Paths and Goals of Spiritual Man
GA 125
5 June 1910, Copenhagen
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Wege und Ziele des geistigen Menschen, 2nd ed.
5. Wege und Ziele des geistigen Menschen III
5. Wege und Ziele des geistigen Menschen III
[ 1 ] Wenn man aus dem alltäglichen Bewußtsein heraus den Menschen fragt: Was ist es, was man das Ich nennen kann? — so würde einem die Antwort werden, dieses Selbstbewußtsein müßte man innerhalb der Grenzen suchen, welche die Haut umschließt. Unsere Auffassung kann bewiesen werden durch den Umstand, daß der Sitz der Seele im Kopf und im Herzen zu suchen ist. Aber im Sinne der Geisteswissenschaft ist das anders, nur ist dies nicht leicht zu erkennen.
[ 1 ] Wenn man aus dem alltäglichen Bewußtsein heraus den Menschen fragt: Was ist es, was man das Ich nennen kann? — so würde einem die Antwort werden, dieses Selbstbewußtsein müßte man innerhalb der Grenzen suchen, welche die Haut umschließt. Unsere Auffassung kann bewiesen werden durch den Umstand, daß der Sitz der Seele im Kopf und im Herzen zu suchen ist. Aber im Sinne der Geisteswissenschaft ist das anders, nur ist dies nicht leicht zu erkennen.
[ 2 ] Man kommt der geistigen Wirklichkeit näher, wenn man versucht, die übersinnlichen Tatsachen sich klar zu machen. Mit den Begriffen und Worten, die sich der Mensch ohne diese Forschungen macht, kommt er der Wahrheit nicht näher. Man wird einen guten Begriff bekommen, wenn man an ein einheitliches Bild anknüpft.
[ 2 ] Man kommt der geistigen Wirklichkeit näher, wenn man versucht, die übersinnlichen Tatsachen sich klar zu machen. Mit den Begriffen und Worten, die sich der Mensch ohne diese Forschungen macht, kommt er der Wahrheit nicht näher. Man wird einen guten Begriff bekommen, wenn man an ein einheitliches Bild anknüpft.
[ 3 ] Denken wir an einen Schiffer, der das Meer befährt. Da bildet alles Außerliche das Wesentliche, das Bestimmende; da kommt es für die Leitung des Schiffes darauf an, ob das Meer still oder bewegt ist, ob im Meere Inseln auftauchen, ob der Himmel sich bewölkt und anderes mehr. Auf alle diese äußeren Tatsachen hin ergreifen sowohl Kapitän wie Matrosen ihre Maßnahmen, alle äußeren Tatsachen sind das Wesentliche für sie. Nun könnte mancher meinen, wenn das Schiff in den Hafen eingelaufen ist, ruhe es, da wäre alle Arbeit für eine Zeitlang aus. Das ist aber nicht so. Da beginnt eine andere Arbeit. Da verrichtet das Schiff nicht mehr die Arbeit, sondern es wird an dem Schiff gearbeitet. Es wird ausgebessert, was während der Fahrt gelitten hat. Der Schiffsraum wird mit neuer Ladung gefüllt und so weiter. So kann die Fahrt und das Stilleliegen des Schiffes im Hafen verglichen werden mit dem Menschenleben, mit dem Leben während des Tages und dem Leben während der Nacht. Nur gibt es einen einzigen Unterschied, und das ist der, daß der Mensch sich um die Nachtarbeit nicht kümmert. Das Schiff muß während der Hafenarbeit für die Weiterfahrt durch Arbeiter und Matrosen brauchbar gemacht werden. Alles aber, was während der Tagesarbeit den Menschen durch die Sinne zum Handeln treibt, hört nachts auf zu wirken. Unsere Sinne, die während des Tages in unserem Körper die Arbeit ausgeführt haben, ruhen während der Nacht. Die Arbeit des Tages ruht wie das Schiff im Hafen. Und doch geht im Menschen eine Arbeit vor, die ihn fähig macht, eine neue Tagesarbeit zu beginnen.
