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The Rudolf Steiner Archive

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Occult History
Esoteric Reflections on the Karmic Connections
between Personalities and Events in World History
GA 126

30 December 1910, Stuttgart

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Vierter Vortrag

Fourth Lecture

[ 1 ] Sie werden entnehmen können aus den Andeutungen der letzten Tage, daß die griechisch-lateinische Kultur in einer gewissen Beziehung in der Mitte der ganzen nachatlantischen Kultur steht. Die drei vorangehenden Kulturepochen sind gleichsam die Vorbereitung zu jener Arbeit der menschlichen Seele, des Ich im Ich, wie wir das für die griechische Kultur angedeutet haben. Wie ein Herabstieg aus hellseherischen Anschauungen zu der rein menschlichen Anschauung im Griechentum, so nehmen sich aus die altindische, persische, ägyptische Kultur. Wie ein Wiederhinaufsteigen, ein Wiedererreichen hellseherischer Kulturen muß uns das erscheinen, was mit unserem Zeitraume beginnt und was in immer ausgebreiteterem Maße in den nächsten Jahrhunderten und Jahrtausenden für die Menschheit erreicht werden muß. So müssen wir sagen: In dem ägyptisch-babylonisch-chaldäischen Kulturzeitraume haben wir sozusagen die letzte Vorbereitung für das rein menschliche Griechentum. Der Mensch steigt damals, im dritten nachatlantischen Zeitraume, gleichsam herab von den alten hellseherischen Zuständen, durch die er noch unmittelbar hat teilnehmen können an der geistigen Welt, und bereitet vor die rein persönliche, die rein menschliche Kultur, welche sich durch eine Arbeit der Seele, die man eben nennen kann «Ich im Ich», charakterisieren läßt. Daher zeigte sich uns auch, wie das mit der hellseherischen Kultur verbundene Zurückschauen in frühere Inkarnationen zunächst für Gilgamesch, den Inaugurator der babylonischen Kultur, undeutlich, verschwommen wurde; wie er sich selbst da nicht mehr auskannte, wo Eabani gewisse Fähigkeiten gleichsam auf ihn vererbte, um zurückzuschauen in frühere Inkarnationen. Und ganz entsprechend diesem Herabstürzen aus einer spirituellen Höhe und dem Einziehen in das bloß Persönliche des einzelnen Menschen, ganz entsprechend dieser Eigenart der babylonischen Seele wirkt alles das, was wir durch die Arbeit dieser babylonischen Seelen auf die Nachwelt fortgepflanzt sehen.

[ 1 ] You will be able to gather from the remarks of the past few days that Greco-Roman culture, in a certain sense, occupies a central position within the entire post-Atlantean culture. The three preceding cultural epochs are, as it were, the preparation for that work of the human soul—the “I within the I”—as we have indicated in relation to Greek culture. Just as there was a descent from clairvoyant perceptions to purely human perception in Greek culture, so too do the ancient Indian, Persian, and Egyptian cultures stand out. What begins with our own era and what must be achieved for humanity to an ever-increasing extent in the coming centuries and millennia must appear to us as a return to, a re-attainment of, clairvoyant cultures. Thus we must say: In the Egyptian-Babylonian-Chaldean cultural period, we have, so to speak, the final preparation for purely human Greek culture. At that time, in the third post-Atlantean epoch, humanity descends, as it were, from the ancient clairvoyant states through which it could still participate directly in the spiritual world, and prepares the way for the purely personal, the purely human culture, which can be characterized by a work of the soul that can be called “I within the I.” Hence it also became clear to us how the looking back into earlier incarnations associated with clairvoyant culture first became unclear and blurred for Gilgamesh, the inaugurator of Babylonian culture; how he no longer recognized himself there, where Eabani had, as it were, bequeathed certain abilities to him to look back into earlier incarnations. And entirely in keeping with this fall from a spiritual height and the withdrawal into the merely personal realm of the individual human being, entirely in keeping with this peculiarity of the Babylonian soul, all that we see perpetuated for posterity through the work of these Babylonian souls takes effect.

[ 2 ] Wenn wir die Geschichte okkult betrachten wollen, so müssen wir ja sagen, daß sich uns immer mehr und mehr aufdrängt, wie die Völker mit ihrer Arbeit, mit ihrem kulturellen Schaffen keineswegs isoliert dastehen in der Weltentwickelung, im Menschheitsfortschritt. Ein jedes Volk hat seine spirituelle Aufgabe, es hat einen ganz bestimmten Beitrag zu leisten für das, was wir den menschlichen Fortschritt nennen. Unsere Kultur ist ja heute schon eine ganz komplizierte, und sie ist dadurch so kompliziert geworden, daß viele einzelne Kulturströme zusammengeflossen sind. Wir haben in unserem heutigen Geistesleben und in unserem äußeren Leben einen Zusammenfluß der mannigfaltigsten Völkerkulturen, die von den einzelnen Völkern mehr oder weniger einseitig, im Sinne ihrer Mission geleistet wurden und die dann in den gemeinsamen Strom hineingeflossen sind. Deshalb unterscheiden sich alle einzelnen Völker voneinander, deshalb können wir bei jedem Volke von seiner besonderen Mission sprechen. Und wir können fragen: Was können wir, die wir ja die Kulturarbeit unserer Vorfahren in unserer eigenen Kultur enthalten haben, was können wir heute aufweisen, das uns zeigt, was diese oder jene Völker uns zu geben hatten für den gemeinsamen Menschenfortschritt?

[ 2 ] If we wish to view history from an occult perspective, we must acknowledge that it is becoming increasingly clear to us that the peoples, through their labor and their cultural achievements, are by no means isolated in the development of the world or in the progress of humanity. Every people has its spiritual task; it has a very specific contribution to make to what we call human progress. Our culture is already quite complex today, and it has become so complex because many individual cultural currents have converged. In our spiritual life today and in our external life, we have a confluence of the most diverse national cultures, which were contributed by the individual peoples more or less unilaterally, in accordance with their mission, and which then flowed into the common stream. That is why all individual peoples differ from one another; that is why we can speak of each people’s particular mission. And we may ask: What can we—who have, after all, incorporated the cultural work of our ancestors into our own culture—what can we point to today that shows us what this or that people had to offer for the common progress of humanity?

[ 3 ] Da ist es recht interessant, gerade die Kulturaufgabe des babylonischen Volkes einmal ins Auge zu fassen. O dieses babylonische Volk, selbst dem äußeren Geschichtsschreiber hat es merkwürdige Rätsel aufgegeben in dem letzten Jahrhundert durch die Entzifferung der Keilschrift. Und auch das, was nur äußerlich hat erkundet werden können, ist schon im höchsten Grade merkwürdig. Denn der äußere Forscher kann heute sagen: Das, was man früher Geschichte genannt hat, das hat sich fast verdoppelt in bezug auf die Zeit durch das, was man mit der Entzifferung der Keilschrift gelernt hat. Schon die äußere Geschichtsforschung sieht an der Hand äußerer Urkunden förmlich zurück auf fünf- bis sechstausend Jahre vor der christlichen Zeitrechnung und kann sagen: In dieser ganzen Zeit war in den Gegenden, in denen später die Babylonier, die Assyrer wirkten, eine mächtige, eine bedeutungsvolle Kultur vorhanden. Da finden wir vor allen Dingen in den ältesten Zeiten ein höchst merkwürdiges Volk, Sumerer wird es in der Geschichte genannt, und sein Wohnsitz war in den Gegenden des Euphrat und Tigris, mehr in den oberen Partien, aber auch gegen den unteren Lauf zu. Wir können, weil wir dazu die Zeit nicht haben, hier nicht so sehr auf die äußeren geschichtlichen Urkunden eingehen, wir müssen uns mehr mit dem beschäftigen, was die okkulte Geschichte uns lehren kann.

[ 3 ] It is quite interesting, then, to take a closer look at the cultural legacy of the Babylonian people. Oh, this Babylonian people—even to the external historian, they have presented strange enigmas over the past century through the decipherment of cuneiform. And even what has only been possible to explore superficially is already highly remarkable. For the external researcher can say today: What was formerly called history has almost doubled in terms of time span due to what has been learned through the decipherment of cuneiform. Even external historical research, based on external documents, can formally trace back five to six thousand years before the Christian era and can say: Throughout this entire period, a powerful, significant culture existed in the regions where the Babylonians and Assyrians later flourished. There we find, above all in the most ancient times, a highly remarkable people, called the Sumerians in history, whose home was in the regions of the Euphrates and Tigris, more in the upper reaches, but also toward the lower course. Since we do not have the time for this, we cannot go into the external historical records in great detail here; we must focus more on what occult history can teach us.

