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The Rudolf Steiner Archive

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The Spirit World's Impact on the Physical World
The Influence of the Dead on the World of the Living
GA 150

14 March 1913, Augsburg

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1. Zwei Stromungen Innerhalb der Fortlaufenden Entwickelung des Menschen Sind bei der Erziehung zu Berücksichtigen

1. Two Trends in Human Development That Must Be Taken into Account in Education

[ 1 ] Wenn man heute in unserer Gegenwart einen öffentlichen anthroposophischen Vortrag hält — und was hier gesagt wird in bezug auf einen öffentlichen Vortrag, das muß in Betracht gezogen werden bei allem, was wir von Anthroposophie an die Außenwelt heranbringen, an die Menschen, welche sich nicht einer anthroposophischen Vereinigung anschließen —, dann muß immer berücksichtigt werden, daß die Seelen der heutigen Menschen zwar in ihren Tiefen, in ihren Untergründen eine große Sehnsucht nach Anthroposophie haben, daß aber in den Teilen des Seelenlebens, von denen sie selber wissen, doch recht wenig Zusammenhang mit den spirituellen Wahrheiten vorhanden ist. Es kommt deshalb natürlich bei einem öffentlichen Vortrag nicht darauf an, zu beachten, was bei solchen Persönlichkeiten beliebt oder unbeliebt ist. Man sollte darum sich niemals fragen, was sie gerne oder nicht gerne hören, aber man muß darauf Rücksicht nehmen, daß schon einmal unser Zeitalter Denkgewohnheiten hat, Vorstellungsarten hat, welche in vieler Beziehung ganz direkt entgegengesetzt sind demjenigen, zu dem wir uns hinaufarbeiten durch die anthroposophische Erkenntnis. Gerade was da beachtet werden muß, das bemühe ich mich immer sorgfältig zu berücksichtigen, wenn ich festzustellen versuche den Unterschied des Tones, in dem ein öffentlicher Vortrag gehalten werden muß, und des Tones, in dem gesprochen werden kann zu unseren anthroposophischen Freunden. Und wir sollten uns gewöhnen, diesen Unterschied durchaus wirklich einzuhalten. Wenn auch dann die Leute, die der Anthroposophie noch ferne stehen, vielleicht auch unangenehm berührt werden von dem, was man ihnen sagt, so braucht uns das nicht irgendwie im schlimmen Sinne zu berühren, wenn wir nur das Bewußtsein in uns tragen, daß wir das an sie herangebracht haben, was gerade ihren Seelen frommt. Dann aber, wenn wir gewissermaßen unter uns sind, dann müssen wir eben durchaus versuchen, in die Dinge tiefer und immer tiefer hineinzudringen. Wir können ganz bestimmte Wahrheiten, die heute schon für unsere Gegenwart außerordentlich wichtig und bedeutsam sind,.und die wir unter uns verhandeln müssen, damit sie, von uns ausgehend, immer tiefer und tiefer in das Geistesleben der Zeit eindringen, sozusagen noch nicht in ganz deutlich ausgesprochenen Worten an das äußere Publikum heranbringen.

[ 1 ] When one gives a public lecture on anthroposophy today—and what is said here regarding a public lecture must be taken into account in everything we bring from anthroposophy to the outside world, to people who do not belong to an anthroposophical society— then one must always bear in mind that while the souls of people today harbor a deep, underlying longing for anthroposophy, there is very little connection to spiritual truths in those parts of their inner life of which they themselves are aware. It is therefore naturally not a matter of concern in a public lecture to consider what is popular or unpopular with such individuals. One should therefore never ask oneself what they like or dislike to hear, but one must take into account that our age has ways of thinking and modes of imagination that in many respects are quite directly opposed to those toward which we are striving through anthroposophical knowledge. It is precisely this that must be taken into account, and I always strive to consider it carefully when I try to determine the difference in tone between a public lecture and the tone in which we can speak to our anthroposophical friends. And we should get into the habit of truly maintaining this distinction. Even if people who are still far removed from anthroposophy might be somewhat offended by what is said to them, this need not affect us in any negative way, provided we carry within us the awareness that we have presented to them precisely what is beneficial to their souls. But then, when we are, so to speak, among ourselves, we must certainly try to delve deeper and deeper into these matters. There are certain truths that are already extraordinarily important and significant for our present time, and which we must discuss among ourselves so that, emanating from us, they may penetrate ever deeper and deeper into the spiritual life of our age; yet we must not yet present these to the wider public in quite clearly articulated words.

[ 2 ] Wir müssen gerade diese Sache ganz richtig verstehen. Nehmen wir einmal an, wir sprechen von dem, was ja in das Menschenleben fortwährend hereinspielt, von dem Durchdrungensein alles menschlichen Lebens auf der Erde durch die ahrimanischen, durch die luziferischen Gewalten, oder wir sprechen von gewissen Dingen, die sich beziehen auf das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das, was uns abhalten soll, so ohne weiteres über diese Dinge vor Unvorbereiteten zu sprechen, das soll nicht dasjenige sein, was oftmals gerade in einer solchen Gesellschaft, wie die unsrige ist, auftritt, und was man nennen könnte eine gewisse Geheimniskrämerei, bei der sich die meisten dann nicht einmal die rechte Vorstellung machen, warum sie getan wird. Das, was uns abhalten soll, so ohne weiteres über diese Dinge vor Unvorbereiteten zu sprechen, das ist, daß die Menschen, die unvorbereitet sind, die Dinge nicht ernst genug nehmen können, nicht tief genug nehmen. Es soll dem Anthroposophen das Wort «ahrimanische», «luziferische» Gewalten nach und nach etwas für das Leben so Bedeutsames werden, etwas, wobei er in seinen Gefühlen und Empfindungen so tief innerlich ergriffen wird, wenn diese Dinge ausgesprochen werden, daß man das Gefühl hat: Wenn man diese Worte den Unvorbereiteten an den Kopf wirft, so wird ihnen das, was man an innerer Kraft fühlen soll, wenn sie ausgesprochen werden, genommen, und auch wir selber schaden uns, wenn wir im gewöhnlichen Leben bei jeder Gelegenheit, die uns gerade paßt, diese Worte ohne weiteres anwenden. Wenn wir zum Beispiel in unsere Geldbörse greifen und da zu tun haben mit dem Geld, so haben wir es ja ganz richtig mit ahrimanischen Gewalten zu tun. Aber es ist nicht gut, das Wort «ahrimanisch» so ohne weiteres immer wieder anzuwenden auf die alltäglichen Verhältnisse. Dadurch, daß wir ein solches Wort auf die alltäglichen Verhältnisse anwenden, stumpft es sich ab für unser Empfinden, für unser Gefühl, und wir haben dann gar nicht die Möglichkeit, noch Worte zu haben, die, wenn wir sie denken oder aussprechen, auf uns jenen elementaren, bedeutsamen Sinn ausüben, den sie ausüben sollen. Das ist außerordentlich bedeutsam, daß wir nicht im alltäglichen Leben mit diesen Dingen gar zu sehr herumwerfen, denn wir kommen dadurch tatsächlich allmählich um das Beste, um das Wirksamste, was uns Anthroposophie geben kann. Je mehr wir in bezug auf die alltäglichen Verhältnisse die anthroposophischen Worte im Munde führen, desto mehr nehmen wir uns die Möglichkeit, daß Anthroposophie für uns wirklich etwas unsere Seele Tragendes, unsere Seele tief Durchdringendes wird. Wir brauchen nur die Macht der Gewohnheit ins Auge zu fassen und wir werden sehen, daß ein Unterschied besteht, wenn wir mit einer gewissen heiligen Scheu, mit einem gewissen Bewußtsein, daß wir von anderen Welten sprechen, Worte gebrauchen, wie, sagen wir, die Worte «Aura» oder «ahrimanische Gewalten» oder «luziferische Gewalten». Wenn wir immer fühlen, wir müssen sozusagen haltmachen, bevor wir solche Worte gebrauchen, müssen sie nur anwenden, wenn es uns eben wirklich darauf ankommt, unsere Beziehung zur übersinnlichen Welt ins Auge zu fassen, dann ist das etwas ganz anderes, als wenn wir im alltäglichen Leben bei jeder beliebigen Gelegenheit von diesen Dingen der höheren Welt sprechen und Worte, die von diesen Welten hergenommen sind, immerfort im Munde führen.

[ 2 ] We must understand this very point quite correctly. Let us suppose we are speaking of what constantly plays a role in human life—the permeation of all human life on earth by the Ahrimanic and Luciferic forces—or we are speaking of certain things that relate to the life between death and a new birth. What should prevent us from speaking so readily about these things to the unprepared should not be what often occurs, especially in a society such as ours, and what one might call a certain air of secrecy, in which most people do not even have a proper idea of why it is maintained. What should prevent us from speaking so readily about these things in the presence of the unprepared is that those who are unprepared cannot take these matters seriously enough, cannot grasp them deeply enough. For the anthroposophist, the terms “Ahrimanic” and “Luciferic” forces should gradually become something of such significance in life, something that so deeply moves him in his feelings and sensibilities when these things are spoken, that one has the feeling: If one hurls these words at the unprepared, the inner power one is meant to feel when they are spoken is taken away from them, and we also harm ourselves when, in ordinary life, we use these words without further ado at every opportunity that suits us. When, for example, we reach into our wallet and deal with money, we are indeed dealing quite rightly with Ahrimanic forces. But it is not good to apply the word “Ahrimanic” so casually and repeatedly to everyday circumstances. By applying such a word to everyday circumstances, it becomes dulled to our sensibility, to our feeling, and we then no longer have the possibility of having words that, when we think or speak them, exert upon us that elemental, significant meaning they are meant to exert. It is of extraordinary importance that we do not throw these terms about too freely in everyday life, for in doing so we actually gradually deprive ourselves of the very best, the most effective, that anthroposophy can offer us. The more we use anthroposophical terms in connection with everyday circumstances, the more we deprive ourselves of the possibility that anthroposophy might truly become something that sustains our soul and deeply permeates it. We need only consider the power of habit, and we will see that there is a difference when we use words such as, say, “aura” or “Ahrimanic forces” or “Luciferic forces” with a certain sacred reverence, with a certain awareness that we are speaking of other worlds. If we always feel that we must, so to speak, pause before using such words, and use them only when it is truly important for us to contemplate our relationship to the supersensible world, then that is something quite different from speaking of these things of the higher world at every random opportunity in everyday life and constantly having words taken from these worlds on our lips.

