How does one Develop an Understanding of the Spiritual World
The influx of spiritual impulses from the world of the deceased
GA 154
12 May 1914, Berlin
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Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?
4. Wie Erwirbt Man Sich Verständnis Für Die Geistige Welt? II
4. Wie Erwirbt Man Sich Verständnis Für Die Geistige Welt? II
[ 1 ] Es war, als der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte aufmerksam machen wollte auf sein Bewußtsein vom Drinnenleben in der geistigen Welt, auf seine Überzeugung, daß die geistige Welt überall um uns herum ist, daß er aus dieser Überzeugung heraus sagte: «Nicht erst, nachdem ich aus dem Zusammenhange der irdischen Welt gerissen sein werde, werde ich den Eintritt in die überirdische erhalten; ich bin und lebe schon jetzt in ihr, weit wahrer, als in der irdischen; schon jetzt ist sie mein einziger fester Standpunkt, und das ewige Leben, das ich schon längst in Besitz genommen, ist der einige Grund, warum ich das irdische noch fortführen mag. Das, was sie Himmel nennen, liegt nicht jenseits des Grabes; es ist schon hier um unsere Natur verbreitet, und sein Licht geht in jedem reinen Herzen auf.»
[ 1 ] Es war, als der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte aufmerksam machen wollte auf sein Bewußtsein vom Drinnenleben in der geistigen Welt, auf seine Überzeugung, daß die geistige Welt überall um uns herum ist, daß er aus dieser Überzeugung heraus sagte: «Nicht erst, nachdem ich aus dem Zusammenhange der irdischen Welt gerissen sein werde, werde ich den Eintritt in die überirdische erhalten; ich bin und lebe schon jetzt in ihr, weit wahrer, als in der irdischen; schon jetzt ist sie mein einziger fester Standpunkt, und das ewige Leben, das ich schon längst in Besitz genommen, ist der einige Grund, warum ich das irdische noch fortführen mag. Das, was sie Himmel nennen, liegt nicht jenseits des Grabes; es ist schon hier um unsere Natur verbreitet, und sein Licht geht in jedem reinen Herzen auf.»
[ 2 ] Es ist gut, manchmal auf einen solchen Ausspruch aufmerksam zu machen. Denn in der Gegenwart gibt es viele Stimmen, welche den Menschen den Glauben beibringen möchten, daß von der geistigen Welt zu sprechen und der geistigen Welt gegenüber Ansichten zu haben, eigentlich doch ein Charakteristikon der törichten und abergläubischen, höchstens vielleicht der phantastischen Leute sei. Wir erleben es ja immer wieder und wieder, daß die Menschen, auch diejenigen, die eben den Glauben erheben wollen, als ob es sozusagen eine Torheit wäre, von der geistigen Welt zu sprechen, Fichte und ähnliche Geister immer im Munde führen. Da ist es denn gut, wenn wenigstens einige Menschen wissen, wie sich der anthroposophisch Gestimmte im Einklang fühlen darf mit allen denjenigen Menschen der Menschheitsentwickelung, die in ihren Herzen wirklich Wissen und Erkenntnis von einer geistigen Welt trugen, wenigstens Wissens- und Erkenntnisstreben im höchsten und edelsten Sinne des Wortes. Und wenn dann materialistisch gestimmte Gemüter von Fichte sprechen und das oder jenes aus seinen Schriften herausreißen, was gerade ihnen paßt, so ist es gut, wenn die anthroposophisch gestimmte Seele immer weiß, woher bei solchen Menschen die Sicherheit des Lebens, der Mut zum Leben und der Glaube an das Leben kommt, nämlich daß diese kommen aus dem treuen Festhalten an der Überzeugung, drinnenzustehen mit der Menschenseele in der geistigen Welt, im geistigen Leben. Mögen Sie da oder dort Aussprüche eines solchen Mannes hören, wie die von Johann Gottlieb Fichte, der bekanntlich die «Reden an die deutsche Nation» in schwierigen Zeiten gehalten hat, dann mögen Sie immer das Bewußtsein im Herzen tragen: Die Kraft, das zu sagen, was zum Beispiel Fichte gesagt hat — oder viele andere, Fichte ist nur ein Beispiel dafür —, diese Kraft kam ihm daher, daß er wußte: Mit dem besten Teile meines Selbst lebe ich immer, auch wenn ich im physischen Leibe noch lebe, in der geistigen Welt darinnen. Sie ist überall um meine Natur herum. — Solche Menschen waren sich bewußt, daß in ihren Worten die Kraft lebte, die ihnen dadurch kam, daß sie gleichsam hinter ihrer Seele und einwirkend auf diese die geistige Welt wußten.
[ 2 ] Es ist gut, manchmal auf einen solchen Ausspruch aufmerksam zu machen. Denn in der Gegenwart gibt es viele Stimmen, welche den Menschen den Glauben beibringen möchten, daß von der geistigen Welt zu sprechen und der geistigen Welt gegenüber Ansichten zu haben, eigentlich doch ein Charakteristikon der törichten und abergläubischen, höchstens vielleicht der phantastischen Leute sei. Wir erleben es ja immer wieder und wieder, daß die Menschen, auch diejenigen, die eben den Glauben erheben wollen, als ob es sozusagen eine Torheit wäre, von der geistigen Welt zu sprechen, Fichte und ähnliche Geister immer im Munde führen. Da ist es denn gut, wenn wenigstens einige Menschen wissen, wie sich der anthroposophisch Gestimmte im Einklang fühlen darf mit allen denjenigen Menschen der Menschheitsentwickelung, die in ihren Herzen wirklich Wissen und Erkenntnis von einer geistigen Welt trugen, wenigstens Wissens- und Erkenntnisstreben im höchsten und edelsten Sinne des Wortes. Und wenn dann materialistisch gestimmte Gemüter von Fichte sprechen und das oder jenes aus seinen Schriften herausreißen, was gerade ihnen paßt, so ist es gut, wenn die anthroposophisch gestimmte Seele immer weiß, woher bei solchen Menschen die Sicherheit des Lebens, der Mut zum Leben und der Glaube an das Leben kommt, nämlich daß diese kommen aus dem treuen Festhalten an der Überzeugung, drinnenzustehen mit der Menschenseele in der geistigen Welt, im geistigen Leben. Mögen Sie da oder dort Aussprüche eines solchen Mannes hören, wie die von Johann Gottlieb Fichte, der bekanntlich die «Reden an die deutsche Nation» in schwierigen Zeiten gehalten hat, dann mögen Sie immer das Bewußtsein im Herzen tragen: Die Kraft, das zu sagen, was zum Beispiel Fichte gesagt hat — oder viele andere, Fichte ist nur ein Beispiel dafür —, diese Kraft kam ihm daher, daß er wußte: Mit dem besten Teile meines Selbst lebe ich immer, auch wenn ich im physischen Leibe noch lebe, in der geistigen Welt darinnen. Sie ist überall um meine Natur herum. — Solche Menschen waren sich bewußt, daß in ihren Worten die Kraft lebte, die ihnen dadurch kam, daß sie gleichsam hinter ihrer Seele und einwirkend auf diese die geistige Welt wußten.
[ 3 ] Und auch noch aus einem anderen Grunde ist es gut, sich an eine solche Tatsache, wie die eben erwähnte, manchmal zu erinnern. Als Johann Gottlieb Fichte vor einem engeren Kreise von Zuhörern jene Vorlesungen unter dem Titel «Die Anweisungen zum seligen Leben» gehalten hat, die, man möchte sagen, seine geistige Lebenslehre enthalten, da bat ihn dieser engere Kreis von Zuhörern, diese Vorträge auch im Druck erscheinen zu lassen. Die Vorträge hatten auf diesen engeren Kreis, vor dem er sie gehalten hatte, einen großen Eindruck gemacht. Und da hat ihn denn dieser engere Kreis ersucht, sie drucken zu lassen, weil er glaubte, daß auch weitere Kreise teilnehmen sollten an der Lebensaufmunterung, an dem schönen, edlen Erkenntnisstreben zum wahren Leben hin, die aus diesen Vorlesungen sprachen. Und eine merkwürdige Bemerkung macht der kraftvolle, energische, für seine Sache im allerhöchsten Maße enthusiasmierte Fichte in der Vorrede zum Druck dieser seiner Vorlesungen, die da heißen «Anweisungen zum seligen Leben». Er sagt: «Zu dem Abdruck derselben haben Freunde unter meinen Zuhörern, die nicht ungünstig von ihnen dachten, mich, ich dürfte fast sagen, überredet; und für diesen Abdruck sie nochmals umzuarbeiten, wäre, nach meiner Weise zu arbeiten, das sichere Mittel gewesen, sie niemals zu vollenden. Diese mögen es nun verantworten, wenn der Erfolg gegen ihre Erwartung ausfällt. Denn ich für meine Person bin durch den Anblick der unendlichen Verwirrungen, welche jede kräftigere Anregung nach sich zieht, auch des Dankes, der jedem, der das Rechte will, unausbleiblich zu Teil wird, an dem größern Publikum also irre geworden, daß ich mir in Dingen dieser Art nicht selber zu raten vermag, und nicht mehr weiß, wie man mit diesem Publikum reden solle, noch, ob es überhaupt der Mühe wert sei, daß man durch die Druckerpresse mit ihm rede.»
[ 3 ] Und auch noch aus einem anderen Grunde ist es gut, sich an eine solche Tatsache, wie die eben erwähnte, manchmal zu erinnern. Als Johann Gottlieb Fichte vor einem engeren Kreise von Zuhörern jene Vorlesungen unter dem Titel «Die Anweisungen zum seligen Leben» gehalten hat, die, man möchte sagen, seine geistige Lebenslehre enthalten, da bat ihn dieser engere Kreis von Zuhörern, diese Vorträge auch im Druck erscheinen zu lassen. Die Vorträge hatten auf diesen engeren Kreis, vor dem er sie gehalten hatte, einen großen Eindruck gemacht. Und da hat ihn denn dieser engere Kreis ersucht, sie drucken zu lassen, weil er glaubte, daß auch weitere Kreise teilnehmen sollten an der Lebensaufmunterung, an dem schönen, edlen Erkenntnisstreben zum wahren Leben hin, die aus diesen Vorlesungen sprachen. Und eine merkwürdige Bemerkung macht der kraftvolle, energische, für seine Sache im allerhöchsten Maße enthusiasmierte Fichte in der Vorrede zum Druck dieser seiner Vorlesungen, die da heißen «Anweisungen zum seligen Leben». Er sagt: «Zu dem Abdruck derselben haben Freunde unter meinen Zuhörern, die nicht ungünstig von ihnen dachten, mich, ich dürfte fast sagen, überredet; und für diesen Abdruck sie nochmals umzuarbeiten, wäre, nach meiner Weise zu arbeiten, das sichere Mittel gewesen, sie niemals zu vollenden. Diese mögen es nun verantworten, wenn der Erfolg gegen ihre Erwartung ausfällt. Denn ich für meine Person bin durch den Anblick der unendlichen Verwirrungen, welche jede kräftigere Anregung nach sich zieht, auch des Dankes, der jedem, der das Rechte will, unausbleiblich zu Teil wird, an dem größern Publikum also irre geworden, daß ich mir in Dingen dieser Art nicht selber zu raten vermag, und nicht mehr weiß, wie man mit diesem Publikum reden solle, noch, ob es überhaupt der Mühe wert sei, daß man durch die Druckerpresse mit ihm rede.»
