The Spirit World's Impact on the Physical World
The Influence of the Dead on the World of the Living
GA 150
13 April 1913, Weimar
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Die Welt des Geistes und ihr Hereinragen in das physische Dasein
2. Sinneserleben und Erleben der Welt der Verstorbenen
2. Sinneserleben und Erleben der Welt der Verstorbenen
[ 1 ] Wenn wir uns darauf besinnen, daß wir hier in der physischen Welt uns bekanntmachen mit dieser physischen Welt, so werden wir ja immer darauf kommen, daß wir in dieser Welt in erster Linie leben durch unsere physischen Sinne, durch den Verstand. Wir leben ja allerdings innerhalb dieser physischen Welt auch durch unser Seelenleben, durch die Gedanken, die in uns auftauchen, die uns bleiben in der Erinnerung, die unseren Gedächtnisschatz ausmachen, wir leben in dieser Welt durch die Gefühle und Willensimpulse. Es ist ganz begreiflich, daß es für den Menschen, der sich noch nicht tiefer mit geisteswissenschaftlichen Fragen befaßt hat, recht unwahrscheinlich ist, daß auch ein Erleben stattfinden kann, welches ganz anders gestaltet ist als das in der physischen Welt; denn es ist ja klar, der Mensch kennt die Welt zunächst nur durch das Denken, Fühlen und Wollen. Es gibt nun aber durch das, was wir die Initiation nennen, in der Welt eine ganz andere Form des Erlebens, die über die physische Welt hinausgeht. Im Grunde ist es dieselbe Art des Erlebens, wie wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, eintritt in jene Zeit, die zwischen Tod und neuer Geburt liegt.
[ 1 ] Wenn wir uns darauf besinnen, daß wir hier in der physischen Welt uns bekanntmachen mit dieser physischen Welt, so werden wir ja immer darauf kommen, daß wir in dieser Welt in erster Linie leben durch unsere physischen Sinne, durch den Verstand. Wir leben ja allerdings innerhalb dieser physischen Welt auch durch unser Seelenleben, durch die Gedanken, die in uns auftauchen, die uns bleiben in der Erinnerung, die unseren Gedächtnisschatz ausmachen, wir leben in dieser Welt durch die Gefühle und Willensimpulse. Es ist ganz begreiflich, daß es für den Menschen, der sich noch nicht tiefer mit geisteswissenschaftlichen Fragen befaßt hat, recht unwahrscheinlich ist, daß auch ein Erleben stattfinden kann, welches ganz anders gestaltet ist als das in der physischen Welt; denn es ist ja klar, der Mensch kennt die Welt zunächst nur durch das Denken, Fühlen und Wollen. Es gibt nun aber durch das, was wir die Initiation nennen, in der Welt eine ganz andere Form des Erlebens, die über die physische Welt hinausgeht. Im Grunde ist es dieselbe Art des Erlebens, wie wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, eintritt in jene Zeit, die zwischen Tod und neuer Geburt liegt.
[ 2 ] Nun muß man ja sagen, in den meisten Fällen ist dasjenige, was den Menschen überfällt, wenn er sich hier im physischen Leib eine Vorstellung machen soll von dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ein Auftreten in der Seele einer gewissen Angst vor dem Nichts. Machen wir uns klar, daß dieses Auftreten von Furcht ganz natürlich ist. Denn versuchen Sie einmal, sich rein physisch in die Lage zu versetzen, Sie wären recht schnell gegangen und wären an einen tiefen Abgrund gekommen. Dieser böte nichts anderes dar, als ein Ahnung, ein Gefühl: Sie können gar nicht wissen, was im nächsten Augenblick geschehen könnte, wenn Sie die Schritte fortsetzten. — Dieses Gefühl kann nur dann die Seele befallen, wenn der Mensch so schnell gelaufen ist, daß er sich nicht mehr aufhalten kann. Er sagt sich: Du mußt den nächsten Schritt machen. — Das Unbestimmte der Angst lebt in der Seele und dieses Gefühl würde sich nur vergleichen lassen mit dem Gefühl, das in der Tiefe der Seele immer vorhanden ist, aber nur nicht wahrgenommen wird, weil die Aufmerksamkeit auf die physische Welt gerichtet ist, dieses Gefühl, das ihm sagt: Was geschieht mit dir, wenn du alles verläßt, in das du hineingewöhnt bist? — Der Mensch braucht sich nur zu besinnen, daß so etwas unterbewußt in ihm leben kann, und es lebt auch da, was man aussprechen kann mit den Worten: Sehen und hören kannst du nicht, denn die Instrumente zu dieser Sinnenbetätigung sind dir genommen; denken kannst du auch nicht. — Diese Gefühle macht man sich nicht klar, aber sie sitzen in der Seele, und dasjenige, was der Mensch empfindet, ist eine Art Sich-Hinwegbetäuben über dieses Gefühl. Sobald es auftritt, wird irgend etwas anderes in die Seele hineingerufen, so daß das Gefühl nicht zum Bewußtsein kommen kann. Aber damit kann man auch nicht die richtige Vorbereitung treffen, man kann nicht den Schleier lüften, der hinter dem Tode liegt. Wir wollen uns heute aufklären darüber, wie zusammenhängt dieses unser Leben mit dem nach dem Tode.
[ 2 ] Nun muß man ja sagen, in den meisten Fällen ist dasjenige, was den Menschen überfällt, wenn er sich hier im physischen Leib eine Vorstellung machen soll von dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ein Auftreten in der Seele einer gewissen Angst vor dem Nichts. Machen wir uns klar, daß dieses Auftreten von Furcht ganz natürlich ist. Denn versuchen Sie einmal, sich rein physisch in die Lage zu versetzen, Sie wären recht schnell gegangen und wären an einen tiefen Abgrund gekommen. Dieser böte nichts anderes dar, als ein Ahnung, ein Gefühl: Sie können gar nicht wissen, was im nächsten Augenblick geschehen könnte, wenn Sie die Schritte fortsetzten. — Dieses Gefühl kann nur dann die Seele befallen, wenn der Mensch so schnell gelaufen ist, daß er sich nicht mehr aufhalten kann. Er sagt sich: Du mußt den nächsten Schritt machen. — Das Unbestimmte der Angst lebt in der Seele und dieses Gefühl würde sich nur vergleichen lassen mit dem Gefühl, das in der Tiefe der Seele immer vorhanden ist, aber nur nicht wahrgenommen wird, weil die Aufmerksamkeit auf die physische Welt gerichtet ist, dieses Gefühl, das ihm sagt: Was geschieht mit dir, wenn du alles verläßt, in das du hineingewöhnt bist? — Der Mensch braucht sich nur zu besinnen, daß so etwas unterbewußt in ihm leben kann, und es lebt auch da, was man aussprechen kann mit den Worten: Sehen und hören kannst du nicht, denn die Instrumente zu dieser Sinnenbetätigung sind dir genommen; denken kannst du auch nicht. — Diese Gefühle macht man sich nicht klar, aber sie sitzen in der Seele, und dasjenige, was der Mensch empfindet, ist eine Art Sich-Hinwegbetäuben über dieses Gefühl. Sobald es auftritt, wird irgend etwas anderes in die Seele hineingerufen, so daß das Gefühl nicht zum Bewußtsein kommen kann. Aber damit kann man auch nicht die richtige Vorbereitung treffen, man kann nicht den Schleier lüften, der hinter dem Tode liegt. Wir wollen uns heute aufklären darüber, wie zusammenhängt dieses unser Leben mit dem nach dem Tode.
