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Christ and the Human Soul
On the Meaning of Life
Theosophical Morality
Anthroposophy and Christianity
GA 155

29 May 1912, Norrköping

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Theosophische Moral II

Theosophische Moral II

[ 1 ] Ich habe bereits gestern bemerkt, daß dasjenige, was hier wird zu sagen sein über theosophische moralische Grundsätze und Impulse, gestützt werden soll auf Tatsachen, und deshalb war es, daß wir versucht haben, einige Tatsachen vor uns hinzustellen, welche im eminenten Sinne moralische Impulse zeigen können.

[ 1 ] Ich habe bereits gestern bemerkt, daß dasjenige, was hier wird zu sagen sein über theosophische moralische Grundsätze und Impulse, gestützt werden soll auf Tatsachen, und deshalb war es, daß wir versucht haben, einige Tatsachen vor uns hinzustellen, welche im eminenten Sinne moralische Impulse zeigen können.

[ 2 ] Es war wohl am auffallendsten, am einleuchtendsten, daß bei einer solchen Persönlichkeit wie Franz von Assisi starke, gewaltige moralische Impulse gewirkt haben müssen, damit diese Persönlichkeit hat zu ihren Taten gelangen können. Denn was sind das für Taten, meine lieben theosophischen Freunde? Es sind das bei Franz von Assisi Taten, welche das Moralische im allerhöchsten Sinne des Wortes zeigen. Umgeben war zunächst Franz von Assisi von Menschen mit sehr schweren Krankheiten, für welche die übrige Welt dazumal keine Hilfe hatte. Bei ihm wirkten seine moralischen Impulse nicht nur so, daß viele von diesen schwer Kranken in ihrer Seele eine moralische Stütze, einen großen Trost hatten. Das war gewiß für viele allein zu erreichen. Aber es war für manche immerhin auch zu erreichen, daß die moralischen Impulse, die moralischen Kräfte, die ausströmten von Franz von Assisi, sogar heilende, gesundheitbringende Wirkung hatten, wenn der Glaube, das Vertrauen der Kranken hinlänglich groß war.

[ 2 ] Es war wohl am auffallendsten, am einleuchtendsten, daß bei einer solchen Persönlichkeit wie Franz von Assisi starke, gewaltige moralische Impulse gewirkt haben müssen, damit diese Persönlichkeit hat zu ihren Taten gelangen können. Denn was sind das für Taten, meine lieben theosophischen Freunde? Es sind das bei Franz von Assisi Taten, welche das Moralische im allerhöchsten Sinne des Wortes zeigen. Umgeben war zunächst Franz von Assisi von Menschen mit sehr schweren Krankheiten, für welche die übrige Welt dazumal keine Hilfe hatte. Bei ihm wirkten seine moralischen Impulse nicht nur so, daß viele von diesen schwer Kranken in ihrer Seele eine moralische Stütze, einen großen Trost hatten. Das war gewiß für viele allein zu erreichen. Aber es war für manche immerhin auch zu erreichen, daß die moralischen Impulse, die moralischen Kräfte, die ausströmten von Franz von Assisi, sogar heilende, gesundheitbringende Wirkung hatten, wenn der Glaube, das Vertrauen der Kranken hinlänglich groß war.

[ 3 ] Nun müssen wir, damit wir noch tiefer eindringen können in die Frage: Woher stammen die moralischen Impulse? gerade bei einer solch ausgezeichneten Persönlichkeit wie Franz von Assisi uns fragen: Woher kam es, daß er solche moralischen Kräfte entwickeln konnte? Was war mit ihm eigentlich geschehen? Wir werden uns etwas weiter umblicken müssen, wenn wir verstehen wollen, was eigentlich in der Seele dieses außerordentlichen Menschen gewirkt hat. Erinnern Sie sich, daß die uralte indische Kultur im Zusammenhange stand mit einer gewissen Einteilung der Menschen, mit einer Einteilung in vier Kasten, und daß die höchste Kaste bei den Indern die der Brahminen, die der Pfleger der Weisheit war. Es war die Absonderung der Kasten im alten Indien eine so starke, daß zum Beispiel die heiligen Bücher nur gelesen werden durften von den Brahminen und nicht etwa von den Mitgliedern der anderen Kasten. Die zweite Kaste, die Krieger, durften sie nur hören, die Lehren, welche in den Veden enthalten waren oder in dem Auszug aus den Veden, in der Vedanta. Erklären irgendeine Stelle aus den Veden, also eine Meinung haben über das, was die Veden bedeuten, das durften nur die Brahminen. Den anderen Menschen war es strenge verboten, eine Meinung zu haben über dasjenige, was als Weisheitsschatz in den heiligen Büchern enthalten war.

[ 3 ] Nun müssen wir, damit wir noch tiefer eindringen können in die Frage: Woher stammen die moralischen Impulse? gerade bei einer solch ausgezeichneten Persönlichkeit wie Franz von Assisi uns fragen: Woher kam es, daß er solche moralischen Kräfte entwickeln konnte? Was war mit ihm eigentlich geschehen? Wir werden uns etwas weiter umblicken müssen, wenn wir verstehen wollen, was eigentlich in der Seele dieses außerordentlichen Menschen gewirkt hat. Erinnern Sie sich, daß die uralte indische Kultur im Zusammenhange stand mit einer gewissen Einteilung der Menschen, mit einer Einteilung in vier Kasten, und daß die höchste Kaste bei den Indern die der Brahminen, die der Pfleger der Weisheit war. Es war die Absonderung der Kasten im alten Indien eine so starke, daß zum Beispiel die heiligen Bücher nur gelesen werden durften von den Brahminen und nicht etwa von den Mitgliedern der anderen Kasten. Die zweite Kaste, die Krieger, durften sie nur hören, die Lehren, welche in den Veden enthalten waren oder in dem Auszug aus den Veden, in der Vedanta. Erklären irgendeine Stelle aus den Veden, also eine Meinung haben über das, was die Veden bedeuten, das durften nur die Brahminen. Den anderen Menschen war es strenge verboten, eine Meinung zu haben über dasjenige, was als Weisheitsschatz in den heiligen Büchern enthalten war.

[ 4 ] Die zweite Kaste waren diejenigen Menschen, welche das Kriegshandwerk und die Verwaltung des Landes zu besorgen hatten. Dann gab es eine dritte Kaste, die Handel und Gewerbe zu treiben hatte, und eine vierte, eigentlich arbeitende Kaste; endlich aber eine ganz verachtete Bevölkerungsschicht, die Parias, welche so wenig geachtet wurde, daß zum Beispiel ein Brahmine sich schon verunreinigt fühlte, wenn er nur auf den Schatten trat, der geworfen wurde von einem Paria. Er mußte sich sogar gewissen Reinigungsmaßregeln unterziehen, wenn er auf den Schatten eines solchen verunreinigten Menschen, wofür die Parias gehalten wurden, getreten war. So sehen wir, wie merkwürdig hier die Menschen eingeteilt sind in vier sozusagen anerkannte Kasten und in eine ganz und gar nicht anerkannte Kaste. Wenn wir uns nun fragen: Wurden solche strengen Regeln im alten Indien auch eingehalten? — so müssen wir antworten: In einer völligen Strenge wurden sie eingehalten. Und es hätte gewiß in der Zeit, in welcher in Europa schon die griechisch-lateinische Kultur waltete, kein Angehöriger der Kriegerkaste in Indien es gewagt, eine eigene Meinung zu haben über dasjenige, was in den heiligen Büchern, in den Veden stand.

[ 4 ] Die zweite Kaste waren diejenigen Menschen, welche das Kriegshandwerk und die Verwaltung des Landes zu besorgen hatten. Dann gab es eine dritte Kaste, die Handel und Gewerbe zu treiben hatte, und eine vierte, eigentlich arbeitende Kaste; endlich aber eine ganz verachtete Bevölkerungsschicht, die Parias, welche so wenig geachtet wurde, daß zum Beispiel ein Brahmine sich schon verunreinigt fühlte, wenn er nur auf den Schatten trat, der geworfen wurde von einem Paria. Er mußte sich sogar gewissen Reinigungsmaßregeln unterziehen, wenn er auf den Schatten eines solchen verunreinigten Menschen, wofür die Parias gehalten wurden, getreten war. So sehen wir, wie merkwürdig hier die Menschen eingeteilt sind in vier sozusagen anerkannte Kasten und in eine ganz und gar nicht anerkannte Kaste. Wenn wir uns nun fragen: Wurden solche strengen Regeln im alten Indien auch eingehalten? — so müssen wir antworten: In einer völligen Strenge wurden sie eingehalten. Und es hätte gewiß in der Zeit, in welcher in Europa schon die griechisch-lateinische Kultur waltete, kein Angehöriger der Kriegerkaste in Indien es gewagt, eine eigene Meinung zu haben über dasjenige, was in den heiligen Büchern, in den Veden stand.

[ 5 ] Wodurch war es nun geschehen, daß eine solche Gliederung der Menschen eingetreten war? Warum war diese Gliederung der Menschen eigentlich in die Welt gekommen? Es ist doch merkwürdig, daß wir diese Gliederung der Menschen finden gerade bei dem allerhervorragendsten Volke der menschlichen Urzeit, bei demjenigen Volke, welches aus der alten Atlantis schon in verhältnismäßig früher Zeit nach Asien herübergewandert war, welches sich bewahrt hatte die größten Weisheiten und Wissensschätze aus der alten atlantischen Zeit. Das scheint merkwürdig zu sein. Wie können wir so etwas verstehen, wie können wir es begreifen? Es scheint ja fast, als ob es aller Weisheit und Güte der Weltenordnung, der Weltenlenkung widersprechen würde, daß ausgesondert wurde eine Gruppe von Menschen, die das höchste eingesehene Gut allein bewahren sollte, und daß die anderen Menschen zu untergeordneten Stellungen von vornherein durch ihre Geburt bestimmt werden sollten.