[ 3 ] Ich mußte diese Einleitung bringen, weil wir einmal gerade in dieser Stunde auf etwas in der Menschenseele hinweisen wollen, was zwar immer in unserem Bewußtsein vorhanden sein soll, was wir aber doch nur richtig betrachten, wenn es mit einer gewissen heiligen Scheu geschieht. Nehmen Sie einmal in die Hand die kleine Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft». Da wird sozusagen gezeigt, wie die Vorgänge am sich entwickelnden Menschen von sieben zu sieben Jahren sind. Da wird gezeigt, daß bis zum siebenten Lebensjahre, bis zum Zahnwechsel, wir es vorzugsweise in der Hauptsache mit der Entwickelung des physischen Leibes zu tun haben, daß wir es zu tun haben im nächsten Zeitraum, vom siebenten bis zum vierzehnten Lebensjahre, bis zur Geschlechtsreife, mit einer Entwickelung des Ätherleibes und so weiter. Wenn Sie diese Entwickelung des Menschen von sieben zu sieben Jahren ins Auge fassen, dann haben Sie es vorzugsweise zu tun mit dem, was die sozusagen normalen Wesenheiten der höheren Hierarchien an der menschlichen Evolution bewirken. Das ist so recht die fortschreitende Evolution, die da von sieben zu sieben Jahren verläuft, so daß wir sagen können: Die eigentlich fortschreitenden göttlich-geistigen Mächte, die leiten und lenken diese Evolution von sieben zu sieben Jahren. Würden nur diese fortschreitenden göttlich-geistigen Mächte an dem Menschen tätig sein, dann würde überhaupt das ganze menschliche Leben anders verlaufen, im ganzen anders verlaufen, als es tatsächlich verläuft. Dann würde vor allen Dingen der Mensch einem kleinen Kinde in ganz anderer Weise entgegentreten. Er würde bei dem kleinen Kinde immer das Gefühl haben: Da spricht durch das Kind eine geistige Individualität. Man würde sogar immer das Gefühl haben, daß das kleine Kind, bei alldem, was es tut, was es vornimmt, aus höheren Welten heraus die Antriebe, die Impulse empfängt. Und die Menschen würden sicher gar kein anderes Gefühl bekommen, als daß das Kind aus weit höheren Impulsen heraus handelt, als diejenigen sind, die sie selbst mit ihrem Verstand durchdringen können. Und das würde verhältnismäßig noch recht lange dauern.

[ 3 ] I had to include this introduction because, in this very lesson, we wish to point out something in the human soul that, while it should always be present in our consciousness, we can only truly contemplate with a certain sacred reverence. Take a look at the little book *The Education of the Child from the Perspective of Spiritual Science*. It shows, so to speak, what the developmental processes are like in a growing child from age seven to seven. It shows that up to the age of seven, until the change of teeth, we are primarily concerned with the development of the physical body; that in the next period, from the age of seven to fourteen, until sexual maturity, we are concerned with the development of the etheric body, and so on. When you consider this development of the human being in seven-year cycles, you are primarily dealing with what the so-called normal beings of the higher hierarchies bring about in human evolution. This is truly the progressive evolution that unfolds in seven-year cycles, so that we can say: The truly progressive divine-spiritual powers guide and direct this evolution from seven to seven years. If only these progressive divine-spiritual powers were at work in the human being, then the whole of human life would unfold differently, entirely differently, than it actually does. Then, above all, people would approach a small child in a completely different way. They would always have the feeling with the small child: A spiritual individuality is speaking through the child. One would even always have the feeling that the small child, in everything it does, in everything it undertakes, receives the drives and impulses from higher worlds. And people would certainly have no other feeling than that the child acts out of impulses far higher than those they themselves can penetrate with their intellect. And that would take a relatively long time.

[ 4 ] Das, was den Menschen heute so sehr wünschenswert erscheint, daß die Kinder möglichst früh recht gescheit sind im menschlich-irdischen Sinne, das würde dann den Menschen höchst unwillkommen erscheinen, denn von einem Kinde, das heute das Entzücken seiner Umgebung hervorruft, weil es schon gar so gescheite Dinge sagt oder tut, von dem würden, wenn die Menschen nur Kinder hätten, die von den fortschreitenden göttlich-geistigen Mächten gelenkt werden nach den siebenjährigen Perioden, es würden die Menschen sagen, wenn das Kind möglichst früh im heutigen Sinne gescheit redete und sie an die anderen Verhältnisse gewöhnt wären: Wie früh ist das Kind gottverlassen! Worüber man heute entzückt ist, würde man dann als eine Strafe empfinden. Und einen jungen Menschen von fünfzehn Jahren, der so gescheit wäre, wie man es heute verlangt, den würde man als ein ganz gottverlassenes Wesen ansehen. Denn durch die fortschreitenden göttlich-geistigen Mächte ist eigentlich der Mensch erst berufen, nach und nach mit seinem Ich zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahre völlig herauszurücken, und vorher würde das, was er tut, viel mehr so erscheinen, daß durch ihn durchwirken höhere geistige, übersinnliche Impulse. Allerdings würde ein gewisses nach außen hin träumerisches Leben den Kindern eigen sein; aber man würde dieses träumerische Leben empfinden als Gott- oder Geistgesegnetheit, und man würde gar nicht das Bestreben haben, die Kinder zur Frühreife im heutigen Sinn irgendwie zu erziehen.

[ 4 ] What seems so desirable to people today—that children be quite clever in the human, earthly sense as early as possible—would then seem highly unwelcome to people, for a child who today arouses the delight of those around him because he already says or does such clever things—if people had only children guided by the advancing divine-spiritual powers according to the seven-year periods—people would say, if the child spoke intelligently in today’s sense as early as possible and they were accustomed to the different circumstances: How early the child is forsaken by God! What delights us today would then be perceived as a punishment. And a young person of fifteen who were as clever as is demanded today would be regarded as a being utterly forsaken by God. For it is actually through the advancing divine-spiritual powers that human beings are called upon to gradually step fully out with their ego between the ages of twenty-one and twenty-eight, and before that, what they do would appear much more as though higher spiritual, supersensory impulses were working through them. Admittedly, a certain outwardly dreamy life would be characteristic of the children; but this dreamy life would be perceived as a blessing from God or the spirit, and there would be no desire whatsoever to educate the children toward precocious maturity in the modern sense.

[ 5 ] Nun fällt, wie wir wissen, etwas anderes in diese Entwickelungsperioden des Menschen auch hinein. Das ist, was wir oftmals hervorgehoben haben, die Ausgestaltung des Ich-Bewußtseins im dritten, vierten, fünften Jahre, in jenem Zeitpunkt, den wir im allgemeinen so charakterisieren können, daß wir sagen: Es ist der Zeitpunkt, bis zu dem der Mensch im späteren Leben sich zurückerinnert. Es ist das Auftreten jenes Momentes, von dem aus der Mensch anfängt, zu sich «Ich» zu sagen. — Sie müssen nun eigentlich die ganze Entwickelung des Menschen sich als zwei Strömungen denken: als die der Evolution, an der die fortschreitenden göttlich-geistigen Wesenheiten wirken, und dazu die andere Strömung, durch welche der Mensch innerhalb des ersten siebenjährigen Zeitraumes anfängt, innerlich ein Selbstbewußtsein zu entwickeln, ein solches Gedächtnis zu entwickeln, das ihn später im Bewußtsein sich zurückerinnern läßt bis zu jenem Zeitpunkt. Das rührt nun gar nicht von den fortschreitenden göttlich-geistigen Wesenheiten her. Die würden uns viel länger recht träumerisch sein lassen, würden durch uns hindurch in die Welt hereinwirken. Daß wir so frühzeitig zum Selbstbewußtsein kommen, daß wir so frühzeitig zu uns Ich sagen, das ist lediglich das Ergebnis der luziferischen Kräfte, die in den Menschen hereinwirken. So haben wir es mit zwei Strömungen zu tun, mit einer gleichsam regulären fortschreitenden göttlich-geistigen Strömung, die uns aber eigentlich erst zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahre zu einem deutlichen, klaren Ich-Bewußtsein führen würde, und mit einer luziferischen Strömung in uns. Diese luziferische Strömung wirkt in ihren Impulsen so in uns, daß sie die andere Strömung ganz durchkreuzt, so daß sie in uns etwas ganz anderes macht, als was die fortschreitenden göttlich-geistigen Wesenheiten von uns eigentlich haben wollen. Sie wirken so, daß wir also mittendrinnen im ersten Zeitraum schon lernen, zu uns «Ich» zu sagen, lernen die Egoität innerlich seelisch auszubilden und uns zurückzuerinnern in unserem Gedächtnis.

