Theosophy of the Rosicrucians
GA 99
5 June 1907, Munich
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The Theosophy of the Rosicrucians, tr. SOL
Dreizehnter Vortrag
Thirteenth Lecture
[ 1 ] Es obliegt uns heute, einiges zu besprechen über den Fortgang der Menschheitsentwickelung in der Zukunft und über das, was man Einweihung nennt, wodurch der Mensch in der Gegenwart, vorausnehmend, Stufen des Lebens durchmacht, die sonst von der Menschheit erst in der Zukunft durchgemacht werden.
[ 1 ] It is our task today to discuss the future course of human development and what is known as initiation—through which a person in the present, in a sense, anticipates and passes through stages of life that humanity as a whole will not experience until the future.
[ 2 ] Wenn wir uns zunächst mit der ersten Frage beschäftigen, so kann es Ihnen entweder als eine Vermessenheit erscheinen, über die Zukunft sprechen zu wollen, oder auch als eine Unmöglichkeit, etwas über die Zukunft des Menschen ausmachen zu können. Dennoch, wenn Sie sich die Sache ein wenig überlegen, werden Sie finden, daß die Anschauung, man könne etwas über die Zukunft wissen, doch nicht so ganz unbegründet ist. Sie brauchen ja nur diese Dinge zu vergleichen mit dem, was der gewöhnliche Forscher, zum Beispiel der Naturwissenschafter, in bezug auf die Zukunft wissen kann. Er kann Ihnen genau sagen, daß, wenn er unter irgendwelchen Bedingungen zusammenmischt Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel, immer Schwefelsäure entsteht. Man kann genau sagen, was geschieht, wenn man durch einen Spiegel Strahlen auffängt. Ja, das geht sogar noch viel weiter in bezug auf die Dinge des äußeren Lebens; man kann Sonnen- und Mondfinsternisse für unbestimmt lange Zeiträume voraussagen.
[ 2 ] If we first consider the first question, it may seem to you either presumptuous to want to speak about the future, or impossible to determine anything about the future of humankind. Nevertheless, if you give the matter a little thought, you will find that the view that one can know something about the future is not entirely unfounded. You need only compare these things with what the ordinary researcher—for example, the natural scientist—can know about the future. He can tell you with certainty that if he mixes oxygen, hydrogen, and sulfur under certain conditions, sulfuric acid will always be produced. One can say exactly what happens when rays are reflected by a mirror. Indeed, this goes even further when it comes to the phenomena of external life; one can predict solar and lunar eclipses for indefinite periods of time.
[ 3 ] Warum kann man das? Weil und insofern man die Gesetze des physischen Lebens kennt. Wenn nun jemand die geistigen Gesetze des Lebens erkennt, so kann er aus diesen Gesetzen heraus gleichfalls sagen, was in der Zukunft eintreten muß. Nur bedrückt da den Menschen gewöhnlich eine Frage. Man meint so leicht, daß es im Widerspruch stehe mit der Freiheit, mit dem willkürlichen menschlichen Handeln, wenn man vorauswisse, was da geschieht. Auch das ist eine unrichtige Empfindung. Wenn Sie Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff unter gewissen Bedingungen zusammenbringen, so entsteht Schwefelsäure; das ist bedingt durch das Gesetzmäßige des Zusammenbringens. Ob Sie es aber tun, das hängt von Ihrem Willen ab. Und so ist es auch im geistigen Verlauf der menschlichen Entwickelung. Das, was geschehen wird, wird der Mensch aus ganz freiem Willen tun, und je höher der Mensch sich entwickelt, desto freier wird der Mensch sein. Man darf auch nicht denken, daß schon jetzt für den Menschen bestimmt ist, was er in der Zukunft tun wird, weil er es voraussehen kann. Nur haben die meisten Menschen für diese Frage kein rechtes Verständnis, und in der Tat gehört sie zu den schwierigsten. Seit uralten Zeiten haben sich die Philosophen mit der Frage der menschlichen Freiheit und der gesetzmäßigen Vorherbestimmung der Erscheinungen abgequält. Fast alles, was auf diesem Gebiete geschrieben worden ist, ist höchst ungenügend, denn die Menschen können gewöhnlich nicht unterscheiden zwischen Vorausschauen und Vorausbestimmtsein. Mit dem Vorausschauen verhält es sich nämlich nicht anders als mit dem Hinschauen auf entfernte Raumpunkte. Wenn Sie im Raume hinsehen nach einem fernen Punkte, sagen wir nach der Straßenecke drüben, und Sie sehen, daß da ein Mensch einem andern zehn Pfennig schenkt, haben Sie dann diese Handlung bewirkt? Ist dadurch, daß Sie es sehen, irgendeine Ursache dafür gegeben worden? Nein; Sie sehen nur, daß er es tut, und das übt keinen Zwang darauf aus, daß er so handelt. Nun ist es in der Zeit in einer gewissen Beziehung ebenso, nur können die Menschen es nicht fassen. Nehmen Sie an, Sie sind in ein paar tausend Jahren wieder verkörpert. Sie tun dann etwas aus freiem Willen; das ist dann ebenso wie das Beispiel von den geschenkten zehn Pfennig. Der Seher sieht unter Umständen, was in der Zukunft getan wird, und dieses zukünftige Tun ist ebensowenig durch den jetzigen Zeitpunkt bestimmt wie das Schenken der zehn Pfennig durch den Raumpunkt. Man sagt oft: Wenn man sieht, daß etwas geschehen wird, so ist das doch eigentlich vorherbestimmt. — Aber dann verwechselt man die Zukunft mit der Gegenwart. Das würde ja kein Vorausschauen in die Zukunft sein, wenn es schon bestimmt wäre. Sie sehen ja nicht etwas, was schon da ist, sondern etwas, was erst kommt. Sie müssen den Begriff des In-die-ZukunftSchauens genau erfassen. Es muß das in geduldiger Meditation geübt und gepflegt werden; dann nur findet man die Möglichkeit, diese Dinge richtig zu fassen.
[ 3 ] Why is this possible? Because—and to the extent that—one knows the laws of physical life. If, then, someone recognizes the spiritual laws of life, he can likewise deduce from these laws what must occur in the future. But one question usually weighs on people’s minds. It is all too easy to think that knowing in advance what will happen contradicts freedom and arbitrary human action. This, too, is a mistaken perception. If you combine sulfur, hydrogen, and oxygen under certain conditions, sulfuric acid is produced; this is determined by the laws governing their combination. Whether you do so, however, depends on your will. And so it is in the spiritual course of human development. What will happen, human beings will do of their own free will, and the higher a person develops, the freer they will be. Nor should one think that what a person will do in the future is already predetermined, simply because they can foresee it. It is just that most people lack a proper understanding of this question, and in fact, it is one of the most difficult. Since time immemorial, philosophers have grappled with the question of human freedom and the lawful predetermination of phenomena. Almost everything that has been written in this field is highly inadequate, for people generally cannot distinguish between foresight and predetermination. For foresight is no different from looking at distant points in space. If you look into space at a distant point—say, the street corner over there—and you see one person giving another ten pfennigs, have you then caused this action? Has the fact that you see it provided any cause for it? No; you merely see that he is doing it, and that exerts no compulsion on him to act in that way. Now, in a certain respect, it is the same with time, only people cannot grasp it. Suppose you are reincarnated in a few thousand years. You will then do something of your own free will; that is just like the example of the ten pfennigs being given. Under certain circumstances, the seer sees what will be done in the future, and this future action is just as little determined by the present moment as the gift of the ten pfennigs is by the point in space. People often say: If one sees that something will happen, then it is actually predestined. — But then one is confusing the future with the present. It would not be foresight into the future if it were already determined. After all, you do not see something that is already there, but something that is yet to come. You must grasp the concept of looking into the future precisely. It must be practiced and cultivated through patient meditation; only then will you find the ability to comprehend these things correctly.
