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GA 155

24 May 1912, Copenhagen

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Über den Sinn des Lebens II

Über den Sinn des Lebens II

[ 1 ] Es wäre ein schwerer Irrtum, wenn man glauben wollte, daß die Frage nach dem Sinn des Lebens und des Daseins einfach so aufgeworfen werden könnte, daß man sagt: Welches ist der Sinn des Lebens und des Daseins? und daß irgend jemand dann eine einfache Antwort geben könnte in ein paar Worten, indem er vielleicht sagt: Dieses ist der Sinn des Lebens und des Daseins oder jenes. Auf diese Art würde niemals eine wirkliche Empfindung entstehen können, niemals eine Vorstellung zustande kommen von dem Großartigen, Majestätischen und Gewaltigen, das sich verbirgt hinter dieser Frage nach dem Sinn des Lebens.

[ 1 ] Es wäre ein schwerer Irrtum, wenn man glauben wollte, daß die Frage nach dem Sinn des Lebens und des Daseins einfach so aufgeworfen werden könnte, daß man sagt: Welches ist der Sinn des Lebens und des Daseins? und daß irgend jemand dann eine einfache Antwort geben könnte in ein paar Worten, indem er vielleicht sagt: Dieses ist der Sinn des Lebens und des Daseins oder jenes. Auf diese Art würde niemals eine wirkliche Empfindung entstehen können, niemals eine Vorstellung zustande kommen von dem Großartigen, Majestätischen und Gewaltigen, das sich verbirgt hinter dieser Frage nach dem Sinn des Lebens.

[ 2 ] Allerdings, man könnte auch eine abstrakte Antwort geben, und Sie werden durchfühlen, durch das, was ich nachher werde zu sagen haben, wie wenig befriedigend eine solche abstrakte Antwort wäre. Man könnte sagen: Der Sinn des Lebens besteht eigentlich darinnen, daß diejenigen geistigen Wesenheiten, zu denen wir hinaufschauen als göttlichen Wesenheiten, den Menschen allmählich dazu gelangen lassen, mitzuarbeiten an der Entwickelung des Daseins, so daß der Mensch gleichsam im Beginne seiner Entwickelung unvollkommen wäre, nicht mitarbeiten könnte an dem ganzen Bau des Weltalls und im Laufe der Entwickelung allmählich immer mehr und mehr herangezogen würde, an dieser Entwickelung mitzuarbeiten.

[ 2 ] Allerdings, man könnte auch eine abstrakte Antwort geben, und Sie werden durchfühlen, durch das, was ich nachher werde zu sagen haben, wie wenig befriedigend eine solche abstrakte Antwort wäre. Man könnte sagen: Der Sinn des Lebens besteht eigentlich darinnen, daß diejenigen geistigen Wesenheiten, zu denen wir hinaufschauen als göttlichen Wesenheiten, den Menschen allmählich dazu gelangen lassen, mitzuarbeiten an der Entwickelung des Daseins, so daß der Mensch gleichsam im Beginne seiner Entwickelung unvollkommen wäre, nicht mitarbeiten könnte an dem ganzen Bau des Weltalls und im Laufe der Entwickelung allmählich immer mehr und mehr herangezogen würde, an dieser Entwickelung mitzuarbeiten.

[ 3 ] Das wäre aber eine abstrakte Antwort, die uns außerordentlich wenig sagen würde. Wir müssen vielmehr, um eine Antwort auf eine so bedeutungsvolle Frage auch nur zu ahnen, uns vertiefen in gewisse Geheimnisse des Daseins und des Lebens. Da wollen wir von den Betrachtungen ausgehen, die sich uns auf der Grundlage derjenigen ergeben, die wir schon gestern angestellt haben. Wir wollen uns heute sozusagen nur noch etwas intensiver hineinarbeiten in diese Geheimnisse des Daseins. Wir können uns eigentlich nicht bloß daran genügen lassen, wenn wir die Welt um uns herum betrachten, Entstehen und Vergehen zu sehen. Wir haben schon gestern darauf aufmerksam gemacht, wie rätselvoll dieses Entstehen und Vergehen an unsere Seele herankommt, wenn wir uns fragen nach dem Sinn, der da ist in all diesem Entstehen und Vergehen. Aber es gibt etwas, was uns eine noch schwierigere Rätselfrage vorlegt.

[ 3 ] Das wäre aber eine abstrakte Antwort, die uns außerordentlich wenig sagen würde. Wir müssen vielmehr, um eine Antwort auf eine so bedeutungsvolle Frage auch nur zu ahnen, uns vertiefen in gewisse Geheimnisse des Daseins und des Lebens. Da wollen wir von den Betrachtungen ausgehen, die sich uns auf der Grundlage derjenigen ergeben, die wir schon gestern angestellt haben. Wir wollen uns heute sozusagen nur noch etwas intensiver hineinarbeiten in diese Geheimnisse des Daseins. Wir können uns eigentlich nicht bloß daran genügen lassen, wenn wir die Welt um uns herum betrachten, Entstehen und Vergehen zu sehen. Wir haben schon gestern darauf aufmerksam gemacht, wie rätselvoll dieses Entstehen und Vergehen an unsere Seele herankommt, wenn wir uns fragen nach dem Sinn, der da ist in all diesem Entstehen und Vergehen. Aber es gibt etwas, was uns eine noch schwierigere Rätselfrage vorlegt.

[ 4 ] Wenn wir uns dieses Entstehen und Vergehen einmal genauer betrachten, wird die Sache noch rätselvoller. Wir sehen dann schon im Entstehen sozusagen etwas höchst Merkwürdiges, etwas höchst Sonderbares, das uns tragisch, traurig stimmen könnte, wenn wir es nur oberflächlich betrachten. Tun wir einen Blick mit den Erkenntnissen, die wir haben aus der physischen Welt, sehen wir in die Weiten des Weltmeeres oder in die Weiten irgendeiner anderen Daseinsform, so wissen wir, daß unzählige Lebenskeime entstehen und daß wenige von diesen Lebenskeimen wirklich zu voll ausgebildeten Wesen werden. Denken Sie sich nur einmal, wieviel Keime von verschiedenen Fischen alljährlich im Meere abgelegt werden, die nicht ihr Ziel, nämlich ausgebildete Wesen zu werden, erreichen, sondern vorher wieder verschwinden, und wie nur eine kleine Anzahl dieser Keime das Ziel, ausgebildete Wesen zu werden, erreichen kann!

[ 4 ] Wenn wir uns dieses Entstehen und Vergehen einmal genauer betrachten, wird die Sache noch rätselvoller. Wir sehen dann schon im Entstehen sozusagen etwas höchst Merkwürdiges, etwas höchst Sonderbares, das uns tragisch, traurig stimmen könnte, wenn wir es nur oberflächlich betrachten. Tun wir einen Blick mit den Erkenntnissen, die wir haben aus der physischen Welt, sehen wir in die Weiten des Weltmeeres oder in die Weiten irgendeiner anderen Daseinsform, so wissen wir, daß unzählige Lebenskeime entstehen und daß wenige von diesen Lebenskeimen wirklich zu voll ausgebildeten Wesen werden. Denken Sie sich nur einmal, wieviel Keime von verschiedenen Fischen alljährlich im Meere abgelegt werden, die nicht ihr Ziel, nämlich ausgebildete Wesen zu werden, erreichen, sondern vorher wieder verschwinden, und wie nur eine kleine Anzahl dieser Keime das Ziel, ausgebildete Wesen zu werden, erreichen kann!

[ 5 ] Gestern haben wir den Blick hingewendet auf die Tatsache, daß alles, was entsteht, sozusagen wieder zugrunde geht. Nun aber drängt sich uns die andere Tatsache auf, daß aus einem unbegrenzten Reiche unermeßlicher Möglichkeiten nur wenige Wirklichkeiten auftauchen, daß also schon im Entstehen etwas Rätselvolles liegt, indem das, was da scheint sich zum Dasein zu ringen, gar nicht einmal so recht zur Entstehung kommen kann.

[ 5 ] Gestern haben wir den Blick hingewendet auf die Tatsache, daß alles, was entsteht, sozusagen wieder zugrunde geht. Nun aber drängt sich uns die andere Tatsache auf, daß aus einem unbegrenzten Reiche unermeßlicher Möglichkeiten nur wenige Wirklichkeiten auftauchen, daß also schon im Entstehen etwas Rätselvolles liegt, indem das, was da scheint sich zum Dasein zu ringen, gar nicht einmal so recht zur Entstehung kommen kann.

[ 6 ] Betrachten wir einen konkreten Fall. Wenn wir ein Ackerfeld besäen, auf dem meinetwillen Weizen oder Korn gedeiht, da sehen wir hervorsprießen eine große Anzahl Weizen- oder Kornähren. Wir wissen ganz gut, daß aus jedem einzelnen Korn dieser Kornähren wieder eine neue Weizen- oder Kornähre entstehen kann. Und nun fragen wir uns: Wieviele der Körner der Ähren, die wir da überschauen auf dem Saatfelde, erreichen dieses Ziel? Lassen wir einmal den Gedanken schweifen zu den unendlich vielen Körnern, die einen ganz anderen Weg gehen als den, der das Ziel der Körner ist, nämlich wiederum zur Ähre zu werden; da haben wir, was wir bei allen Lebenskeimen sehen, in einem konkreten Falle vor uns. So daß wir sagen müssen: Das Lebendige, das uns umgibt, entsteht schon als solches nur dadurch, daß es in seinem Entstehen unermeßliche Lebenskeime wie in den Abgrund des Ziellosen hinunterzudrängen scheint.

[ 6 ] Betrachten wir einen konkreten Fall. Wenn wir ein Ackerfeld besäen, auf dem meinetwillen Weizen oder Korn gedeiht, da sehen wir hervorsprießen eine große Anzahl Weizen- oder Kornähren. Wir wissen ganz gut, daß aus jedem einzelnen Korn dieser Kornähren wieder eine neue Weizen- oder Kornähre entstehen kann. Und nun fragen wir uns: Wieviele der Körner der Ähren, die wir da überschauen auf dem Saatfelde, erreichen dieses Ziel? Lassen wir einmal den Gedanken schweifen zu den unendlich vielen Körnern, die einen ganz anderen Weg gehen als den, der das Ziel der Körner ist, nämlich wiederum zur Ähre zu werden; da haben wir, was wir bei allen Lebenskeimen sehen, in einem konkreten Falle vor uns. So daß wir sagen müssen: Das Lebendige, das uns umgibt, entsteht schon als solches nur dadurch, daß es in seinem Entstehen unermeßliche Lebenskeime wie in den Abgrund des Ziellosen hinunterzudrängen scheint.

[ 7 ] Halten wir das fest, halten wir fest, daß rund in unserer Umgebung das, was da ist, sich auf einem Unterboden der reichsten, unermeßlich reichen Möglichkeiten erhebt, die nie zu Wirklichkeiten werden im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Halten wir fest, daß auf einem solchen Boden der Möglichkeiten sich erheben die Wirklichkeiten, und betrachten wir es als die eine Seite des rätselvollen Lebensdaseins, die sich unserem Auge darbietet.

[ 7 ] Halten wir das fest, halten wir fest, daß rund in unserer Umgebung das, was da ist, sich auf einem Unterboden der reichsten, unermeßlich reichen Möglichkeiten erhebt, die nie zu Wirklichkeiten werden im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Halten wir fest, daß auf einem solchen Boden der Möglichkeiten sich erheben die Wirklichkeiten, und betrachten wir es als die eine Seite des rätselvollen Lebensdaseins, die sich unserem Auge darbietet.

[ 8 ] Jetzt wollen wir einmal nach der anderen Seite ausblicken, die auch da ist, die aber allerdings nur durch Vertiefung in die okkulten Wahrheiten uns bewußt werden kann. Die andere Seite ist diese, die sich dem Menschen darbietet, wenn er den Weg zur okkulten Erkenntnis geht. Dieser Weg zur okkulten Erkenntnis wird zuweilen, wie Sie wissen, als etwas Gefährliches geschildert. Und warum? Einfach aus dem Grunde, weil wir, wenn wir den Pfad zur okkulten Erkenntnis gehen wollen, eintreten in ein Reich, das keineswegs so ohne weiteres, so, wie es sich uns darbietet, hingenommen werden darf.

[ 8 ] Jetzt wollen wir einmal nach der anderen Seite ausblicken, die auch da ist, die aber allerdings nur durch Vertiefung in die okkulten Wahrheiten uns bewußt werden kann. Die andere Seite ist diese, die sich dem Menschen darbietet, wenn er den Weg zur okkulten Erkenntnis geht. Dieser Weg zur okkulten Erkenntnis wird zuweilen, wie Sie wissen, als etwas Gefährliches geschildert. Und warum? Einfach aus dem Grunde, weil wir, wenn wir den Pfad zur okkulten Erkenntnis gehen wollen, eintreten in ein Reich, das keineswegs so ohne weiteres, so, wie es sich uns darbietet, hingenommen werden darf.

[ 9 ] Nehmen wir an, ein Mensch gehe mit den Mitteln, die Ihnen bekannt sind und die Sie finden in meinem Buche: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», den okkulten Pfad und käme so weit, daß sich aus den Untergründen seiner Seele erhöbe dasjenige, was wir Imaginationen nennen. Wir wissen, was das für Gebilde sind. Es sind visionäre Bilder, die dem Menschen, wenn er den okkulten Pfad gegangen ist, als eine ganz neue Welt gegenübertreten. Wenn ein Mensch wirklich ernsthaft diesen okkulten Pfad geht, so gelangt er dazu, daß sich die ganze physische Welt, die um ihn herum ist, verdunkelt. An Stelle dieser physischen Welt tritt eine Welt auf- und abwogender Bilder auf, auf- und abwogender Eindrücke tonartiger, geruchsartiger, geschmacksartiger, lichtartiger Natur. Das dringt und wirbelt in unseren okkulten Gesichtskreis herein, und wir machen die Erfahrungen, die wir nennen können die Erfahrungen der imaginativen Visionen, die uns von allen Seiten dann umgeben, die unsere Welt sind, in der wir mit unserer Seele leben und weben.

[ 9 ] Nehmen wir an, ein Mensch gehe mit den Mitteln, die Ihnen bekannt sind und die Sie finden in meinem Buche: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», den okkulten Pfad und käme so weit, daß sich aus den Untergründen seiner Seele erhöbe dasjenige, was wir Imaginationen nennen. Wir wissen, was das für Gebilde sind. Es sind visionäre Bilder, die dem Menschen, wenn er den okkulten Pfad gegangen ist, als eine ganz neue Welt gegenübertreten. Wenn ein Mensch wirklich ernsthaft diesen okkulten Pfad geht, so gelangt er dazu, daß sich die ganze physische Welt, die um ihn herum ist, verdunkelt. An Stelle dieser physischen Welt tritt eine Welt auf- und abwogender Bilder auf, auf- und abwogender Eindrücke tonartiger, geruchsartiger, geschmacksartiger, lichtartiger Natur. Das dringt und wirbelt in unseren okkulten Gesichtskreis herein, und wir machen die Erfahrungen, die wir nennen können die Erfahrungen der imaginativen Visionen, die uns von allen Seiten dann umgeben, die unsere Welt sind, in der wir mit unserer Seele leben und weben.

[ 10 ] Nehmen wir nun an, ein Mensch würde sich verlassen darauf, daß er in dieser viisionären Welt, in die er auf diese Art eintritt, eine volle Wirklichkeit vor sich hätte; dieser Mensch würde sich in einem schweren, sehr schweren Irrtum befinden. Und hier stehen wir an dem Punkte, wo die Gefahr beginnt. Unermeßlich ist das Reich des visionären Lebens, solange wir uns nicht von der Imagination, die uns eine visionäre Welt vorzaubert, erheben zu der Inspiration. Diese erst sagt uns: Nach diesem einen Bilde mußt du dich hinwenden, dahin mußt du deinen okkulten Blick richten, dann wirst du eine Wahrheit erleben, und unzählige andere Bilder, die rings um dieses herum sind, müssen verschwinden in ein wesenloses Nichts. Dann wird dieses eine Bild aus unermeßlich vielen hervorgehen und sich dir bewähren als ein Ausdruck der Wahrheit.

[ 10 ] Nehmen wir nun an, ein Mensch würde sich verlassen darauf, daß er in dieser viisionären Welt, in die er auf diese Art eintritt, eine volle Wirklichkeit vor sich hätte; dieser Mensch würde sich in einem schweren, sehr schweren Irrtum befinden. Und hier stehen wir an dem Punkte, wo die Gefahr beginnt. Unermeßlich ist das Reich des visionären Lebens, solange wir uns nicht von der Imagination, die uns eine visionäre Welt vorzaubert, erheben zu der Inspiration. Diese erst sagt uns: Nach diesem einen Bilde mußt du dich hinwenden, dahin mußt du deinen okkulten Blick richten, dann wirst du eine Wahrheit erleben, und unzählige andere Bilder, die rings um dieses herum sind, müssen verschwinden in ein wesenloses Nichts. Dann wird dieses eine Bild aus unermeßlich vielen hervorgehen und sich dir bewähren als ein Ausdruck der Wahrheit.

