Paths and Goals of Spiritual Man
GA 125
31 October 1910, Basel
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Three Lectures on the Mystery Dramas, tr. Pusch
8. Einiges über das Rosenkreuzermysterium «Die Pforte der Einweihung»
On the Rosicrucian Mystery, The Portal of Initiation
Der Sonne Licht durchflutet
Des Raumes Weiten,
Der Vögel Singen durchhallet
Der Luft Gefilde,
Der Pflanzen Segen entkeimet
Dem Erdenwesen,
Und Menschenseelen erheben
In Dankgefühlen
Sich zu den Geistern der Welt.
The light of the sun is flooding
The realms of space;
The song of birds resounds
Through fields of air;
The tender plants spring forth
From Mother Earth,
And human souls rise up
With grateful hearts
To all the spirits of the world.
[ 1 ] Mit diesem Kinderliede wurde eingeleitet, wie diejenigen von Ihnen wissen, welche die Aufführung des Rosenkreuzermysteriums in München mitgemacht haben, der Inhalt dieses Mysteriums. In dieser Stunde soll sich einiges Geisteswissenschaftliche vor uns entwickeln in Anknüpfung an dasjenige, was in diesem Mysterium liegt, man könnte auch sagen, Leben bekommen hat.
[ 1 ] Those of you who were present at the performance in Munich will remember that this children's song was the prelude to the Rosicrucian Mystery. Tonight, something of a spiritual scientific nature should unfold itself to us in connection with the content of this drama and with what, one could say, has come to life in it.
[ 2 ] Es ist, wenn ich das andeuten darf, ein langer geistiger Prozeß, welcher zu diesem Mysterium geführt hat. Wenn ich ihn überdenke oder überschaue, so gehen sozusagen seine Keime zurück in das Jahr 1889. Es sind nicht etwa ungefähr, sondern mit einer in solchen Dingen beobachtbaren Genauigkeit einundzwanzig Jahre, die mich selbst auf den Keim dieses Rosenkreuzermysteriums zurückführen. Und es ist für mich sehr genau zu verfolgen, welche Wege in diesen dreimal sieben Jahren diese Keime durchgemacht haben, und zwar, ich darf wohl sagen, ohne mein besonderes Zutun, indem sie ein ihnen eigenes Leben in diesen dreimal sieben Jahren geführt haben. Es ist so merkwürdig, solche Keime auf ihrem Wege bis zu dem, was man Gestaltung nennen kann, zu verfolgen. Sie machen einen Weg durch, den man nennen könnte einen Gang in die Unterwelt. Da brauchen sie sieben Jahre, um hinabzusteigen. Dann kommen sie wieder zurück, und zu diesem Hinaufsteigen brauchen sie wieder sieben Jahre. Sie sind dann dort angekommen, wo sie ja im Grunde genommen dem Menschen gegenüber waren, als sie ihren Abstieg begonnen haben, und gehen dann in einer entgegengesetzten Seite sieben Jahre nach der anderen Seite, man könnte sagen, die nach der Höhe geht. Das gibt zweimal sieben plus sieben Jahre, das sind einundzwanzig. Jahre. Dann konnte mit einiger Aussicht, daß das Richtige, was mit diesen Keimen gemeint ist, auch wirklich in Gestalt übergehen kann, an die Gestaltung herangetreten werden. Und wenn ich mir dessen nicht bewußt wäre, daß ein eigener Organismus, der ein Leben von dreimal sieben Jahren wirklich in sich geführt hat, in dem Rosenkreuzermysterium lebt, so würde ich es gar nicht wagen, irgendwie weiter davon besonders zu sprechen. So aber fühle ich mich nicht nur berechtigt, was ja nicht in Frage käme, sondern in einer gewissen Weise verpflichtet, auch von demjenigen zu sprechen, was nicht nur zwischen den Zeilen, nicht nur in den Personen, nicht nur in dem Was und Wie, sondern was auch in vielen Dingen gerade dieses Rosenkreuzermysteriums, ich möchte nicht einmal sagen, lebt, sondern leben muß.
[ 2 ] If I may, I would like to touch on the long, slow spiritual path that led to this Mystery Drama. When I think about it and look at it, its origins go back to the year 1889, twenty-one years ago; it is not approximately but exactly twenty-one years that bring me back to the germinal point of this drama. In these matters, absolute exactness can be observed. The direction has been quite clear to me in which, in 3x7 years, these seeds have grown (without any special assistance, I can say, on my part), for they have led their own individual life in these 3x7 years. It is truly remarkable to follow the path of such seeds to what may be called their finished form. Their progress can be described as a passage through the Underworld. It takes seven years for them to descend; then they return, and for this they need seven more years. By then, having reached more or less the place where they first engaged a person before their descent, they must go in the opposite direction for seven years toward the other side; one could even say, onto a higher level. After twice seven years, then, plus seven more years, it is possible to try to embody them, foreseeing that whatever has been right in their development can take on a distinct form. If I were not convinced that within the Rosicrucian Mystery an individual organism has lived and grown for 3x7 years, I would not venture to speak further about it. I feel not only justified in speaking, however, though this is not really the question, but also in a sense obligated to speak about what lives in this Rosicrucian Mystery, not only between the lines, between the characters, in the What and the How, but what is alive in everything in the drama and what must be alive in it.
[ 3 ] Es ist von mir schon da und dort seit der Münchner Aufführung dieses Rosenkreuzermysteriums ausgesprochen worden, was ja wahr ist, daß über viele, viele Dinge, die es auf dem Gebiete des Esoterischen, des Okkulten gibt, nicht mehr von mir gesprochen zu werden brauchte, daß von mir keine Vorträge mehr nötig wären, wenn alles das auf die Seelen der lieben Freunde und mancher anderer Menschen wirken würde, unmittelbar aus dem Rosenkreuzermysterium heraus, was in demselben liegt. Und in Worten, wie man sie in den Vorträgen in der Regel gebraucht, hätte ich vieles, vieles zu reden, nicht nur Tage, Wochen, Monate, sondern jahrelang, wenn ich das umschreiben wollte, was durch das Rosenkreuzermysterium gesagt sein sollte und gesagt sein kann. Alle die Dinge, die Sie - und gegenüber okkulten Dingen ist es gewiß berechtigt, so zu sprechen - in einer Art von stammelnder Sprache finden in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», was da enthalten ist als eine Beschreibung des Weges hinauf in die höheren Welten, das alles verbunden mit dem, was in der «Geheimwissenschaft im Umriß» in einer anderen Form gesagt werden durfte, ist im Grunde genommen viel intensiver, lebensrealer und wirklicher, weil viel individueller, in dem Rosenkreuzermysterium zu finden. In einer solchen Schrift wie zum Beispiel «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» kann man das, was über die menschliche Entwickelung gesagt werden soll, doch nur so bringen, daß es gewissermaßen anwendbar ist auf jede menschliche Individualität, die daran geht, in gewisser Weise die Schritte hinaufzulenken in die höheren Welten, auf jede menschliche Individualität. Dadurch gewinnt eine derartige Schrift bei aller Konkretheit dennoch einen abstrakten Charakter, man möchte sagen, einen halb theoretischen Charakter. Denn das eine müssen wir festhalten: Entwickelung ist nicht Entwickelung überhaupt! — Es gibt keine Entwickelung an sich, keine Entwickelung im allgemeinen; es gibt nur die Entwickelung des einen oder des anderen oder des dritten, des vierten oder des tausendsten Menschen. Und so viele Menschen in der Welt sind, so viele Entwickelungsprozesse muß es geben. Daher muß die wahrste Schilderung des okkulten Erkenntnisweges im allgemeinen einen Charakter haben, der in einer gewissen Weise sich nicht deckt mit einer individuellen Entwickelung. Will man Entwickelung, so wie sie sich erschaut in der geistigen Welt, wirklich hinstellen, so kann das nur geschehen, wenn man die Entwickelung eines einzelnen Menschen gestaltet, wenn man in die Individualität umsetzt, was für alle Menschen wahr ist. Liegt in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gewissermaßen der Anfang des Entwickelungsgeheimnisses eines jeden Menschen, so liegt in dem Rosenkreuzermysterium das Entwickelungsgeheimnis eines einzelnen Menschen, des Johannes Thomasius.
[ 3 ] In various places since the performance of the drama in Munich, I have stated the fact that many, many things of an esoteric nature would not need to be described, that lectures would be unnecessary on my part, if only everything that lies in the Rosicrucian Mystery could work directly on your souls, my dear friends, and on the souls of others, too. I would have to use the enormous number of words necessary in my lectures and speak for days, for weeks, even for years, in order to describe what has been said and what could be said in the single drama. Everything you find in my book, Knowledge of the Higher Worlds and Its Attainment,1Rudolf Steiner, Knowledge of the Higher Worlds and Its Attainment, Anthroposophic Press, Inc., Spring Valley, NY, reprinted 1983. which is written in a somewhat tentative style—and in esoteric matters it is certainly correct to write thus as a description of the path into higher worlds—combined with what was said in Occult Science,2Rudolf Steiner, An Outline of Occult Science, Anthroposophic Press, Inc., Spring Valley, NY, 1979. can be found, after all, in a much more forceful, true-to-life, and substantial form in the Rosicrucian Mystery. The reason is that it is more highly individualized. What is said in such a book as Knowledge of the Higher Worlds about human development had to be applicable to every individual who wishes to direct his path in some way into higher worlds, applicable to each and every person. Because of this, the book takes on—even with as much concreteness as possible—a certain abstract character, or you might call it a semi-theoretical character. We must hold fast, however, to this point: human development is never merely development in general. There is no such thing as development per se, no such thing as common, ordinary, orthodox development. There is only the development of this or that particular person, of a third, fourth, or twentieth human being. For each individual in the world, there must be a different process of development. For this reason, the most honest description of the esoteric path of knowledge must have such a general character that it never in any way will coincide with an individual development. Should one actually describe the path of development as seen in the spiritual world, one can do it only by shaping the development of a single human being, by altering for the individual whatever is universally true. The book, Knowledge of the Higher Worlds, contains, to a certain extent, the beginning of the secrets of all human development. The Rosicrucian Mystery contains the secrets of the development of a single individual, Johannes Thomasius.
[ 4 ] So war ein weiter Weg von alledem, was okkulte Entwickelungsgesetze sind, bis herunter zu einem einzelnen, wirklich realen Menschen. Und bei diesem Entwickelungsprozeß, bei diesem Wege mußte sich etwas fast ganz umkehren, was in den «Erkenntnissen der höheren Welten» enthalten ist, und was dort Theorie werden kann. Wenn es nicht Theorie werden soll, ganz besonders wenn es Kunst werden soll, muß es sich völlig umkehren. Denn ganz besondere Gesetze sind die der Kunst. Und wie es Naturgesetze gibt, so gibt es Gesetze der Kunst, die man nicht etwa mit dem gewöhnlichen menschlichen Bewußtsein handhabt, denn dann kommt nur etwas ähnliches wie stroherne Allegorie heraus. Die Kunstgesetze müssen gehandhabt werden, wie die Natur selbst ihre Gesetze handhabt, wenn sie einen Menschen, ein Tier oder eine Pflanze entstehen läßt. Ist das, was wir über die Welt wissen können, von der einen Richtung her angeschaut, daß wir in die Welt hinschauen und sie uns ihre Gesetze und Geheimnisse enthüllt, so ist das, was in der Kunst und in jeder Kunst zutage treten muß, etwas, was von der anderen Seite durch den entgegengesetzten Sinn in das betreffende Kunstwerk hineingelegt werden muß. Daher wäre die denkbar schlechteste Interpretation eines Kunstwerkes die, welche darauf ausginge, Begriffe und Ideen, Gesetze, die man von sonst irgendwoher weiß, in eine Dichtung zu bringen. Und der würde nicht künstlerisch prägen, der abstrakte oder symbolische Begriffe in irgendein Kunstwerk hineinbringen würde. Daher würde es zu den schlechtesten Methoden gegenüber Kunstwerken der Vergangenheit gehören, in denen wirklich okkulte Kraft gewirkt hat, wie zum Beispiel im «Faust», wenn wir Begriffe und Ideen, die wir kennen, wieder in den Kunstwerken suchen würden. Eine solche Unart hat eine Zeit in der theosophischen Bewegung in der furchtbarsten Art grassiert. Ja, ich weiß mich zum Beispiel noch zu erinnern an etwas, was im vorigen Jahr stattgefunden hat, als wir Schures Drama «Die Kinder des Lucifer» aufführten, wie der Verfasser dieses Dramas, der im besten Sinne des Wortes ein Künstler ist, entsetzt war, als jemand mit der Frage an ihn herantrat: Bedeutet diese Gestalt «Atma», bedeutet jene Figur «Budhi», diese Gestalt «Manas», diese «Kama Manas» und so weiter? — Diese Art von Allegorisieren würde bei einem künstlerischen Prozeß unmöglich sein. Daher muß sie unmöglich sein bei einem Erklären, bei einem Interpretieren. Deshalb darf auch gesagt werden, daß nicht darüber nachzudenken ist: Was ist etwa im anthroposophischen Begriff der Johannes Thomasius? — Auf diese Frage gibt es nur die eine Antwort: Er ist als die Hauptgestalt dieser Dichtung nichts anderes als Johannes Thomasius. Gar nichts anderes ist er als diese lebendige Figur des Johannes 'Thomasius, in die nichts anderes hineingelegt ist als das Entwickelungsgeheimnis eines einzelnen Menschen, nämlich des Johannes Thomasius. - Sobald man von den einzelnen Gestalten im allgemeinen spricht, bleibt eines weg. Es bleibt weg, was in den Worten des Dramas angedeutet ist in den Zeilen: «Es formt sich hier in diesem Kreise ein Knoten aus den Fäden, die Karma spinnt im Weltenwerden.» — Keine Entwickelung vollzieht sich an irgendeinem Punkte des Menschheitsdaseins, ohne daß in dieser Entwickelung rings herum die Fäden sich knoten, welche Karma spinnt im Weltenwerden. Und keine individuelle Entwickelung kann man zeichnen, ohne zu zeigen, was alles in der okkulten Umgebung spielt, das heißt in der physischen Umgebung, aber wie man sie sieht mit den Kräften, die hinter der physischen Umgebung sind. Daher muß Johannes Thomasius hineingestellt werden in die menschliche Umgebung, aus der seine Entwickelung herauswächst, in die reale physische Menschenwelt.
