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The Rudolf Steiner Archive

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Occult History
Esoteric Reflections on the Karmic Connections
between Personalities and Events in World History
GA 126

31 December 1910, Stuttgart

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Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Der Einblick in den Entwickelungsgang solcher Individualitäten, wie wir sie gestern sozusagen durch zwei Inkarnationen hindurch haben verfolgen können, gestattet uns, in das geheimnisvolle Werden und Weben der Weltengeister während der Menschheitsentwickelung, während der Menschengeschichte etwas hineinzuschauen. Denn wenn wir uns die Bilder vor Augen halten, die uns gestern wenigstens skizzenhaft vor die Seele ziehen konnten, die Bilder von Julianus dem Abtrünnigen und von der nächsten Ausprägung dieser selben Individualität im Verlaufe des Menschheitswerdens als Tycho Brahe, als der große Astronom, dann kann uns eines besonders auffallen. Gerade bei solchen Persönlichkeiten, die innerhalb der Geschichte etwas bedeuten, können wir beobachten, daß sozusagen das Eigentümliche ihrer Individualität von einer Inkarnation in die andere hinüberwirkt, daß aber modifizierend in diesem reinen Reinkarnationsgang dasjenige sich geltend macht, was höhere geistige Individualitäten der oberen Hierarchien in der Geschichte vollbringen wollen, und zu dem sie sich nur der einzelnen Menschen als Werkzeuge bedienen. Denn wir müssen uns ja sagen: Die Individualität, die da auftrat als Julianus Apostata, hatte im 4. nachchristlichen Jahrhundert die Aufgabe, gewissermaßen einen letzten Anstoß dazu zu geben, die spirituellen Weisheitsschätze früherer Epochen der Menschheitsentwickelung ein letztes Mal zum gewaltigen Aufflammen zu bringen und sie so zu bewahren vor dem Schicksal, das sie leicht hätten finden können, wenn es nur dem aufstrebenden Christentum überlassen geblieben wäre, mit diesem Weisheitsschatz zu wirtschaften. Und auf der anderen Seite müssen wir uns sagen, daß eine Individualität, die in einer Persönlichkeit inkarniert war, welche das Glück hatte, sogar in die eleusinischen Mysterien eingeweiht zu werden, bei ihrer Wiederinkarnation die Bedingungen hatte, auf sich wirken zu lassen eine unendliche Fülle von Zeitenkräften und von Wesenheiten, die in die Zeit hereinwirken, wie das ja im 16. Jahrhundert geschehen sollte. Und wir werden in der Tat völlig verständlich finden das Große und Gewaltige, das uns gestern an der Persönlichkeit Tycho Brahes vor Augen getreten ist und das ja seine Erklärung darin findet, daß eine Unsumme von makrokosmischer Wissenschaft in Verbindung mit dem Mikrokosmos bei Tycho Brahe auftreten konnte, weil er eben ein Eingeweihter in einer früheren Inkarnation gewesen war. So werden wir gewahr durch solche Betrachtungen der okkulten Geschichte, daß es allerdings unmittelbar die Menschen sind, welche Geschichte machen, daß aber letzten Grundes doch nur die Geschichte verständlich werden kann, wenn wir den Zusammenhang finden zwischen den einzelnen in der Geschichte auftretenden und absterbenden Persönlichkeiten und den individuellen Fäden, die sozusagen durch die ganze Menschheitsentwickelung durchgehen und sich in den Persönlichkeiten reinkarnieren. Aber wir müssen immer damit zusammenhalten dasjenige, was aus anderen, aus überphysischen Welten hereinströmt durch die Mächte anderer Hierarchien, wenn wir das Menschentum auf unserer Erdoberfläche im Laufe der Geschichte verstehen wollen.

[ 1 ] Gaining insight into the developmental course of such individualities—as we were able to trace them yesterday, so to speak, through two incarnations—allows us to glimpse the mysterious becoming and weaving of the world spirits during the course of human evolution and human history. For when we hold before our eyes the images that were able to emerge, at least in sketch form, before our souls yesterday—the images of Julianus the Apostate and of the next manifestation of this same individuality in the course of human evolution as Tycho Brahe, the great astronomer—then one thing in particular may strike us. Precisely in the case of such personalities who are significant within history, we can observe that, so to speak, the distinctive character of their individuality carries over from one incarnation to the next; yet, in this pure process of reincarnation, that which higher spiritual individualities of the upper hierarchies wish to accomplish in history asserts itself in a modifying way, and for this they make use of individual human beings merely as instruments. For we must admit: The individuality that appeared as Julian the Apostate had the task in the 4th century A.D. of, so to speak, providing a final impetus to bring the spiritual treasures of wisdom from earlier epochs of human development to a final, mighty blaze, and thus to preserve them from the fate they might easily have met had it been left solely to the rising Christianity to manage this treasure of wisdom. And on the other hand, we must tell ourselves that an individuality incarnated in a personality who had the good fortune to be initiated even into the Eleusinian Mysteries had, upon reincarnation, the conditions to allow an infinite abundance of temporal forces and of beings working into time to act upon him, as indeed was to happen in the 16th century. And we will indeed find it entirely understandable that the great and mighty thing that appeared before us yesterday in the personality of Tycho Brahe finds its explanation in the fact that a vast amount of macrocosmic science, in connection with the microcosm, could manifest itself in Tycho Brahe precisely because he had been an initiate in a previous incarnation. Thus, through such contemplations of occult history, we come to realize that it is indeed human beings who make history, but that ultimately history can only be understood when we find the connection between the individual personalities who appear and pass away in history and the individual threads that run, so to speak, through the entire development of humanity and reincarnate in these personalities. But we must always bear in mind what flows in from other, superphysical worlds through the powers of other hierarchies if we are to understand humanity on the surface of our Earth in the course of history.

[ 2 ] Nun ist uns ja bei unserer Betrachtung vor Augen getreten, wie in all den Kulturzeiträumen nach der atlantischen Katastrophe gewisse übergeordnete Mächte aus den höheren Hierarchien durch die Menschen hereingewirkt haben. Wir haben gesagt: Am stärksten tritt das hervor bei der altindischen Seele, die sozusagen nur ein Schauplatz ist für das Hereinwirken höherer geistiger Wesenheiten. Etwas mehr tritt es zurück dann in der Seele des Urpersers. Und dann haben wir gesehen, daß bei der ägyptisch-chaldäischen Kultur die Seele schon die Aufgabe hatte — und das tritt uns besonders bei der Betrachtung der babylonischen Seele entgegen —, herunterzutragen das Überpersönliche in das Persönliche, das Spirituelle auf den physischen Plan. Die Persönlichkeit gewinnt also immer mehr Bedeutung, je mehr wir uns der griechischen Zeit nähern, und in dieser, mußten wir sagen, haben wir das Weben des Ich im Ich, die völlige Ausprägung der Persönlichkeit bei den starken und kräftigen Gestalten, die uns im griechischen Zeitraum entgegentreten. In den Griechen und später bei den Römern trat am meisten das zurück, was nur der Individualität aus höheren Welten zunächst gegeben werden kann; dagegen trat das hervor, was der Mensch als sein eigentlich Menschliches in seiner Persönlichkeit ausprägt.

[ 2 ] Now, in our examination, it has become clear to us how, throughout all the cultural epochs following the Atlantean catastrophe, certain higher powers from the higher hierarchies have worked through human beings. We have said: This is most evident in the ancient Indian soul, which is, so to speak, merely a stage for the influence of higher spiritual beings. It recedes somewhat in the soul of the ancient Persian. And then we have seen that in the Egyptian-Chaldean culture, the soul already had the task—and this becomes particularly evident when we consider the Babylonian soul—of bringing down the transpersonal into the personal, the spiritual onto the physical plane. The personality thus gains ever greater significance the closer we approach the Greek era, and in this era, we must say, we see the weaving of the “I” within the “I,” the full expression of personality in the strong and vigorous figures we encounter in the Greek period. In the Greeks and later in the Romans, what can initially be given to individuality only from higher worlds receded most of all; in contrast, what emerged was what the human being expresses as his truly human nature in his personality.

[ 3 ] Nun kann ja die Frage entstehen, und die Beantwortung dieser Frage wird uns erst den ganzen okkulten Gang der Geschichte tiefer begreiflich machen können: Was sind denn das eigentlich für Geister, welche durch die Inder, die Urperser, durch die Babylonier, Chaldäer und Ägypter gewirkt haben, welchen Hierarchien gehören sie an? Wir können aus den Forschungen, die uns durch die okkulten Quellen möglich sind, allerdings in einer gewissen Weise sagen, welche Individualitäten der höheren Hierarchien sich in jeder dieser genannten Zeitläufe der Menschen als Werkzeuge bedienten, um durch sie zu wirken. In die alte indische Seele herein, also in jene Seele, die sozusagen kulturschöpferisch war unmittelbar nach der atlantischen Katastrophe, in diese ergossen ihre Kräfte herein diejenigen Wesenheiten, die wir gewohnt sind Angeloi oder Engel zu nennen. So daß wir in einer gewissen Beziehung recht haben, wenn wir sagen: Wenn ein alter Inder sprach, wenn er das, was seine Seele bewegte, ausdrückte, so ist es so, daß durch seine Seele nicht seine eigene Ichheit direkt sprach, sondern ein Engel, ein Angelos. Weil nun der Engel nur eine Stufe über der Menschheit steht, so ist er das dem Menschen verwandteste Wesen der höheren Hierarchien, und daher konnte er sich sozusagen am meisten in seiner Eigenart aussprechen. Es kommt am meisten das menschlich Fremde gerade in der indischen Ausdrucksweise zustande, weil der Engel am verwandtesten dem Menschen ist, und sich daher am deutlichsten als Engel aussprechen kann.