[ 11 ] Also, wir treten, wenn wir uns auf dem okkulten Pfade befinden, in ein Reich unermeßlicher Visionsmöglichkeiten und müssen uns dazu entwickeln, sozusagen herauszugliedern, auszuwählen aus diesem Reiche der unermeßlichen Visionsmöglichkeiten diejenigen, welche wirklich eine geistige Realität zum Ausdrucke bringen. Es gibt keine andere Möglichkeit der Sicherung als die eben angedeutete, denn wenn jemand käme und sagte: Man tritt also ein in ein Reich unermeßlich reicher Visionen, welche sind wahr, welche sind falsch? Kannst du mir nicht eine Regel geben, wodurch ich die wahren von den falschen unterscheide? — so würde diese Fragen kein Okkultist mit einer Regel beantworten. Jeder Okkultist müßte antworten: Wenn du unterscheiden lernen willst, dann mußt du dich weiterentwickeln. Dann aber tritt auch für dich die Möglichkeit ein, daß du den Blick hinrichtest auf dasjenige, was deinem Anblicke standhält. Denn diejenigen, welche standhalten, sind solche, die auf deinem Standpunkte sind, diejenigen aber, welche von dir ausgelöscht werden, sind bloß Nebenbilder.

[ 11 ] Also, wir treten, wenn wir uns auf dem okkulten Pfade befinden, in ein Reich unermeßlicher Visionsmöglichkeiten und müssen uns dazu entwickeln, sozusagen herauszugliedern, auszuwählen aus diesem Reiche der unermeßlichen Visionsmöglichkeiten diejenigen, welche wirklich eine geistige Realität zum Ausdrucke bringen. Es gibt keine andere Möglichkeit der Sicherung als die eben angedeutete, denn wenn jemand käme und sagte: Man tritt also ein in ein Reich unermeßlich reicher Visionen, welche sind wahr, welche sind falsch? Kannst du mir nicht eine Regel geben, wodurch ich die wahren von den falschen unterscheide? — so würde diese Fragen kein Okkultist mit einer Regel beantworten. Jeder Okkultist müßte antworten: Wenn du unterscheiden lernen willst, dann mußt du dich weiterentwickeln. Dann aber tritt auch für dich die Möglichkeit ein, daß du den Blick hinrichtest auf dasjenige, was deinem Anblicke standhält. Denn diejenigen, welche standhalten, sind solche, die auf deinem Standpunkte sind, diejenigen aber, welche von dir ausgelöscht werden, sind bloß Nebenbilder.

[ 12 ] Die Gefahr liegt nun darin, daß viele Menschen sich außerordentlich wohl und wohlig befinden in dem Reiche der Visionen und, wenn sie eine visionäre Welt vor sich haben, gar nicht weiter sich entwickeln, gar nicht weiterstreben wollen, da ihnen diese visionäre Welt außerordentlich gefällt. Man kann sich nicht zur Wahrheit entwickeln im geistigen Leben, wenn man sich dieser Seligkeit, sozusagen dem Schwelgen in der visionären Welt, einfach hingibt. Man kann sich dann nicht erheben zur Realität, zur Wahrheit. Man muß mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, weiterstreben. Dann sondert sich wirklich aus der unermeßlichen Möglichkeit der Visionen das Geistig-Wirkliche heraus.

[ 12 ] Die Gefahr liegt nun darin, daß viele Menschen sich außerordentlich wohl und wohlig befinden in dem Reiche der Visionen und, wenn sie eine visionäre Welt vor sich haben, gar nicht weiter sich entwickeln, gar nicht weiterstreben wollen, da ihnen diese visionäre Welt außerordentlich gefällt. Man kann sich nicht zur Wahrheit entwickeln im geistigen Leben, wenn man sich dieser Seligkeit, sozusagen dem Schwelgen in der visionären Welt, einfach hingibt. Man kann sich dann nicht erheben zur Realität, zur Wahrheit. Man muß mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, weiterstreben. Dann sondert sich wirklich aus der unermeßlichen Möglichkeit der Visionen das Geistig-Wirkliche heraus.

[ 13 ] Und nun vergleichen Sie die zwei Dinge, die ich Ihnen charakterisiert habe. Auf der einen Seite draußen die Welt, die unzählige Möglichkeiten der Lebenskeime aus sich hervorgehen und nur wenige davon an ihr Ziel gelangen läßt, und auf der anderen Seite die innere Welt, zu der uns der Erkenntnispfad führt: eine unermeßliche Welt von Visionen, zu vergleichen mit der Welt der Möglichkeiten der Lebenskeime. Wenige davon sind solche Visionen, zu denen wir zuletzt kommen, die zu vergleichen sind mit dem, was aus den vielen Lebenskeimen als das wenige wirkliche Leben sich erhebt. Diese zwei Dinge entsprechen einander vollständig in der Welt, diese zwei Dinge gehören durchaus in der Welt zusammen.

[ 13 ] Und nun vergleichen Sie die zwei Dinge, die ich Ihnen charakterisiert habe. Auf der einen Seite draußen die Welt, die unzählige Möglichkeiten der Lebenskeime aus sich hervorgehen und nur wenige davon an ihr Ziel gelangen läßt, und auf der anderen Seite die innere Welt, zu der uns der Erkenntnispfad führt: eine unermeßliche Welt von Visionen, zu vergleichen mit der Welt der Möglichkeiten der Lebenskeime. Wenige davon sind solche Visionen, zu denen wir zuletzt kommen, die zu vergleichen sind mit dem, was aus den vielen Lebenskeimen als das wenige wirkliche Leben sich erhebt. Diese zwei Dinge entsprechen einander vollständig in der Welt, diese zwei Dinge gehören durchaus in der Welt zusammen.

[ 14 ] Nun aber wollen wir den Gedanken ein wenig fortsetzen. Wir wollen fragen: Hat derjenige Mensch recht, der nun kleinmütig und traurig ist über das Leben und das Dasein, weil dieses Leben draußen unzählige Keime sozusagen nur halb entstehen und nur wenige davon ans Ziel gelangen läßt? Haben wir die Möglichkeit, zu trauern darüber, haben wir die Möglichkeit zu sagen: Draußen ist ein wütender Kampf ums Dasein, dem nur wenige zufällig entkommen ? Betrachten Sie unser konkretes Beispiel von dem Saatfelde, dem Korn- oder Weizenfelde. Nehmen wir an, es würden alle Weizenkörner, welche entstehen, wirklich an ihr Ziel gelangen und wieder Ähren werden. Was wäre da die Folge? Es wäre einfach die Welt nicht möglich, denn die Wesenheiten, die sich vom Korn oder Weizen ernähren müssen, hätten keine Nahrung! Damit diejenigen Wesenheiten, die wir nur allzugut kennen, hinaufkommen konnten auf die jetzige Stufe der Entwickelung, mußten hinter ihrem Ziele zurückbleiben die Wesenheiten, die wir eben angeführt haben, die sozusagen in den Abgrund hinuntersinken müssen gegenüber der Sphäre ihres eigenen Zieles. Wir haben aber trotzdem keinen Grund zur Trauer, wenn wir nicht sagen wollen, es liegt uns überhaupt nichts an der Welt; denn wenn uns an der Welt etwas liegt, wenn uns daran liegt, daß sie besteht — und die Welt besteht nur aus Wesenheiten —, so müssen diese Wesenheiten sich ernähren können. Wenn sie sich ernähren sollen, dann müssen andere Wesenheiten sich opfern. Daher können auch nur wenige von den Lebenskeimen wirklich an ihr Ziel gelangen. Die anderen müssen andere Wege gehen. Sie müssen deshalb andere Wege gehen, weil die Welt bestehen soll, weil wirklich nur dadurch die Welt weise eingerichtet sein kann.

[ 14 ] Nun aber wollen wir den Gedanken ein wenig fortsetzen. Wir wollen fragen: Hat derjenige Mensch recht, der nun kleinmütig und traurig ist über das Leben und das Dasein, weil dieses Leben draußen unzählige Keime sozusagen nur halb entstehen und nur wenige davon ans Ziel gelangen läßt? Haben wir die Möglichkeit, zu trauern darüber, haben wir die Möglichkeit zu sagen: Draußen ist ein wütender Kampf ums Dasein, dem nur wenige zufällig entkommen ? Betrachten Sie unser konkretes Beispiel von dem Saatfelde, dem Korn- oder Weizenfelde. Nehmen wir an, es würden alle Weizenkörner, welche entstehen, wirklich an ihr Ziel gelangen und wieder Ähren werden. Was wäre da die Folge? Es wäre einfach die Welt nicht möglich, denn die Wesenheiten, die sich vom Korn oder Weizen ernähren müssen, hätten keine Nahrung! Damit diejenigen Wesenheiten, die wir nur allzugut kennen, hinaufkommen konnten auf die jetzige Stufe der Entwickelung, mußten hinter ihrem Ziele zurückbleiben die Wesenheiten, die wir eben angeführt haben, die sozusagen in den Abgrund hinuntersinken müssen gegenüber der Sphäre ihres eigenen Zieles. Wir haben aber trotzdem keinen Grund zur Trauer, wenn wir nicht sagen wollen, es liegt uns überhaupt nichts an der Welt; denn wenn uns an der Welt etwas liegt, wenn uns daran liegt, daß sie besteht — und die Welt besteht nur aus Wesenheiten —, so müssen diese Wesenheiten sich ernähren können. Wenn sie sich ernähren sollen, dann müssen andere Wesenheiten sich opfern. Daher können auch nur wenige von den Lebenskeimen wirklich an ihr Ziel gelangen. Die anderen müssen andere Wege gehen. Sie müssen deshalb andere Wege gehen, weil die Welt bestehen soll, weil wirklich nur dadurch die Welt weise eingerichtet sein kann.

[ 15 ] Wir sind also nur dadurch umgeben von einer Welt, wie wir sie haben, daß sich gewisse Wesenheiten opfern, bevor sie zu ihrem Ziele gelangen. Wenn wir den Weg der sich opfernden verfolgen, so finden wir sie in den anderen Wesen, die übergeordnet sind, in den Wesen, die dieses Opfer brauchen, damit sie da sein können. Da haben wir sozusagen an einer Ecke erfaßt den Sinn auch des scheinbar so rätselvollen Daseins, das entstehen und auch in die Vernichtung hinuntersinken kann. Und dennoch haben wir entdeckt, daß gerade darin sich Weisheit im Dasein enthüllt, also Sinn enthüllt, und daß nur unser Nachdenken zu kurz ist, wenn wir jammern darüber, daß so vieles scheinbar ziellos in den Abgrund hinuntersinken muß.

[ 15 ] Wir sind also nur dadurch umgeben von einer Welt, wie wir sie haben, daß sich gewisse Wesenheiten opfern, bevor sie zu ihrem Ziele gelangen. Wenn wir den Weg der sich opfernden verfolgen, so finden wir sie in den anderen Wesen, die übergeordnet sind, in den Wesen, die dieses Opfer brauchen, damit sie da sein können. Da haben wir sozusagen an einer Ecke erfaßt den Sinn auch des scheinbar so rätselvollen Daseins, das entstehen und auch in die Vernichtung hinuntersinken kann. Und dennoch haben wir entdeckt, daß gerade darin sich Weisheit im Dasein enthüllt, also Sinn enthüllt, und daß nur unser Nachdenken zu kurz ist, wenn wir jammern darüber, daß so vieles scheinbar ziellos in den Abgrund hinuntersinken muß.

[ 16 ] Jetzt gehen wir wieder zu der anderen, zu der geistigen Seite. Nehmen wir einmal das, was wir die unermeßliche Welt der Visionen genannt haben. Da müssen wir allerdings darauf eingehen, was diese unermeßliche Welt der Visionen eigentlich bedeutet. Sie ist nicht einfach in dem Sinne falsch, diese unermeßliche Welt der Visionen, daß man sagt: Das ist falsch, was da hinuntersinkt, und das, was da zuletzt bleibt, ist richtig. Nicht in dem Sinne ist diese Welt falsch. Das ist ein ebenso kurzsichtiges Urteil, wie wenn man glaubte, das wären keine Lebenskeime, die nicht zum Leben kommen, und das wären keine richtigen Imaginationen, die für uns im Unermeßlichen untergehen. Geradeso, wie es uns im äußeren, realen Leben entgegentritt, daß nur wenige Wesen ihr Ziel erreichen, so kann auch von dem unermeßlichen Geistesleben nur weniges in unseren Horizont hineintreten. Und warum?

[ 16 ] Jetzt gehen wir wieder zu der anderen, zu der geistigen Seite. Nehmen wir einmal das, was wir die unermeßliche Welt der Visionen genannt haben. Da müssen wir allerdings darauf eingehen, was diese unermeßliche Welt der Visionen eigentlich bedeutet. Sie ist nicht einfach in dem Sinne falsch, diese unermeßliche Welt der Visionen, daß man sagt: Das ist falsch, was da hinuntersinkt, und das, was da zuletzt bleibt, ist richtig. Nicht in dem Sinne ist diese Welt falsch. Das ist ein ebenso kurzsichtiges Urteil, wie wenn man glaubte, das wären keine Lebenskeime, die nicht zum Leben kommen, und das wären keine richtigen Imaginationen, die für uns im Unermeßlichen untergehen. Geradeso, wie es uns im äußeren, realen Leben entgegentritt, daß nur wenige Wesen ihr Ziel erreichen, so kann auch von dem unermeßlichen Geistesleben nur weniges in unseren Horizont hineintreten. Und warum?

[ 17 ] Diese Frage nach dem Warum wird außerordentlich lehrreich für uns sein. Nehmen wir an, der Mensch würde sich den in unermeßlicher Manmnigfaltigkeit in ihn einströmenden Visionen einfach hingeben. Wem einmal die visionäre Welt eröffnet ist, in den strömen fortwährend Visionen ein, da kommt und geht eine nach der anderen und wogt und webt eine in der anderen. Man kann sich gar nicht erwehren der Bilder und Eindrücke, die da im Geistigen, auf- und abwogend, uns umpulsen. Aber wenn wir genau zusehen, dann finden wir bei so jemandem, der sich einfach dieser visionären Welt hingibt, etwas höchst Eigentümliches. Erstens finden wir, wenn uns so jemand entgegentritt, der sich nicht weiterentwickeln, sondern beim Visionären stehenbleiben will, daß er dieses oder jenes erfahren, daß er dieses oder jenes Erlebnis gehabt hat. Gut, sagen wir, du hast geistige Erlebnisse gehabt, du hast das erlebt, für dich sind es Wirklichkeiten. Schön, das ist eine Kundgebung aus der geistigen Welt. Aber wir werden sehr bald merken, daß, wenn ein anderer kommt und über dieselbe Sache seine Visionen uns mitteilt und er auch nicht weiter ist als der erstere, seine Visionen über dieselbe Sache eine ganz andere Gestalt haben, so daß zwei verschiedene Aussagen vorliegen können über dieselbe Sache. Ja, wir werden noch schlimmere Erfahrungen machen können. Wir werden finden, daß solche Menschen, welche stehenbleiben wollen bei der bloß visionären Welt, selber über ein und dieselbe Sache zu verschiedenen Zeiten verschiedene Aussagen machen, einmal dieses erzählen, das andere Mal jenes. Es ist eben schlimm, daß Visionäre gewöhnlich ein schlechtes Gedächtnis haben und gewöhnlich nicht mehr wissen, was sie das erstemal erzählt haben. Sie sind sich nicht bewußt dessen, was sie da erzählt haben.

[ 17 ] Diese Frage nach dem Warum wird außerordentlich lehrreich für uns sein. Nehmen wir an, der Mensch würde sich den in unermeßlicher Manmnigfaltigkeit in ihn einströmenden Visionen einfach hingeben. Wem einmal die visionäre Welt eröffnet ist, in den strömen fortwährend Visionen ein, da kommt und geht eine nach der anderen und wogt und webt eine in der anderen. Man kann sich gar nicht erwehren der Bilder und Eindrücke, die da im Geistigen, auf- und abwogend, uns umpulsen. Aber wenn wir genau zusehen, dann finden wir bei so jemandem, der sich einfach dieser visionären Welt hingibt, etwas höchst Eigentümliches. Erstens finden wir, wenn uns so jemand entgegentritt, der sich nicht weiterentwickeln, sondern beim Visionären stehenbleiben will, daß er dieses oder jenes erfahren, daß er dieses oder jenes Erlebnis gehabt hat. Gut, sagen wir, du hast geistige Erlebnisse gehabt, du hast das erlebt, für dich sind es Wirklichkeiten. Schön, das ist eine Kundgebung aus der geistigen Welt. Aber wir werden sehr bald merken, daß, wenn ein anderer kommt und über dieselbe Sache seine Visionen uns mitteilt und er auch nicht weiter ist als der erstere, seine Visionen über dieselbe Sache eine ganz andere Gestalt haben, so daß zwei verschiedene Aussagen vorliegen können über dieselbe Sache. Ja, wir werden noch schlimmere Erfahrungen machen können. Wir werden finden, daß solche Menschen, welche stehenbleiben wollen bei der bloß visionären Welt, selber über ein und dieselbe Sache zu verschiedenen Zeiten verschiedene Aussagen machen, einmal dieses erzählen, das andere Mal jenes. Es ist eben schlimm, daß Visionäre gewöhnlich ein schlechtes Gedächtnis haben und gewöhnlich nicht mehr wissen, was sie das erstemal erzählt haben. Sie sind sich nicht bewußt dessen, was sie da erzählt haben.

[ 18 ] Kurz, wir haben es zu tun mit einer unermeßlichen Mannigfaltigkeit der Erscheinungen. Wollten wir als Menschen mit unserem jetzigen Erden-Ich dies alles, was sich uns in der visionären Welt darbietet, richtig beurteilen, dann müßten wir unendlich vieles vergleichen. Dabei würde aber gar nichts herauskommen. Als Grundsatz muß gelten, daß zunächst diese visionäre Welt allerdings eine Offenbarung des Geistes ist, daß sie aber als Aussage zunächst gar nichts wert ist. Mögen noch so viele Visionen an uns herankommen — sie sind Kundgebungen der geistigen Welt, aber Wahrheiten sind es nicht. Wenn sie Wahrheiten werden sollen, müßte man erst die verschiedenen Visionen des einzelnen und mannigfaltiger anderer Menschen miteinander vergleichen. Das kann aber nicht sein. Ein Ersatz dafür wird geschaffen durch die Weiterentwickelung nach der Inspiration hin. Dann aber tritt das Folgende auf: Wir erfahren dann, daß, wenn die Menschen zu dem Standpunkte der Inspiration sich erheben, bei allen die Aussagen gleich sind. Da gibt es keine Verschiedenheiten mehr, nichts, was für den einen sich anders darstellt als für den anderen. Da sind die Erfahrungen bei allen, die die gleiche Entwickelungsstufe erreicht haben, tatsächlich gleich.

