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The East in the Light of the West
The Children of Lucifer and the Brothers of Christ
GA 113

30 August 1909, Munich

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The East in the Light of the West, tr. SOL
  1. Der Orient im Lichte des Okzidents, 5th ed.

Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Wir haben bisher bei der Besprechung derjenigen Wesenheiten, die wir zu dem Reich des Christus oder zu dem Reich des Luzifer zählen, vorzugsweise Rücksicht darauf genommen, wie der Mensch im Verlauf seiner Entwickelung durch seine eigene Seele an diese Wesenheiten herandringt, wie er sie erlebt. Wir haben also zum Beispiel hervorgehoben, wie der Weg des Menschen zu jenen kosmischen Wesenheiten, in deren Mitte der Christus in der vorchristlichen Zeit war, von dem Menschen aus erkennend nach außen ging, wie aber der Weg in Luzifers Reich nach der anderen Seite in die Seele hineinging, um den Schleier, der die eigene Seele verhüllt, selbst zu durchdringen. Und wir haben hervorgehoben, wie sich das durch die Erscheinung des Christus auf der Erde so geändert hat, daß die beiden Reiche übereinander getreten sind und die Menschheit einer Zeit zueilt, in der der Christus im Innern, Luzifer außen zu suchen sein wird. Wir müssen heute, um mit mancherlei von demjenigen, was ja die meisten von Ihnen schon gehört haben über die luziferischen Wesenheiten, einen Einklang zu schaffen, noch einmal mit ein paar Worten auf das Wesen des luziferischen Prinzips zurückkommen. Die Dinge der Welt sind ja kompliziert, und man kann alles von den verschiedensten Gesichtspunkten aus betrachten. Dadurch wird es manchmal scheinen, weil man eine Sache einmal von der einen, das andere Mal von der anderen Seite beleuchten muß, daß die Dinge nicht ganz im Einklang stehen. Sie stehen aber doch miteinander im Einklang. Wie derjenige ein Blatt richtig beschreibt, der es einmal von der vorderen und einmal von der hinteren Seite beschreibt, und es ist doch ganz dasselbe Blatt, so beschreibt derjenige das luziferische Prinzip richtig, der, wie wir es in den verflossenen Stunden getan haben, es beschreibt, indem er die Wege verfolgt, welche die Seele einzuschlagen hat zu diesem luziferischen Prinzip. Aber man kann natürlich.auch sozusagen mehr von einem außerirdischen Standpunkt aus die Entwickelung unserer Erde und der Welt überhaupt betrachten und dann die Stellung der luziferischen Wesenheiten im Weltfortgang von einem anderen Gesichtspunkt aus charakterisieren. Das wollen wir mit ein paar Worten tun.

[ 1 ] In our discussion so far of those beings we classify as belonging to the realm of Christ or the realm of Lucifer, we have focused primarily on how human beings, in the course of their development, approach these beings through their own souls and how they experience them. We have thus emphasized, for example, how the human being’s path to those cosmic beings—among whom Christ stood in pre-Christian times—extended outward from the human being through cognition, whereas the path into the realm of Lucifer led inward into the soul, so that the human being might penetrate the veil that shrouds his own soul. And we have emphasized how this changed so much through the appearance of the Christ on Earth that the two realms have overlapped, and humanity is hastening toward a time when the Christ will be to be sought within, and Lucifer without. Today, in order to bring harmony to some of what most of you have already heard about the Luciferic beings, we must return once more with a few words to the nature of the Luciferic principle. The affairs of the world are, after all, complex, and one can view everything from a wide variety of perspectives. Consequently, it may sometimes seem—because one must sometimes illuminate a matter from one side and at other times from the other—that things are not entirely in harmony. Yet they are, in fact, in harmony with one another. Just as one describes a sheet of paper correctly by describing it first from the front and then from the back—and yet it is still the very same sheet—so too does one describe the Luciferic principle correctly by, as we have done in the past few hours, tracing the paths the soul must take to reach this Luciferic principle. But of course, one can also, so to speak, view the development of our Earth and the world in general from a more “extraterrestrial” standpoint and then characterize the position of the Luciferic beings in the course of world history from a different perspective. Let us do that in a few words.

[ 2 ] Wenn Sie sich noch einmal erinnern, daß unsere Erde mit Sonne und Mond einstmals eine Wesenheit war, daß die Sonne sich aus der Erde herausgetrennt hat, um eine Wohnstätte zu sein für höher entwickelte Wesenheiten, die dann von außen auf unsere Erde hereinwirken sollten, und daß noch höhere Wesenheiten nach der Sonnentrennung mit der Erde vereinigt geblieben sind, um den Mond herauszuführen, und wenn Sie daran denken, daß diese Wesenheiten, die den Mond herausgetrennt haben, dieselben waren, welche von innen heraus ein neues Leben, ein seelisches Leben in dem Menschen nun angeregt und ihn bewahrt haben vor der Mumifizierung, dann werden Sie bald einen Einklang finden können zwischen dem, was Sie da und dort in den Vorträgen und dem, was Sie in den verflossenen Stunden gehört haben. Sie werden sich dann sagen: Von denjenigen Wesenheiten, welche sich mit der Sonne von der Erde getrennt haben, ist es natürlich, daß der Mensch sie auch bei seiner weiteren Entwickelung zunächst finden mußte, indem er den Blick dahin richtete, wo diese Wesenheiten mit der Sonne hingegangen sind. Die Sonnenwesen in ihrer Tätigkeit und in ihrem Reich mit all ihren Unterwesenheiten wird also der Mensch zu suchen gehabt haben auf dem Wege von sich aus hinaus in die Welt hinter dem Teppich der Sinnenwelt. Diejenigen Wesenheiten aber, welche in einer gewissen Beziehung höhere Wohltäter der Menschheit noch waren, die durch die Mondentrennung sein inneres Seelenleben angeregt haben, die wird er zu suchen gehabt haben, indem er zunächst in sein eigenes Inneres hineinstieg, indem er sich vertiefte in eine unterirdische Seelenregion, um dasjenige zu finden, was sich vor dem äußeren Blick verborgen hat, die unterirdischen Götter, die diejenigen sind, welche den Mond von der Erde getrennt und das Seelenleben angeregt haben. Innerhalb des Seelenlebens waren die Wege zu suchen zu denjenigen Göttern, die mit diesem wohltätigen Vorgang der Mondentrennung verknüpft waren. Wenn wir zunächst bloß auf diese zwei Reiche sehen, sozusagen auf die Reiche der Sonnengötter und Mondengötter, so haben wir einen Unterschied, den wir bezeichnen können als: draußen in den Himmeln befindliche Götter und unterhalb der Seele befindliche Götter; und wir bezeichnen den Weg hinaus als den Sonnenweg und den Weg hinein in die Seele — zunächst um einen Namen zu haben - als den luziferischen Weg. Und Luzifers Wesenheiten sind uns dann diejenigen, welche nicht mitgemacht haben die Sonnentrennung von der Erde dazumal, als die Sonne sich von der Erde trennte. Und gewisse andere Wesenheiten, die höchste Wohltäter der Menschheit sind, aber zunächst verborgen bleiben mußten und diese Sonnentrennung nicht mitgemacht haben, gehörten zu keinem dieser Reiche so recht hinzu. Das waren jene Wesenheiten, welche während der alten Mondenentwickelung zurückgeblieben waren und nicht diejenige Stufe erreicht hatten, die sie als geistige Wesenheiten, die damals viel höher standen als die Menschen auf dem Monde, hätten erreichen können. Was haben diese Wesenheiten damals versäumt? Sie haben die Möglichkeit versäumt, während der folgenden Erdenentwickelung die Sonnentrennung mitzumachen. Sie wären in gewisser Weise berufen gewesen, wie die Sonnengeister von der Erde hinauszugehen und von der Sonne herunterzuwirken. Das haben sie versäumt. Das kam für diese Wesenheiten so, daß sie wohl in einer gewissen Weise den Versuch machten, mit der Sonne sich zu trennen von der Erde, aber dann die Entwickelungsbedingungen der Sonne nicht aushalten konnten und auf die Erde wieder zurückfielen. Diese Wesenheiten waren also solche, welche nicht. von Anfang an zurückgeblieben waren mit der Erde zusammen, als die Sonne sich getrennt hat, welche dann aber nicht mitkommen konnten mit der Sonnenentwickelung und zurückgefallen waren; sie waren nun mit der Erdenentwickelung weiterhin verbunden. Was taten nun diese Wesenheiten weiter im Laufe der Erdenentwickelung? Sie, die also in einer ganz besonderen Lage waren, versuchten nun, mit Hilfe der Menschheitsentwickelung auf der Erde ihre eigene Entwickelung fortzusetzen. Sie konnten an das menschliche Ich nicht heran; dazu hatten sie sich nicht aufgeschwungen während der alten Mondenentwickelung. An das menschliche Ich konnten diejenigen Wesenheiten heran, die aus der Erde herausgezogen waren mit der Sonne. Und es konnten auch diejenigen Wesenheiten heran, welche den Mond abgetrennt hatten, von innen her. Die Wesenheiten, die von der Sonne zurückgefallen waren, die waren es, welche an die menschliche Seele herantraten, als diese noch nicht reif war, die Offenbarung jener höheren Wohltäter zu empfangen, welche den Mond herausgetrennt hatten. Zu früh traten diese Wesenheiten an die menschliche Seele heran. Hätte sozusagen der Mensch völlig abgewartet die wohltätige Wirkung derjenigen geistigen Wesenheiten, die vom Monde, das heißt in das Innere seiner Seele hereinwirkten, so würde später eingetreten sein, was so früher eingetreten ist. Diese Mondengötter hätten die Seele des Menschen langsam herangereift, bis eine entsprechende Ich-Entwickelung möglich geworden wäre. So aber traten die anderen Wesenheiten an den Menschen heran und ergossen ihre Wirkungen, statt in das Ich, in den menschlichen Astralleib, von innen hinein, gerade so wie es die Mondengötter machen, so daß diese Wesenheiten denselben Weg suchten durch das Innere der Seele, auf dem die eigentlichen Mondengötter später auch wirkten; das heißt, diese Wesenheiten gesellten sich hinein in das luziferische Reich. Und sie sind es, die in der biblischen Urkunde durch die Schlange symbolisiert werden. Es sind diejenigen Wesen, welche an den menschlichen Astralleib zu früh herangetreten sind, und die ganz so wirkten wie alle anderen Wesenheiten, die von innen wirken. Und wenn wir die von innen wirkenden Wesenheiten als luziferische Wesenheiten bezeichnen, müssen wir auch diese so zurückgebliebenen Wesenheiten so bezeichnen. Sie sind aber diejenigen, die an den Menschen herangetreten sind, als er noch unreif für solche Einflüsse war, diejenigen, die seine Verführer wurden auf der einen Seite, allerdings ihm aber auch die Freiheit verschafften, die Möglichkeit, im astralischen Leibe unabhängig zu werden von jenen göttlichen Wesenheiten, die seine Ichheit in ihren Schutz genommen hätten, die von vornherein in ihn hineingegossen hätten, was von göttlichen Sphären in die Ichheit hineingegossen werden kann. So aber machten sich diese luziferischen Wesenheiten heran an den astralischen Leib des Menschen, durchsetzten diesen mit alledem, was ihn für alles Höhere, Spirituelle enthusiasmieren kann, wirkten also auf seine Seele und wurden als höherstehende Wesenheiten in gewisser Weise des Menschen Verführer. Und wir müssen diese Art der luziferischen Wesenheiten als des Menschen Verführer ansprechen, müssen also sagen: Dasjenige, was im Laufe der Erdenentwickelung an den Menschen herangetreten ist und ihm auf der einen Seite die Freiheit gebracht hat, auf der anderen Seite die Möglichkeit des Bösen, das kam von innen heraus, das kam aus Luzifers Reich. Denn diese Wesenheiten konnten sich nicht von außen ankündigen, sie mußten sich ins Innere der Seele hereinschleichen; von außen kann an den Menschen herankommen, was an sein Ich herankommt, nicht bloß an seinen astralischen Leib. So sehen Sie, daß es im weiten Reiche der Lichtträger, der luziferischen Wesenheiten, Untergattungen gibt, von denen wir sehr wohl verstehen können, daß sie die Verführer des Menschen werden konnten. Wir können aber auch sehr wohl verstehen, daß gerade wegen dieser Wesenheiten strenge Maßregeln ergriffen wurden da, wo die Menschen eingeführt werden konnten in die Reiche jenseits des Schleiers der Seelenwelt; denn diejenigen Menschen, die diesen Weg geführt wurden in das Innere der Seele, trafen dort nicht nur die guten luziferischen Wesenheiten, die von innen heraus den Menschen erleuchtet haben, sondern sie trafen zunächst diese luziferischen Wesenheiten, die dann al; seine Verführer wirkten, die namentlich den Hochmut, den Ehrgeiz, die Eitelkeit in der Seele aufstachelten.

