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How does one Develop an Understanding of the Spiritual World
The influx of spiritual impulses from the world of the deceased
GA 154

25 May 1914, Paris

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5. Das Hereinwirken der geistigen Welt in unser Dasein

5. Das Hereinwirken der geistigen Welt in unser Dasein

[ 1 ] Vor allen Dingen, meine lieben Freunde, lassen Sie mich meine herzliche Freude ausdrücken darüber, daß wir am heutigen Tage hier in diesem Zweige der Anthroposophischen Gesellschaft uns wiederfinden können. Ich erinnere mich dabei des schönen Nachklingens unseres vorjährigen Zusammenseins, und ebenso aufrichtig und herzlich, wie dieses Nachklingen war, ebenso aufrichtig und herzlich ist die Begrüßung, mit der ich die heutigen Betrachtungen beginnen möchte.

[ 1 ] Vor allen Dingen, meine lieben Freunde, lassen Sie mich meine herzliche Freude ausdrücken darüber, daß wir am heutigen Tage hier in diesem Zweige der Anthroposophischen Gesellschaft uns wiederfinden können. Ich erinnere mich dabei des schönen Nachklingens unseres vorjährigen Zusammenseins, und ebenso aufrichtig und herzlich, wie dieses Nachklingen war, ebenso aufrichtig und herzlich ist die Begrüßung, mit der ich die heutigen Betrachtungen beginnen möchte.

[ 2 ] Sprechen möchte ich heute über einen Gegenstand, welcher tiefinnerlich zusammenhängt mit dem Grundnerv unserer anthroposophischen Bewegung. All dasjenige, was wir vorzubringen vermögen innerhalb unserer spirituellen Bewegung, beruht auf jenen Forschungen, die man hellsichtige Forschungen nennen kann. Und wenn es auch durchaus immer wieder betont werden muß, daß von den anthroposophischen Wahrheiten vorzugsweise unser Herz, unser Gemüt getroffen werden, so darf doch eben nicht außer acht gelassen werden, daß dasjenige, was auf unsere Herzen, auf unser Gemüt innerhalb dieser Bewegung wirken soll, seine Grundlage in dieser hellsichtigen Forschung hat. Hellsichtige Forschung ist der Ausdruck einer anderen Verfassung des menschlichen Seelenlebens, als diejenige ist, die den Alltag beherrscht. Scheinbar führt sie uns zunächst fort von demjenigen, was uns als Menschen so naheliegt im alltäglichen Leben. In Wahrheit aber führt uns diese hellsichtige Forschung gerade in den Mittelpunkt des wahrhaft menschlichen Lebens. Nun möchte ich heute nicht sprechen über die Wege zur hellsichtigen Forschung, die schon angedeutet sind in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», sondern ich möchte sprechen über die Eigentümlichkeiten jener Seelenverfassung, jener Stimmung der Menschenseele, die unter dem Eindruck der hellsichtigen Forschung entstehen müssen. Festhalten müssen wir, daß ja in der Tat die Wege zur hellsichtigen Forschung dahin führen, daß der Mensch sich innerhalb ihrer wirklich als ein ganz anderes Wesen fühlt, als er sich sonst im Leben fühlt. Will man dasjenige, was um die Menschenseele herum ist, wenn diese Menschenseele hellsehend wird, mit einer Erscheinung des gewöhnlichen Lebens vergleichen, so kann man es höchstens mit den Erscheinungen des Traumes, die aber wie ein Surrogat des Hellsehens sind. Wir erinnern uns, daß wir im Traume leben und weben in einer Bilderwelt, welche sich so darstellt, daß darin, wenn wir sie genau betrachten, uns nichts erscheinen kann von dem, was wir nennen «das Berührungsgefühl mit einem äußeren Gegenstand», und daß uns zunächst in dem gewöhnlichen Falle des Traumes nichts erscheint, was wir vergleichen können mit unserem gewöhnlichen Ich-Bewußtsein. Wenn uns im 'Traume doch etwas erscheint von unserem Ich, so erscheint es uns als von uns getrennt, wie ein äußeres Wesen. Wir treten unserem Ich wie einem anderen Wesen gegenüber, so daß man sprechen kann von einer Verdoppelung des Ich, wobei man aber im 'Traume nur das herausgetretene Ich wahrnimmt, nicht das subjektive Ich. Alles dasjenige, was zu widersprechen scheint dem eben Gesagten, rührt davon her, daß die meisten Menschen vom Traume nur aus der Erinnerung wissen und in der Erinnerung nicht genau festhalten können die Tatsache, daß im wirklichen Träumen das subjektive Ich ausgelöscht ist.

[ 2 ] Sprechen möchte ich heute über einen Gegenstand, welcher tiefinnerlich zusammenhängt mit dem Grundnerv unserer anthroposophischen Bewegung. All dasjenige, was wir vorzubringen vermögen innerhalb unserer spirituellen Bewegung, beruht auf jenen Forschungen, die man hellsichtige Forschungen nennen kann. Und wenn es auch durchaus immer wieder betont werden muß, daß von den anthroposophischen Wahrheiten vorzugsweise unser Herz, unser Gemüt getroffen werden, so darf doch eben nicht außer acht gelassen werden, daß dasjenige, was auf unsere Herzen, auf unser Gemüt innerhalb dieser Bewegung wirken soll, seine Grundlage in dieser hellsichtigen Forschung hat. Hellsichtige Forschung ist der Ausdruck einer anderen Verfassung des menschlichen Seelenlebens, als diejenige ist, die den Alltag beherrscht. Scheinbar führt sie uns zunächst fort von demjenigen, was uns als Menschen so naheliegt im alltäglichen Leben. In Wahrheit aber führt uns diese hellsichtige Forschung gerade in den Mittelpunkt des wahrhaft menschlichen Lebens. Nun möchte ich heute nicht sprechen über die Wege zur hellsichtigen Forschung, die schon angedeutet sind in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», sondern ich möchte sprechen über die Eigentümlichkeiten jener Seelenverfassung, jener Stimmung der Menschenseele, die unter dem Eindruck der hellsichtigen Forschung entstehen müssen. Festhalten müssen wir, daß ja in der Tat die Wege zur hellsichtigen Forschung dahin führen, daß der Mensch sich innerhalb ihrer wirklich als ein ganz anderes Wesen fühlt, als er sich sonst im Leben fühlt. Will man dasjenige, was um die Menschenseele herum ist, wenn diese Menschenseele hellsehend wird, mit einer Erscheinung des gewöhnlichen Lebens vergleichen, so kann man es höchstens mit den Erscheinungen des Traumes, die aber wie ein Surrogat des Hellsehens sind. Wir erinnern uns, daß wir im Traume leben und weben in einer Bilderwelt, welche sich so darstellt, daß darin, wenn wir sie genau betrachten, uns nichts erscheinen kann von dem, was wir nennen «das Berührungsgefühl mit einem äußeren Gegenstand», und daß uns zunächst in dem gewöhnlichen Falle des Traumes nichts erscheint, was wir vergleichen können mit unserem gewöhnlichen Ich-Bewußtsein. Wenn uns im 'Traume doch etwas erscheint von unserem Ich, so erscheint es uns als von uns getrennt, wie ein äußeres Wesen. Wir treten unserem Ich wie einem anderen Wesen gegenüber, so daß man sprechen kann von einer Verdoppelung des Ich, wobei man aber im 'Traume nur das herausgetretene Ich wahrnimmt, nicht das subjektive Ich. Alles dasjenige, was zu widersprechen scheint dem eben Gesagten, rührt davon her, daß die meisten Menschen vom Traume nur aus der Erinnerung wissen und in der Erinnerung nicht genau festhalten können die Tatsache, daß im wirklichen Träumen das subjektive Ich ausgelöscht ist.

[ 3 ] Dieselben Eigenschaften, die dadurch entstehen, daß das Berührungsgefühl und das subjektive Ich ausgelöscht sind im Traum, dieselben Eigenschaften hat zunächst das Feld, das Bilderfeld der hellsichtigen Forschung. Wenn der Hellseher sich erinnert an die Erfahrungen des Hellsehens, so muß er das Gefühl haben in der Erinnerung, daß die Realitäten des Hellsehens durchlässig sind, daß man sie durchgreifen kann, nicht daß sie Widerstand leisten wie ein physischer Gegenstand. Und bezüglich des Ich-Gefühls: In der physischen Welt haben wir das Ich-Gefühl dadurch, daß wir wissen: Ich stehe da, der Gegenstand ist außer mir. — In dem Felde der hellsichtigen Beobachtung sind wir in dem Gegenstand drinnen, wir trennen uns nicht, wir scheiden uns nicht von den Gegenständen des hellsichtigen Feldes. Diese Eigentümlichkeit des hellsichtigen Feldes hat die ganz bestimmte Folge, daß die einzelnen Objekte nicht feststehen wie die abgegrenzten Gegenstände des physischen Feldes, sondern in fortwährender Bewegung und Verwandlung sind. Die Gegenstände des physischen Feldes sind dadurch fest, daß wir sie berühren können, daß sie uns Grenzen setzen. Solche Grenzen setzen uns die Objekte des hellsichtigen Feldes nicht. Dasjenige, welches bewirkt, daß unser Ich zusammenfließt mit den Objekten des hellsichtigen Feldes, das bewirkt nun, daß alles, was uns auf dem physischen Plan als ein Ich entgegentritt, das heißt der Mensch selbst, im hellsichtigen Felde, wenn er auftritt, uns außerordentliche Vorsicht der Beobachtung notwendig macht. Ich will den zunächst bedeutungsvollsten Fall ins Auge fassen, daß wir auf dem hellsichtigen Felde, durch die entwickelten hellsichtigen Fähigkeiten, einem verstorbenen Menschen gegenübertreten. Wenn wir einem verstorbenen Menschen entgegentreten, so kann dies so geschehen, daß uns zunächst, wie ein mit großer Lebhaftigkeit auftretendes Traumbild, die Gestalt des verstorbenen Menschen im hellsichtigen Felde entgegentritt, so wie wir ihn uns vorstellen oder vorzustellen haben, als er noch lebte. Dies ist aber nicht etwa der gewöhnliche Fall, sondern dies ist der äußerste Ausnahmefall.

[ 3 ] Dieselben Eigenschaften, die dadurch entstehen, daß das Berührungsgefühl und das subjektive Ich ausgelöscht sind im Traum, dieselben Eigenschaften hat zunächst das Feld, das Bilderfeld der hellsichtigen Forschung. Wenn der Hellseher sich erinnert an die Erfahrungen des Hellsehens, so muß er das Gefühl haben in der Erinnerung, daß die Realitäten des Hellsehens durchlässig sind, daß man sie durchgreifen kann, nicht daß sie Widerstand leisten wie ein physischer Gegenstand. Und bezüglich des Ich-Gefühls: In der physischen Welt haben wir das Ich-Gefühl dadurch, daß wir wissen: Ich stehe da, der Gegenstand ist außer mir. — In dem Felde der hellsichtigen Beobachtung sind wir in dem Gegenstand drinnen, wir trennen uns nicht, wir scheiden uns nicht von den Gegenständen des hellsichtigen Feldes. Diese Eigentümlichkeit des hellsichtigen Feldes hat die ganz bestimmte Folge, daß die einzelnen Objekte nicht feststehen wie die abgegrenzten Gegenstände des physischen Feldes, sondern in fortwährender Bewegung und Verwandlung sind. Die Gegenstände des physischen Feldes sind dadurch fest, daß wir sie berühren können, daß sie uns Grenzen setzen. Solche Grenzen setzen uns die Objekte des hellsichtigen Feldes nicht. Dasjenige, welches bewirkt, daß unser Ich zusammenfließt mit den Objekten des hellsichtigen Feldes, das bewirkt nun, daß alles, was uns auf dem physischen Plan als ein Ich entgegentritt, das heißt der Mensch selbst, im hellsichtigen Felde, wenn er auftritt, uns außerordentliche Vorsicht der Beobachtung notwendig macht. Ich will den zunächst bedeutungsvollsten Fall ins Auge fassen, daß wir auf dem hellsichtigen Felde, durch die entwickelten hellsichtigen Fähigkeiten, einem verstorbenen Menschen gegenübertreten. Wenn wir einem verstorbenen Menschen entgegentreten, so kann dies so geschehen, daß uns zunächst, wie ein mit großer Lebhaftigkeit auftretendes Traumbild, die Gestalt des verstorbenen Menschen im hellsichtigen Felde entgegentritt, so wie wir ihn uns vorstellen oder vorzustellen haben, als er noch lebte. Dies ist aber nicht etwa der gewöhnliche Fall, sondern dies ist der äußerste Ausnahmefall.

[ 4 ] Es kann der Fall eintreten, daß sich uns nähert im hellsichtigen Felde ein Toter, und daß dieser Tote irgendeine Gestalt annimmt eines Lebenden oder eines anderen Toten, die nicht seine Gestalt ist. Die Gestalt, in der uns ein Toter entgegentritt, ist zunächst überhaupt nicht maßgebend für die Identifikation des betreffenden Toten. Es kann der Fall vorkommen, daß ein Toter sich uns nähert und wir haben einen anderen Toten besonders lieb gehabt, oder wir stehen in einem besonders freundschaftlichen Verhältnis zu einem Lebenden; dann kann der Tote, der uns entgegentritt, die Gestalt dieses Toten oder des Lebenden annehmen. Von diesem Gesichtspunkte aus fehlen uns zunächst alle Mittel, durch welche wir auf dem physischen Plan die Identifikation eines Ich mit einer Gestalt erkennen. Dasjenige, was uns dann helfen kann, wirklich uns zurechtzufinden, das ist, zunächst vorauszusetzen, daß die Gestalt gar nicht maßgebend ist, sondern daß uns in dieser oder jener Gestalt eben irgendein Wesen erscheint, und dann darauf zu merken, was dieses Wesen tut, welche Handlungen es vollbringt. Und es wird sich, wenn wir in aller Ruhe uns dem Bilde hingeben, die Konsequenz zeigen, daß nach alledem, was wir wissen von der betreffenden Gestalt, diese Gestalt nicht so handeln kann, wie sie auf dem hellsichtigen Felde handelt. Ein Widerspruch zwischen der Gestalt und der Handlungsweise wird uns sehr häufig entgegentreten. Und wenn wir mit unserem Fühlen mitgehen mit der Handlungsweise, ganz unbeschadet des Eindrucks der Gestalt, dann taucht aus den Tiefen unserer Seele ein Gefühl herauf, welches uns die Spur weist zu dem Wesen, um das es sich eigentlich handelt. Halten wir fest, daß es ein aus den Tiefen der Seele heraufdringendes Gefühl ist, das uns leitet, denn das ist außerordentlich wichtig. Dasjenige, was uns auf dem hellsichtigen Felde als Gestalt erscheint, die etwa ähnlich sein könnte einer physischen Gestalt, das kann so unähnlich sein dem Wesen, das wirklich erscheint, wie die Zeichen, die auf dem Papier für das Wort «Haus» stehen, un-ähnlich sind dem wirklichen Haus. Aber ebenso wie wir, wenn wir auf dem Papier die Zeichen, die das Wort «Haus» zusammensetzen, sehen, wie wir dann nicht unsere Aufmerksamkeit auf die Zeichen richten und nicht beschreiben die Formen der Buchstaben, sondern über die Form der Buchstaben, dadurch daß wir lesen können, zu der Vorstellung der Form des Hauses kommen, so eignen wir uns beim wirklichen Weg zum Hellsehen die Möglichkeit an, von der Gestalt zu dem wirklichen Wesen hinzugehen. Aus diesem Grunde spricht man im wahren Sinne des Wortes vom Lesen der okkulten Schrift, das heißt, vom innerlich lebendigen Hinausgehen über dasjenige, was die Vision ist zu dem, was die Vision ausdrückt, aber real ausdrückt, wie die Schrift ausdrückt die Realitäten.