[ 3 ] Wir sprechen mit Recht in der physischen Welt davon, daß wir sie wahrnehmen durch unsere Sinne. Der Mensch spricht, wenn er von den Sinnen spricht, eigentlich nur von den Sinnen, die zu gebrauchen sind in der physischen Welt. Sie sind nur zu gebrauchen in der physischen Welt, weil sie gebunden sind an die Werkzeuge, die uns beim Tode genommen werden. Als Sinne werden da immer nur die fünf Sinne aufgezählt: Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack und Gefühl. Diese sind aber alle nicht zu gebrauchen im entkörperten Zustand. Es ist notwendig, wenn man einen Übergang finden will, daß man vollständig aufzählen muß die menschlichen Sinne. Das, was der Mensch bei der Aufzählung verfehlt, ist, daß er sich selbst dabei vergißt. Er gehört aber doch zu der physischen Welt und er könnte sich hier nicht wahrnehmen, wenn er keine Sinne dafür hätte. Es sind zunächst wenige Sinne, durch die er sich selbst wahrnimmt: Der Gleichgewichtssinn, der Bewegungssinn und der Lebenssinn, doch sind sie ebenso wichtige Sinne wie die anderen Sinne, die äußeren Sinne. Was ist Lebenssinn? Sie können sich eine Vorstellung davon machen, wenn Sie in Betracht ziehen, den Unterschied zu fühlen zwischen Hunger und Sättigung. Wenn sich der Mensch nicht innerlich begriffe, so würde er nichts wissen von seiner eigenen Leiblichkeit, von Wohlbefinden oder Übelbefinden. Genauso wie man von dem Gesichtssinn spricht, so muß man von dem Lebenssinn sprechen.
[ 3 ] Wir sprechen mit Recht in der physischen Welt davon, daß wir sie wahrnehmen durch unsere Sinne. Der Mensch spricht, wenn er von den Sinnen spricht, eigentlich nur von den Sinnen, die zu gebrauchen sind in der physischen Welt. Sie sind nur zu gebrauchen in der physischen Welt, weil sie gebunden sind an die Werkzeuge, die uns beim Tode genommen werden. Als Sinne werden da immer nur die fünf Sinne aufgezählt: Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack und Gefühl. Diese sind aber alle nicht zu gebrauchen im entkörperten Zustand. Es ist notwendig, wenn man einen Übergang finden will, daß man vollständig aufzählen muß die menschlichen Sinne. Das, was der Mensch bei der Aufzählung verfehlt, ist, daß er sich selbst dabei vergißt. Er gehört aber doch zu der physischen Welt und er könnte sich hier nicht wahrnehmen, wenn er keine Sinne dafür hätte. Es sind zunächst wenige Sinne, durch die er sich selbst wahrnimmt: Der Gleichgewichtssinn, der Bewegungssinn und der Lebenssinn, doch sind sie ebenso wichtige Sinne wie die anderen Sinne, die äußeren Sinne. Was ist Lebenssinn? Sie können sich eine Vorstellung davon machen, wenn Sie in Betracht ziehen, den Unterschied zu fühlen zwischen Hunger und Sättigung. Wenn sich der Mensch nicht innerlich begriffe, so würde er nichts wissen von seiner eigenen Leiblichkeit, von Wohlbefinden oder Übelbefinden. Genauso wie man von dem Gesichtssinn spricht, so muß man von dem Lebenssinn sprechen.
[ 4 ] Aber auch noch von einem anderen Sinn muß man sprechen. Wie unmöglich wäre es für den Menschen, sich zu fühlen, wenn er nicht empfände die Tätigkeit der Muskeln und Sehnen. Das ist ein Wahrnehmen der inneren Beweglichkeit. Es ist nur für den Menschen etwas getrübt, weil der Mensch sich in der physischen Welt mit seinen physischen Augen sieht. Das richtige Gefühl bekommt man von dem inneren Wahrnehmen, wenn man sich im Finsteren bewegt; da wird zum Beispiel die Wahrnehmung des Atmungsprozesses leichter klar.
[ 4 ] Aber auch noch von einem anderen Sinn muß man sprechen. Wie unmöglich wäre es für den Menschen, sich zu fühlen, wenn er nicht empfände die Tätigkeit der Muskeln und Sehnen. Das ist ein Wahrnehmen der inneren Beweglichkeit. Es ist nur für den Menschen etwas getrübt, weil der Mensch sich in der physischen Welt mit seinen physischen Augen sieht. Das richtige Gefühl bekommt man von dem inneren Wahrnehmen, wenn man sich im Finsteren bewegt; da wird zum Beispiel die Wahrnehmung des Atmungsprozesses leichter klar.
[ 5 ] Dasjenige, was wir Gleichgewichtssinn nennen, brauchen wir sehr notwendig. Es ist zu beobachten bei Kindern, wenn sie gehen und stehen lernen; da fühlen sie sich nach und nach in den Sinn hinein. Wir müssen uns daran gewöhnen, zu empfinden, daß wir aufrechtgehen. Dieser Sinn hat sogar ein Organ; das sind die drei halbzirkelförmigen Bogengänge im Ohr, die senkrecht zueinander stehen. Sind sie verletzt, so fällt der Mensch um, und das mangelnde Gleichgewichtsgefühl mancher Menschen rührt davon her, daß der innere Orientierungssinn verletzt ist.