[ 5 ] Now, as we know, something else also occurs during these stages of human development. This is what we have often emphasized: the development of ego-consciousness in the third, fourth, and fifth years—at that point in time which we can generally characterize by saying: It is the point in time up to which a person can recall events in later life. It is the occurrence of that moment from which a person begins to say “I” to themselves. — You must now actually conceive of the entire development of the human being as two currents: that of evolution, in which the advancing divine-spiritual beings are at work, and, alongside this, the other current through which the human being, within the first seven-year period, begins to develop an inner sense of self-consciousness, a memory that later allows them to recall events in consciousness back to that point in time. This, however, does not stem at all from the progressive divine-spiritual beings. They would keep us in a dreamlike state for much longer if they were to work through us into the world. The fact that we attain self-consciousness so early, that we say “I” to ourselves so early, is solely the result of the Luciferic forces working within human beings. Thus we are dealing with two currents: a regular, progressive divine-spiritual current, which would actually only lead us to a distinct, clear sense of “I” between the ages of twenty-one and twenty-eight; and a Luciferic current within us. This Luciferic current works within us through its impulses in such a way that it completely thwarts the other current, so that it does something entirely different within us than what the progressive divine-spiritual beings actually intend for us. They work in such a way that, even in the midst of the first period, we already learn to say “I” to ourselves, learn to develop egohood inwardly and spiritually, and to recall things in our memory.

[ 6 ] Wenn wir das so recht ins Auge fassen, so können wir uns ein Bild machen von dieser unserer fortlaufenden Entwickelung. Denken Sie sich einmal den eben charakterisierten luziferischen Einschlag weg und nur das, was die fortschreitenden Wesenheiten aus dem Menschen als ein ruhig dahinfließendes Wasser machen würden. Wir denken uns dieses ruhig dahinfließende Wasser als ein Bild des fortschreitenden Lebensstromes des Menschen unter dem Einfluß der eigentlich guten göttlichen Wesenheiten. Und jetzt gehen wir an dem Wasser, das so ruhig dahinfließt, ein Stück hin, nehmen dann eine blaue oder rote Substanz, gießen sie hinein in das ruhig dahinfließende Wasser und lassen, indem wir eine chemische Flüssigkeit wählen, die sich getrennt halten läßt von dem klaren Wasser, da eine zweite Strömung von einem bestimmten Punkt an neben der ersten Strömung mitfließen. So fließt in unserer richtigen, ruhig fortschreitenden, wir möchten sagen Jahve-Christus-Strömung, die luziferische Strömung von der Mitte ungefähr unseres ersten siebenjährigen Zeitraumes in unserem Inneren mit uns fort. Und so lebt Luzifer in uns. Würde dieser Luzifer in uns nicht leben, so würden wir diese zweite Strömung nicht haben. Aber lebten wir nur in der ersten Strömung, dann würden wir eben bis in die Zwanzigerjahre herein das Bewußtsein haben: Wir sind eigentlich ein Glied der göttlich-geistigen Mächte. — Das Bewußtsein von Selbständigkeit, von innerer Individualität und Persönlichkeit erlangen wir durch die zweite Strömung. So sehen wir zugleich, daß es weisheitsvoll ist, daß diese luziferische Strömung in uns sich hineinergießt.

[ 6 ] If we really take this in, we can form a picture of our ongoing development. Imagine, for a moment, removing the Luciferic influence just described and considering only what the progressive beings would make of the human being—a stream of water flowing calmly along. We can picture this calmly flowing water as a symbol of the human being’s progressive stream of life under the influence of the essentially good divine beings. And now let us walk a short distance along the water flowing so calmly, then take a blue or red substance, pour it into the calmly flowing water, and—by choosing a chemical liquid that can be kept separate from the clear water—allow a second current to flow alongside the first current from a certain point onward. Thus, in our true, calmly progressing—we might say—Yahweh-Christ current, the Luciferic current flows along with us within our inner being from roughly the middle of our first seven-year period. And so Lucifer lives within us. If this Lucifer did not live within us, we would not have this second current. But if we lived only in the first current, then right up into our twenties we would have the consciousness: We are actually a member of the divine-spiritual powers. — We attain the consciousness of independence, of inner individuality and personality, through the second current. Thus we see at the same time that it is wise for this Luciferic current to flow into us.

[ 7 ] Aber auch im zweiten siebenjährigen Zeitraum tritt etwas ein, was wir in einer gewissen Weise als eine nicht mit den bloß fortschreitenden göttlichen Wesenheiten zusammenhängende Strömung auffassen können. Es wurde ja von einem gewissen Gesichtspunkt aus auch das schon wiederholt gekennzeichnet bei uns. Es tritt so um das neunte, zehnte Jahr, also im zweiten siebenjährigen Zeitraum auf. Da kommen für die einen, die sinnigen Menschen, die Erfahrungen, wie ich sie zum Beispiel von Jean Paul angeführt habe. Bei ihm trat es vielleicht etwas früher auf, bei anderen tritt esin der Regel um das neunte, zehnte Jahr auf. Da kann auftreten eine wesentliche Verstärkung, man möchte sagen Verdichtung des Ich-Gefühls. Aber es kann die Tatsache, daß da etwas Besonderes vorgeht, auch noch auf eine andere Weise konstatiert werden. Ich möchte aber nicht empfehlen, daß diese andere Weise eine besondere Erziehungsregel werden sollte. Es kann nur gesagt werden, daß wenn es einmal, man möchte sagen, von selbst geschieht, es beobachtet werden kann, aber man sollte ja nicht damit spielen, es ja nicht zum Erziehungsprinzip machen. Wenn man nämlich ein Kind, namentlich um das neunte, zehnte Jahr herum, unbekleidet in einen Spiegel schauen läßt, und das Kind nicht abgestumpft ist durch unsere heutigen oftmals sonderbaren Erziehungsprinzipien, so wird es immer auf naturgemäße Weise von dem Anblick dieser seiner Gestalt Furcht empfinden, eine gewisse Angst, wenn es nicht früher kokett gemacht worden ist durch vieles In-den-Spiegel-Schauen. Dieses kann gerade bei natürlich empfindenden Kindern, die nicht vorher viel in den Spiegel geschaut haben, beobachtet werden, weil nämlich in dieser Zeit in dem Menschen etwas heranwächst, was wie eine Art Ausgleich zu der luziferischen Strömung wirkt, die in der ersten Periode da ist. In dieser zweiten Periode, um das neunte, zehnte Jahr herum, da ergreift Ahriman nämlich den Menschen und bildet eine Art von Ausgleich mit seiner Strömung zur luziferischen Strömung. Wir können nun dasjenige vollbringen, was dem Ahriman den größten Gefallen tut, wenn wir gerade in diesem Zeitpunkt den Verstand, der auf die äußere Sinneswelt gerichtet ist, beim heranwachsenden Kinde ausbilden, wenn wir uns sagen: Das Kind muß in dieser Zeit möglichst so abgerichtet werden, daß es überall zu einem eigenen, selbständigen Urteil kommt. Sie wissen, daß ich da ein Erziehungsprinzip erwähne, das heute ziemlich allgemein in der Pädagogik ausgesprochen wird. Selbständigkeit heranerziehen, gerade in diesen Jahren, wird heute fast allgemein verlangt. Man stellt sogar Rechenmaschinen hin, damit die Kinder nicht einmal veranlaßt werden, das Einmaleins ordentlich gedächtnismäßig zu lernen. Das beruht durchaus auf einem gewissen Wohlwollen unseres Zeitalters gegenüber dem Ahriman. Unser Zeitalter wünscht, unbewußt natürlich, die Kinder so zu erziehen, daß Ahriman möglichst stark in der Menschenseele kultiviert werden kann. Und wenn wir heute die gangbaren Erziehungsmethoden durchnehmen, so sagen wir uns als Okkultisten: Diese Leute, die diese Erziehungsmethoden vertreten, sind nur Stümper. Wenn Ahriman selber diese Erziehungsprinzipien schreiben würde, er würde es gescheiter machen! — Aber es ist eine rechte Schülerschaft des Ahriman, was da ganz besonders über die Selbständigkeit, über das eigene Urteilen der Kinder gesagt wird. Es wird dies, was damit angedeutet ist, noch immer mehr und mehr überhandnehmen in der nächsten Zeit. Denn Ahriman wird ein guter Lenker werden für die äußeren Mächte und Geistesführungen unseres Zeitalters.

[ 7 ] But even in the second seven-year period, something occurs that we can, in a certain sense, regard as a current not connected with the merely evolving divine beings. From a certain point of view, this has already been repeatedly described in our context. It occurs around the ninth or tenth year, that is, during the second seven-year period. For some—the more sensitive individuals—this brings experiences such as those I cited from Jean Paul, for example. In his case, it may have occurred somewhat earlier; for others, it generally occurs around the ninth or tenth year. At this time, there can be a significant intensification—one might say a condensation—of the sense of self. But the fact that something special is taking place can also be observed in another way. I would not, however, recommend that this other way become a specific educational rule. It can only be said that once it happens—one might say—of its own accord, it can be observed; but one should not play with it, nor make it an educational principle. For if one allows a child, particularly around the age of nine or ten, to look at oneself in a mirror while unclothed, and the child has not been desensitized by our often peculiar educational principles of today, the child will always, in a natural way, feel a sense of dread at the sight of one’s own form—a certain fear—unless the child has previously been made coquettish by frequent mirror-gazing. This can be observed particularly in naturally sensitive children who have not looked in the mirror much before, because at this time something grows within the human being that acts as a kind of counterbalance to the Luciferic current present in the first period. In this second period, around the ninth or tenth year, Ahriman takes hold of the human being and forms a kind of counterbalance with his current to the Luciferic current. We can now accomplish what does Ahriman the greatest favor if, precisely at this time, we develop the intellect—which is directed toward the external sensory world—in the growing child, if we say to ourselves: The child must be trained during this time, as far as possible, to arrive at its own independent judgment in every situation. You know that I am referring here to an educational principle that is quite commonly expressed in pedagogy today. Fostering independence, especially during these years, is almost universally demanded today. Calculators are even provided so that children are not even prompted to properly learn their multiplication tables by heart. This is certainly based on a certain benevolence of our age toward Ahriman. Our age wishes, unconsciously of course, to educate children in such a way that Ahriman can be cultivated as strongly as possible in the human soul. And when we examine today’s prevailing educational methods, we say to ourselves as occultists: These people who advocate these educational methods are merely bunglers. If Ahriman himself were to write these educational principles, he would do it more cleverly! — But what is said there, especially regarding independence and children’s own judgment, is truly the teaching of Ahriman. What is implied by this will become increasingly prevalent in the near future. For Ahriman will become a skilled guide for the external powers and spiritual leadership of our age.