[ 18 ] Kurz, wir haben es zu tun mit einer unermeßlichen Mannigfaltigkeit der Erscheinungen. Wollten wir als Menschen mit unserem jetzigen Erden-Ich dies alles, was sich uns in der visionären Welt darbietet, richtig beurteilen, dann müßten wir unendlich vieles vergleichen. Dabei würde aber gar nichts herauskommen. Als Grundsatz muß gelten, daß zunächst diese visionäre Welt allerdings eine Offenbarung des Geistes ist, daß sie aber als Aussage zunächst gar nichts wert ist. Mögen noch so viele Visionen an uns herankommen — sie sind Kundgebungen der geistigen Welt, aber Wahrheiten sind es nicht. Wenn sie Wahrheiten werden sollen, müßte man erst die verschiedenen Visionen des einzelnen und mannigfaltiger anderer Menschen miteinander vergleichen. Das kann aber nicht sein. Ein Ersatz dafür wird geschaffen durch die Weiterentwickelung nach der Inspiration hin. Dann aber tritt das Folgende auf: Wir erfahren dann, daß, wenn die Menschen zu dem Standpunkte der Inspiration sich erheben, bei allen die Aussagen gleich sind. Da gibt es keine Verschiedenheiten mehr, nichts, was für den einen sich anders darstellt als für den anderen. Da sind die Erfahrungen bei allen, die die gleiche Entwickelungsstufe erreicht haben, tatsächlich gleich.

[ 19 ] Nun gehen wir zu der anderen Frage, die ihr auch in gewisser Weise entspricht: zu dem, was sich uns in der äußeren Welt dargeboten hat. Da werden die wenigen ans Ziel gelangten Lebenskeime in Vergleich gesetzt mit den vielen, die in den Abgrund schon hinuntergesunken sind. Wir wissen, damit die äußere Welt bestehen kann, ist dieser Untergang notwendig. Wie ist es aber mit der geistigen Welt, mit diesen Visionen und Inspirationen? Da müssen wir vor allen Dingen uns klar sein, daß dasjenige, was wir da vor uns haben, wenn wir die Visionen auswählten, dann wirklich als geistige Realitäten vor uns steht, daß wir damit nicht etwa bloße Bilder vor uns haben, die uns nur Erkenntnisse im gewöhnlichen Sinne liefern. So ist es nicht, und die Tatsache, daß es nicht so ist, will ich Ihnen an etwas sehr Bedeutungsvollem klarmachen. Ich will Ihnen klarmachen, wie es mit den ausgewählten Visionen steht im Verhältnis zur Welt, so wie wir uns zuerst klargemacht haben, wie es mit den ausgewählten, ans Ziel gelangten Lebenskeimen im Verhältnis zu den Lebenskeimen überhaupt steht. Diese werden eben als Nahrung benützt von den anderen. Wie ist es nun aber mit den ausgewählten Visionen, mit dem, was im Menschen wirklich als reale Vision lebt?

[ 19 ] Nun gehen wir zu der anderen Frage, die ihr auch in gewisser Weise entspricht: zu dem, was sich uns in der äußeren Welt dargeboten hat. Da werden die wenigen ans Ziel gelangten Lebenskeime in Vergleich gesetzt mit den vielen, die in den Abgrund schon hinuntergesunken sind. Wir wissen, damit die äußere Welt bestehen kann, ist dieser Untergang notwendig. Wie ist es aber mit der geistigen Welt, mit diesen Visionen und Inspirationen? Da müssen wir vor allen Dingen uns klar sein, daß dasjenige, was wir da vor uns haben, wenn wir die Visionen auswählten, dann wirklich als geistige Realitäten vor uns steht, daß wir damit nicht etwa bloße Bilder vor uns haben, die uns nur Erkenntnisse im gewöhnlichen Sinne liefern. So ist es nicht, und die Tatsache, daß es nicht so ist, will ich Ihnen an etwas sehr Bedeutungsvollem klarmachen. Ich will Ihnen klarmachen, wie es mit den ausgewählten Visionen steht im Verhältnis zur Welt, so wie wir uns zuerst klargemacht haben, wie es mit den ausgewählten, ans Ziel gelangten Lebenskeimen im Verhältnis zu den Lebenskeimen überhaupt steht. Diese werden eben als Nahrung benützt von den anderen. Wie ist es nun aber mit den ausgewählten Visionen, mit dem, was im Menschen wirklich als reale Vision lebt?

[ 20 ] Auf einiges muß ich hier aufmerksam machen. Sie dürfen nicht glauben, daß derjenige, der es zum Hellsehen gebracht hat, das erreicht hat, daß in ihm jetzt die Welt des Geistes lebt und in anderen nicht. Sie dürfen sich das Hellsehen nicht so vorstellen, daß Sie sich etwa sagen: Da ist der Hellseher und da ist der andere Mensch, in der Seele des Hellsehers lebt der Ausdruck geistiger Wirklichkeit, in der Seele des anderen nicht. Das wäre nicht richtig. Sie müßten vielmehr so sagen, wenn Sie es richtig ausdrücken wollten: Da stehen zwei Menschen. Der eine ist ein Hellseher, der andere nicht. Dasjenige, was der Hellseher sieht, lebt in beiden. In dem Nichthellseher sowohl wie in dem Hellseher leben dieselben Dinge, dieselben geistigen Impulse. Diese sind auch in der Seele des Nichthellsehers vorhanden. Der Hellseher unterscheidet sich von dem Nichthellseher nur dadurch, daß er sie sieht, während der andere sie nicht sieht. Der eine trägt sie in sich und sieht sie, der andere trägt sie auch in sich und sieht sie nicht. — Wer glauben würde, daß der Hellseher etwas in sich hat, was der andere nicht in sich hat, der würde sich einem großen Irrtum hingeben. So wie das Dasein zum Beispiel einer Rose nicht davon abhängt, ob der Mensch sie sieht oder nicht sieht, ebenso ist es auch mit dem Hellsehen: es lebt die Realität in der Seele des Hellsehers und in der Seele des Nichthellsehers, obgleich der letztere sie nicht sieht. Der Unterschied besteht nur darin, daß der eine sie sieht und der andere sie nicht sieht. Es ist also so, daß in der Tat in den Seelen der Menschen der Erde all die Dinge leben, die der Hellseher durch sein Hellsehen eben wahrnimmt. Dies wollen wir uns einmal recht gut in die Seele schreiben.

[ 20 ] Auf einiges muß ich hier aufmerksam machen. Sie dürfen nicht glauben, daß derjenige, der es zum Hellsehen gebracht hat, das erreicht hat, daß in ihm jetzt die Welt des Geistes lebt und in anderen nicht. Sie dürfen sich das Hellsehen nicht so vorstellen, daß Sie sich etwa sagen: Da ist der Hellseher und da ist der andere Mensch, in der Seele des Hellsehers lebt der Ausdruck geistiger Wirklichkeit, in der Seele des anderen nicht. Das wäre nicht richtig. Sie müßten vielmehr so sagen, wenn Sie es richtig ausdrücken wollten: Da stehen zwei Menschen. Der eine ist ein Hellseher, der andere nicht. Dasjenige, was der Hellseher sieht, lebt in beiden. In dem Nichthellseher sowohl wie in dem Hellseher leben dieselben Dinge, dieselben geistigen Impulse. Diese sind auch in der Seele des Nichthellsehers vorhanden. Der Hellseher unterscheidet sich von dem Nichthellseher nur dadurch, daß er sie sieht, während der andere sie nicht sieht. Der eine trägt sie in sich und sieht sie, der andere trägt sie auch in sich und sieht sie nicht. — Wer glauben würde, daß der Hellseher etwas in sich hat, was der andere nicht in sich hat, der würde sich einem großen Irrtum hingeben. So wie das Dasein zum Beispiel einer Rose nicht davon abhängt, ob der Mensch sie sieht oder nicht sieht, ebenso ist es auch mit dem Hellsehen: es lebt die Realität in der Seele des Hellsehers und in der Seele des Nichthellsehers, obgleich der letztere sie nicht sieht. Der Unterschied besteht nur darin, daß der eine sie sieht und der andere sie nicht sieht. Es ist also so, daß in der Tat in den Seelen der Menschen der Erde all die Dinge leben, die der Hellseher durch sein Hellsehen eben wahrnimmt. Dies wollen wir uns einmal recht gut in die Seele schreiben.

[ 21 ] Jetzt aber wollen wir auf ein scheinbar ganz anderes Betrachtungsgebiet übergehen, welches uns mit dem, was wir gesagt haben, später wieder vereinigen wird. Jetzt richten wir den Blick, sagen wir, auf die Tierwelt. Die Tierwelt umgibt uns in den mannigfaltigsten einzelnen Formen, in den Formen der Löwen, Bären, Wölfe, Lämmer, Haifische, Walfische und so weiter. Der Mensch unterscheidet diese Tierformen, indem er sich äußere Begriffe davon macht, indem er sich den Begriff des Löwen, des Wolfes, des Lammes und so weiter bildet. Nun darf man aber nicht verwechseln dasjenige, was der Mensch als Begriff bildet, mit dem, was der Löwe, der Wolf in Wirklichkeit ist. Sie wissen, darauf brauche ich nur aufmerksam zu machen, daß wir in der Geisteswissenschaft sprechen von den sogenannten Gruppenseelen. Alle Löwen haben eine gemeinsame Löwen-Gruppenseele, alle Wölfe eine Wolf-Gruppenseele. Gewisse abstrakte Philosophen sagen zwar, das Gemeinsame der Tiere existiere nur im Begriffe, es existiere die Wolfheit nicht draußen in der Welt. Das ist aber nicht richtig. Wer das glaubt, daß die Wolfheit als solche, also das, was objektiv in der geistigen Welt die Gruppenseele ist, nicht außer unserem Begriffe existiert, der braucht sich nur das Folgende zu überlegen. Außer uns, draußen in der Welt, gibt es Wesen, die wir Wolf nennen. Nehmen wir nun an, das Seelische, das Charakteristische des Wolfes sei eine Folgeerscheinung der Beschaffenheit der Materie, aus welcher der Wolf besteht. Wir wissen, daß sich die Materie des Körpers eines tierischen Wesens fortwährend ändert. Ein Tier nimmt neue Materie auf und gibt die alte ab. Dadurch ändert sich der Bestand der Materie fortwährend. Worauf es aber ankommt, das ist die Tatsache, daß etwas im Wolfe vorhanden ist, was die aufgenommene Materie in Wolfsmaterie umwandelt. Nehmen wir an, man hätte durch alle Finessen der Naturwissenschaft herausgebracht, wieviel Zeit der Wolf braucht, um alle Materie zu erneuern. Nehmen ‚wir ferner an, man sperrte ihn ebensolange ein und fütterte ihn mit lauter Lämmern, so daß er, solange er braucht, um seine Materie, seinen sinnlichen Körper ganz auszutauschen, mit lauter LammMaterie gefüttert worden wäre. Wenn der Wolf nichts anderes wäre als die physische Stofflichkeit, aus der sein Körper aufgebaut ist, so müßte er jetzt ein Lamm geworden sein. Aber Sie werden nicht glauben, daß der Wolf dadurch, daß er so lange Zeit Lämmer gefressen hat, jetzt auch ein Lamm geworden sein muß. Sie werden sehen, daß den Begriffen, die wir uns bilden von den verschiedenen Tierformen, Realitäten entsprechen, die erwas Übersinnliches sind gegenüber dem, was in der sinnlichen Welt draußen ist.

[ 21 ] Jetzt aber wollen wir auf ein scheinbar ganz anderes Betrachtungsgebiet übergehen, welches uns mit dem, was wir gesagt haben, später wieder vereinigen wird. Jetzt richten wir den Blick, sagen wir, auf die Tierwelt. Die Tierwelt umgibt uns in den mannigfaltigsten einzelnen Formen, in den Formen der Löwen, Bären, Wölfe, Lämmer, Haifische, Walfische und so weiter. Der Mensch unterscheidet diese Tierformen, indem er sich äußere Begriffe davon macht, indem er sich den Begriff des Löwen, des Wolfes, des Lammes und so weiter bildet. Nun darf man aber nicht verwechseln dasjenige, was der Mensch als Begriff bildet, mit dem, was der Löwe, der Wolf in Wirklichkeit ist. Sie wissen, darauf brauche ich nur aufmerksam zu machen, daß wir in der Geisteswissenschaft sprechen von den sogenannten Gruppenseelen. Alle Löwen haben eine gemeinsame Löwen-Gruppenseele, alle Wölfe eine Wolf-Gruppenseele. Gewisse abstrakte Philosophen sagen zwar, das Gemeinsame der Tiere existiere nur im Begriffe, es existiere die Wolfheit nicht draußen in der Welt. Das ist aber nicht richtig. Wer das glaubt, daß die Wolfheit als solche, also das, was objektiv in der geistigen Welt die Gruppenseele ist, nicht außer unserem Begriffe existiert, der braucht sich nur das Folgende zu überlegen. Außer uns, draußen in der Welt, gibt es Wesen, die wir Wolf nennen. Nehmen wir nun an, das Seelische, das Charakteristische des Wolfes sei eine Folgeerscheinung der Beschaffenheit der Materie, aus welcher der Wolf besteht. Wir wissen, daß sich die Materie des Körpers eines tierischen Wesens fortwährend ändert. Ein Tier nimmt neue Materie auf und gibt die alte ab. Dadurch ändert sich der Bestand der Materie fortwährend. Worauf es aber ankommt, das ist die Tatsache, daß etwas im Wolfe vorhanden ist, was die aufgenommene Materie in Wolfsmaterie umwandelt. Nehmen wir an, man hätte durch alle Finessen der Naturwissenschaft herausgebracht, wieviel Zeit der Wolf braucht, um alle Materie zu erneuern. Nehmen ‚wir ferner an, man sperrte ihn ebensolange ein und fütterte ihn mit lauter Lämmern, so daß er, solange er braucht, um seine Materie, seinen sinnlichen Körper ganz auszutauschen, mit lauter LammMaterie gefüttert worden wäre. Wenn der Wolf nichts anderes wäre als die physische Stofflichkeit, aus der sein Körper aufgebaut ist, so müßte er jetzt ein Lamm geworden sein. Aber Sie werden nicht glauben, daß der Wolf dadurch, daß er so lange Zeit Lämmer gefressen hat, jetzt auch ein Lamm geworden sein muß. Sie werden sehen, daß den Begriffen, die wir uns bilden von den verschiedenen Tierformen, Realitäten entsprechen, die erwas Übersinnliches sind gegenüber dem, was in der sinnlichen Welt draußen ist.

[ 22 ] So ist es nun bei allen Tieren. Die Gruppenseele, das, was der ganzen 'Tiergattung zugrunde liegt, das macht es, daß das eine Tier Wolf, das andere Lamm, das eine Löwe, das andere Tiger ist. Die Gruppenseele aber macht sich der Mensch klar in seinem Begriffe. Die Begriffe, die sich der Mensch nun gewöhnlich bildet, gerade von der Tierwelt, sind eigentlich recht unvollkommen. Daß sie unvollkommen sind, das rührt davon her, daß der Mensch in seiner gegenwärtigen Beschaffenheit recht wenig tief in die Realitäten eindringt, daß der Mensch eigentlich nur an der Oberfläche der Wesenheiten haftet. Würde er tiefer gelangen, so würde er, indem er sich den Begriff des Wolfes bildet, in seiner Seele nicht nur haben den abstrakten Begriff, sondern er würde den Gemütszustand haben, der diesem Begriffe entspricht. Mit dem Begriffe würde sich ein Gemütszustand bilden, und der Mensch würde, indem er sich den Begriff des Wolfes bildet, das durchmachen, was das Wolfsdasein ist. Er würde die Blutgierigkeit des Wolfes fühlen und auch fühlen die Geduld des Lammes.

[ 22 ] So ist es nun bei allen Tieren. Die Gruppenseele, das, was der ganzen 'Tiergattung zugrunde liegt, das macht es, daß das eine Tier Wolf, das andere Lamm, das eine Löwe, das andere Tiger ist. Die Gruppenseele aber macht sich der Mensch klar in seinem Begriffe. Die Begriffe, die sich der Mensch nun gewöhnlich bildet, gerade von der Tierwelt, sind eigentlich recht unvollkommen. Daß sie unvollkommen sind, das rührt davon her, daß der Mensch in seiner gegenwärtigen Beschaffenheit recht wenig tief in die Realitäten eindringt, daß der Mensch eigentlich nur an der Oberfläche der Wesenheiten haftet. Würde er tiefer gelangen, so würde er, indem er sich den Begriff des Wolfes bildet, in seiner Seele nicht nur haben den abstrakten Begriff, sondern er würde den Gemütszustand haben, der diesem Begriffe entspricht. Mit dem Begriffe würde sich ein Gemütszustand bilden, und der Mensch würde, indem er sich den Begriff des Wolfes bildet, das durchmachen, was das Wolfsdasein ist. Er würde die Blutgierigkeit des Wolfes fühlen und auch fühlen die Geduld des Lammes.

