Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Myths and Legends
Occult Signs and Symbols
GA 101

26 December 1907, Cologne

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Myths and Legends, Occult Signs and Symbols, tr. SOL
  1. Mythen und Sagen, Okkulte Zeichen und Symbole, 2nd ed.

12. Die Stellung des Menschen zu seiner Umwelt

12. Man's Relationship to His Environment

[ 1 ] In diesen Vorträgen sollen einige der okkulten Zeichen und Sinnbilder besprochen werden, und zwar so, daß dabei Sinn und Bedeutung solcher Symbole und Zeichen nicht nur dem Verstande, sondern der Empfindung und dem Gemüte nahetreten.

[ 1 ] These lectures will discuss some of the occult signs and symbols in such a way that the meaning and significance of such symbols and signs resonate not only with the intellect, but also with the senses and the heart.

[ 2 ] Sie wissen alle, daß im Okkultismus, in der Theosophie, die mannigfaltigsten Sinnbilder und Zeichen gebraucht werden, und Sie wissen auch, daß manchmal viel Scharfsinn und Spekulation darauf verwendet wird, solche Zeichen und Sinnbilder zu deuten. Diese Vorträge werden uns nun zeigen, daß viel von diesem Scharfsinn und von dieser Spekulation übel angebracht ist, und daß überhaupt die Spekulation und der Scharfsinn gar nicht die Fähigkeiten sind, durch die man der wirklichen Bedeutung okkulter Zeichen und Symbole nahekommt. Für den Okkultisten sind nun keineswegs bloß dasjenige Zeichen und Symbole, was in den gebräuchlichen Handbüchern und Schriften als solche Zeichen oder Symbole angeführt wird, sondern wir finden okkulte Zeichen und Symbole gerade da am häufigsten, wo wir sie gewöhnlich vielleicht am wenigsten vermuten: In Mythen und Erzählungen, die im Volke wurzeln, sind tiefe okkulte Wahrheiten verborgen. Der Fehler, der bei der Ausdeutung solcher Mythen und Sagen gewöhnlich gemacht wird, ist einfach der, daß auch da zu viel Scharfsinn, zu viel Spekulation angewendet wird; fast möchte man sagen, daß viel zu verstandesmäßig, viel zu vernunftmäßig ein tiefer Sinn gesucht wird. Nun kann ja eine Reihe von vier Vorträgen dieses Thema nicht erschöpfen, sondern nur aphoristisch behandeln. Dennoch aber soll das, was wir behandeln, so dargestellt werden, daß wir uns eine Vorstellung bilden können von der Beziehung der okkulten Zeichen und Symbole zu den höheren Welten, namentlich zu dem, was man die astralische Welt und die devachanische oder geistige Welt nennt.

[ 2 ] You all know that in occultism and theosophy, a wide variety of symbols and signs are used, and you also know that a great deal of intellectual acuity and speculation is sometimes devoted to interpreting such signs and symbols. These lectures will now show us that much of this ingenuity and speculation is misplaced, and that, in general, speculation and ingenuity are not at all the faculties through which one approaches the true meaning of occult signs and symbols. For the occultist, signs and symbols are by no means limited to what is listed as such in common handbooks and writings; rather, we find occult signs and symbols most frequently precisely where we might least expect them: deep occult truths are hidden in myths and tales rooted in the people. The mistake usually made in interpreting such myths and legends is simply that too much intellectual acuity, too much speculation is applied there as well; one might almost say that a deeper meaning is sought in a manner that is far too intellectual, far too rational. Now, a series of four lectures cannot exhaust this topic, but can only treat it aphoristically. Nevertheless, what we discuss should be presented in such a way that we can form a mental image of the relationship between occult signs and symbols and the higher worlds, namely what is called the astral world and the devachanic or spiritual world.

[ 3 ] Sie wissen ja, daß man auch in der gewöhnlichen Sprache sehr häufig, wenn man etwas Höheres andeuten will, sich gewisser bildlicher Gleichnisse bedient. Wenn man zum Beispiel ein Bild gebrauchen will für Erkenntnis oder für Einsicht, sagt man «Licht» oder auch «Licht der Erkenntnis. Hinter diesen einfachen Ausdrücken unserer Sprache steckt zuweilen etwas außerordentlich Tiefes. Diejenigen, welche solche Ausdrücke gebrauchen, sind sich oftmals gar nicht des Ursprunges bewußt und haben deshalb oft keine Ahnung davon, in welcher Art zum Beispiel das Bild vom Licht auf die Erkenntnis, auf die Einsicht bezogen ist. Sie halten es für ein Bild, so wie auch heute die Dichter Bilder gebrauchen. Wir würden ganz fehlgehen, wenn wir im Okkultismus nur an eine solche bildliche Bedeutung denken würden. Die Dinge liegen viel, viel tiefer. Was man in der heutigen Sprache symbolisch nennt, was man bildlich nennt, vielleicht auch mit dem Ausdruck Allegorie bezeichnet, ist in der Regel irreführend. Man meint leicht, ein Zeichen sei willkürlich für irgend etwas gewählt. Im Okkultismus ist nie ein Zeichen willkürlich gewählt. Wenn im Okkultismus ein Zeichen gebraucht wird für eine Sache, ist es immer so, daß ein tieferer Zusammenhang vorliegt.

[ 3 ] As you know, even in everyday language, people very often use certain figurative metaphors when they want to allude to something higher. For example, when one wants to use an image to represent knowledge or insight, one says “light” or even “the light of knowledge.” Behind these simple expressions of our language there is sometimes something extraordinarily profound. Those who use such expressions are often completely unaware of their origin and therefore often have no idea, for example, how the image of light relates to knowledge or insight. They regard it as a metaphor, just as poets use metaphors today. We would be completely mistaken if we were to think of only such a figurative meaning in occultism. The matters at hand are much, much deeper. What is called symbolic in today’s language, what is called figurative, or perhaps even described with the term allegory, is generally misleading. It is easy to assume that a sign has been chosen arbitrarily to represent something. In occultism, a sign is never chosen arbitrarily. When a sign is used in occultism to represent something, there is always a deeper connection.

[ 4 ] Wir werden uns aber diesen Zusammenhang der okkulten Zeichen und Sinnbilder mit den höheren Welten nicht wirklich klarmachen können, wenn wir nicht ein wenig darauf eingehen, wie sich der Mensch vom Gesichtspunkte des Okkultismus aus zu seiner Umwelt zu stellen hat. Wenn der Okkultismus oder jener elementare Teil des Okkultismus, der heute als Theosophie verkündet wird, einmal seine Mission in tieferem Sinne in der Welt ausüben wird — damit ist ja erst ein Anfang gemacht —, wenn es einmal dazu kommen wird, daß die verschiedenen Zweige unseres Lebens und unserer Kultur durchdrungen sein werden von den Wahrheiten und den Impulsen des Okkultismus, dann wird das ganze Gefühls- und Empfindungsleben des Menschen, seine ganze Stellung zur Umwelt sich wesentlich ändern. Wollen wir bezeichnen, wie der heutige Mensch zu der Umwelt steht, so müssen wir sagen: Seit einer Reihe von Jahrhunderten hat der Mensch immer mehr und mehr ein Verhältnis zur Umwelt ausgebildet, das ein sehr abstraktes, ein sehr verstandesmäßiges, ein materialistisches ist. Der Mensch, der heute durch die Felder geht, ob im Frühling, im Sommer oder im Herbst, sieht in der Regel das, was den Augen sich darbietet, was die Sinne aufnehmen können, was der Verstand aus den Sinneswahrnehmungen kombinieren kann. Ist der Mensch ästhetisch veranlagt, hat er etwas poetisches Empfinden, so durchdringt er die Wahrnehmungen mit Empfindungen und Gefühlen, er empfindet bei dem einen Naturereignis Traurigkeit und Schmerz und bei einem anderen Erhebung, Freude, Lust.