[ 5 ] Wodurch war es nun geschehen, daß eine solche Gliederung der Menschen eingetreten war? Warum war diese Gliederung der Menschen eigentlich in die Welt gekommen? Es ist doch merkwürdig, daß wir diese Gliederung der Menschen finden gerade bei dem allerhervorragendsten Volke der menschlichen Urzeit, bei demjenigen Volke, welches aus der alten Atlantis schon in verhältnismäßig früher Zeit nach Asien herübergewandert war, welches sich bewahrt hatte die größten Weisheiten und Wissensschätze aus der alten atlantischen Zeit. Das scheint merkwürdig zu sein. Wie können wir so etwas verstehen, wie können wir es begreifen? Es scheint ja fast, als ob es aller Weisheit und Güte der Weltenordnung, der Weltenlenkung widersprechen würde, daß ausgesondert wurde eine Gruppe von Menschen, die das höchste eingesehene Gut allein bewahren sollte, und daß die anderen Menschen zu untergeordneten Stellungen von vornherein durch ihre Geburt bestimmt werden sollten.

[ 6 ] Begreifen kann man dies nur, wenn man in die Geheimnisse des Daseins einen Blick wirft, denn das Dasein, die Entwickelung ist nur möglich durch Differenzierung, durch Gliederung. Und wenn zu jener Ausbildung von Weisheit, zu welcher es gekommen war in der Kaste der Brahminen, hätten alle Menschen kommen wollen, dann hätte gar keiner dazu kommen können. Man darf nämlich nicht sagen: Es widerspricht der göttlichen Weltenordnung, der göttlichen Weltenlenkung, daß nicht alle Menschen in gleicher Weise zur höchsten Weisheit gelangen, denn das würde nicht mehr Sinn haben, als wenn jemand fordern würde von der unendlich weisen und unendlich mächtigen Gottheit, daß sie ein Dreieck aus vier Ecken bilde. Keine Gottheit könnte ein Dreieck anders als aus drei Ecken machen. Das, was innerlich, was im Geiste geordnet und bestimmt ist, das muß eingehalten werden auch von der göttlichen Weltenregelung, und ein ebenso strenges Gesetz der Entwickelung, wie es das Gesetz für die Raumesgrenzen ist, nämlich, daß ein Dreieck nur drei Ecken haben kann, ist es, daß die Entwickelung durch Differenzierung geschehen muß, daß gewisse Gruppen von den Menschen abgesondert werden müssen, damit eine besondere Eigenschaft der menschlichen Entwickelung Platz greifen kann. Da müssen zunächst für eine gewisse Zeit die anderen Menschen ausgeschlossen sein. Das ist nicht nur ein Gesetz für die Entwickelung des Menschen im großen, sondern das ist ein Gesetz für die Entwickelung überhaupt. Betrachten Sie die menschliche Gestalt. Sie werden ohne weiteres sich gestehen, daß die vorzüglichsten, die am meisten schätzbaren Teile an der menschlichen Gestalt die Kopfknochen sind. Aber wodurch konnten die Kopfknochen nur Kopfknochen und die Umhüller des edlen Organes des Gehirns werden? Der Anlage nach kann jeder Knochen, den der Mensch an sich hat, Kopfknochen werden. Damit einige Knochen von dem gesamten Knochensystem diese Höhe der Entwickelung durchmachen können, Vorder- oder Hinterhaupthülle zu sein, mußten die Hüftknochen oder die Gelenkknochen zurückbleiben auf einer untergeordneten Stufe der Entwickelung, denn jeder Hüftknochen oder Gelenkknochen hat in sich die Anlage, geradeso Kopfknochen zu werden, wie diejenigen, die es geworden sind. So ist es überhaupt in der Welt: nur dadurch, daß das eine zurückbleibt, das andere vorrückt und sogar über einen gewissen Punkt der Entwickelung hinausrückt, ist eine Fortentwickelung möglich. So daß man sagen kann: Die Brahminen sind über einen gewissen mittleren Punkt der Entwickelung hinausgerückt, die niedersten Kasten dagegen sind dahinter wieder zurückgeblieben.

[ 6 ] Begreifen kann man dies nur, wenn man in die Geheimnisse des Daseins einen Blick wirft, denn das Dasein, die Entwickelung ist nur möglich durch Differenzierung, durch Gliederung. Und wenn zu jener Ausbildung von Weisheit, zu welcher es gekommen war in der Kaste der Brahminen, hätten alle Menschen kommen wollen, dann hätte gar keiner dazu kommen können. Man darf nämlich nicht sagen: Es widerspricht der göttlichen Weltenordnung, der göttlichen Weltenlenkung, daß nicht alle Menschen in gleicher Weise zur höchsten Weisheit gelangen, denn das würde nicht mehr Sinn haben, als wenn jemand fordern würde von der unendlich weisen und unendlich mächtigen Gottheit, daß sie ein Dreieck aus vier Ecken bilde. Keine Gottheit könnte ein Dreieck anders als aus drei Ecken machen. Das, was innerlich, was im Geiste geordnet und bestimmt ist, das muß eingehalten werden auch von der göttlichen Weltenregelung, und ein ebenso strenges Gesetz der Entwickelung, wie es das Gesetz für die Raumesgrenzen ist, nämlich, daß ein Dreieck nur drei Ecken haben kann, ist es, daß die Entwickelung durch Differenzierung geschehen muß, daß gewisse Gruppen von den Menschen abgesondert werden müssen, damit eine besondere Eigenschaft der menschlichen Entwickelung Platz greifen kann. Da müssen zunächst für eine gewisse Zeit die anderen Menschen ausgeschlossen sein. Das ist nicht nur ein Gesetz für die Entwickelung des Menschen im großen, sondern das ist ein Gesetz für die Entwickelung überhaupt. Betrachten Sie die menschliche Gestalt. Sie werden ohne weiteres sich gestehen, daß die vorzüglichsten, die am meisten schätzbaren Teile an der menschlichen Gestalt die Kopfknochen sind. Aber wodurch konnten die Kopfknochen nur Kopfknochen und die Umhüller des edlen Organes des Gehirns werden? Der Anlage nach kann jeder Knochen, den der Mensch an sich hat, Kopfknochen werden. Damit einige Knochen von dem gesamten Knochensystem diese Höhe der Entwickelung durchmachen können, Vorder- oder Hinterhaupthülle zu sein, mußten die Hüftknochen oder die Gelenkknochen zurückbleiben auf einer untergeordneten Stufe der Entwickelung, denn jeder Hüftknochen oder Gelenkknochen hat in sich die Anlage, geradeso Kopfknochen zu werden, wie diejenigen, die es geworden sind. So ist es überhaupt in der Welt: nur dadurch, daß das eine zurückbleibt, das andere vorrückt und sogar über einen gewissen Punkt der Entwickelung hinausrückt, ist eine Fortentwickelung möglich. So daß man sagen kann: Die Brahminen sind über einen gewissen mittleren Punkt der Entwickelung hinausgerückt, die niedersten Kasten dagegen sind dahinter wieder zurückgeblieben.

[ 7 ] Als die atlantische Katastrophe eingetreten war, da wanderten von der Atlantis, von jenem alten Kontinente, welcher an der Stelle war, wo heute der Atlantische Ozean ist, die Menschen allmählich nach Osten hinüber und bevölkerten die Länder, welche heute unter dem Namen Europa, Asien und Afrika bekannt sind. Wir sehen ab davon, daß einige westwärts zogen, deren Nachkommen dann von den Entdeckern Amerikas in Amerika aufgefunden worden sind. Als nun die atlantische Katastrophe hereingebrochen war, da waren es nicht bloß die vier Kasten, welche in Indien sich niederließen, die da auswanderten. Es wanderten nicht nur die vier Kasten aus, die allmählich in Indien sich differenzierten, sondern es waren sieben Kasten, welche von der alten Atlantis nach Osten wanderten, und die vier Kasten, welche sich in Indien geltend machten, das sind schon die vier höheren Kasten. Es gibt außer der fünften, die schon ganz verachtet war und die in Indien gleichsam eine Zwischensubstanz der Bevölkerung bildete, es gibt also außer diesen Parias noch andere Kasten, welche nur nicht mitzogen nach Indien, welche zurückblieben an den verschiedenen Stätten in Europa, Vorderasien und namentlich auch in Afrika. Es lag also die Sache so, daß nur die auserlesensten Kasten nach Indien hinüberzogen und in Europa zurückgeblieben waren diejenigen, welche ganz andere Eigenschaften hatten als die Menschen, welche bis nach Indien hingezogen waren.

[ 7 ] Als die atlantische Katastrophe eingetreten war, da wanderten von der Atlantis, von jenem alten Kontinente, welcher an der Stelle war, wo heute der Atlantische Ozean ist, die Menschen allmählich nach Osten hinüber und bevölkerten die Länder, welche heute unter dem Namen Europa, Asien und Afrika bekannt sind. Wir sehen ab davon, daß einige westwärts zogen, deren Nachkommen dann von den Entdeckern Amerikas in Amerika aufgefunden worden sind. Als nun die atlantische Katastrophe hereingebrochen war, da waren es nicht bloß die vier Kasten, welche in Indien sich niederließen, die da auswanderten. Es wanderten nicht nur die vier Kasten aus, die allmählich in Indien sich differenzierten, sondern es waren sieben Kasten, welche von der alten Atlantis nach Osten wanderten, und die vier Kasten, welche sich in Indien geltend machten, das sind schon die vier höheren Kasten. Es gibt außer der fünften, die schon ganz verachtet war und die in Indien gleichsam eine Zwischensubstanz der Bevölkerung bildete, es gibt also außer diesen Parias noch andere Kasten, welche nur nicht mitzogen nach Indien, welche zurückblieben an den verschiedenen Stätten in Europa, Vorderasien und namentlich auch in Afrika. Es lag also die Sache so, daß nur die auserlesensten Kasten nach Indien hinüberzogen und in Europa zurückgeblieben waren diejenigen, welche ganz andere Eigenschaften hatten als die Menschen, welche bis nach Indien hingezogen waren.