[ 4 ] It was a truly long descent from all the occult laws of development down to a single, actually real human being. In this process, on this path, what has a tendency to become theory in Knowledge of the Higher Worlds had to be turned almost completely upside down. If it was to go beyond mere theory and particularly if it was to enter the artistic sphere, it had to be completely reversed, because the laws of art are quite different from any others. Just as there are natural laws, so there are also artistic laws, and these cannot be manipulated by the ordinary human consciousness, for then only dry-as-dust allegories would be the result. Artistic laws must be handled just as Mother Nature handles her own laws when she lets a child, a plant, or an animal come into existence. If everything we can know about the world of nature is to be seen from the one direction that reveals its laws and secrets to the beholder, then whatever is to be revealed in art—any kind of art—must be seen from the other side, from just the opposite point of view. Therefore, it would be the worst imaginable interpretation of a work of art to start from ideas, concepts, or laws we have picked up somewhere, when we approach, say, a poem. Whoever thinks of explaining a work of art by means of abstract or symbolic ideas cannot be considered artistic. The poorest method of looking at a piece of work from the past in which true esoteric power has been invested, for instance, Goethe's Faust, would be to search within this work of art for the ideas and concepts one already has. Bad habits of this kind once prevailed in the theosophical movement in the most horrible way. I can remember something that happened just last year when we were performing Schuré's play, The Children of Lucifer. How shocking it was to the dramatist, who is an artist in the best sense of the word, when someone came up to him to ask, “Does this character represent Atma, this one Buddhi, a third Manas, or maybe this one is Kama Manas?” etc., etc. This kind of allegorizing is simply impossible in a truly creative, artistic process, and it is just as impossible in an explanation or interpretation. Therefore, it can now be said that no one should be pondering the anthroposophical meaning of Johannes Thomasius. To this question there is only one answer: as the main character in the drama, he is nothing more than Johannes Thomasius. He is nothing more than the living figure, Johannes Thomasius, in whom nothing more is portrayed than the mystery of development of one man, Johannes Thomasius. If one speaks in too general a way about the various characters, one thing will be missing, which is hinted at in the words of the drama itself: There forms itself out of this circle, a knot out of the threads, which karma spins in world becoming. There is no development evolving at any point of human history without the knotting of threads within that development, “spun by karma in world becoming.” And no individual development can be described without showing what is at work in the realm of the occult, that is, in the physical environment one looks at with the forces lying behind that physical environment. Therefore, Johannes Thomasius must be placed in the human surroundings out of which his development is proceeding in the real world of physical men and women.
[ 5 ] Und deshalb mußte wohl das Drama eine doppelte Einleitung haben. Die erste Einleitung zeigt, wie sich gegenüber der Außenwelt die Welt ausnimmt, in welcher sich für Johannes Thomasius zusammenknüpfen die Fäden, die Karma spinnt im Weltenwerden. Man könnte fragen: Mußte das gezeigt werden, mußte gerade in dem «Vorspiel» gezeigt werden, wie diese Welt von außen sich ansieht? — Das mußte gezeigt werden. Und es wäre nicht alles getan, wenn es nicht gezeigt worden wäre. Es mußte gezeigt werden, weil die Welt, in welcher Karma seine Knoten spinnt, eine andere ist in der Zeit zum Beispiel des fünften Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung, eine andere dreihundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, wieder eine andere tausend Jahre seit dem Beginn unserer Zeitrechnung und eine andere auch wieder in unserer Gegenwart. Auch die exoterische Außenwelt ist immer eine andere, und sie hängt mit ihrem Karma zusammen, mit dem, was Umgebung wird für den, der sich entwickelt. So wird der Kreis gezogen von außen nach innen. Und im Inneren ist dann der kleine Kreis, in dem Johannes Thomasius selber steht. Das ist das Zweite. In der Außenwelt sind es triviale Wogen, die da schlagen; in dem kleineren Kreis Wogen, welche hoch aufbranden. Aber sie können sich nur zeigen in ihrem Hochaufschäumen in der Seele des Johannes Thomasius selber. Deshalb werden wir zuerst auf den physischen Plan geführt. Der physische Plan wird uns so gezeigt, daß sozusagen auf die Fäden hingedeutet wird, die innerhalb des physischen Planes überall Karma spinnt.
[ 5 ] For this reason, the drama has to have a double introduction. The Prelude shows how the cosmic world in which the threads are knotting together for Johannes, threads that “karma spins in world becoming,” how this world confronts the ordinary outside world. One can certainly ask if this must be shown, if there must be a Prelude to show how this cosmic world looks from outside. Yes, it has to be shown. Something would be lacking if it were not so presented. The world in which karma spins its knots was quite different in 5000 B.C., for instance, from the world in 300 B.C. or in 1000 A.D. or today. The exoteric, ordinary, outside world is always changing, too, and its own karma is connected with the environment of a person who wishes to develop himself. Thus, the circle is drawn from outside inward. On the inside is the small circle in which Johannes Thomasius stands: the second Prelude. In the ordinary world outside there are trivial waves touching the shore; in the small circle, great waves are surging high. They show their turbulence, however, only within the soul of Johannes. That is why we are introduced first to the physical plane, and it is shown to us in such a way that the threads, which karma is spinning everywhere within this physical plane, are pointed out.
[ 6 ] Wer mit okkultem Blick in irgendeinen physischen Kreis hineinschaut, findet überall, daß Fäden gehen von Mensch zu Mensch, die sich in der merkwürdigsten Weise verschlingen. Da sind Menschen, die scheinbar im Leben wenig miteinander zu tun haben. Zwischen Seele und Seele aber spinnen sich die wichtigsten, die wesentlichsten Fäden. Das alles verknotet sich. Und das alles muß nach und nach so gezeigt werden, daß sozusagen klar hingedeutet wird auf irgendeinen Knoten. Das andere Mal kann es nur subtil, nur andeutungsweise gezeigt werden, weil es im Werden ist. Diese verschiedenen Nuancen mußten angeschlagen werden, wo die Sache auf dem physischen Plan spielt, wo wir in einer rein physischen Umgebung sind, wo zusammenkommen Leute aus den verschiedensten Interessenkreisen. Äußerlich reden sie dies und das. Indem sie äußerlich reden, sind sie aber Manifestanten des Karma. Alle die Personen, die uns auf dem physischen Plan zuerst entgegentreten, sind karmisch miteinander verbunden. Und das ist das Wesentliche: wie sie karmisch verbunden sind. Da ist kein einziger erdachter Fall; alles ist okkult begründet. Alles Fäden, die leben können. Und sehr merkwürdig sind diese Fäden.
[ 6 ] When you look with occult vision at any group of people, you will find that there are strands extending from one person to another, tangled in the most astonishing way. You see human beings who apparently have little to do with each other in ordinary life, but between their souls are flung the most important, most vital connections. Everything so tangled together has gradually to be illuminated, with the focus on one particular knot. Sometimes, however, whatever is in the process of becoming must be hinted at more subtly. These delicate tones had to be sounded in Scene One, where the action is taking place on the physical plane and people with a wide variety of interests are coming together. Outwardly, they chat about this or that. As they talk, however, more or less on the surface, they are revealing karma. Everyone we first meet in Scene One on the physical plane is bound to the others by destiny. What is most fundamental is how they are bound by destiny. None of the connections have been simply thought out; they are all based on esoteric life. All the threads can come to life, and each thread is quite unique.
[ 7 ] Die Merkwürdigkeit dieser Fäden können Sie ahnen, wenn Sie solche Gestalten zusammenstellen wie Felix Balde und Frau Balde auf der einen Seite und Capesius und Strader auf der anderen Seite. Es ist nicht das Wichtigste, was sie im Inhalt ihrer Worte sagen; das Wichtigste ist, daß es diese Personen sagen. Und diese Personen sind lebendige Personen, keine Personen, die erdacht sind. Sie sind mir zum Beispiel sehr wohl bekannt. Ich meine mit bekannt nicht ausgedacht, sondern stehend und lebend. Sie sind real, und besonders auch die mir so sehr ans Herz gewachsene Figur des Professor Capesius ist eine aus dem Leben gegriffene Figur. Und es ist unsere Welt. Daher mußte hineinspielen das merkwürdige Ereignis, das durch die Seherin Theodora sich darstellt, die zeitweilig in die Zukunft sehen kann und das merkwürdige Ereignis voraussieht, das noch vor Ablauf des 20. Jahrhunderts kommen wird als das nächste Christus-Ereignis. Das ist etwas, was karmisch gedeutet werden kann. Falsch wäre es, wenn auf andere Ereignisse ebenso klar gedeutet würde. Dann wird jener karmische Bezug, der besteht zwischen Frau Balde und Professor Capesius, angedeutet in dem sonderbaren Bezug, den die Märchenerzählungen der Frau Balde auf Capesius haben. Karmische Fäden sind angedeutet, die deshalb entstehen in dem Herzen des Strader zu der Seherin Theodora, da er durch sie besonders ergriffen wird. Das alles sind Fäden, die okkult liegen hinter dem, was sich äußerlich auf dem physischen Plan abspielt. Wie gesponnen auf einen Punkt hin sind vom Karma diese Fäden. Dieser eine Punkt ist Johannes Thomasius. Da treffen sie sich. Und innerhalb der Erzählung auf dem physischen Plan leuchtet ein Licht auf in der Seele des Johannes 'Thomasius, ein Licht, das eben furchtbare Wogen schlägt in seiner Seele, das aber zu gleicher Zeit seine esoterische Entwickelung entfacht als eine ganz bestimmte individuelle, als die Durchkreuzung seines eigenen Karma mit dem Weltenkarma. Daher sehen wir, welchen Eindruck es auf ihn macht, was da um ihn herum auf dem physischen Plan vorhanden ist; wie das Große in seiner Seele, das Unbewußte, hinaufdrängt zu den höheren Welten.
[ 7 ] The remarkable character of these connections you can guess at when you find such figures as Felix and Felicia Balde meeting with Capesius and Strader. What they say is not the important thing; it is that just these persons say it. They are living persons, not invented characters. I, for one, am well acquainted with them; by that I mean they are not thought out but fully alive. They are real. I have taken especially the figure of Professor Capesius, who has grown quite dear to my heart, directly from life. The extraordinary scene of the seeress Theodora had to be brought into this setting of our ordinary world. She, as one who sometimes looks into the future, now foresees the event that is to happen before the end of the twentieth century, the coming Christ event. It is a future event that can be explained karmically, although it would be wrong to interpret other events so precisely. Then there is the karmic relationship existing between Felicia Balde and Professor Capesius, which we find hinted at by the peculiar effect on Capesius of Felicia's fairy tales. When, too, we see Strader deeply moved by the seeress Theodora, it suggests that karmic threads are arising in Strader's heart, connecting him to her. These are all threads that lie occultly behind the physical occurrences, and they seem to be spun by karma and directed toward one point, Johannes Thomasius. In him they come together. While so much is being spoken about on the physical plane, a light begins to radiate in Johannes' soul, a light that arouses terrible waves within him. At the same time, however, this light kindles his esoteric development; as a distinctly individual development it will cross his own karma with world karma. We see, therefore, what a strong impression the happenings around him on the physical plane are making on him and how the unconscious greatness in his soul is striving upward to higher worlds.
[ 8 ] Nun darf diese Fahrt in die höheren Welten nicht steuerlos beginnen. Sie muß gelenkt und geleitet werden. Da tritt dann hinein in alle diese Verhältnisse derjenige, den Sie geschildert sehen als den eigentlichen Führer dieses Kreises, aber zu gleicher Zeit als den Wissenden der Weltenverhältnisse, als den, der durchschaut den Knoten, den Karma spinnt im Weltenwerden, da tritt Benedictus dazu. Und er wird zum Führer. Das Karma, das in Johannes 'Thomasius arbeitet, das arbeiten würde vielleicht durch Jahrtausende oder Jahrtausendjahrtausende, das wird in einem ganz bestimmten Moment angefacht durch eine karmische Beziehung zwischen Benedictus und Johannes 'Thomasius, welche sich in der Szene im Meditationszimmer leise zeigt. Da stehen wir an dem Punkt, wo ein vom Karma zur Entwickelung bestimmter Mensch hinaufstrebt in die höheren Welten. Und damit er nicht als ein Blinder hinaufstrebt, wird er in der richtigen Weise durch Benedictus geführt. Was damit gemeint ist, soll sich zeigen, wenn jetzt gerade einige der in Betracht kommenden Stellen vorgetragen worden sind.
[ 8 ] The journey into higher worlds, however, should not take place without a compass; there must be guidance and direction. Into the midst, then, of these many relationships comes the one who is described as the leader of the group. He is also the one who understands the cosmic relationships and discerns therefore “the knots that karma spins in world becoming”; it is Benedictus, and he becomes Johannes' guide. The karma working in Johannes Thomasius, which perhaps otherwise would have to work another thousand or even thousands of years, is kindled and set ablaze in one particular moment through a karmic relationship between Benedictus and Johannes, lightly drawn in the Meditation Room scene (Scene Three). There we find ourselves at the point where a human being, destined by karma to develop himself, begins to strive upward into higher worlds. In order not to do so blindly, he will be led by Benedictus in the right direction. These thoughts will become clearer when the following passages of Scene Three are presented.
Es folgte die Rezitation der genannten Szene: Drittes Bild; Benedictus, Johannes, Maria, Kind.
A room for meditation. Benedictus, Johannes, Maria, and a Child.
| Maria: | Ich bringe euch das Kind, Es braucht ein Wort aus eurem Munde. |
| Benedictus: | Mein Kind, du sollst fortan An jedem Abend zu mir kommen, Zu holen dir das Wort, Das dich erfüllen soll, Bevor das Seelenreich des Schlafes du betrittst. Willst du es so? |
| Kind: | Ich will es so gern. |
| Benedictus: | Erfülle dein Gemüt an diesem Abend, Bis dich der Schlaf umfängt, Mit dieses Wortes Kraft: «Es tragen Lichtgewalten Mich in des Geistes Haus.» |
| Maria | I'm bringing you the child. He needs a guiding word from you. |
| Benedictus | My child, from now on you shall come to me each evening to hear the words that then should dwell with you before you enter the soul realm of sleep. Will you do this? |
| Child | I'll do it gladly. |
| Benedictus | This evening fill your heart, till sleep enfolds you, with strength from these few words: ‘The heavenly powers of light are carrying me into the spirit's house.’ |
(Das Kind wird von Maria hinausgeführt.)