[ 2 ] If you recall once more that our Earth, together with the Sun and the Moon, was once a single entity; that the Sun separated from the Earth to serve as a dwelling place for more highly developed beings who were then to influence our Earth from the outside; and that even higher beings remained united with the Earth after the Sun’s separation in order to bring forth the Moon, and if you consider that these beings who separated the Moon were the very same ones who, from within, now stirred a new life—a spiritual life—within the human being and preserved him from mummification, then you will soon be able to find harmony between what you have heard here and there in the lectures and what you have heard in the past few hours. You will then say to yourselves: Of those beings who separated from the Earth along with the Sun, it is only natural that humankind, in the course of its further development, would first have to find them by directing its gaze toward where these beings went with the Sun. Humanity will therefore have had to seek out the solar beings—in their activity and in their realm, along with all their subordinate beings—on the path leading outward from itself into the world beyond the veil of the sensory world. But those beings who, in a certain sense, were still higher benefactors of humanity—who, through the separation of the Moon, stimulated humanity’s inner soul life—he would have had to seek by first descending into his own inner being, by delving into an underground region of the soul to find that which is hidden from outward view—the underground gods, who are the ones who separated the Moon from the Earth and stimulated the life of the soul. Within the life of the soul, one had to seek the paths to those gods who were connected to this beneficent process of the Moon’s separation. If we look first merely at these two realms—the realms of the sun gods and the moon gods, so to speak—we find a distinction that we can describe as: gods located out in the heavens and gods located beneath the soul; and we designate the path outward as the solar path and the path inward into the soul—for the sake of having a name—as the Luciferic path. And the beings of Lucifer are then those who did not participate in the separation of the Sun from the Earth back then, when the Sun separated from the Earth. And certain other beings, who are humanity’s greatest benefactors but who had to remain hidden at first and did not participate in this separation of the Sun, did not truly belong to either of these realms. These were the beings who had been left behind during the ancient lunar evolution and had not reached the level that they—as spiritual beings who at that time stood much higher than the people on the Moon—could have attained. What did these beings fail to do back then? They missed the opportunity to participate in the separation of the Sun from the Earth during the subsequent Earth evolution. In a certain sense, they would have been called upon, like the sun spirits, to leave the Earth and work down from the Sun. They failed to do so. What happened to these beings was that, while they did attempt in a certain way to separate from the Earth along with the Sun, they were then unable to endure the conditions of the Sun’s development and fell back to Earth. These beings, therefore, were not among those who had remained behind with the Earth from the very beginning when the Sun separated; rather, they were those who could not keep pace with the Sun’s development and had fallen back; they remained connected to Earth’s development thereafter. What, then, did these beings do as Earth’s evolution progressed? They—who were thus in a very special situation—now sought to continue their own evolution on Earth with the aid of human evolution. They could not approach the human “I”; they had not elevated themselves to that level during the ancient lunar evolution. The beings who had drawn out of the Earth along with the Sun were able to approach the human “I.” And those beings who had separated the Moon from within were also able to approach it. The beings who had fallen behind from the Sun were the ones who approached the human soul when it was not yet ripe to receive the revelation of those higher benefactors who had separated the Moon. These beings approached the human soul too early. If, so to speak, the human being had waited patiently for the beneficent influence of those spiritual beings who were working from the Moon—that is, into the innermost depths of his soul—then what occurred so early would have occurred later. These Moon gods would have slowly matured the human soul until a corresponding development of the “I” had become possible. Instead, however, the other beings approached humanity and poured out their influences—not into the “I,” but into the human astral body from within, just as the Moon gods do—so that these beings sought the same path through the innermost depths of the soul along which the actual Moon gods would later also work; that is to say, these beings joined the Luciferic realm. And it is they who are symbolized by the serpent in the biblical account. They are the beings who approached the human astral body too early and who worked in exactly the same way as all other beings that work from within. And if we designate the beings acting from within as Luciferic beings, we must also designate these backward beings as such. They are, however, the ones who approached the human being when he was still immature for such influences—those who, on the one hand, became his tempters, but who also granted him the freedom—the possibility—to become independent in the astral body from those divine beings who would have taken his “I” under their protection, who would have poured into him from the very beginning whatever can be poured into the “I” from the divine spheres. Instead, these Luciferic beings set about influencing the human astral body, imbuing it with everything that could inspire enthusiasm for all that is higher and spiritual; thus they acted upon his soul and, as higher beings, became, in a certain sense, the human being’s seducers. And we must address this type of Luciferic being as humanity’s tempter; we must therefore say: That which approached humanity in the course of Earth’s evolution and brought him, on the one hand, freedom, and on the other, the possibility of evil—that came from within, that came from Lucifer’s realm. For these beings could not make themselves known from the outside; they had to creep into the innermost depths of the soul; from the outside, only that which approaches the human being’s “I”—not merely their astral body—can reach them. So you see that within the vast realm of the bearers of light—the Luciferic beings—there are sub-categories of which we can very well understand that they could become the tempters of humankind. But we can also very well understand that it was precisely because of these beings that strict measures were taken wherever humans could be introduced into the realms beyond the veil of the soul world; for those human beings who were guided along this path into the innermost depths of the soul encountered there not only the good Luciferic beings who enlightened humanity from within, but they first encountered those Luciferic beings who then acted as their tempters, specifically stirring up pride, ambition, and vanity in the soul.

[ 3 ] Ja, wir müssen uns durchaus bekannt machen damit, daß wir niemals versuchen sollen, die Welten, die hinter der sinnlichen Welt und hinter der Seelenwelt liegen, umspannen zu können mit den durch unsere heutige Kultur zubereiteten Verstandesbegriffen.

[ 3 ] Yes, we must certainly come to terms with the fact that we should never attempt to encompass the worlds that lie beyond the sensory world and beyond the world of the soul with the intellectual concepts developed by our present-day culture.

[ 4 ] Wenn wir von luziferischen Wesenheiten sprechen, so müßten wir den ganzen Umfang des Reiches dieser Wesenheiten kennenlernen, alle ihre Gattungen, Sorten und Arten. Dann würden wir sehen, daß nicht überall da, wo von der Gefährlichkeit einer gewissen Art von luziferischen Wesenheiten gesprochen wird, ein Bewußtsein vorhanden ist von dem ganzen Umfang des entsprechenden Reiches; daß man recht haben kann, wenn man von gewissen Gattungen des luziferischen Reiches so spricht, wie diese oder jene Urkunde spricht; daß man aber zugleich in Betracht ziehen muß, daß die Realität weiter ist, unendlich viel weiter, als die Menschen gewöhnlich wissen können. In einer Zeit, in welcher der Blick nach außen und der Blick nach innen für die Angehörigen einer gewissen Kulturepoche noch sehr scharf war, empfand der Mensch dann, wenn er den Weg nach außen ging zu dem: Das bist du, und nach innen zu dem: Ich bin das All, daß der Weg nach außen und der Weg nach innen zu demselben, zu dem einheitlichen Ich führten. In dieser ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit hat man allerdings über dasjenige vielfach anders denken, anders fühlen können, was den geistigen Reichen zugrunde lag, als später. Daher ist es ungeheuer schwierig für das gewöhnliche Bewußtsein, in jene wunderbare erste nachatlantische Kulturepoche sich hineinzuversetzen und sich zu identifizieren mit einer Seele, die dazumal lebte.

[ 4 ] When we speak of Luciferic beings, we would need to become familiar with the full scope of the realm of these beings—all their genera, varieties, and species. Then we would see that not everywhere where the danger of a certain type of Luciferic being is discussed is there an awareness of the full scope of the corresponding realm; that one can be correct when speaking of certain genera of the Luciferic realm in the way that this or that document does; but that one must at the same time take into account that reality is vaster—infinitely vaster—than human beings can usually know. In a time when the outward gaze and the inward gaze were still very keen for those belonging to a certain cultural epoch, when a person took the path outward toward “That is you” and inward toward “I am the universe,” they sensed that the outward path and the inward path both led to the same thing—to the unified “I.” In this first cultural epoch of the post-Atlantean era, however, people were able to think and feel very differently about the foundations of the spiritual realms than they did later on. Therefore, it is immensely difficult for the ordinary consciousness to immerse itself in that wondrous first post-Atlantean cultural epoch and to identify with a soul that lived at that time.

[ 5 ] Wir haben gestern gesehen, wie das Gefühl dazumal ganz anders geartet war, wie die Menschen die Seele des Lichtes wie durch ihre Haut von allen Seiten einströmen gefühlt haben, und damit haben Erfahrung sammeln können aus der Umgebung, die heute dem Menschen verschlossen ist. Aber mit alledem ist noch etwas anderes verknüpft gewesen.

[ 5 ] Yesterday we saw how feelings were of a completely different nature back then, how people felt the soul of light streaming in from all sides, as if through their skin, and were thus able to gain experience from the environment that is now closed off to human beings. But there was something else connected to all of this as well.

[ 6 ] Es ist aus meiner «Geheimwissenschaft» bekannt, daß in dem Gang der Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Zeit die folgenden Epochen unterschieden werden können: die altindische Kultur, die urpersische Kultur, die chaldäisch-ägyptische Kultur, die griechischlateinische Kultur, in welche das Christus-Ereignis hineinfiel; dann unsere Kultur. Auf sie wird eine weitere und auf diese wird dann die letzte folgen, und dann wird die Erde wiederum von einer solchen Umwandlung getroffen werden, wie sie getroffen wurde zur Zeit der atlantischen Katastrophe. So haben wir also sieben Kulturepochen. In diesen sieben Kulturepochen haben wir eine mittlere Kulturepoche, die steht für sich, die griechisch-lateinische mit dem Christus-Ereignis. Die anderen Kulturepochen stehen aber in einem gewissen Verhältnisse zueinander. Die chaldäisch-ägyptische Kulturepoche wiederholt sich in gewissen Erscheinungen der fünften Epoche, das heißt in unserer eigenen, so daß in unserer Zeit gewisse Erscheinungen, gewisse Tatsachen, gewisse Anschauungen wiederum aufleben müssen, die in der alten chaldäisch-ägyptischen Kultur gelebt haben. Nur leben sie auf in einer anderen Form, nämlich so, daß sie durchtränkt sind von demjenigen, was geschehen ist durch den Christus-Impuls. Nicht etwa eine einfache Wiederholung der chaldäisch-ägyptischen Kultur haben wir, sondern wir haben in unserer Zeit eine solche Wiederholung dieser Kulturepoche, daß alles getaucht ist in das, was der Christus auf die Erde gebracht hat. Das ist eine Wiederholung und doch wieder nicht eine solche. Diejenigen Menschen, welche sich tiefer eingefühlt haben in den Gang der Menschheitsentwickelung und teilgenommen haben an diesem mit ihrer Seele, die haben immer so etwas gefühlt. Bei solchen Menschen ist, wenn sie auch noch nicht zu einem okkulten Wissen vorgerückt waren, doch etwas aufgetaucht wie eine Erinnerung an alte ägyptische Erlebnisse. Dasjenige, was die ägyptischen Weisen in ihrer wunderbaren Erkenntnis der Himmelsvorgänge auf ihre Art in ihrer Hermes-Wissenschaft durchdrungen haben, das lebt in unserer fünften Kulturepoche, in unserer eigenen Zeit in einer materialistischeren Form wieder auf. So gefühlt haben das Aufleben dieser Erscheinungen besonders diejenigen, die an ihm beteiligt waren. Nur ein Beispiel sei angeführt.

[ 6 ] It is known from my Secret Science that the following epochs can be distinguished in the course of human development during the post-Atlantean era: the ancient Indian culture, the primordial Persian culture, the Chaldean-Egyptian culture, the Greco-Latin culture—into which the Christ event occurred—and then our own culture. This will be followed by another, and that in turn by the last; and then the Earth will once again undergo a transformation such as it did at the time of the Atlantean catastrophe. Thus, we have seven cultural epochs. Among these seven cultural epochs, there is a central one that stands apart: the Greco-Latin epoch, which includes the Christ event. The other cultural epochs, however, stand in a certain relationship to one another. The Chaldean-Egyptian cultural epoch is repeated in certain manifestations of the fifth epoch—that is, in our own—so that in our time certain manifestations, certain facts, and certain views that were alive in the ancient Chaldean-Egyptian culture must be revived. Only they are revived in a different form—namely, in such a way that they are imbued with what came about through the Christ impulse. We do not have a mere repetition of Chaldean-Egyptian culture, but rather, in our time, we have a repetition of this cultural epoch in which everything is steeped in what Christ brought to Earth. This is a repetition, and yet it is not quite the same. Those people who have felt more deeply into the course of human development and have participated in it with their souls have always sensed something of this kind. In such people, even if they had not yet advanced to occult knowledge, something has emerged like a memory of ancient Egyptian experiences. What the Egyptian sages, in their marvelous understanding of celestial processes, had penetrated in their own way through their Hermetic science is reviving in our fifth cultural epoch, in our own time, in a more materialistic form. Those who were directly involved in this revival have felt it most keenly. Let me cite just one example.

