From the Pictorial Script
of the Apocalypse of John
GA 104a
15 May 1907, Munich
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
From the Pictorial Script of the Apocalypse of John, tr. SOL
Vierter Vortrag
Fourth Lecture
[ 1 ] Wir haben in unseren Betrachtungen der Apokalypse denjenigen Punkt erreicht, der uns zum sogenannten dritten Brief führt. Dieser dritte Brief stellt uns — ganz im Sinne, wie wir das bei den zwei ersten Briefen gesehen haben — sozusagen das Entwickelungsgeheimnis eines bestimmten geographischen Territoriums dar. Wir müssen, um uns in den folgenden Gedankengang hineinzufinden, nochmals uns kurz vor die Seele rufen, welches die Grundtendenz und das Ziel der Apokalypse ist.
[ 1 ] In our reflections on the Apocalypse, we have reached the point that leads us to what is known as the third letter. This third letter presents to us—just as we saw with the first two letters—the mystery of the development of a specific geographical territory, so to speak. To follow the train of thought that follows, we must once again briefly remind ourselves of the fundamental thrust and purpose of the Book of Revelation.
[ 2 ] Wir haben gesehen, daß die Apokalypse zunächst ein Einweihungsbuch ist, das uns schildert, welche Stufen der einzuweihende Mensch durchzumachen hat, wenn er sich hinaufentwickeln will bis zum höchsten Schauen der geistigen Welt. Wir haben gesehen, daß als erste Stufe anzusehen ist die Erkenntnis des physischen Planes nach allen Seiten, daß er sich dann zu erheben hat zum Astralplan und dann zum Devachanplan. Uns ist klar geworden, daß der Mensch, der sich zum Astralplan erhebt, umgeben ist von einer Welt von Bildern, umgeben ist von Bildern, die gegenüber dem, was wir so in unserer ärmlichen Sprache Bilder nennen, viel wirklicher, viel realer sind als das, was hier vorhanden ist. Diese Bilder, die der Seher erlebt, sind die Grundkräfte der physischen Welt. Aus dieser Bilderwelt ist die physische Welt herausgestaltet. Hat der Mensch sich zum Astralplan durchgearbeitet, dann erhebt er sich zum Devachanplan; dessen Bilderwelt wird durchtönt von den sogenannten Sphärenklängen, die das innere Wesen der Dinge selbst ausmachen. Wenn der Seher sich erhebt vom Astralplan zum Devachanplan, dann hört er zum ersten Male das, was die pythagoreische Schule als «Sphärenmusik» bezeichnete. Nur äußerlich abstrakt drückt sich das in dem aus, was wir höhere Zahlen nennen. Aber was sind die gewöhnlichen Zahlen und Maße, was sind die Zahlen, von denen der Physiker spricht, wenn er die Wellenbewegung findet, wenn er von Schwingungen und Wellenformen redet — was ist das im Vergleich zu dem, was unser Ohr vernimmt, wenn es die Töne selbst hört? Was in den philosophischen Büchern über «Zahlenmystik» steht, ist nichts weiter als ein Lallen; was aber der Pythagoreer meint, ist das, was der Seher wahrnimmt, wenn das geistige Ohr geöffnet ist, wenn es die Klänge hört, die die Wellenbewegung bewirken oder das, was sich in solcher Wellenbewegung ausdrückt. Nicht irgendwo anders ist die devachanische Welt. Sie können an demselben Ort stehenbleiben, und Sie können erleben, daß die physische Welt versinkt und sich mit Farben und Formen belebt - und dann können Sie erleben, daß diese Lichtwelt von Tönen durchdrungen wird.
[ 2 ] We have seen that the Apocalypse is, first and foremost, a book of initiation that describes the stages a person seeking initiation must go through if they wish to evolve upward to the highest level of perception of the spiritual world. We have seen that the first stage is to be regarded as a comprehensive understanding of the physical plane in all its aspects, after which one must ascend to the astral plane and then to the Devachan plane. It has become clear to us that the person who ascends to the astral plane is surrounded by a world of images—images that, compared to what we, in our limited language, call “images,” are far more real and far more tangible than anything that exists here. These images, which the seer experiences, are the fundamental forces of the physical world. The physical world is shaped out of this world of images. Once a person has worked his way up to the astral plane, he ascends to the Devachan plane; its world of images is permeated by the so-called “sphere sounds,” which constitute the inner essence of things themselves. When the seer ascends from the astral plane to the Devachan plane, he hears for the first time what the Pythagorean school called “sphere music.” This is expressed only in an outwardly abstract way in what we call higher numbers. But what are ordinary numbers and measures? What are the numbers the physicist speaks of when he observes wave motion, when he speaks of vibrations and waveforms—what is that compared to what our ear perceives when it hears the sounds themselves? What is written in philosophical books about “numerical mysticism” is nothing more than gibberish; but what the Pythagoreans mean is what the seer perceives when the spiritual ear is open, when it hears the sounds that cause the wave motion or that which is expressed in such wave motion. The Devachanic world is not somewhere else. You can remain standing in the very same place, and you can experience the physical world sinking away and coming alive with colors and forms—and then you can experience this world of light being permeated by sounds.
[ 3 ] Wie die christliche Mystik die devachanische Welt schildert, finden Sie in der Apokalypse beschrieben! Erhebst du dich zu jenem hohen Zustand wie der Diener des Herrn, dann erlebst du zuerst, was auf dem physischen Plan vorgeht. — Das wird uns in gewisser Weise in den sieben Briefen an die sieben Gemeinden geschildert und die Erleuchtung, die wir errungen haben durch die Erkenntnis des physischen Planes, wird in Zeichen gesetzt in den sieben Siegeln. Indem sich der Mensch zum Astralplan erhebt, erlebt er die lichtdurchflutete Bilder- und Formenwelt. Das wird uns gezeigt in dem Bilde, wie der Mann umgeben ist von den vier Tieren und wie das Lamm aus seiner Hand das Buch mit den sieben Siegeln empfängt. Indem diese Bildersiegel entsiegelt werden, tritt uns die astrale Welt entgegen, und die posaunenden Engel bedeuten die Sphärenharmonie auf dem Devachanplan.
[ 3 ] You will find a description of how Christian mysticism portrays the Devachanic world in the Book of Revelation! If you rise to that exalted state, like the servant of the Lord, you will first experience what is taking place on the physical plane. — This is depicted to us, in a certain sense, in the seven letters to the seven churches, and the enlightenment we have attained through our understanding of the physical plane is symbolized in the seven seals. As a person ascends to the astral plane, they experience the world of images and forms bathed in light. This is shown to us in the image of the man surrounded by the four living creatures and of the Lamb receiving the book with the seven seals from his hand. As these pictorial seals are unsealed, the astral world unfolds before us, and the trumpeting angels symbolize the harmony of the spheres on the Devachan plane.
[ 4 ] So tritt Ihnen in der Apokalypse ein Einweihungsbuch entgegen. Ein solches ist aber immer zugleich ein prophetisches Buch und das ist so zu verstehen, daß derjenige, der die Ereignisse des Astral- und Devachanplanes erlebt, zu gleicher Zeit auch Ereignisse der Zukunft erlebt, so daß hier ein tiefes Geheimnis der Zukunft verborgen ist. Was in der Gegenwart auf einem höheren Plan ist, das ist in der Zukunft auf dem physischen Plan. Versetzen Sie sich mit dem Seher gegenwärtig auf den Astralplan, so kann sich der Seher zu dieser Welt nur erheben, wenn ihm das geistige Auge geöffnet ist. Denken Sie sich alles, was Sie auf dem Astralplan erleben, kondensiert, festgeworden wie Wasser zu Eis, dann haben Sie den Zustand, in dem Ihre eigene physische Welt in der nächsten Zukunft sein wird. Was heute astral Gegenwart ist, ist physisch Zukunft, so daß also der Seher den Zukunftszustand der Menschheit heute auf dem astralen Plan sehen kann. Einweihung bedeutet zu gleicher Zeit Eindringen in die Geheimnisse des zukünftigen Geschehens. Also ist die Apokalypse erstens ein Einweihungsbuch und zweitens ein prophetisches Buch. Diese prophetische Weisheit wollen wir nun näher beleuchten und wir wollen sehen, wie sie den Sinn unserer Menschheitsentwickelung erfaßt.