[ 4 ] Nach diesen Einleitungsworten wollen wir einiges von dem besprechen, was man über die Entwickelung der Menschheit in der Zukunft sagen kann. Wir sind an dem Punkte angelangt, wo die Menschheit am tiefsten in die Materie hinabgestiegen ist, wo sie ihre geistigen Kräfte verwendet zur Konstruktion und Fabrikation von Werkzeugen und Maschinen, die dem persönlichen Leben dienen. Verknüpft damit war ein immer mehr und mehr vor sich gehendes Dichterwerden der Menschheit und der Erde überhaupt. Wir haben gesehen, daß das, was wir heute das Dichteste, das Mineralreich nennen, erst in einem bestimmten Zeitpunkte unserer Entwickelung entstanden ist. Damit ist der Mensch erst eingetreten in seine jetzige irdische Entwickelung. Hand in Hand damit sind die Zweigeschlechtlichkeit und andere Erscheinungen gegangen. Damals, als der Mensch noch nicht eingetreten war in diese physische Entwickelung, die ein Mineralreich hat, da war er auch noch von viel feinerer, weicherer Natur. Nur um eine Vorstellung davon wachzurufen, sei gesagt, wie in dieser alten Zeit, wo noch keine Zweigeschlechtlichkeit existiert hat, die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes geschah. Damals brachte der noch zweigeschlechtliche Mensch, der von dünnerer, feinerer Körperlichkeit war, ein anderes Wesen aus sich hervor. Nicht auf die heutige Art geschah das, sondern etwa so, wie in spiritistischen Sitzungen aus dem Medium der Ätherleib irgendeines anderen Wesens hervorgeht. Das gibt Ihnen ungefähr ein Bild dieses Aus-sich-heraus-Materialisierens, wie sich in alter Zeit die Menschheit fortgepflanzt hat: wie ein Hinausdrängen von Menschen, die reif waren, ihre eigene Entwickelung fortzusetzen.
[ 4 ] Following these introductory remarks, let us discuss some of what can be said about the future development of humanity. We have reached the point where humanity has descended deepest into matter, where it uses its spiritual powers to design and manufacture tools and machines that serve personal life. Linked to this was an ever-increasing process of densification of humanity and the Earth as a whole. We have seen that what we today call the densest realm—the mineral kingdom—only came into being at a specific point in our development. It was only then that humanity entered its present earthly phase of development. Hand in hand with this came the emergence of the two sexes and other phenomena. Back then, when humanity had not yet entered this physical stage of development characteristic of the mineral kingdom, it was still of a much finer, softer nature. Just to give you an idea of this, let me describe how the human race reproduced in those ancient times when sexual dimorphism did not yet exist. Back then, the human being—who was still of a more ethereal, finer physical nature—brought forth another being from within themselves. This did not happen in the way it does today, but rather in a manner similar to how, in spiritualist séances, the etheric body of some other being emerges from the medium. This gives you a rough picture of this “materializing from within”—how humanity reproduced in ancient times: like a pushing forth of human beings who were ripe to continue their own evolution.
[ 5 ] So sehen Sie, wie mit dem Dichterwerden des Menschen im Kosmos sein Heruntersteigen in die materielle Welt verknüpft ist. Und damit verknüpft ist die Entwickelung einer anderen Kraft, die sich ohne dieses Heruntersteigen gar nicht hätte entwickeln können: das ist der Egoismus. Er hat eine gute und eine schlimme Seite. Er ist die Grundlage für die menschliche Selbständigkeit und Freiheit, aber in seiner Kehrseite auch der Grund alles Schlechten und Bösen. Damit der Mensch aber lernte, aus freiem Willen das Gute zu tun, mußte er durch diese Kraft des Egoismus durchgehen. Durch die Kräfte, die ihn früher geleitet hatten, mußte er immer wieder zum Guten angetrieben werden; aber es mußte ihm die Möglichkeit gegeben werden, selbst seinen Weg zu gehen. Ebenso nun, wie er herabgestiegen ist, muß er wieder hinaufsteigen in die Geistigkeit, und wie dieses Herabsteigen verbunden ist mit einem Überhandnehmen des Egoismus, so ist das Hinaufsteigen abhängig davon, daß die Selbstlosigkeit, das Gefühl der Sympathie der Menschen untereinander immer stärker und stärker wird. Die Menschheit hat sich durch verschiedene Zeitalter hindurch entwickelt, zuerst durch das alte indische, dann durch das persische, durch das ägyptisch-chaldäisch-babylonische und durch das griechisch-lateinische hindurch zu dem jetzigen, dem fünften Zeitalter, und dieses wird abgelöst werden von einem sechsten. Und indem die Menschheitsentwickelung dahin arbeitet, arbeitet sie zugleich hin auf die Überwindung desjenigen Prinzips, das am stärksten war seit der Zeit, als der Ätherleib seine Eingliederung gefunden hat in jenem Punkte des Gehirns, von dem ich Ihnen gestern gesprochen habe. Das war die Zeit des Fallens in den tiefsten Egoismus.
[ 5 ] Thus you can see how humanity’s evolution into a poetic being within the cosmos is linked to its descent into the material world. And linked to this is the development of another force that could not have developed at all without this descent: that is egoism. It has a good side and a bad side. It is the foundation of human independence and freedom, but on the other hand, it is also the root of all that is bad and evil. However, in order for human beings to learn to do good of their own free will, they had to pass through this force of egoism. The forces that had guided them in the past had to drive them toward the good time and again; but they had to be given the opportunity to go their own way. Just as they have now descended, so must they ascend again into the spiritual realm; and just as this descent is connected with the prevalence of selfishness, so the ascent depends on selflessness—the feeling of sympathy among human beings—becoming ever stronger and stronger. Humanity has developed through various ages—first through the ancient Indian age, then through the Persian, the Egyptian-Chaldean-Babylonian, and the Greek-Latin ages—to the present, the fifth age, and this will be succeeded by a sixth. And as human development works toward this goal, it is simultaneously working toward overcoming the principle that has been strongest since the time when the etheric body became integrated into that part of the brain I spoke to you about yesterday. That was the time of the descent into the deepest egoism.