[ 4 ] However, we will not be able to truly grasp this connection between occult signs and symbols and the higher worlds unless we consider, at least briefly, how human beings should relate to their environment from the perspective of occultism. Once occultism—or that fundamental aspect of occultism now proclaimed as theosophy—begins to fulfill its mission in the world in a deeper sense—and this is only the beginning— when the time comes that the various branches of our life and culture will be permeated by the truths and impulses of occultism, then the whole emotional and sensory life of human beings, their entire relationship to the environment, will change fundamentally. If we are to describe how modern human beings relate to the environment, we must say: For a number of centuries, human beings have increasingly developed a relationship to the environment that is very abstract, very intellectual, and materialistic. The person who walks through the fields today, whether in spring, summer, or autumn, generally sees what presents itself to the eyes, what the senses can take in, and what the intellect can combine from sensory perceptions. If a person has an aesthetic disposition, if they possess a poetic sensibility, they imbue their perceptions with feelings and emotions; they feel sadness and pain in one natural phenomenon and exaltation, joy, and delight in another.

[ 5 ] Aber auch da, wo beim heutigen Menschen die trockene, nüchterne sinnliche Wahrnehmung in das poetische und künstlerische Empfinden übergeht, ist es eigentlich nur ein Anfang zu dem, was durch den Okkultismus, jetzt nicht der Vernunft, nicht dem Verstande, nicht den Köpfen, sondern den Seelen und den Herzen gegeben werden muß. Erst dann wird Theosophie ein bedeutsamer Faktor im Leben werden, wenn sie uns nicht bloß ein gedankenmäßiges Zusammenfassen von allerlei Ereignissen des physischen, des astralischen und des devachanischen Planes gibt, sondern wenn sie sich so in unsere Seelen einlebt, daß unsere Seelen anders empfinden, anders fühlen, anders wollen lernen. Wir müssen uns namentlich klarmachen, daß durch Theosophie und Okkultismus wirklich immer mehr und mehr das eintreten wird, was wir schon bei unserem gestrigen Festesvortrag betont haben: Die Menschheit wird lernen, in dem, was in der Außenwelt, wie sie sich den Sinnen darbietet, zum Ausdruck kommt, die Physiognomie, die Gesten, die Mimik zu sehen, durch die sich das offenbart, was an Seelischem und Geistigem hinter den Dingen steht. Wir werden lernen, auch in dem, was draußen im Umkreis der Erde sich abspielt, in den Bewegungen der Gestirne, ebenso einen Ausdruck für Geistiges und Seelisches zu sehen, wie wir zum Beispiel in den Handbewegungen oder im Blick eines Menschen den Ausdruck für etwas Seelisches sehen. Und so werden wir lernen, zum Beispiel in der sich aufheiternden Luft eine äußere Offenbarung zu sehen für innere Vorgänge geistiger Wesenheiten, die die Luft, das Wasser und die Erde wirklich durchdringen.

[ 5 ] But even where, in modern human beings, dry, sober sensory perception gives way to poetic and artistic sensibility, this is really only a beginning to what occultism must now offer—not to reason, not to the intellect, not to the minds, but to the souls and the hearts. Only then will Theosophy become a significant factor in life—not merely by providing us with an intellectual summary of all manner of events on the physical, astral, and devachanic planes, but by becoming so deeply ingrained in our souls that our souls learn to perceive, feel, and will differently. We must, in particular, realize that through Theosophy and Occultism, what we already emphasized in our festive lecture yesterday will indeed come to pass more and more: Humanity will learn to see, in what is expressed in the external world as it presents itself to the senses—the physiognomy, the gestures, the facial expressions—the revelation of what lies behind things in terms of the soul and the spirit. We will also learn to see in what takes place outside in the sphere of the Earth—in the movements of the celestial bodies—an expression of the spiritual and the soul, just as we see, for example, an expression of something soulful in a person’s hand movements or gaze. And so we will learn, for example, to see in the clearing air an outward manifestation of the inner processes of spiritual beings that truly permeate the air, the water, and the earth.

[ 6 ] Wir wollen einmal versuchen uns vorzustellen, wie die Natur um uns herum erscheint, wenn wir uns zu einem Begriff erheben von dem Seelischen und Geistigen, das um uns lebt. Wenn wir uns erst einmal ideell darauf einlassen, da müssen wir uns fragen: Wie steht es denn mit den Seelen der um uns herum auf dem physischen Plan lebenden Geschöpfe, den Seelen der Tiere, Pflanzen und Mineralien? Was ist in diesen drei Reichen der Natur, außer dem, was sich physisch unseren Sinnen darbietet? Wenn wir das Reich der Tiere betrachten, unterscheidet es sich geistig-seelisch ganz wesentlich vom Menschen. Was wir im einzelnen Menschen eingeschlossen in die Grenzen seiner Haut haben, haben wir nicht ebenso im einzelnen Tier. Das einzelne Tier läßt sich für uns eher vergleichen mit einem einzelnen Glied des Menschen. Wir können alle formal gleichgestalteten Tiere, also meinetwegen alle Löwen, alle Tiger, alle Hechte, alle Fliegen und so weiter, alles was im Tierreiche gleiche Form hat, vergleichen mit einem Glied des Menschen, zum Beispiel mit den Fingern der Hand. Wenn wir die zehn Finger des Menschen nehmen, werden wir uns nicht versucht fühlen, jedem einzelnen der zehn Finger eine Seele zuzuschreiben, die Ich-begabt wäre. Wir wissen, alle die zehn Finger gehören zu einem einzelnen Menschen. Dem einzelnen Menschen schreiben wir die Ich-Seele zu. So wie wir einem einzelnen Menschen die Ich-Seele zuschreiben, so schreiben wir einer ganzen Tierart eine Ich-Seele zu; ob Sie dieselbe Gruppenoder Artseele nennen, darauf kommt es nicht an. Darauf kommt es an, daß wir uns die Dinge ineinander verfließend, fluktuierend denken. So müssen wir bei einer Gruppe von gleichgeformten Tieren annehmen, daß ihnen das gleiche zugrundeliegt wie dem einzelnen Menschen: die Ich-Seele. Diese Seele der Tiergruppen dürfen wir aber nicht da suchen, wo wir die Ich-Seele des Menschen suchen. Der Ort, wo diese Ich-Seele des Menschen sich zwischen Geburt und Tod befindet, ist der physische Plan. Es ist damit nicht gesagt, daß diese Ich-Seele ihrer Natur und Wesenheit nach nur dem physischen Plan angehört, aber des Menschen Ich-Seele lebt auf dem physischen Plan. So ist es nicht bei den Gruppen-Ichen der Tiere. Bei diesen Gruppen-Ichen der Tiere, zu denen die einzelnen Tiere gehören, die gleichgeartet sind, kommt es nicht auf den Ort an, wo die einzelnen Tiere sind; ob ein Löwe in Afrika ist und ein anderer hier in einer Menagerie, das ist ganz gleich. Die einzelnen Tiere gehören alle zu demselben Gruppen-Ich, und das Gruppen-Ich befindet sich auf dem Astralplan. Wenn wir also von einer Gruppe von gleichgeformten Tieren das Ich finden wollen, so müssen wir hellseherisch nach dem Astralplan gehen; und auf dem Astralplan ist das Gruppen-Ich der betreffenden Tiere eine so abgeschlossene Persönlichkeit wie der Mensch hier auf dem physischen Plan. Wenn der Mensch seine zehn Finger ausstreckt, und Sie errichten hier eine Wand, und der Mensch streckt durch zehn Löcher in der Wand seine zehn Finger hindurch, so sieht jemand, der außerhalb der Wand steht, nur die zehn Finger; will er zu den zehn Fingern das Ich suchen, so muß er hinter die Wand gehen. So müssen Sie sich denken, daß wir im einzelnen Löwen ein Glied sehen müssen des GruppenIchs aller Löwen. Gehen Sie nach dem Astralplan, so finden Sie da eine Löwengattungs-Individualität oder -Persönlichkeit aller Löwen, ebenso wie Sie hinter der Wand die Individualität für die zehn Finger des Menschen finden. Dasselbe gilt für die anderen gleichgeformten Tierarten. Und wenn Sie «spazierengehen» auf dem Astralplan, finden Sie den Astralplan bevölkert von diesen tierischen GruppenIchen, die Ihnen dort ebenso begegnen, wie hier auf dem physischen Plan die einzelnen Menschen, nur daß diese Gruppen-Iche nach dem physischen Plan die separaten tierischen Einzelwesen ausstrecken, so wie Sie durch die Wand die einzelnen zehn Finger durchstrecken.