[ 3 ] Denken wir an einen Schiffer, der das Meer befährt. Da bildet alles Außerliche das Wesentliche, das Bestimmende; da kommt es für die Leitung des Schiffes darauf an, ob das Meer still oder bewegt ist, ob im Meere Inseln auftauchen, ob der Himmel sich bewölkt und anderes mehr. Auf alle diese äußeren Tatsachen hin ergreifen sowohl Kapitän wie Matrosen ihre Maßnahmen, alle äußeren Tatsachen sind das Wesentliche für sie. Nun könnte mancher meinen, wenn das Schiff in den Hafen eingelaufen ist, ruhe es, da wäre alle Arbeit für eine Zeitlang aus. Das ist aber nicht so. Da beginnt eine andere Arbeit. Da verrichtet das Schiff nicht mehr die Arbeit, sondern es wird an dem Schiff gearbeitet. Es wird ausgebessert, was während der Fahrt gelitten hat. Der Schiffsraum wird mit neuer Ladung gefüllt und so weiter. So kann die Fahrt und das Stilleliegen des Schiffes im Hafen verglichen werden mit dem Menschenleben, mit dem Leben während des Tages und dem Leben während der Nacht. Nur gibt es einen einzigen Unterschied, und das ist der, daß der Mensch sich um die Nachtarbeit nicht kümmert. Das Schiff muß während der Hafenarbeit für die Weiterfahrt durch Arbeiter und Matrosen brauchbar gemacht werden. Alles aber, was während der Tagesarbeit den Menschen durch die Sinne zum Handeln treibt, hört nachts auf zu wirken. Unsere Sinne, die während des Tages in unserem Körper die Arbeit ausgeführt haben, ruhen während der Nacht. Die Arbeit des Tages ruht wie das Schiff im Hafen. Und doch geht im Menschen eine Arbeit vor, die ihn fähig macht, eine neue Tagesarbeit zu beginnen.
[ 4 ] Dadurch kommen wir dem Begriff näher, was das eigentliche Geistige im Menschen ist. Es wird nicht umschlossen von der Haut des Menschen, sondern es reicht über den physischen Menschen hinaus. Das eigentlich Geistige erstreckt seine Fühlhörner in den Menschen hinein, es sendet das Wesentliche, das Geistige in den Menschen hinein.
[ 4 ] Dadurch kommen wir dem Begriff näher, was das eigentliche Geistige im Menschen ist. Es wird nicht umschlossen von der Haut des Menschen, sondern es reicht über den physischen Menschen hinaus. Das eigentlich Geistige erstreckt seine Fühlhörner in den Menschen hinein, es sendet das Wesentliche, das Geistige in den Menschen hinein.
[ 5 ] Wo sitzt das eigentliche Ich im Menschen? Außerhalb des Menschen, um den physischen Menschen herum findet man den geistigen Menschen, den übersinnlichen Ich-Menschen. Und wenn wir die menschliche Aura betrachten, die wie ein Ei geformt ist, so wird das Ich-Bewußtsein am wirksamsten in der Schale, in dem aurischen Ei zur Geltung kommen. Diese Tatsache führt erst zur richtigen Lösung des Problems.
[ 5 ] Wo sitzt das eigentliche Ich im Menschen? Außerhalb des Menschen, um den physischen Menschen herum findet man den geistigen Menschen, den übersinnlichen Ich-Menschen. Und wenn wir die menschliche Aura betrachten, die wie ein Ei geformt ist, so wird das Ich-Bewußtsein am wirksamsten in der Schale, in dem aurischen Ei zur Geltung kommen. Diese Tatsache führt erst zur richtigen Lösung des Problems.
[ 6 ] Ich habe auf zwölf Punkte im Horizont hingewiesen. Sie muß der Okkultist kennen. Sie existieren dort, selbst wenn sie nicht von einem jeden erkannt werden. Diese zwölf Punkte senden ununterbrochen ihre Kräfte in den Menschen hinein; er wird von diesen zwölf Punkten aus in den verschiedenen Punkten seiner Aura angegriffen. Nur dadurch, daß sein Ich ihn umgibt, ist er imstande, die kosmischen Kräfte eins mit sich zu machen. Der Mensch muß fühlen, daß er dem Weltall angehört. Dadurch kommt er in die Wahrnehmungsfähigkeit hinein, und dadurch wird es ihm möglich, sich die mit den genannten Punkten korrespondierenden Auffassungsfähigkeiten anzueignen. Er ist eingebettet in diese zwölf Punkte. Die göttlich-geistigen Kräfte wirken durch diese Punkte auf den Menschen herein. Wenn Sie das ins Auge fassen und betrachten können, werden Sie die Wege und Ziele des geistigen Menschen begreifen.