[ 8 ] Ja, man versteht dasjenige, was später in Europa vorgegangen ist, nur dann, wenn man weiß, daß die dazumal vorzüglichsten Teile der Menschheit eben nach Asien vorgerückt waren, und in Europa als große Masse der Bevölkerung zurückgeblieben waren diejenigen Menschen, welche die Möglichkeit für ganz besondere Inkarnationen abgaben. Wenn wir verstehen wollen, was für ganz besondere Verkörperungen von Seelen in den urältesten Zeiten Europas bei der großen Masse der Bevölkerung gewesen sind, dann müssen wir uns an ein eigentümliches Ereignis der atlantischen Zeit erinnern. In einer gewissen Zeit der alten atlantischen Entwickelung war es nämlich vorgekommen, daß große Geheimnisse des Daseins, große Wahrheiten des Daseins, Wahrheiten, die viel bedeutsamer sind als alle diejenigen, zu denen sich die nachatlantische Bevölkerung noch aufgeschwungen hat, nicht, wie es damals notwendig gewesen wäre, geheim gehalten worden sind in engen Zirkeln, in engen Schulen, sondern verraten wurden an große Massen der atlantischen Bevölkerung. Diese großen Massen der atlantischen Bevölkerung bekamen dadurch ein Wissen von Mysterien und okkulten Wahrheiten, für das sie nicht reif waren. Ihre Seelen wurden damals in hohem Grade hineingetrieben in einen Zustand, welcher ein moralischer Niedergang war, so daß nur diejenigen geblieben waren auf der Bahn des Guten, auf der Bahn des Moralischen, welche dann später hinüber nach Asien zogen.

[ 8 ] Ja, man versteht dasjenige, was später in Europa vorgegangen ist, nur dann, wenn man weiß, daß die dazumal vorzüglichsten Teile der Menschheit eben nach Asien vorgerückt waren, und in Europa als große Masse der Bevölkerung zurückgeblieben waren diejenigen Menschen, welche die Möglichkeit für ganz besondere Inkarnationen abgaben. Wenn wir verstehen wollen, was für ganz besondere Verkörperungen von Seelen in den urältesten Zeiten Europas bei der großen Masse der Bevölkerung gewesen sind, dann müssen wir uns an ein eigentümliches Ereignis der atlantischen Zeit erinnern. In einer gewissen Zeit der alten atlantischen Entwickelung war es nämlich vorgekommen, daß große Geheimnisse des Daseins, große Wahrheiten des Daseins, Wahrheiten, die viel bedeutsamer sind als alle diejenigen, zu denen sich die nachatlantische Bevölkerung noch aufgeschwungen hat, nicht, wie es damals notwendig gewesen wäre, geheim gehalten worden sind in engen Zirkeln, in engen Schulen, sondern verraten wurden an große Massen der atlantischen Bevölkerung. Diese großen Massen der atlantischen Bevölkerung bekamen dadurch ein Wissen von Mysterien und okkulten Wahrheiten, für das sie nicht reif waren. Ihre Seelen wurden damals in hohem Grade hineingetrieben in einen Zustand, welcher ein moralischer Niedergang war, so daß nur diejenigen geblieben waren auf der Bahn des Guten, auf der Bahn des Moralischen, welche dann später hinüber nach Asien zogen.

[ 9 ] Aber auch das dürfen wir uns nicht so vorstellen, als ob nun etwa die gesamte europäische Bevölkerung nur aus solchen Menschen bestanden hätte, in deren Seelen solche Individuen waren, welche unter der Verführung der atlantischen Zeit eine moralische Niederlage erlitten hatten, sondern es waren überall hineingestreut in diese europäische Bevölkerung andere, welche zurückgeblieben waren bei der großen Wanderung nach Asien, aber eine leitende, eine führende Rolle hatten. Die Sache war also so, daß wir weit, weit über Europa, Vorderasien und Afrika hin Menschen haben, die einfach sozusagen zu solchen Kasten oder Rassen gehörten, die es gestatteten, daß verführte Seelen in deren Körpern lebten. Dann aber waren auch andere zurückgeblieben, die nicht mitgingen nach Asien, welche aber die Führung übernehmen konnten und welche besser, höher entwickelte Seelen waren.

[ 9 ] Aber auch das dürfen wir uns nicht so vorstellen, als ob nun etwa die gesamte europäische Bevölkerung nur aus solchen Menschen bestanden hätte, in deren Seelen solche Individuen waren, welche unter der Verführung der atlantischen Zeit eine moralische Niederlage erlitten hatten, sondern es waren überall hineingestreut in diese europäische Bevölkerung andere, welche zurückgeblieben waren bei der großen Wanderung nach Asien, aber eine leitende, eine führende Rolle hatten. Die Sache war also so, daß wir weit, weit über Europa, Vorderasien und Afrika hin Menschen haben, die einfach sozusagen zu solchen Kasten oder Rassen gehörten, die es gestatteten, daß verführte Seelen in deren Körpern lebten. Dann aber waren auch andere zurückgeblieben, die nicht mitgingen nach Asien, welche aber die Führung übernehmen konnten und welche besser, höher entwickelte Seelen waren.

[ 10 ] Die besten Orte für diese Seelen, die die Führung zu übernehmen hatten, waren dazumal in den alten Zeiten, in den Zeiten, während welcher sich die indische und die persische Kultur entwickelten, die mehr nördlichen Gegenden Europas, diejenigen Gegenden, in denen auch die ältesten Mysterien Europas gewesen sind. Da gab es nun eine Art Schutzeinrichtung gegenüber dem, was in der alten Atlantis früher geschehen war. In der alten Atlantis war ja für die charakterisierten Seelen dadurch eine Versuchung eingetreten, daß man ihnen Weisheiten, Mysterien, okkulte Wahrheiten gegeben hatte, für die sie nicht reif waren. Daher mußte in den europäischen Mysterien umsomehr das Weisheitsgut geschützt und gehütet werden. Diejenigen, die daher in der nachatlantischen Zeit die eigentlichen Weisheitsführer in Europa waren, hielten sich ganz zurück, bewahrten wie ein strenges Geheimnis dasjenige, was sie erhalten hatten. So daß man sagen kann: Es gab auch innerhalb Europas solche Menschen, welche sich vergleichen lassen mit den Brahminen Asiens. Aber diese europäischen Brahminen waren von niemandem äußerlich als solche gekannt. Sie hielten im strengsten Sinne des Wortes in den Mysterien abgeschlossen die heiligen Geheimnisse, damit dasjenige sich nicht wiederholen konnte, was mit der Bevölkerung, unter welche eben diese Führer hineingestreut waren, schon einmal in der atlantischen Zeit geschehen war. Nur dadurch, daß das Weisheitsgut in der allerernstesten Weise geschützt und gehütet wurde, kam es zustande, daß die Seelen sich in gewisser Weise heben konnten. Denn die Differenzierung geschieht nicht so, daß von vornherein irgendein Menschheitsteil bestimmt wäre, einen niedrigeren Rang einzunehmen als ein anderer, sondern was erniedrigt wird zu einer bestimmten Zeit, soll wieder in die Höhe sich entwickeln zu einer anderen Zeit.

[ 10 ] Die besten Orte für diese Seelen, die die Führung zu übernehmen hatten, waren dazumal in den alten Zeiten, in den Zeiten, während welcher sich die indische und die persische Kultur entwickelten, die mehr nördlichen Gegenden Europas, diejenigen Gegenden, in denen auch die ältesten Mysterien Europas gewesen sind. Da gab es nun eine Art Schutzeinrichtung gegenüber dem, was in der alten Atlantis früher geschehen war. In der alten Atlantis war ja für die charakterisierten Seelen dadurch eine Versuchung eingetreten, daß man ihnen Weisheiten, Mysterien, okkulte Wahrheiten gegeben hatte, für die sie nicht reif waren. Daher mußte in den europäischen Mysterien umsomehr das Weisheitsgut geschützt und gehütet werden. Diejenigen, die daher in der nachatlantischen Zeit die eigentlichen Weisheitsführer in Europa waren, hielten sich ganz zurück, bewahrten wie ein strenges Geheimnis dasjenige, was sie erhalten hatten. So daß man sagen kann: Es gab auch innerhalb Europas solche Menschen, welche sich vergleichen lassen mit den Brahminen Asiens. Aber diese europäischen Brahminen waren von niemandem äußerlich als solche gekannt. Sie hielten im strengsten Sinne des Wortes in den Mysterien abgeschlossen die heiligen Geheimnisse, damit dasjenige sich nicht wiederholen konnte, was mit der Bevölkerung, unter welche eben diese Führer hineingestreut waren, schon einmal in der atlantischen Zeit geschehen war. Nur dadurch, daß das Weisheitsgut in der allerernstesten Weise geschützt und gehütet wurde, kam es zustande, daß die Seelen sich in gewisser Weise heben konnten. Denn die Differenzierung geschieht nicht so, daß von vornherein irgendein Menschheitsteil bestimmt wäre, einen niedrigeren Rang einzunehmen als ein anderer, sondern was erniedrigt wird zu einer bestimmten Zeit, soll wieder in die Höhe sich entwickeln zu einer anderen Zeit.