[ 6 ] Let us try to create a mental image of how the nature around us appears when we rise to a conception of the soul and spirit that lives around us. Once we have opened ourselves to this idea, we must ask ourselves: What about the souls of the creatures living around us on the physical plane—the souls of animals, plants, and minerals? What is there in these three kingdoms of nature, apart from what presents itself physically to our senses? When we consider the animal kingdom, it differs quite significantly from the human being in spiritual and soul terms. What we have enclosed within the limits of a human being’s skin, we do not have in the same way in an individual animal. The individual animal can be compared to a single limb of a human being. We can compare all animals of the same form—for example, all lions, all tigers, all pike, all flies, and so on, everything in the animal kingdom that has the same form—to a limb of a human being, for instance, the fingers of the hand. If we take the ten fingers of a human being, we will not be tempted to ascribe a soul endowed with an “I” to each of the ten fingers. We know that all ten fingers belong to a single human being. We attribute the ego-soul to the individual human being. Just as we attribute the ego-soul to an individual human being, so we attribute an ego-soul to an entire animal species; whether you call it a group soul or a species soul is irrelevant. What matters is that we conceive of things as flowing into one another, as fluctuating. Thus, in the case of a group of animals of the same form, we must assume that the same thing underlies them as the individual human being: the I-soul. However, we must not seek this soul of the animal groups where we seek the I-soul of the human being. The place where this human ego-soul resides between birth and death is the physical plane. This does not mean that this ego-soul, in its nature and essence, belongs solely to the physical plane, but the human ego-soul lives on the physical plane. This is not the case with the group-egos of animals. For these group-I’s of animals, to which the individual animals of the same kind belong, the location of the individual animals is irrelevant; whether a lion is in Africa and another here in a menagerie makes no difference. The individual animals all belong to the same group-I, and the group-I is located on the astral plane. So if we want to find the I of a group of animals of the same kind, we must go clairvoyantly to the astral plane; and on the astral plane, the group-I of the animals in question is as distinct a personality as the human being here on the physical plane. If a person extends his ten fingers, and you erect a wall here, and the person extends his ten fingers through ten holes in the wall, then someone standing outside the wall sees only the ten fingers; if he wants to find the ego behind the ten fingers, he must go behind the wall. So you must imagine that in the individual lion we must see a member of the group ego of all lions. If you go to the astral plane, you will find there a lion-species individuality or personality of all lions, just as you find behind the wall the individuality of the ten fingers of the human being. The same applies to the other similarly shaped animal species. And when you “take a walk” on the astral plane, you will find the astral plane populated by these animal group-I’s, which you encounter there just as you encounter individual human beings here on the physical plane, except that these group-I’s extend into the separate animal individuals on the physical plane, just as you extend the ten individual fingers through the wall.

[ 7 ] Es ist aber ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Wesen, der inneren Eigenart der Gruppen-Iche der Tiere, und dem, was die Eigenart des einzelnen Menschen ist. Dieser Unterschied wird Ihnen sehr paradox vorkommen, aber er besteht. Es liegt nämlich eine eigenartige Tatsache vor: Wenn man die Intelligenz und Weisheit der Tiergruppen-Iche auf dem Astralplan vergleicht mit der Intelligenz und Weisheit der Menschen hier auf dem physischen Plan, so wird man finden, daß die tierischen Gruppen-Iche wesentlich gescheiter sind. Alles, was sie zu verrichten haben, geschieht mit der größten Selbstverständlichkeit. Der Mensch muß im Laufe der Entwickelung erst sein Ich zu jener Weisheit bringen, welche die tierischen Gruppen-Iche auf dem Astralplan schon haben. Es fehlt diesen tierischen Gruppen-Ichen allerdings eines, das der Mensch hier auf dem physischen Plan während der ganzen Erdenentwickelung auszubilden hat. Dieses spezifische Element ist gar nicht zu finden bei den tierischen Gruppen-Ichen. Das ist das Element der Liebe, alles, was Liebe ist — von der einfachsten Form der Blutsliebe der blutsverwandten Geschöpfe, bis zu der höchsten idealen Liebe einer allgemeinen Menschenbruderschaft. Dieses Element wird gerade durch die Menschheit innerhalb der Erdenentwickelung ausgebildet. Gefühle, Empfindungen, Willensimpulse haben ebenso die tierischen Gruppen-Iche. Liebe zu entwickeln, das ist gerade die Mission des Menschen hier auf der Erde; das fehlt bei den Tieren. Das Grundelement des Gruppen-Ichs der Tiere ist die Weisheit, wie das Grundelement des Menschen-Ichs die Liebe ist.

[ 7 ] There is, however, a vast difference between the nature, the inner character, of the group-I of animals, and what constitutes the character of the individual human being. This difference will seem very paradoxical to you, but it exists. For there is a peculiar fact: If one compares the intelligence and wisdom of the animal group-I’s on the astral plane with the intelligence and wisdom of human beings here on the physical plane, one will find that the animal group-I’s are considerably more intelligent. Everything they have to do happens with the greatest naturalness. In the course of evolution, human beings must first bring their ego to the level of wisdom that the animal group-egos on the astral plane already possess. However, these animal group-egos lack one thing that human beings here on the physical plane must develop throughout the entire course of Earth’s evolution. This specific element is nowhere to be found in the animal group-egos. This is the element of love, everything that is love—from the simplest form of blood kinship among related creatures, to the highest ideal love of a universal human brotherhood. This element is precisely what humanity is developing within the course of Earth’s evolution. Feelings, sensations, and impulses of will are also possessed by the animal group-egos. To develop love—that is precisely the mission of human beings here on Earth; this is what is lacking in animals. The fundamental element of the group-I of animals is wisdom, just as the fundamental element of the human I is love.

[ 8 ] Wenn wir uns nun hineinfinden wollen, wie wir innerhalb der uns umgebenden Natur selber die Offenbarungen dieser tierischen Gruppen-Iche empfinden sollen, müssen wir uns nur daran erinnern, daß alles, was hier um uns herum ist, Offenbarungen sind von geistigen Geschehnissen und geistigen Wesenheiten. Wer nicht mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet ist, kann natürlich nicht jene «Spaziergänge» auf dem Astralplan machen, wodurch er dort der Bevölkerung von tierischen Gruppen-Ichen so begegnet, wie er hier auf dem Erdenrund physischen Menschen-Ichen begegnet. Aber auch wer nicht hellsehend ist, kann die Wirkungen, die Taten dessen, was die Gruppen-Iche tun, hier auf dem physischen Plan wahrnehmen. Er kann wahrnehmen, wie jedes Jahr, wenn es dem Herbste zugeht, die Vögel in der Richtung von Nordost nach Südwest den wärmeren Gegenden zufliegen, und wie sie wiederum in ganz bestimmten Bahnen zurückfliegen, wenn es dem Sommer zugeht. Wenn man die einzelnen Bahnen vergleicht nach ihrer Höhe und Richtung für die einzelnen Vogelgattungen, beginnt man schon zu ahnen, daß Weisheit, tiefe Weisheit in all dem drinnen ist. Wer leitet das alles? Das leiten die tierischen Gruppen-Iche. Alles, was die verschiedenen Tiergattungen hier auf unserem Erdenrund vollbringen, ist Wirkung, ist Tat der tierischen Gruppen-Iche. Und wenn Sie diese Taten der tierischen Gruppen-Iche verfolgen, finden Sie im wesentlichen, daß diese tierischen Gruppen-Iche den Umkreis der Erde umspannen, daß sie im Umkreis der Erde als Kräfte sich entfalten. Die Erde ist umkreist von Kräften der mannigfaltigsten Art, von Kräften, die in den mannigfaltigsten Windungen, in geraden und krummen und schlangenartigen Linien um die Erde herumgehen. Diese Kräfte kann der Mensch hier nur in ihren Wirkungen sehen, in ihren Offenbarungen. Wenn er diese Offenbarungen erfaßt, kann er ahnen, was ihn bei hellseherischem Vermögen heranführt zu den Gruppen-Ichen der Tiere. So können wir lernen, uns hineinzufühlen in das Weisheitsvolle, das in unserem Tierreiche geschieht. Was die Gattungen, die Arten tun, das verrät uns etwas von den Taten der tierischen Gruppen-Iche.