[ 4 ] Es kann der Fall eintreten, daß sich uns nähert im hellsichtigen Felde ein Toter, und daß dieser Tote irgendeine Gestalt annimmt eines Lebenden oder eines anderen Toten, die nicht seine Gestalt ist. Die Gestalt, in der uns ein Toter entgegentritt, ist zunächst überhaupt nicht maßgebend für die Identifikation des betreffenden Toten. Es kann der Fall vorkommen, daß ein Toter sich uns nähert und wir haben einen anderen Toten besonders lieb gehabt, oder wir stehen in einem besonders freundschaftlichen Verhältnis zu einem Lebenden; dann kann der Tote, der uns entgegentritt, die Gestalt dieses Toten oder des Lebenden annehmen. Von diesem Gesichtspunkte aus fehlen uns zunächst alle Mittel, durch welche wir auf dem physischen Plan die Identifikation eines Ich mit einer Gestalt erkennen. Dasjenige, was uns dann helfen kann, wirklich uns zurechtzufinden, das ist, zunächst vorauszusetzen, daß die Gestalt gar nicht maßgebend ist, sondern daß uns in dieser oder jener Gestalt eben irgendein Wesen erscheint, und dann darauf zu merken, was dieses Wesen tut, welche Handlungen es vollbringt. Und es wird sich, wenn wir in aller Ruhe uns dem Bilde hingeben, die Konsequenz zeigen, daß nach alledem, was wir wissen von der betreffenden Gestalt, diese Gestalt nicht so handeln kann, wie sie auf dem hellsichtigen Felde handelt. Ein Widerspruch zwischen der Gestalt und der Handlungsweise wird uns sehr häufig entgegentreten. Und wenn wir mit unserem Fühlen mitgehen mit der Handlungsweise, ganz unbeschadet des Eindrucks der Gestalt, dann taucht aus den Tiefen unserer Seele ein Gefühl herauf, welches uns die Spur weist zu dem Wesen, um das es sich eigentlich handelt. Halten wir fest, daß es ein aus den Tiefen der Seele heraufdringendes Gefühl ist, das uns leitet, denn das ist außerordentlich wichtig. Dasjenige, was uns auf dem hellsichtigen Felde als Gestalt erscheint, die etwa ähnlich sein könnte einer physischen Gestalt, das kann so unähnlich sein dem Wesen, das wirklich erscheint, wie die Zeichen, die auf dem Papier für das Wort «Haus» stehen, un-ähnlich sind dem wirklichen Haus. Aber ebenso wie wir, wenn wir auf dem Papier die Zeichen, die das Wort «Haus» zusammensetzen, sehen, wie wir dann nicht unsere Aufmerksamkeit auf die Zeichen richten und nicht beschreiben die Formen der Buchstaben, sondern über die Form der Buchstaben, dadurch daß wir lesen können, zu der Vorstellung der Form des Hauses kommen, so eignen wir uns beim wirklichen Weg zum Hellsehen die Möglichkeit an, von der Gestalt zu dem wirklichen Wesen hinzugehen. Aus diesem Grunde spricht man im wahren Sinne des Wortes vom Lesen der okkulten Schrift, das heißt, vom innerlich lebendigen Hinausgehen über dasjenige, was die Vision ist zu dem, was die Vision ausdrückt, aber real ausdrückt, wie die Schrift ausdrückt die Realitäten.

[ 5 ] Es ist nun natürlich, daß wir uns fragen müssen: Wodurch eignen wir uns diese Fähigkeit an des Hinausgehens über die Gestalt, über die unmittelbare Vision? Wir eignen uns diese Fähigkeit vor allem dadurch an, daß wir ins Auge fassen neue Vorstellungen, neue Begriffe, die wir brauchen, wenn wir das hellsichtige Feld verstehen wollen, neue Vorstellungen gegenüber den Vorstellungen, die wir für das physische Feld haben. Auf dem physischen Feld ist dort ein Gegenstand oder ein Wesen, und indem wir es wahrnehmen, sagen wir mit Recht: Ich nehme das Wesen, ich nehme den Gegenstand wahr, ich nehme ihn wahr. So nehmen wir wahr die Wesen des Pflanzen-, des Mineral-, des Tierreiches, des physischen Menschenreiches, so nehmen wir wahr Wolken, Berge, Flüsse, Sterne, Sonne und Mond. Dieses Gefühl, das ausgedrückt wird in den Worten: Ich nehme wahr —, erfährt eine Umänderung, eine Verwandlung, wenn wir uns auf das hellsichtige Feld begeben.

[ 5 ] Es ist nun natürlich, daß wir uns fragen müssen: Wodurch eignen wir uns diese Fähigkeit an des Hinausgehens über die Gestalt, über die unmittelbare Vision? Wir eignen uns diese Fähigkeit vor allem dadurch an, daß wir ins Auge fassen neue Vorstellungen, neue Begriffe, die wir brauchen, wenn wir das hellsichtige Feld verstehen wollen, neue Vorstellungen gegenüber den Vorstellungen, die wir für das physische Feld haben. Auf dem physischen Feld ist dort ein Gegenstand oder ein Wesen, und indem wir es wahrnehmen, sagen wir mit Recht: Ich nehme das Wesen, ich nehme den Gegenstand wahr, ich nehme ihn wahr. So nehmen wir wahr die Wesen des Pflanzen-, des Mineral-, des Tierreiches, des physischen Menschenreiches, so nehmen wir wahr Wolken, Berge, Flüsse, Sterne, Sonne und Mond. Dieses Gefühl, das ausgedrückt wird in den Worten: Ich nehme wahr —, erfährt eine Umänderung, eine Verwandlung, wenn wir uns auf das hellsichtige Feld begeben.

[ 6 ] Ich will versuchen, durch einen Vergleich, der etwas grob klingen mag, klarzumachen, was mit dem eben Gesagten gemeint ist. Versetzen wir uns in das Wesen einer Pflanze und in ihr Verhältnis zu uns, wenn wir die Pflanze wahrnehmen. Wenn die Pflanze bewußt sprechen könnte, müßte sie sagen: Ich werde von den Menschen angeschaut, ich werde von den Menschen wahrgenommen. — Wir sagen: Ich nehme die Pflanze wahr. — Die Pflanze müßte von ihrem Bewußtsein aus sagen: Ich werde von den Menschen wahrgenommen. — Und dieses Gefühl des Wahrgenommenwerdens, des Angeschautwerdens, dieses Gefühl müssen wir uns gegenüber den Wesen des hellsichtigen Feldes aneignen. Wenn wir zum Beispiel sprechen von den Wesenheiten der ersten Hierarchie über uns, der Hierarchie der Angeloi, so müssen wir uns klar sein, daß es, genau gesprochen, nicht richtig ist, zu sagen: Ich nehme einen Engel wahr —, sondern wir müssen sagen: Wir fühlen, ein Engel nimmt uns wahr, oder nimmt mich wahr. — Wie wir sagen: Die Sonne geht auf und bewegt sich um den Horizont —, trotzdem wir, als innerhalb der Kopernikanischen Weltanschauung stehend, überzeugt sind, daß die Sonne stillsteht, daß die Sonne sich nicht bewegt, wie wir in diesen unseren Worten widersprechen dem, was wir denken, so können wir gewiß auch sagen für die gewöhnliche Sprache: Ich sehe einen Engel. — In Wahrheit ist es nicht richtig. In Wahrheit müssen wir sagen: Ich fühle mich von einem Engel gesehen oder geschaut. — Der Ausdruck: Das Wesen eines Engels oder das Wesen eines Toten ruht auf mir, für mich fühlbar —, ist ein richtiger Ausspruch vom Standpunkt des Hellsehers. Die Dinge begreift man vielleicht am leichtesten durch Beispiele. Es sei deshalb ein Beispiel aus der wirklich hellsichtigen Beobachtung hier angeführt.

[ 6 ] Ich will versuchen, durch einen Vergleich, der etwas grob klingen mag, klarzumachen, was mit dem eben Gesagten gemeint ist. Versetzen wir uns in das Wesen einer Pflanze und in ihr Verhältnis zu uns, wenn wir die Pflanze wahrnehmen. Wenn die Pflanze bewußt sprechen könnte, müßte sie sagen: Ich werde von den Menschen angeschaut, ich werde von den Menschen wahrgenommen. — Wir sagen: Ich nehme die Pflanze wahr. — Die Pflanze müßte von ihrem Bewußtsein aus sagen: Ich werde von den Menschen wahrgenommen. — Und dieses Gefühl des Wahrgenommenwerdens, des Angeschautwerdens, dieses Gefühl müssen wir uns gegenüber den Wesen des hellsichtigen Feldes aneignen. Wenn wir zum Beispiel sprechen von den Wesenheiten der ersten Hierarchie über uns, der Hierarchie der Angeloi, so müssen wir uns klar sein, daß es, genau gesprochen, nicht richtig ist, zu sagen: Ich nehme einen Engel wahr —, sondern wir müssen sagen: Wir fühlen, ein Engel nimmt uns wahr, oder nimmt mich wahr. — Wie wir sagen: Die Sonne geht auf und bewegt sich um den Horizont —, trotzdem wir, als innerhalb der Kopernikanischen Weltanschauung stehend, überzeugt sind, daß die Sonne stillsteht, daß die Sonne sich nicht bewegt, wie wir in diesen unseren Worten widersprechen dem, was wir denken, so können wir gewiß auch sagen für die gewöhnliche Sprache: Ich sehe einen Engel. — In Wahrheit ist es nicht richtig. In Wahrheit müssen wir sagen: Ich fühle mich von einem Engel gesehen oder geschaut. — Der Ausdruck: Das Wesen eines Engels oder das Wesen eines Toten ruht auf mir, für mich fühlbar —, ist ein richtiger Ausspruch vom Standpunkt des Hellsehers. Die Dinge begreift man vielleicht am leichtesten durch Beispiele. Es sei deshalb ein Beispiel aus der wirklich hellsichtigen Beobachtung hier angeführt.

[ 7 ] Im Beginn unserer geisteswissenschaftlichen Arbeit, es ist jetzt mehr als ein Jahrzehnt her, arbeitete mit uns kurze Zeit eine uns sehr liebe, uns freundschaftlich zugetane Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit war ausgestattet nicht nur mit einem enthusiastischen Inneren für dasjenige, was wir damals im Beginne der geisteswissenschaftlichen Bewegung ihr geben konnten, sondern auch ausgestattet mit einem tiefen künstlerischen Gefühl und Empfinden und einer bedeutungsvollen künstlerischen Auffassung. Diese Persönlichkeit, man mußte sie liebgewinnen, ich möchte sagen, mit einer Liebe, die man objektiv nennen kann, wegen der bei ihr charakterisierten Eigenschaften. Sie verließ dann, nachdem sie verhältnismäßig kurze Zeit mit uns gearbeitet hatte und sich einen wirklich großen Teil unserer damaligen geisteswissenschaftlichen Ergebnisse angeeignet hatte, den physischen Plan. Es ist nicht nötig, daß ich nun die nächsten vier bis fünf Jahre nach dem Tode der betreffenden Persönlichkeit in bezug auf sie berühre, sondern ich will gleich erzählen von demjenigen, was vorging, nachdem vier bis fünf Jahre nach dem physischen Tod der betreffenden Persönlichkeit verflossen waren. Es kam das Jahr 1909, in dem wir begannen in München mit unseren Mysterienspielen, die wir beginnen konnten zu unserer großen Freude mit den «Kindern des Luzifer» unseres hochverehrten Edouard Schuré. Wie man auch denken mag über das gut oder schlecht, wie wir diese Mysterienspiele damals und dann im Laufe der Jahre aufgeführt haben, wir mußten sie aufführen, wie wir sie eben aufgeführt haben. Was ich aber sagen darf, das ist, daß wir unter den Verhältnissen, unter denen die Aufführungen geleistet werden mußten, einen Impuls aus der spirituellen Welt, auch für das Künstlerische, das wir verbinden wollten mit den Aufführungen, brauchten. Nun kann ich Ihnen die bestimmteste Versicherung geben, daß schon damals, 1909, aber insbesondere immer bedeutsamer und bedeutsamer in den nachfolgenden Jahren, ich von neuem immer fühlte einen bestimmten spirituellen Impuls, wenn ich daran ging, das Szenische und die ganze Einrichtung der betreffenden Aufführungen zu arrangieren. Wir wollen uns noch durch folgendes verständigen. Wenn man irgend etwas zu tun hat auf dem physischen Plan, so braucht man dazu nicht nur die Geisteskraft, die Talente, sondern man braucht auch seine Muskeln zur Arbeit auf dem physischen Plan. Diese Muskeln sind etwas, was uns objektiv zu Hilfe kommt, etwas, was uns gegeben ist im Gegensatz zu den Geisteskräften, in denen wir selbst darinnen leben. Bei demjenigen nun, wo Spirituelles in Betracht kommt, brauchen wir, so wie wir zum physischen Handeln Muskelkraft brauchen, spirituelle Kräfte, die aus der geistigen Welt herauskommen und sich mit unseren eigenen Kräften verbinden. In dem Falle, den ich angeführt habe, war es so, daß mit zunehmenden Jahren für die künstlerische Ausgestaltung der Münchner Spiele immer mehr und mehr in das, was ich selbst zu tun hatte, was ich zu tun hatte für meine Mitarbeiter, hineinfloß der Impuls, der ausging von der vorher angeführten Persönlichkeit, die seit dem Jahre 1904 den physischen Plan verlassen hat. Wollte ich richtig ausdrücken, um was es sich handelt, so hatte ich mir zu sagen: In deine Intentionen, in deine Verrichtungen fließt herein der Impuls, der von dieser Persönlichkeit vom spirituellen Plan herunterkommt. Sie ist die Schutzpatronin desjenigen, um was es sich dabei handelt.

