Basic Elements of Esotericism
GA 93a
3 November 1905, Berlin
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Basic Elements of Esotericism, tr. SOL
XXVIX
Lecture XXIX
[ 1 ] Nun wollen wir in noch geheimnisvollere Gebiete des Karmawirkens hineinleuchten und einen Blick in das karmische Wirken innerhalb der Völker- und Menschenzusammenhänge tun. Wer Ernst macht mit dem Prinzip, die Welt nicht aus materiellen Prinzipien, sondern aus dem Geiste heraus zu erklären, wird das verstehen.
[ 1 ] Now let us shed light on even more mysterious realms of karmic action and take a look at how karma operates within the context of nations and humanity. Anyone who takes seriously the principle of explaining the world not through material principles but through the spirit will understand this.
[ 2 ] Man hat durch die Geschichte erfahren, daß Krankheiten im Laufe der Menschheitsentwickelung auftreten, die früher nicht da waren. Es gibt Zeit- und Volkskrankheiten. Nun werden wir heute etwas hören zunächst über die Entstehung solcher Zeit- und Volkskrankheiten. Aus dem Geiste heraus wollen wir das begreifen. Der Arzt erklärt sie, indem er sagt, diese oder jene Krankheiten kommen durch die Bazillen. Wir aber müssen fragen: Woher kommen die Bazillen selber? — Sie sind genauso inkarnierte Lebewesen wie der Mensch. Auch bei solchen Wesen, die als Zerstörer des Menschenlebens wirken, müssen wir fragen: Woher kommen sie? Was hat sie hineingebracht in ihr gegenwärtiges materielles Dasein? Was waren sie, bevor sie sich inkarniert haben?
[ 2 ] History has shown that, in the course of human evolution, diseases have emerged that did not exist in the past. There are diseases of the times and diseases of the people. Today we will first hear something about the origin of such diseases of the times and diseases of the people. Let us understand this from a spiritual perspective. The doctor explains them by saying that this or that disease is caused by germs. But we must ask: Where do the germs themselves come from? — They are incarnated beings just like human beings. Even with such beings that act as destroyers of human life, we must ask: Where do they come from? What brought them into their present material existence? What were they before they incarnated?
[ 3 ] Nehmen wir zum Beispiel an, irgendein Volk oder eine Rasse geht zugrunde, sie geht ihrem Untergange entgegen. Sie wehrt sich gegen diesen Untergang. Dieses Sich-Wehren gegen den Untergang ist ein geistiger Ausdruck, etwas, das in dem Astralkörper des betreffenden Volkes lebt. Würde solch ein untergehendes Volk für sich allein hinsterben, so würden die Gefühle, die sich da ausleben, keine besondere Wirkung haben auf andere in der Welt. Nehmen wir aber an, daß es mit einem anderen Volke in Konflikt kommt und das andere in Furcht und Schrecken versetzt, so entsteht bei dem anderen Volke eine Wirkung. Dann haben wir zweierlei: Das untergehende Volk und etwas, was entsteht aus dem Zusammenflusse zwischen dem sich gegen den Untergang wehrenden Volke und dem, was entsteht aus Furcht und Schrecken bei dem anderen Volke. Das ist etwas Bleibendes.
[ 3 ] Let us assume, for example, that a certain people or race is perishing; it is heading toward its downfall. It resists this downfall. This resistance to downfall is a spiritual expression, something that lives within the astral body of the people in question. If such a perishing people were to die out on its own, the emotions being played out there would have no particular effect on others in the world. But let us suppose that it comes into conflict with another people and fills the other with fear and terror; this then produces an effect in the other people. Then we have two things: the perishing people and something that arises from the interplay between the people resisting their downfall and what arises from fear and terror in the other people. This is something lasting.