[ 4 ] Thus, the Apocalypse presents itself to you as a book of initiation. Such a book, however, is always at the same time a prophetic book, and this is to be understood in the sense that the one who experiences the events of the astral and devachan planes also experiences events of the future at the same time, so that a profound mystery of the future is hidden here. What exists on a higher plane in the present will exist on the physical plane in the future. If you were to transport yourself with the seer to the astral plane at this moment, the seer could only ascend to that world if his spiritual eye were open. Imagine everything you experience on the astral plane condensed, solidified like water into ice—then you have the state in which your own physical world will be in the near future. What is astral present today is physical future, so the seer can see the future state of humanity today on the astral plane. Initiation means, at the same time, penetrating the mysteries of future events. Thus, the Apocalypse is, first, a book of initiation and, second, a prophetic book. Let us now examine this prophetic wisdom more closely and see how it captures the meaning of humanity’s development.
[ 5 ] Sie haben gehört, daß in der Apokalypse auf recht schlimme Zustände auf unserer Erde hingedeutet wird, auf recht verheerende Zustände. Wir haben gerade die Aufgabe der Theosophie innerhalb unserer Menschheitsentwickelung betrachtet. Sehen wir uns einmal den Zukunftszustand an: Es werden furchtbare, die Erde verwüstende Zustände sein, die Menschen werden in einem moralischen Zustande sein, der den Egoismus auf eine Höhe gelangen lassen wird, wogegen der heutige Zustand ein Kinderspiel ist. Und wie ist es denn — so könnte jemand fragen - in der Zukunft mit den heutigen Seelen? Sollen sie verurteilt sein, in einer niedrigstehenden Menschheit, in einer bösen Rasse sich zu verkörpern? — Das müssen wir mit einem entschiedenen «Nein» beantworten.
[ 5 ] You have heard that the Book of Revelation points to some truly dire conditions on our Earth—truly devastating conditions. We have just considered the role of theosophy within the evolution of humanity. Let us now look at the future: There will be terrible conditions that will devastate the Earth; humanity will be in a moral state that will allow selfishness to reach such heights that today’s situation will seem like child’s play by comparison. And what, then—one might ask—will become of today’s souls in the future? Are they to be condemned to incarnate within a lowly humanity, within an evil race?—We must answer that with a decisive “No.”
[ 6 ] Eine wunderbare Sage schildert uns gerade den Entwickelungszustand der Seele. Die Seele ist in einer anderen Entwickelungslinie als der Leib des Menschen. Den Unterschied zwischen Seelen- und Rassenentwickelung können Sie sich klar machen, wenn Sie auf die Vergangenheit blicken. Die Seelen waren viele Male in der atlantischen Rasse verkörpert; Sie alle waren damals Atlantier. Die Seelen haben sich herausgearbeitet und die Menschenleiber, die stehengeblieben sind, sind in Dekadenz verfallene, im Niedergang begriffene Rassen. Die Seelen verlassen die Rassenkörper und steigen zu höheren Rassen auf. Die Menschenleiber, die mit dem Grundbösen behaftet sind, werden nicht die Seelen in sich haben, die sich bestreben, über den gegenwärtigen Zustand hinaus zu einem höheren aufzurükken. Die Seelen, die ihre Entwickelung durchmachen, die sich über sich selbst erheben, werden sich neue, andersgeartete Körper in der sechsten Grundrasse erarbeitet haben. Aber es gibt etwas, was man in der christlichen Esoterik das Verschmelzen des Menschen mit seiner Rasse nennt. Wenn Sie einen Menschen vor sich haben, der sich sagt: Ich will mich über das, was ich heute zu geben vermag, zu Höherem erheben! — und dagegen einen anderen haben, der da sagt: Ich bleibe in dem leben, was mich heute umschließt! — so ist da ein großer Unterschied. Diejenigen, die nicht hinausstreben aus der heutigen Konfiguration, die verschmelzen mit der Rasse; die werden dazu verurteilt sein, die Leiber der zurückgebliebenen späteren Rassen weiterzuführen.
[ 6 ] A wonderful legend describes precisely the state of the soul’s development. The soul follows a different path of development than the human body. You can understand the difference between the development of the soul and that of a race by looking back at the past. The souls were incarnated many times in the Atlantean race; they were all Atlanteans at that time. The souls have evolved, while the human bodies that have remained behind belong to races that have fallen into decadence and are in decline. The souls leave the racial bodies and ascend to higher races. The human bodies, which are tainted by fundamental evil, will not contain the souls that strive to rise beyond their present state to a higher one. The souls that undergo their development—that rise above themselves—will have earned new, different kinds of bodies in the sixth root race. But there is something that, in Christian esotericism, is called the fusion of the human being with his race. If you have before you a person who says to himself: “I want to rise above what I am capable of giving today to something higher!”—and, in contrast, another who says: “I will remain living within what surrounds me today!”—then there is a great difference. Those who do not strive to transcend the present configuration merge with the race; they will be condemned to carry on the bodies of the later, less developed races.
[ 7 ] Wenn wir zu den großen Führern der Menschheit hinblicken, die deren Pfadfinder sind, so sehen wir so zu ihnen auf, daß sie die Führer sind, die uns den Weg zeigen, auf dem wir herauskommen können aus der Rassenentwickelung, um künftig in Leibern zu wohnen, die eine größere Vollkommenheit haben. Die Tatsache nun, daß der Mensch sagen kann: Ich will stehenbleiben! — wird ausgedrückt in der Sage, die seit langer Zeit lebt und die verschiedensten Erklärungen gefunden hat, die aber auch nur durch die Theosophie ihre Klärung finden kann. Denken Sie sich den Pfadfinder, den wir den Christus Jesus nennen, der hinweist auf jenen Punkt, den wir in der Apokalypse eben besprochen haben und auf den er am meisten hindeutet: auf die Stelle, in der er spricht von dem Überwinden des Todes. — Wenn Sie eine Menschenseele am Wege sitzend finden, die nichts davon wissen will — was tut die? Sie muß immer wieder und wieder geboren werden in der Rasse, weil sie abgewiesen hat den Fingerzeig des Erlösers. — Diese Tragik drückt sich in der Ahasversage aus; Ahasver, der ewige Jude, hat sich sein Schicksal geschaffen, weil er den Erlöser von sich gewiesen hat.
[ 7 ] When we look to the great leaders of humanity—who are its pathfinders—we look up to them as the guides who show us the way by which we can emerge from the process of racial evolution to dwell in the future in bodies of greater perfection. The fact that human beings can say, “I want to stop!” is expressed in the legend that has been around for a long time and has been subject to a wide variety of interpretations, but which can only be clarified through theosophy. Imagine the Pathfinder whom we call Jesus Christ, who points to that very point we have just discussed in the Book of Revelation and to which he points most emphatically: the passage in which he speaks of overcoming death. — If you find a human soul sitting by the wayside, unwilling to know anything of this—what does it do? It must be born again and again into the human race because it has rejected the Savior’s guidance. — This tragedy is expressed in the legend of Ahasver; Ahasver, the eternal Jew, has brought his fate upon himself because he has rejected the Savior.
[ 8 ] Wir müssen also unterscheiden zwischen der Entwickelung der Seele und der Entwickelung der Rasse, und dargestellt wird uns, wie die Seelen immer höher und höher steigen — dargestellt wird uns aber auch, wie die Rassen immer tiefer und tiefer sinken, in furchtbarer Weise. |
[ 8 ] We must therefore distinguish between the evolution of the soul and the evolution of the race, and we are shown how souls rise higher and higher—but we are also shown how races sink lower and lower, in a terrible way. |
[ 9 ] Nun haben wir auseinandergesetzt, wie uns die Entwickelung der Gegenwart in den sieben Briefen geschildert wird. Wir denken uns die Briefe so, daß sie an sieben Gemeinden unseres Erdkreises gerichtet sind.