[ 7 ] Im Beginn unserer geisteswissenschaftlichen Arbeit, es ist jetzt mehr als ein Jahrzehnt her, arbeitete mit uns kurze Zeit eine uns sehr liebe, uns freundschaftlich zugetane Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit war ausgestattet nicht nur mit einem enthusiastischen Inneren für dasjenige, was wir damals im Beginne der geisteswissenschaftlichen Bewegung ihr geben konnten, sondern auch ausgestattet mit einem tiefen künstlerischen Gefühl und Empfinden und einer bedeutungsvollen künstlerischen Auffassung. Diese Persönlichkeit, man mußte sie liebgewinnen, ich möchte sagen, mit einer Liebe, die man objektiv nennen kann, wegen der bei ihr charakterisierten Eigenschaften. Sie verließ dann, nachdem sie verhältnismäßig kurze Zeit mit uns gearbeitet hatte und sich einen wirklich großen Teil unserer damaligen geisteswissenschaftlichen Ergebnisse angeeignet hatte, den physischen Plan. Es ist nicht nötig, daß ich nun die nächsten vier bis fünf Jahre nach dem Tode der betreffenden Persönlichkeit in bezug auf sie berühre, sondern ich will gleich erzählen von demjenigen, was vorging, nachdem vier bis fünf Jahre nach dem physischen Tod der betreffenden Persönlichkeit verflossen waren. Es kam das Jahr 1909, in dem wir begannen in München mit unseren Mysterienspielen, die wir beginnen konnten zu unserer großen Freude mit den «Kindern des Luzifer» unseres hochverehrten Edouard Schuré. Wie man auch denken mag über das gut oder schlecht, wie wir diese Mysterienspiele damals und dann im Laufe der Jahre aufgeführt haben, wir mußten sie aufführen, wie wir sie eben aufgeführt haben. Was ich aber sagen darf, das ist, daß wir unter den Verhältnissen, unter denen die Aufführungen geleistet werden mußten, einen Impuls aus der spirituellen Welt, auch für das Künstlerische, das wir verbinden wollten mit den Aufführungen, brauchten. Nun kann ich Ihnen die bestimmteste Versicherung geben, daß schon damals, 1909, aber insbesondere immer bedeutsamer und bedeutsamer in den nachfolgenden Jahren, ich von neuem immer fühlte einen bestimmten spirituellen Impuls, wenn ich daran ging, das Szenische und die ganze Einrichtung der betreffenden Aufführungen zu arrangieren. Wir wollen uns noch durch folgendes verständigen. Wenn man irgend etwas zu tun hat auf dem physischen Plan, so braucht man dazu nicht nur die Geisteskraft, die Talente, sondern man braucht auch seine Muskeln zur Arbeit auf dem physischen Plan. Diese Muskeln sind etwas, was uns objektiv zu Hilfe kommt, etwas, was uns gegeben ist im Gegensatz zu den Geisteskräften, in denen wir selbst darinnen leben. Bei demjenigen nun, wo Spirituelles in Betracht kommt, brauchen wir, so wie wir zum physischen Handeln Muskelkraft brauchen, spirituelle Kräfte, die aus der geistigen Welt herauskommen und sich mit unseren eigenen Kräften verbinden. In dem Falle, den ich angeführt habe, war es so, daß mit zunehmenden Jahren für die künstlerische Ausgestaltung der Münchner Spiele immer mehr und mehr in das, was ich selbst zu tun hatte, was ich zu tun hatte für meine Mitarbeiter, hineinfloß der Impuls, der ausging von der vorher angeführten Persönlichkeit, die seit dem Jahre 1904 den physischen Plan verlassen hat. Wollte ich richtig ausdrücken, um was es sich handelt, so hatte ich mir zu sagen: In deine Intentionen, in deine Verrichtungen fließt herein der Impuls, der von dieser Persönlichkeit vom spirituellen Plan herunterkommt. Sie ist die Schutzpatronin desjenigen, um was es sich dabei handelt.

[ 8 ] So fühlen wir richtig, auch gegenüber einer verstorbenen Persönlichkeit, wenn wir uns bewußt sind: Ihr geistiges Auge — der Ausdruck sei erlaubt —, ihre Kräfte ruhen auf uns, sie fließen in unsere Kräfte ein, sie sehen uns an, sie handeln in uns herein. — Um solch ein geistiges Faktum in der richtigen Weise zu erleben, dazu ist vor allen Dingen notwendig eine ganz bestimmte Art von Selbstlosigkeit und Liebefähigkeit. Deshalb hob ich hervor, daß man die betreffende Persönlichkeit wegen ihrer Eigenschaften gleichsam objektiv lieben konnte, sie heben mußte, weil sie so war. Eine subjektive Liebe, eine Liebe, die aus den persönlichen Bedürfnissen hervorgeht und die leicht egoistisch sein kann, eine solche Liebe kann unter Umständen uns hindern, das richtige Verhältnis zu einer solchen toten Persönlichkeit zu finden. Und der Unterschied der richtigen Liebe, der selbstlosen Liebe, die wir solch einem verstorbenen Wesen entgegenbringen, von der selbstsüchtigen Liebe, der tritt wirklich in der hellsichtigen Erfahrung zutage.

[ 8 ] So fühlen wir richtig, auch gegenüber einer verstorbenen Persönlichkeit, wenn wir uns bewußt sind: Ihr geistiges Auge — der Ausdruck sei erlaubt —, ihre Kräfte ruhen auf uns, sie fließen in unsere Kräfte ein, sie sehen uns an, sie handeln in uns herein. — Um solch ein geistiges Faktum in der richtigen Weise zu erleben, dazu ist vor allen Dingen notwendig eine ganz bestimmte Art von Selbstlosigkeit und Liebefähigkeit. Deshalb hob ich hervor, daß man die betreffende Persönlichkeit wegen ihrer Eigenschaften gleichsam objektiv lieben konnte, sie heben mußte, weil sie so war. Eine subjektive Liebe, eine Liebe, die aus den persönlichen Bedürfnissen hervorgeht und die leicht egoistisch sein kann, eine solche Liebe kann unter Umständen uns hindern, das richtige Verhältnis zu einer solchen toten Persönlichkeit zu finden. Und der Unterschied der richtigen Liebe, der selbstlosen Liebe, die wir solch einem verstorbenen Wesen entgegenbringen, von der selbstsüchtigen Liebe, der tritt wirklich in der hellsichtigen Erfahrung zutage.

[ 9 ] Nehmen wir an, solch eine Persönlichkeit sollte uns nach ihrem Tode helfen und wir könnten nicht eine wirklich selbstlose Liebe zu ihr aufbringen, dann würde die Strömung, die von ihr ausgeht, indem sie ihr geistiges Auge und ihren geistigen Willen auf uns richtet, wie brennen, sie würde ein für uns stechendes, brennendes Gefühl in der Seele erzeugen. Wenn wir eine wirklich selbstlose Liebe aufbringen und bewahren können, die wir einem Toten entgegenbringen, dann kommt die Strömung, der gleichsam geistige Blick, der von einer solchen Persönlichkeit ausgeht, wie warme Milde über unsere Seele, und die warme Milde gießt sich in dasjenige, was wir denken, in dasjenige, was wir vorstellen, fühlen und wollen. Und in diesem Fühlen erkennt man die verstorbene Persönlichkeit, nicht an der unmittelbaren Gestalt, denn sie kann eine Gestalt annehmen, die uns gerade naheliegt und sich durch diese naheliegende Gestalt ausdrückt. Die Gestalten, in denen uns die Wesen der höheren Welt erscheinen — und ein Toter ist nach dem Tode ein Wesen eben der höheren, der geistigen Welt —, diese Gestalt hängt ab von unserer subjektiven Beschaffenheit, von dem, was wir gewohnt sind zu sehen, zu denken, zu fühlen. Die Art, wie wir dem Wesen, das in der Gestalt sich ausdrückt, gegenüber fühlen, empfinden, wie wir aufnehmen das, was von dem Wesen ausgeht, das ist die Realität. Wie auch immer die Jungfrau von Orleans sprechen konnte von den Gestalten, in denen ihr die Wesen der höheren Welt erschienen, der Okkultist, der die Dinge zu untersuchen in der Lage ist, weiß, daß hinter diesen Gestalten immer der Genius der französischen Nation war.

[ 9 ] Nehmen wir an, solch eine Persönlichkeit sollte uns nach ihrem Tode helfen und wir könnten nicht eine wirklich selbstlose Liebe zu ihr aufbringen, dann würde die Strömung, die von ihr ausgeht, indem sie ihr geistiges Auge und ihren geistigen Willen auf uns richtet, wie brennen, sie würde ein für uns stechendes, brennendes Gefühl in der Seele erzeugen. Wenn wir eine wirklich selbstlose Liebe aufbringen und bewahren können, die wir einem Toten entgegenbringen, dann kommt die Strömung, der gleichsam geistige Blick, der von einer solchen Persönlichkeit ausgeht, wie warme Milde über unsere Seele, und die warme Milde gießt sich in dasjenige, was wir denken, in dasjenige, was wir vorstellen, fühlen und wollen. Und in diesem Fühlen erkennt man die verstorbene Persönlichkeit, nicht an der unmittelbaren Gestalt, denn sie kann eine Gestalt annehmen, die uns gerade naheliegt und sich durch diese naheliegende Gestalt ausdrückt. Die Gestalten, in denen uns die Wesen der höheren Welt erscheinen — und ein Toter ist nach dem Tode ein Wesen eben der höheren, der geistigen Welt —, diese Gestalt hängt ab von unserer subjektiven Beschaffenheit, von dem, was wir gewohnt sind zu sehen, zu denken, zu fühlen. Die Art, wie wir dem Wesen, das in der Gestalt sich ausdrückt, gegenüber fühlen, empfinden, wie wir aufnehmen das, was von dem Wesen ausgeht, das ist die Realität. Wie auch immer die Jungfrau von Orleans sprechen konnte von den Gestalten, in denen ihr die Wesen der höheren Welt erschienen, der Okkultist, der die Dinge zu untersuchen in der Lage ist, weiß, daß hinter diesen Gestalten immer der Genius der französischen Nation war.

[ 10 ] Ich habe Ihnen geschildert, wie man lernt fühlen, wie der Blick der geistigen Wesen auf einem ruht, wie ihr Wille sich in unsere eigene Seele hineinergießt. Indem man dieses lernt, lernt man dasjenige, was für das Hellsehen analog ist dem physischen Lesenlernen. Jemand, der nichts anderes wollte, als seine Visionen beschreiben, der wäre gleich einem Menschen, der die Form der Buchstaben auf dem Papier beschriebe und nicht auf dasjenige hinwiese, was er durch die Buchstaben und Worte liest. Sie sehen daraus, wie unendlich nahe es liegt, gegenüber den Erfahrungen des hellsichtigen Feldes vorurteilsvoll zu sein. Denn das nächste ist natürlich, daß man den Hauptwert darauf legt, die Form der Vision zu beschreiben, während tatsächlich es darauf ankommt, was hinter dem Schleier des Visionären liegt und sich durch die Bilder der Visionen zum Ausdruck bringt. So ist es notwendig, sich vorzustellen, daß die Seele eintaucht, indem sie sich okkult entwickelt, in ganz bestimmte Stimmungen, innere Verfassungen, die sich unterscheiden von den Stimmungen und Verfassungen des gewöhnlichen Lebens. Wir können sagen: In dem Augenblick, wo wir durch unsere okkulten Übungen soweit sind, daß die Berührung, die für den physischen Plan charakteristisch ist, aufhört, und daß aufhört charakteristisch zu sein die Gestalt für das Ich des betreffenden Wesens, daß in dem Augenblick wir in der Welt sind, in der wir fähig werden, die Hierarchie der Angeloi wahrzunehmen und die Hierarchie, wir können auch sagen die Hierarchien, der verstorbenen Menschen wahrzunehmen. Eine Veränderung erfährt dann, wenn das Berührungsgefühl und die Identifizierung des Ich durch die Gestalt aufhört, unser Denken, unser Leben in Gedanken. Gedanken in dem Sinne, wie wir sie hier in der physischen Welt haben, haben wir dann gar nicht mehr. Jeder Gedanke nimmt in dieser Welt die Form einer Elementarwesenheit an, wird Wesenheit. In der physischen Welt widersprechen sich die Gedanken oder stimmen miteinander überein. In der Welt, in die wir da eintreten, bekämpfen sich die Gedanken als wirkliche Wesenheiten. Sie lieben einander oder sie hassen einander. Wir leben uns sogleich hinein in eine Welt vieler Gedankenwesen. Und dasjenige, wofür wir gewohnt sind, das Wort «Leben» zu gebrauchen, das fühlen wir wirklich darinnen in den lebendigen Gedanken, die Lebewesen sind. Leben und Gedanken haben sich miteinander verbunden, während in der physischen Welt Leben und Gedanken vollständig voneinander getrennt sind. Wenn man als physischer Mensch spricht, jemandem seine Gedanken mitteilt, dann hat man das Gefühl: Deine Gedanken kommen aus deiner Seele heraus, du mußt dich im Moment an deine Gedanken erinnern. Wenn man als Okkultist spricht, wirklich als Okkultist spricht, nicht bloß aus der Erinnerung mitteilt das, was man erlebt hat, so muß man das Gefühl haben: Deine Gedanken kommen als lebendige Wesen herauf, und du mußt froh sein, wenn im richtigen Moment du begnadet wirst, daß der Gedanke herankommt als ein wirkliches Wesen.