[ 6 ] In früherer Entwickelung war der Mensch auch egoistisch, aber das war in anderer Art. Derjenige Egoismus, der so tief in die Seele hineingeht wie in unserem jetzigen Zeitalter, hängt ganz zusammen mit der Ausprägung der materialistischen Gesinnung, und ein spirituelles Zeitalter wird die Überwindung dieses Egoismus bedeuten. Daher hat das Christentum und haben alle diejenigen Richtungen, die wirklich religiöses Leben hatten, bewußt hingearbeitet auf eine Durchbrechung der alten Blutsverbände; und einen radikalen Satz hat das Christentum hingestellt, der lautet: «Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Weib, Kind, Bruder, Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Das deutet auf nichts anderes hin, als daß treten muß an Stelle alter Blutsverbände das geistige Band zwischen Seele und Seele, zwischen Mensch und Mensch. Es fragt sich jetzt nur: Welches sind die Mittel und Wege, daß die Menschheit die Spiritualität, das heißt das Überwinden des Materialismus, und zu gleicher Zeit das, was man den Bruderbund nennen könnte, die Ausprägung der allgemeinen Menschenliebe, erlangt? Man könnte sich nun der Meinung hingeben, daß man nur recht gründlich die allgemeine Menschenliebe zu betonen brauchte, und daß dann diese Menschenliebe schon kommen müßte, oder man müßte Vereine gründen, die sich den Zweck der allgemeinen Menschenliebe zum Ziele setzen. Der Okkultismus ist niemals dieser Anschauung. Im Gegenteil! Je mehr der Mensch spricht von allgemeiner Bruderliebe und Menschlichkeit in dem Sinne, daß er sich daran berauscht, um so egoistischer werden die Menschen. Denn geradeso, wie es eine sinnliche Wollust gibt, gibt es eine Wollust der Seele; und es ist sogar eine raffinierte Wollust, zu sagen: Ich will sittlich höher und höher werden! Es ist im Grunde genommen ein Gedanke, der zwar nicht den gewöhnlichen alltäglichen Egoismus erzeugt, aber einen raffinierten Egoismus, der aus solcher Wollust entspringt.
[ 6 ] In earlier stages of development, human beings were also selfish, but in a different way. The kind of selfishness that penetrates so deeply into the soul as it does in our present age is entirely linked to the prevalence of a materialistic mindset, and a spiritual age will mean the overcoming of this selfishness. For this reason, Christianity—and all those movements that truly embodied religious life—have consciously worked toward breaking through the old blood ties; and Christianity has put forward a radical statement that reads: “Whoever does not leave father, mother, wife, child, brother, and sister cannot be my disciple.” This points to nothing other than the fact that the old blood ties must be replaced by the spiritual bond between soul and soul, between human being and human being. The only question now is: What are the means and ways by which humanity can attain spirituality—that is, the overcoming of materialism—and at the same time what might be called a brotherhood, the manifestation of universal love for humanity? One might now be tempted to believe that one need only emphasize universal love for humanity thoroughly enough, and that this love would then inevitably follow; or that one should found associations dedicated to the goal of universal love for humanity. Occultism never shares this view. On the contrary! The more people speak of universal brotherly love and humanity in the sense of reveling in it, the more selfish they become. For just as there is sensual pleasure, so too is there a pleasure of the soul; and it is even a subtle pleasure to say: “I want to become morally higher and higher!” It is, in essence, a thought that, while it does not generate ordinary, everyday selfishness, does give rise to a sophisticated selfishness that springs from such a lust.
[ 7 ] Nicht dadurch, daß man Liebe und Mitgefühl betont, werden sie im Laufe der Menschheitsevolution erzeugt. Durch etwas anderes vielmehr wird die Menschheit geführt zu jenem Bruderbunde, und das ist die spirituelle Erkenntnis selber. Es gibt kein anderes Mittel, die allgemeine Menschenverbrüderung herbeizuführen, als die Verbreitung der okkulten Erkenntnisse in der Welt. Man rede immer von Liebe und Menschenverbrüderung, man gründe Tausende von Vereinen, sie werden nicht zu dem Ziele führen, zu dem sie führen sollen, so gut sie auch gemeint sind. Es kommt darauf an, das Richtige zu tun, zu wissen, wie man diesen Bruderbund begründet. Nur Menschen, die in der gemeinsamen, für alle Menschen gültigen okkulten Wahrheit leben, finden sich zusammen in der einen Wahrheit. Wie die Sonne die Pflanzen vereint, die ihr zustreben und deren jede doch eine Individualität ist, so muß die Wahrheit eine einheitliche sein, zu der alle hinstreben; dann finden sich alle Menschen zusammen. Aber energisch nach der Wahrheit arbeiten müssen die Menschen; dann erst können sie in harmonischer Weise zusammenleben.
[ 7 ] It is not by emphasizing love and compassion that they are brought about in the course of human evolution. Rather, humanity is led to that brotherhood by something else, and that is spiritual knowledge itself. There is no other means of bringing about universal human brotherhood than the dissemination of occult knowledge throughout the world. People may talk endlessly about love and human brotherhood, and they may found thousands of associations, but these will not lead to the goal they are intended to achieve, no matter how well-meaning they may be. What matters is doing the right thing—knowing how to establish this brotherhood. Only people who live in the common occult truth—which is valid for all humanity—can come together in that one truth. Just as the sun unites the plants that reach toward it, each of which is nevertheless an individual entity, so must the truth be a unified one toward which all strive; only then will all people come together. But people must work energetically toward the truth; only then can they live together in harmony.
[ 8 ] Man könnte einwenden: Nach der Wahrheit streben doch alle, aber es gibt doch verschiedene Standpunkte, und daher kommen dann wieder Streit und Differenzen. — Das ist eine noch nicht genügend gründliche Erkenntnis der Wahrheit. Man darf sich nicht darauf berufen, daß es verschiedene Standpunkte in der Wahrheit geben kann; man muß es erst erfahren, daß die Wahrheit nur eine einzige sein kann. Sie hängt nicht ab von Volksabstimmung, sie ist wahr in sich selber. Oder würden Sie darüber abstimmen lassen, ob die drei Winkel eines Dreiecks gleich 180 Grad sind? Ob Millionen Menschen das zugeben oder kein einziger, wenn Sie es erkannt haben, dann ist es wahr für Sie. Es gibt keine Demokratie in der Wahrheit. Und die noch nicht harmonieren, sind noch nicht genügend weit vorgedrungen in der Wahrheit. Daher rührt aller Streit über die Wahrheit. Man kann sagen: Ja, aber der eine behauptet das und der andere jenes in okkulten Dingen! Das ist im wirklichen Okkultismus nicht der Fall. Es verhält sich damit wie bei materialistischen Dingen: da behauptet auch einer dies und ein anderer jenes, aber dann ist eines davon falsch. Ebenso ist es im wirklichen Okkultismus; nur daß oft die Ungezogenheit besteht, über okkulte Dinge zu urteilen, bevor man sie verstanden hat.
[ 8 ] One might object: Everyone strives for the truth, but there are different points of view, and that is why disputes and differences arise. — This is not yet a sufficiently thorough understanding of the truth. One must not claim that there can be different points of view within the truth; one must first come to realize that there can be only one truth. It does not depend on a popular vote; it is true in and of itself. Or would you put it to a vote whether the three angles of a triangle add up to 180 degrees? Whether millions of people admit it or not a single one—if you have recognized it, then it is true for you. There is no democracy in truth. And those who are not yet in harmony have not yet advanced far enough into the truth. This is the source of all disputes over the truth. One might say: “Yes, but one person claims this and another claims that when it comes to occult matters!” That is not the case in true occultism. It is the same as with materialistic matters: there, too, one person claims this and another claims that, but then one of them is wrong. It is the same in true occultism; only that there is often the impudence to pass judgment on occult matters before one has understood them.
