Egyptian Myths and Mysteries
in Relation to the Active Spiritual Forces of the Present
GA 106
9 September 1908, Leipzig
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Egyptian Myths and Mysteries, tr. SOL
Siebenter Vortrag
Seventh Lecture
[ 1 ] Wir haben in den vorhergehenden Vorträgen eine große Reihe von Tatsachen vor unsere Seele gestellt, die sich auf die Evolution der Erde und des ganzen Sonnensystems im Zusammenhange mit der Natur des Menschen beziehen. Wir haben insbesondere in den letzten beiden Betrachtungen darauf Rücksicht genommen, jene Tatsachen der Sonnen-, Erden- und Mondenentwickelung besonders hervorzuheben, welche ihre Wiederauferstehung gefunden haben in den ägyptischen Mysterien, welche sowohl der Schüler der ägyptischen Mysterien wie auch das ganze ägyptische Volk kennenlernten. Der Schüler lernte in seinem hellseherischen Schauen in der Tat alle die Dinge kennen, die wir angeführt haben und die wir durch unsere heutige Betrachtung ergänzen werden. Der größere Teil des Volkes, der sich nicht bis zum Hellsehen erheben konnte, der lernte in einem bedeutungsvollen Bilde das kennen, um was es sich da handelte. Dieses Bild, das hingestellt wurde als das wichtigste Bild der ägyptischen Weltanschauung, haben wir schon öfter berührt. Es ist das Bild, das die Osiris- und Isissage einschließt. Wir kennen alle dieses Bild, von dem eigentlich kein Mensch, der etwas weiß, glaubt, daß es etwas Unbedeutendes enthalte. Dieses Bild, das vor ihn hingestellt wurde, war ihm nicht nur ein Bild; und das, was die Isissage in sich einschließt, wird etwa so erzählt:
[ 1 ] In the previous lectures, we have presented a wide range of facts that pertain to the evolution of the Earth and the entire solar system in connection with human nature. In the last two lectures in particular, we have taken care to emphasize those facts concerning the development of the Sun, Earth, and Moon that found their resurgence in the Egyptian mysteries, which were known both to the initiates of the Egyptian mysteries and to the entire Egyptian people. Through his clairvoyant vision, the initiate did indeed come to know all the things we have mentioned and which we will supplement in today’s reflection. The majority of the people, who were unable to rise to the level of clairvoyance, came to know the essence of what was at stake through a meaningful image. We have already touched upon this image—which was presented as the most important image of the Egyptian worldview—on several occasions. It is the image that encompasses the Osiris and Isis myths. We are all familiar with this image, which no one who is knowledgeable would actually believe to contain anything insignificant. This image, which was presented to them, was not merely an image; and what the Isis myth encompasses is recounted roughly as follows:
[ 2 ] Es herrschte in früherer Zeit lange noch auf Erden, zum Segen der Menschheit, Osiris, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, welcher später charakterisiert ist in dem, daß die Sonne stand im Zeichen des Skorpion. Da war es, daß der Bruder Typhon oder Set den Osiris tötete. Er tötete ihn in der Weise, daß er ihn veranlaßte, sich in einen Kasten zu legen, welchen er schloß und dem Meere übergab. Isis, die Schwester und Gemahlin des Osiris, suchte ihren Bruder und Gemahl, und als sie ihn gefunden hatte, brachte sie ihn nach Ägypten. Aber da strebte der böse Typhon wieder nach der Vernichtung des Osiris, er zerstückelte ihn. Isis sammelte nun die einzelnen Teile und begrub sie an verschiedenen Orten. — Man zeigt auch heute noch in Ägypten verschiedene Osirisgräber. - Dann gebar Isis den Horus, und Horus rächte seinen Vater Osiris an Typhon. Osiris wurde wiederum in die Welt der göttlich-geistigen Wesen aufgenommen, und ist zwar nicht mehr auf der Erde tätig, aber er ist dort für den Menschen tätig, wenn dieser zwischen Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Welt weilt. Daher stellte man sich auch den Weg des Toten in Ägypten vor als den Weg zum Osiris.
[ 2 ] In ancient times, Osiris reigned on Earth for a long time, to the blessing of humanity, until a certain moment, which is later characterized by the fact that the sun stood in the sign of Scorpio. It was then that his brother Typhon, or Set, killed Osiris. He killed him by tricking him into lying down in a chest, which he then sealed and cast into the sea. Isis, the sister and wife of Osiris, searched for her brother and husband, and when she found him, she brought him to Egypt. But then the evil Typhon sought once more to destroy Osiris; he dismembered him. Isis gathered the individual parts and buried them in various places. — Even today, various tombs of Osiris are still shown in Egypt. — Then Isis gave birth to Horus, and Horus avenged his father Osiris against Typhon. Osiris was once again received into the world of divine-spiritual beings, and although he is no longer active on Earth, he works there on behalf of human beings when they dwell in the spiritual world between death and a new birth. For this reason, the path of the dead in Egypt was also conceived as the path to Osiris.
[ 3 ] Das ist die Sage, die zu den allerältesten Bestandteilen der ägyptischen Lebensauffassung gehört. Während manches darin sich änderte oder zugefügt wurde, hat diese Osirissage alle Kulte des Ägypterlandes so lange durchzogen, solange überhaupt die ägyptischen Religionsanschauungen gelebt haben.
[ 3 ] This is the legend that ranks among the very oldest elements of the Egyptian worldview. While some aspects of it have changed or been added to over time, this Osiris legend has permeated all the cults of Egypt for as long as Egyptian religious beliefs have existed.