[ 4 ] Dieses Volk, es gehörte mit allem, was es denken und geistig schaffen konnte, und auch mit dem, was es äußerlich wirkte, einer verhältnismäßig sehr frühen Kulturstufe der nachatlantischen Entwickelung an. Und je weiter wir zurückgehen in der Geschichte der Sumerer, die wir als die Vorbabylonier bezeichnen könnten, desto mehr wird uns klar, daß innerhalb dieses Volkes hochbedeutsame geistige Überlieferungen lebten, daß eine bedeutungsvolle spirituelle Weisheit vorhanden war, eine Weisheit, die wir etwa so charakterisieren können, daß wir sagen: Die ganze Art des Lebens, die ganze Art nicht allein zu denken, sondern überhaupt zu leben in der Seele und im Geiste, war bei diesem Volk eine ganz andere als bei den späteren Menschen der Weltgeschichte. Für Menschen der späteren Weltgeschichte stellte es sich zum Beispiel überall heraus, daß ein gewisser Abstand ist zwischen dem Gedachten und dem Gesprochenen. Wer sollte heute nicht wissen, daß Denken und Sprechen doch zwei ganz verschiedene Dinge sind, daß die Sprache in gewisser Beziehung in konventionellen Ausdrucksmitteln für das besteht, was die Menschen denken. Das geht schon daraus hervor, daß wir eben viele Sprachen haben und im Grunde genommen doch eine große Anzahl gemeinsamer Vorstellungen in diesen verschiedenen Sprachen der Erde zum Ausdruck bringen. Also es ist ein gewisser Zwischenraum zwischen dem Denken und dem Sprechen vorhanden. So war es bei diesem alten Volke eigentlich nicht, sondern es hatte eine Sprache, die im Grunde genommen zur Seele ganz anders stand als alle älteren Sprachen. Namentlich wenn wir in recht alte Zeiten zurückgehen, finden wir da wirklich etwas — wenn auch nicht mehr ganz rein erhalten wie eine Art Ursprache der Menschheit. Zwar finden wir die Sprache der einzelnen Stämme und Rassen im weitesten Umkreise Europas, Asiens und Afrikas schon in gewisser Weise differenziert; aber eine Art gemeinsamen Sprachelements, das auf dem ganzen damals bekannten Erdkreis, namentlich von dem tieferen geistigen Menschen, verstanden werden konnte, war gerade bei den Sumerern vorhanden. Woher kam das? Weil die Seele dieser Menschen bei dem Tone, bei dem Laute etwas ganz Bestimmtes fühlte und eindeutig ausdrücken mußte, was bei irgendeinem Gedanken und zu gleicher Zeit bei einem Laute gefühlt werden kann.

[ 4 ] This people, with all that it was capable of thinking and creating intellectually, as well as with its outward manifestations, belonged to a relatively early cultural stage of post-Atlantean development. And the further back we go in the history of the Sumerians—whom we might call the pre-Babylonians—the clearer it becomes to us that highly significant spiritual traditions lived within this people, that a profound spiritual wisdom existed, a wisdom we might characterize by saying: The entire way of life, the entire way not only of thinking but of living in the soul and spirit, was quite different among this people than among the later peoples of world history. For people of later world history, for example, it became evident everywhere that there is a certain distance between what is thought and what is spoken. Who today would not know that thinking and speaking are, after all, two quite different things, that language, in a certain sense, consists of conventional means of expression for what people think. This is already evident from the fact that we have many languages and yet, fundamentally, express a large number of common ideas in these various languages of the earth. So there is a certain gap between thinking and speaking. This was not actually the case with this ancient people; rather, they had a language that, in essence, stood in a completely different relationship to the soul than all older languages. Especially when we go back to very ancient times, we do indeed find something there—albeit no longer preserved in its pure form—that resembles a kind of proto-language of humanity. True, we find the languages of the individual tribes and races across the broadest regions of Europe, Asia, and Africa already differentiated in a certain way; but a kind of common linguistic element, which could be understood throughout the then-known world, particularly by the more spiritually attuned people, was present precisely among the Sumerians. Where did this come from? Because the soul of these people felt something very specific in the tone, in the sound, and had to express unambiguously what can be felt in any thought and at the same time in a sound.

[ 5 ] Sehen Sie, das, was damit gesagt worden ist, das möchte ich zunächst so ausdrücken, daß selbst noch in jenen Namen, die ich Ihnen bei der Besprechung des Gilgamesch-Epos anführen mußte, selbst da noch auffällige Laute vorhanden sind: Ischtar, Ischulan und dergleichen. Wenn man diese Laute ausspricht und den Lautwert in okkulter Beziehung kennt, dann weiß man, daß im Grunde genommen das Namen sind, die keine anderen Laute enthalten können, wenn sie die betreffenden Wesenheiten bezeichnen sollen, weil sich ein U, ein I, ein A nur auf etwas ganz Bestimmtes eindeutig beziehen kann. Das eben ist ja der Fortgang der Sprache gewesen, daß die Menschen das Gefühl dafür verloren haben, wie diese Dinge, die Laute — Mitlaute, Selbstlaute - in eindeutiger Weise sich auf irgend etwas beziehen können, so daß man ein Ding in diesen alten Zeiten gar nicht anders hat bezeichnen können als mit einer ganz bestimmten Lautzusammenfügung. Ebensowenig wie wir im Grunde genommen heute, wenn wir ein Ding meinen, einen anderen Gedanken darüber in England oder in Deutschland haben können, ebensowenig hat man damals, weil man noch das unmittelbare spirituelle alte Gefühl hatte für den Laut, irgendein Ding oder Wesen anders als mit einer eindeutigen Lautzusammenfügung bezeichnen können. So daß die Sprache in alten Zeiten — und die alte sumerische Sprache hatte eben einen Nachklang dieser alten Zeiten — eine ganz bestimmte war, die einfach durch die Natur der Seele für denjenigen, der sie hörte, begreiflich war. Wenn wir so von der Sprache sprechen, müssen wir zurück weisen in die allerersten Zeiten der nachatlantischen Kulturen.

[ 5 ] You see, what has been said here is something I would first like to express in this way: even in those names I had to mention to you when discussing the Epic of Gilgamesh, even there, there are still striking sounds: Ishtar, Ishulan, and the like. If one pronounces these sounds and knows their phonetic value in an occult context, then one knows that, fundamentally, these are names that cannot contain any other sounds if they are to designate the entities in question, because a U, an I, or an A can only unambiguously refer to something very specific. This, in fact, has been the progression of language: that people have lost the sense of how these things—the sounds, consonants and vowels—can refer unambiguously to something, so that in those ancient times one could not designate a thing in any other way than with a very specific combination of sounds. Just as we cannot, in essence, have a different thought about a thing in England or Germany today when we mean the same thing, so too in those days—because people still had that immediate, spiritual, ancient sense of the sound—one could not designate any thing or being other than with a specific combination of sounds. So that language in ancient times—and the ancient Sumerian language had precisely an echo of these ancient times—was a very specific one, which was simply comprehensible to the listener through the nature of the soul. When we speak of language in this way, we must look back to the very earliest times of the post-Atlantean cultures.

[ 6 ] Dann aber hatte gerade das babylonische Volk die Aufgabe, diesen lebendigen spirituellen Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt herunterzuführen in das Persönliche, da wo die Persönlichkeit auf sich gestellt ist in ihrer Einzelheit, in ihrer Sonderheit. Das war die Aufgabe der Babylonier, die spirituelle Welt in den physischen Plan hinunterzuführen. Und verbunden damit ist, daß dieses lebendige Gefühl, dieses spirituelle Gefühl für die Sprache aufhört und die Sprache sich richtet nach Klima, nach geographischer Lage, nach der Volksrasse und dergleichen. Daher schildert uns die Bibel, die über diese Dinge Richtigeres erzählt als die Phantastereien des sich Sprachforscher nennenden Herrn Fritz Mauthner, daher schildert sie uns diese wichtige Tatsache in dem babylonischen Turmbau, wo alle eine gemeinsame Sprache sprechenden Menschen der Erde zerstreut werden. Auch diesen babylonischen Turmbau können wir spirituell verstehen, wenn wir wissen, wie in alten Zeiten gebaut wurde. Solche Gebäude, welche zu dem Zwecke gebaut wurden, gewisse der heiligen Weisheit gewidmete Handlungen vorzunehmen, oder welche Wahrzeichen sein sollten für die heiligen Wahrheiten, solche Gebäude wurden in alten Zeiten in den Maßen gebaut, die entweder vom Himmel oder vom Menschen genommen waren. Und das ist ihm Grunde genommen dasselbe; denn der Mensch ist als Mikrokosmos eine Nachbildung des Makrokosmos, so daß die Maße, welche in die Pyramide hineingeheimnißt sind, vom Himmel und vom Menschen genommen sind.

[ 6 ] But then it fell to the Babylonian people, in particular, to bring this living spiritual connection between human beings and the spiritual world down into the personal realm, where the individual is left to its own devices in its particularity, in its uniqueness. That was the task of the Babylonians: to bring the spiritual world down into the physical plane. And connected to this is the fact that this living feeling, this spiritual feeling for language, ceases, and language becomes shaped by climate, geographical location, the ethnic group, and the like. That is why the Bible, which tells us more accurately about these things than the fantasies of Mr. Fritz Mauthner, who calls himself a linguist, describes this important fact to us in the story of the Tower of Babel, where all the people of the earth who spoke a common language were scattered. We can also understand this Tower of Babel spiritually if we know how buildings were constructed in ancient times. Such structures, which were built for the purpose of performing certain acts dedicated to sacred wisdom, or which were intended to be symbols of sacred truths, were built in ancient times according to dimensions derived either from the heavens or from human measurement. And this is essentially the same thing; for man, as a microcosm, is a replica of the macrocosm, so that the dimensions enshrined in the pyramid are derived from heaven and from man.