[ 3 ] Now the question may arise, and only the answer to this question will enable us to gain a deeper understanding of the entire occult course of history: What kind of spirits are these, actually, that worked through the Indians, the ancient Persians, the Babylonians, the Chaldeans, and the Egyptians? To which hierarchies do they belong? Based on the research made possible by occult sources, we can, however, say to a certain extent which individualities of the higher hierarchies used each of these mentioned periods of human history as instruments through which to work. Into the ancient Indian soul—that is, into the soul that was, so to speak, a creator of culture immediately following the Atlantean catastrophe—those beings whom we are accustomed to calling angels poured their powers. So that in a certain sense we are correct when we say: When an ancient Indian spoke, when he expressed what moved his soul, it was not his own ego that spoke directly through his soul, but an angel, an Angelos. Since the angel stands only one step above humanity, he is the being in the higher hierarchies most akin to man, and therefore he was able, so to speak, to express himself most fully in his own character. It is precisely in the Indian mode of expression that the most humanly foreign comes to the fore, because the angel is most akin to man and can therefore express himself most clearly as an angel.

[ 4 ] Schon weniger war es jenen Wesen der höheren Hierarchien möglich, sich in ihrer unmittelbaren Eigenart auszusprechen, die sich durch die Urperser aussprachen. Denn das waren Wesenheiten der nächsthöheren Stufe, das waren die Erzengel, die durch die Seele des urpersischen Volkes sprachen. Und weil diese eben um zwei Stufen höher stehen als der Mensch, so ist das, was sie mit den menschlichen Werkzeugen aussprechen können, ihrem eigenen Wesen fremder als das, was die Engel durch die Inder aussprechen konnten. So wird Stufe um Stufe die Sache immer menschlicher. Dennoch aber ist es immer vorhanden, dieses Herunterfließen aus den höheren Hierarchien. Durch die Seele der babylonischen, der chaldäischen, der ägyptischen Bevölkerung sprechen sich aus die Geister der Persönlichkeit. Da kommt deshalb auch die Persönlichkeit am allermeisten heraus, und da ist das, was der Mensch noch zu geben vermag aus dem, was herunterfließt, seinem Ursprunge am fremdesten und wird am allermeisten menschlich-persönlich. So haben wir, wenn wir fortschreiten bis herein zum babylonisch-ägyptischen Zeitraum, eine fortdauernde Offenbarung der Engel, der Erzengel und der Geister der Persönlichkeit.

[ 4 ] Even less were those beings of the higher hierarchies able to express themselves in their immediate, unique nature through the ancient Persians. For these were beings of the next higher level—the archangels—who spoke through the soul of the ancient Persian people. And because they stand precisely two levels higher than human beings, what they can express through human instruments is more foreign to their own nature than what the angels were able to express through the Indians. Thus, step by step, the matter becomes increasingly human. Nevertheless, this flowing down from the higher hierarchies is always present. Through the soul of the Babylonian, Chaldean, and Egyptian peoples, the spirits of personality express themselves. This is why personality comes to the fore most strongly here, and why what humanity is still able to contribute from what flows down is most alien to its origin and becomes most human and personal. Thus, as we proceed into the Babylonian-Egyptian period, we have a continuous revelation of the angels, the archangels, and the spirits of personality.

[ 5 ] Wir können insbesondere bei den Persern genau verfolgen, wie sie ein Bewußtsein davon hatten, daß da hereinwirkten als die hauptsächlichsten Geister die Archangeloi in das, was wir den menschlichen Organismus, den Gesamtorganismus nennen können. Allerdings müssen wir da nicht einen Durchschnittsperser nehmen, wenn wir das Hereinströmen dessen, was aus den höheren Hierarchien herunterfließt, in Betracht ziehen wollen. Es strömte auch auf den Durchschnittsperser herein; aber wissen, wie das geschieht, die Sache durchschauen, das konnten nur diejenigen, welche die unmittelbaren Schüler waren des Inspirators der Urperserkultur, des Zarathustra selber. Und die wußten es in der Tat, denn Sie werden sich vielleicht erinnern aus mancherlei Darstellungen der Zarathustra-Lehre, die ich selbst schon gegeben habe, oder auch aus dem, was exoterisch überliefert ist, daß sich in der Anschauung der Urperser das Utgöttliche, Zervan Akarana offenbart durch die beiden gegensätzlichen Mächte Ormuzd und Ahriman. Nun waren sich die alten Perser klar darüber, daß alle solche Dinge, die sich im Menschen offenbaren, aus dem Makrokosmos herstammen, und daß die Erscheinungen des Makrokosmos, namentlich also die Bewegungen und Stellungen der Sterne, einen geheimnisvollen Zusammenhang haben mit dem, was im Mikrokosmos, im Menschen liegt. Daher sahen die Schüler des Zarathustra den äußeren Ausdruck, das Bild für Zervan Akarana, für dasjenige, was durch alle Zeiten als Urwesen ewig webt und lebt, in dem Tierkreis, und das Wort «Zodiakus» erinnert noch an das Wort Zervan Akarana. Also in dem Tierkreise sahen sie es, und aus den zwölf Richtungen des Tierkreises sahen die Schüler des Zarathustra herkommen zwölf Mächte, von denen die eine Hälfte nach der lichten Seite, gleichsam nach der Lichtseite des Tierkreises, da, wo die Sonne oben bei Tag durchläuft, gerichtet war; die andere Hälfte war der finsteren Seite des Tierkreises, dem Ahriman, wie sie sagten, zugewendet. Also von zwölf Seiten des Weltenalls herkommend und in die Menschenotganisation eindringend, so dachte sich der Perser die makrokosmischen Kräfte; die strömten ein in die Menschheitsorganisation, wirkten und arbeiteten in ihr, so daß sie im Menschen präsent, gegenwärtig sind. Daher muß sich der menschlichen Intelligenz das, was sich heranentwickelt durch die Zwölfzahl, auch mikrokosmisch offenbaren, das heißt, es muß sich das durch die Zwölfzahl der Amshaspands (Erzengel) auch im Mikrokosmos ausdrücken, und zwar als eine letzte Manifestation sozusagen dieser zwölf geistigen makrokosmischen Wesenheiten, die schon früher gewirkt haben, die vorbereitet haben, was nur eine letzte Ausbildung während der persischen Kultur gefunden hat.

[ 5 ] We can see particularly clearly in the case of the Persians how they were aware that the Archangels were the principal spirits working within what we might call the human organism, the entire organism. However, we need not take the average Persian as our example if we wish to consider the influx of what flows down from the higher hierarchies. It also flowed into the average Persian; but only those who were the immediate disciples of the inspirer of the ancient Persian culture, Zarathustra himself, could know how this happens and see through the matter. And they did indeed know this, for you may recall from various presentations of the Zarathustra teaching that I myself have given, or also from what has been handed down exoterically, that in the view of the ancient Persians, the Divine, Zervan Akarana, reveals itself through the two opposing powers, Ormuzd and Ahriman. Now the ancient Persians were clear that all such things that reveal themselves in human beings originate from the macrocosm, and that the phenomena of the macrocosm—namely, the movements and positions of the stars—have a mysterious connection with what lies in the microcosm, in the human being. Therefore, the disciples of Zarathustra saw the outer expression, the image of Zervan Akarana—that which, as a primal being, weaves and lives eternally through all ages—in the zodiac, and the word “Zodiakus” still recalls the word Zervan Akarana. Thus they saw it in the zodiac, and from the twelve directions of the zodiac the disciples of Zarathustra saw twelve powers coming forth, half of which were directed toward the light side, as it were, toward the luminous side of the zodiac, where the sun passes overhead by day; the other half was turned toward the dark side of the zodiac, toward Ahriman, as they said. Thus, coming from the twelve sides of the universe and penetrating into the human organism—this is how the Persians conceived of the macrocosmic forces; they flowed into the human organism, worked and acted within it, so that they are present and active in the human being. Therefore, what develops through the number twelve must also reveal itself microcosmically to human intelligence; that is to say, what is expressed through the number twelve of the Amshaspands (archangels) must also be expressed in the microcosm, namely as a final manifestation, so to speak, of these twelve spiritual macrocosmic beings who have already been at work earlier, who have prepared what has only found its final development during Persian culture.