[ 4 ] Nachdem wir uns diese Sage vor Augen geführt haben, in welche gedrängt worden ist dasjenige, was als ein wirkliches Geschehnis in den heiligen Geheimnissen der Mysterienschulen der Schüler schaute, müssen wir wieder den Blick dahin zurückwenden, wo wir gestern schon begonnen haben, uns eine genauere Vorstellung zu machen von dem, was durch den Einfluß der verschiedenen Mondesgestalten im Menschen verursacht worden ist. Es ist von den achtundzwanzig Nervensträngen gesprochen worden, die wir vom Rückenmark ausgehen sehen, die herrühren von den Konstellationen des Mondes während der achtundzwanzig Tage, die der Mond braucht, um zu seiner gleichen Gestalt zurückzukehren. Wir haben das Geheimnis erforscht, wie durch die kosmischen Kräfte im Menschen diese achtundzwanzig Nervenpaare gebildet worden sind von außen. Und nun bitte ich, folgendes recht wohl zu beachten.
[ 4 ] Now that we have considered this legend, into which has been condensed what appeared to the disciples as a real event within the sacred mysteries of the mystery schools, we must turn our gaze back to where we began yesterday, to form a more precise picture of what has been brought about in the human being by the influence of the various phases of the Moon. We have spoken of the twenty-eight nerve tracts that we see emanating from the spinal cord, which originate from the constellations of the Moon during the twenty-eight days it takes for the Moon to return to its original phase. We have explored the mystery of how these twenty-eight pairs of nerves were formed in the human being from the outside by cosmic forces. And now I ask you to pay close attention to the following:
[ 5 ] Es soll nun - soweit das möglich ist in einer kurzen Andeutung mit möglichster Genauigkeit geschildert werden, was der ägyptische Schüler lernte in bezug auf die Entwickelung des Menschen in einem noch weiteren Umfange. Von dieser Schilderung werden einige sagen, welche zu stark angekränkelt sind von der modernen Anatomie: Das ist ja der reine Unsinn vom heutigen Standpunkte aus. — Diese mögen das sagen. Sie sollen sich nur bewußt sein, daß es die Lehre ist, die der einzuweihende ägyptische Schüler nicht nur gelernt, sondern auch hellseherisch geschaut hat. Jetzt spreche ich für diejenigen, die in ihren Empfindungen mitgehen können. Diese Lehre ist nicht nur ein Ergebnis früheren Schauens für den Ägypter in den Mysterien gewesen, sondern auch für den heutigen, modernen Okkultisten gilt das als Wahrheit und nimmt sich genau so aus.
[ 5 ] We shall now—as far as possible in a brief overview and with the greatest possible accuracy—describe what the Egyptian student learned regarding human development in an even broader context. Some who are too heavily influenced by modern anatomy will say of this description: “That is pure nonsense from today’s standpoint.”—Let them say that. They should only be aware that this is the teaching that the Egyptian student to be initiated not only learned but also beheld clairvoyantly. Now I speak to those who can relate to these sentiments. This teaching was not merely the result of earlier visions for the Egyptians in the Mysteries; it is also regarded as truth by today’s modern occultists and appears exactly the same to them.
[ 6 ] Wir wollen das wiederholen, wovon in den letzten Vorträgen schon gesprochen worden ist, daß, als die Erde im Beginne ihrer Entwickelung war, sie sozusagen ganz aus lauter Menschenkeimen bestand, die den Erdenurnebel bildeten. Sowohl der indische als auch der ägyptische Hellseher konnte geistig heraussprießen sehen aus diesem geistigen Menschenkeim die ganze spätere Menschengestalt. Alles das, was später aus diesem Menschenkeim geworden ist, konnte man dazumal hellseherisch schauen. Aber man konnte auch zurückschauen auf das, was zunächst vom Menschen, aus dem Menschenkeim heraus entstanden ist. Das erste, was aus diesem Menschenkeim heraus entstand, als die Sonne noch lange mit der Erde verbunden war, das war in der Tat wie eine Art Pflanze, die den Kelch wie nach oben öffnete. Diese Formen erfüllten sozusagen die ganze Erde, indem sie sich aus jenem Urnebel heraus bildeten. Aber in der allerersten Zeit, in der das entstand, wie eine Blütenkrone sich in den Weltenraum eröffnend, in der allerersten Zeit war diese Krone kaum sichtbar; man hätte sie nur so wahrnehmen können, daß man ihre Nähe gespürt haben würde wie einen kelchartigen Wärmekörper. Es war also zunächst ein Wärmekörper da. Noch als die Erde mit der Sonne verbunden war, fing das Innere dieses Menschengebildes an aufzuleuchten, und es strahlte Lichtstrahlen in den Weltenraum.
[ 6 ] Let us repeat what has already been discussed in the previous lectures: that when the Earth was at the beginning of its evolution, it consisted, so to speak, entirely of human embryos that formed the primordial Earth nebula. Both Indian and Egyptian clairvoyants could spiritually perceive the entire future human form sprouting from this spiritual human germ. Everything that later emerged from this human germ could be seen clairvoyantly at that time. But one could also look back at what first emerged from the human being, from the human germ. The first thing to emerge from this human germ, when the Sun was still connected to the Earth for a long time, was in fact like a kind of plant that opened its calyx upward. These forms filled the entire Earth, so to speak, as they took shape out of that primordial nebula. But in the very earliest time, when this emerged, like a crown of blossoms opening out into space—in that very earliest time, this crown was barely visible; one could only have perceived it by sensing its presence as a chalice-like body of warmth. So at first there was a body of warmth. Even while the Earth was still connected to the Sun, the interior of this human-like form began to glow, and it radiated beams of light into outer space.