(The Child is taken out by Maria, who then returns.)
| Maria: | Und nun, da dieses Kindes Schicksal In Zukunft fließen soll Im Schatten eurer Vaterhuld, Erbitten darf des Führers Rat Auch ich, die Mutter ihm geworden, Wenn nicht durch Blutesbande, So doch durch Schicksalsmächte. Ihr wieset mir den Weg, Den ich es führen sollte Von jenem Tage an, daiches fand Von seiner unbekannten Mutter Mir vor die Tür gelegt. Und wunderwirkend zeigten Sich an dem Pflegling alle Regeln, Nach welchen ich ihn führen durfte. Zutage traten alle Kräfte, Die in dem Leibe und der Seele keimten. Es zeigte sich, wie eure Weisung Entsprossen war dem Reiche, Das dieses Kindes Seele barg, Bevor sie baute ihres Leibes Hülle. Erwachsen sahen wir die Menschenhoffnung, Die heller strahlte jeden neuen Tag. Ihr wißt, wie schwer des Kindes Neigung Ich erst gewinnen konnte, Es wuchs heran in meiner Pflege, Und mehr nicht als Gewohnheit Verband erst seine Seele mit der meinen. Es stand zu mir, empfindend, Daß ich ihm reichte, was ihm nötig war Für Leibeswohl und Seelenwachstum. Es kam die Zeit, in welcher Im Kindesherzen sich erzeugte Die Liebe zu der Pflegerin. Ein äußrer Anlaß brachte solche Wandlung. Es trat in unsern Kreis die Seherin. Das Kind war gern um sie, Und manches schöne Wort Erlernte es in ihrem Zauberbann. Da kam ein Augenblick, in dem Begeisterung Erfaßte unsre wundersame Freundin, Und schauen konnte unser Kind Der Augen glimmend Licht. Erschüttert bis ins Lebensmark Empfand die junge Seele sich. Sie kam in ihrem Schreck zu mir. Von dieser Stunde an War mir das Kind in Liebe warm ergeben. Doch seit bewußtes Fühlen Von mir empfing die Lebensgaben, Und nicht der Trieb allein, Seit wärmer dieses junge Herz erbebte, Sobald sein Blick den meinen liebend traf, Verloren eure Weisheitsschätze ihre Fruchtbarkeit. Verdorren mußte vieles, Was schon gereift dem Kinde. Erscheinen sah ich an dem Wesen wieder, Was an dem Freunde furchtbar sich erwiesen. Ich bin mir immer mehr ein dunkles Rätsel. Du kannst mir wehren nicht die bange Lebensfrage: Warum verderb’ ich Freund und Kind, Wenn liebend ich das Werk versuch’ An ihnen zu verüben, Das mich die Geistesweisung Als gut erkennen läßt im Herzen? Du hast mich an die hohe Wahrheit oft gewiesen, Daß Schein sich breitet an des Lebens Oberfläche, Doch muß ich Klarheit haben, Soll ich ertragen dies Geschick, Das grausam ist und Böses wirkt. |
| Benedictus: | Es formt sich hier in diesem Kreise Ein Knoten aus den Fäden, Die Karma spinnt im Weltenwerden. O Freundin, deine Leiden Sind Glieder eines Schicksalsknotens, In dem sich Göttertat verschlingt mit Menschenleben. Als auf dem Pilgerpfad der Seele Erreicht ich hatte jene Stufe, Die mir die Würde gab, Mit meinem Rat zu dienen in den Geistersphären, Da trat zu mir ein Gotteswesen, Das niedersteigen sollte in das Erdenreich, Um eines Menschen Fleischeshülle zu bewohnen. Es fordert dies das Menschenkarma An dieser Zeiten Wende. Ein großer Schritt im Weltengang Ist möglich nur, wenn Götter Sich binden an das Menschenlos. Es können sich entfalten Geistesaugen, Die keimen sollen in den Menschenseelen, Erst wenn ein Gott das Samenkorn Gelegt in eines Menschen Wesenheit. Es wurde mir nun aufgegeben, Zu finden jenen Menschen, Der würdig war, des Gottes Samenkraft In seine Seele aufzunehmen. So mußte ich verbinden Himmels-Tat Mit einem Menschenschicksal. Mein geistig Auge forschte. Es fiel auf dich. Bereitet hatte dich dein Lebenslauf zum Heilesmittler. In vielen Leben hattest du erworben dir Empfänglichkeit für alles Große, Das Menschenherzen leben. DerSchönheitedles Wesen, der Tugend höchste Forderung, Du trugst als Geisteserbe sie In deiner zarten Seele. Und was dein ewig Ich Ins Dasein durch Geburt gebracht, Es ward zur reifen Frucht In deinen jungen Jahren. Zu früh nicht stiegest du Auf steile Geisteshöhen. Und so erstand dir nicht Der Hang zum Geisterland, Bevor du voll erfaßt Der Sinne unschuldvolle Freuden. Erkennen lernte deine Seele Zorn und Liebe, Als ihrem Denken jeder Trieb Zum Geist noch ferne war. Natur in ihrer Schönheit zu genießen, Der Künste Früchte pflücken, Erstrebtest du als deines Lebens Reichtum. Du durftest heiter lachen, Wie nur ein Kind kann lachen, Das von des Daseins Schatten Noch nichts erfahren hat. Du lerntest Menschenglück verstehn Und Leid beklagen in den Zeiten, Da deinem Ahnen selbst nicht dämmerte, Zu fragen nach des Glückes und des Leides Wurzeln. Als reife Frucht von vielen Leben, Betritt das Erdensein die Seele, Die solche Stimmung zeigt. Und ihre Kindlichkeit ist Blüte, Nicht Wurzel ihres Wesens. Nur diese Seele durfte ich erkiesen Zum Mittler für den Gott, Der Wirkenskraft erlangen sollte Durch unsre Menschenwelt. Und nun begreife, daß dein Wesen Sich wandeln muß zum Gegenbild, Ergießt aus dir es sich in andre Wesen. Der Geist in dir, er wirkt in allem, Was für das Reich der Ewigkeit An Früchten reifen kann im Menschenwesen. Ertöten muß er darum vieles, Was nur dem Reich des Zeitenseins gehören soll. Doch seine Todesopfer Sind Saaten der Unsterblichkeit. Dem höhern Leben muß erwachsen, Was aus dem niedern Sterben blüht. |
| Maria: | So also steht’s mit mir. - - - Du gibst mir Licht, Doch Licht, das mir die Kraft des Sehens raubt Und mich mir selbst entreißt. Bin ich denn eines Geistes Mittler nur Und nicht mein eigen Wesen, Dann dulde ich nicht länger Die Form an mir, Die Maske und nicht Wahrheit ist. |
| Johannes: | O Freundin, was ist dir! Es schwindet deines Blickes Licht, Zur Säule wird dein Leib, Ich fasse deine Hand, Sie ist so kalt, Sie ist wie tot. |
| Benedictus: | Mein Sohn, du hast der Proben viel erfahren, Du stehst in dieser Stunde vor der stärksten, Du schaust der Freundin Leibeshülle, Vor meinem Blick jedoch Entschwebt ihr Selbst in Geistersphären. |
| Johannes: | O sieh! die Lippen regen sich. Sie spricht - - - |
| Maria: | Du gabst mir Klarheit, Ja, Klarheit, die in Finsternis Mich hüllt nach allen Seiten. Ich fluche deiner Klarheit, Und dich verfluche ich, Der mich zum Werkzeug Der wilden Künste formte, Durch die er Menschen täuschen will. Ich habe keinen Augenblick bisher An deiner Geisteshöhe zweifeln können, Doch jetzt genügt der eine Augenblick, Aus meinem Herzen mir zu reißen jeden Glauben. Erkennen muß ich, daß sie Höllenwesen sind, Die Geister, welchen du ergeben bist. Ich mußte andre täuschen, Johannes: Weil du erst mich getäuscht! Ich will dich fliehn in Fernen, Wohin von dir kein Laut mehr dringt, Und die doch nah genug, Daß meine Flüche dich erreichen können! Des eignen Blutes Feuer, Du hast es mir geraubt, Um deinem falschen Gott zu geben, Was mein sein muß. O dieses Blutes Feuer, Es soll dich brennen! Ich mußte glauben An Trug und Wahn. Und daß es möglich wurde, Zum Truggebilde mußtest du Mich selbst erst machen! Ich mußte oft erleben, Wie meines Wesens Wirkung Ins Gegenbild sich wandelte. So wandle jetzt, Was Liebe war zu dir, In wilden Hasses Feuer sich. Ich will in allen Welten Nach jenem Feuer forschen, Das dich verzehren kann. Ich flu---- ach ---- |
| Johannes: | Wer spricht an diesem Ort? Ich schau die Freundin nicht! Ich schau ein grausig Wesen. |
| Benedictus: | Der Freundin Seele schwebt in Höhen, Sie ließ ihr sterblich Scheinbild An diesem Ort zurück uns nur. Und wo ein Menschenleib Vom Geist verlassen wird, Ist Raum, den sich Des Guten Widersacher sucht, Um einzutreten in das Reich der Sichtbarkeit. Er findet eine Leibeshülle, Durch die er sprechen kann. Es sprach ein solcher Widersacher, Der mir zerstören will das Werk, Das mir obliegt Für vieler Menschen Zukunft Und auch für dich, mein Sohn. Und könnt’ ich halten jene Flüche, Die unsrer Freundin Hülle eben sprach, Für andres als Versucherlist, Du dürftest mir nicht folgen. Des Guten Widersacher war an meiner Seite; Und du, mein Sohn, Hast stürzen sehn in Finsternis, Was zeitlich ist an jenem Wesen, Dem deine ganze Liebe strahlt. Weil Geister dir so oft Aus ihrem Mund gesprochen, Ersparte dir das Weltenkarma nicht, Den Höllenfürsten auch Durch sie zu hören. Nun darfst du erst sie suchen Und ihres Wesens Kern erkennen. Sie soll dir Vorbild jenes höhern Menschen sein, Zu dem du dich erheben sollst. Es schwebet ihre Seele in die Geisteshöhen, Wo Menschen ihres Wesens Urform finden, Die in sich selbst sich gründet. Du sollst zum Geistgebiet ihr folgen, Und schauen wirst du sie im Sonnentempel. Es formt sich hier In diesem Kreise Ein Knoten aus den Fäden, Die Karma spinnt Im Weltenwerden. Mein Sohn, da du bis jetzt gehalten dich, Wirst du auch weiterdringen. Ich sehe deinen Stern im vollen Glanze. Es ist nicht Raum im Sinnensein Für Kämpfe, welche kämpfen Menschen, Die nach der Weihe streben. Was Sinnensein an Rätsel hat, Die mit Verstand zu lösen, Was solches Sein erzeugt in Menschenherzen, Es mag durch Liebe oder Haß entstehen Und sich entladen noch so schauervoll: Dem Geistessucher muß es werden Ein Feld, auf das er unbeteiligt Den Blick von außen richten kann. Ihm müssen Kräfte sich entfalten, Die nicht auf diesem Feld zu finden sind. Du mußtest dich durch Seelenprüfung ringen, Die dem nur werden kann, Der sich gerüstet Für solche Mächte findet, Die Geistes-Welten angehören. Und wärest du von diesen Mächten Nicht reif befunden zum Erkenntnisweg, Sie hätten dir das Fühlen lähmen müssen, Bevor du wissen durftest, Was dir bekannt nun ist geworden. Die Wesen, die in Welten-Gründe schauen, Sie führen Menschen, Die zu den Höhen streben, Zuerst auf jenen Gipfel, Wo es sich zeigen kann, Ob ihnen Kraft gegeben, Bewußt zu schauen Geistessein. Die Menschen, welchen solche Kräfte eigen sind, Sie werden aus der Sinnenwelt entlassen; Die andern müssen warten. Du hast dein Selbst bewahrt, mein Sohn, Als Höhenkräfte dich erschütterten, Und als dich Geistesmächte In Schauer hüllten. Und kraftvoll hat dein Selbst sich durchgekämpft, Auch als in eigner Brust die Zweifel wühlten Und dich den dunklen Tiefen überliefern wollten. Du bist mein wahrer Schüler Erst seit der inhaltvollen Stunde, Wo du an dir verzweifeln wolltest, Wo du dich selbst verloren gabst, Und wo die Kraft in dir dich dennoch hielt. Ich durfte dir an Weisheitsschätzen geben, Was Kraft dir brachte, Dich selbst zu halten, Auch da du selbst an dich nicht glaubtest. Es war die Weisheit, Die du errungen, Dir treuer als der Glaube, Der dir geschenkt. Du bist als reif befunden. Du darfst entlassen werden. Die Freundin ist vorangeschritten, Du wirst im Geist sie finden. Ich kann dir noch die Richtung weisen: Entzünde deiner Seele volle Macht An Worten, die durch meinen Mund Den Schlüssel geben zu den Höhen. Sie werden dich geleiten, Auch wenn dich nichts mehr leitet, Was Sinnesaugen noch erblicken können. Mit vollem Herzen wolle sie empfangen: Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet Durch Raumesweiten, Zu füllen die Welt mit Sein. Der Liebe Segen, er erwarmet Die Zeitenfolgen, Zu rufen aller Welten Offenbarung. Und Geistesboten, sie vermählen Des Lichtes webend Wesen Mit Seelenoffenbarung; Und wenn vermählen kann mit beiden Der Mensch sein eigen Selbst, Ist er in Geisteshöhen lebend. O Geister, die erschauen kann der Mensch, Belebet unsres Sohnes Seele. Im Innern lasset ihm erstrahlen, Was ihm durchleuchten kann Die Seele mit dem Geisteslicht. Im Innern lasset ihm ertönen, Was ihm erwecken kann Das Selbst zu Geistes Werdelust. |
| Maria | And now that this child's destiny shall in future flow within the shadow of your paternal care, I too may ask your guiding counsel, for I've become his mother through powers of destiny, if not by blood. You showed me how to bring him up from that first day when I discovered him, left by his unknown mother at my door. And all your rules I followed for his guidance worked wonders on my foster child. For every force could come to light that in his body and his soul lay hidden. It soon was clear that your advice sprang from the realm which sheltered this child's soul before it built its body's sheath. We saw it hopefully unfold and shine more brightly each new day. You know how hard it was for me at first to gain the child's affection. He grew up in my care, yet nothing more than habit first joined his soul with mine. He looked at me, perceiving only that I gave him all he needed for the well-being of his body and his soul. Then came the time when in his heart love was enkindled for me, the foster mother. An outer cause brought forth this change. The seeress came into our circle. The child became attached to her and learned, enchanted by the way she spoke, one or the other charming word. Then came a moment when exaltation laid hold of our strange friend; our child could see the glimmering light within her eyes. He felt his young soul shaken to the core and, frightened, rushed to me. From this time on the child has been devoted to me in warmest love. Yet since he now received his care from me not just through natural impulse but with awakened feeling— since his young heart stirs warmly whenever he looks lovingly at me— the treasures of your wisdom have lost their fruitfulness. And withered now is much that had already ripened in the child. I saw revealed within his being what for my friend has proved so terrible. I'm ever more a dark enigma to myself. Do not deny my asking this grave question: why do I ruin friend and child when lovingly I try to do for them the work that spirit guidance lets me perceive within my heart as good? You've shown to me the lofty truth: illusion's veil is covering the surface of our life. Yet I must have clear knowledge, if I must bear this destiny which is so cruel and which works such evil. |
| Benedictus | There forms itself within this circle a knot out of the threads which karma spins in world becoming. O friend, your sorrows are part of such a knot of destiny in which the deeds of gods entwine themselves with human life. When on the pilgrimage of soul I had attained that stage which granted me the honor of serving with my counsel in the spirit spheres, there came to me a higher being which should descend into the realm of earth to take up its abode within a human body. Man's destiny is now demanding this at such a turning point of time. A great step forward in our evolution is only possible when gods unite themselves with man's own lot. For spirit eyes, which should awake in human souls, can only be evolved when first a god has laid the seed within a human being. The task was now assigned to me to find that human being who might be worthy to accept within his soul the seed-force of the god. I had to link a deed of heaven unto a human destiny. My spirit's eye made search— it fell on you. Your course of life had fitted you as mediator for new healing forces. In many lives you had acquired an openness for the nobility alive in human hearts. The precious quality of beauty, the highest claim of virtue, you carried in your gentle soul as spirit heritage. What your eternal ego brought down into this life through birth matured to ripened fruit in your first youthful years. You did not scale too soon the lofty spirit heights. The longing for the spiritual world did not arise in you till you had fully grasped the senses' innocent delights. Your soul encountered love and anger while as yet your thought was far away from all desire for spirit. To drink the joy of Nature in her beauty and pick the fruits of art was all you wished to find as riches in your life. And you could gaily laugh as only a small child can laugh who has as yet no knowledge of life's grey shadow side. You learned to fathom human happiness, and mourn men's pain, in times when not an inkling had yet dawned of questioning the roots of joy and sorrow. The soul who shows such character encounters earthly life as the ripe fruit sprung from many lives. Its childlike nature is its blossom, not its root of being. It was this soul alone that I could choose as mediator for that spirit who should attain to active power within our human world. So comprehend now that your being must change into its opposite when pouring forth from you to other beings. The spirit in you works in everything that can grow ripe in man as fruit for realms eternal. And therefore much it must destroy that only has its place within the realm of time. Its sacrifice in death, however, is seed of immortality. What flourishes for higher life must bloom from death of lower being. |