[ 6 ] Die heutige Physiologie könnte wissen, wo die zwölf mikrokosmischen Gegenbilder der zwölf Amshaspands sind. Das sind die zwölf Hauptnerven, die aus dem Haupte entspringen; die sind nichts anderes als etwas, was durch das Hereinstrahlen der zwölf makrokosmischen Mächte in den Menschen entstanden ist und im Menschen sich materiell verdichtet hat. Von den zwölf Seiten des Tierkreises aus wirkten die zwölf Erzengelwesen, so haben die alten Perser es sich vorgestellt, und um allmählich das hervorzubringen, was heute unsere Intelligenz ist, wirkten sie in zwölf Strahlen herein in das menschliche Haupt. Natürlich wirkten sie in der urpersischen Zeit nicht zum erstenmal in den Menschen herein, sondern zuletzt so, daß wir zwölf kosmische Strahlungen, zwölf Erzengel-Strahlungen haben, die sich dann im Haupte des Menschen verdichtet haben zu den zwölf Hauptgehirnnerven, wie wenn sie da drin materiell gefroren wären. Und da man in späterer Zeit selbstverständlich immer auch das weiß, was man früher schon gewußt hat, so konnten die Perser auch wissen, daß niedrigere Geister als die Erzengel früher in der indischen Kultur gewirkt hatten. Die nächste Stufe unter den Amshaspands, unter den Erzengeln, nannten die Perser Izads, und von denen unterschieden sie achtundzwanzig bis einunddreißig. Die sind also das, was weniger hohe Tätigkeit, was seelische . Tätigkeit im Menschen bewirkt. Das sind diejenigen, die ihre Strahlen hereinsenden und die den achtundzwanzig beziehungsweise dreißig bis einunddreißig Rückenmarksnerven des Menschen entsprechen. So daß Sie unsere moderne Physiologie ins Geistige, in Spirituelles makrokosmisch umgesetzt haben in den zwölf Amshaspands des Zarathustrismus und in den achtundzwanzig bis einunddreißig Izads der nächst niedrigeren Hierarchie.

[ 6 ] Modern physiology might know where the twelve microcosmic counterparts of the twelve Amshaspands are. These are the twelve main nerves that arise from the head; which are nothing other than something that arose through the influx of the twelve macrocosmic forces into the human being and has condensed materially within the human being. The twelve archangelic beings acted from the twelve points of the zodiac, as the ancient Persians imagined it, and in order to gradually bring forth what is today our intelligence, they acted upon the human head through twelve rays. Of course, in the primordial Persian era, they were not acting upon human beings for the first time, but rather in such a way that we now have twelve cosmic rays, twelve archangelic rays, which have then condensed within the human head into the twelve cranial nerves, as if they had frozen there in a material sense. And since in later times one naturally always knows what one already knew earlier, the Persians could also know that spirits lower than the archangels had previously worked in Indian culture. The next level below the Amshaspands, below the archangels, the Persians called Izads, and they distinguished twenty-eight to thirty-one of them. These are thus the ones that bring about less exalted activity, that is, soul activity in human beings. These are the ones who send in their rays and who correspond to the twenty-eight or thirty to thirty-one spinal nerves of the human being. Thus, you have translated our modern physiology into the spiritual, into the spiritual macrocosm, in the twelve Amshaspands of Zoroastrianism and in the twenty-eight to thirty-one Izads of the next lower hierarchy.

[ 7 ] In der Tat ist es ja so in der historischen Entwickelung der Menschheit, daß das, was ursprünglich spirituell aufgetreten ist, uns wiederum durch anatomisches Zerschnitzeln vor Augen tritt, weil die Dinge, die früher dem hellseherischen Schauen spirituell zugänglich waren, in späteren Zeitaltern materialistisch zum Vorschein kommen. In der Tat, hier zeigt sich eine wunderbare Brücke zwischen Zarathustrismus in seiner Spiritualität und unserer modernen Physiologie in ihrem Materialismus. Es wird ja allerdings das Schicksal des größten Teiles der Menschheit sein, daß eine solche Idee von dem Zusammenhange der persischen Amshaspands und Izads mit unseren Nerven als Wahnsinn insbesondere diejenigen betrachten, die heute materialistische Physiologie studieren. Aber wir haben Zeit, denn der persische Zeitraum wird sich erst im sechsten, in dem Zeitraum, der nach dem unsrigen kommt, vollständig wiederholen. Da wird erst die Grundbedingung gegeben sein, daß bei einem großen Teile der Menschheit solche Dinge verstanden werden können. Daher müssen wir uns damit begnügen, daß wir heute auf solche Dinge innerhalb der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung hindeuten können. Aber solche Hinweise müssen heute auch erfolgen, wenn im wahren Sinne des Wortes von geisteswissenschaftlicher Weltanschauung geredet werden soll, und wenn man nicht bloß allgemein phrasenhaft darauf aufmerksam machen will, daß der Mensch eine mikrokosmische Wiederholung des Makrokosmos ist.

[ 7 ] Indeed, it is a fact of human history that what originally emerged as spiritual now presents itself to us through anatomical dissection, because the things that were once spiritually accessible through clairvoyant vision come to light in a materialistic form in later ages. Indeed, here we see a marvelous bridge between Zoroastrianism in its spirituality and our modern physiology in its materialism. It will, however, be the fate of the greater part of humanity that such an idea of the connection between the Persian Amshaspands and Izads and our nerves will be regarded as madness, especially by those who study materialistic physiology today. But we have time, for the Persian epoch will not fully repeat itself until the sixth, the epoch that follows our own. Only then will the fundamental condition be in place for such things to be understood by a large part of humanity. Therefore, we must be content with the fact that today we can point to such things within the spiritual-scientific worldview. But such references must also be made today if one is to speak of a spiritual-scientific worldview in the true sense of the word, and if one does not merely wish to draw attention to it in a general, clichéd way, stating that the human being is a microcosmic repetition of the macrocosm.

[ 8 ] Auch in anderen Gegenden hat man gewußt, daß das, was im Menschen sich ausdrückt, von außen hereinfließt. Daher hat man zum Beispiel in gewissen Zeiten der germanischen Mythologie von zwölf Strömen gesprochen, welche von Niflheim nach Muspelheim fließen. Die zwölf Ströme sind nicht im physisch-materiellen Sinne gemeint, sondern sie sind das, was, hellseherisch geschaut, als ein gewisser Abglanz vom Makrokosmos hereinfließt in den menschlichen Mikrokosmos, in das Wesen, das auf der Erde herumwandelt und sich durch makrokosmische Kräfte entwickeln soll. Und das muß ja allerdings betont werden, daß diese Strömungen heute im Grunde genommen als astralische Ströme zu sehen sind, während sie in den atlantischen Zeiten, die unmittelbar auf Lemurien folgten, und in Lemurien selbst als ätherische Strömungen gesehen werden konnten. Daher muß ein mit der Erde verwandter Planet, der nur in einem früheren Stadium der Entwickelung ist, so etwas Ähnliches zeigen. Und da man aus der Ferne oft Dinge beobachten kann, die sich in der Nähe wegen der Vereinzelung unserem Wahrnehmen entziehen, so könnte man bei einem ähnlichen Planeten wie die Erde, wenn er genügend weit entfernt ist und solche früheren Entwickelungsstufen unserer Erde durchmacht, diese zwölf Strömungen eventuell heute noch beobachten. Allerdings werden sie etwas anders ausschauen, als es einmal auf der Erde ausgeschaut hat, allerdings ist die Entfernung notwendig, denn wenn Sie zum Beispiel innerhalb eines Mückenschwarmes stehen, so erscheint Ihnen auch der Schwarm nicht mit den wolkenartigen Abschattierungen; die nehmen Sie nur wahr, wenn Sie ihn von ferneher sehen. Das, was ich jetzt gesagt habe, liegt jenen Beobachtungen zugrunde, die von Marskanälen sprechen. Dem, was man als Marskanäle beschreibt, liegt in Wahrheit das zugrunde, was ich Ihnen eben angedeutet habe; man hat es da zu tun mit gewissen Kraftströmungen, die einem früheren Zustand der Erde entsprechen und die in der altgermanischen Mythe als Strömungen beschrieben sind, die von Niflheim nach Muspelheim flossen. Das ist allerdings eine arge Ketzerei für die heutige Schulphysiologie und Schulastronomie; aber diese werden sich ja schon im Laufe der nächsten Jahrtausende manche Korrektur gefallen lassen müssen.

[ 8 ] In other regions, too, it was understood that what is expressed in human beings flows in from the outside. For this reason, for example, certain periods of Germanic mythology spoke of twelve streams flowing from Niflheim to Muspelheim. The twelve streams are not meant in a physical-material sense, but rather they are what, viewed clairvoyantly, flows into the human microcosm—into the being that walks the earth and is meant to develop through macrocosmic forces—as a certain reflection of the macrocosm. And it must certainly be emphasized that these currents are essentially to be regarded today as astral currents, whereas in the Atlantean times that immediately followed Lemuria, and in Lemuria itself, they could be perceived as etheric currents. Therefore, a planet related to Earth that is merely at an earlier stage of development must exhibit something similar. And since one can often observe from a distance things that elude our perception up close due to their isolation, one might still be able to observe these twelve currents today on a planet similar to Earth, provided it is sufficiently far away and is undergoing such earlier stages of development as our Earth did. However, they will look somewhat different from how they once appeared on Earth; yet the distance is necessary, for if, for example, you stand within a swarm of mosquitoes, the swarm does not appear to you with the cloud-like shading; you perceive that only when you view it from a distance. What I have just said underlies those observations that speak of Martian canals. What is described as Martian channels is in truth based on what I have just indicated to you; we are dealing here with certain currents of force that correspond to an earlier state of the Earth and that are described in Old Germanic myth as currents flowing from Niflheim to Muspelheim. This is, of course, a serious heresy for today’s academic physiology and astronomy; but these disciplines will, of course, have to accept many corrections over the course of the next millennia.