[ 7 ] Wenn wir also in alte Zeiten zurückgehen könnten, in verhältnismäßig frühe Zeiten, da würden wir bei den Kultbauten überall finden symbolische Nachahmungen der Menschen- oder Himmelsmaße. Länge, Breite und Tiefe, die Art und Weise, wie das Innere architektonisch gestaltet wurde, alles das war nachgebildet den Himmelsmaßen oder denen des menschlichen Leibes. Aber es war das eben so geschehen: Wo man ein lebendiges Bewußtsein hatte von dem Zusammenhang des Menschen mit der spirituellen Welt, da waren die Maße heruntergeholt aus der spirituellen Welt. Wie mußte es denn in der Zeit werden, in welcher heruntergeführt werden sollte die menschliche Erkenntnis sozusagen vom Himmel auf die Erde? Von dem allgemeinen SpirituellMenschlichen zu dem Menschlich-Persönlichen? Da konnten die Maße nurmehr genommen werden vom Menschen selbst, von der menschlichen Persönlichkeit, insofern sie Ausdruck ist der einzelnen Ichheit. Das aber mußte der babylonische Turm werden, die Kultstätte derjenigen, die nurmehr von der Persönlichkeit die Maße hernehmen sollten. Aber zu gleicher Zeit mußte gezeigt werden, daß die Persönlichkeit erst nach und nach reif werden muß, wiederum hinaufzusteigen in die geistigen Welten. Wir haben gesehen, es mußte erst durch den vierten und fünften Zeitraum durchgegangen werden, um wiederum hinaufzusteigen. Damals war es nicht möglich gewesen, in die Welt der spirituellen Regionen einfach wieder hinaufzusteigen. Das ist damit gemeint, daß der babylonische Turmbau eine mißglückte Sache sein mußte, daß man den Himmel noch nicht mit dem erreichen konnte, was aus der menschlichen Persönlichkeit genommen werden konnte. Ungeheuer Tiefes liegt in diesem Weltsymbolum, in dem babylonischen Turmbau, durch den die Menschen auf ihre einzelne menschliche Persönlichkeit beschränkt worden sind, auf das, was die Persönlichkeit in irgendeinem Volke unter einzelnen besonderen Verhältnissen werden konnte.

[ 7 ] If we could go back to ancient times, to relatively early times, we would find symbolic imitations of human or celestial proportions everywhere in sacred buildings. Length, width, and depth—the way the interior was architecturally designed—all of this was modeled after the dimensions of the heavens or those of the human body. But that is precisely how it happened: Where there was a living awareness of the connection between humanity and the spiritual world, the dimensions were brought down from the spiritual world. What, then, was to become of the time in which human knowledge was to be brought down, so to speak, from heaven to earth? From the general spiritual-human to the human-personal? There, the dimensions could only be taken from the human being itself, from the human personality, insofar as it is an expression of the individual self. But this was to become the Tower of Babel, the place of worship for those who were to derive their measures solely from the personality. Yet at the same time, it had to be shown that the personality must first gradually mature in order to ascend once more into the spiritual worlds. We have seen that one first had to pass through the fourth and fifth epochs in order to ascend once more. At that time, it had not been possible to simply ascend again into the world of the spiritual regions. This means that the building of the Tower of Babel was bound to be a failed endeavor, that heaven could not yet be reached with what could be derived from the human personality. There lies something immensely profound in this world symbol, in the building of the Tower of Babel, through which human beings have been confined to their individual human personality, to what the personality could become in any given people under specific circumstances.

[ 8 ] So wurden die Babylonier heruntergewiesen aus der spirituellen Welt auf unsere Erde; da war ihre Mission, da war ihre Aufgabe. Aber, wie ich schon erwähnt habe, der äußeren babylonischen Kultur lag zugrunde eine chaldäische Mysterienkultur, die esoterisch blieb, die aber doch in ganz bestimmter Weise einfloß in die äußere Kultur. Und daher sehen wir überall noch die uralte Weisheit durchschimmern in dem, was die Babylonier als Maßnahmen treffen konnten. Aber sie mußten das so tun, daß es nicht mit ihnen hinaufstieg in die spirituellen Regionen, sondern daß sie es anwendeten auf unsere Erde. Und was in dieser Art in der Mission der Babylonier lag, das hat sich einverleibt der Kultur und ist bis in unsere Zeiten heruntergekommen. Das können wir zeigen. Wir müssen da nur ein wenig Respekt bekommen vor jener immerhin noch großen, gewaltigen Aufschau in die spirituellen Welten, die noch die alten Traditionen in der Seele hegte und erst in der Abenddämmerung angekommen war. Wir müssen Respekt bekommen vor der tiefen Himmelskunde der Babylonier und vor ihrer gewaltigen Mission, die darin bestand, aus dem, was der Menschheit durch die spirituelle Welt bekannt war, aus den Maßen des Himmels, alles das herauszuholen, was für das äußere praktische Leben notwendig der menschlichen Kultur einverleibt werden mußte. Aber sie hatten zu gleicher Zeit die Mission, alles auf den Menschen zu beziehen. Und da ist es interessant, daß gewisse Vorstellungen bis in unsere Zeiten herein gelebt haben, die gleichsam ein Nachklang jener eigentümlichen Gefühle waren, die die Babylonier noch lebendig empfanden: Gefühle von einem Hereinfließen des ganzen Makrokosmos in den Menschen, von einer menschlichen Gesetzmäßigkeit des irdischen persönlichen Menschen, der nachbildet die große Himmelsgeserzmäßigkeit.

[ 8 ] Thus the Babylonians were sent down from the spiritual world to our Earth; there lay their mission, there lay their task. But, as I have already mentioned, the outer Babylonian culture was founded upon a Chaldean mystery culture that remained esoteric, yet still flowed into the outer culture in a very specific way. And so we still see the ancient wisdom shining through everywhere in the measures the Babylonians were able to take. But they had to do so in such a way that it did not ascend with them into the spiritual regions, but rather that they applied it to our Earth. And what lay in this way within the Babylonians’ mission has been incorporated into our culture and has come down to our own times. We can demonstrate this. We need only gain a little respect for that still great, mighty gaze into the spiritual worlds, which still cherished the ancient traditions in the soul and had only just reached twilight. We must gain respect for the Babylonians’ profound knowledge of the heavens and for their mighty mission, which consisted in drawing out of what was known to humanity through the spiritual world—from the measurements of the heavens—everything that, for the sake of practical life, needed to be incorporated into human culture. But at the same time, they had the mission to relate everything to human beings. And it is interesting that certain ideas have survived into our own times, which were, as it were, an echo of those peculiar feelings that the Babylonians still experienced vividly: feelings of the entire macrocosm flowing into the human being, of a human lawfulness of the earthly, personal human being, who mirrors the great celestial order.

[ 9 ] So gab es im alten Babylonien einen Spruch, der da sagt: «Sieh dir an den Menschen, der da geht, nicht wie ein Greis und nicht wie ein Kind, der da geht als ein Gesunder und nicht als ein Kranker, der da nicht zu schnell läuft und nicht zu langsam schreitet, und du wirst sehen das Maß des Sonnenganges.» Ein merkwürdiger Ausspruch, der uns aber tief, tief hineinweisen kann in die Seelen der alten Babylonier. Denn sie stellten sich vor, daß ein Mensch mit einem guten, gesunden Schritt, ein Mensch, der eine Schnelligkeit einhält in seinem Gehen, die der Gesundheit des Lebens entspringt, daß ein solcher Mensch, wenn er nicht zu schnell und nicht zu langsam um die Erde herumgehen würde, zu einem solchen Rundgange 3651/i Tage brauchen würde — und das stimmt ungefähr, vorausgesetzt, daß er Tag und Nacht ununterbrochen wanderte. Und so sagten sie sich: Das ist die Zeit, in der ein gesunder Mensch die Erde umkreisen könnte, und auch die gleiche Zeit — denn sie glaubten ja an die scheinbare Bewegung der Sonne um die Erde -, in welcher die Sonne herumgeht um die Erde. Gehst du also als ein gesunder Mensch, nicht zu schnell, nicht zu langsam, um die Erde herum, so hältst du das Tempo ein des Sonnenganges um die Erde. Das heißt: «Mensch, es ist deiner Gesundheit eingepflanzt, den Gang der Sonne um die Erde nachzugehen.»

[ 9 ] Thus, in ancient Babylonia, there was a saying that goes: “Look at the man walking there—not like an old man and not like a child, walking as a healthy person and not as a sick one, neither running too fast nor walking too slowly—and you will see the measure of the sun’s course. ” A curious saying, yet one that can give us a deep, deep insight into the souls of the ancient Babylonians. For they imagined that a person with a good, healthy stride, a person who maintains a pace in their walking that springs from the health of life—that such a person, if they were to walk around the earth neither too fast nor too slow, would need 3651/i days for such a circuit—and that is roughly correct, provided that he walked day and night without interruption. And so they said to themselves: This is the time in which a healthy person could circle the Earth, and also the same time—for they believed, after all, in the apparent movement of the Sun around the Earth—in which the Sun circles the Earth. So if you, as a healthy person, walk around the Earth—neither too fast nor too slow—you maintain the pace of the Sun’s journey around the Earth. That is to say: “Man, it is inherent in your health to follow the Sun’s path around the Earth.”

[ 10 ] Das ist allerdings etwas, was uns Respekt einflößen kann vor der gewaltigen kosmischen Anschauung dieses babylonischen Volkes. Denn davon ausgehend haben sie dann geschaffen eine Einteilung dieses Umzuges des Menschen um die Erde. Sie haben nach gewissen Teilmaßen gerechnet und haben dann etwas herausbekommen, was ungefähr der Weg ist, den der Mensch zurücklegt, wenn er zwei Wegstunden weit geht; dies aber kommt einer Meile gleich. Am gesunden Gang rechneten sie dieses Maß heraus und nahmen es als eine Art Normalmaß, um den Boden zu messen in größerem Maßstab. Und dieses Maß, meine lieben Freunde, ist vorhanden geblieben bis vor kurzer Zeit — wo in der Menschenentwickelung alles ins Abstrakte gegangen ist — in der deutschen Meile, die man ungefähr in zwei Stunden zurücklegen kann. So hat sich bis ins 19. Jahrhundert herein etwas erhalten, was herstammt aus der Mission der alten Babylonier, die sich das vom Kosmos heruntergeholt, die es dem Laufe der Sonne nachgerechnet hatten.