[ 8 ] If we now wish to understand how we ourselves should perceive the manifestations of these animal group-I’s within the nature that surrounds us, we need only remember that everything around us here is a manifestation of spiritual events and spiritual beings. Those who are not endowed with clairvoyant abilities cannot, of course, take those “walks” on the astral plane, through which they would encounter the population of animal group-I’s there just as they encounter physical human-I’s here on Earth. But even those who are not clairvoyant can perceive the effects, the actions of what the group-I’s do, here on the physical plane. They can observe how, every year as autumn approaches, the birds fly from northeast to southwest toward warmer regions, and how they in turn fly back along very specific routes as summer approaches. If one compares the individual routes according to their altitude and direction for the various bird species, one begins to sense that there is wisdom, deep wisdom, in all of this. Who directs all of this? The animal group-I’s direct it. Everything that the various animal species accomplish here on our globe is the effect, is the deed of the animal group-I’s. And when you trace these deeds of the animal group-I’s, you will essentially find that these animal group-I’s span the circumference of the Earth, that they unfold as forces around the Earth. The Earth is encircled by forces of the most manifold kinds, by forces that move around the Earth in the most manifold twists and turns, in straight, curved, and serpentine lines. Here, human beings can only perceive these forces in their effects, in their manifestations. When he grasps these manifestations, he can sense what, through clairvoyant ability, leads him to the group-I’s of the animals. In this way, we can learn to empathize with the wisdom that is at work in our animal kingdom. What the genera and species do reveals something to us about the deeds of the animal group-I’s.

[ 9 ] Anders liegt die Sache für die Pflanzenwelt. Auch für die Pflanzenwelt stellt sich dem okkulten Betrachter eine Reihe von Ichen dar, aber es ist eine sehr viel geringere Anzahl von Ichen für die Pflanzenwelt vorhanden als für die Tierwelt; sie sind beschränkter an Zahl. Es gehören wiederum ganze Gruppen von Pflanzen zu einem gemeinsamen Ich, und diese liegen, wenn wir sie aufsuchen, in einer noch höheren Welt. Während die tierischen Gruppen-Iche auf dem Astralplan liegen und sich ausleben in der Astralität, die unseren Erdkreis umströmt und umgibt, sind die Pflanzengruppen-Iche in den unteren Partien des Devachanplanes zu finden, in dem, was wir in der Theosophie gewohnt sind, die Rupapartien des Devachanplanes zu nennen. Dort leben sie als geschlossene Persönlichkeiten; genauso wie hier die Menschen, wandeln dort die GruppenIche der Pflanzen. Neben anderen Wesen, die gar nicht einen physischen Leib haben, sind die Pflanzen-Iche dort und bilden die Bevölkerung auf dem unteren Devachanplan.

[ 9 ] The situation is different for the plant kingdom. To the occult observer, a series of “I’s” also presents itself in the plant kingdom, but there are far fewer “I’s” in the plant kingdom than in the animal kingdom; their number is more limited. In turn, entire groups of plants belong to a common I, and these, when we seek them out, lie in an even higher world. While the animal group-I’s are situated on the astral plane and live out their lives in the astrality that flows around and surrounds our Earth, the plant group-I’s are to be found in the lower regions of the Devachan plane, in what we are accustomed to calling, in Theosophy, the Rupa regions of the Devachan plane. There they live as distinct personalities; just as human beings do here, the group-I’s of the plants walk there. Alongside other beings who do not possess a physical body at all, the plant-I’s are there and form the population on the lower Devachan plane.

[ 10 ] Wie findet sich der Mensch nun hinein in die Wahrnehmung dieser pflanzlichen Gruppen-Iche? Die Wahrnehmung selber ist letztlich gebunden an die Entwickelung hellseherischer Fähigkeiten. Aber diese Entwickelung führt von unteren Stufen aufwärts, immer höher und höher. Was man zuerst entwickeln muß, um überhaupt zu diesen Fähigkeiten aufzusteigen, ist Gefühl und Empfindung für die Sache. Wirkliche, wahre hellseherische Fähigkeiten fußen immer zunächst auf der Ausbildung von Gefühlen und Empfindungen, aber nicht der trivialen, egoistischen Gefühle, nein, tiefer und hingebender Gefühle. Das ist etwas ganz anderes.

[ 10 ] How does a person come to perceive these plant group-selves? Perception itself is ultimately linked to the development of clairvoyant abilities. But this development leads upward from lower levels, higher and higher. What one must first develop in order to even begin to attain these abilities is a feeling and sense for the matter. Real, true clairvoyant abilities are always based initially on the cultivation of feelings and sensations—but not trivial, selfish feelings; no, deeper and more devoted feelings. That is something entirely different.

[ 11 ] Wenn Sie die Pflanze anschauen, müssen Sie vor allen Dingen Ihre Aufmerksamkeit darauf richten, daß die Pflanze ihre Wurzeln in den Boden hinein entwickelt, daß sie ihren Stengel nach oben treibt, die Blätter nach oben entfaltet, sie allmählich umgestaltet zu Kelchblättern und zur Blütenkrone, in der sich dann die Frucht bildet. Es ist wichtig, daß wir die Pflanze nicht so zum Vergleich nehmen können mit dem Menschen. Der Mensch darf nicht so mit der Pflanze verglichen werden, daß wir das Haupt, den Kopf des Menschen vergleichen mit der Blütenkrone der Pflanze und seine Füße mit der Wurzel. Das ist ganz falsch. In okkulten Schulen wurde immer darauf hingewiesen und gesagt: Ihr müßt vergleichen Pflanze und Mensch. Aber ihr müßt sie so vergleichen, daß ihr den Kopf des Menschen mit der Wurzel der Pflanze vergleicht. — Wie die Pflanze die Wurzel nach dem Mittelpunkt der Erde hinwendet, so wendet der Mensch seinen Kopf in den Weltenraum hinein; und wie die Pflanze der Sonne ihre Blüte und ihre Fruchtorgane keusch zuwendet, wendet der Mensch schamvoll seine Fruchtorgane gerade dorthin, wo die Pflanze die Wurzel hinwendet, nach unten. Daher heißt es im Okkultismus: Der Mensch ist die umgewendete Pflanze. — Die Pflanze erscheint wie ein auf den Kopf gestellter Mensch; das Tier steht dazwischen.

[ 11 ] When you look at the plant, you must first and foremost focus your attention on the fact that the plant develops its roots into the soil, that it drives its stem upward, unfolds its leaves upward, and gradually transforms them into sepals and petals, within which the fruit then forms. It is important that we cannot use the plant as a direct comparison to the human being. Human beings must not be compared to plants in such a way that we equate the head of a human being with the flower crown of a plant and their feet with the root. That is completely wrong. In occult schools, it has always been pointed out and said: You must compare plants and human beings. But you must compare them in such a way that you equate the head of a human being with the root of the plant. — Just as the plant turns its root toward the center of the Earth, so does the human being turn his head into outer space; and just as the plant modestly turns its flower and reproductive organs toward the sun, so does the human being modestly turn his reproductive organs precisely where the plant turns its root—downward. That is why it is said in occultism: The human being is the plant turned upside down. — The plant appears like a human turned upside down; the animal stands between them.