[ 9 ] Das alles kann uns darauf hinweisen, in welchen Abgrund von tiefer Weisheit wir ahnend hineinblicken, wenn der einfache Satz ausgesprochen wird: Der menschliche Mikrokosmos ist eine Art Spiegelbild des Makrokosmos. Solche Sätze machen uns so recht darauf aufmerksam, daß diese Phrase sich unmittelbar berührt mit den tiefsten Weistümern; denn der Satz, der Mensch sei ein Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos, kann wirklich eine bloße triviale Phrase sein, richtig erfaßt aber kann sie uns darstellen die Zusammenfassung von Millionen und aber Millionen einzelner konkreter Weistümer. Und das sollte hervorgehoben werden, um Ihnen zu zeigen, wie die Konfiguration war bei den Seelen der urpersischen Menschenkultur. Da war, namentlich bei den leitenden Persönlichkeiten, eine lebendige Empfindung von diesem Zusammenhange des Menschen mit dem Makrokosmos vorhanden. Nachdem nun bis zur babylonisch-ägyptischen Kultur hin jene Wesenheiten gewirkt hatten, welche wir der Reihe nach bezeichnet haben als Engel, Erzengel und Geister der Persönlichkeit, folgte dann jene merkwürdige griechisch-lateinische Kultur, welche die Persönlichkeit als solche, das Weben des Ich im Ich ganz besonders zum Ausdrucke gebracht hat. Da offenbarten sich auch gewisse Wesenheiten, die auf einer Stufe höher sind als die Geister der Persönlichkeit; es offenbarten sich die Geister der Form. Aber die Offenbarung dieser Geister der Form geschah auf eine andere Art als die der Geister der Persönlichkeit, der Erzengel und Engel. Wie offenbaren sich Engel, Erzengel und Geister der Persönlichkeit in unserer nachatlantischen Zeit? Sie wirken in das menschliche Innere herein: die Engel für den Inder inspirierend, die Erzengel auch noch ähnlich so bei dem Urperser, aber doch in einer Weise, daß das «Menschliche» etwas mehr schon zur Geltung kommt; der Geist der Persönlichkeit aber stand gleichsam hinter den Seelen der Ägypter, sie antreibend, herauszustellen auf den physischen Plan das Spirituelle. Anders offenbaren sich die Geister der Form. Die offenbaren sich von unten nach oben als viel mächtigere Geister, die nicht darauf angewiesen sind, sich des Menschen bloß als Werkzeug zu bedienen; sie offenbaren sich in den Reichen der Natur, die um uns herum sind, in der Konfiguration der Wesen des mineralischen, pflanzlichen, tierischen Reiches. Und da muß der Mensch, wenn er die Geister der Form an ihrer Offenbarung erkennen will, sein Auge nach außen richten, muß die Natur beobachten, muß ergründen, was die Geister der Form in die Natur hineingeheimnißt haben. Daher empfängt der Mensch in dem griechischen Zeitraum, wo vorzugsweise die Geister der Form sich manifestieren, keinen direkten Einfluß, der inspirierend wirkt. Die Einwirkung der Geister der Form vollzieht sich vielmehr so, daß der Mensch durch das Äußere der Sinnenwelt gereizt wird, daß seine Sinne mit Freude, mit Beseligung sich hinwenden auf das, was ringsherum ausgebreitet ist, daß er versucht zu idealisieren, auszugestalten, was ausgebreitet ist. Also von außen her reizen die Geister der Form. Und einer der hauptsächlichsten Geister der Form ist derjenige, der sich hinter Jahve oder Jehovah verbirgt. Und obzwar die Geister der Form sieben an der Zahl sind und in den verschiedenen Naturreichen wirken, so ist doch eine Empfindungsfähigkeit der gegenwärtigen Menschen eigentlich nur für den einen Geist vorhanden, den wir als Jahve bezeichnen. Wenn wir das alles bedenken, so erscheint es uns begreiflich, daß gegen den vierten Zeitraum hin der Mensch mehr oder weniger verlassen wird der Hauptsache nach von diesen dirigierenden Mächten, von den Engeln, Erzengeln und Geistern der Persönlichkeit, und daß er seinen Blick ganz herauswendet auf die äußere Welt, auf den physischen Horizont, wo sich die Geister der Form offenbaren. Hinter dieser physischen Welt haben sie freilich auch schon früher gesteckt, sie haben sich sozusagen nur nicht zu erkennen gegeben für das menschliche Erkennen. In dem Zeitraum, der unmittelbar der atlantischen Katastrophe folgte, wirkten die Geister der Form; sie wirkten in den Naturreichen, in den Gesetzen von Wind und Wetter, in den Gesetzen von Pflanze, Tier und Mineral. Sie haben auch in noch älteren Zeiten gewirkt. Aber der Mensch lenkte nicht hin den Blick auf das, was ihm da äußerlich entgegentrat, denn er war innerlich inspiriert von den anderen. Er war abgelenkt von der äußeren Welt. Woher kam das?

[ 9 ] All of this can point us toward the abyss of profound wisdom into which we intuitively gaze when the simple sentence is uttered: The human microcosm is a kind of mirror image of the macrocosm. Such statements really draw our attention to the fact that this phrase touches directly upon the deepest wisdom; for the statement that man is a microcosm in relation to the macrocosm may indeed be a mere trivial phrase, but when properly grasped, it can represent for us the synthesis of millions upon millions of individual, concrete insights. And this should be emphasized to show you what the configuration was like in the souls of the ancient Persian human culture. There was, particularly among the leading figures, a vivid sense of this connection between humanity and the macrocosm. Now, after those beings—whom we have successively designated as angels, archangels, and spirits of personality—had been active up to the Babylonian-Egyptian culture, there followed that remarkable Greco-Roman culture, which gave particular expression to the personality as such, to the weaving of the “I” within the “I.” There, too, certain beings revealed themselves who are on a higher level than the spirits of personality; the spirits of form revealed themselves. But the revelation of these spirits of form took place in a different way than that of the spirits of personality, the archangels, and angels. How do angels, archangels, and spirits of personality reveal themselves in our post-Atlantean era? They work into the human inner being: the angels inspiring the Indian, the archangels similarly inspiring the ancient Persian, yet in a way that the “human” aspect comes somewhat more to the fore; the spirit of personality, however, stood, as it were, behind the souls of the Egyptians, driving them to bring the spiritual forth onto the physical plane. The spirits of form reveal themselves differently. They reveal themselves from below to above as far more powerful spirits who are not dependent on merely using human beings as tools; they reveal themselves in the realms of nature that surround us, in the configuration of the beings of the mineral, plant, and animal kingdoms. And there, if human beings wish to recognize the spirits of form in their manifestation, they must turn their gaze outward, observe nature, and fathom what the spirits of form have woven into nature. Therefore, during the Greek period, when the spirits of form manifest themselves most prominently, human beings do not receive a direct influence that acts as inspiration. Rather, the influence of the spirits of form takes place in such a way that human beings are stimulated by the outer world of the senses, that their senses turn with joy and delight toward what is spread out all around them, that they are tempted to idealize and give form to what is spread out. Thus the spirits of form stimulate from the outside. And one of the principal spirits of form is the one who hides behind Yahweh or Jehovah. And although the spirits of form number seven and work in the various kingdoms of nature, the sensory capacity of present-day human beings is actually available only for the one spirit whom we designate as Yahweh. When we consider all this, it seems understandable to us that, as the fourth epoch approaches, humanity will be more or less abandoned—in the main—by these guiding powers, by the angels, archangels, and spirits of personality, and that it will turn its gaze entirely outward toward the external world, toward the physical horizon, where the spirits of form reveal themselves. They had, of course, already been present behind this physical world earlier on; they had, so to speak, simply not made themselves known to human perception. In the period immediately following the Atlantean catastrophe, the spirits of form were at work; they were at work in the natural realms, in the laws of wind and weather, in the laws of plants, animals, and minerals. They had also been at work in even earlier times. But human beings did not direct their gaze toward what met them externally, for they were inwardly inspired by the others. They were distracted from the external world. Where did this come from?