[ 4 ] Nehmen wir als Beispiel einen speziellen Fall: die Mongolenstürme des Mittelalters, als die Mongolen mit den europäischen Völkerschaften zusammenstoßen und innerhalb dieser Völkerschaften Furcht und Schrecken verbreiten. Solche Furcht und solcher Schrecken sind dann in den Völkern vorhanden. Wenn man diese Völkermassen ansieht, die da heranstürmten, von denen die Mongolenstürme die letzten sind, und sich in die Stimmung der ganzen mittelalterlichen Völkerschaften versetzt, so sieht man, wie sich aus den untergehenden, sich ihrer Haut wehrenden letzten Stämmen der vierten Wurzelrasse und den in Furcht und Schrecken versetzten Europäern, geistige Gebilde formten. Man nehme an, einem solchen Ansturm würde mit Kühnheit und Liebe begegnet, so würden die Verwesungsstoffe aufgelöst. Aber Furcht, Haß und Schrecken konservieren solche verwesenden Gebilde, und Wesen wie Bazillen finden daher einen Nährboden. Sie inkarnieren sich später in denjenigen materiellen Gebilden, die für ihre Inkarnation geeignet sind. So haben sich in die Furcht und den Schrecken der europäischen Völker die Verwesungsstoffe als Verwesungssamen eingebettet. Und das sind kleine Lebewesen. So entstand der mittelalterliche Aussatz, die Miselsucht. Das waren Verwesungsstoffe der untergehenden Mongolenvölker.
[ 4 ] Let us take a specific example: the Mongol invasions of the Middle Ages, when the Mongols clashed with the European peoples and spread fear and terror among them. Such fear and terror were then present among the peoples. If one looks at these masses of people who were rushing in—of which the Mongol invasions were the last—and puts oneself in the mindset of the entire medieval population, one can see how spiritual formations took shape from the dying, desperate tribes of the fourth root race and the Europeans who were gripped by fear and terror. Suppose such an onslaught were met with courage and love; then the decaying substances would be dissolved. But fear, hatred, and terror preserve such decaying formations, and beings like bacilli therefore find a breeding ground. They later incarnate in those material forms that are suitable for their incarnation. Thus, the substances of decay have embedded themselves as seeds of decay within the fear and terror of the European peoples. And these are tiny living beings. This is how medieval leprosy, or “Miselsucht,” arose. These were the substances of decay from the declining Mongol peoples.
[ 5 ] Woher kommen nun jene Zerstörer der menschlichen physischen Natur? Sie kommen von früheren geistigen Ingredienzien, von Versündigungen. Das ist das Karma, wie es in den Volkskörpern wirkt. Daraus können Sie ermessen, wie das moralische Leben eines Volkes das äußere Leben der Zukunft bedingt. Ein Volk hat es in der Hand, für die physische Zukunft durch ein entsprechendes moralisches Leben in der Gegenwart zu sorgen.
[ 5 ] Where, then, do these destroyers of human physical nature come from? They come from past spiritual elements, from sins. This is karma as it operates within the bodies of nations. From this you can discern how the moral life of a nation determines its future external existence. A nation has it in its power to ensure its physical future by leading a corresponding moral life in the present.
[ 6 ] In allen Geheimschulen Europas spricht man davon, daß die ganzen Bakterienkrankheiten der modernen Zeit einen ähnlichen Ursprung haben. Die Bazillenkrankheiten werden auf ihren geistigen Ursprung zurückgeführt. Das ist eine esoterische Tradition bei den Rosenkreuzern und in anderen Geheimschulen, wo diese Dinge gelehrt werden. Eine Grundlehre gibt es in kleinen Kreisen von Geheimschulen, die besteht darin, daß in den siebziger Jahren ganz bestimmte Kämpfe innerhalb der astralen Welt stattfanden, und daß sich da etwas zum Besseren gewendet hat, wenn auch... (Lücke im Text.) Diese Vorgänge nennt man den Kampf zwischen den Scharen des aus der christlichen Esoterik genommenen Erzengels Michael und den Scharen des Gottes Mammon. Mammon ist der Gott der Hindernisse, der der fortschreitenden Bewegung die zerstörenden, hindernden Dinge in den Weg legt. Auf der anderen Seite sieht man in diesem Gotte Mammon den Erzeuger ganz bestimmter Gebilde, solcher Gebilde, die eben in den Infektionskrankheiten auf das menschliche Leben zerstörend wirken. Die in früheren Zeiten unbekannten Infektionskrankheiten rühren von dem Gotte Mammon her.