[ 10 ] Ich habe Ihnen geschildert, wie man lernt fühlen, wie der Blick der geistigen Wesen auf einem ruht, wie ihr Wille sich in unsere eigene Seele hineinergießt. Indem man dieses lernt, lernt man dasjenige, was für das Hellsehen analog ist dem physischen Lesenlernen. Jemand, der nichts anderes wollte, als seine Visionen beschreiben, der wäre gleich einem Menschen, der die Form der Buchstaben auf dem Papier beschriebe und nicht auf dasjenige hinwiese, was er durch die Buchstaben und Worte liest. Sie sehen daraus, wie unendlich nahe es liegt, gegenüber den Erfahrungen des hellsichtigen Feldes vorurteilsvoll zu sein. Denn das nächste ist natürlich, daß man den Hauptwert darauf legt, die Form der Vision zu beschreiben, während tatsächlich es darauf ankommt, was hinter dem Schleier des Visionären liegt und sich durch die Bilder der Visionen zum Ausdruck bringt. So ist es notwendig, sich vorzustellen, daß die Seele eintaucht, indem sie sich okkult entwickelt, in ganz bestimmte Stimmungen, innere Verfassungen, die sich unterscheiden von den Stimmungen und Verfassungen des gewöhnlichen Lebens. Wir können sagen: In dem Augenblick, wo wir durch unsere okkulten Übungen soweit sind, daß die Berührung, die für den physischen Plan charakteristisch ist, aufhört, und daß aufhört charakteristisch zu sein die Gestalt für das Ich des betreffenden Wesens, daß in dem Augenblick wir in der Welt sind, in der wir fähig werden, die Hierarchie der Angeloi wahrzunehmen und die Hierarchie, wir können auch sagen die Hierarchien, der verstorbenen Menschen wahrzunehmen. Eine Veränderung erfährt dann, wenn das Berührungsgefühl und die Identifizierung des Ich durch die Gestalt aufhört, unser Denken, unser Leben in Gedanken. Gedanken in dem Sinne, wie wir sie hier in der physischen Welt haben, haben wir dann gar nicht mehr. Jeder Gedanke nimmt in dieser Welt die Form einer Elementarwesenheit an, wird Wesenheit. In der physischen Welt widersprechen sich die Gedanken oder stimmen miteinander überein. In der Welt, in die wir da eintreten, bekämpfen sich die Gedanken als wirkliche Wesenheiten. Sie lieben einander oder sie hassen einander. Wir leben uns sogleich hinein in eine Welt vieler Gedankenwesen. Und dasjenige, wofür wir gewohnt sind, das Wort «Leben» zu gebrauchen, das fühlen wir wirklich darinnen in den lebendigen Gedanken, die Lebewesen sind. Leben und Gedanken haben sich miteinander verbunden, während in der physischen Welt Leben und Gedanken vollständig voneinander getrennt sind. Wenn man als physischer Mensch spricht, jemandem seine Gedanken mitteilt, dann hat man das Gefühl: Deine Gedanken kommen aus deiner Seele heraus, du mußt dich im Moment an deine Gedanken erinnern. Wenn man als Okkultist spricht, wirklich als Okkultist spricht, nicht bloß aus der Erinnerung mitteilt das, was man erlebt hat, so muß man das Gefühl haben: Deine Gedanken kommen als lebendige Wesen herauf, und du mußt froh sein, wenn im richtigen Moment du begnadet wirst, daß der Gedanke herankommt als ein wirkliches Wesen.

[ 11 ] Um die Sache klarzumachen, will ich zweierlei anführen. Redet man als physischer Mensch aus seinen Gedanken heraus, so wird man, wenn man zum Beispiel als Vortragender einen Vortrag zum dreißigsten Male hält, leichter reden, als man geredet hat, wie man ihn zum ersten Male hielt. Indem man als Okkultist redet, müssen immer die Gedanken wirklich herankommen, und sie verlassen einen wieder. Und genau wie ein Mensch, der uns das dreißigste Mal besucht, jedesmal dieselbe Arbeit verrichten muß, wie er, wenn er uns dreißigmal besucht, auch dreißigmal den Weg machen muß, so muß der Gedanke, den wir das dreißigste Mal mitteilen als lebendigen Gedanken, dreißigmal an uns herankommen, herankommen genau wie beim ersten Male, und die Erinnerung nützt uns dabei nicht das geringste.

[ 11 ] Um die Sache klarzumachen, will ich zweierlei anführen. Redet man als physischer Mensch aus seinen Gedanken heraus, so wird man, wenn man zum Beispiel als Vortragender einen Vortrag zum dreißigsten Male hält, leichter reden, als man geredet hat, wie man ihn zum ersten Male hielt. Indem man als Okkultist redet, müssen immer die Gedanken wirklich herankommen, und sie verlassen einen wieder. Und genau wie ein Mensch, der uns das dreißigste Mal besucht, jedesmal dieselbe Arbeit verrichten muß, wie er, wenn er uns dreißigmal besucht, auch dreißigmal den Weg machen muß, so muß der Gedanke, den wir das dreißigste Mal mitteilen als lebendigen Gedanken, dreißigmal an uns herankommen, herankommen genau wie beim ersten Male, und die Erinnerung nützt uns dabei nicht das geringste.

[ 12 ] Wenn man als physischer Mensch seine Gedanken äußert, und es ist unter den Zuhörern in irgendeiner Ecke jemand, der denkt: Ich mag den Unsinn, den der da redet, nicht, ich hasse ihn —, so wird einen physischen Menschen das nicht besonders beirren. Man hat vielleicht so und so oft seine Gedanken vorbereitet und spricht sie aus, ganz gleichgültig, ob in irgendeiner Ecke jemand mit guten oder schlimmen Gedanken sitzt. Wenn man als Okkultist seine Gedanken herankommen läßt, so kann es wohl sein, daß der Gedanke aufgehalten wird von irgend jemand, der ihn haßt, oder von jemand, der den Redner haßt. Und es müssen dann erst überwunden werden die Kräfte, mit denen der Gedanke zum Beispiel in demselben Raum zurückgehalten wird, weil man es mit einem lebendigen Wesen zu tun hat und nicht mit einem abstrakten Gedanken.

[ 12 ] Wenn man als physischer Mensch seine Gedanken äußert, und es ist unter den Zuhörern in irgendeiner Ecke jemand, der denkt: Ich mag den Unsinn, den der da redet, nicht, ich hasse ihn —, so wird einen physischen Menschen das nicht besonders beirren. Man hat vielleicht so und so oft seine Gedanken vorbereitet und spricht sie aus, ganz gleichgültig, ob in irgendeiner Ecke jemand mit guten oder schlimmen Gedanken sitzt. Wenn man als Okkultist seine Gedanken herankommen läßt, so kann es wohl sein, daß der Gedanke aufgehalten wird von irgend jemand, der ihn haßt, oder von jemand, der den Redner haßt. Und es müssen dann erst überwunden werden die Kräfte, mit denen der Gedanke zum Beispiel in demselben Raum zurückgehalten wird, weil man es mit einem lebendigen Wesen zu tun hat und nicht mit einem abstrakten Gedanken.

[ 13 ] Ich führe diese beiden Dinge an, um zu zeigen, wie man sofort untertaucht, wenn man ins hellsichtige Feld hineinkommt, in ein lebendiges Leben und Weben der Gedanken. Die Gedanken sind wie aus dem Subjektiven herausgegangen, und man selbst ist aus sich herausgegangen und lebt draußen, ich möchte sagen, in der weiten Welt. Indem man in dieser Welt der lebenden und webenden Gedanken lebt, ist man in der Welt der Hierarchie der Angeloi und man könnte sagen: Wie unsere physische Welt überall erfüllt ist von Luft, wohin wir auch gehen, so ist diese Welt der Hierarchie der Angeloi überall erfüllt von jener milden Wärme, die vorhin erwähnt worden ist und die ausströmt von den Wesen der Hierarchie der Angeloi. Wenn wir uns durch unsere innere Entwickelung dieser Art zu der Möglichkeit erheben, zu leben in der geistigen Atmosphäre strömender Milde, so, kann man sagen, kann man auf der eigenen Seele ruhen fühlen die geistigen Augen der Hierarchie der Angeloi.

[ 13 ] Ich führe diese beiden Dinge an, um zu zeigen, wie man sofort untertaucht, wenn man ins hellsichtige Feld hineinkommt, in ein lebendiges Leben und Weben der Gedanken. Die Gedanken sind wie aus dem Subjektiven herausgegangen, und man selbst ist aus sich herausgegangen und lebt draußen, ich möchte sagen, in der weiten Welt. Indem man in dieser Welt der lebenden und webenden Gedanken lebt, ist man in der Welt der Hierarchie der Angeloi und man könnte sagen: Wie unsere physische Welt überall erfüllt ist von Luft, wohin wir auch gehen, so ist diese Welt der Hierarchie der Angeloi überall erfüllt von jener milden Wärme, die vorhin erwähnt worden ist und die ausströmt von den Wesen der Hierarchie der Angeloi. Wenn wir uns durch unsere innere Entwickelung dieser Art zu der Möglichkeit erheben, zu leben in der geistigen Atmosphäre strömender Milde, so, kann man sagen, kann man auf der eigenen Seele ruhen fühlen die geistigen Augen der Hierarchie der Angeloi.

[ 14 ] Versuchen wir noch von einer anderen Seite dieselbe Sache zu charakterisieren. In unserem physischen Leben haben wir Ideale. Wir denken diese Ideale in Abstraktionen. Indem wir sie denken, fühlen wir uns verpflichtet, ihnen zu folgen. Sobald wir in das Feld der hellsichtigen Beobachtung eintreten, gibt es nicht abstrakte Ideale. Die abstrakten Ideale sind dort lebende Wesen, die Wesen der Hierarchie der Angeloi. Diese Ideale fließen, man möchte sagen, auf uns mit Wärme blickend, durch den geistigen Raum in der Gestalt eines Wesens der Hierarchie der Angeloi.

[ 14 ] Versuchen wir noch von einer anderen Seite dieselbe Sache zu charakterisieren. In unserem physischen Leben haben wir Ideale. Wir denken diese Ideale in Abstraktionen. Indem wir sie denken, fühlen wir uns verpflichtet, ihnen zu folgen. Sobald wir in das Feld der hellsichtigen Beobachtung eintreten, gibt es nicht abstrakte Ideale. Die abstrakten Ideale sind dort lebende Wesen, die Wesen der Hierarchie der Angeloi. Diese Ideale fließen, man möchte sagen, auf uns mit Wärme blickend, durch den geistigen Raum in der Gestalt eines Wesens der Hierarchie der Angeloi.

[ 15 ] In der physischen Welt können wir vielleicht ein Ideal haben, wir können wissen davon, aber wir können uns dieses Wissens nicht bedienen, sondern werden vielleicht durch Leidenschaft, durch Gefühl, durch Empfindung veranlaßt, uns um das Ideal gleichsam herumzudrücken. In der Welt des hellsichtigen Feldes ist das anders. Wenn wir irgendein Ideal, von dem wir wissen können, nicht beachten, so fühlen wir: Ein auf uns ruhender geistiger Blick eines Wesens der Hierarchie der Angeloi macht uns einen Vorwurf, und der Vorwurf brennt. So ist die Nichtbeachtung eines Ideals in der geistigen Welt eine reale Tatsache, die Tatsache, daß uns ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi einen Vorwurf macht. Und die Eigentümlichkeit in der Welt, von der ich jetzt gesprochen habe, ist die, daß wir, durch das Ruhen des geistigen Blickes eines solchen Wesens aus der Hierarchie der Angeloi auf uns, den Vorwurf fühlen. Indem wir von dem Wesen angeschaut werden, fühlen wir den Vorwurf. Das Anschauen ist zugleich das Fühlen des Vorwurfes. Sie sehen daraus, daß ein Weg, um in die Welt der Hierarchie der Angelo: hineinzukommen, der sein kann, Idealen gegenüber real fühlen zu lernen. Halten wir unser Bewußtsein nur auf dem physischen Plan, so werden wir in der folgenden Weise denken: Ich finde, dies ist irgendein Ideal, das ich erkannt habe, aber ich bin zu bequem, ihm zu folgen. Wenn ich ihm nicht folge, nun, dann ist nichts geschehen. — Nehmen wir an, wir lernen anders fühlen, so fühlen, daß, wenn wir von irgendeinem Ideal wissen und, ohne daß irgendwie eine andere Konsequenz eintritt als diese, daß wir ihm nicht gefolgt sind, wir uns sagen: Folgst du diesem Ideal nicht, so ist die Welt, nachdem du ihm nicht gefolgt bist, anders geworden, als sie wäre, wenn du ihm gefolgt wärest. — Gewöhnen wir uns an, in der Nichtbefolgung unserer Ideale etwas Wirkliches zu sehen und verwandeln wir dies in ein reales Gefühl, dann sind wir auf dem Wege in die Hierarchie der Angeloi hinein. So zeigt sich uns in der Möglichkeit der Umwandlung unserer Empfindung, der Verlebendigung unserer Empfindungen, die Möglichkeit, mit der Seele hineinzuwachsen in die höheren Welten.

[ 15 ] In der physischen Welt können wir vielleicht ein Ideal haben, wir können wissen davon, aber wir können uns dieses Wissens nicht bedienen, sondern werden vielleicht durch Leidenschaft, durch Gefühl, durch Empfindung veranlaßt, uns um das Ideal gleichsam herumzudrücken. In der Welt des hellsichtigen Feldes ist das anders. Wenn wir irgendein Ideal, von dem wir wissen können, nicht beachten, so fühlen wir: Ein auf uns ruhender geistiger Blick eines Wesens der Hierarchie der Angeloi macht uns einen Vorwurf, und der Vorwurf brennt. So ist die Nichtbeachtung eines Ideals in der geistigen Welt eine reale Tatsache, die Tatsache, daß uns ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi einen Vorwurf macht. Und die Eigentümlichkeit in der Welt, von der ich jetzt gesprochen habe, ist die, daß wir, durch das Ruhen des geistigen Blickes eines solchen Wesens aus der Hierarchie der Angeloi auf uns, den Vorwurf fühlen. Indem wir von dem Wesen angeschaut werden, fühlen wir den Vorwurf. Das Anschauen ist zugleich das Fühlen des Vorwurfes. Sie sehen daraus, daß ein Weg, um in die Welt der Hierarchie der Angelo: hineinzukommen, der sein kann, Idealen gegenüber real fühlen zu lernen. Halten wir unser Bewußtsein nur auf dem physischen Plan, so werden wir in der folgenden Weise denken: Ich finde, dies ist irgendein Ideal, das ich erkannt habe, aber ich bin zu bequem, ihm zu folgen. Wenn ich ihm nicht folge, nun, dann ist nichts geschehen. — Nehmen wir an, wir lernen anders fühlen, so fühlen, daß, wenn wir von irgendeinem Ideal wissen und, ohne daß irgendwie eine andere Konsequenz eintritt als diese, daß wir ihm nicht gefolgt sind, wir uns sagen: Folgst du diesem Ideal nicht, so ist die Welt, nachdem du ihm nicht gefolgt bist, anders geworden, als sie wäre, wenn du ihm gefolgt wärest. — Gewöhnen wir uns an, in der Nichtbefolgung unserer Ideale etwas Wirkliches zu sehen und verwandeln wir dies in ein reales Gefühl, dann sind wir auf dem Wege in die Hierarchie der Angeloi hinein. So zeigt sich uns in der Möglichkeit der Umwandlung unserer Empfindung, der Verlebendigung unserer Empfindungen, die Möglichkeit, mit der Seele hineinzuwachsen in die höheren Welten.