[ 9 ] We have now examined how the present-day developments are described to us in the seven letters. We can think of the letters as being addressed to seven congregations around the world.
[ 10 ] Wenn wir unsere Erde in sieben Kreise geographisch einteilen, so ist an Jeden ein Brief gerichtet. Das erste Territorium ist ein solches, in dem der heutige Erdenmensch besonders arbeitet, um seinen physischen Leib zur Vollkommenheit zu bringen, damit er höher gestaltet werde. Das zweite ist eines, wo der Ätherleib, und das dritte, wo der Astralleib besonders gepflegt wird. So haben Sie bei den Territorien in dem einen Teil das eine, in dem andern das andere zu suchen. Denken Sie sich diese Gebiete auf die Erde verteilt. Was wir verschiedene Völker nennen, hegt und pflegt im besonderen verschiedene Teile; ein Volk besonders den physischen Teil, ein anderes einen anderen. Wir haben aber erwähnt, daß es nicht zutrifft, wenn jemand sagt, daß dort nur der Astralleib, dort nur der physische Leib gepflegt wird. In den verschiedenen Inkarnationen müssen wir mit unseren Seelen hintereinander durchmachen, was für die einzelnen Gebiete gilt, und die sieben Briefe sind so an jeden Menschen gerichtet, indem er die sieben Stufen der Entwickelung durchmachen muß. Der an die Gemeinde von Ephesus ist an das Territorium gerichtet, wo besonders der physische Leib seine Pflege findet, und einzelne Worte charakterisieren wunderbar gerade diese Weise. Der dritte Brief an die Pergamer geht an das Gebiet, wo der Astralleib besonders gepflegt wird.
[ 10 ] If we divide our Earth geographically into seven circles, each one corresponds to a specific letter. The first territory is one in which modern human beings work especially hard to bring their physical bodies to perfection so that they may be elevated to a higher form. The second is one where the etheric body is nurtured, and the third, where the astral body is nurtured. Thus, among the territories, you must seek one aspect in one part and another in the other. Imagine these regions distributed across the Earth. What we call different peoples each nurture and care for different parts in particular; one people focuses especially on the physical aspect, another on a different one. However, we have mentioned that it is not true when someone says that only the astral body is nurtured in one place, or only the physical body in another. In our various incarnations, we must, with our souls, successively undergo what applies to the individual regions, and the seven letters are thus addressed to every human being, as each must pass through the seven stages of development. The letter to the church in Ephesus is addressed to the realm where the physical body in particular is nurtured, and certain words wonderfully characterize this very aspect. The third letter to the church in Pergamum is addressed to the realm where the astral body is particularly nurtured.
[ 11 ] Halten wir verschiedene einzelne Tatsachen, die wir im Laufe der Zeit gefunden haben, aneinander. Die Entwickelung des Menschen geht so vor sich, daß das Ich hinunterarbeitet in den Astralleib, ihn durchgeistigt, und daß wir denjenigen Teil, den wir von dem Ich aus bearbeiten, mit den Worten «Geistselbst» oder «Manas» bezeichnen. Den «Astralleib pflegen» heißt also, Manas hineinarbeiten. So viel Sie ihren Astralleib gepflegt haben, so viel haben Sie Manas hineingearbeitet. In der christlichen Esoterik ist mit dem Worte Manna dasselbe wie Manas gemeint, und was in der Bibel mit Manna angedeutet wird, ist das, wo wir von dem Einfließen der manasischen Natur sprechen. |
[ 11 ] Let us bring together various individual facts that we have discovered over time. Human development proceeds in such a way that the “I” works its way down into the astral body, spiritualizing it, and that we refer to the part we work on from the “I” as the “spiritual self” or “Manas.” “Cultivating the astral body,” therefore, means working Manas into it. To the extent that you have cultivated your astral body, to that extent have you worked Manas into it. In Christian esotericism, the word “manna” refers to the same thing as “Manas,” and what is alluded to in the Bible as “manna” is precisely what we mean when we speak of the inflow of the Manasic nature. |
[ 12 ] Lesen wir einmal im dritten Brief: «Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem verborgnen Manna.» (Apk. 2, 17) Das ist also deutlich angegeben; und. wir haben auch bei jedem Brief die Kehrseite angedeutet, daß derjenige, der diese Entwickelung nicht durchmacht, den Leib hinunterbringt, ihn in Niedergang bringt. In der christlichen Esoterik wird das Niedergehen des Astralleibes sogar in einer sehr radikalen Weise angedeutet.
[ 12 ] Let us read from the third letter: “He who has ears, let him hear what the Spirit says to the churches: To him who overcomes, I will give him to eat of the hidden manna.” (Rev. 2:17) So this is clearly stated; and in each letter, we have also indicated the flip side—that whoever does not undergo this development brings the body down, leading it into decline. In Christian esotericism, the decline of the astral body is even indicated in a very radical way.
[ 13 ] In der lemurischen Zeit ist das höhere Seelische in die drei menschlichen Glieder hinuntergestiegen. Erinnern Sie sich auch daran, daß damals die äußere Menschennatur auf einer Stufe war ungefähr etwas höher als unsere heutigen höchsten Tiere. Der Mensch hat von dieser Zeit an immer an der Ausgestaltung seines Astralleibes gearbeitet, da die Seele auf diesen Leib angewiesen war, der, als die Seele zuerst in ihn hineingetreten ist, fast auf der Stufe der Tierheit war. Gerade darin besteht der Fortschritt der Menschheit, daß sie an dem Astralleib arbeitet, daß sie die tierischen Affekte und Triebe läutert.
[ 13 ] During the Lemurian epoch, the higher soul-principle descended into the three human members. Remember, too, that at that time, human nature was at a level roughly slightly higher than that of our most advanced animals today. From that time on, human beings have continually worked on developing their astral body, since the soul was dependent on this body, which, when the soul first entered it, was almost at the level of animality. The progress of humanity consists precisely in this: that it works on the astral body, purifying the animalistic emotions and instincts.