[ 5 ] Dasjenige, was wir Gleichgewichtssinn nennen, brauchen wir sehr notwendig. Es ist zu beobachten bei Kindern, wenn sie gehen und stehen lernen; da fühlen sie sich nach und nach in den Sinn hinein. Wir müssen uns daran gewöhnen, zu empfinden, daß wir aufrechtgehen. Dieser Sinn hat sogar ein Organ; das sind die drei halbzirkelförmigen Bogengänge im Ohr, die senkrecht zueinander stehen. Sind sie verletzt, so fällt der Mensch um, und das mangelnde Gleichgewichtsgefühl mancher Menschen rührt davon her, daß der innere Orientierungssinn verletzt ist.
[ 6 ] Wenn wir weitergehen, so finden wir noch andere Sinne, durch die wir in uns eine Art Selbstwahrnehmung haben können, doch ist das schon schwieriger. Da müssen wir von einer gewissen Betrachtung ausgehen, die hinweist auf einen Bewußtseinszustand, der nicht mehr ganz normal ist. Er tritt auf in gewissen Träumen. Es kann im Bewußtsein einmal auftreten als Traum das Folgende: Ein Mensch hat furchtbaren Ärger, der Steuermann ist gekommen. Er träumt das in allen Einzelheiten, und es kann ein langes Traumgespinst sein. Es verwandelt sich und dann tritt Wagengerassel auf; die Feuerwehr fährt vorüber. Es ist Feuer ausgebrochen. ÄAußerlich ist nichts weiter vorgekommen, als der Ruf «Feuer». Dies Wort klingt leise an an das Wort «Steuer», und es ruft in der Seele durch den Ton den Übergang hervor von dem unmittelbar gehörten Ruf «Feuer», und das gebiert wiederum die Summe der ärgerlichen Vorstellungen des Traumes. Der Traum läuft furchtbar schnell ab. Die einzelnen Ereignisse denkt man sich in der Zeitlinie, und deshalb kommt einem der Traum so lang vor. Man sieht aus diesem Traum, welche große Bedeutung im Seelenleib das Tönen hat, namentlich dann, wenn es sich untermischt mit Vorstellungen, wenn das Wort hineinspielt. Wenn wir weitergehen in der Seelenforschung, so sehen wir, daß eigentlich etwas ganz anderes vorgeht. Nur wenn der Mensch tief schläft, merkt er die Dinge nicht. Es wäre auch etwas vorgegangen, wenn der Ruf «Feuer» gar nicht ertönt wäre, aber nun deckt der Ruf etwas zu und ruft das Wort «Steuer» hervor. Aus dem Nachklang des Wortes wird ein feiner Schleier gesponnen. Im Tagesleben ist der Schleier furchtbar dick, aber neben den Tagesvorstellungen gehen einher die feinen Seelenvorstellungen. Nur werden diese nicht wahrgenommen. In einem solchen Traumgesicht fassen wir das Weltgeschehen, wie es sich hinstellt vor unsere Seele, an einem Zipfel.
[ 6 ] Wenn wir weitergehen, so finden wir noch andere Sinne, durch die wir in uns eine Art Selbstwahrnehmung haben können, doch ist das schon schwieriger. Da müssen wir von einer gewissen Betrachtung ausgehen, die hinweist auf einen Bewußtseinszustand, der nicht mehr ganz normal ist. Er tritt auf in gewissen Träumen. Es kann im Bewußtsein einmal auftreten als Traum das Folgende: Ein Mensch hat furchtbaren Ärger, der Steuermann ist gekommen. Er träumt das in allen Einzelheiten, und es kann ein langes Traumgespinst sein. Es verwandelt sich und dann tritt Wagengerassel auf; die Feuerwehr fährt vorüber. Es ist Feuer ausgebrochen. ÄAußerlich ist nichts weiter vorgekommen, als der Ruf «Feuer». Dies Wort klingt leise an an das Wort «Steuer», und es ruft in der Seele durch den Ton den Übergang hervor von dem unmittelbar gehörten Ruf «Feuer», und das gebiert wiederum die Summe der ärgerlichen Vorstellungen des Traumes. Der Traum läuft furchtbar schnell ab. Die einzelnen Ereignisse denkt man sich in der Zeitlinie, und deshalb kommt einem der Traum so lang vor. Man sieht aus diesem Traum, welche große Bedeutung im Seelenleib das Tönen hat, namentlich dann, wenn es sich untermischt mit Vorstellungen, wenn das Wort hineinspielt. Wenn wir weitergehen in der Seelenforschung, so sehen wir, daß eigentlich etwas ganz anderes vorgeht. Nur wenn der Mensch tief schläft, merkt er die Dinge nicht. Es wäre auch etwas vorgegangen, wenn der Ruf «Feuer» gar nicht ertönt wäre, aber nun deckt der Ruf etwas zu und ruft das Wort «Steuer» hervor. Aus dem Nachklang des Wortes wird ein feiner Schleier gesponnen. Im Tagesleben ist der Schleier furchtbar dick, aber neben den Tagesvorstellungen gehen einher die feinen Seelenvorstellungen. Nur werden diese nicht wahrgenommen. In einem solchen Traumgesicht fassen wir das Weltgeschehen, wie es sich hinstellt vor unsere Seele, an einem Zipfel.
[ 7 ] Wir haben dies Beispiel absichtlich gewählt, weil das Gehör, wie es nun in der jetzigen Menschheit eingerichtet ist, der den übersinnlichen Sinnen nächste Sinn ist. Wir stehen da hart an der Grenze der übersinnlichen Welt und könnten wir abstreifen die beiden Worte, so würden wir die wahren Seelenerlebnisse erfahren können.
[ 7 ] Wir haben dies Beispiel absichtlich gewählt, weil das Gehör, wie es nun in der jetzigen Menschheit eingerichtet ist, der den übersinnlichen Sinnen nächste Sinn ist. Wir stehen da hart an der Grenze der übersinnlichen Welt und könnten wir abstreifen die beiden Worte, so würden wir die wahren Seelenerlebnisse erfahren können.
[ 8 ] An diesem Beispiel ist gut zu sehen, wie der Mensch vor der geistigen Welt steht. Aber die beiden Worte halten ihn zurück. Es ist wirklich so, daß die weitaus meisten unserer Träume durch Nachklänge des Gehörsinnes gesponnen werden, weil zwischen dem Hören und dem Denken ein innerer Sinn lebt, der für das heutige Leben ganz verkümmert ist. Wenn man sich hineingelebt hat in die geistige Welt, so tritt dieser Sinn in Tätigkeit. Zwischen dem Hören und dem Denken lebt dieser Sinn, der bewußt wird, wenn man Unhörbares hören kann, Wenn man die Empfindung für rhythmisch, melodisch Harmonisches erweckt hat... (Lücke im Text.)