[ 23 ] Wenn das heute nicht so ist, so rührt das davon her — ich kann es nur symbolisch sagen, denn sonst würde es zu weit führen, die entsprechende Realität wissen Sie ja bereits —, daß der Mensch, nachdem die luziferischen Einflüsse stattgefunden hatten, abgehalten wurde von den Göttern, zu der Erkenntnis auch noch das Leben zu haben. Er sollte nicht essen von dem Baume des Lebens. Er hat daher also nur die Erkenntnis und kann nicht das Wirkliche des Lebens nachleben. Das kann er nur dann, wenn er Okkultist ist, wenn er in okkulter Weise eindringt in dieses Gebiet. Dann hat er nicht nur den abstrakten Begriff, sondern dann lebt er in dem, was wir mit den Ausdrücken «dieBlutgierdes Wolfes»,«dieGeduld des Lammes» bezeichnen.

[ 23 ] Wenn das heute nicht so ist, so rührt das davon her — ich kann es nur symbolisch sagen, denn sonst würde es zu weit führen, die entsprechende Realität wissen Sie ja bereits —, daß der Mensch, nachdem die luziferischen Einflüsse stattgefunden hatten, abgehalten wurde von den Göttern, zu der Erkenntnis auch noch das Leben zu haben. Er sollte nicht essen von dem Baume des Lebens. Er hat daher also nur die Erkenntnis und kann nicht das Wirkliche des Lebens nachleben. Das kann er nur dann, wenn er Okkultist ist, wenn er in okkulter Weise eindringt in dieses Gebiet. Dann hat er nicht nur den abstrakten Begriff, sondern dann lebt er in dem, was wir mit den Ausdrücken «dieBlutgierdes Wolfes»,«dieGeduld des Lammes» bezeichnen.

[ 24 ] Jetzt werden Sie begreifen, wie groß der Unterschied ist zwischen diesen beiden Dingen. Das bekämpft sich alles in uns, da die Begriffe durchdrungen sind von dem innersten Wesen der Seelensubstanz. Aber diese Begriffe muß sich der Okkultist und Hellseher machen, er muß zu diesen Begriffen aufsteigen. Wenn der Hellseher zu diesen Dingen aufgestiegen ist, dann kann man sagen: Da lebt jetzt schon etwas davon in ihm. Und tatsächlich, ein lebendiges Bild der ganzen tierischen Welt draußen lebt in ihm. — Wie gut hat es doch der andere Mensch, der nicht Hellseher geworden ist, könnte man da sagen. Aber ich habe ja gerade schon vorhin darauf hingewiesen, daß der Hellseher sich in dieser Beziehung nicht unterscheidet von den anderen Menschen! Das, was in dem einen ist, ist auch in dem anderen. Der Unterschied besteht nur darin, daß der eine es sieht, während der andere es nicht sieht. Die ganze Welt, von der ich gesprochen habe, ist in Wirklichkeit in der Seele eines jeden Menschen, nur sieht sie der gewöhnliche Mensch nicht. Das ist dasjenige, was aus den verborgenen Untergründen der Seele heraufspielt, was den Menschen in sich unruhig macht, was den Menschen in Zweifel hineinreißt, ihn da- und dorthin zieht, das, was das Spiel seiner Begierden und Instinkte ausmacht. Dasjenige, was sich nicht über eine gewisse Schwelle heraufdrängt, sich nur in Schwächen ausdrückt und auslebt, ist doch vorhanden. Wer eine derartige Gemütsveranlagung hat, der hängt so zusammen mit der Welt, daß ihn diese Gefühle erfüllen, ergreifen im Kampfe und im Leben und ihn in schwerwiegende Verhältnisse zu Wesen und Menschen bringen. Das ist einmal so. Und warum?

[ 24 ] Jetzt werden Sie begreifen, wie groß der Unterschied ist zwischen diesen beiden Dingen. Das bekämpft sich alles in uns, da die Begriffe durchdrungen sind von dem innersten Wesen der Seelensubstanz. Aber diese Begriffe muß sich der Okkultist und Hellseher machen, er muß zu diesen Begriffen aufsteigen. Wenn der Hellseher zu diesen Dingen aufgestiegen ist, dann kann man sagen: Da lebt jetzt schon etwas davon in ihm. Und tatsächlich, ein lebendiges Bild der ganzen tierischen Welt draußen lebt in ihm. — Wie gut hat es doch der andere Mensch, der nicht Hellseher geworden ist, könnte man da sagen. Aber ich habe ja gerade schon vorhin darauf hingewiesen, daß der Hellseher sich in dieser Beziehung nicht unterscheidet von den anderen Menschen! Das, was in dem einen ist, ist auch in dem anderen. Der Unterschied besteht nur darin, daß der eine es sieht, während der andere es nicht sieht. Die ganze Welt, von der ich gesprochen habe, ist in Wirklichkeit in der Seele eines jeden Menschen, nur sieht sie der gewöhnliche Mensch nicht. Das ist dasjenige, was aus den verborgenen Untergründen der Seele heraufspielt, was den Menschen in sich unruhig macht, was den Menschen in Zweifel hineinreißt, ihn da- und dorthin zieht, das, was das Spiel seiner Begierden und Instinkte ausmacht. Dasjenige, was sich nicht über eine gewisse Schwelle heraufdrängt, sich nur in Schwächen ausdrückt und auslebt, ist doch vorhanden. Wer eine derartige Gemütsveranlagung hat, der hängt so zusammen mit der Welt, daß ihn diese Gefühle erfüllen, ergreifen im Kampfe und im Leben und ihn in schwerwiegende Verhältnisse zu Wesen und Menschen bringen. Das ist einmal so. Und warum?

[ 25 ] Wenn das nicht so wäre, dann wäre in gewisser Beziehung die Entwickelung unserer Erde mit dem Tierischen am Ende angekommen. Dann wäre das Tierreich so, wie es ist, eine Art von Ende. Es könnte nicht weiterkommen. Die ganzen Gruppenseelen der Tiere, die da um uns herum leben, würden sich nicht in die folgenden Verkörperungen unserer Erde hinüberentwickeln können. Das wäre eine sonderbare Sache. Diese Gruppenseelen der Tiere wären in der Lage — verzeihen Sie mir den Vergleich, aber er wird Ihnen klarmachen, was gemeint ist — eines Amazonenstaates, in den nie ein Mann hinein dürfte. Er würde notwendig aussterben ohne männliche Wesenheit. Fr würde zwar geistig nicht aussterben, denn die Seelen würden in andere Reiche übergehen, aber als Amazonenstaat stände ihm dieses Schicksal bevor. So würde auch der Staat der tierischen Gruppenseelen aussterben, wenn nichts anderes da wäre als er. Das nämlich, was in den tierischen Gruppenseelen lebt, das muß befruchtet werden und kann nicht anders über die Klippe in der Erdenentwickelung, in die nächste Erdenverkörperung, das Jupiterdasein, hinwegkommen — kann nicht hinübergelangen, wenn es nicht befruchter wird von dem, was ich geschildert habe. Dadurch gehen die Formen der Erdentiere zugrunde, sie sterben aus, die Gruppenseelen aber werden befruchtet und erscheinen auf dem Jupiter als für ein höheres Dasein ausgebildet, sie gelangen also zu ihrer nächsten Stufe des Daseins.

[ 25 ] Wenn das nicht so wäre, dann wäre in gewisser Beziehung die Entwickelung unserer Erde mit dem Tierischen am Ende angekommen. Dann wäre das Tierreich so, wie es ist, eine Art von Ende. Es könnte nicht weiterkommen. Die ganzen Gruppenseelen der Tiere, die da um uns herum leben, würden sich nicht in die folgenden Verkörperungen unserer Erde hinüberentwickeln können. Das wäre eine sonderbare Sache. Diese Gruppenseelen der Tiere wären in der Lage — verzeihen Sie mir den Vergleich, aber er wird Ihnen klarmachen, was gemeint ist — eines Amazonenstaates, in den nie ein Mann hinein dürfte. Er würde notwendig aussterben ohne männliche Wesenheit. Fr würde zwar geistig nicht aussterben, denn die Seelen würden in andere Reiche übergehen, aber als Amazonenstaat stände ihm dieses Schicksal bevor. So würde auch der Staat der tierischen Gruppenseelen aussterben, wenn nichts anderes da wäre als er. Das nämlich, was in den tierischen Gruppenseelen lebt, das muß befruchtet werden und kann nicht anders über die Klippe in der Erdenentwickelung, in die nächste Erdenverkörperung, das Jupiterdasein, hinwegkommen — kann nicht hinübergelangen, wenn es nicht befruchter wird von dem, was ich geschildert habe. Dadurch gehen die Formen der Erdentiere zugrunde, sie sterben aus, die Gruppenseelen aber werden befruchtet und erscheinen auf dem Jupiter als für ein höheres Dasein ausgebildet, sie gelangen also zu ihrer nächsten Stufe des Daseins.

[ 26 ] Was geschieht also durch den Menschen, indem er da unten die lebendigen Formen der Gruppenseelen abbildet? Er bildet dadurch aus die Befruchtungskeime für die Gruppenseelen, die sich sonst nicht weiterentwickeln könnten. Wenn wir dies ins Auge fassen, dann können wir uns das Folgende sagen: Also sehen wir schon im tierischen Reiche, daß der Mensch in sich entwickelt, auf äußere Anregung hin, indem er das Tierreich anschaut, gewisse innere Impulse, die Befruchtungskeime sind für die tierische Gruppenseele. Diese Impulse, die da im Leben als Befruchtungskeime für die tierische Gruppenseele entstehen, entstehen auf äußere Anregung. Nicht auf äußere Anregung entstehen die Visionen des Hellsehers und auch nicht diejenige, welche ausgewählt wird als reale Vision. Die ist nur da in der geistigen Welt und lebt in den Seelen der Menschen.

[ 26 ] Was geschieht also durch den Menschen, indem er da unten die lebendigen Formen der Gruppenseelen abbildet? Er bildet dadurch aus die Befruchtungskeime für die Gruppenseelen, die sich sonst nicht weiterentwickeln könnten. Wenn wir dies ins Auge fassen, dann können wir uns das Folgende sagen: Also sehen wir schon im tierischen Reiche, daß der Mensch in sich entwickelt, auf äußere Anregung hin, indem er das Tierreich anschaut, gewisse innere Impulse, die Befruchtungskeime sind für die tierische Gruppenseele. Diese Impulse, die da im Leben als Befruchtungskeime für die tierische Gruppenseele entstehen, entstehen auf äußere Anregung. Nicht auf äußere Anregung entstehen die Visionen des Hellsehers und auch nicht diejenige, welche ausgewählt wird als reale Vision. Die ist nur da in der geistigen Welt und lebt in den Seelen der Menschen.

[ 27 ] Glauben Sie nur ja nicht, daß, wenn von einer Anzahl Getreidekörner soundsoviele verzehrt werden, während nur wenige sich wieder zur Ähre entwickeln können, daß da nichts vorgeht in der geistigen Welt! Während die Körner aufgezehrt werden, geht das Geistige, das mit den Getreidekörnern verbunden ist, in den Menschen über. Das zeigt sich am besten für den hellseherischen Blick, wenn er hinschaut auf ein Meer, wo soundsoviele Fischkeime enthalten sind, und beobachtet, wie wenige sich zu vollgültigen Fischen entwickeln. Diejenigen, die zu vollgültigen Fischen sich entwickeln, zeigen in ihrem Innern kleine Flämmchen, diejenigen aber, die sich physisch nicht entwickeln, die physisch in den Abgrund hinuntergehen, entwickeln mächtige Flammen-Lichtbildungen. Da ist das Geistige um so bedeutsamer. So ist es auch mit denjenigen Getreideund Weizenkörnern, die gegessen werden. Das Materielle davon wird gegessen; indem es zermürbt wird, tritt aus diesen nicht zu ihrem Ziele gelangten Weizenkörnern heraus eine geistige Kraft, die unseren Umkreis erfüllt. Das ist für den Hellseher ebenso, wenn er einen Menschen ansieht, der Reis oder ähnliches ißt. Während der Mensch das Materielle in sich aufnimmt, mit sich vereinigt, sprühen in Strömen die geistigen Kräfte heraus, die mit dem Korne verbunden waren. Das alles ist keine so einfache Sache für den okkulten Blick, ganz besonders nicht, wenn die Nahrung keine Pflanze war. Aber darauf will ich heute nicht eingehen, da die Geisteswissenschaft nicht agitieren soll für irgendeine Parteirichtung, also auch nicht für den Vegetarismus.

[ 27 ] Glauben Sie nur ja nicht, daß, wenn von einer Anzahl Getreidekörner soundsoviele verzehrt werden, während nur wenige sich wieder zur Ähre entwickeln können, daß da nichts vorgeht in der geistigen Welt! Während die Körner aufgezehrt werden, geht das Geistige, das mit den Getreidekörnern verbunden ist, in den Menschen über. Das zeigt sich am besten für den hellseherischen Blick, wenn er hinschaut auf ein Meer, wo soundsoviele Fischkeime enthalten sind, und beobachtet, wie wenige sich zu vollgültigen Fischen entwickeln. Diejenigen, die zu vollgültigen Fischen sich entwickeln, zeigen in ihrem Innern kleine Flämmchen, diejenigen aber, die sich physisch nicht entwickeln, die physisch in den Abgrund hinuntergehen, entwickeln mächtige Flammen-Lichtbildungen. Da ist das Geistige um so bedeutsamer. So ist es auch mit denjenigen Getreideund Weizenkörnern, die gegessen werden. Das Materielle davon wird gegessen; indem es zermürbt wird, tritt aus diesen nicht zu ihrem Ziele gelangten Weizenkörnern heraus eine geistige Kraft, die unseren Umkreis erfüllt. Das ist für den Hellseher ebenso, wenn er einen Menschen ansieht, der Reis oder ähnliches ißt. Während der Mensch das Materielle in sich aufnimmt, mit sich vereinigt, sprühen in Strömen die geistigen Kräfte heraus, die mit dem Korne verbunden waren. Das alles ist keine so einfache Sache für den okkulten Blick, ganz besonders nicht, wenn die Nahrung keine Pflanze war. Aber darauf will ich heute nicht eingehen, da die Geisteswissenschaft nicht agitieren soll für irgendeine Parteirichtung, also auch nicht für den Vegetarismus.

[ 28 ] Es schließen sich also zusammen die geistigen Wesenheiten. Alles, was scheinbar zugrunde geht, gibt ab an die Umgebung das Geistige. Dieses Geistige, das abgegeben wird an die Umgebung, das vereinigt sich tatsächlich mit dem, was im Menschen drinnen, wenn er Hellseher wird oder auch sonst, in seiner visionären Welt lebt. Und die nach der Inspiration ausgewählten Visionen sind dasjenige, was das, ich möchte sagen, aus den nicht zum Ziele gekommenen Lebenskeimen ausgepreßte Geistige befruchtet und weiter zur Evolution bringt.

[ 28 ] Es schließen sich also zusammen die geistigen Wesenheiten. Alles, was scheinbar zugrunde geht, gibt ab an die Umgebung das Geistige. Dieses Geistige, das abgegeben wird an die Umgebung, das vereinigt sich tatsächlich mit dem, was im Menschen drinnen, wenn er Hellseher wird oder auch sonst, in seiner visionären Welt lebt. Und die nach der Inspiration ausgewählten Visionen sind dasjenige, was das, ich möchte sagen, aus den nicht zum Ziele gekommenen Lebenskeimen ausgepreßte Geistige befruchtet und weiter zur Evolution bringt.

[ 29 ] So steht unser Inneres durch dasjenige, was es da innerlich entwickelt, in einem fortwährenden Verhältnisse zu der äußeren Welt, wirkt zusammen mit dieser äußeren Welt. Diese äußere Welt wäre dem Verderben anheimgegeben, könnte sich nicht weiterentwickein, wenn wir nicht entgegenbrächten die befruchtenden Keime. Draußen in der Welt ist auch eine Geistigkeit, aber sozusagen nur eine halbe Geistigkeit. Damit sie Nachwuchs habe, diese Geistigkeit draußen, muß die andere Geistigkeit zu ihr hinzutreten, die innerhalb uns selbst lebt. Was in uns lebt, ist keineswegs nur ein erkenntnismäßiges Abbild des Äußeren, sondern das, was dazu gehört. Es tritt mit dem, was außer uns ist, zusammen und entwickelt sich weiter. Geradeso wie Nord- und Südpol als Magnetismus oder Elektrizität zusammentreten müssen, damit etwas geschieht, so muß zusammentreten dasjenige, was sich in unserem Innern ausbildet in der Welt der Visionen, mit dem, was draußen aufsprüht von dem scheinbar Zugrundegegangenen. Wunderbare Rätsel, die sich aber allmählich aufklären, die uns zeigen, wie Inneres mit dem Äußeren zusammenhängt.

[ 29 ] So steht unser Inneres durch dasjenige, was es da innerlich entwickelt, in einem fortwährenden Verhältnisse zu der äußeren Welt, wirkt zusammen mit dieser äußeren Welt. Diese äußere Welt wäre dem Verderben anheimgegeben, könnte sich nicht weiterentwickein, wenn wir nicht entgegenbrächten die befruchtenden Keime. Draußen in der Welt ist auch eine Geistigkeit, aber sozusagen nur eine halbe Geistigkeit. Damit sie Nachwuchs habe, diese Geistigkeit draußen, muß die andere Geistigkeit zu ihr hinzutreten, die innerhalb uns selbst lebt. Was in uns lebt, ist keineswegs nur ein erkenntnismäßiges Abbild des Äußeren, sondern das, was dazu gehört. Es tritt mit dem, was außer uns ist, zusammen und entwickelt sich weiter. Geradeso wie Nord- und Südpol als Magnetismus oder Elektrizität zusammentreten müssen, damit etwas geschieht, so muß zusammentreten dasjenige, was sich in unserem Innern ausbildet in der Welt der Visionen, mit dem, was draußen aufsprüht von dem scheinbar Zugrundegegangenen. Wunderbare Rätsel, die sich aber allmählich aufklären, die uns zeigen, wie Inneres mit dem Äußeren zusammenhängt.