[ 9 ] Das ist das Ziel, dem das sechste Zeitalter der Menschheit entgegenstreben wird: die Popularisierung der okkulten Wahrheit im weitesten Umkreise. Das ist die Mission dieses Zeitalters. Und diejenige Gesellschaft, die sich spirituell vereint, hat die Aufgabe, diese okkulte Wahrheit überall hineinzutragen in das Leben und unmittelbar dort anzuwenden. Das ist es ja gerade, was unserem Zeitalter fehlt. Sehen Sie nur, wie unser Zeitalter sucht und wie niemand das Richtige finden kann. Es gibt unzählige Fragen, die Erziehungsfrage, die Frauenfrage, die Medizin, die soziale Frage, die Ernährungsfrage. Und da doktert man herum an diesen Fragen, und zahlreiche Artikel und Bücher werden geschrieben, und jeder redet von seinem Standpunkte aus, ohne daß er das, was das Zentrale ist, die okkulte Wahrheit, studieren will. Nicht darum handelt es sich, abstrakt etwas zu wissen über geisteswissenschaftliche Wahrheiten, sondern sie unmittelbar hineinzutragen in das Leben, zu studieren die sozialen Fragen, die Erziehungsfragen, ja das ganze Menschenleben vom Standpunkte der wirklichen okkulten Weisheit. — Aber da muß man doch die höchste Weisheit erkennen! könnte man einwenden. Das geht von dem Irrtum aus, als ob man immer das wirklich erkennen müßte, was man im Leben anwendet. Das aber ist nicht nötig; das Erkennen der höchsten Prinzipien kommt oft viel später, als man sie anwendet. Wenn die Menschheit hätte warten wollen mit der Verdauung, bis man die Gesetze der Verdauung erkannt hätte, dann wäre die Entwickelung der Menschheit nicht möglich gewesen. So braucht man auch nicht alle geistigen Gesetze zu erkennen, um die Geisteswissenschaft einfließen zu lassen in das tägliche Leben. Das gerade ist die Art, wie die rosenkreuzerische Methode das Geistige behandeln will: weniger Abstraktion, dafür die Betrachtung der alltäglichen Lebensfragen. Darauf kommt es nicht an, daß man sagt: Geisteswissenschaft ist Geisteswissenschaft —, sondern daß man im unmittelbaren Leben ernst damit macht. Glauben Sie, daß das Kind alle grammatischen Regeln derSprache kennt, wenn es sprechen gelernt hat? Erst lernt es sprechen und dann die Grammatik. Daher muß Wert darauf gelegt werden, daß der Mensch erst mit Hilfe der spirituellen Lehren sich mit dem beschäftigt, was ihn unmittelbar umgibt, ehe er an das geht, was in den höchsten Welten zu finden ist, was über den astralen Plan, über den devachanischen Plan Kenntnis verbreitet. Denn nur dadurch verstehen wir, was in unserer Umgebung existiert und wo wir selber eingreifen müssen. Daher ist es die konkrete Aufgabe, die zerklüftete Menschheit, die aus den alten Bluts- und Stammesverbänden herausgerissen ist, zu verbinden durch die einheitliche okkulte spirituelle Weisheit.
[ 9 ] This is the goal toward which the sixth age of humanity will strive: the widespread dissemination of occult truth. This is the mission of this age. And the society that unites spiritually has the task of carrying this occult truth into every aspect of life and applying it directly there. That is precisely what our age lacks. Just look at how our age is searching and how no one can find the right answer. There are countless questions: the question of education, the question of women, medicine, social issues, and nutrition. And people tinker with these questions, and numerous articles and books are written, and everyone speaks from their own point of view without wanting to study what is central—the occult truth. It is not a matter of knowing something abstractly about spiritual scientific truths, but of bringing them directly into life—of studying social issues, educational issues, indeed the whole of human life—from the standpoint of true occult wisdom. — “But then one must recognize the highest wisdom!” one might object. This objection stems from the misconception that one must always truly understand what one applies in life. But that is not necessary; the understanding of the highest principles often comes much later than their application. If humanity had wanted to wait to digest food until the laws of digestion were understood, then human development would not have been possible. Likewise, one does not need to understand all spiritual laws in order to integrate spiritual science into daily life. This is precisely how the Rosicrucian method seeks to approach the spiritual: less abstraction, and instead a focus on the questions of everyday life. What matters is not that one says, “Spiritual science is spiritual science”—but that one takes it seriously in one’s immediate life. Do you believe that a child knows all the grammatical rules of a language once it has learned to speak? First it learns to speak, and then it learns grammar. Therefore, it is essential that a person, with the help of spiritual teachings, first engage with what immediately surrounds them before turning to what is found in the highest worlds—that which imparts knowledge of the astral plane and the devachanic plane. For only in this way do we understand what exists in our surroundings and where we ourselves must intervene. Therefore, the concrete task is to unite a fragmented humanity—which has been torn away from the old blood and tribal bonds—through unified occult spiritual wisdom.
[ 10 ] So geht, indem wir uns vom fünften in das sechste und dann in das siebente Zeitalter hinüberentwickeln, der alte Zusammenhang in Stammes- und Blutsverbänden immer mehr verloren. Die Menschheit mischt sich, um sich von geistigen Gesichtspunkten aus zu gruppieren. Es war eine Ungezogenheit, in der Theosophie von den Rassen so zu sprechen, als ob sie immer bleiben würden. Der Begriff der Rasse verliert schon für die nächste Zukunft, womit allerdings Tausende von Jahren gemeint sind, seinen Sinn. Das ewige Reden, daß immer in der Welt sich sieben und sieben Rassen entwickelt hätten, das ist die spekulative Ausdehnung eines Begriffes, der nur für unser Zeitalter nach rückwärts und vorwärts gilt; von der Sehergabe, vom Okkultismus ist das nie gesagt worden. Wie alles entsteht, so sind auch die Rassen entstanden, und wie alles wieder vergeht, werden auch die Rassen wieder vergehen, und jene, die immer nur von Rassen gesprochen haben, die werden sich daran gewöhnen müssen, ihre Begriffe flüssig zu machen. Das ist nur eine Bequemlichkeit! Wenn man ein wenig nur in die Zukunft blickt, gelten schon die Begriffe nicht mehr, die man in der Vergangenheit und Gegenwart angewendet hat. Das ist die Hauptsache, daß der Mensch nicht dasjenige, was er einmal in einen schönen Begriff gebracht hat, nun für eine ewige Weisheit hält. Man wird sich daran gewöhnen müssen, die Begriffe flüssig zu machen, zu erkennen, daß Begriffe sich verändern, und das wird ein Fortschritt sein. Diese Möglichkeit, von starren, dogmatischen Begriffen überzugehen in flüssige, das ist es, was ausgebildet werden muß in denjenigen Menschen, die die Träger der Zukunft sein wollen. Denn so, wie die Zeiten sich ändern, müssen sich auch unsere Begriffe ändern, wenn wir diese Zeiten verstehen wollen.