[ 7 ] Als diejenige Individualität im fünften Zeitraum wieder erschien, die einstmals in den Geheimstätten Ägyptens den Seelenblick hinaufgerichtet hatte zu den Sternen und ihre Geheimnisse im Weltenraume in der damaligen Art zu ergründen suchte unter der Herrschaft der ägyptischen Weisen, und dann Kepler wurde, da trat dasjenige, was in der ägyptischen Seele in anderer Form da war, wiederum in einer neuen, in den großen Keplerschen Gesetzen auf, die heute ein so wichtiger Bestandteil unserer Astrophysik sind. So kam es auch, daß in der Seele dieser Individualität auftauchte etwas, was aus ihr dann herauspreßte die Worte — Sie können sie in den Keplerschen Schriften lesen -: Ich bin hingegangen und habe die heiligen Gefäße aus den heiligen Stätten Ägyptens geholt und sie hereingestellt in die Gegenwart, damit die Leute jetzt etwas verstehen können, was noch in ferne Zukünfte hinein wirken kann. — Das ist ein Beispiel; wir könnten viele von solchen Beispielen anführen, an denen es Ihnen klar werden könnte, wie in einer neuen Form wieder auflebt, was da war in der chaldäischägyptischen Kulturepoche.

[ 7 ] When, in the fifth epoch, that individuality reappeared who had once, in the secret sanctuaries of Egypt, raised the soul’s gaze to the stars and sought to fathom their mysteries in the cosmos in the manner of that time under the guidance of the Egyptian sages—and who then became Kepler— then what had existed in the Egyptian soul in a different form emerged once more in a new form—in Kepler’s great laws, which are such an important part of our astrophysics today. And so it came to pass that something arose in the soul of this individual, which then compelled him to utter the words—you can read them in Kepler’s writings—: “I have gone and brought the sacred vessels from the sacred sites of Egypt and placed them here in the present, so that people may now understand something that can continue to have an effect far into the future.” — This is one example; we could cite many such examples that might make it clear to you how what existed in the Chaldean-Egyptian cultural epoch is being revived in a new form.

[ 8 ] Wir sind in der fünften Kulturperiode der nachatlantischen Zeit. Sie wird abgelöst werden von der sechsten, die eine wichtige sein wird. Diese sechste Kulturperiode wird eine Wiederholung sein und zu gleicher Zeit eine Erhöhung der urpersischen Zarathustrakultur. Zarathustra hat hinaufgeschaut zur Sonne, um hinter dem physischen Sonnenlichte den Christus-Geist, den er Ahura Mazdao genannt hat, zu sehen und die Menschen aufmerksam zu machen auf ihn. Dieser Christus ist mittlerweile auf die Erde niedergestiegen; dieser Christus muß in denjenigen Seelen, die sich dafür reif machen im Laufe der sechsten Kuiturepoche, so weit in das Innere eindringen, daß dann durch den Blick in das eigene Innere der Seele einer Anzahl von Menschen jene gewaltigen Empfindungen entstehen können, dieZarathustra erregen konnte, als er auf den Ahura Mazdao hinwies. Denn in der sechsten Periode soll bei einer großen Anzahl von Menschen durch den Blick in das eigene Innere, durch die Wiedererkennung der Sonnenweisheit, dessen, was im Urpersischen sich offenbarte, etwas wie eine Wiederholung auf viel höherer, verinnerlichter, vergeistigter Stufe entstehen. Ich habe Ihnen schon erwähnt, daß die Griechen, wenn sie in ihrer Art und in ihrem Sinne von dem Ahura Mazdao gesprochen haben, ihn Apollo genannt haben. In ihren Mysterien haben sie den Menschen erkennen lassen die tiefere Wesenheit dieses Apollo. Vor allen Dingen haben sie in Apollo denjenigen Geist gesehen, welcher nicht nur die physischen Sonnenkräfte dirigierte, sondern auch die geistigen Sonnenkräfte lenkte und sie auf die Erde leitete, Und wenn die Lehrer in den apollinischen Mysterien ihren Schülern haben reden wollen von den geistig-moralischen Einflüssen Apollons, dann haben sie davon gesprochen, daß Apollon die ganze Erde durchklingt mit der heiligen Sphärenmusik, das heißt aus der geistigen Welt herunter die Strahlen schickt. Und eine Wesenheit haben sie in Apollon gesehen, die begleitet ist von den Musen, von seinen Helferinnen. Eine wunderbar tiefe Weisheit liegt in diesem Apollon, der begleitet ist von den neun Musen. Wenn Sie sich daran erinnern, daß der Mensch aus verschiedenen Gliedern seiner Wesenheit besteht, aus physischem Leib, Ätherleib, Empfindungsleib, Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele und so weiter, so können Sie sagen: Der Mensch ist ein IchMittelpunkt und dieser vereinigt um sich sieben oder neun Glieder, die seine Wesensteile sind. Steigen wir von der menschlichen Wesenheit zu einer göttlichen Wesenheit hinauf, dann müssen wir uns dasjenige, was das Ich ist, als diese geistige Wesenheit denken, und was die Glieder sind, ist für die göttliche Wesenheit das, was ihre Helfer sind: einzelne Individualitäten. Wie den Menschen seine einzelnen Glieder, der physische Leib, der Ätherleib, der astralische Leib und so weiter zusammensetzen, sich um sein Ich gruppieren, so gruppierten die Musen sich um Apollo. Und auch dasjenige, was im Zusammenhange mit einer solchen Sache den Einzuweihenden des apollinischen Mysterienkreises gesagt wurde, das ist von einer tiefen Bedeutung. Ihnen wurde ein Geheimnis anvertraut, wie man sagt, daß der Gott wiederum auf eine besondere Weise im sechsten Zeitraume zu den Menschen sprechen soll, der im zweiten Zeitraume zu Zarathustra in so besonderer Weise gesprochen hat. Das suchte man zum Verständnis zu bringen, indem man sagte: Im sechsten Zeitraume wird ApollosLied auf der Erde an seinem Ziele angekommen sein. — In diesem Satze, der gang und gäbe war bei den apollinischen Mysterienschülern, daß im sechsten Zeitraume Apollons Lied an seinem Ziele angekommen sein werde, war ausgedrückt die Wiederholung des zweiten Zeitraumes der Erdenentwickelung im sechsten auf einer höheren Stufe.

[ 8 ] We are in the fifth cultural period of the post-Atlantean era. It will be succeeded by the sixth, which will be a significant one. This sixth cultural period will be both a repetition and, at the same time, an elevation of the primordial Persian Zoroastrian culture. Zoroaster looked up at the sun to see, beyond the physical sunlight, the Christ Spirit—whom he called Ahura Mazda—and to draw people’s attention to him. This Christ has since descended to Earth; this Christ must penetrate so deeply into the innermost being of those souls who prepare themselves for this during the course of the sixth cultural epoch that, through a gaze into their own innermost being, a number of people may then experience those powerful sensations that Zarathustra was able to evoke when he pointed to Ahura Mazdao. For in the sixth epoch, through the gaze into their own inner being and through the recognition of the solar wisdom—that which was revealed in the ancient Persian tradition—something like a repetition is to arise in a great number of people, but on a much higher, more internalized, and more spiritualized level. I have already mentioned to you that when the Greeks spoke of Ahura Mazdao in their own way and according to their own understanding, they called him Apollo. In their mysteries, they enabled people to recognize the deeper essence of this Apollo. Above all, they saw in Apollo the spirit who not only directed the physical forces of the sun but also guided the spiritual forces of the sun and channeled them to the earth, And when the teachers in the Apollonian mysteries wished to speak to their students about the spiritual-moral influences of Apollo, they spoke of how Apollo resounds throughout the entire Earth with the sacred music of the spheres—that is, how he sends down rays from the spiritual world. And they saw in Apollo a being accompanied by the Muses, his helpers. There is a wonderfully profound wisdom in this Apollo, who is accompanied by the nine Muses. If you recall that the human being consists of various members of his being—the physical body, the etheric body, the sensory body, the sensory soul, the intellectual soul, the conscious soul, and so on—then you can say: The human being is an “I” as the center, and this “I” unites around itself seven or nine parts that constitute the elements of his being. If we ascend from the human being to a divine being, then we must conceive of what the “I” is as this spiritual being, and what the parts are—for the divine being—is what the Muses are to him: individual personalities. Just as the human being’s individual members—the physical body, the etheric body, the astral body, and so on—compose the human being and group themselves around his “I,” so the Muses grouped themselves around Apollo. And what was said to the initiates of the Apollonian mystery circle in connection with such matters is also of profound significance. They were entrusted with a secret: that the god who had spoken in such a special way to Zarathustra in the second epoch would once again speak to humanity in a special way in the sixth epoch. This was explained by saying: “In the sixth epoch, Apollo’s song will have reached its destination on Earth.” — This statement, which was commonplace among the students of the Apollonian Mysteries—that in the sixth epoch Apollo’s song would have reached its destination—expressed the repetition of the second epoch of Earth’s evolution in the sixth, on a higher level.

[ 9 ] Der erste Zeitraum wird auf einer höheren Stufe wiedererscheinen im siebenten.

[ 9 ] The first period will reappear at a higher level in the seventh.

[ 10 ] Das durchchristete Erkennen des ersten nachatlantischen Zeitraumes, das steht den gegenwärtigen Menschen als ein hohes Ideal vor; zu einer solchen Empfindungsweise, zu einer solchen Anschauungsweise wieder zu kommen, wie sie vorhanden war auf einer niedrigeren Stufe in der ersten nachatlantischen Zeit. Wiederum soll am Schlusse unserer nachatlantischen Zeit in einer gewissen Weise der Mensch, wenn er den Weg hinausgeht in die äußere Sinnenwelt und das Geoffenbarte hineinarbeitet in die eigene Seelenwelt, erkennen, daß ihn diese beiden Wege zu einer Einheit führen. Deshalb ist es gut, wenn man sich ein wenig hineinversetzt in dieses für heutige — wir stehen ja in der Zwischenepoche — Gefühle ziemlich fernliegende altindische Fühlen und Denken. Selbst wenn man nur einige Züge herausgreift, so merkt man etwas von dem ganz anders gearteten Fühlen und Denken, von der ganz andersartigen Stellung zur Weisheit und zum Leben, die dazumal bei einem nicht so zum Ich-Bewußtsein geweckten Menschenwesen vorhanden waren. Dasjenige, was dann in den Veden niedergeschrieben worden ist, das ist die Lehre der ersten großen Lehrer des alten Indien, der heiligen Rishis. Es muß hier auf die Tatsache hingewiesen werden, daß die heiligen Rishis ihre Anregung empfingen von jener hohen Individualität, welche die Völker der alten Atlantis hinübergeführt hat durch das heutige Europa nach Asien hinein. In gewisser Beziehung waren die heiligen Rishis die Schüler dieser hohen Individualität, des Manu. Und was hat ihnen der Manu vermittelt? Vermittelt hat er ihnen die Art und Weise, wie sie dazumal zu der ersten nachatlantischen Weisheit und Erkenntnis gekommen sind. Zur Erkenntnis kommen, wie das heute der Fall ist, dadurch, daß man die äußere Natur beobachtet, daß man sich in das Innere seiner Seele versenkt, wie sie heute erst möglich geworden ist, das alles hätte dazumal keinen Sinn gehabt.

[ 10 ] The Christ-imbued perception of the first post-Atlantean epoch stands before present-day human beings as a lofty ideal; to return to such a way of feeling, to such a way of perceiving, as existed at a lower level during the first post-Atlantean epoch. Again, at the end of our post-Atlantean era, in a certain sense, when a person walks the path out into the outer sensory world and works what has been revealed into their own soul world, they should recognize that these two paths lead them to unity. That is why it is good to immerse oneself a little in this ancient Indian way of feeling and thinking, which is quite distant from the feelings of today—for we are, after all, in the interim epoch. Even if one picks out only a few features, one senses something of the entirely different nature of feeling and thinking, of the entirely different attitude toward wisdom and life, that existed in human beings at that time, whose sense of self was not yet so fully awakened. What was then written down in the Vedas is the teaching of the first great teachers of ancient India, the holy Rishis. It must be pointed out here that the holy Rishis received their inspiration from that exalted individuality who led the peoples of ancient Atlantis across what is now Europe into Asia. In a certain sense, the holy Rishis were the disciples of this exalted individuality, Manu. And what did Manu impart to them? He imparted to them the way in which they had, at that time, attained the first post-Atlantean wisdom and knowledge. Attaining knowledge—as is the case today—by observing the external natural world or by immersing oneself in the innermost depths of one’s soul, as has only recently become possible, would have made no sense at that time.