[ 8 ] Nun nehmen Sie eine solche Sache, wie wir sie jetzt ausgesprochen haben. Wir müssen es als etwas ansehen, was ganz naturgemäß und selbstverständlich ist, daß es an den Menschen herankommt; daß der Mensch Luzifer und Ahriman an sich herantreten fühlt. Es wäre ganz falsch, zu glauben, daß es besser wäre, wenn wir nun überhaupt Luzifer und Ahriman ausschalten würden. Das würde ganz unmöglich sein. Wie unmöglich es sein würde, das kann Ihnen etwa die folgende Betrachtung darlegen. Wenn nicht unser Leben reguliert würde gleichsam von einem Zusammenwirken der fortschreitenden göttlich-geistigen Wesenheiten mit den ahrimanischen und luziferischen Gewalten, wenn also nur die fortschreitenden Mächte an uns arbeiten würden, dann würden wir viel später zu einer gewissen Selbständigkeit kommen, und wir würden auch diese Selbständigkeit so haben, daß, so wie wir jetzt Farben, Licht wahrnehmen, wir dann gar nicht daran zweifeln würden, daß hinter den Farben und dem Licht, hinter dem also, was wir äußerlich wahrnehmen, auch wirklich göttlich-geistige Wesenheiten walten. Wir würden zugleich mit unseren Sinneswahrnehmungen die Weltgedanken wahrnehmen. Wir würden zwar, aber erst in den Zwanzigerjahren, zu unserer Selbständigkeit kommen, aber wir würden dann auch außen Weltgedanken wahrnehmen. Wir würden dann unsere Jugend verträumen, weil in uns göttlich-geistige Mächte wirken würden, und wenn diese aufhören würden von innen zu wirken, dann würden sie uns von außen entgegentreten. Wir würden von außen ihre Gedanken so wahrnehmen, wie wir jetzt nur die Sinneswahrnehmungen empfangen. Wir würden also, mit Ausnahme einiger Jahre, so gegen das zwanzigste Jahr hin, wo wir uns sichtbar würden, sonst gar niemals eine ordentliche Selbständigkeit haben. Wir würden als Kinder träumerische Wesen sein, wir würden im mittleren Lebensalter gar nicht so recht aus unseren Impulsen und unseren Entschließungen heraus über uns bestimmen können, sondern wir würden überall, wo wir der Außenwelt entgegentreten, einfach sehen, was wir zu tun haben, ähnlich wie es die Menschen in der alten Atlantis noch gekonnt haben. Die Selbständigkeit fließt in uns herein dadurch, daß Luzifer und Ahriman in uns wirken.

[ 8 ] Now take something like what we have just described. We must regard it as something entirely natural and self-evident that it approaches human beings; that human beings feel Lucifer and Ahriman approaching them. It would be entirely wrong to believe that it would be better if we were to eliminate Lucifer and Ahriman altogether. That would be completely impossible. Just how impossible it would be can be illustrated by the following consideration. If our lives were not regulated, as it were, by a cooperation between the progressive divine-spiritual beings and the Ahrimanic and Luciferic forces—if, that is, only the progressive forces were at work within us—then we would attain a certain independence much later, and we would possess this independence in such a way that, just as we now perceive colors and light, we would have no doubt whatsoever that behind the colors and the light—behind what we perceive externally—divine-spiritual beings are truly at work. We would perceive the world-thoughts simultaneously with our sensory perceptions. We would indeed attain our independence, but only in our twenties; yet we would then also perceive world-thoughts externally. We would then spend our youth in a dreamlike state, because divine-spiritual powers would be at work within us, and when these ceased to work from within, they would then confront us from without. We would perceive their thoughts from without just as we now receive only sensory perceptions. So, with the exception of a few years around the age of twenty, when we would become visible, we would otherwise never have any real independence. As children, we would be dreamy beings; in middle age, we would not really be able to determine our own course based on our impulses and resolutions, but wherever we encountered the outside world, we would simply see what we had to do, much as people in ancient Atlantis were still able to do. Independence flows into us through the fact that Lucifer and Ahriman are at work within us.

[ 9 ] Nun kommt natürlich ungeheuer viel darauf an, daß wir nicht so reden, wie die törichte Pädagogik von heute über den Menschen redet, die immer von Entwickelung redet, daß man gleichsam das Innere aus dem Menschen herausholen solle. Gescheit redet man in pädagogischer Beziehung nur dann über den Menschen, wenn man weiß, daß ein Dreifaches an seiner Seele beteiligt ist: die fortschreitenden guten göttlichgeistigen Wesenheiten und Luzifer und Ahriman, und wenn man diese auseinanderhalten kann. Es ist nun von besonderem Wert, zunächst einmal den Hauptgesichtspunkt von den fortschreitenden göttlichgeistigen Wesenheiten aus zu nehmen und vor allem zu berücksichtigen: Was sind die Anforderungen, wenn wir auf die siebengliedrigen Perioden der Entwickelung des Menschen sehen? Denn in bezug darauf können wir jedem Menschen wirklich einfach dadurch helfen, daß wir uns sinngemäß zu diesem Menschenkinde verhalten. Wenn wir in den ersten sieben Jahren des Kindes Verhältnisse herbeiführen, daß es in einer Umgebung lebt, die auf seinen physischen Leib gesundend wirkt, so tun wir unter allen Umständen dem Kinde etwas Gutes. Wenn wir in der zweiten Periode uns so verhalten, daß wir gute, im edelsten Sinne so zu nennende Autoritäten um den Menschen herum schaffen, so daß der Mensch nicht ein Klugredner wird in diesen Zeiten, sondern daß er ein Wesen wird, das auf die Menschen seiner Umgebung als auf Autoritäten baut, vor denen das Kind Respekt hat, zu denen es Hingabe hat, dann tun wir ihm unter allen Umständen etwas Gutes Wir tun etwas Gutes, wenn wir heranerziehen solche Kinder, die nicht im neunten, zehnten Jahre alles schon selber wissen wollen, sondern die, wenn man sie fragt: Warum ist dieses oder jenes richtig oder gut? — dann sagen: Weil der Vater, weil die Mutter es gesagt hat, es sei gut, oder weil der Lehrer es gesagt hat. — Wenn wir so die Kinder erziehen, daß in ihrer Umgebung eben die Erwachsenen als selbstverständliche Autoritäten walten, dann tun wir den Kindern unter allen Umständen etwas Gutes. Und wenn wir gegen diese siebenjährigen Perioden verstoßen, wenn wir also herbeiführen etwa einen solchen Zustand, daß schon gerade in dieser Zeit die Kinder anfangen, diejenigen, die selbstverständliche Autoritäten sind, zu kritisieren, wenn wir das nicht vermeiden, daß diese Kritik eintritt, so tun wir unter allen Umständen etwas Schlimmes für den heranwachsenden Menschen. Und wenn wir nicht die Gelegenheit finden, zu einem Menschen zwischen dem vierzehnten, fünfzehnten und einundzwanzigsten Jahre so zu sprechen, daß man sich in naturgemäßer Weise mit ihm zu Idealen erheben kann, zu Idealen, die das Herz mit Freude durchdringen, so tut man diesem jungen Menschen auch wiederum nichts besonders Gutes. Mit Menschen in diesen Jahren muß man von Idealen sprechen, von dem, was das spätere Leben unter allen Umständen dem richtig heranwachsenden Menschen bringen muß. Man darf sagen: Heute könnte einem da wirklich manchmal das Herz brechen, wenn da achtzehnjährige Knaben — pardon, Persönlichkeiten — kommen und ihre Feuilletons schon in die Zeitungen tragen. Wenn man, statt von ihnen etwas anzunehmen, sich unterhalten würde mit ihnen von dem, was durchaus noch nicht eingreift in das äußere Leben, sondern was sie später erst realisieren sollen, wenn man mit ihnen reden würde von den großen Idealen des Menschenlebens und sich mit ihnen begeistern würde, dann würde man sich in richtiger Weise zu ihnen verhalten. Eigentlich tut derjenige, der etwa als Redaktor das Feuilleton annimmt eines Menschen, der noch nicht das zwanzigste Jahr erreicht hat, unter allen Umständen etwas schlimmeres als jener, der, wenn der junge Mensch mit diesem Feuilleton kommt, zu ihm sagt: Ja, sieh einmal, das ist ja sehr schön, was du gemacht hast. Aber wenn du zehn Jahre älter sein wirst, dann wirst du darüber ganz andere Ideen haben. Lege dir das jetzt hübsch in deine Schublade und nimm es in zehn, zwölf Jahren wieder vor. — Der, welcher das macht, dann einen Blick hineinwirft in das Manuskript und über die Lebensideale, die man daran anknüpfen kann, mit dem Betreffenden spricht, der tut an ihm etwas Gutes.