[ 4 ] Ich möchte gerade diese Bemerkung Fichtes anführen aus dem Grunde, weil man daraus sieht, wie unendlich einsam sich Fichte damals — es ist jetzt hundertacht Jahre her — mit seiner Kunde von der geistigen Welt gegenüber dem allgemeinen Zeitgeschmack, dem allgemeinen Zeitbewußtsein fühlte. Es ist, wenn man gerade die größten Geister der Menschheitsentwickelung in ihrem Sehnen und Trachten beobachtet, für die heutige Geisteswissenschaft die Empfindung allerdings erblühend, daß diese Geisteswissenschaft die Erfüllung desjenigen ist, was diese besten Geister der Menschheitsentwickelung ersehnt und ertrachtet haben. Und es muß gegenüber der Stumpfheit und dem Unverstande, die man der Geisteswissenschaft heute entgegenbringt, wirklich in der Menschenseele, um diese Menschenseele zu bemutigen und zu erkraften, der Einklang wachgerufen werden, in dem man stehen kann mit diesen größten Geistern, wenn man auf dem Boden der Geisteswissenschaft steht. Aber es wird manches lange dauern, bis selbst die, welche ein Herz haben für diese Geisteswissenschaft, gewissermaßen die rechte innere Spannkraft finden, um die Art des Impulses wirklich zu empfinden, der durch die Geisteswissenschaft der menschlichen Kultur mitgeteilt werden soll. Ich möchte nur deshalb an solche Dinge immer wieder und wieder erinnern, weil ich gern in Ihren Herzen nicht nur die rechten Anschauungen erblicken möchte von der geistigen Welt, sondern auch die rechten Gesinnungen und Empfindungen gegenüber dem Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt und zu dem, was daraus notwendig hervorgehen muß in bezug auf die Gesinnung, die wir zu unserer ganzen Umwelt haben müssen, wenn wir uns mit den Anschauungen und Vorstellungen über die geistige Welt erfüllen.
[ 4 ] Ich möchte gerade diese Bemerkung Fichtes anführen aus dem Grunde, weil man daraus sieht, wie unendlich einsam sich Fichte damals — es ist jetzt hundertacht Jahre her — mit seiner Kunde von der geistigen Welt gegenüber dem allgemeinen Zeitgeschmack, dem allgemeinen Zeitbewußtsein fühlte. Es ist, wenn man gerade die größten Geister der Menschheitsentwickelung in ihrem Sehnen und Trachten beobachtet, für die heutige Geisteswissenschaft die Empfindung allerdings erblühend, daß diese Geisteswissenschaft die Erfüllung desjenigen ist, was diese besten Geister der Menschheitsentwickelung ersehnt und ertrachtet haben. Und es muß gegenüber der Stumpfheit und dem Unverstande, die man der Geisteswissenschaft heute entgegenbringt, wirklich in der Menschenseele, um diese Menschenseele zu bemutigen und zu erkraften, der Einklang wachgerufen werden, in dem man stehen kann mit diesen größten Geistern, wenn man auf dem Boden der Geisteswissenschaft steht. Aber es wird manches lange dauern, bis selbst die, welche ein Herz haben für diese Geisteswissenschaft, gewissermaßen die rechte innere Spannkraft finden, um die Art des Impulses wirklich zu empfinden, der durch die Geisteswissenschaft der menschlichen Kultur mitgeteilt werden soll. Ich möchte nur deshalb an solche Dinge immer wieder und wieder erinnern, weil ich gern in Ihren Herzen nicht nur die rechten Anschauungen erblicken möchte von der geistigen Welt, sondern auch die rechten Gesinnungen und Empfindungen gegenüber dem Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt und zu dem, was daraus notwendig hervorgehen muß in bezug auf die Gesinnung, die wir zu unserer ganzen Umwelt haben müssen, wenn wir uns mit den Anschauungen und Vorstellungen über die geistige Welt erfüllen.
[ 5 ] Nun ist es wahrhaftig durchaus zu begreifen, daß man überall, wo zunächst diese Geisteswissenschaft in die äußere Welt hinausdringt, Unverstand und Mißverständnis ihr gegenüber erblicken muß. Denn versuchen wir uns einmal zum Verständnis zu bringen, wie das Verhältnis eines heutigen, von der Geisteswissenschaft nicht weiter berührten Weltbürgers, wie er eben aus den Anschauungen der Gegenwart herausgeboren wird, zur Geisteswissenschaft ist. Er hört dieses oder jenes, er hört, daß da über die geistigen Welten dieses oder jenes behauptet wird. Was muß er notwendigerweise tun? Nun, der Mensch kann ja nicht anders, als daß er das, was ihm gegenüber gesagt wird, mit seinen Vorstellungen zu begreifen sucht, daß er es selbst mit den Vorstellungen, die er hat, zu begreifen sucht. Nun hat aber der heutige gewöhnliche Weltbürger keine Vorstellungen, die ihm begreiflich machen können, was über die geistige Welt in der wirklichen Geisteswissenschaft gesprochen wird. Ihm fehlen zunächst die Vorstellungen, Begriffe und Ideen dazu. Er sucht das, was ihm gesagt wird, mit Ideen zu durchdringen, die er hat, die aber von ganz anderen Seiten hergenommen sind, Wie soll er also die Sachen nicht mißverstehen? Wie soll man überhaupt voraussetzen, daß er irgendwelches Verständnis der Sache entgegenbringen wird?
[ 5 ] Nun ist es wahrhaftig durchaus zu begreifen, daß man überall, wo zunächst diese Geisteswissenschaft in die äußere Welt hinausdringt, Unverstand und Mißverständnis ihr gegenüber erblicken muß. Denn versuchen wir uns einmal zum Verständnis zu bringen, wie das Verhältnis eines heutigen, von der Geisteswissenschaft nicht weiter berührten Weltbürgers, wie er eben aus den Anschauungen der Gegenwart herausgeboren wird, zur Geisteswissenschaft ist. Er hört dieses oder jenes, er hört, daß da über die geistigen Welten dieses oder jenes behauptet wird. Was muß er notwendigerweise tun? Nun, der Mensch kann ja nicht anders, als daß er das, was ihm gegenüber gesagt wird, mit seinen Vorstellungen zu begreifen sucht, daß er es selbst mit den Vorstellungen, die er hat, zu begreifen sucht. Nun hat aber der heutige gewöhnliche Weltbürger keine Vorstellungen, die ihm begreiflich machen können, was über die geistige Welt in der wirklichen Geisteswissenschaft gesprochen wird. Ihm fehlen zunächst die Vorstellungen, Begriffe und Ideen dazu. Er sucht das, was ihm gesagt wird, mit Ideen zu durchdringen, die er hat, die aber von ganz anderen Seiten hergenommen sind, Wie soll er also die Sachen nicht mißverstehen? Wie soll man überhaupt voraussetzen, daß er irgendwelches Verständnis der Sache entgegenbringen wird?
[ 6 ] Wir aber müssen uns darüber klar sein, daß eines in unserem Verhältnis zur Geisteswissenschaft die Hauptsache ist: das Aneignen gerade von neueren Begriffen, neueren Vorstellungen, die man vorher, bevor man an die Geisteswissenschaft wirklich herankommt, im Grunde genommen nicht hat, die man nicht von außen mitbringen kann, sondern die man sich erst erwerben muß. Man sollte dieses wirklich ganz grundsätzlich einsehen, um dadurch allmählich das rechte innere Gemütsverhältnis zu der geistigen Strömung, die man eben als die geisteswissenschaftliche bezeichnen kann, zu gewinnen. Man nehme einmal nur die eine, ich möchte sagen fundamentale Tatsache, daß uns ja die Geisteswissenschaft die Möglichkeit geben soll, zunächst die außer uns befindliche geistige Welt aufzufassen, zu begreifen. Wir haben im Laufe des Jahres vieles an uns herankommen lassen, was man nennen könnte: Beschreibungen der geistigen Welt, Mitteilungen über die geistige Welt. Und wir haben andererseits immer wieder versucht, unsere Begriffe zu bereichern, um wirklich Vorstellungen und Begriffe zu haben, mit denen man das, was in der geistigen Welt vorgeht, richtig begreifen kann. Wir reden zum Beispiel von Wesenheiten der höheren Hierarchien. Wie wir darüber reden, ist Ihnen bekannt. Wir reden von den Seelen der Verstorbenen, die in dem Dasein zwischen Tod und neuer Geburt sind. Wie wir davon reden, ist Ihnen bekannt. Aber wir müssen uns gleichsam auf Schritt und Tritt klarmachen, daß man mit den Begriffen, die sozusagen heute in der Welt aufgelesen sind, nicht von diesen Dingen sprechen kann, oder wenigstens dann nur zu Mißverständnissen kommen kann. Da sei zunächst heute auf einen Begriff aufmerksam gemacht, den wir uns schon im Laufe unserer Betrachtungen aneignen konnten, den wir uns aber doch, indem ich ihn heraushebe, wie er so den einzelnen Betrachtungen zugrunde lag, in seiner Einzelheit zu Gemüt bringen wollen.
[ 6 ] Wir aber müssen uns darüber klar sein, daß eines in unserem Verhältnis zur Geisteswissenschaft die Hauptsache ist: das Aneignen gerade von neueren Begriffen, neueren Vorstellungen, die man vorher, bevor man an die Geisteswissenschaft wirklich herankommt, im Grunde genommen nicht hat, die man nicht von außen mitbringen kann, sondern die man sich erst erwerben muß. Man sollte dieses wirklich ganz grundsätzlich einsehen, um dadurch allmählich das rechte innere Gemütsverhältnis zu der geistigen Strömung, die man eben als die geisteswissenschaftliche bezeichnen kann, zu gewinnen. Man nehme einmal nur die eine, ich möchte sagen fundamentale Tatsache, daß uns ja die Geisteswissenschaft die Möglichkeit geben soll, zunächst die außer uns befindliche geistige Welt aufzufassen, zu begreifen. Wir haben im Laufe des Jahres vieles an uns herankommen lassen, was man nennen könnte: Beschreibungen der geistigen Welt, Mitteilungen über die geistige Welt. Und wir haben andererseits immer wieder versucht, unsere Begriffe zu bereichern, um wirklich Vorstellungen und Begriffe zu haben, mit denen man das, was in der geistigen Welt vorgeht, richtig begreifen kann. Wir reden zum Beispiel von Wesenheiten der höheren Hierarchien. Wie wir darüber reden, ist Ihnen bekannt. Wir reden von den Seelen der Verstorbenen, die in dem Dasein zwischen Tod und neuer Geburt sind. Wie wir davon reden, ist Ihnen bekannt. Aber wir müssen uns gleichsam auf Schritt und Tritt klarmachen, daß man mit den Begriffen, die sozusagen heute in der Welt aufgelesen sind, nicht von diesen Dingen sprechen kann, oder wenigstens dann nur zu Mißverständnissen kommen kann. Da sei zunächst heute auf einen Begriff aufmerksam gemacht, den wir uns schon im Laufe unserer Betrachtungen aneignen konnten, den wir uns aber doch, indem ich ihn heraushebe, wie er so den einzelnen Betrachtungen zugrunde lag, in seiner Einzelheit zu Gemüt bringen wollen.
