Nature and Spirit Beings
Their Influence on Our Visible World
GA 98
14 June 1908, Munich
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Nature and Spirit Beings, tr. SOL
17. Elementarwesenheiten und andere höhere geistige Wesenheiten — Geistige Wesen der Naturreiche
17. Elementary Beings and other Higher Spiritual Beings — spiritual beings of the natural kingdoms
[ 1 ] Wenn wir öfter schon betont haben, daß die geisteswissenschaftliche Weltanschauung nicht nur etwas Abstraktes, Begriffliches bleiben soll, nicht nur etwas bleiben soll, was wir in Feieraugenblicken des Lebens zur Befriedigung unserer inneren Seelenbedürfnisse als unsere Weltanschauung hinstellen, sondern daß sie etwas sein soll, was tief eingreift in unser ganzes Leben und Sein, in unser Wirken vom Morgen bis zum Abend, so wird uns das ganz besonders anschaulich, wenn wir die Beziehungen und Verhältnisse von geistigen Wesen und der geistigen Welt überhaupt, die immer um uns herum sind, zu uns, zu diesem unserem Leben ins Auge fassen. Sozusagen wird dem Menschen die Physiognomie des äußeren Lebens erst dann verständlich, wenn er hineinblicken kann in dasjenige, was aus der geistigen Welt heraus diese Physiognomie des Daseins bewirkt. So, wie wir einen Menschen seiner Physiognomie nach erst ganz anfangen zu verstehen, wenn wir seine Seele kennen, wie wir dann seinen Blick zu deuten wissen, seine Mienen zu erklären wissen, so wird uns auch die äußere Welt in ihren großen und kleinen Erscheinungen begreiflich, wenn wir die geistigen Untergründe kennenlernen. Wir können uns ja da schon sehr viel verständlich machen, wenn wir mit dem durch die Geisteswissenschaft geschärften Blick das Leben auf Schritt und Tritt verfolgen und betrachten.
[ 1 ] We have often emphasized that the worldview of Spiritual Science should not remain merely something abstract and conceptual, nor should it remain merely something we present as our worldview during life’s moments of celebration to satisfy our inner spiritual needs; rather, it should be something that deeply permeates our entire life and being, in our activities from morning to night, this becomes particularly clear to us when we consider the relationships and connections between spiritual beings and the spiritual world in general—which are always around us—and our own lives. So to speak, the physiognomy of external life becomes understandable to a person only when he or she can look into that which, from the spiritual world, brings about this physiognomy of existence. Just as we only begin to truly understand a person’s character when we know their soul—and can then interpret their gaze and explain their expressions—so, too, does the outer world, in all its phenomena, great and small, become comprehensible to us when we come to know its spiritual underpinnings. We can, after all, make a great deal clear to ourselves if we follow and observe life at every turn with a gaze sharpened by Spiritual Science.
[ 2 ] Wenn ich in der Einleitung von einem Apercu, das sich mir aufgedrängt hat in der letzten Zeit, ausgehen darf, so soll das nur dazu dienen, uns in die Stimmung der heutigen Betrachtung hineinzufinden.
[ 2 ] If I may begin the introduction with an insight that has come to me recently, it is intended solely to help us get into the right frame of mind for today’s reflection.
[ 3 ] Öfter habe ich Sie aufmerksam gemacht darauf, wie eigenartig im Weltenschicksal, im geschichtlichen Karma, die Dinge sich verkettet haben in der europäischen Kultur. Ich habe Sie darauf hingewiesen, wie in der nordischen Mysterienwelt, in der Mysterienwelt der Druiden, der Trotten, geherrscht hat beim Unterricht ein gewisser tragischer Zug. Man hat die Schüler in der alten vorchristlichen Mysterienwelt eingeführt in hohe geistige Weisheiten, hohe geistige Wissenschaft, aber man hat sie immer auch auf etwas hingewiesen: man hat sie hingewiesen darauf, daß die Anschauung der geistigen Welt, die man übermitteln konnte, namentlich im nördlichen und nordwestlichen Europa, eine besondere Beleuchtung erfahren wird durch ein Ereignis der Zukunft. Man hat prophetisch hingewiesen auf das spätere Erscheinen des Christus. Und die ganze europäische Kultur wird uns dann verständlich, wenn wir die merkwürdigen Fäden verfolgen, wie sich das Christentum hineinschlingt in dasjenige, was geblieben war von den alten nordischen Anschauungen über die Geisterwelt, wie sich das Christentum in sie hineingezogen hat. Und manchmal erscheinen einem wirklich kleine, äußere Tatsachen wie Symptome - es sind mehr als Symptome: wirkliche Zeugnisse — für das, was im Inneren geschieht; und demjenigen, der die feinen Fäden verfolgt, dem entziffert sich dadurch die Physiognomie der äußeren Ereignisse.
[ 3 ] I have often drawn your attention to how strangely events have become intertwined in European culture within the context of the destiny of the world and historical karma. I have pointed out to you how, in the Nordic world of mysteries—in the world of mysteries of the Druids and the Trottens—a certain tragic element prevailed in the teachings. In the ancient pre-Christian world of mysteries, students were initiated into high spiritual wisdom and high spiritual science, but they were always made aware of one thing: they were told that the view of the spiritual world that could be conveyed—particularly in northern and northwestern Europe—would be shed upon in a special light by a future event. They pointed prophetically to the later appearance of the Christ. And the whole of European culture becomes understandable to us when we trace the remarkable threads showing how Christianity intertwined itself with what remained of the ancient Nordic conceptions of the spirit world, how Christianity was drawn into them. And sometimes even small, external facts appear to us as symptoms—they are more than symptoms: they are genuine testimonies—of what is happening within; and for those who trace these subtle threads, the nature of external events is thereby revealed.
[ 4 ] So war es mir wirklich auf einer meiner letzten Vortragsreisen sehr lebendig vor die Seele getreten, wie in den Gebieten des Nordens, in Schweden und Norwegen, für eine geistige Anschauung in alles, was es da zur linken und rechten Seite der Eisenbahn gibt, die Nachwirkungen der alten nordischen Geisterwelt hereinspielen, wie sie in allem Einzelnen noch wahrzunehmen sind. Und dann fühlt man so etwas ganz besonders, wenn in diese Nachklänge der alten nordischen Götterwelt so etwas mittenhinein sich stellt, was auf merkwürdige karmische Zusammenhänge in der Geschichte hindeutet. Mitten sozusagen in diesen Nachklängen der alten nordischen Geisterwelt bietet sich einem ein eindrucksvolles Bild. Wenn man nach Uppsala kommt und sozusagen mittendrinnen in den Dingen ist, die mehr Erinnerung an die alte nordische Mysterienwelt sind, begegnet einem mittendrinnen die erste germanische Bibelübersetzung des Ulfilas, dieses wunderbare Dokument vom Hereindringen des Christentums in die europäische Welt. Auch wenn wir nicht auf besondere spirituelle Zusammenhänge eingehen, werden wir etwas fühlen von karmischen Zusammenhängen, wenn wir daran denken, daß dieses Dokument zuerst in Prag war, dann im schwedischen Kriege erbeutet worden und damals durch merkwürdige Zusammenhänge an diese Stelle gebracht worden ist. Wie ein lebendiges Denkmal vom Hineindringen des Christentums in die alte nordische Geisteswelt mutet uns diese erste Bibelübersetzung ins Germanische an.
[ 4 ] During one of my recent lecture tours, it really came alive in my soul how, in the northern regions—in Sweden and Norway—the aftereffects of the ancient Norse spirit world come into play in everything to the left and right of the railroad tracks, shaping a spiritual perspective on the landscape, and how these effects can still be perceived in every detail. And one feels this particularly keenly when, right in the midst of these echoes of the ancient Norse world of the gods, something appears that points to strange karmic connections in history. Amid these echoes of the ancient Norse spirit world, so to speak, an impressive picture presents itself. When one arrives in Uppsala and finds oneself, so to speak, right in the midst of things that are more a reminder of the ancient Norse world of mysteries, one encounters right there the first Germanic Bible translation by Ulfilas—this marvelous document of Christianity’s entry into the European world. Even if we do not delve into specific spiritual connections, we will sense something of karmic connections when we consider that this document was first in Prague, then captured during the Swedish War, and was brought to this very place through a series of remarkable circumstances. This first translation of the Bible into the Germanic language strikes us as a living monument to the penetration of Christianity into the ancient Nordic spiritual world.
[ 5 ] So wird alles lebendig, alles von innen heraus erklärlich, wenn man die Dinge, die einem entgegentreten, wirklich auch als äußeren Ausdruck innerer geistiger Tatsachen ansieht. Und so wollen wir denn heute mancherlei von demjenigen uns vor die Seele führen, was uns äußere Ereignisse und äußere Tatsachen zeigt als Folge, als physiognomischen Ausdruck von inneren geistigen Wesenheiten und Geschehnissen, von Tatsachen solcher geistiger Wesen und Geschehnisse.
[ 5 ] Everything thus comes to life, and everything becomes understandable from within, when one truly regards the things that come one’s way as the outward expression of inner spiritual realities. And so today let us bring to mind various aspects of what external events and external facts reveal to us as consequences, as physiognomic expressions of inner spiritual entities and events—of facts pertaining to such spiritual entities and events.
[ 6 ] Wenn wir des Menschen Leben überblicken, so wird uns zunächst in der heutigen materiell denkenden Zeit auffallen können, daß man eigentlich nur diejenigen Zusammenhänge studiert und beachtet, welche wirklich äußerlich im Groben sichtbar sind. Man nennt irgend etwas schädlich, wenn man mit Augen den Schaden sehen kann, den es anrichtet, nützlich, wenn man mit Augen im groben Sinn den Nutzen erblicken kann. Daß zwischen den sinnlichen Ereignissen des Lebens, sozusagen zwischen unseren sinnlichen Leibern geistige Tatsachen sich abspielen, solche geistige Tatsachen, die zusammenhängen mit dem Menschenleben, wird uns insbesondere zu einer klaren Anschauung kommen, wenn wir zunächst im ersten Teil Rücksicht nehmen auf gewisse Taten von Wesenheiten, die in unsere Welt mit ihren Wirkungen hereinspielen, die der Mensch natürlich mit seinen physischen Sinnen nicht wahrnimmt, die aber tiefe Bedeutsamkeit haben für das ganze menschliche Leben.