[ 8 ] An diesem Beispiel ist gut zu sehen, wie der Mensch vor der geistigen Welt steht. Aber die beiden Worte halten ihn zurück. Es ist wirklich so, daß die weitaus meisten unserer Träume durch Nachklänge des Gehörsinnes gesponnen werden, weil zwischen dem Hören und dem Denken ein innerer Sinn lebt, der für das heutige Leben ganz verkümmert ist. Wenn man sich hineingelebt hat in die geistige Welt, so tritt dieser Sinn in Tätigkeit. Zwischen dem Hören und dem Denken lebt dieser Sinn, der bewußt wird, wenn man Unhörbares hören kann, Wenn man die Empfindung für rhythmisch, melodisch Harmonisches erweckt hat... (Lücke im Text.)
[ 9 ] Wenn man nicht vordringt zu einem Sinn, der nur Bedeutung hat für die physische Welt, so steht man vor einem Sinn der übersinnlichen Welt. In der physischen Welt hat dieser Sinn sich gespalten in Gehörund Vorstellungssinn. Er klingt an, wenn man zu einer Art von Selbstbewußtsein kommt. Am besten klingt er dann an, wenn man versucht, die Nachempfindung der Musik und Dichtung zu entwickeln. Es ist jedoch besser, von der anderen Seite vorzudringen. Im äußeren physischen Leben ist der Sinn verkümmert.
[ 9 ] Wenn man nicht vordringt zu einem Sinn, der nur Bedeutung hat für die physische Welt, so steht man vor einem Sinn der übersinnlichen Welt. In der physischen Welt hat dieser Sinn sich gespalten in Gehörund Vorstellungssinn. Er klingt an, wenn man zu einer Art von Selbstbewußtsein kommt. Am besten klingt er dann an, wenn man versucht, die Nachempfindung der Musik und Dichtung zu entwickeln. Es ist jedoch besser, von der anderen Seite vorzudringen. Im äußeren physischen Leben ist der Sinn verkümmert.
[ 10 ] Von da aus geht es immer weiter bis zu dem, was wir heute nennen: Der Mensch kommt zu der Ich-Vorstellung. Dieser Ich-Vorstellung gegenüber muß man aufrichtig sein. Die Menschen sprechen das Ich aus und haben in dem Aussprechen einen gewissen inneren Halt. Sie glauben mit Recht, in dem Ich-Aussprechen das Ich zu erfassen. Mit Recht ist das so. Es ist dies eine Art Vorbereitung zur Erfassung des wirklichen höheren Ich. Dieses Erfassen hat seine große Schwierigkeit, sonst würde nicht das ganze philosophische Streben darauf gerichtet sein, dahinterzukommen. Ich habe in meiner «Philosophie der Freiheit» dahin gestrebt, klarzumachen, wie man dahinter kommt. Alles das gehört zur Selbstwahrnehmung. Man muß es innerlich erfassen, wodurch man als Ich sich anspricht. Wir haben also Sinne, durch welche wir die äußere Welt erfassen, und solche, wodurch wir uns selbst erfassen, wenn wir das tonlose Tönen hören.
[ 10 ] Von da aus geht es immer weiter bis zu dem, was wir heute nennen: Der Mensch kommt zu der Ich-Vorstellung. Dieser Ich-Vorstellung gegenüber muß man aufrichtig sein. Die Menschen sprechen das Ich aus und haben in dem Aussprechen einen gewissen inneren Halt. Sie glauben mit Recht, in dem Ich-Aussprechen das Ich zu erfassen. Mit Recht ist das so. Es ist dies eine Art Vorbereitung zur Erfassung des wirklichen höheren Ich. Dieses Erfassen hat seine große Schwierigkeit, sonst würde nicht das ganze philosophische Streben darauf gerichtet sein, dahinterzukommen. Ich habe in meiner «Philosophie der Freiheit» dahin gestrebt, klarzumachen, wie man dahinter kommt. Alles das gehört zur Selbstwahrnehmung. Man muß es innerlich erfassen, wodurch man als Ich sich anspricht. Wir haben also Sinne, durch welche wir die äußere Welt erfassen, und solche, wodurch wir uns selbst erfassen, wenn wir das tonlose Tönen hören.
[ 11 ] Hier im Physischen sind besonders ausgebildet die bekannten fünf Sinne. Diese haben keine Bedeutung für den Initiierten in der geistigen Welt. Die anderen Sinne, durch die der Mensch zur Selbstwahrnehmung kommt, sind verkümmert. Sie haben eine große Bedeutung für den Menschen, wenn er durch die Pforte des Todes geht.
[ 11 ] Hier im Physischen sind besonders ausgebildet die bekannten fünf Sinne. Diese haben keine Bedeutung für den Initiierten in der geistigen Welt. Die anderen Sinne, durch die der Mensch zur Selbstwahrnehmung kommt, sind verkümmert. Sie haben eine große Bedeutung für den Menschen, wenn er durch die Pforte des Todes geht.
[ 12 ] Das erste, was er braucht im Jenseits, ist der Sinn, der übergeht vom äußerlich Musikalischen zum innerlich Musikalischen. Für diesen Sinn ist das Vorhandensein des äußeren Gehörwerkzeuges nicht hinderlich. Heute ist nur der Sinn durch das Ohr totgeschlagen. In der physischen Welt kann man die Kraft des Sinnes wahrnehmen, wenn die Musiker komponieren. Der Sinn steht da hinter dem musikalischen Schaffen. Nach dem Tode wird er ein Sinn, durch den der Mensch auf seine ganze Umgebung hingewiesen wird. Musik erleben wir dann innerlich. Nach dem Tode wird der Sinn ein äußerer Sinn und man nimmt wahr eine Zeitlang nach dem Tode, was durch die Welt geht, denn die Welt ist durchzogen von rhythmisch-musikalisch Harmonischem. Ein Mensch, der nicht wahrnehmen würde dieses rhythmisch-musikalisch Harmonische, der würde sein wie ein Mensch in der physischen Welt, der das Unorganische nicht wahrnehmen könnte.
[ 12 ] Das erste, was er braucht im Jenseits, ist der Sinn, der übergeht vom äußerlich Musikalischen zum innerlich Musikalischen. Für diesen Sinn ist das Vorhandensein des äußeren Gehörwerkzeuges nicht hinderlich. Heute ist nur der Sinn durch das Ohr totgeschlagen. In der physischen Welt kann man die Kraft des Sinnes wahrnehmen, wenn die Musiker komponieren. Der Sinn steht da hinter dem musikalischen Schaffen. Nach dem Tode wird er ein Sinn, durch den der Mensch auf seine ganze Umgebung hingewiesen wird. Musik erleben wir dann innerlich. Nach dem Tode wird der Sinn ein äußerer Sinn und man nimmt wahr eine Zeitlang nach dem Tode, was durch die Welt geht, denn die Welt ist durchzogen von rhythmisch-musikalisch Harmonischem. Ein Mensch, der nicht wahrnehmen würde dieses rhythmisch-musikalisch Harmonische, der würde sein wie ein Mensch in der physischen Welt, der das Unorganische nicht wahrnehmen könnte.