[ 7 ] Wenn wir die Außenwelt betrachten, wie sie um uns herum liegt, wie sie ihre Eindrücke auf unsere Sinne macht, wie wir sie zu begreifen suchen mit den Vorstellungen, die an unser Nervensystem, an unser Gehirn gebunden sind, so müssen wir sagen: Die Hauptsache besteht darin, daß wir die Dinge anschauen. Indem wir die Dinge anschauen, nehmen wir wahr das Menschenreich, die Menschen als physische Wesen, das Reich der tierischen Wesenheiten, das Pflanzenreich, das mineralische Reich, Wolken, Berge, Flüsse, Meere, Sterne, Sonne und Mond. Wir nehmen sie wahr, diese Reiche, insofern sie physische Wesen sind. Wir schauen sie an, nehmen ihre Farben wahr, hören ihre Klänge, nehmen ihren Wärmezustand wahr, kurz, wir nehmen sie wahr. Und der Ausdruck: Wir nehmen sie wahr —, die Vorstellung: Wir nehmen sie wahr —, ist durchaus berechtigt für unser Verhältnis zur physischen Welt. In dem Augenblick, wo der Geistesforscher sich in die geistige Welt hinauferhebt, muß in ihm sogleich das Bedürfnis erwachen, für den Ausdruck: Ich nehme wahr — eigentlich einen anderen zu gebrauchen, denn es ist durchaus nicht völlig richtig, zu sagen: Ich nehme wahr die Wesen der geistigen Welt. — Da kann man den Ausdruck: Ich nehme wahr — eben gar nicht so anwenden, wie man ihn für die physische Welt gebraucht. Es ist gut, sich einmal klarzumachen, daß alles sogenannte Wahrnehmen in der geistigen Welt doch einen ganz anderen Charakter hat. In der geistigen Welt hat man, indem man in sie hineinwächst, indem man sich immer mehr und mehr zu ihr erhoben fühlt, vielmehr den Eindruck: Man wird wahrgenommen —, nicht: Man nimmt wahr. — Hier in der physischen Welt sind wir gewissermaßen als Menschen auf dem physischen Plan die höchsten physischen Wesen. Ein Stein könnte sagen, er wäre von den Menschen wahrgenommen. Eine Pflanze könnte sagen, sie wäre von den Menschen wahrgenommen, ebenso ein Tier. Ebenso könnte es der physische Mensch sagen, er wäre von Wesen seinesgleichen wahrgenommen. In dem Augenblick, wo wir in die geistige Welt hinaufwachsen, werden wir auch wahrgenommen. Da schauen die Wesen der geistigen Welt auf uns herunter. Da sind wir für sie gewissermaßen Objekt. Und es ist sogar das erste Zeichen, daß man in der geistigen Welt drinnen ist, wenn man als wahrnehmendes Wesen auf dem physischen Plan ein wahrgenommenes Wesen wird.Erinnern Sie sich auch an das, was im letzten Vortrage gesagt worden ist. — Man wächst dadurch zu den Wesenheiten der höheren Hierarchien hinauf, daß man zu ihren Fähigkeiten hinaufwächst, daß das, was man ist, von ihnen wahrgenommen wird. So ist es gegenüber den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Man lernt sich hineinwachsen sehen in einen Gemütszustand, bei dem man sich sagt: Ich fühle mich wahrgenommen von den höheren Wesen der Hierarchie der Angeloi, ich fühle mich wahrgenommen, wenn ich mich weiter entwickele, von den höheren Wesen der Hierarchie der Archangeloi — und so weiter. Dieses Verspüren, dieses Empfinden: Da schauen uns Wesen an, da wirken geistige Wesen mit ihrem Willen auf uns —, das ist es, was ich in den Ausdruck: Ich werde wahrgenommen — kleiden möchte. Und es ist gut, sich so etwas ganz klar zu machen, damit man nicht meint, das Hineinwachsen in die geistige Welt sei bloß gleichsam eine Fortsetzung jenes Tableaus, das um uns in der physischen Welt herum ist. Es ändert sich wirklich die ganze Seelenstimmung, insofern man dieses Bewußtsein in sich aufnehmen muß: Da lebst du in der geistigen Welt drinnen, und das, was man innerlich erlebt, ist das Bewußtsein: Es schauen dich an die Wesen der höheren Hierarchien. Und wenn du etwas tust, wenn du handelst, so sind es die Kräfte der Wesen der höheren Hierarchien, die dir zufließen, die in dir wirken.
[ 7 ] Wenn wir die Außenwelt betrachten, wie sie um uns herum liegt, wie sie ihre Eindrücke auf unsere Sinne macht, wie wir sie zu begreifen suchen mit den Vorstellungen, die an unser Nervensystem, an unser Gehirn gebunden sind, so müssen wir sagen: Die Hauptsache besteht darin, daß wir die Dinge anschauen. Indem wir die Dinge anschauen, nehmen wir wahr das Menschenreich, die Menschen als physische Wesen, das Reich der tierischen Wesenheiten, das Pflanzenreich, das mineralische Reich, Wolken, Berge, Flüsse, Meere, Sterne, Sonne und Mond. Wir nehmen sie wahr, diese Reiche, insofern sie physische Wesen sind. Wir schauen sie an, nehmen ihre Farben wahr, hören ihre Klänge, nehmen ihren Wärmezustand wahr, kurz, wir nehmen sie wahr. Und der Ausdruck: Wir nehmen sie wahr —, die Vorstellung: Wir nehmen sie wahr —, ist durchaus berechtigt für unser Verhältnis zur physischen Welt. In dem Augenblick, wo der Geistesforscher sich in die geistige Welt hinauferhebt, muß in ihm sogleich das Bedürfnis erwachen, für den Ausdruck: Ich nehme wahr — eigentlich einen anderen zu gebrauchen, denn es ist durchaus nicht völlig richtig, zu sagen: Ich nehme wahr die Wesen der geistigen Welt. — Da kann man den Ausdruck: Ich nehme wahr — eben gar nicht so anwenden, wie man ihn für die physische Welt gebraucht. Es ist gut, sich einmal klarzumachen, daß alles sogenannte Wahrnehmen in der geistigen Welt doch einen ganz anderen Charakter hat. In der geistigen Welt hat man, indem man in sie hineinwächst, indem man sich immer mehr und mehr zu ihr erhoben fühlt, vielmehr den Eindruck: Man wird wahrgenommen —, nicht: Man nimmt wahr. — Hier in der physischen Welt sind wir gewissermaßen als Menschen auf dem physischen Plan die höchsten physischen Wesen. Ein Stein könnte sagen, er wäre von den Menschen wahrgenommen. Eine Pflanze könnte sagen, sie wäre von den Menschen wahrgenommen, ebenso ein Tier. Ebenso könnte es der physische Mensch sagen, er wäre von Wesen seinesgleichen wahrgenommen. In dem Augenblick, wo wir in die geistige Welt hinaufwachsen, werden wir auch wahrgenommen. Da schauen die Wesen der geistigen Welt auf uns herunter. Da sind wir für sie gewissermaßen Objekt. Und es ist sogar das erste Zeichen, daß man in der geistigen Welt drinnen ist, wenn man als wahrnehmendes Wesen auf dem physischen Plan ein wahrgenommenes Wesen wird.Erinnern Sie sich auch an das, was im letzten Vortrage gesagt worden ist. — Man wächst dadurch zu den Wesenheiten der höheren Hierarchien hinauf, daß man zu ihren Fähigkeiten hinaufwächst, daß das, was man ist, von ihnen wahrgenommen wird. So ist es gegenüber den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Man lernt sich hineinwachsen sehen in einen Gemütszustand, bei dem man sich sagt: Ich fühle mich wahrgenommen von den höheren Wesen der Hierarchie der Angeloi, ich fühle mich wahrgenommen, wenn ich mich weiter entwickele, von den höheren Wesen der Hierarchie der Archangeloi — und so weiter. Dieses Verspüren, dieses Empfinden: Da schauen uns Wesen an, da wirken geistige Wesen mit ihrem Willen auf uns —, das ist es, was ich in den Ausdruck: Ich werde wahrgenommen — kleiden möchte. Und es ist gut, sich so etwas ganz klar zu machen, damit man nicht meint, das Hineinwachsen in die geistige Welt sei bloß gleichsam eine Fortsetzung jenes Tableaus, das um uns in der physischen Welt herum ist. Es ändert sich wirklich die ganze Seelenstimmung, insofern man dieses Bewußtsein in sich aufnehmen muß: Da lebst du in der geistigen Welt drinnen, und das, was man innerlich erlebt, ist das Bewußtsein: Es schauen dich an die Wesen der höheren Hierarchien. Und wenn du etwas tust, wenn du handelst, so sind es die Kräfte der Wesen der höheren Hierarchien, die dir zufließen, die in dir wirken.
[ 8 ] Man kann sich ja am besten solche Dinge durch Schilderung konkreter Verhältnisse klarmachen. So sei, ohne alle Anmaßung — ich bitte, das wirklich zu berücksichtigen, daß ich dieses mit dem Ausdruck einleite: «ohne alle Anmaßung» — und bescheiden auf folgendes aufmerksam gemacht, aus dem wir wie an einem Beispiele ersehen sollen, wie dieses Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt eigentlich ist. Wenn wir hier in der physischen Welt etwas arbeiten sollen, so brauchen wir zunächst für dieses Arbeiten in der physischen Welt — das kann durchaus auch etwas sein, wozu man geistig inspiriert ist — die Kräfte, die uns durch die physische Welt zuwachsen. Und diese Kräfte, die uns durch die physische Welt zuwachsen, liegen für das gewöhnliche Bewußtsein natürlich außerhalb dieses Bewußtseins. Aber wir fühlen, daß wir sie uns auf dem physischen Plan, insofern sie physische Kräfte sind, zunächst nicht selber geben können. Wenn das zum Beispiel nicht geglaubt werden sollte, so braucht man jetzt nur nach Dornach zu gehen zu unserem Bau und ein wenig zuschauen, wie unsere Freunde dort die großen Holzblöcke umwandeln zu Kapitälen für unsere Säulen, und wie sie da ihre physischen Kräfte anwenden müssen. Und dann wird man sich schon gestehen müssen: Solche Kräfte sind uns eben rein aus der physischen Welt zukommend. — Ich für meine Person gestehe ganz offen, daß ich manchmal solche rein physischen Kräfte mehr haben möchte, als ich sie habe, um die Arbeit noch mehr fördern zu können, die dort jetzt gemacht wird. Diese Dinge sollen uns nur zum Vergleich dessen dienen, was jetzt gesagt werden soll. — Wie uns so in unsere Sache herein mitwirken die Kräfte der Handmuskeln und andere physische Kräfte, so können für unsere Leistungen mitwirken geistige Kräfte, Kräfte, die uns von der geistigen Welt aus in die Seele hereinfließen, und die sich, man möchte sagen, von oben herunter so verhalten, wie die physischen Kräfte, wenn wir es mit Leistungen auf dem physischen Plan zu tun haben.