[ 10 ] This, however, is something that can inspire awe in us regarding the vast cosmic perspective of this Babylonian people. For, based on this, they then devised a system for measuring the human journey around the Earth. They calculated according to certain proportions and arrived at a figure that roughly corresponds to the distance a person covers when walking for two hours; this, however, is equivalent to a mile. They derived this measure from a normal walking pace and adopted it as a standard unit for measuring the land on a larger scale. And this measure, my dear friends, has remained in use until recently—when everything in human development has turned abstract—in the German mile, which can be covered in about two hours. Thus, something has been preserved right into the 19th century that originates from the mission of the ancient Babylonians, who derived it from the cosmos and calculated it based on the course of the sun.

[ 11 ] Erst unsere Zeit hatte die Notwendigkeit, diese vom Menschen hergenommenen Maße zurückzuführen auf abstrakte Maße, die von etwas Totem hergenommen sind. Denn bekanntlich ist das gegenwärtige Maß ein abstraktes gegenüber den konkreten, unmittelbar an dem Menschen und an der Himmelserscheinung anknüpfenden Maßen, die im Grunde genommen alle auf die Mission des alten babylonischen Volkes zurückführen. Auch bei anderen Maßen, wie zum Beispiel bei dem «Fuß» — dieses war hergenommen von einem menschlichen Glied -, oder bei der «Elle» — die hat man abgemessen an Hand und Arm des Menschen -, überall könnten wir finden, daß da etwas zugrunde liegt, was am Menschen, am Mikrokosmos als Gesetzmäßigkeit gefunden wurde. Und im Grunde genommen lag auch noch bis vor kurzem die ganze Denkweise der alten Babylonier unserem Maßsystem zugrunde. Die zwölf 'Tierkreisbilder und die fünf Planeten gaben ihnen fünf mal zwölf = sechzig; das ist eine Grundzahl. Gezählt haben die alten Babylonier überhaupt bis sechzig. Bei sechzig fingen sie wieder von neuem an. Bei allem, was sie in den alltäglichen Dingen zählten, legten sie die Zahl zwölf zugrunde, welche deshalb, weil sie aus den Gesetzen des Kosmos heraus ist, sich tatsächlich viel konkreter allen äußeren konkreten Verhältnissen anschmiegt. Denn die Zahl hat zwölf Teile. Zwölf war ja das Dutzend, und das Dutzend ist nichts anderes als eine Gabe aus der Mission der Babylonier heraus. Wir haben überall die Zehn zugrunde liegen, eine Zahl, die uns große Schwierigkeiten bereitet, wenn wir sie in Teile zerlegen wollen, während das Dutzend auch in seiner Beziehung zu sechzig und in seiner verschiedenen Teilbarkeit als die Grundlage eines Zahl- und Maßsystems in hohem Maße sich konkret in die Verhältnisse hineinschmiegt.

[ 11 ] It was only in our time that it became necessary to trace these human-derived measures back to abstract measures derived from something inanimate. For, as is well known, the current measure is an abstract one in contrast to the concrete measures directly linked to human beings and celestial phenomena, which, in essence, all trace back to the mission of the ancient Babylonian people. The same applies to other measures, such as the “foot”—which was derived from a human limb—or the “cubit”—which was measured against the human hand and arm—everywhere we could find that there lies at the foundation something that was discovered in humanity, in the microcosm, as a law. And, in essence, until quite recently, the entire way of thinking of the ancient Babylonians underlay our system of measurement. The twelve zodiac signs and the five planets gave them five times twelve = sixty; that is a fundamental number. The ancient Babylonians counted up to sixty. At sixty, they started over again. In everything they counted in everyday life, they based their calculations on the number twelve, which, because it stems from the laws of the cosmos, actually fits much more concretely with all external concrete relationships. For the number has twelve parts. Twelve was, after all, the dozen, and the dozen is nothing other than a gift from the mission of the Babylonians. We have the number ten as our basis everywhere, a number that causes us great difficulty when we want to break it down into parts, whereas the dozen, both in its relationship to sixty and in its various divisibilities, fits very concretely into these relationships as the foundation of a system of numbers and measures.

[ 12 ] Das soll nicht eine Kritik unserer Zeit sein, wenn gesagt wird, daß die Menschheit ins Abstrakte, selbst in bezug auf Rechnen und Zählen hineingegangen ist, denn es kann eben eine Epoche nicht dasselbe tun wie die vorhergehende. Wenn wir uns den Lauf der Kultur von der atlantischen Katastrophe bis in die griechische Zeit und von da weiter durch die unsrige darstellen wollen, können wir sagen: Die indische, persische, ägyptische steigen herunter; in der griechischen Kultur ist der Punkt, wo das reine Menschentum im physischen Plane ausgebildet wird, dann beginnt wiederum das Hinaufsteigen. Aber dieses Hinaufsteigen ist so, daß es sozusagen nur einen Ast darstellt der wirklichen Entwickelung und daß allerdings ein fortlaufendes Sinken in den Materialismus auf der anderen Seite vorhanden ist. Daher haben wir in unserer Zeit neben dem energischen spirituellen Streben nach aufwärts den krassesten Materialismus, der tief in die Materie hineingeht. Diese Dinge gehen natürlich nebeneinander. Wie ein Widerstand, der zu überwinden ist zur Entwickelung einer höheren Kraft, so muß diese materialistische Strömung vorhanden sein. Im Sinne dieser Strömung liegt es aber, alles abstrakt zu machen; denn das ganze Dezimalsystem ist ein abstraktes System. Das ist keine Kritik, sondern nur eine Charakteristik. Und so will man das Konkrete sonst auch überwinden. Was sind nicht alles für Vorschläge gemacht worden, zum Beispiel das Osterfest auf einen festen Tag des April zu verlegen, damit die Unbequemlichkeiten für Handel und Industrie vermieden würden! Man beachtet nicht, daß wir da noch etwas haben, was hereinragt aus alten Zeiten in seiner Bestimmung nach dem Sternenhimmel. Alles soll ins Abstrakte einlaufen, und nur wie ein dünner Bach zieht sich zunächst das Konkrete, das wiederum dem Spirituellen zueilt, in unsere Kultur hinein.

[ 12 ] This is not meant to be a criticism of our time when it is said that humanity has turned toward the abstract, even in matters of arithmetic and counting, for one epoch cannot do the same as the one that preceded it. If we wish to trace the course of culture from the Atlantean catastrophe through to the Greek era and from there onward into our own time, we can say: Indian, Persian, and Egyptian cultures are descending; in Greek culture lies the point where pure humanity is developed on the physical plane, and then the ascent begins anew. But this ascent is such that it represents, so to speak, only one branch of true development, and that, indeed, a continuous descent into materialism exists on the other side. Therefore, in our time, alongside the vigorous spiritual striving upward, we have the most blatant materialism, which penetrates deeply into matter. These things naturally coexist. Just as resistance must be overcome to develop a higher power, so must this materialistic current exist. In the spirit of this current, however, the aim is to make everything abstract; for the entire decimal system is an abstract system. This is not a criticism, but merely a characterization. And so one seeks to overcome the concrete in other ways as well. What all sorts of proposals have been made—for example, to move Easter to a fixed day in April so that the inconveniences for commerce and industry might be avoided! No one takes into account that we still have something here that reaches back from ancient times in its alignment with the starry sky. Everything is to flow into the abstract, and only like a thin stream does the concrete—which in turn flows toward the spiritual—initially find its way into our culture.

[ 13 ] Es ist außerordentlich interessant, wie nicht nur innerhalb der Geisteswissenschaft, sondern auch außerhalb derselben die Menschheit instinktiv getrieben wird, den Weg nach aufwärts zu machen, wiederum hinaufzusteigen, sagen wir zu einer ähnlichen Anschmiegung an Maß und Zahl und Form, wie es bei den alten Babyloniern und Ägyptern der Fall war. Denn in der Tat ist in unserer Zeit eine Art Wiederholung der babylonischen und ägyptischen Kultur da; es wiederholen sich ja die Zeiträume der Vorzeit, der ägyptische Zeitraum in dem unsrigen, der persische im sechsten, der indische im siebenten Zeitraum. Es entspricht der erste dem siebenten, der zweite dem sechsten, der dritte unserem fünften, der vierte steht für sich da, die Mitte bildend. Daher wiederholt sich so vieles instinktiv, was Anschauung der alten Ägypter war. Da können merkwürdige Sachen vorkommen. Es können Menschen ganz drinnenstehen in urmaterialistischen Vorstellungen, urmaterialistischen Begriffen, und dennoch können sie durch die Macht der Tatsachen - nicht durch naturwissenschaftliche Theorien, denn die sind heute alle materialistisch — ins spirituelle Leben geführt werden.

[ 13 ] It is extraordinarily interesting how, not only within the humanities but also outside of them, humanity is instinctively driven to make its way upward, to ascend once more, so to speak, toward a similar attachment to measure, number, and form as was the case with the ancient Babylonians and Egyptians. For indeed, in our time there is a kind of repetition of Babylonian and Egyptian culture; the periods of antiquity do repeat themselves, the Egyptian period in ours, the Persian in the sixth, the Indian in the seventh. The first corresponds to the seventh, the second to the sixth, the third to our fifth, while the fourth stands on its own, forming the middle. That is why so much of what was the worldview of the ancient Egyptians repeats itself instinctively. Strange things can happen here. People may be completely immersed in primal materialistic ideas and concepts, and yet they can be led into spiritual life through the power of facts—not through scientific theories, for those are all materialistic today.