[ 11 ] Dazu müssen aber die Bedingungen geschaffen werden. Daher kam es, daß in Europa vorhanden waren versuchte Seelen, welche den moralischen Zusammenhalt verloren hatten, und daß unter ihnen wirkte eine Weisheit aus tief verborgenen Quellen heraus. Aber auch die anderen Kasten, die nach Indien gezogen waren, hatten Angehörige zurückgelassen in Europa. Die Angehörigen der zweiten indischen Kaste, der Krieger, das waren diejenigen, welche in Europa vorzugsweise jetzt zur Macht gelangten. Während sich die Weisen, also diejenigen, die den Brahminen in Indien entsprechen, ganz zurückhielten und von verborgenen Stätten aus ihre Ratschläge gaben, zogen jene in das Volk hinaus, um es zu verbessern nach den Ratschlägen jener uralten europäischen Priester. Es zogen in das Volk hinaus diejenigen, die kriegerischen Sinn hatten. Diese zweite Kaste hatte die größte Macht in den uralten Zeiten in Europa, aber sie lebten so, daß sie ihre Führung von den verborgen bleibenden Weisen erhielten. So kam es, daß gerade die tonangebenden, die wichtigsten Persönlichkeiten in Europa diejenigen waren, die durch solche Eigenschaften glänzten, wie sie gestern besprochen wurden, durch Starkmut und Tapferkeit. Während also in Indien die Weisheit aufs höchste glänzte bei den Brahminen, dadurch, daß sie auslegten die heiligen Schriften, war es in Europa so, daß der Starkmut, die Tapferkeit am meisten geschätzt wurde und die Menschen nur wußten, wo sie die göttlichen Geheimnisse zu holen hatten, von denen sie dann die Tapferkeit, den Starkmut durchströmen lassen mußten.

[ 11 ] Dazu müssen aber die Bedingungen geschaffen werden. Daher kam es, daß in Europa vorhanden waren versuchte Seelen, welche den moralischen Zusammenhalt verloren hatten, und daß unter ihnen wirkte eine Weisheit aus tief verborgenen Quellen heraus. Aber auch die anderen Kasten, die nach Indien gezogen waren, hatten Angehörige zurückgelassen in Europa. Die Angehörigen der zweiten indischen Kaste, der Krieger, das waren diejenigen, welche in Europa vorzugsweise jetzt zur Macht gelangten. Während sich die Weisen, also diejenigen, die den Brahminen in Indien entsprechen, ganz zurückhielten und von verborgenen Stätten aus ihre Ratschläge gaben, zogen jene in das Volk hinaus, um es zu verbessern nach den Ratschlägen jener uralten europäischen Priester. Es zogen in das Volk hinaus diejenigen, die kriegerischen Sinn hatten. Diese zweite Kaste hatte die größte Macht in den uralten Zeiten in Europa, aber sie lebten so, daß sie ihre Führung von den verborgen bleibenden Weisen erhielten. So kam es, daß gerade die tonangebenden, die wichtigsten Persönlichkeiten in Europa diejenigen waren, die durch solche Eigenschaften glänzten, wie sie gestern besprochen wurden, durch Starkmut und Tapferkeit. Während also in Indien die Weisheit aufs höchste glänzte bei den Brahminen, dadurch, daß sie auslegten die heiligen Schriften, war es in Europa so, daß der Starkmut, die Tapferkeit am meisten geschätzt wurde und die Menschen nur wußten, wo sie die göttlichen Geheimnisse zu holen hatten, von denen sie dann die Tapferkeit, den Starkmut durchströmen lassen mußten.

[ 12 ] So sehen wir Jahrtausende und Aberjahrtausende die Kultur Europas dahinfließen und sehen, wie die Seelen nach und nach verbessert und emporgehoben werden. Nun konnte sich aber innerhalb Europas, wo Seelen existierten, welche im Grunde genommen Nachkommen waren jener Bevölkerung, die die Versuchung durchgemacht hatte, kein rechter Sinn für das Kastenwesen Indiens entwickeln. Die Seelen kamen durcheinander. Eine Gliederung, eine Differenzierung in Kasten, wie sie in Indien war, trat nicht ein. Vielmehr trat nur eine Gliederung ein in solche, die führend waren, in einen oberen Stand, einen leitenden Stand, was später sich in den verschiedensten Richtungen als die führenden Stände kundgab, und in solche, die geführt wurden, in den geführten Stand. Der geführte Stand bestand hauptsächlich aus solchen Seelen, welche sich emporzuringen hatten.

[ 12 ] So sehen wir Jahrtausende und Aberjahrtausende die Kultur Europas dahinfließen und sehen, wie die Seelen nach und nach verbessert und emporgehoben werden. Nun konnte sich aber innerhalb Europas, wo Seelen existierten, welche im Grunde genommen Nachkommen waren jener Bevölkerung, die die Versuchung durchgemacht hatte, kein rechter Sinn für das Kastenwesen Indiens entwickeln. Die Seelen kamen durcheinander. Eine Gliederung, eine Differenzierung in Kasten, wie sie in Indien war, trat nicht ein. Vielmehr trat nur eine Gliederung ein in solche, die führend waren, in einen oberen Stand, einen leitenden Stand, was später sich in den verschiedensten Richtungen als die führenden Stände kundgab, und in solche, die geführt wurden, in den geführten Stand. Der geführte Stand bestand hauptsächlich aus solchen Seelen, welche sich emporzuringen hatten.

[ 13 ] Wenn wir solche Seelen suchen, welche sich nach und nach aus diesem niederen Stande emporgerungen haben, welche sich aus versuchten Seelen entwickelt haben hinauf zu höheren, dann finden wir sie vorzugsweise in derjenigen europäischen Bevölkerung, von der heute die Geschichte wenig meldet, von der nicht viel in den Geschichtsbüchern steht. Jahrhunderte und Aberjahrhunderte hindurch entwickelte diese Bevölkerung sich, um hinaufzukommen auf eine höhere Stufe, um sich sozusagen wieder zu erholen von dem Schlage, den sie in der alten atlantischen Zeit erlitten hatte. In Asien drüben hatte man es mit einem kontinuierlichen Fortlaufen der Kultur zu tun, in Europa dagegen hatte man es zu tun mehr mit einer Besserung, mit einem Umschlag der moralischen Niederlage in eine allmähliche moralische Besserung. So war es lange Zeit geblieben, und nur dadurch ist diese Besserung zustande gekommen, daß in den Menschenseelen ein außerordentlicher Nachahmungstrieb vorhanden ist und daß diejenigen, die als tapfere Menschen unter dem Volke gewirkt haben, als die Ideale und Musterbilder angesehen wurden, als die Ersten, als diejenigen, die man die Fürsten nennt, denen dann nachgeahmt haben die anderen, so daß eben durch diese Menschenseelen, welche sich so als Führer unter das Volk gemischt haben, die Moralität von ganz Europa gehoben worden ist.

[ 13 ] Wenn wir solche Seelen suchen, welche sich nach und nach aus diesem niederen Stande emporgerungen haben, welche sich aus versuchten Seelen entwickelt haben hinauf zu höheren, dann finden wir sie vorzugsweise in derjenigen europäischen Bevölkerung, von der heute die Geschichte wenig meldet, von der nicht viel in den Geschichtsbüchern steht. Jahrhunderte und Aberjahrhunderte hindurch entwickelte diese Bevölkerung sich, um hinaufzukommen auf eine höhere Stufe, um sich sozusagen wieder zu erholen von dem Schlage, den sie in der alten atlantischen Zeit erlitten hatte. In Asien drüben hatte man es mit einem kontinuierlichen Fortlaufen der Kultur zu tun, in Europa dagegen hatte man es zu tun mehr mit einer Besserung, mit einem Umschlag der moralischen Niederlage in eine allmähliche moralische Besserung. So war es lange Zeit geblieben, und nur dadurch ist diese Besserung zustande gekommen, daß in den Menschenseelen ein außerordentlicher Nachahmungstrieb vorhanden ist und daß diejenigen, die als tapfere Menschen unter dem Volke gewirkt haben, als die Ideale und Musterbilder angesehen wurden, als die Ersten, als diejenigen, die man die Fürsten nennt, denen dann nachgeahmt haben die anderen, so daß eben durch diese Menschenseelen, welche sich so als Führer unter das Volk gemischt haben, die Moralität von ganz Europa gehoben worden ist.