[ 8 ] Man kann sich ja am besten solche Dinge durch Schilderung konkreter Verhältnisse klarmachen. So sei, ohne alle Anmaßung — ich bitte, das wirklich zu berücksichtigen, daß ich dieses mit dem Ausdruck einleite: «ohne alle Anmaßung» — und bescheiden auf folgendes aufmerksam gemacht, aus dem wir wie an einem Beispiele ersehen sollen, wie dieses Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt eigentlich ist. Wenn wir hier in der physischen Welt etwas arbeiten sollen, so brauchen wir zunächst für dieses Arbeiten in der physischen Welt — das kann durchaus auch etwas sein, wozu man geistig inspiriert ist — die Kräfte, die uns durch die physische Welt zuwachsen. Und diese Kräfte, die uns durch die physische Welt zuwachsen, liegen für das gewöhnliche Bewußtsein natürlich außerhalb dieses Bewußtseins. Aber wir fühlen, daß wir sie uns auf dem physischen Plan, insofern sie physische Kräfte sind, zunächst nicht selber geben können. Wenn das zum Beispiel nicht geglaubt werden sollte, so braucht man jetzt nur nach Dornach zu gehen zu unserem Bau und ein wenig zuschauen, wie unsere Freunde dort die großen Holzblöcke umwandeln zu Kapitälen für unsere Säulen, und wie sie da ihre physischen Kräfte anwenden müssen. Und dann wird man sich schon gestehen müssen: Solche Kräfte sind uns eben rein aus der physischen Welt zukommend. — Ich für meine Person gestehe ganz offen, daß ich manchmal solche rein physischen Kräfte mehr haben möchte, als ich sie habe, um die Arbeit noch mehr fördern zu können, die dort jetzt gemacht wird. Diese Dinge sollen uns nur zum Vergleich dessen dienen, was jetzt gesagt werden soll. — Wie uns so in unsere Sache herein mitwirken die Kräfte der Handmuskeln und andere physische Kräfte, so können für unsere Leistungen mitwirken geistige Kräfte, Kräfte, die uns von der geistigen Welt aus in die Seele hereinfließen, und die sich, man möchte sagen, von oben herunter so verhalten, wie die physischen Kräfte, wenn wir es mit Leistungen auf dem physischen Plan zu tun haben.
[ 9 ] Es war nun in den aufeinanderfolgenden Jahren unter mancherlei anderen Aufgaben diese uns zugeteilt; in unseren Mysterienspielen in dramatische Kunst dasjenige umzusetzen, was durch unsere geistige Weltanschauung fließt. Das heißt, man mußte geistig erschaute Tatsachen wirklich auf die äußere Bühne bringen. Wenn man den trivialen Ausdruck gebrauchen darf, man mußte die Dinge «inszenieren». Und es waren bei diesem Inszenieren mancherlei Dinge notwendig, die eben gegenüber der gewöhnlichen Inszenierungskunst doch etwas wesentlich Neues bedeuten. Wir haben ja im Laufe der Jahre, man möchte sagen, mit immer sich steigernder Kraft solche Inszenierungen zu bewirken gehabt. Mit dem, was ich aber jetzt meine, will ich nicht so sehr auf das hinweisen, was Äußerlichkeiten sind, was geschieht, wenn sozusagen schon alles beisammen ist, sondern auf das möchte ich hinweisen, was mehr das Geistige, das Spirituelle der Sache war. Diese Tatsache sei als die eine Seite der Tatsachen, die ich erzählen will, hingestellt. Die andere Seite ist die folgende.
[ 9 ] Es war nun in den aufeinanderfolgenden Jahren unter mancherlei anderen Aufgaben diese uns zugeteilt; in unseren Mysterienspielen in dramatische Kunst dasjenige umzusetzen, was durch unsere geistige Weltanschauung fließt. Das heißt, man mußte geistig erschaute Tatsachen wirklich auf die äußere Bühne bringen. Wenn man den trivialen Ausdruck gebrauchen darf, man mußte die Dinge «inszenieren». Und es waren bei diesem Inszenieren mancherlei Dinge notwendig, die eben gegenüber der gewöhnlichen Inszenierungskunst doch etwas wesentlich Neues bedeuten. Wir haben ja im Laufe der Jahre, man möchte sagen, mit immer sich steigernder Kraft solche Inszenierungen zu bewirken gehabt. Mit dem, was ich aber jetzt meine, will ich nicht so sehr auf das hinweisen, was Äußerlichkeiten sind, was geschieht, wenn sozusagen schon alles beisammen ist, sondern auf das möchte ich hinweisen, was mehr das Geistige, das Spirituelle der Sache war. Diese Tatsache sei als die eine Seite der Tatsachen, die ich erzählen will, hingestellt. Die andere Seite ist die folgende.
[ 10 ] Im Beginne unseres geisteswissenschaftlichen Wirkens, ziemlich im Anfange, waren wir besucht von einer Persönlichkeit, welche nicht nur einen großen, tief innerlichen gemütreichen Anteil an unserer geisteswissenschaftlichen Lehre entwickelte, wie wir sie damals im Anfange unserer geisteswissenschaftlichen Arbeit geben konnten und geben mußten, sondern die auch durchseelt war von einem wunderbar edlen Kunstsinn, von einer wunderbar edlen Kunstgesinnung, von einer Kunstgesinnung, die nun eigentlich ganz verschmolzen war auch mit dem Persönlichen dieser Persönlichkeit, so daß man im wahren Sinne des Wortes sagen konnte, man hatte mit dieser Persönlichkeit eine objektiv liebenswürdige Persönlichkeit vor sich. In rascher, schneller Weise nahm diese Persönlichkeit an, was damals über die geisteswissenschaftliche Lehre gesagt werden konnte. Dann, es war ja das schon in den ersten Jahren unseres Wirkens hier, verließ sie den physischen Plan, und es vergingen dann Jahre, in denen die Individualität dieser Persönlichkeit daran arbeitete, aus jenen unterbewußten Untergründen, die ja vorhanden sind, wenn die Menschenseelen durch die Pforte des Todes gegangen sind, heraufzuarbeiten den Zusammenschluß desjenigen, was sie aus unserer geisteswissenschaftlichen Lehre aufgenommen hatte, mit dem, was ihr künstlerischer Sinn war. Man möchte sagen: Man konnte verfolgen den Aufbau eines Geistleibes, in welchem zusammenwirkten diese zwei eben geschilderten Kräfte, auf der einen Seite die fruchtbaren geisteswissenschaftlichen Anschauungen, auf der anderen Seite der liebenswürdige und energische und einsichtige künstlerische Sinn. Dann vergingen so die Jahre. Und im Laufe der letzten Jahre, als die Aufgaben in München dann an uns herantraten, da war es immer wieder und wieder, oft und oft, bevor ich über das und jenes zu entscheiden hatte, was mehr auf das Innere unserer Münchner Vorstellungen bezüglich war, daß ich wußte: diese Individualität schaut herunter auf alles, was da geschieht. Und wie einem in der physischen Welt die Kräfte zuwachsen, eben aus dieser physischen Welt heraus, so ist. es natürlich eben nicht so, daß einem eine solche Wesenheit eingeben würde, wie man die Dinge zu machen hat. Dazu muß man schon selber die Fähigkeiten haben. Aber indem ihre warme, irinige Anteilnahme an unserer Sache, indem ihr geistiges Auge mit seinen Ausstrahlungen schützend einfließt in das, was man zu tun hat, fühlt man sich durchkraftet für das, was man zu tun hat, durch die segnenden Gewalten, die von einer solchen Individualität ausgehen.
[ 10 ] Im Beginne unseres geisteswissenschaftlichen Wirkens, ziemlich im Anfange, waren wir besucht von einer Persönlichkeit, welche nicht nur einen großen, tief innerlichen gemütreichen Anteil an unserer geisteswissenschaftlichen Lehre entwickelte, wie wir sie damals im Anfange unserer geisteswissenschaftlichen Arbeit geben konnten und geben mußten, sondern die auch durchseelt war von einem wunderbar edlen Kunstsinn, von einer wunderbar edlen Kunstgesinnung, von einer Kunstgesinnung, die nun eigentlich ganz verschmolzen war auch mit dem Persönlichen dieser Persönlichkeit, so daß man im wahren Sinne des Wortes sagen konnte, man hatte mit dieser Persönlichkeit eine objektiv liebenswürdige Persönlichkeit vor sich. In rascher, schneller Weise nahm diese Persönlichkeit an, was damals über die geisteswissenschaftliche Lehre gesagt werden konnte. Dann, es war ja das schon in den ersten Jahren unseres Wirkens hier, verließ sie den physischen Plan, und es vergingen dann Jahre, in denen die Individualität dieser Persönlichkeit daran arbeitete, aus jenen unterbewußten Untergründen, die ja vorhanden sind, wenn die Menschenseelen durch die Pforte des Todes gegangen sind, heraufzuarbeiten den Zusammenschluß desjenigen, was sie aus unserer geisteswissenschaftlichen Lehre aufgenommen hatte, mit dem, was ihr künstlerischer Sinn war. Man möchte sagen: Man konnte verfolgen den Aufbau eines Geistleibes, in welchem zusammenwirkten diese zwei eben geschilderten Kräfte, auf der einen Seite die fruchtbaren geisteswissenschaftlichen Anschauungen, auf der anderen Seite der liebenswürdige und energische und einsichtige künstlerische Sinn. Dann vergingen so die Jahre. Und im Laufe der letzten Jahre, als die Aufgaben in München dann an uns herantraten, da war es immer wieder und wieder, oft und oft, bevor ich über das und jenes zu entscheiden hatte, was mehr auf das Innere unserer Münchner Vorstellungen bezüglich war, daß ich wußte: diese Individualität schaut herunter auf alles, was da geschieht. Und wie einem in der physischen Welt die Kräfte zuwachsen, eben aus dieser physischen Welt heraus, so ist. es natürlich eben nicht so, daß einem eine solche Wesenheit eingeben würde, wie man die Dinge zu machen hat. Dazu muß man schon selber die Fähigkeiten haben. Aber indem ihre warme, irinige Anteilnahme an unserer Sache, indem ihr geistiges Auge mit seinen Ausstrahlungen schützend einfließt in das, was man zu tun hat, fühlt man sich durchkraftet für das, was man zu tun hat, durch die segnenden Gewalten, die von einer solchen Individualität ausgehen.
[ 11 ] Das ist es, was uns zeigen kann, wie die Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, sich allmählich verwandelt in ein Wesen, das mittätig ist, das mitwirkt hier auf dem physischen Plan. Und wenn man anfängt dieses Mitwirken bewußt zu empfinden und zu fühlen, dann empfindet man solche Wesen wie den Schutzgeist, wie den stärkenden Geist für das, was man hier zu tun hat und was mit der geistigen Welt zusammenhängt. Dann geht man an die Arbeit, indem man die Voraussetzung hat: Da schwebt in den geistigen Welten jenes Wesen, das dieser Arbeit Schutzgeist ist.
[ 11 ] Das ist es, was uns zeigen kann, wie die Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, sich allmählich verwandelt in ein Wesen, das mittätig ist, das mitwirkt hier auf dem physischen Plan. Und wenn man anfängt dieses Mitwirken bewußt zu empfinden und zu fühlen, dann empfindet man solche Wesen wie den Schutzgeist, wie den stärkenden Geist für das, was man hier zu tun hat und was mit der geistigen Welt zusammenhängt. Dann geht man an die Arbeit, indem man die Voraussetzung hat: Da schwebt in den geistigen Welten jenes Wesen, das dieser Arbeit Schutzgeist ist.