[ 14 ] Sehen Sie, da gibt es zum Beispiel einen interessanten Berliner Arzt, der hat eine merkwürdige Beobachtung gemacht. Ich will Ihnen das hier einmal auf der Tafel vorführen; das ist also eine rein tatsächliche Beobachtung, die gemacht worden ist, abgesehen von aller Theorie. Nehmen wir an, in diesem Punkte wäre uns schematisch gegeben das Todesdatum irgendeiner Frau - also ich verzeichne nicht irgend etwas, was ausgedacht ist, sondern was beobachtet ist -, diese Frau ist die Großmutter einer Familie. Eine bestimmte Anzahl von Tagen vor dem Tode dieser Großmutter der Familie wird ein Enkelkind geboren, die Anzahl der Tage beträgt 1428. Merkwürdigerweise wird 1428 Tage nach dem Tode der Großmutter wiederum ein Enkelkind geboren, und ein Urenkel wird geboren 9996 Tage nach dem Tode der Großmutter. Dividieren Sie 9996 durch 1428: Sie erhalten 7. Das heißt, in einem Zeitraum, der das Siebenfache ist von dem Zeitraum zwischen der Enkelgeburt und dem Tode der Großmutter, wird ein Urenkel geboren. Und nun zeigt derselbe Arzt, daß dies nicht ein vereinzelter Fall ist, sondern daß sich ganze Familien durchgehen lassen, und man immer in bezug auf Tod und Geburt absolut bestimmte Zahlenverhältnisse antrifft. Und das Interessanteste ist: Wenn Sie zum Beispiel nehmen die Zahl 1428, so haben Sie darin wiederum sieben als eine darin aufgehende Zahl. Kurz, die Tatsachen zwingen heute die Leute dazu, gewisse Regelmäßigkeiten, Periodizitäten, die mit den alten heiligen Zahlen zusammenhängen, in der Aufeinanderfolge der äußeren Geschehnisse wiederzufinden. Und heute ist schon die Zahl der tatsächlich von Fließ — so heißt der Berliner Arzt — und von seinen Schülern zusammengestellten Ergebnisse in dieser Richtung ein Beweis dafür, daß ganz bestimmte Zahlen die regulativen Faktoren sind, die da regeln das gesetzmäßige Ablaufen solcher Ereignisse. Diese zusammengestellten Zahlen sind heute schon in überwältigender Menge vorhanden. Die Auslegung ist dabei eine durchaus materialistische, aber die Macht der Tatsachen zwingt, an das Wirken der Zahl beim Weltgeschehen zu glauben. Ich bemerke ausdrücklich, daß es außerordentlich falsch ist, wie von Fließ und seinen Schülern dieses Prinzip noch benützt wird. Wie er seine Hauptzahlen, namentlich 23 und 28, die er auch wieder findet - 28=4xX7 -, wie er diese Zahlen verwendet, das wird noch vielfache Verbesserungen erfahren müssen. Dennoch aber sehen wir in einer solchen Betrachtung etwas wie ein instinktives Auftauchen der alten babylonischen Kultur beim Aufstiege der Menschheit. Natürlich, die große Masse der Menschen hat kein Gefühl, keinen Sinn für solche Dinge; sie bleiben vereinzelt in engeren Kreisen. Aber merkwürdig muß es uns erscheinen, wenn wir sehen, daß jene Leute, wie zum Beispiel die Schüler des Fließ, die solche Dinge finden, dann eigentümliche Gedanken und Gefühle bekommen. So sagt einer dieser Schüler des Fließ: «Was würden, wenn diese Dinge in älteren Zeiten gewußt worden wären» — sie sind eben gewußt worden! -, «was würden die betreffenden Menschen sagen?» Und eine besonders charakteristische Stelle scheint mir die folgende zu sein.

[ 14 ] You see, there is, for example, an interesting doctor in Berlin who made a curious observation. I’d like to demonstrate this to you here on the board; this is, in other words, a purely factual observation that has been made, setting aside all theory. Let’s assume that we are given, schematically, the date of death of a certain woman—I am not recording something that has been invented, but rather something that has been observed—this woman is the grandmother of a family. A certain number of days before the death of this family’s grandmother, a grandchild is born; the number of days is 1,428. Strangely enough, 1,428 days after the grandmother’s death, another grandchild is born, and a great-grandchild is born 9,996 days after the grandmother’s death. Divide 9,996 by 1,428: You get 7. That is, a great-grandchild is born in a period of time that is seven times the period between the grandchild’s birth and the grandmother’s death. And now the same doctor shows that this is not an isolated case, but that entire families can be examined, and one always encounters absolutely specific numerical ratios with regard to death and birth. And the most interesting thing is: if you take, for example, the number 1428, you find seven as a number contained within it. In short, the facts today compel people to rediscover certain regularities and periodicities, connected with the ancient sacred numbers, in the sequence of external events. And today, the sheer number of findings compiled in this direction by von Fließ—that is the name of the Berlin physician—and his students already serves as proof that very specific numbers are the regulatory factors governing the lawful course of such events. These compiled figures are already available in overwhelming quantities today. The interpretation is thoroughly materialistic, but the power of the facts compels one to believe in the influence of numbers on world events. I expressly note that the way von Fließ and his students still apply this principle is extremely flawed. The way he uses his key numbers—namely 23 and 28, which he also finds again—28=4×7—the way he employs these numbers will require many improvements. Nevertheless, in such a consideration, we see something like an instinctive emergence of the ancient Babylonian culture during the ascent of humanity. Of course, the vast majority of people have no feeling, no sense for such things; they remain isolated within narrower circles. But it must strike us as remarkable when we see that those people, such as the students of Fließ, who discover such things, then develop peculiar thoughts and feelings. One of these disciples of Fließ says: “What if these things had been known in earlier times”—they were, in fact, known!—“what would the people concerned say?” And the following passage seems to me to be particularly characteristic.

[ 15 ] Nachdem der Schüler von Fließ vieles in dieser Weise zusammengestellt hat, sagt er: «Zeiträume von der klarsten mathematischen Struktur werden hier der Natur entnommen und solche Dinge sind den viel Schwierigeres gewöhnten, begabten Köpfen zu allen Zeiten unerreichbar gewesen. Mit welcher religiösen Inbrunst hätten die rechnenden Babylonier hier geforscht und mit welchem Zauber wären die Fragen umgeben worden.» Also wie weit ist man schon im Ahnen dessen, was wirklich geschieht! Wie arbeitet der Instinkt des Menschen wiederum nach dem spirituellen Leben! Gerade dort aber, wo die landläufige Wissenschaft unserer Zeit gewöhnlich blind vorübergeht, gerade dort ist vielfach das zu suchen, was tief lichtbringend ist für die okkulte Kraft, deren sich die Leute gar nicht bewußt sind. Denn diejenigen, die hier auf dieses eigentümliche Zahlengesetz hinweisen, die erklären es ganz materialistisch. Aber die Macht der Tatsachen zwingt heute schon die Menschen wiederum, die spirituelle, mathematische Gesetzmäßigkeit in den Dingen anzuerkennen. So sehen wir in der Tat, wie tief wahr es ist, daß im Grunde genommen alles das, was später in dem Verlauf der Entwickelung der Menschheit auf persönliche Art sich ausdrückt, wie es ein Schattenbild ist dessen, was früher in elementarer, ursprünglicher Größe vorhanden war, weil eben noch der Zusammenhang mit der spirituellen Welt bestand. Das möchte ich betonen, damit es sich in Ihre Seelen schreibt, daß die Babylonier bei ihrem Übergang zu dem vierten Kulturzeitraum es waren, die sozusagen den Himmel auf die Erde herunterzutragen hatten, die das Himmlische noch hineinzugeheimnissen hatten in Maß, Zahl, Gewicht; und daß wir bis in unsere Tage herein die Nachklänge davon gespürt haben, daß wir wieder zurückkehren werden zu dieser Zalentechnik, daß sie sich mehr und mehr wieder geltend machen muß, wenn auch auf anderen Gebieten des Lebens ein abstraktes Maß- und Zahlensystem selbstverständlich das Richtige ist. So also können wir auch hier wiederum sehen, wie beim Herabsteigen ein gewisser Punkt erreicht worden ist in der griechischlateinischen Kultur des reinen Menschentums, des Ausprägens der Persönlichkeit auf dem physischen Plan, und wie dann aufs neue ein Aufstieg stattfindet. So daß also in der Tat auch in bezug auf den Gang der nachatlantischen Kultur das Griechentum wie in der Mitte dasteht. Nun müssen wir uns doch vor Augen führen, daß hereinbrach in dieser griechischen Epoche der Impuls des Christentums, der die Menschheit immer mehr und mehr hinaufführen soll in andere Regionen. Wir haben aber schon gesehen, wie dieses Christentum in den ersten Zeiten seiner Entwickelung nicht etwa gleich mit all seiner Bedeutung, seinem spirituellen Gehalt aufgetreten ist. Wir haben es an dem Benehmen der alexandrinischen Menschen gegen die Hypatia uns veranschaulicht, mit welchen Schwächen und Schattenseiten zunächst das Christentum behaftet war. Ja, wir haben es oftmals betont, daß die Zeiten, wo man das Christentum verstehen wird in seiner ganzen Tiefe, eben erst kommen werden, daß das Christentum noch unendliche Tiefen in sich hat und daß es sozusagen mehr der Zukunft als der Gegenwart, geschweige denn der Vergangenheit der Menschen angehört. So sehen wir, wie ein im Anfange Begriffenes im Christentum sich hineinstellt in das, was im Grunde genommen die Erbschaft angetreten hat einer Urweltsweisheit und -geistigkeit. Denn das, was das Griechentum empfangen hatte, was es in sich trug, war wirklich etwas wie ein Erbgut dessen, was die Menschen sich in unzähligen Inkarnationen erworben hatten durch ihren lebendigen Zusammenhang mit der spirituellen Welt. Die ganze Spiritualität, die in den Vorzeiten erlebt worden war, hatte sich hineingesenkt in die Seelen und Herzen der Griechen und lebte sich in ihnen aus. Daher können wir begreifen, daß es Menschen hat geben können, welche beim Einleben des Christentums, besonders angesichts dessen, was in den ersten Jahrhunderten aus dem christlichen Impulse geworden war, dieses Ereignis nicht so hoch schätzen konnten wie das, was mit überwältigender Größe, überwältigender Geistigkeit als altes Erbgut von Jahrtausenden ins Griechentum sich herein vererbt hat. Und eine ganz besonders charakteristische Persönlichkeit gab es, die sozusagen in der eigenen Brust diesen Kampf des Alten mit dem Neuen erlebte, diesen Kampf urältester Weisheitsschätze, urältester spiritueller Schätze mit dem, was erst im Anfange war und schwach rieselte: diese Persönlichkeit der griechisch-lateinischen Zeit vom 4. Jahrhundert, die solches auf dem Schauplatz ihrer Seele erlebte, war Julian Apostata.

