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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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From the Pictorial Script
of the Apocalypse of John
GA 104a

8 May 1907, Munich

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Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Ein solcher Erinnerungstag, wie wir ihn heute haben, bedeutet für die Angehörigen der theosophischen Bewegung, die sich angehörig fühlen einer spirituellen Bewegung, etwas ganz anderes als ein Erinnerungstag an andere Menschen, als das Hinsterben eines in unserer materiellen Kultur fest verankerten Menschen. Es ist ein solcher Tag für uns auch ein Tag der Vereinigung; denn was wäre die theosophische Lehre, wenn sie nicht einginge in alle Fasern unseres Herzens und da zu innerster Empfindung, zum unmittelbaren Gefühl würde? Hat sich eine Seele vom physischen Leib gelöst, so bedeutet es nur, daß das innerste Wesen eines Menschen zu uns in ein anderes Verhältnis getreten ist. Ein solches Verhältnis zur Stifterin der theosophischen Bewegung wollen wir an diesem Tage besonders lebendig in uns machen. Wir wollen uns mit dem Gefühl der Zusammengehörigkeit mit der Stifterin unserer Bewegung erfüllen. Wir wollen uns das Bewußtsein ganz zu eigen machen, daß Gedanken und Gefühle unsichtbare Mächte in unserer Seele, daß sie Tatsachen sind. Gefühle sind lebendige Kräfte. Wenn wir heute alle unsere Gedanken verbinden mit dem, was der Name «Helena Petrowna Blavatsky» einschließt, wenn wir mit dem Geist, der sich am 8. Mai 1891 seiner irdischen Hülle entledigt hat, verbunden sind, dann sind unsere Empfindungen und Gedanken reale Kräfte und bilden eine wirkliche geistige Brücke zu einer anderen Daseinsform. Eine andere Welt findet den Zugang zu unseren Seelen durch diese Brücke. Für den sehenden Menschen sind solche Gedanken und Gefühle wirklich lebendige Strahlen, Strahlen geistigen Lichtes, die hervorsprießen aus dem Menschen und sich vereinigen in einem Punkte und dann zusammentreffen können mit der geistigen Wesenheit. So ist ein solcher feierlicher Moment eine Wirklichkeit. Wenn unsere Seele, die in unserem Leibe wohnt, wirken will auf dem physischen Plan, dann muß sie sich einen Leib formen; sie muß die Stoffe und Kräfte so aufbauen, daß sie durch diese ihren Ausdruck finden kann. Würden sich die Stoffe und Kräfte der Seele nicht fügen, so könnte diese Seele sich nimmermehr auf dem physischen Plan ausleben. Wie es hier auf dem physischen Plan ist, so ist es auch mit den geistigen Wesenheiten auf den höheren Planen. Wollen wir Helena Petrowna Blavatsky richtig verstehen, so müssen wir sie so auffassen, daß all ihr Sinnen und Trachten an dem richtigen Fortgang der theosophischen Bewegung hängt. So ist es, seitdem ihre Seele sich herausgelöst hat aus dem physischen Leib. Sie wirkt als eine lebendige Wesenheit auch jetzt innerhalb der theosophischen Bewegung. Soll sie wirken, so müssen sich Stoffe und Kräfte ihr zur Verfügung stellen. Wo können sie besser hergenommen werden als aus den Seelen derjenigen, die innerhalb der theosophischen Bewegung diese Wesenheit verstehen? Wie unsere Seele die Stoffe und Kräfte auf dem physischen Plan ergreift, so ergreift eine solche Wesenheit die Stoffe und Kräfte der Seelen, um durch sie zu wirken. Würden diejenigen, die Glieder der theosophischen Bewegung sind, sich nicht willig zur Verfügung stellen dieser Wesenheit, so könnte diese Wesenheit nicht zum Ausdruck kommen auf dem physischen Plan. Wir müssen in unseren Seelen selbst die Stätten bilden für Verehrung, Liebe, Hingabe und dadurch die Kräfte bilden, durch die Helena Petrowna Blavatsky wirken kann, wie unsere Seele durch unseren fleischlichen Leib. Wir müssen uns bewußt werden, daß wir da etwas Tatsächliches tun, indem wir lieben und verehren in diesem Augenblicke. Wahr ist es, daß alle Liebe und Verehrung, die heute hinaufströmen zu der Seele Helena Petrowna Blavatskys, berufen sind als Kräfte, mit ihr in Verbindung zu treten.