[ 11 ] In der ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit, im altindischen Volk, war der Ätherleib noch weit mehr außerhalb des physischen Leibes als heute. Der alte Inder konnte sich dieses Ätherleibes und der damaligen Organe dieses Ätherleibes noch bedienen, wenn er nicht aufging im Leben des physischen Leibes, sondern sich hingab dem Ätherleib, wenn er sozusagen vergaß, daß er im physischen Leibe steckte. Wenn er dies tat, dann spürte er, wie wenn er herausgehoben wäre aus sich selbst; wie wenn er sozusagen wie das Schwert aus der Scheide herausgehoben wäre. Indem er das verspürte, empfand er auch etwas von dem, was man so schildern kann: man sieht nicht durch Augen, man hört nicht durch Ohren, man denkt nicht durch den physischen Verstandesapparat, man bedient sich der Organe des Ätherleibes. Das tat er. Dann aber trat vor ihm die lebendige Weisheit auf; nicht Gedanken, die Menschen denken können oder gedacht haben, sondern die Gedanken, nach denen die Götter draußen die Welt geformt haben. Dasjenige, was wir heute Gedanken nennen, was wir fabrizieren mit dem Instrument des Gehirns als Gedanken, das kannte überhaupt der wirklich im geistigen Leben stehende Inder nicht. Spintisiert, ausgedacht, verstandesmäßig überlegt hat der eben gar nicht, sondern bei ihm war es so,daß er herausstieg aus dem physischen Leib und in dem Ätherleib schaute. Um ihn herum war, wie eine momentane Gabe der göttlichen Welt, die ganze kosmische Summe der Gottesgedanken, aus denen hervorgesprossen ist die Welt. Wie die Götter gedacht haben in den Musterbildern für alle Dinge, das stand vor seinem Äthersinnesorgan, das schaute er. Er brauchte nicht logisch zu denken. Warum müssen wir logisch denken? Wir müssen das aus dem Grunde, weil wir durch das logische Denken die Wahrheit erst finden sollen, weil wir uns irren können, wenn wir unsere Gedanken in Verbindung bringen. Wären wir so organisiert, daß sich der richtigeGedanke an den richtigen Gedanken im unmittelbaren Erfühlen reihte, dann brauchten wir keine Logik. Der alte Inder brauchte keine Logik, er schaute die Gedanken der Götter, und die waren schon von selbst richtig. So hatte er um sich gewoben ein ätherisch-kosmisches Netz, gewoben aus den Gedanken der Götter. Er schaute zu gleicher Zeit in diesem Gedankengewebe, das ihm wie ein die Welt durchwebendes Seelenlicht schien, die urewige Weisheit. So, in dieser höchsten Vollendung, wie ich es Ihnen eben geschildert habe, konnten es allerdings nur die heiligen Rishis, und sie konnten aus diesem Schauen heraus verkünden die großen Weltenwesenheiten. Was hatten sie dann also für eine Empfindung? Sie hatten die Empfindung, daß mit diesem Weltengewebe von Weisheit, in dem alles eingeschrieben war in lebendigen Vorbildern, das Ganze durchwoben und durchströmt von der Seele des Lichtes, in sie einströmte die Wahrheit, die Erkenntnis. So wie der spätere Mensch das Gefühl hat, daß etwas in ihn einströmt, wenn er die Atemluft einsaugt, so hatte der alte Inder das Gefühl, daß ihm die Götter entgegenschickten die Weisheit, und er sie einsaugt, so wie uns die Atemluft entgegengeschickt wird, die wir dann einsaugen. Seelenlicht, und dieses Seelenlicht durchgeistigt von Weisheit, sogen die alten heiligen Rishis ein, und sie konnten das, was sie so einsogen, lehren denjenigen, die ihre Bekenner wurden. Dafür konnten sie aber auch sagen: alles dasjenige, was sie verkünden, ist ausgehaucht von Brahman selber. Das ist sogar der tiefe, wörtlich richtige Ausdruck: «Ausgehaucht ist es von Brahman und eingeatmet von den Menschen.» Dies war die Stellung der heiligen Rishis zu der Weisheit der Welt, zu dem, was sie verkündeten, was dann in den verschiedenen Partien der Veden, man könnte sagen, nur in schwachen Bildern niedergeschrieben ist. Denn dasjenige, was die heiligen Rishis lehrten, ist eben nur in schwachen Nachbildern in den Veden niedergeschrieben. Und wenn die Veden heute gelesen werden, so sollten sich die Menschen bewußt sein, daß das schwache Nachbilder sind der ursprünglichen heiligen Weisheit der Rishis. Dennoch aber müssen wir in den Veden etwas anderes sehen, als was wir sonst in Schriftwerken finden. Wir können in der Welt die mannigfaltigsten Schriftwerke finden, wir können auf diesem oder jenem Standpunkte stehen, wir können sagen: Ein inneres, seelisches, durchchristetes Leben tritt uns zum Beispiel im Johannes-Evangelium entgegen; wenn wir aber den Ausdruck nehmen, der uns darinnen gegeben ist, den äußeren Ausdruck des Johannes-Evangeliums, so steht er seinem Inhalte ferner als das, was in den Veden steht, zu seinem Inhalte. Es ist ein innigerer Zusammenhang zwischen dem Ausdrucke und dem Inhalte der Veden, weil unmittelbar sozusagen eingeflossen und wiedergegeben worden ist im Vedenworte das, was eingeatmet worden ist; während der Schreiber des Johannes-Evangeliums die tiefen Weistümer so geschrieben hat, daß er sie empfangen und sie hinterher niedergeschrieben hat, und der Ausdruck weiter absteht von dem, was der Inhalt ist.

[ 11 ] In the first cultural epoch of the post-Atlantean era, among the ancient Indian people, the etheric body was still far more separate from the physical body than it is today. The ancient Indian could still make use of this etheric body and its organs of that time if he did not become absorbed in the life of the physical body but instead devoted himself to the etheric body—if, so to speak, he forgot that he was inhabiting the physical body. When they did this, they felt as if they had been lifted out of themselves; as if, so to speak, they had been drawn from their sheath like a sword. As he felt this, he also sensed something that can be described as follows: one does not see through the eyes, one does not hear through the ears, one does not think through the physical apparatus of the intellect; rather, one makes use of the organs of the etheric body. That is what he did. But then the living wisdom appeared before him; not thoughts that human beings can think or have thought, but the thoughts according to which the gods out there have shaped the world. What we today call thoughts—what we fabricate as thoughts using the brain as an instrument—the Indian who truly lived in the spiritual life did not know at all. He did not at all “spun out,” “devise,” or “reason out” anything in this way; rather, he would step out of his physical body and look through his etheric body. Surrounding him, like a momentary gift from the divine world, was the entire cosmic sum of the gods’ thoughts, from which the world had sprung forth. How the gods had conceived all things in their archetypes—this stood before his etheric sense organ; this is what he beheld. He had no need to think logically. Why must we think logically? We must do so because it is only through logical thinking that we are to find the truth, because we can err when we connect our thoughts. If we were organized in such a way that the right thought followed the right thought in immediate intuition, then we would have no need for logic. The ancient Indian had no need for logic; he beheld the thoughts of the gods, and these were already correct in and of themselves. Thus he had woven around himself an etheric-cosmic web, woven from the thoughts of the gods. At the same time, within this web of thought—which appeared to him as a light of the soul weaving through the world—he beheld the eternal wisdom. Indeed, only the holy Rishis could attain this highest perfection, as I have just described to you, and from this vision they were able to proclaim the great world beings. What, then, was their experience? They had the experience that, within this cosmic fabric of wisdom—in which everything was inscribed in living archetypes, the whole interwoven and permeated by the soul of light—truth and knowledge flowed into them. Just as modern humans have the feeling that something flows into them when they inhale the air they breathe, so the ancient Indians had the feeling that the gods sent them wisdom, and that they inhaled it, just as the air we breathe is sent to us, which we then inhale. The ancient holy Rishis drew in the light of the soul—a light imbued with wisdom—and they were able to teach what they had thus absorbed to those who became their followers. In return, they could also say: everything they proclaim is breathed forth by Brahman itself. This is, in fact, the profound and literally accurate expression: “It is breathed out by Brahman and inhaled by human beings.” This was the stance of the holy Rishis toward the wisdom of the world, toward what they proclaimed—which is then recorded in the various parts of the Vedas, one might say, only in faint images. For what the holy Rishis taught is recorded in the Vedas only as faint reflections. And when the Vedas are read today, people should be aware that these are faint reflections of the original sacred wisdom of the Rishis. Nevertheless, we must see something different in the Vedas than what we otherwise find in written works. We can find the most diverse written works in the world; we can take this or that standpoint; we can say: An inner, spiritual, Christ-imbued life is presented to us, for example, in the Gospel of John; but if we take the expression given to us there—the outward expression of the Gospel of John—it stands farther removed from its content than what is written in the Vedas stands from its content. There is a more intimate connection between the expression and the content of the Vedas, because what was breathed in has, so to speak, been directly infused into and reflected in the words of the Vedas; whereas the writer of the Gospel of John recorded these profound teachings in such a way that he first received them and then wrote them down afterward, and the expression stands further removed from the content.

[ 12 ] Diese Dinge müssen uns klar sein, wenn wir die Weltenentwickelung wirklich verstehen wollen. Daher müssen wir empfinden, daß es ein natürliches Gefühl ist, wenn der Christ sagt: «Ich schätze das JohannesEvangelium über alles», wenn der Christ aber auch das Bedürfnis hat, nicht bei dem Worte dieses Evangeliums stehenzubleiben, sondern durchzudringen, wie es die Geist-Erkenntnis tut, zu dem spirituellen Gehalt dieses Johannes-Evangeliums, wenn er sagt: «Mir wird es erst dadurch, was es sein soll, daß ich durchdringe zu demjenigen, was da im äußeren Ausdrucke gegeben ist.» Derjenige aber, der sich in der richtigen Weise zu den Veden stellen will, der muß sich wie der alte Inder dazu stellen, das heißt er muß sagen: «Dasjenige, was in den Veden selbst steht, hat kein Mensch hinterher bloß nachgeschrieben als Ausdruck der göttlichen Weisheit, sondern das ist unmittelbar eine Nachbildung dessen, was eingeatmete Weisheit ist.» Daher ist das Vedawort, daher sind die Teile der Veden, namentlich der Rig-Veda, nicht nur Urkunden über Heiliges, sondern selbst ein Heiliges für diejenigen, die empfanden, wie der Zusammenhang ist. Und dadurch die unendliche Verehrung des Veda selber wie eines göttlichen Wesens in alten Zeiten. Das müssen wir nur verstehen. Und wir müssen es verstehen aus der Seele des alten Inders heraus. Und wir müssen mancherlei lernen, weil wir ja einem Ideale entgegengehen, dem Ideale, die erste Kulturepoche in Erhöhung wiederzufinden, das heißt wieder zu begründen. Wir müssen etwas von dem lernen, was zum Beispiel gesagt wird in bezug auf das Vedawort, daß Baravadscha durch drei Jahrhunderte hindurch den Veda studiert hat. Der heutige Mensch wird glauben, wenn er drei Jahrhunderte den Veda studierte, daß er ungeheuer vieles wüßte; er wird verhältnismäßig schon, wenn er viel kürzere Zeit ihn studiert hat, glauben, daß er vieles weiß. Da kam, so wird uns erzählt, eines Tages zu Baravadscha der Gott Indra und sagte zu ihm: «Du hast jetzt durch drei Jahrhunderte den Veda studiert; siehe einmal, drei hohe Berge sind da, mächtig hohe Berge! Der eine bedeutet den ersten Teil des Veda, den Rig-Veda, der zweite Berg bedeutet den zweiten Teil des Veda, den Sama-Veda, und der dritte Berg bedeutet den dritten Teil des Veda, den Yagur-Veda. Du hast sie studiert, diese drei Vedenteile, durch drei Jahrhunderte.» Dann nahm der Indra drei kleine Klumpen von Erde, gerade so viel als man in einer Hand halten kann, aus diesen Bergen heraus und sagte: «Sieh dir diese Klumpen an! Soviel weißt du jetzt von den Veden, wie sich diese Klumpen verhalten zu den großen, mächtigen Bergen.» Verwandeln Sie einmal dies, was da ausgesprochen wurde, in ein Gefühl, dann heißt es: treten Sie an die höchste Weisheit heran, sei es in dieser oder jener Form, auch in der Form, wie sie uns heute entgegentritt, wo wir berufen sind, nicht aus Büchern, sondern aus dem, was in der Welt steht, durch die Botschaft des Rosenkreuzes wiederum die Weisheit zu suchen, und wenden Sie das an auf dasjenige, was uns als Geistes-Erkenntnis gegeben wird, und fühlen Sie so und stellen Sie sich in der richtigen Weise dazu, so werden Sie kaum sagen können von sich, daß Sie soviel von GeistErkenntnis gehört haben wie Baravadscha damals von den Veden; aber es sollte sich dieses Gleichnis von Baravadscha ein jeder gesagt sein lassen, dann wird er gefühlsmäßig in das richtige Verhältnis sich setzen zur umfassenden Weisheit der Welt. Und von solcher Art wird dieses Gefühl sein, daß ein Unendliches empfunden wird, von dem wir immer nur einen kleinen Klumpen haben können. Dadurch bekommen wir auch die richtige Sehnsucht, in der richtigen Weise vorzuschreiten und Geduld zu haben, bis sich wieder ein kleines Klümpchen anserzt. Die Ahnung gehört zu den allerwohltätigsten Gefühlen der Menschenseele. Vieles kann gelernt werden aus der uralten Weisheit des Orients; zu dem Wertvollsten, was gelernt werden kann aus diesem Lichte, gehören solche Dinge, die sich auf unser Gefühl und unsere Empfindung beziehen; und das ist etwas von demjenigen, was der Gott Indra dem Baravadscha als eine Art von Anleitung gab, sich in der richtigen Weise zu den Veden zu stellen. Solche Gefühle von heiliger Scheu, von Ehrfurcht müssen wir uns wieder erringen, wenn wir entgegengehen wollen einem Zeitraume, wo wir hineinschauen dürfen in das, was die Verkündigung der neueren Mysterien ist, wo wir wiederum hineinschauen in jenen Weisheitsteppich, der aus den göttlichen Gedanken gewoben ist und nicht aus den Menschengedanken. Das ist auch das allerbeste, was wir an Gefühlen lernen. Aber wir wollen nicht glauben, . daß wir diese Gefühle im gewöhnlichen Bewußtsein schon haben, sondern wir müssen uns klar sein, daß zu den höchsten Gefühlen der Weg eben durch das Wissen geht. Und wenn man den Gedanken umgehen will, wenn man zu bequem ist, so durch die Atherhöhe der Gedanken die Gefühle zu suchen, so wird man bei den gewöhnlichen trivialen Gefühlen bleiben und sie nur verwechseln mit dem, was innere Versenkung der Seele in die Göttlichkeit ist. Solche Gefühle, wie sie im alten Indien zu finden waren, gehörten als ein Grundzug der ganzen Weisheit im ersten nachatlantischen Zeitraume dazu, um in der richtigen Weise sich damals zur Welt zu stellen und eine Einheit zu empfinden in den geistigen Welten, die man findet, wenn man den Weg nach auswärts oder einwärts sucht. Bei allen folgenden Kulturen muß sich ein anderes zeigen.