[ 16 ] Wir können, indem wir unsere Anstrengung des esoterischen Übens weiter fortsetzen, auch in eine höhere Welt noch hinaufwachsen, in die Welt der Hierarchie der Archangeloi. Dem Engel gegenüber fühlen wir, wenn wir ihm nicht folgen, seinen Vorwurf; dem Archangelos gegenüber fühlen wir nicht nur seinen Vorwurf, sondern wir fühlen von ihm ausgehend eine wirkliche Wirkung auf unser eigenes Wesen. Wir können wirklich sagen: Indem wir selbst mit unseren Gedanken und Empfindungen leben in der Welt, die der Hierarchie der Archangeloi angehört, wirkt durch unser Wesen hindurch die Stärke, die Kraft der Archangeloi. — Ich will auch diesen Fall wiederum durch ein Beispiel dem Verständnis nahezubringen versuchen.

[ 16 ] Wir können, indem wir unsere Anstrengung des esoterischen Übens weiter fortsetzen, auch in eine höhere Welt noch hinaufwachsen, in die Welt der Hierarchie der Archangeloi. Dem Engel gegenüber fühlen wir, wenn wir ihm nicht folgen, seinen Vorwurf; dem Archangelos gegenüber fühlen wir nicht nur seinen Vorwurf, sondern wir fühlen von ihm ausgehend eine wirkliche Wirkung auf unser eigenes Wesen. Wir können wirklich sagen: Indem wir selbst mit unseren Gedanken und Empfindungen leben in der Welt, die der Hierarchie der Archangeloi angehört, wirkt durch unser Wesen hindurch die Stärke, die Kraft der Archangeloi. — Ich will auch diesen Fall wiederum durch ein Beispiel dem Verständnis nahezubringen versuchen.

[ 17 ] In den letzten Monaten verloren wir, durch das Hinweggehen vom physischen Plan, einen uns außerordentlich lieben Freund. Der Betreffende, ein tiefer, intimer Dichter, fand sich im Laufe der letzten Zeiten, es waren nahezu fünf Jahre, rasch so weit in unsere anthroposophische Weltauffassung hinein, daß in schöner Weise uns widerklang in seinen intimen Dichtungen der letzten Jahre dasjenige, was er erfühlen konnte eben aus unserer Weltanschauung heraus. Er kämpfte in der ganzen Zeit, im Grunde seitdem er uns angehört und schon früher, mit einem siechen, verfallenden Leibe. Und je mehr der physischeLeibsiech wurde, _ desto mehr lebten sich in seine Seele Dichtungen ein, die unserer Weltanschauung entsprachen. Nach seinem Hinweggang von dem physischen Plan zeigt sich nun das Folgende. Da die Zeit kurz ist, die verflossen, seitdem diese Persönlichkeit den physischen Plan verlassen hat, kann man im Grunde genommen nicht einmal von einem deutlich vorhandenen Bewußtsein bei dieser Individualität sprechen. Trotzdem zeigen sich die ersten Stadien seiner Entwickelung für die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in einer ganz eigenartigen Weise. Der Astralleib, der herausgezogen ist aus dem physischen Leibe, der nun in der geistigen Welt lebt, zeigt in sich die wunderbarsten Tableaux der kosmischen Entwickelung, wie wir sie durch die Geisteswissenschaft kennenlernen können. Aus dem siechen physischen Leibe hat sich herausgezogen ein Astralleib, der bald nach dem Tode, man kann sagen vergleichsweise, so aufleuchtete, daß man auf dem hellsichtigen Felde in ihm ein vollständiges Bild der kosmischen Entwickelung vor sich hatte. Um verständlich zu machen, wie die Sache gemeint ist, möchte ich einen Vergleich gebrauchen. Man kann ein großer Schätzer der Natur sein, man kann alles bewundern, was in der Natur, was in der äußeren physischen Wirklichkeit um uns ausgebreitet ist, und doch gern zu einem wirklich schönen Gemälde gehen, das aus einer anderen Seele heraus dasjenige wieder erschafft, was man draußen in weitem Umfange in der Natur sieht. In ähnlicher Weise kann man das hellsichtige Feld um sich herum haben mit all seinen Geheimnissen und doch innerlich erhoben sein dadurch, daß man aus einem menschlichen Astralleibe, aus einer menschlichen Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist, noch einmal aufleuchten sieht, ich möchte sagen, wie in einem kosmischen Kunstwerk aufleuchten sieht das, was man auf dem hellsichtigen Felde anschaut. Wenn man nun fragt: Wodurch hat sich einimprägniert dem Astralleibe in diesem Falle dasjenige, was er uns zeigt nach dem Tode, seiner selbst jetzt noch unbewußt, später auch ihm bewußt werdend? — so bekommt man die Antwort: Dadurch, daß, während er seine eigene anthroposophische Entwickelung durchmachte, in seine dichterisch-verklärten anthroposophischen Gedanken und Ideen hineinarbeiteten die Wesenheiten aus der Hierarchie der Archangeloi.

[ 17 ] In den letzten Monaten verloren wir, durch das Hinweggehen vom physischen Plan, einen uns außerordentlich lieben Freund. Der Betreffende, ein tiefer, intimer Dichter, fand sich im Laufe der letzten Zeiten, es waren nahezu fünf Jahre, rasch so weit in unsere anthroposophische Weltauffassung hinein, daß in schöner Weise uns widerklang in seinen intimen Dichtungen der letzten Jahre dasjenige, was er erfühlen konnte eben aus unserer Weltanschauung heraus. Er kämpfte in der ganzen Zeit, im Grunde seitdem er uns angehört und schon früher, mit einem siechen, verfallenden Leibe. Und je mehr der physischeLeibsiech wurde, _ desto mehr lebten sich in seine Seele Dichtungen ein, die unserer Weltanschauung entsprachen. Nach seinem Hinweggang von dem physischen Plan zeigt sich nun das Folgende. Da die Zeit kurz ist, die verflossen, seitdem diese Persönlichkeit den physischen Plan verlassen hat, kann man im Grunde genommen nicht einmal von einem deutlich vorhandenen Bewußtsein bei dieser Individualität sprechen. Trotzdem zeigen sich die ersten Stadien seiner Entwickelung für die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in einer ganz eigenartigen Weise. Der Astralleib, der herausgezogen ist aus dem physischen Leibe, der nun in der geistigen Welt lebt, zeigt in sich die wunderbarsten Tableaux der kosmischen Entwickelung, wie wir sie durch die Geisteswissenschaft kennenlernen können. Aus dem siechen physischen Leibe hat sich herausgezogen ein Astralleib, der bald nach dem Tode, man kann sagen vergleichsweise, so aufleuchtete, daß man auf dem hellsichtigen Felde in ihm ein vollständiges Bild der kosmischen Entwickelung vor sich hatte. Um verständlich zu machen, wie die Sache gemeint ist, möchte ich einen Vergleich gebrauchen. Man kann ein großer Schätzer der Natur sein, man kann alles bewundern, was in der Natur, was in der äußeren physischen Wirklichkeit um uns ausgebreitet ist, und doch gern zu einem wirklich schönen Gemälde gehen, das aus einer anderen Seele heraus dasjenige wieder erschafft, was man draußen in weitem Umfange in der Natur sieht. In ähnlicher Weise kann man das hellsichtige Feld um sich herum haben mit all seinen Geheimnissen und doch innerlich erhoben sein dadurch, daß man aus einem menschlichen Astralleibe, aus einer menschlichen Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist, noch einmal aufleuchten sieht, ich möchte sagen, wie in einem kosmischen Kunstwerk aufleuchten sieht das, was man auf dem hellsichtigen Felde anschaut. Wenn man nun fragt: Wodurch hat sich einimprägniert dem Astralleibe in diesem Falle dasjenige, was er uns zeigt nach dem Tode, seiner selbst jetzt noch unbewußt, später auch ihm bewußt werdend? — so bekommt man die Antwort: Dadurch, daß, während er seine eigene anthroposophische Entwickelung durchmachte, in seine dichterisch-verklärten anthroposophischen Gedanken und Ideen hineinarbeiteten die Wesenheiten aus der Hierarchie der Archangeloi.

[ 18 ] Wir können unsere eigenen Fortschritte, die wir machen dadurch, daß wir uns okkult entwickeln, Fortschritte in der Mystik nennen, denn diese Fortschritte sind zunächst innere Fortschritte der Seele. Wir bringen uns, aus unserer gewöhnlichen Persönlichkeit heraus, in eine andere Verfassung unserer Individualität, unseres ganzen Wesens hinein. Stufenweise bringen wir uns in eine andere Verfassung hinein. Dieses innerliche Fortschreiten, dieses immer weiter- und weiterkommen der Seele, man kann es mystischen Fortschritt der Seele nennen, wie es innerlich zunächst erlebt scheint. Was aber innerliche Mystik ist, ist nicht bloß diese Mystik, sondern in dem Augenblick, in dem man sich entwickelt hat zum Wahrnehmen der aus der geistigen Welt herabschauenden Milde, in diesem Augenblick ist man objektiv in der Welt der Angeloi drinnen, es offenbart sich die Welt der Angeloi. Und in dem Augenblick, in dem man erkennen lernt, wie reale Wirkungen von Stärke, von Kraft in uns hineinkommen, in dem Augenblick sind wir in der Welt der Archangeloi darinnen. So bedeutet jede Stufe eines innerlichen mystischen Fortschrittes das Versetztsein in eine andere Welt. Wir können nicht eine bestimmte Stufe mystischer Entwickelung im Inneren erreichen, ohne in eine andere Welt versetzt zu werden.

[ 18 ] Wir können unsere eigenen Fortschritte, die wir machen dadurch, daß wir uns okkult entwickeln, Fortschritte in der Mystik nennen, denn diese Fortschritte sind zunächst innere Fortschritte der Seele. Wir bringen uns, aus unserer gewöhnlichen Persönlichkeit heraus, in eine andere Verfassung unserer Individualität, unseres ganzen Wesens hinein. Stufenweise bringen wir uns in eine andere Verfassung hinein. Dieses innerliche Fortschreiten, dieses immer weiter- und weiterkommen der Seele, man kann es mystischen Fortschritt der Seele nennen, wie es innerlich zunächst erlebt scheint. Was aber innerliche Mystik ist, ist nicht bloß diese Mystik, sondern in dem Augenblick, in dem man sich entwickelt hat zum Wahrnehmen der aus der geistigen Welt herabschauenden Milde, in diesem Augenblick ist man objektiv in der Welt der Angeloi drinnen, es offenbart sich die Welt der Angeloi. Und in dem Augenblick, in dem man erkennen lernt, wie reale Wirkungen von Stärke, von Kraft in uns hineinkommen, in dem Augenblick sind wir in der Welt der Archangeloi darinnen. So bedeutet jede Stufe eines innerlichen mystischen Fortschrittes das Versetztsein in eine andere Welt. Wir können nicht eine bestimmte Stufe mystischer Entwickelung im Inneren erreichen, ohne in eine andere Welt versetzt zu werden.

[ 19 ] Nur wenn wir nicht hineinbringen das, was bezeichnet worden ist als Selbstlosigkeit in diesem Sinn, so geschieht etwas anderes. Nehmen wir zum Beispiel an, wir arbeiten an uns, wir erreichen die Stufe einer solchen Entwickelung, durch die wir durch unsere inneren Fähigkeiten in der Welt der Angeloi leben können. Aber wir sind Selbstlinge, Egoisten, wir sind lieblose Menschen geblieben, dann tragen wir unser für die physische Welt bestimmtes Selbst in die Welt der Angeloi herein. Und anstatt daß wir dann ruhen fühlen den milden Blick und den milden Willen der Angeloi auf uns, fühlen wir diejenigen geistigen Mächte, die durch uns selbst aufsteigen können, die, statt von außen auf uns zu schauen, durch uns aus ihrer, nennen wir es Unterwelt heraus, frei werden, indem wir in eine höhere Welt hinaufgehoben werden. Statt daß uns die Welt der Angeloi überschattet oder überleuchtet besser gesagt, kommt aus uns heraus die entsprechende Welt luziferischer Wesenheiten. Und wenn wir uns unter denselben Bedingungen in die Welt der Archangeloi hinaufleben, so daß wir zwar die Stufe mystischer Entwickelung erreicht haben, durch die wir drinnenstehen können in der Welt der Archangeloi, aber ohne das Gefühl zu entwickeln, durch Gnade empfangen zu wollen die Einflüsse der geistigen Welt, dann tragen wir wiederum unser Selbst hinauf in die Welt der Archangeloi. Und statt daß uns dann innerhalb dieser Welt die Archangeloi durchkraften, durchimprägnieren mit ihren Kräften, statt dessen steigen aus uns heraus und sind um uns herum die Wesenheiten der ahrimanischen Welt, die Welt des Ahriman.

[ 19 ] Nur wenn wir nicht hineinbringen das, was bezeichnet worden ist als Selbstlosigkeit in diesem Sinn, so geschieht etwas anderes. Nehmen wir zum Beispiel an, wir arbeiten an uns, wir erreichen die Stufe einer solchen Entwickelung, durch die wir durch unsere inneren Fähigkeiten in der Welt der Angeloi leben können. Aber wir sind Selbstlinge, Egoisten, wir sind lieblose Menschen geblieben, dann tragen wir unser für die physische Welt bestimmtes Selbst in die Welt der Angeloi herein. Und anstatt daß wir dann ruhen fühlen den milden Blick und den milden Willen der Angeloi auf uns, fühlen wir diejenigen geistigen Mächte, die durch uns selbst aufsteigen können, die, statt von außen auf uns zu schauen, durch uns aus ihrer, nennen wir es Unterwelt heraus, frei werden, indem wir in eine höhere Welt hinaufgehoben werden. Statt daß uns die Welt der Angeloi überschattet oder überleuchtet besser gesagt, kommt aus uns heraus die entsprechende Welt luziferischer Wesenheiten. Und wenn wir uns unter denselben Bedingungen in die Welt der Archangeloi hinaufleben, so daß wir zwar die Stufe mystischer Entwickelung erreicht haben, durch die wir drinnenstehen können in der Welt der Archangeloi, aber ohne das Gefühl zu entwickeln, durch Gnade empfangen zu wollen die Einflüsse der geistigen Welt, dann tragen wir wiederum unser Selbst hinauf in die Welt der Archangeloi. Und statt daß uns dann innerhalb dieser Welt die Archangeloi durchkraften, durchimprägnieren mit ihren Kräften, statt dessen steigen aus uns heraus und sind um uns herum die Wesenheiten der ahrimanischen Welt, die Welt des Ahriman.