[ 1 ] A day of remembrance such as the one we are observing today means something entirely different to members of the Theosophical Movement—who feel they belong to a spiritual movement—than a day of remembrance for other people, such as the passing of someone firmly rooted in our material culture. For us, such a day is also a day of union; for what would the Theosophical teaching be if it did not penetrate every fiber of our hearts and become our innermost sensation, our most immediate feeling? When a soul has separated from the physical body, it simply means that the innermost essence of a human being has entered into a different relationship with us. On this day, let us make this relationship with the founder of the Theosophical Movement particularly vivid within ourselves. Let us fill ourselves with a sense of kinship with the founder of our movement. Let us fully embrace the awareness that thoughts and feelings are invisible forces within our soul—that they are realities. Feelings are living forces. When we today connect all our thoughts with what the name “Helena Petrovna Blavatsky” embodies, when we are connected to the spirit that shed its earthly shell on May 8, 1891, then our feelings and thoughts are real forces and form a genuine spiritual bridge to another form of existence. Another world finds access to our souls through this bridge. For the person who can see, such thoughts and feelings are truly living rays—rays of spiritual light—that spring forth from the human being, unite at a single point, and can then meet with the spiritual being. Thus, such a solemn moment is a reality. When our soul, which dwells within our body, wishes to act on the physical plane, it must form a body for itself; it must organize the substances and forces in such a way that it can express itself through them. If the substances and forces of the soul were not in harmony, that soul could never manifest itself on the physical plane. Just as it is here on the physical plane, so it is with the spiritual beings on the higher planes. If we are to understand Helena Petrovna Blavatsky correctly, we must view her as someone whose every thought and aspiration is devoted to the proper progress of the Theosophical Movement. This has been the case ever since her soul detached itself from the physical body. She continues to work as a living entity even now within the Theosophical Movement. If she is to act, matter and forces must be made available to her. Where better to draw them than from the souls of those within the Theosophical Movement who understand this entity? Just as our soul draws upon the substances and forces on the physical plane, so does such a being draw upon the substances and forces of the souls in order to work through them. If those who are members of the Theosophical Movement were not to willingly place themselves at the disposal of this being, this being could not manifest itself on the physical plane. We must create within our own souls the places for reverence, love, and devotion, and thereby build the forces through which Helena Petrovna Blavatsky can work, just as our soul works through our physical body. We must realize that we are doing something real by loving and revering at this very moment. It is true that all the love and reverence flowing upward today toward the soul of Helena Petrovna Blavatsky are called upon as forces to connect with her.

[ 2 ] Recht verstehen müssen wir, was gerade diese Persönlichkeit innerhalb unserer Geisteskultur bedeutet. Das 19. Jahrhundert wird einstmals in der Geschichte der Menschheit als das eigentlich materialistische Jahrhundert geschildert werden. Wie tief das 19. Jahrhundert in den Materialismus verstrickt war, davon können die Menschen des 20. Jahrhunderts sich gar keine Vorstellung machen; erst später wird das möglich sein, wenn die Menschen wieder spirituell geworden sind. Alles, auch das religiöse Leben, ist durchdrungen vom Materialismus. Wer von höheren Planen einen Blick tun kann auf die Entwickelung, der weiß, daß in den 40er Jahren ein besonderer Tiefstand war im geistigen Leben. Wissenschaft, Philosophie und Religion waren ergriffen vom Materialismus. Den Führern der Menschheit oblag es, nach und nach einen Strom spirituellen Lebens in die Menschheit einströmen zu lassen. Viel ist damit gesagt, wenn es heißt, daß im weiten Umkreis des Geisteslebens innerhalb der Kultur des Abendlandes niemand sich fand, der so geeignet war, den Strom spirituellen Lebens in die Welt zu leiten, der das Leben der Menschheit auffrischen und aus dem Materialismus herausreißen sollte, als Helena Petrowna Blavatsky. Was auch heute gegen sie an Angriffen in der Welt herumschwirrt, gegenüber dieser einen Tatsache schwindet die Tragweite aller solcher Angriffe. Denn unter vielen anderen muß die theosophische Bewegung uns das Gefühl der Positivität beibringen. Wir müssen es zu einer Empfindung bringen, daß wir vor allem das, was groß an einem Menschen ist, sehen können; demgegenüber können alle diejenigen kleinen Lichter verlöschen, welche die Kritik gegenüber einer solchen Persönlichkeit ansteckt. Ebenso wie an anderen großen Persönlichkeiten manche Dinge geschwunden sind, welche die Zeitgenossen mit kritischen Augen betrachtet haben, so wird auch von ihr alles das hinwegschwinden. Aber was sie Großes getan hat, wird bleiben.

[ 2 ] We must understand, first and foremost, what this particular figure means within our intellectual culture. The 19th century will one day be described in the history of humanity as the truly materialistic century. People of the 20th century cannot even begin to imagine how deeply the 19th century was entangled in materialism; this will only be possible later, when people have become spiritual again. Everything, including religious life, is permeated by materialism. Anyone who can look upon this development from higher planes knows that the 1840s marked a particular low point in spiritual life. Science, philosophy, and religion were gripped by materialism. It fell to the leaders of humanity to gradually allow a stream of spiritual life to flow into humanity. Much is implied by the statement that, within the broad sphere of spiritual life in Western culture, no one was found who was as well-suited as Helena Petrovna Blavatsky to channel the stream of spiritual life into the world—a stream intended to revitalize human life and pull it out of materialism. No matter what attacks against her are swirling around the world today, in the face of this one fact, the significance of all such attacks pales. For, among many other things, the Theosophical Movement must teach us a sense of positivity. We must cultivate the ability to see, above all, what is great in a person; in contrast, all those small lights kindled by criticism directed at such a personality may fade away. Just as certain things that contemporaries viewed with a critical eye have faded away in the case of other great personalities, so too will all of that fade away from her. But the great things she has accomplished will remain.

[ 3 ] Lernen wir der Menschen Fehler als ihre eigene Angelegenheit betrachten, und lernen wir der Menschen Taten als die Angelegenheit der ganzen Menschheit betrachten. Worin die Menschen fehlen, das gehört zu ihrem Karma; was sie tun, ist Angelegenheit der Menschheit. Lernen wir, uns nicht zu bekümmern um der Menschen Fehler; die müssen sie selbst büßen. Aber lernen wir, dankbar zu sein für ihre Leistungen, denn von diesen lebt die ganze Menschheitsentwickelung.