[ 12 ] We must be clear about these things if we truly want to understand the development of the world. Therefore, we must recognize that it is a natural feeling when a Christian says, “I value the Gospel of John above all else,” but also when that Christian feels the need not to stop at the words of this Gospel, but to penetrate—as spiritual knowledge does—to the spiritual content of the Gospel of John, when he says: “It only becomes what it is meant to be for me when I penetrate to that which is given in the outer expression.” But the one who wishes to approach the Vedas in the right way must do so as the ancient Indian did; that is, he must say: “What is written in the Vedas themselves was not merely transcribed by any human being afterward as an expression of divine wisdom, but is a direct reflection of what is breathed-in wisdom.” Therefore, the Vedic word—and the parts of the Vedas, particularly the Rig Veda—are not merely records of the sacred, but are themselves sacred to those who sensed the nature of this connection. And this explains the infinite veneration of the Veda itself as a divine being in ancient times. We need only understand this. And we must understand it from the perspective of the ancient Indian soul. And we must learn many things, for we are, after all, moving toward an ideal—the ideal of rediscovering the first cultural epoch in a heightened form, that is, of reestablishing it. We must learn something of what is said, for example, regarding the Vedic account that Baravaja studied the Veda for three centuries. People today would believe that if they studied the Veda for three centuries, they would know an immense amount; they would already believe, even after studying it for a much shorter time, that they know a great deal. Then, so we are told, one day the god Indra came to Baravaja and said to him: “You have now studied the Veda for three centuries; look, there are three high mountains there—mighty high mountains! One represents the first part of the Vedas, the Rig Veda; the second mountain represents the second part of the Vedas, the Sama Veda; and the third mountain represents the third part of the Vedas, the Yajur Veda. You have studied these three parts of the Vedas for three centuries.” Then Indra took three small clumps of earth—just enough to hold in one hand—from these mountains and said: “Look at these clumps! You now know as much about the Vedas as these clumps relate to the great, mighty mountains.” Try to transform what has been said here into a feeling; then it means: approach the highest wisdom, be it in this or that form, even in the form in which it confronts us today, where we are called—not from books, but from what exists in the world—to seek wisdom once more through the message of the Rosicrucians, and apply this to what is given to us as spiritual knowledge; and if you feel this way and adopt the right attitude toward it, you will hardly be able to say of yourself that you have heard as much about spiritual knowledge as Baravaja did back then about the Vedas; but everyone should take Baravaja’s parable to heart; then they will intuitively place themselves in the proper relationship to the all-encompassing wisdom of the world. And this feeling will be of such a nature that we sense an Infinite, of which we can ever possess only a small fragment. Through this, we also gain the proper longing to proceed in the right way and to have patience until another small fragment is added. This sense of the Infinite belongs to the most beneficial feelings of the human soul. Much can be learned from the ancient wisdom of the East; among the most valuable things that can be learned from this light are those that relate to our feelings and sensibilities; and this is part of what the god Indra gave to Baravaja as a kind of guidance on how to approach the Vedas in the right way. We must regain such feelings of sacred awe and reverence if we wish to move toward an era in which we may look into what the proclamation of the newer mysteries is, in which we may once again look into that tapestry of wisdom woven from divine thoughts and not from human thoughts. This is also the very best we can learn in terms of feelings. But we must not believe that we already possess these feelings in our ordinary consciousness; rather, we must be clear that the path to the highest feelings lies precisely through knowledge. And if one wishes to bypass thought—if one is too complacent to seek feelings through the etheric heights of thought—one will remain with ordinary, trivial feelings and merely confuse them with what is the soul’s inner immersion in the divine. Such feelings, as were found in ancient India, were a fundamental feature of the entire wisdom of the first post-Atlantean epoch, enabling people at that time to relate to the world in the right way and to experience a unity in the spiritual worlds—a unity found when one seeks the path outward or inward. In all subsequent cultures, a different path must emerge.

[ 13 ] Während in dem alten Indien eine Vereinigung ist der beiden Wege, gehen die folgenden Zeiträume, der urpersische Zeitraum, der chaldäisch-ägyptische Zeitraum, der griechisch-lateinische Zeitraum in bezug auf die beiden Offenbarungen von innen und außen die Wege, die wir als eine Gabelung bezeichnen können. Auf der einen Seite haben wir die Offenbarung von außen, auf der anderen Seite die Offenbarung von innen. So ist es schon in dem zweiten Zeitraum der nachatlantischen Kulturen. Da haben wir auf der einen Seite nicht nur den Weg des Volkes, sondern auch den Weg der Mysterien, sowohl nach außen in das Reich des Ahura Mazdao, als nach innen, Was man innerhalb der altindischen Denkweise noch lebendig erschaut hat, das einheitlich hinter den beiden Geisteswelten Dahinterstehende, das war für den zweiten nachatlantischen Zeitraum etwas, was gleichsam schon dem Blicke entschwunden war, was schon in einem undurchdringlichen Untergrunde des Daseins war, wovon man noch eine Ahnung hatte, was aber nicht mehr in der Seele leben konnte. Der alte Inder fühlte: «Da gehe ich hinaus, auf der anderen Seite gehe ich hinein und komme zur Einheit.» Der Perser ging den Weg nach außen und sagte, wenn er sich an die Lehre des Zarathustra hielt: «Ich komme zu Ormuzd!» und wenn er den Weg nach innen ging: «Ich komme zu der Wesenheit des Mithras!» Aber es schlossen sich ihm diese zwei Wege nicht mehr zusammen. Er ahnte nur noch, daß sie sich zusammenfinden müssen irgendwo. Daher sprach er von dem Wesen als dem Unbekannten im Dunkel, das man nur ahnen kann, dem unbekannten Urgotte, Das war nur noch ein urgeistiges Wesen, von dem man wußte, daß es dasein muß, das man aber nicht mehr finden konnte. Zaruana akarana, das war der Name für diesen im Dunkel wesenden, aber nicht mehr auf den beiden Wegen erreichbaren persischen Gott. Was man erreichen konnte, war das, was hinter dem Teppich der äußeren Sinneswelt lag. Da war zunächst dasjenige, auf was Zarathustra hinwies. Also etwas, was schon ein Abkömmling war des Zaruana akarana. Es war der Gott Ahura Mazdao, der Herrscher im Reiche der Sonnengeister, in dem Reiche, aus dem die wohltätigen Wirkungen herunterkamen, die im Gegensatz zu den physischen Sonnenwirkungen als die geistigen zu bezeichnen sind, der Geist, von dem zum Beispiel der alte Perser das ableitete, was an Sittenregeln und an Gesetzen vorhanden war, was der Eingeweihte — der war es, der sich durch die Einweihung zu den Sittenregeln und Gesetzen hinaufschwang - herunterholte als Sittengesetze, als Gesetze des menschlichen Handelns, der menschlichen Verrichtungen und so weiter. Das also war der eine Weg; und man sah sozusagen in höchster Region diesen Geist, der der Geist der Sonne ist, walten; da sah man seine Diener, die Amshaspands, diejenigen, die sich gleichsam um seinen Thron herumstellten, die seine Boten waren. Während er das gesamte Reich regierte, lenkten diese die einzelnen Teile. Untergeordnetere Wesenheiten, welche wiederum unter den Amshaspands stehen, sind diejenigen, die man gewöhnlich dieIzets oder Izarats nennt. So daß der alte Perser hinausblickte in das Reich hinter den Teppich der Sinnenwelt, und eine höchste geistige Wesenheit sah: Ahura Mazdao und unter ihm ein Korps von Amshaspands; dann wiederum untergeordnetere Wesenheiten, die Izets oder Izarats; und es gab noch Wesenheiten, von denen wir sagen können, daß sie dasjenige sind in der geistigen Welt, was die Gedanken der Menschen in der Seele sind. Diese Gedanken in der menschlichen Seele sind ja nur Schattenbilder ihrer Wirklichkeiten; draußen in der spirituellen Welt entsprechen unseren Gedanken gewisse geistige Wesenheiten. Für die altpersische Auffassung waren diese Wesenheiten, die man Fravashis nannte, diejenigen, die sozusagen unmittelbar über dem Menschen standen. So also dachte man sich innerhalb der persischen Entwickelung das Reich hinter dem Teppich der Sinnenwelt mit einer Stufenfolge von geistigen Wesenheiten bis hinauf zu Ormuzd. In dem Augenblick aber, wo man nicht den völligen Einklang sieht zwischen dem geistigen Reiche, das man findet auf dem Wege nach außen, und dem geistigen Reiche, das man findet auf dem Wege nach innen, da hängt es schon im hohen Grade von dem Menschen ab, wie er namentlich das Reich im Innern sieht. Nun war aber auch die ganze Natur den persischen Menschen eine andere geworden, als es die Natur den altindischen war. Diese Eigentümlichkeit, den Ätherleib noch so weit draußen zu haben, die hatte der Angehörige der altpersischen Menschheit nicht mehr; da war schon der Ätherleib viel weiter in den physischen Leib hineingeschlüpft. Daher konnten sich die Angehörigen des altpersischen Volkes nicht mehr der Organe des Ätherleibes bedienen, wie die Angehörigen des altindischen Volkes das konnten. Die Organe, deren sich die Angehörigen des altpersischen Volkes bedienten, waren diejenigen Organe, die ursprünglich dem Menschen eingegliedert waren in dasjenige, was wir heute den Empfindungsleib nennen. Sie wissen ja, daß wir am vollständigen Menschen zu unterscheiden haben den physischen Leib, den Ätherleib, den Empfindungsleib, die Empfindungsseele, die Verstandesseele, die Bewußtseinsseele, dann dasjenige, was man Geistselbst nennt, dann den Lebensgeist, und schließlich den eigentlichen Geistmenschen.

[ 13 ] While in ancient India there is a union of the two paths, the subsequent periods—the Proto-Persian period, the Chaldean-Egyptian period, and the Greek-Latin period—follow, with regard to the two revelations from within and without, paths that we might describe as a fork in the road. On the one hand, we have the revelation from without; on the other, the revelation from within. This is already the case in the second epoch of post-Atlantean cultures. There, on the one hand, we have not only the path of the people but also the path of the mysteries—both outward into the realm of Ahura Mazda and inward, What was still vividly perceived within the ancient Indian way of thinking—that which lies unified behind the two spiritual worlds—was, for the second post-Atlantean epoch, something that had, as it were, already vanished from view, something that was already in an impenetrable depths of existence, of which one still had a faint inkling, but which could no longer live in the soul. The ancient Indian felt: “There I go out; on the other side I go in and come to unity.” The Persian took the path outward and said, when he followed the teaching of Zarathustra: “I come to Ormuzd!” and when he took the path inward: “I come to the essence of Mithras!” But these two paths no longer converged for him. He could only sense that they must come together somewhere. Therefore, he spoke of the Being as the Unknown in the darkness, which one can only sense—the unknown primordial God. This was now merely a primordial spiritual Being, of whom one knew that He must exist, but whom one could no longer find. Zaruana akarana—that was the name for this Persian god who dwelt in the darkness but could no longer be reached by either of the two paths. What could be reached was that which lay beyond the veil of the outer sensory world. There was, first of all, that to which Zarathustra pointed. In other words, something that was already a descendant of Zaruana akarana. It was the god Ahura Mazdao, the ruler of the realm of the sun spirits, the realm from which the beneficent effects descended—effects that, in contrast to the physical effects of the sun, must be described as spiritual—the spirit from which, for example, the ancient Persians derived their moral codes and laws, which the initiate — for it was he who, through initiation, ascended to the moral precepts and laws — brought down as moral laws, as laws governing human action, human activities, and so on. So that was one path; and one saw, so to speak, this Spirit—which is the Spirit of the Sun—reigning in the highest region; there one saw its servants, the Amshaspands, those who stood, as it were, around its throne, who were its messengers. While it ruled the entire realm, they guided the individual parts. Beings of a lower order, who in turn are subordinate to the Amshaspands, are those commonly called the Izets or Izarats. Thus, the ancient Persian looked out into the realm beyond the veil of the sensory world and saw a supreme spiritual being: Ahura Mazda—and beneath him a corps of Amshaspands; then, in turn, subordinate beings, the Izets or Izarats; and there were still other beings of whom we can say that they are to the spiritual world what human thoughts are to the soul. These thoughts in the human soul are, after all, only shadows of their realities; out in the spiritual world, certain spiritual beings correspond to our thoughts. According to the ancient Persian conception, these beings, called Fravashis, were those who stood, so to speak, immediately above human beings. Thus, within the course of Persian development, the realm beyond the veil of the sensory world was conceived as a series of levels of spiritual beings extending all the way up to Ormuzd. But the moment one fails to see complete harmony between the spiritual realm found on the path outward and the spiritual realm found on the path inward, it depends to a great extent on the individual how he or she perceives, in particular, the inner realm. Now, however, the entire natural world had also become different for the Persian people than it had been for the ancient Indians. This characteristic—of having the etheric body still so far outside—was no longer present in the members of the ancient Persian people; there, the etheric body had already slipped much further into the physical body. Consequently, the members of the ancient Persian people could no longer make use of the organs of the etheric body in the same way that the members of the ancient Indian people could. The organs used by the members of the ancient Persian people were those that had originally been integrated into what we today call the sensory body. As you know, in the complete human being we must distinguish between the physical body, the etheric body, the sensory body, the sensory soul, the intellectual soul, the conscious soul, then what is called the spiritual self, then the life spirit, and finally the actual spiritual human being.

