Paths and Goals of Spiritual Man
GA 125
31 October 1910, Basel
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Wege und Ziele des geistigen Menschen, 2nd ed.
8. Einiges über das Rosenkreuzermysterium «Die Pforte der Einweihung»
8. Einiges über das Rosenkreuzermysterium «Die Pforte der Einweihung»
Der Sonne Licht durchflutet
Des Raumes Weiten,
Der Vögel Singen durchhallet
Der Luft Gefilde,
Der Pflanzen Segen entkeimet
Dem Erdenwesen,
Und Menschenseelen erheben
In Dankgefühlen
Sich zu den Geistern der Welt.
Der Sonne Licht durchflutet
Des Raumes Weiten,
Der Vögel Singen durchhallet
Der Luft Gefilde,
Der Pflanzen Segen entkeimet
Dem Erdenwesen,
Und Menschenseelen erheben
In Dankgefühlen
Sich zu den Geistern der Welt.
[ 1 ] Mit diesem Kinderliede wurde eingeleitet, wie diejenigen von Ihnen wissen, welche die Aufführung des Rosenkreuzermysteriums in München mitgemacht haben, der Inhalt dieses Mysteriums. In dieser Stunde soll sich einiges Geisteswissenschaftliche vor uns entwickeln in Anknüpfung an dasjenige, was in diesem Mysterium liegt, man könnte auch sagen, Leben bekommen hat.
[ 1 ] Mit diesem Kinderliede wurde eingeleitet, wie diejenigen von Ihnen wissen, welche die Aufführung des Rosenkreuzermysteriums in München mitgemacht haben, der Inhalt dieses Mysteriums. In dieser Stunde soll sich einiges Geisteswissenschaftliche vor uns entwickeln in Anknüpfung an dasjenige, was in diesem Mysterium liegt, man könnte auch sagen, Leben bekommen hat.
[ 2 ] Es ist, wenn ich das andeuten darf, ein langer geistiger Prozeß, welcher zu diesem Mysterium geführt hat. Wenn ich ihn überdenke oder überschaue, so gehen sozusagen seine Keime zurück in das Jahr 1889. Es sind nicht etwa ungefähr, sondern mit einer in solchen Dingen beobachtbaren Genauigkeit einundzwanzig Jahre, die mich selbst auf den Keim dieses Rosenkreuzermysteriums zurückführen. Und es ist für mich sehr genau zu verfolgen, welche Wege in diesen dreimal sieben Jahren diese Keime durchgemacht haben, und zwar, ich darf wohl sagen, ohne mein besonderes Zutun, indem sie ein ihnen eigenes Leben in diesen dreimal sieben Jahren geführt haben. Es ist so merkwürdig, solche Keime auf ihrem Wege bis zu dem, was man Gestaltung nennen kann, zu verfolgen. Sie machen einen Weg durch, den man nennen könnte einen Gang in die Unterwelt. Da brauchen sie sieben Jahre, um hinabzusteigen. Dann kommen sie wieder zurück, und zu diesem Hinaufsteigen brauchen sie wieder sieben Jahre. Sie sind dann dort angekommen, wo sie ja im Grunde genommen dem Menschen gegenüber waren, als sie ihren Abstieg begonnen haben, und gehen dann in einer entgegengesetzten Seite sieben Jahre nach der anderen Seite, man könnte sagen, die nach der Höhe geht. Das gibt zweimal sieben plus sieben Jahre, das sind einundzwanzig. Jahre. Dann konnte mit einiger Aussicht, daß das Richtige, was mit diesen Keimen gemeint ist, auch wirklich in Gestalt übergehen kann, an die Gestaltung herangetreten werden. Und wenn ich mir dessen nicht bewußt wäre, daß ein eigener Organismus, der ein Leben von dreimal sieben Jahren wirklich in sich geführt hat, in dem Rosenkreuzermysterium lebt, so würde ich es gar nicht wagen, irgendwie weiter davon besonders zu sprechen. So aber fühle ich mich nicht nur berechtigt, was ja nicht in Frage käme, sondern in einer gewissen Weise verpflichtet, auch von demjenigen zu sprechen, was nicht nur zwischen den Zeilen, nicht nur in den Personen, nicht nur in dem Was und Wie, sondern was auch in vielen Dingen gerade dieses Rosenkreuzermysteriums, ich möchte nicht einmal sagen, lebt, sondern leben muß.
[ 2 ] Es ist, wenn ich das andeuten darf, ein langer geistiger Prozeß, welcher zu diesem Mysterium geführt hat. Wenn ich ihn überdenke oder überschaue, so gehen sozusagen seine Keime zurück in das Jahr 1889. Es sind nicht etwa ungefähr, sondern mit einer in solchen Dingen beobachtbaren Genauigkeit einundzwanzig Jahre, die mich selbst auf den Keim dieses Rosenkreuzermysteriums zurückführen. Und es ist für mich sehr genau zu verfolgen, welche Wege in diesen dreimal sieben Jahren diese Keime durchgemacht haben, und zwar, ich darf wohl sagen, ohne mein besonderes Zutun, indem sie ein ihnen eigenes Leben in diesen dreimal sieben Jahren geführt haben. Es ist so merkwürdig, solche Keime auf ihrem Wege bis zu dem, was man Gestaltung nennen kann, zu verfolgen. Sie machen einen Weg durch, den man nennen könnte einen Gang in die Unterwelt. Da brauchen sie sieben Jahre, um hinabzusteigen. Dann kommen sie wieder zurück, und zu diesem Hinaufsteigen brauchen sie wieder sieben Jahre. Sie sind dann dort angekommen, wo sie ja im Grunde genommen dem Menschen gegenüber waren, als sie ihren Abstieg begonnen haben, und gehen dann in einer entgegengesetzten Seite sieben Jahre nach der anderen Seite, man könnte sagen, die nach der Höhe geht. Das gibt zweimal sieben plus sieben Jahre, das sind einundzwanzig. Jahre. Dann konnte mit einiger Aussicht, daß das Richtige, was mit diesen Keimen gemeint ist, auch wirklich in Gestalt übergehen kann, an die Gestaltung herangetreten werden. Und wenn ich mir dessen nicht bewußt wäre, daß ein eigener Organismus, der ein Leben von dreimal sieben Jahren wirklich in sich geführt hat, in dem Rosenkreuzermysterium lebt, so würde ich es gar nicht wagen, irgendwie weiter davon besonders zu sprechen. So aber fühle ich mich nicht nur berechtigt, was ja nicht in Frage käme, sondern in einer gewissen Weise verpflichtet, auch von demjenigen zu sprechen, was nicht nur zwischen den Zeilen, nicht nur in den Personen, nicht nur in dem Was und Wie, sondern was auch in vielen Dingen gerade dieses Rosenkreuzermysteriums, ich möchte nicht einmal sagen, lebt, sondern leben muß.
[ 3 ] Es ist von mir schon da und dort seit der Münchner Aufführung dieses Rosenkreuzermysteriums ausgesprochen worden, was ja wahr ist, daß über viele, viele Dinge, die es auf dem Gebiete des Esoterischen, des Okkulten gibt, nicht mehr von mir gesprochen zu werden brauchte, daß von mir keine Vorträge mehr nötig wären, wenn alles das auf die Seelen der lieben Freunde und mancher anderer Menschen wirken würde, unmittelbar aus dem Rosenkreuzermysterium heraus, was in demselben liegt. Und in Worten, wie man sie in den Vorträgen in der Regel gebraucht, hätte ich vieles, vieles zu reden, nicht nur Tage, Wochen, Monate, sondern jahrelang, wenn ich das umschreiben wollte, was durch das Rosenkreuzermysterium gesagt sein sollte und gesagt sein kann. Alle die Dinge, die Sie - und gegenüber okkulten Dingen ist es gewiß berechtigt, so zu sprechen - in einer Art von stammelnder Sprache finden in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», was da enthalten ist als eine Beschreibung des Weges hinauf in die höheren Welten, das alles verbunden mit dem, was in der «Geheimwissenschaft im Umriß» in einer anderen Form gesagt werden durfte, ist im Grunde genommen viel intensiver, lebensrealer und wirklicher, weil viel individueller, in dem Rosenkreuzermysterium zu finden. In einer solchen Schrift wie zum Beispiel «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» kann man das, was über die menschliche Entwickelung gesagt werden soll, doch nur so bringen, daß es gewissermaßen anwendbar ist auf jede menschliche Individualität, die daran geht, in gewisser Weise die Schritte hinaufzulenken in die höheren Welten, auf jede menschliche Individualität. Dadurch gewinnt eine derartige Schrift bei aller Konkretheit dennoch einen abstrakten Charakter, man möchte sagen, einen halb theoretischen Charakter. Denn das eine müssen wir festhalten: Entwickelung ist nicht Entwickelung überhaupt! — Es gibt keine Entwickelung an sich, keine Entwickelung im allgemeinen; es gibt nur die Entwickelung des einen oder des anderen oder des dritten, des vierten oder des tausendsten Menschen. Und so viele Menschen in der Welt sind, so viele Entwickelungsprozesse muß es geben. Daher muß die wahrste Schilderung des okkulten Erkenntnisweges im allgemeinen einen Charakter haben, der in einer gewissen Weise sich nicht deckt mit einer individuellen Entwickelung. Will man Entwickelung, so wie sie sich erschaut in der geistigen Welt, wirklich hinstellen, so kann das nur geschehen, wenn man die Entwickelung eines einzelnen Menschen gestaltet, wenn man in die Individualität umsetzt, was für alle Menschen wahr ist. Liegt in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gewissermaßen der Anfang des Entwickelungsgeheimnisses eines jeden Menschen, so liegt in dem Rosenkreuzermysterium das Entwickelungsgeheimnis eines einzelnen Menschen, des Johannes Thomasius.
[ 3 ] Es ist von mir schon da und dort seit der Münchner Aufführung dieses Rosenkreuzermysteriums ausgesprochen worden, was ja wahr ist, daß über viele, viele Dinge, die es auf dem Gebiete des Esoterischen, des Okkulten gibt, nicht mehr von mir gesprochen zu werden brauchte, daß von mir keine Vorträge mehr nötig wären, wenn alles das auf die Seelen der lieben Freunde und mancher anderer Menschen wirken würde, unmittelbar aus dem Rosenkreuzermysterium heraus, was in demselben liegt. Und in Worten, wie man sie in den Vorträgen in der Regel gebraucht, hätte ich vieles, vieles zu reden, nicht nur Tage, Wochen, Monate, sondern jahrelang, wenn ich das umschreiben wollte, was durch das Rosenkreuzermysterium gesagt sein sollte und gesagt sein kann. Alle die Dinge, die Sie - und gegenüber okkulten Dingen ist es gewiß berechtigt, so zu sprechen - in einer Art von stammelnder Sprache finden in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», was da enthalten ist als eine Beschreibung des Weges hinauf in die höheren Welten, das alles verbunden mit dem, was in der «Geheimwissenschaft im Umriß» in einer anderen Form gesagt werden durfte, ist im Grunde genommen viel intensiver, lebensrealer und wirklicher, weil viel individueller, in dem Rosenkreuzermysterium zu finden. In einer solchen Schrift wie zum Beispiel «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» kann man das, was über die menschliche Entwickelung gesagt werden soll, doch nur so bringen, daß es gewissermaßen anwendbar ist auf jede menschliche Individualität, die daran geht, in gewisser Weise die Schritte hinaufzulenken in die höheren Welten, auf jede menschliche Individualität. Dadurch gewinnt eine derartige Schrift bei aller Konkretheit dennoch einen abstrakten Charakter, man möchte sagen, einen halb theoretischen Charakter. Denn das eine müssen wir festhalten: Entwickelung ist nicht Entwickelung überhaupt! — Es gibt keine Entwickelung an sich, keine Entwickelung im allgemeinen; es gibt nur die Entwickelung des einen oder des anderen oder des dritten, des vierten oder des tausendsten Menschen. Und so viele Menschen in der Welt sind, so viele Entwickelungsprozesse muß es geben. Daher muß die wahrste Schilderung des okkulten Erkenntnisweges im allgemeinen einen Charakter haben, der in einer gewissen Weise sich nicht deckt mit einer individuellen Entwickelung. Will man Entwickelung, so wie sie sich erschaut in der geistigen Welt, wirklich hinstellen, so kann das nur geschehen, wenn man die Entwickelung eines einzelnen Menschen gestaltet, wenn man in die Individualität umsetzt, was für alle Menschen wahr ist. Liegt in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gewissermaßen der Anfang des Entwickelungsgeheimnisses eines jeden Menschen, so liegt in dem Rosenkreuzermysterium das Entwickelungsgeheimnis eines einzelnen Menschen, des Johannes Thomasius.
[ 4 ] So war ein weiter Weg von alledem, was okkulte Entwickelungsgesetze sind, bis herunter zu einem einzelnen, wirklich realen Menschen. Und bei diesem Entwickelungsprozeß, bei diesem Wege mußte sich etwas fast ganz umkehren, was in den «Erkenntnissen der höheren Welten» enthalten ist, und was dort Theorie werden kann. Wenn es nicht Theorie werden soll, ganz besonders wenn es Kunst werden soll, muß es sich völlig umkehren. Denn ganz besondere Gesetze sind die der Kunst. Und wie es Naturgesetze gibt, so gibt es Gesetze der Kunst, die man nicht etwa mit dem gewöhnlichen menschlichen Bewußtsein handhabt, denn dann kommt nur etwas ähnliches wie stroherne Allegorie heraus. Die Kunstgesetze müssen gehandhabt werden, wie die Natur selbst ihre Gesetze handhabt, wenn sie einen Menschen, ein Tier oder eine Pflanze entstehen läßt. Ist das, was wir über die Welt wissen können, von der einen Richtung her angeschaut, daß wir in die Welt hinschauen und sie uns ihre Gesetze und Geheimnisse enthüllt, so ist das, was in der Kunst und in jeder Kunst zutage treten muß, etwas, was von der anderen Seite durch den entgegengesetzten Sinn in das betreffende Kunstwerk hineingelegt werden muß. Daher wäre die denkbar schlechteste Interpretation eines Kunstwerkes die, welche darauf ausginge, Begriffe und Ideen, Gesetze, die man von sonst irgendwoher weiß, in eine Dichtung zu bringen. Und der würde nicht künstlerisch prägen, der abstrakte oder symbolische Begriffe in irgendein Kunstwerk hineinbringen würde. Daher würde es zu den schlechtesten Methoden gegenüber Kunstwerken der Vergangenheit gehören, in denen wirklich okkulte Kraft gewirkt hat, wie zum Beispiel im «Faust», wenn wir Begriffe und Ideen, die wir kennen, wieder in den Kunstwerken suchen würden. Eine solche Unart hat eine Zeit in der theosophischen Bewegung in der furchtbarsten Art grassiert. Ja, ich weiß mich zum Beispiel noch zu erinnern an etwas, was im vorigen Jahr stattgefunden hat, als wir Schures Drama «Die Kinder des Lucifer» aufführten, wie der Verfasser dieses Dramas, der im besten Sinne des Wortes ein Künstler ist, entsetzt war, als jemand mit der Frage an ihn herantrat: Bedeutet diese Gestalt «Atma», bedeutet jene Figur «Budhi», diese Gestalt «Manas», diese «Kama Manas» und so weiter? — Diese Art von Allegorisieren würde bei einem künstlerischen Prozeß unmöglich sein. Daher muß sie unmöglich sein bei einem Erklären, bei einem Interpretieren. Deshalb darf auch gesagt werden, daß nicht darüber nachzudenken ist: Was ist etwa im anthroposophischen Begriff der Johannes Thomasius? — Auf diese Frage gibt es nur die eine Antwort: Er ist als die Hauptgestalt dieser Dichtung nichts anderes als Johannes Thomasius. Gar nichts anderes ist er als diese lebendige Figur des Johannes 'Thomasius, in die nichts anderes hineingelegt ist als das Entwickelungsgeheimnis eines einzelnen Menschen, nämlich des Johannes Thomasius. - Sobald man von den einzelnen Gestalten im allgemeinen spricht, bleibt eines weg. Es bleibt weg, was in den Worten des Dramas angedeutet ist in den Zeilen: «Es formt sich hier in diesem Kreise ein Knoten aus den Fäden, die Karma spinnt im Weltenwerden.» — Keine Entwickelung vollzieht sich an irgendeinem Punkte des Menschheitsdaseins, ohne daß in dieser Entwickelung rings herum die Fäden sich knoten, welche Karma spinnt im Weltenwerden. Und keine individuelle Entwickelung kann man zeichnen, ohne zu zeigen, was alles in der okkulten Umgebung spielt, das heißt in der physischen Umgebung, aber wie man sie sieht mit den Kräften, die hinter der physischen Umgebung sind. Daher muß Johannes Thomasius hineingestellt werden in die menschliche Umgebung, aus der seine Entwickelung herauswächst, in die reale physische Menschenwelt.