[ 3 ] Let us learn to regard people’s mistakes as their own concern, and let us learn to regard people’s actions as the concern of all humanity. Where people fall short is part of their karma; what they do is a matter for humanity. Let us learn not to worry about people’s faults; they must atone for them themselves. But let us learn to be grateful for their achievements, for the entire development of humanity depends on them.

[ 4 ] Der diesjährige weiße Lotustag, der ein Erinnerungstag ist daran, daß eine Seele sich losgerungen hat vom Leibe und ihre Erfahrungen in anderer Form zur Höhe emporträgt, der Lotusblume gleich, ist der erste Tag dieser Art, den wir nicht mehr in Gemeinschaft mit Henry Steel Olcott, dem Genossen Helena Petrowna Blavatskys, begehen. Auch er hat den physischen Plan verlassen, er, der als der große Organisator dasteht, als die formgebende Kraft. [Folgt ein unverständlicher Satz.] Zu ihm lenken wir unsere dankbaren, verehrenden und von Liebe erfüllten Gedanken hinauf; einströmen werden diese Gedanken in die geistige Welten, und wir selbst werden Kraft dadurch gewinnen. So sollen wir die Feier auch an den anderen Tagen des Jahres fortsetzen, indem wir die Kräfte, die wir erhalten haben, indem wir unsere Gedanken hinaussenden als Lichtstrahlen, indem wir die Kräfte anwenden in der Arbeit, die wir theosophische Bewegung nennen. Arbeiten in ihrem Sinne werden wir nur dann, wenn wir ganz und gar dogmenfrei, sektenfrei hingegeben sind dem spirituellen Leben. Von niemand hat Helena Petrowna Blavatsky einen blinden Glauben verlangt. Was verlangt werden kann von ihren Bekennern, ist, daß sie sich von ihrer Spiritualität befruchten lassen. In dem, was durch Helena Petrowna Blavatsky dem physischen Plan überliefert worden ist, in dem liegt ein Quell von spiritueller Kraft, der uns so segensreich sein wird, wenn wir ihn lebendig auf uns wirken lassen. Befruchten können wir uns lassen von den Buchstaben, aber es muß der Geist in uns lebendig werden. Von den Schriften Helena Petrowna Blavatskys gilt eines: Unterschätzen kann sie nur der, der sie nicht versteht. Wer aber immer mehr den Schlüssel findet zu dem, was Großes ist in diesen Werken, der wird ihr immer größerer Verehrer. Das ist das Bedeutsame dieser Werke, daß, je mehr man sich in sie vertieft, man ein um so größerer Verehrer wird. Daß man etwa keine Fehler darinnen sehen könnte, das ist nicht der Fall; wer aber das lebendige Leben ergreift, weiß, wenn er sich immer mehr in diese Werke vertieft, daß solches, was da ausgesprochen ist, nur herüberkommen konnte von den großen spirituellen Wesenheiten, die heute die Weltentwickelung leiten. So müssen wir die «Entschleierte Isis» lesen, ein Buch, das wirklich die größten Wahrheiten enthält, aber manchmal verzerrt und karikiert, wie ein schönes Antlitz in einem Spiegel, der es verzerrt zurückwirft.

[ 4 ] This year’s White Lotus Day—a day commemorating the soul’s liberation from the body and its ascent toward the heights in another form, like the lotus flower—is the first such day that we no longer observe in the company of Henry Steel Olcott, Helena Petrovna Blavatsky’s companion. He, too, has left the physical plane—he who stands as the great organizer, the shaping force. [An unintelligible sentence follows.] To him we direct our grateful, reverent, and love-filled thoughts; these thoughts will flow into the spiritual worlds, and we ourselves will gain strength through them. Thus, we shall continue the celebration on the other days of the year as well—by drawing upon the forces we have received, by sending out our thoughts as rays of light, and by applying these forces in the work we call the Theosophical Movement. We will only be working in her spirit if we are wholly free from dogma and sectarianism and devoted to the spiritual life. Helena Petrovna Blavatsky never demanded blind faith from anyone. What can be expected of her followers is that they allow themselves to be enriched by her spirituality. In what Helena Petrovna Blavatsky has bequeathed to the physical plane lies a source of spiritual power that will be so beneficial to us if we allow it to take living effect within us. We can allow ourselves to be enriched by the words, but the Spirit must come alive within us. One thing is certain about Helena Petrovna Blavatsky’s writings: only those who do not understand them can underestimate them. But whoever increasingly finds the key to the greatness within these works will become an ever greater admirer of them. That is the significance of these works: the more one delves into them, the greater an admirer one becomes. It is not the case that one might not see any errors in them; but whoever grasps the living essence knows, as they delve deeper and deeper into these works, that what is expressed there could only have come from the great spiritual beings who guide the world’s evolution today. Thus we must read Isis Unveiled, a book that truly contains the greatest truths, though sometimes distorted and caricatured, like a beautiful face reflected in a mirror that distorts its image.