[ 6 ] When we survey human life, we may first notice—especially in today’s materialistic age—that people actually study and pay attention only to those connections that are visibly apparent on the surface. Something is called harmful if one can see with one’s eyes the harm it causes, and useful if one can perceive its benefit with one’s eyes in a general sense. The fact that spiritual realities unfold between the sensory events of life—so to speak, between our physical bodies— such spiritual realities—which are connected with human life—will become particularly clear to us when, in the first part, we consider certain actions of beings whose effects influence our world; actions that human beings naturally do not perceive with their physical senses, but which have profound significance for the whole of human life.
[ 7 ] Nur eine gewisse Sorte von solchen Wesen können wir, da es viele gibt, betrachten. Der Raum um uns herum ist nicht nur mit Luft ausgefüllt, sondern mit geistigen Wesenheiten der verschiedensten Art. Es gibt da solche, die wir Elementarwesen nennen. Sie sind dadurch zu charakterisieren, daß sie in ihrer Mehrzahl dasjeniige nicht haben, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht, nämlich moralisches Verantwortungsgefühl. Das können sie nicht haben; sie sind so organisiert, daß man sie zur Verantwortung im moralischen Sinn nicht ziehen kann. Sie dürfen nicht glauben, daß diese Wesenheiten, die durch unsere Leiber ein- und ausziehen — wenigstens eine gewisse Sorte von ihnen -, nicht Verstand, Intelligenz hätten. Manche von ihnen sind sehr schlaue Wesenheiten, Wesenheiten, die in bezug auf Klugheit und Verstand dem Menschen gar nicht besonders nachstehen. Wir wollen zuerst auf jene Wesen unseren Blick werfen, welche sich in den höheren Welten finden, aber zum Menschen selbst ein gewisses Verhältnis haben, das im Leben seine Wirkungen hat. Das wollen wir betrachten.
[ 7 ] Since there are so many of them, we can only consider a certain type of such beings. The space around us is filled not only with air, but with spiritual beings of the most diverse kinds. There are those whom we call elemental beings. They are characterized by the fact that, for the most part, they lack what actually makes a human being a human being, namely, a sense of moral responsibility. They cannot possess this; they are organized in such a way that they cannot be held accountable in the moral sense. One must not believe that these beings—who enter and leave our bodies—at least a certain type of them—lack reason or intelligence. Some of them are very clever beings, beings who, in terms of cleverness and intellect, are not particularly inferior to human beings. Let us first turn our attention to those beings who are found in the higher worlds but who have a certain relationship to human beings that has an effect on their lives. Let us consider this.
[ 8 ] Dabei gehen wir aus davon, daß der Mensch eigentlich in zwei Zuständen lebt. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden wechselt der normale Mensch von heute zwischen dem wachen Tageszustand und dem Schlafzustande, und wir wissen aus den früheren Betrachtungen, daß der Mensch während des Tages in regelmäßiger Weise zusammengefügt ist aus vier Gliedern: dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem astralischen Leib und dem Ich, daß in der Nacht, wenn der Mensch einschläft, der physische und der ätherische Leib im Bette liegen bleiben und der astralische Leib mit dem Ich herauszieht. Nun haben wir auch gehört, daß diese vier Glieder des menschlichen Leibes ihren Ausdruck im physischen Leib finden. Wir wissen, daß das Ich seinen Ausdruck findet im Blute. Das Blut in seinen Bewegungen ist nichts anderes als die materielle Offenbarung des Ich. Ebenso ist das Nervensystem die materielle Offenbarung des astralischen Leibes, die Drüsen sind es vom Ätherleibe und der physische Leib hat sozusagen seine eigene Offenbarung. Wenn Sie das festhalten, so werden Sie begreifen können, daß dieses menschliche Nervensystem im physischen Leib doch so gestaltet ist, daß es nur bestehen kann, wenn es vom astralischen Leib durchdrungen ist; denn es ist von ihm organisiert, hängt von ihm ab, dieser Astralleib ist sein Schöpfer und Erhalter. Es kann nur leben unter der Einwirkung des astralischen Leibes. Ebenso hängt das Blut mit dem Ich zusammen. Denken Sie, was da geschieht, wenn Sie jede Nacht schnöde verlassen Ihren physischen Leib! Sie lassen Ihr Nervensystem im physischen Leib zurück und nehmen den astralischen Leib, der sein Nährvater ist, heraus. Sie überlassen dasjenige, was dieser Astralleib zu versorgen hat, sich selbst. Ebenso tritt Ihr Ich heraus und überläßt das Blut sich selbst. Das tut der Mensch jede Nacht. Er überläßt seinen physischen Leib, beziehungsweise das Nerven- und das Blutsystem, sich selbst. Die könnten aber nicht bestehen, wenn es bloß auf sie ankäme. Sie müssen nämlich, wie sie sind, in der menschlichen Gestalt von einem Astralleib durchzogen sein, ebenso das Blut von etwas, was dem Ich gleichkommt.
[ 8 ] We start from the premise that human beings actually live in two states. Within a twenty-four-hour period, the average person today alternates between the waking state of the day and the state of sleep, and we know from earlier considerations that during the day, a human being is regularly composed of four members: the physical body, the etheric body, the astral body, and the I; that at night, when a person falls asleep, the physical and etheric bodies remain in bed while the astral body withdraws along with the I. Now we have also heard that these four members of the human body find their expression in the physical body. We know that the “I” finds its expression in the blood. The blood, in its movements, is nothing other than the material manifestation of the “I.” Likewise, the nervous system is the material manifestation of the astral body; the glands are those of the etheric body; and the physical body has, so to speak, its own manifestation. If you keep this in mind, you will be able to understand that this human nervous system in the physical body is, after all, structured in such a way that it can only exist if it is permeated by the astral body; for it is organized by the astral body, depends on it—this astral body is its creator and sustainer. It can only live under the influence of the astral body. Likewise, the blood is connected to the “I.” Think about what happens when you callously abandon your physical body every night! You leave your nervous system behind in the physical body and take the astral body—which is its nurturer—out with you. You leave what the astral body is meant to sustain to fend for itself. Likewise, your “I” steps out and leaves the blood to fend for itself. This is what a human being does every night. He leaves his physical body—or rather, the nervous and circulatory systems—to fend for themselves. But they could not survive if they were left to their own devices. For, as they are, they must, in the human form, be permeated by an astral body, just as the blood must be permeated by something akin to the “I.”
[ 9 ] Was Sie nun selbst nicht tun — Ihr Nervensystem versorgen -, das müssen andere Wesenheiten tun. Daher sehen Sie, wie in demselben Augenblick, wo astralischer Leib und Ich herausziehen aus dem physischen und Ätherleib, da hineinrücken höhere Wesenheiten aus höheren Reichen; sie senken ihre Astralität in das Nervensystem hinein und versorgen Nerven und Blut. Jede Nacht nimmt Besitz vom physischen Leib dasjenige, was aus höheren Welten herunterrückt, wenn der Mensch schnöde seinen Leib verläßt. So daß wir sagen können: Astralische Substantalitäten, die den physischen und den Ätherleib schaffen, an seiner Schöpfung beteiligt sind, die nehmen sich derer wieder an, wenn der Mensch sie verläßt. Dabei finden sie sie anders, als sie sie ursprünglich dem Menschen geliefert haben. Der Mensch war darin mit seinem Astralleib und Ich und hat darin gewirtschaftet; und da finden die geistigen Wesenheiten aus höheren Weltenregionen drinnen Wirkungen vor, die ihnen gar nicht in ihrer höheren Geistigkeit entsprechen, die die Nachwirkungen dessen sind, was der Mensch den Tag über von seiner Astralität und seinem Ich aus in seinem physischen Leib anrichtet. Nun weiß ja eine materialistische Betrachtungsweise vom Groben nur; aber wenn man auf die geheimnisvollen Tatsachen der geistigen Welt eingeht, da findet man, daß noch ganz andere Wir kungen bis in den physischen Leib hinein da sind. Man kann keinen Gedanken haben, keine Empfindung und kein Gefühl haben, ohne daß diese ihre Wirkungen bis in den physischen Leib hinein äußern. Wenn auch der Anatom das nicht nachweisen kann, jede Empfindung, jede Gefühlsform bewirkt eine gewisse Veränderung der Struktur des physischen Leibes, und die finden dann jene Wesenheiten vor, die sich hineinsenken in den Menschen.
[ 9 ] What you yourself do not do—nourish your nervous system—must be done by other beings. Therefore, you see how, at the very moment when the astral body and the “I” withdraw from the physical and etheric bodies, higher beings from higher realms move in; they lower their astral nature into the nervous system and nourish the nerves and blood. Every night, that which descends from higher worlds takes possession of the physical body when the human being carelessly leaves it. So we can say: Astral substances that create the physical and etheric bodies—and are involved in their creation—take them back when the human being leaves them. In doing so, they find them different from how they originally delivered them to the human being. The human being was present within them with his astral body and I, and carried out his activities there; and there the spiritual beings from higher regions of the world find effects within that do not at all correspond to their higher spirituality—effects that are the aftereffects of what the human being has wrought in his physical body throughout the day through his astral nature and his I. Now, a materialistic perspective is concerned only with the gross; but when one delves into the mysterious realities of the spiritual world, one finds that there are entirely different effects extending right into the physical body. One cannot have a single thought, sensation, or feeling without these expressing their effects right down into the physical body. Even if the anatomist cannot prove this, every sensation and every form of feeling brings about a certain change in the structure of the physical body, and these are then encountered by those beings who sink into the human being.
