ein anderer Orden aber fügte dem Kreuze die Rosen hinzu, aus denen neues Leben sprießt.

[ 39 ] There were also powers that sought to reclaim the world for the ancient priestly wisdom. For this reason, an order was founded with the purpose of reclaiming the earth for the ancient priestly wisdom. This order [the Jesuit Order], in contrast to the cult of Mary, embraced the ideal of masculinity. It used occult forces to erect something like a wall to suppress all life that flows forth independently, to hold fast to that which seeks to climb up the cross. It represents the masculine principle: it represents the cross alone, without the roses. Another order, however, added roses to the cross, from which new life sprouts.

[ 40 ] Da haben wir zwei neuzeitliche Strömungen. Die eine hat das Alte in die Gegenwart hineingesetzt und will dadurch den Fortschritt mit aller Gewalt hemmen. Die andere hat das alte Kreuz mit Rosen umgeben, hat ein neues Reis hineingesenkt: das Kreuz von Rosen umrankt. Diese beiden Strömungen gingen nebeneinander: der eine Orden mit dem Kreuz ohne die Rosen; der andere, welcher die Rosen am Kreuz verehrt - ein Neues, das kommen soll. Das sind die Rosenkreuzer. Auf dieser Strömung baut sich die theosophische Bewegung auf; sie entstammt dem neuen, grünenden Reis der Rose, das in die Zukunft hinein wachsen soll.

[ 40 ] Here we have two modern movements. One has transplanted the old into the present and thereby seeks to hinder progress with all its might. The other has surrounded the old cross with roses and has planted a new branch within it: the cross entwined with roses. These two currents existed side by side: one order with the cross without the roses; the other, which venerates the roses on the cross—a new thing that is to come. These are the Rosicrucians. The Theosophical Movement is built upon this current; it springs from the new, sprouting shoot of the rose, which is to grow into the future.

[ 41 ] So haben wir gesehen, wie dieser Kampf entstand, zu dem die Frauen nicht zugelassen wurden. Unsere Aufgabe ist es, die Kluft zwischen den Freimaurern und den Rosenkreuzern zu überbrücken. Die Arbeit ist schwer, aber sie muß getan werden. Sie besteht darin: zur Erkenntnis des höheren übergeschlechtlichen Menschen zu gelangen. Es ist schwer, sich dazu durchzuringen, aber es ist möglich, und es wird gelingen, es wird zur Wirklichkeit werden.

[ 41 ] We have thus seen how this struggle arose, from which women were excluded. Our task is to bridge the gap between the Freemasons and the Rosicrucians. The work is difficult, but it must be done. It consists of attaining knowledge of the higher, genderless human being. It is hard to bring oneself to do this, but it is possible, and it will succeed—it will become a reality.