| Maria | So this is how it stands with me. You give me light, but light that robs me of the power of sight and tears me from myself. Am I then nothing but a spirit's mediator and not my own true being? No more will I endure this form of mine, which is a mask and not the truth. |
| Johannes | Dear friend, what is it? Your gaze has lost its light. Your body's turned into a pillar. I take your hand— and it is cold as death. |
| Benedictus | My son, you've had to meet with many trials; but now you stand before the hardest one. You see her body's covering. And yet before my gaze her Self soars into spirit spheres. |
| Johannes | O see, her lips begin to move. She speaks ... |
| Maria | You gave me clarity, yes, clarity that shrouded me in darkness on all sides. I curse your clarity, and you I curse who made of me a tool of those wild arts through which you seek to misguide men. Not for one moment have I ever doubted how high you stand in spirit. Yet now one single instant has sufficed to tear all faith in you out of my heart. And I must recognize that they are hell-born beings, the spirits whom you serve. I had to mislead others because you misled me! I'll flee from you to regions wherein no word of yours can penetrate, and yet be near enough so that my curses can still reach you! The fire of my blood you've torn away from me and given to your own false god what must be mine. The fire of this blood, O may it burn you! I had to trust in lying and deceit, and to accomplish this you had at first to make of me a phantom form. I've often had to see how deeds and thoughts of mine were changed into their opposite. So now let all that once was love for you be changed into wild hatred's fire. I'll hunt through all the worlds to find that fire that can consume you. I cur ... ah ... |
| Johannes | Who is it that is speaking here? I do not see my friend— I see a gruesome being! |
| Benedictus | Maria's soul is hovering in the heights; she's left behind her here with us her mortal semblance only. And where a human body is left without a spirit, there's room which then the enemy of good seeks out to step into the realm of visibility. He finds a body's covering and through it he can speak. Just such an adversary spoke who strives now to destroy the work I must fulfill for many human beings' future, for you as well, my son. For could I take these curses, just spoken by Maria's vacant shell, as other than the tempter's guile, you should not follow me. The enemy of good was at my side; and you, my son, have seen plunge down into the darkness the temporal part of her to whom your whole love radiates. Because so often spirits have spoken to you through her lips, world karma has not spared you from hearing through them also the prince of hell. Now you can seek her finally and learn to know her being's core. For she shall be the image of that higher man to whom you shall aspire to raise yourself. Her soul is soaring forth to spirit heights where men can find their being's primal form that in itself is rooted. You now shall follow her to spirit realms and see her in the Temple of the Sun. There forms itself within this circle a knot out of the threads which karma spins in world becoming. My son, you have stood firm so far; you will progress still further. I see your star in its full radiance. There is no place in sense existence for battles such as men must fight who strive for consecration. What sense existence hides as riddles which can be solved by intellect, what human hearts receive from such existence— no matter if it comes from love or hate or whether it bursts forth with frightful power— this for the spirit seeker must become a field on which he, uninvolved, directs his vision from without. For forces must unfold themselves for him which are not found upon this field itself. You had to wrest your way through trials of soul which only come to those well-armed to meet those powers belonging to the spirit worlds. And had those powers not found you ready to tread the path of knowledge, they would have had to lame your feeling before you were allowed to know what now has been revealed to you. The beings who can gaze at world-foundations lead men who strive into the heights at first up to that summit where can be shown if they have strength for conscious spirit sight. Those who possess such forces can be released out of the world of sense. The others still must wait. You have sustained your Self, my son, when powers of the heights have shaken you and spirit forces shrouded you in dread. Your Self has strongly battled its way through, when doubts were wrestling in your breast and sought to give you over to dark depths. You have been my true pupil only since that portentous hour when you, despairing, felt that you yourself were lost, and yet the strength in you still held you firm. I was allowed to grant from wisdom's treasures what gave you strength to hold yourself, though you believed no longer in yourself. So was the wisdom which you conquered more truthful than the faith bestowed on you. You are now found mature. You now may be released. Your friend has led the way. In spirit you will find her. I can still further give you the direction: Call forth the fiery power of your soul with words which, uttered through my mouth, give you the key to spirit heights. They will accompany you when nothing longer guides you which eyes of sense can still behold. With your whole heart now willingly receive them: Light's weaving essence radiates through far-flung spaces to fill the world with life. Love's blessing pours its warmth through time's long ages to call forth revelation of all worlds. And messengers of spirit join light's weaving essence with revelation of the soul. And when with both, the human being can join his own true self, he is alive in spirit heights. O spirits who can be perceived by man, quicken with life the soul of this our son. Let shine in him what can illumine his soul with spirit light. Let sound in him what can awaken his self to joyous spirit growth. |
| Geistesstimme: (hinter der Bühne): |
Es steigen seine Gedanken In Urweltgründe. Was als Schatten er gedacht, Was als Schemen er erlebt, Entschwebet der Gestaltenwelt, Von deren Fülle Die Menschen denkend In Schatten träumen, Von deren Fülle Die Menschen sehend In Schemen leben. |
| Spirit Voice (behind the scene): |
Thoughts now guide him to depths of world-beginnings; what as shadows he has thought, what as phantoms he has felt soars out, beyond the world of forms— world, of whose fullness men, when thinking, dream in shadows; world, from whose fullness men, when seeing, live within phantoms. |
(Die Musik setzt ein, während der Vorhang langsam fällt.)
(As the curtain falls slowly, the music begins.)
[ 9 ] Das waren die Töne, mit denen unser lieber Freund Arenson musikalisch zum Ausdruck gebracht hat, was aufsteigt in der Dichtung als ein Widerklang aus den höheren Welten in des Johannes Thomasius’ Seele, nachdem er an dem großen Erlebnis, das im Meditationszimmer vorgeführt wird, sich fähig erwiesen hatte, wirklich in die höheren Welten hinaufzusteigen, daß er als reif aus diesem Erlebnis hervorgegangen war. In den Worten, in denen ausgeklungen hat, was rezitiert worden ist, haben wir etwas zu sehen, was in durchaus realer Weise hereintönt aus der geistigen Welt in eine Seele, die bis zu einem gewissen Grade, wenn wir so sagen dürfen, die Prüfung bestanden hat. Das Schwergewicht wird zuweilen leise angedeutet in Worten, in denen mehr liegt, als man zuerst vielleicht glaubt.
[ 9 ] Those last tones of music, composed by our dear friend, Arenson,3Adolf Arenson (1855-1936) composed the music for the four Mystery Dramas at the request of Rudolf Steiner. bring to expression what is echoing from higher worlds into Johannes Thomasius' soul in the drama. It follows the solemn experience he has had in the Meditation Room, which proved him genuinely mature and strong enough to ascend into these higher worlds. At the end of the scene just recited, we hear words actually sounding out of the spiritual worlds in a completely real way, into a soul that up to a certain level, if I may so describe it, has stood the test. The imponderable had to be touched on gently with words that are more meaningful than one at first believes.
[ 10 ] Man muß sich zunächst klar sein, daß aus den Fäden des Weltenkarmas ein Knoten gesponnen wird, der eine Tatsache großartigster, gewaltigster Art in ihrer Wirksamkeit an heiliger Stätte vor den Johannes 'Thomasius hinstellt. Was geschieht denn eigentlich?
[ 10 ] It must be quite clear that the knot spun out of the threads of world karma presents to Johannes Thomasius a fact of the most sublime and powerful nature in that solemn place. What is actually happening?
[ 11 ] Johannes Thomasius muß erleben, daß eine Seele, mit der er, wie sich in der Devachanszene später zeigen wird, karmisch auf eine wunderbare Weise verbunden ist, unmittelbar vor ihm in die geistigen Welten hinaufsteigt. Es ist ein welthistorischer Moment, wo eine solche Seele in die geistigen Welten hinaufsteigt. Es kann natürlich jetzt nicht auf alles hingewiesen werden, was mit einem solchen Moment verbunden ist. Aber es ist eine durchaus reale Tatsache, die jeder, der mit dem okkulten Leben bekannt ist, in ihrer furchtbar gewaltigen, lichtvollen und schattenvollen Gestalt kennt. Und ein solcher kennt auch von ihr, was dann in der physischen Welt geschieht, wenn die Erschütterung eintritt, daß eine Seele in die geistigen Welten unmittelbar, nicht etwa mit gelassenem Gang des eigenen Karma, sondern durch das Weltenkarma herausgefordert, in die geistige Welt verschwindet. Das sind Momente, die für die Evolution der Menschheit wichtig sind. Aber das sind auch diejenigen Momente, in welchen wirkliche, real vorhandene versucherische Mächte, die aus der geistigen Welt ebenso hereinschauen in unsere physische Welt wie die guten Mächte, die Kraft haben, verlassene physische Hüllen zum Schauplatz ihrer Versucherlist und Versucherkraft zu gewinnen. Das sind die Angriffspunkte; da werden sie gleichsam losgelassen. Und dann treten die Verhältnisse auf, in denen sich Maja in der furchtbarsten Weise zeigt. Gegenüber den kleinen Täuschungen des Karma kann der Mensch, der vielleicht nicht weit ist, der Versuchung nicht widerstehen; aber gegenüber den großen Täuschungen des Karma, wenn es etwas vorführt, von dem man auf einer gewissen Entwickelungsstufe auch nicht mehr ganz glauben kann, daß es so sein könnte, schrickt eine Seele zurück, die nicht durch gewisse Abgründe des Lebens gegangen ist. Man kann sich vorstellen, daß manche vielleicht sagen werden, sie hätten es auch ausgehalten, was da im Meditationszimmer vorgegangen ist. Sie sollten aber nur einmal da hingestellt werden! Die Wirklichkeit ist noch etwas ganz anderes als das, was wir denken. In der Wirklichkeit spielen noch andere Kräfte. Wer das nicht glaubt, soll sich nur vorstellen, ob er jemals eine wirkliche Erfahrung gemacht hat von einem Menschenleib, der von seiner Seele verlassen worden ist. Die Menschen kennen nur Menschenleiber, die beseelt sind. Da spielen eben noch andere Kräfte. Und um diesen Kräften standzuhalten, mußte Johannes Thomasius gerade vor diesen Punkt im Weltenkarma hingeführt werden.
[ 11 ] Johannes Thomasius has to perceive a soul to whom he is joined karmically in a wonderful way (as shown later in Devachan, Scene Seven), ascending directly before him into the spiritual world. It is a unique moment in world history when such a soul enters divine worlds. Naturally, not everything connected with this moment can be fully described, but it is definitely a real happening that anyone conversant with occult life will recognize in its frightening and powerful interweaving of light and shadow. Such a person knows, too, what happens in the physical world at the shattering moment when a soul disappears into the spiritual world, not with the gradual step of individual karma but suddenly, challenged by world karma. These are moments that are vital for the evolution of mankind. They are also moments when the real, ever-present forces of temptation, peering into our physical world out of the spiritual world (just as the powers of good do), have the strength to take possession of deserted physical sheaths and use them as platforms for their guile and powers of deception. The body is the point from which they launch their attack. Immediately, then, the situation will show itself as maya, illusion, of the worst kind. Confronted with the small deceptions of karma, a person who is not far developed will be unable to withstand temptation. Confronted with much greater deceptions of karma, something that at a certain stage of development one would no longer have believed to be possible, a soul will recoil terrified, unless it has already gone through certain tragic depths of life experience. One can imagine some people saying that they, too, could have withstood what happened in the Meditation Room—but they should really find themselves sometime in the same situation! The reality is far different from what we might think it to be. In a spiritual reality, strange forces are at work. If someone does not believe this, he should just consider whether or not he has had any genuine experience with a human physical body abandoned by its own soul. Human beings know only ensouled bodies. In this case quite different forces come into play, and it is against these forces that Johannes Thomasius has to stand firm, having been guided to this moment in world karma.
[ 12 ] Nun handelt es sich um zweierlei. Johannes 'Thomasius mußte zuerst das durchmachen, was man gewöhnlich das Kamaloka nennt. Das ist diejenige Welt, in der uns das, was wir selber sind, sozusagen wie in einem Spiegelbilde erscheint. Das ist wieder etwas, was ausgesprochen leichter sich ausnimmt, als wenn es in Wirklichkeit auftritt. Und tritt es in Wirklichkeit auf, so sagt uns nicht ein im Raum beschränktes Bild, was es ist, sondern dann raunt es uns das aus allen Gebieten der Welt zu. Dann ist die ganze Welt wir. Deshalb hören Sie in der Szene, wo dargestellt ist, wie Johannes 'Thomasius in die Tiefen seiner Seele hinuntersteigt, wo er unter Felsen und Quellen ist, daß nicht irgendein einzelnes Spiegelbild, das er beschwört, aus seiner Seele zu ihm spricht, sondern da tönt es ihm aus allem zu, aus Felsen und Quellen, aus der ganzen Umgebung. Und zwar werden in einem solchen Moment die Worte, die so zahm durch die Weltentheorien, durch die philosophischen und geisteswissenschaftlichen Werke gehen, zu furchtbaren Gewalten. Denn sie ertönen aus der ganzen Welt, wie reflektiert von überallher aus dem unendlichen Raum und sich fangend in den einzelnen Geschehnissen der Natur. «O Mensch, erkenne dich!» So ertönen sie, wenn sie gehört werden, nachdem sie Jahre und Jahre in der Seele gelebt haben. Dann steht die Seele in ihrer Einsamkeit, in ihrer großen Verlassenheit sich selbst gegenüber. Nichts ist da als die Welt. Aber diese Welt ist sie selber. Und in dieser Welt ist das darinnen, was sie selber ist, die Seele; auch das, was ihr Karma ist, alles, was sie verübt hat. — In einer Dichtung kann nur einzelnes herausgegriffen werden. Eine alte Tat, das Verlassen einer Persönlichkeit, tritt auf. Aber in aller Lebendigkeit tritt es vor Johannes Thomasius’ Seele. Ich kann nur einzelne Worte anführen.