[ 10 ] Von besonderer Bedeutung sind jene Wirkungen, die ausgeübt werden auf unseren physischen Leib durch alles dasjenige, was der Mensch in seiner Seele hat an Lüge, Verleumdung, Heuchelei. Der materialistische Sinn glaubt, daß Lüge, Verleumdung, Heuchelei etwas sind, was nur so schädlich wirkt, wie man es äußerlich beobachten kann. Das ist nicht so, sondern ganz feine, allerdings für einen mikroskopischen Apparat nicht wahrnehmbare Wirkungen gehen bis auf den physischen Leib. Geht dann die Seele im Schlaf heraus, so bleiben die Wirkungen im physischen Leib drinnen, und die werden von den Wesenheiten vorgefunden. Und dabei kommen nicht nur in Betracht diejenigen Seelenerlebnisse, die man im Grobsinnlichen als Lüge, Verleumdung, Heuchelei bezeichnet, sondern auch die feinen, konventionellen Lügen, zum Beispiel die, welche die Gesellschaftsordnung heute nötig macht. Lügen aus Höflichkeit oder Sitte und die ganze Skala, die angeführt werden kann von Unaufrichtigkeit und Heuchelei und kleinen Verleumdungen selbst nur in Gedanken -, all das drückt sich aus in den Wirkungen auf den physischen Leib, und das wird vorgefunden von diesen herabrückenden Wesenheiten. Und dadurch, daß das drinnen ist in der Nacht im physischen Leibe, wird etwas besonderes bewirkt. Dadurch werden immer Stücke abgerissen von der Substanz dieser in den Leib sich hineinsenkenden Wesenheiten. Abschnüren müssen sich dadurch gewisse Teile der höheren Wesenheiten. Die Folge von Lüge und Heuchelei und Verleumdung am Tag ist die Abschnürung gewisser Wesenheiten in der Nacht, die dadurch eine gewisse Verwandtschaft haben zum physischen Menschenleib. Diese Wesenheiten gewinnen dadurch ein selbständiges Dasein in der uns umgebenden geistigen Welt; es sind Wesenheiten, die wir rechnen zur Klasse der Phantome. Phantome sind solche geistige Wesenheiten, die also in ihrem Äußeren physiognomische Ausdrücke sind, in einer gewissen Weise Nachbildungen der menschlichen Leibesglieder und Gestalt. Sie sind von so dünner Materialität, daß das physische Auge sie nicht sehen kann, sie sind aber sozusagen von physischer Form. Da sieht der Hellseher durch die Luft schwirren Stücke von menschlichen Köpfen, menschlichen Händen, ganze Gestalten, ja das Innere von menschlichen Leibern sieht er herumschwirren, den Magen, das Herz, er sieht all die Phantome, die auf diese Weise sich losgeschnürt haben, daß der Mensch dasjenige seinem physischen Leib übergeben hat, was die Folge ist von Lüge, Heuchelei und Verleumdung.
[ 10 ] Of particular significance are the effects exerted on our physical body by everything a person harbors in their soul—lies, slander, and hypocrisy. The materialistic mind believes that lies, slander, and hypocrisy are things that are only as harmful as can be observed externally. This is not the case; rather, very subtle effects—though imperceptible even to a microscope—extend all the way to the physical body. When the soul then leaves the body during sleep, these effects remain within the physical body, where they are encountered by the spiritual beings. And this includes not only those soul experiences that are described in the grossly sensory realm as lies, slander, and hypocrisy, but also the subtle, conventional lies—for example, those necessitated by today’s social order. Lies told out of politeness or custom, and the entire spectrum—ranging from insincerity and hypocrisy to minor slanders, even those merely in thought—all of this finds expression in the effects on the physical body, and this is what these descending entities encounter. And because this is present within the physical body at night, a particular effect is brought about. As a result, pieces are constantly torn away from the substance of these entities sinking into the body. Certain parts of the higher entities must thereby be severed. The consequence of lies, hypocrisy, and slander during the day is the severing of certain beings at night, which thereby acquire a certain kinship with the physical human body. Through this, these beings gain an independent existence in the spiritual world surrounding us; they are beings we classify as phantoms. Phantoms are spiritual entities whose outward appearance consists of physiognomic expressions; in a certain sense, they are replicas of the human limbs and form. They are of such a fine materiality that the physical eye cannot see them, yet they possess, so to speak, a physical form. The clairvoyant sees fragments of human heads, human hands, and entire figures flitting through the air; indeed, he sees the inner parts of human bodies flitting about—the stomach, the heart—he sees all the phantoms that have broken free in this way because the person has surrendered to their physical body that which is the consequence of lies, hypocrisy, and slander.
[ 11 ] Solche Phantome, die fortwährend unseren geistigen Raum durchschwirren, werden Ihnen ein Beweis sein dafür, daß das Menschenleben selbst die Ursache ist von Wesenheiten, die nun keineswegs in besonders günstiger Weise auf den Menschen einwirken; denn sie haben in gewisser Beziehung intelligente Eigenschaften und keine moralische Verantwortlichkeit. Sie fristen ihr Dasein damit, daß sie den Menschen in ihrem Leben Hindernisse in den Weg legen, viel mehr Hindernisse als dasjenige ist, was man Bakterien nennt. Es findet sogar noch etwas anderes statt. In solchen Wesen sind wichtige Krankheitserreger zu suchen; denn wenn diese Phantome geschaffen sind durch den Menschen, dann finden sie in Bazillen und Bakterien eine sehr gute Gelegenheit zu ihrem Dasein, sie finden sozusagen Nahrung darinnen. Sie würden mehr oder weniger in ihrer geistigen Wesenheit vertrocknen, wenn diese Nahrung nicht da wäre. Aber diese Bakterien werden von ihnen in gewisser Weise wiederum geschaffen. Dadurch, daß sie da sind, sind diese Wesenheiten der physischen Welt etwas, das zu etwas dienen kann. Es ist somit dasjenige, was in einer gewissen Weise gebraucht wird, durch geheimnisvolle Ursachen auch da.
[ 11 ] Such phantoms, which constantly flit through our mental space, will serve as proof to you that human life itself is the source of entities that by no means have a particularly beneficial effect on humans; for, in a certain sense, they possess intelligent qualities but bear no moral responsibility. They eke out their existence by placing obstacles in people’s paths—far more obstacles than what are commonly called bacteria. There is even something else at work. Important pathogens are to be found in such entities; for if these phantoms are created by human beings, then they find in germs and bacteria a very good opportunity for their existence—they find nourishment in them, so to speak. They would more or less wither away in their spiritual essence if this nourishment were not there. But these bacteria, in a certain sense, are in turn created by them. By virtue of their existence, these entities of the physical world serve a purpose. Thus, what is needed in a certain way is also present there through mysterious causes.
[ 12 ] Es schafft also der Mensch sozusagen durch Lüge, Verleumdung, Heuchelei ein Heer von geistigen Wesenheiten der Klasse der Phantome.
[ 12 ] Thus, through lies, slander, and hypocrisy, so to speak, human beings create an army of spiritual beings belonging to the class of phantoms.
[ 13 ] Auch mit dem Ätherleib ist es ähnlich, den der Mensch in der Nacht verläßt. Den hat er für sein Leben auch so eingerichtet, daß dieser Ätherleib als menschlicher Ätherleib nur bestehen kann, wenn er durchzogen ist von höheren Wesenheiten; wenn die eigene Astralität draußen ist, so tauchen jene Wesenheiten auch in den Ätherleib hinein. Das muß man festhalten! Dann aber wird es uns begreiflich erscheinen, daß durch gewisse Vorgänge unseres Seelenlebens Wirkungen erzielt werden im Ätherleib, die in der Nacht bleiben und Veranlassung geben, nach dem Muster des Ätherleibes, Wesen abzuschnüren von demjenigen, was sich hereinsenkt. Die Seelenvorgänge, die zu solchen Wesenheiten führen, sind Vorgänge, die bewirkt werden im menschlichen Zusammenleben durch dasjenige, was wir nennen können: schlechte Gesetze, verkehrte Maßregeln. Allerlei von dem, was durch gesetzmäßige Wirkungen Verkehrtes im Verkehr von Mensch zu Mensch die Seele erlebt, das wirkt auf die Seele so, daß in der Nacht im Ätherleib die Nachwirkung bleibt, die abschnürt diejenigen Wesenheiten, die wir Gespenster nennen. Das ist die zweite Art der Wesenheiten, die zu der Sorte gehört, die der Mensch schafft.
[ 13 ] The situation is similar with the etheric body, which the human being leaves at night. He has arranged this etheric body for his life in such a way that it can exist as a human etheric body only when it is permeated by higher beings; when his own astral nature is outside the body, those beings also enter the etheric body. This must be kept in mind! Then, however, it will become clear to us that certain processes in our soul life produce effects in the etheric body that remain during the night and cause beings to be cut off—according to the pattern of the etheric body—from whatever sinks into it. The soul processes that lead to such beings are processes brought about in human social life by what we might call: bad laws, misguided measures. All manner of things that the soul experiences in human interaction—things that are wrong due to lawful effects—affect the soul in such a way that an aftereffect remains in the etheric body at night, which gives rise to those entities we call ghosts. This is the second type of entity that belongs to the category created by human beings.
[ 14 ] Dann müssen wir bedenken, daß die Sache auch umgekehrt ist. Dasjenige, was herausgerückt ist in der Nacht, der astralische Leib, ist so organisiert, daß er darauf angewiesen ist, in dem Nervensystem drinnenzustecken; wenn er außerhalb ist, dann ist er nicht an seinem richtigen Ort. Dann muß auch er von höheren Welten aus versorgt werden, müssen sich mit ihm höhere, behütende Geister vereinigen. Und auch von diesen kann wiederum durch des Menschen Seelentätigkeit etwas abgeschnürt werden, durch eigentümliche Seelenvorgänge, dadurch, daß auf des Menschen Wesenheit dasjenige wirkt, was wir bezeichnen können etwa mit «einen falschen Ratschlag geben», falschen Ratschlag dem anderen aufzwingen, Vorurteile fassen, die nicht genügend begründet sind, den Menschen überreden, so daß man seine Seele so behandelt, daß man ihm nicht die Zustimmung überläßt, sondern ihn sozusagen zwangsmäßig zu einer Überzeugung treibt, der man selbst fanatisch zugetan ist.
[ 14 ] Then we must consider that the reverse is also true. That which has emerged at night—the astral body—is organized in such a way that it depends on being embedded within the nervous system; when it is outside, it is not in its proper place. It, too, must be sustained from higher worlds; higher, protective spirits must unite with it. And even from these, something can in turn be cut off through the activity of the human soul—through peculiar soul processes—by the fact that what we might describe as “giving wrong advice” acts upon the human being, imposing false advice on others, forming prejudices that are not sufficiently grounded, persuading people in such a way that one treats their soul by not leaving them the freedom to consent, but rather, so to speak, forcibly driving them toward a conviction to which one is oneself fanatically attached.
