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The Occult Significance of the Bhagavad Gita
GA 146

2 June 1913, Helsinki

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Sechster Vortrag

Sechster Vortrag

[ 1 ] Es ist im Grunde genommen außerordentlich schwierig, innerhalb der abendländischen Kultur über eine solche Erscheinung zu sprechen, wie sie die Bhagavad Gita ist. Es ist aus dem Grunde schwierig, weil in unserer Gegenwart in weitesten Kreisen noch etwas herrscht, was ein grundgesundes Urteil auf diesem Gebiete außerordentlich erschwert. Es herrscht innerhalb der abendländischen Kultur die Sehnsucht, alles dasjenige, was an die menschliche Seele herandringt wie die Bhagavad Gita, aufzufassen im Sinne einer Lehre, einer Art Philosophie. Man geht gern an solche Schöpfungen des Menschengeistes vor allen Dingen vom ideellen, vielleicht sogar vom begriffsmäßigen Standpunkte heran.

[ 1 ] Es ist im Grunde genommen außerordentlich schwierig, innerhalb der abendländischen Kultur über eine solche Erscheinung zu sprechen, wie sie die Bhagavad Gita ist. Es ist aus dem Grunde schwierig, weil in unserer Gegenwart in weitesten Kreisen noch etwas herrscht, was ein grundgesundes Urteil auf diesem Gebiete außerordentlich erschwert. Es herrscht innerhalb der abendländischen Kultur die Sehnsucht, alles dasjenige, was an die menschliche Seele herandringt wie die Bhagavad Gita, aufzufassen im Sinne einer Lehre, einer Art Philosophie. Man geht gern an solche Schöpfungen des Menschengeistes vor allen Dingen vom ideellen, vielleicht sogar vom begriffsmäßigen Standpunkte heran.

[ 2 ] Es wird damit etwas berührt, was in unserer heutigen Zeit überhaupt schwierig macht, die großen historischen Impulse in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit richtig zu beurteilen. Wie oft wird zum Beispiel heute darauf hingewiesen, daß man in den Evangelien als die Lehren des Christus etwa dies oder jenes finde, und dann wird gezeigt, daß diese Tiefen der Lehren des Christus Jesus sich auch schon früher finden da oder dort. Dann wird gesagt: Seht ihr, das ist doch dasselbe! — Es ist nicht einmal unrichtig, daß es dasselbe ist, denn man kann in unzähligen Fällen nachweisen, daß die Lehren der Evangelien sich in früheren menschlichen Geisteswerken finden; und man kann nicht sagen, daß, wenn jemand die Behauptung aufstellt, es finde sich diese oder jene Lehre da oder dort, er irgend etwas Unrichtiges behaupte.

[ 2 ] Es wird damit etwas berührt, was in unserer heutigen Zeit überhaupt schwierig macht, die großen historischen Impulse in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit richtig zu beurteilen. Wie oft wird zum Beispiel heute darauf hingewiesen, daß man in den Evangelien als die Lehren des Christus etwa dies oder jenes finde, und dann wird gezeigt, daß diese Tiefen der Lehren des Christus Jesus sich auch schon früher finden da oder dort. Dann wird gesagt: Seht ihr, das ist doch dasselbe! — Es ist nicht einmal unrichtig, daß es dasselbe ist, denn man kann in unzähligen Fällen nachweisen, daß die Lehren der Evangelien sich in früheren menschlichen Geisteswerken finden; und man kann nicht sagen, daß, wenn jemand die Behauptung aufstellt, es finde sich diese oder jene Lehre da oder dort, er irgend etwas Unrichtiges behaupte.

[ 3 ] Und dennoch: Obwohl das, was so gesagt wird, nicht unrichtig ist, ist es gegenüber einer wirklich eindringenden Betrachtung der menschlichen Evolution ein Unsinn. Und es wird sich das menschliche Geistesleben erst daran gewöhnen müssen, zu erkennen, daß etwas ganz richtig und doch ein Unsinn sein kann. Erst wenn man diesen Satz nicht mehr als einen Widerspruch ansehen wird, wird man gewisse Dinge unbefangen beurteilen können. Man wird es unbefangen beurteilen können, wenn jemand sagt, er sehe in der Bhagavad Gita in einer gewissen Beziehung eine der allergrößten Schöpfungen des menschlichen Geistes innerhalb der Erdenevolution, er sehe in der Bhagavad Gita in einer gewissen Beziehung eine Schöpfung des Menschengeistes, die später überhaupt nicht mehr überholt worden ist. Und wenn dieses jemand sagt und daneben sagt, trotzdem stelle dasjenige, was mit der christlichen Verkündigung, mit der Verkündigung des Christus-Impulses in die Welt getreten ist, etwas durchaus anderes dar, etwas, was von der Bhagavad Gita, wenn man ihre Schönheit, ihre Größe noch ins hundertfältige erhöht denken könnte, nicht erreicht werden könnte, so ist das kein Widerspruch. Wenn jemand auf der einen Seite das eine sagt und auf der anderen Seite dieses letztere, so kann das vom heutigen abstrakten Denken als Widerspruch empfunden werden, und dennoch ist es keineswegs ein Widerspruch.

[ 3 ] Und dennoch: Obwohl das, was so gesagt wird, nicht unrichtig ist, ist es gegenüber einer wirklich eindringenden Betrachtung der menschlichen Evolution ein Unsinn. Und es wird sich das menschliche Geistesleben erst daran gewöhnen müssen, zu erkennen, daß etwas ganz richtig und doch ein Unsinn sein kann. Erst wenn man diesen Satz nicht mehr als einen Widerspruch ansehen wird, wird man gewisse Dinge unbefangen beurteilen können. Man wird es unbefangen beurteilen können, wenn jemand sagt, er sehe in der Bhagavad Gita in einer gewissen Beziehung eine der allergrößten Schöpfungen des menschlichen Geistes innerhalb der Erdenevolution, er sehe in der Bhagavad Gita in einer gewissen Beziehung eine Schöpfung des Menschengeistes, die später überhaupt nicht mehr überholt worden ist. Und wenn dieses jemand sagt und daneben sagt, trotzdem stelle dasjenige, was mit der christlichen Verkündigung, mit der Verkündigung des Christus-Impulses in die Welt getreten ist, etwas durchaus anderes dar, etwas, was von der Bhagavad Gita, wenn man ihre Schönheit, ihre Größe noch ins hundertfältige erhöht denken könnte, nicht erreicht werden könnte, so ist das kein Widerspruch. Wenn jemand auf der einen Seite das eine sagt und auf der anderen Seite dieses letztere, so kann das vom heutigen abstrakten Denken als Widerspruch empfunden werden, und dennoch ist es keineswegs ein Widerspruch.

[ 4 ] Ja, man kann noch weiter gehen. Man kann einmal fragen: Wann ist das Größte ausgesprochen worden, was gelten kann als Impuls für das menschliche Selbst, für das menschliche Ich, um dieses menschliche Ich innerhalb der Menschheitsevolution in die Welt hineinzustellen? Was ist das Bedeutsamste an Kraft? Wann ist das Gewaltigste geschehen für dieses menschliche Ich? — Das ist damals geschehen, als Krishna zu Arjuna gesprochen hat, als die gewaltigsten, bedeutsamsten, einschneidendsten und feurigsten Worte an das Ohr Arjunas drangen, um das menschliche Ich, das Selbstbewußtsein zu beleben. Im ganzen Umfange der Welt kann nichts gefunden werden, was kraftvoller für das menschliche Ich an Anfeuerung war als dasjenige, was an lebendigster Kraft in den Worten des Krishna an Arjuna zu finden ist.

[ 4 ] Ja, man kann noch weiter gehen. Man kann einmal fragen: Wann ist das Größte ausgesprochen worden, was gelten kann als Impuls für das menschliche Selbst, für das menschliche Ich, um dieses menschliche Ich innerhalb der Menschheitsevolution in die Welt hineinzustellen? Was ist das Bedeutsamste an Kraft? Wann ist das Gewaltigste geschehen für dieses menschliche Ich? — Das ist damals geschehen, als Krishna zu Arjuna gesprochen hat, als die gewaltigsten, bedeutsamsten, einschneidendsten und feurigsten Worte an das Ohr Arjunas drangen, um das menschliche Ich, das Selbstbewußtsein zu beleben. Im ganzen Umfange der Welt kann nichts gefunden werden, was kraftvoller für das menschliche Ich an Anfeuerung war als dasjenige, was an lebendigster Kraft in den Worten des Krishna an Arjuna zu finden ist.

[ 5 ] Allerdings müssen diese Worte nicht so genommen werden, wie man sie oftmals im Abendlande nimmt, wo man den größten und schönsten Worten eine Art bloßer abstrakter philosophischer Bedeutung gibt. Mit solcher Bedeutung trifft man das Wesentlichste der Bhagavad Gita überhaupt nicht. Daher haben abendländische Gelehrte diese Bhagavad Gita so furchtbar mißhandelt, malträtiert gerade in unserer Zeit. Hat man doch sogar einen Streit inszenieren können, ob in der Bhagavad Gita mehr die Sankhyaphilosophie oder irgendeine andere Ideenrichtung zur Geltung komme! Ja, es hat sich sogar ein sehr bedeutender Gelehrter gefunden, der in seiner Ausgabe der Bhagavad Gita gewisse Verse klein gedruckt hat, weil er der Ansicht ist, daß man diese geradezu herauskorrigieren müßte, da sie durch ein Versehen hineingekommen sein müßten. Er glaubt, daß nur das in die Bhagavad Gita gehöre, was entspricht der Sankhya- oder höchstens der Yogaphilosophie. Man darf aber sagen, daß von der Art, wie man heute von Philosophie spricht, überhaupt keine Philosophie in der Bhagavad Gita zu suchen ist. Man könnte höchstens sagen: Es haben sich im alten Indien aus gewissen Grundstimmungen der menschlichen Seele heraus philosophische Richtungen herausgebildet. Aber diese haben wahrlich mit der Bhagavad Gita jedenfalls nicht das zu tun, daß man sie als eine Interpretation, als einen Kommentar der Bhagavad Gita ansehen darf.