[ 13 ] In meinem Buche «Theosophie», bei der Schilderung des Devachan, werden Sie finden, wie das gegenseitige Leben besteht im Ausbreiten des musikalisch-rhythmisch Harmonischen. In der Tat gliedert sich an das Obere und Untere das Vorwärts und das Rückwärts, während wir durch den Gleichgewichtssinn nur wissen, daß wir aufrechtgehen. Wir nehmen die Wesen wahr, die oben und unten, rechts und links sind. Also die inneren Sinne, die jetzt verkümmert sind, die breiten sich aus und vermitteln uns die geistige Welt. Dann geht über der Gleichgewichtssinn in den Harmonie- und Rhythmussinn, dann gliedert sich an der Sinn der Bewegung. Wenn wir befreit sind von dem ganzen Muskel- und Sehnenwerk, dann wird der Sinn, der sonst durch die Leiblichkeit konzentriert ist, sich ausbreiten und wir kommen zu der Möglichkeit, im Weltall überall so zu sein, wie wir durch den Bewegungssinn in unserem eigenen Leibe sind. Die Außenwelt ist in der geistigen Welt so, wie in der physischen Welt in uns eine Muskelbewegung vor sich geht. Wenn einem Kinde die Hand entgegengestreckt wird, so kommt dies dem Kinde zum Verständnis und es macht die Bewegung nach. In dem inneren Erleben der nachgemachten Bewegung erwacht der Bewegungssinn.
[ 13 ] In meinem Buche «Theosophie», bei der Schilderung des Devachan, werden Sie finden, wie das gegenseitige Leben besteht im Ausbreiten des musikalisch-rhythmisch Harmonischen. In der Tat gliedert sich an das Obere und Untere das Vorwärts und das Rückwärts, während wir durch den Gleichgewichtssinn nur wissen, daß wir aufrechtgehen. Wir nehmen die Wesen wahr, die oben und unten, rechts und links sind. Also die inneren Sinne, die jetzt verkümmert sind, die breiten sich aus und vermitteln uns die geistige Welt. Dann geht über der Gleichgewichtssinn in den Harmonie- und Rhythmussinn, dann gliedert sich an der Sinn der Bewegung. Wenn wir befreit sind von dem ganzen Muskel- und Sehnenwerk, dann wird der Sinn, der sonst durch die Leiblichkeit konzentriert ist, sich ausbreiten und wir kommen zu der Möglichkeit, im Weltall überall so zu sein, wie wir durch den Bewegungssinn in unserem eigenen Leibe sind. Die Außenwelt ist in der geistigen Welt so, wie in der physischen Welt in uns eine Muskelbewegung vor sich geht. Wenn einem Kinde die Hand entgegengestreckt wird, so kommt dies dem Kinde zum Verständnis und es macht die Bewegung nach. In dem inneren Erleben der nachgemachten Bewegung erwacht der Bewegungssinn.
[ 14 ] Man wird mit der Zeit gründlich kuriert von manchen Lehren, die immer daran kranken, daß sie sagen: Wir leben ja in uns. In der übersinnlichen Welt gibt es aber keine Blutzirkulation.
[ 14 ] Man wird mit der Zeit gründlich kuriert von manchen Lehren, die immer daran kranken, daß sie sagen: Wir leben ja in uns. In der übersinnlichen Welt gibt es aber keine Blutzirkulation.
[ 15 ] Der innere Bewegungssinn wird ein ganz besonders wichtiger Sinn sein, wenn wir gestorben sind, der Lebenssinn wird uns wichtig — wenn er nicht in unangenehmer Weise in Anspruch genommen werden kann —, weil wir dann keine Kopfschmerzen mehr haben und kein Hungergefühl.
[ 15 ] Der innere Bewegungssinn wird ein ganz besonders wichtiger Sinn sein, wenn wir gestorben sind, der Lebenssinn wird uns wichtig — wenn er nicht in unangenehmer Weise in Anspruch genommen werden kann —, weil wir dann keine Kopfschmerzen mehr haben und kein Hungergefühl.
[ 16 ] Diejenigen Sinne, welche hier verkümmert sind, werden ganz besonders angeregt, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen. Die eigene Leiblichkeit können wir nicht durch die eigene. Leiblichkeit wahrnehmen, das Auge kann sich nicht selber sehen und das Gehirn kann sich nicht selbst untersuchen; also das Organ, das etwas wahrnimmt, kann nicht dasselbe sein, das sich selbst wahrnimmt. So muß aus der Leiblichkeit herausgesondert werden das, was wir Lebenssinn genannt haben, und so nähert es sich dem Seelischen. Beim Gleichgewichtssinn ist es nicht so, daß er das Wahrnehmen vermittelt, sondern er drückt sich nur symbolisch in demselben aus.
[ 16 ] Diejenigen Sinne, welche hier verkümmert sind, werden ganz besonders angeregt, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen. Die eigene Leiblichkeit können wir nicht durch die eigene. Leiblichkeit wahrnehmen, das Auge kann sich nicht selber sehen und das Gehirn kann sich nicht selbst untersuchen; also das Organ, das etwas wahrnimmt, kann nicht dasselbe sein, das sich selbst wahrnimmt. So muß aus der Leiblichkeit herausgesondert werden das, was wir Lebenssinn genannt haben, und so nähert es sich dem Seelischen. Beim Gleichgewichtssinn ist es nicht so, daß er das Wahrnehmen vermittelt, sondern er drückt sich nur symbolisch in demselben aus.