[ 12 ] Now two things come into question. Johannes Thomasius first has to endure what is usually known as kamaloka, the world in which there appears to us as a mirror image what we ourselves truly are. Again, this sounds milder when spoken about than it is in reality. When it appears in its reality, there is not merely a picture limited in space to tell us what it is, but it intones this from every corner of the world around us. The whole world is we ourselves. For this reason, when you hear in Scene Two how Johannes Thomasius descends into the depths of his soul where he is “among rocks and springs,” it is not a single mirror image he conjures up, speaking to him out of his soul, but it sounds to him from everywhere around him, out of the rocks and springs, out of his whole surroundings. At such a moment, words that were tame enough as they came out of world theories or philosophical works, or even spiritual scientific writings, suddenly grow into terrifying power, for they sound forth out of the whole world from every side as though, reflected from unending space, they are caught up in the various processes of nature. O man, know thou thyself! Thus, they sound when they become audible after living year after year within the soul. The soul then is left, lonely and forsaken, and stands before its Self. Nothing is there but the world—but this world is one's own soul; it contains everything the soul is, what its karma is, everything it has perpetrated. In a poetic work, only a special theme can be singled out—for instance, an action far in the past, the desertion of a woman—but this comes fully alive to confront Johannes Thomasius' soul. I can say only a few words about this.
[ 13 ] In diesem Zusammenhang verliert Johannes 'Thomasius, was er verlieren muß: das Vertrauen zu sich selber, zu seiner Kraft, selbst dazu, in der Einsamkeit Heilung zu finden für das, was ihm auf dem physischen Plan so ungeheure Qualen verursacht, wenn er es aus dem physischen Plan heraus vernimmt. Deshalb diese Worte, die ich Sie bitte so zu nehmen, wie sie eben genommen werden sollen, als die Seele sprengend und ganz erfüllend. Als Johannes Thomasius aus allen Welten hört die Worte «OÖ Mensch, erkenne dich!», da antwortet seine Seele, als ob sein Ich nicht dabei wäre:
[ 13 ] When it happens, Johannes loses what is necessary for him to lose: confidence in himself, in his strength, even in the ability to find in loneliness the healing for what brings him such agonizing pain on the physical plane when experiencing it there. The following words, therefore, I beg you to take as they should be taken, that is, as shaking the soul and filling it completely. When Johannes Thomasius hears from all the world around him the words, “O man, know thou thyself,” his soul answers, as though his ego were not present:
So hör’ ich sie seit Jahren schon,
Die inhaltschweren Worte.
Sie tönen mir aus Luft und Wasser,
Sie klingen aus dem Erdengrund herauf,
Und wie ins kleine Samenkorn geheimnisvoll
Der Rieseneiche Bau sich drängt,
So schließt zuletzt sich ein
In dieser Worte Kraft,
Was von der Elemente Wesen,
Von Seelen und von Geistern,
Von Zeitenlauf und Ewigkeit
Begreiflich meinem Denken ist.
Die Welt und meine Eigenheit,
Sie leben in dem Worte:
O Mensch, erkenne dich!
For many years these words
of weighty meaning I have heard.
They sound to me from air and water;
they echo up from depths of earth.
And just as in the acorn secretly
the structure of the mighty oak is pressed,
within the power of these words
there is contained
all that my thought can comprehend
about the nature of the elements,
of souls as well as spirits,
of time and of eternity.
The world and my own nature
are living in the words:
O man, know thou thyself!
Was aber gewaltig beantwortet wird: «O Mensch, erkenne dich!» Dann kehrt sich das ganze Innere um:
This is answered powerfully “from the springs and rocks.” Then his whole inner being is turned outward:
Und jetzt! — es wird
Im Innern mir lebendig fürchterlich.
Es webt um mich das Dunkel,
Es gähnt in mir die Finsternis;
Es tönt aus Weltendunkel,
Es klingt aus Seelenfinsternis:
O Mensch, erkenne dich!(Es tönt aus Quellen und Felsen: O Mensch, erkenne dich!)
And now! within me
it is becoming terribly alive.
Around me darkness weaves,
within me blackness yawns;
out of the world of darkness it resounds,
out of soul-blackness it rings forth:
O man, know thou thyself!
(There sounds from springs and rocks:
O man, know thou thyself!)
[ 14 ] Sie müssen sich denken das Mitgehen des Selbstes mit dem Weltprozeß. Sonst stehen wir da, gehen mit den Stunden und verfolgen nicht, was sich da vollzieht. Wir wissen es nicht, glauben in unserem Inneren zu sein. Dies aber vollzieht sich wissend. Wissend folgt er allen elemen tarischen Gewalten, geht mit des Tages Stundenlauf und wandelt sich in Nacht.
[ 14 ] You must try to imagine how the Self joins the cosmic process outside. Usually, we stand still or go about our hourly tasks and fail to see what is happening out there. We have no idea of it and believe that we are within our own inner being. But Johannes is following consciously what is going on. Consciously, he keeps pace with the power of all the elements, moves with the hours of the day and transforms himself into the night.
Der Erde folge ich in ihrer Weltenbahn.
Ich rolle in dem Donner,
Ich zucke in den Blitzen.
>The earth I follow in her cosmic course.
I rumble in the thunder,
I flash within the lightning.
[ 15 ] Das alles gibt ihm den Eindruck: Ich bin. - Das ist der Moment, wo das Ich-bin zum Dämon der eigenen Seele wird. Davor verstummt alle Selbstbehauptung des Menschen. Und kaum hat man es versucht auszusprechen, das Ich-bin, dann sagt die eigene Seele:
[ 15 ] All this leaves the impression with him: I am. This is the moment, however, when the I am becomes the Daimon of his own soul. In the process, man's self-assertion is completely silenced. One can scarcely try to speak out, “I am,” but the soul replies:
...O schon entschwunden
Dem eignen Wesen fühl' ich mich.
... But oh, I feel
already separated from my being.
[ 16 ] Dann tritt das eigene Wesen in einer beschränkten Weise, in begrenzter Gestalt auf:
[ 16 ] Then Johannes' own being appears in a limited, constrained form:
Ich sehe meine Leibeshülle;
Sie ist ein fremdes Wesen außer mir,
Sie ist ganz fern von mir.
Da schwebt heran ein andrer Leib.
I see my body's shell.
It is an alien being outside myself;
it is remote from me.
There hovers nearer now another body ...
[ 17 ] Jetzt kann er nicht nur mit seinem Munde sprechen, sondern mit dem Munde des anderen Menschen. Da ist der Mensch, dem er ein Unrecht getan hat:
[ 17 ] Now he can no longer speak with his own mouth but with the mouth of another person. It is the woman to whom he has done a wrong:
Er hat mir bittre Not gebracht;
Ich habe ihm so ganz vertraut.
Er ließ im Kummer mich allein,
Er raubte mir die Lebenswärme
Und stieß in kalte Erde mich.
‘He brought me bitter sorrow;
I gave him all my trust.
He left me in my grief alone.
He robbed me of the warmth of life
and thrust me deep into cold earth.’
[ 18 ] Nun wieder zurück in den eigenen Leib:
[ 18 ] Then he returns to his own body:
Die ich verließ, die Arme,
Ich war sie eben selbst.
Ich muß erleiden ihre Qual.
Erkenntnis hat mir Kraft verliehn,
Mein Selbst in andres Selbst zu tragen.
She whom I left, unhappy one,
I was now she herself,
and I must suffer her despair.
Self-knowledge lent me strength
to pour myself into another self.
[ 19 ] Damit ist ein Weg begonnen, der dann noch gekennzeichnet wird mit den Worten, die am Schlusse dieser Szene andeuten sollen, wie die Welt und wie die Einsamkeit wirkt. In der Welt wirkt alles, was von außen strömt, in der furchtbarsten Weise. Von innen wirkt das, was von innen kommt, so daß die Einsamkeit das Bevölkertste wird, was es geben kann. Das ist eine Prüfung, die angestellt ist zu dem Zweck, der angedeutet ist in den Worten, die Ihnen vorgelesen worden sind:
[ 19 ] At this point a path is begun that is afterward described at the close of the scene in the words showing the effect of the world and the effect of solitude. In the world everything that streams in from outside works in the most frightful way. What comes from within works in such a way that the solitude is absolutely filled with people. This is a test, a test designed for the purpose hinted at in the words recited to you earlier:
Die Wesen, die in Welten-Gründe schauen,
Sie führen Menschen,
Die zu den Höhen streben,
Zuerst auf jenen Gipfel,
Wo es sich zeigen kann,
Ob ihnen Kraft gegeben,
Bewußt zu schauen Geistessein.
Die Menschen, welchen solche Kräfte eigen sind,
Sie werden aus der Sinnenwelt entlassen;
Die andern müssen warten.
The beings who can gaze at world foundations
lead men who strive into the heights
at first up to that summit
where can be shown
if they have strength
for conscious spirit sight.
Those who possess such forces
can be released out of the world of sense.
The others still must wait.
[ 20 ] In dem Augenblick, vor dem wir hier stehen, würde das Bewußtsein verlorengehen, und Johannes Thomasius würde zurückgeworfen werden in die Sinneswelt, wenn er nicht standgehalten hätte in der Szene, die ich angedeutet habe, wo er gegenübersteht dem eigenen Selbst. Da kamen zwei Dinge in Betracht: Das eigene Selbst, soweit es weiß, hat wenig Kraft, das nimmt ihm das Selbstvertrauen. Aber was ewiges Ich ist in ihm, wovon er noch nichts weiß, das hat die große Kraft. Das hält ihn aufrecht und läßt ihn hinwegkommen über das, was er im Meditationszimmer als die Entseelung der Maria erlebt. Dann braucht er nur durch die Worte des Benedictus, durch die Kraft dieser Worte hinaufgeführt zu werden.
[ 20 ] At this moment Johannes Thomasius would have lost consciousness and been flung back into the sense world if he had not held his ground in Scene Two, the scene we have been discussing in which he confronts his Self. Two things then became clear: his Self, as far as it is aware, has little strength; this deprives him of self-confidence. But the eternal “I” within him, of which he as yet knows nothing, has immense strength. It buoys him up and helps him to surmount the experience in the Meditation Room when Maria's soul departs. He needs, therefore, only the words of Benedictus, the force of those words, to guide him upward.
[ 21 ] Und in den Worten, die Ihnen vorgelesen sind, müssen Sie ein Geheimnis von Worten sehen. Was damit gemeint ist, kann nicht so wie vieles andere einfach hingeschrieben werden. In diesen Zeilen liegen tatsächlich Weltenkräfte bis auf die Laute hin. Und da können die Laute nicht eigentlich geändert werden. Da ist tatsächlich in diesen Worten gegeben ein Öffnen des Tores gegenüber der geistigen Welt. Deshalb sind diese Worte tatsächlich so zu nehmen, wie sie eben hier gesagt sind. So etwas kann man nicht in einer beliebigen Weise zusammensetzen, wie zum Beispiel diese Zeilen:
[ 21 ] In the lines read to you, you must sense a Mystery of Words. What this means is not merely something written down in a play. In these lines, cosmic forces are actually contained, down to the very sounds. Indeed, the sounds cannot be changed. The opening of a door into the spiritual world is provided by these words; therefore, they must be heard just as they are spoken. Anything of the nature of the following lines cannot be put together in an arbitrary manner:
Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet
Durch Raumesweiten,
Zu füllen die Welt mit Sein.
Der Liebe Segen, er erwarmet
Die Zeitenfolgen,
Zu rufen aller Welten Offenbarung.
Und Geistesboten, sie vermählen
Des Lichtes webend Wesen
Mit Seelenoffenbarung;
Und wenn vermählen kann mit beiden
Der Mensch sein eigen Selbst,
Ist er in Geisteshöhen lebend.
Light's weaving essence radiates
through far-flung spaces
to fill the world with life.
Love's blessing pours its warmth
through time's long ages
to call forth revelation of all worlds.
And messengers of spirit join
light's weaving essence
with revelation of the soul.
And when with both the human being
can join his own true self,
he is alive in spirit heights.
[ 22 ] Dann erst kann aus der anderen Welt in die Seele hereintönen, was hereintönen soll. Aber das alles sind, wie gesagt, nur einzelne Andeutungen.
[ 22 ] Only after this can there sound from out the other world what is to sound into the soul. These are only hints, as has been said before.
[ 23 ] Dann wird Johannes Thomasius nun wirklich in die geistige Welt entrückt. Er kann aber nicht unmittelbar in die geistige Welt hinauf, in die jeder hinauf muß. Er muß durch die astralische Welt durch. Da haben Sie dann im vierten Bilde eine Darstellung der astralischen Welt so, wie sie eben wieder gerade Johannes Thomasius erleben muß nach seiner besonderen individuellen Vorbedingung. Es ist nicht eine allgemeine Schilderung der astralischen Welt, sondern eine Schilderung dieser Welt in der Art, wie sie Johannes 'Thomasius erleben muß an besonderen Beispielen. Diese astralische Welt ist anders als die physische. Da ist es möglich, daß wir einen Menschen, dem wir begegnen, so sehen, wie er vor mehreren Jahrzehnten war, oder wir sehen einen jungen Menschen so, wie er in Zukunft sein wird. Das sind alles Realitäten. In Ihrer Seele sind Sie heute noch derselbe, der Sie als Kind von drei Jahren gewesen sind. Was Sie in der astralischen Welt sehen, ist gar nicht das, was einem das äußere physische Menschenbild zeigt. Das physische Menschenbild verbirgt in jedem Augenblicke dasjenige, was vorher berechtigt war und was nachher berechtigt ist. Da muß vor allen Dingen der Blick in die astralische Welt so wirken, daß wir die erste Maja der Sinneswelt überwinden und die Zeit in ihrer illusionären Kraft durchschauen. Daher sieht Johannes 'Thomasius denjenigen, den er als Capesius auf dem physischen Plan kennengelernt hat, in der astralischen Welt so, wie er als Jüngling war, und den er in der physischen Welt als Strader kennengelernt hat, sieht er so, wie er sein wird als Greis. Was heißt das? Johannes Thomasius kennt den Strader, wie er jetzt ist in der Sinneswelt mit den Kräften, die jetzt in seiner Seele sind auf dem physischen Plan. Aber da drinnen ist die Vorbedingung für das, was er sein wird nach Jahrzehnten. Das muß man auch erkennen, wenn man einen Menschen erkennen will. Also die Zeit reißt sich auseinander. Die Zeit ist wirklich ein recht elastischer Begriff, wenn man in die höheren Welten hinaufkommt. Johannes Thomasius kennt von der physischen Welt her den Capesius alt und den Strader jung. Nun stehen sie in der astralischen Welt nebeneinander: Capesius jung und Strader alt. Da wird die Zeit nicht etwa nach vorwärts und rückwärts gedehnt, sondern es ist so, daß der eine in seiner Jugend, der andere in seinem Alter dargestellt wird. Das ist eine durchaus reale Tatsache.