[ 12 ] Wenn so etwas erwähnt wird, dann können wir uns, ich möchte sagen, eine konkrete Vorstellung von dem machen, was einfließen soll und kann in unser ganzes Leben als das, was uns beseelt gegenüber der geistigen Welt. Denn wir lernen allmählich wissen: Die Toten sind nicht gestorben, sie sind nur auf einen anderen Schauplatz übergegangen. Sie wirken mit bei dem, was wir tun. Und für uns bleibt es nicht ein unbestimmter Gedanke: Sie wirken mit —, sondern wir lernen allmählich die Gebiete aufzuzeigen, auf denen sie mitwirken. Wir lernen allmählich uns mit ihnen zusammenzufühlen, wenn wir Kräfte brauchen, die wir nicht aus dem physischen Plan entnehmen können, sondern bei denen wir uns unterstützt fühlen müssen von dem, was aus höheren Planen herunterfließen kann zu uns, weil die Seelen, die durch die Pforte des Todes geschritten sind, dadurch, daß sie das Material für das, was sie nun werden, aus einer anderen Welt entnehmen, auch andere Kräfte haben, als die Kräfte des physischen Planes sind. Versuchen wir für einen Moment die wirkliche innere Vertiefung vorzustellen, die das Leben dadurch gewinnen kann, daß die Geisteswissenschaft nicht nur in Form von abstrakten Theorien, sondern im lebendigen Leben, im lebendigen Erfassen des einzelnen Konkreten zu uns kommt, dann werden wir erst den Segen des Einfließens nicht nur der geisteswissenschaftlichen Theorien erblicken, sondern der ganzen spirituellen Strömung, die mit der Geisteswissenschaft in uns einfließt für das ganze menschliche Leben.
[ 12 ] Wenn so etwas erwähnt wird, dann können wir uns, ich möchte sagen, eine konkrete Vorstellung von dem machen, was einfließen soll und kann in unser ganzes Leben als das, was uns beseelt gegenüber der geistigen Welt. Denn wir lernen allmählich wissen: Die Toten sind nicht gestorben, sie sind nur auf einen anderen Schauplatz übergegangen. Sie wirken mit bei dem, was wir tun. Und für uns bleibt es nicht ein unbestimmter Gedanke: Sie wirken mit —, sondern wir lernen allmählich die Gebiete aufzuzeigen, auf denen sie mitwirken. Wir lernen allmählich uns mit ihnen zusammenzufühlen, wenn wir Kräfte brauchen, die wir nicht aus dem physischen Plan entnehmen können, sondern bei denen wir uns unterstützt fühlen müssen von dem, was aus höheren Planen herunterfließen kann zu uns, weil die Seelen, die durch die Pforte des Todes geschritten sind, dadurch, daß sie das Material für das, was sie nun werden, aus einer anderen Welt entnehmen, auch andere Kräfte haben, als die Kräfte des physischen Planes sind. Versuchen wir für einen Moment die wirkliche innere Vertiefung vorzustellen, die das Leben dadurch gewinnen kann, daß die Geisteswissenschaft nicht nur in Form von abstrakten Theorien, sondern im lebendigen Leben, im lebendigen Erfassen des einzelnen Konkreten zu uns kommt, dann werden wir erst den Segen des Einfließens nicht nur der geisteswissenschaftlichen Theorien erblicken, sondern der ganzen spirituellen Strömung, die mit der Geisteswissenschaft in uns einfließt für das ganze menschliche Leben.
[ 13 ] Oder ein anderes Beispiel. Ich setze wirklich voraus, daß die Auseinandersetzungen solcher Dinge innerhalb eines solchen Zweiges mit der notwendigen Pietät genommen werden, denn nur dadurch können wir fortschreiten vom Abstrakten ins Konkrete.
[ 13 ] Oder ein anderes Beispiel. Ich setze wirklich voraus, daß die Auseinandersetzungen solcher Dinge innerhalb eines solchen Zweiges mit der notwendigen Pietät genommen werden, denn nur dadurch können wir fortschreiten vom Abstrakten ins Konkrete.
[ 14 ] Vor kurzer Zeit verließ uns für den physischen Plan eine Persönlichkeit, die sich durch fünf Jahre hindurch mit uns verbunden hatte, die ihr bestes Wesen allmählich ganz geeint hatte mit demjenigen, was aus den Erkenntnissen unserer Geisteswissenschaft kommt. Durch viele Jahre hindurch lebte diese Persönlichkeit in einem siechen Körper und hatte gewissermaßen zu kämpfen gegen die Attacken dieses siechen Körpers. Aber sagen darf man, namentlich wenn man die Kraft ins Auge faßt, die notwendig war, um die letzten Dichtungen dieser Persönlichkeit zu schaffen, daß sich in dieser Persönlichkeit wirklich das gezeigt hat, was man nennen kann den Sieg des Geistes über den Leib. Zu welchen wunderbar intimen Charakteristiken, dichterisch intimen Charakteristiken der geistigen Welt diese Persönlichkeit gekommen ist, das kennen Sie schon aus Proben, die Ihnen vorgetragen sind. Die Welt wird, wenn sie will, manches verspüren können aus der Veröffentlichung des letzten Gedichtbandes, der in einigen Wochen erscheinen wird, und der zwar nicht mehr auf dem physischen Plan erlebt worden ist von der betreffenden Persönlichkeit, die ihn geschaffen hat, der aber in wunderbarer Weise das geistige Leben, das hier über den Leib gesiegt hatte, der Welt zeigen wird. Als ich Ende vorigen Jahres in Leipzig über diese Dichtungen sprach, da gebrauchte ich einen Ausdruck, den ich dazumal, ja, ich möchte sagen, so gebrauchte, wie eben ein Mensch, auch wenn dieser Mensch nur ein Kind ist, sagt: Die Rose ist rot. — So etwas kann ganz richtig sein und man braucht doch nicht zu «wissen», daß die Rose rot ist. So wußte ich damals in Leipzig, daß ich den Ausdruck gebrauchen durfte, und daß er richtig ist. Ich sagte nämlich damals aus einer inneren Notwendigkeit heraus, um diese Dichtungen zu charakterisieren: In ihnen spreche sich nicht nur aus, was man nennen kann einen wunderbaren dichterischen Ausdruck unserer Weltanschauung, sondern ich könnte sagen: Diese Gedichte haben Aura! — Das heißt, es ist in die Seele dieser Wesenheit hereingegangen, was die Persönlichkeit ergreift, so daß aus ihr nicht nur die Worte fließen, sondern in den Worten etwas liegt, was wie eine Aura ist. Kurz, ich sagte dieses Wort damals und empfand es als durchaus richtig. Jetzt weiß ich, warum ich es sagte. Man kann selbstverständlich erst nach dem Tode wissen, wozu sich die Persönlichkeit dieser Dichtungen anschickt in der geistigen Welt, wozu sie sich vorbereitete. Aber es liegt hier ja der eigentümliche Fall vor, daß diese Persönlichkeit viel gelitten hat, daß der physische Organismus morsch geworden ist. Aber während der physische Organismus morsch geworden ist, bildete sich in der Seele etwas aus, was weit hinausging über diesen physischen Organismus, was etwas ganz anderes war, als was zunächst dieser Persönlichkeit selber zum Bewußtsein kam. In den Untergründen der Seele lebte dieses andere und lebte ein immer leuchtenderes Leben, je mehr der physische Organismus sozusagen seiner Zerstörung entgegenging. Und jetzt sieht man, ich möchte sagen, in der geistigen Welt dasjenige aufleuchten, was sich schon hier in der physischen Welt vorbereitet hat. Um das zu charakterisieren, was ich charakterisieren will, möchte ich ein Bild zum Vergleich gebrauchen.
[ 14 ] Vor kurzer Zeit verließ uns für den physischen Plan eine Persönlichkeit, die sich durch fünf Jahre hindurch mit uns verbunden hatte, die ihr bestes Wesen allmählich ganz geeint hatte mit demjenigen, was aus den Erkenntnissen unserer Geisteswissenschaft kommt. Durch viele Jahre hindurch lebte diese Persönlichkeit in einem siechen Körper und hatte gewissermaßen zu kämpfen gegen die Attacken dieses siechen Körpers. Aber sagen darf man, namentlich wenn man die Kraft ins Auge faßt, die notwendig war, um die letzten Dichtungen dieser Persönlichkeit zu schaffen, daß sich in dieser Persönlichkeit wirklich das gezeigt hat, was man nennen kann den Sieg des Geistes über den Leib. Zu welchen wunderbar intimen Charakteristiken, dichterisch intimen Charakteristiken der geistigen Welt diese Persönlichkeit gekommen ist, das kennen Sie schon aus Proben, die Ihnen vorgetragen sind. Die Welt wird, wenn sie will, manches verspüren können aus der Veröffentlichung des letzten Gedichtbandes, der in einigen Wochen erscheinen wird, und der zwar nicht mehr auf dem physischen Plan erlebt worden ist von der betreffenden Persönlichkeit, die ihn geschaffen hat, der aber in wunderbarer Weise das geistige Leben, das hier über den Leib gesiegt hatte, der Welt zeigen wird. Als ich Ende vorigen Jahres in Leipzig über diese Dichtungen sprach, da gebrauchte ich einen Ausdruck, den ich dazumal, ja, ich möchte sagen, so gebrauchte, wie eben ein Mensch, auch wenn dieser Mensch nur ein Kind ist, sagt: Die Rose ist rot. — So etwas kann ganz richtig sein und man braucht doch nicht zu «wissen», daß die Rose rot ist. So wußte ich damals in Leipzig, daß ich den Ausdruck gebrauchen durfte, und daß er richtig ist. Ich sagte nämlich damals aus einer inneren Notwendigkeit heraus, um diese Dichtungen zu charakterisieren: In ihnen spreche sich nicht nur aus, was man nennen kann einen wunderbaren dichterischen Ausdruck unserer Weltanschauung, sondern ich könnte sagen: Diese Gedichte haben Aura! — Das heißt, es ist in die Seele dieser Wesenheit hereingegangen, was die Persönlichkeit ergreift, so daß aus ihr nicht nur die Worte fließen, sondern in den Worten etwas liegt, was wie eine Aura ist. Kurz, ich sagte dieses Wort damals und empfand es als durchaus richtig. Jetzt weiß ich, warum ich es sagte. Man kann selbstverständlich erst nach dem Tode wissen, wozu sich die Persönlichkeit dieser Dichtungen anschickt in der geistigen Welt, wozu sie sich vorbereitete. Aber es liegt hier ja der eigentümliche Fall vor, daß diese Persönlichkeit viel gelitten hat, daß der physische Organismus morsch geworden ist. Aber während der physische Organismus morsch geworden ist, bildete sich in der Seele etwas aus, was weit hinausging über diesen physischen Organismus, was etwas ganz anderes war, als was zunächst dieser Persönlichkeit selber zum Bewußtsein kam. In den Untergründen der Seele lebte dieses andere und lebte ein immer leuchtenderes Leben, je mehr der physische Organismus sozusagen seiner Zerstörung entgegenging. Und jetzt sieht man, ich möchte sagen, in der geistigen Welt dasjenige aufleuchten, was sich schon hier in der physischen Welt vorbereitet hat. Um das zu charakterisieren, was ich charakterisieren will, möchte ich ein Bild zum Vergleich gebrauchen.