[ 17 ] Diese Sinne sind eigentlich diejenigen, die durch ihre eigene Natur egoistisch sind, weil der Mensch durch sie sein Selbst wahrnimmt. Und das dürfen wir uns nicht verhehlen, daß das, was wir mit heraustragen aus dem Leben, der egoistischere Teil ist. Zunächst behalten wir also den egoistischeren Teil und daraus wird verständlich, daß der Mensch unmittelbar nach dem Tode übergeht in einen recht egoistischen Zustand. Wie das Kind seine Sinne mitbringt ins physische Dasein und sich erst gewöhnen muß an die physische sinnliche Welt, so muß der Mensch im entkörperten Zustand seine Sinne an die übersinnliche Welt gewöhnen. Das dauert nach dem Tode recht lange, und während er die Sinne gewöhnen lernt, bleibt ihm zunächst lediglich das, was hier in der physischen Welt ihn mit der Außenwelt zusammengebracht hat, als Erinnerung, und zwar als der unangenehmere Teil der Erinnerung. Die erste Erinnerung dauert nur wenige Tage, sie erscheint als Erinnerungstableau, das uns ja bekannt ist. Dann beginnt sie so zu werden, daß das, was hier ihr Innerstes ist, sich anknüpft in innerlicher Weise, so daß der Mensch sich daran gewöhnt innerlich zu durchsetzen alles, was er erlebt hat, denn die Möglichkeit, wahrzunehmen, hört ja auf.
[ 17 ] Diese Sinne sind eigentlich diejenigen, die durch ihre eigene Natur egoistisch sind, weil der Mensch durch sie sein Selbst wahrnimmt. Und das dürfen wir uns nicht verhehlen, daß das, was wir mit heraustragen aus dem Leben, der egoistischere Teil ist. Zunächst behalten wir also den egoistischeren Teil und daraus wird verständlich, daß der Mensch unmittelbar nach dem Tode übergeht in einen recht egoistischen Zustand. Wie das Kind seine Sinne mitbringt ins physische Dasein und sich erst gewöhnen muß an die physische sinnliche Welt, so muß der Mensch im entkörperten Zustand seine Sinne an die übersinnliche Welt gewöhnen. Das dauert nach dem Tode recht lange, und während er die Sinne gewöhnen lernt, bleibt ihm zunächst lediglich das, was hier in der physischen Welt ihn mit der Außenwelt zusammengebracht hat, als Erinnerung, und zwar als der unangenehmere Teil der Erinnerung. Die erste Erinnerung dauert nur wenige Tage, sie erscheint als Erinnerungstableau, das uns ja bekannt ist. Dann beginnt sie so zu werden, daß das, was hier ihr Innerstes ist, sich anknüpft in innerlicher Weise, so daß der Mensch sich daran gewöhnt innerlich zu durchsetzen alles, was er erlebt hat, denn die Möglichkeit, wahrzunehmen, hört ja auf.
[ 18 ] Ein konkreter Fall: In irgendeinem Lebensverhältnis haben wir zusammengelebt mit einem Menschen. Wir sterben hinweg, er bleibt zurück auf dem physischen Plan. Wir gewöhnen uns immer mehr daran, von dem Inneren etwas anderes zurückzubehalten als die Erinnerung. Wenn wir einen Toten betrachten, so sehen wir, daß er weiß, was wir mit ihm erlebt haben während seines Erdenlebens. Mit dem Tode reißt nun der Faden ab und jetzt kann die erschütternde Wahrnehmung gemacht werden, daß man Tote trifft, die einem mit den Mitteln der Mitteilung sagen: Da habe ich gelebt mit diesem oder jenem Menschen. Ich weiß, daß er fortlebt, ich weiß aber nur etwas von ihm bis zu meinem Tode. — Das ist ein großer Schmerz. Jetzt vermißt der Tote ihn. Darum jammern die Toten hauptsächlich nach denen, die sie geliebt haben und an die sie nicht heran können. Es muß bekannt werden, daß wir in dieser Beziehung den Toten wichtige Dienste leisten können, wenn wir ihnen entgegenkommen. Die äußeren Sinne sind den Toten genommen, es lebt in ihnen nur das, was sie gemeinschaftlich mit uns erlebt haben. Ja, das gewöhnliche Leben bietet eigentlich nichts, was die Sache anders machen könnte. Sie kann nur geändert werden, wenn Bande geknüpft werden zwischen dem Toten und dem Lebenden. Es ist für den Toten gewöhnlich so, als wenn wir zu den Toten hinaufsehen. (Lücke im Text.) Nun gibt es ein gemeinsames Bindeglied zwischen den Toten und den Lebenden: es ist das, was wir denken an übersinnlichen Gedanken. Das spirituelle Denken ist dieses Bindeglied. Ich darf betonen, daß man den Toten vorlesen kann über das, was von übersinnlichen Welten handelt. Wenn wir Zeit haben, setzen wir uns hin und gehen in Gedanken durch, was der Inhalt der Geisteswissenschaft ist und stellen uns dabei recht lebhaft vor, daß die Verstorbenen bei uns wären. Wir nehmen ihnen damit die Qual, daß sie denken, wir wären nicht da. Da haben wir innerhalb der anthroposophischen Bewegung recht schöne Resultate erzielt, dadurch daß wir in Gedanken an die Toten ihnen vorgelesen haben. Dadurch sind sie mit uns zusammen, und dessen bedürfen sie, danach sehnen sie sich. Es gibt zweierlei im Zusammenleben mit den Toten. Das erste ist dasjenige, was eben jetzt charakterisiert worden ist, das Entbehren der Menschen, mit denen man gelebt hat auf der Erde. Dem können wir abhelfen durch das Vorlesen. Wir sollen zusammensein mit den Toten und überbrücken die Daseinsverhältnisse. Was hat es nun für eine Bedeutung für die Toten, wenn wir ihnen Anthroposophie vorlesen, trotzdem sie bei Lebzeiten nichts davon haben wissen wollen? — wird oft gesagt. Doch das ist ein materialistischer Einwand, denn die Verhältnisse bleiben ja nicht dieselben. Es kann zum Beispiel der Fall beobachtet werden, daß zwei Brüder da sind. Der eine neigt der Geisteswissenschaft zu, während der andere gerade darüber immer wütender wird. Er redet sich immer mehr in die Wut hinein. Doch dies tut er nur aus dem Grunde, weil er sich betäuben will über die innere Sehnsucht nach Geisteswissenschaft. Im Leben kann man an ihn nicht gut heran, und es ist nicht gut, für die Anthroposophie zu agitieren. Im Tode zeigt sich nun das am meisten, was der Mensch ersehnt hat, und gerade solchen Seelen kann man das Allerbeste leisten, wenn man ihnen vorliest. Derjenige, der sich hier schon für Anthroposophie interessiert hat, wird sich auch dort immer mehr dafür interessieren. Dies ist das eine.