[ 10 ] Thus, as we evolve from the fifth to the sixth and then to the seventh age, the old bonds of tribal and blood ties are increasingly lost. Humanity is mixing together in order to group itself according to spiritual considerations. It was a mistake for Theosophy to speak of races as if they would remain forever. The concept of race will lose its meaning even in the near future—though by “near future” we mean thousands of years. The constant talk that seven and seven races have always developed in the world is the speculative extension of a concept that applies only to our age, both backward and forward in time; this has never been stated by clairvoyants or in occultism. Just as everything comes into being, so too did the races come into being; and just as everything passes away, so too will the races pass away, and those who have always spoken only of races will have to get used to making their concepts more flexible. That is merely a matter of convenience! If one looks even a little into the future, the concepts used in the past and present no longer apply. The main thing is that people not regard what they once expressed in a beautiful concept as eternal wisdom. We will have to get used to making concepts fluid, to recognizing that concepts change, and that will be progress. This ability to move from rigid, dogmatic concepts to fluid ones—that is what must be cultivated in those who wish to be the bearers of the future. For just as times change, so too must our concepts change if we are to understand these times.
[ 11 ] Jetzt leben die Seelen in einem Menschenleibe, den Sie klar durch die Sinne betrachten. Wodurch ist er entstanden? Er war früher sehr verschieden vom heutigen, ja für unsere heutige materielle Anschauung sogar komisch verschieden, als die Seele heruntergestiegen ist. Die Seele hat Platz genommen in ihm. Wodurch hat der Mensch sich zu der heutigen Gestalt entwickelt? Dadurch, daß die Seele in dem Leibe selbst gearbeitet hat während aller ihrer Verkörperungen. Sie können sich einen Begriff davon machen, wie die Seele am Leibe gearbeitet hat, wenn Sie bedenken, was dem Menschen in unserem materialistischen Zeitalter geblieben ist von der Möglichkeit, an seinem Leibe zu arbeiten. Das, was der Mensch an seinem dichten physischen Leibe arbeiten kann, ist verhältnismäßig recht wenig. Nehmen Sie zum Beispiel wahr, wie Sie heute vorübergehend an dem Leibe und seiner Physiognomie arbeiten. Irgend etwas zum Beispiel verursacht Ihnen Schrecken, Angst. Die Eindrücke von Angst und Furcht machen Sie erblassen. Ihr physisches Aussehen wird ebenfalls verändert durch Schamröte. Das geht wieder vorüber, aber Sie sehen, wie das vor sich geht: es wirkt etwas auf die Seele, so daß die Wirkung sich auf das Blut und auf diesem Umwege auf den physischen Leib, auf Ihr unmittelbares Aussehen erstreckt. Die Wirkung kann noch intensiver sein. Sie wissen, daß Menschen, die ein geistiges Leben führen, es stark in der Hand haben, in ihrer äußeren Physiognomie einen Abdruck zu schaffen von ihrem geistigen Schaffen. Man kann erkennen, ob ein Mensch gedankenvoll oder gedankenlos gelebt hat. So arbeitet der Mensch immer noch an seinem äußeren Ausdruck, und ein Mensch, der edel empfindet, bei dem drückt sich diese Empfindung in edlen Bewegungen aus. Das sind nur geringe Reste von dem, wie durch Jahrtausende hindurch die Menschheit an sich gearbeitet hat.
[ 11 ] Now the souls live in a human body, which you can clearly perceive through the senses. How did it come into being? It used to be very different from what it is today—indeed, from our present material perspective, strangely different—when the soul descended. The soul took its place within it. How did the human being develop into its present form? Through the soul’s own work within the body throughout all its incarnations. You can get an idea of how the soul has worked on the body if you consider what remains for human beings in our materialistic age of the ability to work on their own bodies. What a person can do to work on their dense physical body is relatively very little. Observe, for example, how you temporarily work on your body and its physiognomy today. Something, for instance, causes you shock or fear. The impressions of fear and dread make you turn pale. Your physical appearance is also altered by a blush of shame. This passes again, but you can see how it happens: something affects the soul, so that the effect extends to the blood and, indirectly through it, to the physical body—to your immediate appearance. The effect can be even more intense. You know that people who lead a spiritual life have a strong ability to create an imprint of their spiritual work in their outward appearance. One can tell whether a person has lived thoughtfully or thoughtlessly. In this way, a person is still working on their outward expression, and a person who feels nobly expresses this feeling through noble movements. These are only faint remnants of how humanity has worked on itself over the course of millennia.
[ 12 ] Während Sie heute das Blut nur in Ihre Wangen hinein- und wieder wegtreiben können, war der Mensch in früherer Zeit ganz unter dem Einfluß einer Bilderwelt, die der Ausdruck einer geistigen Welt war. Das wirkte so, daß der Mensch in viel stärkerem Maße umgestaltend an seinem Organismus arbeiten konnte. Dabei war der Körper auch noch weicher. Es gab eine Zeit, wo man nicht nur die Hand ausstrecken konnte, wo Sie nicht nur mit dem Finger hinzeigen konnten, sondern wo Sie Ihren Willen in Ihre Hand hineinschicken konnten, und Sie konnten die Hand formen, so daß Sie diese Finger als Fortsätze hinausstrecken konnten. Es gab eine Zeit, wo die Füße noch nicht ständig waren, sondern wo der Mensch sie je nach Bedürfnis als Fortsatz aus sich herausgestreckt hat. So hat der Mensch durch die Bilder, die er von der Umwelt empfangen hat, seinen eigenen Leib gebildet. Heute, in unserer materiellen Zeit, ist diese Umgestaltung die denkbar langsamste, aber sie wird wieder schneller vor sich gehen. In der Zukunft wird der Mensch wieder mehr Einfluß bekommen auf seine physische Körperlichkeit. Bei der Betrachtung der Einweihung werden wir sehen, mit welchen Mitteln er diesen Einfluß gewinnt. Wenn er das auch nicht in einem Leben erreichen kann, so wird er doch viel tun können für die nächste Verkörperung.
[ 12 ] While today you can only make the blood rush to your cheeks and then recede, in earlier times human beings were entirely under the influence of a world of images that was the expression of a spiritual world. This enabled human beings to work on their physical constitution in a much more transformative way. Moreover, the body was even more supple back then. There was a time when one could not only extend one’s hand, when one could not only point with one’s finger, but when one could send one’s will into one’s hand and shape it so that one could extend these fingers as extensions of oneself. There was a time when the feet were not yet permanent, but when human beings extended them as extensions from themselves as needed. In this way, human beings shaped their own bodies through the images they received from their surroundings. Today, in our material age, this transformation is as slow as can be imagined, but it will proceed more quickly again. In the future, human beings will once again gain greater influence over their physical bodies. When we consider the process of initiation, we will see the means by which they gain this influence. Even if they cannot achieve this in a single lifetime, they will still be able to do much in preparation for their next incarnation.