[ 20 ] Es scheint zunächst recht schrecklich zu sein, wenn man sagt: Die Welt Luzifers erscheint auf dem Plan der Angeloi, die Welt Ahrimans erscheint auf dem Plan der Archangeloi. Allein in Wirklichkeit ist diese Tatsache durchaus nichts Schreckliches. Luzifer und Ahriman sind unter allen Umständen höhere Wesenheiten als der Mensch selbst. Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit. Das Schreckliche besteht nicht darin, daß wir Luzifer und Ahriman begegnen, sondern es tritt dann ein, wenn wir ihnen begegnen und sie nicht erkennen. Luzifer begegnen in der Welt der Angeloi, bedeutet tatsächlich dem Geist der Schönheit, dem Geist der Freiheit zu begegnen. Aber alles hängt davon ab, daß wir in dem Moment, wo wir eintreten in die Welt der Angeloi, wirklich auch wahrnehmen können Luzifer und seine Scharen. Ebenso ist es in der Welt der Archangeloi für Ahriman. Schrecklich ist das Heraussetzen Luzifers und Ahrimans in den höheren Welten nur dann, wenn wir sie nicht erkennen, indem wir sie heraussetzen, wenn sie also uns beherrschen, ohne daß wir sie bewußt uns gegenüber haben. Darauf kommt es an, daß wir sie bewußt gegenüber haben. So modifiziert sich die Ansicht, die man leicht über Luzifer und Ahriman haben kann, wenn man die Voraussetzungen anschaut, die wir heute geliefert haben. Nehmen wir nun an, wir hätten uns durch unsere mystische Entwickelung zum Felde der Angeloi hinaufentwickelt und wären fähig geworden, in der Welt der Angeloi wirklich drinnen zu leben. Wenn wir nun wirklich fruchtbaren Okkultismus treiben wollen auf dem Feld der Angeloi, so müssen wir in dem Augenblick, wo wir erwarten, die Angeloi ruhen mit ihrem geistigen Blick auf uns, fragen: Wo ist Luzifer? — Der muß da sein! Denn, wenn wir nicht antworten können auf die Frage: Wo ist Luzifer? — dann ist er in uns. Er muß aber außer uns sein in diesem Felde, wir müssen ihm gegenüberstehen. Darauf kommt es an. Nicht bloß um die Fakten hervorzuheben, die ich hervorgehoben habe in bezug auf Luzifer und Ahriman, in bezug auf Angeloi und Archangeloi, sondern um eine Eigentümlichkeit in der Offenbarung der höheren Welt auseinanderzusetzen, habe ich das Betreffende ausgeführt. Vom Gesichtspunkte des physischen Planes aus gesprochen, kann man leicht dazu verführt sein zu sagen: Luzifer und Ahriman sind böse Mächte. Sobald man in die höhere Welt eindringt, hat dieses Wort: Luzifer und Ahriman seien böse Mächte — keine Bedeutung mehr. Luzifer und Ahriman müssen da sein auf dem hellsichtigen Felde, wie die Angeloi und die Archangeloi da sein müssen. Nun besteht aber in der Tat ein gewisser Unterschied in dem Gewahrwerden der Angeloi und Archangeloi und dem Gewahrwerden Luzifers und Ahrimans. Ich habe ausgeführt: Die Engel nehmen wir wahr, indem wir ihre Gestalt nicht maßgebend für sie ansehen, sondern ihre in uns einfließende Milde. Die Archangeloi nehmen wir wahr wiederum, indem wir nicht ihre Gestalt als das Maßgebende wahrnehmen, sondern indem wir lassen ihre Stärke, ihre Kraft in unser Gefühl, in unseren Willen einströmen. Luzifer und Ahriman, die sind in der geistigen Welt wie Gestalten, Gestalten, die nur ins Geistige übersetzt sind, die nicht Berührung liefern, aber wie Gestalten, die man ansprechen kann als vergeistigte Wiederholungen der physischen Welt. Sie sehen daraus, daß es wichtig ist, uns anzueignen in unserer mystischen hellsichtigen Entwickelung nicht nur die Fähigkeit, Gestalten zu sehen in der höheren Welt, sondern das Bewußtsein zu entwickeln: Du wirst beschaut, auf dir ruht höherer Wille. Dieses letztere Bewußtsein muß hinzukommen zu dem Bewußtsein, hellsichtig Gestalten zu sehen.

[ 20 ] Es scheint zunächst recht schrecklich zu sein, wenn man sagt: Die Welt Luzifers erscheint auf dem Plan der Angeloi, die Welt Ahrimans erscheint auf dem Plan der Archangeloi. Allein in Wirklichkeit ist diese Tatsache durchaus nichts Schreckliches. Luzifer und Ahriman sind unter allen Umständen höhere Wesenheiten als der Mensch selbst. Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit. Das Schreckliche besteht nicht darin, daß wir Luzifer und Ahriman begegnen, sondern es tritt dann ein, wenn wir ihnen begegnen und sie nicht erkennen. Luzifer begegnen in der Welt der Angeloi, bedeutet tatsächlich dem Geist der Schönheit, dem Geist der Freiheit zu begegnen. Aber alles hängt davon ab, daß wir in dem Moment, wo wir eintreten in die Welt der Angeloi, wirklich auch wahrnehmen können Luzifer und seine Scharen. Ebenso ist es in der Welt der Archangeloi für Ahriman. Schrecklich ist das Heraussetzen Luzifers und Ahrimans in den höheren Welten nur dann, wenn wir sie nicht erkennen, indem wir sie heraussetzen, wenn sie also uns beherrschen, ohne daß wir sie bewußt uns gegenüber haben. Darauf kommt es an, daß wir sie bewußt gegenüber haben. So modifiziert sich die Ansicht, die man leicht über Luzifer und Ahriman haben kann, wenn man die Voraussetzungen anschaut, die wir heute geliefert haben. Nehmen wir nun an, wir hätten uns durch unsere mystische Entwickelung zum Felde der Angeloi hinaufentwickelt und wären fähig geworden, in der Welt der Angeloi wirklich drinnen zu leben. Wenn wir nun wirklich fruchtbaren Okkultismus treiben wollen auf dem Feld der Angeloi, so müssen wir in dem Augenblick, wo wir erwarten, die Angeloi ruhen mit ihrem geistigen Blick auf uns, fragen: Wo ist Luzifer? — Der muß da sein! Denn, wenn wir nicht antworten können auf die Frage: Wo ist Luzifer? — dann ist er in uns. Er muß aber außer uns sein in diesem Felde, wir müssen ihm gegenüberstehen. Darauf kommt es an. Nicht bloß um die Fakten hervorzuheben, die ich hervorgehoben habe in bezug auf Luzifer und Ahriman, in bezug auf Angeloi und Archangeloi, sondern um eine Eigentümlichkeit in der Offenbarung der höheren Welt auseinanderzusetzen, habe ich das Betreffende ausgeführt. Vom Gesichtspunkte des physischen Planes aus gesprochen, kann man leicht dazu verführt sein zu sagen: Luzifer und Ahriman sind böse Mächte. Sobald man in die höhere Welt eindringt, hat dieses Wort: Luzifer und Ahriman seien böse Mächte — keine Bedeutung mehr. Luzifer und Ahriman müssen da sein auf dem hellsichtigen Felde, wie die Angeloi und die Archangeloi da sein müssen. Nun besteht aber in der Tat ein gewisser Unterschied in dem Gewahrwerden der Angeloi und Archangeloi und dem Gewahrwerden Luzifers und Ahrimans. Ich habe ausgeführt: Die Engel nehmen wir wahr, indem wir ihre Gestalt nicht maßgebend für sie ansehen, sondern ihre in uns einfließende Milde. Die Archangeloi nehmen wir wahr wiederum, indem wir nicht ihre Gestalt als das Maßgebende wahrnehmen, sondern indem wir lassen ihre Stärke, ihre Kraft in unser Gefühl, in unseren Willen einströmen. Luzifer und Ahriman, die sind in der geistigen Welt wie Gestalten, Gestalten, die nur ins Geistige übersetzt sind, die nicht Berührung liefern, aber wie Gestalten, die man ansprechen kann als vergeistigte Wiederholungen der physischen Welt. Sie sehen daraus, daß es wichtig ist, uns anzueignen in unserer mystischen hellsichtigen Entwickelung nicht nur die Fähigkeit, Gestalten zu sehen in der höheren Welt, sondern das Bewußtsein zu entwickeln: Du wirst beschaut, auf dir ruht höherer Wille. Dieses letztere Bewußtsein muß hinzukommen zu dem Bewußtsein, hellsichtig Gestalten zu sehen.

[ 21 ] Sie sehen daraus, daß nicht bloß in der Aneignung der Clairvoyance, in der Aneignung desjenigen, was man oftmals Hellsehertum nennt, die Höherentwickelung besteht, sondern in der Aneignung einer bestimmten Seelenverfassung, einer bestimmten Seelenstimmung, eines bestimmten Verhältnisses zu den Wesen der höheren Welt. Und der Entwickelung der visionären Fähigkeiten muß die andere hier angedeutete Entwickelung der Seele zu einer anderen Verfassung, zu einer anderen Stimmung durchaus parallel gehen. Wir müssen daraus ersehen, daß wir unter allen Umständen lernen müssen nicht nur das Schauen in der höheren Welt, sondern das Lesen in der höheren Welt, das Lesen nicht pedantisch gemeint wie etwas, was man elementar erlernen kann, sondern wie etwas, in das man sich hineinlebt, indem man Umwandlungen seiner Gefühle und Empfindungen durchmacht, so wie es angedeutet wurde. Daher ist es wichtig, wirklich festzuhalten, daß in dem Augenblick, wo das Hellsehen beginnt und man dadurch zur Offenbarung höherer Welten hinaufsteigt, wirklich eine Art Spaltung der Persönlichkeit stattfindet. Die eine Persönlichkeit, die man auf dem physischen Plan ist, die läßt man zurück. Man ist nun eine andere Persönlichkeit, indem man hinaufsteigt in eine höhere Welt. Und so wie wir angeschaut werden in der höheren Welt von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, wie wir wahrgenommen werden von den Wesen der höheren Hierarchien, so schauen wir unsere gewöhnliche Persönlichkeit von unserem höheren Gesichtspunkt aus selbst an. Wir schauen, indem wir mit dem höheren Wesen aus dem niederen Wesen herausgegangen sind, als höheres Wesen unser niederes Wesen an. So daß wir gut tun, wenn wir irgend etwas Gültiges für die höheren Welten aussprechen wollen, zu warten, bis wir in die Lage kommen, zu sagen: Das bist du, den du selbst da siehst in deinem hellsichtigen Felde, das bist du. — Dieses «Das bist du» entspricht auf dem höheren Plane dem «Das bin ich» auf dem physischen Plane. Dieses «Das bin ich», verwandelt sich auf dem höheren Plan in das «Das bist du». Es ist eigentlich mehr gesagt mit dem eben Ausgesprochenen, als man gewöhnlich denkt. Versetzen Sie sich einmal in den Fall, Sie blickten von Ihrem heutigen Gesichtspunkt zurück auf den Zeitpunkt, wo Sie acht oder dreizehn oder fünfzehn Jahre alt waren, und Sie versuchten, ein kleines Stück Ihres Lebens aus der Erinnerung zu rekonstruieren aus dem achten, dem dreizehnten oder dem fünfzehnten Jahre. Stellen Sie sich lebhaft vor dieses Zurückblicken in Ihre eigene Gedankenwelt, indem Sie die Erinnerungen aus der Gedankenwelt zurückkonstruieren. Nun vergegenwärtigen Sie sich das Gefühl, das Sie gegenüber diesem acht- oder dreizehn- oder fünfzehnjährigen Knaben oder Mädchen, der oder das Sie selbst waren, nun haben. Vergegenwärtigen Sie sich lebhaft Ihr gegenwärtiges Gefühl gegenüber diesen vergangenen Erlebnissen. Sobald man von dem physischen Plan in die höhere Welt hinaufkommt, wird der Augenblick, in dem wir unmittelbar jetzt leben, sogleich eine solche Erinnerung, wie die eben charakterisierte. Man schaut auf das, was man auf dem physischen Plan jetzt ist und auf das, was man noch werden kann in dem Rest seines physischen Lebens, so zurück, wie Sie zurückschauen von dem jetzigen Gesichtspunkt aus auf die Erlebnisse im achten, dreizehnten, fünfzehnten Jahr. Es ist durchaus wahr: Was wir fühlen, was wir denken, was wir vorstellen, was wir handeln auf dem physischen Plan, in dem Augenblick, wo wir die höhere Welt betreten, ist das alles, was wir zusammenfassen unter unserem Selbst auf dem physischen Plan, eine Erinnerung. Wir schauen herunter auf den physischen Plan und sind uns, sobald wir in der höheren Welt leben, eine Erinnerung geworden. Und wie wir auseinanderhalten einen gegenwärtigen Standpunkt unseres Erlebens von einem längst verflossenen, so müssen wir auseinanderhalten dasjenige, was wir erleben in höheren Welten und dasjenige, was wir erleben auf dem physischen Plan. Denken Sie sich, es würde jemand, der vierzig Jahre alt ist, sich lebhaft erinnern an die Seelenstimmung, an die Fähigkeiten, die er hatte als achtjähriger Knabe, als achtjähriges Mädchen. Er würde ein Buch lesen und, während er als Vierzigjähriger liest, würde er mittendrin beginnen, sich so zu dem Buch zu verhalten, als wenn er acht Jahre alt wäre. Das wäre ein Durcheinandermischen der beiden Stimmungen der Seele, der beiden Seelenverfassungen, und Sie haben ein Analogon für das, was entsteht, wenn jemand vermischt seine Seelenverfassung für den physischen Plan mit dem, was seine Seelenverfassung sein muß für die andere Welt.