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[ 10 ] Wie haben wir es zu verstehen, daß diese anderen Hierarchien, die, wie wir wissen, niedriger stehen als die Geister der Form, dem damals schon bestehenden Wirken der Geister der Form gegenüber ihren Einfluß in so beherrschender Weise geltend machten? Das hängt zusammen mit einer ganz bestimmten periodischen Entwickelung unserer gesamten Erde. Diese Dinge sind für den hellseherischen Blick, der mit Hilfe der Akasha-Chronik nach rückwärts schaut, ganz anders als sie sich ausnehmen für die Spekulationen, die auf Grundlage der heutigen geologischen Tatsachen gemacht werden. Wenn wir da zurückgehen hinter die Wirksamkeit der Geister der Persönlichkeit in der chaldäischen Periode, hinter die der Erzengel in der persischen und der Engel in der altindischen Periode, so kommen wir ja zu dem Zeitraum unserer Erde, in dem die atlantische Katastrophe am allerärgsten wütete. Wir kommen allmählich ganz in die atlantische Katastrophe hinein. Es ist die Zeit, auf welche hinweisen die Sintflutsagen der verschiedenen Völker, und in der Tat hat es damals anders ausgesehen, als die geologischen Hypothesen der gegenwärtigen Zeit es ausmalen. In der noch früheren atlantischen Zeit, da hat es wiederum ganz anders ausgeschaut. Der Mensch war ein verwandelbares Wesen. Das ganze Antlitz der Erde war vor dieser Katastrophe anders als es sich die Menschen jetzt träumen lassen. Nun können Sie sich denken, daß damals in noch höherem Maße geistige Hierarchien auf die Erde hereingewirkt haben.

[ 10 ] How are we to understand that these other hierarchies, which, as we know, rank lower than the Spirits of Form, were able to exert their influence in such a dominant manner against the activity of the Spirits of Form, which was already in existence at that time? This is connected with a very specific periodic development of our entire Earth. To the clairvoyant eye, which looks backward with the aid of the Akashic Records, these things appear quite differently than they do in speculations based on today’s geological facts. If we go back beyond the activity of the spirits of personality in the Chaldean period, beyond that of the archangels in the Persian period and the angels in the ancient Indian period, we arrive at the period of our Earth when the Atlantean catastrophe raged most fiercely. We are gradually entering fully into the Atlantean catastrophe. It is the time to which the flood legends of various peoples point, and indeed, things looked different back then than the geological hypotheses of the present day depict. In the even earlier Atlantean period, things looked quite different again. Human beings were mutable beings. Before this catastrophe, the entire face of the Earth was different from what people can even imagine today. Now you can imagine that spiritual hierarchies were influencing the Earth to an even greater extent back then.

[ 11 ] Wir haben gleichsam eine Grenze zwischen den alten Einwirkungen in der atlantischen Zeit und denen in der nachatlantischen Zeit, eine Grenze, die ausgefüllt ist von der atlantischen Katastrophe, von jenen Vorgängen, die das Antlitz unserer Erde in bezug auf Verteilung von Wasser und Land total verändert haben. Solche Zeiten und ihre Veränderungen hängen zusammen mit großen Vorgängen in der Konstellation, in der Lage und Bewegung der mit der Sonne zusammenhängenden Weltenkörper. Und in der Tat wird aus dem Makrokosmosraum hereindirigiert das, was sich als solche Perioden in der Erde abspielt. Es würde heute zu weit führen, wenn ich Ihnen auseinandersetzen wollte, wie diese aufeinanderfolgenden Perioden dirigiert werden, eingeteilt werden von dem, was man heute in der Astronomie nennt das Vorrücken der Tagundnachtgleiche. Das hängt zusammen mit der Stellung der Erdachse zur Achse der Ekliptik, das hängt mit großen Vorgängen in der Konstellation unserer benachbarten Weltenkörper zusammen, und da gibt es in der Tat ganz bestimmte Zeiten, in denen durch die eigentümliche Stellung der Erde in ihrer Achse zu den anderen Körpern ihres Systems eine ganz andere Verteilung von Hitze und Kälte auf unserer Erde vorhanden ist als sonst. Es ändern sich die klimatischen Verhältnisse durch diese Stellung der Erdachse zu den Nachbarsternen. Und in der Tat: Im Laufe von etwas über 25 000 Jahren beschreibt unsere Erdachse eine Art von Kegel oder Kreisbewegung, so daß unsere Erde Zustände, die sie in einer gewissen Zeit erlebt, in einer anderen Form nach 25 000 bis 26000 Jahren wieder erlebt, gerade auf höherer Stufe. Immer aber zwischen diesen großen Zeitabschnitten liegen kleinere Abschnitte. Und die Sache geht auch nicht durchaus kontinuierlich fort, sondern so, daß gewisse Jahre Knotenpunkte, tiefe Einschnitte sind, in denen Wichtiges geschieht. Und da dürfen wir insbesondere darauf hinweisen, weil es für die ganze geschichtliche Entwickelung unserer Erdenmenschheit wesentlich bedeutsam ist, daß im 7. Jahrtausend vor Christo ein ganz besonders wichtiger astronomischer Zeitpunkt war — wichtig, weil er sich durch die Konstellation der Erdachse zu den Nachbarsternen in einer solchen Verteilung der klimatischen Verhältnisse auf Erden ausdrückte, daß eben dazumal die atlantische Katastrophe wirkte, sechs bis sieben- bis achttausend Jahre vor unserer Zeitrechnung - sie wirkte ja durch lange Zeiten hindurch. Wir können hier nur das betonen, was richtig ist und nicht die phantastischen Zeiträume, die angegeben werden, denn es liegt viel weniger weit hinter uns, als gewöhnlich geglaubt wird. In diesem Zeitraum wirkten allerdings die makrokosmischen Verhältnisse so ins Physische hinein, daß sich die Wirkung ausprägte in diesen gewaltigen physischen Revolutionen unserer Erde, die uns als die atlantische Katastrophe entgegentreten und das Antlitz der Erde vollständig veränderten. Das war die stärkste physische Umänderung, das war die stärkste Einwirkung vom Makrokosmos auf die Erde. Dafür war damals der Einfluß von dieser Seite her auf den Geist der Menschen am geringsten; deshalb konnten in diesem Zeitraum die weniger starken Mächte der Hierarchien beginnen, einen starken Einfluß auf den Menschen auszuüben, der dann allmählich wieder abflutete.

[ 11 ] We have, as it were, a boundary between the ancient influences of the Atlantean era and those of the post-Atlantean era—a boundary marked by the Atlantean catastrophe, by those events that completely transformed the face of our Earth in terms of the distribution of water and land. Such periods and their changes are connected with major processes in the constellation, the position, and the movement of the celestial bodies associated with the Sun. And indeed, what unfolds on Earth as such periods is directed here from the macrocosmic space. It would take us too far afield today if I were to explain to you how these successive periods are directed and divided by what is now called in astronomy the progression of the equinoxes. This is connected to the position of the Earth’s axis relative to the axis of the ecliptic; it is connected to major processes in the constellation of our neighboring celestial bodies, and there are indeed very specific times when, due to the Earth’s peculiar position in its axis relative to the other bodies in its system, a very different distribution of heat and cold exists on our Earth than usual. Climatic conditions change due to this position of the Earth’s axis relative to the neighboring stars. And indeed: over the course of a little more than 25,000 years, our Earth’s axis describes a sort of conical or circular motion, so that our Earth experiences conditions it undergoes at a certain time again in a different form after 25,000 to 26,000 years, precisely at a higher level. However, there are always smaller intervals between these major time periods. And the process does not proceed entirely continuously, but rather in such a way that certain years are turning points, deep turning points, in which important events occur. And we must point this out in particular, because it is of essential significance for the entire historical development of humanity on Earth that the 7th millennium B.C.E. was a particularly important astronomical moment — important because it manifested itself, through the alignment of the Earth’s axis with the neighboring stars, in such a distribution of climatic conditions on Earth that the Atlantic catastrophe was active at that very time, six to seven to eight thousand years before our era—it was active, after all, over long periods of time. We can only emphasize here what is correct and not the fantastical timeframes that are cited, for it lies far less in the past than is commonly believed. During this period, however, the macrocosmic conditions influenced the physical realm in such a way that the effect manifested itself in these tremendous physical upheavals on our Earth, which confront us as the Atlantean catastrophe and completely altered the face of the Earth. That was the most powerful physical transformation; that was the strongest influence of the macrocosm upon the Earth. In contrast, the influence from that direction on the human spirit was at its weakest at that time; therefore, during this period, the less powerful forces of the hierarchies were able to begin exerting a strong influence on humanity, which then gradually subsided.