[ 23 ] Johannes Thomasius is then really impelled into the spiritual world. He cannot, however, rise directly into this world into which every person must go; he must first pass through the astral world. In Scene Four you have the astral world represented as Johannes Thomasius perceives it on the background of his own particular, individual past experience. It is not a universal description of this world but rather a description of what, for example, Johannes Thomasius had to experience there. The astral world is quite different from the physical. It is possible to meet a person there and see him as he was decades before, or to see a young man as he will become in future years. They are both realities. In your soul nature, you are still the same today as you were as a child of three. What you see in the soul world is by no means what is shown in man's outer physical form. The physical appearance conceals at every moment what was true before and what will come as truth in the future. When we look into the astral world, it is first of all necessary to overcome the primary maya of the sense world in order to understand the illusory power of time. For this reason, Johannes Thomasius sees in the astral world the person he has met on the physical plane, Capesius, as he once was as a youth, and he sees the one he knows as Strader just as he will be as an old man. What does this mean? Johannes knows Strader as he is now in the sense world with the forces present in his soul on the physical plane. But already within Strader are the conditions for what he will become after several decades. This also has to be included in our knowledge of a human being. Thus, time is rent asunder. It is really so that time is quite elastic in its nature when one enters the higher worlds. In the physical world Johannes Thomasius knows Capesius as elderly, Strader as young; now they stand together in the astral world: Capesius young, Strader old. It is not that time is stretched forward and backward but that one man is shown in his youth, the other in his old age. It is an absolutely real fact.
[ 24 ] Damit aber ist etwas anderes verbunden, das sich tatsächlich zeigt und dem die Menschen heute wie mit Kinderspott begegnen, daß unsere Seelenerlebnisse noch mehr sind, als wir gewöhnlich von ihnen denken, daß nicht ungestraft etwas Böses oder Gutes in der Seele erlebt wird, so zum Beispiel wenn wir Schlimmes oder auch nur Unrechtes denken, daß dies in die Tiefen der Welt hineinstrahlt und wieder zurückstrahlt, und daß wir in einem Zusammenhange stehen in unseren Seelenerlebnissen mit den elementaren Kräften der Natur. Das ist kein Bild. Das ist im okkulten Sinne eine Wirklichkeit, wenn zum Beispiel Capesius geführt wird vor den Geist der Elemente, der jeden Menschen in sein Dasein hineinführt. Da ist es tatsächlich so, daß Capesius auch vor dem steht, was mit diesem Geist der Elemente verknüpft ist. Und verknüpft ist damit, daß, wenn wir irgend etwas in der Seele erleben, dieses mit den elementaren Gewalten der Natur im Zusammenhange steht. Da zeigt sich vor Johannes Thomasius, daß Capesius in seiner tiefsten Seele, und Strader auch, die Widerkräfte der Elemente erregen können. Daher folgt Blitz und Donner in dieser Welt auf dasjenige, was sie selber in ihren Seelen im Stolz oder im Hochmut, in Irrtum oder in Wahrheit oder Lüge erleben. In der physischen Welt ist das, was ein Mensch an Irrtum oder an Lüge in seiner Seele hat, etwas höchst Merkwürdiges. Da steht zum Beispiel ein Mensch vor uns, in seiner Seele leben Irrtum und Lüge, er steht vielleicht ganz unschuldig vor uns. Aber in dem Augenblick, wo der astralische Blick sich auf ihn richtet, toben Stürme, die sonst nur in den furchtbarsten Entladungen der Elemente der Erde im Bilde sich darstellen. Das alles hat Johannes Thomasius zu durchleben. Und auch das, was sich ihm schon in der astralischen Welt von den merkwürdigen Zusammenhängen zeigen kann, die noch nicht von ihm erkannt wurden, als sie ihm auf dem physischen Plan entgegentraten.
[ 24 ] Something more is shown in this scene, something people react to with adolescent scorn. This is the fact that our soul experiences are greater than we usually think they are, that good and bad have their consequences when experienced within the soul. For example, if we think thoughts that are cruel or even false, they stream into the depths of the world and back again; we are closely connected in our soul experiences with the elemental powers of nature. This is no mere image. From the esoteric point of view, for example, it is a reality when Capesius is brought before the Spirit of the Elements, who leads every human being into existence. Actually, Capesius is confronting what the Spirit of the Elements is concerned with—and concerned with in such a way that when we experience anything in the soul, it is related to the elemental forces of nature. Johannes Thomasius is shown that both Capesius and Strader, out of the depths of their souls, can arouse the opposing powers of the elements. In that world, therefore, thunder and lightning follow what they have felt in their souls as pride or haughtiness, error, truth or lies. In the physical world, the error or lie a person has in his soul is quite peculiar. Someone can stand before us with error and lying in his soul and may appear to be quite innocent. But the moment we look at him with astral vision, we can see raging storms that otherwise are represented on earth only as a picture by the most terrible convulsions of the elements. All this Johannes has to experience and everything, too, that in the astral world can show him the remarkable connections he did not recognize when he met them on the physical plane.
[ 25 ] Was sich in diesem Rosenkreuzermysterium an Bezeichnungen findet, ist nicht zufällig. Bezeichnungen, wie zum Beispiel die andere Maria und so weiter, deuten alle auf bestimmte Verhältnisse hin, so daß die eine und die andere Maria nicht bloß die beiden Marien sind, sondern als die Marien zu allen anderen Personen sich darstellen. Und die andere Maria, die geheimnisvolle Naturfigur, enthüllt für Johannes Thomasius jene Seele, welche unter der gewöhnlichen, bewußten Seele lebt, und die durchaus unhörbar, unvernehmbar bleibt, solange der Mensch nur in der physischen Welt lebt. Aber Sie dürfen diese Verhältnisse und Figuren nicht als Symbole nehmen. Bei alledem ist wieder die andere Maria absolut, gerade wie die erste Maria, eine reale Figur, eine Realität. Und nur als das sind sie zu nehmen, was sie sind.
[ 25 ] The names given in this Rosicrucian Mystery are not given just by chance. Names such as “the Other Maria,” and so on, all point to definite relationships, so that the “one” and the “other” Maria are not merely “two Marias” but present themselves as Maria-forces to the other characters. “The Other Maria,” the mysterious nature figure, is revealed to Johannes Thomasius as the soul living below the ordinary conscious soul quite inaudibly and imperceptibly as long as man lives only in the physical world. But you must not take these relationships and characters as symbols. The Other Maria is absolutely a real person, a reality, just as the first Maria is. They should be taken for what they really are.
[ 26 ] Was Johannes Thomasius erlebt hat, ist alles vor dem Auge seiner Seele vorübergezogen. Er hat die astralische Welt erlebt. Das kann er sich jetzt ins Bewußtsein bringen, da er sagt:
[ 26 ] Everything that Johannes Thomasius has experienced passes before the eyes of his soul. He has experienced the astral world. This he can now bring into his consciousness by saying:
So finde ich im Seelenreich
Die Menschen wieder, die bekannt mir sind:
Den Mann, der von Felicias Geschichten sprach —
Nur konnt’ ich hier ihn schauen,
Wie er in jungen Jahren war;
Und jenen, der als junger Mann
Zum Mönche sich bestimmt
Als alter Mann erschien er mir.
Der Geist der Elemente war bei ihnen.
In realms of soul I find again
the human beings who are known to me.
The man who spoke about Felicia's fairy tales:
I could behold him here
as in his younger years;
and also he who as a youth
had chosen to become a monk:
here as an old man he appeared to me.
And with them was the Spirit of the Elements.
[ 27 ] Das alles hat Johannes Thomasius durchgemacht, was sozusagen die Zeiten vernichtet vor seinem Blicke. Und wozu ist er jetzt reif geworden? Er ist reif geworden, den Blick hineinzutun in die astralische Welt. Ist die astralische Welt irrtumfrei? Nein, das ist sie nicht. In dieser astralischen Welt kann aber eines für den Menschen zur Gewißheit werden. Und eines wird für den Menschen in der astralischen Welt, wenn er sie rein betritt, nicht schuldvoll, zur Gewißheit, nämlich, daß es eine höhere Welt gibt, die in die astralische Welt hereinscheint wie die astralische Welt in die gewöhnliche physische Welt. Es fragt sich nur, ob er sie so sehen kann, wie sie in Wirklichkeit ist. Die Menschen, die da in der Welt herumwandeln, sind nur selber eine Art von Trugbild, so daß sie selber jeder hinter sich etwas haben, was sie in die höhere Welt hineinführt, daß sie sich abheben von etwas ganz anderem, was sie vielleicht gewesen sind in längst oder weniger lange verflossenen Zeiten, was sie werden in der Zukunft. Aber gewisse Irrtümer zeigen einem die astralische Welt, in die man sehr verflochten ist in der Sinneswelt, nicht. So zum Beispiel zeigen sie nicht das Verhältnis der großen Kräfte des Daseins, das Verhältnis von Wille, Liebe und Weisheit. Das ist ein so schwer zu Erkennendes in seiner Wahrheit, daß es sich noch lange, lange in der astralischen Welt verhüllt. Da ist es nicht so leicht dahinterzukommen. Und da setzen sich Verhältnisse, die Irrtümer in der Sinneswelt sind, noch fort in die astralische Welt hinein.
[ 27 ] Johannes Thomasius has passed through what wipes out time before his eyes, because he has now become mature, sufficiently mature to see into the astral world. Is this world free from error? No, it is not. But in the astral world one thing can become a certainty for man. It will become a certainty for him, if he enters it in purity and without guilt, that there is a higher world shining into the astral world, just as the astral world shines into the ordinary physical world. The only question is whether or not he can see this as it actually is. People who go about in this physical world are themselves only a kind of illusion, in that they have something behind them leading them into the higher world. They stand in contrast to what they have perhaps been in distant or more recent times and what they will become in the future. But certain errors do not show us the astral world in which one is quite entangled in the world of the senses. For instance, they do not show the relationship of the three great forces of our existence: Will, Love, and Wisdom. This is so difficult to discern and understand in its reality that it remains hidden for a long time in the astral world. It is not an easy matter to discover it there. Besides, some relationships that are errors in the sense world are continued on into the astral world.
[ 28 ] Dieses Zusammenwirken — auch das kann jetzt nur angedeutet werden - von Wille, Weisheit und Liebe geschieht in der physischen Welt durch die Menschen. In den höheren Welten geschieht es durch diejenigen Wesen, welche ihre Kräfte hereinsenden, wenn auf dem physischen Plan die Kräfte der okkulten Wesenheiten in Menschenseelen tauchen. Das geschieht durch die Initiierten in jenen Tempeln, in denen die menschlichen Repräsentanten sind für die einzelnen Weltenmächte, in jenen Tempeln, in denen es die Menschen schon so weit gebracht haben, daß sie verzichtet haben, den ganzen Menschen auf einmal darstellen zu wollen, wo sie sich darauf beschränken, eine Kraft darzustellen. Da walten dann die Repräsentanten. Aber da, wo der Mensch in die astralische Welt hineinblickt, zeigt sich ihm jene heilige Stätte, wo die Repräsentanten der Willens-, Weisheits- und Liebesmächte sind, gerade in einem majaerfüllten Bilde. Und da spinnt sich ein furchtbares Gewebe zwischen Täuschung der Sinneswelt und der astralischen Welt.
[ 28 ] The working together of will, wisdom, and love, which at this point can only be touched on, takes place in the physical world through human beings. In the higher worlds, it takes place through the beings who expend their forces whenever, on the physical plane, the forces of supersensible beings descend into human souls. This happens through initiates in those temples where there are human representatives for the single world-forces, where human beings have come so far as to renounce the desire to portray the whole human being as he is but limit themselves to portraying a single force. It is the representatives who have taken over. But when man looks into the astral world, those holy places of the representatives of the powers of will, wisdom, and love are shown to him in a picture filled with maya. Therewith is woven a fearful web between the illusion of the sense world and of the astral world.