[ 21 ] Sie sehen daraus, daß nicht bloß in der Aneignung der Clairvoyance, in der Aneignung desjenigen, was man oftmals Hellsehertum nennt, die Höherentwickelung besteht, sondern in der Aneignung einer bestimmten Seelenverfassung, einer bestimmten Seelenstimmung, eines bestimmten Verhältnisses zu den Wesen der höheren Welt. Und der Entwickelung der visionären Fähigkeiten muß die andere hier angedeutete Entwickelung der Seele zu einer anderen Verfassung, zu einer anderen Stimmung durchaus parallel gehen. Wir müssen daraus ersehen, daß wir unter allen Umständen lernen müssen nicht nur das Schauen in der höheren Welt, sondern das Lesen in der höheren Welt, das Lesen nicht pedantisch gemeint wie etwas, was man elementar erlernen kann, sondern wie etwas, in das man sich hineinlebt, indem man Umwandlungen seiner Gefühle und Empfindungen durchmacht, so wie es angedeutet wurde. Daher ist es wichtig, wirklich festzuhalten, daß in dem Augenblick, wo das Hellsehen beginnt und man dadurch zur Offenbarung höherer Welten hinaufsteigt, wirklich eine Art Spaltung der Persönlichkeit stattfindet. Die eine Persönlichkeit, die man auf dem physischen Plan ist, die läßt man zurück. Man ist nun eine andere Persönlichkeit, indem man hinaufsteigt in eine höhere Welt. Und so wie wir angeschaut werden in der höheren Welt von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, wie wir wahrgenommen werden von den Wesen der höheren Hierarchien, so schauen wir unsere gewöhnliche Persönlichkeit von unserem höheren Gesichtspunkt aus selbst an. Wir schauen, indem wir mit dem höheren Wesen aus dem niederen Wesen herausgegangen sind, als höheres Wesen unser niederes Wesen an. So daß wir gut tun, wenn wir irgend etwas Gültiges für die höheren Welten aussprechen wollen, zu warten, bis wir in die Lage kommen, zu sagen: Das bist du, den du selbst da siehst in deinem hellsichtigen Felde, das bist du. — Dieses «Das bist du» entspricht auf dem höheren Plane dem «Das bin ich» auf dem physischen Plane. Dieses «Das bin ich», verwandelt sich auf dem höheren Plan in das «Das bist du». Es ist eigentlich mehr gesagt mit dem eben Ausgesprochenen, als man gewöhnlich denkt. Versetzen Sie sich einmal in den Fall, Sie blickten von Ihrem heutigen Gesichtspunkt zurück auf den Zeitpunkt, wo Sie acht oder dreizehn oder fünfzehn Jahre alt waren, und Sie versuchten, ein kleines Stück Ihres Lebens aus der Erinnerung zu rekonstruieren aus dem achten, dem dreizehnten oder dem fünfzehnten Jahre. Stellen Sie sich lebhaft vor dieses Zurückblicken in Ihre eigene Gedankenwelt, indem Sie die Erinnerungen aus der Gedankenwelt zurückkonstruieren. Nun vergegenwärtigen Sie sich das Gefühl, das Sie gegenüber diesem acht- oder dreizehn- oder fünfzehnjährigen Knaben oder Mädchen, der oder das Sie selbst waren, nun haben. Vergegenwärtigen Sie sich lebhaft Ihr gegenwärtiges Gefühl gegenüber diesen vergangenen Erlebnissen. Sobald man von dem physischen Plan in die höhere Welt hinaufkommt, wird der Augenblick, in dem wir unmittelbar jetzt leben, sogleich eine solche Erinnerung, wie die eben charakterisierte. Man schaut auf das, was man auf dem physischen Plan jetzt ist und auf das, was man noch werden kann in dem Rest seines physischen Lebens, so zurück, wie Sie zurückschauen von dem jetzigen Gesichtspunkt aus auf die Erlebnisse im achten, dreizehnten, fünfzehnten Jahr. Es ist durchaus wahr: Was wir fühlen, was wir denken, was wir vorstellen, was wir handeln auf dem physischen Plan, in dem Augenblick, wo wir die höhere Welt betreten, ist das alles, was wir zusammenfassen unter unserem Selbst auf dem physischen Plan, eine Erinnerung. Wir schauen herunter auf den physischen Plan und sind uns, sobald wir in der höheren Welt leben, eine Erinnerung geworden. Und wie wir auseinanderhalten einen gegenwärtigen Standpunkt unseres Erlebens von einem längst verflossenen, so müssen wir auseinanderhalten dasjenige, was wir erleben in höheren Welten und dasjenige, was wir erleben auf dem physischen Plan. Denken Sie sich, es würde jemand, der vierzig Jahre alt ist, sich lebhaft erinnern an die Seelenstimmung, an die Fähigkeiten, die er hatte als achtjähriger Knabe, als achtjähriges Mädchen. Er würde ein Buch lesen und, während er als Vierzigjähriger liest, würde er mittendrin beginnen, sich so zu dem Buch zu verhalten, als wenn er acht Jahre alt wäre. Das wäre ein Durcheinandermischen der beiden Stimmungen der Seele, der beiden Seelenverfassungen, und Sie haben ein Analogon für das, was entsteht, wenn jemand vermischt seine Seelenverfassung für den physischen Plan mit dem, was seine Seelenverfassung sein muß für die andere Welt.

[ 22 ] Dasjenige, was ich eben gesagt habe, hat natürlich durchaus nichts zu tun damit, daß jedem vorurteilsfreien Menschen verständlich ist das, was geschildert wird aus den höheren Welten, daß wir nicht bloß an das Geschilderte glauben müssen, sondern daß es uns verständlich sein kann, wenn wir wirklich vorurteilslos an es herangehen. Denn wenn jemand sagen würde: Wie kann man denn mit den Begriffen, mit den Gedanken und Vorstellungen des physischen Planes die höheren Welten schildern, da sie doch ganz verschieden sind von den Gedanken und Vorstellungen des physischen Planes? — so wäre ein solcher Einwand geradeso wertvoll, wie wenn jemand sagen würde: Ja, du willst in mir eine gewisse Vorstellung hervorbringen und schreibst mir auf «H-a-u-s». Da kann ich mir nichts dabei vorstellen. Willst du, daß ich mir etwas vorstelle, so mußt du mir ein Haus herantragen. — Aber wir charakterisieren doch auch eine physische Tatsache, ein physisches Ding durch etwas, was gar nichts mit der betreffenden Tatsache und dem Ding zu tun hat. Ebenso charakterisieren wir vollständig zutreffend durch das, was wir auf dem physischen Plan verstehen können, das, was Tatsachen des geistigen Planes sind. Was aber notwendige Konsequenz der in der heutigen Auseinandersetzung gegebenen Tatsachen ist, das ist, daß wir uns klarwerden: Wir können nicht mit den Begriffen und Vorstellungen, die wir gewöhnlich haben, verstehen dasjenige, was in der höheren Welt vorhanden ist, sondern wir müssen uns andere Begriffe, andere Vorstellungen wirklich aneignen. Wir müssen unser Vorstellungsleben bereichern, wenn wir die höheren Welten verstehen wollen. Das ist ungeheuer wichtig, daß wir aufmerksam sind auf die Tatsache: Sobald uns in ehrlicher Weise die höhere Welt dargestellt wird, muß der Darsteller wirklich unser Begriffsvermögen über die Alltäglichkeit hinausführen; er muß uns andere Begriffe geben, aber Begriffe, die durchaus verständlich sind auf dem physischen Plan.

[ 22 ] Dasjenige, was ich eben gesagt habe, hat natürlich durchaus nichts zu tun damit, daß jedem vorurteilsfreien Menschen verständlich ist das, was geschildert wird aus den höheren Welten, daß wir nicht bloß an das Geschilderte glauben müssen, sondern daß es uns verständlich sein kann, wenn wir wirklich vorurteilslos an es herangehen. Denn wenn jemand sagen würde: Wie kann man denn mit den Begriffen, mit den Gedanken und Vorstellungen des physischen Planes die höheren Welten schildern, da sie doch ganz verschieden sind von den Gedanken und Vorstellungen des physischen Planes? — so wäre ein solcher Einwand geradeso wertvoll, wie wenn jemand sagen würde: Ja, du willst in mir eine gewisse Vorstellung hervorbringen und schreibst mir auf «H-a-u-s». Da kann ich mir nichts dabei vorstellen. Willst du, daß ich mir etwas vorstelle, so mußt du mir ein Haus herantragen. — Aber wir charakterisieren doch auch eine physische Tatsache, ein physisches Ding durch etwas, was gar nichts mit der betreffenden Tatsache und dem Ding zu tun hat. Ebenso charakterisieren wir vollständig zutreffend durch das, was wir auf dem physischen Plan verstehen können, das, was Tatsachen des geistigen Planes sind. Was aber notwendige Konsequenz der in der heutigen Auseinandersetzung gegebenen Tatsachen ist, das ist, daß wir uns klarwerden: Wir können nicht mit den Begriffen und Vorstellungen, die wir gewöhnlich haben, verstehen dasjenige, was in der höheren Welt vorhanden ist, sondern wir müssen uns andere Begriffe, andere Vorstellungen wirklich aneignen. Wir müssen unser Vorstellungsleben bereichern, wenn wir die höheren Welten verstehen wollen. Das ist ungeheuer wichtig, daß wir aufmerksam sind auf die Tatsache: Sobald uns in ehrlicher Weise die höhere Welt dargestellt wird, muß der Darsteller wirklich unser Begriffsvermögen über die Alltäglichkeit hinausführen; er muß uns andere Begriffe geben, aber Begriffe, die durchaus verständlich sind auf dem physischen Plan.

[ 23 ] Sehen Sie, darin liegt eine Schwierigkeit im Verstehen der eigentlichen Geisteswissenschaft, des wirklich ernst gemeinten Okkultismus, daß die Menschen sich so schwer bequemen, ihr Begriffsvermögen zu bereichern. Sie möchten mit den Begriffen, die sie schon haben, ohne neue Begriffe zu erzeugen, die höhere Welt, oder das, was aus ihr geoffenbart ist, verstehen. Es wird leicht in unserer materialistischen Zeit vorkommen, daß jemand, der von okkulten Welten spricht, einfach die Vorstellung erweckt, als ob diese okkulte Welt nur notwendig mache, daß man ein geistiges Feld anblickt, in dem ja die Gestalten etwas dünner, etwas nebuloser sind wie in der physischen Welt, aber doch ähnlich, nur nebelhaft zerflatternd. Das wird manchem unbequem erscheinen, daß von dem Okkultisten, der es ernst meint mit der Sache, verlangt wird, man solle nicht nur eine Anweisung annehmen, wie man einen Engel wahrnimmt, sondern man solle umdenken und für den Engel den Begriff anwenden: Du wirst von ihm angeschaut, er ruht mit seinem geistigen Blick auf dir. — Ich kann daher sagen: Mystische Entwickelung, was objektiv bedeutet Hinaufsteigen in die höhere Welt, ist untrennbar von einer Bereicherung, von einem Inhaltvollerwerden unserer Vorstellungen, unserer Empfindungen, unserer gesamten Seelenimpulse. Wir dürfen nicht so arm bleiben in unserem Vorstellungsleben, wie wir für den physischen Plan sein können, wenn wir die höheren Welten verstehen wollen.

[ 23 ] Sehen Sie, darin liegt eine Schwierigkeit im Verstehen der eigentlichen Geisteswissenschaft, des wirklich ernst gemeinten Okkultismus, daß die Menschen sich so schwer bequemen, ihr Begriffsvermögen zu bereichern. Sie möchten mit den Begriffen, die sie schon haben, ohne neue Begriffe zu erzeugen, die höhere Welt, oder das, was aus ihr geoffenbart ist, verstehen. Es wird leicht in unserer materialistischen Zeit vorkommen, daß jemand, der von okkulten Welten spricht, einfach die Vorstellung erweckt, als ob diese okkulte Welt nur notwendig mache, daß man ein geistiges Feld anblickt, in dem ja die Gestalten etwas dünner, etwas nebuloser sind wie in der physischen Welt, aber doch ähnlich, nur nebelhaft zerflatternd. Das wird manchem unbequem erscheinen, daß von dem Okkultisten, der es ernst meint mit der Sache, verlangt wird, man solle nicht nur eine Anweisung annehmen, wie man einen Engel wahrnimmt, sondern man solle umdenken und für den Engel den Begriff anwenden: Du wirst von ihm angeschaut, er ruht mit seinem geistigen Blick auf dir. — Ich kann daher sagen: Mystische Entwickelung, was objektiv bedeutet Hinaufsteigen in die höhere Welt, ist untrennbar von einer Bereicherung, von einem Inhaltvollerwerden unserer Vorstellungen, unserer Empfindungen, unserer gesamten Seelenimpulse. Wir dürfen nicht so arm bleiben in unserem Vorstellungsleben, wie wir für den physischen Plan sein können, wenn wir die höheren Welten verstehen wollen.

[ 24 ] Damit nach dieser Richtung, ich möchte sagen, eine okkulte Hilfe geschaffen werde, ergab sich die Notwendigkeit, in einem geradezu neuen Stil einmal den bescheidenen Bau aufzuführen, den wir unserer Geistesrichtung in Dornach erbauen können. Dieser Bau ist natürlich durchaus nicht dasjenige, was uns etwa als das Ideal eines solchen Baues vorschweben könnte, er ist ein bescheidener Anfang, weil uns nur bescheidene Mittel zur Verfügung stehen, trotzdem unsere Freunde, eine geringe Zahl unserer Freunde, alles getan haben, was sie aus ihren Kräften heraus tun konnten zu diesem Bau.

[ 24 ] Damit nach dieser Richtung, ich möchte sagen, eine okkulte Hilfe geschaffen werde, ergab sich die Notwendigkeit, in einem geradezu neuen Stil einmal den bescheidenen Bau aufzuführen, den wir unserer Geistesrichtung in Dornach erbauen können. Dieser Bau ist natürlich durchaus nicht dasjenige, was uns etwa als das Ideal eines solchen Baues vorschweben könnte, er ist ein bescheidener Anfang, weil uns nur bescheidene Mittel zur Verfügung stehen, trotzdem unsere Freunde, eine geringe Zahl unserer Freunde, alles getan haben, was sie aus ihren Kräften heraus tun konnten zu diesem Bau.

[ 25 ] Wenn wir die Baustile nehmen, die sich im dritten, im vierten und in unserem jetzigen fünften nachatlantischen Zeitraum bis jetzt ergeben haben, so sind sie dadurch charakterisiert, daß sie gleichsam in ihren spirituellen Impulsen haben dasjenige, was die Menschheit im Verständnis bis zu dem physischen Plan herunterführen sollte. Der ägyptische Baustil hat zunächst durch seine geometrische Form, durch seine Lapidarform den ersten Anstoß gegeben zum Herunterführen des menschlichen Geistes auf den physischen Plan. Der griechische und der römische Baustil, sie sind wie eine Vermählung der Seele und des Geistes mit dem Ätherkörper und dem physischen Leib, wie etwas, bei dem Seele und Geist auf der einen Seite, Ätherkörper und physischer Leib auf der anderen Seite sich, wie völlig im Gleichgewicht haltend, ineinanderfügen. Der gotische Baustil ist die erste Bestrebung, sich zu erheben in den aufsteigenden Spitzbogen und alledem, was dazugehört, von dem physischen Plan wiederum in die geistige Welt hinauf. Der nächste Fortschritt, der sich ergeben muß, wenn Geisteswissenschaft wirklich sozusagen gebaut vor uns dastehen soll, muß darin bestehen, daß wir lebendig machen das, was ich vorhin beschrieben habe als die lebende, webende Gedankenform selbst, die sich im Raume ergießt und sich im Raume ausgießt so, daß uns räumlich gegenübersteht, was die Imagination, die Inspiration aus der geistigen Welt heraus unmittelbar gibt. Daher sind alle Formen des Dornacher Baues so, daß man nirgends bei ihnen in materialistischer Weise fragen kann: Was gibt es für sie in dieser oder jener Welt für Symbole? —, sondern man muß sie als solche selbst nehmen, wie sie da sind, da sie nur, in den Raum hinausergossen, die unmittelbaren geistigen Erlebnisse selbst sind. Und es ist versucht, alles dasjenige, was geistig erschaut und empfunden werden kann, wirklich in die künstlerische Form aufzulösen. Fragt daher jemand: Was bedeutet diese oder jene Form? — so versteht er den Bau nicht, denn jede Form bedeutet nur sich selbst, wie die menschliche Hand oder der menschliche Kopf nur sich selbst bedeuten und nicht etwas anderes. Wir müssen es in demselben Augenblick als ein völliges Mißverständnis unseres Wollens auffassen in bezug auf unsere Stellung zum Okkultismus, wenn jemand auftreten würde mit einer solchen Frage. Denn glücklich werden wir uns schätzen, wenn wir den alten Unfug der Theosophen überwunden haben, der bei jedem Märchen, bei jeder Gestalt, bei jedem Mythus fragt: Was bedeutet dieses, was bedeutet das? — Unsere Formen sind alle real in der geistigen Welt, sie sind wirklich in der geistigen Welt vorhanden und bedeuten daher nur sich selbst und nichts anderes, sie sind keine Symbole, sondern geistige Realitäten. Sie finden, wenn Sie den ganzen Bau durchschauen, nirgends ein Pentagramm, nirgends die Form eines Pentagramms, nirgends die Veranlassung zu fragen: Was bedeutet diese oder jene Form? Höchstens ganz dezent angedeutet, könnte man an einer Stelle ein Pentagramm hineinsehen, aber nur mit demselben Recht, wie Sie in jeder fünfblättrigen Pflanze ein Pentagramm hineinsehen können. Und wenn uns jemand fragen würde: Was bedeuten unsere vierzehn Säulen — die nicht im Pentagramm erbaut sind, sondern aus ästhetischen Gründen fünfkantig sind —, was bedeuten sie, die Säulen, die einen großen Kuppelbau tragen, und die zwölf Säulen, die eine kleinere Kuppel tragen, was bedeuten diese Säulen? — Wenn uns jemand fragen könnte: Was bedeuten diese außer dem, daß sie eine in der geistigen Welt als solche wahrnehmbare Raumproportion bedeuten —, dann müßten wir die Gegenfrage stellen: In welcher Zeit des Materialismus leben wir heute, daß man selbst das spirituell Gewollte im Kleide des Materialistischen darstellen soll?