[ 6 ] In all the secret schools of Europe, it is said that all the bacterial diseases of modern times have a similar origin. Bacterial diseases are traced back to their spiritual origin. This is an esoteric tradition among the Rosicrucians and in other secret schools where these things are taught. There is a fundamental teaching in small circles of esoteric schools, which holds that in the 1970s, very specific battles took place within the astral world, and that something there has turned for the better, even if... (gap in the text.) These events are called the battle between the hosts of the Archangel Michael—taken from Christian esotericism—and the hosts of the god Mammon. Mammon is the god of obstacles, who places destructive, hindering forces in the path of progressive movement. On the other hand, this god Mammon is seen as the creator of very specific entities—entities that have a destructive effect on human life, particularly in the form of infectious diseases. The infectious diseases, unknown in earlier times, stem from the god Mammon.
[ 7 ] Sie werden ermessen können, daß die esoterischen Schulen die fortschrittliche Gesinnung im tiefsten Inneren des Menschen erzeugen müssen, denn man sieht als den eigentlichen Urquell dieser modernen Krankheiten nichts anderes als die Rückschrittlichkeit, den Urkonservatismus der sogenannten oberen Klassen gegenüber den verarmten unteren Klassen, den gedrückten Volksmassen, die zustreben einer neuen... (Lücke im Text.) Sie werden gehemmt, aufgehalten durch das, was der Gott Mammon bewirkt. Zwei Mächte finden wir einander gegenüberstehend: die Empfindungswelt der untergehenden oberen Schichten, die uralte Zeiten konservieren möchten, und das Gefühl des Hasses bei den unteren Klassen, ein astralisches Leben, das von den großen Massen den anderen entgegengeschleudert wird. In diesem Gegensatz sieht der Esoterismus wieder einen Verwesungsstoff und darin die Ursache der modernen Infektionskrankheiten. Wer diese Dinge durchschaut, wird sich selbstverständlich darum doch nicht gegen die Versuche der modernen Medizin mit ihren äußerlichen Mitteln wenden. Aber eine wirkliche Besserung wird nie auf diesem äußeren Wege kommen.
[ 7 ] You will be able to appreciate that the esoteric schools must foster a progressive spirit in the deepest recesses of the human soul, for the true root cause of these modern ills is nothing other than the backwardness, the primordial conservatism of the so-called upper classes toward the impoverished lower classes, the oppressed masses who are striving for a new... (Gap in the text.) They are hindered, held back by the effects of the god Mammon. We find two opposing forces: the emotional world of the declining upper classes, who wish to preserve ancient times, and the feeling of hatred among the lower classes—an astral life hurled at the others by the great masses. In this contrast, esotericism again sees a source of decay and, in it, the cause of modern infectious diseases. Anyone who sees through these things will, of course, not turn against the efforts of modern medicine with its external remedies. But true healing will never come through these external means.