[ 14 ] Nehmen wir einmal das Gegenteil an; dann ist nicht die Folge, daß der Astralleib stehenbleibt, sondern daß er heruntersinkt in einen tieferen Zustand, als er dazumal war, und das Vernachlässigen wird dargestellt als die Anfechtungen des Satans. «Satan» ist für den christlichen Esoteriker eine Wesenheit, die ihn verführt, seinen Astralleib nicht höher-, sondern herunterzubringen. Wenn uns der Apokalyptiker die Kehrseite schildern will, so wird er sagen: Wenn ihr den Astralleib entwickelt, so genießt ihr von dem himmlischen Manna; es gibt aber auch Territorien, die den Astralleib nicht pflegen, — die erleiden die Anfechtungen des Satans. Dieses Herunterziehen des Astralleibes beschreibt er: «Ich weiß, was du tust, und wo du wohnest, da des Satans Stuhl ist.» (Apk. 2, 13)
[ 14 ] Let us assume the opposite for a moment; then the result is not that the astral body remains stationary, but that it sinks into a state deeper than it was at that time, and this neglect is portrayed as the temptations of Satan. For the Christian esotericist, “Satan” is a being who tempts him not to elevate his astral body, but to bring it down. If the apocalyptic writer wishes to describe the flip side, he will say: If you develop the astral body, you will partake of the heavenly manna; but there are also realms that do not nurture the astral body—they suffer the temptations of Satan. He describes this pulling down of the astral body as follows: “I know what you are doing, and where you live—where Satan’s throne is.” (Rev. 2:13)
[ 15 ] Ebenso ist der vierte Brief - an die Gemeinde von Thyatira- an das Gebiet gerichtet, wo das Persönlichkeitsgefühl der Menschheit zur Darstellung kommt. Dieses «Ich» spielt bei all denen, die die Menschennatur herunterführen wollen, eine große Rolle. In der mitteleuropäischen Esoterik insbesondere wird das Ich überhaupt als der Mittelpunkt, als das eigentlich Aktive und Arbeitende des Menschen dargestellt. Der Mensch ist gleichsam wie ein Zusammenfluß von Kräften, die zusammenfließen in seinen Astralleib, Ätherleib und physischen Leib, und das Ich wird dargestellt als dasjenige, was an diesen drei Gliedern arbeitet. In der germanischen Mythe wird das dargestellt durch den Baum, der die Weltesche ist, das Symbolum für die dreigliedrige Menschennatur. Der Mittelpunkt für diese dreigliedrige Menschennatur ist das Ich; indem es sich eingegliedert hat, trägt es den ganzen Baum des menschlichen Werdens und Wachsens. «Ygg» ist die alte Form des Werdens und Wachsens. Das finden Sie in den alten Sprachformen als Bezeichnung für das, was eingegliedert ist. Die Weltesche heißt «Yggdrasil». Yggdrasil heißt das «tragende Ich» und der Name des Gottes, der mit der Ich-Bildung zusammenhängt, ist ebenfalls von daher genommen. Im Laufe der Entwickelung hat der Mensch zuerst das Atemeinziehen gelernt; das hängt zusammen im Hebräischen mit dem Wort «Jehova». In der altdeutschen Sprache entspricht das dem Odin, der ein Windgott ist, der im Sturm dahinrast. «Jach» (Jahve) ist der «Wehende», und wenn wir von Wotan und seinem Heer sprechen, das im Sturme dahinsaust, so sprechen wir von dem Odem, der für die Ich-Werdung nötig war. In der christlichen Esoterik wird überhaupt auf dieses Wort, als den Namen für das Ewige in der Menschennatur, ein ganz besonderer Wert gelegt, und es wird daher dargestellt als das, was die übrigen Leiber trägt, was ihren Mittelpunkt bildet. Bringen Sie sich in der deutschen Übersetzung nur eine Stelle vor die Seele: «Und er soll sie weiden mit einem eisernen Stabe, und wie eines Töpfers Gefäß soll er sie zerschmeißen, wie ich von meinem Vater empfangen habe und will ihm geben den Morgenstern.» (Apk. 2, 27 und 28) Dieses «Ich» bedeutet dasselbe, was den eigenen Namen des Christus Jesus bedeutet, wo hier fast in jedem Satze das Wort Ich wiederkehrt, um anzudeuten, daß es das Ewige in der Menschennatur ist. So könnten Sie überall sehen, daß das gemeint ist, was ich gesagt habe.
[ 15 ] Similarly, the fourth letter—to the church in Thyatira—is addressed to the realm where humanity’s sense of self is expressed. This “I” plays a major role for all those who seek to degrade human nature. In Central European esotericism in particular, the “I” is generally portrayed as the center, as the truly active and working force within the human being. The human being is, as it were, a confluence of forces that converge in his astral body, etheric body, and physical body, and the “I” is depicted as that which works within these three members. In Germanic mythology, this is represented by the tree, which is the World Ash, the symbol of the threefold human nature. The center of this threefold human nature is the “I”; by integrating itself, it sustains the entire tree of human becoming and growth. “Ygg” is the ancient term for becoming and growth. You find this in ancient linguistic forms as a designation for that which is integrated. The World Ash is called “Yggdrasil.” Yggdrasil means the “supporting ‘I,’” and the name of the god associated with the formation of the “I” is also derived from this. In the course of evolution, human beings first learned to inhale; which is connected in Hebrew to the word “Jehovah.” In Old High German, this corresponds to Odin, who is a god of the wind who races through the storm. “Jach” (Yahweh) is “the One Who Blows,” and when we speak of Wotan and his army rushing through the storm, we are speaking of the breath that was necessary for the formation of the “I.” In Christian esotericism, this word—as the name for the eternal aspect of human nature—is accorded a very special significance, and it is therefore depicted as that which sustains the other bodies, forming their center. Just bring one passage from the German translation to mind: “And he shall shepherd them with an iron rod, and as a potter’s vessel shall he shatter them, just as I have received from my Father, and I will give him the Morning Star.” (Rev. 2:27–28) This “I” signifies the same thing as the proper name of Christ Jesus, where the word “I” recurs in almost every sentence to indicate that it is the Eternal One within human nature. Thus, you can see throughout that this is precisely what I have said.
[ 16 ] Ich will nur noch eine ganz besondere Stelle anführen. Der sechste Brief müßte an die Gemeinde gerichtet sein, wo ganz besonders die Budhi gepflegt wird. Was heißt das? Wird Manas ganz besonders gepflegt und ist der Mensch ein Wissender geworden, dann wird das, was er bisher weiß, übergehen in sein lebendiges Gefühl; das wird ihm selbstverständliche Empfindung, wird ihm Leidenschaft. Sehen Sie ein, daß das Rechte geschehen soll, daß das Rechte leben soll, sehen Sie ein, daß die Menschheit nicht leben kann ohne das Schöne und Gute, so sind Sie auf dem Wege zur Entwickelung von Budhi. Ist das Höhere Ihre zweite Natur geworden, ist Ihre Seele ganz durchdrungen von dem Enthusiasmus für das Schöne und Wahre, so sind Sie auf dem Weg zur Budhi. Budhi nimmt ihre Substanz aus dem Gefühl und Atma aus dem Willen. Und wenn die Menschheit einmal dahin gelangt sein wird, den Enthusiasmus für das Gute verwirklicht zu haben, dann wird das eingetreten sein, was man die christliche Bruderschaftsidee nennt. Dieses sechste Territorium kann nur seinen Namen bekommen von der Bruderschaftsidee, und «Philadelphia» ist die Stadt der Bruderliebe. Nehmen Sie die betreffende Stelle, so lesen Sie, daß diese Stadt so geschildert wird: «Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft, und hast mein Wort behalten, und hast meinen Namen nicht verleugnet.» (Apk. 3, 8) Sie hat den Namen nicht verleugnet, der aus den Bruderpflichten kommt.
[ 16 ] I would like to cite just one more very special passage. The sixth letter must be addressed to the community where the Budhi is cultivated in a very special way. What does that mean? When Manas is cultivated in a very special way and a person has become a knower, then what he has known up to that point will flow into his living feeling; it will become a natural sensation for him, it will become his passion. If you realize that what is right must happen, that what is right must live, if you realize that humanity cannot live without beauty and goodness, then you are on the path to the development of Budhi. If the Higher has become your second nature, if your soul is completely imbued with enthusiasm for the Beautiful and the True, then you are on the path to Budhi. Budhi draws its substance from feeling, and Atma from the will. And once humanity has reached the point of having realized enthusiasm for the Good, then what is called the Christian ideal of brotherhood will have come to pass. This sixth territory can only derive its name from the idea of brotherhood, and “Philadelphia” is the city of brotherly love. If you look up the relevant passage, you will read that this city is described as follows: “I know your works. Behold, I have set before you an open door, and no one can shut it; for you have little strength, and you have kept My word, and have not denied My name.” (Rev. 3:8) It has not denied the name that comes from the duties of brotherhood.
[ 17 ] Das Siebente ist hergenommen aus dem Atma, dem Atem des Menschen. Wenn der Mensch so weit gekommen sein wird wie der Atemzug, wenn das Ich bis zum physischen Leibe heruntergearbeitet hat — vielleicht wissen Sie, daß das in der christlichen Esoterik mit dem Worte «Amen» bezeichnet wird -, so wird der Esoteriker, wenn er davon sprechen will, hinweisen auf das Amen: «Und dem Engel der Gemeinde zu Laodicea schreibe: Das saget Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes.» (Apk. 3, 14)
[ 17 ] The Seventh is derived from the Atma, the breath of man. When a person has progressed as far as the breath, when the “I” has worked its way down to the physical body—perhaps you know that in Christian esotericism this is designated by the word “Amen”—then the esotericist, when speaking of it, will refer to the Amen: “And to the angel of the church in Laodicea write: Thus says Amen, the faithful and true Witness, the Beginning of God’s creation.” (Rev. 3:14)
[ 18 ] Ich habe nur einzelne Worte herausgreifen können; könnten wir alles besprechen, so würde das Ihnen zeigen, daß wir in den sieben Briefen Botschaften haben an Gebiete unserer Jetztzeit.