[ 14 ] Dadurch aber war noch etwas anderes notwendig geworden in der europäischen Entwickelung. Wir müssen, wenn wir das verstehen wollen, genau unterscheiden zwischen der Rassenentwickelung und der Seelenentwickelung. Diese beiden dürfen durchaus nicht miteinander verwechselt werden. Eine Menschenseele kann sich so entwickeln, daß sie in einer Inkarnation in einer bestimmten Rasse sich verkörpert. Wenn sie sich da bestimmte Eigenschaften erwirbt, so kann sie sich in einer späteren Inkarnation in einer ganz anderen Rasse wieder verkörpern, so daß wir durchaus erleben können, daß heute innerhalb der europäischen Bevölkerung solche Seelen verkörpert sind, die in ihrer früheren Inkarnation in Indien, Japan oder China verkörpert waren. Die Seelen bleiben durchaus nicht bei den Rassen. Die Seelenentwickelung ist etwas ganz anderes als die Rassenentwickelung. Die Rassenentwickelung geht ihren ruhigen Gang vorwärts. Nun war es bei der alten europäischen Entwickelung so, daß die Seelen versetzt waren in europäische Rassen, weil sie nicht in die asiatischen Rassen hinüber konnten; deshalb waren die Seelen in jener Zeit immer wieder gezwungen, sich in europäischen Rassen zu verkörpern. Aber sie wurden immer besser und besser, und das führte dann dazu, daß die Seelen allmählich in höhere Rassen übergingen, daß also Seelen, die in ganz untergeordneten Rassen früher verkörpert waren, auf eine höhere Stufe hinauf sich entwickelten und sich später verkörpern konnten in den leiblichen Nachkommen der führenden Bevölkerung Europas. Die leiblichen Nachkommen der führenden Bevölkerung Europas vermehrten sich, wurden zahlreicher als sie ursprünglich waren, weil die Seelen nach dieser Richtung sich vermehrten. Da verkörperten sie sich also, nachdem sie besser geworden waren, in der führenden Bevölkerung Europas, und die Entwickelung geschah nun so, daß überhaupt als physische Rasse die leibliche Gestalt, in welcher sich die älteste europäische Bevölkerung ursprünglich verkörpert hatte, ausstarb, daß also gleichsam die Seelen verließen bestimmt geformte Leiber, die dann ausstarben. Das war der Grund, daß in den untergeordneten Rassen immer weniger Nachkommen waren, in den übergeordneten immer mehr und mehr. Nach und nach starben dann die untersten Schichten der europäischen Bevölkerung ganz aus.

[ 14 ] Dadurch aber war noch etwas anderes notwendig geworden in der europäischen Entwickelung. Wir müssen, wenn wir das verstehen wollen, genau unterscheiden zwischen der Rassenentwickelung und der Seelenentwickelung. Diese beiden dürfen durchaus nicht miteinander verwechselt werden. Eine Menschenseele kann sich so entwickeln, daß sie in einer Inkarnation in einer bestimmten Rasse sich verkörpert. Wenn sie sich da bestimmte Eigenschaften erwirbt, so kann sie sich in einer späteren Inkarnation in einer ganz anderen Rasse wieder verkörpern, so daß wir durchaus erleben können, daß heute innerhalb der europäischen Bevölkerung solche Seelen verkörpert sind, die in ihrer früheren Inkarnation in Indien, Japan oder China verkörpert waren. Die Seelen bleiben durchaus nicht bei den Rassen. Die Seelenentwickelung ist etwas ganz anderes als die Rassenentwickelung. Die Rassenentwickelung geht ihren ruhigen Gang vorwärts. Nun war es bei der alten europäischen Entwickelung so, daß die Seelen versetzt waren in europäische Rassen, weil sie nicht in die asiatischen Rassen hinüber konnten; deshalb waren die Seelen in jener Zeit immer wieder gezwungen, sich in europäischen Rassen zu verkörpern. Aber sie wurden immer besser und besser, und das führte dann dazu, daß die Seelen allmählich in höhere Rassen übergingen, daß also Seelen, die in ganz untergeordneten Rassen früher verkörpert waren, auf eine höhere Stufe hinauf sich entwickelten und sich später verkörpern konnten in den leiblichen Nachkommen der führenden Bevölkerung Europas. Die leiblichen Nachkommen der führenden Bevölkerung Europas vermehrten sich, wurden zahlreicher als sie ursprünglich waren, weil die Seelen nach dieser Richtung sich vermehrten. Da verkörperten sie sich also, nachdem sie besser geworden waren, in der führenden Bevölkerung Europas, und die Entwickelung geschah nun so, daß überhaupt als physische Rasse die leibliche Gestalt, in welcher sich die älteste europäische Bevölkerung ursprünglich verkörpert hatte, ausstarb, daß also gleichsam die Seelen verließen bestimmt geformte Leiber, die dann ausstarben. Das war der Grund, daß in den untergeordneten Rassen immer weniger Nachkommen waren, in den übergeordneten immer mehr und mehr. Nach und nach starben dann die untersten Schichten der europäischen Bevölkerung ganz aus.

[ 15 ] So etwas ist eben ein ganz bestimmter Vorgang, den wir verstehen müssen. Die Seelen entwickeln sich weiter, die Leiber sterben dahin. Deshalb müssen wir so genau unterscheiden zwischen Seelen- und Rassenentwickelung. Die Seelen erscheinen dann in den Körpern, die von höheren Rassen abstammen. Solch ein Vorgang geschieht nicht ohne Wirkung. Wenn nämlich so etwas geschieht, daß über große Gebiete hin etwas gleichsam verschwindet, so verschwindet es nicht im Nichts, sondern es löst sich auf und ist dann in einer anderen Form vorhanden. Sie werden verstehen, als was es geblieben ist, wenn Sie ins Auge fassen, daß im Grunde genommen in den Urzeiten bei dem Aussterben der Schlechteren der Bevölkerung, von denen ich hier gesprochen habe, sich allmählich das ganze Gebiet mit dämonischen Wesen anfüllte, welche die Auflösungsprodukte, die Verwesungsprodukte dessen darstellten, was da ausgestorben war.

[ 15 ] So etwas ist eben ein ganz bestimmter Vorgang, den wir verstehen müssen. Die Seelen entwickeln sich weiter, die Leiber sterben dahin. Deshalb müssen wir so genau unterscheiden zwischen Seelen- und Rassenentwickelung. Die Seelen erscheinen dann in den Körpern, die von höheren Rassen abstammen. Solch ein Vorgang geschieht nicht ohne Wirkung. Wenn nämlich so etwas geschieht, daß über große Gebiete hin etwas gleichsam verschwindet, so verschwindet es nicht im Nichts, sondern es löst sich auf und ist dann in einer anderen Form vorhanden. Sie werden verstehen, als was es geblieben ist, wenn Sie ins Auge fassen, daß im Grunde genommen in den Urzeiten bei dem Aussterben der Schlechteren der Bevölkerung, von denen ich hier gesprochen habe, sich allmählich das ganze Gebiet mit dämonischen Wesen anfüllte, welche die Auflösungsprodukte, die Verwesungsprodukte dessen darstellten, was da ausgestorben war.

[ 16 ] Es war also ganz Europa und auch Vorderasien angefüllt von den vergeistigten Verwesungsprodukten der ausgestorbenen Schlechteren der Bevölkerung. Diese Verwesungsdämonen hatten eine lange Dauer und sie wirkten später auf die Menschen ein, und so war es gekommen, daß diese Verwesungsdämonen, die da gleichsam in der geistigen Atmosphäre enthalten waren, einen Einfluß auf die Menschen gewannen und bewirkten, daß die Gefühle und die Empfindungen, die später die Menschen hatten, von ihnen durchsetzt wurden. Das zeigt sich am besten darin, daß, als von Asien später große Völkermassen nach Europa herüberkamen zur Zeit der Völkerwanderung, unter ihnen Attila mit seinen Scharen, und die Leute in Europa in großen Schreck versetzten, dieser Schrecken die Menschen geeignet machte, in Beziehung zu kommen mit dem, was von früher her noch vorhanden war als dämonische Wesenheiten. Nach und nach entwickelten sich durch diese dämonischen Wesenheiten als eine Folge von dem Schrekken, der durch die herüberkommenden Scharen aus Asien entstanden war, das, was als die Seuche des Mittelalters auftrat, als die Miselsucht, als der Aussatz. Diese Krankheit war nichts anderes als die Folge der Schreckens- und Furchtzustände, die die Menschen damals durchmachten. Die Schreckens- und Furchtzustände konnten zu diesem Ziele aber nur führen bei solchen Seelen, welche ausgesetzt waren den dämonischen Kräften von ehemals.

[ 16 ] Es war also ganz Europa und auch Vorderasien angefüllt von den vergeistigten Verwesungsprodukten der ausgestorbenen Schlechteren der Bevölkerung. Diese Verwesungsdämonen hatten eine lange Dauer und sie wirkten später auf die Menschen ein, und so war es gekommen, daß diese Verwesungsdämonen, die da gleichsam in der geistigen Atmosphäre enthalten waren, einen Einfluß auf die Menschen gewannen und bewirkten, daß die Gefühle und die Empfindungen, die später die Menschen hatten, von ihnen durchsetzt wurden. Das zeigt sich am besten darin, daß, als von Asien später große Völkermassen nach Europa herüberkamen zur Zeit der Völkerwanderung, unter ihnen Attila mit seinen Scharen, und die Leute in Europa in großen Schreck versetzten, dieser Schrecken die Menschen geeignet machte, in Beziehung zu kommen mit dem, was von früher her noch vorhanden war als dämonische Wesenheiten. Nach und nach entwickelten sich durch diese dämonischen Wesenheiten als eine Folge von dem Schrekken, der durch die herüberkommenden Scharen aus Asien entstanden war, das, was als die Seuche des Mittelalters auftrat, als die Miselsucht, als der Aussatz. Diese Krankheit war nichts anderes als die Folge der Schreckens- und Furchtzustände, die die Menschen damals durchmachten. Die Schreckens- und Furchtzustände konnten zu diesem Ziele aber nur führen bei solchen Seelen, welche ausgesetzt waren den dämonischen Kräften von ehemals.

[ 17 ] Jetzt habe ich Ihnen geschildert, wodurch die Menschen ergriffen werden konnten von einer Sucht, die später aus Europa in der Hauptsache wieder ausgerottet worden ist, und warum sie gerade in der gestern bezeichneten Zeit in so hohem Grade vorhanden war. So sehen wir zwar, wie jetzt in Europa ausgestorben waren die Schichten, die aussterben sollten, weil sie sich nicht nach oben entwickelt hatten, wie wir aber jetzt noch die Nachwirkung in Form von Krankheiten haben, die an den Menschen herantreten können. Die betreffende Krankheit, die sogenannte Miselsucht oder der Aussatz, stellt sich uns dar als die Folge von geistig-seelischen Ursachen.