[ 12 ] Also da, wo die Geister der Form mächtig revoltierend hereinwirkten auf das Physische, da haben sie nicht so viel Zeit gehabt, auch noch auf den Geist der Menschen zu wirken, so daß das Physische dem Menschen sozusagen unter den Füßen entschwunden ist. Dafür aber war der Mensch gerade während der atlantischen Katastrophe am meisten geistentrückt und kam erst allmählich wiederum in die physische Welt herein in der nachatlantischen Zeit. Nun wird es Ihnen nicht schwer werden, sich vorzustellen — wenn Sie sich also denken, daß der geringste Einfluß auf den menschlichen Geist ausgeübt worden ist in dieser Zeit, also etwa sechs- bis sieben- bis achttausend Jahre vor unserer christlichen Zeitrechnung, und der größte Einfluß auf die physischen Verhältnisse der Erde —, daß es einen anderen Zeitpunkt geben kann, wo das Gegenteil der Fall ist: wo diejenigen, die eine solche Sache wissen können, in umgekehrter Art den geringsten Einfluß auf das Physische, dafür aber gerade von den Geistern der Form den größten Einfluß auf den menschlichen Geist verspüren. Sie können sich zunächst einmal hypothetisch in der Seele konstruieren, daß es einen Punkt geben kann in der Geschichte, wo das Umgekehrte von der großen atlantischen Katastrophe der Fall ist. Das wird natürlich nicht so leicht zu bemerken sein, denn dem in unserer nachatlantischen Zeit ja sehr auf das Physische veranlagten Menschen, dem wird die atlantische Katastrophe, in der Erdenteile zugrunde gehen, sehr stark auffallen. Weniger wird ihm auffallen, wenn die Geister der Form einen starken Einfluß auf die menschliche Persönlichkeit haben und einen geringen Einfluß nur auf das, was äußerlich sich abspielt. Dieser Zeitpunkt, wo das eingetreten ist, was also naturgemäß die Menschen weniger bemerken, das ist das Jahr 1250 der nachchristlichen Ära. Und dieses Jahr 1250 ist in der Tat ein außerordentliches, historisch wichtiges Jahr. Das fiel in einen Zeitraum hinein, den man etwa so charakterisieren kann: Die Geister fühlten sich sozusagen gedrängt, auf das genaueste die Art und Weise zum Ausdruck zu bringen, wie man zu den über den anderen Hierarchien stehenden höheren göttlichen Wesenheiten hinaufblickt, wie man zu diesen Wesenheiten, die man zunächst als Einheit, erst durch Jahve, dann durch Christus empfindet, ein Verhältnis zu gewinnen sucht und alles menschliche Wissen dazu anwendet, um die Mysterien von dem Christus Jesus zu enthüllen. Das war ein Zeitpunkt, der insbesondere geeignet war, der Menschheit die Mysterien zu überbringen, die sich unmittelbar im Zusammenhang des Geistigen mit dem Naturwirken ausprägen. Daher sehen wir, daß dieses Jahr der Ausgangspunkt ist für große präzise Verarbeitungen dessen, was früher nur geglaubt, nur geahnt wurde: der Ausgangspunkt der heute viel zu wenig gewürdigten Scholastik. Dann aber war es auch der Ausgangspunkt jener Offenbarung, die in Geistern wie zum Beispiel Agrippa von Netiesheim zum Ausdruck kam, und die am tiefsten in der ganzen Rosenkreuzerei sich ausprägte. Dies weist uns also darauf hin, daß, wenn man die tieferen Kräfte der geschichtlichen Entwickelung suchen will, man doch noch auf ganz andere Verhältnisse eingehen muß als die äußerlich zutage liegenden. Ja, hinter dem, was ich jetzt gesagt habe, verbergen sich zum Beispiel auch diejenigen Kräfte, die in den schon bestehenden und abflutenden Kreuzzügen wirksam sind. Die ganze europäische Geschichte, namentlich das, was sich abspielt zwischen Orient und Okzident, ist nur dadurch ermöglicht, daß Kräfte so dahinterstehen, wie ich sie jetzt beschrieben habe.

[ 12 ] So where the spirits of form exerted a powerful, revolutionary influence on the physical world, they did not have enough time to also influence the human spirit, with the result that the physical world, so to speak, vanished from under people’s feet. On the other hand, however, it was precisely during the Atlantean catastrophe that human beings were most spiritually detached, and they only gradually returned to the physical world in the post-Atlantean era. Now it will not be difficult for you to imagine—if you consider that the least influence was exerted on the human spirit during this time, that is, some six to seven to eight thousand years before our Christian era, and the greatest influence on the physical conditions of the Earth—that there can be another point in time when the opposite is the case: where those who are capable of knowing such things feel, in a reversed manner, the least influence on the physical world, but instead feel the greatest influence on the human spirit precisely from the spirits of form. You can first construct a hypothetical scenario in your mind that there may be a point in history where the opposite of the great Atlantean catastrophe is the case. This will, of course, not be so easy to notice, for to the human being of our post-Atlantean era, who is so strongly inclined toward the physical, the Atlantean catastrophe, in which parts of the earth perish, will stand out very strongly. He will notice less when the spirits of form have a strong influence on the human personality and only a slight influence on what takes place externally. The point in time when this occurred—which, naturally, people notice less—is the year 1250 of the Christian era. And this year, 1250, is indeed an extraordinary, historically significant year. It fell within a period that can be characterized roughly as follows: The spirits felt compelled, so to speak, to express with the utmost precision the manner in which one looks up to the higher divine beings standing above the other hierarchies, how one seeks to establish a relationship with these beings—whom one first perceives as a unity, first through Yahweh, then through Christ—and applies all human knowledge to this end in order to unveil the mysteries of Christ Jesus. This was a time particularly suited to conveying to humanity the mysteries that manifest themselves directly in the connection between the spiritual and the workings of nature. Thus we see that this year is the starting point for great, precise elaborations of what was previously only believed or intuited: the starting point of Scholasticism, which is far too little appreciated today. But it was also the starting point of that revelation which found expression in spirits such as Agrippa von Netiesheim, and which manifested itself most deeply in the entire Rosicrucian movement. This thus points out to us that, if one wishes to seek the deeper forces of historical development, one must still take into account conditions quite different from those that are outwardly apparent. Indeed, behind what I have just said lie, for example, the very forces at work in the already existing and ebbing Crusades. The entire history of Europe, particularly what unfolds between the East and the West, is made possible only by the fact that forces such as those I have just described are at work behind the scenes.

[ 13 ] Wir können also sagen: Es gibt zwei Zeitpunkte, von denen der eine bezeichnet werden kann als eine große Umwälzung auf dem äußeren physischen Plan, der andere als der Übergangspunkt von all dem, was in den Mysterien rumoren mußte. Aber wir müssen daran festhalten, daß in der Tat für alle solche Dinge wiederum andere Gesetze bestehen, welche die Hauptgesetze durchkreuzen. Und so begreifen wir, daß in diese Zeit hinein der Ausgangspunkt für große Offenbarungen fällt, daß diese Zeit so recht geeignet ist für das Auftreten eines Menschen, der wie Julianus Apostata einmal inspiriert worden ist in den eleusinischen Mysterien. Er hat dann auf seine Seele wirken lassen, was da herausgekommen ist als die Offenbarungen der Geister der Form. Aber ungefähr vierhundert Jahre sind es auch immer, in denen der erste Ansturm irgendeines gewaltigen Einflusses wirkt; dann beginnt ein Abfluten, dann beginnen sozusagen die Ströme sich zu trennen. Daher wirkte das, was damals geschaut wurde als ein Spirituelles hinter den Naturerscheinungen so, daß man das Spirituelle vergaß und nur die Naturerscheinung behielt. Das ist das Moderne. Und Tycho Brahe ist zu gleicher Zeit einer der letzten, die noch das Spirituelle hinter demjenigen, was äußere Naturwissenschaft ist, erfassen. Und gerade T'ycho Brahe ist deshalb eine so wunderbare Persönlichkeit, weil er die äußere Astronomie in so hohem Grade beherrscht, daß er Tausende von Sternen und anderes entdeckt und dabei das spirituelle Walten der großen Mächte doch wiederum so in der Seele trägt, daß er ganz Europa in Erstaunen versetzte, als er kühn und keck den Tod des Sultans Soliman voraussagte. Wir sehen: Aus dem spirituellen Naturwissen, das 1250 anfängt und das uns äußerlich entgegentritt bei solchen Geistern wie Agrippa von Nettesheim, schält sich allmählich heraus dasjenige, was später nur äußeres Naturwirken ist; während das Innere, das Spirituelle, in jener geheimnisvollen Strömung verbleibt, die uns als Rosenkreuzerei bekannt ist. Da fließen dann die beiden Ströme dahin.

[ 13 ] We can therefore say: There are two points in time, one of which can be described as a great upheaval on the outer physical plane, the other as the turning point of all that had been brewing within the mysteries. But we must bear in mind that, in fact, for all such things there are other laws that intersect with the main laws. And so we understand that the starting point for great revelations falls within this period, that this time is so well-suited for the appearance of a human being who, like Julian the Apostate, was once inspired in the Eleusinian Mysteries. He then allowed what emerged there—the revelations of the spirits of form—to work upon his soul. But it is always about four hundred years during which the initial onslaught of some powerful influence takes effect; then a ebbing begins, then the streams, so to speak, begin to separate. Thus, what was perceived at that time as a spiritual reality behind natural phenomena had such an effect that the spiritual was forgotten and only the natural phenomenon remained. That is the modern era. And Tycho Brahe is at the same time one of the last to still grasp the spiritual reality behind what is external natural science. And Tycho Brahe is precisely such a wonderful personality because he mastered external astronomy to such a high degree that he discovered thousands of stars and other celestial bodies, yet at the same time carried the spiritual workings of the great powers within his soul in such a way that he astonished all of Europe when he boldly and fearlessly predicted the death of Sultan Suleiman. We see: From the spiritual knowledge of nature, which begins in 1250 and which confronts us externally in such figures as Agrippa von Nettesheim, gradually emerges that which later becomes merely external natural activity; while the inner, the spiritual, remains within that mysterious current known to us as Rosicrucianism. There the two currents then flow on.