[ 15 ] After compiling much of this material in this manner, von Fließ’s student remarks: “Periods of the clearest mathematical structure are drawn from nature here, and such things have always been beyond the reach of gifted minds accustomed to far more difficult matters. With what religious fervor the calculating Babylonians must have researched this, and with what magic the questions must have been shrouded.” So how far have we already come in sensing what is truly happening! How the human instinct works toward the spiritual life! But precisely where the conventional science of our time usually passes by blindly, precisely there is often to be found that which brings deep enlightenment regarding the occult power of which people are not at all aware. For those who point to this peculiar law of numbers here explain it in a wholly materialistic way. But the power of facts is already compelling people today to recognize the spiritual, mathematical regularity in things. Thus we see, in fact, how profoundly true it is that, fundamentally, everything that later expresses itself in a personal way in the course of human development is like a shadow image of what previously existed in elemental, primordial grandeur, precisely because the connection with the spiritual world still existed. I would like to emphasize this so that it may be inscribed in your souls: that it was the Babylonians, in their transition to the fourth cultural epoch, who had to bring heaven down to earth, so to speak, who still had to enshrine the heavenly in measure, number, and weight; and that we have felt the echoes of this right up to the present day, that we will return to this system of measures, that it must assert itself more and more again, even though in other areas of life an abstract system of measures and numbers is, of course, the right approach. Thus, here too we can see how, in the descent, a certain point was reached in the Greco-Latin culture of pure humanity, of the development of the personality on the physical plane, and how an ascent then takes place anew. So that, in fact, even with regard to the course of post-Atlantean culture, Hellenism stands at the center. Now we must bear in mind that during this Greek epoch the impulse of Christianity broke in, which is meant to lead humanity ever higher into other regions. But we have already seen how, in the early stages of its development, Christianity did not immediately emerge with all its significance and spiritual content. We have seen, in the behavior of the Alexandrians toward Hypatia, the weaknesses and dark sides with which Christianity was initially burdened. Indeed, we have often emphasized that the times when Christianity will be understood in all its depth are only just to come, that Christianity still possesses infinite depths within itself, and that it belongs, so to speak, more to the future than to the present, let alone to humanity’s past. Thus we see how something that was only just beginning to take shape in Christianity has come to embody what has, in essence, inherited the wisdom and spirituality of a primordial world. For what Greek civilization had received, what it carried within itself, was truly something like a genetic legacy of what humanity had acquired through countless incarnations by virtue of its living connection with the spiritual world. The entire spirituality that had been experienced in ancient times had sunk into the souls and hearts of the Greeks and lived itself out within them. Therefore, we can understand that there could have been people who, with the establishment of Christianity—especially in view of what had become of the Christian impulse in the first centuries—could not value this event as highly as that which, with overwhelming grandeur and overwhelming spirituality, had been bequeathed to Greek culture as an ancient heritage spanning millennia. And there was one particularly characteristic figure who, so to speak, experienced this struggle between the old and the new within his own breast—this struggle between the most ancient treasures of wisdom and the most ancient spiritual treasures, and that which was only just beginning and trickling in weakly: this figure from the Greco-Latin period of the 4th century, who experienced such things on the stage of his soul, was Julian the Apostate.

[ 16 ] Oh, es ist interessant, das Leben des Julianus, des römischen Kaisers, zu verfolgen. Als Neffe des ehrgeizigen und rachsüchtigen Kaisers Konstantin geboren, war eigentlich Julianus schon als Kind dazu bestimmt, getötet zu werden mit seinem Bruder. Nur weil man glaubte, daß mit der Tötung doch zu großes Aufsehen erregt würde, und weil man hoffte, das, was er schaden könnte, später hintanhalten zu können, ließ man ihn am Leben. Und unter mancherlei Irrfahrten zu diesen und jenen Menschengemeinschaften mußte Julianus seine Erziehung durchmachen. Und es wurde streng darauf gesehen, daß er das in seine Seele aufnahm, was dazumal in Rom und von Rom, von dem römischen Kaiserreiche aus Opportunitätsgründen als christliche Entwickelung genommen wurde. Das aber war ein buntes Gemisch von dem, was sich allmählich als katholische Kirche herausarbeitete, und dem, was als Arianismus lebte; man wollte es sozusagen mit keinem von beiden verderben. Und so hatte man gerade damals ziemlich stark das alte hellenistisch-heidnische Ideal, die alten Götter und die alten Mysterien in jeder Weise bekämpft. Alles, wie gesagt, wurde aufgeboten, um Julianus, von dem man doch hoffen konnte, daß er einmal auf den Thron der Cäsaren kommen würde, um Julianus sozusagen gut christlich zu machen.

[ 16 ] Oh, it is interesting to follow the life of Julian, the Roman emperor. Born as the nephew of the ambitious and vengeful Emperor Constantine, Julian was actually destined to be killed along with his brother even as a child. Only because it was believed that his killing would cause too much of a stir, and because it was hoped that whatever harm he might cause could be prevented later, was he allowed to live. And amid various wanderings among this and that community, Julianus had to undergo his upbringing. And great care was taken to ensure that he absorbed into his soul what was at that time in Rome and from Rome, from the Roman Empire, adopted as Christian development for reasons of expediency. But this was a colorful mixture of what was gradually emerging as the Catholic Church and what existed as Arianism; one did not want to spoil it, so to speak, with either of them. And so, precisely at that time, the old Hellenistic-pagan ideal, the old gods, and the old mysteries had been vigorously opposed in every way. Everything, as I said, was mobilized to make Julian—in whom one could still hope would one day ascend to the throne of the Caesars—a good Christian, so to speak.

[ 17 ] Ein merkwürdiger Drang aber sprach sich in dieser Seele aus. Niemals konnte diese Seele so recht tiefes Verständnis gewinnen für das Christentum. Überall da, wo dieses Kind hingebracht wurde, und wo noch Überreste waren nicht nur alten Heidentums, sondern alter Spiritualität, da ging diesem Knaben das Herz auf. Er sog ein, was in der Kultur des vierten Zeitraumes an uralten, heiligen Überlieferungen und Einrichtungen lebte. Und so kam es denn, daß er auf seinen verschiedentlichsten Irrfahrten, zu denen die Verfolgungen durch seinen Oheim, den Kaiser, ihn trieben, dennoch in die Nähe von Lehrern der sogenannten neuplatonischen Schule kam und zu den Schülern der Alexandriner, die von Alexandria aus die alten Überlieferungen empfangen hatten. Da wurde erst recht Julianus’ Herz genährt mit dem, wozu er solch tiefen Drang empfand. Und dann lernte er kennen, was noch an solch alten Weisheitsschätzen in Griechenland selber vorhanden war. Und mit all dem, was Griechenland ihm gab, was ihm die alte Welt an Weisheit gab, mußte Julianus ein lebendiges Gefühl verbinden für die Sprache des Sternenhimmels, für die Geheimnisse, die in der Schrift des Sternenhimmels aus dem Weltenraume zu uns heruntersprechen. Und dann kam für ihn die Zeit, da er durch einen der letzten Hierophanten eingeweiht wurde in die eleusinischen Mysterien. Und wir haben in Julianus das eigentümliche Schauspiel, daß ein Inspirierter der alten Mysterien, der ganz drinnensteht in dem, was man erhalten kann, wenn das spirituelle Leben durch die Mysterien zur Wirklichkeit wird, wir haben das Schauspiel, daß ein solcher Eingeweihter auf dem Throne der römischen Cäsaren sitzt. Und so sehr auch in der Schrift gegen die Christen, die von Julianus erhalten ist, sich Mißverständnisse eingeschlichen haben, so wissen wir doch, welche Größe in der Weltanschauung des Julianus lebte, da, wo er aus der Größe seiner Initiation heraus spricht.