[ 17 ] Jetzt habe ich Ihnen geschildert, wodurch die Menschen ergriffen werden konnten von einer Sucht, die später aus Europa in der Hauptsache wieder ausgerottet worden ist, und warum sie gerade in der gestern bezeichneten Zeit in so hohem Grade vorhanden war. So sehen wir zwar, wie jetzt in Europa ausgestorben waren die Schichten, die aussterben sollten, weil sie sich nicht nach oben entwickelt hatten, wie wir aber jetzt noch die Nachwirkung in Form von Krankheiten haben, die an den Menschen herantreten können. Die betreffende Krankheit, die sogenannte Miselsucht oder der Aussatz, stellt sich uns dar als die Folge von geistig-seelischen Ursachen.

[ 18 ] Dieser ganzen Sache sollte nun entgegengewirkt werden. Sie konnte nur dann eine weitere Entwickelung erfahren, wenn das, was jetzt geschildert worden ist, sozusagen von der europäischen Entwickelung ganz hinweggenommen wurde. Ein Beispiel, wie sie hinweggenommen wurde, haben wir gestern geschildert, indem wir zeigten, wie, während auf der einen Seite die Nachwirkungen des Unmoralischen als Krankheitsdämonen da sind, auf der anderen Seite die starken moralischen Impulse auftreten wie in Franz von Assisi. Dadurch, daß er die starken moralischen Impulse hatte, hat er wieder andere um sich versammelt, die, wenn auch im minderen Maße, doch in seinem Sinne wirkten. Eigentlich waren es recht viele, die in seinem Sinne damals gewirkt haben. Es hat nur nicht lange gedauert.

[ 18 ] Dieser ganzen Sache sollte nun entgegengewirkt werden. Sie konnte nur dann eine weitere Entwickelung erfahren, wenn das, was jetzt geschildert worden ist, sozusagen von der europäischen Entwickelung ganz hinweggenommen wurde. Ein Beispiel, wie sie hinweggenommen wurde, haben wir gestern geschildert, indem wir zeigten, wie, während auf der einen Seite die Nachwirkungen des Unmoralischen als Krankheitsdämonen da sind, auf der anderen Seite die starken moralischen Impulse auftreten wie in Franz von Assisi. Dadurch, daß er die starken moralischen Impulse hatte, hat er wieder andere um sich versammelt, die, wenn auch im minderen Maße, doch in seinem Sinne wirkten. Eigentlich waren es recht viele, die in seinem Sinne damals gewirkt haben. Es hat nur nicht lange gedauert.

[ 19 ] Wie war nun wieder in Franz von Assisi hineingekommen eine solche Seelenkraft? Da wir nicht versammelt sind, um äußere Wissenschaft zu treiben, sondern um die menschliche Moral aus den okkulten Untergründen heraus zu verstehen, so müssen wir uns auf einige okkulte Wahrheiten einlassen, müssen einige okkulte Wahrheiten ins Auge fassen. Da müssen wir uns schon einmal fragen: Woher kam denn eigentlich eine solche Seele wie die des Franz von Assisi? Verstehen können wir eine solche Seele, wie wir sie in Franz von Assisi vor uns haben, nur dann, wenn wir ein wenig in sie hineinschauen, wenn wir uns bekümmern um das, was in ihren verborgenen Tiefen war. Da muß ich Sie daran erinnern, daß die alte Kasteneinteilung Indiens eigentlich ihren ersten Stoß, ihre erste Erschütterung erfahren hat durch den Buddhismus, denn der Buddhismus hat unter mancherlei, was er hineingebracht hat in das Leben Asiens, auch das gebracht, daß er die Kasteneinteilung nicht als etwas Berechtigtes anerkannte, daß er, soweit es für Asien möglich war, die Anwartschaft eines jeden Menschen zu dem Höchsten, was der Mensch erreichen kann, anerkannt hat. Wir wissen auch, daß dies nur möglich war durch die hervorragend große und gewaltige Persönlichkeit des Buddha, und wir wissen auch, daß der Buddha ein Buddha geworden ist in jener Inkarnation, von der uns gewöhnlich erzählt wird, daß er früher ein Bodhisattva war, was die nächstuntergeordnete Würde unter dem Buddha darstellt. Dadurch, daß jener Königssohn des Sudhodana im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens durchmachte, in sich fühlte die große Wahrheit vom Leben und Leiden, dadurch hatte er die Größe sich errungen, das zu verkündigen innerhalb der Welt Asiens, was wir kennen als den Buddhismus.

[ 19 ] Wie war nun wieder in Franz von Assisi hineingekommen eine solche Seelenkraft? Da wir nicht versammelt sind, um äußere Wissenschaft zu treiben, sondern um die menschliche Moral aus den okkulten Untergründen heraus zu verstehen, so müssen wir uns auf einige okkulte Wahrheiten einlassen, müssen einige okkulte Wahrheiten ins Auge fassen. Da müssen wir uns schon einmal fragen: Woher kam denn eigentlich eine solche Seele wie die des Franz von Assisi? Verstehen können wir eine solche Seele, wie wir sie in Franz von Assisi vor uns haben, nur dann, wenn wir ein wenig in sie hineinschauen, wenn wir uns bekümmern um das, was in ihren verborgenen Tiefen war. Da muß ich Sie daran erinnern, daß die alte Kasteneinteilung Indiens eigentlich ihren ersten Stoß, ihre erste Erschütterung erfahren hat durch den Buddhismus, denn der Buddhismus hat unter mancherlei, was er hineingebracht hat in das Leben Asiens, auch das gebracht, daß er die Kasteneinteilung nicht als etwas Berechtigtes anerkannte, daß er, soweit es für Asien möglich war, die Anwartschaft eines jeden Menschen zu dem Höchsten, was der Mensch erreichen kann, anerkannt hat. Wir wissen auch, daß dies nur möglich war durch die hervorragend große und gewaltige Persönlichkeit des Buddha, und wir wissen auch, daß der Buddha ein Buddha geworden ist in jener Inkarnation, von der uns gewöhnlich erzählt wird, daß er früher ein Bodhisattva war, was die nächstuntergeordnete Würde unter dem Buddha darstellt. Dadurch, daß jener Königssohn des Sudhodana im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens durchmachte, in sich fühlte die große Wahrheit vom Leben und Leiden, dadurch hatte er die Größe sich errungen, das zu verkündigen innerhalb der Welt Asiens, was wir kennen als den Buddhismus.

[ 20 ] Nun war aber etwas anderes, was wir nicht aus dem Auge verlieren dürfen, verbunden mit dieser Hinaufentwickelung des Bodhisattva zu dem Buddha. Das war nämlich die Tatsache, daß diejenige Individualität, welche durch viele Inkarnationen hindurchgegangen war als Bodhisattva und dann zu der Buddhawürde aufstieg, nun, als sie Buddha geworden war, zum letztenmal im physischen Leibe auf der Erde zu verweilen hatte. Derjenige also, der vom Bodhisattva zum Buddha erhoben wird, ist damit in eine Inkarnation eingetreten, die die letzte für ihn ist. Von da ab wirkt eine solche Individualität nur noch von geistigen Höhen herunter, wirkt nur noch geistig. So haben wir also die Tatsache vor uns, daß die Individualität des Buddha nach dem fünften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung nur noch aus den geistigen Höhen heruntergewirkt hat.

[ 20 ] Nun war aber etwas anderes, was wir nicht aus dem Auge verlieren dürfen, verbunden mit dieser Hinaufentwickelung des Bodhisattva zu dem Buddha. Das war nämlich die Tatsache, daß diejenige Individualität, welche durch viele Inkarnationen hindurchgegangen war als Bodhisattva und dann zu der Buddhawürde aufstieg, nun, als sie Buddha geworden war, zum letztenmal im physischen Leibe auf der Erde zu verweilen hatte. Derjenige also, der vom Bodhisattva zum Buddha erhoben wird, ist damit in eine Inkarnation eingetreten, die die letzte für ihn ist. Von da ab wirkt eine solche Individualität nur noch von geistigen Höhen herunter, wirkt nur noch geistig. So haben wir also die Tatsache vor uns, daß die Individualität des Buddha nach dem fünften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung nur noch aus den geistigen Höhen heruntergewirkt hat.

[ 21 ] Aber der Buddhismus findet seine Fortsetzung. Der Buddhismus findet die Möglichkeit, in einer gewissen Weise nicht nur das Leben Asiens, sondern das geistige Leben der ganzen damals bekannten Welt zu beeinflussen. Wie der Buddhismus sich in Asien ausgebreitet hat, Sie wissen es. Sie wissen, wie groß die Zahl der Bekenner ist, die er in Asien gefunden hat. Aber in einer mehr verborgenen und verschleierten Gestalt findet derselbe auch seine Ausbreitung innerhalb des europäischen Geisteslebens; und wir haben vor allen Dingen darauf hinzuweisen, daß jener Teil der großen Lehre des Buddha, der sich bezog auf die Gleichheit der Menschen, in ganz besonderem Maße geeignet war, von der europäischen Bevölkerung aufgenommen zu werden, weil eben die europäische Bevölkerung nicht hingeordnet war auf eine Kasteneinteilung, sondern mehr auf eine Unterschiedslosigkeit und Gleichheit der Menschen.