[ 18 ] I was only able to pick out a few words; if we could discuss everything, it would show you that the seven letters contain messages relevant to our present time.
[ 19 ] Gehen wir nun von der Vergangenheit in die Zukunft. Fragen wir uns: Wie denkt sich der Apokalyptiker die Zukunft? Der Apokalyptiker sagt ganz in dem Stil: Was du heute auf dem Astralplan sehen kannst, ist nichts anderes als die Gestaltung der physischen Menschenzukunft; schaue also, was auf dem Astralplan ist, und du wirst die Zukunft der Menschheit erleben. Es gibt keine Zukunft, die nicht aus der Gegenwart hervorgeht. — Sie wissen, daß der Mensch eingehüllt ist in einen Astralleib, der diesen physischen Leib durchtränkt, und daß in ihm Sinnesorgane liegen, die ganz andere sind als die Sinnesorgane im physischen Leibe. Sie wissen, wir sprechen da von den Lotusblumen oder Rädern. Das, was heute der Mensch als solche astralen Sinne entwickeln kann, wird der menschliche physische Leib in der Zukunft als physische Sinne haben. Das Astrale ist auf dem Weg, physisch zu werden. Wodurch bildet nun der heutige Mensch jene Zukunftsorgane aus, die heute erst astral sind? — Durch das, was er heute auf dem physischen Plane im Sinne des Wahren, Schönen und Guten arbeitet. Arbeit und Tat von heute ist die Grundlage von Organen in der Zukunft. — Es gab eine Zeit, da hatten die Menschen noch keine Augen; da konnten sie nicht Licht und Farbe wahrnehmen. Augen erlangte der Mensch durch seine damalige Tätigkeit - er hatte damals andere Organe -; dadurch, daß er sich dem Licht zuwandte, arbeitete er seine Augen aus. Tat in der Gegenwart ist Schicksal in der Zukunft; die Taten in der Vergangenheit waren so, daß die Augen hervorgegangen sind, und aus Ihren heutigen Taten gehen Ihnen die Sinnesorgane der Zukunft hervor. Ein Mensch, der im Sinne des Wahren, Schönen und Guten tätig ist, wird in der Zukunft normale Organe haben; wenn er dem Wahren, Schönen und Guten widerstrebt, wird er verkrüppelte Organe in der Zukunft haben. Unmöglich ist es auszulöschen, was wir in der Gegenwart tun. Eine Tat, die in der Gegenwart angelegt ist, um in der Zukunft herauszutreten, nennt die christliche Esoterik «versiegelt». Man spricht im Sinne der christlichen Esoterik: Du hast heute ein Auge, das war damals nicht vorhanden; du tatest aber dieses und jenes; dein Auge war «versiegelt», jetzt ist es «entsiegelt», dein Auge ist das Entsiegelte deiner Taten der Vergangenheit. — Jetzt haben wir die Versiegelung dessen, was in der Zukunft auf dem physischen Plan entsiegelt werden wird. Wer nur den physischen Plan anschaut, für den ist die Entwickelung ein Buch mit sieben Siegeln. Wer auf den Astralplan hinschaut, dem zeigen sich schon als Anlage alle künftigen Organe; ihm schließen sich die Organe als Bilder auf. Da würde der Esoteriker sagen: Siehst du hin auf den Mittelpunkt, der als Lamm bezeichnet wird, so gibt dir das Lamm das Buch in die Hand, und das Buch entsiegelt sich so, daß das, was in der Zukunft Gestalt haben wird, nur in Bildern ausgedrückt werden kann. Daher wird Stück für Stück von dem, was eintreten kann, durch Bilder ausgedrückt. Im ersten Siegel wird durch ein Pferd bildlich ein Zukunftszustand ausgedrückt, ein weiterer durch das zweite Pferd und so weiter. Wir wollen, um uns den Sinn zu enträtseln, eines herausgreifen — sagen wir das dritte Pferd, also das Bild, das erscheint, wenn das dritte Siegel gelöst wird. Das stellt sich uns so dar: «Und da es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Tier sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand.» (Apk. 6, 5)
[ 19 ] Let us now move from the past to the future. Let us ask ourselves: How does the apocalyptic thinker envision the future? The apocalyptic thinker says, in this vein: What you can see today on the astral plane is nothing other than the shaping of humanity’s physical future; so look at what is on the astral plane, and you will experience the future of humanity. There is no future that does not emerge from the present. — You know that human beings are enveloped in an astral body that permeates this physical body, and that within it lie sense organs that are entirely different from the sense organs in the physical body. You know we are speaking here of the lotus flowers or wheels. What human beings can develop today as such astral senses, the human physical body will possess as physical senses in the future. The astral is on its way to becoming physical. How, then, does the human being of today form those future organs that are astral only today? — Through the work they do today on the physical plane in the spirit of truth, beauty, and goodness. Today’s work and actions form the foundation for the organs of the future. — There was a time when human beings did not yet have eyes; they could not perceive light or color. Human beings acquired eyes through their activities at that time—they had different organs back then—; by turning toward the light, they developed their eyes. Action in the present is destiny in the future; the actions of the past were such that eyes came into being, and from your actions today will arise the sense organs of the future. A person who acts in accordance with the True, the Beautiful, and the Good will have normal organs in the future; if they resist the True, the Beautiful, and the Good, they will have deformed organs in the future. It is impossible to erase what we do in the present. An action laid down in the present to manifest in the future is called “sealed” in Christian esotericism. In the context of Christian esotericism, one says: You have an eye today that did not exist back then; but you did this and that; your eye was “sealed,” now it is “unsealed”—your eye is the unsealed result of your past deeds. — Now we have the sealing of that which will be unsealed in the future on the physical plane. For those who look only at the physical plane, evolution is a book sealed with seven seals. To those who look toward the astral plane, all future organs are already revealed as potential; the organs unfold before them as images. Here the esotericist would say: If you look toward the center, which is called the Lamb, the Lamb will place the book into your hand, and the book will unseal itself in such a way that what will take shape in the future can only be expressed in images. Therefore, what may come to pass is expressed, piece by piece, through images. In the first seal, a future state is symbolically expressed by a horse; another by the second horse, and so on. To unravel the meaning, let us single out one—say, the third horse—that is, the image that appears when the third seal is broken. This is how it is presented to us: “And when he opened the third seal, I heard the third living creature say, ‘Come!’ And I looked, and behold, a black horse. And the one sitting on it had a pair of scales in his hand.” (Rev. 6:5)
[ 20 ] Was heißt das? Das heißt, es wird im Bilde ein Zukunftszustand der Menschen dargestellt, der hervorgeht aus der Entwickelung des dritten Gliedes der menschlichen Natur, des Astralleibes, wo also das Ich an diesem Astralleib arbeitet und ihn läutert. Der ungeläuterte Astralleib ist der, der nur sich kennt, dem alles das ein Antipathisches ist, was ihm nicht gehört, und der geläuterte ist der, dem alles mit der rechten Waage erteilt sein soll. Läutern wir den Astralleib in der richtigen Weise, so kommen wir dazu, daß ein Organ sich ausbilden wird, das bildlich ausgedrückt wird dadurch, daß ein Reiter mit der Waage dargestellt wird. Aus seinen gerechten Taten der Gegenwart wird dem Menschen ein Astralorgan erwachsen, und das ist hier bildlich ausgedrückt. So könnten wir die andern Bilder ebenfalls durchgehen und wir würden sehen, wie wenig zutreffend die landläufige Erklärung ist.
[ 20 ] What does that mean? It means that the image depicts a future state of humanity that arises from the development of the third component of human nature—the astral body—where the “I” works on this astral body and purifies it. The unpurified astral body is one that knows only itself, for which everything that does not belong to it is repulsive, and the purified one is the one to which everything is to be granted with the proper balance. If we purify the astral body in the proper way, we will come to the point where an organ will develop, which is symbolically represented by the image of a rider holding a scale. From a person’s righteous deeds in the present, an astral organ will develop, and this is depicted here figuratively. We could go through the other images in the same way and would see how inaccurate the common explanation is.