[ 5 ] Allerdings müssen diese Worte nicht so genommen werden, wie man sie oftmals im Abendlande nimmt, wo man den größten und schönsten Worten eine Art bloßer abstrakter philosophischer Bedeutung gibt. Mit solcher Bedeutung trifft man das Wesentlichste der Bhagavad Gita überhaupt nicht. Daher haben abendländische Gelehrte diese Bhagavad Gita so furchtbar mißhandelt, malträtiert gerade in unserer Zeit. Hat man doch sogar einen Streit inszenieren können, ob in der Bhagavad Gita mehr die Sankhyaphilosophie oder irgendeine andere Ideenrichtung zur Geltung komme! Ja, es hat sich sogar ein sehr bedeutender Gelehrter gefunden, der in seiner Ausgabe der Bhagavad Gita gewisse Verse klein gedruckt hat, weil er der Ansicht ist, daß man diese geradezu herauskorrigieren müßte, da sie durch ein Versehen hineingekommen sein müßten. Er glaubt, daß nur das in die Bhagavad Gita gehöre, was entspricht der Sankhya- oder höchstens der Yogaphilosophie. Man darf aber sagen, daß von der Art, wie man heute von Philosophie spricht, überhaupt keine Philosophie in der Bhagavad Gita zu suchen ist. Man könnte höchstens sagen: Es haben sich im alten Indien aus gewissen Grundstimmungen der menschlichen Seele heraus philosophische Richtungen herausgebildet. Aber diese haben wahrlich mit der Bhagavad Gita jedenfalls nicht das zu tun, daß man sie als eine Interpretation, als einen Kommentar der Bhagavad Gita ansehen darf.

[ 6 ] Man tut dem morgenländischen Geistesleben überhaupt unrecht, wenn man es zusammenbringt mit demjenigen, was das Abendland als Philosophie kennt. Denn in diesem Sinne, wie das Abendland die Philosophie hat, gab es im Morgenlande eine Philosophie gar nicht. In dieser Beziehung wird der Geist der Zeit, der jetzt eigentlich erst im Anfang steht — wir haben gestern schon von einem Verhältnis gesprochen, das sozusagen die Menschenseelen noch zu lernen haben —, der Geist der Zeit wird noch mißverstanden. Vor allen Dingen müssen wir festhalten können an jener Anschauung, die wenigstens aus dem gestrigen Vortrage zu gewinnen möglich war, welche uns gezeigt hat, wie die menschliche Seele unter gewissen Voraussetzungen ganz real, der Tatsache nach, gegenübertreten kann jener Wesenheit, die wir gestern von einer Seite aus zu charakterisieren versuchten als den Krishna. Weit wichtiger ist es, daß man weiß: Unter gewissen Voraussetzungen tritt die Arjunaseele demjenigen Geiste gegenüber, der vorbereitet hat das Zeitalter des Selbstbewußtseins. Es steht die Arjunaseele diesem Geiste gegenüber, der mit dieser gewaltigen Schöpferkraft in der Welt wirkt. — Das ist viel wichtiger als aller Streit, ob Sankhya- oder Vedenphilosophie in der Bhagavad Gita zu finden ist. Daß lebendige Wesenheiten sich uns gegenüberstellen, die reale Schilderung der Weltenverhältnisse und des Zeitkolorits, das ist dasjenige, worauf es ankommt. Und diese zu charakterisieren, haben wir versucht, indem wir auf der einen Seite uns zu zeigen bemühten, welchem Zeitalter ein solches Denken und Fühlen, wie es Arjuna besitzt, angehören kann; auf der anderen Seite, indem wir zu verstehen versuchten das Zeitalter des Selbstbewußtseins selber; und fernerhin auch indem wir zeigen konnten, welcher schöpferische vorbereitende Geist der Arjunaseele hat erscheinen können. Nun handelt es sich vor allen Dingen darum, daß wenn wir also in lebendiger Weise Wesen dem Wesen gegenüberstellen, wir mehr brauchen als eine bloß einseitige Charakteristik. Wir brauchen zunächst eine gewisse Allseitigkeit, damit wir diese Wesenheit noch genauer kennenlernen können. Diese Allseitigkeit wird sich uns durch die folgenden Betrachtungen bieten können.

[ 6 ] Man tut dem morgenländischen Geistesleben überhaupt unrecht, wenn man es zusammenbringt mit demjenigen, was das Abendland als Philosophie kennt. Denn in diesem Sinne, wie das Abendland die Philosophie hat, gab es im Morgenlande eine Philosophie gar nicht. In dieser Beziehung wird der Geist der Zeit, der jetzt eigentlich erst im Anfang steht — wir haben gestern schon von einem Verhältnis gesprochen, das sozusagen die Menschenseelen noch zu lernen haben —, der Geist der Zeit wird noch mißverstanden. Vor allen Dingen müssen wir festhalten können an jener Anschauung, die wenigstens aus dem gestrigen Vortrage zu gewinnen möglich war, welche uns gezeigt hat, wie die menschliche Seele unter gewissen Voraussetzungen ganz real, der Tatsache nach, gegenübertreten kann jener Wesenheit, die wir gestern von einer Seite aus zu charakterisieren versuchten als den Krishna. Weit wichtiger ist es, daß man weiß: Unter gewissen Voraussetzungen tritt die Arjunaseele demjenigen Geiste gegenüber, der vorbereitet hat das Zeitalter des Selbstbewußtseins. Es steht die Arjunaseele diesem Geiste gegenüber, der mit dieser gewaltigen Schöpferkraft in der Welt wirkt. — Das ist viel wichtiger als aller Streit, ob Sankhya- oder Vedenphilosophie in der Bhagavad Gita zu finden ist. Daß lebendige Wesenheiten sich uns gegenüberstellen, die reale Schilderung der Weltenverhältnisse und des Zeitkolorits, das ist dasjenige, worauf es ankommt. Und diese zu charakterisieren, haben wir versucht, indem wir auf der einen Seite uns zu zeigen bemühten, welchem Zeitalter ein solches Denken und Fühlen, wie es Arjuna besitzt, angehören kann; auf der anderen Seite, indem wir zu verstehen versuchten das Zeitalter des Selbstbewußtseins selber; und fernerhin auch indem wir zeigen konnten, welcher schöpferische vorbereitende Geist der Arjunaseele hat erscheinen können. Nun handelt es sich vor allen Dingen darum, daß wenn wir also in lebendiger Weise Wesen dem Wesen gegenüberstellen, wir mehr brauchen als eine bloß einseitige Charakteristik. Wir brauchen zunächst eine gewisse Allseitigkeit, damit wir diese Wesenheit noch genauer kennenlernen können. Diese Allseitigkeit wird sich uns durch die folgenden Betrachtungen bieten können.

[ 7 ] Wenn wir mit unserer Seele wirklich in diejenigen Regionen heraufdringen, in denen man eine solche Gestalt wahrnehmen kann, wie sie der Krishna ist, dann muß diese unsere Seele so weit sein, daß sie zunächst wirkliche Wahrnehmungen, wirkliche Erlebnisse in übersinnlichen Welten haben kann. Scheinbar sage ich damit etwas ganz Selbstverständliches. Und doch angesichts dessen, was die Menschen meistens von den höheren Welten erwarten, ist die Sache durchaus nicht so selbstverständlich. Ich habe immer wieder darauf aufmerksam gemacht, daß Mißverständnis über Mißverständnis dadurch entsteht, daß der Mensch mit einer ganzen Summe von Vorurteilen in die übersinnlichen Welten sich hinaufleben will: Er will zwar in das Übersinnliche geführt werden, aber zu etwas, was er von der Sinnenwelt her schon kennt. Er will Gestalten dort wahrnehmen, wenn auch nicht in derber Materie, so doch Gestalten, die ihm in einer Art Lichthülle entgegentreten; er findet, daß er Töne hören müsse, ähnlich den Tönen der physischen Welt. Er begreift gar nicht, daß er, wenn er so etwas erwartet, mit Vorurteilen in die übersinnlichen Welten hinaufsteigt: denn er will ja die übersinnliche Welt so haben, daß sie, wenn auch verfeinert, im Grunde doch so ist wie die Sinnenwelt. Licht und Farbe oder wenigstens Farbe und Helligkeit, daran ist der Mensch gewöhnt in der Sinnenwelt. So meint er, er komme eigentlich nur zu wirklichen Realitäten in den übersinnlichen Welten, wenn ihm die Wesenheiten der höheren Welt auch so entgegentreten. Nun sollte man das eigentlich gar nicht zu sagen brauchen, denn es sind doch die Wesen der übersinnlichen Welten nun einmal über alles Sinnliche erhaben, sie stellen sich nun einmal nicht in ihrer wahren Gestalt dar in sinnlichen Eigenschaften, denn sinnliche Eigenschaften setzen Auge, Ohr, Sinnesorgane überhaupt voraus. In den höheren Welten wird aber doch nicht mit Sinnesorganen wahrgenommen, sondern mit Seelenorganen. Aber dann kann etwas eintreten, das so ist, daß ich es eigentlich nur in einer sehr trivialen Weise, möchte ich sagen, interpretieren, auslegen kann. Nehmen wir einmal an, ich beschreibe Ihnen irgend etwas zunächst mit Worten, und dann habe ich noch das Bedürfnis, was ich Ihnen beschrieben habe, mit einigen Strichen auf die Tafel zu zeichnen. Dadurch versinnliche ich das, was ich mit Worten ausgesprochen habe. Niemandem wird es einfallen, die Zeichnung für die entsprechende Realität zu halten. Denn nehmen wir an, ich wollte Ihnen einen Berg beschreiben. Ich beschreibe Ihnen diesen Berg nun so, daß ich sage: Es ist merkwürdig, daß es irgendwo einen Berg gibt, der dreifach gipfelt in die Lüfte hinauf. — Sie können sich ja nun eine Vorstellung machen dadurch, daß ich Ihnen das bloß sage, aber ich kann dennoch das Bedürfnis fühlen, Ihnen dasjenige, was ich sagte, auf die Tafel sinnfällig oder schematisch zu zeichnen. Da wird es doch niemandem einfallen zu sagen: Da haben wir doch das, was er beschrieben hat, da. — Das habe ich doch nur versinnlicht. So ist es auch, wenn man dasjenige, was als übersinnliches Erlebnis erfahren wird, ausdrückt, indem man ihm Gestalt, Farbe gibt und es in Worte prägt, die aus der Sinnenwelt genommen sind. Nur macht man das nicht mit dem gewöhnlichen Intellekt, sondern es macht ein höheres Empfinden unserer Seele diese ganze Prozedur. Es lebt sich zum Beispiel unsere Seele in unsichtbare Welten ein, sagen wir in die unsichtbare Welt der KrishnaWesenheit. Dann fühlt sie das Bedürfnis, diese Krishna-Wesenheit vor sich hinzustellen. Was sie da vor sich hinstellt, ist aber gar nicht die Krishna-Wesenheit selber, sondern eine Zeichnung, eine übersinnliche Zeichnung. Imaginationen sind solche Zeichnungen, solche, man möchte sagen, übersinnliche Versinnlichungen. Und das Mißverständnis, das so häufig entsteht, ist, daß man dasjenige, was die höheren Seelenkräfte hinmalen, und was man auch mit Worten beschreiben kann, versinnlicht, wodurch es für das Wesen der Sache genommen wird. Das ist nicht das Wesen der Sache, sondern es muß durch dieses hindurch das Wesen der Sache zunächst erahnt und nach und nach erst erschaut werden.