[ 15 ] Wenn so von Mensch zu Mensch gewirkt wird, dann bleibt in der Nacht im astralischen Leib eine Wirkung zurück, die von höheren Wesen abschnürt gewisse Wesenheiten, die wir zählen zu der Klasse der Dämonen. Sie werden erzeugt in der geschilderten Weise dadurch, daß die Menschen nicht einander gegenüberstehen mit der Gesinnung, die sich ausdrücken läßt mit den Worten: Ich will dem anderen sagen, was ich meine - ob er zustimmt, das ist seine Sache! - Hunderterlei Dämonen werden erzeugt am Spieltisch, bei dem Zusammensein, das man in deutschen Landen bezeichnet als Herrenabende, bei Kaffeeklatsch, wo tatsächlich die Gesinnung sehr selten herrscht, die aus innerer Toleranz kommt, wo jene Gesinnung herrscht, bei der sich der Einzelne sagt: Willst du nicht meiner Meinung sein, so bist du ein Dummkopf. - Dieses Wirken von Seele zu Seele ist dämonenerzeugend im höchsten Grade. So entspringen förmlich aus dem menschlichen Leben geistige Wesenheiten; die beleben die geistige Welt. Und alle diese Wesenheiten, Phantome, Gespenster und Dämonen wirken wiederum zurück auf den Menschen. Wenn in unserer Umgebung auftritt epidemisch dieses oder jenes Vorurteil, diese oder jene törichte Mode, dann sind es die Dämonen, die von Menschen geschaffen worden sind und die alle die gerade Fortschrittslinie aufhalten. Immer ist der Mensch umsponnen und umschwirrt von den Wesen, die er geschaffen hat.
[ 15 ] When such an influence is exerted from one person to another, an effect remains in the astral body during the night that causes higher beings to cut off certain entities we classify as demons. They are created in the manner described because people do not face one another with the attitude that can be expressed by the words: “I want to tell the other person what I mean—whether they agree is their business!” —A hundred kinds of demons are generated at the card table, during the gatherings known in Germany as “gentlemen’s evenings,” and at coffee parties, where the attitude stemming from inner tolerance is indeed very rare, and where the prevailing attitude is one in which the individual says to himself: “If you do not share my opinion, then you are a fool.” - This interaction from soul to soul is demon-generating to the highest degree. Thus, spiritual beings literally spring forth from human life; they enliven the spiritual world. And all these beings—phantoms, ghosts, and demons—in turn exert a influence back on human beings. When this or that prejudice, this or that foolish fad, spreads epidemically in our surroundings, it is the demons created by human beings that are holding back the very path of progress. Human beings are always surrounded and swarmed by the beings they have created.
[ 16 ] So sehen wir, wie der Mensch seinen eigenen Fortschritt aufhält dadurch, daß er in der geistigen Welt schöpferisch sein kann. Wir müssen uns dessen bewußt werden, daß alles, was wir denken, fühlen und empfinden, ebenso, und zwar im großen Zusammenhange bedeutungsvollere Wirkungen hat als dasjenige, was dadurch bewirkt wird, daß wir eine Kugel abschießen. Letzteres mag schlimm sein, wird aber nur für gefährlicher als jenes gehalten, weil es der Mensch mit groben Sinnen wahrnehmen kann, während er das andere nicht beobachtet.
[ 16 ] Thus we see how human beings hinder their own progress by being creative in the spiritual world. We must become aware that everything we think, feel, and sense has effects that are just as significant—and, in the grand scheme of things, even more significant—than those caused by firing a bullet. The latter may be terrible, but it is considered more dangerous than the former only because human beings can perceive it with their gross senses, whereas they do not observe the former.
[ 17 ] Das ist ein solcher Teil des geistigen Lebens, den der Mensch sozusagen selbst entfaltet. Ein anderer Teil, wie der Mensch mitwirkt in dem Zusammenspiel der geistigen Welt, mag sich uns aus gewissen menschlichen Kulturbetätigungen ergeben, die auch nicht bloß das sind, als was sie den äußeren Sinnen erscheinen. Um das zu verstehen, müssen Sie sich vergegenwärtigen, daß es noch andere Wesen gibt als die Menschen.
[ 17 ] This is an aspect of spiritual life that human beings, so to speak, develop on their own. Another aspect—how human beings participate in the interplay of the spiritual world—may become apparent to us through certain human cultural activities, which are not merely what they appear to be to the external senses. To understand this, you must bear in mind that there are beings other than human beings.
[ 18 ] Der Mensch stellt sich so dar, daß wir sagen: Er hat den physischen Leib als unterstes Glied seiner Wesenheit. Nun gibt es Wesenheiten, die einen solch groben physischen Leib in ihrer gegenwärtigen Entwickelungsstufe nicht haben, sondern den Ätherleib als unterstes Glied ihrer Wesenheit aufweisen, die aber tatsächlich vorhanden sind. Solche Wesenheiten kann nun der Mensch, mehr als es ohne sein Zutun geschieht, in seine Kreise hereinbannen. In der Tat besteht ein Teil der Kulturentwickelung darin, daß ein Verkehr gesucht wird mit diesen Wesenheiten, die zum untersten Gliede den Ätherleib haben. Ein solcher Verkehr wird geschaffen dadurch, daß der Mensch in gewisser Weise physische Leiblichkeiten schafft, welche diese Wesenheiten benützen können, um sich förmlich an sie anzulegen, sich durch sie zu ergänzen; auf diese Weise werden Verbindungsbrücken geschaffen zu diesen Wesenheiten. Denken Sie sich, wir würden uns in diesem Blumenkorb, der hier auf dem Pulte steht, eine Leiblichkeit vorstellen, die so wäre, daß sie in ihren Formen entsprechen würde gewissen Formen des Ätherleibes der genannten höheren Wesenheiten, so würden diese die Neigung haben, sich da niederzulassen, den Blumenkorb zu umspielen, sich mit ihm zu verbinden. Wir würden sehen, wie dieser Korb Veranlassung gibt, daß da geistige Wesen sich niedersenken, die ihn liebevoll umklammern und sich wohl fühlen, in dieser Weise in die Gemeinschaft der Menschen heruntersteigen zu können. Wir brauchen nur die geeigneten Formen zu schaffen, dann schaffen wir solche Brücken zwischen uns und solchen Wesenheiten. Und immer haben das die Menschen getan in gewissen Zeiten durch dieses oder jenes. So haben die Menschen tatsächlich in der Zeit der griechischen Kultur in hohem Maße die Gabe gehabt, Verkehr mit den geistigen Wesenheiten, die sie ihre Götter genannt haben, zu schaffen. Denn diese griechischen Götter sind nicht Erdichtungen der Volksphantasie, sondern diese griechischen Götter sind wahre Wesenheiten, sind vorhanden und zu nehmen als solche Wesenheiten — dieser Zeus, diese Pallas Athene und so weiter —, die zum untersten Glied den Ätherleib haben.
[ 18 ] Human beings are such that we say: They have the physical body as the lowest component of their being. Now there are beings who, at their present stage of development, do not possess such a coarse physical body, but rather have the etheric body as the lowest link in their being—beings who are, however, actually real. Human beings can now draw such beings into their sphere of influence to a greater extent than occurs spontaneously. In fact, part of cultural development consists in seeking contact with these beings, whose lowest component is the etheric body. Such contact is established by human beings, in a certain sense, creating physical forms that these beings can use to literally attach themselves to them and complement themselves through them; in this way, bridges of connection are created to these beings. Imagine if we were to create a mental image of a physical form within this basket of flowers standing here on the desk—one whose shapes corresponded to certain forms of the etheric body of the aforementioned higher beings—then these beings would be inclined to settle there, to surround the basket of flowers, and to connect with it. We would see how this basket prompts spiritual beings to descend, lovingly embrace it, and feel at ease, thus being able to descend into human society in this way. We need only create the appropriate forms; then we build such bridges between ourselves and these beings. And people have always done this at certain times through one means or another. Thus, during the era of Greek culture, people indeed possessed, to a high degree, the gift of establishing communication with the spiritual beings they called their gods. For these Greek gods are not figments of the popular imagination; rather, they are true beings, they exist and must be regarded as such—this Zeus, this Pallas Athena, and so on—whose lowest member is the etheric body.
[ 19 ] Und wie haben die Griechen diese Götter in ihren Kreis hereingebannt? — Dadurch, daß sie, diese Griechen, sich im hohen Maße angeeignet haben, was wir nennen können: architektonisches Raumgefühl. Der Mensch, der vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus den Raum studiert, weiß, daß dieser Raum nicht jene abstrakte Leere ist, von der unsere gewöhnlichen Mathematiker träumen, unsere Physiker und Mechaniker träumen, sondern etwas sehr Differenziertes. Er ist etwas, was in sich selber Linien hierhin und dorthin, Linien nach allen Richtungen, Kräftelinien von oben nach unten, von rechts nach links, von vorne nach hinten, gerade und rund, in allen Richtungen hat. Es sind Druckwirkungen im Raum geistiger Art, Zugwirkungen, kurz, man kann den Raum fühlen, ihn gefühlsmäßig durchdringen. Dabei habe ich schon öfter das Beispiel gebraucht, daß derjenige, der ein Raumgefühl hat, weiß, warum gewisse alte Maler so wunderbar naturgetreu drei Engel schwebend malen, so daß derjenige, der ein Raumgefühl hat, weiß, daß sich diese drei Engel gegenseitig halten wie drei Weltkörper im Raum durch ihre Anziehung. Wenn das dem unentwickelten Menschen erzählt wird, so kommt er zu dem Begriff: die müßten herunterfallen. Er kann nicht fassen, daß sie sich gegenseitig tragen und halten. Solche gegenseitig sich haltenden, dynamischen Maße sind es, deren sich die Alten bewußt wurden, die noch ein lebendiges Gefühl von jenem alten Hellsehertum hatten, das vorhanden war. Ganz anders ist es, wenn Sie solch einen Zusammenhang ansehen, wie Sie ihn zum Beispiel bei einem Böcklin-Bilde finden. Gegenüber der sonstigen Vortrefflichkeit desselben, gegen die gar nichts eingewendet werden soll, finden Sie da jene merkwürdige Engelsgestalt, von der Sie das Gefühl haben, wenn Sie sich das lebendige Raumgefühl bewahrt haben, daß sie jeden Augenblick herunterplumpsen muß.