[ 5 ] Wer den bloß kritischen Geist anlegen möchte, wird vielleicht sagen, es sei besser, kein solches Zerrbild zu geben. Wer aber die Sache im richtigen Lichte sieht, der sagt sich: Wenn jemand seine schwachen Geisteskräfte zur Verfügung stellt den geistigen Mächten, die sich offenbaren wollen, und weiß, daß diese Kräfte nur ein Zerrbild geben können, daß aber niemand sonst es besser zu tun vermag, der vollzieht durch diese Hingabe ein großes Opfer für die Welt. Alle Wiedergabe der großen Wahrheit ist ein Zerrbild. Wollte man warten, bis die ganze Wahrheit zum Vorschein kommen könnte, da müßte man lange warten. Selbstlos sind die, die sich hingeben wollen und sagen: Mögen die Menschen mich zerreißen, ich muß die Wahrheit so bringen, wie ich sie bringen kann. — Ein viel größeres Opfer als ein moralisches Opfer ist dies Opfer, dies hohe Opfer des Intellekts - ein Wort, das von einer mißbräuchlichen Religionsauffassung so mißbraucht ist. Es bedeutet die Hinopferung des Intellekts für die einströmende spirituelle Wahrheit. Wollen wir den Intellekt nicht opfern, so können wir der Wahrheit nicht Dienste leisten. Wenn wir dankbar hinblicken auf Helena Petrowna Blavatsky, so ist es vor allen Dingen, weil sie, in dem eben geschilderten Sinne, eine Märtyrerin ist unter den großen Märtyrern der Wahrheit. So blickt man auf sie hin, wenn man sie gern und willig als ein Vorbild in der theosophischen Gesellschaft betrachtet. Man weiß, daß man den Tag nicht entweiht, wenn man über die Gebiete spricht, zu denen ihr der Zugang fehlte.

[ 5 ] Anyone who wishes to adopt a purely critical mindset might say that it would be better not to present such a distorted image. But those who see the matter in its proper light will say to themselves: If someone places their limited mental faculties at the disposal of the spiritual powers that wish to reveal themselves, and knows that these powers can only provide a distorted image, yet that no one else is capable of doing better, then through this devotion they make a great sacrifice for the world. Every representation of the great truth is a distorted image. If one were to wait until the whole truth could come to light, one would have to wait a long time. Selfless are those who are willing to devote themselves and say: Let people tear me apart; I must present the truth as best I can. — This sacrifice—this supreme sacrifice of the intellect—is a far greater sacrifice than a moral one; a word so misused by a distorted conception of religion. It means the sacrifice of the intellect for the spiritual truth that is pouring in. If we do not sacrifice the intellect, we cannot serve the truth. When we look upon Helena Petrovna Blavatsky with gratitude, it is above all because she is, in the sense just described, a martyr among the great martyrs of truth. This is how one regards her when one gladly and willingly considers her a role model in the Theosophical Society. We know that we do not profane the day when we speak of the realms to which she lacked access.

[ 6 ] Über die spirituelle Weltenströmung soll gesprochen werden, die auf dem physischen Plan Helena Petrowna Blavatsky am wenigsten verstanden hat. Am besten dienen wir ihr, wenn wir uns in den Dienst dessen stellen, zu dem sie nicht den Zugang gefunden hat. Viel lieber wird es ihr sein, wenn sie statt Nachbeter Nachfolger findet. Wenn auch manches ihr entgegengesetzt klingt, wissen wir doch, daß wir in ihrem Sinne handeln; durch diese Freiheit würdigen wir sie am allermeisten.

[ 6 ] We are to speak about the spiritual current of the universe, which Helena Petrovna Blavatsky understood the least on the physical plane. We serve her best when we devote ourselves to that which she was unable to access. She would much prefer to find successors rather than mere parrots. Even if some things may seem to contradict her, we know that we are acting in her spirit; it is through this freedom that we honor her most of all.

[ 7 ] Der Übergang zur Apokalypse ist nicht gesucht, nicht etwa weit hergeholt. Wenn wir nämlich die welthistorische Mission Helena Petrowna Blavatskys noch tiefer verstehen wollen, so müssen wir die Entwickelung uns vorstellen als aus zwei Strömungen bestehend. 1841 war der Tiefstand des spirituellen Lebens. Die Gegner des spirituellen Lebens hatten 1841 den stärksten Angriffspunkt in der Menschheitsentwickelung. Sie bereiten den Boden vor für viele derjenigen Dinge, die als prophetische Zukunftsgedanken in der Apokalypse geschildert sind. Das, was ausgedrückt ist durch das Tier mit den Widderhörnern und die Zahl 666, das Tier mit den sieben Köpfen, und so weiter, das wird vorbereitet durch die Mächte, die 1841 ihren Angriffspunkt gefunden haben in der Menschheitsentwickelung. Jene Elementarwesen, die damals den ihnen geeigneten Boden gefunden haben, jene Mächte haben heute von einem großen Teil der Menschheit Besitz ergriffen und üben da ihren Einfluß aus. Sonst würden die Gegenkräfte, die in den beiden Tieren zum Ausdruck kommen, nicht in der Menschheit sein und sie hinunterziehen. Dagegen ist ein anderer Gang vorhanden, der aufwärts geht. Was heute geleistet wird zum Aufwärtssteigen, ist die Vorbereitung für alle diejenigen, die versiegelt werden sollen, die in die geistige Entwickelungsströmung hineinkommen. Dieser Strom des spirituellen Lebens hat sich gerade in Helena Petrowna Blavatsky ein Instrument geschaffen. Wir verstehen unsere Zeit nicht, wenn wir diese spirituelle Strömung nicht als eine tiefe Notwendigkeit erkennen.