[ 21 ] Bei der Eröffnung des fünften Siegels wird uns etwas Bedeutendes gesagt: «Und da es das fünfte Siegel auftat, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die erwürget waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten.» (Apk. 6, 9) — Was geschieht mit einer Seele, die sich zur fünften Stufe hin entwickelt? Sie wird in ihrer niederen Seele gewürgt; was dem Menschen an Unreinem anhaftet, wird abgetan, und die Seele erscheint hierbei im Gewand der Unschuld: «Und ihnen wurde gegeben einem jeglichen ein weißes Kleid...» (Apk. 6, 11) Die Seele ist weiß, ist unschuldig geworden, wenn sie sich zu der fünften Stufe hinaufentwickelt hat.
[ 21 ] When the fifth seal is opened, we are told something significant: “And when he opened the fifth seal, I saw under the altar the souls of those who had been slain for the word of God and for the testimony they had borne.” (Rev. 6:9) — What happens to a soul that is developing toward the fifth stage? It is slain in its lower soul; whatever impurity clings to the human being is cast off, and the soul thus appears clothed in innocence: “And to each of them was given a white robe...” (Rev. 6:11) The soul is white—it has become innocent—when it has developed up to the fifth stage.
[ 22 ] Wenn wir noch weiter hinaufsteigen, würden wir dahin kommen, wo die astralen Bilder übergehen zu dem Devachanischen, zum Ertönen der Posaunen. Die Ahasver-Menschen bilden die eine Gruppe der Menschheit; die andern werden solche sein, die einziehen können in andere Wesenheiten. Nun wird es uns als selbstverständlich erscheinen, wie das, was zurückgeblieben ist, als abstoßende Bilder geschildert werden muß. Während die Seelen, die sich weiterentwikkelt haben, die Posaunen hören, werden die andern auf dem Höhepunkt der egoistischen Entwickelung angelangt sein. Die Vorangeschrittenen, die ihre Seele entwickelt haben, werden so leben wie heute hohe Eingeweihte.
[ 22 ] If we were to ascend even further, we would reach the point where the astral images give way to the Devachanic realm, to the sounding of the trumpets. The Ahasver people constitute one group of humanity; the others will be those who are able to enter into other beings. Now it will seem self-evident to us that what has been left behind must be described as repulsive images. While the souls that have developed further hear the trumpets, the others will have reached the pinnacle of egoistic development. The advanced ones, who have developed their souls, will live as high initiates do today.
[ 23 ] Ich habe Ihnen gesagt, daß der Eingeweihte verschiedene Stufen durchzumachen hat, daß er nicht nur von dem Astralleib etwas umzugestalten hat, sondern auch von dem Ätherleib und sogar etwas von dem physischen Leib. Früher wurde der Eingeweihte dreieinhalb Tage hindurch so gehalten, daß sein Ätherleib außerhalb des physischen Leibes war und der physische Leib wie tot dalag; dann wurde der Ätherleib von dem Hierophanten durch die höhere Welt geleitet.
[ 23 ] I have told you that the initiate must pass through various stages, that he must transform not only the astral body to some extent, but also the etheric body and even, to some extent, the physical body. In the past, the initiate was kept in a state for three and a half days in which his etheric body was outside his physical body and the physical body lay as if dead; then the etheric body was guided through the higher world by the hierophant.
[ 24 ] Was der Eingeweihte der Gegenwart erlebt, wird uns der Apokalyptiker auch als etwas schildern, das ähnlich ist dem Einweihungsvorgang in den dreieinhalb Tagen. Erinnern Sie sich, daß es tatsächlich eine Stelle in der Apokalypse gibt, wo es heißt, daß zwei Zeugen der Gottheit auftreten, welche dreieinhalb Tage wie tot lagen und dann wiederum lebendig wurden. «Und die auf Erden wohnen, werden sich freuen über sie und wohlleben und Geschenke untereinander senden; denn diese zwei Propheten quälten die auf Erden wohnten. Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel über die, so sie sahen.» (Apk. 11, 10 u. 11) Das sind zwei außer dem Menschenführer, die von den Menschen gesehen werden konnten. Hier haben Sie einen Einweihungsvorgang geschildert. Sie sehen, wie alles stimmt.
[ 24 ] What the initiate experiences in the present, the apocalyptic writer will also describe to us as something similar to the initiation process that takes place over three and a half days. Remember that there is indeed a passage in the Apocalypse where it says that two witnesses of the Deity appear, who lay as if dead for three and a half days and then came back to life. “And those who dwell on the earth will rejoice over them and make merry and send gifts to one another; for these two prophets had tormented those who dwell on the earth. And after three and a half days, the Spirit of Life from God entered them, and they stood on their feet; and great fear fell upon those who saw them.” (Rev. 11:10–11) These are two—aside from the human leader—who could be seen by people. Here, you have described an initiation process. You can see how everything fits together.
[ 25 ] Nun noch eine Tatsache, die Ihnen zeigen wird, wie tief der Apokalyptiker in die Welten-Mysterien eingedrungen ist. Das kann ich Ihnen am besten zeigen, wenn ich Ihnen die Goldene Legende anführe, die besonders in der christlichen Esoterik eine große Rolle spielt.
[ 25 ] Now, here is another fact that will show you how deeply the apocalyptic thinker has penetrated the mysteries of the world. The best way for me to illustrate this is by referring to the Golden Legend, which plays a particularly significant role in Christian esotericism.
[ 26 ] Da wird uns erzählt, daß Seth in der Lage war, nach dem Paradies hinzuwandern, daß er von dem Cherub mit dem wirbelnden Schwert vorbeigelassen wurde und in das Paradies eintrat. Dort erlebte er eine Erscheinung, daß die zwei Bäume — der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis — mit ihren Kronen zusammengewachsen waren. Von diesem zusammengewachsenen Baum nahm Seth ein Samenkorn, und dies legte er seinem Vater Adam, als er gestorben war, in den Mund; daraus wuchs ein Baum heraus, der drei Stämme hatte, und die drei Stämme lieferten das Holz zu verschiedenem. Besonders wichtig aber ist, daß Seth sehen konnte, wie sich in den Zweigen eine Art von Flammenschrift bildete; da standen die Worte: «Ejeh, Ascher, Ejeh», die da heißen: «Ich bin, der da war, der da ist, der da sein wird.» Das Holz dieses Baumes wurde dann verwendet zu dem Stab, mit dem Moses seine Wundertaten verrichtete, das Holz wurde verwendet zu dem Aufbau des Salomonischen Tempels, dann zu einer Brücke über den Teich Bethesda, über die der Christus Jesus ging, und endlich wurde daraus auch das Holz zum Kreuze gezimmert. Was bedeuten überhaupt die zwei Symbole, der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis? Was bedeutet ihre Verschlingung? Was bedeutet der Baum, aus dem selbst das Kreuz noch gemacht wird?
[ 26 ] We are told that Seth was able to journey to Paradise, that he was allowed to pass by the cherub with the whirling sword, and that he entered Paradise. There he witnessed a vision in which the two trees—the Tree of Life and the Tree of Knowledge—had grown together at their crowns. From this fused tree, Seth took a seed, which he placed in the mouth of his father Adam after he had died; from it grew a tree with three trunks, and the three trunks provided wood for various purposes. Of particular importance, however, is that Seth could see a kind of fiery script forming in the branches; there were the words: “Ejeh, Ascher, Ejeh,” which mean: “I am who was, who is, and who will be.” The wood of this tree was then used for the staff with which Moses performed his miracles; the wood was used in the construction of Solomon’s Temple; then for a bridge over the Pool of Bethesda, across which Jesus Christ walked; and finally, the wood was also used to construct the cross. What do the two symbols—the Tree of Life and the Tree of Knowledge—actually mean? What does their intertwining signify? What does the tree signify, from which even the cross itself is made?