[ 8 ] Was später auftritt, zeigt sich vorher immer schon durch die Erkenntnis der Esoterik. Sie besteht in dem richtigen Durchschauen dessen, daß man mit der Moral der Gegenwart die bessere Gesundheit in der Zukunft herbeiführen kann. Man kann hieraus wiederum ermessen, wie tief diejenigen zu schauen vermochten, die die theosophische Bewegung in die Welt eingeführt haben. Sie ist entstanden aus der Erkenntnis solcher Zusammenhänge. Man hat vorausgesehen, daß der Drang des Kampfes aller gegen alle immer schärfere Formen annehmen wird. Die Dinge, die da kommen müssen, vollziehen sich mit einer inneren Notwendigkeit, so wie die Dinge im Osten sich entwickeln wie ein Feuer, wo ein besonders brennbares Material da ist. Es wäre unsinnig, solche Dinge aufhalten zu wollen. Die passenden und brauchbaren Mittel, um den Kampf aller gegen alle aus dem Wege zu schaffen, suchte schon die theosophische Bewegung durch die Verbreitung des Grundsatzes der Brüderlichkeit. Denn die Verbrüderung löst auf, was an Verwesungsstoffen, was an Haß in die Welt strömt. Und wir stehen, was Rassen betrifft, in einem Niedergang. Wird dieser Niedergang durch den Glauben, daß man ihn aufhalten könnte, und durch Haß konserviert, und nicht durch Liebe aufgelöst, so muß natürlich das Allerschlimmste daraus folgen. Die theosophische Bewegung will ihn durch Liebe auflösen. Die Begründer derselben wissen, daß die Theosophische Gesellschaft nicht nur Heilmittel, sondern die Quelle für die Entwickelung der Menschheit in die Zukunft hinein ist.
[ 8 ] What occurs later is always foreshadowed by esoteric insight. This insight consists in the correct understanding that the morality of the present can bring about better health in the future. From this, one can in turn gauge how deeply those who introduced the Theosophical Movement to the world were able to see. It arose from an understanding of such connections. It was foreseen that the drive toward a struggle of all against all would take on ever more intense forms. The events that are bound to come unfold with an inner necessity, just as things in the East develop like a fire where particularly flammable material is present. It would be senseless to try to hold back such events. The Theosophical Movement has already sought appropriate and effective means to eliminate the struggle of all against all through the dissemination of the principle of brotherhood. For brotherhood dissolves the putrid elements and the hatred that flow into the world. And as far as races are concerned, we are in a state of decline. If this decline is perpetuated by the belief that it can be halted—and by hatred—rather than being dissolved by love, then naturally the very worst consequences will follow. The Theosophical Movement seeks to dissolve it through love. Its founders know that the Theosophical Society is not merely a remedy but the very source of humanity’s future development.
[ 9 ] So sieht man, wie das Physische eine Folge des vorhergehenden Geistigen ist, und wie die Menschen es unter Umständen in der Hand haben, durch Kenntnis der Zusammenhänge das Physische mit seinem geistigen Ursprung zu verbinden. Wer zum Beispiel weiß, wie eine bestimmte Krankheit zusammenhängt mit bestimmten Empfindungen und Gefühlen, der weiß, daß er durch das Hervorrufen dieser Gefühle auch die Krankheit hervorrufen kann. Der schwarze Magier kann dieses Wissen zum Verderben der Masse verwenden. Deshalb können die tieferen okkulten Wahrheiten nicht ohne weiteres allen gelehrt werden, da sie sofort eine scharfe Trennung in Gute und Böse veranlassen würden. Das ist das Gefährliche bei der Verbreitung der okkulten Lehren. Denn man kann niemanden lehren gesund zu machen, ohne gleichzeitig zu lehren krank zu machen. Wo okkulte Lehren mehr ins Volk gedrungen sind, da sind solche Dinge vorgekommen. In gewissen Gegenden des Morgenlandes kann man die wahren Berichte darüber hören, daß es Sekten gibt, die sich das Erzeugen von bestimmten Krankheiten zur Aufgabe machen. — So dringt man immer mehr ein in die Erklärung des Materiellen aus dem Geistigen.
[ 9 ] Thus we see how the physical is a consequence of the preceding spiritual, and how, under certain circumstances, people have the power to connect the physical with its spiritual origin through an understanding of these relationships. For example, anyone who knows how a particular illness is connected to certain sensations and emotions knows that by evoking these emotions, they can also bring about the illness. The black magician can use this knowledge to the detriment of the masses. That is why the deeper occult truths cannot simply be taught to everyone, since they would immediately lead to a sharp division between good and evil. This is the danger in spreading occult teachings. For one cannot teach anyone how to heal without simultaneously teaching them how to cause illness. Where occult teachings have become more widespread among the people, such things have occurred. In certain regions of the Orient, one can hear true accounts of sects whose purpose is to induce specific diseases. — Thus, we are delving ever deeper into explaining the material in terms of the spiritual.