[ 19 ] And how did the Greeks incorporate these gods into their circle? — By the fact that they, the Greeks, had to a high degree mastered what we might call an “architectural sense of space.” The person who studies space from the standpoint of Spiritual Science knows that this space is not that abstract void of which our ordinary mathematicians, physicists, and mechanics dream, but rather something highly differentiated. It is something that contains within itself lines here and there, lines in all directions—lines of force from top to bottom, from right to left, from front to back, straight and curved, in every direction. These are spiritual forces of compression and tension within space; in short, one can feel space, penetrate it intuitively. In this regard, I have often used the example that anyone with a sense of space knows why certain old painters depict three angels floating so wonderfully lifelike—so that anyone with a sense of space knows that these three angels hold each other up, like three celestial bodies in space, through their mutual attraction. If this is explained to an undeveloped person, they come to the conclusion: “They must fall down.” They cannot grasp that the angels support and hold one another. It is these mutually supporting, dynamic proportions that the old masters became aware of—those who still possessed a living sense of that ancient clairvoyance that once existed. It is quite different when you look at such a composition as you find, for example, in a Böcklin painting. In contrast to its other merits—against which nothing at all should be objected—you find there that peculiar angelic figure, which, if you have retained a vivid sense of space, gives you the feeling that it must plop down at any moment.
[ 20 ] In neuerer Zeit ist das lebendige Raumgefühl verlorengegangen. Als architektonischen, als baukünstlerischen Gedanken hatten das die Griechen. Ein griechischer Tempel ist ein kristallisierter Raumgedanke im reinsten Sinne des Wortes. Die Säule, die da trägt, was horizontal oder geneigt aufliegt, ist nichts Ausgedachtes, sondern etwas, was für denjenigen, der Raumgefühl hat, im Raume schon darinnenliegt und was gar nicht anders sein darf. Der ganze Tempel ist aus dem konkreten Raum herausgeboren; das sieht derjenige, der die Raumliinten sieht. Und der braucht gar nichts anderes zu machen, als da, wo er die Linien sieht, hineinzufügen das Steinmaterial, um das, was ideal vorgezeichnet ist, lediglich auszufüllen mit dem physischen Material. Im griechischen Tempel ist die Geistigkeit des Raumes gänzlich verwandelt in eine sichtbare Gestalt. Dadurch, daß man auf diese Weise den kristallisierten Raumgedanken geschaffen hat, hat man solche Formen geschaffen, daß jene geistigen Wesenheiten, die den Ätherleib zum untersten Glied haben, in den dadurch geschaffenen abgeschlossenen Raum sich hineinsenken können und an den Formen des Raumes Gelegenheit finden, da zu sein.
[ 20 ] In more recent times, that vivid sense of space has been lost. The Greeks possessed it as an architectural and artistic concept. A Greek temple is a crystallized concept of space in the purest sense of the word. The column, which supports what rests horizontally or at an angle, is not something contrived, but rather something that, for those with a sense of space, is already inherent in the space itself and cannot be any other way. The entire temple is born out of the concrete space itself; this is evident to anyone who perceives the spatial lines. And all one needs to do is to insert the stone material where these lines are visible, simply to fill in what is ideally pre-drawn with physical material. In the Greek temple, the spirituality of space is entirely transformed into a visible form. By creating the crystallized concept of space in this way, forms have been created such that those spiritual beings whose etheric body is their lowest member can sink into the enclosed space thus created and find an opportunity to be present through the forms of the space.
[ 21 ] Es ist daher nicht eine bloße Phantasie, sondern volle Wahrheit, richtige Wahrheit, daß der griechische Tempel das Wohnhaus des Gottes war. Ja, der Gott wohnte dariinnen! Durch die Formen des Raumes wohnte er darinnen. Und es ist das Eigentümliche des griechischen Tempels, daß der unsichtbare Gott herniedersteigt und von den Formen Besitz ergreift. Sie können beim griechischen Tempel alle Menschen sich fortdenken, können weit und breit nichts von Menschen sehen, ganz verlassen von Menschen kann sie sein, die Stätte, und dennoch ist der Tempel nicht verlassen! Der Gott ist darinnen! Das ist das Eigentümliche des griechischen Tempels, nicht aber des gotischen Domes. Es ist etwas ganz anderes, wenn Sie sich beim gotischen Dom die Menschen fortdenken und ihn leer sich denken. Da ist er kein Ganzes. Der griechische Tempel ist ein Ganzes ohne die Menschen, der gotische Dom nur, wenn er die Gemeinde in sich birgt und wenn zu den Spitzbogen die gefalteten Hände dazu kommen, wenn die Gedanken und die Gefühle sich vereinigen mit den architektonischen Formen. Denken Sie sich diese weg, so ist der gotische Dom kein Ganzes. Dadurch unterscheidet er sich vom griechischen Tempel. Er ist ein anderer architektonischer Gedanke, herausgeboren aus dem geistigen Raum in grandioser Weise, aber ohne Menschen ist er kein Ganzes. Und dann wiederum: ist er geistig bevölkert, so können sich geistige Wesenheiten der beschriebenen Art heruntersenken dann, wenn er angefüllt ist mit der gläubigen Gemeinde. Und so ist jeder architektonische Gedanke ganz genau konkret auf irgend etwas Bestimmtes hin angelegt.
[ 21 ] It is therefore not mere fantasy, but the full truth—the true truth—that the Greek temple was the dwelling place of God. Yes, the god dwelt within it! Through the forms of the space, he dwelt within it. And it is the distinctive feature of the Greek temple that the invisible god descends and takes possession of these forms. In the Greek temple, you can imagine all people gone, see no sign of people far and wide—the place may be completely deserted of people—and yet the temple is not deserted! God is within it! That is the distinctive feature of the Greek temple, but not of the Gothic cathedral. It is something entirely different when you imagine the Gothic cathedral without people and picture it as empty. Then it is not a whole. The Greek temple is a whole without people; the Gothic cathedral is a whole only when it holds the congregation within it, and when folded hands are added to the pointed arches, when thoughts and feelings unite with the architectural forms. If you imagine these away, the Gothic cathedral is not a whole. This is what distinguishes it from the Greek temple. It is a different architectural concept, born in a magnificent way from the spiritual realm, but without people it is not a whole. And yet, when it is spiritually populated, spiritual beings of the kind described can descend when it is filled with the faithful congregation. And so every architectural concept is designed very precisely and concretely for something specific.
[ 22 ] Die ägyptische Pyramide ist auch so angelegt, daß die Seele, die den Leib verläßt, diesen Weg nehmen mag, der in den inneren Gängen einer solchen Pyramide vorgezeichnet ist; es ist der Gang der Seele aus dem Leib in die geistige Welt da ausgedrückt. Im romanischen Bau ist architektonisch ausgedrückt der Gedanke des Grabes. Eine romanische Kirche ohne Krypta, wenn sie nicht durchgedacht werden kann als ein Gewölbe, das sich erhebt über Leichnamen, ist nicht ganz. Das gehört dazu. Sie ist dadurch herausgeboren aus dem Gedanken des auferstandenen Erlösers, sie ist der verehrende Bau für das Grab des Christus Jesus.
[ 22 ] The Egyptian pyramid is also designed so that the soul, upon leaving the body, may follow the path traced out in the inner passages of such a pyramid; it expresses the soul’s journey from the body into the spiritual world. In Romanesque architecture, the concept of the tomb is expressed architecturally. A Romanesque church without a crypt—unless it can be conceived as a vault rising above corpses—is incomplete. This is an integral part of it. It is thus born of the idea of the risen Savior; it is the reverent edifice for the tomb of Christ Jesus.
[ 23 ] Auf diese Weise sehen Sie, daß der Mensch durch dasjenige, was er schafft in seinen Formen, die Brücke schlägt aus der physischen in die geistige Welt. Mag es wenig tröstlich stimmen, daß der Mensch ein Heer von geistigen Wesen schafft, das da aufhält seine Entwickelung, so mag das versöhnen, wenn wir sehen, daß der Mensch durch dasjenige, was er hineinstellt in die Welt an solchen architektonischen Formen, sich die Wege bahnt zu höheren geistigen Wesenheiten hinauf.
[ 23 ] In this way, you can see that through what humans create in their forms, they build a bridge from the physical world to the spiritual world. While it may seem little consolation that human beings create a host of spiritual beings that hinder their own development, it may be a source of comfort to see that, through the architectural forms they introduce into the world, human beings are paving their own way upward toward higher spiritual beings.
[ 24 ] Und so ist es nicht minder mit anderen Werken der bildenden Kunst. Es ist ebenso bei den Werken der Bildhauerkunst, der Malerei, daß sie in ihren Formen Gelegenheit geben denjenigen Wesenheiten, welche sich in ihren Ätherformen sozusagen anzupassen vermögen dem, was ausgestaltet wird, um es um sich herumzulegen. Bei den Bildhauerwerken ist es mehr ein Von-außen-Anlegen, ein diese plastischen Werke Umgeben, bei den Werken der Architektonik mehr eine innere Ausfüllung. Bei der Malerei kommen wir zu anderen Wesenheiten, zu Wesenheiten, die in sehr feiner ätherischer Materie ihr niederstes Leibesglied haben. Der Mensch, der so etwas versteht, weiß, wie sich astralisch-ätherische Wesenheiten heimisch fühlen da, wo der Maler in seiner Farbenharmonie, in seinen Linienformen ihnen Gelegenheit gibt, aus der geistigen Welt hereinzukommen in die unsrige.
[ 24 ] And the same is true of other works of the visual arts. It is equally the case with works of sculpture and painting that, through their forms, they provide an opportunity for those entities—which, in their ethereal forms, are able, so to speak, to adapt to what is being created—to surround it. In the case of sculptures, it is more a matter of being applied from the outside, of these plastic works being surrounded; in the case of architectural works, it is more a matter of inner filling. In painting, we encounter other entities—entities whose lowest physical limb consists of very fine etheric matter. The person who understands such things knows how astral-etheric beings feel at home where the painter, through his harmony of colors and his lines and forms, gives them the opportunity to enter our world from the spiritual world.