[ 15 ] Wir können ringsherum die weite Natur mit allen ihren Schönheiten und Erhabenheiten haben. Gewiß, für den, der die Schönheiten der Natur empfindet, ist das berechtigt, was ich von dieser Stelle aus vor längerer Zeit einmal aussprach. Damals sagte ich: Man kann durch alle Galerien Italiens gegangen sein, kann dann heraufkommen in die Schweizer Berge und dort einen Sonnenaufgang sehen, und hat dann das Gefühl: Die geistigen Wesenheiten, die den Sonnenaufgang malen, sind noch größere Maler als die, welche auf die Leinwand etwas malen. — Aber trotzdem dieses zugegeben werden muß, müssen wir sagen: Wir bewundern die äußere Schönheit der Natur, können uns ihr ganz hingeben. Aber ist es uns nicht ein unendlich Wertvolles, wenn wir neben dem, daß wir uns der äußeren Natur hingeben können, erblicken, daß ein Gemälde von Raffael oder Leonardo da Vinci oder einem anderen Künstler, außer der schönen Natur auch noch das vor uns auftreten läßt, was die andere Seele vor uns hinstellt? Wir sehen hineingestellt auf den physischen Plan, was Seelen uns geben, und wodurch sie das bereichern, was wir selber der Natur ablauschen können. — Diesen Vergleich möchte ich gebrauchen, um in Ihren Herzen ein Verständnis für das anzuschlagen, was ich Ihnen sagen möchte.
[ 15 ] Wir können ringsherum die weite Natur mit allen ihren Schönheiten und Erhabenheiten haben. Gewiß, für den, der die Schönheiten der Natur empfindet, ist das berechtigt, was ich von dieser Stelle aus vor längerer Zeit einmal aussprach. Damals sagte ich: Man kann durch alle Galerien Italiens gegangen sein, kann dann heraufkommen in die Schweizer Berge und dort einen Sonnenaufgang sehen, und hat dann das Gefühl: Die geistigen Wesenheiten, die den Sonnenaufgang malen, sind noch größere Maler als die, welche auf die Leinwand etwas malen. — Aber trotzdem dieses zugegeben werden muß, müssen wir sagen: Wir bewundern die äußere Schönheit der Natur, können uns ihr ganz hingeben. Aber ist es uns nicht ein unendlich Wertvolles, wenn wir neben dem, daß wir uns der äußeren Natur hingeben können, erblicken, daß ein Gemälde von Raffael oder Leonardo da Vinci oder einem anderen Künstler, außer der schönen Natur auch noch das vor uns auftreten läßt, was die andere Seele vor uns hinstellt? Wir sehen hineingestellt auf den physischen Plan, was Seelen uns geben, und wodurch sie das bereichern, was wir selber der Natur ablauschen können. — Diesen Vergleich möchte ich gebrauchen, um in Ihren Herzen ein Verständnis für das anzuschlagen, was ich Ihnen sagen möchte.
[ 16 ] Die Individualität der Persönlichkeit, von der ich eben gesprochen habe, sie ist nun in der geistigen Welt. Und ledig des Leibes sind diejenigen Bildungen geistiger Art, die vorher im Leibe waren. Sie sind nun in der geistigen Welt. Hier auf der Erde werden wir die herrlichen Dichtungen haben, in der geistigen Welt ist aber noch etwas anderes. Da leuchtet auf, was sich wirklich der Individualität angliedert — und woraus diese Individualität ihren Geistleib nimmt — aus den Imaginationen, die sich hier vorbereitet haben während der langen Krankheit. Ein wunderbares kosmisches Bild! In diesen Imaginationen lebt eine wunderbare Ingredienz des Kosmos, die sich hinstellt neben das, was unmittelbar die Geistesforschung wahrnehmen kann, wie sich eben ein wunderbares Gemälde hinstellt neben das, was wir als die Schönheiten der Natur empfinden können. Unendliches wird einem offenbar, wenn neben dem, was sich einem in der geistigen Welt aufschließt, auch noch dasjenige anschaulich wird, wie diese geistige Welt in den Imaginationen einer Menschenseele sich vor dem geistigen Blick ausbreitet. Ich möchte sagen: Man sieht den geistigen Kosmos zweimal, erst wie er unmittelbar dem hellseherischen Blick erscheint, und dann, wie er sich vor dem hellseherischen Blick enthüllt durch das, was sich eine Menschenseele in harten Leiden auf Erden, aber in energischem Streben nach geistiger Erkenntnis anerworben hat. Ich brauche nicht zu sagen, daß alle diese Dinge karmisch genommen werden müssen, daß nie eine Seele durch ihre Willkür sich irgend etwas in der erwähnten Art erwerben könnte. Das alles müssen wir sozusagen der Gnade der weisheitsvollen Weltenlenkung überlassen, ob uns dergleichen zuteil werden kann. Solange der Mensch auf Erden weilt, muß er dafür sorgen und haben auch die anderen dafür zu sorgen, daß er solange als möglich auf der Erde bleibt, und daß er so gesund sein kann als irgend möglich. Man sollte das nicht zu erklären brauchen, aber es wird so viel mißverstanden in diesen Dingen. Nie sollte jemand versuchen, irgend etwas zu tun, um Leiden oder so etwas herbeizuführen. Das darf nicht sein. Dann würde er auch gar nichts dadurch erreichen. Wenn also jemand kommen würde und sagte: Also versuche ich, mich irgendwie in Leid zu stürzen, um irgend etwas zu erreichen —, so würde es das Falscheste sein, was als Konsequenz aus diesen Auseinandersetzungen gezogen werden könnte.
[ 16 ] Die Individualität der Persönlichkeit, von der ich eben gesprochen habe, sie ist nun in der geistigen Welt. Und ledig des Leibes sind diejenigen Bildungen geistiger Art, die vorher im Leibe waren. Sie sind nun in der geistigen Welt. Hier auf der Erde werden wir die herrlichen Dichtungen haben, in der geistigen Welt ist aber noch etwas anderes. Da leuchtet auf, was sich wirklich der Individualität angliedert — und woraus diese Individualität ihren Geistleib nimmt — aus den Imaginationen, die sich hier vorbereitet haben während der langen Krankheit. Ein wunderbares kosmisches Bild! In diesen Imaginationen lebt eine wunderbare Ingredienz des Kosmos, die sich hinstellt neben das, was unmittelbar die Geistesforschung wahrnehmen kann, wie sich eben ein wunderbares Gemälde hinstellt neben das, was wir als die Schönheiten der Natur empfinden können. Unendliches wird einem offenbar, wenn neben dem, was sich einem in der geistigen Welt aufschließt, auch noch dasjenige anschaulich wird, wie diese geistige Welt in den Imaginationen einer Menschenseele sich vor dem geistigen Blick ausbreitet. Ich möchte sagen: Man sieht den geistigen Kosmos zweimal, erst wie er unmittelbar dem hellseherischen Blick erscheint, und dann, wie er sich vor dem hellseherischen Blick enthüllt durch das, was sich eine Menschenseele in harten Leiden auf Erden, aber in energischem Streben nach geistiger Erkenntnis anerworben hat. Ich brauche nicht zu sagen, daß alle diese Dinge karmisch genommen werden müssen, daß nie eine Seele durch ihre Willkür sich irgend etwas in der erwähnten Art erwerben könnte. Das alles müssen wir sozusagen der Gnade der weisheitsvollen Weltenlenkung überlassen, ob uns dergleichen zuteil werden kann. Solange der Mensch auf Erden weilt, muß er dafür sorgen und haben auch die anderen dafür zu sorgen, daß er solange als möglich auf der Erde bleibt, und daß er so gesund sein kann als irgend möglich. Man sollte das nicht zu erklären brauchen, aber es wird so viel mißverstanden in diesen Dingen. Nie sollte jemand versuchen, irgend etwas zu tun, um Leiden oder so etwas herbeizuführen. Das darf nicht sein. Dann würde er auch gar nichts dadurch erreichen. Wenn also jemand kommen würde und sagte: Also versuche ich, mich irgendwie in Leid zu stürzen, um irgend etwas zu erreichen —, so würde es das Falscheste sein, was als Konsequenz aus diesen Auseinandersetzungen gezogen werden könnte.
[ 17 ] Ich wollte Ihnen heute an diesen besonderen Beispielen gewissermaßen zwei Vorstellungen zeigen; die eine Vorstellung, die ich so aussprechen möchte: Die geistigen Wesen senden uns ihre Kräfte zu durch den Blick ihres Geistesauges —, was ich durch die schützende Individualität für unsere künstlerischen Bestrebungen zu belegen versuchte. Die andere wollte ich anführen als ein Beispiel dafür, wie innerlich weisheitsvoll die Weltenlenkung ist, wie, ich möchte sagen, es uns möglich wird hinzublicken in der geistigen Welt auf das, was eine geistige Individualität aus dem Erdendasein herausgezogen hat und was nun selbst unsere Anschauung über die geistige Welt bereichern kann, wie die künstlerischen Anschauungen Bereicherungen unserer physischen Welt sind. Vieles hätte ich vielleicht heute schon zu sagen über manches andere noch der Individualität, die in solch begnadeter Weise in die geistigen Welten hinauftragen kann, was sie aus der anthroposophischen Weltanschauung gesogen hat. Allein dazu ist wohl noch nicht in Wirklichkeit die Zeit gekommen. Ich habe die beiden Dinge angeführt, weil ich wirklich glaube, daß man durch die Anschauung solcher konkreter Dinge, die uns ja naheliegen, sich besser einen Begriff machen kann über die Vorstellungen und Ideen, die wir brauchen, um in die geistige Welt wirklich einzudringen, und an die wir uns zunächst vorzugsweise halten müssen, wenn wir wirklich eben eindringen wollen. Dazu kommen wir ja auch in intimeren Versammlungen zusammen, damit wir gewissermaßen in diesen intimeren Versammlungen schon unsere Sprache sprechen können, die wir uns allmählich für die Darstellungen des geistigen Lebens angeeignet haben. Denn das ist der Fortschritt auf dem Boden der Geisteswissenschaft, daß wir nicht bloß lernen im allgemeinen von dem Geist zu sprechen, der um uns herum ist. Wie wir ja auch nicht bloß im allgemeinen von der Natur sprechen, die um uns herum ist. Wir sprechen wahrhaftig nicht allein von der Natur und immer von Natur und Natur, sondern wir sprechen von dem Gras der Wiesen, von den Ähren des Feldes, von den Bäumen am Bergabhang, von den Wolken und so weiter, und wir müssen uns nach und nach dazu aufschwingen, so konkret auch von der geistigen Welt zu sprechen. Deshalb möchte ich auch ab und zu so konkret von der geistigen Welt sprechen, indem ich hinweise auf eine so schützende Seele, wie ich sie heute im Verhältnis zu unserer künstlerischen Arbeit charakterisiert habe, oder auf eine Seele, die eine solche Gestalt annimmt, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, indem sie widerspiegelt die Kräfte, die aus dem geistigen Kosmos selbst kommen, die sie schon während des Siechwerdens des Körpers hier gesammelt hat, und die uns Dinge lehrt, die wir sonst nicht leicht gewinnen können.