[ 7 ] Wenn man dazumal als ein mit heutigen Augen sehendes Wesen wahrgenommen hätte, und sich einer solchen Leuchtform genähert hätte, so würde man etwas wie eine funkelnde, leuchtende Kugel, wie eine glitzernde Sonne, welche in glimmernden Strahlen in den Weltenraum funkelte, in regelmäßiger Gestalt gesehen haben. Kaum wird jemand heute noch ein klares Bild sich machen können von dem, was dazumal war. Er würde das nur können, wenn er dächte, daß unsere Erde bei ganz reiner Luft von lauter Leuchtkäferchen erfüllt wäre und diese ihr Licht hinaussendeten in den Weltenraum. So etwa würde der erste Ansatz vom Menschen in den Weltenraum geleuchtet haben, als die Erde noch mit der Sonne verbunden war. Und nicht nur das war vorhanden, sondern in derselben Zeit ungefähr gliederte sich außen um dieses Kelchgebilde eine Art Gaskörper. Es waren darin viele Substanzen aufgelöst, so wie heute auch im Tier- und Menschenleibe sich flüssige und feste Substanzen finden, die damals aber luftförmig waren. Bald aber, nachdem dies entstanden war, kamen aus der gemeinschaftlichen Erdenmasse auch noch andere Keime heraus, Keime, welche die erste Anlage wurden zu unserem heutigen Tierreiche. Das Menschenreich war also das erste, dann kamen die Keime, die die Anlage zum Tierreich wurden. Natürlich bestand noch die ganze Erde aus einer Luftmasse, aus leuchtenden und Licht aussendenden Körpern, die in den Weltenraum hineinleuchteten. Innerhalb dieser Luftmasse kam auch die erste Anlage geschlechtsloser Tiere heraus, welche auf der untersten Stufe des heutigen Tierreiches dazumal standen, und wir werden sehen, daß diese Tiere, die jetzt in ihrer ersten Anlage entstehen, auch eine gewisse Bedeutung für den Menschen erhalten haben.
[ 7 ] If, back then, one had perceived it with eyes like those of today and had approached such a luminous form, one would have seen something like a sparkling, luminous sphere—like a glittering sun that shone out into space with shimmering rays—in a regular shape. Hardly anyone today can form a clear picture of what it was like back then. One could only do so by imagining that our Earth, with perfectly pure air, was filled with countless little fireflies, and that these were sending their light out into outer space. That is roughly how humanity’s first emergence would have shone out into outer space when the Earth was still connected to the Sun. And not only was that present, but at about the same time, a kind of gaseous body took shape around the exterior of this chalice-like formation. Many substances were dissolved within it, just as liquid and solid substances are found today in the bodies of animals and humans, though at that time they were in a gaseous state. Soon after this had come into being, however, other embryonic forms also emerged from the collective Earth mass—embryonic forms that became the first rudiments of our present-day animal kingdom. The human kingdom was thus the first; then came the embryonic forms that became the rudiments of the animal kingdom. Of course, the entire Earth still consisted of a mass of air—of luminous bodies that emitted light and shone out into outer space. Within this mass of air, the first rudiments of asexual animals also emerged; these stood at the lowest level of today’s animal kingdom at that time, and we shall see that these animals, which are now emerging in their earliest form, have also acquired a certain significance for humankind.
[ 8 ] Es entstanden also die ersten Keimanlagen der Tiere, und es ist uns vor allem wichtig, daß diese 'Tiere, die da entstanden, die allerdichtesten Gasmassen waren, wie dichte Gaseinschlüsse waren. Diese Tiere entwickelten sich bis zu einer gewissen Höhe herauf durch die verschiedensten Formen; und als die Sonne eben herausgegangen war aus der Erde, da war die höchste Tierform die Fischform, aber nicht die heutige Fischform. Die Form der damaligen Tiere war eine ganz andere als die der heutigen Fische, aber sie stand auf der betreffenden Stufe der Fische. Diese haben in der Erdenentwickelung das zurückzubehalten in sich, was man werden konnte, als die Sonne noch in der Erde war. Die Erde verdichtete sich nun zu der Wassererde, und die dichtesten Gebilde, die Tiere, schwammen in dieser Wassererde. Nun trat etwas sehr Eigentümliches ein. Einige dieser Urfischformen blieben Tiere und kümmerten sich sozusagen nicht um den Fortschritt der Evolution. Einige andere waren da, die erhielten ein gewisses Verhältnis zu den Menschengestalten, und zwar folgendes Verhältnis. In demselben Augenblicke, als die Sonne herausgegangen war aus der Erde, da fing auch die Erde an, sich um ihre Achse zu drehen, so daß sie einmal auf der einen Seite von der Sonne beschienen war, ‚ einmal auf dieser Seite unbeschienen war, so daß Tag und Nacht entstand. Dazumal aber waren die Tage und Nächte wesentlich länger als heute. In der Zeit, als der Mond noch nicht abgespalten war, da gliederte sich jedesmal, wenn ein solches Menschengebilde, das damals wesentlich verdichtet worden war, auf der Sonnenseite war, an diese Gasmasse etwas von einer solchen Tierform unten in der Wassererde an. Es verband sich Mensch- und Tierform so, daß wir oben die Menschenform haben und nach unten die Tierform; so also, daß hinausragte der Sonne zu der obere Teil, der nach unten immer schwächer wurde und an den sich der Tierleib angliederte. Wir haben also dieses Hinausragen des oberen Teiles über die Wassererde; und dadurch, daß die Sonnenwirkung durch den Blütenmenschen geht, wirkt sie auf die inneren Erden- und Mondenkräfte. Weil hier eine Tierform angegliedert wurde an den Menschenleib, die auf der Höhe der Fischstufe stand, sagte man, die Sonne, die den Menschenleib beschien, stehe im Zeichen der Fische. Nun fiel ja in der Tat die erste Andeutung dieser Bildung zusammen damit, daß die Sonne auch am Himmelsgewölbe im Zeichen der Fische stand, aber sie ging noch oft hindurch durch dieses Sternbild, bis sich das nächste bildete. Jedoch der Ausgangspunkt zu dieser Bildung war der Zeitpunkt, in dem die Sonne auch am Himmel im Tierkreisbilde der Fische stand. Und von da aus, daß die Wesen auf der Fischstufe sich damals angliederten an den Menschen, bekam das Sternbild den Namen.