[ 25 ] Dann gibt es geistige Wesenheiten, die den Astralleib zum untersten Gliede haben, die also aus noch feinerer Substanz bestehen. Diese Wesenheiten finden wieder die Möglichkeit, mit den Menschen Gemeinschaft zu haben in denjenigen Künsten, die in der bewegten Form sich ausdrücken, in der Musik. Ein Raum, der ausgefüllt ist mit den Klängen der Musik, ist eine Gelegenheit des Hereinsteigens geistiger Wesenheiten mit dem Astralleib als unterstem Glied. So ist die Ausfüllung eines Raumes mit musikalischen Tönen durchaus etwas, wodurch der Mensch die Zusammenwirkung schafft zwischen sich und anderen geistigen Wesenheiten. Wie der Mensch durch hohe, bedeutsame Musik sozusagen gute Wesenheiten in seinen Kreis zieht, so wahr ist es auch, daß abstoßende Musik schlimme astralische Wesenheiten in den Bannkreis der Menschen zieht, und Sie würden wenig erbaut sein, wenn ich Ihnen von manchen modernen musikalischen Leistungen beschreiben würde, was für gräßliche astralische Gestalten da herumtanzen, wenn das Orchester spielt. Diese Dinge sind ernst zu nehmen! Wir haben auf diese Weise gesehen, wie zusammenwirken unsere sichtbare Welt und eine unsichtbare Welt von geistigen Wesenheiten, die dahinterstehen.
[ 25 ] Then there are spiritual beings whose astral body is their lowest member—that is, beings composed of an even finer substance. These beings find a way to commune with human beings through the arts that express themselves in moving form, namely, music. A room filled with the sounds of music provides an opportunity for spiritual beings whose lowest member is the astral body to enter. Thus, filling a room with musical tones is indeed a means by which human beings create interaction between themselves and other spiritual beings. Just as a person draws, so to speak, good spiritual beings into their circle through lofty, meaningful music, so it is also true that repulsive music draws evil astral beings into the sphere of human influence; and you would be little edified if I were to describe to you, in connection with certain modern musical works, what kind of hideous astral figures dance about when the orchestra plays. These matters must be taken seriously! In this way, we have seen how our visible world and an invisible world of spiritual beings that lie behind it interact.
[ 26 ] Auch in mancher anderen Art von Wesenheiten leben sich die geistigen Welten noch dar. So können wir namentlich finden, daß da, wo verschiedene Naturreiche sich berühren, auch Veranlassung gegeben ist zu dem Auftreten von geistigen Wesenheiten. Da können wir auf Elementarwesenheiten hindeuten, welche uns das Leben erst recht verständlich machen. So ist Veranlassung, daß sich gewisse Wesenheiten manifestieren, wenn sich das Metall an das gewöhnliche Erdreich anlegt, anschmiegt. Überall da, wo das gewöhnliche Erdreich durchzogen wird von Metalladern, sind zu finden solche Elementarwesenheiten, die sehr klug sind, aber ihre Klugheit ausnützen zum Schabernackspielen gegenüber den Menschen, die aber auch manchmal wohltätig wirken, die wir Gnomen nennen. Gnomenartige Wesen finden wir im Inneren der Erde, und sie sind an gewissen Stellen zusammengekauert, solange das Erdreich fest ist; zu Hunderten sind sie da beisammen. Wird die Ader bloßgelegt, dann sprühen sie auseinander. Es lebt und webt dann alles von solcherlei Gestalten, die da zusammengekauert waren. Das ist der Fall, wie gesagt, wenn die Erde mit dem Metallischen in Berührung kommt. Da, wo wiederum das Reich der Pflanzen sich mit dem Steinreich berührt an einer Quelle, in dem, was sich da so moosig um die Steine brüderlich herumschlingt, wo Dinge zusammen sind, die sonst sozusagen nicht zusammengehören, die in absonderlicher Weise zusammenkommen, da finden wir solche Wesenheiten, die wir nennen Undinen, Nymphen. Das sind auch wirkliche Wesenheiten.
[ 26 ] The spiritual worlds also continue to manifest themselves in certain other types of beings. Thus, we can observe, in particular, that where different kingdoms of nature intersect, conditions are created for the appearance of spiritual beings. Here we can point to elemental beings, which help us understand life even more clearly. Thus, certain beings are prompted to manifest themselves when metal comes into contact with, or clings to, ordinary soil. Wherever ordinary soil is traversed by metal veins, we find such elemental beings—who are very clever but use their cleverness to play pranks on humans, though they also sometimes act benevolently—whom we call gnomes. We find gnome-like beings in the interior of the Earth, and they huddle together in certain places as long as the soil remains solid; they gather there by the hundreds. When the vein is exposed, they scatter. Everything then comes alive and stirs with such figures that had been huddled together there. This is the case, as I said, when the Earth comes into contact with the metallic realm. Where, in turn, the plant kingdom touches the mineral kingdom at a spring—in what winds itself so mossily and fraternally around the stones, where things are together that otherwise, so to speak, do not belong together, that come together in a peculiar way—there we find such beings that we call Undines and Nymphs. These, too, are real beings.
[ 27 ] Und endlich finden wir solche Wesenheiten, solche Elementarwesen, wo das Geistige mit dem Physischen zusammenspielt, wenn das Tierreich mit dem Pflanzenreich in solcher Weise sich berührt, daß die Wesen vorerst voneinander entfernt sind und sich später berühren, zum Beispiel, wenn die Biene saugt an der Blume. Da ist ja an dem Raum, wo Biene und Blume zusammen sind, eine Geschmacksentfaltung, da wird aufgenommen der Blumensaft, da ist eine Geschmackswirkung vorhanden. Diese Wirkung ist für den Geistesforscher so wahrnehmbar, daß er um die Blumenkrone herum etwas wie eine Aura entstehen sieht. Diese ist der Ausdruck des Geschmacksvorganges. Und das Ganze gibt Veranlassung, daß sich hier Wesen manifestieren, die wir Sylphen nennen. Diese Sylphen haben eine besondere Aufgabe im Bienenleben, denn sie treten nicht nur auf, wenn das Bienlein saugt, sondern auch im Schwarm; da weisen sie den Weg, sie sind die Führer der Biene.
[ 27 ] And finally, we find such entities, such elemental beings, where the spiritual interacts with the physical—when the animal kingdom comes into contact with the plant kingdom in such a way that the beings are initially separated from one another and later come into contact, for example, when a bee sips nectar from a flower. In the space where the bee and the flower come together, there is a unfolding of flavor; the flower’s nectar is absorbed, and a flavor effect is present. This effect is so perceptible to the spiritual researcher that he sees something like an aura forming around the flower’s corolla. This is the expression of the flavor process. And all of this gives rise to the manifestation of beings we call sylphs. These sylphs have a special role in the life of the bee, for they appear not only when the little bee is feeding but also in the swarm; there they show the way—they are the guides of the bee.
[ 28 ] Hier haben wir ein Beispiel, wie einmal die Geisteswissenschaft nützlich werden wird. Die Bienenweisheit des Imkers ist aus dem Hellsehen hervorgegangen. Was in der Bienenzüchterei gemacht wird, hat sich aus alten Zeiten vererbt; das sind instinktive Handgriffe. Früher gab es wohl noch ein dämmerhaftes Hellsehen; da haben die Bienenzüchter die Regsamkeit der Sylphen benützen können, um sie zu verwenden bei der Einrichtung des Bienenlebens. Die moderne Bienenzüchterei weiß nichts mehr davon, macht deshalb manches Verkehrte mit ihren Neuerungen. Der modernen Wissenschaft fehlen die erforderlichen Einblicke. Die Menschen werden solche Naturvorgänge, bei denen sie selbst mitwirken müssen, viel fruchtbarer gestalten können, wenn sie in bewußter Weise das Wirken der geistigen Wesenheiten wiederum kennen. Wer einmal sich das Leben auf diesem Gebiete anschaut, wird sehen, daß in bezug auf Bienenwissenschaft dasjenige gut ist, was aus alten Zeiten stammt, während die Naturforscher von heute da zum Teil schauderhaftes Zeug machen. Das ist ganz und gar nicht anwendbar, führt die Leute irre. Die meisten Imker sind durch sichere Instinkte geleitet und merken zum Glück nicht auf die moderne Wissenschaft. Sogar dasjenige, was zum Beispiel eine große Rolle spielt, ‚was als Theorie über den Befruchtungsvorgang existiert, ist falsch, kann nicht bestehen vor der in die Wirklichkeit eindringenden Erkenntnis.
[ 28 ] Here we have an example of how Spiritual Science will one day prove useful. The beekeeper’s wisdom regarding bees has its origins in clairvoyance. The practices of beekeeping have been handed down from ancient times; they are instinctive actions. In the past, there was likely still a dim form of clairvoyance; back then, beekeepers were able to harness the activity of the sylphs to organize the life of the hive. Modern beekeeping knows nothing of this anymore and therefore makes many mistakes with its innovations. Modern science lacks the necessary insights. People will be able to shape such natural processes—in which they themselves must participate—in a far more fruitful way if they once again consciously understand the workings of spiritual beings. Anyone who takes a closer look at life in this field will see that, when it comes to the science of beekeeping, what is good is what comes from ancient times, while today’s natural scientists are, in part, producing appalling results. This is completely inapplicable and leads people astray. Most beekeepers are guided by sound instincts and, fortunately, pay no heed to modern science. Even that which plays a major role—for example, the existing theory regarding the pollination process—is false and cannot stand up to knowledge that penetrates reality.
[ 29 ] Dann gibt Veranlassung zum Entstehen solcher Arten von Elementarwesen der Mensch, wenn er nicht etwa wie im Sportverein, sondern zum Beispiel so zusammenlebt mit dem Tierreich wie der Araber mit seinem Pferd oder der Schäfer mit seiner Schafherde. Die Seelenwirkung zwischen Schäfer und Schafherde ist ähnlich wie das Zusammenwirken zwischen Biene und Blume, und daher sind die Gefühle zwischen Schäfer und Schafherde Veranlassung zum Entstehen ganz besonderer Wesenheiten, der Salamander. Diese sind Wesenheiten feiner Substantialität, die sehr gescheit sind, sehr weise sind, wenn sie auch keine moralische Verantwortlichkeit haben. Und ihre Weisheit kommt zum Ausdruck in demjenigen, was sie sich zuraunen von der Schäferweisheit. Das ist keine Dummheit, was den Schäfern, die nicht Schwindler sind, zugeschrieben wird, darinnen liegt sehr viel von dem, was den Schäfern zuraunen solche Wesenheiten, die durch das Zusammenleben des Schäfers mit der Schafherde entstehen.