[ 6 ] Ich habe auf zwölf Punkte im Horizont hingewiesen. Sie muß der Okkultist kennen. Sie existieren dort, selbst wenn sie nicht von einem jeden erkannt werden. Diese zwölf Punkte senden ununterbrochen ihre Kräfte in den Menschen hinein; er wird von diesen zwölf Punkten aus in den verschiedenen Punkten seiner Aura angegriffen. Nur dadurch, daß sein Ich ihn umgibt, ist er imstande, die kosmischen Kräfte eins mit sich zu machen. Der Mensch muß fühlen, daß er dem Weltall angehört. Dadurch kommt er in die Wahrnehmungsfähigkeit hinein, und dadurch wird es ihm möglich, sich die mit den genannten Punkten korrespondierenden Auffassungsfähigkeiten anzueignen. Er ist eingebettet in diese zwölf Punkte. Die göttlich-geistigen Kräfte wirken durch diese Punkte auf den Menschen herein. Wenn Sie das ins Auge fassen und betrachten können, werden Sie die Wege und Ziele des geistigen Menschen begreifen.
[ 7 ] Der Mensch muß dieses Gefühl in sein Leben einfügen können. Durch Geisteswissenschaft wird er bekannt werden mit einer Summe von Kräften, durch welche er diese Umwandlungen in sich selbst vollbringen kann. Denken wir einmal an das ganz alltägliche Leben. Da hastet einer durch die Welt hin, und vieles kommt ihm in den Weg, über das er nachdenken könnte, was er verarbeiten könnte in seinem Geiste, aber er bemüht sich nicht im geringsten, das Erlebte in Arbeit umzusetzen oder auch nur tiefer darüber nachzudenken. Nur «erleben» will er und von einer Sensation zur anderen jagen.
[ 7 ] Der Mensch muß dieses Gefühl in sein Leben einfügen können. Durch Geisteswissenschaft wird er bekannt werden mit einer Summe von Kräften, durch welche er diese Umwandlungen in sich selbst vollbringen kann. Denken wir einmal an das ganz alltägliche Leben. Da hastet einer durch die Welt hin, und vieles kommt ihm in den Weg, über das er nachdenken könnte, was er verarbeiten könnte in seinem Geiste, aber er bemüht sich nicht im geringsten, das Erlebte in Arbeit umzusetzen oder auch nur tiefer darüber nachzudenken. Nur «erleben» will er und von einer Sensation zur anderen jagen.
[ 8 ] Eine andere Sorte Menschen gibt es, die durchs Leben gehen, ohne im mindesten auf die äußere Welt achtzugeben. Sie grübeln und spekulieren über ihre eigenen Gedanken. Was um sie her vorgeht, bemerken sie nicht; immer und immer grübeln sie. Beide Extreme sind dem Menschen nicht zum Heil. Aber es gibt eine Mitte und das ist die: Alles Erlebte mit eigenen Gedanken zu durchweben. Dieser Mittelzustand ist der heilsamste für den Menschen der Außenwelt.
[ 8 ] Eine andere Sorte Menschen gibt es, die durchs Leben gehen, ohne im mindesten auf die äußere Welt achtzugeben. Sie grübeln und spekulieren über ihre eigenen Gedanken. Was um sie her vorgeht, bemerken sie nicht; immer und immer grübeln sie. Beide Extreme sind dem Menschen nicht zum Heil. Aber es gibt eine Mitte und das ist die: Alles Erlebte mit eigenen Gedanken zu durchweben. Dieser Mittelzustand ist der heilsamste für den Menschen der Außenwelt.
[ 9 ] Nehmen Sie an, ein junger Mann bereitet sich zum Examen vor. Er hat fleißig gearbeitet, die Examenszeit kommt heran und mit ihr die Examensangst. Immer wieder tritt dem jungen Menschen vor Augen, daß an dem Examenstage gerade das gefragt werden könnte, worin er sich am wenigsten fest fühlt, das, was er nicht sicher weiß. Das arbeitet in seinen Gedanken. Das Examen ist glatt gegangen, es ist ausschlaggebend für das ganze Leben. Es ist das Tor zu seinem ferneren Leben. Nun kann es kommen, daß er im weiteren Verlauf seines Daseins von einem 'I'raum verfolgt wird, und in diesem Traum taucht die Examensangst seiner Jugend in ihm auf, alles, was er damals nicht zu wissen glaubte. Innig verbunden ist die Seele damit, und der okkulte Beobachter sieht das Gewebe, das im Traum gesponnen wird. Was da eingewebt wird, hat gar nicht zum Leben, das verflossen ist, beigetragen. Der Okkultist weiß aber, daß es im nächsten Leben zu nützlichen Kräften werden kann.