[ 7 ] Wenn wir mit unserer Seele wirklich in diejenigen Regionen heraufdringen, in denen man eine solche Gestalt wahrnehmen kann, wie sie der Krishna ist, dann muß diese unsere Seele so weit sein, daß sie zunächst wirkliche Wahrnehmungen, wirkliche Erlebnisse in übersinnlichen Welten haben kann. Scheinbar sage ich damit etwas ganz Selbstverständliches. Und doch angesichts dessen, was die Menschen meistens von den höheren Welten erwarten, ist die Sache durchaus nicht so selbstverständlich. Ich habe immer wieder darauf aufmerksam gemacht, daß Mißverständnis über Mißverständnis dadurch entsteht, daß der Mensch mit einer ganzen Summe von Vorurteilen in die übersinnlichen Welten sich hinaufleben will: Er will zwar in das Übersinnliche geführt werden, aber zu etwas, was er von der Sinnenwelt her schon kennt. Er will Gestalten dort wahrnehmen, wenn auch nicht in derber Materie, so doch Gestalten, die ihm in einer Art Lichthülle entgegentreten; er findet, daß er Töne hören müsse, ähnlich den Tönen der physischen Welt. Er begreift gar nicht, daß er, wenn er so etwas erwartet, mit Vorurteilen in die übersinnlichen Welten hinaufsteigt: denn er will ja die übersinnliche Welt so haben, daß sie, wenn auch verfeinert, im Grunde doch so ist wie die Sinnenwelt. Licht und Farbe oder wenigstens Farbe und Helligkeit, daran ist der Mensch gewöhnt in der Sinnenwelt. So meint er, er komme eigentlich nur zu wirklichen Realitäten in den übersinnlichen Welten, wenn ihm die Wesenheiten der höheren Welt auch so entgegentreten. Nun sollte man das eigentlich gar nicht zu sagen brauchen, denn es sind doch die Wesen der übersinnlichen Welten nun einmal über alles Sinnliche erhaben, sie stellen sich nun einmal nicht in ihrer wahren Gestalt dar in sinnlichen Eigenschaften, denn sinnliche Eigenschaften setzen Auge, Ohr, Sinnesorgane überhaupt voraus. In den höheren Welten wird aber doch nicht mit Sinnesorganen wahrgenommen, sondern mit Seelenorganen. Aber dann kann etwas eintreten, das so ist, daß ich es eigentlich nur in einer sehr trivialen Weise, möchte ich sagen, interpretieren, auslegen kann. Nehmen wir einmal an, ich beschreibe Ihnen irgend etwas zunächst mit Worten, und dann habe ich noch das Bedürfnis, was ich Ihnen beschrieben habe, mit einigen Strichen auf die Tafel zu zeichnen. Dadurch versinnliche ich das, was ich mit Worten ausgesprochen habe. Niemandem wird es einfallen, die Zeichnung für die entsprechende Realität zu halten. Denn nehmen wir an, ich wollte Ihnen einen Berg beschreiben. Ich beschreibe Ihnen diesen Berg nun so, daß ich sage: Es ist merkwürdig, daß es irgendwo einen Berg gibt, der dreifach gipfelt in die Lüfte hinauf. — Sie können sich ja nun eine Vorstellung machen dadurch, daß ich Ihnen das bloß sage, aber ich kann dennoch das Bedürfnis fühlen, Ihnen dasjenige, was ich sagte, auf die Tafel sinnfällig oder schematisch zu zeichnen. Da wird es doch niemandem einfallen zu sagen: Da haben wir doch das, was er beschrieben hat, da. — Das habe ich doch nur versinnlicht. So ist es auch, wenn man dasjenige, was als übersinnliches Erlebnis erfahren wird, ausdrückt, indem man ihm Gestalt, Farbe gibt und es in Worte prägt, die aus der Sinnenwelt genommen sind. Nur macht man das nicht mit dem gewöhnlichen Intellekt, sondern es macht ein höheres Empfinden unserer Seele diese ganze Prozedur. Es lebt sich zum Beispiel unsere Seele in unsichtbare Welten ein, sagen wir in die unsichtbare Welt der KrishnaWesenheit. Dann fühlt sie das Bedürfnis, diese Krishna-Wesenheit vor sich hinzustellen. Was sie da vor sich hinstellt, ist aber gar nicht die Krishna-Wesenheit selber, sondern eine Zeichnung, eine übersinnliche Zeichnung. Imaginationen sind solche Zeichnungen, solche, man möchte sagen, übersinnliche Versinnlichungen. Und das Mißverständnis, das so häufig entsteht, ist, daß man dasjenige, was die höheren Seelenkräfte hinmalen, und was man auch mit Worten beschreiben kann, versinnlicht, wodurch es für das Wesen der Sache genommen wird. Das ist nicht das Wesen der Sache, sondern es muß durch dieses hindurch das Wesen der Sache zunächst erahnt und nach und nach erst erschaut werden.

[ 8 ] Nun habe ich schon im zweiten Vortrage davon gesprochen, daß die Bhagavad Gita neben allen übrigen Eigenschaften auch noch diese hat, daß sie eine wunderbare, dramatische Komposition aufweist. Ich habe die dramatische Komposition der vier ersten Gesänge darzustellen versucht, aber diese dramatische Steigerung geht herauf, von Gesang zu Gesang, indem wir weiter kommen, weiter in die Gebiete des okkulten Anschauens hinein. Und es muß auch äußerlich ein gewisses gesundes Urteil über die künstlerische Komposition der Bhagavad Gita hervorrufen, wenn wir uns fragen: Ist vielleicht in der Bhagavad Gita auch ein Mittelpunkt vorhanden, ein Mittelpunkt der Steigerung? Die Bhagavad Gita hat achtzehn Gesänge, der neunte könnte also ein Mittelpunkt der Steigerung sein. Nun lesen wir im neunten Gesange, gerade also in der Mitte, die merkwürdigen Worte, die prägnant zum Ausdruck kommen: Und nun sage ich, nachdem ich dir alles mitgeteilt habe, nun sage ich hier das Geheimste für die menschliche Seele. — Fürwahr, in diesem Moment ein wunderbares Wort, das scheinbar abstrakt klingt, aber tief bedeutsam ist. Und dann das Geheimste: Verstehe! Ich bin in allen Wesen, sie aber sind nicht in mir. — Ja, so wie die Menschen einmal sind, so fragen die Menschen sehr häufig: Was sagt eine wahre Mystik, ein wahrer Okkultismus? — Die Menschen wollen absolute Wahrheiten haben, die gibt es aber nicht. Es gibt nur Wahrheiten, die aus irgendeiner Situation richtig sind, die unter irgendwelchen Umständen und Bedingungen wahr sind. Das müssen sie dann aber auch sein. Es kann nicht ein absolut richtiger Satz sein: Ich bin in allen Wesen, aber sie sind nicht in mir. — Aber es ist der Satz, der als die tiefste Krishna-Weisheit in dieser Situation, in der Krishna dem Arjuna damals gegenüberstand, gesagt wird, und er gilt — nicht abstrakt, sondern real gesprochen — von jenem Krishna, welcher der Schöpfer ist des menschlichen Innern, des menschlichen Selbstbewußtseins. Und in einer wunderbaren Steigerung werden wir bis in die Mitte der Bhagavad Gita geführt, an welcher Stelle diese Worte uns zuströmen. Im neunten Gesang werden sie zu Arjuna gesprochen, und im elften Gesang, bald danach, tritt noch etwas anderes ein.