[ 4 ] So war ein weiter Weg von alledem, was okkulte Entwickelungsgesetze sind, bis herunter zu einem einzelnen, wirklich realen Menschen. Und bei diesem Entwickelungsprozeß, bei diesem Wege mußte sich etwas fast ganz umkehren, was in den «Erkenntnissen der höheren Welten» enthalten ist, und was dort Theorie werden kann. Wenn es nicht Theorie werden soll, ganz besonders wenn es Kunst werden soll, muß es sich völlig umkehren. Denn ganz besondere Gesetze sind die der Kunst. Und wie es Naturgesetze gibt, so gibt es Gesetze der Kunst, die man nicht etwa mit dem gewöhnlichen menschlichen Bewußtsein handhabt, denn dann kommt nur etwas ähnliches wie stroherne Allegorie heraus. Die Kunstgesetze müssen gehandhabt werden, wie die Natur selbst ihre Gesetze handhabt, wenn sie einen Menschen, ein Tier oder eine Pflanze entstehen läßt. Ist das, was wir über die Welt wissen können, von der einen Richtung her angeschaut, daß wir in die Welt hinschauen und sie uns ihre Gesetze und Geheimnisse enthüllt, so ist das, was in der Kunst und in jeder Kunst zutage treten muß, etwas, was von der anderen Seite durch den entgegengesetzten Sinn in das betreffende Kunstwerk hineingelegt werden muß. Daher wäre die denkbar schlechteste Interpretation eines Kunstwerkes die, welche darauf ausginge, Begriffe und Ideen, Gesetze, die man von sonst irgendwoher weiß, in eine Dichtung zu bringen. Und der würde nicht künstlerisch prägen, der abstrakte oder symbolische Begriffe in irgendein Kunstwerk hineinbringen würde. Daher würde es zu den schlechtesten Methoden gegenüber Kunstwerken der Vergangenheit gehören, in denen wirklich okkulte Kraft gewirkt hat, wie zum Beispiel im «Faust», wenn wir Begriffe und Ideen, die wir kennen, wieder in den Kunstwerken suchen würden. Eine solche Unart hat eine Zeit in der theosophischen Bewegung in der furchtbarsten Art grassiert. Ja, ich weiß mich zum Beispiel noch zu erinnern an etwas, was im vorigen Jahr stattgefunden hat, als wir Schures Drama «Die Kinder des Lucifer» aufführten, wie der Verfasser dieses Dramas, der im besten Sinne des Wortes ein Künstler ist, entsetzt war, als jemand mit der Frage an ihn herantrat: Bedeutet diese Gestalt «Atma», bedeutet jene Figur «Budhi», diese Gestalt «Manas», diese «Kama Manas» und so weiter? — Diese Art von Allegorisieren würde bei einem künstlerischen Prozeß unmöglich sein. Daher muß sie unmöglich sein bei einem Erklären, bei einem Interpretieren. Deshalb darf auch gesagt werden, daß nicht darüber nachzudenken ist: Was ist etwa im anthroposophischen Begriff der Johannes Thomasius? — Auf diese Frage gibt es nur die eine Antwort: Er ist als die Hauptgestalt dieser Dichtung nichts anderes als Johannes Thomasius. Gar nichts anderes ist er als diese lebendige Figur des Johannes 'Thomasius, in die nichts anderes hineingelegt ist als das Entwickelungsgeheimnis eines einzelnen Menschen, nämlich des Johannes Thomasius. - Sobald man von den einzelnen Gestalten im allgemeinen spricht, bleibt eines weg. Es bleibt weg, was in den Worten des Dramas angedeutet ist in den Zeilen: «Es formt sich hier in diesem Kreise ein Knoten aus den Fäden, die Karma spinnt im Weltenwerden.» — Keine Entwickelung vollzieht sich an irgendeinem Punkte des Menschheitsdaseins, ohne daß in dieser Entwickelung rings herum die Fäden sich knoten, welche Karma spinnt im Weltenwerden. Und keine individuelle Entwickelung kann man zeichnen, ohne zu zeigen, was alles in der okkulten Umgebung spielt, das heißt in der physischen Umgebung, aber wie man sie sieht mit den Kräften, die hinter der physischen Umgebung sind. Daher muß Johannes Thomasius hineingestellt werden in die menschliche Umgebung, aus der seine Entwickelung herauswächst, in die reale physische Menschenwelt.
[ 5 ] Und deshalb mußte wohl das Drama eine doppelte Einleitung haben. Die erste Einleitung zeigt, wie sich gegenüber der Außenwelt die Welt ausnimmt, in welcher sich für Johannes Thomasius zusammenknüpfen die Fäden, die Karma spinnt im Weltenwerden. Man könnte fragen: Mußte das gezeigt werden, mußte gerade in dem «Vorspiel» gezeigt werden, wie diese Welt von außen sich ansieht? — Das mußte gezeigt werden. Und es wäre nicht alles getan, wenn es nicht gezeigt worden wäre. Es mußte gezeigt werden, weil die Welt, in welcher Karma seine Knoten spinnt, eine andere ist in der Zeit zum Beispiel des fünften Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung, eine andere dreihundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, wieder eine andere tausend Jahre seit dem Beginn unserer Zeitrechnung und eine andere auch wieder in unserer Gegenwart. Auch die exoterische Außenwelt ist immer eine andere, und sie hängt mit ihrem Karma zusammen, mit dem, was Umgebung wird für den, der sich entwickelt. So wird der Kreis gezogen von außen nach innen. Und im Inneren ist dann der kleine Kreis, in dem Johannes Thomasius selber steht. Das ist das Zweite. In der Außenwelt sind es triviale Wogen, die da schlagen; in dem kleineren Kreis Wogen, welche hoch aufbranden. Aber sie können sich nur zeigen in ihrem Hochaufschäumen in der Seele des Johannes Thomasius selber. Deshalb werden wir zuerst auf den physischen Plan geführt. Der physische Plan wird uns so gezeigt, daß sozusagen auf die Fäden hingedeutet wird, die innerhalb des physischen Planes überall Karma spinnt.
[ 5 ] Und deshalb mußte wohl das Drama eine doppelte Einleitung haben. Die erste Einleitung zeigt, wie sich gegenüber der Außenwelt die Welt ausnimmt, in welcher sich für Johannes Thomasius zusammenknüpfen die Fäden, die Karma spinnt im Weltenwerden. Man könnte fragen: Mußte das gezeigt werden, mußte gerade in dem «Vorspiel» gezeigt werden, wie diese Welt von außen sich ansieht? — Das mußte gezeigt werden. Und es wäre nicht alles getan, wenn es nicht gezeigt worden wäre. Es mußte gezeigt werden, weil die Welt, in welcher Karma seine Knoten spinnt, eine andere ist in der Zeit zum Beispiel des fünften Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung, eine andere dreihundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, wieder eine andere tausend Jahre seit dem Beginn unserer Zeitrechnung und eine andere auch wieder in unserer Gegenwart. Auch die exoterische Außenwelt ist immer eine andere, und sie hängt mit ihrem Karma zusammen, mit dem, was Umgebung wird für den, der sich entwickelt. So wird der Kreis gezogen von außen nach innen. Und im Inneren ist dann der kleine Kreis, in dem Johannes Thomasius selber steht. Das ist das Zweite. In der Außenwelt sind es triviale Wogen, die da schlagen; in dem kleineren Kreis Wogen, welche hoch aufbranden. Aber sie können sich nur zeigen in ihrem Hochaufschäumen in der Seele des Johannes Thomasius selber. Deshalb werden wir zuerst auf den physischen Plan geführt. Der physische Plan wird uns so gezeigt, daß sozusagen auf die Fäden hingedeutet wird, die innerhalb des physischen Planes überall Karma spinnt.
[ 6 ] Wer mit okkultem Blick in irgendeinen physischen Kreis hineinschaut, findet überall, daß Fäden gehen von Mensch zu Mensch, die sich in der merkwürdigsten Weise verschlingen. Da sind Menschen, die scheinbar im Leben wenig miteinander zu tun haben. Zwischen Seele und Seele aber spinnen sich die wichtigsten, die wesentlichsten Fäden. Das alles verknotet sich. Und das alles muß nach und nach so gezeigt werden, daß sozusagen klar hingedeutet wird auf irgendeinen Knoten. Das andere Mal kann es nur subtil, nur andeutungsweise gezeigt werden, weil es im Werden ist. Diese verschiedenen Nuancen mußten angeschlagen werden, wo die Sache auf dem physischen Plan spielt, wo wir in einer rein physischen Umgebung sind, wo zusammenkommen Leute aus den verschiedensten Interessenkreisen. Äußerlich reden sie dies und das. Indem sie äußerlich reden, sind sie aber Manifestanten des Karma. Alle die Personen, die uns auf dem physischen Plan zuerst entgegentreten, sind karmisch miteinander verbunden. Und das ist das Wesentliche: wie sie karmisch verbunden sind. Da ist kein einziger erdachter Fall; alles ist okkult begründet. Alles Fäden, die leben können. Und sehr merkwürdig sind diese Fäden.
[ 6 ] Wer mit okkultem Blick in irgendeinen physischen Kreis hineinschaut, findet überall, daß Fäden gehen von Mensch zu Mensch, die sich in der merkwürdigsten Weise verschlingen. Da sind Menschen, die scheinbar im Leben wenig miteinander zu tun haben. Zwischen Seele und Seele aber spinnen sich die wichtigsten, die wesentlichsten Fäden. Das alles verknotet sich. Und das alles muß nach und nach so gezeigt werden, daß sozusagen klar hingedeutet wird auf irgendeinen Knoten. Das andere Mal kann es nur subtil, nur andeutungsweise gezeigt werden, weil es im Werden ist. Diese verschiedenen Nuancen mußten angeschlagen werden, wo die Sache auf dem physischen Plan spielt, wo wir in einer rein physischen Umgebung sind, wo zusammenkommen Leute aus den verschiedensten Interessenkreisen. Äußerlich reden sie dies und das. Indem sie äußerlich reden, sind sie aber Manifestanten des Karma. Alle die Personen, die uns auf dem physischen Plan zuerst entgegentreten, sind karmisch miteinander verbunden. Und das ist das Wesentliche: wie sie karmisch verbunden sind. Da ist kein einziger erdachter Fall; alles ist okkult begründet. Alles Fäden, die leben können. Und sehr merkwürdig sind diese Fäden.
[ 7 ] Die Merkwürdigkeit dieser Fäden können Sie ahnen, wenn Sie solche Gestalten zusammenstellen wie Felix Balde und Frau Balde auf der einen Seite und Capesius und Strader auf der anderen Seite. Es ist nicht das Wichtigste, was sie im Inhalt ihrer Worte sagen; das Wichtigste ist, daß es diese Personen sagen. Und diese Personen sind lebendige Personen, keine Personen, die erdacht sind. Sie sind mir zum Beispiel sehr wohl bekannt. Ich meine mit bekannt nicht ausgedacht, sondern stehend und lebend. Sie sind real, und besonders auch die mir so sehr ans Herz gewachsene Figur des Professor Capesius ist eine aus dem Leben gegriffene Figur. Und es ist unsere Welt. Daher mußte hineinspielen das merkwürdige Ereignis, das durch die Seherin Theodora sich darstellt, die zeitweilig in die Zukunft sehen kann und das merkwürdige Ereignis voraussieht, das noch vor Ablauf des 20. Jahrhunderts kommen wird als das nächste Christus-Ereignis. Das ist etwas, was karmisch gedeutet werden kann. Falsch wäre es, wenn auf andere Ereignisse ebenso klar gedeutet würde. Dann wird jener karmische Bezug, der besteht zwischen Frau Balde und Professor Capesius, angedeutet in dem sonderbaren Bezug, den die Märchenerzählungen der Frau Balde auf Capesius haben. Karmische Fäden sind angedeutet, die deshalb entstehen in dem Herzen des Strader zu der Seherin Theodora, da er durch sie besonders ergriffen wird. Das alles sind Fäden, die okkult liegen hinter dem, was sich äußerlich auf dem physischen Plan abspielt. Wie gesponnen auf einen Punkt hin sind vom Karma diese Fäden. Dieser eine Punkt ist Johannes Thomasius. Da treffen sie sich. Und innerhalb der Erzählung auf dem physischen Plan leuchtet ein Licht auf in der Seele des Johannes 'Thomasius, ein Licht, das eben furchtbare Wogen schlägt in seiner Seele, das aber zu gleicher Zeit seine esoterische Entwickelung entfacht als eine ganz bestimmte individuelle, als die Durchkreuzung seines eigenen Karma mit dem Weltenkarma. Daher sehen wir, welchen Eindruck es auf ihn macht, was da um ihn herum auf dem physischen Plan vorhanden ist; wie das Große in seiner Seele, das Unbewußte, hinaufdrängt zu den höheren Welten.
[ 7 ] Die Merkwürdigkeit dieser Fäden können Sie ahnen, wenn Sie solche Gestalten zusammenstellen wie Felix Balde und Frau Balde auf der einen Seite und Capesius und Strader auf der anderen Seite. Es ist nicht das Wichtigste, was sie im Inhalt ihrer Worte sagen; das Wichtigste ist, daß es diese Personen sagen. Und diese Personen sind lebendige Personen, keine Personen, die erdacht sind. Sie sind mir zum Beispiel sehr wohl bekannt. Ich meine mit bekannt nicht ausgedacht, sondern stehend und lebend. Sie sind real, und besonders auch die mir so sehr ans Herz gewachsene Figur des Professor Capesius ist eine aus dem Leben gegriffene Figur. Und es ist unsere Welt. Daher mußte hineinspielen das merkwürdige Ereignis, das durch die Seherin Theodora sich darstellt, die zeitweilig in die Zukunft sehen kann und das merkwürdige Ereignis voraussieht, das noch vor Ablauf des 20. Jahrhunderts kommen wird als das nächste Christus-Ereignis. Das ist etwas, was karmisch gedeutet werden kann. Falsch wäre es, wenn auf andere Ereignisse ebenso klar gedeutet würde. Dann wird jener karmische Bezug, der besteht zwischen Frau Balde und Professor Capesius, angedeutet in dem sonderbaren Bezug, den die Märchenerzählungen der Frau Balde auf Capesius haben. Karmische Fäden sind angedeutet, die deshalb entstehen in dem Herzen des Strader zu der Seherin Theodora, da er durch sie besonders ergriffen wird. Das alles sind Fäden, die okkult liegen hinter dem, was sich äußerlich auf dem physischen Plan abspielt. Wie gesponnen auf einen Punkt hin sind vom Karma diese Fäden. Dieser eine Punkt ist Johannes Thomasius. Da treffen sie sich. Und innerhalb der Erzählung auf dem physischen Plan leuchtet ein Licht auf in der Seele des Johannes 'Thomasius, ein Licht, das eben furchtbare Wogen schlägt in seiner Seele, das aber zu gleicher Zeit seine esoterische Entwickelung entfacht als eine ganz bestimmte individuelle, als die Durchkreuzung seines eigenen Karma mit dem Weltenkarma. Daher sehen wir, welchen Eindruck es auf ihn macht, was da um ihn herum auf dem physischen Plan vorhanden ist; wie das Große in seiner Seele, das Unbewußte, hinaufdrängt zu den höheren Welten.
[ 8 ] Nun darf diese Fahrt in die höheren Welten nicht steuerlos beginnen. Sie muß gelenkt und geleitet werden. Da tritt dann hinein in alle diese Verhältnisse derjenige, den Sie geschildert sehen als den eigentlichen Führer dieses Kreises, aber zu gleicher Zeit als den Wissenden der Weltenverhältnisse, als den, der durchschaut den Knoten, den Karma spinnt im Weltenwerden, da tritt Benedictus dazu. Und er wird zum Führer. Das Karma, das in Johannes 'Thomasius arbeitet, das arbeiten würde vielleicht durch Jahrtausende oder Jahrtausendjahrtausende, das wird in einem ganz bestimmten Moment angefacht durch eine karmische Beziehung zwischen Benedictus und Johannes 'Thomasius, welche sich in der Szene im Meditationszimmer leise zeigt. Da stehen wir an dem Punkt, wo ein vom Karma zur Entwickelung bestimmter Mensch hinaufstrebt in die höheren Welten. Und damit er nicht als ein Blinder hinaufstrebt, wird er in der richtigen Weise durch Benedictus geführt. Was damit gemeint ist, soll sich zeigen, wenn jetzt gerade einige der in Betracht kommenden Stellen vorgetragen worden sind.
[ 8 ] Nun darf diese Fahrt in die höheren Welten nicht steuerlos beginnen. Sie muß gelenkt und geleitet werden. Da tritt dann hinein in alle diese Verhältnisse derjenige, den Sie geschildert sehen als den eigentlichen Führer dieses Kreises, aber zu gleicher Zeit als den Wissenden der Weltenverhältnisse, als den, der durchschaut den Knoten, den Karma spinnt im Weltenwerden, da tritt Benedictus dazu. Und er wird zum Führer. Das Karma, das in Johannes 'Thomasius arbeitet, das arbeiten würde vielleicht durch Jahrtausende oder Jahrtausendjahrtausende, das wird in einem ganz bestimmten Moment angefacht durch eine karmische Beziehung zwischen Benedictus und Johannes 'Thomasius, welche sich in der Szene im Meditationszimmer leise zeigt. Da stehen wir an dem Punkt, wo ein vom Karma zur Entwickelung bestimmter Mensch hinaufstrebt in die höheren Welten. Und damit er nicht als ein Blinder hinaufstrebt, wird er in der richtigen Weise durch Benedictus geführt. Was damit gemeint ist, soll sich zeigen, wenn jetzt gerade einige der in Betracht kommenden Stellen vorgetragen worden sind.
Es folgte die Rezitation der genannten Szene: Drittes Bild; Benedictus, Johannes, Maria, Kind.
Es folgte die Rezitation der genannten Szene: Drittes Bild; Benedictus, Johannes, Maria, Kind.
| Maria: | Ich bringe euch das Kind, Es braucht ein Wort aus eurem Munde. |
| Benedictus: | Mein Kind, du sollst fortan An jedem Abend zu mir kommen, Zu holen dir das Wort, Das dich erfüllen soll, Bevor das Seelenreich des Schlafes du betrittst. Willst du es so? |
| Kind: | Ich will es so gern. |
| Benedictus: | Erfülle dein Gemüt an diesem Abend, Bis dich der Schlaf umfängt, Mit dieses Wortes Kraft: «Es tragen Lichtgewalten Mich in des Geistes Haus.» |
| Maria: | Ich bringe euch das Kind, Es braucht ein Wort aus eurem Munde. |
| Benedictus: | Mein Kind, du sollst fortan An jedem Abend zu mir kommen, Zu holen dir das Wort, Das dich erfüllen soll, Bevor das Seelenreich des Schlafes du betrittst. Willst du es so? |
| Kind: | Ich will es so gern. |
| Benedictus: | Erfülle dein Gemüt an diesem Abend, Bis dich der Schlaf umfängt, Mit dieses Wortes Kraft: «Es tragen Lichtgewalten Mich in des Geistes Haus.» |
(Das Kind wird von Maria hinausgeführt.)