[ 8 ] Thus, the first embryonic forms of animals came into being, and it is especially important for us to understand that these “animals” that emerged were the densest gas masses—like dense gas inclusions. These animals evolved to a certain level through a wide variety of forms; and when the Sun had just emerged from the Earth, the highest animal form was that of a fish, though not the fish form we know today. The form of the animals of that time was quite different from that of today’s fish, but it stood at the corresponding stage of the fish. In the course of Earth’s evolution, these retained within themselves what could have become of them while the Sun was still within the Earth. The Earth now condensed into a watery state, and the densest forms—the animals—swam within this watery Earth. Then something very peculiar occurred. Some of these primeval fish forms remained animals and, so to speak, paid no heed to the progress of evolution. There were others, however, who developed a certain relationship to human forms, specifically the following: At the very moment the Sun emerged from the Earth, the Earth also began to rotate on its axis, so that one side was illuminated by the Sun while the other remained in darkness, thus giving rise to day and night. At that time, however, the days and nights were considerably longer than they are today. In the era before the Moon had yet separated, whenever such a human form—which had by then become considerably more condensed—was on the sunlit side, a portion of an animal-like form from deep within the watery earth would attach itself to this gaseous mass. The human and animal forms were united in such a way that we have the human form at the top and the animal form at the bottom; thus, the upper part, which grew progressively weaker toward the bottom and to which the animal body was attached, extended toward the sun. We thus have this protrusion of the upper part above the water-earth; and because the sun’s influence passes through the flower-human, it acts upon the inner forces of the earth and the moon. Because an animal form—which stood at the level of the Pisces stage—was attached to the human body here, it was said that the sun, which shone upon the human body, stood in the sign of Pisces. Now, the first hint of this formation did indeed coincide with the Sun’s position in the constellation of Pisces in the celestial vault, but the Sun passed through this constellation many times before the next one took shape. However, the starting point for this formation was the moment when the Sun was also positioned in the zodiacal constellation of Pisces in the sky. And because the beings at the Fish stage became associated with human beings at that time, the constellation received its name.
[ 9 ] Nun geht ja, wie wir wissen, die Entwickelung so vor sich, daß Mond und Erde einen Körper bilden. Jahve blieb bei der Trennung von der Sonne bei der Erde mit den Mondkräften, und zu seinen Dienern gehörte die Göttergestalt, welche die Ägypter als Osiris angesprochen haben.
[ 9 ] Now, as we know, the process of development proceeds in such a way that the Moon and the Earth form a single body. When the Earth separated from the Sun, Yahweh remained with the Earth along with the lunar forces, and among his servants was the divine figure whom the Egyptians called Osiris.
[ 10 ] Bis der Mond aus der Erde herausging, gestaltete sich die Entwickelung in höchst eigentümlicher Weise. Wir wissen, die Erde war eine Wassererde, und die Gestaltung im Wasser erreichte einen immer niedrigeren Grad in der Zeit, bevor der Mond herausging. Als der Mond herausging, da stand der Mensch in bezug auf seine niedere Natur auf der Höhe etwa eines großen Molches. Das ist das, was die Bibel die Schlange nennt, was genannt ist Lindwurm oder Drache. Während der Zeit, als der Mond herausging, hatte sich immer mehr vom Tierreich in die untere Menschenform hineingebildet. Als der Mond herausging, da hatte der Mensch unten eine tierartige, häßliche Gestalt, oben aber waren die letzten Überreste einer Lichtgestalt, in welche die Kräfte der Sonne von außen flossen. Das war den Menschen geblieben, daß die Lichtwesen in sie hineinwirkten. Es bewegte sich schwebend, schwimmend in dem Urmeere der Mensch, der diese eigentümliche Lichtgestalt herausragen läßt aus der Wassererde. Was war diese Lichtgestalt? Sie hatte sich mittlerweile umgebildet zu einem umfassenden, mächtigen Sinnesorgan. Als der Mond herausging, hatte sich die Umwandlung vollendet. Es war so, daß, wenn der Mensch im Urmeere schwamm, er mit diesem Organ wahrnehmen konnte, wenn irgendein gefährliches Wesen in der Nähe war. Namentlich Wärme und Kälte nahm er damit wahr. Dieses Organ ist später eingeschrumpft; es ist heute die sogenannte Zirbeldrüse. In der damaligen Zeit bewegte sich der Mensch schwebend, schwimmend in der Erdenmasse und bediente sich dieses Organs wie einer Art Laterne. Wir können heute noch bei ganz jungen Kindern eine weiche Stelle am Kopfe finden; das ist die Stelle, wo man etwa zu suchen hätte, von wo das Organ sich herauserstreckte in den Weltenraum.