[ 27 ] Daß Seth eintreten konnte in das Paradies, heißt nichts anderes, als daß er zu einem Eingeweihten gemacht wurde, daß er in die Geheimnisse eindringen konnte, die für die andern verschlossen waren. Und nun fragen wir uns: Was bedeuten die Bäume, die er gesehen hat? Das ist das, was sich in jeder Menschennatur findet, was bei jedem Einzelnen vorhanden ist.
[ 27 ] The fact that Seth was able to enter Paradise means nothing other than that he was made an initiate, that he was able to penetrate the mysteries that were closed to others. And now we ask ourselves: What do the trees he saw signify? This is what is found in every human nature, what is present in every individual.
[ 28 ] Wodurch ist der Mensch ein Erkennender geworden? Das hängt zusammen mit der Einatmung der Luft durch die Lungen, wo das verbrauchte blaue Blut zum roten Blut verwandelt wird. Dadurch konnte er den Odem Gottes in sich aufnehmen. Das ist seine IchWerdung: unter dem Einströmen des Odems Gottes, wodurch der Mensch eine erkennende Seele wurde. Ein wirklicher Baum ist im Menschen eingegliedert, den Sie heute noch sehen können, wenn Sie den Menschen erforschen: der Blutbaum, den Sie sehen können in der Hauptschlagader und der sich über den ganzen Menschen verästelt. Kein Wesen in der Welt kann ein erkennendes Wesen werden, wenn es nicht wie der Mensch aus der Luft den Sauerstoff aufnehmen kann, der notwendig ist, um rotes Blut zu bilden, so daß der Mensch durch das rote Blut den Erkenntnisbaum in sich aufnehmen kann.
[ 28 ] How did human beings become beings capable of cognition? This is connected with the inhalation of air through the lungs, where the deoxygenated blue blood is transformed into oxygenated red blood. Through this process, human beings were able to take in the breath of God. This is the formation of the “I”: under the inflow of the breath of God, through which human beings became souls capable of cognition. A real tree is integrated into the human being, which you can still see today if you study the human being: the blood tree, which you can see in the aorta and which branches out throughout the entire human being. No being in the world can become a knowing being unless, like the human being, it can absorb the oxygen from the air that is necessary to form red blood, so that through the red blood the human being can take in the tree of knowledge within itself.
[ 29 ] Der andere Baum der blauen Blutadern ist in bezug auf die Herrschaftsausübung dem Menschen entrissen. Er enthält das verbrauchte blaue Blut, das ein Todesstoff ist. Bevor der Mensch heruntergestiegen ist aus dem Schoße der Gottheit, war das der Baum des Lebens. Dadurch, daß der Mensch ein irdisches Wesen geworden ist, teilte er sich in zwei Teile, in das rote und das blaue Blutgefäßsystem. Das blaue Blut strömt hinauf zum Herzen und muß sich mit dem verbinden, was die Pflanzen geben. Der Mensch atmet Kohlensäure aus; die Pflanzen atmen Kohlensäure ein und atmen Sauerstoff aus. So ist das menschliche Atmen, das sich in seiner eigentlichen Ichheit ausdrückt, ein Verschlingen des roten und blauen Blutbaumes. Das ist aber nur möglich, wenn der Mensch ein Werkzeug hat, und das ist die Pflanze, ohne die der Mensch nicht leben könnte; das ist das, wodurch wir den blauen mit dem roten Blutbaum verschlingen können.
[ 29 ] The other tree of the blue blood vessels has been wrested from humanity in terms of the exercise of dominion. It contains the spent blue blood, which is a substance of death. Before humanity descended from the bosom of the Deity, this was the Tree of Life. By becoming an earthly being, humanity divided itself into two parts: the red and the blue blood vessel systems. The blue blood flows upward to the heart and must unite with what the plants provide. Humans exhale carbon dioxide; plants inhale carbon dioxide and exhale oxygen. Thus, human breathing—which expresses itself in its true selfhood—is a devouring of the red and blue blood trees. But this is possible only if human beings have a tool, and that tool is the plant, without which human beings could not live; it is through this that we can devour the blue and red blood trees.
[ 30 ] Das ist die Alchemie der Menschennatur, daß der Mensch in der Zukunft innerhalb seines eigenen Bewußtseins das leisten kann, was heute die Pflanze für ihn tut. Was heute außerhalb des Menschen ist, wird innerhalb seines physischen Leibes sich verschlingen, wenn er die ganze Pflanzenwelt in sich aufgenommen hat, wenn er sein Bewußtsein über die ganze Pflanzenwelt ausgedehnt hat. Das ist der Zukunftszustand der Menschheit. Dann wird auch äußerlich in der uns umgebenden Natur etwas ganz anderes dasein.
[ 30 ] This is the alchemy of human nature: that in the future, human beings will be able to accomplish within their own consciousness what plants do for them today. What is outside of human beings today will be absorbed within their physical bodies once they have taken the entire plant world into themselves, once they have expanded their consciousness to encompass the entire plant world. This is the future state of humanity. Then, externally, in the nature that surrounds us, something entirely different will exist.
[ 31 ] Mit uns ändert sich auch unser ganzer Kosmos. Frühere Zustände kehren in einer höheren Stufe wieder. Es gab eine Zeit, wo Erde und Sonne miteinander vereinigt waren. Da war der Mensch innerhalb der Sonnennatur, aber es war der Zustand der Marsnatur, den der Mensch verlassen hat, indem er in den physischen Leib eingetreten ist, den er aber wieder erreichen wird. Damals waren der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis miteinander verschlungen; damals bedurfte der Mensch keines äußeren Werkzeuges. Das wird aber wieder in der Zukunft der Fall sein. Was die Menschheit dann erreicht haben wird, wird immer angedeutet, indem man die Sonne aufzeichnet und dann andeutet die höher entwickelte Erde mit der höher entwickelten Menschennatur, und das, was den Menschen dahin bringt, ist die Vereinigung seines roten und blauen Blutstromes durch das erweiterte Bewußtsein. Das wird angedeutet mit zwei metallenen Säulen — das sind die zwei Blutströme -, und die Sonne ist das, was sein wird, wenn die ...[Lücke in der Nachschrift.] Dann wird der blaue Blutbaum nicht mehr ein Baum des Todes sein.
[ 31 ] As we change, so does our entire cosmos. Past states return at a higher level. There was a time when the Earth and the Sun were united. Back then, humanity existed within the nature of the Sun, but it was the state of the nature of Mars that humanity left behind by entering the physical body—a state it will, however, reach again. At that time, the Tree of Life and the Tree of Knowledge were intertwined; at that time, humanity required no external tools. But this will once again be the case in the future. What humanity will have achieved by then is always symbolized by depicting the Sun and then symbolizing the more highly developed Earth with the more highly developed human nature; and what brings humanity to that point is the union of its red and blue bloodstreams through expanded consciousness. This is symbolized by two metal pillars—these are the two blood streams—and the sun is what will be when the ... [gap in the postscript.] Then the blue blood tree will no longer be a tree of death.
[ 32 ] Diesen Zustand muß der Seher in den astralen Zeichen sehen. Schildert der Apokalyptiker diesen Zustand, so muß er dies bildlich andeuten: «Und ich sah einen andern starken Engel vom Himmel herabkommen; der war mit einer Wolke bekleidet, und ein Regenbogen auf seinem Haupt, und sein Antlitz wie die Sonne, und seine Füße wie Feuerpfeiler.» (Apk. 10, 1) Hier haben Sie also diesen Zustand. $o ist die ganze Apokalypse mit okkulten Zeichen zusammengesetzt.
[ 32 ] The seer must perceive this state in the astral signs. When the apocalyptic writer describes this state, he must do so figuratively: “And I saw another mighty angel coming down from heaven; he was clothed with a cloud, and a rainbow was upon his head, and his face was like the sun, and his feet like pillars of fire.” (Rev. 10:1) So here you have this state. Thus, the entire Apocalypse is composed of occult signs.