[ 17 ] Yet a strange urge made itself felt in this soul. This soul was never able to gain a truly deep understanding of Christianity. Wherever this child was taken, and wherever remnants remained—not only of ancient paganism but also of ancient spirituality—the boy’s heart opened up. He absorbed what lived on in the culture of the fourth epoch in the form of ancient, sacred traditions and institutions. And so it came to pass that during his various wanderings—to which the persecutions by his uncle, the Emperor, drove him—he nevertheless came into contact with teachers of the so-called Neoplatonic school and with the Alexandrian scholars who had received the ancient traditions from Alexandria. There, Julian’s heart was nourished all the more by that for which he felt such a deep longing. And then he came to know what remained of such ancient treasures of wisdom in Greece itself. And with all that Greece gave him, with all the wisdom the ancient world bestowed upon him, Julianus had to combine a living sense of the language of the starry sky, of the mysteries that speak down to us from the cosmos through the script of the starry sky. And then came the time when he was initiated into the Eleusinian Mysteries by one of the last hierophants. And in Julianus we have the peculiar spectacle of an inspired figure of the ancient mysteries, one who is fully immersed in what can be attained when spiritual life becomes reality through the mysteries; we have the spectacle of such an initiate sitting on the throne of the Roman Caesars. And however much misunderstandings may have crept into the treatise against the Christians by Julian that has come down to us, we nevertheless know what greatness lived in Julian’s worldview, there where he speaks from the greatness of his initiation.

[ 18 ] Aber als ein Schüler der Mysterien, die schon in der Abendröte waren, wußte er sich nicht recht in die Zeit hineinzustellen, deshalb ging er dem Märtyrertum eines Inspirierten entgegen, der nicht mehr recht weiß, welche Geheimnisse geheimgehalten werden müssen und welche mitgeteilt werden dürfen. Aus dem Eifer und Enthusiasmus, den Julianus aufgenommen hatte durch seine hellenistische Erziehung und durch die Einweihung, aus den großartigen Erfahrungen, die er an der Hand seines Hierophanten hatte machen können, entwickelte sich in ihm der Wille, wiederherzustellen, was er als das lebendige Leben und Weben der alten Spiritualität sah. Und so sehen wir, wie er durch viele Maßnahmen versucht, die alten Götter wiederum einzuführen in die Kultur, in die sich das Christentum hineingestellt hatte. Er ging sowohl in dem Aussprechen von Mysteriengeheimnissen, wie auch in dieser Stellung zum Christentum zu weit. Daher kam es, daß er im Jahre 363, als er einen Kriegszug unternehmen mußte gegen die Perser, von seinem Schicksal da ereilt wurde. Wie noch jeder, der unbefugt ausgesprochen hat, was nicht ausgesprochen werden darf, ereilt worden ist von seinem Schicksal, so geschah es auch dem Julianus, und es kann historisch belegt werden, daß Julianus durch Christenhand auf diesem Zuge gegen die Perser gefallen ist. Denn nicht nur, daß sich diese Kunde sehr bald hinterher verbreitete und niemals von irgendeinem der bedeutenden christlichen Schriftsteller desavouiert worden ist: es wäre auch höchst auffällig, wenn die Perser den Tod ihres Erzfeindes herbeigeführt und sich dieses Todes nicht gerühmt hätten. Aber auch bei ihnen entstand gleich nachher die Anschauung, daß er von Christenhand gefallen sei. Das war wirklich etwas wie ein Sturm, der da ausging von dieser inspirierten Seele, von dem Enthusiasmus, den Julian Apostata gewonnen hatte aus seiner Einweihung in die schon ihrer Abenddämmerung entgegengehenden eleusinischen Mysterien. So war das Schicksal eines Menschen aus dem 4. Jahrhundert, eines ganz persönlichen Menschen, dessen Weltenkarma im Grunde genommen darin bestand, daß er in persönlichem Zorn, in persönlichem Groll, in persönlichem Enthusiasmus ausleben sollte, was er als ein Erbe empfangen hatte. Das war das Grundgesetz seines Lebens.

[ 18 ] But as a student of the Mysteries, which were already in their twilight, he did not quite know how to place himself within the times; therefore, he headed toward the martyrdom of an inspired soul who no longer quite knows which secrets must be kept hidden and which may be revealed. From the zeal and enthusiasm Julianus had absorbed through his Hellenistic education and through his initiation, from the magnificent experiences he had been able to have under the guidance of his hierophant, the will developed within him to restore what he saw as the living life and weaving of the ancient spirituality. And so we see how, through many measures, he attempted to reintroduce the ancient gods into the culture into which Christianity had established itself. He went too far both in revealing the secrets of the mysteries and in his stance toward Christianity. Thus it came to pass that in the year 363, when he had to undertake a military campaign against the Persians, his fate overtook him there. Just as everyone who has spoken without authorization what must not be spoken has met his fate, so it happened to Julian, and it can be historically proven that Julian fell at the hands of Christians on this campaign against the Persians. For not only did this news spread very soon afterward and was never disavowed by any of the significant Christian writers: it would also be highly conspicuous if the Persians had brought about the death of their arch-enemy and had not boasted of this death. But even among them, the view arose immediately afterward that he had fallen at the hands of Christians. It was truly something like a storm that emanated from this inspired soul, from the enthusiasm that Julian the Apostate had gained from his initiation into the Eleusinian Mysteries, which were already approaching their twilight. Such was the fate of a man from the 4th century, a very personal man, whose worldly karma essentially consisted in living out, in personal anger, personal resentment, and personal enthusiasm, what he had received as an inheritance. That was the fundamental law of his life.

[ 19 ] Es ist nun interessant, gerade dieses Leben, gerade diese Individualität zum Zwecke okkulter Geschichtsbetrachtung im späteren Verlaufe zu betrachten. Da wird geboren im 16. Jahrhundert, im Jahre 1546, ein merkwürdiger Mensch, der aus einem adeligen Geschlechte des nördlichen Europa stammt, dem sozusagen in die Wiege gelegt war alles, was ihn zu hohen Würden im Sinne des damaligen traditionellen Lebens hätte führen können, hineingeboren sogar in eine reiche Familie. Weil er im Sinne der Familientradition ein Mensch in hervorragender staatlicher oder sonstiger hoher Stellung werden sollte, war er selbstverständlich für den juristischen Beruf bestimmt und mit einem Hauslehrer nach der Universität Leipzig geschickt worden, um Jurisprudenz zu studieren. Der Hauslehrer quälte den Knaben - denn er war noch ein Knabe, als er Jura studieren sollte -, er quälte den Knaben, solange es Tag war. Wenn aber der Hauslehrer den Schlaf des Gerechten schlief und über die juristischen Theorien träumte, da stahl sich der Knabe aus seinem Bett und beobachtete mit den sehr einfachen Instrumenten, die er sich selber konstruiert hatte, in der Nacht die Sterne. Und er brachte es sehr bald dahin, mehr über die Geheimnisse des Sternenhimmels zu wissen, nicht nur als irgendwelche Lehrer, sondern mehr noch, als damals in allen Büchern stand. Denn so zum Beispiel bemerkte er sehr bald eine ganz bestimmte Stellung von Saturn und Jupiter im Sternbilde des Löwen, schaute nach in den Büchern und fand, daß es dort ganz falsch verzeichnet war. Da entstand in ihm die Sehnsucht, möglichst genau vor allen Dingen kennenzulernen diese Sternenschrift, möglichst genau zu verzeichnen die Bahn der Sterne. Und was wunder, daß dieser Mensch sehr bald trotz allen Widerstandes von seiner Familie sich die Erlaubnis auswirkte, Naturforscher und Astronom zu werden und nicht über den juristischen Büchern und Doktrinen sein Leben zu verträumen. Und da er bedeutende Mittel flottmachen konnte, so war es ihm möglich, eine ganze Anstalt sich anzulegen.

[ 19 ] It is now interesting to examine this very life, this very individual, in the context of an occult historical analysis later on. In the 16th century, in the year 1546, a remarkable individual was born into a noble family of northern Europe; he was, so to speak, born with everything that could have led him to high office in the sense of the traditional way of life of that time, even born into a wealthy family. Because, in keeping with family tradition, he was meant to become a person in an outstanding government or other high position, he was naturally destined for a legal career and had been sent with a private tutor to the University of Leipzig to study law. The tutor tormented the boy—for he was still a boy when he was supposed to study law—he tormented the boy as long as it was day. But when the tutor slept the sleep of the righteous and dreamed of legal theories, the boy would slip out of his bed and observe the stars at night with the very simple instruments he had constructed himself. And he very soon came to know more about the secrets of the starry sky, not only than any teacher, but even more than what was written in all the books at the time. For example, he very soon noticed a very specific position of Saturn and Jupiter in the constellation Leo, looked it up in the books, and found that it was recorded there quite incorrectly. This sparked in him a longing to understand this celestial script as precisely as possible, and to chart the paths of the stars with the greatest accuracy. And is it any wonder that this man very soon, despite all opposition from his family, secured permission to become a naturalist and astronomer and not to waste his life poring over legal books and doctrines? And since he was able to raise significant funds, he was able to establish an entire institute.

[ 20 ] Dieses Institut war merkwürdig eingerichtet; in seinen oberen Stockwerken enthielt es Instrumente, dazu bestimmt, die Geheimnisse des Sternenhimmels zu beobachten, und im Keller Apparate, um die verschiedenen Mischungen und Entmischungen der Stoffe, der Materien zu formen. Und da arbeitete er, seine Zeit teilend zwischen den Beobachtungen in den oberen Stockwerken und dem Kochen und Sieden und Mischen und Wiegen unten in den Kellern. Da arbeitete dieser Geist, um zu zeigen nach und nach, wie die Gesetze, die in den Sternen geschrieben sind, die planetarischen und Fixsterngesetze, die makrokosmischen Gesetze, sich mikrokosmisch wiederfinden in den mathematischen Zahlen, die den Mischungen und Entmischungen der Stoffe zugrunde liegen. Und das, was er als ein lebendiges Verhältnis zwischen Himmlischem und Irdischem fand, das wandte er an auf die Arzneikunde und suchte Arzneien herzustellen, die namentlich deshalb so Böses wirkten um ihn herum, weil er sie umsonst an diejenigen abgab, denen er helfen wollte. Denn diejenigen, die dazumal als Ärzte darauf bedacht waren, hohe Preise einzunehmen, wüteten gegen diesen Mann, der so «Schauderhaftes» bewirkte mit dem, was er sich herunterholen wollte vom Himmel auf die Erde.