[ 10 ] Until the Moon emerged from the Earth, evolution took a most peculiar course. We know that the Earth was a water-world, and the forms within the water reached an increasingly lower level in the period before the Moon emerged. When the Moon emerged, humanity, in terms of its lower nature, stood at about the level of a large newt. This is what the Bible calls the serpent, which is also referred to as a lindworm or dragon. During the time when the Moon emerged, more and more of the animal kingdom had become incorporated into the lower human form. When the Moon emerged, human beings had an animal-like, ugly form below, but above were the last remnants of a luminous form into which the forces of the Sun flowed from without. What remained for human beings was that the beings of light worked within them. Moving as if floating and swimming in the primeval sea, the human being allowed this peculiar luminous form to protrude from the water-earth. What was this luminous form? It had meanwhile transformed into a comprehensive, powerful sensory organ. By the time the Moon emerged, the transformation had been completed. It was such that, when the human being swam in the primeval sea, he could perceive with this organ if any dangerous creature was nearby. He perceived heat and cold in particular with it. This organ later shrank; today it is known as the pineal gland. In those days, human beings moved by floating and swimming within the Earth’s mass and used this organ as a kind of lantern. Even today, we can still find a soft spot on the heads of very young children; that is the place where one would have to look for where the organ once extended out into space.
[ 11 ] Es waren immer höhere Tierformen, die der Mensch in sich aufnahm. Und in einem bestimmten Zeitpunkt der Menschengestaltung nannte man das, was aus den Fischen mittlerweile geworden war, weil es im Wasser lebte und weil es den Keim des späteren Menschen in sich hatte, den Wassermann. Eine noch weitere Gestaltung, die sich herausbildete, war das, was man nennen konnte den Steinbock. Nun ist das Eigentümliche, daß in der Tat das, was dem Menschen in seinen unteren Gliedern entspricht, wirklich dem jeweiligen Sternbild den Namen gab. Die Füße sind tatsächlich die ursprünglichen Fische; die Unterschenkel der Wassermann, das, was eine lange Zeit den Menschen befähigte, sich eine Richtung zu geben beim Schwimmen; die Knie des Menschen finden wir im Zusammenhang mit dem Zeichen des Steinbocks. Immer mehr entwickelte sich die Tierheit, und dasjenige, was Oberschenkel geworden war, bezeichnet man als Schütze. Es würde zu weit führen, wenn ich Ihnen den Ausdruck erklären wollte.
[ 11 ] It was always higher forms of animals that human beings incorporated into themselves. And at a certain stage in human evolution, what had by then become of the fish—because it lived in water and because it contained within itself the seed of later humanity—was called the Water Man. Yet another form that emerged was what might be called the “Ibex.” Now, the peculiar thing is that, in fact, the parts of the human body corresponding to the lower limbs actually gave their names to the respective constellations. The feet are in fact the original fish; the lower legs are the Aquarius, that which for a long time enabled humans to steer themselves while swimming; and we find the human knees associated with the sign of Capricorn. The animal nature developed more and more, and what had become the thighs is referred to as Sagittarius. It would take us too far afield if I were to explain the term to you.
[ 12 ] Wir wollen ein Bild davon geben, wie der Mensch aussah, als die Tierheit dem Schützen entsprach. Da war der Mensch ein Tier, das sich zum ersten Male bewegen konnte auf den Inseln, die sich aus dem Wasser bildeten. Nach oben wurde der Mensch immer feiner, zuoberst blieb tatsächlich die Blütengestalt. Die Gestalt blieb oben erleuchtet von einem Organ, das er wie eine Art Laterne auf dem Kopfe trug. Man würde sich die damalige Gestalt des Menschen richtig vorstellen, wenn man sie sich oben als ätherisch, unten als tierähnlich vorstellte. In älteren Abbildungen des Tierkreises sieht man noch das Zeichen des Schützen unten als Tierform, oben als Menschenform. Diese Zeichen sind etwas, was wiedergibt die Entwickelungshöhe, auf der der Mensch stand, ebenso wie der Kentaur wiedergibt eine wirkliche Entwickelungsstufe des Menschen: nach unten Pferd, nach oben Mensch. Das Pferd müssen wir nur nicht wörtlich nehmen, sondern als Repräsentant der Tierheit. Das war das Kunstprinzip in früheren Zeiten; da hat man sich das, was man kunstmäßig bilden wollte, von Hellsehern beschreiben lassen oder selbst gesehen. Auch waren Künstler selbst Eingeweihte. Man sagt, Homer war ein blinder Seher, das heißt, daß er ein Hellseher war. Er konnte zurückschauen in die Akasha-Chronik. Der blinde Seher Homer war viel sehender, im geistigen Sinne, als die übrigen Griechen.
[ 12 ] We want to paint a picture of what human beings looked like when their animal nature corresponded to the Archer. At that time, humans were animals that were able to move for the first time on the islands that were forming out of the water. Toward the top, the human form became increasingly refined; at the very top, the flower-like form remained. The form remained illuminated at the top by an organ that he carried on his head like a kind of lantern. One would correctly imagine the form of the human being at that time if one envisioned it as ethereal at the top and animal-like at the bottom. In older illustrations of the zodiac, one can still see the sign of Sagittarius depicted as an animal form at the bottom and a human form at the top. These signs reflect the level of development at which humanity stood, just as the centaur reflects a real stage of human development: horse below, human above. We must not take the horse literally, but rather as a representative of animality. That was the artistic principle in earlier times; back then, artists would have clairvoyants describe to them—or would see for themselves—what they wished to depict artistically. Artists themselves were also initiates. It is said that Homer was a blind seer, meaning he was a clairvoyant. He could look back into the Akashic Records. The blind seer Homer was far more perceptive, in the spiritual sense, than the rest of the Greeks.