[ 8 ] Nun habe ich schon im zweiten Vortrage davon gesprochen, daß die Bhagavad Gita neben allen übrigen Eigenschaften auch noch diese hat, daß sie eine wunderbare, dramatische Komposition aufweist. Ich habe die dramatische Komposition der vier ersten Gesänge darzustellen versucht, aber diese dramatische Steigerung geht herauf, von Gesang zu Gesang, indem wir weiter kommen, weiter in die Gebiete des okkulten Anschauens hinein. Und es muß auch äußerlich ein gewisses gesundes Urteil über die künstlerische Komposition der Bhagavad Gita hervorrufen, wenn wir uns fragen: Ist vielleicht in der Bhagavad Gita auch ein Mittelpunkt vorhanden, ein Mittelpunkt der Steigerung? Die Bhagavad Gita hat achtzehn Gesänge, der neunte könnte also ein Mittelpunkt der Steigerung sein. Nun lesen wir im neunten Gesange, gerade also in der Mitte, die merkwürdigen Worte, die prägnant zum Ausdruck kommen: Und nun sage ich, nachdem ich dir alles mitgeteilt habe, nun sage ich hier das Geheimste für die menschliche Seele. — Fürwahr, in diesem Moment ein wunderbares Wort, das scheinbar abstrakt klingt, aber tief bedeutsam ist. Und dann das Geheimste: Verstehe! Ich bin in allen Wesen, sie aber sind nicht in mir. — Ja, so wie die Menschen einmal sind, so fragen die Menschen sehr häufig: Was sagt eine wahre Mystik, ein wahrer Okkultismus? — Die Menschen wollen absolute Wahrheiten haben, die gibt es aber nicht. Es gibt nur Wahrheiten, die aus irgendeiner Situation richtig sind, die unter irgendwelchen Umständen und Bedingungen wahr sind. Das müssen sie dann aber auch sein. Es kann nicht ein absolut richtiger Satz sein: Ich bin in allen Wesen, aber sie sind nicht in mir. — Aber es ist der Satz, der als die tiefste Krishna-Weisheit in dieser Situation, in der Krishna dem Arjuna damals gegenüberstand, gesagt wird, und er gilt — nicht abstrakt, sondern real gesprochen — von jenem Krishna, welcher der Schöpfer ist des menschlichen Innern, des menschlichen Selbstbewußtseins. Und in einer wunderbaren Steigerung werden wir bis in die Mitte der Bhagavad Gita geführt, an welcher Stelle diese Worte uns zuströmen. Im neunten Gesang werden sie zu Arjuna gesprochen, und im elften Gesang, bald danach, tritt noch etwas anderes ein.

[ 9 ] Was können wir denn da erwarten, wenn wir die künstlerische Steigerung der Bhagavad Gita kennen und die okkulten Wahrheiten in ihr? Zunächst ist in Worten, die künstlerisch gesteigert sind, das Tiefste zu fühlen, das Tiefste zu ahnen. Arjuna ist von Krishna geführt worden bis zu einem bestimmten Punkt. Aber wenn man den neunten und zehnten Gesang nimmt, also gerade die Mitte der Bhagavad Gita, da bemerkt man etwas sehr Eigentümliches, nämlich eine gewisse Schwierigkeit, die Vorstellungen, die gegeben werden, sich wirklich vorzustellen, für die Seele aufzurufen. Versuchen Sie einmal, gerade diesen neunten oder zehnten Gesang auf Ihre Seele wirken zu lassen.

[ 9 ] Was können wir denn da erwarten, wenn wir die künstlerische Steigerung der Bhagavad Gita kennen und die okkulten Wahrheiten in ihr? Zunächst ist in Worten, die künstlerisch gesteigert sind, das Tiefste zu fühlen, das Tiefste zu ahnen. Arjuna ist von Krishna geführt worden bis zu einem bestimmten Punkt. Aber wenn man den neunten und zehnten Gesang nimmt, also gerade die Mitte der Bhagavad Gita, da bemerkt man etwas sehr Eigentümliches, nämlich eine gewisse Schwierigkeit, die Vorstellungen, die gegeben werden, sich wirklich vorzustellen, für die Seele aufzurufen. Versuchen Sie einmal, gerade diesen neunten oder zehnten Gesang auf Ihre Seele wirken zu lassen.

[ 10 ] Wenn Sie von dem ersten Gesang herkommen, wird Ihre Seele gleichsam getragen von der fortwährenden künstlerischen Steigerung. Zunächst wird gesprochen von der Unsterblichkeit, dann wird Ihre Empfindung gesteigert durch die Vorstellungen, die durch Yoga erweckt werden, für den sich die Seele begeistert. Dann aber schwingt Ihre Seele gleichsam mit ihrem Fühlen in etwas, was ihr noch vertraut sein kann. Wir werden noch weiter geführt. Es wird in wunderbarer Steigerung hinzugenommen die Vorstellung von dem Erreger der Epoche des menschlichen Selbstbewußtseins. Da können wir entflammt werden für die Gestalt, die in die Menschheit das Selbstbewußtsein gebracht hat. Wir leben durchaus noch in konkreten, der Seele vertrauten Gefühlen und Empfindungen.

[ 10 ] Wenn Sie von dem ersten Gesang herkommen, wird Ihre Seele gleichsam getragen von der fortwährenden künstlerischen Steigerung. Zunächst wird gesprochen von der Unsterblichkeit, dann wird Ihre Empfindung gesteigert durch die Vorstellungen, die durch Yoga erweckt werden, für den sich die Seele begeistert. Dann aber schwingt Ihre Seele gleichsam mit ihrem Fühlen in etwas, was ihr noch vertraut sein kann. Wir werden noch weiter geführt. Es wird in wunderbarer Steigerung hinzugenommen die Vorstellung von dem Erreger der Epoche des menschlichen Selbstbewußtseins. Da können wir entflammt werden für die Gestalt, die in die Menschheit das Selbstbewußtsein gebracht hat. Wir leben durchaus noch in konkreten, der Seele vertrauten Gefühlen und Empfindungen.

[ 11 ] Dann geht die Steigerung noch weiter hinauf. Geschildert wird, wie die Seele immer freier und freier werden kann von dem äußeren Leiblichen, geschildert wird eine Anschauung, dem Inder sehr vertraut, daß die Seele sich in sich zurückziehen kann, die Taten wie ungeschehen lassen kann, die der Leib erlebt, daß die Seele in sich geschlossen werden kann und allmählich sich Yoga erwirbt, allmählich zu dem Einssein mit dem Brahman kommt. Da sehen wir in den folgenden Gesängen die Bestimmtheit der Empfindung, jenes Fühlen, das noch vom alltäglichen Leben Nahrung bekommen kann, allmählich schwinden.

[ 11 ] Dann geht die Steigerung noch weiter hinauf. Geschildert wird, wie die Seele immer freier und freier werden kann von dem äußeren Leiblichen, geschildert wird eine Anschauung, dem Inder sehr vertraut, daß die Seele sich in sich zurückziehen kann, die Taten wie ungeschehen lassen kann, die der Leib erlebt, daß die Seele in sich geschlossen werden kann und allmählich sich Yoga erwirbt, allmählich zu dem Einssein mit dem Brahman kommt. Da sehen wir in den folgenden Gesängen die Bestimmtheit der Empfindung, jenes Fühlen, das noch vom alltäglichen Leben Nahrung bekommen kann, allmählich schwinden.

[ 12 ] Und in sozusagen schwindelnde Höhen unbestimmter Erlebnisse steigt die Seele hinauf, indem es gegen den neunten Gesang zu geht. Und wenn man jetzt dem neunten und zehnten Gesang gegenüber auskommen will mit Vorstellungen, die herangezogen sind am gewöhnlichen Leben, dann kommt man eben nicht aus. Es ist tatsächlich so, wenn man an den neunten, zehnten Gesang kommt, daß man fühlt: Da stehe ich wie auf einem Gipfel einer Menschheitsleistung, die aus dem Okkulten herausgeboren ist, wofür zu Hilfe genommen werden muß dasjenige, was die sich entwickelnde Seele selber erst leisten muß, wenn Verständnis da sein soll.

[ 12 ] Und in sozusagen schwindelnde Höhen unbestimmter Erlebnisse steigt die Seele hinauf, indem es gegen den neunten Gesang zu geht. Und wenn man jetzt dem neunten und zehnten Gesang gegenüber auskommen will mit Vorstellungen, die herangezogen sind am gewöhnlichen Leben, dann kommt man eben nicht aus. Es ist tatsächlich so, wenn man an den neunten, zehnten Gesang kommt, daß man fühlt: Da stehe ich wie auf einem Gipfel einer Menschheitsleistung, die aus dem Okkulten herausgeboren ist, wofür zu Hilfe genommen werden muß dasjenige, was die sich entwickelnde Seele selber erst leisten muß, wenn Verständnis da sein soll.