(Das Kind wird von Maria hinausgeführt.)
| Maria: | Und nun, da dieses Kindes Schicksal In Zukunft fließen soll Im Schatten eurer Vaterhuld, Erbitten darf des Führers Rat Auch ich, die Mutter ihm geworden, Wenn nicht durch Blutesbande, So doch durch Schicksalsmächte. Ihr wieset mir den Weg, Den ich es führen sollte Von jenem Tage an, daiches fand Von seiner unbekannten Mutter Mir vor die Tür gelegt. Und wunderwirkend zeigten Sich an dem Pflegling alle Regeln, Nach welchen ich ihn führen durfte. Zutage traten alle Kräfte, Die in dem Leibe und der Seele keimten. Es zeigte sich, wie eure Weisung Entsprossen war dem Reiche, Das dieses Kindes Seele barg, Bevor sie baute ihres Leibes Hülle. Erwachsen sahen wir die Menschenhoffnung, Die heller strahlte jeden neuen Tag. Ihr wißt, wie schwer des Kindes Neigung Ich erst gewinnen konnte, Es wuchs heran in meiner Pflege, Und mehr nicht als Gewohnheit Verband erst seine Seele mit der meinen. Es stand zu mir, empfindend, Daß ich ihm reichte, was ihm nötig war Für Leibeswohl und Seelenwachstum. Es kam die Zeit, in welcher Im Kindesherzen sich erzeugte Die Liebe zu der Pflegerin. Ein äußrer Anlaß brachte solche Wandlung. Es trat in unsern Kreis die Seherin. Das Kind war gern um sie, Und manches schöne Wort Erlernte es in ihrem Zauberbann. Da kam ein Augenblick, in dem Begeisterung Erfaßte unsre wundersame Freundin, Und schauen konnte unser Kind Der Augen glimmend Licht. Erschüttert bis ins Lebensmark Empfand die junge Seele sich. Sie kam in ihrem Schreck zu mir. Von dieser Stunde an War mir das Kind in Liebe warm ergeben. Doch seit bewußtes Fühlen Von mir empfing die Lebensgaben, Und nicht der Trieb allein, Seit wärmer dieses junge Herz erbebte, Sobald sein Blick den meinen liebend traf, Verloren eure Weisheitsschätze ihre Fruchtbarkeit. Verdorren mußte vieles, Was schon gereift dem Kinde. Erscheinen sah ich an dem Wesen wieder, Was an dem Freunde furchtbar sich erwiesen. Ich bin mir immer mehr ein dunkles Rätsel. Du kannst mir wehren nicht die bange Lebensfrage: Warum verderb’ ich Freund und Kind, Wenn liebend ich das Werk versuch’ An ihnen zu verüben, Das mich die Geistesweisung Als gut erkennen läßt im Herzen? Du hast mich an die hohe Wahrheit oft gewiesen, Daß Schein sich breitet an des Lebens Oberfläche, Doch muß ich Klarheit haben, Soll ich ertragen dies Geschick, Das grausam ist und Böses wirkt. |
| Benedictus: | Es formt sich hier in diesem Kreise Ein Knoten aus den Fäden, Die Karma spinnt im Weltenwerden. O Freundin, deine Leiden Sind Glieder eines Schicksalsknotens, In dem sich Göttertat verschlingt mit Menschenleben. Als auf dem Pilgerpfad der Seele Erreicht ich hatte jene Stufe, Die mir die Würde gab, Mit meinem Rat zu dienen in den Geistersphären, Da trat zu mir ein Gotteswesen, Das niedersteigen sollte in das Erdenreich, Um eines Menschen Fleischeshülle zu bewohnen. Es fordert dies das Menschenkarma An dieser Zeiten Wende. Ein großer Schritt im Weltengang Ist möglich nur, wenn Götter Sich binden an das Menschenlos. Es können sich entfalten Geistesaugen, Die keimen sollen in den Menschenseelen, Erst wenn ein Gott das Samenkorn Gelegt in eines Menschen Wesenheit. Es wurde mir nun aufgegeben, Zu finden jenen Menschen, Der würdig war, des Gottes Samenkraft In seine Seele aufzunehmen. So mußte ich verbinden Himmels-Tat Mit einem Menschenschicksal. Mein geistig Auge forschte. Es fiel auf dich. Bereitet hatte dich dein Lebenslauf zum Heilesmittler. In vielen Leben hattest du erworben dir Empfänglichkeit für alles Große, Das Menschenherzen leben. DerSchönheitedles Wesen, der Tugend höchste Forderung, Du trugst als Geisteserbe sie In deiner zarten Seele. Und was dein ewig Ich Ins Dasein durch Geburt gebracht, Es ward zur reifen Frucht In deinen jungen Jahren. Zu früh nicht stiegest du Auf steile Geisteshöhen. Und so erstand dir nicht Der Hang zum Geisterland, Bevor du voll erfaßt Der Sinne unschuldvolle Freuden. Erkennen lernte deine Seele Zorn und Liebe, Als ihrem Denken jeder Trieb Zum Geist noch ferne war. Natur in ihrer Schönheit zu genießen, Der Künste Früchte pflücken, Erstrebtest du als deines Lebens Reichtum. Du durftest heiter lachen, Wie nur ein Kind kann lachen, Das von des Daseins Schatten Noch nichts erfahren hat. Du lerntest Menschenglück verstehn Und Leid beklagen in den Zeiten, Da deinem Ahnen selbst nicht dämmerte, Zu fragen nach des Glückes und des Leides Wurzeln. Als reife Frucht von vielen Leben, Betritt das Erdensein die Seele, Die solche Stimmung zeigt. Und ihre Kindlichkeit ist Blüte, Nicht Wurzel ihres Wesens. Nur diese Seele durfte ich erkiesen Zum Mittler für den Gott, Der Wirkenskraft erlangen sollte Durch unsre Menschenwelt. Und nun begreife, daß dein Wesen Sich wandeln muß zum Gegenbild, Ergießt aus dir es sich in andre Wesen. Der Geist in dir, er wirkt in allem, Was für das Reich der Ewigkeit An Früchten reifen kann im Menschenwesen. Ertöten muß er darum vieles, Was nur dem Reich des Zeitenseins gehören soll. Doch seine Todesopfer Sind Saaten der Unsterblichkeit. Dem höhern Leben muß erwachsen, Was aus dem niedern Sterben blüht. |
| Maria: | So also steht’s mit mir. - - - Du gibst mir Licht, Doch Licht, das mir die Kraft des Sehens raubt Und mich mir selbst entreißt. Bin ich denn eines Geistes Mittler nur Und nicht mein eigen Wesen, Dann dulde ich nicht länger Die Form an mir, Die Maske und nicht Wahrheit ist. |
| Johannes: | O Freundin, was ist dir! Es schwindet deines Blickes Licht, Zur Säule wird dein Leib, Ich fasse deine Hand, Sie ist so kalt, Sie ist wie tot. |
| Benedictus: | Mein Sohn, du hast der Proben viel erfahren, Du stehst in dieser Stunde vor der stärksten, Du schaust der Freundin Leibeshülle, Vor meinem Blick jedoch Entschwebt ihr Selbst in Geistersphären. |
| Johannes: | O sieh! die Lippen regen sich. Sie spricht - - - |
| Maria: | Du gabst mir Klarheit, Ja, Klarheit, die in Finsternis Mich hüllt nach allen Seiten. Ich fluche deiner Klarheit, Und dich verfluche ich, Der mich zum Werkzeug Der wilden Künste formte, Durch die er Menschen täuschen will. Ich habe keinen Augenblick bisher An deiner Geisteshöhe zweifeln können, Doch jetzt genügt der eine Augenblick, Aus meinem Herzen mir zu reißen jeden Glauben. Erkennen muß ich, daß sie Höllenwesen sind, Die Geister, welchen du ergeben bist. Ich mußte andre täuschen, Johannes: Weil du erst mich getäuscht! Ich will dich fliehn in Fernen, Wohin von dir kein Laut mehr dringt, Und die doch nah genug, Daß meine Flüche dich erreichen können! Des eignen Blutes Feuer, Du hast es mir geraubt, Um deinem falschen Gott zu geben, Was mein sein muß. O dieses Blutes Feuer, Es soll dich brennen! Ich mußte glauben An Trug und Wahn. Und daß es möglich wurde, Zum Truggebilde mußtest du Mich selbst erst machen! Ich mußte oft erleben, Wie meines Wesens Wirkung Ins Gegenbild sich wandelte. So wandle jetzt, Was Liebe war zu dir, In wilden Hasses Feuer sich. Ich will in allen Welten Nach jenem Feuer forschen, Das dich verzehren kann. Ich flu---- ach ---- |
| Johannes: | Wer spricht an diesem Ort? Ich schau die Freundin nicht! Ich schau ein grausig Wesen. |
| Benedictus: | Der Freundin Seele schwebt in Höhen, Sie ließ ihr sterblich Scheinbild An diesem Ort zurück uns nur. Und wo ein Menschenleib Vom Geist verlassen wird, Ist Raum, den sich Des Guten Widersacher sucht, Um einzutreten in das Reich der Sichtbarkeit. Er findet eine Leibeshülle, Durch die er sprechen kann. Es sprach ein solcher Widersacher, Der mir zerstören will das Werk, Das mir obliegt Für vieler Menschen Zukunft Und auch für dich, mein Sohn. Und könnt’ ich halten jene Flüche, Die unsrer Freundin Hülle eben sprach, Für andres als Versucherlist, Du dürftest mir nicht folgen. Des Guten Widersacher war an meiner Seite; Und du, mein Sohn, Hast stürzen sehn in Finsternis, Was zeitlich ist an jenem Wesen, Dem deine ganze Liebe strahlt. Weil Geister dir so oft Aus ihrem Mund gesprochen, Ersparte dir das Weltenkarma nicht, Den Höllenfürsten auch Durch sie zu hören. Nun darfst du erst sie suchen Und ihres Wesens Kern erkennen. Sie soll dir Vorbild jenes höhern Menschen sein, Zu dem du dich erheben sollst. Es schwebet ihre Seele in die Geisteshöhen, Wo Menschen ihres Wesens Urform finden, Die in sich selbst sich gründet. Du sollst zum Geistgebiet ihr folgen, Und schauen wirst du sie im Sonnentempel. Es formt sich hier In diesem Kreise Ein Knoten aus den Fäden, Die Karma spinnt Im Weltenwerden. Mein Sohn, da du bis jetzt gehalten dich, Wirst du auch weiterdringen. Ich sehe deinen Stern im vollen Glanze. Es ist nicht Raum im Sinnensein Für Kämpfe, welche kämpfen Menschen, Die nach der Weihe streben. Was Sinnensein an Rätsel hat, Die mit Verstand zu lösen, Was solches Sein erzeugt in Menschenherzen, Es mag durch Liebe oder Haß entstehen Und sich entladen noch so schauervoll: Dem Geistessucher muß es werden Ein Feld, auf das er unbeteiligt Den Blick von außen richten kann. Ihm müssen Kräfte sich entfalten, Die nicht auf diesem Feld zu finden sind. Du mußtest dich durch Seelenprüfung ringen, Die dem nur werden kann, Der sich gerüstet Für solche Mächte findet, Die Geistes-Welten angehören. Und wärest du von diesen Mächten Nicht reif befunden zum Erkenntnisweg, Sie hätten dir das Fühlen lähmen müssen, Bevor du wissen durftest, Was dir bekannt nun ist geworden. Die Wesen, die in Welten-Gründe schauen, Sie führen Menschen, Die zu den Höhen streben, Zuerst auf jenen Gipfel, Wo es sich zeigen kann, Ob ihnen Kraft gegeben, Bewußt zu schauen Geistessein. Die Menschen, welchen solche Kräfte eigen sind, Sie werden aus der Sinnenwelt entlassen; Die andern müssen warten. Du hast dein Selbst bewahrt, mein Sohn, Als Höhenkräfte dich erschütterten, Und als dich Geistesmächte In Schauer hüllten. Und kraftvoll hat dein Selbst sich durchgekämpft, Auch als in eigner Brust die Zweifel wühlten Und dich den dunklen Tiefen überliefern wollten. Du bist mein wahrer Schüler Erst seit der inhaltvollen Stunde, Wo du an dir verzweifeln wolltest, Wo du dich selbst verloren gabst, Und wo die Kraft in dir dich dennoch hielt. Ich durfte dir an Weisheitsschätzen geben, Was Kraft dir brachte, Dich selbst zu halten, Auch da du selbst an dich nicht glaubtest. Es war die Weisheit, Die du errungen, Dir treuer als der Glaube, Der dir geschenkt. Du bist als reif befunden. Du darfst entlassen werden. Die Freundin ist vorangeschritten, Du wirst im Geist sie finden. Ich kann dir noch die Richtung weisen: Entzünde deiner Seele volle Macht An Worten, die durch meinen Mund Den Schlüssel geben zu den Höhen. Sie werden dich geleiten, Auch wenn dich nichts mehr leitet, Was Sinnesaugen noch erblicken können. Mit vollem Herzen wolle sie empfangen: Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet Durch Raumesweiten, Zu füllen die Welt mit Sein. Der Liebe Segen, er erwarmet Die Zeitenfolgen, Zu rufen aller Welten Offenbarung. Und Geistesboten, sie vermählen Des Lichtes webend Wesen Mit Seelenoffenbarung; Und wenn vermählen kann mit beiden Der Mensch sein eigen Selbst, Ist er in Geisteshöhen lebend. O Geister, die erschauen kann der Mensch, Belebet unsres Sohnes Seele. Im Innern lasset ihm erstrahlen, Was ihm durchleuchten kann Die Seele mit dem Geisteslicht. Im Innern lasset ihm ertönen, Was ihm erwecken kann Das Selbst zu Geistes Werdelust. |
| Maria: | Und nun, da dieses Kindes Schicksal In Zukunft fließen soll Im Schatten eurer Vaterhuld, Erbitten darf des Führers Rat Auch ich, die Mutter ihm geworden, Wenn nicht durch Blutesbande, So doch durch Schicksalsmächte. Ihr wieset mir den Weg, Den ich es führen sollte Von jenem Tage an, daiches fand Von seiner unbekannten Mutter Mir vor die Tür gelegt. Und wunderwirkend zeigten Sich an dem Pflegling alle Regeln, Nach welchen ich ihn führen durfte. Zutage traten alle Kräfte, Die in dem Leibe und der Seele keimten. Es zeigte sich, wie eure Weisung Entsprossen war dem Reiche, Das dieses Kindes Seele barg, Bevor sie baute ihres Leibes Hülle. Erwachsen sahen wir die Menschenhoffnung, Die heller strahlte jeden neuen Tag. Ihr wißt, wie schwer des Kindes Neigung Ich erst gewinnen konnte, Es wuchs heran in meiner Pflege, Und mehr nicht als Gewohnheit Verband erst seine Seele mit der meinen. Es stand zu mir, empfindend, Daß ich ihm reichte, was ihm nötig war Für Leibeswohl und Seelenwachstum. Es kam die Zeit, in welcher Im Kindesherzen sich erzeugte Die Liebe zu der Pflegerin. Ein äußrer Anlaß brachte solche Wandlung. Es trat in unsern Kreis die Seherin. Das Kind war gern um sie, Und manches schöne Wort Erlernte es in ihrem Zauberbann. Da kam ein Augenblick, in dem Begeisterung Erfaßte unsre wundersame Freundin, Und schauen konnte unser Kind Der Augen glimmend Licht. Erschüttert bis ins Lebensmark Empfand die junge Seele sich. Sie kam in ihrem Schreck zu mir. Von dieser Stunde an War mir das Kind in Liebe warm ergeben. Doch seit bewußtes Fühlen Von mir empfing die Lebensgaben, Und nicht der Trieb allein, Seit wärmer dieses junge Herz erbebte, Sobald sein Blick den meinen liebend traf, Verloren eure Weisheitsschätze ihre Fruchtbarkeit. Verdorren mußte vieles, Was schon gereift dem Kinde. Erscheinen sah ich an dem Wesen wieder, Was an dem Freunde furchtbar sich erwiesen. Ich bin mir immer mehr ein dunkles Rätsel. Du kannst mir wehren nicht die bange Lebensfrage: Warum verderb’ ich Freund und Kind, Wenn liebend ich das Werk versuch’ An ihnen zu verüben, Das mich die Geistesweisung Als gut erkennen läßt im Herzen? Du hast mich an die hohe Wahrheit oft gewiesen, Daß Schein sich breitet an des Lebens Oberfläche, Doch muß ich Klarheit haben, Soll ich ertragen dies Geschick, Das grausam ist und Böses wirkt. |
| Benedictus: | Es formt sich hier in diesem Kreise Ein Knoten aus den Fäden, Die Karma spinnt im Weltenwerden. O Freundin, deine Leiden Sind Glieder eines Schicksalsknotens, In dem sich Göttertat verschlingt mit Menschenleben. Als auf dem Pilgerpfad der Seele Erreicht ich hatte jene Stufe, Die mir die Würde gab, Mit meinem Rat zu dienen in den Geistersphären, Da trat zu mir ein Gotteswesen, Das niedersteigen sollte in das Erdenreich, Um eines Menschen Fleischeshülle zu bewohnen. Es fordert dies das Menschenkarma An dieser Zeiten Wende. Ein großer Schritt im Weltengang Ist möglich nur, wenn Götter Sich binden an das Menschenlos. Es können sich entfalten Geistesaugen, Die keimen sollen in den Menschenseelen, Erst wenn ein Gott das Samenkorn Gelegt in eines Menschen Wesenheit. Es wurde mir nun aufgegeben, Zu finden jenen Menschen, Der würdig war, des Gottes Samenkraft In seine Seele aufzunehmen. So mußte ich verbinden Himmels-Tat Mit einem Menschenschicksal. Mein geistig Auge forschte. Es fiel auf dich. Bereitet hatte dich dein Lebenslauf zum Heilesmittler. In vielen Leben hattest du erworben dir Empfänglichkeit für alles Große, Das Menschenherzen leben. DerSchönheitedles Wesen, der Tugend höchste Forderung, Du trugst als Geisteserbe sie In deiner zarten Seele. Und was dein ewig Ich Ins Dasein durch Geburt gebracht, Es ward zur reifen Frucht In deinen jungen Jahren. Zu früh nicht stiegest du Auf steile Geisteshöhen. Und so erstand dir nicht Der Hang zum Geisterland, Bevor du voll erfaßt Der Sinne unschuldvolle Freuden. Erkennen lernte deine Seele Zorn und Liebe, Als ihrem Denken jeder Trieb Zum Geist noch ferne war. Natur in ihrer Schönheit zu genießen, Der Künste Früchte pflücken, Erstrebtest du als deines Lebens Reichtum. Du durftest heiter lachen, Wie nur ein Kind kann lachen, Das von des Daseins Schatten Noch nichts erfahren hat. Du lerntest Menschenglück verstehn Und Leid beklagen in den Zeiten, Da deinem Ahnen selbst nicht dämmerte, Zu fragen nach des Glückes und des Leides Wurzeln. Als reife Frucht von vielen Leben, Betritt das Erdensein die Seele, Die solche Stimmung zeigt. Und ihre Kindlichkeit ist Blüte, Nicht Wurzel ihres Wesens. Nur diese Seele durfte ich erkiesen Zum Mittler für den Gott, Der Wirkenskraft erlangen sollte Durch unsre Menschenwelt. Und nun begreife, daß dein Wesen Sich wandeln muß zum Gegenbild, Ergießt aus dir es sich in andre Wesen. Der Geist in dir, er wirkt in allem, Was für das Reich der Ewigkeit An Früchten reifen kann im Menschenwesen. Ertöten muß er darum vieles, Was nur dem Reich des Zeitenseins gehören soll. Doch seine Todesopfer Sind Saaten der Unsterblichkeit. Dem höhern Leben muß erwachsen, Was aus dem niedern Sterben blüht. |