[ 13 ] Der Kentaur ist also eine wirkliche Menschenform. Als der Mensch so aussah, war der Mond noch nicht aus der Erde heraus, da war die Mondenkraft selbst noch in der Erde. Da war im Menschen noch vorhanden, was früher sich gebildet hatte während der Sonnenzeit: die leuchtende Zirbeldrüse, die er damals wie eine Art Laterne auf dem Kopfe trug. Als dann der Mond aus der Erde herausging, da trat die Geschlechtlichkeit ein. Der Kentaurmensch war noch ungeschlechtlich. Die Geschlechtlichkeit, die eintrat, die trat ein, als die Sonne stand im Zeichen des Skorpions, und man bringt daher die Sexualität im Menschen in Beziehung zu dem Zeichen des Skorpions. Der Skorpion ist das, was bei der Tierheit der Entwickelungshöhe entsprach, als der Mensch bis zur Sexualität entwickelt war. Der Mensch war in seiner oberen Hälfte den kosmischen Kräften zugewendet, in der unteren Hälfte aber war er als zweigeschlechtliches Wesen vorhanden. Der Mensch war Geschlechtsmensch geworden. Wenn nun der hellsehende Schüler der ägyptischen Mysterien sein Auge auf diese Zeit der Erdenentwickelung richtete, dann sah er die Erde bevölkert von Menschen, die nach unten eine dichter werdende Leibesform herausbildeten, ihrer niedrigen Natur entsprechend, und die nach oben aber eine lichte Menschengestalt hatten.
[ 13 ] The centaur, then, is a true human form. When human beings looked like this, the Moon had not yet emerged from the Earth; the Moon’s power was still within the Earth itself. At that time, what had formed earlier during the Sun era was still present in human beings: the luminous pineal gland, which they then carried on their heads like a kind of lantern. When the Moon emerged from the Earth, sexuality arose. The centaur-human was still asexual. Sexuality emerged when the Sun was in the sign of Scorpio, and that is why human sexuality is associated with the sign of Scorpio. Scorpio corresponds to the level of development in the animal kingdom that existed when human beings had evolved to the stage of sexuality. In their upper half, human beings were oriented toward the cosmic forces, but in their lower half they existed as bisexual beings. Humanity had become a sexual being. When the clairvoyant initiate of the Egyptian mysteries turned his gaze to this period of Earth’s evolution, he saw the Earth populated by human beings who, toward the lower regions, developed an increasingly dense physical form corresponding to their lower nature, while toward the upper regions they possessed a luminous human form.
[ 14 ] Dann begann die Zeit, in der sich eingliederten durch die Kräfte des Mondes längs derjenigen Gegend, die das Rückgrat ausmacht, die Nervenstränge. Die Bildung über dem Rückgrat, die heutige Kopfgegend, war auch verdichtet worden und hatte sich umgebildet zum menschlichen Gehirn: das war das ganz umgebildete Leuchtorgan. Daran gliederte sich das Rückgrat, von dem die Nervenstränge ausgingen, und an dieses gliederte sich der niedere Mensch, wie er beschrieben worden ist. Das zeigte sich dem ägyptischen Schüler, und es wurde ihm klar, daß, welche Wesenheit auch immer sich verkörpern wollte auf der Erde, sie die entsprechende Menschengestalt annehmen mußte. Osiris hat als Geist oft die Erde besucht und sich als Mensch verkörpert. Die Menschen empfanden dann: Ein Gott ist herabgekommen — aber er hatte dann Menschengestalt. Jede hohe Wesenheit, die die Erde besuchte, war in der Gestalt, die der Mensch jeweilig hatte. Damals war die Menschengestalt so beschaffen, daß man noch jenen Leuchtkörper sah, jenen merkwürdigen Kopfschmuck, die Laterne des Osiris, die bildlich als das merkwürdige Polyphemauge bezeichnet worden ist. Das ist jenes Organ, jene Laterne, die erst außerhalb des Menschenleibes war, die dann zu einem inneren Organ im Gehirn sich umbildete. Alles in der ursprünglichen Kunst ist Symbol für tatsächliche Gestalten.
[ 14 ] Then began the period in which the nerve cords, guided by the forces of the Moon, formed along the region that constitutes the spinal column. The structure above the spine—what we now call the head region—had also become denser and had transformed into the human brain: this was the fully transformed organ of light. Attached to it was the spine, from which the nerve cords emanated, and attached to this was the lower human being, as described. This became evident to the Egyptian disciple, and it dawned on him that whatever being wished to incarnate on Earth had to assume the corresponding human form. Osiris often visited Earth as a spirit and incarnated as a human. People then felt: A god has descended—but he took on human form. Every high being who visited Earth took on the form that human beings had at that time. Back then, the human form was such that one could still see that luminous organ, that peculiar headdress—the lantern of Osiris—which has been figuratively described as the strange eye of Polyphemus. This is that organ, that lantern, which was initially outside the human body and then transformed into an internal organ within the brain. Everything in primal art is a symbol of actual forms.