Geistmensch
Lebensgeist
Geistselbst

Bewußtseinsseele
Verstandesseele
Empfindungsseele

Empfindungsleib
Ätherleib
Physischer Leib

Spirit Being
Life Spirit
Spirit Self

Consciousness Soul
Intellect Soul
Feeling Soul

Sensitive Body
Etheric Body
Physical Body

[ 14 ] Der altindische Mensch bediente sich also sozusagen in der Weise, wie sie charakterisiert worden ist, seines Ätherleibes, wenn er sich zu den höchsten Erkenntnissen emporschwingen wollte. Der Perser konnte das nicht mehr; er konnte sich aber des Empfindungsleibes bedienen. Er also erhob sich zu seinen höchsten Erkenntnissen durch den Empfindungsleib. Weil er nicht mehr mit dem Ätherleib schauen konnte, so verhüllte sich die höchste Einheit vor ihm. Mit dem Empfindungsleib konnte er noch hinausblicken und in gewisser Weise astralisch sehen. Das war bei vielen Mitgliedern des persischen Volkes noch der Fall: astralisch zu sehen den Ahura Mazdao und seine Diener, weil man sich des Empfindungsleibes noch bedienen konnte. Nun wissen Sie aus der Darstellung in meiner «Theosophie», daß der Empfindungsleib gebunden ist an die Empfindungsseele. In dem Augenblick, wo also der Angehörige des altpersischen Volkes sich des Empfindungsleibes bediente, war sozusagen die Empfindungsseele dabei; aber er war noch nicht dahin gelangt, sich dieser zu bedienen, denn sie war noch nicht ausgebildet, sie mußte erst ausgebildet werden. Daher war der Angehörige des altpersischen Volkes in einer ganz besonderen Lage. Er bediente sich seines Empfindungsleibes. Da spielt immer die Empfindungsseele hinein. Die mußte er aber erst hinnehmen so, wie sie damals war. Daher mußte er empfinden: Wenn der Empfindungsleib, der jetzt schon ausgebildet ist, sich erhebt zu Ahura Mazdao, dann ist die Empfindungsseele dabei. Die ist aber in einer gewissen Gefahr, und sie wird, wenn sie ihre Empfindungen offenbart, sie geradeso in den Empfindungsleib hineinschicken; sie wird dasjenige, was von alten luziferischen Verführungen da ist, zwar nicht als solche äußern, denn dazu hat sie noch keine Fähigkeiten, aber sie wird ihre Wirkungen in den Empfindungsleib hineinschicken. — So nahm man im alten Persien Hereinwirkungen der Empfindungsseele auf den Empfindungsleib wahr, die gleichsam ein von der Außenwelt hereinleuchtendes Spiegelbild dessen darstellten, was in der Empfindungsseele von alten Zeiten her wirkte. Das ist, von innen gesehen dasjenige, was man die Wirkungen Ahrimans, die Wirkungen des Mephistopheles nennt. Daher fühlte man, man steht zwei Mächten gegenüber. Blickt man auf dasjenige, was der Mensch erlangen kann, wenn er den Blick nach außen richtet, so schaut man zu den Mysterien des Ahura Mazdao, läßt man den Blick in das Innere fallen, dann steht man mit Hilfe des Empfindungsleibes durch dasjenige, was Luzifer bewirkt hatte, vor dem Gegner des Ahura Mazdao, vor Ahriman. Es gab nur eines, welches schützte vor den Anfechtungen der Ahrimangestalt, und das trat zu Tage: wenn man durch die Einweihung der Menschheit voraneilte, wenn man die Empfindungsseele ausbildete. Wenn man diese ausbildete und reinigte, und so der Menschheit vorausschritt, dann ging man den Weg nach innen, einen Weg, der zu etwas anderem führte als zu Ahura Mazdao; dann ging man den Weg zu den lichtvollen Luziferreichen. Und dasjenige, was da die Menschenseele durchdrang auf dem Wege nach innen, das nannte man später den Gott Mithras. Daher sind die persischen Mysterien, die das Innenleben pflegten, die Mithrasmysterien. So haben wir auf der einen Seite den Gott Mithras, wenn der Mensch den Weg nach innen ging; und dasjenige, was er auf dem Wege nach außen traf, waren die Reiche des Ahura Mazdao.

[ 14 ] The ancient Indian, so to speak, made use of his etheric body in the manner described when he wished to rise to the highest levels of knowledge. The Persians could no longer do this; however, they could make use of the feeling body. They thus ascended to their highest insights through the feeling body. Because they could no longer see with the etheric body, the highest unity remained veiled from them. With the sensory body, he could still look out and, in a certain sense, see astral forms. This was still the case for many members of the Persian people: they could see Ahura Mazda and his servants astral forms because they could still make use of the sensory body. Now, as you know from the description in my Theosophy, the sensory body is bound to the sensory soul. So at the moment when a member of the ancient Persian people made use of the sensory body, the sensory soul was, so to speak, present; but he had not yet reached the point of being able to make use of it, for it was not yet developed—it first had to be developed. Therefore, the member of the ancient Persian people was in a very special situation. He made use of his sensory body. The sensory soul is always at work there. But he first had to accept it as it was at that time. Therefore, he had to realize: When the sensory body, which is now already developed, rises up to Ahura Mazdao, then the sensory soul is present. But the feeling soul is in a certain danger, and when it reveals its feelings, it will send them right into the feeling body; it will not express what remains of the old Luciferic temptations as such—for it does not yet have the capacity to do so—but it will send their effects into the feeling body. — Thus, in ancient Persia, one perceived the effects of the soul of sensation on the body of sensation, which represented, as it were, a reflection shining in from the outside world of what had been at work in the soul of sensation since ancient times. This is, viewed from within, what is called the effects of Ahriman, the effects of Mephistopheles. Consequently, people felt they were facing two powers. If one looks at what a human being can attain by turning one’s gaze outward, one beholds the mysteries of Ahura Mazda; if one turns one’s gaze inward, then—through the sensory body and by virtue of what Lucifer had wrought—one stands before the adversary of Ahura Mazda, before Ahriman. There was only one thing that protected against the temptations of the Ahrimanic figure, and this became evident: when one took the lead in the initiation of humanity, when one developed the feeling soul. If one developed and purified this, and thus went ahead of humanity, then one walked the path inward, a path that led to something other than Ahura Mazda; then one walked the path to the luminous realms of Lucifer. And that which permeated the human soul on the path inward was later called the god Mithras. Therefore, the Persian mysteries, which cultivated the inner life, are the Mithraic mysteries. Thus, on the one hand, we have the god Mithras when a person took the path inward; and what they encountered on the path outward were the realms of Ahura Mazdao.

[ 15 ] Und jetzt schreiten wir heraus in die nächste nachatlantische Kulturepoche, in die chaldäisch-ägyptische Zeit. Da haben wir eine merkwürdige Erscheinung in dieser chaldäisch-ägyptischen Zeit. Nicht umsonst benennen wir sie mit zwei Namen. Wir haben nämlich auf der einen Seite während dieser Kulturepoche drüben in Asien Angehörige der nördlichen Völkerströmung, das ist das chaldäische Element; und _ der anderen Strömung gehört das ägyptische Element an, der Völkerströmung, die auf dem südlichen Wege gezogen ist. Da haben wir eine Epoche, wo zwei Völkerströmungen zusammenstoßen. Und wenn Sie sich erinnern, daß die nördliche Strömung vorzugsweise den Blick nach außen entwickelte, das Suchen nach jenen Wesenheiten, die hinter dem Teppich der Sinnenwelt standen, und daß das ägyptische Volk diejenigen Geister suchte, die man auf dem Weg nach innen findet, so werden Sie begreifen, wie hier zwei Strömungen zusammenwirkten. Also da stoßen der Weg nach außen bei den Chaldäern und der Weg nach innen bei den Ägyptern zusammen. Das empfanden die Griechen auch in einer ganz richtigen Weise, wenn sie die chaldäischen Götter verglichen mit ihrem apollinischen Reiche. Sie suchten dasjenige, was ihnen von den Chaldäern’zukam, in ihren apollinischen Mysterien auf ihre Art. Wenn sie aber von Osiris sprachen und von demjenigen, was dazu gehörte, dann suchten sie das in entsprechender Weise bei sich in ihren dionysischen Mysterien. Man hatte dazumal ein ahnendes Bewußtsein davon, wie die geistigen Zusammenhänge wirklich sind.

[ 15 ] And now we move on to the next post-Atlantean cultural epoch, the Chaldean-Egyptian era. There is a curious phenomenon in this Chaldean-Egyptian era. It is not without reason that we refer to it by two names. For on the one hand, during this cultural epoch over in Asia, we have members of the northern stream of peoples—that is, the Chaldean element; and _ the Egyptian element belongs to the other stream, the stream of peoples that traveled along the southern route. Here we have an epoch in which two streams of peoples collide. And if you recall that the northern movement primarily developed an outward gaze—the search for those beings that lay behind the veil of the sensory world—and that the Egyptian people sought those spirits found on the path inward, you will understand how these two movements interacted here. So here the outward path of the Chaldeans and the inward path of the Egyptians converge. The Greeks also perceived this quite correctly when they compared the Chaldean gods with their Apollonian realm. They sought what they had received from the Chaldeans in their own way within their Apollonian mysteries. But when they spoke of Osiris and all that pertained to him, they sought the corresponding elements within their own Dionysian mysteries. In those days, people had a premonitory awareness of how spiritual connections truly work.

[ 16 ] Nun schreitet die Menschheit aber vor in der Zeit; sie kommt immer weiter, bildet neue Glieder aus. In der altindischen Periode hat man den Ätherleib und seine Organe ausgebildet; in der urpersischen Periode bediente man sich des Empfindungsleibes und bildete diesen aus, und in der chaldäisch-ägyptischen Periode bildete man nun die Empfindungsseele, das heißt ein vorzugsweise inneres Glied aus, Während der Empfindungsleib noch nach außen gerichtet ist, ist die Empfindungsseele schon nach innen gerichtet. Man entfernt sich also von demjenigen noch mehr als früher, was göttlich-geistige Welten sind. Man lebt ein inneres Leben in der Seele und muß dies Leben gegenüber dem, was nicht im Menschen ist, beschränken auf das, was dieSinne wahrnehmen. So ist auf der einen Seite immer mehr und mehr das Reich der Sinnenwelt dagewesen, und auf der anderen Seite hat sich das Seelenleben immer mehr und mehr verselbständigt. Die Kultur der Empfindungsseele ist die Kultur des dritten Zeitraums. Dasjenige aber, was die Empfindungsseele ausbildet, das sind jetzt nicht mehr geschaute Weisheiten, die wie aus einem Teppich der Umwelt abgelesen werden. Das ähnelt schon dem, was der heutige Mensch ausdenkt, obwohl es, weil der heutige Mensch schon bis zur Bewußtseinsseele vorgedrungen ist, damals noch viel lebendiger ist. Es sind sozusagen die Gedanken noch vollsaftiger; sie sind lebendigere Gedanken als heute, Gedanken, die so lebendig sind, wie heute für uns die Empfindung «rot» ist. Der Mensch empfindet heute seine Gedanken nicht mehr mit derselben Intensität, wie er einen Geschmack oder Geruch empfindet. Damals, als in der ägyptischen Zeit die Empfindungsseele vorzugsweise ausgebildet wurde, waren die Gedanken so, daß sie so lebendig in der Seele lebten wie heute die Empfindung der roten Farbe, eines Geruchs oder eines Geschmacks. Heute sind die Gedanken abgeblaßt, abstrakt geworden. Konkret waren sie damals. Sie waren noch mehr geschaute Gedanken, wenn auch nicht solche Gedanken, die man draußen ausgespannt erblickte in der physischen Welt, so doch Gedanken, von denen man fühlte: man hat sie nicht ausgeklügelt, sondern es sind Gedanken, die aufsteigen in der Seele wie Eingebungen, die auffluteten und da waren. Man sagte nicht mehr: man atmet die Weisheit ein — aber man ist von den Gedanken lebendig durchdrungen, sie sprießen herauf in der Seele, sie sind von der spirituellen Welt in unsere Seele heraufgetrieben.