[ 30 ] Nun werfen wir einen Blick auf das, was uns draußen umgibt, und auf das, was wir als ausgewählte Visionen haben, auf das, was sich aussondert von den unermeßlichen Möglichkeiten der Visionen. Dasjenige, was wir so erheben zu einer für uns gültigen Vision, dient zu unserer inneren Entwickelung. Was dann hinuntersinkt, wenn wir das ganze unermeßliche Feld des visionären Lebens überblicken, was da einzeln hinuntersinkt, das versinkt nicht in nichts, sondern es dringt in die Außenwelt und befruchtet dieselbe. Was wir ausgewählt haben von den Visionen, das dient zu unserer Weiterentwickelung. Die anderen, die gehen von uns weg und vereinigen sich mit dem, was um uns ist, mit dem nicht zum Ziele gelangten Leben.

[ 30 ] Nun werfen wir einen Blick auf das, was uns draußen umgibt, und auf das, was wir als ausgewählte Visionen haben, auf das, was sich aussondert von den unermeßlichen Möglichkeiten der Visionen. Dasjenige, was wir so erheben zu einer für uns gültigen Vision, dient zu unserer inneren Entwickelung. Was dann hinuntersinkt, wenn wir das ganze unermeßliche Feld des visionären Lebens überblicken, was da einzeln hinuntersinkt, das versinkt nicht in nichts, sondern es dringt in die Außenwelt und befruchtet dieselbe. Was wir ausgewählt haben von den Visionen, das dient zu unserer Weiterentwickelung. Die anderen, die gehen von uns weg und vereinigen sich mit dem, was um uns ist, mit dem nicht zum Ziele gelangten Leben.

[ 31 ] So wie das Lebewesen zu seiner Ernährung aufnehmen muß dasjenige, was nicht zum Leben gekommen ist, so müssen wir aufnehmen dasjenige, was wir nicht abgeben an die Außenwelt zur Befruchtung der Außenwelt. Das hat also seinen Zweck. Und ersterben müßte alles in der Welt, was geistig fortwährend entsteht, wenn wir unsere Visionen nicht fallen ließen und nicht nur auswählten diejenigen, welche sich nach der Inspiration ergeben.

[ 31 ] So wie das Lebewesen zu seiner Ernährung aufnehmen muß dasjenige, was nicht zum Leben gekommen ist, so müssen wir aufnehmen dasjenige, was wir nicht abgeben an die Außenwelt zur Befruchtung der Außenwelt. Das hat also seinen Zweck. Und ersterben müßte alles in der Welt, was geistig fortwährend entsteht, wenn wir unsere Visionen nicht fallen ließen und nicht nur auswählten diejenigen, welche sich nach der Inspiration ergeben.

[ 32 ] Jetzt kommen wir zum zweiten Punkte, der Gefahr des visionären Lebens. Was tut derjenige, welcher alle die unermeßlich vielen und mannigfaltigen Visionen einfach als Wahrheit bezeichnet und nicht auswählt das für ihn Richtige, nicht tilgt die weitaus größere Zahl der Visionen? Was tut der? Der tut geistig dasselbe, was ein Mensch tun würde — wenn Sie es sich ins Physische übersetzen, dann werden Sie gleich sehen, was er tut —, der einem Saatfelde gegenübersteht und nicht einen großen Teil zur Nahrung verwendete, sondern alle Körner wieder zum Aussäen benützte. Es würde nicht lange dauern, so reichte die Erde nicht mehr hin, um all das Korn zu tragen. Das ginge also nicht so weiter, denn alles andere würde aussterben, es würde nichts mehr Nahrung haben. So ist es auch mit dem Menschen, der alles als Wahrheit betrachtet, der keine Vision tilgt und alles in sich darinnen behält. Da wirkt er in sich so, wie wenn er alle Weizenkörner einsammeln und wieder aussäen würde. So wie die Welt bald mit lauter Weizenfeldern und Weizenkörnern überschüttet sein würde, so würde sich der Mensch überschütten mit Visionen, der nicht unter den Visionen auswählte.

[ 32 ] Jetzt kommen wir zum zweiten Punkte, der Gefahr des visionären Lebens. Was tut derjenige, welcher alle die unermeßlich vielen und mannigfaltigen Visionen einfach als Wahrheit bezeichnet und nicht auswählt das für ihn Richtige, nicht tilgt die weitaus größere Zahl der Visionen? Was tut der? Der tut geistig dasselbe, was ein Mensch tun würde — wenn Sie es sich ins Physische übersetzen, dann werden Sie gleich sehen, was er tut —, der einem Saatfelde gegenübersteht und nicht einen großen Teil zur Nahrung verwendete, sondern alle Körner wieder zum Aussäen benützte. Es würde nicht lange dauern, so reichte die Erde nicht mehr hin, um all das Korn zu tragen. Das ginge also nicht so weiter, denn alles andere würde aussterben, es würde nichts mehr Nahrung haben. So ist es auch mit dem Menschen, der alles als Wahrheit betrachtet, der keine Vision tilgt und alles in sich darinnen behält. Da wirkt er in sich so, wie wenn er alle Weizenkörner einsammeln und wieder aussäen würde. So wie die Welt bald mit lauter Weizenfeldern und Weizenkörnern überschüttet sein würde, so würde sich der Mensch überschütten mit Visionen, der nicht unter den Visionen auswählte.

[ 33 ] Ich habe Ihnen die Umgebung geschildert, sowohl physisch wie geistig, die Tiere, sowie auch die Begriffe, die der Mensch sich dafür bildet. Aber ich habe auch gezeigt, wie der Mensch seinen Visionen das Ziel zu geben hat und wie diese visionäre Welt sich verbinden muß mit der Welt draußen, damit die Entwickelung vorwärtsschreiten kann. Wie ist es aber, wenn wir den Menschen nun ins Auge fassen? Er steht einem "Tiere gegenüber, betrachtet dessen Gruppenseele, sagt Wolf, das heißt, er hat sich den Begriff Wolf gemacht, und indem er Wolf sagt, ist in ihm aufgeschossen das Bild, von dem allerdings der Nichthellseher die Gemütssubstanz nicht hat, sondern nur den abstrakten Begriff. Was in der Gemütssubstanz lebt, das verbindet sich mit der Gruppenseele und befruchtet sie, wenn der Mensch den Namen Wolf ausspricht. Wenn er den Namen nicht aussprechen würde, so würde das Tierreich als solches ersterben. Und dasselbe gilt auch von dem Pflanzenreiche.

[ 33 ] Ich habe Ihnen die Umgebung geschildert, sowohl physisch wie geistig, die Tiere, sowie auch die Begriffe, die der Mensch sich dafür bildet. Aber ich habe auch gezeigt, wie der Mensch seinen Visionen das Ziel zu geben hat und wie diese visionäre Welt sich verbinden muß mit der Welt draußen, damit die Entwickelung vorwärtsschreiten kann. Wie ist es aber, wenn wir den Menschen nun ins Auge fassen? Er steht einem "Tiere gegenüber, betrachtet dessen Gruppenseele, sagt Wolf, das heißt, er hat sich den Begriff Wolf gemacht, und indem er Wolf sagt, ist in ihm aufgeschossen das Bild, von dem allerdings der Nichthellseher die Gemütssubstanz nicht hat, sondern nur den abstrakten Begriff. Was in der Gemütssubstanz lebt, das verbindet sich mit der Gruppenseele und befruchtet sie, wenn der Mensch den Namen Wolf ausspricht. Wenn er den Namen nicht aussprechen würde, so würde das Tierreich als solches ersterben. Und dasselbe gilt auch von dem Pflanzenreiche.

[ 34 ] Das, was ich charakterisiert habe von dem Menschen, gilt nur für den Menschen. Was ich charakterisiert habe, gilt nicht für die Tiere und auch nicht für die Engel und so weiter. Die haben ganz andere Aufgaben. Der Mensch allein ist dazu da, sein Wesen der Außenwelt gegenüberzustellen, damit Befruchtungskeime entstehen, die sich im «Namen» zum Ausdruck bringen. Damit ist in des Menschen Inneres die Möglichkeit zur Fortentwickelung des Tier- und Pflanzenreiches gelegt.

[ 34 ] Das, was ich charakterisiert habe von dem Menschen, gilt nur für den Menschen. Was ich charakterisiert habe, gilt nicht für die Tiere und auch nicht für die Engel und so weiter. Die haben ganz andere Aufgaben. Der Mensch allein ist dazu da, sein Wesen der Außenwelt gegenüberzustellen, damit Befruchtungskeime entstehen, die sich im «Namen» zum Ausdruck bringen. Damit ist in des Menschen Inneres die Möglichkeit zur Fortentwickelung des Tier- und Pflanzenreiches gelegt.

[ 35 ] Gehen wir jetzt zu dem Ausgangspunkte zurück, den wir gestern gewählt haben. Jahve oder Jehova wurde gefragt von den DienstEngeln, warum er durchaus den Menschen schaffen wollte. Die Engel konnten es nicht begreifen. Da versammelte Jehova die Tiere und Pflanzen und fragte die Engel, welches die Namen dieser Wesen sind. Sie wußten es nicht. Sie haben andere Aufgaben als die Befruchtung der Gruppenseelen. Der Mensch aber konnte die Namen sagen. Damit zeigt Jahve, daß er den Menschen braucht, weil sonst die Schöpfung ersterben würde. Im Menschen entwickelt sich dasjenige weiter, was in der Schöpfung bis zum Ende gekommen ist und was neu angefacht werden muß, damit die Entwickelung weitergehe. Daher mußte zur Schöpfung hinzukommen der Mensch, damit die Befruchtungskeime entstehen konnten, die sich im «Namen» zum Ausdruck bringen.

[ 35 ] Gehen wir jetzt zu dem Ausgangspunkte zurück, den wir gestern gewählt haben. Jahve oder Jehova wurde gefragt von den DienstEngeln, warum er durchaus den Menschen schaffen wollte. Die Engel konnten es nicht begreifen. Da versammelte Jehova die Tiere und Pflanzen und fragte die Engel, welches die Namen dieser Wesen sind. Sie wußten es nicht. Sie haben andere Aufgaben als die Befruchtung der Gruppenseelen. Der Mensch aber konnte die Namen sagen. Damit zeigt Jahve, daß er den Menschen braucht, weil sonst die Schöpfung ersterben würde. Im Menschen entwickelt sich dasjenige weiter, was in der Schöpfung bis zum Ende gekommen ist und was neu angefacht werden muß, damit die Entwickelung weitergehe. Daher mußte zur Schöpfung hinzukommen der Mensch, damit die Befruchtungskeime entstehen konnten, die sich im «Namen» zum Ausdruck bringen.

[ 36 ] So sehen wir, daß wir mit unserem Leben nicht unnötig hineingestellt sind in die Schöpfung. Denken wir den Menschen hinweg, so würden sich die Übergangsreiche nicht weiterentwickeln können. Sie würden dem Schicksale verfallen, welchem verfallen würde eine Pflanzenwelt, die nicht befruchtet wird. Einzig und allein dadurch, daß der Mensch hineingestellt ist ins Erdendasein, wird die Brücke geschaffen zwischen der Welt, die früher war, und derjenigen, die später ist, und der Mensch selber nimmt dasjenige für sich, für seine Entwickelung, was in der Unsumme von Wesen als Name lebt, und bewirkt dadurch, daß er mit der ganzen Entwickelung aufsteigt.

[ 36 ] So sehen wir, daß wir mit unserem Leben nicht unnötig hineingestellt sind in die Schöpfung. Denken wir den Menschen hinweg, so würden sich die Übergangsreiche nicht weiterentwickeln können. Sie würden dem Schicksale verfallen, welchem verfallen würde eine Pflanzenwelt, die nicht befruchtet wird. Einzig und allein dadurch, daß der Mensch hineingestellt ist ins Erdendasein, wird die Brücke geschaffen zwischen der Welt, die früher war, und derjenigen, die später ist, und der Mensch selber nimmt dasjenige für sich, für seine Entwickelung, was in der Unsumme von Wesen als Name lebt, und bewirkt dadurch, daß er mit der ganzen Entwickelung aufsteigt.

[ 37 ] Da haben wir, nicht in einfacher, abstrakter Weise, die Frage beantwortet: Welches ist der Sinn des Lebens? obwohl im Grunde genommen die abstrakte Antwort darinnenliegt. Der Mensch ist geworden ein Mithelfer der geistigen Wesenheiten. Er ist es geworden durch sein ganzes Wesen. Was in ihm ist, ist geworden der Befruchtungskeim für die ganze Schöpfung. Er muß da sein, und ohne ihn könnte die Schöpfung nicht da sein. So fühlt sich der Mensch, indem er sich darinnenstehend weiß in der Schöpfung, als ein Teilnehmer an dem göttlich-geistigen Schaffen.

[ 37 ] Da haben wir, nicht in einfacher, abstrakter Weise, die Frage beantwortet: Welches ist der Sinn des Lebens? obwohl im Grunde genommen die abstrakte Antwort darinnenliegt. Der Mensch ist geworden ein Mithelfer der geistigen Wesenheiten. Er ist es geworden durch sein ganzes Wesen. Was in ihm ist, ist geworden der Befruchtungskeim für die ganze Schöpfung. Er muß da sein, und ohne ihn könnte die Schöpfung nicht da sein. So fühlt sich der Mensch, indem er sich darinnenstehend weiß in der Schöpfung, als ein Teilnehmer an dem göttlich-geistigen Schaffen.

[ 38 ] Jetzt weiß er auch, warum er in sich ein solches Leben führt, warum draußen die Welt der Sterne, der Wolken, der Naturreiche ist, mit alledem, was geistig dazugehört, und in ihm eine Welt des Seelenlebens vorhanden ist. Denn jetzt sieht der Mensch: Diese zwei Welten gehören zusammen, und nur indem sie gegenseitig aufeinander wirken, geht die Entwickelung vorwärts. Draußen breitet sich im Raume die unermeßliche Welt aus. Da drinnen in uns ist unsere Seelenwelt. Wir merken es nicht, daß das, was in uns lebt, hinaussprüht und sich verbindet mit dem, was draußen lebt. Wir merken es nicht, daß wir der Schauplatz der Verbindung sind. Das, was in uns ist, ist sozusagen der eine Pol, und das, was draußen ist in der Welt, das ist der andere Pol, die beide sich zum Fortgange der Weltentwickelung miteinander verbinden müssen. Und der Sinn, der Sinn des Menschen, liegt darinnen, daß wir dabei sein dürfen.

[ 38 ] Jetzt weiß er auch, warum er in sich ein solches Leben führt, warum draußen die Welt der Sterne, der Wolken, der Naturreiche ist, mit alledem, was geistig dazugehört, und in ihm eine Welt des Seelenlebens vorhanden ist. Denn jetzt sieht der Mensch: Diese zwei Welten gehören zusammen, und nur indem sie gegenseitig aufeinander wirken, geht die Entwickelung vorwärts. Draußen breitet sich im Raume die unermeßliche Welt aus. Da drinnen in uns ist unsere Seelenwelt. Wir merken es nicht, daß das, was in uns lebt, hinaussprüht und sich verbindet mit dem, was draußen lebt. Wir merken es nicht, daß wir der Schauplatz der Verbindung sind. Das, was in uns ist, ist sozusagen der eine Pol, und das, was draußen ist in der Welt, das ist der andere Pol, die beide sich zum Fortgange der Weltentwickelung miteinander verbinden müssen. Und der Sinn, der Sinn des Menschen, liegt darinnen, daß wir dabei sein dürfen.

[ 39 ] Die gewöhnliche Erkenntnis des normalen Bewußtseins weiß nicht viel von diesen Dingen. Aber indem wir in der Erkenntnis dieser Dinge fortschreiten, werden wir immer mehr bewußt, daß in uns gleichsam der Ort ist, wo Nord- und Südpol der Welt — wenn ich es damit vergleichen darf — ihre entgegengesetzten Kräfte austauschen, sich miteinander vereinigen, so daß die Weiterentwickelung vor sich gehen kann. Wir lernen durch die okkulte Wissenschaft, daß in uns der Schauplatz ist für den Ausgleich der Kräfte der Welt. Wir fühlen, wie in uns wie in einem Zentrum die göttlich-geistige Welt lebt, wie sie sich mit der Außenwelt verbindet und wie die beiden so sich gegenseitig befruchten.

[ 39 ] Die gewöhnliche Erkenntnis des normalen Bewußtseins weiß nicht viel von diesen Dingen. Aber indem wir in der Erkenntnis dieser Dinge fortschreiten, werden wir immer mehr bewußt, daß in uns gleichsam der Ort ist, wo Nord- und Südpol der Welt — wenn ich es damit vergleichen darf — ihre entgegengesetzten Kräfte austauschen, sich miteinander vereinigen, so daß die Weiterentwickelung vor sich gehen kann. Wir lernen durch die okkulte Wissenschaft, daß in uns der Schauplatz ist für den Ausgleich der Kräfte der Welt. Wir fühlen, wie in uns wie in einem Zentrum die göttlich-geistige Welt lebt, wie sie sich mit der Außenwelt verbindet und wie die beiden so sich gegenseitig befruchten.