[ 20 ] This institute was strangely arranged; its upper floors housed instruments designed to observe the mysteries of the starry sky, while its basement contained apparatus for creating the various mixtures and separations of substances and materials. And there he worked, dividing his time between observations on the upper floors and the cooking, boiling, mixing, and weighing down in the cellars. There this spirit worked to show, little by little, how the laws written in the stars—the laws of the planets and fixed stars, the macrocosmic laws—are reflected microcosmically in the mathematical numbers underlying the mixtures and separations of substances. And what he found to be a living relationship between the heavenly and the earthly, he applied to the art of medicine and sought to produce remedies that caused such harm around him precisely because he gave them away for free to those he wanted to help. For those who, at that time, were intent on charging high prices as doctors, raged against this man who brought about such “horrific” effects with what he sought to bring down from heaven to earth.

[ 21 ] Zum Glück hatte durch ein bestimmtes Ereignis dieser Mann die Gunst des dänischen Königs Friedrich II., und solange er in dieser Gunst stehen konnte, so lange ging es gut, so lange wurde in der Tat Ungeheures geleistet an Einsichten in das spirituelle Wirken der Weltgesetze in dem Sinne, wie ich es eben charakterisiert habe. Ja, dieser Mann kannte etwas von dem spirituellen Verlauf der Weltgesetze. Er hat die Welt durch Dinge verblüfft, die heute allerdings nicht mehr ganz solchen Glauben finden würden. Denn als er einmal in Rostock war, da prophezeite er aus der Sternenkonstellation heraus den Tod des Sultans Soliman, und der traf ein bis auf wenige Tage, eine Nachricht, die den Namen Tycho Brabe populär machte innerhalb Europas. Heute weiß die Welt von jenem Tycho Brahe, dessen Leben eigentlich so kurze Zeit hinter uns liegt, kaum mehr, als daß er noch etwas einfältig gewesen war, daß er noch nicht ganz auf dem hohen materialistischen Standpunkte unserer Zeit gestanden hatte. Er hat zwar tausend Sterne neu eingezeichnet in die Sternkarte, hat auch damals jene epochemachende Entdeckung eines aufleuchtenden und wieder verschwindenden Sternes gemacht und ihn beschrieben, den Nova-Stella, aber diese Dinge werden meistens verschwiegen. Die Welt weiß eigentlich nichts anderes, als daß er noch so dumm war, ein Weltsystem auszudenken, wonach die Erde stillsteht und die Sonne mit den Planeten sich um die Erde dreht; das weiß die Welt heute. Daß wir es mit einer bedeutsamen Persönlichkeit des 16. Jahrhunderts zu tun haben, mit einer Persönlichkeit, welche Unendliches, auch heute noch Brauchbares für die Astronomie geleistet hat, daß eine Unsumme von tiefer Weisheit in dem liegt, was er gegeben hat, das wird gewöhnlich nicht verzeichnet, einfach aus dem Grunde nicht, weil Tycho Brahe bei der Aufstellung des genauen Systems aus eigenem tiefen Wissen heraus Schwierigkeiten sah, die Kopernikus nicht sah. Und wenn es gesagt werden darf, es erscheint zwar paradox: aber mit dem Kopernikanischen Weltensystem ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Und der Streit zwischen beiden Systemen wird die spätere Menschheit noch beschäftigen. Doch das nur nebenbei, weil es zu paradox ist für die heutige Zeit.

[ 21 ] Fortunately, due to a certain event, this man had won the favor of the Danish King Frederick II, and as long as he remained in that favor, things went well; indeed, tremendous progress was made in understanding the spiritual workings of the laws of the world in the sense I have just described. Yes, this man knew something of the spiritual course of the laws of the world. He astonished the world with things that, admittedly, would no longer be met with quite such belief today. For once, when he was in Rostock, he prophesied the death of Sultan Suleiman based on the constellations, and it came to pass within a few days—news that made the name Tycho Brahe famous throughout Europe. Today, the world knows little more about that Tycho Brahe, whose life is actually so recently behind us, than that he was still somewhat simple-minded, that he had not yet fully adopted the highly materialistic standpoint of our time. He did, admittedly, chart a thousand new stars on the celestial map, and he also made that epoch-making discovery of a star that flared up and then vanished again, describing it as the Nova Stella, but these things are mostly kept quiet. The world actually knows nothing else but that he was still so foolish as to devise a cosmological system in which the Earth stands still and the Sun, along with the planets, revolves around the Earth; that is what the world knows today. That we are dealing with a significant figure of the 16th century, a figure who accomplished an infinite amount—much of which is still useful to astronomy today—and that a vast amount of profound wisdom lies in what he contributed, is usually not recorded, simply because Tycho Brahe, in establishing the precise system based on his own profound knowledge, saw difficulties that Copernicus did not. And if I may say so, it may seem paradoxical: but the Copernican system of the world is not yet the final word. And the dispute between the two systems will continue to occupy future generations. But that is only by the way, because it is too paradoxical for the present day.

[ 22 ] Erst unter dem Nachfolger seines ihm geneigten Königs gelang es den Gegnern Tycho Brahes, die sich von allen Seiten auftaten — den damaligen Ärzten, den Professoren der Kopenhagener Universität -, den Nachfolger seines Gönners gegen ihn aufzuhetzen. Und so wurde Tycho Brahe vertrieben aus seinem Vaterlande und mußte wiederum nach dem Süden ziehen. Er hatte schon einmal in Augsburg sein erstes großes Planiglob aufgestellt und den vergoldeten Globus, auf den er immer wieder die neuen Sterne einzeichnete, die er entdeckte und deren zuletzt tausend geworden sind. In der Verbannung, in Prag mußte dann dieser Mann seinen Tod finden. Wir können heute noch, wenn wir nicht die gebräuchlichen Lehrbücher nehmen, sondern zu den Quellen gehen und etwa aus Kepler studieren, wir können heute noch sehen, wie Kepler zu seinen Gesetzen gerade dadurch gekommen ist, daß ihm Tycho Brahe in so sorgfältigen astronomischen Beobachtungen vorgearbeitet hatte. Das war eine Persönlichkeit, die wiederum, aber im großen Stile, ganz das Gepräge dessen trug, was groß und bedeutend an Weisheit vor seiner Zeit war; die sich noch nicht hineinfinden konnte in das, was gleich nachher populär geworden ist in der materialistischen Weltanschauung. Nicht wahr, ein eigentümliches Schicksal, dieser Tycho Brahe!

[ 22 ] It was only under the successor to his well-disposed king that Tycho Brahe’s opponents—who had emerged from all sides—including the physicians of the time and the professors at the University of Copenhagen—succeeded in turning his patron’s successor against him. And so Tycho Brahe was driven from his homeland and had to move south once again. He had already set up his first large planisphere in Augsburg and the gilded globe on which he repeatedly marked the new stars he discovered, the number of which eventually reached a thousand. It was in exile, in Prague, that this man met his end. Even today, if we do not rely on standard textbooks but go to the sources and study Kepler, for example, we can still see how Kepler arrived at his laws precisely because Tycho Brahe had laid the groundwork for him through such meticulous astronomical observations. He was a personality who, in turn—but on a grand scale—bore the full imprint of what was great and significant in wisdom before his time; who could not yet find his way into what soon afterward became popular in the materialistic worldview. Isn’t that a peculiar fate, this Tycho Brahe!

[ 23 ] Und nun denken Sie einmal nach, wenn Sie diese beiden persönlichen Schicksale nebeneinanderstellen, wie unendlich lehrreich es ist, wenn wir wissen aus der Akasha-Chronik, daß die Individualität Julian Apostatas wiederum auftaucht in Tycho Brahe, daß Tycho Brahe gewissermaßen die Reinkarnation Julians des Abtrünnigen ist. So merkwürdig, so paradox spielt das Reinkarnationsgesetz, wenn sich modifizieren die karmischen Zusammenhänge des einzelnen Menschen durch das, was welthistorisches Karma ist, wenn die Weltenmächte selber die menschliche Individualität ergreifen, um sich ihrer als Werkzeug zu bedienen.

[ 23 ] And now just think about it: when you compare these two personal destinies side by side, how infinitely instructive it is to know from the Akashic Records that the individuality of Julian the Apostate reappears in Tycho Brahe, that Tycho Brahe is, in a sense, the reincarnation of Julian the Apostate. So strange, so paradoxical is the law of reincarnation when the karmic connections of the individual human being are modified by what is world-historical karma, when the world powers themselves seize human individuality in order to use it as a tool.

[ 24 ] Ich möchte allerdings ausdrücklich bemerken, daß ich solche Dinge wie den Zusammenhang zwischen Julianus und Tycho Brahe nicht sage, damit sie morgen von allen Dächern gepfiffen und an allen Speise- und Kaffeetischen besprochen werden, sondern damit sie hier sich senken als Lehre der okkulten Weisheit in mancherlei Seelen hinein und wir immer mehr und mehr verstehen lernen, was alles Übersinnliches dem Sinnlich-Physischen des Menschen in Wahrheit zugrunde liegt.

[ 24 ] I would like to expressly note, however, that I do not mention such things as the connection between Julianus and Tycho Brahe so that they might be shouted from the rooftops tomorrow and discussed at every dinner and coffee table, but rather so that they may sink in here as a lesson in occult wisdom into many souls, and so that we may learn to understand more and more what the supersensible truly underlies the sensory-physical realm of human beings.