[ 13 ] Der Mensch selbst also ist es, der die zukünftige Gestalt seines Leibes herbeiführen wird. Indem der Mensch immer weicher und weicher wird, das heißt indem er sich absondern wird von den harten Teilen, geht er seiner Zukunft entgegen. Es kommt ein Zeitalter, wo der Mensch wie in verflossener Zeit gleichsam über seinem irdischen Teile leben wird. Dieser Zustand, der Ihrem heutigen Schlafzustande vergleichbar ist, wird alsdann abgelöst werden von einem andern, wo der Mensch seinen Ätherleib wird willkürlich herausziehen können aus seinem physischen Leibe. Es wird gleichsam der dichtere Teil des Menschen hier unten auf Erden sein, und der Mensch wird ihn wie ein Instrument von außen benutzen. Der Mensch wird seinen Leib nicht mehr so an sich tragen, daß er in ihm wohnt, sondern er wird darüber schweben; der Leib selbst wird feiner und dünner geworden sein. Das erscheint heute als ein phantastischer Gedanke, aber man kann es aus den geistigen Gesetzen mit Bestimmtheit wissen, ebenso wie man aus den Gesetzen der Astronomie Sonnen- und Mondfinsternisse für die Zukunft berechnet. Und umgestaltend wird der Mensch vor allen Dingen wirken auf die Hervorbringungskraft. Viele können sich nicht vorstellen, daß je eine andere Fortpflanzungskraft als heute da sein wird. Aber sie wird da sein, die Art der Fortpflanzung wird sich ändern. Alles, was heute Fortpflanzung ist und im Zusammenhang mit diesem Triebe steht, wird in Zukunft an ein anderes Organ übergehen. Dasjenige Organ, das sich heute schon darauf vorbereitet, das zukünftige Fortpflanzungsorgan zu werden, ist der menschliche Kehlkopf. Heute kann er nur Luftschwingungen hervorbringen, er kann nur dasjenige, was in einem Worte liegt, der Luft mitteilen, so daß die Schwingungen dem Worte entsprechend sind. Später wird aus diesem Kehlkopfe nicht nur das Wort in seinem Rhythmus hervordringen, sondern dieses Wort wird vom Menschen durchleuchtet werden, es wird durchdrungen werden vom Stoffe selber. So wie heute das Wort nur zur Luftwelle wird, so wird in Zukunft des Menschen inneres Wesen, sein eigenes Ebenbild, wie es heute im Worte ist, aus dem Kehlkopfe herausdringen. Der Mensch wird aus dem Menschen hervorgehen, der Mensch wird den Menschen aussprechen. Und das wird zukünftig die Geburt eines neuen Menschen sein, daß er ausgesprochen wird von einem anderen Menschen.
[ 13 ] It is, therefore, human beings themselves who will bring about the future form of their bodies. As human beings become softer and softer—that is, as they separate themselves from their hard parts—they move toward their future. An age is coming when human beings, as in times past, will, as it were, live above their earthly parts. This state, which is comparable to your present state of sleep, will then be replaced by another in which human beings will be able to withdraw their etheric body at will from their physical body. It will, as it were, be the denser part of the human being here on Earth, and the human being will use it from the outside, like an instrument. The human being will no longer carry his body in such a way that he dwells within it, but will hover above it; the body itself will have become finer and more ethereal. This seems like a fanciful idea today, but one can know it with certainty from the spiritual laws, just as one calculates solar and lunar eclipses for the future from the laws of astronomy. And, above all, human beings will transform the power of procreation. Many cannot imagine that there will ever be a reproductive force different from the one that exists today. But it will exist; the nature of reproduction will change. Everything that today constitutes reproduction and is connected to this instinct will, in the future, be transferred to a different organ. The organ that is already preparing itself today to become the future reproductive organ is the human larynx. Today it can produce only air vibrations; it can convey to the air only what is contained in a word, so that the vibrations correspond to the word. Later, not only will the word emerge from this larynx in its rhythm, but this word will be illuminated by the human being; it will be permeated by the substance itself. Just as today the word becomes merely an air wave, so in the future the inner being of the human being—his own image, as it is today in the word—will emerge from the larynx. The human being will emerge from the human being; the human being will speak the human being. And this will be the birth of a new human being in the future: that he will be spoken by another human being.
[ 14 ] Solche Dinge werfen ein bestimmtes Licht auf Erscheinungen, die in unserer Umgebung leben, die Ihnen keine Naturwissenschaft erklären kann. Jene Verwandlung des Fortpflanzungstriebes, die wiederum eine ungeschlechtliche sein wird, übernimmt alsdann die Funktionen der alten Fortpflanzung. Daher tritt beim männlichen Organismus in der Zeit der Geschlechtsreife auch eine Umwandlung des Kehlkopfes ein. Die Stimme wird tiefer. Das weist Sie unmittelbar darauf hin, wie diese beiden Dinge zusammenhängen. So leuchtet der Okkultismus immer wieder in die Tatsachen des Lebens hinein und bringt Licht in die Erscheinungen, für die Ihnen die materialistische Wissenschaft keine Erklärung zu bringen vermag.
[ 14 ] Such things shed a certain light on phenomena in our environment that no natural science can explain to you. That transformation of the reproductive instinct—which will, in turn, be asexual—will then take over the functions of the old form of reproduction. For this reason, a transformation of the larynx also occurs in the male organism during puberty. The voice deepens. This directly points out to you how these two things are connected. In this way, occultism repeatedly sheds light on the facts of life and illuminates phenomena for which materialistic science is unable to provide an explanation.
[ 15 ] Und ebenso, wie dieses Organ des Kehlkopfes umgestaltet werden wird, so wird auch umgestaltet werden das menschliche Herz. Es ist dasjenige Organ, welches mit dem Blutkreislauf in innigem Zusammenhange steht. Nun glaubt die Wissenschaft, daß das Herz eine Art von Pumpe ist. Das ist eine groteske phantastische Vorstellung. Niemals hat der Okkultismus eine solch phantastische Behauptung aufgestellt wie der heutige Materialismus. Das, was die bewegende Kraft des Blutes ist, sind die Gefühle der Seele. Die Seele treibt das Blut, und das Herz bewegt sich, weil es vom Blute getrieben wird. Also genau das Umgekehrte ist wahr von dem, was die materialistische Wissenschaft sagt. Nur kann der Mensch sein Herz heute noch nicht willkürlich leiten; wenn er Angst hat, schlägt es schneller, weil das Gefühl auf das Blut wirkt und dieses die Bewegung des Herzens beschleunigt. Aber das, was der Mensch heute unwillkürlich erleidet, wird er später auf höherer Stufe der Entwickelung in der Gewalt haben. Er wird später sein Blut willkürlich treiben und sein Herz bewegen wie heute die Handmuskeln. Das Herz mit seiner eigentümlichen Konstruktion ist für die heutige Wissenschaft eine Crux, ein Kreuz. Es besitzt quergestreifte Muskelfasern, die sonst nur bei willkürlichen Muskeln gefunden werden. Warum? Weil das Herz heute noch nicht am Ende seiner Entwickelung angelangt, sondern ein Zukunftsorgan ist, weil es ein willkürlicher Muskel werden wird. Daher zeigt es heute schon die Anlage dazu in seinem Bau.