[ 40 ] Wenn wir uns so als Schauplatz fühlen und wissen, wir sind dabei, dann stellen wir uns richtig hinein in das Leben, erfassen den ganzen Sinn des Lebens und erkennen, daß das, was zunächst unbewußt ist, dadurch, daß wir in der Geisteswissenschaft weiterdringen, uns immer mehr bewußt werden wird. Darauf beruht alle Entwickelung der höheren Geisteskräfte. Während es dem normalen Bewußtsein entzogen ist, zu wissen: Da vereinigt sich in dir etwas mit dem, was da draußen ist, ist es dem höheren Bewußtsein erlaubt, zuzuschauen. Dieses entwickelt wirklich dasjenige, was zur Außenwelt dazu gehört. Daher ist es notwendig, daß ein gewisser Reifezustand eintritt, daß man nicht in wilder Weise vermischt das, was drinnen ist, und das, was draußen ist. Denn sobald wir zu einem höheren Bewußtsein aufsteigen, ist das eine Wirklichkeit, was in uns lebt. Schein ist es so lange, als man im gewöhnlichen, normalen Bewußtsein lebt.

[ 40 ] Wenn wir uns so als Schauplatz fühlen und wissen, wir sind dabei, dann stellen wir uns richtig hinein in das Leben, erfassen den ganzen Sinn des Lebens und erkennen, daß das, was zunächst unbewußt ist, dadurch, daß wir in der Geisteswissenschaft weiterdringen, uns immer mehr bewußt werden wird. Darauf beruht alle Entwickelung der höheren Geisteskräfte. Während es dem normalen Bewußtsein entzogen ist, zu wissen: Da vereinigt sich in dir etwas mit dem, was da draußen ist, ist es dem höheren Bewußtsein erlaubt, zuzuschauen. Dieses entwickelt wirklich dasjenige, was zur Außenwelt dazu gehört. Daher ist es notwendig, daß ein gewisser Reifezustand eintritt, daß man nicht in wilder Weise vermischt das, was drinnen ist, und das, was draußen ist. Denn sobald wir zu einem höheren Bewußtsein aufsteigen, ist das eine Wirklichkeit, was in uns lebt. Schein ist es so lange, als man im gewöhnlichen, normalen Bewußtsein lebt.

[ 41 ] Teilnehmen werden wir an dem Göttlich-Geistigen. Warum aber werden wir so teilnehmen? Hat denn das Ganze überhaupt einen Sinn, wenn wir sozusagen nur eine Art Ausgleichs-Apparat für die entgegengesetzten Kräfte sind? Könnten diese Kräfte sich nicht auch ohne uns ausgleichen? Eine sehr einfache Überlegung zeigt uns, wie die Sache steht. Nehmen Sie an, es ist das eine Kraftmasse (es wird gezeichnet). Der eine Teil lebt innen, der andere draußen. Daß diese Teile einander gegenüberstehen, das ist ohne uns zustande gekommen. Wir halten sie zunächst auseinander. Daß sie aber überhaupt zusammenkommen, das hängt von uns ab. Wir bringen sie zusammen in uns. Dieser Gedanke ist ein Gedanke, der die allertiefsten Geheimnisse in uns aufregt, wenn wir ihn richtig überlegen. Als eine Dualität stellen uns die Götter die Welt gegenüber: draußen die objektive Wirklichkeit, in uns das Seelenleben. Wir stehen dabei und sind diejenigen, die den Strom gleichsam schließen und so die beiden Pole zusammenbringen. Das geschieht in uns, geschieht auf dem Schauplatze unseres Bewußtseins.

[ 41 ] Teilnehmen werden wir an dem Göttlich-Geistigen. Warum aber werden wir so teilnehmen? Hat denn das Ganze überhaupt einen Sinn, wenn wir sozusagen nur eine Art Ausgleichs-Apparat für die entgegengesetzten Kräfte sind? Könnten diese Kräfte sich nicht auch ohne uns ausgleichen? Eine sehr einfache Überlegung zeigt uns, wie die Sache steht. Nehmen Sie an, es ist das eine Kraftmasse (es wird gezeichnet). Der eine Teil lebt innen, der andere draußen. Daß diese Teile einander gegenüberstehen, das ist ohne uns zustande gekommen. Wir halten sie zunächst auseinander. Daß sie aber überhaupt zusammenkommen, das hängt von uns ab. Wir bringen sie zusammen in uns. Dieser Gedanke ist ein Gedanke, der die allertiefsten Geheimnisse in uns aufregt, wenn wir ihn richtig überlegen. Als eine Dualität stellen uns die Götter die Welt gegenüber: draußen die objektive Wirklichkeit, in uns das Seelenleben. Wir stehen dabei und sind diejenigen, die den Strom gleichsam schließen und so die beiden Pole zusammenbringen. Das geschieht in uns, geschieht auf dem Schauplatze unseres Bewußtseins.

[ 42 ] Da tritt nun ein dasjenige, was für uns die Freiheit ist. Damit werden wir selbständige Wesenheiten. In dem ganzen Weltenbau haben wir nicht bloß einen Schauplatz, sondern ein Feld der Mitarbeit zu sehen. Damit ist allerdings ein Gedanke angeregt, den die Welt nicht so leicht versteht, nicht einmal, wenn man ihn ihr philosophisch vorführt, denn ich habe das vor Jahren versucht in meinem Büchelchen «Wahrheit und Wissenschaft», indem ich dargestellt habe, daß zunächst die Sinnestätigkeit da ist und dann die innere Welt, daß aber das Zusammensein, das Zusammenwirken notwendig ist. Da ist der Gedanke philosophisch durchgeführt. Ich versuchte damals noch nicht die okkulten Geheimnisse dahinter zu zeigen, aber die Welt hat nicht einmal das Philosophische verstanden in jener Zeit.

[ 42 ] Da tritt nun ein dasjenige, was für uns die Freiheit ist. Damit werden wir selbständige Wesenheiten. In dem ganzen Weltenbau haben wir nicht bloß einen Schauplatz, sondern ein Feld der Mitarbeit zu sehen. Damit ist allerdings ein Gedanke angeregt, den die Welt nicht so leicht versteht, nicht einmal, wenn man ihn ihr philosophisch vorführt, denn ich habe das vor Jahren versucht in meinem Büchelchen «Wahrheit und Wissenschaft», indem ich dargestellt habe, daß zunächst die Sinnestätigkeit da ist und dann die innere Welt, daß aber das Zusammensein, das Zusammenwirken notwendig ist. Da ist der Gedanke philosophisch durchgeführt. Ich versuchte damals noch nicht die okkulten Geheimnisse dahinter zu zeigen, aber die Welt hat nicht einmal das Philosophische verstanden in jener Zeit.

[ 43 ] Nun sehen wir, wie wir den Sinn unseres Lebens zu denken haben. Es kommt Sinn hinein: Wir werden zu Mitakteuren gemacht im Weltprozeß. Was in der Welt ist, wird in zwei entgegengesetzte Lager getrennt, und wir werden hineingestellt, um diese zusammenzubringen. Dabei ist die Sache keineswegs so, daß wir uns vorzustellen haben, diese Arbeit wäre eine engbegrenzte. Ich kenne einen spaßigen Herrn in Deutschland, der viel für deutsche Zeitschriften schreibt. Er schrieb neulich in einer Zeitung, daß es notwendig wäre für die Weltenentwickelung, daß der Mensch immerfort auf dem Standpunkte bleibe, die gewöhnlichen Weltenrätsel nicht lösen zu können, und daß es nicht richtig wäre, wenn der Mensch dazu käme, dieselben verstandesmäßig zu durchdringen, zu lösen. Denn wenn der Mensch die Verstandesrätsel gelöst hätte, dann wären keine mehr da, und es wäre nichts mehr für ihn zu tun. — Also müssen immer über die Verstandesrätsel Zweifel da sein, und es müssen immer unvollkommene Dinge geschehen! Dieser Mann hat nämlich keine Ahnung davon, daß, wenn das normale Bewußtsein an seinem Ende angekommen ist, dann das Bewußtsein selber fortschreitet, und daß da eine neue Polarität auftritt, die eine neue Aufgabe darstellt und wieder zu vereinigen ist. Wie lange zu vereinigen? So lange, bis der Mensch tatsächlich erreicht hat, daß sich in seinem Bewußtsein wiederholt hat das göttliche Bewußtsein.

[ 43 ] Nun sehen wir, wie wir den Sinn unseres Lebens zu denken haben. Es kommt Sinn hinein: Wir werden zu Mitakteuren gemacht im Weltprozeß. Was in der Welt ist, wird in zwei entgegengesetzte Lager getrennt, und wir werden hineingestellt, um diese zusammenzubringen. Dabei ist die Sache keineswegs so, daß wir uns vorzustellen haben, diese Arbeit wäre eine engbegrenzte. Ich kenne einen spaßigen Herrn in Deutschland, der viel für deutsche Zeitschriften schreibt. Er schrieb neulich in einer Zeitung, daß es notwendig wäre für die Weltenentwickelung, daß der Mensch immerfort auf dem Standpunkte bleibe, die gewöhnlichen Weltenrätsel nicht lösen zu können, und daß es nicht richtig wäre, wenn der Mensch dazu käme, dieselben verstandesmäßig zu durchdringen, zu lösen. Denn wenn der Mensch die Verstandesrätsel gelöst hätte, dann wären keine mehr da, und es wäre nichts mehr für ihn zu tun. — Also müssen immer über die Verstandesrätsel Zweifel da sein, und es müssen immer unvollkommene Dinge geschehen! Dieser Mann hat nämlich keine Ahnung davon, daß, wenn das normale Bewußtsein an seinem Ende angekommen ist, dann das Bewußtsein selber fortschreitet, und daß da eine neue Polarität auftritt, die eine neue Aufgabe darstellt und wieder zu vereinigen ist. Wie lange zu vereinigen? So lange, bis der Mensch tatsächlich erreicht hat, daß sich in seinem Bewußtsein wiederholt hat das göttliche Bewußtsein.

[ 44 ] Jetzt können wir uns, nachdem wir uns eine Ahnung verschafft haben von der ganz unermeßlichen Größe des Rätsels, zu der abstrakten Antwort erheben, jetzt, da wir wissen, daß in uns aufleben die Befruchtungskeime für eine geistige Welt, die nicht ohne uns vorwärtsgehen kann. Jetzt wollen wir auch sehen, wie es steht mit dem Sinn des Lebens, denn jetzt arbeiten wir auf breiter Unterlage. Jetzt ist es so, daß wir uns sagen müssen: Einstmals war in der Evolution das göttliche Bewußtsein. Das war in seiner Unermeßlichkeit. Damit stehen wir im Beginne des Daseins. Dieses göttliche Bewußtsein bildet zunächst Abbilder. Wodurch unterscheiden sich nun diese Abbilder von dem göttlichen Bewußtsein? Dadurch, daß sie viele waren, während das göttliche Bewußtsein nur eins ist. Dadurch ferner, daß sie leer waren, während das göttliche Bewußtsein voll Inhalt war, so daß die Abbilder erst als Vielheit vorhanden sind, dann aber auch leer, so, wie wir das leere Ich hatten gegenüber dem von einer ganzen Welt erfüllten göttlichen Ich. Aber dieses leere Ich wird zum Schauplatze gemacht, wo sich fortwährend verbinden die göttlichen Inhalte, die in zwei entgegengesetzte Lager geteilt werden. Und indem das leere Bewußtsein fort und fort Ausgleiche schafft, erfüllt es sich immer mehr mit dem, was ursprünglich im göttlichen Bewußtsein war. Es geht also die Evolution so vorwärts, daß das einzelne Bewußtsein erfüllt wird mit dem, was im Beginne das göttliche Bewußtsein an Inhalt hatte. Durch den fortwährenden Ausgleich in den Individualitäten geschieht das.

[ 44 ] Jetzt können wir uns, nachdem wir uns eine Ahnung verschafft haben von der ganz unermeßlichen Größe des Rätsels, zu der abstrakten Antwort erheben, jetzt, da wir wissen, daß in uns aufleben die Befruchtungskeime für eine geistige Welt, die nicht ohne uns vorwärtsgehen kann. Jetzt wollen wir auch sehen, wie es steht mit dem Sinn des Lebens, denn jetzt arbeiten wir auf breiter Unterlage. Jetzt ist es so, daß wir uns sagen müssen: Einstmals war in der Evolution das göttliche Bewußtsein. Das war in seiner Unermeßlichkeit. Damit stehen wir im Beginne des Daseins. Dieses göttliche Bewußtsein bildet zunächst Abbilder. Wodurch unterscheiden sich nun diese Abbilder von dem göttlichen Bewußtsein? Dadurch, daß sie viele waren, während das göttliche Bewußtsein nur eins ist. Dadurch ferner, daß sie leer waren, während das göttliche Bewußtsein voll Inhalt war, so daß die Abbilder erst als Vielheit vorhanden sind, dann aber auch leer, so, wie wir das leere Ich hatten gegenüber dem von einer ganzen Welt erfüllten göttlichen Ich. Aber dieses leere Ich wird zum Schauplatze gemacht, wo sich fortwährend verbinden die göttlichen Inhalte, die in zwei entgegengesetzte Lager geteilt werden. Und indem das leere Bewußtsein fort und fort Ausgleiche schafft, erfüllt es sich immer mehr mit dem, was ursprünglich im göttlichen Bewußtsein war. Es geht also die Evolution so vorwärts, daß das einzelne Bewußtsein erfüllt wird mit dem, was im Beginne das göttliche Bewußtsein an Inhalt hatte. Durch den fortwährenden Ausgleich in den Individualitäten geschieht das.

[ 45 ] Braucht das göttliche Bewußtsein das zu seiner Entwickelung? So fragen viele, die den Sinn des Lebens nicht ganz verstehen können. Braucht das göttliche Bewußtsein dies zu seiner eigenen Vollkommenheit, zu seiner eigenen Entwickelung? Nein, das göttliche Bewußtsein braucht das nicht. Es hat alles in sich. Aber das göttliche Bewußtsein ist nicht egoistisch. Es gönnt einer unermeßlich großen Zahl von Wesen denselben Inhalt, den es selber hat. Dafür müssen diese Wesen aber erst das Ganze erwerben, so daß sie das göttliche Bewußtsein in sich haben und das göttliche Bewußtsein dadurch vermannigfaltigt wird. In großer Zahl erscheint dann, was einst in Einheit war im Beginne der Weltentwickelung, was in der Folge aber wieder abfällt auf dem Wege der Durchgöttlichung der Einzel-Bewußtseine.

[ 45 ] Braucht das göttliche Bewußtsein das zu seiner Entwickelung? So fragen viele, die den Sinn des Lebens nicht ganz verstehen können. Braucht das göttliche Bewußtsein dies zu seiner eigenen Vollkommenheit, zu seiner eigenen Entwickelung? Nein, das göttliche Bewußtsein braucht das nicht. Es hat alles in sich. Aber das göttliche Bewußtsein ist nicht egoistisch. Es gönnt einer unermeßlich großen Zahl von Wesen denselben Inhalt, den es selber hat. Dafür müssen diese Wesen aber erst das Ganze erwerben, so daß sie das göttliche Bewußtsein in sich haben und das göttliche Bewußtsein dadurch vermannigfaltigt wird. In großer Zahl erscheint dann, was einst in Einheit war im Beginne der Weltentwickelung, was in der Folge aber wieder abfällt auf dem Wege der Durchgöttlichung der Einzel-Bewußtseine.

[ 46 ] Diese Entwickelung, wie sie hier geschildert wird, war für den Menschen im Grunde genommen immer so. Sie war so während der Saturnzeit, sie war ähnlich während der Sonnen- und Mondenzeit. Für die Erdenzeit haben wir sie heute klar entwickelt. Für die Saturnzeit macht die erste Anlage des physischen Leibes diese Entwickelung durch und befruchtet anderseits nach außen, für die Sonnenzeit die Anlage des Ätherleibes und so weiter. Der Vorgang ist derselbe, wird nur immer geistiger und geistiger. Immer weniger und weniger bleibt zuletzt draußen übrig, was noch zu befruchten ist. Indem die Menschen sich weiterentwickeln, wird immer mehr und mehr in ihnen leben und immer weniger draußen sein, was noch zu befruchten ist. Daher wird er am Ende das, was draußen ist, immer mehr in seinem Innern haben. Die Außenwelt wird zu seinem Innern werden. Verinnerlichung ist die andere Seite der Vorwärtsentwickelung.

[ 46 ] Diese Entwickelung, wie sie hier geschildert wird, war für den Menschen im Grunde genommen immer so. Sie war so während der Saturnzeit, sie war ähnlich während der Sonnen- und Mondenzeit. Für die Erdenzeit haben wir sie heute klar entwickelt. Für die Saturnzeit macht die erste Anlage des physischen Leibes diese Entwickelung durch und befruchtet anderseits nach außen, für die Sonnenzeit die Anlage des Ätherleibes und so weiter. Der Vorgang ist derselbe, wird nur immer geistiger und geistiger. Immer weniger und weniger bleibt zuletzt draußen übrig, was noch zu befruchten ist. Indem die Menschen sich weiterentwickeln, wird immer mehr und mehr in ihnen leben und immer weniger draußen sein, was noch zu befruchten ist. Daher wird er am Ende das, was draußen ist, immer mehr in seinem Innern haben. Die Außenwelt wird zu seinem Innern werden. Verinnerlichung ist die andere Seite der Vorwärtsentwickelung.