[ 10 ] Wir wollen nun versuchen, jetzt über etwas größere Zeiträume hinüberzublicken. Man weiß, daß heute eine schöne Ergänzung besteht zwischen alledem, was tierisch lebt und der Pflanzenwelt. Die Pflanze verwendet den Kohlenstoff für sich und atmet den Sauerstoff aus und schafft dadurch fortwährend den Quell für dasjenige, was ringsherum tierisch atmen soll. Dieser Quell entspringt der pflanzlichen Welt. Alles was heute atmet, ist da durch das Wirken dieser geheimnisvollen Werkstätte der Pflanzenwelt. Hieraus kann man sich einen Begriff verschaffen, wie Welten untergehen; wie die Welt unterging, die unserer Erde voranging. Das Atmen war auf dem Monde nicht so vorhanden, wie es heute bei Tier und Mensch ist. Ein ganz anderer Prozeß war anstelle des Atmungsprozesses auf dem Monde; der ging allmählich in das Atmen über. Man kann sich ein Bild des früheren Prozesses machen, wenn wir auf ein Überbleibsel dieser Zeit sehen: die wechselwarmen Tiere, die die gleiche Wärme wie die Umgebung haben. Auf dem Monde war Feuer- oder Wärmeatmung vorhanden. Das Aufnehmen und Ausgeben von Feuer oder Wärme entsprach damals dem jetzigen Aufnehmen und Ausgeben der Luft. In der Mitte der lemurischen Zeit fing der Atmungsprozeß an, die Form anzunehmen, die er heute hat.
[ 10 ] Let us now try to look at things over somewhat longer periods of time. We know that today there is a beautiful balance between all animal life and the plant world. Plants use carbon for themselves and exhale oxygen, thereby continuously creating the source for the animal life that breathes all around them. This source springs from the plant world. Everything that breathes today exists through the workings of this mysterious workshop of the plant world. From this, one can gain an understanding of how worlds come to an end—how the world that preceded our Earth came to an end. Breathing on the Moon did not exist in the same way as it does today among animals and humans. A completely different process existed on the Moon in place of the breathing process; it gradually gave way to breathing. We can form a picture of this earlier process by looking at a remnant of that time: the poikilothermic animals, which have the same temperature as their surroundings. On the Moon, there was fire- or heat-breathing. The absorption and release of fire or heat at that time corresponded to the present-day absorption and release of air. In the middle of the Lemurian period, the process of respiration began to take on the form it has today.
[ 11 ] Ein materielles Abbild des geistigen Vorganges der Einbettung der Monade in den niederen Menschen ist das Atmen. Atmen heißt: das Einziehen der Monade. Im Hathajoga macht der Schüler deshalb auch einen Atmungsprozeß durch. Der Schüler regelt rhythmisch, was der Mensch als natürlichen Vorgang hat, um das Atmen, das heute ein natürlicher Vorgang ist, unter seine Herrschaft zu bekommen. So wie, bevor der Mensch zu diesem Atmungsprozeß überging, er in ähnlicher Weise von außen Wärme aufnahm und abgab und dieses sich in den Prozeß des zirkulierenden warmen Blutes verwandelte, so sucht der Hathajoga-Schüler auch den Atmungsprozeß zu einem inneren zu gestalten, ihn innerlich in seine Gewalt zu bekommen. Die Hathajoga-Regeln bedeuten die Verwandlung der Atmung in einen solchen Prozeß, der nicht von innen nach außen geht, sondern in einen innerlich geregelten Prozeß, so wie jetzt auch der Blutkreislauf ein geregelter innerer Prozeß ist. Bei den wechselwarmen Tieren verhält sich der Prozeß der Blutzirkulation zu demjenigen des Menschen so, wie der Atmungsprozeß beim gewöhnlichen Menschen zu dem Atmungsprozeß des Hathajoga-Schülers. Hinter all diesen Dingen stecken ganz tiefe Entwickelungsgedanken, die die Grundlage von realen Prozessen sein sollen.