[ 16 ] But humanity continues to advance through time; it keeps moving forward, developing new aspects. During the ancient Indian period, the etheric body and its organs were developed; in the proto-Persian period, the sensory body was utilized and developed, and in the Chaldean-Egyptian period, the sensory soul—that is, a primarily inner constituent—was developed. While the sensory body is still directed outward, the sensory soul is already directed inward. Thus, one moves even further away than before from the divine-spiritual worlds. One lives an inner life in the soul and must limit this life—in relation to what is not within the human being—to what the senses perceive. Thus, on the one hand, the realm of the sensory world has become increasingly prominent, and on the other hand, the life of the soul has become more and more independent. The culture of the feeling soul is the culture of the third epoch. But what shapes the feeling soul is no longer wisdom perceived as if read from a tapestry of the environment. This already resembles what modern humans conceive, although—because modern humans have already advanced to the level of the conscious soul—it was much more vivid back then. The thoughts are, so to speak, even more vibrant; they are more vivid than today’s thoughts—thoughts as vivid as the sensation of “red” is for us today. Today, people no longer experience their thoughts with the same intensity as they experience a taste or a smell. Back then, during the Egyptian era when the sensory soul was primarily developed, thoughts were so vivid that they lived in the soul as vividly as the sensation of the color red, a smell, or a taste does today. Today, thoughts have faded and become abstract. Back then, they were concrete. They were even more like thoughts one could actually see—not thoughts that one perceived as extending outward into the physical world, but thoughts of which one felt: one had not devised them, but rather they were thoughts that arose in the soul like inspirations that welled up and were simply there. One no longer said, “One breathes in wisdom”—but one is vividly permeated by these thoughts; they spring up in the soul; they are driven up from the spiritual world into our soul.

[ 17 ] So ändert sich im Laufe der Zeit alles. Daher hatte der Angehörige der chaldäisch-ägyptischen Epoche nicht mehr das Bewußtsein von der Weisheit der Welt als wie einer ausgebreiteten Lichtwelt, die er einatmet, sondern er hatte das Bewußtsein, daß er Gedanken hatte, allerdings solche Gedanken, die als Inspiration aufstiegen. Und der Inhalt einer solchen in ihm aufsteigenden Wissenschaft, das ist die chaldäische Astrotheologie und das ist die ägyptische hermetische Weisheit. Auf diesem Wege sind sie zustandegekommen. Dasjenige, was in den Sternen lebte und sie bewegte, was in den Dingen pulste, das konnte der Mensch nicht mehr ablesen, aber es kündigte sich in seinem Innern als die alte Weisheit der chaldäisch-ägyptischen Periode an. Dabei ist es bei den Chaldäern so, daß die Menschen das Bewußtsein hatten: Dasjenige, was wir da wissen, ist nicht bloß unser Inneres; das ist ein Spiegelbild dessen, was draußen vorgeht. Bei den Ägyptern war es so, daß sie das Bewußtsein hatten: Was da aufsteigt, ist ein Spiegelbild der verborgenen Götter, die der Mensch trifft nicht zwischen Geburt und Tod, sondern zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — So waren die Ägypter und Chaldäer voneinander unterschieden, daß in ihrer Weisheit die einen wahrnehmen dasjenige, was hinter der Welt ist, in der wir leben zwischen Geburt und Tod, und die anderen, die Ägypter, in ihrer inspirierten Weisheit dasjenige, was lebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Notwendigerweise waren aber, wie Sie aus dem ganzen Sinne dieser Entwickelung sehen können, diese Eingebungen des Innern, diese aufsteigenden inspirierten Gedankenmassen fern dem eigentlichen Urwesen in seiner Einheit. Man drang sozusagen nicht mehr so weit, als man noch im Empfindungsleib hat dringen können in der urpersischen Zeit. Es war schon alles mehr abgeblaßt, es war nicht mehr so viel von der Außenwelt darinnen; die hatte sich schon mehr zurückgezogen. Man hatte also eine Weisheit der Außenwelt in sich erlebt, nicht mehr die Weisheit in der Außenwelt selber. Dennoch hatten diejenigen, die sie kennenlernten mit den rechten Gefühlen, vor den Weisheiten der urpersischen Periode den denkbar größten Respekt. Wenn man in einem Wort die paradigmatischen Weisheiten ausdrücken will, welche die Chaldäer geschaut haben über die der physischen Welt zugrunde liegende geistige Welt, so kann man sagen: das sind die chaldäischen Wahrsprüche; und die Sammlung der chaldäischen Wahrsprüche, sie hat einen hochgeachteten Weisheitsschatz gebildet in den alten Zeiten. Unendlich Wichtiges von den Geheimnissen der Welt steckt in diesen Wahrsprüchen. Man schätzte sie ebenso, wie man die Offenbarungen, die man erlebte zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt schätzte; als ägyptische Weisheitsquellen schätzte man diese.

[ 17 ] Thus, everything changes over time. Consequently, the person living in the Chaldean-Egyptian epoch no longer had the awareness of the wisdom of the world as anything other than a vast world of light that he breathed in; rather, he had the awareness that he had thoughts—though these were thoughts that arose as inspiration. And the content of this knowledge rising within them is Chaldean astrotheology and Egyptian Hermetic wisdom. This is how they came into being. What lived in the stars and moved them, what pulsed within things—human beings could no longer read this, but it manifested within them as the ancient wisdom of the Chaldean-Egyptian period. In the case of the Chaldeans, people had the awareness that: What we know here is not merely our inner self; it is a reflection of what is happening outside. Among the Egyptians, they were aware that what rises up is a reflection of the hidden gods, whom human beings encounter not between birth and death, but between death and a new birth. — Thus the Egyptians and Chaldeans differed from one another in that, in their wisdom, the former perceived what lies beyond the world in which we live between birth and death, while the latter, the Egyptians, in their inspired wisdom, perceived what lives between death and a new birth. Necessarily, however—as you can see from the overall meaning of this development—these inner inspirations, these rising, inspired masses of thought, were distant from the actual primordial being in its unity. One no longer penetrated, so to speak, as far as one had been able to penetrate while still possessing the sensory body in the pre-Persian era. Everything had already faded somewhat; there was no longer as much of the outer world within; it had already withdrawn to a greater extent. Thus, one had experienced a wisdom of the outer world within oneself, rather than the wisdom in the outer world itself. Nevertheless, those who came to know it with the right feelings held the greatest conceivable respect for the wisdom of the primordial Persian period. If one wishes to express in a single word the paradigmatic wisdom that the Chaldeans perceived concerning the spiritual world underlying the physical world, one might say: these are the Chaldean proverbs; and the collection of Chaldean proverbs constituted a highly revered treasure trove of wisdom in ancient times. These maxims contain infinitely important insights into the mysteries of the world. They were valued just as highly as the revelations experienced between “death and a new birth”; they were regarded as Egyptian sources of wisdom.

[ 18 ] Aber noch dunkler und schattenhafter war dasjenige Wesen geworden, das noch in voller Gegenwart des Erkennens in der altindischen Kulturepoche war und sich nun seiner tieferen Wesenheit nach zurückgezogen hatte vor dem Blicke. Noch schattenhafter als Zaruana akarana ist dieses höchste einheitliche Wesen der chaldäisch-ägyptischen Weisheit. Die Chaldäer nennen es Anu, und es bezeichnet etwas, was die Einheit ist der beiden Welten, was aber weit,weit über demjenigen, was man erkennen kann, erhaben liegt. Und auch in diejenigen Regionen, in die noch der Zarathustramensch hinaufgeschaut hat, wagen die Chaldäer nicht mehr hinaufzuschauen, sondern sie schauen hinauf in diejenigen Regionen, die schon sehr nahe stehen dem menschlichen Gedanken. Da, sagen sie, findet sich zwar alles, denn das Höchste findet sich im Niedrigsten auch, aber da finden sie etwas, was sie als ein Wesen bezeichnen, das eine Abschattierung ist von dem Höchsten. Sie nannten das Apason. Dann sahen sie etwas, was ihnen erschien wie eine Abschattung dessen, was wir etwa heute substantiell unter dem Geistesmenschen stehend denken würden, was wir aus dem Lebensgeist geformt denken würden. Das nannten sie etwa so, daß wir ihr Wort nachbilden können, wenn wir sprechen Tauthe. Dann hatten sie ein Wesen, das nannten sie Moymis. Moymis war ungefähr dasjenige, was die Geist-Erkenntnis heute gewohnt ist einen Weltgeist zu nennen, was ein Wesen ist, bei dem das unterste Glied das Geistselbst ist. So erblickten sie eine Dreiheit, die über ihnen stand. Sie waren sich aber bewußt, daß diese Dreiheit nur in bezug auf ihre untersten Glieder ihnen ihre wahre Gestalt zeigte, daß die höheren Glieder Abschattungen des Höheren sind, das sich zurückgezogen hatte vor ihnen. Und wie ein Abkömmling dieser Wesenheit, die etwa Moymis zu nennen ist, in der Region der Ichheit oder des Feuerwesens, muß dann Bel, derjenige Gott, der als der Weltenbildner auch der Volksgott war, angesehen werden.

[ 18 ] But even darker and more shadowy had become that being which, during the ancient Indian cultural epoch, was still fully present in human consciousness and had now, in its deeper essence, withdrawn from view. Even more shadowy than Zaruana akarana is this highest, unified being of Chaldean-Egyptian wisdom. The Chaldeans call it Anu, and it denotes that which is the unity of the two worlds, yet which lies far, far above that which can be known. And even into those regions toward which the followers of Zarathustra still looked up, the Chaldeans no longer dare to look; instead, they look up into those regions that are already very close to human thought. There, they say, everything is to be found—for the highest is also found in the lowest—but there they find something they describe as a being that is a shadow of the highest. They called this Apason. Then they saw something that appeared to them as a shadow of what we today might conceive of as standing substantially below the spiritual human being—something we might imagine to be formed from the life spirit. They called this—to approximate their word—Tauthe. Then they had a being they called Moymis. Moymis was roughly what spiritual science today is accustomed to calling a world spirit—a being in which the lowest member is the spiritual self. Thus they perceived a Trinity that stood above them. They were aware, however, that this Trinity revealed its true form to them only in relation to its lowest members, and that the higher members were shadows of the Higher, which had withdrawn from their sight. And just as a descendant of this entity—which might be called Moymis—resides in the realm of the “I” or the fiery being, so too must Bel—the god who, as the creator of the worlds, was also the god of the people—be regarded as such.

[ 19 ] So sehen wir, wie auch in der Benennung der Götter sich ausdrückt das, was sich herangebildet hat im ganzen Volkswesen. Wenn der Angehörige dieser chaldäischen Welt dann den Weg nach innen antrat, so sagte er, er komme durch den Schleier des Seelenlebens in eine Welt untermenschlicher oder unterirdischer Götter. Adonis ist etwa ein späterer Name für diejenigen Wesenheiten, die sie gefunden haben auf dem Wege nach innen. Nur für die Eingeweihten war dieser Weg der gangbare, denn mit großen Gefahren war er verbunden für die Uneingeweihten. Aber der Eingeweihte erlebte dafür auch, wenn er diesen Weg ging, wenn er sich so entwickelte, daß er hinausgelangte in die Welt, die unter dem Schleier des Seelenlebens liegt — er erkannte etwas, was sich vergleichen läßt mit Erlebnissen der Einweihung von heute. Denn wir nähern uns schon den Eigentümlichkeiten, die immer mehr und mehr zu den Eigentümlichkeiten unserer Zeit sich herausbilden. Derjenige, der im alten Chaldäertume eingeweiht wurde, der machte zwei Erlebnisse durch, und man sorgte dafür, daß er diese zwei Erlebnisse möglichst so machte, daß sie zusammenfielen, daß er also den Weg betrat nach außen in die geistige Welt hinein und nach innen in die geistige Welt hinein, so daß er wenigstens ein Gefühl erhielt von einem gemeinschaftlichen Weben und Leben des Geistigen draußen und drinnen. Und dann erlebte er auf dem Wege nach innen die Begegnung mit jenem geistigen Wesen, das man innerhalb des Chaldäertums Istar nannte und von dem man wußte, daß es zu den wohltätigen Mondgottheiten gehörte. Istar stand da an der Schwelle, die sonst den Menschen verschließt, was hinter dem Seelenleben an Geistigkeit steht. Und auf der anderen Seite, wo man das Tor findet in die geistige Welt durch den Teppich der äußeren Sinneswelt, da stand der andere Hüter: Merodach oder Marduk. Merodach, er stand mit Istar da. Merodach, den wir mit dem Hüter der Schwelle, mit dem Michael vergleichen können, Merodach und Istar waren es, welche das Innere der Seele hellsehend machten und den Menschen nach den beiden Seiten hin in die geistige Welt einführten. Daher erlebte der Mensch durch diese Begegnung das, was man symbolisch auch heute noch so empfindet: Es wird dem Menschen der leuchtende Kelch gereicht, das heißt der Mensch lernt den allerersten Gebrauch seiner Lotusblumen noch tastend kennen. — Dann schreitet er allmählich weiter. So sehen Sie, wie schon _ das Überschreiten einer gewissen Schwelle in dieser Epoche notwendig ist. In Ägypten ist es etwas anders, aber doch ähnlich.