[ 13 ] Es ist sehr merkwürdig, wie fein in dieser Beziehung die Bhagavad Gita komponiert ist. Wir können bis zum fünften, sechsten, siebenten Gesang kommen, wenn wir die Begriffe ausbilden, die wir schon im ersten Gesang empfangen. Im zweiten Gesang wird in der Menschenseele das Verständnis aufgerufen für das Ewige im Wechsel der Erscheinungen. Dann wird bald angereiht dasjenige, was in die Tiefen des Yoga sich verliert. Das trifft man vom dritten Gesang an. Dann aber mischt sich eine ganz neue Stimmung hinein in die Bhagavad Gita. Während wir in den ersten Gesängen immer verstandesmäßige Stimmung haben, etwas, das uns manchmal an die abendländischen philosophischen Stimmungen erinnert, setzt jetzt etwas ein, wozu, wenn wir es verstehen wollen, Andacht, Yogaverständnis gebraucht wird. Andächtige Stimmung brauchen wir. Wenn wir diese andächtige Stimmung immer mehr und mehr zum Erhabenen hinaufläutern, immer andächtiger und andächtiger in der Seele werden, dann trägt uns nicht mehr dasjenige, was in den ersten Gesängen Yoga wird — das bricht ab —, dann trägt uns eine ganz besondere Stimmung in den neunten, zehnten Gesang hinauf. Denn die Worte, die da an unser Ohr tönen, bleiben uns ein trockenes, leeres Schellengeläute, wenn wir ihnen mit dem Verstande nahen. Wärme geben sie, Wärme strahlen sie aus, wenn wir ihnen mit Andacht nahen. Derjenige, der die Bhagavad Gita verstehen will, der mag von Verstand und Vernunft seinen Ausgangspunkt nehmen und die ersten Gesänge verfolgen, aber aufleben muß im weiteren Verlauf in seinem Gemüt andächtige Stimmung, wenn er hinaufkommt bis zum neunten Gesang, wo wie ein wunderbarer Klang die Worte des erhabenen Krishna in seiner Seele wiederklingen. Wer an den neunten Gesang herantritt, der mag dann empfinden ein Gefühl der Andacht, wie wenn er sich die Schuhe ausziehen müsse, bevor er dieses Heiligtum betritt, denn er fühlt, er betritt heiligen Boden, auf dem er wandeln soll in andächtiger Stimmung. Und dann kommt der elfte Gesang. Was kann nun folgen, wenn wir sozusagen die Kulmination der andächtigen Stimmung erreicht haben? Was wird das nächste sein?

[ 13 ] Es ist sehr merkwürdig, wie fein in dieser Beziehung die Bhagavad Gita komponiert ist. Wir können bis zum fünften, sechsten, siebenten Gesang kommen, wenn wir die Begriffe ausbilden, die wir schon im ersten Gesang empfangen. Im zweiten Gesang wird in der Menschenseele das Verständnis aufgerufen für das Ewige im Wechsel der Erscheinungen. Dann wird bald angereiht dasjenige, was in die Tiefen des Yoga sich verliert. Das trifft man vom dritten Gesang an. Dann aber mischt sich eine ganz neue Stimmung hinein in die Bhagavad Gita. Während wir in den ersten Gesängen immer verstandesmäßige Stimmung haben, etwas, das uns manchmal an die abendländischen philosophischen Stimmungen erinnert, setzt jetzt etwas ein, wozu, wenn wir es verstehen wollen, Andacht, Yogaverständnis gebraucht wird. Andächtige Stimmung brauchen wir. Wenn wir diese andächtige Stimmung immer mehr und mehr zum Erhabenen hinaufläutern, immer andächtiger und andächtiger in der Seele werden, dann trägt uns nicht mehr dasjenige, was in den ersten Gesängen Yoga wird — das bricht ab —, dann trägt uns eine ganz besondere Stimmung in den neunten, zehnten Gesang hinauf. Denn die Worte, die da an unser Ohr tönen, bleiben uns ein trockenes, leeres Schellengeläute, wenn wir ihnen mit dem Verstande nahen. Wärme geben sie, Wärme strahlen sie aus, wenn wir ihnen mit Andacht nahen. Derjenige, der die Bhagavad Gita verstehen will, der mag von Verstand und Vernunft seinen Ausgangspunkt nehmen und die ersten Gesänge verfolgen, aber aufleben muß im weiteren Verlauf in seinem Gemüt andächtige Stimmung, wenn er hinaufkommt bis zum neunten Gesang, wo wie ein wunderbarer Klang die Worte des erhabenen Krishna in seiner Seele wiederklingen. Wer an den neunten Gesang herantritt, der mag dann empfinden ein Gefühl der Andacht, wie wenn er sich die Schuhe ausziehen müsse, bevor er dieses Heiligtum betritt, denn er fühlt, er betritt heiligen Boden, auf dem er wandeln soll in andächtiger Stimmung. Und dann kommt der elfte Gesang. Was kann nun folgen, wenn wir sozusagen die Kulmination der andächtigen Stimmung erreicht haben? Was wird das nächste sein?

[ 14 ] Wenn der Mensch hinaufgestiegen ist bis zu dem Gipfel, auf den Krishna den Arjuna geführt hat, den man entweder nur im okkulten Schauen oder in ehrfürchtig andächtiger Stimmung erreichen kann, dann kann nun eintreten das heilige Gestaltenlose, das Übersinnliche. Das Übersinnliche kann in die Imagination ergossen werden. Dann kann die gesteigerte erhöhte Seelenkraft, die nicht mehr der Vernunft angehört, sondern der imaginativen Erkenntnis, die Bilder entwerfen desjenigen, was eigentlich gestaltenlos, bildlos in seiner Wesenheit ist. Und das geschieht in der Bhagavad Gita, nachdem wir hinaufgeführt sind bis zu jenem heiligen Boden, vor welchem wir die Schuhe ausziehen: das geschieht gleich im Anfange der zweiten Hälfte des heiligen Sanges, etwa im elften Gesang. Da wird, nachdem es entsprechend eingeleitet und vorbereitet ist, die Krishna-Weisheit, zu der Arjuna von Stufe zu Stufe hingeführt worden ist, in Imaginationen vor seine Seele gezaubert. Und die Größe der Darstellung in diesem morgenländischen Gedicht tritt uns eigentlich da ganz besonders entgegen, wo Krishna, nachdem in seine Nähe Arjuna gebracht worden ist, im Bilde, in der Imagination auftritt. Man darf wohl sagen: Erlebnisse solcher Art, Erlebnisse, die so von einer innersten Kraft der menschlichen Seele erlebt werden müssen, sind eigentlich in einer so bedeutsamen Schilderungsweise kaum sonst noch gegeben worden. Und für denjenigen, der empfinden kann, wird die Imagination, die nun Arjuna von Krishna beschreibt, immer tief und bedeutungsvoll sein. Das ist das Wunderbare in der Komposition der Bhagavad Gita, daß wir sozusagen durch Krishna wie durch ein inspirierendes Wesen hinaufgeführt werden bis zum zehnten Gesang, und daß da die Schauensseligkeit des Arjuna nun in Aktion tritt. Da wird Arjuna zum Beschreiber. Und er beschreibt seine Imagination so, daß man sich scheut, nachzubilden, was da gesagt ist.

[ 14 ] Wenn der Mensch hinaufgestiegen ist bis zu dem Gipfel, auf den Krishna den Arjuna geführt hat, den man entweder nur im okkulten Schauen oder in ehrfürchtig andächtiger Stimmung erreichen kann, dann kann nun eintreten das heilige Gestaltenlose, das Übersinnliche. Das Übersinnliche kann in die Imagination ergossen werden. Dann kann die gesteigerte erhöhte Seelenkraft, die nicht mehr der Vernunft angehört, sondern der imaginativen Erkenntnis, die Bilder entwerfen desjenigen, was eigentlich gestaltenlos, bildlos in seiner Wesenheit ist. Und das geschieht in der Bhagavad Gita, nachdem wir hinaufgeführt sind bis zu jenem heiligen Boden, vor welchem wir die Schuhe ausziehen: das geschieht gleich im Anfange der zweiten Hälfte des heiligen Sanges, etwa im elften Gesang. Da wird, nachdem es entsprechend eingeleitet und vorbereitet ist, die Krishna-Weisheit, zu der Arjuna von Stufe zu Stufe hingeführt worden ist, in Imaginationen vor seine Seele gezaubert. Und die Größe der Darstellung in diesem morgenländischen Gedicht tritt uns eigentlich da ganz besonders entgegen, wo Krishna, nachdem in seine Nähe Arjuna gebracht worden ist, im Bilde, in der Imagination auftritt. Man darf wohl sagen: Erlebnisse solcher Art, Erlebnisse, die so von einer innersten Kraft der menschlichen Seele erlebt werden müssen, sind eigentlich in einer so bedeutsamen Schilderungsweise kaum sonst noch gegeben worden. Und für denjenigen, der empfinden kann, wird die Imagination, die nun Arjuna von Krishna beschreibt, immer tief und bedeutungsvoll sein. Das ist das Wunderbare in der Komposition der Bhagavad Gita, daß wir sozusagen durch Krishna wie durch ein inspirierendes Wesen hinaufgeführt werden bis zum zehnten Gesang, und daß da die Schauensseligkeit des Arjuna nun in Aktion tritt. Da wird Arjuna zum Beschreiber. Und er beschreibt seine Imagination so, daß man sich scheut, nachzubilden, was da gesagt ist.