[ 18 ] Ein konkreter Fall: In irgendeinem Lebensverhältnis haben wir zusammengelebt mit einem Menschen. Wir sterben hinweg, er bleibt zurück auf dem physischen Plan. Wir gewöhnen uns immer mehr daran, von dem Inneren etwas anderes zurückzubehalten als die Erinnerung. Wenn wir einen Toten betrachten, so sehen wir, daß er weiß, was wir mit ihm erlebt haben während seines Erdenlebens. Mit dem Tode reißt nun der Faden ab und jetzt kann die erschütternde Wahrnehmung gemacht werden, daß man Tote trifft, die einem mit den Mitteln der Mitteilung sagen: Da habe ich gelebt mit diesem oder jenem Menschen. Ich weiß, daß er fortlebt, ich weiß aber nur etwas von ihm bis zu meinem Tode. — Das ist ein großer Schmerz. Jetzt vermißt der Tote ihn. Darum jammern die Toten hauptsächlich nach denen, die sie geliebt haben und an die sie nicht heran können. Es muß bekannt werden, daß wir in dieser Beziehung den Toten wichtige Dienste leisten können, wenn wir ihnen entgegenkommen. Die äußeren Sinne sind den Toten genommen, es lebt in ihnen nur das, was sie gemeinschaftlich mit uns erlebt haben. Ja, das gewöhnliche Leben bietet eigentlich nichts, was die Sache anders machen könnte. Sie kann nur geändert werden, wenn Bande geknüpft werden zwischen dem Toten und dem Lebenden. Es ist für den Toten gewöhnlich so, als wenn wir zu den Toten hinaufsehen. (Lücke im Text.) Nun gibt es ein gemeinsames Bindeglied zwischen den Toten und den Lebenden: es ist das, was wir denken an übersinnlichen Gedanken. Das spirituelle Denken ist dieses Bindeglied. Ich darf betonen, daß man den Toten vorlesen kann über das, was von übersinnlichen Welten handelt. Wenn wir Zeit haben, setzen wir uns hin und gehen in Gedanken durch, was der Inhalt der Geisteswissenschaft ist und stellen uns dabei recht lebhaft vor, daß die Verstorbenen bei uns wären. Wir nehmen ihnen damit die Qual, daß sie denken, wir wären nicht da. Da haben wir innerhalb der anthroposophischen Bewegung recht schöne Resultate erzielt, dadurch daß wir in Gedanken an die Toten ihnen vorgelesen haben. Dadurch sind sie mit uns zusammen, und dessen bedürfen sie, danach sehnen sie sich. Es gibt zweierlei im Zusammenleben mit den Toten. Das erste ist dasjenige, was eben jetzt charakterisiert worden ist, das Entbehren der Menschen, mit denen man gelebt hat auf der Erde. Dem können wir abhelfen durch das Vorlesen. Wir sollen zusammensein mit den Toten und überbrücken die Daseinsverhältnisse. Was hat es nun für eine Bedeutung für die Toten, wenn wir ihnen Anthroposophie vorlesen, trotzdem sie bei Lebzeiten nichts davon haben wissen wollen? — wird oft gesagt. Doch das ist ein materialistischer Einwand, denn die Verhältnisse bleiben ja nicht dieselben. Es kann zum Beispiel der Fall beobachtet werden, daß zwei Brüder da sind. Der eine neigt der Geisteswissenschaft zu, während der andere gerade darüber immer wütender wird. Er redet sich immer mehr in die Wut hinein. Doch dies tut er nur aus dem Grunde, weil er sich betäuben will über die innere Sehnsucht nach Geisteswissenschaft. Im Leben kann man an ihn nicht gut heran, und es ist nicht gut, für die Anthroposophie zu agitieren. Im Tode zeigt sich nun das am meisten, was der Mensch ersehnt hat, und gerade solchen Seelen kann man das Allerbeste leisten, wenn man ihnen vorliest. Derjenige, der sich hier schon für Anthroposophie interessiert hat, wird sich auch dort immer mehr dafür interessieren. Dies ist das eine.
[ 19 ] Das andere, was zu bedenken ist, gerade in unserer Zeit, ist, daß wir, wenn wir jeden Tag im Schlaf in die übersinnliche Welt eingehen, in demselben Reiche sind, wo die Toten sind. Nur wissen wir nach dem Aufwachen nichts mehr davon. Wie gehen nun die meisten Menschen in den Schlaf hinein? Man darf sagen, wenn sie die Schwelle des Schlafes überschritten haben, daß sie wenig Spirituelles mitgenommen haben. Diejenigen, die durch Genuß geistiger Getränke die nötige Bettschwere erlangt haben, bringen nicht viel Spirituelles hinein in die geistige Welt. Aber es gibt da viele Nuancen. So oft hört man: Ja, was nützt es denn, wenn man Geisteswissenschaft lernt und kann doch nicht hineinsehen in die geistigen Welten? — Ja, wenn man sich nur genügend damit beschäftigt, so nimmt man auch etwas mit hinein in den Schlaf. Denken Sie sich einmal eine schlafende Stadt, schlafende Menschen, so sind die Seelen entkörpert. Dasjenige, was die schlafenden Seelen darstellen für die geistige Welt, ist noch etwas anderes als das, was sie darstellen für die physische Welt. Für die Toten ist das etwas Ähnliches. Was wir den Toten geben und was sie ins Bewußtsein aufnehmen, das ist das, was sie für ihr Leben brauchen. Und wenn wir ihnen spirituelle Gedanken mitbringen, so haben sie Nahrung, wenn nicht, so haben sie Hunger, so daß der Satz ausgesprochen werden darf: Wir können dadurch, daß wir hier auf der Erde spirituelle Gedanken pflegen, den Toten Nahrung verschaffen. Wir können sie hungern lassen, wenn wir ihnen keine spirituellen Gedanken bringen. — Wenn die Fluren veröden, so bringen sie keine Früchte für die Nahrung der Menschen und die Menschen können verhungern. Die Toten können nun freilich nicht verhungern, sie können nur leiden, wenn das geistige Leben auf der Erde verödet.