[ 12 ] In dem, was man gewöhnlich Pflanze nennt, ist nur der physische Leib und der Ätherleib der Pflanze vorhanden. Aber auch die Pflanze hat ihren Astralleib und ihr Ich. Wo ist nun aber der Astralleib, und wo ist das Ich der Pflanze? Wir können nach diesem Orte fragen, denn es ist nur eine allgemeine Definition der Sache, wenn man sagt, das Gruppen-Ich der Pflanzen sei auf dem unteren Devachanplan. Wir können ganz genau angeben, wo der Astralleib der Pflanzen und wo das Ich der Pflanzen ist. Der Astralleib der Pflanzen, und zwar der Astralleib aller Pflanzen, die auf unserem Erdenrund vorhanden sind, ist derselbe, wie der Astralleib der Erde selbst, so daß also die Pflanze eingetaucht ist in den Astralleib der Erde. Dem Orte nach sind die Pflanzen-Iche im Mittelpunkt der Erde. Wir können die Erde vom okkulten Standpunkt aus auffassen als einen großen Organismus, als ein Lebewesen, das seinen Astralleib hat; und die einzelnen Pflanzen, die auf unserer Erde sind, sind die Glieder. Sie haben individuell, einzeln nur ausgebildet den physischen Leib und den Ätherleib. In der einzelnen Pflanze, der einzelnen Lilie, der einzelnen Tulpe und so weiter ist kein Bewußtsein; die Erde hat ihr Bewußtsein, ihren Astralleib und ihr Ich. Nun sind da aber nicht nur Pflanzen-Iche; es sind außerdem auch noch andere geistige Wesenheiten da. Sie dürfen nicht die Frage aufwerfen, ob sie auch alle Platz haben. Sie liegen ineinander, und sie können sich dort auch sehr gut vertragen. Wenn Sie also die einzelne Pflanze betrachten, dürfen Sie ihr nur zuschreiben die Eigenschaften eines physischen Leibes und eines Lebensleibes, nicht aber ein Bewußtsein als Einzelwesen. Aber die Pflanzen haben ein Bewußtsein, und das ist mit dem Bewußtsein der Erde verbunden, es ist ein Teil des Bewußtseins der Erde. Wie wir Menschen ein Bewußtsein haben, das Freudiges und Trauriges umspannt, und dies sich gegenseitig durchdringt, so durchdringen die einzelnen Astralleiber der Pflanzen den Astralleib der Erde, und die Pflanzen-Iche durchdringen den Mittelpunkt der Erde. Die lebende Pflanze nimmt im Organismus unserer Erde dieselbe Stellung ein wie die Milch im tierischen Organismus. Gleichgeartete astralische Kräfte liegen zugrunde, wenn die Pflanze aus der Erde sproßt, grünt und blüht, und wenn die Kuh Milch gibt. Wenn Sie eine Pflanze mit der Blüte abpflücken, so ist das für die Erde kein unangenehmes Gefühl. Die Erde hat ihren Astralleib und hat da ihre Empfindungen, und sie empfindet, wenn Sie eine Pflanze abpflücken, dasselbe, was die Kuh empfindet, wenn das Kalb die Milch saugt, sie hat eine Art Wohlgefühl. Wenn Sie das, was aus dem Erdboden herausgewachsen ist, entfernen, dann hat die Erde nicht die einzelne Pflanze — ein Wohlgefühl. Wenn Sie dagegen die Pflanze mit der Wurzel herausreißen, dann ist das für die Erde so, wie wenn Sie dem Tiere Fleisch entreißen, sie hat eine Art von Schmerzgefühl.

[ 12 ] In what is commonly called a plant, only the physical body and the etheric body of the plant are present. But the plant also has its astral body and its I. But where, then, is the astral body, and where is the I of the plant? We can ask about this location, for it is merely a general definition of the matter to say that the group I of plants is on the lower Devachan plane. We can specify exactly where the astral body of plants and where the ego of plants is. The astral body of plants—namely, the astral body of all plants existing on our Earth—is the same as the astral body of the Earth itself, so that the plant is immersed in the astral body of the Earth. In terms of location, the plant-I’s are at the center of the Earth. From an occult point of view, we can conceive of the Earth as a great organism, as a living being that has its astral body; and the individual plants that are on our Earth are the limbs. They have, individually and separately, only developed the physical body and the etheric body. There is no consciousness in the individual plant, the individual lily, the individual tulip, and so on; the Earth has its own consciousness, its astral body, and its I. But there are not only plant-I’s; there are also other spiritual beings present. You must not ask whether there is enough room for them all. They are interwoven, and they get along very well there. So when you look at the individual plant, you may only attribute to it the characteristics of a physical body and a Life-Body, but not a consciousness as an individual being. Yet the plants do have a consciousness, and this is connected to the consciousness of the Earth; it is a part of the Earth’s consciousness. Just as we humans have a consciousness that encompasses joy and sorrow, and these interpenetrate one another, so the individual astral bodies of the plants interpenetrate the astral body of the Earth, and the plant-I’s interpenetrate the center of the Earth. The living plant occupies the same position in the organism of our Earth as milk does in the animal organism. Similar astral forces underlie the process when the plant sprouts from the earth, grows green, and blooms, and when the cow gives milk. If you pluck a plant with its flower, this is not an unpleasant sensation for the Earth. The Earth has its astral body and experiences sensations there; when you pluck a plant, it feels the same as a cow does when a calf suckles its milk—it experiences a kind of well-being. If you remove what has grown out of the ground, the Earth does not feel this sense of well-being regarding that individual plant. If, on the other hand, you pull the plant out by the roots, this is for the earth like tearing flesh from an animal; it experiences a kind of pain.

[ 13 ] Wenn wir uns da hinein vertiefen, aber nicht bloß in abstrakten Begriffen von Gruppen-Ichen, sondern so, daß wir die leeren abstrakten Begriffe verwandeln in Gefühle und Empfindungen, dann lernen wir mit den Vorgängen der Natur zu leben; unsere Naturbetrachtung wird lebendige Empfindung. Wenn wir dann im Herbst durch die Felder gehen und den Mann mit der Sense das Getreide mähen sehen, bekommen wir eine Ahnung davon, daß in demselben Maße, wie die Sense durch die Halme fährt und die Halme abschneidet, da über den Acker etwas wie geistige Winde Wohlgefühle hinhauchen. So ist es auch. Was der Hellseher im Astralleib der Erde sieht, ist der geistige Urgrund dessen, was eben geschildert worden ist. Für den, der in diese Dinge hineinsieht, ist das Mähen des Getreides nicht ein gleichgültiger Vorgang. So wie man bei einem Menschen bei dem einen oder anderen Erlebnis fühlt und sieht, daß astrale Gebilde von ganz bestimmter Art aufsteigen, so sieht man im Herbst über die Äcker hinstreichen diese astralen Ausdrücke des Wohlgefühls der Erde. Anders ist es, wenn der Pflug Furchen durch die Erde zieht und die Wurzeln der Pflanzen umarbeitet. Das Durchfurchen mit dem Pflug macht der Erde Schmerz; da sehen wir herausdampfen Schmerzgefühle. Gegen das, was eben gesagt worden ist, könnte man sehr leicht einwenden, daß es doch unter Umständen besser sein würde, die Pflanzen mit der Wurzel aus der Erde herauszunehmen und umzusetzen, als wenn man über eine Wiese geht und aus Nichtsnutzigkeit alle möglichen Blumen abreißt. Ein solcher Einwand mag vom moralischen Standpunkt aus betrachtet durchaus zutreffen, aber hier liegt ein ganz anderer Standpunkt vor. Es könnte ja unter Umständen für einen Menschen, der eben anfängt grau zu werden, besser sein, sich die ersten grauen Haare auszureißen, wenn er dies aus ästhetischen Gründen richtig findet, aber weh tut es ihm darum doch. Es sind ganz andere Gesichtspunkte, wenn wir sagen: Das Abpflücken der Blüten tut der Erde wohl, und wenn wir die Pflanze mit der Wurzel ausgraben, tut es der Erde weh. [Lücke in den Nachschriften.] Das Leben tritt überhaupt durch den Schmerz in die Welt. Das Kind, das geboren wird, bereitet der gebärenden Mutter Schmerzen. Das ist ein Beispiel dafür, wie wir lernen müssen, in der Umwelt nicht nur zu erkennen, sondern uns einzufühlen in die Natur.