[ 29 ] Und jetzt müßte ich wochenlang reden, wollte ich erklären, wie es sich verhält mit jener Gestalt der höheren Mächte, die als der Initiierte für die Willensmächte sich darstellt, der auf dem physischen Plan dem Johannes 'Thomasius entgegentritt und sich eigentlich wie ein Trivialling auf dem physischen Plan ausnimmt. Da kann die Frage entstehen: Sollen gerade durch einen solchen die Urkräfte des Willens hereinwirken? — Und sie tun es doch. Aber man wird es begreifen können, daß gerade durch einen vielleicht weniger entwickelten Menschen dasjenige hereindringen kann an solcher Kraft, was Offenbarung der Willensmächte sein soll, wie der Strahl der Weisheit hereinkommen kann durch einen solchen Menschen wie Benedictus. Man muß nämlich folgendes begreifen. Wenn wir jetzt hier eine erblühte, wunderbar gewachsene Blume haben und daneben ein Samenkorn legen, dann kann es sein, daß das Samenkorn, wenn es ausgewachsen ist, eine noch viel schönere Blume abgeben wird. Die Blume wird man jetzt schon für sehr vollkommen halten, aber in Wahrheit ist der Weltenrealität nach das Samenkorn etwas viel Vollkommeneres. Daher stehen sich gegenüber Benedictus, der große Träger der Weisheit, und daneben der Mensch, der sich auf dem physischen Plan in einer merkwürdigen Weise benimmt gegenüber allem, was von den geistigen Welten gesprochen wird, indem er es alles in einer merkwürdigen Weise abweist. Da, wo er in dem Kreise von Menschen über die geistigen Welten reden hört, sagt er wie ein Mensch, der nichts von geistigen Welten hören will: «Ich finde nicht die Brücke, die von Ideen zu Taten wahrhaft führen könnte!» Er ist ein Mensch, der ganz woanders das findet, was zu Taten führt, und dem das Reden vom Geiste nur leere Worte sind. Diesem Menschen könnten Sie, so wie er jetzt auf dem physischen Plan lebt, alles Schönste von Geisteswissenschaft erzählen, leere Worte sind es für ihn. Und wertvoll ist es für ihn, wenn die Räder der Maschinen gehen. Und als er durch die andere Maria hört von der Geisteskraft, die sich mit ihr verbunden und in ihr die Gefühls- und Liebeskräfte entzündet hat, um diese oder jene Tat zu tun, ist er wieder derjenige, der alles das abweist und einfach sagt: Das kommt daher, weil sie ein gutes Herz hat! - Er bleibt ganz auf dem physischen Plan und so recht ein Trivialling des physischen Planes, aber ein energischer, tatkräftiger Willensmensch ist er. Deshalb sagt er:
[ 29 ] Now, I should have to talk for weeks if I wished to explain how it is with that figure of the higher powers shown as the initiate of the powers of will; he has met Johannes Thomasius on the physical plane, and there he really seems to be an ordinary, superficial fellow. In such a case the question can arise: are the primal forces of will supposed to work through such a person? Yes, they are. We can perhaps understand that the force manifesting the powers of will can permeate just this kind of less developed human being in the same way as the radiance of wisdom enters a man like Benedictus. We must grasp the following. If we have a beautiful flower in full bloom and place a seed beside it, it may be that the seed when developed will bring forth a still more beautiful flower. The flower can at this moment be considered quite perfect, but, according to cosmic reality, the seed is actually something more perfect. Hence, we have these opposites: Benedictus, the eminent bearer of wisdom, and the man who on the physical plane behaves in such a strange way toward everything said about the spiritual worlds and in such a strange way rejects it all. When in a group of people he hears talk about the spiritual worlds, he says, as if he were unwilling to listen: I cannot find the bridge that leads across, from mere ideas to actual deeds. He is a man who finds elsewhere what leads to deeds; to him, any talk about the spiritual is simply empty talk. You could tell this fellow beautiful things about theosophy; to the man he is, now, on the physical plane, it is nothing but words. What he finds worthwhile is the working of machines. When he hears about the Other Maria, how spiritual power has become part of her, kindling a strength of feeling and love in her so that she can perform healing deeds, he is the one who rejects all this, saying merely, “That comes from her having a good heart!” He remains wholly on the physical plane, where he is indeed a philistine, an ordinary fellow, but also at the same time an energetic, determined man of will. Hence, he says:
Wenn diese Frau des Guten vieles leistet,
So liegt dazu der Trieb
In ihrem warmen Herzen.
Es ist gewiß dem Menschen nötig,
Wenn Arbeit er geleistet hat,
Erbauung zu empfangen von Ideen,
Doch wird allein die Zucht des Willens
Im Bunde mit Geschick und Kraft
Bei allem echten Lebenswerk
Der Menschheit vorwärtshelfen.
Wenn Räderschwirren
Mir in die Ohren tönt,
Und wenn zufriedner Menschen
Hände An Kurbeln ziehen,
Dann fühle ich die Lebensmächte.
If this good person has achieved so much
the impulse lies
in her warm heart.
When work is done, men surely need
refreshment and renewal from ideas.
But only training of the will,
combined with skill and strength
in all the genuine work of life,
will further human progress.
When whirr of wheels
is humming in my ears,
and when contented human hands
are labouring at machines,
it's then I feel the powers of life at work.
[ 30 ] Das ist der Willensmensch, der Tatenmensch. Und wenn Sie ihm tagelang mit Worten reden könnten vom Geiste, so würde er sagen: Damit kann man nicht einmal eine einzige Kurbel drehen, und wovon sollten erst die Leute essen! — Also kann man tagsüber an Kurbeln drehen, und wenn man dann ein freies Stündchen hat, mag man zum Amüsement vom Geist reden! Das sind die noch nicht aufgegangenen Samenkräfte. Aber es sind gute Kräfte. Es sind Kräfte, die sehr wichtig sind und durch die Willensmächte hereinstrahlen in die Welt. Man darf dabei nicht theoretisch vorgehen, wenn Menschen von geistigen Welten hören und es verschieden aufnehmen, denn da ist furchtbar schwer durchzukommen. Wer nicht begreift, daß im Samen so etwas gesehen werden muß wie ein Gegenbild zu solchen eben charakterisierten Menschen, der erlebt eine solche Illusion, wie sie in dem unterirdischen Tempel dargestellt ist. Das ist eine astralische Maja. Während es Wirklichkeit ist, was Johannes 'Thomasius erlebt in der Szene mit Capesius und Strader, wo er sie in anderen Lebensaltern sieht, ist im fünften Bilde eine Maja, eine Fata Morgana der geistigen Welt geschildert, die sich zunächst auf die Seele abladen muß, durch die durchgegangen werden muß. Daher müssen Sie das fünfte Bild als etwas nehmen, was nur dadurch gerechtfertigt ist, daß sich in die Maja gleich hineinmischt Realität.
[ 30 ] This is the man of will, the man of action. If you were to talk to him day in and day out about the spirit, his only response would be, “You can't turn a winch with that; meanwhile, what are people going to eat?” This amounts to saying, “Turn your winches all day long, and then, if you have a little spare time, talk about the spirit for amusement!” Here are the forces still latent in the seed, and they are good forces, important forces. Through the powers of will they stream into the world. When people hear about spiritual worlds and receive what is said, each in his own way, this must not be judged theoretically, for it is extremely difficult to arrive at the truth. If you do not understand that a seed must be looked upon as the counterpart to such a person as has just been described, you will be experiencing the same kind of illusion as the one presented by the Subterranean Temple. There it is an astral maya. There is reality in what Johannes Thomasius perceives in the scene with Capesius and Strader when he sees them at different ages. But in Scene Five a maya, a Fata Morgana of the spiritual world, is pictured, from which, after it has been experienced, the soul must free itself. Therefore, you have to take Scene Five as justified only by the fact that reality is intermingled with the maya.
[ 31 ] Diese ganze Szene würde gar nichts zur Entwickelung des Johannes Thomasius beitragen, wenn sie sich nicht zum astralischen Erlebnis verhielte wie die Begriffe und Ideen der physischen Welt zu unserem Weltverständnis. Was die Wissenschaft für den physischen Plan ist, das ist der Majatempel für die astralische Welt. So wenig ein Begriff etwas ist, was man essen kann, so wenig ist der Majatempel etwas Wirkliches, was in der geistigen Welt wurzelt. Aber es müssen die Begriffe in der Welt leben, damit Weltverständnis wirklich eintreten kann. Und nur so kann hereinspielen aus einer anderen Welt, was nun doch wieder eine tiefe Aufklärung gibt für Johannes Thomasius, indem er jetzt erkennt, wie ein bestimmter Knoten im Weltenkarma sich dadurch spinnt, daß Felix Balde eingesehen hat, daß er nicht im einsamen Weltenwandern die Schätze seiner Seele vergraben soll, sondern sie hintragen muß zum Tempel.
[ 31 ] No part of this scene would contribute to Johannes Thomasius' development unless it bore the same relationship to astral experience that the concepts and ideas of the physical world bear to our understanding of the world. What scientific knowledge is for the physical plane, the “Maya Temple” is for the astral world. The “Maya Temple” is no more a reality rooted in the spiritual world than a concept is something we can eat. But concepts must live in the world for an understanding of the world to be possible. Only in this way can there play in from another world what is profoundly illuminating for Johannes Thomasius, that is, to recognize the definite knot in world karma formed when Felix Balde comprehends that in solitary wanderings about the world he must not bury his soul treasures but must bring them to the temple.
[ 32 ] Dann ist erst für Johannes Thomasius die Möglichkeit gegeben, sozusagen viel realere Verhältnisse in der geistigen Welt zu sehen, unter anderen auch jene Verhältnisse, die feinerer und intimerer Art sind, zum Beispiel das Hereinragen der astralischen Welt in die physische Welt, das dann stattfindet, wenn so etwas geschieht wie die Inspiration eines Menschen wie Capesius durch jemanden, der selber eigentlich nicht weiß, wieviel er in seiner Seele hält. Nicht weiß in dem Mysterium dies die Frau Balde. Bei einem Menschen, der Verstand hat und aus dem Verstande heraus wirkt, geht alles durch den Verstand durch. In dem Verstande liegt gar nicht, was uns ein Kraftwissen über die Welt geben kann. Das liegt alles außerhalb des Verstandes. Bei einem Menschen, der viel Verstand hat, kann eine Kraft, die aus der geistigen Welt kommt, durch den Verstand gehen und dann weitergehen. Dann wird er in schönen "Theorien von der geistigen Welt sprechen können. Aber der Verstand macht nichts aus für den inneren okkulten Grad, für den Inhalt der Seele. So kann das, was von Theorien kommt, auch ohne durch den Verstand zu gehen, in die Seele gelangen und so auf einen Menschen kommen, der Empfänglichkeit hat für den Quell und kann dort dasjenige aufrufen, was zum Beispiel Capesius auf dem physischen Plan schildert. Das ist gezeigt, wo er sagt, was ihm diese Frau eigentlich ist, die draußen einsam mit Felix Balde lebt, wo er sagt, daß er gern zuhört, wenn sie spricht, und daß sie dann tiefste uralte Weisheit spricht. Es ist wichtig, daß wir voll fassen, was Capesius erzählt. Auf dem physischen Plan gibt es eine Frau, der er gern zuhört, die mit ihrem Munde Sachen spricht, die von okkulten Quellen voll sind. Sie kann es nicht in besondere Worte kleiden. Wenn es aber in die Ohren des Capesius kommt, dann kann er so sprechen:
[ 32 ] Then, for the first time, it is possible for Johannes Thomasius to perceive relationships in the spiritual world that are, so to speak, much more real, and of a more delicate and intimate nature. For example, the projection of the astral world into the physical world takes place when such a thing happens as the inspiring of a man like Capesius by someone who does not really know, herself, how much is living in her soul. In the Mystery Play, Felicia Balde does not know this. In the case of a man of intellect, a man who works intellectually, everything passes through his intellect. There is nothing whatever in the intellect that can give us strength while it instructs us about the world. This lies outside the capacity of the intellect. In a person of exceptional intelligence, a force coming from the spiritual world may pass through the intellect and then continue. At this point, he will be able to speak of the spiritual world in splendid, theoretical terms. The mind, however, does not influence the degree of inner esoteric life or the content of the soul. What comes from theories may reach the soul even without passing through the intellect; it can discover a person who is receptive to the fountainhead of spirit and who can summon up something there that Capesius, for instance, describes on the physical plane. This is clearly shown in his words about Felicia Balde, who lives out there in the solitude with Felix, and what she really means to him—when he says how gladly he listens to her because she speaks out of the most profound, age-old wisdom. It is important for us to grasp fully what Capesius is saying: on the physical plane, there is a woman to whom he likes to listen and from whose lips come things welling up from occult sources. She cannot clothe them in elegant words, but when her words reach the ear of Capesius, he can say:
Berühren muß ich,
Will davon ich erzählen,
Ein Ding, das wahrlich wunderbarer mir erscheint
Als manches, was ich hier gehört,
Weil mehr zu meiner Seele sprechend.
Ich könnte kaum an andrem Orte
Die Worte aus dem Munde bringen,
Die hier so leicht mir werden.
Für meine Seele gibt es Zeiten,
Wo sie wie ausgepumpt und leer sich fühlt.
Es ist mir dann, als ob des Wissens Quelle
In mir erschöpft sich hätte;
Als ob kein Wort ich finden könnte,
Das wert zu halten wäre
Gehört zu werden.
I must allude
if I'm to tell about it,
to something which in truth
seems far more wonderful to me
than much that I have heard of here,
because it speaks more to my heart.
I scarcely should be able in another place
to bring the words across my lips
which here I find so easy.
I feel my soul, at times,
as though entirely empty and exhausted;
it is as if the very fountainhead
of knowledge had run dry within me,
as if I could not find one word
that seems worthwhile to speak or to be heard.
[ 33 ] Es gibt so etwas. Solche Menschen, wenn sie auch noch so viel wissen, fühlen sich dann, als ob es nicht mehr weitergehen könnte.
[ 33 ] Such things exist. Such people, however much they know, feel at these times as if they could get no further.
Empfind’ ich solche Geistesöde,
Dann flüchte ich in dieser guten Leute
Erquickend stille Einsamkeit.
And when I feel such barrenness of spirit,
then I escape and go where these good people
have their refreshing, quiet solitude.
[ 34 ] Jetzt geht ihm selber die Seele auf, weil da für ihn das Tor in die okkulte Welt hinein ist.
[ 34 ] Then his soul begins to open out, because that is for him the door into the occult world.
Und Frau Felicia erzählt
In Bildern wunderba
Von Wesen, die im Traumeslande wohnen
Und in den Märchenreichen
Ein buntes Leben führen.
Es ist der Ton der Rede
Wie Sagenweise aus den alten Zeiten.
Ich frage nicht, woher sie ihre Worte hat.
Ich denke dann an eines nur mit Klarheit,
Wie meiner Seele neues Leben fließt,
Und wie hinweggebannt
Mir alle Seelenlähmung ist.
And there Felicia tells me many a tale
in pictures fabulous,
of beings dwelling in the land of dreams
and in the realm of magic fairy tales,
who live a motley life.
The tone in which she tells of them
recalls the bards of ancient times.
I do not ask the sources of her words,
but this one thing I clearly know:
that new life wells and flows into my soul
dispelling its paralysis.
[ 35 ] Wie so etwas in der Realität ist, das sieht auf dem physischen Plan Johannes 'Thomasius, der dabei ist, der aber erst in die astralische Welt hineinschauen muß, um es sich erklären zu können. In dem astralischen Bilde erscheint ihm daher gerade Frau Balde, die er jetzt sieht, wie sie in der Gestalt der physischen Welt ist. Und sie gibt dem Geist der Elemente eines ihrer Märchenbilder, wie sie Capesius Hunderte erzählt hat. Jetzt kommt aber das Wechselspiel zu dem, was unter der Schwelle des Bewußtseins vorgeht.
[ 35 ] The reality of all this Johannes Thomasius can observe on the physical plane, for he is present, but to be able to explain it to himself he has first to look into the astral world. In Scene Six then, in the astral world, Felicia Balde appears to him “just as she is in life.” She gives the Spirit of the Elements one of the hundreds of fairy tales she has told Capesius. Now, however, comes the reciprocal movement to what takes place below the threshold of consciousness.