[ 19 ] Das andere, was zu bedenken ist, gerade in unserer Zeit, ist, daß wir, wenn wir jeden Tag im Schlaf in die übersinnliche Welt eingehen, in demselben Reiche sind, wo die Toten sind. Nur wissen wir nach dem Aufwachen nichts mehr davon. Wie gehen nun die meisten Menschen in den Schlaf hinein? Man darf sagen, wenn sie die Schwelle des Schlafes überschritten haben, daß sie wenig Spirituelles mitgenommen haben. Diejenigen, die durch Genuß geistiger Getränke die nötige Bettschwere erlangt haben, bringen nicht viel Spirituelles hinein in die geistige Welt. Aber es gibt da viele Nuancen. So oft hört man: Ja, was nützt es denn, wenn man Geisteswissenschaft lernt und kann doch nicht hineinsehen in die geistigen Welten? — Ja, wenn man sich nur genügend damit beschäftigt, so nimmt man auch etwas mit hinein in den Schlaf. Denken Sie sich einmal eine schlafende Stadt, schlafende Menschen, so sind die Seelen entkörpert. Dasjenige, was die schlafenden Seelen darstellen für die geistige Welt, ist noch etwas anderes als das, was sie darstellen für die physische Welt. Für die Toten ist das etwas Ähnliches. Was wir den Toten geben und was sie ins Bewußtsein aufnehmen, das ist das, was sie für ihr Leben brauchen. Und wenn wir ihnen spirituelle Gedanken mitbringen, so haben sie Nahrung, wenn nicht, so haben sie Hunger, so daß der Satz ausgesprochen werden darf: Wir können dadurch, daß wir hier auf der Erde spirituelle Gedanken pflegen, den Toten Nahrung verschaffen. Wir können sie hungern lassen, wenn wir ihnen keine spirituellen Gedanken bringen. — Wenn die Fluren veröden, so bringen sie keine Früchte für die Nahrung der Menschen und die Menschen können verhungern. Die Toten können nun freilich nicht verhungern, sie können nur leiden, wenn das geistige Leben auf der Erde verödet.
[ 20 ] Die Sache ist so, daß hier auf der Erde die Wissenschaft verschiedenen Gesetzen über die Zusammenhänge folgt, und ein Ideal ist es, daß durch die Wissenschaft das Leben als solches naturwissenschaftlich erfaßt werden kann. Hier auf dem physischen Plan lernt man aber nicht das Leben kennen. Alle Gesetze beziehen sich zwar auf das Lebendige, aber man kann doch mit allem diesem Wissen nicht das Leben erforschen. Für die übersinnliche Welt kann man mit allem Forschen nicht den Tod kennenlernen. Für den, der die Dinge durchschaut, ist es unsinnig zu glauben, daß es in der übersinnlichen Welt einen Tod gibt. Zwar gibt es schlafartige Bewußtseinszustände und auch eine Sehnsucht nach dem Tode, ebenso wie wir das Leben begreifen möchten, aber einen Tod gibt es dort nicht. Man darf nicht glauben, daß man in der geistigen Welt zugrunde gehen könnte, auch sterben kann man dort nicht. Man kann auch sein Bewußtsein nicht vernichten, das was hier dem Sterben entspricht. Aber man kann ein Einsamer werden in der geistigen Welt.
[ 20 ] Die Sache ist so, daß hier auf der Erde die Wissenschaft verschiedenen Gesetzen über die Zusammenhänge folgt, und ein Ideal ist es, daß durch die Wissenschaft das Leben als solches naturwissenschaftlich erfaßt werden kann. Hier auf dem physischen Plan lernt man aber nicht das Leben kennen. Alle Gesetze beziehen sich zwar auf das Lebendige, aber man kann doch mit allem diesem Wissen nicht das Leben erforschen. Für die übersinnliche Welt kann man mit allem Forschen nicht den Tod kennenlernen. Für den, der die Dinge durchschaut, ist es unsinnig zu glauben, daß es in der übersinnlichen Welt einen Tod gibt. Zwar gibt es schlafartige Bewußtseinszustände und auch eine Sehnsucht nach dem Tode, ebenso wie wir das Leben begreifen möchten, aber einen Tod gibt es dort nicht. Man darf nicht glauben, daß man in der geistigen Welt zugrunde gehen könnte, auch sterben kann man dort nicht. Man kann auch sein Bewußtsein nicht vernichten, das was hier dem Sterben entspricht. Aber man kann ein Einsamer werden in der geistigen Welt.
[ 21 ] Es handelt sich da um ein Nicht-Wahrnehmen-Können der physisch-sinnlichen Welt. Man weiß nur noch von sich selbst und nichts von anderen Wesen. Das ist es, was man die Leiden und Schmerzen des Kamaloka nennt. Das, was das menschliche Bewußtsein erweitert, ist das gesellige Leben nach dem Tode, und wir kommen in Geselligkeit auch mit den verschiedenen Wesen der übersinnlichen Welt.
[ 21 ] Es handelt sich da um ein Nicht-Wahrnehmen-Können der physisch-sinnlichen Welt. Man weiß nur noch von sich selbst und nichts von anderen Wesen. Das ist es, was man die Leiden und Schmerzen des Kamaloka nennt. Das, was das menschliche Bewußtsein erweitert, ist das gesellige Leben nach dem Tode, und wir kommen in Geselligkeit auch mit den verschiedenen Wesen der übersinnlichen Welt.
[ 22 ] Ein Einwand, der noch gemacht werden kann, soll heute abend in Erfurt gelöst werden. Er besteht darin: Wie ist es denn, die Toten sind doch in der übersinnlichen Welt. Können sie denn etwas erfahren, wenn wir ihnen von den übersinnlichen Welten vorlesen? — Das, was wir ihnen nicht von der Erde aus geben, können sie nicht in der übersinnlichen Welt kennenlernen. Die Gedanken müssen von der Erde hinaufströmen. Anthroposophie wird nicht im Himmel gelehrt, sondern auf der Erde. Die Menschen sind nicht auf der Erde, um nur ein Jammertal kennenzulernen, sondern auch Anthroposophie. Es wird oft geglaubt, daß man Anthroposophie auch nach dem Tode kennenlernen könnte, doch das ist ein großer Irrtum. Was der Mensch auf der Erde erfahren hat, das muß er niederlegen in der geistigen Welt, nachdem er die Pforte des Todes durchschritten hat.
[ 22 ] Ein Einwand, der noch gemacht werden kann, soll heute abend in Erfurt gelöst werden. Er besteht darin: Wie ist es denn, die Toten sind doch in der übersinnlichen Welt. Können sie denn etwas erfahren, wenn wir ihnen von den übersinnlichen Welten vorlesen? — Das, was wir ihnen nicht von der Erde aus geben, können sie nicht in der übersinnlichen Welt kennenlernen. Die Gedanken müssen von der Erde hinaufströmen. Anthroposophie wird nicht im Himmel gelehrt, sondern auf der Erde. Die Menschen sind nicht auf der Erde, um nur ein Jammertal kennenzulernen, sondern auch Anthroposophie. Es wird oft geglaubt, daß man Anthroposophie auch nach dem Tode kennenlernen könnte, doch das ist ein großer Irrtum. Was der Mensch auf der Erde erfahren hat, das muß er niederlegen in der geistigen Welt, nachdem er die Pforte des Todes durchschritten hat.