[ 11 ] Breathing is a physical manifestation of the spiritual process of the monad’s embodiment in the lower human being. Breathing means: the drawing in of the monad. In Hatha Yoga, the student therefore also undergoes a breathing process. The student rhythmically regulates what is a natural process for human beings in order to bring breathing—which is today a natural process—under his control. Just as, before human beings transitioned to this breathing process, they similarly absorbed and released heat from the outside—a process that transformed into the circulation of warm blood—so too does the Hatha Yoga student seek to transform the breathing process into an internal one, bringing it under his or her inner control. The rules of Hatha Yoga involve transforming breathing into a process that does not proceed from the inside out, but rather into an internally regulated process, just as blood circulation is now a regulated internal process. In the case of cold- and warm-blooded animals, the process of blood circulation relates to that of humans in the same way that the breathing process of the average person relates to that of the Hatha Yoga student. Behind all these things lie very profound evolutionary ideas that are intended to form the basis of real processes.
[ 12 ] Was jetzt gewöhnlich gar nicht mehr verstanden wird, ist, daß in der Luft etwas vorhanden ist, was geistig ist. Als noch ein Bewußtsein davon vorhanden war, nannte man den Geist: Luft, Wind = Pneuma. «Pneuma» bedeutet einen Luftzug und auch das SeelischGeistige. Die Bezeichnung rührt von Zeiten her, in denen man noch von den wirklichen Zusammenhängen ein Bewußtsein hatte. Nehmen wir nun die Tatsache, daß sich auf dem Vorgänger unserer Erde (Mond) gewisse Wesenheiten über die damalige Menschheitsstufe hinaus entwickelt hatten. Es waren dies die luziferischen Wesenheiten. Wenn man diese betrachtet, muß man sich aber sagen: sie lebten nicht in einer Umgebung, die wie die heutige Erde ist. Sie konnten nicht in Luft atmen, also konnten sie auch nicht den Geist aufnehmen. Denn die Aufnahme von Geist entspricht der Luftatmung. Also waren sie genötigt, dasjenige im Wärmeprinzip auszuführen, was heute in der Luft geschieht. Wir unterscheiden auf der Erde sieben Zustände des Physischen: Erstens Lebensäther; zweitens chemischer Äther; drittens Lichtäther; viertens Wärmeäther; fünftens Luft; sechstens Wasser; siebentens Festes. Die luziferischen Wesenheiten mußten also innerhalb der Wärme dasselbe ausführen, was der Mensch heute in der Luft ausführt. Nun können Sie sich denken, daß daher diese Wesenheiten, die dem Menschen das freie Bewußtsein, die Selbständigkeit gegeben haben, in gewisser Weise mit dem Feuer verknüpft sind. Sie sind bei ihrem Auftreten aus diesem Grunde mit einer gewissen Gier geknüpft an alles dasjenige, was im Menschen als Wärme, als Feuer auftritt. Die Gier hängt sich an die Eigenwärme des Menschen. So sind die Geber der Erkenntnis und Freiheit mit etwas verknüpft, das sich zu inkarnieren versucht in der Wärme des Menschen nach der Art, wie es früher auf dem Monde geschah. Das ist der Zusammenhang zwischen der Erkenntnis und zwischen Geburt und Tod, Krankheit und so weiter in der Welt. Mit der Erkenntnis kamen Geburt und Tod und Krankheit in die Welt; der Mensch hat damit die Erkenntnis erkauft. Daher sehen wir auch den Zusammenhang zwischen gewissen Wärmeerscheinungen und der Krankheit, nämlich dem Fieber. Das ist der Ursprung des Fiebers. Davon hatte man noch Traditionen bis in das 19. Jahrhundert.