[ 13 ] If we immerse ourselves in this—not merely in abstract concepts of group-selves, but in such a way that we transform these empty abstract concepts into feelings and sensations—then we learn to live in harmony with the processes of nature; our observation of nature becomes a living sensation. When we then walk through the fields in autumn and see the man with the scythe mowing the grain, we get a sense that, to the same extent that the scythe cuts through the stalks and severs them, something like spiritual winds breathes feelings of well-being over the field. So it is. What the clairvoyant sees in the astral body of the Earth is the spiritual foundation of what has just been described. For the one who looks into these things, the mowing of the grain is not an indifferent process. Just as one feels and sees in a human being, during one experience or another, that astral formations of a very specific kind arise, so too does one see these astral expressions of the Earth’s sense of well-being sweeping across the fields in autumn. It is different when the plow draws furrows through the earth and works around the roots of the plants. Plowing causes the earth pain; we see feelings of pain rising from it. One could very easily object to what has just been said by arguing that under certain circumstances it would be better to pull the plants out of the earth by the roots and transplant them than to walk across a meadow and tear off all sorts of flowers out of sheer idleness. Such an objection may well be valid from a moral standpoint, but here we are dealing with an entirely different perspective. It might indeed, under certain circumstances, be better for a person who is just beginning to go gray to pluck out their first gray hairs if they deem this appropriate for aesthetic reasons, but it still causes them pain. The considerations are entirely different when we say: Plucking the flowers benefits the earth, and when we dig up the plant by the roots, it harms the earth. [Gap in the notes.] Life enters the world through pain. The child being born causes pain to the mother giving birth. This is an example of how we must learn not only to recognize our environment but also to empathize with nature.

[ 14 ] Das geht bis ins Mineralreich hinein. Auch die Mineralien haben ihr Ich, nur liegt das Ich der Mineralien noch höher; es liegt in den oberen Partien des Devachanplanes, die die theosophische Literatur gewohnt ist das Arupa-Devachan zu nennen. Diese Gruppen-Iche der Mineralien sind ebenso für sich partiell abgeschlossene Wesenheiten, wie es die Menschen-Iche auf dem physischen Plan sind, wie die Gruppen-Iche der Pflanzen auf dem unteren Devachanplan und wie die Gruppen-Iche der Tiere auf dem Astralplan. Auf dem physischen Plan haben Sie nur einen physischen Leib der Mineralien, aber zu den Mineralien gehört auch ein Astralleib und ein Ätherleib. Der Seher sieht die lebendigen Zusammenhänge; er weiß, wenn er hinausgeht in einen Steinbruch und dort die Arbeiter Steine herausschlagen sieht, daß da ebenso etwas gefühlt wird, wie wenn Sie in das Fleisch eines Organismus eingreifen. Und während die Arbeiter da arbeiten, strömen astrale Ströme durch das Steinreich. Was zum Mineral als Astralleib gehört, ist in den unteren Partien des Devachanplanes zu finden, und das Ich der Minerale ist in den oberen Partien des Devachanplanes zu finden. Das Gruppen-Ich der Steine fühlt Schmerz und Lust. Wenn Sie Steine herunterschlagen, fühlt das mineralische Gruppen-Ich Lust, Wohlgefallen. Das erscheint zunächst paradox, und dennoch ist es so. Wer nur in Analogien denkt, der könnte glauben, daß, wenn man einen Stein zerschlägt, es dem Stein ebenso weh tut, wie wenn man ein lebendiges Wesen verwundet. Aber je mehr Sie den Stein zerschlagen, desto mehr Wohlgefühl hat das mineralische Ich. Nun können Sie fragen: Wann hat denn das mineralische Ich Schmerz? Schmerz für das mineralische Ich können Sie an folgendem Beispiel wahrnehmen. Nehmen Sie ein Glas Wasser, in welchem Kochsalz aufgelöst ist. Nun kühlen Sie das Wasser in dem Glas so weit ab, daß das Salz sich als feste Kristalle herausscheidet, so daß die mineralische Substanz wieder verfestigt wird. In diesem Abscheiden des Festen entsteht Schmerz. Ebenso würde Schmerz entstehen, wenn Sie alle die einzelnen Stücke, in die Sie einen Stein zerschlagen haben, wieder zusammenfügen würden zu einem ganzen Stein. Im Gruppen-Ich der Minerale entsteht immer dann Lustgefühl, wenn das Mineral sich auflöst, und wenn es sich verfestigt, entsteht Schmerzgefühl. Wohlgefühl entsteht, wenn . Sie Salz in erhitztem Wasser auflösen, Schmerzgefühl, wenn durch Abkühlung des Wassers eine Kristallisation des Salzes hervorgerufen wird.

[ 14 ] This extends all the way into the mineral kingdom. Minerals, too, have their own I; however, the I of minerals is situated even higher—in the upper regions of the Devachan plane, which theosophical literature customarily refers to as the Arupa-Devachan. These group-I’s of the minerals are just as much partially self-contained entities as the human I’s are on the physical plane, as the group-I’s of the plants are on the lower Devachan plane, and as the group-I’s of the animals are on the astral plane. On the physical plane, minerals have only a physical body, but minerals also possess an astral body and an etheric body. The seer perceives the living connections; when he goes out to a quarry and sees the workers chipping away at stones, he knows that something is being felt there just as when you intervene in the flesh of an organism. And while the workers are at work there, astral currents flow through the mineral kingdom. What belongs to the mineral as an astral body is found in the lower regions of the Devachan plane, and the I of the minerals is found in the upper regions of the Devachan plane. The group-I of the stones feels pain and pleasure. When you strike stones, the mineral group-I feels pleasure, delight. This seems paradoxical at first, and yet it is so. Those who think only in analogies might believe that when you break a stone, it hurts the stone just as much as wounding a living being. But the more you break the stone, the more pleasure the mineral ego experiences. Now you may ask: When, then, does the mineral ego feel pain? You can perceive pain for the mineral ego in the following example. Take a glass of water in which table salt has been dissolved. Now cool the water in the glass until the salt precipitates as solid crystals, so that the mineral substance solidifies again. Pain arises in this precipitation of the solid. Likewise, pain would arise if you were to reassemble all the individual pieces into which you have broken a stone into a whole stone again. In the group-self of minerals, a feeling of pleasure arises whenever the mineral dissolves, and a feeling of pain arises when it solidifies. A feeling of well-being arises when you dissolve salt in heated water; a feeling of pain arises when the cooling of the water causes the salt to crystallize.

[ 15 ] Wenn wir uns dies in einem größeren, in einem kosmischen Zusammenhang vorstellen, so können wir finden, wie unsere Erdbildung, die Bildung unserer Mineralien mit einem solchen Prozesse zusammenhängt. Verfolgen wir die Bildung unserer Erde weit rückwärts, so kommen wir zu immer höheren Temperaturen, zu immer größerer Wärme unserer Erde; und wir treffen in der lemurischen Zeit einen Zustand unserer Erde an, wo die einzelnen Steine aufgelöst waren, wo selbst die Mineralien, die jetzt ganz fest sich kristallisiert haben, hinrannen, wie heute das Eisen hinrinnt in den Eisenwerken, wenn es flüssig gemacht wird. Alle unsere Mineralien haben einen solchen Prozeß durchgemacht, wie Sie ihn im kleinen vor sich haben, wenn beim Erkalten des Wassers in einem Glase das aufgelöste Salz sich ablagert. So hat sich auf der Erde alles verfestigt, zusammengezogen. Diese Verfestigung ist so vor sich gegangen, daß sich allmählich in die flüssige Erde feste Kristalle durch Zusammenziehen eingelagert haben. Nur durch diese Verfestigung konnte die Erde der Wohnplatz für die heutige physische Menschheit werden.