[ 15 ] And just as this organ of the larynx will be transformed, so too will the human heart be transformed. It is the organ that is intimately connected with the circulatory system. Now, science believes that the heart is a kind of pump. That is a grotesque and fanciful notion. Never has occultism put forward such a fanciful claim as today’s materialism. The driving force behind the blood is the emotions of the soul. The soul propels the blood, and the heart moves because it is propelled by the blood. Thus, the exact opposite of what materialistic science says is true. However, humans cannot yet control their hearts at will; when they are afraid, it beats faster because the emotion acts on the blood, which in turn accelerates the heart’s movement. But what humans today experience involuntarily, they will later be able to control at a higher stage of development. They will later be able to drive their blood at will and move their hearts just as they move their hand muscles today. The heart, with its peculiar structure, is a crux, a conundrum, for modern science. It possesses striated muscle fibers, which are otherwise found only in voluntary muscles. Why? Because the heart has not yet reached the end of its development but is an organ of the future—because it will become a voluntary muscle. That is why it already shows the predisposition for this in its structure.
[ 16 ] So verändert alles, was in der Seele des Menschen vorgeht, den Bau des menschlichen Organismus. Und wenn Sie sich jetzt den Menschen denken, der imstande ist, durch das ausgesprochene Wort seinesgleichen zu schaffen, dessen Herz zu einem willkürlichen Muskel geworden ist, der auch noch andere Organe verändert haben wird, dann haben Sie eine Vorstellung von der Zukunft des Menschengeschlechtes auf künftigen planetarischen Verkörperungen unserer Erde. Auf unserer Erde wird die Menschheit so weit kommen, wie sie unter dem Einfluß eines Mineralreiches kommen kann. Dieses Mineralreich wird, trotzdem es am letzten entstanden ist, in seiner heutigen Form am ehesten wieder verschwinden. Der Mensch wird dann seinen Leib nicht mehr aus mineralischen Substanzen aufbauen wie heute; der künftige Menschenleib wird sich zunächst nur das eingliedern, was pflanzlicher Substanz ist. Alles, was heute im Menschen mineralisch wirkt, wird verschwinden. Um Ihnen ein grotesk ausschauendes Beispiel zu geben: Heute spuckt der Mensch seinen gewöhnlichen Speichel aus. Es ist ein mineralisches Produkt, denn des Menschen physischer Leib ist ein Ineinanderwirken von mineralischen Vorgängen. Wenn der Mensch seine mineralische Entwickelung vollendet haben wird, wird er nicht mehr einen mineralischen Speichel spucken, sondern dieser Speichel wird pflanzlicher Natur sein, und der Mensch wird sozusagen Blumen spucken. Keine Drüse wird mehr Mineralisches absondern, sondern nur Pflanzliches. Dadurch wird das mineralische Reich überwunden, daß der Mensch sich wieder zum pflanzlichen Dasein entwickelt.
[ 16 ] Thus, everything that takes place in the human soul alters the structure of the human organism. And if you now imagine a human being capable of creating his fellow humans through the spoken word—a being whose heart has become a voluntary muscle and who will also have altered other organs—then you have a conception of the future of the human race on future planetary incarnations of our Earth. On our Earth, humanity will progress as far as it can under the influence of a mineral kingdom. This mineral kingdom, despite having arisen last, will most likely disappear in its present form. Human beings will then no longer build their bodies from mineral substances as they do today; the future human body will initially incorporate only that which is of plant substance. Everything that has a mineral effect in human beings today will disappear. To give you a seemingly grotesque example: Today, human beings spit out their ordinary saliva. It is a mineral product, for the human physical body is a complex interplay of mineral processes. When human beings have completed their mineral development, they will no longer spit out mineral saliva; rather, this saliva will be of a plant nature, and human beings will, so to speak, spit out flowers. No gland will secrete anything mineral anymore, but only plant substances. In this way, the mineral kingdom will be overcome as human beings develop back toward a plant-like existence.
[ 17 ] So lebt der Mensch hinüber auf den Jupiter, indem er alles Mineralische ausscheidet und zum pflanzlichen Schaffen übergeht. Und indem er dann später übergeht zum Tierschaffen — es werden ja andere Tiere sein als heute —, wenn sein Herz soweit sein wird, daß es schöpferisch wirken kann, dann wird er in der Tierwelt schaffen, wie er heute im Mineralreich schafft; dann wird der Venuszustand eintreten. Und wenn er dann seinesgleichen schaffen kann, indem er sein Ebenbild spricht, dann ist der Sinn unserer Evolution vollendet, dann ist das Wort: «Lasset uns Menschen schaffen ...» erfüllt.
[ 17 ] Thus, human beings transition to Jupiter by shedding all that is mineral and moving on to plant-based creation. And when he later transitions to animal creation—these will, of course, be different animals than those of today—once his heart is ready to act creatively, he will create in the animal world just as he creates today in the mineral kingdom; then the Venusian stage will begin. And when he can then create his own kind by speaking his own image, then the purpose of our evolution will be fulfilled, and the words, “Let us make humankind …” will be fulfilled.
[ 18 ] Nur dadurch, daß der Mensch diesen Gesichtspunkt beobachtet, daß von der Seele aus umgeschaffen wird der Leib, wird er das Menschengeschlecht wirklich umwandeln. Nur durch ein im okkulten, im spirituellen Sinne gehaltenes Denken wird das eintreten, was beschrieben worden ist als die Umgestaltung des Herzens und des Kehlkopfes. Was die Menschheit heute denkt, das wird sie in der Zukunft sein. Eine Menschheit, die materialistisch denkt, wird furchtbare Wesen in der Zukunft hervorbringen, und eine Menschheit, die spirituelle Gedanken denkt, wirkt so umgestaltend auf den Organismus der Zukunft ein, daß schöne Menschenkörper daraus hervorgehen werden.
[ 18 ] Only by observing this point of view—that the body is transformed from within the soul—will humanity truly be transformed. Only through thinking in the occult, spiritual sense will what has been described as the transformation of the heart and the larynx come to pass. What humanity thinks today is what it will become in the future. A humanity that thinks materialistically will produce terrible beings in the future, and a humanity that thinks spiritual thoughts will have such a transforming effect on the organism of the future that beautiful human bodies will emerge from it.
[ 19 ] Noch ist nicht vollendet, was die materialistiche Denkweise bewirkt. Wir haben heute zwei Strömungen, eine große materialistische, welche die ganze Erde erfüllt, und die kleine spirituelle, welche auf wenige Menschen beschränkt ist. Unterscheiden Sie zwischen Seelen- und Rassenentwickelung. Glauben Sie nicht, daß, wenn die Rassen zu einer grotesken Form übergehen, dann auch die Seelen dasselbe tun. Alle materialistisch denkenden Seelen arbeiten an der Hervorbringung böser Rassen, und was spirituell gearbeitet wird, bewirkt die Hervorbringung einer guten Rasse. So wie die Menschheit hervorgebracht hat das, was sich zurückgebildet hat als Tiere, Pflanzen und Mineralien, so wird ein Teil sich abspalten und den bösen Teil der Menschheit darstellen, und in dem mittlerweile weich gewordenen Leibe wird sich äußerlich ausdrücken die innerliche Bösheit der Seele. So wie ältere Zustände, die zum Affengeschlechte heruntergestiegen sind, uns heute grotesk erscheinen, so bleiben materialistische Rassen auf dem Standpunkte der Bösheit und werden als böse Rassen die Erde bevölkern. Es wird ganz bei der Menschheit liegen, ob eine Seele bleiben will bei der bösen Rasse oder hinaufsteigen will durch eine spirituelle Kultur zu einer guten.