[ 15 ] «Die Götter schau ich all in deinem Leib, o Gott; so auch die Scharen aller Wesen: Brahman, den Herrn, auf seinem Lotussitz, die Rishis alle und die Himmelsschlangen. Mit vielen Armen, Leibern, Mündern, Augen seh’ ich dich allüberall, endlos gestaltet. Nicht Ende, nicht Mitte und auch Anfang nicht seh’ ich an dir, o Herr des Alls. Du, der du in allen Formen mir erscheinst, der du mir erscheinst mit Diadem, mit Keule und mit Schwert, ein Berg in Flammen, nach allen Seiten strahlend: so seh’ ich dich. Geblendet wird mein Schauen, wie strahlend Feuer in der Sonne Glanz und unermeßlich groß. Das Unvergängliche, das höchste zu Erkennende, das größte Gut, so erscheinst du mir, im weiten All. Des ewigen Rechtes ewiger Wächter, das bist du. Als ewiger Urgeist stehst du vor meiner Seele. Nicht Anfang, nicht Mitte, nicht Ende zeigst du mir. Unendlich bist du überall, unendlich an Kraft, unendlich an Raumesweiten. Wie der Mond, ja wie die Sonne selbst groß sind deine Augen, und aus deinem Munde strahlt es wie von Opferfeuer. Ich schaue dich an in deiner Glut, wie deine Glut das All erwärmt; was ich ahnen kann zwischen dem Erdboden und den Himmelsweiten, deine Kraft erfüllt dies alles mit dir allein. Und jede Himmelswelt, alle die drei Welten beben, wenn deine wundersame Schauergestalt sich ihrem Blicke zeigt. Ich schau’, wie ganze Scharen von Göttern zu dir treten, die dir lobsingen, und furchtsam steh’ ich da vor dir, die Hände faltend. Heil ruft vor dir aller Seher Schar und aller Seligen Schar. Sie preisen dich mit all ihrem Lobgesang. Es preisen dich die Adityas, Rudras, Vasus, Sadhyas, Vishvas, Ashvin, Maruts und Manen, Gandharvas, Yakshas, Siddhas, Asuras, und alle Seligen, die schauen empor zu dir voll Staunen: ein Leib, so riesenhaft, mit vielen Mündern, vielen Armen, vielen Beinen, vielen Füßen, vielen Leibern, vielen Rachen voller Zähne. Vor all dem erbebt die Welt und ich auch bebe. Den Himmelerschütternden, Strahligen, Vielarmigen, mit offenem Mund, mit großen Flammenaugen. Schau’ ich dich so, dann zittert meine Seele. Nicht finde ich Festigkeit, nicht Ruhe, o großer Krishna, der mir Vishnu selber ist. Ich schaue wie in dein dräuendes Inneres, ich schau’ es, wie es ist dem Feuer gleich, so wie es wirken wird, einst am Ende aller Zeiten. Ich schau? dich in einer Art, wie ich nicht wissen kann von irgend etwas. Oh, sei mir gnädig, Herr der Götter, der Welten wohnlich Haus.»

[ 15 ] «Die Götter schau ich all in deinem Leib, o Gott; so auch die Scharen aller Wesen: Brahman, den Herrn, auf seinem Lotussitz, die Rishis alle und die Himmelsschlangen. Mit vielen Armen, Leibern, Mündern, Augen seh’ ich dich allüberall, endlos gestaltet. Nicht Ende, nicht Mitte und auch Anfang nicht seh’ ich an dir, o Herr des Alls. Du, der du in allen Formen mir erscheinst, der du mir erscheinst mit Diadem, mit Keule und mit Schwert, ein Berg in Flammen, nach allen Seiten strahlend: so seh’ ich dich. Geblendet wird mein Schauen, wie strahlend Feuer in der Sonne Glanz und unermeßlich groß. Das Unvergängliche, das höchste zu Erkennende, das größte Gut, so erscheinst du mir, im weiten All. Des ewigen Rechtes ewiger Wächter, das bist du. Als ewiger Urgeist stehst du vor meiner Seele. Nicht Anfang, nicht Mitte, nicht Ende zeigst du mir. Unendlich bist du überall, unendlich an Kraft, unendlich an Raumesweiten. Wie der Mond, ja wie die Sonne selbst groß sind deine Augen, und aus deinem Munde strahlt es wie von Opferfeuer. Ich schaue dich an in deiner Glut, wie deine Glut das All erwärmt; was ich ahnen kann zwischen dem Erdboden und den Himmelsweiten, deine Kraft erfüllt dies alles mit dir allein. Und jede Himmelswelt, alle die drei Welten beben, wenn deine wundersame Schauergestalt sich ihrem Blicke zeigt. Ich schau’, wie ganze Scharen von Göttern zu dir treten, die dir lobsingen, und furchtsam steh’ ich da vor dir, die Hände faltend. Heil ruft vor dir aller Seher Schar und aller Seligen Schar. Sie preisen dich mit all ihrem Lobgesang. Es preisen dich die Adityas, Rudras, Vasus, Sadhyas, Vishvas, Ashvin, Maruts und Manen, Gandharvas, Yakshas, Siddhas, Asuras, und alle Seligen, die schauen empor zu dir voll Staunen: ein Leib, so riesenhaft, mit vielen Mündern, vielen Armen, vielen Beinen, vielen Füßen, vielen Leibern, vielen Rachen voller Zähne. Vor all dem erbebt die Welt und ich auch bebe. Den Himmelerschütternden, Strahligen, Vielarmigen, mit offenem Mund, mit großen Flammenaugen. Schau’ ich dich so, dann zittert meine Seele. Nicht finde ich Festigkeit, nicht Ruhe, o großer Krishna, der mir Vishnu selber ist. Ich schaue wie in dein dräuendes Inneres, ich schau’ es, wie es ist dem Feuer gleich, so wie es wirken wird, einst am Ende aller Zeiten. Ich schau? dich in einer Art, wie ich nicht wissen kann von irgend etwas. Oh, sei mir gnädig, Herr der Götter, der Welten wohnlich Haus.»

[ 16 ] Das ist die Imagination, so wie Arjuna sie schaut, nachdem seine Seele eben bis zu jener Höhe hinaufgehoben worden ist, auf der eine Imagination von Krishna möglich ist. Und dann hören wir dasjenige, was Krishna ist, wiederum wie eine mächtige Inspiration an Arjuna heranklingen. Hören wir sie uns an. Sie ist wahrhaftig so, wie wenn sie nicht bloß an das seelisch-geistige Ohr des Arjuna klänge, sondern hinklänge über all die folgenden Zeiten des folgenden Weltenalters. Wir ahnen jetzt mehr an dieser Stelle, wir ahnen, was es eigentlich heißt: einem Zeitalter, einem Weltenalter wird ein neuer Impuls gegeben, und der Schöpfer dieses Impulses erscheint vor dem hellsehenden Auge des Arjuna. Wir empfinden mit Arjuna selber. Wir erinnern uns, daß Arjuna mitten im Kampfgewühl steht, wo Bruderblut mit Bruderblut kämpfen soll. Wir wissen, daß dasjenige, was Krishna zu geben hat, vor allem darauf beruht, daß diese Epoche des Hellsehens mit all dem Heiligen, das in ihr war, aufhörte, und daß eine neue Epoche beginnen sollte. Und wenn wir den Impuls bedenken der neuen Epoche, die mit dem Brudermord beginnen sollte, wenn wir in richtiger Weise den Impuls verstehen, der hineindrang in all die wankenden Begriffe und Einrichtungen der vorhergehenden Epoche, dann fassen wir dasjenige, was Krishna in Arjuna erklingen läßt, richtig auf.

[ 16 ] Das ist die Imagination, so wie Arjuna sie schaut, nachdem seine Seele eben bis zu jener Höhe hinaufgehoben worden ist, auf der eine Imagination von Krishna möglich ist. Und dann hören wir dasjenige, was Krishna ist, wiederum wie eine mächtige Inspiration an Arjuna heranklingen. Hören wir sie uns an. Sie ist wahrhaftig so, wie wenn sie nicht bloß an das seelisch-geistige Ohr des Arjuna klänge, sondern hinklänge über all die folgenden Zeiten des folgenden Weltenalters. Wir ahnen jetzt mehr an dieser Stelle, wir ahnen, was es eigentlich heißt: einem Zeitalter, einem Weltenalter wird ein neuer Impuls gegeben, und der Schöpfer dieses Impulses erscheint vor dem hellsehenden Auge des Arjuna. Wir empfinden mit Arjuna selber. Wir erinnern uns, daß Arjuna mitten im Kampfgewühl steht, wo Bruderblut mit Bruderblut kämpfen soll. Wir wissen, daß dasjenige, was Krishna zu geben hat, vor allem darauf beruht, daß diese Epoche des Hellsehens mit all dem Heiligen, das in ihr war, aufhörte, und daß eine neue Epoche beginnen sollte. Und wenn wir den Impuls bedenken der neuen Epoche, die mit dem Brudermord beginnen sollte, wenn wir in richtiger Weise den Impuls verstehen, der hineindrang in all die wankenden Begriffe und Einrichtungen der vorhergehenden Epoche, dann fassen wir dasjenige, was Krishna in Arjuna erklingen läßt, richtig auf.

[ 17 ] «Ich bin die Urzeit, die alle Welt vernichtet. Erschienen bin ich, Menschen fortzuraffen. Und ob du auch ihnen im Kampfe den Tod bringen wirst, auch ohne dich sind dem Tode verfallen all die Kämpfer, die dort in Reihen stehen. Erhebe dich furchtlos. Ruhm sollst du erwerben, den Feind besiegen. Frohlocke ob des winkenden Sieges und der Herrschaft. Nicht du wirst sie getötet haben, wenn sie hinfallen im Schlachtentod. Durch mich sind sie alle schon getötet, bevor du ihnen den Tod bringen kannst. Du sei nur Werkzeug, du sei nur Kämpfer mit der Hand! Den Drona, den Jayadratha, den Bhishma, den Karna und die anderen Kampfeshelden, die ich getötet, die tot schon sind, nun töte du sie, daß mein Wirken im Schein nach außen sich entlade. Wenn sie tot hinfallen in Maya, von mir getötet, töte du sie. Und das, was ich getan, wird scheinbar durch dich geschehen sein. Zittre nicht! Du vermagst nichts zu tun, was ich nicht schon getan. Kämpfe! Sie werden fallen durch dein Schwert, die ich getötet habe.»