[ 7 ] The transition to the Apocalypse is not contrived, nor is it far-fetched. For if we wish to understand Helena Petrovna Blavatsky’s mission in world history even more deeply, we must conceive of this development as consisting of two currents. The year 1841 marked the lowest point in spiritual life. In 1841, the opponents of spiritual life had their strongest foothold in human development. They were laying the groundwork for many of the things described in the Apocalypse as prophetic visions of the future. What is symbolized by the beast with the ram’s horns and the number 666, the beast with the seven heads, and so on, is being prepared by the forces that found their point of attack in human evolution in 1841. Those elemental beings who found a suitable environment for themselves at that time—those powers—have now taken possession of a large part of humanity and are exerting their influence there. Otherwise, the opposing forces expressed in the two beasts would not be present in humanity, dragging it down. In contrast, there is another path that leads upward. What is being accomplished today to facilitate this ascent is the preparation for all those who are to be sealed, who are entering the current of spiritual development. This current of spiritual life has created an instrument for itself in Helena Petrovna Blavatsky. We cannot understand our time unless we recognize this spiritual current as a profound necessity.

[ 8 ] Wir stehen in der fünften Unterrasse der fünften Wurzelrasse und leben entgegen der sechsten Unterrasse und der siebenten Unterrasse, dann der sechsten Grundrasse. Was heißt das: wir leben diesen Rassen entgegen? Das heißt, daß für den Menschen, der es will, in dem sechsten Zeitraum - sei es in dem sechsten Zeitraum der prophetisch verkündeten sechsten Unterrasse oder der sechsten Wurzelrasse — das Verständnis für den Christus enthalten ist. Es wird da ChristusMenschen geben, die Versiegelten; es wird in den Zeiten der künftigen Spiritualität das Aufschließen der Menschenseelen stattfinden. Daß die fünf Jungfrauen Öl in den Lampen brennen haben, daß der Bräutigam beleuchtete Seelen findet, bedeutet, daß sich dann einem Teil der Menschheit das enthüllen wird, was heute noch der Menschheit verschlossen ist. Das Buch mit sieben Siegeln wird sich einem großen Teil der Menschheit enträtseln. Hindeuten will auf diese Zeit der Apokalyptiker Johannes, vorausverkünden will er diese Zeit durch Zeichen.

[ 8 ] We are in the fifth subrace of the fifth root race and are moving toward the sixth subrace and the seventh subrace, and then toward the sixth root race. What does it mean to say that we are moving toward these races? It means that for the person who desires it, the understanding of Christ is contained within the sixth period—whether it be the sixth period of the prophetically foretold sixth subrace or the sixth root race. There will be Christ-men there, the sealed ones; in the ages of future spirituality, the unlocking of human souls will take place. The fact that the five virgins have oil burning in their lamps, and that the Bridegroom finds illuminated souls, means that what is still hidden from humanity today will then be revealed to a portion of humanity. The book with seven seals will be unsealed for a large portion of humanity. The apocalyptic writer John intends to point toward this time; he intends to foretell this time through signs.

[ 9 ] In einem Satz heißt es: «Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel...» (Apk. 12, 1) Das bedeutet, daß wir es in der Apokalypse zu tun haben mit Zeichen für die großen Entwickelungsphasen der Menschheit. Diese Zeichen haben wir zu entziffern. Wir erinnern uns, daß unserer jetzigen fünften Hauptrasse die atlantische Rasse vorangegangen ist, die durch eine Flut zugrunde gegangen ist. Was wird die fünfte Rasse zugrunde richten? Die fünfte Rasse hat eine besondere Aufgabe: Die Egoität zur Entfaltung zu bringen. Diese Selbstsucht wird zugleich dasjenige bilden, was der fünften Hauptrasse den Untergang bereiten wird. Ein geringer Teil wird entgegenleben der Zeit der sechsten Hauptrasse. Der größere Teil der Menschen wird das Licht im Innern noch nicht gefunden haben. Und weil der Egoismus die Grundkraft bildet, wird innerhalb dieses Teiles der Menschheit der Krieg aller gegen alle wüten. Wie die lemurische Rasse durch Feuergewalten, wie die Atlantis durch Wasser untergegangen ist, so wird die fünfte Rasse den Untergang durch ein Gegeneinanderwüten selbstsüchtiger Gewalten und einen Krieg aller gegen alle finden. Immer tiefer wird die Linie dieser Entwickelung gehen; wenn sie unten angelangt ist, werden alle gegen alle wüten. Dem wird sich ein kleiner Teil entziehen, wie es auch beim Untergang der atlantischen Rasse geschehen ist. Es ist an jedem selbst gelegen, die Verbindung mit dem spirituellen Leben zu finden, um mit hinüberzugehen zur sechsten Hauptrasse. Gewaltige Revolutionen stehen der Menschheit bevor, und das schildert die Apokalypse.

[ 9 ] One passage reads: “And a great sign appeared in heaven…” (Rev. 12:1). This means that in the Book of Revelation we are dealing with signs that represent the major phases of human development. It is up to us to decipher these signs. We recall that our current fifth root race was preceded by the Atlantean race, which perished in a flood. What will bring about the downfall of the fifth race? The fifth race has a special task: to bring the ego to full development. This selfishness will, at the same time, be the very thing that will lead to the downfall of the fifth root race. A small portion will survive into the era of the sixth great race. The majority of people will not yet have found the light within. And because selfishness is the fundamental driving force, a war of all against all will rage within this portion of humanity. Just as the Lemurian race perished through the forces of fire, and Atlantis through water, so too will the fifth race meet its downfall through the clashing of selfish forces and a war of all against all. This line of development will descend ever deeper; when it reaches its lowest point, all will rage against all. A small portion will escape this fate, just as happened during the downfall of the Atlantean race. It is up to each individual to find a connection with spiritual life in order to pass over to the sixth main race. Vast revolutions lie ahead for humanity, and this is what the Apocalypse describes.