[ 9 ] Nehmen Sie an, ein junger Mann bereitet sich zum Examen vor. Er hat fleißig gearbeitet, die Examenszeit kommt heran und mit ihr die Examensangst. Immer wieder tritt dem jungen Menschen vor Augen, daß an dem Examenstage gerade das gefragt werden könnte, worin er sich am wenigsten fest fühlt, das, was er nicht sicher weiß. Das arbeitet in seinen Gedanken. Das Examen ist glatt gegangen, es ist ausschlaggebend für das ganze Leben. Es ist das Tor zu seinem ferneren Leben. Nun kann es kommen, daß er im weiteren Verlauf seines Daseins von einem 'I'raum verfolgt wird, und in diesem Traum taucht die Examensangst seiner Jugend in ihm auf, alles, was er damals nicht zu wissen glaubte. Innig verbunden ist die Seele damit, und der okkulte Beobachter sieht das Gewebe, das im Traum gesponnen wird. Was da eingewebt wird, hat gar nicht zum Leben, das verflossen ist, beigetragen. Der Okkultist weiß aber, daß es im nächsten Leben zu nützlichen Kräften werden kann.
[ 10 ] Es kann auch anders kommen. Vom fünfundvierzigsten Jahr ab hört der Traum auf. Der sich selbst Beobachtende findet heraus, daß ganz neue Charaktereigenschaften zutage treten. Da kann es zum Beispiel erlebt werden, daß er in vorgeschrittenen Jahren über weit mehr Mut verfügt, als er je in seiner Jugend besessen hat. Die Angstzustände seiner Jugend und der damit verbundene Wille, sie zu besiegen, haben im inneren Menschen ihre stille Arbeit getan; nach fünfundvierzig Jahren haben sich diese Kräfte verwandelt in umgekehrte Kräfte. Im Inneren des Menschen webt und arbeitet stets etwas, und was da arbeitet, ist der astralische Leib. Er arbeitet so lange im Ätherleib, bis sich das Erlebte in den Ätherleib eingesponnen hat und wirklich zu einer Eigenschaft geworden ist. Unter gewöhnlichen Verhältnissen tritt es erst im nächsten Leben als Eigenschaft auf, aber es können auch ganz abnorme Fälle, wie der eben genannte, vorkommen.
[ 10 ] Es kann auch anders kommen. Vom fünfundvierzigsten Jahr ab hört der Traum auf. Der sich selbst Beobachtende findet heraus, daß ganz neue Charaktereigenschaften zutage treten. Da kann es zum Beispiel erlebt werden, daß er in vorgeschrittenen Jahren über weit mehr Mut verfügt, als er je in seiner Jugend besessen hat. Die Angstzustände seiner Jugend und der damit verbundene Wille, sie zu besiegen, haben im inneren Menschen ihre stille Arbeit getan; nach fünfundvierzig Jahren haben sich diese Kräfte verwandelt in umgekehrte Kräfte. Im Inneren des Menschen webt und arbeitet stets etwas, und was da arbeitet, ist der astralische Leib. Er arbeitet so lange im Ätherleib, bis sich das Erlebte in den Ätherleib eingesponnen hat und wirklich zu einer Eigenschaft geworden ist. Unter gewöhnlichen Verhältnissen tritt es erst im nächsten Leben als Eigenschaft auf, aber es können auch ganz abnorme Fälle, wie der eben genannte, vorkommen.
[ 11 ] So verarbeitet der Mensch seine äußeren Erlebnisse, und ebenso verhält es sich mit den außersinnlichen Verhältnissen des Lebens, die fordern, daß wir sie mit dem Ich verarbeiten sollen. Wie arbeitet der geistige Mensch in bezug auf seine äußeren Verhältnisse? Die äußeren Verhältnisse treten an uns heran, von innen heraus aber wird das Gewebe gesponnen, das unsere Fähigkeiten umwandelt. Wir weben dem Menschen ein, was aus dem Ewig-Geistigen stammt. Zu dem Äußeren müssen wir hingehen, das Geistige aber kommt an uns heran.
[ 11 ] So verarbeitet der Mensch seine äußeren Erlebnisse, und ebenso verhält es sich mit den außersinnlichen Verhältnissen des Lebens, die fordern, daß wir sie mit dem Ich verarbeiten sollen. Wie arbeitet der geistige Mensch in bezug auf seine äußeren Verhältnisse? Die äußeren Verhältnisse treten an uns heran, von innen heraus aber wird das Gewebe gesponnen, das unsere Fähigkeiten umwandelt. Wir weben dem Menschen ein, was aus dem Ewig-Geistigen stammt. Zu dem Äußeren müssen wir hingehen, das Geistige aber kommt an uns heran.
[ 12 ] Nehmen wir an, daß der Mensch aus dem einen oder anderen Grunde Interesse für eine Sache faßt, zum Beispiel, daß er einen Baum näher betrachten will. Er muß sich dann dem Baume nähern, er muß zu dem Baume hingehen, um zu einem Resultat zu gelangen. Mit geistigen Resultaten ist das aber anders. Diese kommen zu uns, wir müssen ihr Kommen abwarten.