[ 19 ] Thus we see how what has developed within the entire national character is also expressed in the naming of the gods. When a member of this Chaldean world then embarked on the path inward, he said he was passing through the veil of the soul’s life into a world of subhuman or subterranean gods. Adonis, for example, is a later name for those beings they encountered on the path inward. Only for the initiates was this path passable, for it was fraught with great dangers for the uninitiated. But in return, the initiate—when he walked this path, when he developed in such a way that he reached the world lying beneath the veil of soul life—experienced something comparable to the experiences of initiation today. For we are already approaching the characteristics that are increasingly taking shape as the characteristics of our time. The one who was initiated in ancient Chaldean tradition underwent two experiences, and care was taken to ensure that these two experiences occurred as closely as possible in time—that is, that they coincided—so that he might embark on the path outward into the spiritual world and inward into the spiritual world, thereby gaining at least a sense of the interweaving and living unity of the spiritual realm both outside and within. And then, on the path inward, he experienced an encounter with that spiritual being whom the Chaldeans called Ishtar and who was known to belong to the benevolent moon deities. Ishtar stood there at the threshold that otherwise bars human beings from the spirituality that lies beyond the life of the soul. And on the other side, where one finds the gateway to the spiritual world through the tapestry of the outer sensory world, there stood the other guardian: Merodach or Marduk. Merodach stood there with Ishtar. Merodach, whom we can compare to the Guardian of the Threshold, to Michael—it was Merodach and Ishtar who made the innermost part of the soul clairvoyant and introduced human beings into the spiritual world from both sides. Thus, through this encounter, human beings experienced what is still symbolically felt today: The radiant chalice is presented to the human being; that is, the human being tentatively begins to learn the very first use of his or her lotus flowers. — Then he or she gradually proceeds further. Thus you see how, even at this stage, _crossing a certain threshold_ is necessary in this epoch. In Egypt, it is somewhat different, yet similar.

[ 20 ] So schritt die Menschheit weiter auf ihrem Wege zur Entwickelung in unsere Zeit hinein. Dann aber rückte der Zeitpunkt heran, der vorbereiten sollte das Herabkommen des kosmischen Sonnengeistes auf die Erde. Der Geist, der vorher äußerlich war, sollte nun hineintreten in die menschliche Seele, daß er im Innern zu finden ist; wie früher die luziferischen Gottheiten zu finden waren, wie Osiris im Innern zu finden war. Die beiden Wege, die sich deutlich im Gegensatze bei den Chaldäern und Ägyptern zeigten, sollten sich gegenseitig befruchten. Das mußte geschehen. Wie konnte das geschehen? Es konnte dadurch geschehen, daß ein Bindeglied geschaffen wurde. Dieses Bindeglied geht aus von Ur in Chaldäa, wie richtig die Bibel vom hebräischen Volk erzählt. Da nimmt es jene Offenbarungen mit, die von außen kommen. Dann geht es nach Ägypten, nimmt auf, was von innen kommt, und vereinigt beides, so daß zum erstenmal in Jahve eine Wesenheit voranleuchtend auftritt für Christus, welche die beiden Wege vereinigt. Was frühere Götter waren, das wird jetzt von zwei Seiten her dem Menschen kund. Wie später der Christus innerlich beleuchtet wird, so wird wenigstens von außen beleuchtet dasjenige, was früher als gewisse Götter in der Dunkelheit erscheint. So sehen wir, daß in Jahve oder Jehova eine Gottheit auftritt, die auf dem Wege nach innen gefunden wird, aber noch nicht durch sich selbst sichtbar wird, die nur sichtbar wird, wenn sie von außen beleuchtet wird. Das zurückgeworfene Christus-Licht ist bei Jehova. Da sehen wir deutlich nebeneinandertreten und sich gegenseitig befruchten diese beiden Richtungen, die uns jetzt so viel beschäftigt haben. Damit aber beginnt überhaupt etwas ganz besonders Neues im Entwickelungsgange der Menschheit. Jetzt beginnt, daß sich Äußeres und Inneres befruchten; jetzt beginnt das, wo das Innere zum Äußeren wird, wo in den Raum hinausdringt, um nebeneinander zu sein, dasjenige, was früher nur innerlich in der Zeit gelebt hat. Durchsuchen Sie Ihr Seelenleben einmal. Dieses ist nicht im Raume ausgebreitet, das verläuft in der Zeit. Die einzelnen Gedanken und Empfindungen sind hintereinander. Was draußen ist, das ist im Raume ausgebreitet, das ist nebeneinander. Daher muß jetzt das eintreten, was man nennt: das Hinausfließen von etwas, was bisher nur in der Zeit gelebt hat, in den Raum zum Nebeneinander. Das geschieht auch, daß etwas, was nur in der Zeit gelebt hat, im Raume nunmehr nebeneinanderlebt. Damit geschieht ein Wichtiges, und dieses drückt sich in ganz besonders tiefer Weise aus.

[ 20 ] Thus humanity continued on its path of evolution into our time. But then the moment approached that was to prepare for the descent of the cosmic Sun Spirit to Earth. The Spirit, which had previously been external, was now to enter the human soul so that it could be found within—just as the Luciferic deities had once been found, just as Osiris was found within. The two paths, which were clearly in contrast among the Chaldeans and the Egyptians, were to enrich one another. This had to happen. How could this happen? It could happen through the creation of a connecting link. This connecting link originates with Ur in Chaldea, as the Bible so accurately recounts regarding the Hebrew people. There it takes up those revelations that come from without. Then it proceeds to Egypt, absorbs what comes from within, and unites the two, so that for the first time in Yahweh a being appears, shining forth as a forerunner of Christ, who unites the two paths. What the earlier gods were is now revealed to humanity from two sides. Just as Christ is later illuminated from within, so too is that which formerly appeared in the darkness as certain gods illuminated, at least from the outside. Thus we see that in Yahweh or Jehovah a deity emerges who is found on the path inward but is not yet visible in and of itself—who becomes visible only when illuminated from the outside. The reflected light of Christ is present in Jehovah. There we clearly see these two directions—which have now occupied us so much—standing side by side and mutually enriching one another. With this, however, something entirely new begins in the course of human development. Now the outer and the inner begin to enrich one another; now begins the process whereby the inner becomes the outer, whereby that which previously existed only inwardly in time extends out into space to exist side by side. Examine your inner life for a moment. It is not spread out in space; it unfolds in time. Individual thoughts and feelings follow one after another. What is outside is spread out in space; it exists side by side. Therefore, what must now occur is what is called the “outflow” of something that until now has existed only in time, into space, to exist side by side. It also happens that something which has existed only in time now exists side by side in space. This brings about something significant, and it expresses itself in a particularly profound way.

[ 21 ] Alles dasjenige, was früher menschliche Geistesentwickelung war, was hinausführte über die äußere Raumeswelt, führte auch äußerlich in die Zeit hinein. Nun - alles, was zeitlich angeordnet ist, das ist nach dem Maße und nach der Natur der Siebenzahl angeordnet. Wir beherrschen den Weltenwerdegang, wenn wir die Zahl Sieben zugrunde legen, indem wir sagen: Saturn, Sonne, Mond, Erde- Mars, Merkur — Jupiter, Venus und Vulkan, indem wir zum Beispiel hier sieben Zeiträume haben. In allem, was der Zeit unterliegt, finden wir uns zurecht, wenn wir die Zahl Sieben anwenden. Daher werden wir überall da, wo wir in die Zeit hineingeführt werden, zur Siebenzahl geführt werden. Alle die Kollegien und Logen, welche aus dem Raume hinaus in das Zeitliche hineinführen, wenn sie zum Überweltlichen führen, unterliegen eben der Siebenzahl. Der Siebenzahl unterliegen die heiligen Rishis, der Siebenzahl unterliegen die anderen heiligen Lehrer der Völker bis herein zu den sieben Weisen Griechenlands. Die Grundzahl des Raumes ist die Zwölf. Und indem die Zeit herausfließt in den Raum, wird sie zur Offenbarung durch Zwölf. Daher herrscht die Zwölf da, wo die Zeit ausfließt in den Raum. Zwölf Stämme haben wir in Israel, zwölf Apostel in dem Augenblick, wo der Christus, der sich vorher in der Zeit geoffenbart hatte, herausfließt in den Raum. Was in der Zeit ist, ist hintereinander. Was daher von dem Raume in die Zeit hinführt zu den Göttern des luziferischen Reiches, führt in die Siebenzahl hinein. Wollen wir etwas charakterisieren seiner Wesenheit nach in diesem Reiche, so finden wir diese Wesenheit, wenn wir das zu Erforschende auf seine Vaterschaft zurückführen. Wir erkennen dasjenige, was in der Zeit sich entwickelt, wenn wir von dem Späteren zu dem Früheren wie vom Kind zum Vater aufsteigen. Indem wir in die Zeitenwelt, die von der Siebenzahl beherrscht ist, hineingehen, sprechen wir von den Kindern und ihrem Ursprunge, von den Kindern der geistigen Wesenheiten, von den Kindern des Luzifer. Wenn wir die Zeit herausführen in den Raum, sprechen wir von denjenigen Wesenheiten, die nebeneinanderstehen, bei denen das Stehen nebeneinander und damit auch das Fließen der Seelenimpulse von dem einen zum anderen im Raume in Betracht kommt. Wo die Siebenzahl sich dadurch, daß die Zeit in den Raum herausfließt, in die Zwölf verwandelt, hört auf der Begriff des Kindes denselben übersinnlichen Sinn zu haben; da tritt der Begriff der Bruderschaft auf; die nebeneinander leben, das sind Brüder. So steigen wir auf in der Menschheitsentwickelung, indem wir den wichtigen Begriff der Göttersöhne verwandeln in den Begriff der Brüder, die nebeneinander leben. Brüder, Geschwister leben nebeneinander. Was voneinander abstammt, lebt nacheinander. Wir sehen hier in einem wichtigen Zeitpunkt den Übergang von den Söhnen oder Kindern des luziferischen Reiches und seiner Wesenheit zu den Brüdern Christi, einen Übergang, von dem wir morgen noch weiter sprechen werden.

[ 21 ] Everything that was once the development of the human spirit—that which led beyond the outer world of space—also led outward into time. Now, everything that is arranged in time is arranged according to the measure and nature of the number seven. We can grasp the course of world evolution by taking the number seven as our foundation, saying: Saturn, Sun, Moon, Earth—Mars, Mercury—Jupiter, Venus, and Vulcan; for example, we have seven time periods here. We can find our way in everything subject to time by applying the number seven. Therefore, wherever we are led into time, we will be guided to the number seven. All the colleges and lodges that lead from the realm of space into the realm of time—when they lead to the supernatural—are governed precisely by the number seven. The holy Rishis are governed by the number seven, as are the other holy teachers of the peoples, right down to the seven sages of Greece. The fundamental number of space is twelve. And as time flows out into space, it becomes a revelation through the number twelve. Therefore, the number twelve reigns where time flows out into space. We have twelve tribes in Israel, twelve apostles at the moment when Christ—who had previously revealed Himself in time—flows out into space. What is in time is sequential. Therefore, whatever leads from space into time toward the gods of the Luciferic realm leads into the number seven. If we wish to characterize something according to its essence in this realm, we find this essence when we trace what we are investigating back to its fatherhood. We recognize that which develops in time when we ascend from the later to the earlier, as from the child to the father. As we enter the world of time, which is governed by the number seven, we speak of the children and their origin, of the children of the spiritual beings, of the children of Lucifer. When we extend time into space, we speak of those beings who stand side by side, in whom the act of standing side by side—and thus also the flow of soul impulses from one to the other in space—comes into consideration. Where the number seven is transformed into the number twelve as time flows out into space, the concept of the “child” ceases to have the same supersensible meaning; there the concept of “brotherhood” emerges; those who live side by side are brothers. Thus we ascend in the development of humanity by transforming the important concept of the “sons of the gods” into the concept of “brothers” who live side by side. Brothers and sisters live side by side. Those who are descended from one another live one after the other. Here, at a crucial juncture, we see the transition from the sons or children of the Luciferic realm and its being to the brothers of Christ—a transition we will discuss further tomorrow.