[ 10 ] Zuerst werden uns vorgeführt sieben Briefe an sieben Gemeinden. Wenn die Menschen den Weg finden sollen zu jenem großen Zeitpunkt, dann müssen sie etwas haben, woran sie sich halten können, wodurch sie ihre sieben menschlichen Wesensglieder veredeln können, so daß man sie bereit findet, wenn der große Zeitpunkt eingetreten ist. Es gibt Orte auf der Erde, wo durch religiöse Übungen hauptsächlich Rücksicht genommen ist auf die Ausbildung des physischen Leibes. An anderen Orten wird mehr Rücksicht genommen auf die Ausbildung des Ätherleibes. Wieder an anderen Orten wird mehr Rücksicht genommen auf die Ausbildung des Astralleibes oder des Ichs. Es wird auch immer mehr Orte geben, wo man besonders achtgeben wird auf die Ausbildung des Manas, oder der Budhi, oder des Atma. Man würde nicht im richtigen Sinne an die Wiederverkörperung glauben, wenn man sich nicht sagen würde: Ist ein Mensch einmal geboren an einem Orte, wo hauptsächlich Rücksicht genommen wird auf den physischen Leib, so wird er ein anderes Mal geboren an einem Orte, wo man mehr Rücksicht nehmen wird auf die anderen Leiber, und so weiter.

[ 10 ] First, we are presented with seven letters to seven congregations. If people are to find the way to that great moment, they must have something to hold on to, something through which they can refine their seven human constitutional elements, so that they will be found ready when the great moment arrives. There are places on Earth where religious practices focus primarily on the development of the physical body. In other places, greater emphasis is placed on the development of the etheric body. In still other places, greater emphasis is placed on the development of the astral body or the “I.” There will also be an increasing number of places where special attention will be given to the development of the manas, or the buddhi, or the atma. One would not truly believe in reincarnation unless one said to oneself: If a person is born once in a place where primary attention is given to the physical body, then another time they will be born in a place where greater attention will be given to the other bodies, and so on.

[ 11 ] Sieben Briefe werden gerichtet an sieben gesonderte geographische Bezirke, in denen besondere Rücksicht genommen wurde auf einen der sieben Teile der menschlichen Wesenheit. Der erste Brief ist gerichtet an die Epheser. Bei ihnen wurde starkes Gewicht gelegt auf die Ausbildung des physischen Leibes. Bei den Phrygiern, in Smyrna, wurde besonders berücksichtigt der Ätherleib, in Pergamon der Astralleib.

[ 11 ] Seven letters are addressed to seven distinct geographical regions, in each of which special attention was given to one of the seven aspects of the human being. The first letter is addressed to the Ephesians. Among them, great emphasis was placed on the development of the physical body. Among the Phrygians in Smyrna, special attention was given to the etheric body, and in Pergamon to the astral body.

[ 12 ] Wir wollen sehen, warum sieben geographische Bezirke in bezug auf die sieben Glieder der menschlichen Wesenheit besondere Entwickelungsarten der Menschheit bedeuten. Nehmen wir an, ein Mensch lebt in einer Gegend, wo vorzugsweise der physische Leib ausgebildet wird; wenn er dann seinen physischen Leib vernachlässigt, wird dieser ein Zerrbild werden dessen, was er hätte werden sollen. Wird das, was zu einer gewissen Vollkommenheit gebracht werden soll, nicht ausgebildet, dann entsteht etwas in ihm, was ihn vorbereitet zu den schlimmen Erscheinungen in der Menschheitsentwickelung.

[ 12 ] Let us see why seven geographical regions, in relation to the seven members of the human being, represent specific modes of human development. Let us suppose that a person lives in a region where the physical body is primarily developed; if he then neglects his physical body, it will become a distorted image of what it should have become. If that which is meant to be brought to a certain degree of perfection is not developed, then something arises within him that prepares him for the dire consequences of human evolution.

[ 13 ] Das erste Sendschreiben ist gerichtet an die Gemeinde zu Ephesus, den der Diana geweihten Ort. Es betont die schöne Gestaltung des physischen Leibes. Wohin neigt die Entwickelung des physischen Leibes? Das können wir uns immer mehr klarmachen, wenn wir wissen, daß der physische Leib sich immer mehr läutern und immer mehr werden muß ein Ausdruck des Ätherleibes, und dieser wiederum des Astralleibes, und dieser des Ichs.

[ 13 ] The first epistle is addressed to the church in Ephesus, the city dedicated to Diana. It emphasizes the beautiful form of the physical body. In what direction is the physical body evolving? We can understand this more and more clearly when we realize that the physical body must become increasingly purified and increasingly an expression of the etheric body, which in turn is an expression of the astral body, and that, in turn, is an expression of the I.