[ 15 ] If we have a mental image of this within a broader, cosmic context, we can see how the formation of our Earth and the formation of our minerals are connected to such a process. If we trace the formation of our Earth far back in time, we encounter ever-higher temperatures, ever-greater heat within our Earth; and in the Lemurian era, we find a state of our Earth where individual rocks were dissolved, where even the minerals that are now fully crystallized flowed like iron flows in ironworks today when it is melted. All our minerals have undergone a process such as the one you see before you on a small scale, when the dissolved salt settles out as water cools in a glass. Thus, everything on Earth has solidified and contracted. This solidification took place in such a way that solid crystals gradually became embedded in the liquid Earth through contraction. Only through this solidification could the Earth become the dwelling place for today’s physical humanity.

[ 16 ] Diese Verfestigung ist allerdings so aufzufassen, daß sie in einer bestimmten Zeit einen Höhepunkt erlangt hat. Dieser Höhepunkt ist heute in gewisser Weise schon überschritten, wir haben heute bereits zum Teil mehr oder weniger einen Auflösungsprozeß zu verzeichnen. Wenn die Erde an ihrem Ziel angelangt sein wird, wenn die Menschen sich bis zu dem Grade geläutert und vergeistigt haben werden, daß sie aus der Erde nichts mehr herausziehen können, dann wird die Erde selbst auch wiederum vergeistigt werden. Dann werden alle ihre mineralischen Einschlüsse fein und ätherisch geworden sein, so daß die Erde übergehen kann in einen astralen Zustand, den sie auch hatte, bevor sie physisch wurde. Der physische Auflösungsprozeß ist ein Übergangszustand dazu.

[ 16 ] This consolidation, however, must be understood as having reached a peak at a certain point in time. In a sense, this peak has already been passed; today we are already witnessing, to some extent, a process of dissolution. When the Earth has reached its goal, when human beings have purified and spiritualized themselves to such an extent that they can no longer draw anything out of the Earth, then the Earth itself will also be spiritualized. Then all its mineral inclusions will have become fine and ethereal, so that the Earth can transition into an astral state, which it also had before it became physical. The process of physical dissolution is a transitional state leading to this.

[ 17 ] Wenn wir die Erde betrachten, zu der Zeit, als sie sich vorbereitete, der feste Schauplatz, der feste Untergrund zu werden, auf dem wir in unserer heutigen Entwickelungsstufe herumwandeln, so haben wir da einen fortwährenden Leidensprozeß der Erde zu verzeichnen. Indem sie immer fester wird, leidet sie und «seufzt unter Schmerzen». Unser Dasein ist durch ihren Schmerz errungen. Und eine Steigerung desselben finden wir bis in den ersten Teil der sogenannten atlantischen Zeit. Von der Zeit an, wo der Mensch allmählich selbst seine Läuterung erwirkt, gelangt auch die Erde wiederum zur Befreiung von Schmerz und Leid. Dieser Prozeß ist noch nicht weit fortgeschritten. Der größte Teil des festen Grundes, der unter unseren Füßen liegt, leidet heute noch, und wenn wir den hellseherischen Blick dahin wenden, ist uns das Feste eine Offenbarung der Seufzer des Erdenwesens. Wer diese Tatsachen aus dem Okkulten heraus studiert und sie dann wiederfindet in den großen religiösen Schriften, dem offenbart sich, aus welcher Tiefe der geistigen Welt heraus diese Schriften geschrieben sind. Da erwächst uns immer mehr das Gefühl der Verehrung für diese religiösen Urkunden. Durch unsere Erfahrung können wir so, hinblickend auf die Tatsachen der äußeren Welt, empirisch erkennen, welche realen Untergründe dem Ausspruche des Paulus zugrundeliegen: «Alle Natur seufzet unter Schmerzen, der Annahme an Kindesstatt harrend.» Übersetzen Sie sich einmal diesen Ausspruch des Paulus: Alles Erdenwerden ist ein Werden unter Schmerzen, ein Zusammenziehen ins Feste unter Schmerzen, damit nachher für ihre Wesen die «Annahme an Kindesstatt», die Vergeistigung sich vollziehen kann.

[ 17 ] When we consider the Earth at the time when it was preparing to become the solid stage, the solid ground upon which we walk at our present stage of development, we observe a continuous process of suffering on the part of the Earth. As it becomes ever more solid, it suffers and “groans in pain.” Our existence has been won through its pain. And we find an intensification of this pain extending into the first part of the so-called Atlantean era. From the time when humanity gradually brings about its own purification, the Earth, too, will once again attain liberation from pain and suffering. This process has not yet progressed very far. Most of the solid ground beneath our feet still suffers today, and when we turn our clairvoyant gaze there, the solid earth reveals to us the groans of the Earth’s being. Whoever studies these facts from the occult perspective and then finds them again in the great religious scriptures will realize from what depths of the spiritual world these writings have been composed. Thus a growing sense of reverence for these religious documents arises within us. Through our experience, we can thus, looking at the facts of the outer world, empirically recognize the real foundations underlying Paul’s statement: “All creation groans in labor pains, waiting for the adoption as sons.” Try to interpret this saying of Paul for yourself: All becoming on earth is a becoming in pain, a contracting into the solid in pain, so that afterward the “adoption as sons,” the spiritualization, may be accomplished for their beings.

[ 18 ] In dem, was man wirkliche Geheimschulung nennt, müssen wir mit solchen Bildern unserer Umwelt beginnen, die, wenn sie angeschaut werden, Gefühle in uns erwecken. Man beginnt zunächst, dem Schüler, der eine Schulung durchmachen will, solche Vorstellungen, solche Begriffe zu überliefern, die ihn befähigen, das, was draußen in der Natur geschieht, nicht bloß als einen äußeren Vorgang anzuschauen, sondern als inneres Erlebnis mit ganzer Seele zu empfinden, wie das Werden unserer Erde, das Sichverfestigen, wie ein Schmerz wirkt. Dieses Bild des Schmerzes stellt eine wirkliche geistige Tatsache dar. Im wahren Okkultismus sind Bilder nichts Erdichtetes, sondern sie sind von wirklichen geistigen Tatsachen abgelesen. Keine Philosophie, keine Spekulation, nicht der größte Scharfsinn kann ein solches Bild enträtseln, allein die Erkenntnis der Tatsachen der höheren Welten führt zum Verständnis. Im Okkultismus sind alle Bilder Ausdruck für geistige Tatsachen.

[ 18 ] In what is called true esoteric training, we must begin with images of our surroundings that, when looked at, awaken feelings within us. One begins, first of all, by imparting to the student who wishes to undergo training such mental images and concepts that enable him not merely to view what happens out in nature as an external process, but to feel it with his whole soul as an inner experience—such as the becoming of our Earth, its solidification, and how pain works. This image of pain represents a real spiritual fact. In true occultism, images are not figments of the imagination, but are derived from real spiritual facts. No philosophy, no speculation, not even the greatest acumen can unravel such an image; only the knowledge of the facts of the higher worlds leads to understanding. In occultism, all images are expressions of spiritual realities.

[ 19 ] Ich wollte Ihnen heute nur den Hinweis geben, wie das, was wir uns in der elementaren Theosophie als Ideen, Begriffe und Vorstellungen aneignen, allmählich zu Erlebnissen hinführt; und jedes Bild im Okkultismus ist nur aus Erlebnissen hergenommen. Wenn Sie zum Beispiel das bekannte Bild der Swastika nehmen, so können Sie in den verschiedenen Schriften die scharfsinnigsten Deutungen für dieses Bild finden. Wie ist es ursprünglich in den Okkultismus hineingekommen? Dieses Bild ist nichts anderes als das Abbild dessen, was wir astrale Sinnesorgane nennen. Durch ein gewisses Vorgehen, durch Schulung kann der Mensch astrale Sinnesorgane ausbilden. Diese beiden Linien (es wird gezeichnet) sind eigentlich Bewegungen im astralischen Leibe, die vom Hellseher geschaut werden wie feurige Räder oder wie Blumen. Sie werden Lotosblumen genannt.