[ 12 ] Nehmen wir an, daß der Mensch aus dem einen oder anderen Grunde Interesse für eine Sache faßt, zum Beispiel, daß er einen Baum näher betrachten will. Er muß sich dann dem Baume nähern, er muß zu dem Baume hingehen, um zu einem Resultat zu gelangen. Mit geistigen Resultaten ist das aber anders. Diese kommen zu uns, wir müssen ihr Kommen abwarten.
[ 13 ] Das Wesentliche bei äußeren Erfahrungen ist, daß sie vergänglicher Art sind. Aber diejenigen, die auf dem Wege der 'Theosophie zu uns kommen, stehen auf geistigem Grunde. Sie weben wir als etwas Unvergängliches in unser Inneres ein. Zu dem Äußeren müssen wir hingehen, das Geistige aber muß an uns herankommen, und je mehr wir uns fähig machen, das Geistige in uns aufzunehmen, um so mehr kommt aus den geistigen Welten zu uns herangewogt und wird unser Eigentum. Die Menschen, welche als Dichter unter uns leben und etwas geschaffen und hervorgebracht haben, sind immer solche, die in vergangenen Zeiten das Übersinnliche in sich einfließen haben lassen. Wir müssen lernen, mehr nachzudenken. Logisch und vernünftig müssen wir denken können und dann unsere Seele ganz still machen. Dann werden wir nicht umsonst zu warten haben. Es wird in unsere Seele das entsprechende Geistige einströmen, zu dem wir selbst den Weg gebahnt haben. Wir müssen lernen, die erwartungsvolle Stimmung einzuhalten. Nicht das, worüber wir grübeln, ist das Beste. Wir sollen durch unser Gedankenarbeiten, nicht durch uns selbst alles erlangen wollen. Nur durch scharfes Denken und darauf folgendes Warten können wir unseren Geist befruchten. Es muß zu uns einströmen, wenn wir die richtigen Vorgänge beobachten gelernt haben, und diese Vorgänge müssen zusammenwirken mit Denken, Fühlen und Wollen.
[ 13 ] Das Wesentliche bei äußeren Erfahrungen ist, daß sie vergänglicher Art sind. Aber diejenigen, die auf dem Wege der 'Theosophie zu uns kommen, stehen auf geistigem Grunde. Sie weben wir als etwas Unvergängliches in unser Inneres ein. Zu dem Äußeren müssen wir hingehen, das Geistige aber muß an uns herankommen, und je mehr wir uns fähig machen, das Geistige in uns aufzunehmen, um so mehr kommt aus den geistigen Welten zu uns herangewogt und wird unser Eigentum. Die Menschen, welche als Dichter unter uns leben und etwas geschaffen und hervorgebracht haben, sind immer solche, die in vergangenen Zeiten das Übersinnliche in sich einfließen haben lassen. Wir müssen lernen, mehr nachzudenken. Logisch und vernünftig müssen wir denken können und dann unsere Seele ganz still machen. Dann werden wir nicht umsonst zu warten haben. Es wird in unsere Seele das entsprechende Geistige einströmen, zu dem wir selbst den Weg gebahnt haben. Wir müssen lernen, die erwartungsvolle Stimmung einzuhalten. Nicht das, worüber wir grübeln, ist das Beste. Wir sollen durch unser Gedankenarbeiten, nicht durch uns selbst alles erlangen wollen. Nur durch scharfes Denken und darauf folgendes Warten können wir unseren Geist befruchten. Es muß zu uns einströmen, wenn wir die richtigen Vorgänge beobachten gelernt haben, und diese Vorgänge müssen zusammenwirken mit Denken, Fühlen und Wollen.
[ 14 ] Drei Glieder unseres Seelenlebens gibt es: Denken, Fühlen und Wollen. Ein Mensch sieht eine Rose. Durch sein Gedankenleben erkennt er sie als eine solche. Er bewundert die Form und die Farbe; dadurch werden gewisse Gefühle in ihm wachgerufen. Er streckt seine Hand aus, um die Rose zu greifen, und drückt dadurch einen Willensakt aus. Auf welche Weise der Mensch nun aber diese Eigenschaften behandelt, davon hängen wichtige Resultate ab, die für sein ganzes Leben ausschlaggebend sein können.