[ 17 ] «Ich bin die Urzeit, die alle Welt vernichtet. Erschienen bin ich, Menschen fortzuraffen. Und ob du auch ihnen im Kampfe den Tod bringen wirst, auch ohne dich sind dem Tode verfallen all die Kämpfer, die dort in Reihen stehen. Erhebe dich furchtlos. Ruhm sollst du erwerben, den Feind besiegen. Frohlocke ob des winkenden Sieges und der Herrschaft. Nicht du wirst sie getötet haben, wenn sie hinfallen im Schlachtentod. Durch mich sind sie alle schon getötet, bevor du ihnen den Tod bringen kannst. Du sei nur Werkzeug, du sei nur Kämpfer mit der Hand! Den Drona, den Jayadratha, den Bhishma, den Karna und die anderen Kampfeshelden, die ich getötet, die tot schon sind, nun töte du sie, daß mein Wirken im Schein nach außen sich entlade. Wenn sie tot hinfallen in Maya, von mir getötet, töte du sie. Und das, was ich getan, wird scheinbar durch dich geschehen sein. Zittre nicht! Du vermagst nichts zu tun, was ich nicht schon getan. Kämpfe! Sie werden fallen durch dein Schwert, die ich getötet habe.»

[ 18 ] Nicht um an die Menschheit heranzubringen diejenige Stimme, die sprechen soll vom Töten, werden diese Worte gesagt, sondern um an die Menschheit heranzubringen die Stimme, die davon spricht, daß es in der menschlichen Wesenheit ein Zentrum gibt, welches herauszukommen hat in jenem dem Krishna folgenden Zeitalter, und daß in dieses Zentrum hereindringen die Impulse, die zunächst für den Menschen die höchsten erreichbaren sind, daß es nichts gibt in der Menschheitsevolution, was nicht mit etwas zusammenhängt, mit dem das menschliche Ich auch zusammenhängt. So erst wird uns die Bhagavad Gita etwas, das uns unmittelbar hinaufhebt, erhebt zu dem Horizont der ganzen Menschheitsevolution. Und es hat derjenige, der diese wechselnden Stimmungen aus der Bhagavad Gita auf sich wirken läßt, viel mehr als derjenige, der etwa schulmeisterliche Lehren über Sankhya oder Yoga sich von der Bhagavad Gita erteilen lassen will. Wenn man zu gehen vermag bis zum neunten, zehnten Gesang, wenn man eine Ahnung bekommt von den schwindelnden Höhen, zu denen der Yoga führt, dann wird man beginnen, den Sinn und Geist einer solchen Imagination zu fassen, wie sie in jener gewaltigen Schauung des Arjuna uns entgegentritt, die schon als Versinnlichung so groß und gewaltig ist, daß wir eine hinlänglich hohe, ahnende Erkenntnis gewinnen können von der Macht und Erhabenheit des Schöpfergeistes, der mit Krishna in die Welt eingegriffen hat. Was zum einzelnen Menschen als Höchstes sprechen kann, das spricht in Krishna zu Arjuna. Und wozu sich der einzelne Mensch aufschwingen kann, wenn er die Kräfte, die in seinem Inneren vorhanden sind, zu einem Höchsten erhebt, dem Höchsten, wozu sich die einzelne Menschenseele erziehen kann, wenn sie im besten Sinne an sich arbeitet: das ist der Krishna.

[ 18 ] Nicht um an die Menschheit heranzubringen diejenige Stimme, die sprechen soll vom Töten, werden diese Worte gesagt, sondern um an die Menschheit heranzubringen die Stimme, die davon spricht, daß es in der menschlichen Wesenheit ein Zentrum gibt, welches herauszukommen hat in jenem dem Krishna folgenden Zeitalter, und daß in dieses Zentrum hereindringen die Impulse, die zunächst für den Menschen die höchsten erreichbaren sind, daß es nichts gibt in der Menschheitsevolution, was nicht mit etwas zusammenhängt, mit dem das menschliche Ich auch zusammenhängt. So erst wird uns die Bhagavad Gita etwas, das uns unmittelbar hinaufhebt, erhebt zu dem Horizont der ganzen Menschheitsevolution. Und es hat derjenige, der diese wechselnden Stimmungen aus der Bhagavad Gita auf sich wirken läßt, viel mehr als derjenige, der etwa schulmeisterliche Lehren über Sankhya oder Yoga sich von der Bhagavad Gita erteilen lassen will. Wenn man zu gehen vermag bis zum neunten, zehnten Gesang, wenn man eine Ahnung bekommt von den schwindelnden Höhen, zu denen der Yoga führt, dann wird man beginnen, den Sinn und Geist einer solchen Imagination zu fassen, wie sie in jener gewaltigen Schauung des Arjuna uns entgegentritt, die schon als Versinnlichung so groß und gewaltig ist, daß wir eine hinlänglich hohe, ahnende Erkenntnis gewinnen können von der Macht und Erhabenheit des Schöpfergeistes, der mit Krishna in die Welt eingegriffen hat. Was zum einzelnen Menschen als Höchstes sprechen kann, das spricht in Krishna zu Arjuna. Und wozu sich der einzelne Mensch aufschwingen kann, wenn er die Kräfte, die in seinem Inneren vorhanden sind, zu einem Höchsten erhebt, dem Höchsten, wozu sich die einzelne Menschenseele erziehen kann, wenn sie im besten Sinne an sich arbeitet: das ist der Krishna.

[ 19 ] Wenn wir die Menschheitsevolution über die Erde hin denkend verfolgen, zeigt sich uns klar aus der allgemeinen Evolutionsweltanschauung, etwa wie sie in der «Geheimwissenschaft» versucht wurde, daß in diesem Sinne die Erde überhaupt der Schauplatz ist, auf welchem der Mensch zum Ich gebracht worden ist, indem alle möglichen Stadien von Epoche zu Epoche sich gestalteten, aufeinanderfolgten. Wenn man so die Evolution verfolgt von Zeitalter zu Zeitalter, dann sagt man sich: Da sind sie nun hinverpflanzt worden auf die Erde, diese Menschenseelen: das Höchste, was sie erringen sollen, das ist, freie Seelen zu werden. Freie Seelen werden die Menschen, wenn sie alle Kräfte, die nur in der Menschenseele als einzelne Seele erreicht werden können, zur Entfaltung bringen. Aber damit sie das können, wirkte der Krishna zuerst andeutend, dann immer mehr und mehr, und dann direkt in derjenigen Epoche der Menschheitsevolution, die der Selbstbewußtseinsepoche vorangegangen ist.

[ 19 ] Wenn wir die Menschheitsevolution über die Erde hin denkend verfolgen, zeigt sich uns klar aus der allgemeinen Evolutionsweltanschauung, etwa wie sie in der «Geheimwissenschaft» versucht wurde, daß in diesem Sinne die Erde überhaupt der Schauplatz ist, auf welchem der Mensch zum Ich gebracht worden ist, indem alle möglichen Stadien von Epoche zu Epoche sich gestalteten, aufeinanderfolgten. Wenn man so die Evolution verfolgt von Zeitalter zu Zeitalter, dann sagt man sich: Da sind sie nun hinverpflanzt worden auf die Erde, diese Menschenseelen: das Höchste, was sie erringen sollen, das ist, freie Seelen zu werden. Freie Seelen werden die Menschen, wenn sie alle Kräfte, die nur in der Menschenseele als einzelne Seele erreicht werden können, zur Entfaltung bringen. Aber damit sie das können, wirkte der Krishna zuerst andeutend, dann immer mehr und mehr, und dann direkt in derjenigen Epoche der Menschheitsevolution, die der Selbstbewußtseinsepoche vorangegangen ist.

[ 20 ] Innerhalb der Erdenevolution gibt es kein einziges Wesen, das der einzelnen Menschenseele soviel geben konnte wie der Krishna. Aber eben der einzelnen menschlichen Seele. Jetzt sage ich in aller Gelassenheit ein Wort, in aller Gelassenheit, wenn ich es gegenübersetze all der Schilderung, die ich vom Krishna zu geben versuchte: Außer der einzelnen Menschenseele gibt es auf der Erde die Menschheit. Auf der Erde gibt es außer der einzelnen Menschenseele auch eben alle diejenigen Angelegenheiten, die nicht einer einzelnen Menschenseele angehören. Man kann sich vorstellen, daß eine Menschenseele in sich den Impuls fühlt: Ich will so weit kommen mit meiner Vervollkommnung, als eine Menschenseele nur kommen kann. — Dieses Streben könnte bestehen. Dann würde sich die einzelne Menschenseele, eine jede in ihrer Isoliertheit, zunächst undefinierbar weit entwickeln. Aber es gibt eine Menschheit. Es gibt Angelegenheiten für den Erdenplaneten, durch welche dieser Erdenplanet zusammenhängt mit der gesamten Welt. Nehmen wir an, es wäre an die einzelne Menschenseele herangekommen der Krishna-Impuls. Was wäre also geschehen? Es wäre ja nicht dazumal, vielleicht auch nicht bis heute, aber im Laufe der Erdenevolution geschehen, daß jede einzelne Seele in sich einen höheren Impuls entwickelt hätte, so daß der Strom der Menschheitsevolution, der gemeinsamen Entwickelung sich geteilt hätte vom Zeitalter des Selbstbewußtseins an. Es wäre geschehen, daß die einzelnen menschlichen Seelen vorgerückt wären zu höchster Entfaltung, aber auch in Trennung, Zerstiebung. Die Wege der Menschenseelen wären immer weiter und weiter auseinandergegangen, indem in jeder einzelnen der Krishna-Impuls lebendig gewirkt hätte. Jene Erhöhung des Menschendaseins wäre geschehen, daß aus dem gemeinsamen Strome sich die einzelnen Seelen herausindividualisiert hätten, die Selbstheit zu höchster Entfaltung gebracht hätten. Man möchte sagen: Wie ein einzelner Stern hätte in vielen, vielen Strahlen hineingeleuchtet in die Zukunft die alte Zeit. Die alte Zeit hätte viele Einzelstrahlen hineingesendet in die neue Zeit, und jeder dieser Strahlen hätte die Herrlichkeit des Krishna herausposaunt in das Zukunftsweltenzeitalter. Auf diesem Wege war die Menschheit in den sechs bis acht Jahrhunderten, die der Begründung des Christentums vorangegangen sind. Da kam von der entgegengesetzten Seite etwas anderes heran.