[ 15 ] Als die griechischen Eingeweihten bekannt wurden mit diesen Geheimnissen der Ägypter, hatten sie auch schon manches erfahren: im Grunde dasselbe wie der ägyptische Eingeweihte. Sie benannten es nur in ihrer Sprache anders. Die Eingeweihten der Ägypter hatten die hellseherischen Gaben in einem hohen Maße ausgebildet, so daß viele ihrer Schüler in jene uralten fernen Zeiten hellseherisch zurückblicken konnten. Der ägyptische Eingeweihte hatte einen ursprünglichen Zusammenhang mit jenen Geheimnissen; daher kam es auch, daß dem ägyptischen Eingeweihten griechische Priester wie kindliche Stammler vorkamen. Bezeichnend ist daher das Wort, das einst ein ägyptischer Priester, der mit Solon zusammentraf, aussprach, indem er sagte: O Solon, Solon, ihr Hellenen bleibt doch immer Kinder, einen alten Hellenen gibt es nicht! Jung seid ihr alle im Geiste, denn ihr habet in demselben keine auf vieljährige Überlieferung gegründete alte Ansicht, noch irgendeine durch die Zeit ergraute Kunde.
[ 15 ] By the time the Greek initiates became acquainted with these mysteries of the Egyptians, they had already learned quite a bit: essentially the same things as the Egyptian initiates. They simply referred to them differently in their own language. The Egyptian initiates had developed their clairvoyant gifts to such a high degree that many of their students were able to look back clairvoyantly into those ancient, distant times. The Egyptian initiate had an original connection to those mysteries; this is why Greek priests appeared to the Egyptian initiate as childish stammerers. Thus, the words once spoken by an Egyptian priest who met Solon are telling: “O Solon, Solon, you Hellenes will always remain children; there is no such thing as an old Hellenic!” You are all young in spirit, for you possess no ancient view rooted in a long-standing tradition, nor any knowledge grayed by the passage of time.
[ 16 ] So wies der Ägypter darauf hin, daß die ägyptische Weisheit hoch erhaben darüberstand über dem, was materiell erfahren werden kann. Nur in den eleusinischen Mysterien war man ebensoweit, aber es hatten nur wenige Teil daran. Aber was für jene Strecken der Erdenentwickelung der ägyptische Eingeweihte sah: daß sich der Gott Osiris von der Sonne getrennt hatte und auf den Mond gegangen war und von dorther das Sonnenlicht zurückstrahlte — das, was dieser Gott tut, das war auch den Griechen heilig. Auch sie wußten, daß dieser Gott Osiris es ist, der die achtundzwanzig Mondesgestalten bildet und dadurch die achtundzwanzig Nervenstränge im Menschen veranlagt. Durch Osiris wird das Nervensystem gebildet am Rückenmark herunter und dadurch der ganze menschliche Oberkörper geformt. Denn das, was als Muskel entsteht, kann seine Form nur erhalten dadurch, daß die Nerven die Bildner sind. Alles nun, was da ist an Muskeln, Knorpeln, an anderen Organen, wie Herz und Lunge, alle diese erhalten ihre Form nur durch die Nerven. So ist durch die frühere Sonnentätigkeit entstanden, was sich gebildet hat als Gehirn und Rückenmark, und an diesem Rückenmark arbeiten von außen die achtundzwanzig Gestalten des Osiris und der Isis. Also sind Osiris und Isis ihre Bildner, und indem das Gehirn seine Fühlfäden heruntersendet in das Rückenmark, da bearbeitet Osiris das Rückenmark. Das empfanden auch die Griechen, und die Griechen erkannten, als sie bekannt wurden mit den ägyptischen Mysterien, daß Osiris derselbe Gott war wie der, den sie Apollo nannten. Sie sagten, der ägyptische Osiris ist Apollo, und wie er an den Nerven tätig war, damit im Inneren des Menschen das Seelenleben bewirkt wurde, so tut es unser Apollo.
[ 16 ] Thus, the Egyptian pointed out that Egyptian wisdom stood far above what can be experienced in the material world. Only in the Eleusinian Mysteries had one reached the same level, but only a few participated in them. But what the Egyptian initiate saw regarding those stages of Earth’s evolution—that the god Osiris had separated from the Sun and gone to the Moon, and from there reflected the sunlight back—what this god does was also sacred to the Greeks. They, too, knew that it is this god Osiris who forms the twenty-eight lunar phases and thereby establishes the twenty-eight nerve strands in the human being. Through Osiris, the nervous system is formed down the spinal cord, and through this, the entire human upper body is shaped. For what arises as muscle can only retain its form because the nerves are its formers. Everything that exists there—muscles, cartilage, and other organs such as the heart and lungs—all of these receive their form solely through the nerves. Thus, the brain and spinal cord were formed through the Sun’s earlier activity, and the twenty-eight forms of Osiris and Isis work on this spinal cord from the outside. Therefore, Osiris and Isis are their formers, and as the brain sends its sensory fibers down into the spinal cord, Osiris works on the spinal cord. The Greeks also sensed this, and when they became acquainted with the Egyptian mysteries, they recognized that Osiris was the same god they called Apollo. They said that the Egyptian Osiris is Apollo, and just as Osiris acted upon the nerves to bring about the soul life within the human being, so does our Apollo.
[ 17 ] Und nun nehmen wir uns skizzenhaft diese Gestaltung heraus. Denken wir uns das Gehirn schematisch gezeichnet: das setzt sich fort ins Rückenmark, da greifen ein die achtundzwanzig Hände des Osiris, da spielt der Osiris mit seinen achtundzwanzig Armen in dem, was als Rückenmark vom Gehirn sich herunterzieht, wie auf einer Leier. Die Griechen gaben davon ein bedeutungsvolles Bild: das ist die Leier des Apollo. Man braucht sich das bloß umgekehrt zu denken. Die Leier ist das Gehirn, die Nerven sind die Saiten, in welche die Hände des Apollo eingriffen. Apollo spielt auf der Weltenleier, auf dem großen Kunstwerke, das der Kosmos gebildet hat, und läßt im Menschen erklingen die Töne, die sein Seelenleben ausmachen. Das war für die eleusinischen Eingeweihten das, was die Ägypter in ihren Bildern gegeben haben.