[ 14 ] Ja, es ist merkwürdig, wie sich sogar innerhalb von Persönlichkeiten dieses Auseinanderschälen zeigt. Ich habe schon einmal, ziemlich am Anfange unserer deutschen Bewegung, darauf aufmerksam gemacht, wie in einer Persönlichkeit des 15. Jahrhunderts das auftritt, was sich hier als spirituelle Bewegung fortzieht, noch mit einem gewissen Naturwissen verbunden, wie dann das Spirituelle abgeworfen wird und rein äußerlich weiterlebt. An einer einzelnen Individualität können wir das verfolgen: an der des Nikolaus Cusanus. Wenn wir ihn nur lesen — man kann noch mehr tun als lesen bei ihm -, schon durch das Lesen stellt sich heraus, wie bei ihm noch verbunden war tiefstes spirituelles Anschauen mit dem äußeren Naturwissen, namentlich wo dieses sich in mathematische Formen kleidet. Und weil er eine Einsicht davon hatte, wie schwer das zu erreichen ist in einer Zeit, die immer mehr und mehr nach der äußeren Gelehrsamkeit sich hinbewegt, nannte er sein Werk aus einer welthistorischen Bescheidenheit heraus «Gelehrte Unwissenheit», «docta ignorantia». Natürlich wollte er damit nicht ausdrücken, daß er ein ganz besonders dummer Kerl sei, sondern daß das, was er zu sagen hatte, über dem liegt, was sich nunmehr entwickeln wird als bloße äußere Gelehrsamkeit. Wenn wir mit einem heute beliebt gewordenen Worte reden wollen, so können wir sagen: Diese «Gelehrte Unwissenheit» ist eine Übergelehrsamkeit. - Dann wurde er, wie Sie wissen, wiedergeboren, und zwar sehr bald in diesem Falle, als Nikolaus Kopernikus. Dieselbe Wesenheit, die in Nikolaus Cusanus war, wirkte weiter in Nikolaus Kopernikus. Aber es zeigt sich, wie gerade in jenen Zeiten die Menschheitsorganisation so nach dem Physischen hin vorgerückt ist, daß die ganze Tiefe des Nikolaus Cusanus in Kopernikus nur so wirken konnte, daß eben das äußere physische Weltensystem zustande kam. Was in Cusanus lebte, wurde gleichsam filtriert, das Spirituelle abgeworfen und umgewandelt zu äußerem Wissen. Da sehen wir handgreiflich, wie in kurzer Zeit wirken sollte jener mächtige Impuls vom Jahre 1250, wo er seinen Zeitmittelpunkt hatte. Und das, was da hereinströmte auf unsere Erde in diesem Punkt, das wirkte in seiner Art durchaus weiter fort. Es wirkte in diesen beiden Strömungen fort, von denen die eine materialistisch ist und noch materialistischer werden wird, die andere nach dem Spirituellen trachtet und sich insbesondere in dem kundgab, was wir als Rosenkreuzeroffenbarung kennen, die am intensivsten eben von diesem Ausgangspunkte aus floß, wenn sie sich auch vorher schon vorbereitet hatte.

[ 14 ] Yes, it is remarkable how this process of separation manifests itself even within individuals. I have already pointed out, quite early on in our German movement, how what is unfolding here as a spiritual movement appears in a 15th-century figure, still connected to a certain knowledge of nature, and how the spiritual aspect is then cast aside and continues to live on in a purely external form. We can trace this in a single individual: that of Nicholas of Cusa. If we merely read him—though one can do more than just read his works—it becomes clear even through reading how, in his case, the deepest spiritual insight was still connected with external knowledge of nature, particularly where this takes the form of mathematical structures. And because he had an insight into how difficult this is to achieve in an age that is moving more and more toward external erudition, he named his work, out of a sense of world-historical humility, “Learned Ignorance,” “docta ignorantia.” Of course, he did not mean to imply that he was a particularly foolish fellow, but rather that what he had to say transcends what will now develop as mere external scholarship. If we wish to speak in terms of a phrase that has become popular today, we might say: This “learned ignorance” is a form of super-scholarship. - Then, as you know, he was reborn—and in this case very soon—as Nicolaus Copernicus. The same being that was in Nicholas of Cusa continued to work in Nicolaus Copernicus. But it becomes evident how, precisely in those times, the organization of humanity had advanced so much toward the physical that the entire depth of Nicholas of Cusa could only work in Copernicus in such a way that the external physical world system came into being. What lived in Cusanus was, as it were, filtered, the spiritual cast off and transformed into external knowledge. Here we see tangibly how that mighty impulse from the year 1250, which had its temporal center there, was to work in a short time. And what flowed into our Earth at that point continued to work in its own way. It continued to work in these two currents, one of which is materialistic and will become even more so, while the other strives toward the spiritual and manifested itself particularly in what we know as the Rosicrucian revelation, which flowed most intensely precisely from this starting point, even though it had already been prepared beforehand.

[ 15 ] So sehen Sie, daß wir sozusagen eine Art sechs bis sieben bis acht Jahrtausende dauernden Zeitraum haben, in dem die Erdentwickelung einen wichtigen Zyklus durchläuft in bezug auf die historischen Tatsachen, in welche die Menschenentwickelung hineinverwoben ist. Solche Zyklen werden wiederum von anderen durchschnitten, denn es wirken eben die verschiedensten periodischen Kräfte auf unsere Erdentwickelung ein. Nur dann, wenn wir die Kräfte auseinanderlegen, wenn wir die einzelnen Kräfte kennenlernen und sozusagen nachsehen, wie sie sich zusammen gestalten, nur dann können wir allmählich dahinterkommen, wie die Dinge auf der Erde geschehen. Durch alle solche Kräfte und Gesetzmäßigkeiten wird eigentlich die Menschheit vorwärtsgebracht, wird der menschliche Fortschritt bewirkt. Wissen Sie doch, daß von einer anderen Strömung her ein wichtiger Knotenpunkt in unser Jahrhundert gelegt ist, der in dem Rosenkreuzermysterium angedeutet ist: Das Wiederhineinsehen in die ätherische Welt und die Offenbarung des Christus innerhalb der ätherischen Welt. Das gehört aber einer anderen Strömung an. Ich spreche jetzt mehr von Kräften, die in die breite Basis des historischen Geschehens hineinwirken.

[ 15 ] As you can see, we have, so to speak, a period lasting six, seven, or eight millennia during which the Earth’s evolution undergoes an important cycle in relation to the historical events in which human evolution is interwoven. Such cycles are in turn intersected by others, for the most diverse periodic forces are at work on our Earth’s development. Only when we break down these forces, when we get to know the individual forces and, so to speak, examine how they interact, only then can we gradually come to understand how things happen on Earth. It is actually through all such forces and laws that humanity is propelled forward, that human progress is brought about. You know, after all, that from another current an important turning point has been set in our century, one hinted at in the Rosicrucian mystery: the looking back into the etheric world and the revelation of the Christ within the etheric world. But that belongs to another current. I am now speaking more of forces that work into the broad foundation of historical events.

[ 16 ] Wenn wir aber vollständig das historische Geschehen verstehen wollen, dann müssen wir noch berücksichtigen, daß solche Knotenpunkte der Entwickelung stets mit gewissen Stellungen der Sterne zusammenhängen, und daß unsere Erdachse im Jahre 1250 auch in einer gewissen Stellung war, so daß die sogenannte kleine Achse der Ekliptik eine ganz besondere Lage hatte zu der Erdachse. Wenn wir also berücksichtigen, daß das, was auf der Erde geschieht, durch große Himmelsverhältnisse bewirkt wird, dann können wir schon an den äußeren klimatischen Verhältnissen sehen, daß innerhalb der Erde wieder spezialisiert und differenziert wird. Nicht wahr, dadurch, daß aus dem Kosmos heraus die Kräfte in gewisser Weise wirken, ist es um den Gürtel der Erde so, daß wir dort die heiße Zone haben, dann kommt die gemäßigte, dann die kalte. Das kann als eine Art von Beispiel genommen werden dafür, wie auf dem physischen Plane sich geltend macht, was aus der Sonne und anderen Verhältnissen heraus durch das geistige Geschehen bewirkt wird. Aber nun wird wiederum innerhalb der Erde selber differenziert; das Klima ist ein anderes, wenn man in der heißen Zone es zu tun hat mit Tiefen oder Höhen; auf den Höhen kann es trotzdem sehr kalt sein. Daher ist unter denselben Graden ganz anders klimatisch das Verhältnis verteilt, wenn wir in Afrika oder Amerika die Dinge betrachten. Aber es gibt auch etwas in der geistigen Entwickelung, was sich mit dieser Art von Differenzierung vergleichen läßt, so daß in der Tat in Zeiträumen, in denen vielleicht weithin auf der Erde ein ganz bestimmter Charakter durch die Sternkonstellation herrscht, Modifikationen in den Geistern und Seelen der Menschen, Spezialverhältnisse eintreten. Das ist besonders wichtig, denn es muß in der Tat zuweilen geschehen, daß für weit hinaus gesorgt wird.