[ 19 ] Today I simply wanted to point out to you how what we acquire in elementary theosophy—ideas, concepts, and mental images—gradually leads to direct experience; and every image in occultism is derived solely from such experiences. If you take, for example, the well-known image of the swastika, you can find the most subtle interpretations of this image in various writings. How did it originally enter occultism? This image is nothing other than the representation of what we call astral sense organs. Through a certain process, through training, a person can develop astral sense organs. These two lines (they are drawn) are actually movements in the astral body, which are seen by the clairvoyant as fiery wheels or as flowers. They are called lotus flowers.

Swastika
Diagram 1
Swastika
Diagram 1

[ 20 ] Für diese Räder oder Lotosblumen — von denen zum Beispiel die zweiblättrige in der Gegend der Augen liegt, die sechzehnblättrige in der Gegend des Kehlkopfes —, für diese astralen Sinnesorgane, die als Lichterscheinung auftreten in der astralen Welt, ist das Zeichen, das Bild, die Swastika. Oder nehmen wir ein anderes Zeichen, das sogenannte Pentagramm. Nicht durch Spekulieren, nicht durch Philosophieren können Sie die ursprüngliche Bedeutung des Pentagramms finden. Das Pentagramm ist eine Wirklichkeit; es ist ein Bild für das Wirken von Strömungen, von Kräfteströmungen, die im Ätherleib des Menschen sich finden. Es geht eine gewisse Kräfteströmung beim Menschen vom linken Fuß hinauf nach einem bestimmten Punkt des Kopfes, von da zum rechten Fuß, von da zur linken Hand, von da durch den Leib, durch das Herz zur rechten Hand, und von da zurück zum linken Fuß, so daß Sie in den Menschen hineinzeichnen können — in seinen Kopf, seine Arme, Hände, Beine, Füße — das Pentagramm.

[ 20 ] For these wheels or lotus flowers—of which, for example, the two-petaled one is located in the region of the eyes, and the sixteen-petaled one in the region of the larynx—for these astral sense organs, which appear as luminous phenomena in the astral world, the symbol, the image, is the swastika. Or let us take another symbol, the so-called pentagram. You cannot discover the original meaning of the pentagram through speculation or philosophizing. The pentagram is a reality; it is an image of the workings of currents, of currents of force, found within the human etheric body. A certain flow of forces runs through the human being from the left foot up to a specific point on the head, from there to the right foot, from there to the left hand, from there through the body, through the heart to the right hand, and from there back to the left foot, so that you can draw the pentagram within the human being—in his head, his arms, hands, legs, and feet.

Pentagram in Man
Diagram 2
Pentagram in Man
Diagram 2

[ 21 ] Sie müssen sich das vorstellen als Kräftewirkung, nicht bloß als geometrische Figur. Im Ätherleib des Menschen haben Sie das Pentagramm. Die Kräftewirkungen folgen genau diesen Linien des Pentagramms. Die Linien können die mannigfaltigsten Verrenkungen eingehen, immer aber bleiben sie als Pentagramm dem menschlichen Körper eingezeichnet. Das Pentagramm ist eine ätherische Wirklichkeit, nicht ein Symbol, sondern eine Tatsache.

[ 21 ] You must create a mental image of this as a force field, not merely as a geometric figure. The pentagram is present in the human etheric body. The force fields follow exactly these lines of the pentagram. The lines can undergo the most varied distortions, but they always remain inscribed on the human body as a pentagram. The pentagram is an etheric reality, not a symbol, but a fact.

[ 22 ] So ist jedes Symbol im Okkultismus ein Bild für eine Tatsache der geistigen Welt. Erst dann erkennt man seine Bedeutung, wenn man hindeuten kann auf die Welt, in der diese Tatsache wurzelt. Daher kann auch der größte Scharfsinn nicht zur Deutung der okkulten Zeichen führen. Einzig aus der Erfahrung [geistiger Welten] heraus ist die Bedeutung okkulter Zeichen und Symbole zu finden, und erst mit der Erkenntnis ihrer Bedeutung kann der Mensch etwas anfangen. Es ist deshalb keineswegs unnütz, wenn der Mensch etwas mitgeteilt und erzählt bekommt, was zuerst aus dem hellseherischen Vermögen heraus gefunden wurde. Und von der erforschten Tatsache aus kann der Mensch wiederum zurückgeführt werden zu den Ursachen dieser Tatsache selbst.

[ 22 ] Thus, every symbol in occultism is an image representing a reality of the spiritual world. One can only grasp its meaning when one can point to the world in which that reality is rooted. Therefore, even the greatest acumen cannot lead to the interpretation of occult signs. The meaning of occult signs and symbols can be found solely through experience [of spiritual worlds], and only with the knowledge of their meaning can a person make sense of them. It is therefore by no means useless when a person is told or informed of something that was first discovered through clairvoyant abilities. And from the fact that has been investigated, a person can in turn be led back to the causes of that fact itself.

[ 23 ] Wie mit den Zeichen und Symbolen, so ist es auch mit den alten Sagen und Mythen. Es ist eine Theorie vom grünen Tisch der Gelehrsamkeit, daß Sagen und Mythen erfunden seien von der Volksdichtung. Das Volk dichtet nicht. Alle Sagen und Mythen sind Überbleibsel von einer Zeit, wo der Mensch noch bis zu einem gewissen Grade hellseherisch begabt war. Was uns erzählt wird in den europäischen Sagen und Mythen, sind Aufbewahrungen von Tatsachen, die die Menschen früher geschaut haben. Alles in diesen Sagen, Märchen und Mythen ist ursprünglich hellseherisch gesehen worden und ist die Nacherzählung von ursprünglichen hellseherischen Erfahrungen. Das ist überhaupt Mythologie: Die Nacherzählung von hellseherischen Erfahrungen.

[ 23 ] Just as with signs and symbols, so it is with ancient legends and myths. It is a theoretical construct of scholarly circles that legends and myths were invented by folk poetry. The people do not compose poetry. All legends and myths are remnants of a time when humans still possessed clairvoyant abilities to a certain degree. What is told to us in European legends and myths are records of facts that people once perceived. Everything in these legends, fairy tales, and myths was originally perceived clairvoyantly and is the retelling of original clairvoyant experiences. That is what mythology is: the retelling of clairvoyant experiences.

[ 24 ] Heute noch können wir die ganzen Vorgänge, die in der Mythologie erzählt werden, auf dem Astralplan verfolgen. Wirkliche Geschehnisse sind die Taten von Wotan oder Odin. Wirklichkeiten haben wir zu suchen hinter den okkulten Zeichen, Symbolen und Siegeln. Und je weniger man sich dazu verleiten läßt, aus Spekulation eine Deutung dieser Zeichen zu unternehmen, um so besser ist es.

[ 24 ] Even today, we can observe all the events recounted in mythology on the astral plane. The deeds of Wotan or Odin are real events. We must seek reality behind the occult signs, symbols, and seals. And the less one allows oneself to be tempted to interpret these signs based on speculation, the better it is.

[ 25 ] So soll uns dieser Vortragszyklus in den Tatsachensinn des Okkultismus hineinführen. Kein Zeichen ist erfunden oder erdacht, es ist Abbildung oder Nachbildung eines wirklichen Vorganges in der geistigen Welt. Und alle Erzählungen, die uns in den Mythologien entgegentreten, sind Wiedergabe dessen, was die Menschen gesehen haben, als noch ein großer Teil der Menschen hellseherisch begabt war.

[ 25 ] This series of lectures is thus intended to introduce us to the factual meaning of occultism. No symbol is invented or imagined; it is a representation or reproduction of a real process in the spiritual world. And all the stories we encounter in mythology are renderings of what people saw when a large portion of humanity still possessed clairvoyant abilities.