[ 20 ] Innerhalb der Erdenevolution gibt es kein einziges Wesen, das der einzelnen Menschenseele soviel geben konnte wie der Krishna. Aber eben der einzelnen menschlichen Seele. Jetzt sage ich in aller Gelassenheit ein Wort, in aller Gelassenheit, wenn ich es gegenübersetze all der Schilderung, die ich vom Krishna zu geben versuchte: Außer der einzelnen Menschenseele gibt es auf der Erde die Menschheit. Auf der Erde gibt es außer der einzelnen Menschenseele auch eben alle diejenigen Angelegenheiten, die nicht einer einzelnen Menschenseele angehören. Man kann sich vorstellen, daß eine Menschenseele in sich den Impuls fühlt: Ich will so weit kommen mit meiner Vervollkommnung, als eine Menschenseele nur kommen kann. — Dieses Streben könnte bestehen. Dann würde sich die einzelne Menschenseele, eine jede in ihrer Isoliertheit, zunächst undefinierbar weit entwickeln. Aber es gibt eine Menschheit. Es gibt Angelegenheiten für den Erdenplaneten, durch welche dieser Erdenplanet zusammenhängt mit der gesamten Welt. Nehmen wir an, es wäre an die einzelne Menschenseele herangekommen der Krishna-Impuls. Was wäre also geschehen? Es wäre ja nicht dazumal, vielleicht auch nicht bis heute, aber im Laufe der Erdenevolution geschehen, daß jede einzelne Seele in sich einen höheren Impuls entwickelt hätte, so daß der Strom der Menschheitsevolution, der gemeinsamen Entwickelung sich geteilt hätte vom Zeitalter des Selbstbewußtseins an. Es wäre geschehen, daß die einzelnen menschlichen Seelen vorgerückt wären zu höchster Entfaltung, aber auch in Trennung, Zerstiebung. Die Wege der Menschenseelen wären immer weiter und weiter auseinandergegangen, indem in jeder einzelnen der Krishna-Impuls lebendig gewirkt hätte. Jene Erhöhung des Menschendaseins wäre geschehen, daß aus dem gemeinsamen Strome sich die einzelnen Seelen herausindividualisiert hätten, die Selbstheit zu höchster Entfaltung gebracht hätten. Man möchte sagen: Wie ein einzelner Stern hätte in vielen, vielen Strahlen hineingeleuchtet in die Zukunft die alte Zeit. Die alte Zeit hätte viele Einzelstrahlen hineingesendet in die neue Zeit, und jeder dieser Strahlen hätte die Herrlichkeit des Krishna herausposaunt in das Zukunftsweltenzeitalter. Auf diesem Wege war die Menschheit in den sechs bis acht Jahrhunderten, die der Begründung des Christentums vorangegangen sind. Da kam von der entgegengesetzten Seite etwas anderes heran.

[ 21 ] Woher ist der Krishna-Impuls gekommen? Der Krishna-Impuls kommt in die Menschenseele, wenn diese von innen heraus immer tiefer aus ihrer eigenen Wesenheit schafft und schöpft, wenn sie immer mehr herausschöpft, um heraufsteigen zu können in diejenigen Regionen, wo der Krishna erreicht wird. Dann kam aber etwas, was von außen an die Menschheit herankam, was die Menschen niemals aus sich selber hätten erreichen können, was von der anderen Seite entgegenkam, zu jeder einzelnen sich neigend. So trafen die sich vereinzelnden Seelen auf eine gemeinsame Wesenheit, die von außen, aus dem Universum, aus dem Kosmos entgegenkam dem Zeitalter des Selbstbewußtseins als etwas, was jetzt nicht so herankam, daß man es durch die Einzelarbeit erreichen kann, was so herankam, daß es der gesamten Menschheit angehörte, der gesamten Erde. Von der entgegengesetzten Seite ist das andere herangekommen: der Christus-Impuls.

[ 21 ] Woher ist der Krishna-Impuls gekommen? Der Krishna-Impuls kommt in die Menschenseele, wenn diese von innen heraus immer tiefer aus ihrer eigenen Wesenheit schafft und schöpft, wenn sie immer mehr herausschöpft, um heraufsteigen zu können in diejenigen Regionen, wo der Krishna erreicht wird. Dann kam aber etwas, was von außen an die Menschheit herankam, was die Menschen niemals aus sich selber hätten erreichen können, was von der anderen Seite entgegenkam, zu jeder einzelnen sich neigend. So trafen die sich vereinzelnden Seelen auf eine gemeinsame Wesenheit, die von außen, aus dem Universum, aus dem Kosmos entgegenkam dem Zeitalter des Selbstbewußtseins als etwas, was jetzt nicht so herankam, daß man es durch die Einzelarbeit erreichen kann, was so herankam, daß es der gesamten Menschheit angehörte, der gesamten Erde. Von der entgegengesetzten Seite ist das andere herangekommen: der Christus-Impuls.

[ 22 ] So sehen wir zunächst in einer mehr abstrakten Form, wie vorbereitet ist in der Menschheit eine Individualisierung, die immer mehr in die Individualisierung hineingehen sollte, und wie entgegenkam den sich individuell machen wollenden Seelen der Christus-Impuls, der diese Seelen wieder zusammenführte zu einer Gesamtmenschheit. Dasjenige, was ich heute ausführen wollte, war zunächst etwas wie eine abstrakte Bestimmung, eine abstrakte Charakteristik der beiden Impulse, des Krishna- und des Christus-Impulses. Ich versuchte zu zeigen, wie diese zwei Impulse in dem Zeitalter der mittleren Menschheitsentwickelung nahe aneinanderliegen, wie sie aber von entgegengesetzten Seiten herkommen. Man kann daher etwas sehr Unrichtiges sagen, wenn man die beiden Offenbarungswelten, die Krishna-Welt auf der einen Seite, die Christus-Welt auf der anderen, miteinander verwechselt. Dasjenige, was ich auseinandergesetzt habe in einer mehr abstrakten Form, wollen wir zu mehr konkreter Form in den nächsten Vorträgen führen. Die heutige Betrachtung aber möchte ich mit einem einfachen Worte schließen, welches einfach und schlicht geben soll den Extrakt desjenigen, was eigentlich die für die Menschheitsevolution wichtigsten Impulse sind. Wenn wir den Blick wenden zu dem, was zwischen dem 10. Jahrhundert vor dem Christus-Impuls und dem 10. Jahrhundert nach demselben geschehen ist, so können wir das wie in einem Extrakt in die Worte drängen: Es erfloß der Welt der Krishna-Impuls für jede einzelne Menschenseele, und es erfloß der Erde der Christus-Impuls für die ganze Menschheit. — Hierbei ist zu beachten, daß die ganze Menschheit für denjenigen, der konkret denken kann, nicht etwa die Summe von allen einzelnen Menschenseelen ist.

[ 22 ] So sehen wir zunächst in einer mehr abstrakten Form, wie vorbereitet ist in der Menschheit eine Individualisierung, die immer mehr in die Individualisierung hineingehen sollte, und wie entgegenkam den sich individuell machen wollenden Seelen der Christus-Impuls, der diese Seelen wieder zusammenführte zu einer Gesamtmenschheit. Dasjenige, was ich heute ausführen wollte, war zunächst etwas wie eine abstrakte Bestimmung, eine abstrakte Charakteristik der beiden Impulse, des Krishna- und des Christus-Impulses. Ich versuchte zu zeigen, wie diese zwei Impulse in dem Zeitalter der mittleren Menschheitsentwickelung nahe aneinanderliegen, wie sie aber von entgegengesetzten Seiten herkommen. Man kann daher etwas sehr Unrichtiges sagen, wenn man die beiden Offenbarungswelten, die Krishna-Welt auf der einen Seite, die Christus-Welt auf der anderen, miteinander verwechselt. Dasjenige, was ich auseinandergesetzt habe in einer mehr abstrakten Form, wollen wir zu mehr konkreter Form in den nächsten Vorträgen führen. Die heutige Betrachtung aber möchte ich mit einem einfachen Worte schließen, welches einfach und schlicht geben soll den Extrakt desjenigen, was eigentlich die für die Menschheitsevolution wichtigsten Impulse sind. Wenn wir den Blick wenden zu dem, was zwischen dem 10. Jahrhundert vor dem Christus-Impuls und dem 10. Jahrhundert nach demselben geschehen ist, so können wir das wie in einem Extrakt in die Worte drängen: Es erfloß der Welt der Krishna-Impuls für jede einzelne Menschenseele, und es erfloß der Erde der Christus-Impuls für die ganze Menschheit. — Hierbei ist zu beachten, daß die ganze Menschheit für denjenigen, der konkret denken kann, nicht etwa die Summe von allen einzelnen Menschenseelen ist.