[ 14 ] Drei Glieder unseres Seelenlebens gibt es: Denken, Fühlen und Wollen. Ein Mensch sieht eine Rose. Durch sein Gedankenleben erkennt er sie als eine solche. Er bewundert die Form und die Farbe; dadurch werden gewisse Gefühle in ihm wachgerufen. Er streckt seine Hand aus, um die Rose zu greifen, und drückt dadurch einen Willensakt aus. Auf welche Weise der Mensch nun aber diese Eigenschaften behandelt, davon hängen wichtige Resultate ab, die für sein ganzes Leben ausschlaggebend sein können.
[ 15 ] Zum Beispiel: Ein Mensch begegnet einem anderen, der ihm eine ausgesprochene Antipathie einflößt. Er sieht, daß er sich von dem antipathischen Menschen nicht befreien kann, und das Gefühl, das ihm durch den Zwang bereitet wird, macht ihn zornig. An diesem Vorgang sind beteiligt Denken, Fühlen und Wollen.
[ 15 ] Zum Beispiel: Ein Mensch begegnet einem anderen, der ihm eine ausgesprochene Antipathie einflößt. Er sieht, daß er sich von dem antipathischen Menschen nicht befreien kann, und das Gefühl, das ihm durch den Zwang bereitet wird, macht ihn zornig. An diesem Vorgang sind beteiligt Denken, Fühlen und Wollen.
[ 16 ] Im täglichen Leben kann man oftmals beobachten, wie verschieden diese Vorgänge verlaufen. Der Zorn des einen ist schnell verflogen, er mag sich nicht lange mit derartigen Gefühlen tragen, und die besseren Gefühle gewinnen in ihm die Oberhand. Ein anderer hingegen trägt seinen Zorn den ganzen Tag mit sich herum, er findet nicht die Elastizität, ihn abzuschütteln. Der erste Mensch, der seine Erregungen schnell bekämpft, wird ein seelisch gesunder Mensch bleiben, er wird vielleicht ein hohes Alter erreichen. Der andere, der bei jeder Nichtigkeit in Zorn gerät und lange diesen Zorn mit sich herumträgt, wird früh altern. Die steten andauernden Erregungen werden an seinem Körper zehren.
[ 16 ] Im täglichen Leben kann man oftmals beobachten, wie verschieden diese Vorgänge verlaufen. Der Zorn des einen ist schnell verflogen, er mag sich nicht lange mit derartigen Gefühlen tragen, und die besseren Gefühle gewinnen in ihm die Oberhand. Ein anderer hingegen trägt seinen Zorn den ganzen Tag mit sich herum, er findet nicht die Elastizität, ihn abzuschütteln. Der erste Mensch, der seine Erregungen schnell bekämpft, wird ein seelisch gesunder Mensch bleiben, er wird vielleicht ein hohes Alter erreichen. Der andere, der bei jeder Nichtigkeit in Zorn gerät und lange diesen Zorn mit sich herumträgt, wird früh altern. Die steten andauernden Erregungen werden an seinem Körper zehren.
[ 17 ] Ein Sprichwort sagt: Man soll den Zorn nicht mit in seinen Schlaf nehmen. — Da fangen die Affekte an der Seele zu weben an, und wir weben die Leidenschaften in den Menschen hinein. Was wir aus dem Geiste heraus erleben, das wird auf unsere Seele wirken, und es ist ein wesentlich Verschiedenes, ob unsere Erfahrungen nur Theorie bleiben oder ob sie auf das Gefühl übergehen.
[ 17 ] Ein Sprichwort sagt: Man soll den Zorn nicht mit in seinen Schlaf nehmen. — Da fangen die Affekte an der Seele zu weben an, und wir weben die Leidenschaften in den Menschen hinein. Was wir aus dem Geiste heraus erleben, das wird auf unsere Seele wirken, und es ist ein wesentlich Verschiedenes, ob unsere Erfahrungen nur Theorie bleiben oder ob sie auf das Gefühl übergehen.
[ 18 ] Nehmen wir an, ein Mensch nimmt viel Geistiges in sich auf, und das Aufgenommene dringt in den Menschen ein. Wirklich fruchtbringend wird es für den geistigen Menschen erst dann sein, wenn er das Aufgenommene mit Enthusiasmus und Liebe umfaßt. Da erst wird die Arbeit auch eine Arbeit des inneren Menschen, da saugt er das’ Geistige heraus und macht es zu einem Teil seines geistigen Ich. Das Gefühl ist es, das uns hilft, das geistig Erworbene zu unserem Eigentum zu machen.