[ 14 ] In den alten Pythagoreerschulen spielten die Zahlen eine große Rolle. Erinnern wir uns daran, daß in der Devachanwelt, wie auch sonst, alles geordnet ist nach Maß und Zahl. Was würde es heißen, die Naturgesetze suchen, wenn sie nicht da vorhanden wären? Wir wägen und messen die Weltenkörper, wie wir es mit Substanzen im kleinen tun. Diese Tatsache müssen wir mit einer anderen Tatsache zusammenstellen. Wir denken uns diesen Raum ausgefüllt mit den Klanggebilden einer hohen musikalischen Komposition, zum Beispiel den Tönen des Karfreitagszaubers. Das ist die seelische höhere Form für das, was der Physiker uns in den Zahlen der Luftschwingungen ausdrücken würde. Unsere Seelen durchflutet der Geist dieser Schwingungen in der Musik. Man denke sich nun die Zahlen vom Ohr des Geistes gehört, dann haben wir die Sphärenmusik. Wenn ein Physiker die Vibrationen der Luft in Zahlen aufzeichnen würde, so würde er uns ebensowenig den Karfreitagszauber aufzeichnen, wie der Mathematiker die pythagoreischen Vorstellungen in Maß und Zahl. In den Zahlen wurden nur die Harmonien ausgedrückt. Wenn der Pythagoreer die vier Glieder der menschlichen Wesenheit ausdrücken will, so klingen sie zusammen in dem Verhältnis von 1:3:7:12. Das bedeutet jenen Klang, in dem die vier Zahlen zusammenklingen wie die vier Wesensteile des Menschen. Die 3 Töne: I Ton von der Sonne, II- Ton von dem Monde, III - Ton von der Erde selbst — tönen hinein in den astralischen Leib.

[ 14 ] Numbers played a major role in the ancient Pythagorean schools. Let us remember that in the Devachan world, as elsewhere, everything is ordered according to measure and number. What would it mean to seek the laws of nature if they were not already there? We weigh and measure the celestial bodies just as we do with substances on a smaller scale. We must combine this fact with another. Let us imagine this space filled with the sound patterns of a sublime musical composition—for example, the tones of the “Good Friday Magic.” This is the higher spiritual form of what a physicist would express to us in the numbers representing air vibrations. The spirit of these vibrations in the music flows through our souls. Now imagine these numbers heard by the ear of the spirit—then we have the music of the spheres. If a physicist were to record the vibrations of the air in numbers, he would be just as unable to record the “Good Friday Magic” as a mathematician is to record Pythagorean concepts in measures and numbers. Only the harmonies were expressed in the numbers. When the Pythagorean wishes to express the four components of the human being, they resonate together in the ratio of 1:3:7:12. This signifies that sound in which the four numbers resonate together like the four parts of the human being. The three tones—I, the tone of the Sun; II, the tone of the Moon; III, the tone of the Earth itself—resonate into the astral body.

Physischer Leib 12 Ephesus
Ätherleib 7 Smyrna
Astralleib 3 Pergamon
Ich 1
Geistselbst
Lebensgeist
Geistesmensch

Physical Body 12 Ephesus
Etheric Body 7 Smyrna
Astral Body 3 Pergamon
I 1
Spirit Self
Life Spirit
Spiritual Human

[ 15 ] Was von der Erde, der Sonne und dem Mond ausgeht, das klingt zusammen in unserem astralischen Leib. In unseren Ätherleib aber klingt hinein, was ausgeht von den sieben Planeten. Es ist da ein siebenfacher Einfluß von den Planeten auf den Ätherleib, wie von den sieben Tönen: Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime — Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus. Diese sieben Planeten tönen hinein in unseren Ätherleib. Es tönen zwölf Einflüsse, von den Zeichen des Tierkreises ausgehend, hinein in den physischen Leib. Der Seher erfährt zwölf Grundtöne auf dem Devachanplan. Die beeinflussen unseren physischen Leib. Alles, was im Ich, im Astralleib, Atherleib und im physischen Leib ist, klingt in Tönen.

[ 15 ] What emanates from the Earth, the Sun, and the Moon resonates together within our astral body. But what emanates from the seven planets resonates within our etheric body. There is a sevenfold influence of the planets on the etheric body, corresponding to the seven tones: prime, second, third, fourth, fifth, sixth, seventh—Saturn, Sun, Moon, Mars, Mercury, Jupiter, Venus. These seven planets resonate within our etheric body. Twelve influences, emanating from the signs of the zodiac, resonate within the physical body. The seer perceives twelve fundamental tones on the Devachan plane. These influence our physical body. Everything that exists in the ego, the astral body, the etheric body, and the physical body resonates in tones.

In das Ich klingt hinein 1 Ton,
in den Astralleib klingen 3 Töne,
in den Ätherleib klingen 7 Töne,
in den physischen Leib klingen 12 Töne.

One tone resonates within the ego,
three tones resonate within the astral body,
seven tones resonate within the etheric body,
and twelve tones resonate within the physical body.

[ 16 ] Das gibt zusammen eine Harmonie oder auch eine Disharmonie.

[ 16 ] Together, these create harmony or disharmony.