[ 17 ] And now let’s take a brief look at this structure. Let’s imagine the brain drawn schematically: it extends into the spinal cord, where the twenty-eight hands of Osiris come into play; there, Osiris plays with his twenty-eight arms on what extends downward from the brain as the spinal cord, as if on a lyre. The Greeks provided a meaningful image of this: it is the lyre of Apollo. One need only imagine it in reverse. The lyre is the brain; the nerves are the strings upon which Apollo’s hands play. Apollo plays the lyre of the world—the great work of art that the cosmos has created—and causes the tones that constitute a person’s inner life to resound within them. For the Eleusinian initiates, this was what the Egyptians had depicted in their images.
[ 18 ] Aus einem solchen Bilde können wir ersehen, daß diese nicht schematisch gedeutet werden dürfen, sonst würde man nur etwas hineinphantasieren. Denn man wird in der Regel erleben, daß die Bilder in der Tat viel tiefer sind als das, was man irgendwie durch den Verstand hineinträumen kann. Wenn der griechische Hellseher von Apollo sprach, dann hatte er das Geheimnis des Osiris-Apollo und des Menschheitsinstrumentes vor sich. Und Osiris stand vor dem ägyptischen Schüler, wenn er eingeweiht wurde in die Geheimnisse des Erdendaseins. So müssen wir uns sagen, daß diese Symbole, daß diese Bilder, die uns erhalten sind, welche das charakterisieren, was aus den Urgeheimnissen entnommen ist, daß all die Ausdrücke der Urgeheimnisse viel mehr bedeuten als etwas, was man mit dem Verstande deuten kann. Gesehen wurde diese Leier, gesehen wurden die Hände des Apollo. Und daß wir jedes Symbolum auf irgendein wirkliches Gesicht, auf eine reale Schauung zurückführen, darauf kommt es an, das ist das Wesentliche. Denn es gibt kein Symbol, keine Legende, die nicht geschaut worden wäre.
[ 18 ] From such an image, we can see that these must not be interpreted schematically; otherwise, one would merely be projecting one’s own fantasies onto them. For one will generally find that the images are in fact much deeper than anything one could possibly conjure up through the intellect. When the Greek seer spoke of Apollo, he had before him the mystery of Osiris-Apollo and the instrument of humanity. And Osiris stood before the Egyptian disciple when he was initiated into the mysteries of earthly existence. Thus we must tell ourselves that these symbols—these images that have been preserved for us, which characterize what has been drawn from the primordial mysteries—that all these expressions of the primordial mysteries mean far more than anything that can be interpreted by the intellect. This lyre was seen; the hands of Apollo were seen. And the fact that we can trace every symbol back to some actual vision, to a real vision—that is what matters; that is the essential point. For there is no symbol, no legend, that has not been seen.
[ 19 ] Der ägyptische einzuweihende Schüler konnte erst nach langer, langer Zeit zu solchen Geheimnissen dringen. Der Schüler wurde erst durch eine ganz bestimmte Lehre vorbereitet, die eine ähnliche war wie unsere elementare Theosophie. Dann wurde er erst zu den eigentlichen Übungen zugelassen. Da erlebte er Zustände einer Art Ekstase, die noch kein eigentliches Hellsehen war, aber die mehr war als ein Traum. In ihr sah er das, was er später im Bilde sehen sollte. Wahrhaftig, dieses Hinausgehen des Mondes und mit ihm des Osiris, dieses Arbeiten desselben vom Monde aus auf die Erde herunter, das sah der Schüler als gewaltigen lebendigen Traum. Er träumte in der Tat die Osiris-Isislegende. Jeder Schüler träumte diesen Osiris-Isistraum. Er mußte ihn träumen. Hätte er ihn nicht geträumt, er hätte nicht zur Anschauung der wahren Tatsachen kommen können. Durch das Bild, durch die Imagination, mußte der Schüler hindurchgehen. Die Osiris- und Isislegende wird innerlich durchlebt. Diese ekstatische Seelenverfassung war eine Art Vorstufe zum wahren Schauen, das Vorspiel zum Schauen dessen, was sich in der geistigen Welt abspielt. In der Akasha-Chronik konnte der Schüler das, was heute beschrieben wurde, nur lesen, wenn er in einen so hohen Grad eingeweiht war, wie wir es heute nur angedeutet haben, und von dem wir morgen weiter reden wollen. Dann wollen wir auch von den anderen Bildern des Tierkreises und ihrer Bedeutung sprechen.
[ 19 ] The Egyptian student awaiting initiation could only gain access to such mysteries after a very, very long time. The initiate was first prepared through a very specific teaching, which was similar to our elementary theosophy. Only then was he admitted to the actual exercises. There he experienced states of a kind of ecstasy that was not yet true clairvoyance, but was more than a dream. In these states, he saw what he would later see in images. Truly, this departure of the moon—and with it, Osiris—and his working from the moon down upon the earth—the initiate saw this as a mighty, living dream. He did, in fact, dream the Osiris-Isis legend. Every initiate dreamed this Osiris-Isis dream. He had to dream it. Had he not dreamed it, he could not have come to a vision of the true facts. The student had to pass through the image, through imagination. The Osiris and Isis legend is lived through inwardly. This ecstatic state of the soul was a kind of preliminary stage to true vision, the prelude to seeing what takes place in the spiritual world. In the Akashic Records, the student could read what has been described today only if he had been initiated to such a high degree as we have merely hinted at today—and about which we intend to speak further tomorrow. Then we will also discuss the other images of the zodiac and their significance.