| Maria: | So also steht’s mit mir. - - - Du gibst mir Licht, Doch Licht, das mir die Kraft des Sehens raubt Und mich mir selbst entreißt. Bin ich denn eines Geistes Mittler nur Und nicht mein eigen Wesen, Dann dulde ich nicht länger Die Form an mir, Die Maske und nicht Wahrheit ist. |
| Johannes: | O Freundin, was ist dir! Es schwindet deines Blickes Licht, Zur Säule wird dein Leib, Ich fasse deine Hand, Sie ist so kalt, Sie ist wie tot. |
| Benedictus: | Mein Sohn, du hast der Proben viel erfahren, Du stehst in dieser Stunde vor der stärksten, Du schaust der Freundin Leibeshülle, Vor meinem Blick jedoch Entschwebt ihr Selbst in Geistersphären. |
| Johannes: | O sieh! die Lippen regen sich. Sie spricht - - - |
| Maria: | Du gabst mir Klarheit, Ja, Klarheit, die in Finsternis Mich hüllt nach allen Seiten. Ich fluche deiner Klarheit, Und dich verfluche ich, Der mich zum Werkzeug Der wilden Künste formte, Durch die er Menschen täuschen will. Ich habe keinen Augenblick bisher An deiner Geisteshöhe zweifeln können, Doch jetzt genügt der eine Augenblick, Aus meinem Herzen mir zu reißen jeden Glauben. Erkennen muß ich, daß sie Höllenwesen sind, Die Geister, welchen du ergeben bist. Ich mußte andre täuschen, Johannes: Weil du erst mich getäuscht! Ich will dich fliehn in Fernen, Wohin von dir kein Laut mehr dringt, Und die doch nah genug, Daß meine Flüche dich erreichen können! Des eignen Blutes Feuer, Du hast es mir geraubt, Um deinem falschen Gott zu geben, Was mein sein muß. O dieses Blutes Feuer, Es soll dich brennen! Ich mußte glauben An Trug und Wahn. Und daß es möglich wurde, Zum Truggebilde mußtest du Mich selbst erst machen! Ich mußte oft erleben, Wie meines Wesens Wirkung Ins Gegenbild sich wandelte. So wandle jetzt, Was Liebe war zu dir, In wilden Hasses Feuer sich. Ich will in allen Welten Nach jenem Feuer forschen, Das dich verzehren kann. Ich flu---- ach ---- |
| Johannes: | Wer spricht an diesem Ort? Ich schau die Freundin nicht! Ich schau ein grausig Wesen. |
| Benedictus: | Der Freundin Seele schwebt in Höhen, Sie ließ ihr sterblich Scheinbild An diesem Ort zurück uns nur. Und wo ein Menschenleib Vom Geist verlassen wird, Ist Raum, den sich Des Guten Widersacher sucht, Um einzutreten in das Reich der Sichtbarkeit. Er findet eine Leibeshülle, Durch die er sprechen kann. Es sprach ein solcher Widersacher, Der mir zerstören will das Werk, Das mir obliegt Für vieler Menschen Zukunft Und auch für dich, mein Sohn. Und könnt’ ich halten jene Flüche, Die unsrer Freundin Hülle eben sprach, Für andres als Versucherlist, Du dürftest mir nicht folgen. Des Guten Widersacher war an meiner Seite; Und du, mein Sohn, Hast stürzen sehn in Finsternis, Was zeitlich ist an jenem Wesen, Dem deine ganze Liebe strahlt. Weil Geister dir so oft Aus ihrem Mund gesprochen, Ersparte dir das Weltenkarma nicht, Den Höllenfürsten auch Durch sie zu hören. Nun darfst du erst sie suchen Und ihres Wesens Kern erkennen. Sie soll dir Vorbild jenes höhern Menschen sein, Zu dem du dich erheben sollst. Es schwebet ihre Seele in die Geisteshöhen, Wo Menschen ihres Wesens Urform finden, Die in sich selbst sich gründet. Du sollst zum Geistgebiet ihr folgen, Und schauen wirst du sie im Sonnentempel. Es formt sich hier In diesem Kreise Ein Knoten aus den Fäden, Die Karma spinnt Im Weltenwerden. Mein Sohn, da du bis jetzt gehalten dich, Wirst du auch weiterdringen. Ich sehe deinen Stern im vollen Glanze. Es ist nicht Raum im Sinnensein Für Kämpfe, welche kämpfen Menschen, Die nach der Weihe streben. Was Sinnensein an Rätsel hat, Die mit Verstand zu lösen, Was solches Sein erzeugt in Menschenherzen, Es mag durch Liebe oder Haß entstehen Und sich entladen noch so schauervoll: Dem Geistessucher muß es werden Ein Feld, auf das er unbeteiligt Den Blick von außen richten kann. Ihm müssen Kräfte sich entfalten, Die nicht auf diesem Feld zu finden sind. Du mußtest dich durch Seelenprüfung ringen, Die dem nur werden kann, Der sich gerüstet Für solche Mächte findet, Die Geistes-Welten angehören. Und wärest du von diesen Mächten Nicht reif befunden zum Erkenntnisweg, Sie hätten dir das Fühlen lähmen müssen, Bevor du wissen durftest, Was dir bekannt nun ist geworden. Die Wesen, die in Welten-Gründe schauen, Sie führen Menschen, Die zu den Höhen streben, Zuerst auf jenen Gipfel, Wo es sich zeigen kann, Ob ihnen Kraft gegeben, Bewußt zu schauen Geistessein. Die Menschen, welchen solche Kräfte eigen sind, Sie werden aus der Sinnenwelt entlassen; Die andern müssen warten. Du hast dein Selbst bewahrt, mein Sohn, Als Höhenkräfte dich erschütterten, Und als dich Geistesmächte In Schauer hüllten. Und kraftvoll hat dein Selbst sich durchgekämpft, Auch als in eigner Brust die Zweifel wühlten Und dich den dunklen Tiefen überliefern wollten. Du bist mein wahrer Schüler Erst seit der inhaltvollen Stunde, Wo du an dir verzweifeln wolltest, Wo du dich selbst verloren gabst, Und wo die Kraft in dir dich dennoch hielt. Ich durfte dir an Weisheitsschätzen geben, Was Kraft dir brachte, Dich selbst zu halten, Auch da du selbst an dich nicht glaubtest. Es war die Weisheit, Die du errungen, Dir treuer als der Glaube, Der dir geschenkt. Du bist als reif befunden. Du darfst entlassen werden. Die Freundin ist vorangeschritten, Du wirst im Geist sie finden. Ich kann dir noch die Richtung weisen: Entzünde deiner Seele volle Macht An Worten, die durch meinen Mund Den Schlüssel geben zu den Höhen. Sie werden dich geleiten, Auch wenn dich nichts mehr leitet, Was Sinnesaugen noch erblicken können. Mit vollem Herzen wolle sie empfangen: Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet Durch Raumesweiten, Zu füllen die Welt mit Sein. Der Liebe Segen, er erwarmet Die Zeitenfolgen, Zu rufen aller Welten Offenbarung. Und Geistesboten, sie vermählen Des Lichtes webend Wesen Mit Seelenoffenbarung; Und wenn vermählen kann mit beiden Der Mensch sein eigen Selbst, Ist er in Geisteshöhen lebend. O Geister, die erschauen kann der Mensch, Belebet unsres Sohnes Seele. Im Innern lasset ihm erstrahlen, Was ihm durchleuchten kann Die Seele mit dem Geisteslicht. Im Innern lasset ihm ertönen, Was ihm erwecken kann Das Selbst zu Geistes Werdelust. |
| Geistesstimme: (hinter der Bühne): |
Es steigen seine Gedanken In Urweltgründe. Was als Schatten er gedacht, Was als Schemen er erlebt, Entschwebet der Gestaltenwelt, Von deren Fülle Die Menschen denkend In Schatten träumen, Von deren Fülle Die Menschen sehend In Schemen leben. |
| Geistesstimme: (hinter der Bühne): |
Es steigen seine Gedanken In Urweltgründe. Was als Schatten er gedacht, Was als Schemen er erlebt, Entschwebet der Gestaltenwelt, Von deren Fülle Die Menschen denkend In Schatten träumen, Von deren Fülle Die Menschen sehend In Schemen leben. |
(Die Musik setzt ein, während der Vorhang langsam fällt.)
(Die Musik setzt ein, während der Vorhang langsam fällt.)
[ 9 ] Das waren die Töne, mit denen unser lieber Freund Arenson musikalisch zum Ausdruck gebracht hat, was aufsteigt in der Dichtung als ein Widerklang aus den höheren Welten in des Johannes Thomasius’ Seele, nachdem er an dem großen Erlebnis, das im Meditationszimmer vorgeführt wird, sich fähig erwiesen hatte, wirklich in die höheren Welten hinaufzusteigen, daß er als reif aus diesem Erlebnis hervorgegangen war. In den Worten, in denen ausgeklungen hat, was rezitiert worden ist, haben wir etwas zu sehen, was in durchaus realer Weise hereintönt aus der geistigen Welt in eine Seele, die bis zu einem gewissen Grade, wenn wir so sagen dürfen, die Prüfung bestanden hat. Das Schwergewicht wird zuweilen leise angedeutet in Worten, in denen mehr liegt, als man zuerst vielleicht glaubt.
[ 9 ] Das waren die Töne, mit denen unser lieber Freund Arenson musikalisch zum Ausdruck gebracht hat, was aufsteigt in der Dichtung als ein Widerklang aus den höheren Welten in des Johannes Thomasius’ Seele, nachdem er an dem großen Erlebnis, das im Meditationszimmer vorgeführt wird, sich fähig erwiesen hatte, wirklich in die höheren Welten hinaufzusteigen, daß er als reif aus diesem Erlebnis hervorgegangen war. In den Worten, in denen ausgeklungen hat, was rezitiert worden ist, haben wir etwas zu sehen, was in durchaus realer Weise hereintönt aus der geistigen Welt in eine Seele, die bis zu einem gewissen Grade, wenn wir so sagen dürfen, die Prüfung bestanden hat. Das Schwergewicht wird zuweilen leise angedeutet in Worten, in denen mehr liegt, als man zuerst vielleicht glaubt.
[ 10 ] Man muß sich zunächst klar sein, daß aus den Fäden des Weltenkarmas ein Knoten gesponnen wird, der eine Tatsache großartigster, gewaltigster Art in ihrer Wirksamkeit an heiliger Stätte vor den Johannes 'Thomasius hinstellt. Was geschieht denn eigentlich?
[ 10 ] Man muß sich zunächst klar sein, daß aus den Fäden des Weltenkarmas ein Knoten gesponnen wird, der eine Tatsache großartigster, gewaltigster Art in ihrer Wirksamkeit an heiliger Stätte vor den Johannes 'Thomasius hinstellt. Was geschieht denn eigentlich?
[ 11 ] Johannes Thomasius muß erleben, daß eine Seele, mit der er, wie sich in der Devachanszene später zeigen wird, karmisch auf eine wunderbare Weise verbunden ist, unmittelbar vor ihm in die geistigen Welten hinaufsteigt. Es ist ein welthistorischer Moment, wo eine solche Seele in die geistigen Welten hinaufsteigt. Es kann natürlich jetzt nicht auf alles hingewiesen werden, was mit einem solchen Moment verbunden ist. Aber es ist eine durchaus reale Tatsache, die jeder, der mit dem okkulten Leben bekannt ist, in ihrer furchtbar gewaltigen, lichtvollen und schattenvollen Gestalt kennt. Und ein solcher kennt auch von ihr, was dann in der physischen Welt geschieht, wenn die Erschütterung eintritt, daß eine Seele in die geistigen Welten unmittelbar, nicht etwa mit gelassenem Gang des eigenen Karma, sondern durch das Weltenkarma herausgefordert, in die geistige Welt verschwindet. Das sind Momente, die für die Evolution der Menschheit wichtig sind. Aber das sind auch diejenigen Momente, in welchen wirkliche, real vorhandene versucherische Mächte, die aus der geistigen Welt ebenso hereinschauen in unsere physische Welt wie die guten Mächte, die Kraft haben, verlassene physische Hüllen zum Schauplatz ihrer Versucherlist und Versucherkraft zu gewinnen. Das sind die Angriffspunkte; da werden sie gleichsam losgelassen. Und dann treten die Verhältnisse auf, in denen sich Maja in der furchtbarsten Weise zeigt. Gegenüber den kleinen Täuschungen des Karma kann der Mensch, der vielleicht nicht weit ist, der Versuchung nicht widerstehen; aber gegenüber den großen Täuschungen des Karma, wenn es etwas vorführt, von dem man auf einer gewissen Entwickelungsstufe auch nicht mehr ganz glauben kann, daß es so sein könnte, schrickt eine Seele zurück, die nicht durch gewisse Abgründe des Lebens gegangen ist. Man kann sich vorstellen, daß manche vielleicht sagen werden, sie hätten es auch ausgehalten, was da im Meditationszimmer vorgegangen ist. Sie sollten aber nur einmal da hingestellt werden! Die Wirklichkeit ist noch etwas ganz anderes als das, was wir denken. In der Wirklichkeit spielen noch andere Kräfte. Wer das nicht glaubt, soll sich nur vorstellen, ob er jemals eine wirkliche Erfahrung gemacht hat von einem Menschenleib, der von seiner Seele verlassen worden ist. Die Menschen kennen nur Menschenleiber, die beseelt sind. Da spielen eben noch andere Kräfte. Und um diesen Kräften standzuhalten, mußte Johannes Thomasius gerade vor diesen Punkt im Weltenkarma hingeführt werden.
[ 11 ] Johannes Thomasius muß erleben, daß eine Seele, mit der er, wie sich in der Devachanszene später zeigen wird, karmisch auf eine wunderbare Weise verbunden ist, unmittelbar vor ihm in die geistigen Welten hinaufsteigt. Es ist ein welthistorischer Moment, wo eine solche Seele in die geistigen Welten hinaufsteigt. Es kann natürlich jetzt nicht auf alles hingewiesen werden, was mit einem solchen Moment verbunden ist. Aber es ist eine durchaus reale Tatsache, die jeder, der mit dem okkulten Leben bekannt ist, in ihrer furchtbar gewaltigen, lichtvollen und schattenvollen Gestalt kennt. Und ein solcher kennt auch von ihr, was dann in der physischen Welt geschieht, wenn die Erschütterung eintritt, daß eine Seele in die geistigen Welten unmittelbar, nicht etwa mit gelassenem Gang des eigenen Karma, sondern durch das Weltenkarma herausgefordert, in die geistige Welt verschwindet. Das sind Momente, die für die Evolution der Menschheit wichtig sind. Aber das sind auch diejenigen Momente, in welchen wirkliche, real vorhandene versucherische Mächte, die aus der geistigen Welt ebenso hereinschauen in unsere physische Welt wie die guten Mächte, die Kraft haben, verlassene physische Hüllen zum Schauplatz ihrer Versucherlist und Versucherkraft zu gewinnen. Das sind die Angriffspunkte; da werden sie gleichsam losgelassen. Und dann treten die Verhältnisse auf, in denen sich Maja in der furchtbarsten Weise zeigt. Gegenüber den kleinen Täuschungen des Karma kann der Mensch, der vielleicht nicht weit ist, der Versuchung nicht widerstehen; aber gegenüber den großen Täuschungen des Karma, wenn es etwas vorführt, von dem man auf einer gewissen Entwickelungsstufe auch nicht mehr ganz glauben kann, daß es so sein könnte, schrickt eine Seele zurück, die nicht durch gewisse Abgründe des Lebens gegangen ist. Man kann sich vorstellen, daß manche vielleicht sagen werden, sie hätten es auch ausgehalten, was da im Meditationszimmer vorgegangen ist. Sie sollten aber nur einmal da hingestellt werden! Die Wirklichkeit ist noch etwas ganz anderes als das, was wir denken. In der Wirklichkeit spielen noch andere Kräfte. Wer das nicht glaubt, soll sich nur vorstellen, ob er jemals eine wirkliche Erfahrung gemacht hat von einem Menschenleib, der von seiner Seele verlassen worden ist. Die Menschen kennen nur Menschenleiber, die beseelt sind. Da spielen eben noch andere Kräfte. Und um diesen Kräften standzuhalten, mußte Johannes Thomasius gerade vor diesen Punkt im Weltenkarma hingeführt werden.