[ 25 ] Wenn wir die Baustile nehmen, die sich im dritten, im vierten und in unserem jetzigen fünften nachatlantischen Zeitraum bis jetzt ergeben haben, so sind sie dadurch charakterisiert, daß sie gleichsam in ihren spirituellen Impulsen haben dasjenige, was die Menschheit im Verständnis bis zu dem physischen Plan herunterführen sollte. Der ägyptische Baustil hat zunächst durch seine geometrische Form, durch seine Lapidarform den ersten Anstoß gegeben zum Herunterführen des menschlichen Geistes auf den physischen Plan. Der griechische und der römische Baustil, sie sind wie eine Vermählung der Seele und des Geistes mit dem Ätherkörper und dem physischen Leib, wie etwas, bei dem Seele und Geist auf der einen Seite, Ätherkörper und physischer Leib auf der anderen Seite sich, wie völlig im Gleichgewicht haltend, ineinanderfügen. Der gotische Baustil ist die erste Bestrebung, sich zu erheben in den aufsteigenden Spitzbogen und alledem, was dazugehört, von dem physischen Plan wiederum in die geistige Welt hinauf. Der nächste Fortschritt, der sich ergeben muß, wenn Geisteswissenschaft wirklich sozusagen gebaut vor uns dastehen soll, muß darin bestehen, daß wir lebendig machen das, was ich vorhin beschrieben habe als die lebende, webende Gedankenform selbst, die sich im Raume ergießt und sich im Raume ausgießt so, daß uns räumlich gegenübersteht, was die Imagination, die Inspiration aus der geistigen Welt heraus unmittelbar gibt. Daher sind alle Formen des Dornacher Baues so, daß man nirgends bei ihnen in materialistischer Weise fragen kann: Was gibt es für sie in dieser oder jener Welt für Symbole? —, sondern man muß sie als solche selbst nehmen, wie sie da sind, da sie nur, in den Raum hinausergossen, die unmittelbaren geistigen Erlebnisse selbst sind. Und es ist versucht, alles dasjenige, was geistig erschaut und empfunden werden kann, wirklich in die künstlerische Form aufzulösen. Fragt daher jemand: Was bedeutet diese oder jene Form? — so versteht er den Bau nicht, denn jede Form bedeutet nur sich selbst, wie die menschliche Hand oder der menschliche Kopf nur sich selbst bedeuten und nicht etwas anderes. Wir müssen es in demselben Augenblick als ein völliges Mißverständnis unseres Wollens auffassen in bezug auf unsere Stellung zum Okkultismus, wenn jemand auftreten würde mit einer solchen Frage. Denn glücklich werden wir uns schätzen, wenn wir den alten Unfug der Theosophen überwunden haben, der bei jedem Märchen, bei jeder Gestalt, bei jedem Mythus fragt: Was bedeutet dieses, was bedeutet das? — Unsere Formen sind alle real in der geistigen Welt, sie sind wirklich in der geistigen Welt vorhanden und bedeuten daher nur sich selbst und nichts anderes, sie sind keine Symbole, sondern geistige Realitäten. Sie finden, wenn Sie den ganzen Bau durchschauen, nirgends ein Pentagramm, nirgends die Form eines Pentagramms, nirgends die Veranlassung zu fragen: Was bedeutet diese oder jene Form? Höchstens ganz dezent angedeutet, könnte man an einer Stelle ein Pentagramm hineinsehen, aber nur mit demselben Recht, wie Sie in jeder fünfblättrigen Pflanze ein Pentagramm hineinsehen können. Und wenn uns jemand fragen würde: Was bedeuten unsere vierzehn Säulen — die nicht im Pentagramm erbaut sind, sondern aus ästhetischen Gründen fünfkantig sind —, was bedeuten sie, die Säulen, die einen großen Kuppelbau tragen, und die zwölf Säulen, die eine kleinere Kuppel tragen, was bedeuten diese Säulen? — Wenn uns jemand fragen könnte: Was bedeuten diese außer dem, daß sie eine in der geistigen Welt als solche wahrnehmbare Raumproportion bedeuten —, dann müßten wir die Gegenfrage stellen: In welcher Zeit des Materialismus leben wir heute, daß man selbst das spirituell Gewollte im Kleide des Materialistischen darstellen soll?

[ 26 ] Unseren Bau wird man verstehen, wenn man sich herbeiläßt zu fragen: Was stellt er dar? — nicht: Was bedeutet er? Was ist er? — und nicht: Was symbolisiert er? — Und unseren Bau wird man verstehen, wenn man wissen wird, daß es am besten ist, keines der gebräuchlichen Worte anzuwenden, sondern um ein wenig dem Verständnis in unserer materialistischen Zeit aufzuhelfen, von alten Wortbildern abzusehen. Seien wir uns klar, daß die Geisteswissenschaft höchstens eine Synthesis anderer Religionen sein kann. Die alten Religionen haben Tempel gebaut, die Geisteswissenschaft baut nicht einen Tempel, sondern dasjenige, was aus ihren eigenen Essenzen heraus selbst folgt; wofür es am besten ist, erst nach und nach sich ein Verständnis zu bilden, start daß man bei dem Grundsatz bleibt, auch hier alte Worte auf dieses Neue anzuwenden.

[ 26 ] Unseren Bau wird man verstehen, wenn man sich herbeiläßt zu fragen: Was stellt er dar? — nicht: Was bedeutet er? Was ist er? — und nicht: Was symbolisiert er? — Und unseren Bau wird man verstehen, wenn man wissen wird, daß es am besten ist, keines der gebräuchlichen Worte anzuwenden, sondern um ein wenig dem Verständnis in unserer materialistischen Zeit aufzuhelfen, von alten Wortbildern abzusehen. Seien wir uns klar, daß die Geisteswissenschaft höchstens eine Synthesis anderer Religionen sein kann. Die alten Religionen haben Tempel gebaut, die Geisteswissenschaft baut nicht einen Tempel, sondern dasjenige, was aus ihren eigenen Essenzen heraus selbst folgt; wofür es am besten ist, erst nach und nach sich ein Verständnis zu bilden, start daß man bei dem Grundsatz bleibt, auch hier alte Worte auf dieses Neue anzuwenden.

[ 27 ] Meine lieben Freunde, eine Bitte sei ausgesprochen. Wir wissen sehr gut, daß wir nur in der allerbescheidensten, in der allerelementarsten und primitivsten Weise das erreichen können in Dornach, was uns vorschwebt. Aber um das eine möchten wir bitten: daß versucht werde, wirklich aus der ganzen Gesinnung und dem Sinne unserer Geisteswissenschaft heraus diesen bescheidenen Anfang einer doch neuen Sache zu begreifen — sonst möchte einem schier, ich möchte sagen, das Herz abbrechen —, doch zu begreifen, was wirklich mit Opfern in diesem bescheidenen Anfang erstrebt wird.

[ 27 ] Meine lieben Freunde, eine Bitte sei ausgesprochen. Wir wissen sehr gut, daß wir nur in der allerbescheidensten, in der allerelementarsten und primitivsten Weise das erreichen können in Dornach, was uns vorschwebt. Aber um das eine möchten wir bitten: daß versucht werde, wirklich aus der ganzen Gesinnung und dem Sinne unserer Geisteswissenschaft heraus diesen bescheidenen Anfang einer doch neuen Sache zu begreifen — sonst möchte einem schier, ich möchte sagen, das Herz abbrechen —, doch zu begreifen, was wirklich mit Opfern in diesem bescheidenen Anfang erstrebt wird.

[ 28 ] Mit großen Worten und pomphaften Redensarten ist genug auf dem Felde dessen, was man als okkulte Bewegung bezeichnet, herumgeworfen worden. Wir möchten das eine nur: daß man lernt zu sagen, daß, selbst wenn in fünfzig Jahren nichts von den einzelnen Formen bestehen kann, in der wir dieses oder jenes aussprechen, man sagen möchte von unserer Bewegung: Das hatte sie in jeder Faser angestrebt: grundwahr und grundehrlich zu sein. — Und je bescheidener, je einfacher, aber dann vielleicht um so sachlicher das, was wir wollen, besprochen wird, desto besser ist der Sache gedient. Jedes Wort und jede Bezeichnung zuviel oder gar von der Art, daß es hineinschlägt in die alte bequeme Begriffsform, schadet unsäglich demjenigen, was wir — verzeihen Sie das Wort — in ehrlicher Weise anstreben wollen. Wenn man uns in dieser Weise versteht, dann wird vielleicht einigermaßen die Stimmung hergestellt, die wir brauchen, wenn wir, frühestens im Dezember, wirklich in die Lage kommen sollten, ohne allen Pomp, ohne alle Attitüden und äußeres Aufsehen unseren bescheidenen Bau zu eröffnen, denn die entsprechende Stimmung wird nur dadurch hervorgerufen, daß man wirklich nur auf das, was wir wollen, hinschaut, gleichgültig auch wenn es keine Sensation in unserer materialistischen Zeit erregt.

[ 28 ] Mit großen Worten und pomphaften Redensarten ist genug auf dem Felde dessen, was man als okkulte Bewegung bezeichnet, herumgeworfen worden. Wir möchten das eine nur: daß man lernt zu sagen, daß, selbst wenn in fünfzig Jahren nichts von den einzelnen Formen bestehen kann, in der wir dieses oder jenes aussprechen, man sagen möchte von unserer Bewegung: Das hatte sie in jeder Faser angestrebt: grundwahr und grundehrlich zu sein. — Und je bescheidener, je einfacher, aber dann vielleicht um so sachlicher das, was wir wollen, besprochen wird, desto besser ist der Sache gedient. Jedes Wort und jede Bezeichnung zuviel oder gar von der Art, daß es hineinschlägt in die alte bequeme Begriffsform, schadet unsäglich demjenigen, was wir — verzeihen Sie das Wort — in ehrlicher Weise anstreben wollen. Wenn man uns in dieser Weise versteht, dann wird vielleicht einigermaßen die Stimmung hergestellt, die wir brauchen, wenn wir, frühestens im Dezember, wirklich in die Lage kommen sollten, ohne allen Pomp, ohne alle Attitüden und äußeres Aufsehen unseren bescheidenen Bau zu eröffnen, denn die entsprechende Stimmung wird nur dadurch hervorgerufen, daß man wirklich nur auf das, was wir wollen, hinschaut, gleichgültig auch wenn es keine Sensation in unserer materialistischen Zeit erregt.

[ 29 ] Nehmen Sie auch die letzten Worte, die ich gesagt habe, als herausgesprochen aus dem ernst gemeinten Geist unserer spirituellen Bewegung, als dasjenige, was notwendig ist unserer Seele, wenn diese spirituelle Bewegung wirklich Wurzel fassen soll in unserer Zeit. Und notwendig ist es, daß eine ehrliche spirituelle Bewegung, die in wahrhaftiger Weise das mystische Leben der Seele fördert und die Offenbarungen der höheren Welten möglich macht, daß eine solche spirituelle Bewegung sich hineinergießt in unsere materialistische Zeit. Dann, wenn unsere Freunde verstehen diesen Sinn, diese Gesinnung unserer spirituellen Bewegung, dann allein werden wir, aber auch nur dann allein, die Aufgabe, die uns von den weisen, führenden Individualitäten der Geisteswelt gestellt ist, erfüllen können.

[ 29 ] Nehmen Sie auch die letzten Worte, die ich gesagt habe, als herausgesprochen aus dem ernst gemeinten Geist unserer spirituellen Bewegung, als dasjenige, was notwendig ist unserer Seele, wenn diese spirituelle Bewegung wirklich Wurzel fassen soll in unserer Zeit. Und notwendig ist es, daß eine ehrliche spirituelle Bewegung, die in wahrhaftiger Weise das mystische Leben der Seele fördert und die Offenbarungen der höheren Welten möglich macht, daß eine solche spirituelle Bewegung sich hineinergießt in unsere materialistische Zeit. Dann, wenn unsere Freunde verstehen diesen Sinn, diese Gesinnung unserer spirituellen Bewegung, dann allein werden wir, aber auch nur dann allein, die Aufgabe, die uns von den weisen, führenden Individualitäten der Geisteswelt gestellt ist, erfüllen können.

[ 30 ] Aufbauend auf demjenigen, was ich versuchte heute Ihnen auseinanderzusetzen, werde ich mir dann übermorgen erlauben, über den Fortschritt der Erkenntnis des Christus im Laufe der Zeiten zu sprechen und über die Stellung unserer Bewegung in der Christus-Frage.

[ 30 ] Aufbauend auf demjenigen, was ich versuchte heute Ihnen auseinanderzusetzen, werde ich mir dann übermorgen erlauben, über den Fortschritt der Erkenntnis des Christus im Laufe der Zeiten zu sprechen und über die Stellung unserer Bewegung in der Christus-Frage.