[ 18 ] Nehmen wir an, ein Mensch nimmt viel Geistiges in sich auf, und das Aufgenommene dringt in den Menschen ein. Wirklich fruchtbringend wird es für den geistigen Menschen erst dann sein, wenn er das Aufgenommene mit Enthusiasmus und Liebe umfaßt. Da erst wird die Arbeit auch eine Arbeit des inneren Menschen, da saugt er das’ Geistige heraus und macht es zu einem Teil seines geistigen Ich. Das Gefühl ist es, das uns hilft, das geistig Erworbene zu unserem Eigentum zu machen.
[ 19 ] Der Mensch lebt in seiner Aura, und wenn die theosophischen Wahrheiten vom geistigen Menschen aufgenommen werden, kommt die Aura in starke Bewegung. Das Ich ist der Motor dieser Bewegung. Wie stellt sich dieser Vorgang dem hellseherischen Auge dar? Wenn die Liebe und der Enthusiasmus für die großen geistigen Gedanken den Menschen ergreifen, wird in der Aura alles lebendig, und das Resultat dieses höheren Gedankenlebens ist so, daß es reinigend auf die Aura wirkt. Alles materielle Wünschen und Sinnen, das in der menschlichen Aura zum Ausdruck kommt, ballt sich zu Kugeln zusammen, und die Kugeln verdichten sich bei zunehmender geistiger Arbeit mehr und mehr, werden kleiner und kleiner, bis das reinigende Licht des geistigen Denkens sie aufgelöst und vertrieben hat.
[ 19 ] Der Mensch lebt in seiner Aura, und wenn die theosophischen Wahrheiten vom geistigen Menschen aufgenommen werden, kommt die Aura in starke Bewegung. Das Ich ist der Motor dieser Bewegung. Wie stellt sich dieser Vorgang dem hellseherischen Auge dar? Wenn die Liebe und der Enthusiasmus für die großen geistigen Gedanken den Menschen ergreifen, wird in der Aura alles lebendig, und das Resultat dieses höheren Gedankenlebens ist so, daß es reinigend auf die Aura wirkt. Alles materielle Wünschen und Sinnen, das in der menschlichen Aura zum Ausdruck kommt, ballt sich zu Kugeln zusammen, und die Kugeln verdichten sich bei zunehmender geistiger Arbeit mehr und mehr, werden kleiner und kleiner, bis das reinigende Licht des geistigen Denkens sie aufgelöst und vertrieben hat.
[ 20 ] Wenn das hellseherische Auge einen Menschen beobachtet, welcher einem Sonnenaufgang zusieht, können ähnliche Erscheinungen beobachtet werden. Da geht bei der andächtigen Freude, welche der Mensch an dem Naturschauspiel fühlen kann, in der Aura des Schauenden ein Ähnliches vor. Solange ein solcher Mensch das Schöne auf sein Inneres wirken läßt, so lange ist die Wirkung dieses Vorganges eine auflösende in der Aura, und viel Schlechtes wird in Gutes verwandelt. Das SichFreuen- und Sich-versenken-Können wirkt reinigend auf die Seele, und in solchen Augenblicken ist die Seele imstande, Geistig-Neues in sich aufzunehmen, weil der Strom der höheren Kräfte einen Eingang gefunden hat.
[ 20 ] Wenn das hellseherische Auge einen Menschen beobachtet, welcher einem Sonnenaufgang zusieht, können ähnliche Erscheinungen beobachtet werden. Da geht bei der andächtigen Freude, welche der Mensch an dem Naturschauspiel fühlen kann, in der Aura des Schauenden ein Ähnliches vor. Solange ein solcher Mensch das Schöne auf sein Inneres wirken läßt, so lange ist die Wirkung dieses Vorganges eine auflösende in der Aura, und viel Schlechtes wird in Gutes verwandelt. Das SichFreuen- und Sich-versenken-Können wirkt reinigend auf die Seele, und in solchen Augenblicken ist die Seele imstande, Geistig-Neues in sich aufzunehmen, weil der Strom der höheren Kräfte einen Eingang gefunden hat.
[ 21 ] Aber es kann auch das Gegenteil stattfinden. Wenn ein Mensch ein großes Naturschauspiel, das auf ihn gewirkt hat, in seinen Gedanken nicht nachklingen läßt, wenn nichts von all der Schönheit in ihm haften bleibt und er sich nach flüchtigem Genuß anderen Dingen zuwendet, kann das Folgende eintreten: In der Aura eines solchen Menschen ballt sich alles zusammen. Eine geistig-seelische Aufgabe, die ihm in den Weg trat, ist achtlos beiseite gelegt worden und arbeitet sich jetzt im Dunkeln aus. Da kann es kommen, daß die Lüge in sein Inneres Eingang findet. Die Fähigkeit ausarbeiten, nachklingen zu lassen und nachfühlen zu können, das ist die Arbeit des geistigen Menschen.