[ 29 ] Humans give rise to such types of elemental beings when they live in harmony with the animal kingdom—not merely as in a sports club, but, for example, as the Arab does with his horse or the shepherd with his flock of sheep. The spiritual interaction between the shepherd and the flock is similar to the interaction between a bee and a flower, and therefore the feelings between the shepherd and the flock give rise to very special beings: the salamanders. These are beings of a subtle substance who are very intelligent and very wise, even though they bear no moral responsibility. And their wisdom is expressed in what they whisper to the shepherds from the shepherds’ wisdom. It is not foolishness that is attributed to shepherds who are not swindlers; therein lies much of what such beings—which arise from the shepherd’s coexistence with the flock—whisper to the shepherds.
[ 30 ] Wer aber diese Studien machen will, hat nimmer lang Gelegenheit dazu, denn solche Dinge sterben aus. Aber man konnte vor einiger Zeit noch recht gut solche Studien machen, wenn man so selbstlose Leute fand auf dem Lande, die allerlei wußten über Gesundheits- und Heilregeln. Sehr Wichtiges wußten sie. So daß Paracelsus sagen konnte, er habe im Umgang mit solchen Leuten mehr gelernt als an allen Universitäten. -— Das war nicht ohne Grund. So sehen wir also, wie es auch noch ein solches Gebiet gibt, wo geistige Wesenheiten in unserer Umgebung sind, die auf eigentümliche Weise hereinkommen in unsere Sphäre. Man darf nicht fragen: Ja, woher kommen diese Wesenheiten? — Die Welt hat in ihren Untiefen alle möglichen geistigen Wesenheiten. Es handelt sich nur um die Gelegenheit, sie irgendwie an den richtigen Ort zu bringen. Wenn auch der Vergleich nicht schön ist, richtig ist er: In einem reinen Zimmer gibt es keine Fliegen; wenn aber schlechte Wirtschaft im Hause herrscht, wenn alle möglichen Speisereste liegenbleiben, dann sind die Fliegen bald da. Ebenso ist es in der unsichtbaren Welt um uns herum: solange der Mensch nicht Gelegenheit gibt, sind allerdings geistige Wesen nicht da, aber wenn wir Gelegenheit bieten, dann sind sie immer da, dann treten sie herein in unseren Kreis, dann treten sie mit uns in Verkehr.
[ 30 ] But anyone who wants to pursue such studies will not have much opportunity to do so, for such things are dying out. Yet some time ago, it was still quite possible to conduct such studies if one could find selfless people in the countryside who knew all sorts of things about health and healing practices. They knew very important things. So much so that Paracelsus could say he had learned more from associating with such people than at all the universities. — And that was not without reason. So we see, then, that there is still such a realm where spiritual beings in our surroundings enter our sphere in a peculiar way. One must not ask: “But where do these beings come from?” — The world harbors all manner of spiritual beings in its depths. It is simply a matter of creating the opportunity to bring them to the right place in some way. Even if the comparison isn’t elegant, it is accurate: In a clean room, there are no flies; but if the house is poorly kept, if all sorts of food scraps are left lying around, then the flies will soon appear. It is the same in the invisible world around us: as long as we do not provide an opportunity, spiritual beings are not there; but when we do provide an opportunity, they are always there—they enter our circle and interact with us.
[ 31 ] Das ist etwas, was uns zeigt, wie der Blick des Menschen sich erweitern kann hinaus über die Physiognomie der äußeren Welt. Wie die Seele sich ihr Antlitz schafft, so schaffen die geistigen Wesenheiten herein, wirken herein in unsere Welt. Und es wird ein Zeitalter kommen für die Menschen, wo der Mensch notwendigerweise darauf angewiesen sein wird, aus der Kenntnis dieser geistigen Welt heraus sein Leben zu gestalten. Heute kann er die Welt nur grob-sinnlich angreifen; aber wir werden sehen, wie wir wiederum vorrücken dazu, daß der Mensch aus dem Geistigen heraus schafft, wie wir vorrücken zu einem Zeitalter, wo unsere ganze Umgebung ein Ausdruck sein wird des Geistes, wenn auch dieses Zeitalter nicht so wird sein können, wie alte Zeitalter, wenn das auch nicht zunächst ein Zeitalter wird sein können, wie das der gotischen Dome oder der griechischen Tempel.
[ 31 ] This is something that shows us how human perception can expand beyond the physiognomy of the external world. Just as the soul creates its own face, so do spiritual beings create and act within our world. And an age will come for humanity when human beings will necessarily have to shape their lives based on knowledge of this spiritual world. Today, they can only perceive the world through coarse, sensory means; but we shall see how we are once again moving toward a time when human beings will create out of the spiritual, how we are advancing toward an age in which our entire surroundings will be an expression of the spirit—even if this age cannot be like ancient ages, even if it cannot initially be an age like that of the Gothic cathedrals or the Greek temples.
[ 32 ] Aber schon in unserer Zeit der Technik und Nützlichkeit ist es möglich, daß mehr geschieht als heute geschieht. Die Menschen haben verloren die Fähigkeit, Geister zu fühlen, zu empfinden, zu erleben, deshalb haben wir auch die Sehnsucht verloren, in den äußeren Formen geistige Gestalten auszuprägen. Aber selbst in unseren Nützlichkeitsbauten kann, wenn der Mensch das Geistige wieder fühlt, dies wiederum ausgeführt werden. Es tritt mir dabei vor die Seele, was ich als junger Mensch einmal erlebt habe. Als der Erbauer der Wiener Votivkirche, Ferstel, seine Rektoratsrede hielt über die Baustile, da sprach er: Baustile werden nicht erfunden, Baustile werden geboren aus der ganzen Kultur der Zeiten. — Das kann man belegen, wenn man den Baustil der ägyptischen Pyramiden im Zusammenhang mit dem ganzen Geistesleben der damaligen Zeit studiert. In unserer Zeit, da findet nur der materialistische Nützlichkeitsgedanke seinen Ausdruck; unsere Zeit kann keinen Baustil ähnlich dem gotischen oder griechischen haben. Das ist etwas, worauf der Anthroposoph hinhorchen soll.
[ 32 ] But even in our age of technology and practicality, it is possible for more to happen than is happening today. People have lost the ability to sense, perceive, and experience spirits; that is why we have also lost the longing to give spiritual forms expression in the external world. But even in our utilitarian buildings, if people come to feel the spiritual again, this can once more be realized. In this connection, I am reminded of something I experienced as a young man. When Ferstel, the architect of Vienna’s Votivkirche, delivered his inaugural lecture on architectural styles, he said: “Architectural styles are not invented; they are born out of the entire culture of the ages.” — This can be demonstrated by studying the architectural style of the Egyptian pyramids in the context of the entire spiritual life of that era. In our time, only the materialistic concept of utility finds expression; our time cannot have an architectural style similar to the Gothic or Greek styles. This is something the anthroposophist should heed.
[ 33 ] Aus dem geistigen Leben der anthroposophischen Bewegung muß ein solches Kulturmeer geschaffen werden, aus dem sich wieder herauskristallisieren Formen, die einen neuen Baustil bedeuten. Ein Ausdruck der Menschheit ist nur da möglich, wo eine gemeinschaftliche geistige Kultur ist. Einen Stil, der wirklich neu ist, hat ja unsere Zeit, das ist der Baustil des Warenhauses. Es ist die Möglichkeit vorhanden, daß der Mensch, aus einer späteren Zeit in eine frühere blickend, die Zeiten nach ihren Stilen charakterisiert. Man kann das Zeitalter des Mittelalters charakterisieren lediglich anhand der gotischen Dome. Alle anderen Dokumente könnte man unberücksichtigt lassen, aber man könnte die Natur des mittleren Mittelalters ganz allein aus den gotischen Domen ersehen. Ebenso ist es mit der Zeit zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert; diese kann man später aus dem Stil des Warenhauses zeichnen; es entspricht das Warenhaus ganz dem materialistischen Nützlichkeitsgedanken. Der zeigt sich in ihm genau so, wie in den gotischen Domen dasjenige zum Ausdruck kommt, was in Tauler oder Eckhart geistig lebte.
[ 33 ] From the spiritual life of the anthroposophical movement, a veritable sea of culture must be created, out of which forms representing a new architectural style will once again crystallize. An expression of humanity is possible only where there is a shared spiritual culture. Our time does indeed have a style that is truly new: the architectural style of the department store. It is possible that a person, looking back from a later time to an earlier one, might characterize the eras by their styles. One can characterize the Middle Ages solely on the basis of Gothic cathedrals. All other records could be disregarded, yet one could discern the nature of the High Middle Ages solely from the Gothic cathedrals. The same is true of the period between the 19th and 20th centuries; this can later be traced through the style of the department store; the department store fully embodies the materialistic concept of utility. This is evident in them just as what lived spiritually in Tauler or Eckhart is expressed in the Gothic cathedrals.