[ 9 ] Of course, it is of the utmost importance that we do not speak of human beings in the same way as today’s foolish pedagogy does, which constantly speaks of “development” and suggests that one should, as it were, extract the inner being from the human person. In an educational context, one speaks wisely about human beings only when one knows that a threefold aspect is involved in their soul: the progressive, good, divine-spiritual beings, and Lucifer and Ahriman—and when one can distinguish between them. It is now of particular value to first take the main perspective from the progressive divine-spiritual beings and, above all, to consider: What are the requirements when we look at the sevenfold periods of human development? For in this regard, we can truly help every human being simply by relating to this human child in a meaningful way. If, during the child’s first seven years, we create conditions such that the child lives in an environment that has a healing effect on their physical body, we are doing the child a favor under all circumstances. If, during the second period, we behave in such a way as to create good authorities—to be called such in the noblest sense—around the person, so that the person does not become a smooth talker in these times, but rather a being who relies on the people in their environment as authorities whom the child respects and to whom they are devoted, then we are doing them a good thing under all circumstances. We are doing a good thing when we raise children who, by the age of nine or ten, do not already want to know everything themselves, but who, when asked: Why is this or that right or good? — they say: Because Father said it, because Mother said it was good, or because the teacher said it. — If we raise children in such a way that the adults in their environment naturally act as authorities, then we are doing the children a favor under all circumstances. And if we violate these seven-year periods—that is, if we bring about a situation where, precisely during this time, children begin to criticize those who are natural authorities—if we do not prevent this criticism from arising, then we are doing something harmful to the developing human being under all circumstances. And if we do not find the opportunity to speak to a person between the ages of fourteen, fifteen, and twenty-one in such a way that we can naturally rise with them to ideals—ideals that fill the heart with joy—then we are not doing this young person any particular good either. With people in these years, one must speak of ideals, of what later life must bring to the properly developing young person under all circumstances. One might say: Today, one’s heart could truly break at times when eighteen-year-old boys—pardon me, young adults—come along and are already contributing their columns to the newspapers. If, instead of accepting something from them, one were to converse with them about what does not yet affect their external lives, but what they are only to realize later; if one were to speak with them about the great ideals of human life and share their enthusiasm, then one would be relating to them in the right way. Actually, the person who, as an editor, accepts a feature piece from someone who hasn’t yet reached the age of twenty is, under any circumstances, doing something worse than the one who, when the young person comes with this feature piece, says to him: “Yes, look here, what you’ve done is very nice. But when you’re ten years older, you’ll have quite different ideas about it.” Put this away neatly in your drawer for now and take it out again in ten or twelve years. — The person who does this, who then takes a look at the manuscript and talks with the young person about the life ideals that can be associated with it, is doing them a favor.

[ 10 ] Ich will damit nur charakterisieren, daß diejenigen Dinge, die da gesagt worden sind in meiner Schrift «Die Erziehung des Kindes», unter allen Umständen eigentlich in der Erziehung immer berücksichtigt werden sollten. Alles andere, wo es auf Luzifer und Ahriman ankommt, das läßt nicht allgemeine Regeln zu, das ist tatsächlich bei jedem Menschen anders, denn das bezieht sich gerade auf das Persönliche. Da handelt es sich vielfach um den persönlichen Takt des Erziehers, da kann man nicht eingreifen mit allerlei pedantischen Regeln in diese Dinge. Ich wollte Ihnen charakterisieren, was alles in der menschlichen Seele ist, und wie wir berücksichtigen müssen Luzifer und Ahriman, wenn wir die volle Menschennatur verstehen wollen, wenn wir wirklich alles ins Auge fassen wollen, was wir nicht nur so anzusehen haben, daß wir sagen: Bekämpfen müssen wir Luzifer und Ahriman. — Wenn wir den Luzifer unter allen Umständen bekämpfen wollten, so könnten wir das. auf sehr sichere Weise tun: wir brauchten den Menschen nur davor zu bewahren, ein Gedächtnis zu entwickeln. Denn wie es wahr ist, daß in unsere Erdenentwickelung gewisse Mondwesen hereingebracht wurden, so wahr ist es, daß alles Gedächtnis eine luziferische Kraft ist. Wir müßten also unser Gedächtnis einfach nicht entwickeln! Wir müssen uns jedoch klar sein, daß wir dieses Gedächtnis in der richtigen Weise zu entwickeln haben. Und deshalb wurde gesagt in jener Schrift, daß der richtige Zeitraum für die Erziehung des Gedächtnisses derjenige zwischen dem siebenten und vierzehnten Jahre ist. Im vorhergehenden Zeitraum, da brauchen wir nicht besonders das Gedächtnis systematisch zu erziehen, denn da entwickelt es sich selber, weil da am meisten der Luzifer im Menschen steckt. Da überlassen wir den Menschen sich selber. Dann aber, nach dem Zahnwechsel, wenn Ahriman am deutlichsten herangetreten ist an den Menschen, dann fangen wir mit der Ausbildung des Gedächtnisses an. Denn da hat Ahriman schon sein Gegengewicht gegen Luzifer geschaffen, da werden wir nicht mehr geradezu dem Luzifer in die Hand arbeiten, wenn wir das Gedächtnis ausbilden. Daß wir etwa Ahriman bekämpfen wollen, das dürfen wir uns gar nicht einfallen lassen. Es gäbe wieder ein sehr einfaches Mittel, die gröbsten ahriimanischen Wirkungen zu bekämpfen, aber es würde dem Menschen nicht gut bekommen. Man müßte dann, wenn der Mensch die zweiten Zähne bekommt, sie ihm einschlagen, denn da sind die allerschärfsten ahrimanischen Wirkungen. Von den fortschreitenden Mächten hat der Mensch nur seine sogenannten Milchzähne. Das, was der Mensch als seine durch das Leben hindurchwirkende selbständige Bezahnung bekommt, ist eine rein ahrimanische Wirkung.

[ 10 ] My point is simply to emphasize that the principles outlined in my book *The Education of the Child* should always be taken into account in child-rearing, under all circumstances. Everything else, where it comes down to Lucifer and Ahriman, does not allow for general rules; it is in fact different for every human being, because it relates specifically to the personal. In many cases, this concerns the educator’s personal tact; one cannot intervene in these matters with all sorts of pedantic rules. I wanted to describe to you everything that is in the human soul, and how we must take into account Lucifer and Ahriman if we wish to understand the full nature of humanity, if we truly wish to take everything into account—not merely viewing it in such a way that we say: We must fight Lucifer and Ahriman. — If we wanted to fight Lucifer under all circumstances, we could do so in a very certain way: we would only need to prevent human beings from developing a memory. For just as it is true that certain lunar beings were brought into our earthly evolution, so it is true that all memory is a Luciferic force. We would therefore simply have to refrain from developing our memory! We must, however, be clear that we have to develop this memory in the right way. And that is why it was said in that text that the right period for the education of memory is that between the seventh and fourteenth years. In the preceding period, we do not need to systematically train the memory, for it develops on its own, since that is when Lucifer is most present in the human being. There we leave the human being to their own devices. But then, after the change of teeth, when Ahriman has most clearly approached the human being, we begin with the training of the memory. For by then Ahriman has already established his counterbalance to Lucifer; we will no longer be playing directly into Lucifer’s hands when we train the memory. We must not even entertain the idea that we might want to fight Ahriman. There would again be a very simple means of combating the coarsest Ahrimanic influences, but it would not be good for the human being. One would then have to, when a person gets their second set of teeth, knock them out, for that is where the sharpest Ahrimanic effects are found. Of the progressive forces, a person possesses only their so-called baby teeth. What a person receives as their independent set of teeth, active throughout life, is a purely Ahrimanic effect.

[ 11 ] So müssen wir uns an diesen Dingen klarmachen, daß vieles von dem, was überhaupt an uns ist, gar nicht anders an uns sein kann, als dadurch, daß die ahrimanischen und luziferischen Gewalten in uns sind. Es gelingt uns manchmal, sogar recht unzufrieden zu sein mit unserem, dem Ahriman unbewußten Entgegenwirken. Im Laufe des Lebens bereiten wir uns schon vor, gewisse Kräfte zu haben, wenn wir. durch den Tod geschritten sind, so daß Ahriman uns nicht gar zu viel zu tun vermag zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber manchmal lassen wir deutlich uns selber merken, daß uns der Kampf gegen Ahriman nicht einmal willkommen ist, zum Beispiel, wenn wir jeden Zahnverlust bedauern. Aber mit jedem Zahn, der uns ausfällt, wächst uns eine Kraft zu, die wir sehr gut gebrauchen können. Ich rede selbstverständlich nicht gegen das Plombieren oder Einsetzen der Zähne, denn es wächst uns nichts Ahrimanisches zu dadurch, höchstens das Gold selber, aber darauf kommt es nicht an. Also davon kann keine Rede sein, daß das etwas Schlimmes ist. Daß wir nach und nach unsere ahrimanischen Zähne verlieren, kommt davon her, daß wir in der Evolution auch gewisse Impulse bekommen, die den Ahriman besiegen. Und gleichgültig ob wir einen Zahn wieder einsetzen lassen oder nicht, wenn er einmal verlorengegangen ist, so ist uns dadurch ein Impuls zugewachsen, der uns hilft in den Kräften, die wir entwickeln müssen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auf der alleruntersten Stufe. Es ist eine rechte Kleinigkeit zunächst, aber sie kann uns zeigen, wie wir im Grunde genommen wirklich uns angewöhnen müssen, wenn wir an die Wirklichkeit herantreten und über den Schein und die große Täuschung hinausblicken, die uns gewöhnlich umgibt, die Dinge ganz anders im Leben anzusehen, als sie gewöhnlich angesehen werden. Und auch die Schwäche des Alters zum Beispiel, ist eine Kraft, die, indem wir sie empfinden, uns direkt zuwächst, um wiederum etwas zu haben gegen den Ahriman, wenn wir durch die Pforte des Todes geschritten sind. Während wir hier zwischen der Geburt und dem Tode in der Tat böse sein können, wenn wir zu früh altern, müssen wir mit Bezug auf das, was wir nach dem Tode wollen, um mit Ahriman zurechtzukommen, froh sein, daß wir altern.