[ 12 ] Nun handelt es sich um zweierlei. Johannes 'Thomasius mußte zuerst das durchmachen, was man gewöhnlich das Kamaloka nennt. Das ist diejenige Welt, in der uns das, was wir selber sind, sozusagen wie in einem Spiegelbilde erscheint. Das ist wieder etwas, was ausgesprochen leichter sich ausnimmt, als wenn es in Wirklichkeit auftritt. Und tritt es in Wirklichkeit auf, so sagt uns nicht ein im Raum beschränktes Bild, was es ist, sondern dann raunt es uns das aus allen Gebieten der Welt zu. Dann ist die ganze Welt wir. Deshalb hören Sie in der Szene, wo dargestellt ist, wie Johannes 'Thomasius in die Tiefen seiner Seele hinuntersteigt, wo er unter Felsen und Quellen ist, daß nicht irgendein einzelnes Spiegelbild, das er beschwört, aus seiner Seele zu ihm spricht, sondern da tönt es ihm aus allem zu, aus Felsen und Quellen, aus der ganzen Umgebung. Und zwar werden in einem solchen Moment die Worte, die so zahm durch die Weltentheorien, durch die philosophischen und geisteswissenschaftlichen Werke gehen, zu furchtbaren Gewalten. Denn sie ertönen aus der ganzen Welt, wie reflektiert von überallher aus dem unendlichen Raum und sich fangend in den einzelnen Geschehnissen der Natur. «O Mensch, erkenne dich!» So ertönen sie, wenn sie gehört werden, nachdem sie Jahre und Jahre in der Seele gelebt haben. Dann steht die Seele in ihrer Einsamkeit, in ihrer großen Verlassenheit sich selbst gegenüber. Nichts ist da als die Welt. Aber diese Welt ist sie selber. Und in dieser Welt ist das darinnen, was sie selber ist, die Seele; auch das, was ihr Karma ist, alles, was sie verübt hat. — In einer Dichtung kann nur einzelnes herausgegriffen werden. Eine alte Tat, das Verlassen einer Persönlichkeit, tritt auf. Aber in aller Lebendigkeit tritt es vor Johannes Thomasius’ Seele. Ich kann nur einzelne Worte anführen.
[ 12 ] Nun handelt es sich um zweierlei. Johannes 'Thomasius mußte zuerst das durchmachen, was man gewöhnlich das Kamaloka nennt. Das ist diejenige Welt, in der uns das, was wir selber sind, sozusagen wie in einem Spiegelbilde erscheint. Das ist wieder etwas, was ausgesprochen leichter sich ausnimmt, als wenn es in Wirklichkeit auftritt. Und tritt es in Wirklichkeit auf, so sagt uns nicht ein im Raum beschränktes Bild, was es ist, sondern dann raunt es uns das aus allen Gebieten der Welt zu. Dann ist die ganze Welt wir. Deshalb hören Sie in der Szene, wo dargestellt ist, wie Johannes 'Thomasius in die Tiefen seiner Seele hinuntersteigt, wo er unter Felsen und Quellen ist, daß nicht irgendein einzelnes Spiegelbild, das er beschwört, aus seiner Seele zu ihm spricht, sondern da tönt es ihm aus allem zu, aus Felsen und Quellen, aus der ganzen Umgebung. Und zwar werden in einem solchen Moment die Worte, die so zahm durch die Weltentheorien, durch die philosophischen und geisteswissenschaftlichen Werke gehen, zu furchtbaren Gewalten. Denn sie ertönen aus der ganzen Welt, wie reflektiert von überallher aus dem unendlichen Raum und sich fangend in den einzelnen Geschehnissen der Natur. «O Mensch, erkenne dich!» So ertönen sie, wenn sie gehört werden, nachdem sie Jahre und Jahre in der Seele gelebt haben. Dann steht die Seele in ihrer Einsamkeit, in ihrer großen Verlassenheit sich selbst gegenüber. Nichts ist da als die Welt. Aber diese Welt ist sie selber. Und in dieser Welt ist das darinnen, was sie selber ist, die Seele; auch das, was ihr Karma ist, alles, was sie verübt hat. — In einer Dichtung kann nur einzelnes herausgegriffen werden. Eine alte Tat, das Verlassen einer Persönlichkeit, tritt auf. Aber in aller Lebendigkeit tritt es vor Johannes Thomasius’ Seele. Ich kann nur einzelne Worte anführen.
[ 13 ] In diesem Zusammenhang verliert Johannes 'Thomasius, was er verlieren muß: das Vertrauen zu sich selber, zu seiner Kraft, selbst dazu, in der Einsamkeit Heilung zu finden für das, was ihm auf dem physischen Plan so ungeheure Qualen verursacht, wenn er es aus dem physischen Plan heraus vernimmt. Deshalb diese Worte, die ich Sie bitte so zu nehmen, wie sie eben genommen werden sollen, als die Seele sprengend und ganz erfüllend. Als Johannes Thomasius aus allen Welten hört die Worte «OÖ Mensch, erkenne dich!», da antwortet seine Seele, als ob sein Ich nicht dabei wäre:
[ 13 ] In diesem Zusammenhang verliert Johannes 'Thomasius, was er verlieren muß: das Vertrauen zu sich selber, zu seiner Kraft, selbst dazu, in der Einsamkeit Heilung zu finden für das, was ihm auf dem physischen Plan so ungeheure Qualen verursacht, wenn er es aus dem physischen Plan heraus vernimmt. Deshalb diese Worte, die ich Sie bitte so zu nehmen, wie sie eben genommen werden sollen, als die Seele sprengend und ganz erfüllend. Als Johannes Thomasius aus allen Welten hört die Worte «OÖ Mensch, erkenne dich!», da antwortet seine Seele, als ob sein Ich nicht dabei wäre:
So hör’ ich sie seit Jahren schon,
Die inhaltschweren Worte.
Sie tönen mir aus Luft und Wasser,
Sie klingen aus dem Erdengrund herauf,
Und wie ins kleine Samenkorn geheimnisvoll
Der Rieseneiche Bau sich drängt,
So schließt zuletzt sich ein
In dieser Worte Kraft,
Was von der Elemente Wesen,
Von Seelen und von Geistern,
Von Zeitenlauf und Ewigkeit
Begreiflich meinem Denken ist.
Die Welt und meine Eigenheit,
Sie leben in dem Worte:
O Mensch, erkenne dich!
So hör’ ich sie seit Jahren schon,
Die inhaltschweren Worte.
Sie tönen mir aus Luft und Wasser,
Sie klingen aus dem Erdengrund herauf,
Und wie ins kleine Samenkorn geheimnisvoll
Der Rieseneiche Bau sich drängt,
So schließt zuletzt sich ein
In dieser Worte Kraft,
Was von der Elemente Wesen,
Von Seelen und von Geistern,
Von Zeitenlauf und Ewigkeit
Begreiflich meinem Denken ist.
Die Welt und meine Eigenheit,
Sie leben in dem Worte:
O Mensch, erkenne dich!
Was aber gewaltig beantwortet wird: «O Mensch, erkenne dich!» Dann kehrt sich das ganze Innere um:
Was aber gewaltig beantwortet wird: «O Mensch, erkenne dich!» Dann kehrt sich das ganze Innere um:
Und jetzt! — es wird
Im Innern mir lebendig fürchterlich.
Es webt um mich das Dunkel,
Es gähnt in mir die Finsternis;
Es tönt aus Weltendunkel,
Es klingt aus Seelenfinsternis:
O Mensch, erkenne dich!(Es tönt aus Quellen und Felsen: O Mensch, erkenne dich!)
Und jetzt! — es wird
Im Innern mir lebendig fürchterlich.
Es webt um mich das Dunkel,
Es gähnt in mir die Finsternis;
Es tönt aus Weltendunkel,
Es klingt aus Seelenfinsternis:
O Mensch, erkenne dich!(Es tönt aus Quellen und Felsen: O Mensch, erkenne dich!)
[ 14 ] Sie müssen sich denken das Mitgehen des Selbstes mit dem Weltprozeß. Sonst stehen wir da, gehen mit den Stunden und verfolgen nicht, was sich da vollzieht. Wir wissen es nicht, glauben in unserem Inneren zu sein. Dies aber vollzieht sich wissend. Wissend folgt er allen elemen tarischen Gewalten, geht mit des Tages Stundenlauf und wandelt sich in Nacht.
[ 14 ] Sie müssen sich denken das Mitgehen des Selbstes mit dem Weltprozeß. Sonst stehen wir da, gehen mit den Stunden und verfolgen nicht, was sich da vollzieht. Wir wissen es nicht, glauben in unserem Inneren zu sein. Dies aber vollzieht sich wissend. Wissend folgt er allen elemen tarischen Gewalten, geht mit des Tages Stundenlauf und wandelt sich in Nacht.
Der Erde folge ich in ihrer Weltenbahn.
Ich rolle in dem Donner,
Ich zucke in den Blitzen.
Der Erde folge ich in ihrer Weltenbahn.
Ich rolle in dem Donner,
Ich zucke in den Blitzen.
[ 15 ] Das alles gibt ihm den Eindruck: Ich bin. - Das ist der Moment, wo das Ich-bin zum Dämon der eigenen Seele wird. Davor verstummt alle Selbstbehauptung des Menschen. Und kaum hat man es versucht auszusprechen, das Ich-bin, dann sagt die eigene Seele:
[ 15 ] Das alles gibt ihm den Eindruck: Ich bin. - Das ist der Moment, wo das Ich-bin zum Dämon der eigenen Seele wird. Davor verstummt alle Selbstbehauptung des Menschen. Und kaum hat man es versucht auszusprechen, das Ich-bin, dann sagt die eigene Seele:
...O schon entschwunden
Dem eignen Wesen fühl' ich mich.
...O schon entschwunden
Dem eignen Wesen fühl' ich mich.
[ 16 ] Dann tritt das eigene Wesen in einer beschränkten Weise, in begrenzter Gestalt auf:
[ 16 ] Dann tritt das eigene Wesen in einer beschränkten Weise, in begrenzter Gestalt auf:
Ich sehe meine Leibeshülle;
Sie ist ein fremdes Wesen außer mir,
Sie ist ganz fern von mir.
Da schwebt heran ein andrer Leib.
Ich sehe meine Leibeshülle;
Sie ist ein fremdes Wesen außer mir,
Sie ist ganz fern von mir.
Da schwebt heran ein andrer Leib.
[ 17 ] Jetzt kann er nicht nur mit seinem Munde sprechen, sondern mit dem Munde des anderen Menschen. Da ist der Mensch, dem er ein Unrecht getan hat:
[ 17 ] Jetzt kann er nicht nur mit seinem Munde sprechen, sondern mit dem Munde des anderen Menschen. Da ist der Mensch, dem er ein Unrecht getan hat:
Er hat mir bittre Not gebracht;
Ich habe ihm so ganz vertraut.
Er ließ im Kummer mich allein,
Er raubte mir die Lebenswärme
Und stieß in kalte Erde mich.
Er hat mir bittre Not gebracht;
Ich habe ihm so ganz vertraut.
Er ließ im Kummer mich allein,
Er raubte mir die Lebenswärme
Und stieß in kalte Erde mich.
[ 18 ] Nun wieder zurück in den eigenen Leib:
[ 18 ] Nun wieder zurück in den eigenen Leib:
Die ich verließ, die Arme,
Ich war sie eben selbst.
Ich muß erleiden ihre Qual.
Erkenntnis hat mir Kraft verliehn,
Mein Selbst in andres Selbst zu tragen.
Die ich verließ, die Arme,
Ich war sie eben selbst.
Ich muß erleiden ihre Qual.
Erkenntnis hat mir Kraft verliehn,
Mein Selbst in andres Selbst zu tragen.
[ 19 ] Damit ist ein Weg begonnen, der dann noch gekennzeichnet wird mit den Worten, die am Schlusse dieser Szene andeuten sollen, wie die Welt und wie die Einsamkeit wirkt. In der Welt wirkt alles, was von außen strömt, in der furchtbarsten Weise. Von innen wirkt das, was von innen kommt, so daß die Einsamkeit das Bevölkertste wird, was es geben kann. Das ist eine Prüfung, die angestellt ist zu dem Zweck, der angedeutet ist in den Worten, die Ihnen vorgelesen worden sind:
[ 19 ] Damit ist ein Weg begonnen, der dann noch gekennzeichnet wird mit den Worten, die am Schlusse dieser Szene andeuten sollen, wie die Welt und wie die Einsamkeit wirkt. In der Welt wirkt alles, was von außen strömt, in der furchtbarsten Weise. Von innen wirkt das, was von innen kommt, so daß die Einsamkeit das Bevölkertste wird, was es geben kann. Das ist eine Prüfung, die angestellt ist zu dem Zweck, der angedeutet ist in den Worten, die Ihnen vorgelesen worden sind:
Die Wesen, die in Welten-Gründe schauen,
Sie führen Menschen,
Die zu den Höhen streben,
Zuerst auf jenen Gipfel,
Wo es sich zeigen kann,
Ob ihnen Kraft gegeben,
Bewußt zu schauen Geistessein.
Die Menschen, welchen solche Kräfte eigen sind,
Sie werden aus der Sinnenwelt entlassen;
Die andern müssen warten.
Die Wesen, die in Welten-Gründe schauen,
Sie führen Menschen,
Die zu den Höhen streben,
Zuerst auf jenen Gipfel,
Wo es sich zeigen kann,
Ob ihnen Kraft gegeben,
Bewußt zu schauen Geistessein.
Die Menschen, welchen solche Kräfte eigen sind,
Sie werden aus der Sinnenwelt entlassen;
Die andern müssen warten.
[ 20 ] In dem Augenblick, vor dem wir hier stehen, würde das Bewußtsein verlorengehen, und Johannes Thomasius würde zurückgeworfen werden in die Sinneswelt, wenn er nicht standgehalten hätte in der Szene, die ich angedeutet habe, wo er gegenübersteht dem eigenen Selbst. Da kamen zwei Dinge in Betracht: Das eigene Selbst, soweit es weiß, hat wenig Kraft, das nimmt ihm das Selbstvertrauen. Aber was ewiges Ich ist in ihm, wovon er noch nichts weiß, das hat die große Kraft. Das hält ihn aufrecht und läßt ihn hinwegkommen über das, was er im Meditationszimmer als die Entseelung der Maria erlebt. Dann braucht er nur durch die Worte des Benedictus, durch die Kraft dieser Worte hinaufgeführt zu werden.
[ 20 ] In dem Augenblick, vor dem wir hier stehen, würde das Bewußtsein verlorengehen, und Johannes Thomasius würde zurückgeworfen werden in die Sinneswelt, wenn er nicht standgehalten hätte in der Szene, die ich angedeutet habe, wo er gegenübersteht dem eigenen Selbst. Da kamen zwei Dinge in Betracht: Das eigene Selbst, soweit es weiß, hat wenig Kraft, das nimmt ihm das Selbstvertrauen. Aber was ewiges Ich ist in ihm, wovon er noch nichts weiß, das hat die große Kraft. Das hält ihn aufrecht und läßt ihn hinwegkommen über das, was er im Meditationszimmer als die Entseelung der Maria erlebt. Dann braucht er nur durch die Worte des Benedictus, durch die Kraft dieser Worte hinaufgeführt zu werden.
[ 21 ] Und in den Worten, die Ihnen vorgelesen sind, müssen Sie ein Geheimnis von Worten sehen. Was damit gemeint ist, kann nicht so wie vieles andere einfach hingeschrieben werden. In diesen Zeilen liegen tatsächlich Weltenkräfte bis auf die Laute hin. Und da können die Laute nicht eigentlich geändert werden. Da ist tatsächlich in diesen Worten gegeben ein Öffnen des Tores gegenüber der geistigen Welt. Deshalb sind diese Worte tatsächlich so zu nehmen, wie sie eben hier gesagt sind. So etwas kann man nicht in einer beliebigen Weise zusammensetzen, wie zum Beispiel diese Zeilen:
[ 21 ] Und in den Worten, die Ihnen vorgelesen sind, müssen Sie ein Geheimnis von Worten sehen. Was damit gemeint ist, kann nicht so wie vieles andere einfach hingeschrieben werden. In diesen Zeilen liegen tatsächlich Weltenkräfte bis auf die Laute hin. Und da können die Laute nicht eigentlich geändert werden. Da ist tatsächlich in diesen Worten gegeben ein Öffnen des Tores gegenüber der geistigen Welt. Deshalb sind diese Worte tatsächlich so zu nehmen, wie sie eben hier gesagt sind. So etwas kann man nicht in einer beliebigen Weise zusammensetzen, wie zum Beispiel diese Zeilen:
Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet
Durch Raumesweiten,
Zu füllen die Welt mit Sein.
Der Liebe Segen, er erwarmet
Die Zeitenfolgen,
Zu rufen aller Welten Offenbarung.
Und Geistesboten, sie vermählen
Des Lichtes webend Wesen
Mit Seelenoffenbarung;
Und wenn vermählen kann mit beiden
Der Mensch sein eigen Selbst,
Ist er in Geisteshöhen lebend.
Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet
Durch Raumesweiten,
Zu füllen die Welt mit Sein.
Der Liebe Segen, er erwarmet
Die Zeitenfolgen,
Zu rufen aller Welten Offenbarung.
Und Geistesboten, sie vermählen
Des Lichtes webend Wesen
Mit Seelenoffenbarung;
Und wenn vermählen kann mit beiden
Der Mensch sein eigen Selbst,
Ist er in Geisteshöhen lebend.
[ 22 ] Dann erst kann aus der anderen Welt in die Seele hereintönen, was hereintönen soll. Aber das alles sind, wie gesagt, nur einzelne Andeutungen.
[ 22 ] Dann erst kann aus der anderen Welt in die Seele hereintönen, was hereintönen soll. Aber das alles sind, wie gesagt, nur einzelne Andeutungen.
[ 23 ] Dann wird Johannes Thomasius nun wirklich in die geistige Welt entrückt. Er kann aber nicht unmittelbar in die geistige Welt hinauf, in die jeder hinauf muß. Er muß durch die astralische Welt durch. Da haben Sie dann im vierten Bilde eine Darstellung der astralischen Welt so, wie sie eben wieder gerade Johannes Thomasius erleben muß nach seiner besonderen individuellen Vorbedingung. Es ist nicht eine allgemeine Schilderung der astralischen Welt, sondern eine Schilderung dieser Welt in der Art, wie sie Johannes 'Thomasius erleben muß an besonderen Beispielen. Diese astralische Welt ist anders als die physische. Da ist es möglich, daß wir einen Menschen, dem wir begegnen, so sehen, wie er vor mehreren Jahrzehnten war, oder wir sehen einen jungen Menschen so, wie er in Zukunft sein wird. Das sind alles Realitäten. In Ihrer Seele sind Sie heute noch derselbe, der Sie als Kind von drei Jahren gewesen sind. Was Sie in der astralischen Welt sehen, ist gar nicht das, was einem das äußere physische Menschenbild zeigt. Das physische Menschenbild verbirgt in jedem Augenblicke dasjenige, was vorher berechtigt war und was nachher berechtigt ist. Da muß vor allen Dingen der Blick in die astralische Welt so wirken, daß wir die erste Maja der Sinneswelt überwinden und die Zeit in ihrer illusionären Kraft durchschauen. Daher sieht Johannes 'Thomasius denjenigen, den er als Capesius auf dem physischen Plan kennengelernt hat, in der astralischen Welt so, wie er als Jüngling war, und den er in der physischen Welt als Strader kennengelernt hat, sieht er so, wie er sein wird als Greis. Was heißt das? Johannes Thomasius kennt den Strader, wie er jetzt ist in der Sinneswelt mit den Kräften, die jetzt in seiner Seele sind auf dem physischen Plan. Aber da drinnen ist die Vorbedingung für das, was er sein wird nach Jahrzehnten. Das muß man auch erkennen, wenn man einen Menschen erkennen will. Also die Zeit reißt sich auseinander. Die Zeit ist wirklich ein recht elastischer Begriff, wenn man in die höheren Welten hinaufkommt. Johannes Thomasius kennt von der physischen Welt her den Capesius alt und den Strader jung. Nun stehen sie in der astralischen Welt nebeneinander: Capesius jung und Strader alt. Da wird die Zeit nicht etwa nach vorwärts und rückwärts gedehnt, sondern es ist so, daß der eine in seiner Jugend, der andere in seinem Alter dargestellt wird. Das ist eine durchaus reale Tatsache.