[ 33 ] In der christlichen Esoterik ist angedeutet, daß man in der Erde den Leib des Christus Jesus sieht. Spricht die christliche Esoterik von dem Christus-Leib, so spricht sie von dem planetarischen Leib der Erde. Daher müssen Sie ein solches Wort wörtlich nehmen: «Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen.» (Joh. 13, 18) Indem der Mensch das Brot der Erde ißt, tritt er auf sie mit den Füßen.
[ 33 ] Christian esotericism suggests that the Earth is seen as the body of Christ Jesus. When Christian esotericism speaks of the body of Christ, it is referring to the planetary body of the Earth. Therefore, you must take this saying literally: “He who eats my bread tramples me underfoot.” (John 13:18) By eating the bread of the Earth, man tramples it underfoot.
[ 34 ] Wenn das so ist, dann darf der Apokalyptiker noch etwas anderes sagen. Wir haben gesehen, daß Seth ein Eingeweihter war. Abel war der Gottesmann, der sich freiwillig nährte von dem, was ihm gegeben wurde. Kain war ein Ackersmann, der sich selbst baute, was er nötig hatte. Von zwei Entwickelungslinien spricht man, die eine ist die Seth- oder Abelrichtung, und zu der andern gehören diejenigen, die sich alles selbst umgestalten müssen. Sie haben eine lange Arbeit; daher ist der Ackerbau immer das Symbol für die gewesen, die die Erde umgestalten. Es stehen sich gegenüber die Abel- oder Sethkinder und die Kainsdiener, die die Nachfolger des Kain oder der Kainsmenschen sind. Die, denen von Anfang an geoffenbart worden war, sahen von Anfang an; aber auch die, welche emsig arbeiten und sich emsig bestreben, werden Eingeweihte werden und denjenigen schauen, der der Erde Geist ist, den planetarischen Geist der Erde. Will der Apokalyptiker darauf hindeuten, daß der Planetengeist von denen gesehen werden kann, die selbst die Erde umarbeiten, so wird er sagen: Alle Augen werden den Christus Jesus sehen, — auch die, die die Erde durchstochen haben. Daher sagt der Apokalyptiker gleich am Anfang: «Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen, und die ihn gestochen haben.» (Apk. 1, 7) Das ist zu gleicher Zeit das Ziel-Wort, das eigentliche Kernwort, das wir als das Leitmotiv der Apokalypse anführen können. Gerade dieses tiefste Wort zeigt uns, daß diese Apokalypse wirklich ein prophetisches Buch ist, und daß wir als die Zukunft herauslesen können, was hier in Zeichen gesetzt ist. Es ist unsere Aufgabe als Theosophen, zu sehen, was der Christus Jesus damals noch nicht alles sagen konnte, weil es die Menschen noch nicht verstehen konnten; aber Er hat darauf mit Zeichen hingedeutet.
[ 34 ] If that is the case, then the apocalyptic thinker may say something else as well. We have seen that Seth was an initiate. Abel was the man of God who voluntarily sustained himself from what was given to him. Cain was a farmer who produced for himself what he needed. We speak of two lines of development: one is the Seth or Abel line, and the other includes those who must transform everything themselves. They have a long task ahead of them; therefore, agriculture has always been the symbol for those who transform the earth. Opposite one another stand the children of Abel or Seth and the servants of Cain, who are the followers of Cain or the people of Cain. Those to whom it had been revealed from the beginning saw from the beginning; but even those who work diligently and strive earnestly will become initiates and behold the One who is the Spirit of the Earth, the planetary Spirit of the Earth. If the apocalyptic writer wishes to suggest that the planetary spirit can be seen by those who themselves are reshaping the Earth, he will say: All eyes will see Christ Jesus—even those who have pierced the Earth. That is why the apocalyptic writer says right at the beginning: “Behold, he is coming with the clouds, and every eye will see him, even those who have pierced him.” (Rev. 1:7) This is at the same time the key phrase, the very core word, which we can cite as the leitmotif of the Apocalypse. It is precisely this most profound statement that shows us that this Book of Revelation is truly a prophetic book, and that we can interpret what is set forth here in symbols as the future. It is our task as theosophists to see all that Christ Jesus could not yet say at that time, because people were not yet able to understand it; but He pointed to it through symbols.
[ 35 ] Was in diese Zeichen von dem Christus Jesus hineingelegt worden ist, das muß uns für die theosophische Weltenströmung klar werden, und das muß uns symbolisch vor Augen stehen in den nächsten Tagen im Kongreß durch die sieben apokalyptischen Siegel, die Motive der Säulenkapitäle und die fünf Planetensiegel, die wir als Vignetten im Programmheft finden. Diese fünf Vignetten hier sind nicht erfunden, sondern es sind fünf Vignetten der okkulten Schrift. Wer jede Linie, alle Krümmungen und Striche verstehen lernt, hat etwas von dem verstanden, wie in der okkulten Zeichensprache die menschliche Evolution geschrieben ist. Auf solche okkulte Zeichensprache muß die Theosophie hinweisen.
[ 35 ] What has been imbued into these symbols by Christ Jesus must become clear to us in the context of the theosophical world current, and this must be symbolically before our eyes in the coming days at the Congress through the seven apocalyptic seals, the motifs of the column capitals, and the five planetary seals, which we find as vignettes in the program booklet. These five vignettes here are not invented; rather, they are five vignettes from occult scripture. Whoever learns to understand every line, every curve, and every stroke has grasped something of how human evolution is written in the occult language of symbols. Theosophy must point to such an occult language of symbols.
[ 36 ] Wir kommen zusammen, um Erkenntnisarbeit zu treiben. Alles andere kommt von selbst durch die Erkenntnisarbeit. Daher ist die Forderung: Du sollst deinen Bruder lieben — geradeso, als wenn Sie zum Ofen sagten: Deine Aufgabe ist: Du sollst das Zimmer heizen! — Dadurch wird das Zimmer doch nicht warm. Wenn Sie aber Holz hineinlegen, so wird er von selbst das Zimmer wärmen, ohne daß Sie es ihm sagen.
[ 36 ] We come together to engage in the work of gaining insight. Everything else follows naturally from this work of insight. Therefore, the commandment, “You shall love your brother”—is just as if you were to say to the stove, “Your task is to heat the room!”—that won’t make the room warm. But if you put wood in it, it will heat the room on its own, without you having to tell it to.
[ 37 ] Treiben Sie Erkenntnisarbeit, dann heizen Sie die menschliche Seele, und das führt dann zu der großen Bruderschaftsarbeit der Menschheit. Eine solche Gesellschaft, die zu esoterischer Erkenntnisarbeit führt, muß die Theosophische Gesellschaft sein; sonst kann sie nicht gedeihen. Wenn wir etwas von diesen Ideen aufnehmen, werden wir auch bei dem Anlaß dieses Kongreßes etwas von dem tun, was die theosophische Bewegung tun muß. Wenn die Theosophie auch damit zusammenhängt, was in dem Wunderbuch der Apokalypse angedeutet ist, dann müssen wir auch etwas dazu tun, daß wir selbst die Siegel lösen. Nur wenn wir die Siegel der Bücher, die uns von den großen Individualitäten gegeben werden, innerhalb unserer Gesellschaft öffnen, dann streben wir zu dem, was die Theosophische Gesellschaft sein muß, wenn sie eine wirkliche Kulturströmung innerhalb der Gegenwart sein will.
[ 37 ] When you engage in the work of knowledge, you kindle the human soul, and this in turn leads to the great work of brotherhood among humankind. A society that leads to the work of esoteric knowledge must be the Theosophical Society; otherwise, it cannot flourish. If we take some of these ideas to heart, we will also, on the occasion of this Congress, do something of what the Theosophical Movement must do. If Theosophy is indeed connected to what is hinted at in the wondrous Book of Revelation, then we must also do our part to break the seals ourselves. Only when we open the seals of the books given to us by the great individuals within our Society will we strive toward what the Theosophical Society must be if it is to be a true cultural current within the present.