[ 21 ] Aber der Buddhismus findet seine Fortsetzung. Der Buddhismus findet die Möglichkeit, in einer gewissen Weise nicht nur das Leben Asiens, sondern das geistige Leben der ganzen damals bekannten Welt zu beeinflussen. Wie der Buddhismus sich in Asien ausgebreitet hat, Sie wissen es. Sie wissen, wie groß die Zahl der Bekenner ist, die er in Asien gefunden hat. Aber in einer mehr verborgenen und verschleierten Gestalt findet derselbe auch seine Ausbreitung innerhalb des europäischen Geisteslebens; und wir haben vor allen Dingen darauf hinzuweisen, daß jener Teil der großen Lehre des Buddha, der sich bezog auf die Gleichheit der Menschen, in ganz besonderem Maße geeignet war, von der europäischen Bevölkerung aufgenommen zu werden, weil eben die europäische Bevölkerung nicht hingeordnet war auf eine Kasteneinteilung, sondern mehr auf eine Unterschiedslosigkeit und Gleichheit der Menschen.

[ 22 ] An den Ufern des Schwarzen Meeres wurde in den Jahrhunderten, die noch weit in die christliche Zeit hineingingen, eine Art Geheimschule begründet. Diese Geheimschule wurde geleitet von Menschen, welche vorzugsweise den eben charakterisierten Teil der BuddhaLehre sich zum höchsten Ideal gesetzt hatten. Aber sie hatten die Möglichkeit, in dieser Geheimschule dasjenige, was der Buddha den Menschen gebracht hatte, gleichsam bescheinen zu lassen, mit einem neuen Lichte versehen zu lassen in den nachchristlichen Jahrhunderten dadurch, daß sie den christlichen Impuls zugleich in sich aufgenommen hatten. Wenn ich Ihnen schildern wollte, wie der Okkultist sie ansieht — und Sie werden mich am besten verstehen, wenn ich das tue —, so muß ich die Geheimschule am Schwarzen Meere in der folgenden Weise schildern:

[ 22 ] An den Ufern des Schwarzen Meeres wurde in den Jahrhunderten, die noch weit in die christliche Zeit hineingingen, eine Art Geheimschule begründet. Diese Geheimschule wurde geleitet von Menschen, welche vorzugsweise den eben charakterisierten Teil der BuddhaLehre sich zum höchsten Ideal gesetzt hatten. Aber sie hatten die Möglichkeit, in dieser Geheimschule dasjenige, was der Buddha den Menschen gebracht hatte, gleichsam bescheinen zu lassen, mit einem neuen Lichte versehen zu lassen in den nachchristlichen Jahrhunderten dadurch, daß sie den christlichen Impuls zugleich in sich aufgenommen hatten. Wenn ich Ihnen schildern wollte, wie der Okkultist sie ansieht — und Sie werden mich am besten verstehen, wenn ich das tue —, so muß ich die Geheimschule am Schwarzen Meere in der folgenden Weise schildern:

[ 23 ] Da fanden sich Menschen zusammen, welche zunächst äußerlich Lehrer auf dem physischen Plane hatten. Da wurden sie unterrichtet in den Lehren und Grundsätzen, wie sie vom Buddhismus ausgegangen sind, die aber durchzogen waren von den Impulsen, wie sie durch das Christentum in die Welt gekommen sind. Dann, wenn sie in gehöriger Weise vorbereitet waren, wurden sie dazu gebracht, daß die tiefer in ihnen liegenden Kräfte, die tieferen Weisheitskräfte aus ihnen herauf- und herausgeholt werden konnten, so daß sie zu einem hellseherischen Erschauen der geistigen Welt gebracht wurden, daß sie hineinzuschauen vermochten in die geistigen Welten. Das erste, was die Schüler dieser Geheimschule erlangten, war, daß sie zum Beispiel, nachdem die auf dem physischen Plan verkörperten Lehrer sie daran gewöhnt hatten, auch diejenigen erkennen konnten, welche nicht mehr auf den physischen Plan herunterkamen. So zum Beispiel den Buddha. Diese Geheimschüler lernten also wirklich, wenn man das Geistige von ihm so nennen darf, von Angesicht zu Angesicht vorzugsweise den Buddha kennen. Auf diese Weise wirkte er geistig fort in den Geheimschülern, und so wirkte er durch seine Kraft herunter auf den physischen Plan, da er selber nicht mehr auf den physischen Plan zur physischen Verkörperung herunterstieg.

[ 23 ] Da fanden sich Menschen zusammen, welche zunächst äußerlich Lehrer auf dem physischen Plane hatten. Da wurden sie unterrichtet in den Lehren und Grundsätzen, wie sie vom Buddhismus ausgegangen sind, die aber durchzogen waren von den Impulsen, wie sie durch das Christentum in die Welt gekommen sind. Dann, wenn sie in gehöriger Weise vorbereitet waren, wurden sie dazu gebracht, daß die tiefer in ihnen liegenden Kräfte, die tieferen Weisheitskräfte aus ihnen herauf- und herausgeholt werden konnten, so daß sie zu einem hellseherischen Erschauen der geistigen Welt gebracht wurden, daß sie hineinzuschauen vermochten in die geistigen Welten. Das erste, was die Schüler dieser Geheimschule erlangten, war, daß sie zum Beispiel, nachdem die auf dem physischen Plan verkörperten Lehrer sie daran gewöhnt hatten, auch diejenigen erkennen konnten, welche nicht mehr auf den physischen Plan herunterkamen. So zum Beispiel den Buddha. Diese Geheimschüler lernten also wirklich, wenn man das Geistige von ihm so nennen darf, von Angesicht zu Angesicht vorzugsweise den Buddha kennen. Auf diese Weise wirkte er geistig fort in den Geheimschülern, und so wirkte er durch seine Kraft herunter auf den physischen Plan, da er selber nicht mehr auf den physischen Plan zur physischen Verkörperung herunterstieg.

[ 24 ] Nun gruppierten sich diejenigen, die in dieser Geheimschule waren, in zwei Abteilungen, je nach ihrem Reifezustand. Es wurden ja nur diejenigen gewählt, die eine Art größerer Vorbereitung, eine Art größerer Reife hatten. Daher konnten auch die meisten dieser Schüler es dazu bringen, wirklich so hellsichtig zu werden, daß sie ein Wesen, das mit allen seinen Kräften dahin strebte, seine Impulse durchzubringen bis zum physischen Plan, trotzdem es selber nicht in die physische Welt hinunterstieg, daß sie den Buddha in allen seinen Geheimnissen und in alledem, was er wollte, kennenlernen konnten. Eine gewisse größere Anzahl von diesen Schülern blieben solche Hellseher, andere aber hatten ganz besonders neben den Eigenschaften des Erkennens, neben den Eigenschaften der psychischen Hellsichtigkeit, das spirituelle Element ausgebildet, das nicht zu trennen ist von einer gewissen Demut, von einer gewissen hochentwickelten Andachtsfähigkeit. Diese gelangten dann dazu, daß sie gerade in dieser Geheimschule in hervorragendem Maße den Christus-Impuls empfangen konnten. Sie konnten auch hellsichtig in der Weise werden, daß sie die besonders auserlesenen Nachfolger des Paulus wurden und den Christus-Impuls unmittelbar im Leben empfingen. Aus dieser Schule gingen also sozusagen zwei Gruppen hervor: eine Gruppe, die den Impuls hatte, überall hineinzutragen die Lehren des Buddha, wenn sie auch dessen Namen dabei nicht nannten, und eine zweite Gruppe, die noch dazu den Christus-Impuls empfing.

[ 24 ] Nun gruppierten sich diejenigen, die in dieser Geheimschule waren, in zwei Abteilungen, je nach ihrem Reifezustand. Es wurden ja nur diejenigen gewählt, die eine Art größerer Vorbereitung, eine Art größerer Reife hatten. Daher konnten auch die meisten dieser Schüler es dazu bringen, wirklich so hellsichtig zu werden, daß sie ein Wesen, das mit allen seinen Kräften dahin strebte, seine Impulse durchzubringen bis zum physischen Plan, trotzdem es selber nicht in die physische Welt hinunterstieg, daß sie den Buddha in allen seinen Geheimnissen und in alledem, was er wollte, kennenlernen konnten. Eine gewisse größere Anzahl von diesen Schülern blieben solche Hellseher, andere aber hatten ganz besonders neben den Eigenschaften des Erkennens, neben den Eigenschaften der psychischen Hellsichtigkeit, das spirituelle Element ausgebildet, das nicht zu trennen ist von einer gewissen Demut, von einer gewissen hochentwickelten Andachtsfähigkeit. Diese gelangten dann dazu, daß sie gerade in dieser Geheimschule in hervorragendem Maße den Christus-Impuls empfangen konnten. Sie konnten auch hellsichtig in der Weise werden, daß sie die besonders auserlesenen Nachfolger des Paulus wurden und den Christus-Impuls unmittelbar im Leben empfingen. Aus dieser Schule gingen also sozusagen zwei Gruppen hervor: eine Gruppe, die den Impuls hatte, überall hineinzutragen die Lehren des Buddha, wenn sie auch dessen Namen dabei nicht nannten, und eine zweite Gruppe, die noch dazu den Christus-Impuls empfing.