[ 23 ] Dann wird Johannes Thomasius nun wirklich in die geistige Welt entrückt. Er kann aber nicht unmittelbar in die geistige Welt hinauf, in die jeder hinauf muß. Er muß durch die astralische Welt durch. Da haben Sie dann im vierten Bilde eine Darstellung der astralischen Welt so, wie sie eben wieder gerade Johannes Thomasius erleben muß nach seiner besonderen individuellen Vorbedingung. Es ist nicht eine allgemeine Schilderung der astralischen Welt, sondern eine Schilderung dieser Welt in der Art, wie sie Johannes 'Thomasius erleben muß an besonderen Beispielen. Diese astralische Welt ist anders als die physische. Da ist es möglich, daß wir einen Menschen, dem wir begegnen, so sehen, wie er vor mehreren Jahrzehnten war, oder wir sehen einen jungen Menschen so, wie er in Zukunft sein wird. Das sind alles Realitäten. In Ihrer Seele sind Sie heute noch derselbe, der Sie als Kind von drei Jahren gewesen sind. Was Sie in der astralischen Welt sehen, ist gar nicht das, was einem das äußere physische Menschenbild zeigt. Das physische Menschenbild verbirgt in jedem Augenblicke dasjenige, was vorher berechtigt war und was nachher berechtigt ist. Da muß vor allen Dingen der Blick in die astralische Welt so wirken, daß wir die erste Maja der Sinneswelt überwinden und die Zeit in ihrer illusionären Kraft durchschauen. Daher sieht Johannes 'Thomasius denjenigen, den er als Capesius auf dem physischen Plan kennengelernt hat, in der astralischen Welt so, wie er als Jüngling war, und den er in der physischen Welt als Strader kennengelernt hat, sieht er so, wie er sein wird als Greis. Was heißt das? Johannes Thomasius kennt den Strader, wie er jetzt ist in der Sinneswelt mit den Kräften, die jetzt in seiner Seele sind auf dem physischen Plan. Aber da drinnen ist die Vorbedingung für das, was er sein wird nach Jahrzehnten. Das muß man auch erkennen, wenn man einen Menschen erkennen will. Also die Zeit reißt sich auseinander. Die Zeit ist wirklich ein recht elastischer Begriff, wenn man in die höheren Welten hinaufkommt. Johannes Thomasius kennt von der physischen Welt her den Capesius alt und den Strader jung. Nun stehen sie in der astralischen Welt nebeneinander: Capesius jung und Strader alt. Da wird die Zeit nicht etwa nach vorwärts und rückwärts gedehnt, sondern es ist so, daß der eine in seiner Jugend, der andere in seinem Alter dargestellt wird. Das ist eine durchaus reale Tatsache.
[ 24 ] Damit aber ist etwas anderes verbunden, das sich tatsächlich zeigt und dem die Menschen heute wie mit Kinderspott begegnen, daß unsere Seelenerlebnisse noch mehr sind, als wir gewöhnlich von ihnen denken, daß nicht ungestraft etwas Böses oder Gutes in der Seele erlebt wird, so zum Beispiel wenn wir Schlimmes oder auch nur Unrechtes denken, daß dies in die Tiefen der Welt hineinstrahlt und wieder zurückstrahlt, und daß wir in einem Zusammenhange stehen in unseren Seelenerlebnissen mit den elementaren Kräften der Natur. Das ist kein Bild. Das ist im okkulten Sinne eine Wirklichkeit, wenn zum Beispiel Capesius geführt wird vor den Geist der Elemente, der jeden Menschen in sein Dasein hineinführt. Da ist es tatsächlich so, daß Capesius auch vor dem steht, was mit diesem Geist der Elemente verknüpft ist. Und verknüpft ist damit, daß, wenn wir irgend etwas in der Seele erleben, dieses mit den elementaren Gewalten der Natur im Zusammenhange steht. Da zeigt sich vor Johannes Thomasius, daß Capesius in seiner tiefsten Seele, und Strader auch, die Widerkräfte der Elemente erregen können. Daher folgt Blitz und Donner in dieser Welt auf dasjenige, was sie selber in ihren Seelen im Stolz oder im Hochmut, in Irrtum oder in Wahrheit oder Lüge erleben. In der physischen Welt ist das, was ein Mensch an Irrtum oder an Lüge in seiner Seele hat, etwas höchst Merkwürdiges. Da steht zum Beispiel ein Mensch vor uns, in seiner Seele leben Irrtum und Lüge, er steht vielleicht ganz unschuldig vor uns. Aber in dem Augenblick, wo der astralische Blick sich auf ihn richtet, toben Stürme, die sonst nur in den furchtbarsten Entladungen der Elemente der Erde im Bilde sich darstellen. Das alles hat Johannes Thomasius zu durchleben. Und auch das, was sich ihm schon in der astralischen Welt von den merkwürdigen Zusammenhängen zeigen kann, die noch nicht von ihm erkannt wurden, als sie ihm auf dem physischen Plan entgegentraten.
[ 24 ] Damit aber ist etwas anderes verbunden, das sich tatsächlich zeigt und dem die Menschen heute wie mit Kinderspott begegnen, daß unsere Seelenerlebnisse noch mehr sind, als wir gewöhnlich von ihnen denken, daß nicht ungestraft etwas Böses oder Gutes in der Seele erlebt wird, so zum Beispiel wenn wir Schlimmes oder auch nur Unrechtes denken, daß dies in die Tiefen der Welt hineinstrahlt und wieder zurückstrahlt, und daß wir in einem Zusammenhange stehen in unseren Seelenerlebnissen mit den elementaren Kräften der Natur. Das ist kein Bild. Das ist im okkulten Sinne eine Wirklichkeit, wenn zum Beispiel Capesius geführt wird vor den Geist der Elemente, der jeden Menschen in sein Dasein hineinführt. Da ist es tatsächlich so, daß Capesius auch vor dem steht, was mit diesem Geist der Elemente verknüpft ist. Und verknüpft ist damit, daß, wenn wir irgend etwas in der Seele erleben, dieses mit den elementaren Gewalten der Natur im Zusammenhange steht. Da zeigt sich vor Johannes Thomasius, daß Capesius in seiner tiefsten Seele, und Strader auch, die Widerkräfte der Elemente erregen können. Daher folgt Blitz und Donner in dieser Welt auf dasjenige, was sie selber in ihren Seelen im Stolz oder im Hochmut, in Irrtum oder in Wahrheit oder Lüge erleben. In der physischen Welt ist das, was ein Mensch an Irrtum oder an Lüge in seiner Seele hat, etwas höchst Merkwürdiges. Da steht zum Beispiel ein Mensch vor uns, in seiner Seele leben Irrtum und Lüge, er steht vielleicht ganz unschuldig vor uns. Aber in dem Augenblick, wo der astralische Blick sich auf ihn richtet, toben Stürme, die sonst nur in den furchtbarsten Entladungen der Elemente der Erde im Bilde sich darstellen. Das alles hat Johannes Thomasius zu durchleben. Und auch das, was sich ihm schon in der astralischen Welt von den merkwürdigen Zusammenhängen zeigen kann, die noch nicht von ihm erkannt wurden, als sie ihm auf dem physischen Plan entgegentraten.
[ 25 ] Was sich in diesem Rosenkreuzermysterium an Bezeichnungen findet, ist nicht zufällig. Bezeichnungen, wie zum Beispiel die andere Maria und so weiter, deuten alle auf bestimmte Verhältnisse hin, so daß die eine und die andere Maria nicht bloß die beiden Marien sind, sondern als die Marien zu allen anderen Personen sich darstellen. Und die andere Maria, die geheimnisvolle Naturfigur, enthüllt für Johannes Thomasius jene Seele, welche unter der gewöhnlichen, bewußten Seele lebt, und die durchaus unhörbar, unvernehmbar bleibt, solange der Mensch nur in der physischen Welt lebt. Aber Sie dürfen diese Verhältnisse und Figuren nicht als Symbole nehmen. Bei alledem ist wieder die andere Maria absolut, gerade wie die erste Maria, eine reale Figur, eine Realität. Und nur als das sind sie zu nehmen, was sie sind.
[ 25 ] Was sich in diesem Rosenkreuzermysterium an Bezeichnungen findet, ist nicht zufällig. Bezeichnungen, wie zum Beispiel die andere Maria und so weiter, deuten alle auf bestimmte Verhältnisse hin, so daß die eine und die andere Maria nicht bloß die beiden Marien sind, sondern als die Marien zu allen anderen Personen sich darstellen. Und die andere Maria, die geheimnisvolle Naturfigur, enthüllt für Johannes Thomasius jene Seele, welche unter der gewöhnlichen, bewußten Seele lebt, und die durchaus unhörbar, unvernehmbar bleibt, solange der Mensch nur in der physischen Welt lebt. Aber Sie dürfen diese Verhältnisse und Figuren nicht als Symbole nehmen. Bei alledem ist wieder die andere Maria absolut, gerade wie die erste Maria, eine reale Figur, eine Realität. Und nur als das sind sie zu nehmen, was sie sind.
[ 26 ] Was Johannes Thomasius erlebt hat, ist alles vor dem Auge seiner Seele vorübergezogen. Er hat die astralische Welt erlebt. Das kann er sich jetzt ins Bewußtsein bringen, da er sagt:
[ 26 ] Was Johannes Thomasius erlebt hat, ist alles vor dem Auge seiner Seele vorübergezogen. Er hat die astralische Welt erlebt. Das kann er sich jetzt ins Bewußtsein bringen, da er sagt:
So finde ich im Seelenreich
Die Menschen wieder, die bekannt mir sind:
Den Mann, der von Felicias Geschichten sprach —
Nur konnt’ ich hier ihn schauen,
Wie er in jungen Jahren war;
Und jenen, der als junger Mann
Zum Mönche sich bestimmt
Als alter Mann erschien er mir.
Der Geist der Elemente war bei ihnen.
So finde ich im Seelenreich
Die Menschen wieder, die bekannt mir sind:
Den Mann, der von Felicias Geschichten sprach —
Nur konnt’ ich hier ihn schauen,
Wie er in jungen Jahren war;
Und jenen, der als junger Mann
Zum Mönche sich bestimmt
Als alter Mann erschien er mir.
Der Geist der Elemente war bei ihnen.
[ 27 ] Das alles hat Johannes Thomasius durchgemacht, was sozusagen die Zeiten vernichtet vor seinem Blicke. Und wozu ist er jetzt reif geworden? Er ist reif geworden, den Blick hineinzutun in die astralische Welt. Ist die astralische Welt irrtumfrei? Nein, das ist sie nicht. In dieser astralischen Welt kann aber eines für den Menschen zur Gewißheit werden. Und eines wird für den Menschen in der astralischen Welt, wenn er sie rein betritt, nicht schuldvoll, zur Gewißheit, nämlich, daß es eine höhere Welt gibt, die in die astralische Welt hereinscheint wie die astralische Welt in die gewöhnliche physische Welt. Es fragt sich nur, ob er sie so sehen kann, wie sie in Wirklichkeit ist. Die Menschen, die da in der Welt herumwandeln, sind nur selber eine Art von Trugbild, so daß sie selber jeder hinter sich etwas haben, was sie in die höhere Welt hineinführt, daß sie sich abheben von etwas ganz anderem, was sie vielleicht gewesen sind in längst oder weniger lange verflossenen Zeiten, was sie werden in der Zukunft. Aber gewisse Irrtümer zeigen einem die astralische Welt, in die man sehr verflochten ist in der Sinneswelt, nicht. So zum Beispiel zeigen sie nicht das Verhältnis der großen Kräfte des Daseins, das Verhältnis von Wille, Liebe und Weisheit. Das ist ein so schwer zu Erkennendes in seiner Wahrheit, daß es sich noch lange, lange in der astralischen Welt verhüllt. Da ist es nicht so leicht dahinterzukommen. Und da setzen sich Verhältnisse, die Irrtümer in der Sinneswelt sind, noch fort in die astralische Welt hinein.
[ 27 ] Das alles hat Johannes Thomasius durchgemacht, was sozusagen die Zeiten vernichtet vor seinem Blicke. Und wozu ist er jetzt reif geworden? Er ist reif geworden, den Blick hineinzutun in die astralische Welt. Ist die astralische Welt irrtumfrei? Nein, das ist sie nicht. In dieser astralischen Welt kann aber eines für den Menschen zur Gewißheit werden. Und eines wird für den Menschen in der astralischen Welt, wenn er sie rein betritt, nicht schuldvoll, zur Gewißheit, nämlich, daß es eine höhere Welt gibt, die in die astralische Welt hereinscheint wie die astralische Welt in die gewöhnliche physische Welt. Es fragt sich nur, ob er sie so sehen kann, wie sie in Wirklichkeit ist. Die Menschen, die da in der Welt herumwandeln, sind nur selber eine Art von Trugbild, so daß sie selber jeder hinter sich etwas haben, was sie in die höhere Welt hineinführt, daß sie sich abheben von etwas ganz anderem, was sie vielleicht gewesen sind in längst oder weniger lange verflossenen Zeiten, was sie werden in der Zukunft. Aber gewisse Irrtümer zeigen einem die astralische Welt, in die man sehr verflochten ist in der Sinneswelt, nicht. So zum Beispiel zeigen sie nicht das Verhältnis der großen Kräfte des Daseins, das Verhältnis von Wille, Liebe und Weisheit. Das ist ein so schwer zu Erkennendes in seiner Wahrheit, daß es sich noch lange, lange in der astralischen Welt verhüllt. Da ist es nicht so leicht dahinterzukommen. Und da setzen sich Verhältnisse, die Irrtümer in der Sinneswelt sind, noch fort in die astralische Welt hinein.
[ 28 ] Dieses Zusammenwirken — auch das kann jetzt nur angedeutet werden - von Wille, Weisheit und Liebe geschieht in der physischen Welt durch die Menschen. In den höheren Welten geschieht es durch diejenigen Wesen, welche ihre Kräfte hereinsenden, wenn auf dem physischen Plan die Kräfte der okkulten Wesenheiten in Menschenseelen tauchen. Das geschieht durch die Initiierten in jenen Tempeln, in denen die menschlichen Repräsentanten sind für die einzelnen Weltenmächte, in jenen Tempeln, in denen es die Menschen schon so weit gebracht haben, daß sie verzichtet haben, den ganzen Menschen auf einmal darstellen zu wollen, wo sie sich darauf beschränken, eine Kraft darzustellen. Da walten dann die Repräsentanten. Aber da, wo der Mensch in die astralische Welt hineinblickt, zeigt sich ihm jene heilige Stätte, wo die Repräsentanten der Willens-, Weisheits- und Liebesmächte sind, gerade in einem majaerfüllten Bilde. Und da spinnt sich ein furchtbares Gewebe zwischen Täuschung der Sinneswelt und der astralischen Welt.
[ 28 ] Dieses Zusammenwirken — auch das kann jetzt nur angedeutet werden - von Wille, Weisheit und Liebe geschieht in der physischen Welt durch die Menschen. In den höheren Welten geschieht es durch diejenigen Wesen, welche ihre Kräfte hereinsenden, wenn auf dem physischen Plan die Kräfte der okkulten Wesenheiten in Menschenseelen tauchen. Das geschieht durch die Initiierten in jenen Tempeln, in denen die menschlichen Repräsentanten sind für die einzelnen Weltenmächte, in jenen Tempeln, in denen es die Menschen schon so weit gebracht haben, daß sie verzichtet haben, den ganzen Menschen auf einmal darstellen zu wollen, wo sie sich darauf beschränken, eine Kraft darzustellen. Da walten dann die Repräsentanten. Aber da, wo der Mensch in die astralische Welt hineinblickt, zeigt sich ihm jene heilige Stätte, wo die Repräsentanten der Willens-, Weisheits- und Liebesmächte sind, gerade in einem majaerfüllten Bilde. Und da spinnt sich ein furchtbares Gewebe zwischen Täuschung der Sinneswelt und der astralischen Welt.