[ 19 ] The effects of materialistic thinking are not yet complete. Today we have two currents: a large materialistic one that pervades the entire Earth, and a small spiritual one that is limited to a few people. Distinguish between the development of the soul and the development of races. Do not believe that when races degenerate into a grotesque form, souls will do the same. All souls that think materialistically are working to bring about evil races, and what is accomplished through spiritual work brings about a good race. Just as humanity has produced that which has degenerated into animals, plants, and minerals, so too will a part split off and represent the evil part of humanity, and the inner wickedness of the soul will find external expression in the body, which has meanwhile become soft. Just as earlier states that have degenerated into the ape species appear grotesque to us today, so materialistic races will remain at the level of evil and, as evil races, will populate the earth. It will be entirely up to humanity whether a soul wishes to remain with the evil race or to ascend through a spiritual culture to a good one.
[ 20 ] Das sind Dinge, die wir wissen müssen, wenn wir mit wirklicher Erkenntnis in die Zukunft hineinleben wollen. Sonst gehen wir mit verbundenen Augen durch die Welt, denn es arbeiten Kräfte in der Menschheit, die man erkennen muß und die man beachten muß, und derjenige würde seine Pflicht an der Menschheit versäumen, der sich nicht bekannt machen wollte mit den Kräften, die nach der einen oder der anderen Seite gehen. Das Erkennen um des Erkennens willen wäre Egoismus. Wer erkennen will, um hineinzuschauen in die höheren Welten, der handelt egoistisch. Wer aber diese Erkenntnis hineintragen will in die unmittelbare Praxis des täglichen Lebens, der arbeitet an der Fortentwickelung der kommenden Evolution der Menschheit. Das ist außerordentlich bedeutsam, daß wir immer mehr und mehr lernen, in die Praxis umzusetzen, was als geisteswissenschaftliche Anschauung existiert.
[ 20 ] These are things we need to know if we want to live into the future with true insight. Otherwise, we walk through the world blindfolded, for there are forces at work within humanity that must be recognized and taken into account, and anyone who refuses to familiarize themselves with the forces that lean in one direction or the other would be failing in their duty to humanity. Knowledge for knowledge’s sake would be selfishness. Anyone who seeks knowledge merely to glimpse into the higher worlds is acting selfishly. But anyone who wishes to apply this knowledge directly to the practice of daily life is working toward the further development of humanity’s future evolution. It is of extraordinary importance that we learn more and more to put into practice what exists as a spiritual-scientific perspective.
[ 21 ] So sehen Sie, daß die spirituelle Bewegung ein ganz bestimmtes Ziel hat, nämlich die künftige Menschheit vorauszugestalten. Dieses Ziel kann nicht anders erreicht werden als durch die Aufnahme der spirituellen okkulten Weisheit. So denkt derjenige, der Geisteswissenschaft als die große Aufgabe der Menschheit erfaßt. Er denkt sie im Zusammenhange mit der Entwickelung, und er betrachtet sie nicht als Begierde, sondern als eine Pflicht, die er erkannt hat. Und je mehr wir das anerkennen, desto rascher gehen wir der zukünftigen Gestaltung der Menschheit im sechsten Zeitalter entgegen. Wie damals in der alten Atlantis, in der Nähe des heutigen Irland, die fortgeschrittenen Menschen nach Osten gezogen sind, um die neuen Kulturen zu begründen, so haben wir die Aufgabe jetzt, hinzuarbeiten auf den großen Moment im sechsten Zeitalter, wo die Menschheit einen großen spirituellen Aufstieg unternehmen wird.
[ 21 ] As you can see, the spiritual movement has a very specific goal, namely, to shape the future of humanity. This goal can only be achieved through the assimilation of spiritual occult wisdom. This is the perspective of those who view spiritual science as humanity’s great task. They view it in the context of evolution, and they regard it not as a desire but as a duty they have recognized. And the more we acknowledge this, the more rapidly we move toward the future shaping of humanity in the sixth age. Just as in ancient Atlantis, near present-day Ireland, the advanced people migrated eastward to establish new cultures, so we now have the task of working toward the great moment in the sixth age when humanity will undertake a great spiritual ascent.
[ 22 ] Wir müssen versuchen, wieder herauszukommen aus dem Materialismus, und so müssen spirituelle Gesellschaften daran denken, eine solche führende Rolle zu spielen in der Menschheit, nicht aus Unbescheidenheit und Hochmut, sondern aus Pflicht. So muß eine gewisse Gruppe von Menschen zusammengehen, um die Zukunft vorzubereiten. Aber nicht örtlich ist dies Zusammengehen aufzufassen. Alle Begriffe von Ortlichkeit haben dann ihren Sinn verloren, weil es sich nicht mehr um Stammesverwandtschaften handelt; sondern darauf kommt es an, daß sich auf der ganzen Erde die Menschen spirituell zusammenfinden, um die Zukunft positiv zu gestalten. Deshalb wurde, als unser Zeitalter am tiefsten in die Materie hineinsegelte, vor vierhundert Jahren von der Bruderschaft der Rosenkreuzer jene praktische geistige Wissenschaft begründet, die über alle Fragen des alltäglichen Lebens Bescheid geben will. Da haben Sie die aufsteigende Entwickelung zu der absteigenden.
[ 22 ] We must try to break free from materialism, and so spiritual communities must remember to play such a leading role in humanity—not out of immodesty or arrogance, but out of a sense of duty. Thus, a certain group of people must come together to prepare for the future. But this coming together should not be understood in geographical terms. All concepts of locality will then have lost their meaning, because it is no longer a matter of tribal kinship; rather, what matters is that people across the entire Earth come together spiritually to shape the future in a positive way. That is why, four hundred years ago, when our age had plunged deepest into materialism, the Brotherhood of the Rosicrucians founded that practical spiritual science which seeks to provide guidance on all questions of daily life. There you have the ascending development in contrast to the descending one.
[ 23 ] Ebenso, wie die alte Erkenntnis zersetzend wirkt, wie es sich in der «Kritik der Sprache» von Mauthner zeigt, so sucht die spirituelle Richtung das einigende Band der spirituellen Weisheit. Daher die neue Einweihungsschulung, die direkt rechnet mit dem Hinüberleiten der Menschheit in einen neuen Zeitenzyklus. So verbindet sich das Prinzip der Menschheitsentwickelung mit dem Begriff der Einweihung.
[ 23 ] Just as the old understanding has a corrosive effect, as shown in Mauthner’s Critique of Language, so the spiritual movement seeks the unifying bond of spiritual wisdom. Hence the new initiation training, which directly anticipates the transition of humanity into a new cycle of time. Thus, the principle of human evolution is linked to the concept of initiation.