[ 16 ] However, if we wish to fully understand historical events, we must also take into account that such turning points in development are always connected with certain positions of the stars, and that in the year 1250 our Earth’s axis was also in a certain position, such that the so-called minor axis of the ecliptic had a very special relationship to the Earth’s axis. So if we take into account that what happens on Earth is brought about by major celestial conditions, then we can already see from the external climatic conditions that within the Earth there is further specialization and differentiation. Is it not true that, because forces from the cosmos act in a certain way, the situation around the Earth’s equator is such that we have the hot zone there, followed by the temperate zone, and then the cold zone? This can be taken as a kind of example of how, on the physical plane, what is brought about by spiritual processes through the Sun and other conditions makes itself felt. But now, in turn, differentiation occurs within the Earth itself; the climate is different when, in the hot zone, one is dealing with depths or heights; it can still be very cold at high altitudes. Therefore, the climatic conditions are distributed quite differently at the same latitudes when we consider things in Africa or America. But there is also something in spiritual development that can be compared to this kind of differentiation, so that in fact, during periods when perhaps a very specific character prevails across the Earth due to the constellation of the stars, modifications occur in the spirits and souls of human beings, and special conditions arise. This is particularly important, for it must indeed sometimes happen that provision is made for the distant future.

[ 17 ] Denken Sie sich doch einmal, daß die weise Weltenlenkung - es ist das natürlich nur vergleichsweise gesprochen - sich sozusagen vor Jahrtausenden vornehmen mußte: Da ist eine Gruppe von Seelen, die muß ich vorbereiten, daß sie in der nächsten Inkarnation diese oder jene Aufgabe vollziehen können. Da müssen Zusammenhänge geschaffen werden, so daß vielleicht eine kleine Gruppe von Menschen, die gerade etwas ganz Bestimmtes erfahren haben, die zusammen auf einem kleinen Fleck der Erde inkarniert sind, etwas durchmachen können, was für diesen Zeitpunkt unbedeutend erscheint. Wenn man aber den Blick darauf hinwendet, wie solche Menschen, die auf einen kleinen Raum zusammengedrängt sind, in ihrer nächsten Verkörperung auseinandergeworfen werden und gerade das, was sie auf dem engen Raum erhalten haben, später für die gesamte Menschheit wirken, dann gewinnt die Sache ein anderes Ansehen. Und so können wir begreifen, daß in Zeiten, wo der Gesamtcharakter der Menschheit ein ganz bestimmter ist, in abgesonderten Teilen der Kultur etwas auftritt, was ganz auffallend sich ausnimmt, was sich von diesem Gesamtcharakter durchaus unterscheidet. Sehen Sie, so etwas möchte ich Ihnen erwähnen, weil es unserer Zeit ziemlich nahe liegt.

[ 17 ] Just imagine that the wise guidance of the universe—though this is, of course, only a figure of speech—had to resolve, so to speak, thousands of years ago: There is a group of souls that I must prepare so that they can fulfill this or that task in their next incarnation. Connections must be created so that perhaps a small group of people who have just experienced something very specific, who have incarnated together in a small corner of the earth, can go through something that seems insignificant at this point in time. But when one considers how such people, who are crowded together in a small space, are scattered in their next incarnation, and how precisely what they received in that confined space later works for all of humanity, then the matter takes on a different perspective. And so we can understand that in times when the overall character of humanity is a very specific one, something occurs in isolated parts of culture that stands out quite strikingly, something that differs entirely from this overall character. You see, I would like to mention something like this to you because it is quite relevant to our time.

[ 18 ] Im Steinthal bei Straßburg hat Oberlin gelebt. Es hat insbesondere der tiefsinnige deutsche Psychologe und Forscher Schubert immer auf diesen Oberlin hingewiesen. Es war eine eigenartige Persönlichkeit, dieser Oberlin, und er hat in eigenartiger Weise auf die Seelen gewirkt. Er war eine hellsichtige Persönlichkeit — ich kann dies nur andeuten — und war wirklich in der Lage, nachdem er verhältnismäßig früh die Gattin verloren hatte, mit der Individualität der Gattin so zusammenzuleben, wie man mit einem Lebenden zusammenlebt. Und nun notierte er sich Tag für Tag, was da oben, wo seine Gattin lebte, geschah, und er legte das auch in einer Landkarte des Himmels dar und zeigte es den Leuten, die um ihn herum waren, so daß in der Tat eine ganze Gemeinde da war, die teilnahm an dem Leben, das Oberlin mit seiner verstorbenen Gattin führte. Es ist eine eigenartige, deplacierte Sache, daß in die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert so etwas hineingestellt ist. Aber wenn Sie in Betracht ziehen, was ich gesagt habe, so werden Sie den Sinn einer solchen Sache erblicken. Und solche Dinge, wie sie sich dem Oberlin geoffenbart haben, gehören zum Bedeutsamsten, was auf diesem Gebiete in der neueren Zeit herausgekommen ist. Ich darf vielleicht Sie darauf aufmerksam machen, daß wir jetzt ein sehr schönes kulturhistorisches Werk haben, das diese Verhältnisse von Oberlin behandelt, den Roman von Fritz Lienhard. Sie werden darin außerordentlich anregende Lektüre, nicht nur in bezug auf die Person dieses Pfarrers, sondern auch auf die anderen damaligen Kulturverhältnisse finden. Aus solchen Dingen heraus, die man leicht unterschätzt und als zufällig betrachtet, können wir sehen, wie ein solches Geschehen sich hineinstellt in unsere Entwickelung, wie es wirken kann im gesamten Zusammenhang der Menschheitsentwickelung. Denn die Menschen, die in solcher Weise zusammengewürfelt sind, die sich um eine Persönlichkeit scharen, die als ihr Führer wirkt, solche Menschen sind dazu bestimmt, in späteren Inkarnationen gewisse Aufgaben*zu übernehmen.

[ 18 ] Oberlin lived in Steinthal near Strasbourg. In particular, the profound German psychologist and researcher Schubert always referred to this Oberlin. This Oberlin was a peculiar personality, and he had a peculiar effect on people’s souls. He was a clairvoyant—I can only hint at this—and, having lost his wife at a relatively young age, he was truly able to live with her individuality just as one lives with a living person. And so, day after day, he recorded what was happening up there, where his wife lived, and he also depicted this on a map of the heavens and showed it to the people around him, so that in fact there was an entire community that participated in the life Oberlin led with his deceased wife. It is a peculiar, out-of-place thing that something like this should have been introduced at the turn of the 18th to the 19th century. But if you consider what I have said, you will see the meaning of such a thing. And such things, as they were revealed to Oberlin, belong to the most significant things that have emerged in this field in recent times. Perhaps I may draw your attention to the fact that we now have a very fine work of cultural history that deals with these circumstances in Oberlin: the novel by Fritz Lienhard. You will find it an extraordinarily stimulating read, not only with regard to the person of this pastor, but also to the other cultural conditions of that time. From such things, which are easily underestimated and regarded as coincidental, we can see how such an event fits into our development, how it can have an effect within the overall context of human development. For the people who are brought together in this way, who gather around a personality who acts as their leader, such people are destined to take on certain tasks in later incarnations.

[ 19 ] So sehen Sie — das wollte ich heute Ihnen vor Ihre Seele bringen -, wie sozusagen das größte, das makrokosmische Hereinwirken aus Weltenfernen in die Menschenseelen zusammenhängt mit dem, was sich im kleinsten Raum abspielen kann. Insbesondere interessant werden diese Dinge aber, wenn man ein anderes Gesetz mit solchen Dingen verbindet, mit solchen großen Knotenpunkten der Entwickelung, wie ein solcher 1250 war. Damals ist am stärksten in die Menschenseele hereingewirkt worden — und das kann man weniger bemerken als das Rumoren in Kontinenten. Während der atlantischen Katastrophe ist von den Geistern der Form am wenigsten in Menschenseelen gewirkt worden; daher haben die jüngeren Hierarchien sozusagen das Feld damals beherrscht. Und so verteilen sich überhaupt die Tätigkeiten der verschiedenen Klassen von hierarchischen Wesenheiten. Wichtig ist es nun, daß wir erkennen, daß in diesen zyklischen Bewegungen wiederum gewisse Gesetze des Aufstiegs und des Verfalls stecken. Etwas davon habe ich schon angedeutet, als ich sagte, daß ein Ansturm im Jahre 1250 war, daß dann ein Verfall eintrat, der sich in der rein materialistischen Strömung kundgab. Solches können wir öfter bemerken. Und es ist interessant zu sehen, wie aufsteigende und absteigende Zyklen abwechseln in dem, was sich als Menschheitsgeschichte vollzieht.

[ 19 ] So you see—and this is what I wanted to bring to your attention today—how, so to speak, the greatest, the macrocosmic influence from distant worlds upon the human soul is connected to what can take place in the smallest of spaces. These things become particularly interesting, however, when one connects another law with such events, with such major turning points in evolution as the year 1250 was. At that time, the strongest influence was exerted upon the human soul—and this is less noticeable than the upheavals on the continents. During the Atlantean catastrophe, the spirits of form exerted the least influence on human souls; therefore, the younger hierarchies, so to speak, dominated the field at that time. And this is how the activities of the various classes of hierarchical beings are generally distributed. It is now important that we recognize that certain laws of ascent and decline are at work within these cyclical movements. I have already hinted at this when I said that there was a surge in the year 1250, followed by a decline that manifested itself in a purely materialistic current. We can observe this frequently. And it is interesting to see how ascending and descending cycles alternate in what unfolds as human history.