[ 17 ] Ich wollte Ihnen heute an diesen besonderen Beispielen gewissermaßen zwei Vorstellungen zeigen; die eine Vorstellung, die ich so aussprechen möchte: Die geistigen Wesen senden uns ihre Kräfte zu durch den Blick ihres Geistesauges —, was ich durch die schützende Individualität für unsere künstlerischen Bestrebungen zu belegen versuchte. Die andere wollte ich anführen als ein Beispiel dafür, wie innerlich weisheitsvoll die Weltenlenkung ist, wie, ich möchte sagen, es uns möglich wird hinzublicken in der geistigen Welt auf das, was eine geistige Individualität aus dem Erdendasein herausgezogen hat und was nun selbst unsere Anschauung über die geistige Welt bereichern kann, wie die künstlerischen Anschauungen Bereicherungen unserer physischen Welt sind. Vieles hätte ich vielleicht heute schon zu sagen über manches andere noch der Individualität, die in solch begnadeter Weise in die geistigen Welten hinauftragen kann, was sie aus der anthroposophischen Weltanschauung gesogen hat. Allein dazu ist wohl noch nicht in Wirklichkeit die Zeit gekommen. Ich habe die beiden Dinge angeführt, weil ich wirklich glaube, daß man durch die Anschauung solcher konkreter Dinge, die uns ja naheliegen, sich besser einen Begriff machen kann über die Vorstellungen und Ideen, die wir brauchen, um in die geistige Welt wirklich einzudringen, und an die wir uns zunächst vorzugsweise halten müssen, wenn wir wirklich eben eindringen wollen. Dazu kommen wir ja auch in intimeren Versammlungen zusammen, damit wir gewissermaßen in diesen intimeren Versammlungen schon unsere Sprache sprechen können, die wir uns allmählich für die Darstellungen des geistigen Lebens angeeignet haben. Denn das ist der Fortschritt auf dem Boden der Geisteswissenschaft, daß wir nicht bloß lernen im allgemeinen von dem Geist zu sprechen, der um uns herum ist. Wie wir ja auch nicht bloß im allgemeinen von der Natur sprechen, die um uns herum ist. Wir sprechen wahrhaftig nicht allein von der Natur und immer von Natur und Natur, sondern wir sprechen von dem Gras der Wiesen, von den Ähren des Feldes, von den Bäumen am Bergabhang, von den Wolken und so weiter, und wir müssen uns nach und nach dazu aufschwingen, so konkret auch von der geistigen Welt zu sprechen. Deshalb möchte ich auch ab und zu so konkret von der geistigen Welt sprechen, indem ich hinweise auf eine so schützende Seele, wie ich sie heute im Verhältnis zu unserer künstlerischen Arbeit charakterisiert habe, oder auf eine Seele, die eine solche Gestalt annimmt, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, indem sie widerspiegelt die Kräfte, die aus dem geistigen Kosmos selbst kommen, die sie schon während des Siechwerdens des Körpers hier gesammelt hat, und die uns Dinge lehrt, die wir sonst nicht leicht gewinnen können.
[ 18 ] Solch ein Freund und Mitglied wie der zuletzt Charakterisierte — der Ihnen ja bekannt ist —, werden zugleich die besten Mitarbeiter für das, was die Geisteswissenschaft in der Welt zu tun hat. Nach der Art, wie die Geisteswissenschaft von vielen Seiten aufgenommen, mißverstanden, mißachtet, feindlich behandelt wird, kann es ja wirklich manchmal scheinen, als ob es schwer würde, durchzukommen mit dem, was die Geisteswissenschaft wirklich soll. Da aber treten dann die ermutigenden Gedanken auf, die aus einer solchen Erkenntnis sprießen, wie der heute angeführten: daß die, welche schon durch die Pforte des Todes gegangen sind, die wahren Zeugen werden für das, was die Geisteswissenschaft sein soll. Das möchte ich, daß es ein wenig zu unseren Herzen und Seelen spricht. Denn dahinblickend, muß man sich doch immer wieder und wieder sagen: Diese Geisteswissenschaft, sie wird, und wenn es über uns und unser Leben hinweggehen müßte, sie wird sich einleben in den geistigen Fortschritt der Menschheit. Und das kann uns dann doch Mut geben gegenüber dem, was wir von dieser oder jener Seite her beobachten müssen, kann uns Mut geben für den Glauben und die Überzeugung, daß doch immer mehr und mehr Menschen kommen werden, welche verstehen werden: Die geistige Welt braucht neue Begriffe, neue Vorstellungen, Empfindungen und Gesinnungen, wenn man sie wirklich erfassen will.
[ 18 ] Solch ein Freund und Mitglied wie der zuletzt Charakterisierte — der Ihnen ja bekannt ist —, werden zugleich die besten Mitarbeiter für das, was die Geisteswissenschaft in der Welt zu tun hat. Nach der Art, wie die Geisteswissenschaft von vielen Seiten aufgenommen, mißverstanden, mißachtet, feindlich behandelt wird, kann es ja wirklich manchmal scheinen, als ob es schwer würde, durchzukommen mit dem, was die Geisteswissenschaft wirklich soll. Da aber treten dann die ermutigenden Gedanken auf, die aus einer solchen Erkenntnis sprießen, wie der heute angeführten: daß die, welche schon durch die Pforte des Todes gegangen sind, die wahren Zeugen werden für das, was die Geisteswissenschaft sein soll. Das möchte ich, daß es ein wenig zu unseren Herzen und Seelen spricht. Denn dahinblickend, muß man sich doch immer wieder und wieder sagen: Diese Geisteswissenschaft, sie wird, und wenn es über uns und unser Leben hinweggehen müßte, sie wird sich einleben in den geistigen Fortschritt der Menschheit. Und das kann uns dann doch Mut geben gegenüber dem, was wir von dieser oder jener Seite her beobachten müssen, kann uns Mut geben für den Glauben und die Überzeugung, daß doch immer mehr und mehr Menschen kommen werden, welche verstehen werden: Die geistige Welt braucht neue Begriffe, neue Vorstellungen, Empfindungen und Gesinnungen, wenn man sie wirklich erfassen will.
[ 19 ] Gewinnen wir durch solche Ausführungen ein rechtes Verhältnis zu dem, was wir selbst sein wollen in dieser unserer geistigen Bewegung drinnen. Nehmen wir in Pietät Beispiele hin, wie die heute angeführten, aber durchdringen wir uns mit dem, was daraus für unsere Gesinnung fließen kann, damit wir stark sind, manchem Anprall von außen standzuhalten. Draußen, sagte ich, können uns ja die Menschen nur mit denjenigen Begriffen entgegenkommen, die sie in der Welt aufgelesen haben, und wir brauchen uns nicht direkt zu verwundern, wenn die Menschen draußen das, was sie von uns erfahren, mit den Begriffen belegen, die sie eben draußen in der Welt aufgelesen haben. Da liegen ja große, große Schwierigkeiten vor in bezug auf das Verhältnis der Geisteswissenschaft zu dem, was äußerlich in der Welt über diese Geisteswissenschaft gesagt und geurteilt wird.
[ 19 ] Gewinnen wir durch solche Ausführungen ein rechtes Verhältnis zu dem, was wir selbst sein wollen in dieser unserer geistigen Bewegung drinnen. Nehmen wir in Pietät Beispiele hin, wie die heute angeführten, aber durchdringen wir uns mit dem, was daraus für unsere Gesinnung fließen kann, damit wir stark sind, manchem Anprall von außen standzuhalten. Draußen, sagte ich, können uns ja die Menschen nur mit denjenigen Begriffen entgegenkommen, die sie in der Welt aufgelesen haben, und wir brauchen uns nicht direkt zu verwundern, wenn die Menschen draußen das, was sie von uns erfahren, mit den Begriffen belegen, die sie eben draußen in der Welt aufgelesen haben. Da liegen ja große, große Schwierigkeiten vor in bezug auf das Verhältnis der Geisteswissenschaft zu dem, was äußerlich in der Welt über diese Geisteswissenschaft gesagt und geurteilt wird.
[ 20 ] Wir wollen, wie Ihnen bekannt ist — wie Ihnen das letzte Mal hier aus begeistertem Herzen heraus von einem unserer lieben Mitglieder auch aus eigner Anschauung geschildert worden ist —, in Dornach, in der Nähe von Basel, den Anfang machen mit einem wirklichen, rechten Kunstwerk, das aber als Kunstwerk herausgeflossen ist aus unserer Weltanschauung. Alles hängt davon ab, daß einige Menschen in der Welt verstehen, was da eigentlich gemeint ist, und daß nicht nur diejenigen über die Sache urteilen, die mit den Begriffen, die draußen aufgelesen sind, so etwas charakterisieren wollen. Denn wenn man an so etwas mit den Begriffen herangeht, die draußen aufgelesen sind, so kommt man, wenn man es selber vielleicht sogar gut meint, doch nur dazu, mit den Begriffen, die draußen gebräuchlich sind, die Dinge zu charakterisieren. Und so können wir es jetzt erleben, daß durch Zeitungen aller Sprachen Dinge gesagt werden über den Dornacher Bau, die geeignet sind, dasjenige, was wir uns durch Jahre mühsam erworben haben — dadurch erworben haben, daß wir versucht haben, die Offentlichkeit nicht zu behelligen da, wo sie ohnedies nichts davon versteht —, in kurzer Zeit hinwegzufegen; wenn durch die Zeitungen aller Sprachen Mitteilungen gehen: In welcher Zeit leben wir? Ist das noch die Zeit des Materialismus? Ein kolossaler Tempel wird gebaut — und so weiter, und wenn dann geschildert wird, wie in diesem Tempel Säulen stehen, die miteinander verbunden sind durch Pentagramme, und was dergleichen mehr ist. — Wenn das geschieht, dann sagt man sich erst: Was wird daraus, wenn mit den aus der Welt draußen aufgelesenen Begriffen die Dinge charakterisiert werden, die aus unserer Geistesströmung heraus entspringen sollen? Schaudervoll gehen diese Schilderungen jetzt durch die Zeitungen! Es ist nicht notwendig, daß wir auf Einzelheiten solcher Schilderungen uns einlassen. Aber das gar so Schmerzliche dabei ist, daß da, wo zuerst diese Schilderung erschien, wovon das Weitere ausgegangen ist, die Ursache eine gutmütige Seele war, die verstehen wollte, die einen großen Dienst der Sache erweisen wollte durch diese Schilderung, eine Seele, der gegenüber man sich sogar bemühte, damit nicht Allzuschreckliches in die Welt gesetzt wird, die Dinge zu zeigen, zum Beispiel, wie wirklich kein Pentagramm zu sehen ist, sondern an einer einzelnen Stelle, dezent, das esoterische Gemüt erst fühlend das Pentagramm herausfühlen muß. Und bei einer solchen Seele, die gebeten worden ist, ja nichts, was irgendwie nach Journalismus klingt, zu schreiben, erlebt man es — als wenn eine solche überhaupt gar nichts anderes kann —, daß sie nur so schreiben kann, daß sie nicht die Begriffe und Ideen gebraucht, die man sich bei uns aneignet, sondern die Begriffe und Ideen, die heute auf der Straße des geistigen Lebens aufgelesen werden! Wie schneidet es uns in die Seele, wenn wir sehen, wie das, was wir eigentlich wollten, jetzt in dieser Weise durch die Zeitungen geht. Die Artikel und die Klischees werden ja dann von einer Zeitung zur anderen weiter übernommen, werden in alle Sprachen übersetzt, und in jeder Sprache wird noch ein spezieller Unsinn, eine spezielle Torheit hinzugefügt. Selbstverständlich nicht um unbegreiflich zu finden, was geschieht, ich möchte sagen, beim Zusammenstoße desjenigen, was unsere ernst und aufrichtig gemeinte Geisteswissenschaft zu tun hat, mit dem, was in der äußeren Welt verstanden werden kann, sind diese Worte gesagt, sondern wirklich um Ihnen zu zeigen, wie sehr ernst und würdig wir es mit unserer Sache nehmen müssen, wie sehr wiir uns bewußt werden müssen, wie tiefgehend das Verständnis sein muß, das wir uns erwerben müssen für das, was die Geisteswissenschaft der Welt sein soll.