[ 11 ] We must therefore realize that much of what is part of us cannot be any different than it is, precisely because the Ahrimanic and Luciferic forces are within us. We sometimes even manage to feel quite dissatisfied with our own resistance to Ahriman, of which we are unaware. In the course of life, we already prepare ourselves to possess certain powers once we have passed through death, so that Ahriman cannot do too much to us between death and a new birth. But sometimes we clearly show ourselves that the struggle against Ahriman is not even welcome to us, for example, when we regret every tooth we lose. But with every tooth that falls out, a power grows within us that we can put to very good use. I am, of course, not speaking against having teeth filled or replaced, for nothing Ahrimanic grows within us as a result—at most the gold itself—but that is not the point. So there can be no question of this being something bad. The fact that we gradually lose our Ahrimanic teeth stems from the fact that, in the course of evolution, we also receive certain impulses that defeat Ahriman. And regardless of whether we have a tooth replaced or not, once it has been lost, we have thereby gained an impulse that helps us in the forces we must develop between death and a new birth at the very lowest level. It is a very small thing at first, but it can show us how, when we approach reality and look beyond the appearances and the great illusion that usually surrounds us, we must fundamentally accustom ourselves to viewing things in life quite differently than they are usually viewed. And even the weakness of old age, for example, is a strength that, as we feel it, grows directly within us, so that we may in turn have something to oppose Ahriman once we have passed through the gate of death. While we may indeed be unhappy here between birth and death if we age too soon, we must be glad that we are aging in relation to what we want after death in order to cope with Ahriman.

[ 12 ] Und jetzt sehen Sie, wie wunderbar schön sich damit zusammenfügt, daß uns der innere geistig-seelische Kern verbleibt, der durchaus, in dem er sich zwischen Geburt und Tod fortentwickelt, mit den fortschreitenden Mächten zu tun hat. Denn dieser Keim, der durch die Pforte des Todes hindurchschreitet, ist da, wo er seine stärksten innerlichen Spannkräfte entwickelt hat, rein beherrscht von den fortschreitenden Mächten. Das, was außer ihm ist, was äußerlich abwelkt, das ist dasjenige, worin die ahrimanischen Kräfte sind. Und wir müssen nun berücksichtigen, was eigentlich dem Seher dieser Ahriman ist.

[ 12 ] And now you can see how wonderfully this all fits together: our inner spiritual and soul core remains with us, and as it continues to develop between birth and death, it is intimately connected with the advancing forces. For this germ, which passes through the gate of death, is—where it has developed its strongest inner tensile forces—purely governed by the progressive forces. That which is outside of it, that which withers away externally, is that in which the Ahrimanic forces reside. And we must now consider what this Ahriman actually is to the seer.

[ 13 ] Wenn unsere Pflanzen herauswachsen aus unserer Erde, gegen den Herbst zu verwelken und die Blätter herunterfallen, dann erscheinen überall die Elementargeister, die Ahriman an die Oberfläche der Erde schickt. Da heimst er ein alles Ersterbende; das heimst er durch seine Elementargeister ein. Wenn man im Herbst durch die Fluren geht und die ersterbende Natur hellseherisch sieht, dann streckt überall Ahriman seine Kräfte aus, und überall hat er seine Elementarboten, die ihm zutragen das, was abwelkende physische und ätherische Wesenheit ist. Aber wir sind als Menschen den ganzen Tag über eigentlich auch gewissermaßen in einer Art von Herbst- und Winterstiimmung. Wahrhaftig, die Seelensommerstimmung ist eigentlich nur vorhanden, wenn die Seele schläft. Das ist wirklich so, daß der schlafende Menschenleib, physischer Leib und Ätherleib, von dem Werte einer Pflanze ist; und das, was draußen ist, das Ich und der astralische Leib, die werfen ihre Strahlen zurück auf den physischen und ätherischen Leib, wirken wie Sonne und Sterne und lassen da heraussprossen die Kräfte, die wir den Tag über zerstört haben. Da wächst das vegetabilische Leben, und das Tagesdenken ist eigentlich nur dazu da, um das, was die Nacht hat aufsprossen lassen, wiederum hinwegzuschaffen. Wenn wir aufwachen, dann huschen wir hin über unser vegetabilisches Leben, genau wie der Herbst über die Pflanzen der Erde. Und was der Winter tut an der Vegetation der Erde, das tun wir genauso im Tagwachen an unserem physischen und ätherischen Leib, an dem, was sie an sprießendem, sprossendem Leben in der Seelensommerzeit, nämlich zur nachtschlafenden Zeit hervorbringen. Wenn wir wachen, ist Winterzeit, richtig Winterzeit der Seele, und wenn wir Frühling der Seele haben wollen, so müssen wir einschlafen. Es ist so. Und von diesem Standpunkt aus ist es eigentlich leicht begreiflich, warum Menschen, die nicht wenigstens etwas aus der Seelensommerzeit hineinmischen in ihr tagwachendes Leben, so leicht vertrocknen. Trockene Gelehrte, dürre Professorenmännlein, das sind solche, die nicht gern das aufnehmen, was nicht ganz vollbewußt ist, die nicht gern aufnehmen etwas von der Seelensommerzeit. Dann vertrocknen sie, dann werden sie ganz ausgesprochene Wintermenschen. Und dem Seher stellt sich die ganze Entwickelung des menschlichen Tageslebens damit schon dar als ganz ähnlich dem, was ich Ihnen eben für die Natur gesagt habe. Wenn nämlich der Mensch seine gewöhnlichen, auf das Äußere bezüglichen Gedanken bildet, wenn er so recht materialistisch dasjenige nur denkt, was äußerlich geschieht, dann greifen seine Gedanken in das Hirn so ein, daß dieses Hirn Stoffe ausscheidet, die Ahriman gut gebrauchen kann, so daß eigentlich Ahriman das wache Tagesleben fortwährend begleitet. Und je materialistischer wir gesinnt sind, desto besessener sind wir von Ahriman. Kein Wunder, daß wahr ist, daß der Materialismus mit der Furcht zusammenhängt. Denn wenn Sie sich erinnern an den «Hüter der Schwelle», so werden Sie gewahr werden, wie die Furcht wiederum mit Ahriman zusammenhängt.

[ 13 ] When our plants grow out of the earth, begin to wither toward autumn, and their leaves fall, the elemental spirits that Ahriman sends to the earth’s surface appear everywhere. There he gathers up everything that is dying; he gathers it up through his elemental spirits. When one walks through the fields in autumn and sees nature in its dying state with clairvoyant eyes, Ahriman extends his powers everywhere, and everywhere he has his elemental messengers who bring him what is withering physical and etheric substance. But as human beings, we are actually, in a sense, in a kind of autumnal and wintry mood all day long. Truly, the soul’s summer mood is actually only present when the soul is asleep. It is truly the case that the sleeping human body—the physical body and the etheric body—is like a plant; and what is outside—the ego and the astral body—cast their rays back onto the physical and etheric body, acting like the sun and stars, and causing the forces we have destroyed during the day to sprout forth. There the vegetative life grows, and daytime thinking is really only there to sweep away what the night has caused to sprout. When we wake up, we flit over our vegetative life, just as autumn flits over the plants of the earth. And what winter does to the vegetation of the earth, we do in exactly the same way during our waking hours to our physical and etheric bodies, to that which they bring forth as sprouting, budding life during the soul’s summer season, namely during the time of night sleep. When we are awake, it is wintertime, true wintertime of the soul, and if we want to have springtime of the soul, we must fall asleep. It is so. And from this standpoint, it is actually easy to understand why people who do not at least mix something from the soul’s summer season into their waking life wither so easily. Dry scholars, meager little professors—these are the ones who do not like to take in what is not fully conscious, who do not like to take in anything from the soul’s summer season. Then they wither away; then they become thoroughly winter people. And to the seer, the entire development of human daily life thus appears quite similar to what I have just described to you regarding nature. For when a person forms his ordinary thoughts concerning the external world, when he thinks in a truly materialistic way only of what happens externally, then his thoughts affect the brain in such a way that the brain secretes substances that Ahriman can make good use of, so that Ahriman actually accompanies waking daily life continuously. And the more materialistic our mindset, the more possessed we are by Ahriman. No wonder it is true that materialism is connected to fear. For if you recall “The Guardian of the Threshold,” you will realize how fear, in turn, is connected to Ahriman.

[ 14 ] Wir sollen das Gefühl erhalten, daß wir in der Tat im Leben komplizierten geistigen Welten gegenüberstehen. Und was wir von der Anthroposophie erhalten sollen, ist nicht allein das, daß wir dieses oder jenes wissen, daß wir wissen, es gibt den Ahriman, den Luzifer, einen physischen Leib, einen Ätherleib. Das ist das Allerwenigste. Was wir uns aneignen sollen aus der Anthroposophie, das ist eine gewisse Stimmung der Seele, ein Grundgefühl des menschlichen Lebens, was da eigentlich in diesen Untergründen der Seele ist. Daher ist es notwendig, daß wir mit einer gewissen heiligen Scheu die Worte bewahren, die mit diesen höheren Dingen zusammenhängen. Wenn wir sie immer auf den Lippen führen, dann geschieht es nur allzu leicht, daß ihr Ernst und ihre Würde sich für uns abstumpfen.

[ 14 ] We should come to feel that we are indeed confronted in life with complex spiritual worlds. And what we are to gain from anthroposophy is not merely that we know this or that—that we know there is Ahriman, Lucifer, a physical body, an etheric body. That is the very least of it. What we are to take in from anthroposophy is a certain mood of the soul, a fundamental feeling for human life, for what actually lies in these depths of the soul. Therefore, it is necessary that we treat the words connected with these higher things with a certain sacred reverence. If we have them constantly on our lips, it is all too easy for their gravity and dignity to become dulled for us.