[ 29 ] Und jetzt müßte ich wochenlang reden, wollte ich erklären, wie es sich verhält mit jener Gestalt der höheren Mächte, die als der Initiierte für die Willensmächte sich darstellt, der auf dem physischen Plan dem Johannes 'Thomasius entgegentritt und sich eigentlich wie ein Trivialling auf dem physischen Plan ausnimmt. Da kann die Frage entstehen: Sollen gerade durch einen solchen die Urkräfte des Willens hereinwirken? — Und sie tun es doch. Aber man wird es begreifen können, daß gerade durch einen vielleicht weniger entwickelten Menschen dasjenige hereindringen kann an solcher Kraft, was Offenbarung der Willensmächte sein soll, wie der Strahl der Weisheit hereinkommen kann durch einen solchen Menschen wie Benedictus. Man muß nämlich folgendes begreifen. Wenn wir jetzt hier eine erblühte, wunderbar gewachsene Blume haben und daneben ein Samenkorn legen, dann kann es sein, daß das Samenkorn, wenn es ausgewachsen ist, eine noch viel schönere Blume abgeben wird. Die Blume wird man jetzt schon für sehr vollkommen halten, aber in Wahrheit ist der Weltenrealität nach das Samenkorn etwas viel Vollkommeneres. Daher stehen sich gegenüber Benedictus, der große Träger der Weisheit, und daneben der Mensch, der sich auf dem physischen Plan in einer merkwürdigen Weise benimmt gegenüber allem, was von den geistigen Welten gesprochen wird, indem er es alles in einer merkwürdigen Weise abweist. Da, wo er in dem Kreise von Menschen über die geistigen Welten reden hört, sagt er wie ein Mensch, der nichts von geistigen Welten hören will: «Ich finde nicht die Brücke, die von Ideen zu Taten wahrhaft führen könnte!» Er ist ein Mensch, der ganz woanders das findet, was zu Taten führt, und dem das Reden vom Geiste nur leere Worte sind. Diesem Menschen könnten Sie, so wie er jetzt auf dem physischen Plan lebt, alles Schönste von Geisteswissenschaft erzählen, leere Worte sind es für ihn. Und wertvoll ist es für ihn, wenn die Räder der Maschinen gehen. Und als er durch die andere Maria hört von der Geisteskraft, die sich mit ihr verbunden und in ihr die Gefühls- und Liebeskräfte entzündet hat, um diese oder jene Tat zu tun, ist er wieder derjenige, der alles das abweist und einfach sagt: Das kommt daher, weil sie ein gutes Herz hat! - Er bleibt ganz auf dem physischen Plan und so recht ein Trivialling des physischen Planes, aber ein energischer, tatkräftiger Willensmensch ist er. Deshalb sagt er:
[ 29 ] Und jetzt müßte ich wochenlang reden, wollte ich erklären, wie es sich verhält mit jener Gestalt der höheren Mächte, die als der Initiierte für die Willensmächte sich darstellt, der auf dem physischen Plan dem Johannes 'Thomasius entgegentritt und sich eigentlich wie ein Trivialling auf dem physischen Plan ausnimmt. Da kann die Frage entstehen: Sollen gerade durch einen solchen die Urkräfte des Willens hereinwirken? — Und sie tun es doch. Aber man wird es begreifen können, daß gerade durch einen vielleicht weniger entwickelten Menschen dasjenige hereindringen kann an solcher Kraft, was Offenbarung der Willensmächte sein soll, wie der Strahl der Weisheit hereinkommen kann durch einen solchen Menschen wie Benedictus. Man muß nämlich folgendes begreifen. Wenn wir jetzt hier eine erblühte, wunderbar gewachsene Blume haben und daneben ein Samenkorn legen, dann kann es sein, daß das Samenkorn, wenn es ausgewachsen ist, eine noch viel schönere Blume abgeben wird. Die Blume wird man jetzt schon für sehr vollkommen halten, aber in Wahrheit ist der Weltenrealität nach das Samenkorn etwas viel Vollkommeneres. Daher stehen sich gegenüber Benedictus, der große Träger der Weisheit, und daneben der Mensch, der sich auf dem physischen Plan in einer merkwürdigen Weise benimmt gegenüber allem, was von den geistigen Welten gesprochen wird, indem er es alles in einer merkwürdigen Weise abweist. Da, wo er in dem Kreise von Menschen über die geistigen Welten reden hört, sagt er wie ein Mensch, der nichts von geistigen Welten hören will: «Ich finde nicht die Brücke, die von Ideen zu Taten wahrhaft führen könnte!» Er ist ein Mensch, der ganz woanders das findet, was zu Taten führt, und dem das Reden vom Geiste nur leere Worte sind. Diesem Menschen könnten Sie, so wie er jetzt auf dem physischen Plan lebt, alles Schönste von Geisteswissenschaft erzählen, leere Worte sind es für ihn. Und wertvoll ist es für ihn, wenn die Räder der Maschinen gehen. Und als er durch die andere Maria hört von der Geisteskraft, die sich mit ihr verbunden und in ihr die Gefühls- und Liebeskräfte entzündet hat, um diese oder jene Tat zu tun, ist er wieder derjenige, der alles das abweist und einfach sagt: Das kommt daher, weil sie ein gutes Herz hat! - Er bleibt ganz auf dem physischen Plan und so recht ein Trivialling des physischen Planes, aber ein energischer, tatkräftiger Willensmensch ist er. Deshalb sagt er:
Wenn diese Frau des Guten vieles leistet,
So liegt dazu der Trieb
In ihrem warmen Herzen.
Es ist gewiß dem Menschen nötig,
Wenn Arbeit er geleistet hat,
Erbauung zu empfangen von Ideen,
Doch wird allein die Zucht des Willens
Im Bunde mit Geschick und Kraft
Bei allem echten Lebenswerk
Der Menschheit vorwärtshelfen.
Wenn Räderschwirren
Mir in die Ohren tönt,
Und wenn zufriedner Menschen
Hände An Kurbeln ziehen,
Dann fühle ich die Lebensmächte.
Wenn diese Frau des Guten vieles leistet,
So liegt dazu der Trieb
In ihrem warmen Herzen.
Es ist gewiß dem Menschen nötig,
Wenn Arbeit er geleistet hat,
Erbauung zu empfangen von Ideen,
Doch wird allein die Zucht des Willens
Im Bunde mit Geschick und Kraft
Bei allem echten Lebenswerk
Der Menschheit vorwärtshelfen.
Wenn Räderschwirren
Mir in die Ohren tönt,
Und wenn zufriedner Menschen
Hände An Kurbeln ziehen,
Dann fühle ich die Lebensmächte.
[ 30 ] Das ist der Willensmensch, der Tatenmensch. Und wenn Sie ihm tagelang mit Worten reden könnten vom Geiste, so würde er sagen: Damit kann man nicht einmal eine einzige Kurbel drehen, und wovon sollten erst die Leute essen! — Also kann man tagsüber an Kurbeln drehen, und wenn man dann ein freies Stündchen hat, mag man zum Amüsement vom Geist reden! Das sind die noch nicht aufgegangenen Samenkräfte. Aber es sind gute Kräfte. Es sind Kräfte, die sehr wichtig sind und durch die Willensmächte hereinstrahlen in die Welt. Man darf dabei nicht theoretisch vorgehen, wenn Menschen von geistigen Welten hören und es verschieden aufnehmen, denn da ist furchtbar schwer durchzukommen. Wer nicht begreift, daß im Samen so etwas gesehen werden muß wie ein Gegenbild zu solchen eben charakterisierten Menschen, der erlebt eine solche Illusion, wie sie in dem unterirdischen Tempel dargestellt ist. Das ist eine astralische Maja. Während es Wirklichkeit ist, was Johannes 'Thomasius erlebt in der Szene mit Capesius und Strader, wo er sie in anderen Lebensaltern sieht, ist im fünften Bilde eine Maja, eine Fata Morgana der geistigen Welt geschildert, die sich zunächst auf die Seele abladen muß, durch die durchgegangen werden muß. Daher müssen Sie das fünfte Bild als etwas nehmen, was nur dadurch gerechtfertigt ist, daß sich in die Maja gleich hineinmischt Realität.
[ 30 ] Das ist der Willensmensch, der Tatenmensch. Und wenn Sie ihm tagelang mit Worten reden könnten vom Geiste, so würde er sagen: Damit kann man nicht einmal eine einzige Kurbel drehen, und wovon sollten erst die Leute essen! — Also kann man tagsüber an Kurbeln drehen, und wenn man dann ein freies Stündchen hat, mag man zum Amüsement vom Geist reden! Das sind die noch nicht aufgegangenen Samenkräfte. Aber es sind gute Kräfte. Es sind Kräfte, die sehr wichtig sind und durch die Willensmächte hereinstrahlen in die Welt. Man darf dabei nicht theoretisch vorgehen, wenn Menschen von geistigen Welten hören und es verschieden aufnehmen, denn da ist furchtbar schwer durchzukommen. Wer nicht begreift, daß im Samen so etwas gesehen werden muß wie ein Gegenbild zu solchen eben charakterisierten Menschen, der erlebt eine solche Illusion, wie sie in dem unterirdischen Tempel dargestellt ist. Das ist eine astralische Maja. Während es Wirklichkeit ist, was Johannes 'Thomasius erlebt in der Szene mit Capesius und Strader, wo er sie in anderen Lebensaltern sieht, ist im fünften Bilde eine Maja, eine Fata Morgana der geistigen Welt geschildert, die sich zunächst auf die Seele abladen muß, durch die durchgegangen werden muß. Daher müssen Sie das fünfte Bild als etwas nehmen, was nur dadurch gerechtfertigt ist, daß sich in die Maja gleich hineinmischt Realität.
[ 31 ] Diese ganze Szene würde gar nichts zur Entwickelung des Johannes Thomasius beitragen, wenn sie sich nicht zum astralischen Erlebnis verhielte wie die Begriffe und Ideen der physischen Welt zu unserem Weltverständnis. Was die Wissenschaft für den physischen Plan ist, das ist der Majatempel für die astralische Welt. So wenig ein Begriff etwas ist, was man essen kann, so wenig ist der Majatempel etwas Wirkliches, was in der geistigen Welt wurzelt. Aber es müssen die Begriffe in der Welt leben, damit Weltverständnis wirklich eintreten kann. Und nur so kann hereinspielen aus einer anderen Welt, was nun doch wieder eine tiefe Aufklärung gibt für Johannes Thomasius, indem er jetzt erkennt, wie ein bestimmter Knoten im Weltenkarma sich dadurch spinnt, daß Felix Balde eingesehen hat, daß er nicht im einsamen Weltenwandern die Schätze seiner Seele vergraben soll, sondern sie hintragen muß zum Tempel.
[ 31 ] Diese ganze Szene würde gar nichts zur Entwickelung des Johannes Thomasius beitragen, wenn sie sich nicht zum astralischen Erlebnis verhielte wie die Begriffe und Ideen der physischen Welt zu unserem Weltverständnis. Was die Wissenschaft für den physischen Plan ist, das ist der Majatempel für die astralische Welt. So wenig ein Begriff etwas ist, was man essen kann, so wenig ist der Majatempel etwas Wirkliches, was in der geistigen Welt wurzelt. Aber es müssen die Begriffe in der Welt leben, damit Weltverständnis wirklich eintreten kann. Und nur so kann hereinspielen aus einer anderen Welt, was nun doch wieder eine tiefe Aufklärung gibt für Johannes Thomasius, indem er jetzt erkennt, wie ein bestimmter Knoten im Weltenkarma sich dadurch spinnt, daß Felix Balde eingesehen hat, daß er nicht im einsamen Weltenwandern die Schätze seiner Seele vergraben soll, sondern sie hintragen muß zum Tempel.
[ 32 ] Dann ist erst für Johannes Thomasius die Möglichkeit gegeben, sozusagen viel realere Verhältnisse in der geistigen Welt zu sehen, unter anderen auch jene Verhältnisse, die feinerer und intimerer Art sind, zum Beispiel das Hereinragen der astralischen Welt in die physische Welt, das dann stattfindet, wenn so etwas geschieht wie die Inspiration eines Menschen wie Capesius durch jemanden, der selber eigentlich nicht weiß, wieviel er in seiner Seele hält. Nicht weiß in dem Mysterium dies die Frau Balde. Bei einem Menschen, der Verstand hat und aus dem Verstande heraus wirkt, geht alles durch den Verstand durch. In dem Verstande liegt gar nicht, was uns ein Kraftwissen über die Welt geben kann. Das liegt alles außerhalb des Verstandes. Bei einem Menschen, der viel Verstand hat, kann eine Kraft, die aus der geistigen Welt kommt, durch den Verstand gehen und dann weitergehen. Dann wird er in schönen "Theorien von der geistigen Welt sprechen können. Aber der Verstand macht nichts aus für den inneren okkulten Grad, für den Inhalt der Seele. So kann das, was von Theorien kommt, auch ohne durch den Verstand zu gehen, in die Seele gelangen und so auf einen Menschen kommen, der Empfänglichkeit hat für den Quell und kann dort dasjenige aufrufen, was zum Beispiel Capesius auf dem physischen Plan schildert. Das ist gezeigt, wo er sagt, was ihm diese Frau eigentlich ist, die draußen einsam mit Felix Balde lebt, wo er sagt, daß er gern zuhört, wenn sie spricht, und daß sie dann tiefste uralte Weisheit spricht. Es ist wichtig, daß wir voll fassen, was Capesius erzählt. Auf dem physischen Plan gibt es eine Frau, der er gern zuhört, die mit ihrem Munde Sachen spricht, die von okkulten Quellen voll sind. Sie kann es nicht in besondere Worte kleiden. Wenn es aber in die Ohren des Capesius kommt, dann kann er so sprechen:
[ 32 ] Dann ist erst für Johannes Thomasius die Möglichkeit gegeben, sozusagen viel realere Verhältnisse in der geistigen Welt zu sehen, unter anderen auch jene Verhältnisse, die feinerer und intimerer Art sind, zum Beispiel das Hereinragen der astralischen Welt in die physische Welt, das dann stattfindet, wenn so etwas geschieht wie die Inspiration eines Menschen wie Capesius durch jemanden, der selber eigentlich nicht weiß, wieviel er in seiner Seele hält. Nicht weiß in dem Mysterium dies die Frau Balde. Bei einem Menschen, der Verstand hat und aus dem Verstande heraus wirkt, geht alles durch den Verstand durch. In dem Verstande liegt gar nicht, was uns ein Kraftwissen über die Welt geben kann. Das liegt alles außerhalb des Verstandes. Bei einem Menschen, der viel Verstand hat, kann eine Kraft, die aus der geistigen Welt kommt, durch den Verstand gehen und dann weitergehen. Dann wird er in schönen "Theorien von der geistigen Welt sprechen können. Aber der Verstand macht nichts aus für den inneren okkulten Grad, für den Inhalt der Seele. So kann das, was von Theorien kommt, auch ohne durch den Verstand zu gehen, in die Seele gelangen und so auf einen Menschen kommen, der Empfänglichkeit hat für den Quell und kann dort dasjenige aufrufen, was zum Beispiel Capesius auf dem physischen Plan schildert. Das ist gezeigt, wo er sagt, was ihm diese Frau eigentlich ist, die draußen einsam mit Felix Balde lebt, wo er sagt, daß er gern zuhört, wenn sie spricht, und daß sie dann tiefste uralte Weisheit spricht. Es ist wichtig, daß wir voll fassen, was Capesius erzählt. Auf dem physischen Plan gibt es eine Frau, der er gern zuhört, die mit ihrem Munde Sachen spricht, die von okkulten Quellen voll sind. Sie kann es nicht in besondere Worte kleiden. Wenn es aber in die Ohren des Capesius kommt, dann kann er so sprechen:
Berühren muß ich,
Will davon ich erzählen,
Ein Ding, das wahrlich wunderbarer mir erscheint
Als manches, was ich hier gehört,
Weil mehr zu meiner Seele sprechend.
Ich könnte kaum an andrem Orte
Die Worte aus dem Munde bringen,
Die hier so leicht mir werden.
Für meine Seele gibt es Zeiten,
Wo sie wie ausgepumpt und leer sich fühlt.
Es ist mir dann, als ob des Wissens Quelle
In mir erschöpft sich hätte;
Als ob kein Wort ich finden könnte,
Das wert zu halten wäre
Gehört zu werden.
Berühren muß ich,
Will davon ich erzählen,
Ein Ding, das wahrlich wunderbarer mir erscheint
Als manches, was ich hier gehört,
Weil mehr zu meiner Seele sprechend.
Ich könnte kaum an andrem Orte
Die Worte aus dem Munde bringen,
Die hier so leicht mir werden.
Für meine Seele gibt es Zeiten,
Wo sie wie ausgepumpt und leer sich fühlt.
Es ist mir dann, als ob des Wissens Quelle
In mir erschöpft sich hätte;
Als ob kein Wort ich finden könnte,
Das wert zu halten wäre
Gehört zu werden.
[ 33 ] Es gibt so etwas. Solche Menschen, wenn sie auch noch so viel wissen, fühlen sich dann, als ob es nicht mehr weitergehen könnte.
[ 33 ] Es gibt so etwas. Solche Menschen, wenn sie auch noch so viel wissen, fühlen sich dann, als ob es nicht mehr weitergehen könnte.
Empfind’ ich solche Geistesöde,
Dann flüchte ich in dieser guten Leute
Erquickend stille Einsamkeit.
Empfind’ ich solche Geistesöde,
Dann flüchte ich in dieser guten Leute
Erquickend stille Einsamkeit.
[ 34 ] Jetzt geht ihm selber die Seele auf, weil da für ihn das Tor in die okkulte Welt hinein ist.
[ 34 ] Jetzt geht ihm selber die Seele auf, weil da für ihn das Tor in die okkulte Welt hinein ist.
Und Frau Felicia erzählt
In Bildern wunderba
Von Wesen, die im Traumeslande wohnen
Und in den Märchenreichen
Ein buntes Leben führen.
Es ist der Ton der Rede
Wie Sagenweise aus den alten Zeiten.
Ich frage nicht, woher sie ihre Worte hat.
Ich denke dann an eines nur mit Klarheit,
Wie meiner Seele neues Leben fließt,
Und wie hinweggebannt
Mir alle Seelenlähmung ist.
Und Frau Felicia erzählt
In Bildern wunderba
Von Wesen, die im Traumeslande wohnen
Und in den Märchenreichen
Ein buntes Leben führen.
Es ist der Ton der Rede
Wie Sagenweise aus den alten Zeiten.
Ich frage nicht, woher sie ihre Worte hat.
Ich denke dann an eines nur mit Klarheit,
Wie meiner Seele neues Leben fließt,
Und wie hinweggebannt
Mir alle Seelenlähmung ist.
[ 35 ] Wie so etwas in der Realität ist, das sieht auf dem physischen Plan Johannes 'Thomasius, der dabei ist, der aber erst in die astralische Welt hineinschauen muß, um es sich erklären zu können. In dem astralischen Bilde erscheint ihm daher gerade Frau Balde, die er jetzt sieht, wie sie in der Gestalt der physischen Welt ist. Und sie gibt dem Geist der Elemente eines ihrer Märchenbilder, wie sie Capesius Hunderte erzählt hat. Jetzt kommt aber das Wechselspiel zu dem, was unter der Schwelle des Bewußtseins vorgeht.