[ 12 ] What is generally no longer understood today is that there is something in the air that is spiritual. When people were still aware of this, they called the spirit: air, wind = pneuma. “Pneuma” means a breeze and also the soul-spiritual. The term dates back to times when people were still aware of the true connections. Let us now consider the fact that on the Earth’s predecessor (the Moon), certain beings had evolved beyond the level of humanity at that time. These were the Luciferic beings. When we consider them, however, we must realize: they did not live in an environment like that of the Earth today. They could not breathe air, so they could not take in the spirit either. For the reception of spirit corresponds to breathing air. Thus, they were compelled to carry out within the principle of warmth what takes place in the air today. On Earth, we distinguish seven states of the physical: first, the life ether; second, the chemical ether; third, the light ether; fourth, thermal ether; fifth, air; sixth, water; seventh, solid matter. The Luciferic beings therefore had to carry out within heat the same processes that human beings carry out in air today. Now you can imagine that for this reason these beings, who have given human beings free consciousness and independence, are in a certain sense linked to fire. For this reason, when they appear, they are bound with a certain greed to everything in the human being that manifests as warmth or fire. This greed clings to the human being’s own warmth. Thus, the givers of knowledge and freedom are linked to something that seeks to incarnate itself in the human being’s warmth, in the same way that it once did on the Moon. This is the connection between knowledge and between birth and death, illness, and so on in the world. With knowledge, birth, death, and illness entered the world; humanity has thus paid for knowledge with them. Hence we also see the connection between certain manifestations of warmth and illness, namely fever. This is the origin of fever. Traditions regarding this persisted well into the 19th century.
[ 13 ] Bei dem früheren Planeten, dem Vorgänger unserer Erde, hatte man es noch nicht mit Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien, wie sie heute sind, zu tun. Damals bestanden drei Reiche, die zwischen den unseren lagen. Es waren da als ein oberstes Reich Wesen, die noch nicht so tief herabgesunken waren wie die heutigen Tiere, und noch nicht so hoch heraufgekommen wie der heutige Mensch. Damals atmeten die Pflanzen auch noch nicht Sauerstoff aus. Sauerstoff, diese Lebensluft, gab es damals noch nicht. Erst mit der Entstehung unseres Pflanzenreiches wurde in den Stickstoff der Sauerstoff gemischt. Der Mond war umgeben mit einer Stickstoffatmosphäre. In der zweiten Hälfte des vergangenen Planeten strebten zwar die Wesenheiten schon zu solchen Gestalten, die atmen können, die mit Lungen und so weiter begabt sind, aber erst in dem Zyklus unserer Erde bildet sich das jetzige Pflanzenreich aus. Es entwickelten die tierischen Wesenheiten dann die Organe zum Atmen. Sie drängten das Pflanzenreich um eine Stufe herunter, damit es ihnen Sauerstoff zum Atmen gäbe.
[ 13 ] On the earlier planet—the predecessor of our Earth—there were not yet humans, animals, plants, and minerals as we know them today. At that time, there were three kingdoms that lay between our own. In the highest kingdom were beings who had not yet sunk as low as today’s animals, nor risen as high as today’s human beings. At that time, plants did not yet exhale oxygen. Oxygen—this life-giving air—did not yet exist. It was only with the emergence of our plant kingdom that oxygen was mixed into the nitrogen. The Moon was surrounded by a nitrogen atmosphere. In the second half of the previous planet, the beings were indeed already striving toward forms capable of breathing—forms endowed with lungs and so on—but it was not until the cycle of our Earth that the present plant kingdom took shape. The animal beings then developed the organs for breathing. They pushed the plant kingdom down a level so that it would provide them with oxygen to breathe.
[ 14 ] Auf diese Vorgänge auf dem Vorgänger unserer Erde mußte notwendig ein Zustand folgen, wo das Leben in derselben Form nicht mehr möglich war. Die Form hatte sich zu etwas anderem herausgebildet und brauchte einen neuen Planeten. Das vorhergehende Reich mußte untergehen. Es erstickte die ganze Welt des Lebenden auf dem vorhergehenden Planeten. So gehen Planeten mit ihrem Leben zugrunde, und in dem, was sich vorbereitet, in dem Körper des Mutterplaneten entwickelt sich ein neues Leben. So ist der Untergang und Aufgang von Planeten zu verstehen.