[ 47 ] Vereinigung des Inneren mit dem Äußeren, Verinnerlichung des Kußeren, das sind die zwei Punkte, nach denen sich die Menschen vorwärtsentwickeln. Sie werden immer ähnlicher werden dem Göttlichen und zuletzt immer innerlicher. Bei der Vulkanentwickelung wird dann alles befruchtet sein. Alles Außere wird Inneres geworden sein. Vergöttlichung ist Verinnerlichung. Verinnerlichung ist Vergöttlichung. Das ist das Ziel und der Sinn des Lebens.

[ 47 ] Vereinigung des Inneren mit dem Äußeren, Verinnerlichung des Kußeren, das sind die zwei Punkte, nach denen sich die Menschen vorwärtsentwickeln. Sie werden immer ähnlicher werden dem Göttlichen und zuletzt immer innerlicher. Bei der Vulkanentwickelung wird dann alles befruchtet sein. Alles Außere wird Inneres geworden sein. Vergöttlichung ist Verinnerlichung. Verinnerlichung ist Vergöttlichung. Das ist das Ziel und der Sinn des Lebens.

[ 48 ] Aber wir kommen hinter die Sache erst dann, wenn wir sie uns nicht so vorstellen, daß wir damit nur abstrakte Begriffe hinpfahlen, sondern indem wir wirklich auf die Einzelheiten eingehen. Der Mensch muß sich in die Sache vertiefen und so in die Einzelheiten eingehen, daß, wenn er den Namen der Tiere und Pflanzen bildet, in seinem Innern etwas entsteht, was das, was im Worte ist, verbindet mit dem, was dem Tier- oder Pflanzenkeime zugrunde liegt und dann in der geistigen Welt weiterlebt. Eine Aufbesserung in der Entwickelung braucht schon unsere Weltanschauung, denn was hat denn der Darwinismus in dieser Richtung geleistet? Er spricht vom Kampfe ums Dasein. Er berücksichtigt aber nicht, daß auch das einer Fortentwickelung unterliegt, was bei ihm besiegt wird und zugrunde geht. Der Darwinist sieht nur die Wesen, die das Ziel erreichen, und die anderen, die zugrunde gehen. Die zugrunde gehen, die sprühen aber das Geistige aus, so daß sich nicht nur das entwickelt, was im physischen Kampfe siegt. Das, was scheinbar zugrunde geht, macht die Entwickelung im Geistigen durch. Das ist das Bedeutsame.

[ 48 ] Aber wir kommen hinter die Sache erst dann, wenn wir sie uns nicht so vorstellen, daß wir damit nur abstrakte Begriffe hinpfahlen, sondern indem wir wirklich auf die Einzelheiten eingehen. Der Mensch muß sich in die Sache vertiefen und so in die Einzelheiten eingehen, daß, wenn er den Namen der Tiere und Pflanzen bildet, in seinem Innern etwas entsteht, was das, was im Worte ist, verbindet mit dem, was dem Tier- oder Pflanzenkeime zugrunde liegt und dann in der geistigen Welt weiterlebt. Eine Aufbesserung in der Entwickelung braucht schon unsere Weltanschauung, denn was hat denn der Darwinismus in dieser Richtung geleistet? Er spricht vom Kampfe ums Dasein. Er berücksichtigt aber nicht, daß auch das einer Fortentwickelung unterliegt, was bei ihm besiegt wird und zugrunde geht. Der Darwinist sieht nur die Wesen, die das Ziel erreichen, und die anderen, die zugrunde gehen. Die zugrunde gehen, die sprühen aber das Geistige aus, so daß sich nicht nur das entwickelt, was im physischen Kampfe siegt. Das, was scheinbar zugrunde geht, macht die Entwickelung im Geistigen durch. Das ist das Bedeutsame.

[ 49 ] So dringen wir in den Sinn des Lebens ein. Nichts, auch nicht das Besiegte, auch nicht das Aufgegessene, geht zugrunde, sondern wird geistig befruchtet, sprießt geistig wieder hervor. Vieles ist in dem Ganzen der Erden- und Menschheitsentwickelung zugrunde gegangen, ohne daß der Mensch direkt etwas dazu tun konnte. Nehmen wir die ganze vorchristliche Entwickelung. Wir wissen, wie sie war, diese vorchristliche Entwickelung. Der Mensch ist von der geistigen Welt ausgegangen im Beginne. Allmählich ist er dann hinuntergestiegen in die physisch-sinnliche Welt. Was er anfangs besessen, was in ihm gelebt hat, das ist verschwunden, ebenso wie verschwunden sind die Lebenskeime, die nicht ihr Ziel erreicht haben. Von dem Stamme der menschlichen Entwickelung sehen wir Unzähliges hinuntersinken in einen Abgrund. Während Unzähliges hinuntersinkt in der äußeren Entwickelung der menschlichen Kultur, des menschlichen Lebens, entwickelt sich oben der Christus-Impuls. So wie im Menschen der befruchtende Keim sich für seine Umwelt entwickelt, so entwickelt sich für das, was im Menschen scheinbar zugrunde geht, der ChristusImpuls. Dann tritt das Mysterium von Golgatha ein. Das ist die Befruchtung dessen, was zugrunde gegangen ist, von oben herunter. Da tritt tatsächlich mit dem, was scheinbar von dem Göttlichen abgefallen und in den Abgrund gesunken ist, eine Veränderung ein. Der Christus-Impuls tritt ein und befruchtet es. Und von dem Mysterium von Golgatha an sehen wir im weiteren Verlaufe der Erdenentwickelung ein Wiederaufblühen und ein Sich-wieder-Fortsetzen durch die empfangene Befruchtung mit dem Christus-Impulse.

[ 49 ] So dringen wir in den Sinn des Lebens ein. Nichts, auch nicht das Besiegte, auch nicht das Aufgegessene, geht zugrunde, sondern wird geistig befruchtet, sprießt geistig wieder hervor. Vieles ist in dem Ganzen der Erden- und Menschheitsentwickelung zugrunde gegangen, ohne daß der Mensch direkt etwas dazu tun konnte. Nehmen wir die ganze vorchristliche Entwickelung. Wir wissen, wie sie war, diese vorchristliche Entwickelung. Der Mensch ist von der geistigen Welt ausgegangen im Beginne. Allmählich ist er dann hinuntergestiegen in die physisch-sinnliche Welt. Was er anfangs besessen, was in ihm gelebt hat, das ist verschwunden, ebenso wie verschwunden sind die Lebenskeime, die nicht ihr Ziel erreicht haben. Von dem Stamme der menschlichen Entwickelung sehen wir Unzähliges hinuntersinken in einen Abgrund. Während Unzähliges hinuntersinkt in der äußeren Entwickelung der menschlichen Kultur, des menschlichen Lebens, entwickelt sich oben der Christus-Impuls. So wie im Menschen der befruchtende Keim sich für seine Umwelt entwickelt, so entwickelt sich für das, was im Menschen scheinbar zugrunde geht, der ChristusImpuls. Dann tritt das Mysterium von Golgatha ein. Das ist die Befruchtung dessen, was zugrunde gegangen ist, von oben herunter. Da tritt tatsächlich mit dem, was scheinbar von dem Göttlichen abgefallen und in den Abgrund gesunken ist, eine Veränderung ein. Der Christus-Impuls tritt ein und befruchtet es. Und von dem Mysterium von Golgatha an sehen wir im weiteren Verlaufe der Erdenentwickelung ein Wiederaufblühen und ein Sich-wieder-Fortsetzen durch die empfangene Befruchtung mit dem Christus-Impulse.

[ 50 ] So haben wir das, was wir erkannt haben von der Polarität, auch bei diesem größten Ereignisse der Erdenentwickelung bewahrheitet. Es kommen heraus in unserem Zeitalter die in der alten ägyptischen Kultur zugrundegegangenen Kulturkeime. Denn sie sind in der Erdenentwickelung enthalten. Der Christus-Impuls ist nun da hineingefallen und hat sie befruchtet, und, indem er sie befruchtete, trat bei uns die Wiederholung der ägyptisch-chaldäischen Kultur auf. In der Kultur, die der unsrigen folgen wird, tritt die urpersische Kultur auf, befruchtet von dem Christus-Keim. Im siebenten Zeitraume tritt auf die urindische Kultur, die hohe spirituelle Kunst, die von den heiligen Rishis gekommen ist, befruchtet von dem Christus-Keime, in neuer Gestalt.

[ 50 ] So haben wir das, was wir erkannt haben von der Polarität, auch bei diesem größten Ereignisse der Erdenentwickelung bewahrheitet. Es kommen heraus in unserem Zeitalter die in der alten ägyptischen Kultur zugrundegegangenen Kulturkeime. Denn sie sind in der Erdenentwickelung enthalten. Der Christus-Impuls ist nun da hineingefallen und hat sie befruchtet, und, indem er sie befruchtete, trat bei uns die Wiederholung der ägyptisch-chaldäischen Kultur auf. In der Kultur, die der unsrigen folgen wird, tritt die urpersische Kultur auf, befruchtet von dem Christus-Keim. Im siebenten Zeitraume tritt auf die urindische Kultur, die hohe spirituelle Kunst, die von den heiligen Rishis gekommen ist, befruchtet von dem Christus-Keime, in neuer Gestalt.

[ 51 ] So sehen wir auch in dieser fortlaufenden Entwickelung, daß dasjenige, was wir beim Menschen kennengelernt haben, werden kann zu einer Gegenseitigkeit: Inneres und Äußeres, Seelisches und Physisches, die sich gegenseitig befruchten. So ist oben der Christus-Impuls und unten die Befruchtung mit dem Christus-Keime vorhanden. Unten die fortschreitende Erdenkultur, von oben, durch das Mysterium von Golgatha einfallend, der Christus-Impuls.

[ 51 ] So sehen wir auch in dieser fortlaufenden Entwickelung, daß dasjenige, was wir beim Menschen kennengelernt haben, werden kann zu einer Gegenseitigkeit: Inneres und Äußeres, Seelisches und Physisches, die sich gegenseitig befruchten. So ist oben der Christus-Impuls und unten die Befruchtung mit dem Christus-Keime vorhanden. Unten die fortschreitende Erdenkultur, von oben, durch das Mysterium von Golgatha einfallend, der Christus-Impuls.

[ 52 ] Jetzt sehen wir auch den Sinn des Christus-Erlebens ein: Miterleben soll die Erde die Weltgeheimnisse, wie miterleben soll der einzelne Mensch die göttlichen Geheimnisse. Dadurch wurde die Polarität in den Menschen gelegt, so wie in die Erde.

[ 52 ] Jetzt sehen wir auch den Sinn des Christus-Erlebens ein: Miterleben soll die Erde die Weltgeheimnisse, wie miterleben soll der einzelne Mensch die göttlichen Geheimnisse. Dadurch wurde die Polarität in den Menschen gelegt, so wie in die Erde.

[ 53 ] Wie zwei entgegengesetzte Pole hat sich entwickelt die Erde und das, was darüber ist, das, was sich erst vereinigt hat mit der Erde durch das Mysterium von Golgatha. Christus und die Erde gehören zusammen. Sie mußten sich, damit sie sich vereinigen konnten, zuerst getrennt voneinander als Polaritäten entwickeln. So sehen wir, daß es notwendig ist, damit überhaupt in der Wirklichkeit die Dinge sich ausleben, daß sie sich in Polaritäten differenzieren, und die Polaritäten vereinigen sich dann wieder zum Fortschritte des Lebens. Das ist der Sinn des Lebens.

[ 53 ] Wie zwei entgegengesetzte Pole hat sich entwickelt die Erde und das, was darüber ist, das, was sich erst vereinigt hat mit der Erde durch das Mysterium von Golgatha. Christus und die Erde gehören zusammen. Sie mußten sich, damit sie sich vereinigen konnten, zuerst getrennt voneinander als Polaritäten entwickeln. So sehen wir, daß es notwendig ist, damit überhaupt in der Wirklichkeit die Dinge sich ausleben, daß sie sich in Polaritäten differenzieren, und die Polaritäten vereinigen sich dann wieder zum Fortschritte des Lebens. Das ist der Sinn des Lebens.

[ 54 ] Nun ist es nur zu wahr: Wenn wir diese Sache so überblicken, dann fühlen wir uns darinnenstehend in der Welt, fühlen, daß die Welt ohne uns überhaupt nichts wäre. Ein so tiefer Mystiker wie Angelus Silesius hat den merkwürdigen Ausspruch getan, der zunächst die Menschen verdutzt machen könnte: «Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben, werd’ ich zunicht, er muß von Not den Geist aufgeben.» Konfessionelle Christen können wettern über einen solchen Ausspruch. Sie bedenken aber dabei nicht einmal das Geschichtliche, nämlich daß Angelus Silesius, schon bevor er katholisch geworden ist, um ganz auf dem Boden des Christentums zu stehen nach seiner Meinung, ein recht frommer Mann war und dennoch diesen Ausspruch getan hat. Wer Angelus Silesius kennt, der wird nicht zugeben, daf dieser Ausspruch aus Gottlosigkeit geschehen ist. Was in der Welt ist, stellt sich eines dem andern entgegen, wie Polaritäten, die nicht zusammenkommen können, wenn der Mensch hinweggedacht wird. Der Mensch steht mitten dazwischen und gehört dazu. Wenn der Mensch denkt, denkt die Welt in ihm. Er ist der Schauplatz, er bringt nur die Gedanken zusammen. Wenn der Mensch fühlt und will, so ist es ebenso. Jetzt können wir ermessen, was es heißt, wenn wir den Blick hin ausrichten in die Raumesweiten, wenn wir sagen: Es ist das Göttliche, das ihn erfüllt, und das Göttliche ist das, was sich mit dem Erdenkeim vereinigen muß. In mir ist der Sinn des Lebens, kann der Mensch sagen. Die Götter haben sich Ziele gesetzt. Aber sie haben auch den Schauplatz ausgewählt, wo diese Ziele erreicht werden sollen. Die Menschenseele ist der Schauplatz. Daher, wenn die Menschenseele nur tief genug in sich hineinschaut, nicht bloß die Rätsel im weiten Raume lösen will, dann findet sie da drinnen etwas, wo die Götter ihre Taten verrichten und der Mensch dabei ist. Das versuchte ich auszudrücken in den Worten, die in meinem letzten Mysterienspiele «Die Prüfung der Seele» stehen, wie da im Menscheninnern die Götter wirken, wie der Sinn der Welt sich in der Menschenseele auslebt und wie der Sinn der Welt leben wird in der Menschenseele. Was ist der Sinn des Lebens? Es ist der, daß dieser Sinn im Menschen selber leben wird. Das suchte ich auszudrücken in den Worten, die die Seele in sich selber sagen kann:

[ 54 ] Nun ist es nur zu wahr: Wenn wir diese Sache so überblicken, dann fühlen wir uns darinnenstehend in der Welt, fühlen, daß die Welt ohne uns überhaupt nichts wäre. Ein so tiefer Mystiker wie Angelus Silesius hat den merkwürdigen Ausspruch getan, der zunächst die Menschen verdutzt machen könnte: «Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben, werd’ ich zunicht, er muß von Not den Geist aufgeben.» Konfessionelle Christen können wettern über einen solchen Ausspruch. Sie bedenken aber dabei nicht einmal das Geschichtliche, nämlich daß Angelus Silesius, schon bevor er katholisch geworden ist, um ganz auf dem Boden des Christentums zu stehen nach seiner Meinung, ein recht frommer Mann war und dennoch diesen Ausspruch getan hat. Wer Angelus Silesius kennt, der wird nicht zugeben, daf dieser Ausspruch aus Gottlosigkeit geschehen ist. Was in der Welt ist, stellt sich eines dem andern entgegen, wie Polaritäten, die nicht zusammenkommen können, wenn der Mensch hinweggedacht wird. Der Mensch steht mitten dazwischen und gehört dazu. Wenn der Mensch denkt, denkt die Welt in ihm. Er ist der Schauplatz, er bringt nur die Gedanken zusammen. Wenn der Mensch fühlt und will, so ist es ebenso. Jetzt können wir ermessen, was es heißt, wenn wir den Blick hin ausrichten in die Raumesweiten, wenn wir sagen: Es ist das Göttliche, das ihn erfüllt, und das Göttliche ist das, was sich mit dem Erdenkeim vereinigen muß. In mir ist der Sinn des Lebens, kann der Mensch sagen. Die Götter haben sich Ziele gesetzt. Aber sie haben auch den Schauplatz ausgewählt, wo diese Ziele erreicht werden sollen. Die Menschenseele ist der Schauplatz. Daher, wenn die Menschenseele nur tief genug in sich hineinschaut, nicht bloß die Rätsel im weiten Raume lösen will, dann findet sie da drinnen etwas, wo die Götter ihre Taten verrichten und der Mensch dabei ist. Das versuchte ich auszudrücken in den Worten, die in meinem letzten Mysterienspiele «Die Prüfung der Seele» stehen, wie da im Menscheninnern die Götter wirken, wie der Sinn der Welt sich in der Menschenseele auslebt und wie der Sinn der Welt leben wird in der Menschenseele. Was ist der Sinn des Lebens? Es ist der, daß dieser Sinn im Menschen selber leben wird. Das suchte ich auszudrücken in den Worten, die die Seele in sich selber sagen kann:

«In deinem Denken leben Weltgedanken,
In deinem Fühlen weben Weltenkräfte,
In deinem Willen wirken Weltenwesen.
Verliere dich in Weltgedanken,
Erlebe dich durch Weltenkräfte,
Erschaffe dich aus Willenswesen.
Bei Weltenfernen ende nicht
Durch Denkenstraumesspiel — — —;
Beginne in den Geistesweiten
Und ende in den eignen Seelentiefen: —
Du findest Götterziele
Erkennend dich in dir.»