[ 17 ] Es gibt einen Ausdruck im Okkultismus: die 12 geht in die 7, das heißt der physische Leib wird immer ähnlicher dem Ätherleib. Klingt der physische Leib richtig, so hört man durch die 12 Töne hindurch die 7 Töne der Sterne. Werdet so, daß die 12 zur 7 wird, daß die 7 Sterne erscheinen, wird den Ephesern gesagt, weil da der physische Leib besonders ausgebildet wird. Sie sollen den Blick wenden zu den 7 Sternen. Wir wissen, daß die Entwickelung des Christentums bedeutet den Übergang von den alten Stammesgemeinschaften zu der geistigen Liebe, daß das Fleischliche vom Geistigen abgelöst werden soll. Diejenigen, welche uns sagen, wie wir vor allen Dingen trachten müssen, daß das Sinnliche, das Elementarische zu seinem Recht kommt, die nannte man damals die Nikolaiten; es waren solche, die stecken bleiben wollten im materiellen Blute; daher die Warnung vor dem Nikolaitismus. Diese Nikolaiten sind jene, die den Untergang herbeiführen werden.

[ 17 ] There is an expression in occultism: “12 becomes 7,” meaning that the physical body becomes increasingly similar to the etheric body. If the physical body resonates correctly, one can hear the 7 tones of the stars through the 12 tones. “Become such that the 12 becomes the 7, so that the 7 stars may appear”—this is what is said to the Ephesians, because there the physical body is particularly developed. They are to turn their gaze toward the 7 stars. We know that the development of Christianity signifies the transition from the old tribal communities to spiritual love, that the physical is to be separated from the spiritual. Those who tell us that, above all else, we must strive to ensure that the sensory and the elemental are given their due—they were called the Nicolaitans in those days; they were those who wanted to remain stuck in the material blood; hence the warning against Nicolaitanism. These Nicolaitans are the ones who will bring about the downfall.

[ 18 ] Ihnen stehen die anderen gegenüber, welche die materielle Entwikkelung überwinden wollen, die das geistige Leben wollen. Der Brief schließt mit dem Symbolum des Lebensbaumes: «Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem verborgenen Manna...» (Apk. 2, 17)

[ 18 ] Opposite them are those who wish to transcend material development, those who seek the spiritual life. The letter concludes with the symbol of the Tree of Life: “Let anyone who has ears listen to what the Spirit says to the churches: To the one who overcomes, I will give some of the hidden manna to eat...” (Rev. 2:17)

[ 19 ] Der zweite Brief ist an die Gemeinde gerichtet, welche im besonderen die Pflege des Ätherleibes sich angelegen lassen sein soll. Der Ätherleib muß allmählich vergeistigt werden zum Lebensgeist. Der Mensch geht jetzt durch Geburt und Tod hindurch; aber später wird dieser Ätherleib Lebensgeist werden; dann wird er den Tod überwunden haben. In der Bergpredigt heißt es: «Selig sind, die da betteln um Geist, denn sie finden durch sich selbst die Reiche der Himmel.» (Vgl. Mt. 5, 3) Die da betteln um Geist, sind selig, das heißt Seele durchdringt ihr Leben. So wie der physische Leib bei den Ephesern sich hinaufentwickelt, so entwickelt sich der Ätherleib bei der zweiten Gemeinde zu dem Seelenleib. Wenn sie streben nach dieser Beseligung, dann werden sie genannt «die Bettler um Geist»; sie betteln um die Beseligung durch die Verlebendigung des Ätherleibes. Das wird angedeutet in den Worten: «Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.» (Apk. 2, 10) Da ist die Entwickelung des Ätherleibes klar und deutlich ausgedrückt.

[ 19 ] The second letter is addressed to the congregation, which should take special care to nurture the etheric body. The etheric body must gradually be spiritualized into the spirit of life. Human beings now pass through birth and death; but later, this etheric body will become the life spirit; then it will have overcome death. The Sermon on the Mount states: “Blessed are those who beg for the Spirit, for they will find the kingdoms of heaven through themselves.” (Cf. Matt. 5:3) Those who beg for the Spirit are blessed; that is to say, the soul permeates their lives. Just as the physical body evolves upward among the Ephesians, so the etheric body evolves into the soul body in the second congregation. When they strive for this spiritualization, they are called “those who beg for the Spirit”; they beg for spiritualization through the enlivening of the etheric body. This is implied in the words: “Be faithful until death, and I will give you the crown of life.” (Rev. 2:10) Here, the development of the etheric body is clearly and unambiguously expressed.

[ 20 ] Eine der größten spirituellen Urkunden ist die Apokalypse. Es gibt kaum große geistige Wahrheiten, deren Bedeutung nicht in der Apokalypse zu finden ist. Nicht ohne Zusammenhang mit der theosophischen Entwickelung steht die Betrachtung der Apokalypse selbst.

[ 20 ] One of the greatest spiritual texts is the Apocalypse. There are hardly any great spiritual truths whose meaning cannot be found in the Apocalypse. The study of the Apocalypse itself is not unrelated to theosophical development.

[ 21 ] Indem wir ein solches Werk verstehen, lassen wir uns in Wirklichkeit befruchten von dem Geiste, der durch Helena Petrowna Blavatsky gesprochen hat. Was die theosophische Bewegung will, muß uns erscheinen wie ein Posaunenton, in die Menschheit hineingesandt. Je mehr wir die Apokalypse verstehen, desto mehr verstehen wir die Aufgabe unserer Bewegung.

[ 21 ] By understanding such a work, we are in fact inspired by the spirit that spoke through Helena Petrovna Blavatsky. What the Theosophical Movement seeks must appear to us like the sound of a trumpet sent out to humanity. The more we understand the Apocalypse, the more we understand the mission of our movement.