[ 35 ] Wie so etwas in der Realität ist, das sieht auf dem physischen Plan Johannes 'Thomasius, der dabei ist, der aber erst in die astralische Welt hineinschauen muß, um es sich erklären zu können. In dem astralischen Bilde erscheint ihm daher gerade Frau Balde, die er jetzt sieht, wie sie in der Gestalt der physischen Welt ist. Und sie gibt dem Geist der Elemente eines ihrer Märchenbilder, wie sie Capesius Hunderte erzählt hat. Jetzt kommt aber das Wechselspiel zu dem, was unter der Schwelle des Bewußtseins vorgeht.
[ 36 ] Sie erzählt dem Capesius die Märchen. Und hat sie eines erzählt, was sie selber nicht versteht, dann gehen in seiner Seele die Kräfte auf, welche seine Seelenlähmung hinwegbannen, dann kann er wieder seinen Hörern etwas erzählen. Das klingt dann ganz anders als das, was Frau Felicia erzählt hat. Da spielen geheime Kräfte aber auch bei Capesius. Wenn man diesen nachgeht, findet man ihren Ursprung in der astralischen Welt. Dort ist dann zu schauen, wie sie Gegenströmungen hervorrufen. Und ein solches Echo, wie die Worte der Frau Felicia hervorrufen in der Seele des Capesius, rufen sie hervor überall dort, wo elementarische Gewalten sind. Auch für unser Gehirn gibt es so etwas. In unserem Gehirn lebt ein kleiner Geist, der vielleicht die wunderbarsten Sachen ausdenkt. Wenn wir suchen, wie er aus dem Makrokosmos heraus ist, finden wir etwa das Erdgehirn. Das denkt die Gedanken in ganz anderer Größe, als sie im kleinen Menschengehirn erscheinen. In seinem eigenen Gehirn sieht der Mensch manchmal nicht, was er eigentlich behauptet. Aber grotesk nimmt es sich aus, wenn es sich widerspiegelt in dem Riesen-Erdgehirn. Das muß sich auch abspiegeln. Daher jene Beziehung, die besteht zwischen German, der auf dem physischen Plan erscheint und dann als Geist des Erdgehirns. Auch darüber müßte man lange sprechen. Aber wenn man mit dem astralischen Blick sehen würde, was sich im einsamen Häuschen abspielt, wenn Frau Felicia ihre Märchen erzählt, und wenn man dann schauen würde bis auf den Geist des Erdgehirns, dann würde man manches Geheimnis sehen, zum Beispiel wie dieser Geist des Erdgehirns ein Ironiker ist, manchmal ein Spötter ist. Und er muß zum Spott angelegt sein, denn er hat viel zu lachen über das, was die Menschen tun.
[ 36 ] Sie erzählt dem Capesius die Märchen. Und hat sie eines erzählt, was sie selber nicht versteht, dann gehen in seiner Seele die Kräfte auf, welche seine Seelenlähmung hinwegbannen, dann kann er wieder seinen Hörern etwas erzählen. Das klingt dann ganz anders als das, was Frau Felicia erzählt hat. Da spielen geheime Kräfte aber auch bei Capesius. Wenn man diesen nachgeht, findet man ihren Ursprung in der astralischen Welt. Dort ist dann zu schauen, wie sie Gegenströmungen hervorrufen. Und ein solches Echo, wie die Worte der Frau Felicia hervorrufen in der Seele des Capesius, rufen sie hervor überall dort, wo elementarische Gewalten sind. Auch für unser Gehirn gibt es so etwas. In unserem Gehirn lebt ein kleiner Geist, der vielleicht die wunderbarsten Sachen ausdenkt. Wenn wir suchen, wie er aus dem Makrokosmos heraus ist, finden wir etwa das Erdgehirn. Das denkt die Gedanken in ganz anderer Größe, als sie im kleinen Menschengehirn erscheinen. In seinem eigenen Gehirn sieht der Mensch manchmal nicht, was er eigentlich behauptet. Aber grotesk nimmt es sich aus, wenn es sich widerspiegelt in dem Riesen-Erdgehirn. Das muß sich auch abspiegeln. Daher jene Beziehung, die besteht zwischen German, der auf dem physischen Plan erscheint und dann als Geist des Erdgehirns. Auch darüber müßte man lange sprechen. Aber wenn man mit dem astralischen Blick sehen würde, was sich im einsamen Häuschen abspielt, wenn Frau Felicia ihre Märchen erzählt, und wenn man dann schauen würde bis auf den Geist des Erdgehirns, dann würde man manches Geheimnis sehen, zum Beispiel wie dieser Geist des Erdgehirns ein Ironiker ist, manchmal ein Spötter ist. Und er muß zum Spott angelegt sein, denn er hat viel zu lachen über das, was die Menschen tun.
[ 37 ] Künstlerisch ist es berechtigt, daß er in dem Augenblick, wo er deplaciert ist, auch auftritt in der Rolle, die er so oft spielen muß, und sich in seiner wahren Gestalt zeigt. Da sehen wir denn nach der Szene, wo Frau Balde vor dem Geist der Elemente eines ihrer Märchen erzählt hat, eine abnorme Wirkung auf den Geist des Erdgehirns, der das Märchen in ganz andere Worte übersetzt. Frau Balde erzählt:
[ 37 ] Künstlerisch ist es berechtigt, daß er in dem Augenblick, wo er deplaciert ist, auch auftritt in der Rolle, die er so oft spielen muß, und sich in seiner wahren Gestalt zeigt. Da sehen wir denn nach der Szene, wo Frau Balde vor dem Geist der Elemente eines ihrer Märchen erzählt hat, eine abnorme Wirkung auf den Geist des Erdgehirns, der das Märchen in ganz andere Worte übersetzt. Frau Balde erzählt:
Es war einmal ein Wesen,
Das flog von Ost nach West
Dem Lauf der Sonne nach.
Es flog hin über Länder, über Meere;
Es sah von seiner Höhe
Dem Menschentreiben zu.
Es sah, wie sich die Menschen lieben
Und hassend sich verfolgen.
Es konnte nichts das Wesen
In seinem Fluge hemmen;
Denn Haß und Liebe schaffen
Das gleiche stets vieltausendfach.
Doch über einem Hause,
Da mußt’ das Wesen halten.
Darinnen war ein müder Mann.
Der sann der Menschenliebe nach
Und sann auch über Menschenhaß.
Ihm hatte schon sein Sinnen
Ins Antlitz tiefe Furchen eingeschrieben.
Es hatte ihm das Haar gebleicht.
Und über seinem Kummer
Verlor das Wesen seinen Sonnenführer
Und blieb bei jenem Mann.
Es war in seinem Zimmer
Noch, als die Sonne unterging,
Und als die Sonne wiederkam,
Da ward das Wesen wieder
Vom Sonnengeiste aufgenommen. —
Und wieder sah es Menschen
In Lieb’ und Haß
Den Erdenlauf verbringen.
Und als es kam zum zweiten Mal,
Der Sonne folgend über jenes Haus,
Da fiel sein Blick
Auf einen toten Mann.
Es war einmal ein Wesen,
Das flog von Ost nach West
Dem Lauf der Sonne nach.
Es flog hin über Länder, über Meere;
Es sah von seiner Höhe
Dem Menschentreiben zu.
Es sah, wie sich die Menschen lieben
Und hassend sich verfolgen.
Es konnte nichts das Wesen
In seinem Fluge hemmen;
Denn Haß und Liebe schaffen
Das gleiche stets vieltausendfach.
Doch über einem Hause,
Da mußt’ das Wesen halten.
Darinnen war ein müder Mann.
Der sann der Menschenliebe nach
Und sann auch über Menschenhaß.
Ihm hatte schon sein Sinnen
Ins Antlitz tiefe Furchen eingeschrieben.
Es hatte ihm das Haar gebleicht.
Und über seinem Kummer
Verlor das Wesen seinen Sonnenführer
Und blieb bei jenem Mann.
Es war in seinem Zimmer
Noch, als die Sonne unterging,
Und als die Sonne wiederkam,
Da ward das Wesen wieder
Vom Sonnengeiste aufgenommen. —
Und wieder sah es Menschen
In Lieb’ und Haß
Den Erdenlauf verbringen.
Und als es kam zum zweiten Mal,
Der Sonne folgend über jenes Haus,
Da fiel sein Blick
Auf einen toten Mann.
[ 38 ] Und der Geist des Erdgehirns tönt das wider, durchaus unberechtigt natürlich:
[ 38 ] Und der Geist des Erdgehirns tönt das wider, durchaus unberechtigt natürlich:
Es war einmal ein Mann,
Der zog von Ost nach West;
Ihn lockt der Wissenstrieb
Hin über Land und Meer.
Er sah nach seinen Weisheitsregeln
Dem Menschentreiben zu.
Er sah, wie sich die Menschen lieben
Und hassend sich verfolgen.
Es sah der Mann sich jeden Augenblick
An seiner Weisheit Ende.
Doch wie stets Haß und Liebe
Die Erdenwelt regieren,
Es war in kein Gesetz zu bringen.
Er schrieb viel tausend Einzelfälle,
Doch fehlte alle Überschau.
Es traf der trockne Forscher
Auf seinem Weg ein Lichteswesen;
Dem war das Dasein schwer,
Da es in stetem Kampfe war
Mit einer finstern Schattenform.
Wer seid ihr denn,
So frägt der trockne Forscher.
Ich bin die Liebe,
So sagt das eine Wesen;
In mir erblick’ den Haß,
So sprach das andre.
Es hörte dieser Wesen Worte
Der Mann nicht mehr.
Als tauber Forscher zog fortan
Von Ost nach West der Mann.
Es war einmal ein Mann,
Der zog von Ost nach West;
Ihn lockt der Wissenstrieb
Hin über Land und Meer.
Er sah nach seinen Weisheitsregeln
Dem Menschentreiben zu.
Er sah, wie sich die Menschen lieben
Und hassend sich verfolgen.
Es sah der Mann sich jeden Augenblick
An seiner Weisheit Ende.
Doch wie stets Haß und Liebe
Die Erdenwelt regieren,
Es war in kein Gesetz zu bringen.
Er schrieb viel tausend Einzelfälle,
Doch fehlte alle Überschau.
Es traf der trockne Forscher
Auf seinem Weg ein Lichteswesen;
Dem war das Dasein schwer,
Da es in stetem Kampfe war
Mit einer finstern Schattenform.
Wer seid ihr denn,
So frägt der trockne Forscher.
Ich bin die Liebe,
So sagt das eine Wesen;
In mir erblick’ den Haß,
So sprach das andre.
Es hörte dieser Wesen Worte
Der Mann nicht mehr.
Als tauber Forscher zog fortan
Von Ost nach West der Mann.
[ 39 ] Diese Dinge sind durchaus Erfahrungen der astralischen Welt. Durch sie muß Johannes 'Thomasius durch, um hinaufzukommen in die geistige Welt.
[ 39 ] Diese Dinge sind durchaus Erfahrungen der astralischen Welt. Durch sie muß Johannes 'Thomasius durch, um hinaufzukommen in die geistige Welt.
[ 40 ] Und für heute will ich nur kurz sagen, daß für Johannes Thomasius notwendig ist ein realer Zusammenhang mit der geistigen Welt, der schon in der physischen Welt angesponnen worden ist, um in die geistige Welt selbst hinaufzukommen. Und das ist, wie Sie nachher vernehmen werden, der Zusammenhang aus jenem Inkarnationen umfassenden Karma, das sich erst enthüllt im devachanischen Schauen. Da müssen aber wirklich die devachanischen Elemente spielen. Daher bitte ich zu beachten, daß in dem Weben und Leben des devachanischen Meeres alles darinnen lebt. Da kann man nicht nur schildern, sondern da kann man nur immer annähernd dieses oder jenes andeuten. Wenn man aber real schildern will, muß man weitergehen. Man glaube nicht etwas zu wissen, wenn man von höheren Welten spricht, und nennt die Worte: Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele, womit gemeint sein sollen Philia, Astrid und Luna. Es sind diese drei Gestalten nicht etwa Personifikationen jener drei Seelenglieder oder Symbole für dieselben. Wenn Sie hinhören auf die Vokale, mit denen diese drei Gestalten ihre eigenen Beschäftigungen charakterisieren, und wenn Sie hinhorchen auf das, was in den Vokalen lebt, so können Sie verfolgen, wie in der Folge der einzelnen Vokale, der einzelnen Worte das gegeben ist, was man sich in einer ganz anderen Weise als Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele klarmachen kann. Und wenn Sie irgend etwas herausnehmen, ist es nicht mehr das Ganze. Daher ist es wichtig, auf die Worte hinzuhorchen, um einen Begriff zu bekommen von dem devachanischen Element der Bewußtseinsseele, zum Beispiel wenn Luna die Worte sagt:
[ 40 ] Und für heute will ich nur kurz sagen, daß für Johannes Thomasius notwendig ist ein realer Zusammenhang mit der geistigen Welt, der schon in der physischen Welt angesponnen worden ist, um in die geistige Welt selbst hinaufzukommen. Und das ist, wie Sie nachher vernehmen werden, der Zusammenhang aus jenem Inkarnationen umfassenden Karma, das sich erst enthüllt im devachanischen Schauen. Da müssen aber wirklich die devachanischen Elemente spielen. Daher bitte ich zu beachten, daß in dem Weben und Leben des devachanischen Meeres alles darinnen lebt. Da kann man nicht nur schildern, sondern da kann man nur immer annähernd dieses oder jenes andeuten. Wenn man aber real schildern will, muß man weitergehen. Man glaube nicht etwas zu wissen, wenn man von höheren Welten spricht, und nennt die Worte: Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele, womit gemeint sein sollen Philia, Astrid und Luna. Es sind diese drei Gestalten nicht etwa Personifikationen jener drei Seelenglieder oder Symbole für dieselben. Wenn Sie hinhören auf die Vokale, mit denen diese drei Gestalten ihre eigenen Beschäftigungen charakterisieren, und wenn Sie hinhorchen auf das, was in den Vokalen lebt, so können Sie verfolgen, wie in der Folge der einzelnen Vokale, der einzelnen Worte das gegeben ist, was man sich in einer ganz anderen Weise als Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele klarmachen kann. Und wenn Sie irgend etwas herausnehmen, ist es nicht mehr das Ganze. Daher ist es wichtig, auf die Worte hinzuhorchen, um einen Begriff zu bekommen von dem devachanischen Element der Bewußtseinsseele, zum Beispiel wenn Luna die Worte sagt:
Ich will erwärmen Seelenstoff
Und will erhärten Lebensäther.
Sie sollen sich verdichten,
Sie sollen sich erfühlen,
Und in sich selber seiend
Sich schaffend halten,
Daß du, geliebte Schwester,
Der suchenden Menschenseele
Des Wissens Sicherheit erzeugen kannst.
Ich will erwärmen Seelenstoff
Und will erhärten Lebensäther.
Sie sollen sich verdichten,
Sie sollen sich erfühlen,
Und in sich selber seiend
Sich schaffend halten,
Daß du, geliebte Schwester,
Der suchenden Menschenseele
Des Wissens Sicherheit erzeugen kannst.
[ 41 ] In der Bewegung der Worte liegt in der Schilderung des Devachans das, was man sonst auf keine Art aussprechen kann. Darauf muß auch geachtet werden. Man ist nämlich in die Notwendigkeit versetzt, wenn man von höheren Welten spricht, dies auf mehrfache Art zu sagen. Und was ich nie theoretisch sagen könnte über Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele, das können Sie aus dem vernehmen, wenn Sie es verstehen wollen, was in der Charakteristik der drei Gestalten: Philia, Astrid, Luna enthalten ist. Aber Sie werden es gut verstehen, daß diese drei nicht Symbole oder Allegorien sind für Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. Wenn Sie sich fragen: Was sind diese drei? — so ist die Antwort: Es sind Personen, die da leben: Philia-, Astrid- und Luna-Menschen. Das muß immer festgehalten werden.
[ 41 ] In der Bewegung der Worte liegt in der Schilderung des Devachans das, was man sonst auf keine Art aussprechen kann. Darauf muß auch geachtet werden. Man ist nämlich in die Notwendigkeit versetzt, wenn man von höheren Welten spricht, dies auf mehrfache Art zu sagen. Und was ich nie theoretisch sagen könnte über Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele, das können Sie aus dem vernehmen, wenn Sie es verstehen wollen, was in der Charakteristik der drei Gestalten: Philia, Astrid, Luna enthalten ist. Aber Sie werden es gut verstehen, daß diese drei nicht Symbole oder Allegorien sind für Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. Wenn Sie sich fragen: Was sind diese drei? — so ist die Antwort: Es sind Personen, die da leben: Philia-, Astrid- und Luna-Menschen. Das muß immer festgehalten werden.
[ 42 ] Wie nun das Karma sich zuletzt zusammenschlingt und sich im Bilde zeigt, was als Mikrokosmos in der Menschenseele Johannes Thomasius erlebt, das konnte bei der Münchner Aufführung in dem ganzen Schlußbilde gezeigt werden. Wie Karma wirkt, so standen die einzelnen Personen an ihren Plätzen. Wer der einen Person näherstand, hatte dementsprechend seinen Platz. Wenn Sie sich das real gespiegelt denken in die Seele des Johannes Thomasius hinein, dann haben Sie ungefähr das, worüber man nur sehr schwer sprechen kann, was in dieser Szene des siebenten Bildes, dem Geistgebiet, darinnen steckt.
[ 42 ] Wie nun das Karma sich zuletzt zusammenschlingt und sich im Bilde zeigt, was als Mikrokosmos in der Menschenseele Johannes Thomasius erlebt, das konnte bei der Münchner Aufführung in dem ganzen Schlußbilde gezeigt werden. Wie Karma wirkt, so standen die einzelnen Personen an ihren Plätzen. Wer der einen Person näherstand, hatte dementsprechend seinen Platz. Wenn Sie sich das real gespiegelt denken in die Seele des Johannes Thomasius hinein, dann haben Sie ungefähr das, worüber man nur sehr schwer sprechen kann, was in dieser Szene des siebenten Bildes, dem Geistgebiet, darinnen steckt.
Es folgte die Rezitation des siebenten Bildes durch Marie von Sivers (Marie Steiner), eingeleitet und ausklingend durch die Musik von Adolf Arenson.
Es folgte die Rezitation des siebenten Bildes durch Marie von Sivers (Marie Steiner), eingeleitet und ausklingend durch die Musik von Adolf Arenson.