[ 21 ] Aber es kann auch das Gegenteil stattfinden. Wenn ein Mensch ein großes Naturschauspiel, das auf ihn gewirkt hat, in seinen Gedanken nicht nachklingen läßt, wenn nichts von all der Schönheit in ihm haften bleibt und er sich nach flüchtigem Genuß anderen Dingen zuwendet, kann das Folgende eintreten: In der Aura eines solchen Menschen ballt sich alles zusammen. Eine geistig-seelische Aufgabe, die ihm in den Weg trat, ist achtlos beiseite gelegt worden und arbeitet sich jetzt im Dunkeln aus. Da kann es kommen, daß die Lüge in sein Inneres Eingang findet. Die Fähigkeit ausarbeiten, nachklingen zu lassen und nachfühlen zu können, das ist die Arbeit des geistigen Menschen.
[ 22 ] Wenn wir alle das lernten, würde die Geisteswissenschaft zu Wegen und Zielen führen, die weithin Segen schafften. Wenn nur Verstandesarbeiten getrieben würden, wenn Streit und Zwietracht unter den Theosophen herrschten, würde wenig Schlechtes in Gutes verwandelt werden. Das Karmagesetz wird dem Menschen zeigen, auf richtige Weise zu arbeiten.
[ 22 ] Wenn wir alle das lernten, würde die Geisteswissenschaft zu Wegen und Zielen führen, die weithin Segen schafften. Wenn nur Verstandesarbeiten getrieben würden, wenn Streit und Zwietracht unter den Theosophen herrschten, würde wenig Schlechtes in Gutes verwandelt werden. Das Karmagesetz wird dem Menschen zeigen, auf richtige Weise zu arbeiten.
[ 23 ] Wer mit Enthusiasmus die Theosophie empfinden kann und Trost aus ihr zu schöpfen versteht, für den sind die höheren Geisteswissenschaften segenbringend, denn sie bringen Trost und Kraft in alle Verhältnisse, Keiner geht ohne Trost aus diesen Wissenschaften fort. Je größer unsere Ziele, um so mehr wird unser Streben von Idealen durchdrungen sein, und der Mensch trägt sie hinaus in die Welt. Wir treiben Geisteswissenschaft und durchweben mit ihr unseren inneren Menschen. Sie durchdringt uns, und wir können sie unter andere hinaustragen.
[ 23 ] Wer mit Enthusiasmus die Theosophie empfinden kann und Trost aus ihr zu schöpfen versteht, für den sind die höheren Geisteswissenschaften segenbringend, denn sie bringen Trost und Kraft in alle Verhältnisse, Keiner geht ohne Trost aus diesen Wissenschaften fort. Je größer unsere Ziele, um so mehr wird unser Streben von Idealen durchdrungen sein, und der Mensch trägt sie hinaus in die Welt. Wir treiben Geisteswissenschaft und durchweben mit ihr unseren inneren Menschen. Sie durchdringt uns, und wir können sie unter andere hinaustragen.
[ 24 ] Wir müssen an diesen Zielen arbeiten, soviel wir vermögen. Wir haben kein Recht, die Wege und Ziele des geistigen Menschen unbeobachtet zu lassen. Es ist unsere Pflicht, das Seelische in die physische Welt einzuweben. Der Mensch ist das Eingangstor, das einzige Geistestor in der physisch-materiellen Welt, in welche der Himmel einfließen soll. Lösen können wir das Blei des Materialismus dadurch, daß wir die geistigen Wahrheiten eindringen lassen. Erst dadurch, daß der Mensch arbeitet an der Menschheitsentwickelung, trägt er zum Leben und nicht zum Tode bei. Die Wege und Ziele des geistigen Menschen gehen, heißt: die Aufgabe verfolgen, das Übersinnliche zum Seelischen zu machen.
[ 24 ] Wir müssen an diesen Zielen arbeiten, soviel wir vermögen. Wir haben kein Recht, die Wege und Ziele des geistigen Menschen unbeobachtet zu lassen. Es ist unsere Pflicht, das Seelische in die physische Welt einzuweben. Der Mensch ist das Eingangstor, das einzige Geistestor in der physisch-materiellen Welt, in welche der Himmel einfließen soll. Lösen können wir das Blei des Materialismus dadurch, daß wir die geistigen Wahrheiten eindringen lassen. Erst dadurch, daß der Mensch arbeitet an der Menschheitsentwickelung, trägt er zum Leben und nicht zum Tode bei. Die Wege und Ziele des geistigen Menschen gehen, heißt: die Aufgabe verfolgen, das Übersinnliche zum Seelischen zu machen.