[ 14 ] These events on our Earth’s predecessor planet inevitably led to a state in which life in its previous form was no longer possible. Life had evolved into something else and required a new planet. The previous realm had to perish. It suffocated the entire world of living beings on the previous planet. This is how planets, along with their life, come to an end, and in what is being prepared—within the body of the mother planet—a new life develops. This is how the decline and rise of planets are to be understood.
[ 15 ] Heute lebt der Mensch so, daß er, wie er früher die anderen Reiche in sich gehabt hat, das Böse in seinem Karma noch in sich hat. Das arbeitet er jetzt aus sich heraus. Zukünftig wird Gutes und Böses in äußeren Formen da sein, eine Rasse der Guten und ein Reich der Bösen nebeneinander. In der Zukunft blickt das Menschenantlitz in verklärter Gestalt hervor aus dem abgesonderten, hinuntergestoßenen Bösen des Tierischen. Denken wir uns das verklärte Menschenantlitz, das heute wie ein Rätsel schlummert in der tierischen Materie, abgesondert von dem Tierisch-Bösen und symbolisch dargestellt - Sie können es sich nicht besser [dargestellt denken] als in der großen Intuition der ägyptischen Sphinx. Sie ist nicht etwas, was nur auf die Vergangenheit weist, sondern sie weist auch auf die Zukunft hin. Das Rätsel der Sphinx — umgesetzt in die griechische Sage - ist das Rätsel des Menschen. Nicht umsonst haben die alten Ägypter die Sphinx hingesetzt vor die Tempel der Initiation. Initiation ist das Verpflanzen des Zukunftsgeheimnisses in die Seelen. Beim Eingang in die Tempel war durch die Sphinx schon das Milieu geschaffen für die Initiation.
[ 15 ] Today, human beings live in such a way that, just as they once contained the other kingdoms within themselves, they still carry evil within their karma. They are now working this out of themselves. In the future, good and evil will exist in external forms: a race of the good and a kingdom of the evil, side by side. In the future, the human face will emerge in a transfigured form from the separate, cast-down evil of the animal realm. Let us imagine the transfigured human face, which today slumbers like a riddle within animal matter, separated from the animal-evil and symbolically represented—you cannot conceive of it better than in the great intuition of the Egyptian Sphinx. It is not something that points only to the past, but it also points to the future. The riddle of the Sphinx—transposed into Greek mythology—is the riddle of humanity. It is no coincidence that the ancient Egyptians placed the Sphinx before the temples of initiation. Initiation is the planting of the mystery of the future within the soul. At the entrance to the temples, the Sphinx had already created the atmosphere for initiation.
[ 16 ] Was äußerlich den Sauerstoff als Leib hat, das ist innerlich die Monade. Sobald Sauerstoff auf der Erde auftritt, hat die Monade die Fähigkeit, sich zu inkarnieren. Es ist die Sucht, die Monade für sich zu bekommen, wenn der Schüler viel Sauerstoff einzuatmen und in sich zu behalten sucht. Sauerstoff ist nicht nur etwas materiell Äußerliches. Man muß den Sauerstoff seinem Geist nach untersuchen. So haben wir äußerlich Sauerstoff, innerlich die Monade. Der Atmungsprozeß bildete daher in der lemurischen Zeit den Körper für die herabsteigenden Söhne des Manas.
[ 16 ] What has oxygen as its physical body on the outside is the monad on the inside. As soon as oxygen appears on Earth, the monad has the ability to incarnate. It is the desire to acquire the monad for oneself that drives the student to inhale large amounts of oxygen and try to hold it within. Oxygen is not merely something material and external. One must examine oxygen in terms of its spirit. Thus, we have oxygen externally and the monad internally. The process of respiration therefore formed the body for the descending Sons of Manas during the Lemurian period.