[ 15 ] So sehen wir den Menschen zwischen der Geburt und dem Tode, in seinem Verhältnis zu den fortschreitenden geistigen Wesenheiten, in einer gewissen Weise zwischen Luzifer und Ahriman stehen. Und damit die gesamte Entwickelung des Menschen in der richtigen Weise sich vollziehen kann, muß dieses Verhältnis auch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so bleiben, nur daß, was zwischen der Geburt und dem Tod innerlich ist, zwischen dem Tod und einer neuen Geburt äußerlich wird. Innerlich hat Luzifer von dem Momente an, bis zu dem wir uns zurückerinnern, seine Krallen mit der menschlichen Seele verbunden. Innerlich — der Mensch weiß nichts davon, wenn er nicht durch Geisteswissenschaft etwas erfährt und darüber fühlen lernt. Nach dem Tode ist die Sache anders. Da tritt in einem bestimmten Zeitpunkt Luzifer, ebenso sicher wie zwischen der Geburt und dem Tode innerlich, in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt äußerlich aüf. So steht er dort in voller Gestalt vor uns, so steht er uns zur Seite, so wandeln wir mit ihm! So wenig nämlich der Mensch den Luzifer kennt, bevor er durch die Pforte des Todes getreten ist, so sicher und klar kennt er ihn, wenn er an seiner Seite geht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nur daß im jetzigen Zeitenzyklus dieses Bewußtsein ein recht unangenehmes werden kann. Wir können so durch das Gebiet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchgehen, daß wir den Luzifer — der ja auch nicht nur etwas Furchtbares hat, sondern auch etwas Schönes, Herrliches in bezug auf seine äußere Gestalt-, daß wir gewissermaßen Luzifer neben uns haben und seine Notwendigkeit für die Welt einsehen. Immer mehr und mehr kommt die Zeit heran, wo die Menschen nur so das Leben nach dem Tode mit Luzifer durchschreiten können, wenn sie hier im Leben schon ordentlich die luziferischen Impulse in der Menschenseele haben ahnen- und kennengelernt. Die Menschen — und solche wird es ja auch gegen die Zukunft immer mehr und mehr geben —, die nichts wissen wollen von Luzifer, und das ist ja wohl gut die Mehrzahl, die werden um so mehr wissen von Luzifer nach dem Tode. Denn nicht nur, daß er an ihrer Seite stehen wird, sondern er wird an ihrer Seite fortwährend von ihren Seelenkräften abzapfen, er wird die Menschen vampirisieren. Das ist es, wozu man sich durch Unkenntnis vorbereitet, zum Vampirisiertwerden durch Luzifer. Dadurch entzieht man sich Kräfte für das nächste Leben, denn die gibt man an Luzifer in einer gewissen Weise ab.

[ 15 ] Thus we see the human being, between birth and death, in relation to the evolving spiritual beings, standing in a certain sense between Lucifer and Ahriman. And so that the entire development of the human being can take place in the right way, this relationship must also remain the same between death and a new birth, except that what is inner between birth and death becomes outer between death and a new birth. Innerly, from the moment we can recall backward, Lucifer has clung to the human soul. Inwardly—the human being knows nothing of this unless he learns of it through spiritual science and learns to feel it. After death, the situation is different. There, at a specific moment, Lucifer appears—just as surely as he is inwardly present between birth and death—outwardly in the life between death and a new birth. Thus he stands there before us in full form; thus he stands at our side; thus we walk with him! For just as little as a person knows Lucifer before passing through the gate of death, so surely and clearly does he know him when he walks at his side between death and a new birth. Only that in the present cycle of time, this awareness can become quite unpleasant. We can pass through the realm between death and a new birth in such a way that we have Lucifer—who, after all, is not only something terrible, but also something beautiful and magnificent in terms of his outward form—that we have Lucifer, so to speak, beside us and recognize his necessity for the world. The time is drawing ever closer when people will only be able to pass through life after death with Lucifer if they have already properly sensed and come to know the Luciferic impulses in the human soul here in this life. Those people—and there will certainly be more and more of them in the future—who want to know nothing of Lucifer, and that is surely the majority, will know all the more of Lucifer after death. For not only will he stand at their side, but he will continually drain their soul forces from them; he will vampirize them. This is what one prepares for through ignorance: being vampirized by Lucifer. In doing so, one deprives oneself of forces for the next life, for one surrenders them to Lucifer in a certain way.

[ 16 ] In einer ganz ähnlichen Weise ist es mit Bezug auf Ahriman. Mit Bezug auf ihn steht die Sache so. Die beiden Geister sind ja immer da zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber das eine Mal ist der eine mehr und der andere weniger da, das andere Mal ist es umgekehrt. Wir gehen hin, und dann wiederum zurück im Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Bei dem Hingang ist besonders Luzifer, beim Zurückgehen gegen die neue Geburt zu besonders Ahriman an unserer Seite. Denn der führt uns wiederum zur Erde zurück, der ist bei der Rückwanderung in der zweiten Hälfte eine wichtige Persönlichkeit. Und auch er kann denjenigen Menschen, die nicht an ihn glauben wollen in ihrem Leben zwischen der Geburt und dem Tode, gewissermaßen Schlimmes zufügen. Er gibt ihnen nämlich dann zuviel von seinen Kräften. Er verleiht ihnen das, was er immer übrig hat, diejenigen Kräfte, die mit der irdischen Schwere zusammenhängen, die über die Menschen Krankheit und frühzeitigen Tod verhängen, die allerlei Unglücksfälle, die wie Zufälle aussehen, in das Erdendasein hineinbringen und so weiter. Das alles hängt zusammen mit diesen ahrimanischen Gewalten.

[ 16 ] The situation is quite similar with regard to Ahriman. As far as he is concerned, the matter stands as follows. The two spirits are always present between death and a new birth, but at one time one is more present and the other less so, while at another time it is the reverse. We go forth, and then return in the life between death and a new birth. On the outward journey, Lucifer is particularly at our side; on the return journey toward the new birth, Ahriman is particularly at our side. For he leads us back to Earth; he is an important figure during the return journey in the second half. And he, too, can, in a sense, inflict harm upon those people who do not wish to believe in him during their life between birth and death. For he then gives them too much of his powers. He bestows upon them what he always has left over—those forces connected to earthly heaviness, which impose illness and premature death upon people, which bring all manner of misfortunes that appear to be accidents into earthly existence, and so on. All of this is connected to these Ahrimanic forces.

[ 17 ] Von einem etwas anderen Gesichtspunkte habe ich die Sache drüben in München dargestellt. Da habe ich nämlich aufmerksam darauf gemacht, daß die menschliche Seele nach dem Tode der dienende Geist sein kann für die Mächte, die Krankheit und Tod hereinsenden aus den übersinnlichen Welten in die sinnliche. Das, was gerade das Leben schwach macht, ist es, was Ahriman so sehr willkommen ist, und was es ihm möglich macht, unser Leben weiter zu schwächen. Aber wiederum dürfen wir nicht einseitig urteilen. Ganz falsch wäre es, wenn wir sagen wollten: Also ist es sehr schlimm, daß Ahriman uns hereingeführt hat in das Leben und daß wir etwa unter seinen Nachwirkungen im Leben zu leiden haben. — Nein, das ist gut, weil unter Umständen eine Krankheitswirkung das sein kann, was zu unserer aufsteigenden Entwickelung am allermeisten beiträgt.

[ 17 ] I presented the matter from a somewhat different perspective over in Munich. There, I specifically pointed out that after death, the human soul can become a serving spirit for the forces that send illness and death from the supersensible worlds into the sensible world. It is precisely what weakens life that is so welcome to Ahriman, and what enables him to further weaken our lives. But again, we must not judge one-sidedly. It would be entirely wrong to say: So it is very bad that Ahriman has led us into life and that we have to suffer from his aftereffects in life. — No, that is good, because under certain circumstances, an illness can be what contributes most of all to our upward development.

[ 18 ] Es ist immer so, daß, wenn wir herantreten an die Schwelle, welche trennt die übersinnliche von der sinnlichen Welt, wir bereit sein müssen, unser Urteil etwas zu modifizieren und nicht so zu urteilen, wie wir das gewohnt sind in der gewöhnlichen physischen Welt. Denn nicht wahr, in der physischen Welt, da ist ja Maja vorhanden in Hülle und Fülle. Woher kommt denn der Materialismus in der physischen Welt, jener Materialismus, der sagt: Es gibt ja gar keinen Ahriman, gibt ja gar keinen Teufel! Wer schreit am lautesten: Es gibt keinen Teufel? — Der am meisten von ihm besessen ist. Denn der Geist, den wir Ahriman nennen, hat das allergrößte Interesse daran, daß sein Dasein am allermeisten verleugnet wird von demjenigen, der am meisten von ihm besessen ist. «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie am Kragen hätte!» Das ist also eine arge Maja, nicht an Ahriman zu glauben, denn da hat er einen am allermeisten am Kragen, wenn man nicht an ihn glaubt, da gibt man ihm die allergrößte Macht über einen. So daß man falsch urteilt, wenn da Monisten auftreten und gegen den Teufel wettern, und man sagt: Die bekämpfen den Teufel. — Nein, eine materialistisch-monistische Versammlung, die gegen den Teufel wettert, ist dazu eingerichtet, den Teufel zu beschwören. Und viel mehr, als es die alten Hexen getan haben sollen, beschwören die modernen Materialisten den Teufel, viel, viel mehr! Das ist die Wahrheit und das andere ist die Maja. So müssen wir uns angewöhnen, anders urteilen zu lernen. Und derjenige, der in eine monistische Versammlung hineingeht, die materialistisch nuanciert ist, sagt die Unwahrheit, wenn er sagt: Die Leute befreien die Menschen vom Teufel. — Er müßte sagen: Jetzt gehe ich in eine Versammlung, wo der Teufel mit allen Machtmitteln, die die Menschen haben, in die Menschenkultur hereingerufen wird. — Das ist das, was wirklich uns zum Bewußtsein kommen sollte, daß wir sozusagen hineinwachsend in das geistige Leben, nicht nur Begriffe und Ideen aufnehmen lernen, sondern daß wir lernen umdenken, umfühlen und doch, wenn wir der äußeren Welt gegenüberstehen, vernünftig genug bleiben, nicht diese äußere Welt immerzu in schwärmerischer Weise zu vermischen mit dem, was für die übersinnlichen Welten die Wahrheit ist. Wenn Menschen in bezug auf die äußere physische Welt immerzu mit Worten herumwerfen, die eigentlich nur für die übersinnlichen Welten den rechten Wert haben, dann nehmen sie sich das weg, was gerade das Wichtigste ist: daß wir lernen zu unterscheiden, nicht zusammenzuwerfen sinnliche und übersinnliche Welten, daß wir lernen, die Worte im richtigen Sinne anzuwenden.