[ 34 ] Aber selbst in unserer Zeit ist es möglich, in anderer Beziehung stilistisch zu wirken. Unsere Kulturmittel sind so fähig einer Formprägung, daß sie doch noch viel erzieherischer wirken können auf das Seelenleben des Menschen, als sie das heute tun. Wir haben zum Beispiel heute das Zeitalter der Eisenbahnen, aber noch keinen Baustil für die Bahnhöfe, weil der Mensch nicht empfindet, was geschieht, wenn die Eisenbahn ankommt und abfährt, weil der Mensch nicht empfindet, daß das, was da geschieht, wenn die Eisenbahn fährt, zum äußeren Ausdruck kommen kann. Ankommende und abfahrende Lokomotiven, das, was hineinfahren muß, kann in den Hohlformen der Bauten zum Ausdruck kommen. Hoffentlich wird die Menschheit, wenn sie die Luftschiffahrt beherrscht, so weit sein, daß sie auch den Gedanken verbinden kann der Abfahrt mit der Abfahrtsstelle, daß man empfindet in der Form derselben, daß da nur ein Luftschiff abfliegen kann. In allem kann das geistige Leben formaliistisch zum Ausdruck kommen. Nur wenn wir fühlen, daß wir überall umgeben sind vom Ausdruck der Seele, wie es im Mittelalter der Fall war, dann ist das Richtige erreicht. Das kann nur geschehen, wenn eine solche Kultur die Menschenleben durchflutet, wie sie von den Anschauungen der Geisteswissenschaft ausgeht. Geisteswissenschaft ist nicht eine unpraktische Sache, sie ist so recht etwas, was die Kultur der Welt durchsetzen und ergreifen muß. Sie besteht nicht in abstrakten Gedanken, sondern soll nach der Intention derer, die sie ins Leben gerufen haben, einfließen in alle Kulturströmungen. In allem soll sie sich ausprägen. Alles sollen wir mit diesen Gedanken, die die Geisteswissenschaft uns bietet, durchdringen,
[ 34 ] But even in our time, it is possible to exert a stylistic influence in other ways. Our cultural media are so capable of shaping form that they can still have a much greater educational impact on the human psyche than they do today. For example, we are now in the age of railroads, but we still lack an architectural style for train stations, because people do not sense what happens when a train arrives and departs; because people do not sense that what takes place when a train is running can be expressed outwardly. Arriving and departing locomotives—that which must enter—can find expression in the hollow forms of the buildings. Hopefully, once humanity has mastered air travel, it will have reached the point where it can also connect the idea of departure with the departure point, so that one senses in the very form of the structure that only an airship can take off from there. Spiritual life can find formal expression in everything. Only when we feel that we are surrounded everywhere by the expression of the soul—as was the case in the Middle Ages—will the right goal be achieved. This can only happen when a culture such as that arising from the insights of Spiritual Science permeates human life. Spiritual Science is not an impractical matter; it is, in fact, something that must permeate and take hold of the world’s culture. It does not consist of abstract thoughts, but—according to the intention of those who brought it into being—is meant to flow into all cultural currents. It should manifest itself in everything. We should permeate everything with these thoughts that Spiritual Science offers us,
[ 35 ] Noch einen anderen Gedanken wollen wir uns vor die Seele stellen, jenen Gedanken, der uns ein gewisses Bewußtsein davon geben kann, wie die geisteswissenschaftlichen Impulse wirken müssen, wenn sie das werden sollen, was sie bestimmt sind zu werden. Und es ist gut, wenn wir insbesondere dann, wenn wir eine Wintersaison abschließen und auseinandergehen, solche Gefühls- und Gemütsstärkung mitnehmen; wenn wir etwas von dem in unsere Herzen einströmen lassen und hinaustragen und uns immer fühlen als Glieder der geisteswissenschaftlichen Weltenströmung. Mag sein, daß heute noch viele draußen nichts wissen können von Geisteswissenschaft. Seht Euch diese kleinen Zusammenkünfte an, und seht Euch an alles, was draußen gemacht wird: das weiß nichts, spürt nichts von geisteswissenschaftlichem Wesen!
[ 35 ] Let us also take to heart another thought—the one that can give us a certain awareness of how the impulses of Spiritual Science must take effect if they are to become what they are destined to be. And it is good, especially as we conclude a winter season and go our separate ways, to take such emotional and spiritual strength with us; to let some of it flow into our hearts and carry it outward, and to always feel ourselves to be members of the spiritual-scientific world movement. It may be that today many people out there still know nothing about Spiritual Science. Look at these small gatherings, and look at everything that is being done out there: it knows nothing, feels nothing of the essence of Spiritual Science!
[ 36 ] Wenn so etwas vor unsere Seele hingestellt wird, möge nur ein anderes Bild auftauchen, ein Bild zur Seelen- und Herzstärkung, das Bild, das wir haben können, wenn wir hinblicken auf die allerersten christlichen Zeiten, wenn wir sehen, was da tonangebend war, was als Kultur lebte in der Zeit des alten kaiserlichen Rom. Vergegenwärtigen wir uns, was es dem Leben nach war, dieses alte kaiserliche Rom, wie sich die tonangebenden Kreise hingesetzt haben Stockwerk über Stockwerk, und wie gleichzeitig ein kleines Häuflein unten in Kellergewölben verbannt lebte; wie man Weihrauchfässer hat aufstellen müssen, damit der Leichengeruch, der von den verwesenden Leibern der Verfolgten und Getöteten aus der Reihe dieses Häufleins ausströmte, nicht so sehr bemerkt würde. Verfolgen wir, wie in den Zwingern die wilden Tiere herausstürzten, zerfleischend diejenigen, die aus der Reihe jenes kleinen Häufleins ihnen vorgeworfen worden waren, steigen wir hinunter von den Palästen der Tonangebenden des kaiserlichen Roms in die Gänge, wo die ersten Christen, eben jenes Häuflein, gehaust haben, wo sie über den Gebeinen ihrer Toten ihre ersten Altäre errichtet haben und ihren Kultus entfaltet haben, unsichtbar für das tonangebende kaiserliche Rom, unsichtbar wie die heutigen Anhänger einer neuen Geist-Erkenntnis, die da tagen unsichtbar, geistig unsichtbar für die offizielle, tonangebende Kultur! Verfolgen wir da unten jene, die nicht einmal dem Tageslicht sich haben zeigen dürfen, wie sie nach Tausenden da begraben lagen, verborgen, sie, die eine neue, spirituelle Kultur unter der Erdoberfläche in die Menschheit pflanzten, als oben das kaiserliche Rom so wirkte, wie es bekannt ist, und betrachten wir dann die Verhältnisse einige Jahrhunderte später: Was das damals tonangebende kaiserliche Rom hervorgebracht hat, ist wie weggeblasen, wie weggefegt. Und was übriggeblieben ist, das ist dasjenige, was unsichtbar vor den Blicken der Tonangebenden unten in den Gewölben sein Leben fristen mußte. Das ist geblieben.
[ 36 ] When something like this is set before our souls, may another image arise—an image that strengthens the soul and the heart, the image we can have when we look back to the very earliest Christian times, when we see what set the tone then, what lived as culture in the era of ancient imperial Rome. Let us bring to mind what life was really like in that ancient imperial Rome—how the ruling classes settled in, floor upon floor, and how, at the same time, a small group lived banished down in vaulted cellars; how censers had to be set up so that the stench of decay emanating from the decomposing bodies of the persecuted and slain members of that small group would not be so noticeable. Let us observe how the wild beasts burst out of their cages, tearing to pieces those who had been thrown to them from the ranks of that small group; let us descend from the palaces of the ruling elite of imperial Rome into the passageways where the first Christians, that very small group, lived—where they erected their first altars upon the bones of their dead and developed their worship, invisible to the dominant imperial Rome, invisible like today’s followers of a new spiritual insight who gather there, invisible, spiritually invisible to the official, dominant culture! Let us follow those down there who were not even allowed to show themselves in the light of day, as they lay buried there by the thousands, hidden—they who planted a new, spiritual culture within humanity beneath the earth’s surface, while above, Imperial Rome operated as is well known—and let us then consider the circumstances a few centuries later: What Imperial Rome—which set the tone at that time—produced has been blown away, swept away. And what remains is that which had to eke out its existence, invisible to the eyes of those in power, down in the vaults. That is what has remained.
[ 37 ] So entstehen die Kulturen im Dunkel der Verborgenheit, so bilden sie sich, so treten sie dann aus der Finsternis hervor. Und dieses Bewußtsein können wir in unser Gefühl aufnehmen, daß diese geisteswissenschaftliche Bewegung wirklich zu etwas Ähnlichem berufen ist wie die erste christliche Bewegung. Mag sie zunächst ein noch so unterirdisches Dasein führen, mögen diejenigen, die in oberirdischen Welten ganz andere Gedanken haben, sich noch so sehr als die Maßgebenden betrachten, in einigen Jahrhunderten wird die Sache sich geändert haben. Da wird der Anthroposoph das Gefühl haben, daß er das hinauftragen wird ins Licht, was heute im Unterirdischen waltet; daß er die geisteswissenschaftlichen Gedanken tragen wird, wie die ersten Christen ihre Kultur getragen haben aus den Katakomben hinauf nach oben. Solches Bewußtsein gibt uns die Kraft und die Möglichkeit, Geist-Erkenntnis in unser Seelenleben aufzunehmen. In solchen Gefühlen wollen wir hinausgehen, um uns wieder in solchen Gefühlen zusammenzufinden. Wir wollen nicht Abstraktionen treiben, sondern etwas, was der Nerv unseres Lebens werden kann. So wollen wir dasjenige, was wir hören aus höheren Welten, in unsere Seelen gießen. Wir wollen uns mit Kraft ausstatten und ein wenig gedenken, daß der geisteswissenschaftliche Gedanke uns so ans Herz gewachsen sein soll, daß, wenn wir auch eine Weile getrennt sind, wir doch im Geistigen zusammen sind. Und dieses Gefühl soll uns wiederum zusammenführen!
[ 37 ] This is how cultures arise in the darkness of obscurity, how they take shape, and how they then emerge from the darkness. And we can take this realization to heart: that this movement of Spiritual Science is truly called to something similar to the early Christian movement. No matter how underground its existence may be at first, no matter how much those in the above-ground worlds—who harbor entirely different ideas—may regard themselves as the authorities, in a few centuries the situation will have changed. Then the anthroposophist will have the feeling that he will carry up into the light what reigns underground today; that he will carry the ideas of Spiritual Science, just as the first Christians carried their culture up from the catacombs. Such awareness gives us the strength and the opportunity to incorporate spiritual knowledge into our inner lives. Let us go forth with these feelings, so that we may come together again in the same spirit. Let us not engage in abstractions, but rather in something that can become the lifeblood of our existence. Thus, let us pour into our souls what we hear from the higher worlds. Let us draw strength from this and remember, at least a little, that the idea of Spiritual Science should have grown so dear to our hearts that, even if we are separated for a while, we are still united in the spiritual realm. And may this feeling bring us together again!