[ 36 ] Sie erzählt dem Capesius die Märchen. Und hat sie eines erzählt, was sie selber nicht versteht, dann gehen in seiner Seele die Kräfte auf, welche seine Seelenlähmung hinwegbannen, dann kann er wieder seinen Hörern etwas erzählen. Das klingt dann ganz anders als das, was Frau Felicia erzählt hat. Da spielen geheime Kräfte aber auch bei Capesius. Wenn man diesen nachgeht, findet man ihren Ursprung in der astralischen Welt. Dort ist dann zu schauen, wie sie Gegenströmungen hervorrufen. Und ein solches Echo, wie die Worte der Frau Felicia hervorrufen in der Seele des Capesius, rufen sie hervor überall dort, wo elementarische Gewalten sind. Auch für unser Gehirn gibt es so etwas. In unserem Gehirn lebt ein kleiner Geist, der vielleicht die wunderbarsten Sachen ausdenkt. Wenn wir suchen, wie er aus dem Makrokosmos heraus ist, finden wir etwa das Erdgehirn. Das denkt die Gedanken in ganz anderer Größe, als sie im kleinen Menschengehirn erscheinen. In seinem eigenen Gehirn sieht der Mensch manchmal nicht, was er eigentlich behauptet. Aber grotesk nimmt es sich aus, wenn es sich widerspiegelt in dem Riesen-Erdgehirn. Das muß sich auch abspiegeln. Daher jene Beziehung, die besteht zwischen German, der auf dem physischen Plan erscheint und dann als Geist des Erdgehirns. Auch darüber müßte man lange sprechen. Aber wenn man mit dem astralischen Blick sehen würde, was sich im einsamen Häuschen abspielt, wenn Frau Felicia ihre Märchen erzählt, und wenn man dann schauen würde bis auf den Geist des Erdgehirns, dann würde man manches Geheimnis sehen, zum Beispiel wie dieser Geist des Erdgehirns ein Ironiker ist, manchmal ein Spötter ist. Und er muß zum Spott angelegt sein, denn er hat viel zu lachen über das, was die Menschen tun.
[ 36 ] Felicia has told Capesius her fairy tales. When she tells one that she herself does not understand, the forces arise in his soul that banish his mental paralysis; then he can, in turn, relate something to his audience. It sounds, however, quite different from what Felicia has related. Mysterious forces are active even in Capesius. When one seeks to discover them, he will find their origin in the astral world, where it can be seen how they call forth countercurrents. Wherever there are elemental powers, they call up the kind of reverberations that Felicia's words awaken in the soul of Capesius. The same kind of thing occurs in our brain. A little spirit lives there who perhaps thinks out the most wonderful things. When we try to discover how he comes out of the macrocosm, we are likely to find the Earth-brain, which thinks thoughts on quite a different scale from those appearing in the small human brain. A man will often assert something he does not see in his own brain, but it will look grotesque when it is reflected in the giant Earth-brain. This has to be reflected; hence, the relationship of Gairman, who appears on the physical plane and then as the Spirit of the Earth-brain. About this, too, one could speak for a long time. Were we to look with soul vision at what takes place in the lonely cottage when Felicia tells her fairy tales and afterward behold the Spirit of the Earth-brain, we would discover many a secret, as, for instance, how ironical this Spirit of the Earth-brain is and how often he mocks. Ridicule has to be a concern of his, because he finds much to laugh at in what human beings do.
[ 37 ] Künstlerisch ist es berechtigt, daß er in dem Augenblick, wo er deplaciert ist, auch auftritt in der Rolle, die er so oft spielen muß, und sich in seiner wahren Gestalt zeigt. Da sehen wir denn nach der Szene, wo Frau Balde vor dem Geist der Elemente eines ihrer Märchen erzählt hat, eine abnorme Wirkung auf den Geist des Erdgehirns, der das Märchen in ganz andere Worte übersetzt. Frau Balde erzählt:
[ 37 ] From an artistic point of view, it is justifiable that the moment this mockery is out of place, Gairman appears in the role he has so often to play and shows himself in his true guise. We see then, after Felicia Balde has told one of her fairy tales before the Spirit of the Elements in Scene Six, how an abnormal effect is produced on the Spirit of the Earth-brain, who translates the tale in quite different words. Felicia relates the story:
Es war einmal ein Wesen,
Das flog von Ost nach West
Dem Lauf der Sonne nach.
Es flog hin über Länder, über Meere;
Es sah von seiner Höhe
Dem Menschentreiben zu.
Es sah, wie sich die Menschen lieben
Und hassend sich verfolgen.
Es konnte nichts das Wesen
In seinem Fluge hemmen;
Denn Haß und Liebe schaffen
Das gleiche stets vieltausendfach.
Doch über einem Hause,
Da mußt’ das Wesen halten.
Darinnen war ein müder Mann.
Der sann der Menschenliebe nach
Und sann auch über Menschenhaß.
Ihm hatte schon sein Sinnen
Ins Antlitz tiefe Furchen eingeschrieben.
Es hatte ihm das Haar gebleicht.
Und über seinem Kummer
Verlor das Wesen seinen Sonnenführer
Und blieb bei jenem Mann.
Es war in seinem Zimmer
Noch, als die Sonne unterging,
Und als die Sonne wiederkam,
Da ward das Wesen wieder
Vom Sonnengeiste aufgenommen. —
Und wieder sah es Menschen
In Lieb’ und Haß
Den Erdenlauf verbringen.
Und als es kam zum zweiten Mal,
Der Sonne folgend über jenes Haus,
Da fiel sein Blick
Auf einen toten Mann.
... Once upon a time
there was a Being
that flew from East to West,
following the journey of the sun.
It flew on, over lands and over seas;
and from the heights it watched
the busy life of men.
It saw how men love one another,
and how in hate they persecute each other.
Nothing could hinder
this Being in its flight;
for hate and love create
always the same a thousandfold.
But over one house on its way
the Being had to pause.
Within, there was a tired man
who pondered over human love
and pondered, too, on human hate.
His pondering had carved
deep furrows on his brow,
had turned his hair quite white.
In its concern for him,
the Being lost its guide, the sun,
and stayed at this man's side.
It was still in his room
at evening when the sun went down;
and when the sun returned,
the Being was once more
caught upward by the spirit of the sun.
Again it saw the many people in love, in hate,
continue on their earthly course.
And when it came a second time
above the house, still following the sun,
its gaze fell there
upon a dead old man.
[ 38 ] Und der Geist des Erdgehirns tönt das wider, durchaus unberechtigt natürlich:
[ 38 ] The Spirit of the Earth-brain responds in a way that is naturally not at all justifiable:
Es war einmal ein Mann,
Der zog von Ost nach West;
Ihn lockt der Wissenstrieb
Hin über Land und Meer.
Er sah nach seinen Weisheitsregeln
Dem Menschentreiben zu.
Er sah, wie sich die Menschen lieben
Und hassend sich verfolgen.
Es sah der Mann sich jeden Augenblick
An seiner Weisheit Ende.
Doch wie stets Haß und Liebe
Die Erdenwelt regieren,
Es war in kein Gesetz zu bringen.
Er schrieb viel tausend Einzelfälle,
Doch fehlte alle Überschau.
Es traf der trockne Forscher
Auf seinem Weg ein Lichteswesen;
Dem war das Dasein schwer,
Da es in stetem Kampfe war
Mit einer finstern Schattenform.
Wer seid ihr denn,
So frägt der trockne Forscher.
Ich bin die Liebe,
So sagt das eine Wesen;
In mir erblick’ den Haß,
So sprach das andre.
Es hörte dieser Wesen Worte
Der Mann nicht mehr.
Als tauber Forscher zog fortan
Von Ost nach West der Mann.
Once upon a time there was a man
who tramped from East to West;
the urge for knowledge lured him on
to travel over lands and seas,
and by his rules of wisdom
he watched the busy life of men.
He saw how men love one another
and how in hate they persecute each other.
At every single instant
he saw himself at all his wisdom's end.
For how it is that hate and love
forever rule the earthly world
could not be brought into a law.
He noted many thousand cases,
yet lacked a comprehensive whole.
This dry researcher
encountered on his way
a Being of the Light,
upon whom life weighed heavily,
for it was in a constant battle
with a dark shadow-form.
‘Well, who are you?’
inquired the dry researcher.
‘Oh, I am Love,’
one being answered.
‘In me behold dark Hate,’
so spoke the other.
The man, however, could
no longer hear these beings' words.
As deaf researcher, tramped on
from East to West, this man.
[ 39 ] Diese Dinge sind durchaus Erfahrungen der astralischen Welt. Durch sie muß Johannes 'Thomasius durch, um hinaufzukommen in die geistige Welt.
[ 39 ] These things are distinct experiences of the astral world. Johannes Thomasius has to pass through them in order to ascend into the spiritual world.
[ 40 ] Und für heute will ich nur kurz sagen, daß für Johannes Thomasius notwendig ist ein realer Zusammenhang mit der geistigen Welt, der schon in der physischen Welt angesponnen worden ist, um in die geistige Welt selbst hinaufzukommen. Und das ist, wie Sie nachher vernehmen werden, der Zusammenhang aus jenem Inkarnationen umfassenden Karma, das sich erst enthüllt im devachanischen Schauen. Da müssen aber wirklich die devachanischen Elemente spielen. Daher bitte ich zu beachten, daß in dem Weben und Leben des devachanischen Meeres alles darinnen lebt. Da kann man nicht nur schildern, sondern da kann man nur immer annähernd dieses oder jenes andeuten. Wenn man aber real schildern will, muß man weitergehen. Man glaube nicht etwas zu wissen, wenn man von höheren Welten spricht, und nennt die Worte: Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele, womit gemeint sein sollen Philia, Astrid und Luna. Es sind diese drei Gestalten nicht etwa Personifikationen jener drei Seelenglieder oder Symbole für dieselben. Wenn Sie hinhören auf die Vokale, mit denen diese drei Gestalten ihre eigenen Beschäftigungen charakterisieren, und wenn Sie hinhorchen auf das, was in den Vokalen lebt, so können Sie verfolgen, wie in der Folge der einzelnen Vokale, der einzelnen Worte das gegeben ist, was man sich in einer ganz anderen Weise als Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele klarmachen kann. Und wenn Sie irgend etwas herausnehmen, ist es nicht mehr das Ganze. Daher ist es wichtig, auf die Worte hinzuhorchen, um einen Begriff zu bekommen von dem devachanischen Element der Bewußtseinsseele, zum Beispiel wenn Luna die Worte sagt:
[ 40 ] Today I will only say briefly that it is necessary for Johannes Thomasius, in order to reach the spiritual world itself, to make a real connection with that world on threads already woven in the physical world. As you will hear later in the recitation of Scene Seven, his connection with the spiritual world arose out of the karma encompassed by incarnations, and this could be revealed only to Devachanic vision. Devachanic elements actually have to play their part. Therefore, I ask you to notice how everything is alive in the living, weaving Devachanic ocean. This can be described, but the details must more or less be hinted at. For a real description, we must go further. Let us not think that we know anything of higher worlds by speaking about them with the words sentient soul, intellectual soul, consciousness soul, alluding to Philia, Astrid, and Luna. These three figures are in no way personifications of the three soul principles, nor are they symbols for them. Listen to the vowels with which each of these characters describes her activities. Try to hear what lives in the vowels. Then you can follow how the sequence of single vowels and single words make clear what is given in a different way as sentient, intellectual, and consciousness souls. Should you delete any part of it, it will no longer be intact. Therefore, it is important to listen carefully to the words when, for instance, Luna speaks, so as to get an understanding of the Devachanic element in the consciousness soul:
Ich will erwärmen Seelenstoff
Und will erhärten Lebensäther.
Sie sollen sich verdichten,
Sie sollen sich erfühlen,
Und in sich selber seiend
Sich schaffend halten,
Daß du, geliebte Schwester,
Der suchenden Menschenseele
Des Wissens Sicherheit erzeugen kannst.
I will enwarm soul-substance
and will make firm life-ether.
They shall condense themselves,
they shall perceive themselves,
and in themselves residing
guard their creative forces,
that you, beloved sister,
Within the seeking soul
may quicken certainty of knowledge.
[ 41 ] In der Bewegung der Worte liegt in der Schilderung des Devachans das, was man sonst auf keine Art aussprechen kann. Darauf muß auch geachtet werden. Man ist nämlich in die Notwendigkeit versetzt, wenn man von höheren Welten spricht, dies auf mehrfache Art zu sagen. Und was ich nie theoretisch sagen könnte über Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele, das können Sie aus dem vernehmen, wenn Sie es verstehen wollen, was in der Charakteristik der drei Gestalten: Philia, Astrid, Luna enthalten ist. Aber Sie werden es gut verstehen, daß diese drei nicht Symbole oder Allegorien sind für Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. Wenn Sie sich fragen: Was sind diese drei? — so ist die Antwort: Es sind Personen, die da leben: Philia-, Astrid- und Luna-Menschen. Das muß immer festgehalten werden.
[ 41 ] In the movement of the words can be heard in this description of Devachan what otherwise cannot in any way be expressed. This, too, must be taken into consideration. When speaking about higher worlds, we are definitely obliged to speak in many different ways. What I could never say theoretically about the sentient, intellectual, and consciousness souls you may perceive, if you have the desire to understand it, from the characterization of the three figures, Philia, Astrid, and Luna. But you must understand that these three are not symbols or allegories of the sentient, intellectual, and consciousness souls. Should you ask, “What are these three?” the answer would be, “They are persons who are alive; they are Philia-, Astrid-, and Luna-people.” This always must be kept firmly in mind.
[ 42 ] Wie nun das Karma sich zuletzt zusammenschlingt und sich im Bilde zeigt, was als Mikrokosmos in der Menschenseele Johannes Thomasius erlebt, das konnte bei der Münchner Aufführung in dem ganzen Schlußbilde gezeigt werden. Wie Karma wirkt, so standen die einzelnen Personen an ihren Plätzen. Wer der einen Person näherstand, hatte dementsprechend seinen Platz. Wenn Sie sich das real gespiegelt denken in die Seele des Johannes Thomasius hinein, dann haben Sie ungefähr das, worüber man nur sehr schwer sprechen kann, was in dieser Szene des siebenten Bildes, dem Geistgebiet, darinnen steckt.
[ 42 ] How karma, finally intertwining and twisting itself together, can display in a picture what as microcosm Johannes Thomasius experiences in his soul—this was portrayed in the whole closing scene of the Munich performance. Showing how karma is at work, the various characters stood in their places. Each had his position according to his relationship to another person. If you imagine this actually mirrored in the soul of Johannes Thomasius, you will then have more or less what is contained in this picture of the spirit realm in Scene Seven, which could only with great difficulty be given verbal expression.
Es folgte die Rezitation des siebenten Bildes durch Marie von Sivers (Marie Steiner), eingeleitet und ausklingend durch die Musik von Adolf Arenson.
(There followed a recitation of Scene Seven by Marie von Sivers, accompanied at the beginning and end by the music of Adolf Arenson.)