[ 18 ] It is always the case that when we approach the threshold separating the supersensible world from the sensory world, we must be prepared to modify our judgment somewhat and not judge as we are accustomed to doing in the ordinary physical world. For isn’t it true that in the physical world, Maya is present in abundance? Where, then, does materialism in the physical world come from—that materialism which says: There is no Ahriman at all, there is no devil at all! Who shouts the loudest: “There is no devil?” — The one most possessed by him. For the spirit we call Ahriman has the greatest interest in having his existence denied most of all by the one who is most possessed by him. “The little people never sense the devil, even if he had them by the collar!” So this is a terrible illusion, not to believe in Ahriman, for that is when he has the tightest grip on you; if you do not believe in him, you give him the greatest power over you. So that one judges wrongly when monists appear and rail against the devil, and one says: They are fighting the devil. — No, a materialistic-monistic gathering that rails against the devil is designed to conjure up the devil. And far more than the old witches are said to have done, modern materialists conjure up the devil—far, far more! That is the truth, and the rest is Maya. So we must accustom ourselves to learning to judge differently. And anyone who enters a monistic gathering with materialistic undertones speaks untruth when they say: “These people are freeing humanity from the devil.” — They should say: “Now I am entering a gathering where the devil is summoned into human culture using every means of power that humans possess.” — This is what we should truly become aware of: that as we grow, so to speak, into spiritual life, we learn not only to take in concepts and ideas, but also to rethink and re-feel; and yet, when we face the outer world, we remain sensible enough not to constantly mix this outer world in an enthusiastic way with what is the truth for the supersensible worlds. When people constantly throw around words in relation to the outer physical world that actually have their proper value only for the supersensible worlds, they deprive themselves of what is most important: that we learn to distinguish, not to confuse the sensory and supersensible worlds, that we learn to use the words in their proper sense.

[ 19 ] Das sei so einzelnes, was an Andeutungen heute gegeben werden sollte, wo wir uns hier versammelt haben, zum erstenmal in so großer Anzahl auch mit auswärtigen Freunden, in unserem vor kurzem begründeten Augsburger Zweig. Und es sollte heute, wo wir hier in unseren Seelen die Gedanken sammeln wollten, die helfend sein sollen der Arbeit an diesem Ort, es soll auch ein ernstes Wort, ein recht ernstes Wort wie eine Art Eröffnungswort für diesen unseren Augsburger Zweig gesprochen werden. Denn dann gedeiht ganz sicher unter der Führung und Lenkung der den fortschreitenden göttlich-geistigen Wesen dienenden Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen die Arbeit eines Zweiges, wenn diese spirituelle Arbeit sich harmonisch eingliedert einer größeren spirituellen Arbeitsströmung. Und unsere Freunde von auswärts sind hierhergekommen zu Euch, meine lieben Augsburger Freunde, um heute auch räumlich neben Euch Gedanken der Liebe und Hingebung für die allgemeine anthroposophische Sache und für jeden einzelnen anthroposophisch Strebenden mit Euch hier in ihren Seelen zu entwickeln. Und in diesen Seelen wird das zurückbleiben, was von diesen Stunden an seinen Ausgangspunkt genommen hat, was sich wie ein Quell der Zusammengehörigkeit in diesen Seelen entwickelt hat. Ihr werdet, meine lieben Augsburger Freunde, wiederum allein hier arbeiten von Woche zu Woche, von Zeit zu Zeit, aber nur scheinbar, nur äußerlich räumlich allein. Das Zusammensein vieler Freunde mit Euch wird sein der Ausgangspunkt jener stärkenden Kräfte, die eigentlich jeder Einzelarbeit innerhalb unserer spirituellen Bewegung von all denen zufließen kann, die zu dieser spirituellen Bewegung gehören, auch dann, wenn wir räumlich nicht mit den Freunden irgendeiner Gruppe verbunden sind. Darum ist es so schön, wenn einmal die Möglichkeit geboten ist, daß ' in größerer Zahl unsere Freunde sich mit einem jungen Zweig zusammenfinden. Denn dann ist der Punkt, in dem sie sich zeitlich zusammengefunden haben, auch ein äußeres Zeichen, wie wir es als Menschen schon einmal brauchen, dafür, daß von da aus auch wirklich der Wille gehen könne, wieder und wiederum hinzudenken zu der Einzelarbeit, die da geleistet wird von unseren Freunden an diesem oder jenem Ort. Und wenn Ihr, meine lieben Augsburger Freunde, die Ihr jetzt schon seit einer gewissen Zeit treulich an der Anthroposophie arbeitet, auch in Zukunft treulich weiterarbeitet, so denkt daran, daß es Freunde in der Welt geben wird, die in der Absicht zu Euch hierher denken, daß Eure Arbeit ein würdiges, echtes, gutes Glied sein könne in unserer gesamten spirituellen Bewegung. So üben wir unsere Zusammengehörigkeit und verlieren im Geiste unsere Zusammengehörigkeit niemals aus dem Auge. Halten wir sie uns immer klar, aber auch stark gegenwärtig, denn nur so können uns jene Mächte wirklich helfen, die über unserer wahrhaften Arbeit walten, die Kräfte der Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen. Diese Kräfte werden unsichtbar durch Eure Gedanken hindurchhuschen, wenn Ihr im rechten Sinne diese unsere anthroposophische Arbeit auch hier an diesem Orte leistet. Die lieben hiesigen Mitglieder, sie haben durch so vieles in ihrem anthroposophischen Auftreten und Tun bisher gezeigt, wie treu und wahrhaftig sie mit uns arbeiten wollen. Und deshalb tun wir auch alle etwas Wichtiges, wenn wir jetzt, wo wir eben durch dieses Zusammensein Gelegenheit haben, unsere Gedanken in dem Ziel vereinigen, das uns hier zusammengeführt hat: Es möge durch die Kräfte, an die wir immer appellieren, gesegnet und gestärkt sein die Arbeit unserer Augsburger Schwestern und Brüder! Von dieser Gesinnung aus rufe ich denn auch für diesen Zweig den Segen der Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen an, jenen Segen, von dem ich weiß, daß er bei unserer Arbeit ist, wenn wir uns seiner würdig machen.

[ 19 ] These are just a few of the points that should be mentioned today, as we have gathered here—for the first time in such large numbers, including friends from out of town—at our recently established Augsburg branch. And today, as we seek to gather our thoughts here in our souls—thoughts intended to aid the work in this place—a serious word, a very serious word, should also be spoken as a kind of opening address for our Augsburg branch. For then, under the guidance and direction of the Masters of Wisdom and the Harmony of Feelings, who serve the advancing divine-spiritual beings, the work of a branch will most certainly flourish when this spiritual work harmoniously integrates into a larger spiritual current of work. And our friends from afar have come here to you, my dear friends in Augsburg, to develop thoughts of love and devotion for the general anthroposophical cause and for every single anthroposophical seeker here in their souls, side by side with you today. And in these souls will remain what has taken its starting point from these hours, what has developed in these souls like a spring of togetherness. You, my dear friends in Augsburg, will once again work here alone from week to week, from time to time, but only seemingly, only outwardly and spatially alone. The gathering of many friends with you will be the starting point of those strengthening forces that can actually flow into every individual work within our spiritual movement from all those who belong to this spiritual movement, even when we are not physically connected with the friends of any particular group. That is why it is so wonderful when the opportunity arises for a larger number of our friends to come together with a young branch. For then the point at which they have gathered together in time is also an outward sign—as we humans sometimes need—that from there the will can truly arise to turn our thoughts again and again to the individual work being done by our friends in this or that place. And if you, my dear friends in Augsburg, who have been faithfully working on anthroposophy for some time now, continue to work faithfully in the future, remember that there will be friends in the world who think of you here with the intention that your work may be a worthy, genuine, and good link in our entire spiritual movement. In this way we cultivate our sense of togetherness and never lose sight of our unity in spirit. Let us always keep this clearly, yet strongly, in mind, for only in this way can those powers truly help us—the powers that preside over our true work, the forces of the Masters of Wisdom and the harmony of feelings. These forces will flit invisibly through your thoughts if you carry out our anthroposophical work here in this place in the right spirit. Our dear local members have, through so much in their anthroposophical conduct and actions, shown how faithfully and sincerely they wish to work with us. And that is why we are all doing something important when, now that we have the opportunity through this gathering, we unite our thoughts in the goal that has brought us together here: May the work of our sisters and brothers in Augsburg be blessed and strengthened by the forces to which we always appeal! From this spirit, I also invoke for this branch the blessing of the Masters of Wisdom and the harmony of feelings, that blessing which I know is with our work when we make ourselves worthy of it.