«In deinem Denken leben Weltgedanken,
In deinem Fühlen weben Weltenkräfte,
In deinem Willen wirken Weltenwesen.
Verliere dich in Weltgedanken,
Erlebe dich durch Weltenkräfte,
Erschaffe dich aus Willenswesen.
Bei Weltenfernen ende nicht
Durch Denkenstraumesspiel — — —;
Beginne in den Geistesweiten
Und ende in den eignen Seelentiefen: —
Du findest Götterziele
Erkennend dich in dir.»

[ 55 ] Wenn man etwas sagen will, was wahr ist, nicht etwas, was einem bloß eingefallen ist, so muß es immer aus den okkulten Geheimnissen heraus gesagt sein. Das ist außerordentlich wichtig. Daher dürfen Sie die Worte, die in okkulten Werken gebraucht sind, gleichgültig, ob sie in Form von Prosa oder in Form von Dichtung auftreten, nicht in demselben Stile denken, in dem andere, äußere Dichtwerke entstanden sind. Solche Werke, die wirklich der Wahrheit, der Welt und ihren Geheimnissen entsprungen sind, sind so entstanden, daß die Seele in sich wirklich sprechen läßt die Weltgedanken, sich wirklich befeuern läßt von den Weltgefühlen, nicht von den eigenen persönlichen Gefühlen, und sich wirklich geschaffen hat aus Willenswesen heraus.

[ 55 ] Wenn man etwas sagen will, was wahr ist, nicht etwas, was einem bloß eingefallen ist, so muß es immer aus den okkulten Geheimnissen heraus gesagt sein. Das ist außerordentlich wichtig. Daher dürfen Sie die Worte, die in okkulten Werken gebraucht sind, gleichgültig, ob sie in Form von Prosa oder in Form von Dichtung auftreten, nicht in demselben Stile denken, in dem andere, äußere Dichtwerke entstanden sind. Solche Werke, die wirklich der Wahrheit, der Welt und ihren Geheimnissen entsprungen sind, sind so entstanden, daß die Seele in sich wirklich sprechen läßt die Weltgedanken, sich wirklich befeuern läßt von den Weltgefühlen, nicht von den eigenen persönlichen Gefühlen, und sich wirklich geschaffen hat aus Willenswesen heraus.

[ 56 ] Das ist etwas, was zur Mission unserer Geistes-Bewegung gehört, daß man unterscheiden lernt zwischen dem, was aus den Weltgeheimnissen herausströmt, und dem, was willkürliche Phantasie der Menschen erfunden hat. Immer mehr und mehr wird sich die Kulturentwickelung so erheben, daß an die Stelle des willkürlichen Erfindens dasjenige treten wird, was in der menschlichen Seele so lebt, daß es die andere Polarität ist des entsprechenden Geistigen. Solche Dinge, die so geschaffen werden, sind selbst wieder befruchtende Keime, die sich verbinden mit dem Geistigen. Die sind zu etwas da im Weltenprozeß. Das ist etwas, was uns ein ganz anderes Verantwortungsgefühl gibt gegenüber den Dingen, die wir selber machen, wenn wir wissen, daß das, was wir machen, Befruchtungskeime und nicht sterile Keime sind, die einfach verpuffen. Dann müssen wir diese Keime auch aus den Tiefen der Weltenseele heraus entstehen lassen.

[ 56 ] Das ist etwas, was zur Mission unserer Geistes-Bewegung gehört, daß man unterscheiden lernt zwischen dem, was aus den Weltgeheimnissen herausströmt, und dem, was willkürliche Phantasie der Menschen erfunden hat. Immer mehr und mehr wird sich die Kulturentwickelung so erheben, daß an die Stelle des willkürlichen Erfindens dasjenige treten wird, was in der menschlichen Seele so lebt, daß es die andere Polarität ist des entsprechenden Geistigen. Solche Dinge, die so geschaffen werden, sind selbst wieder befruchtende Keime, die sich verbinden mit dem Geistigen. Die sind zu etwas da im Weltenprozeß. Das ist etwas, was uns ein ganz anderes Verantwortungsgefühl gibt gegenüber den Dingen, die wir selber machen, wenn wir wissen, daß das, was wir machen, Befruchtungskeime und nicht sterile Keime sind, die einfach verpuffen. Dann müssen wir diese Keime auch aus den Tiefen der Weltenseele heraus entstehen lassen.

[ 57 ] Nun können Sie fragen: Ja, wie gelangt man dazu? Durch Geduld. Indem man immer mehr und mehr dazu kommt, einen jeglichen Ehrgeiz persönlicher Art in sich abzutöten. Der persönliche Ehrgeiz verführt uns immer mehr und mehr dazu, dasjenige, was nur persönlich ist, produzieren zu können und nicht zu uns sprechen zu lassen das, was Ausdruck des Göttlichen in uns ist. Wodurch können wir wissen, daß das Göttliche in uns spricht? Ertöten müssen wir alles dasjenige, was nur aus uns kommt, und vor allen Dingen müssen wir ertöten ein jegliches ehrgeiziges Streben. Das erzeugt dann die richtige Polarität in uns, das gibt wirkliche befruchtende Keime in der Seele. — Ungeduld ist der schlimmste Lebensführer. Sie ist dasjenige, was die Welt verdirbt. — Gelingt uns das, dann werden Sie sehen, wie das auseinandergesetzt worden ist, daß der Sinn des Lebens erreicht wird auf die angezeigte Art, durch die Befruchtung des Außeren mit dem Innern. Dann wird uns aber auch klar sein, daß, wenn unser Inneres nicht das richtige ist, wir unrichtige Befruchtungskeime in die Welt hinausstreuen. Was ist die Folge davon? Die Folge davon ist, daß Mißgeburten in der Welt entstehen. Unsere gegenwärtige Kultur ist reich an solchen Mißgeburten. In aller Herren Ländern wird heute zum Beispiel, mit Dampfkraft, könnte man sagen, bald wird es mit Luftballons gehen, gedichtet und geschrieben, während ein berühmter Schriftsteller des achtzehnten Jahrhunderts schon geschrieben hat: Ein einziges Land erzeugt heute fünfmal soviel Bücher, als die Erde zu ihrem Wohle nötig hat. Und heute ist es noch viel schlimmer geworden. Das sind Dinge, welche die gegenwärtige Kultur umgeben mit geistigen Wesenheiten, die nicht lebensfähig sind, die nicht entstehen sollten und nicht entstehen würden, wenn die Menschen die entsprechende Geduld hätten. Das wird auch, wie eine Art anderer Pol, in der Menschenseele entstehen: Geduld, daß die Menschenseele nicht bloß draufloswütet, was nur Ausfluß von Ehrgeiz und Egoismus ist.

[ 57 ] Nun können Sie fragen: Ja, wie gelangt man dazu? Durch Geduld. Indem man immer mehr und mehr dazu kommt, einen jeglichen Ehrgeiz persönlicher Art in sich abzutöten. Der persönliche Ehrgeiz verführt uns immer mehr und mehr dazu, dasjenige, was nur persönlich ist, produzieren zu können und nicht zu uns sprechen zu lassen das, was Ausdruck des Göttlichen in uns ist. Wodurch können wir wissen, daß das Göttliche in uns spricht? Ertöten müssen wir alles dasjenige, was nur aus uns kommt, und vor allen Dingen müssen wir ertöten ein jegliches ehrgeiziges Streben. Das erzeugt dann die richtige Polarität in uns, das gibt wirkliche befruchtende Keime in der Seele. — Ungeduld ist der schlimmste Lebensführer. Sie ist dasjenige, was die Welt verdirbt. — Gelingt uns das, dann werden Sie sehen, wie das auseinandergesetzt worden ist, daß der Sinn des Lebens erreicht wird auf die angezeigte Art, durch die Befruchtung des Außeren mit dem Innern. Dann wird uns aber auch klar sein, daß, wenn unser Inneres nicht das richtige ist, wir unrichtige Befruchtungskeime in die Welt hinausstreuen. Was ist die Folge davon? Die Folge davon ist, daß Mißgeburten in der Welt entstehen. Unsere gegenwärtige Kultur ist reich an solchen Mißgeburten. In aller Herren Ländern wird heute zum Beispiel, mit Dampfkraft, könnte man sagen, bald wird es mit Luftballons gehen, gedichtet und geschrieben, während ein berühmter Schriftsteller des achtzehnten Jahrhunderts schon geschrieben hat: Ein einziges Land erzeugt heute fünfmal soviel Bücher, als die Erde zu ihrem Wohle nötig hat. Und heute ist es noch viel schlimmer geworden. Das sind Dinge, welche die gegenwärtige Kultur umgeben mit geistigen Wesenheiten, die nicht lebensfähig sind, die nicht entstehen sollten und nicht entstehen würden, wenn die Menschen die entsprechende Geduld hätten. Das wird auch, wie eine Art anderer Pol, in der Menschenseele entstehen: Geduld, daß die Menschenseele nicht bloß draufloswütet, was nur Ausfluß von Ehrgeiz und Egoismus ist.

[ 58 ] Das ist nicht aufzufassen als Form einer moralischen Predigt, sondern als die Wiedergabe einer Tatsache. Es ist eine Tatsache, daß durch ehrgeizige Produktionen in unserer Seele solche Befruchtungskeime entstehen, woraus Mißgeburten in der geistigen Welt hervorgehen. Diese zurückzudrängen, allmählich auch umzugestalten, ist eine fruchtbare Aufgabe für eine ferne Zukunft. Das ist die Mission der Geisteswissenschaft, diese Aufgabe zu lösen, und das ist der Sinn des Lebens, daß die geisteswissenschaftliche Weltanschauung damit sich einreiht in den ganzen Sinn des Lebens, daß überall uns Sinn im Leben entgegenströmt, daß überall im Leben alles sinnvoll ist. Das ist es, was der Okkultismus den Menschen lehren will, daß wir mitten im Sinn darinnenstehen und wir es wirklich so sagen können:

[ 58 ] Das ist nicht aufzufassen als Form einer moralischen Predigt, sondern als die Wiedergabe einer Tatsache. Es ist eine Tatsache, daß durch ehrgeizige Produktionen in unserer Seele solche Befruchtungskeime entstehen, woraus Mißgeburten in der geistigen Welt hervorgehen. Diese zurückzudrängen, allmählich auch umzugestalten, ist eine fruchtbare Aufgabe für eine ferne Zukunft. Das ist die Mission der Geisteswissenschaft, diese Aufgabe zu lösen, und das ist der Sinn des Lebens, daß die geisteswissenschaftliche Weltanschauung damit sich einreiht in den ganzen Sinn des Lebens, daß überall uns Sinn im Leben entgegenströmt, daß überall im Leben alles sinnvoll ist. Das ist es, was der Okkultismus den Menschen lehren will, daß wir mitten im Sinn darinnenstehen und wir es wirklich so sagen können:

«In deinem Denken leben Weltgedanken,
In deinem Fühlen weben Weltenkräfte,
In deinem Willen wirken Weltenwesen.
Verliere dich in Weltgedanken,
Erlebe dich durch Weltenkräfte,
Erschaffe dich aus Willenswesen.
Bei Weltenfernen ende nicht
Durch Denkenstraumesspiel — — -;
Beginne in den Geistesweiten
Und ende in den eignen Seelentiefen: —
Du findest Götterziele
Erkennend dich in dir.»

«In deinem Denken leben Weltgedanken,
In deinem Fühlen weben Weltenkräfte,
In deinem Willen wirken Weltenwesen.
Verliere dich in Weltgedanken,
Erlebe dich durch Weltenkräfte,
Erschaffe dich aus Willenswesen.
Bei Weltenfernen ende nicht
Durch Denkenstraumesspiel — — -;
Beginne in den Geistesweiten
Und ende in den eignen Seelentiefen: —
Du findest Götterziele
Erkennend dich in dir.»

[ 59 ] Das, meine lieben Freunde, ist der Sinn des Lebens, so, wie ihn der Mensch zunächst zu verstehen nötig hat.

[ 59 ] Das, meine lieben Freunde, ist der Sinn des Lebens, so, wie ihn der Mensch zunächst zu verstehen nötig hat.

[ 60 ] Das ist es, was ich mit Ihnen habe besprechen wollen. Machen wir es uns ganz verständlich, ganz zu eigen, dann werden die Seelen, die göttlich geworden sind, es in Ihrer Seele wirken lassen.

[ 60 ] Das ist es, was ich mit Ihnen habe besprechen wollen. Machen wir es uns ganz verständlich, ganz zu eigen, dann werden die Seelen, die göttlich geworden sind, es in Ihrer Seele wirken lassen.

[ 61 ] Schreiben Sie das Schwerverständliche dieser Ausführungen dem Umstande zu, daß das Karma es mit sich brachte, daß wir eine so wichtige Angelegenheit, wie den Sinn des Lebens, in zwei kurzen Vorträgen erschöpfen mußten und daß manches bloß angedeutet werden konnte, was erst in der eigenen Seele sich ausleben kann. Betrachten Sie es auch als eine Polarität, daß eine Anregung gegeben werden muß, die meditierend weiter verarbeitet werden soll, daß durch diese Weiterarbeit all unser Zusammenwirken Sinn bekommen, Inhalt bekommen, so sinnvoll werden soll, daß unsere Seelen ineinanderspielen. Und das ist das Wesen wirklicher Liebe. Das ist auch ein Ausgleich von Polaritäten. Da, wo theosophische Gedanken zu Seelen dringen sollen, sollen sie die anderen Pole anregen, sollen sich an diesem Pol ausgleichen. Das ist es, was wie eine theosophische Sphärenmusik wirken kann. Wenn wir in dieser Weise mit Harmonie in der geistigen Welt wirken, dann werden wir, wenn wir im theosophischen Leben wirklich sind, im theosophischen Leben auch vereinigt sein.

[ 61 ] Schreiben Sie das Schwerverständliche dieser Ausführungen dem Umstande zu, daß das Karma es mit sich brachte, daß wir eine so wichtige Angelegenheit, wie den Sinn des Lebens, in zwei kurzen Vorträgen erschöpfen mußten und daß manches bloß angedeutet werden konnte, was erst in der eigenen Seele sich ausleben kann. Betrachten Sie es auch als eine Polarität, daß eine Anregung gegeben werden muß, die meditierend weiter verarbeitet werden soll, daß durch diese Weiterarbeit all unser Zusammenwirken Sinn bekommen, Inhalt bekommen, so sinnvoll werden soll, daß unsere Seelen ineinanderspielen. Und das ist das Wesen wirklicher Liebe. Das ist auch ein Ausgleich von Polaritäten. Da, wo theosophische Gedanken zu Seelen dringen sollen, sollen sie die anderen Pole anregen, sollen sich an diesem Pol ausgleichen. Das ist es, was wie eine theosophische Sphärenmusik wirken kann. Wenn wir in dieser Weise mit Harmonie in der geistigen Welt wirken, dann werden wir, wenn wir im theosophischen Leben wirklich sind, im theosophischen Leben auch vereinigt sein.

[ 62 ] So hätte ich es gern, daß wir auffassen unser heutiges Zusammensein. Diese geistigen Angelegenheiten waren ein Ausdruck des Geistes der Liebe und sind gewidmet dem Geiste der Liebe unter uns Theosophen. So wird diese Liebe, durch den Zündstoff, den wir haben, dazu beitragen, die gegenseitigen geistigen Inhalte auszutauschen, so wird diese Liebe etwas sein, durch die wir immer mehr und mehr nicht nur erhalten, sondern immer mehr angefacht werden zu theosophischem Streben, und die Geisteswissenschaft wird dann werden eine Verbreiterin dieser das Innerste der Menschenseele berührenden Liebe. Dann lebt sie weiter, diese Liebe. Dann erlangen wir als Menschen, die räumlich voneinander getrennt sein müssen, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft auch das, daß diese Liebe vorhalten wird, von den Zeiten, durch die wir durch Karma zusammengeführt worden sind, auch über die Zeiten hin, in denen wir räumlich auf dem physischen Plane getrennt sind. So bleiben wir zusammen und betrachten als die rechte Veranlassung, immer zusammenzubleiben mit dem Besten, was wir in unseren Seelen haben, daß wir uns mit unseren besten geistigen Fähigkeiten zu göttlich-geistigen Höhen zusammen hinaufgeschwungen haben. Und so, meine lieben Freunde, wollen wir auch weiter zusammenbleiben.

[ 62 ] So hätte ich es gern, daß wir auffassen unser heutiges Zusammensein. Diese geistigen Angelegenheiten waren ein Ausdruck des Geistes der Liebe und sind gewidmet dem Geiste der Liebe unter uns Theosophen. So wird diese Liebe, durch den Zündstoff, den wir haben, dazu beitragen, die gegenseitigen geistigen Inhalte auszutauschen, so wird diese Liebe etwas sein, durch die wir immer mehr und mehr nicht nur erhalten, sondern immer mehr angefacht werden zu theosophischem Streben, und die Geisteswissenschaft wird dann werden eine Verbreiterin dieser das Innerste der Menschenseele berührenden Liebe. Dann lebt sie weiter, diese Liebe. Dann erlangen wir als Menschen, die räumlich voneinander getrennt sein müssen, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft auch das, daß diese Liebe vorhalten wird, von den Zeiten, durch die wir durch Karma zusammengeführt worden sind, auch über die Zeiten hin, in denen wir räumlich auf dem physischen Plane getrennt sind. So bleiben wir zusammen und betrachten als die rechte Veranlassung, immer zusammenzubleiben mit dem Besten, was wir in unseren Seelen haben, daß wir uns mit unseren besten geistigen Fähigkeiten zu göttlich-geistigen Höhen zusammen hinaufgeschwungen haben. Und so, meine lieben Freunde, wollen wir auch weiter zusammenbleiben.