[ 20 ] Wir wollen, wie Ihnen bekannt ist — wie Ihnen das letzte Mal hier aus begeistertem Herzen heraus von einem unserer lieben Mitglieder auch aus eigner Anschauung geschildert worden ist —, in Dornach, in der Nähe von Basel, den Anfang machen mit einem wirklichen, rechten Kunstwerk, das aber als Kunstwerk herausgeflossen ist aus unserer Weltanschauung. Alles hängt davon ab, daß einige Menschen in der Welt verstehen, was da eigentlich gemeint ist, und daß nicht nur diejenigen über die Sache urteilen, die mit den Begriffen, die draußen aufgelesen sind, so etwas charakterisieren wollen. Denn wenn man an so etwas mit den Begriffen herangeht, die draußen aufgelesen sind, so kommt man, wenn man es selber vielleicht sogar gut meint, doch nur dazu, mit den Begriffen, die draußen gebräuchlich sind, die Dinge zu charakterisieren. Und so können wir es jetzt erleben, daß durch Zeitungen aller Sprachen Dinge gesagt werden über den Dornacher Bau, die geeignet sind, dasjenige, was wir uns durch Jahre mühsam erworben haben — dadurch erworben haben, daß wir versucht haben, die Offentlichkeit nicht zu behelligen da, wo sie ohnedies nichts davon versteht —, in kurzer Zeit hinwegzufegen; wenn durch die Zeitungen aller Sprachen Mitteilungen gehen: In welcher Zeit leben wir? Ist das noch die Zeit des Materialismus? Ein kolossaler Tempel wird gebaut — und so weiter, und wenn dann geschildert wird, wie in diesem Tempel Säulen stehen, die miteinander verbunden sind durch Pentagramme, und was dergleichen mehr ist. — Wenn das geschieht, dann sagt man sich erst: Was wird daraus, wenn mit den aus der Welt draußen aufgelesenen Begriffen die Dinge charakterisiert werden, die aus unserer Geistesströmung heraus entspringen sollen? Schaudervoll gehen diese Schilderungen jetzt durch die Zeitungen! Es ist nicht notwendig, daß wir auf Einzelheiten solcher Schilderungen uns einlassen. Aber das gar so Schmerzliche dabei ist, daß da, wo zuerst diese Schilderung erschien, wovon das Weitere ausgegangen ist, die Ursache eine gutmütige Seele war, die verstehen wollte, die einen großen Dienst der Sache erweisen wollte durch diese Schilderung, eine Seele, der gegenüber man sich sogar bemühte, damit nicht Allzuschreckliches in die Welt gesetzt wird, die Dinge zu zeigen, zum Beispiel, wie wirklich kein Pentagramm zu sehen ist, sondern an einer einzelnen Stelle, dezent, das esoterische Gemüt erst fühlend das Pentagramm herausfühlen muß. Und bei einer solchen Seele, die gebeten worden ist, ja nichts, was irgendwie nach Journalismus klingt, zu schreiben, erlebt man es — als wenn eine solche überhaupt gar nichts anderes kann —, daß sie nur so schreiben kann, daß sie nicht die Begriffe und Ideen gebraucht, die man sich bei uns aneignet, sondern die Begriffe und Ideen, die heute auf der Straße des geistigen Lebens aufgelesen werden! Wie schneidet es uns in die Seele, wenn wir sehen, wie das, was wir eigentlich wollten, jetzt in dieser Weise durch die Zeitungen geht. Die Artikel und die Klischees werden ja dann von einer Zeitung zur anderen weiter übernommen, werden in alle Sprachen übersetzt, und in jeder Sprache wird noch ein spezieller Unsinn, eine spezielle Torheit hinzugefügt. Selbstverständlich nicht um unbegreiflich zu finden, was geschieht, ich möchte sagen, beim Zusammenstoße desjenigen, was unsere ernst und aufrichtig gemeinte Geisteswissenschaft zu tun hat, mit dem, was in der äußeren Welt verstanden werden kann, sind diese Worte gesagt, sondern wirklich um Ihnen zu zeigen, wie sehr ernst und würdig wir es mit unserer Sache nehmen müssen, wie sehr wiir uns bewußt werden müssen, wie tiefgehend das Verständnis sein muß, das wir uns erwerben müssen für das, was die Geisteswissenschaft der Welt sein soll.
[ 21 ] Man könnte vielleicht doch manchmal fragen: Warum durften wir nicht ebenso bescheiden, und ungenannt, durch Begriffe, bei denen, die uns nicht verstehen können, weiterwirken, wie wir für unsere Sache vor dem Dornacher Bau gewirkt haben? — Nun ja, das Auge der Gegenwart ist auf den physischen Plan eben eingestellt. Geistiges merkt man nicht. Aber daß dort in Dornach ein Gebäude aufgeführt wird, das sieht man. Aber solche Fragen sind natürlich vollständig unfruchtbar, und darauf kommt es auch gar nicht an. Sondern das, worauf es ankommt, ist, daß wir für unsere Sache in unseren Herzen den rechten Sinn und das rechte Verständnis gewinnen. Nicht um irgend jemanden anzuklagen, oder um zu kritisieren, sind diese Worte gesagt, sondern um Sie wieder und wieder darauf aufmerksam zu machen, wie tief ernst wir selber versuchen sollten, ein Verständnis zu gewinnen für das völlig Andere, das in uns ersprießen soll demgegenüber, was draußen so vielfach von der Welt hereinschlägt, hereinschlägt allerdings in den Meinungen der Leute. In dem, was die Seelen wirklich brauchen, wonach sie wirklich lechzen, ist solches nicht darinnen. Die Seelen wollen schon die Geisteswissenschaft, lechzen darnach, sie zu bekommen. Deshalb wird es sich darum handeln, daß Verführungen und Versuchungen, die von den materialistischen Meinungen und namentlich von dem geistigen Hochmut ausgehen, von uns in der richtigen Weise eingeschätzt werden, daß wir das richtige Verhältnis zu ihnen gewinnen und uns nicht davon blenden lassen, daß diese Meinungen und Stimmungen uns sozusagen überall draußen in der Welt sichtbarlich entgegentreten können, sondern darauf kommt es an, daß wir wirklich in uns die Kraft finden, uns voll hineinzustellen in diese Welt, und in uns selber den Impuls suchen, um ein rechtes Verhältnis zur Umwelt zu gewinnen, damit uns die Geisteswissenschaft wirklich etwas werde, was uns innerlich durchwärmt, innerlich durchkrafter, so daß wir in ihr die Ausgangspunkte für unser Urteilen finden und uns nicht blenden lassen durch das, was uns von außerhalb kommt, und was uns — weil es mit Autorität, mit Macht auftreten kann — immer wieder täuschen kann über die Art, wie die Zeit diese Geisteswissenschaft verstehen kann.
[ 21 ] Man könnte vielleicht doch manchmal fragen: Warum durften wir nicht ebenso bescheiden, und ungenannt, durch Begriffe, bei denen, die uns nicht verstehen können, weiterwirken, wie wir für unsere Sache vor dem Dornacher Bau gewirkt haben? — Nun ja, das Auge der Gegenwart ist auf den physischen Plan eben eingestellt. Geistiges merkt man nicht. Aber daß dort in Dornach ein Gebäude aufgeführt wird, das sieht man. Aber solche Fragen sind natürlich vollständig unfruchtbar, und darauf kommt es auch gar nicht an. Sondern das, worauf es ankommt, ist, daß wir für unsere Sache in unseren Herzen den rechten Sinn und das rechte Verständnis gewinnen. Nicht um irgend jemanden anzuklagen, oder um zu kritisieren, sind diese Worte gesagt, sondern um Sie wieder und wieder darauf aufmerksam zu machen, wie tief ernst wir selber versuchen sollten, ein Verständnis zu gewinnen für das völlig Andere, das in uns ersprießen soll demgegenüber, was draußen so vielfach von der Welt hereinschlägt, hereinschlägt allerdings in den Meinungen der Leute. In dem, was die Seelen wirklich brauchen, wonach sie wirklich lechzen, ist solches nicht darinnen. Die Seelen wollen schon die Geisteswissenschaft, lechzen darnach, sie zu bekommen. Deshalb wird es sich darum handeln, daß Verführungen und Versuchungen, die von den materialistischen Meinungen und namentlich von dem geistigen Hochmut ausgehen, von uns in der richtigen Weise eingeschätzt werden, daß wir das richtige Verhältnis zu ihnen gewinnen und uns nicht davon blenden lassen, daß diese Meinungen und Stimmungen uns sozusagen überall draußen in der Welt sichtbarlich entgegentreten können, sondern darauf kommt es an, daß wir wirklich in uns die Kraft finden, uns voll hineinzustellen in diese Welt, und in uns selber den Impuls suchen, um ein rechtes Verhältnis zur Umwelt zu gewinnen, damit uns die Geisteswissenschaft wirklich etwas werde, was uns innerlich durchwärmt, innerlich durchkrafter, so daß wir in ihr die Ausgangspunkte für unser Urteilen finden und uns nicht blenden lassen durch das, was uns von außerhalb kommt, und was uns — weil es mit Autorität, mit Macht auftreten kann — immer wieder täuschen kann über die Art, wie die Zeit diese Geisteswissenschaft verstehen kann.
[ 22 ] Das ist es, was ich heute nochmals vor Ihre Seele bringen wollte. Denn wenn wir seltener zusammenkommen, wenn es dem Sommer zugeht, dann soll doch das für uns sicher sein: daß die Impulse der Geisteswissenschaft in unserer Seele leben unabhängig von Zeit und Raum, daß wir sie gleich lebendig in uns haben, ob unsere Zusammenkünfte öfter oder seltener sind. Auf ihr Wesen kommt es an, darauf, daß wir sie wirklich lebendig in uns machen. Das ist es, was mir oblag, heute mit Ihnen zu besprechen.
[ 22 ] Das ist es, was ich heute nochmals vor Ihre Seele bringen wollte. Denn wenn wir seltener zusammenkommen, wenn es dem Sommer zugeht, dann soll doch das für uns sicher sein: daß die Impulse der Geisteswissenschaft in unserer Seele leben unabhängig von Zeit und Raum, daß wir sie gleich lebendig in uns haben, ob unsere Zusammenkünfte öfter oder seltener sind. Auf ihr Wesen kommt es an, darauf, daß wir sie wirklich lebendig in uns machen. Das ist es, was mir oblag, heute mit Ihnen zu besprechen.