[ 25 ] Nun zeigte sich der Unterschied zwischen diesen beiden Gattungen nicht so stark in der einen Inkarnation, sondern erst in der nächsten. Diejenigen Schüler, welche den Christus-Impuls nicht empfangen hatten, aber bis zum Buddha-Impuls gekommen waren, die wurden Lehrer jener Gleichheit und Brüderlichkeit der Menschen. Diejenigen Schüler aber, welche den Christus-Impuls empfangen hatten, waren in der nächsten Inkarnation so, daß dieser Christus-Impuls in ihrer physischen Inkarnation weiterwirkte, so daß sie nicht nur lehren konnten und dies auch nicht als ihre Hauptaufgabe betrachteten, sondern daß sie durch ihre moralische Kraft namentlich wirkten. Ein solcher Schüler der genannten Geheimschule am Schwarzen Meer wurde später in seiner nächsten Inkarnation als Franz von Assisi geboren. Kein Wunder also, daß in ihm die Weisheit, die er empfangen hatte, die Weisheit von der menschlichen Verbrüderung, von der Gleichheit aller Menschen, von der Notwendigkeit, alle Menschen gleich zu lieben, lebte, daß diese Lehre seine Seele durchpulste und diese Seele durchkraftet wurde mit dem Christus-Impulse. Wie wirkte nun dieser Christus-Impuls in seiner nächsten Inkarnation weiter? Er wirkte so in dieser nächsten Inkarnation weiter, daß, als Franz von Assisi hineinversetzt wurde in eine Bevölkerung, in welcher ganz besonders wirkten die alten Krankheitsdämonen, von welchen wir vorhin gesprochen haben, daß dieser Christus-Impuls an die Krankheitsdämonen durch ihn herankam und das, was schlechte Substanz an den Krankheitsdämonen war, aufsog, an sich zog und von den Menschen hinwegnahm. Bevor er das tat, verkörperte er sich in dieser Substanz so, daß der Christus-Impuls in Franz von Assisi zuerst Vision wurde in jener Vision, wo ihm der Palast erschien, und in jener Vision, wo er aufgefordert wurde, die Last der Armut auf sich zu nehmen. Da war in ihm der Christus-Impuls wieder lebendig geworden, und er strömte aus ihm heraus und ergriff diese Krankheitsdämonen. Dadurch wurden seine moralischen Kräfte so stark, daß sie wegnehmen konnten die geistigen schädlichen Stoffe, welche die charakterisierte Krankheit nach sich gezogen hatte. Dadurch allein war die Möglichkeit geschaffen, dasjenige, was ich Ihnen geschildert habe als Nachwirkung des alten atlantischen Elementes, zu einer höheren Entwickelung zu bringen, wegzufegen von der Erde die schlimmen Substanzen, zu reinigen die europäische Welt von diesen Substanzen.

[ 25 ] Nun zeigte sich der Unterschied zwischen diesen beiden Gattungen nicht so stark in der einen Inkarnation, sondern erst in der nächsten. Diejenigen Schüler, welche den Christus-Impuls nicht empfangen hatten, aber bis zum Buddha-Impuls gekommen waren, die wurden Lehrer jener Gleichheit und Brüderlichkeit der Menschen. Diejenigen Schüler aber, welche den Christus-Impuls empfangen hatten, waren in der nächsten Inkarnation so, daß dieser Christus-Impuls in ihrer physischen Inkarnation weiterwirkte, so daß sie nicht nur lehren konnten und dies auch nicht als ihre Hauptaufgabe betrachteten, sondern daß sie durch ihre moralische Kraft namentlich wirkten. Ein solcher Schüler der genannten Geheimschule am Schwarzen Meer wurde später in seiner nächsten Inkarnation als Franz von Assisi geboren. Kein Wunder also, daß in ihm die Weisheit, die er empfangen hatte, die Weisheit von der menschlichen Verbrüderung, von der Gleichheit aller Menschen, von der Notwendigkeit, alle Menschen gleich zu lieben, lebte, daß diese Lehre seine Seele durchpulste und diese Seele durchkraftet wurde mit dem Christus-Impulse. Wie wirkte nun dieser Christus-Impuls in seiner nächsten Inkarnation weiter? Er wirkte so in dieser nächsten Inkarnation weiter, daß, als Franz von Assisi hineinversetzt wurde in eine Bevölkerung, in welcher ganz besonders wirkten die alten Krankheitsdämonen, von welchen wir vorhin gesprochen haben, daß dieser Christus-Impuls an die Krankheitsdämonen durch ihn herankam und das, was schlechte Substanz an den Krankheitsdämonen war, aufsog, an sich zog und von den Menschen hinwegnahm. Bevor er das tat, verkörperte er sich in dieser Substanz so, daß der Christus-Impuls in Franz von Assisi zuerst Vision wurde in jener Vision, wo ihm der Palast erschien, und in jener Vision, wo er aufgefordert wurde, die Last der Armut auf sich zu nehmen. Da war in ihm der Christus-Impuls wieder lebendig geworden, und er strömte aus ihm heraus und ergriff diese Krankheitsdämonen. Dadurch wurden seine moralischen Kräfte so stark, daß sie wegnehmen konnten die geistigen schädlichen Stoffe, welche die charakterisierte Krankheit nach sich gezogen hatte. Dadurch allein war die Möglichkeit geschaffen, dasjenige, was ich Ihnen geschildert habe als Nachwirkung des alten atlantischen Elementes, zu einer höheren Entwickelung zu bringen, wegzufegen von der Erde die schlimmen Substanzen, zu reinigen die europäische Welt von diesen Substanzen.

[ 26 ] Sehen Sie sich das Leben von Franz von Assisi an: beachten Sie, wie eigentümlich es verläuft. Im Jahre 1182 ist er geboren. Wir wissen, daß die ersten Lebensjahre eines Menschen hauptsächlich der Entwickelung des physischen Leibes dienen. Im physischen Leibe entwickelt sich vorzugsweise das, was durch äußere Vererbung zutage tritt. Daher tritt in ihm auf, was von der äußeren Vererbung der europäischen Bevölkerung stammt. Die Eigenschaften kommen allmählich heraus dadurch, daß er vom siebten bis zum vierzehnten Jahre, wie jeder Mensch, seinen Ätherleib entwickelt. Aus diesem Atherleib tritt vorzugsweise die Eigenschaft zutage, die als ChristusImpuls direkt in ihm gewirkt hatte in den Mysterien am Schwarzen Meere. Als dann sein astralisches Leben zutage trat vom vierzehnten Jahre an, da wurde insbesondere dadurch die Christus-Kraft in ihm lebendig, daß dasjenige, was mit der Atmosphäre der Erde verbunden geblieben war seit jenem Ereignisse des Mysteriums von Golgatha, selbst in den astralischen Leib einzog. Denn Franz von Assisi war eine solche Persönlichkeit, die auch durchsetzt wurde von der äußeren Christus-Kraft, weil sie in der vorigen Inkarnation nach der ChristusKraft da gesucht hatte, wo sie zu finden war: in jener besonderen Einweihungsstätte.

[ 26 ] Sehen Sie sich das Leben von Franz von Assisi an: beachten Sie, wie eigentümlich es verläuft. Im Jahre 1182 ist er geboren. Wir wissen, daß die ersten Lebensjahre eines Menschen hauptsächlich der Entwickelung des physischen Leibes dienen. Im physischen Leibe entwickelt sich vorzugsweise das, was durch äußere Vererbung zutage tritt. Daher tritt in ihm auf, was von der äußeren Vererbung der europäischen Bevölkerung stammt. Die Eigenschaften kommen allmählich heraus dadurch, daß er vom siebten bis zum vierzehnten Jahre, wie jeder Mensch, seinen Ätherleib entwickelt. Aus diesem Atherleib tritt vorzugsweise die Eigenschaft zutage, die als ChristusImpuls direkt in ihm gewirkt hatte in den Mysterien am Schwarzen Meere. Als dann sein astralisches Leben zutage trat vom vierzehnten Jahre an, da wurde insbesondere dadurch die Christus-Kraft in ihm lebendig, daß dasjenige, was mit der Atmosphäre der Erde verbunden geblieben war seit jenem Ereignisse des Mysteriums von Golgatha, selbst in den astralischen Leib einzog. Denn Franz von Assisi war eine solche Persönlichkeit, die auch durchsetzt wurde von der äußeren Christus-Kraft, weil sie in der vorigen Inkarnation nach der ChristusKraft da gesucht hatte, wo sie zu finden war: in jener besonderen Einweihungsstätte.

[ 27 ] So sehen wir, wie die Differenzierungen in der Menschheit wirken. Es muß Differenzierung eintreten. Dasjenige aber, was durch die früheren Ereignisse in die Untergründe hinuntergedrängt worden ist, wird durch ganz besondere Ereignisse im Verlaufe der menschlichen Entwickelung wieder heraufgeholt. An einer anderen Stelle ist schon einmal ein ganz besonderes Heraufholen geschehen, ein Heraufholen, das exoterisch immer unbegreiflich bleiben wird. Daher haben die Menschen in Wahrheit es eigentlich auch aufgegeben, darüber nachzudenken. Esoterisch kann dasselbe aber durchaus seine Aufklärung finden. Diejenigen, welche sich am schnellsten hinaufentwickelt haben aus jenen Schichten der westlichen Bevölkerung, die überwunden haben nach und nach den Durchgang durch die untersten Schichten, aber nicht sehr weit in der intellektuellen Entwickelung hinaufgekommen sind, sondern verhältnismäßig schlichte und einfache Menschen geblieben sind — gleichsam die Auserlesensten davon, die nur durch einen kräftigen Impuls, der sich in ihnen spiegelte, hinaufgehoben werden konnten zu bestimmter Zeit, das waren diejenigen, welche uns als die zwölf Apostel des Jesus geschildert sind. Das war der verschlagene Extrakt der unteren Kasten, die nicht nach Indien gekommen sind. Aus ihnen mußte die Substanz für die Jünger des Christus- Jesus genommen werden. — Damit soll nichts gesagt sein über vorhergehende oder nachfolgende Inkarnationen der Apostel-Individualitäten, sondern lediglich über die physische Vorfahrenschaft derjenigen Körper, in welchen die Apostel-Persönlichkeiten inkarniert waren. Man muß überall die Inkarnationslinie und die physische Vererbungslinie auseinanderhalten.

[ 27 ] So sehen wir, wie die Differenzierungen in der Menschheit wirken. Es muß Differenzierung eintreten. Dasjenige aber, was durch die früheren Ereignisse in die Untergründe hinuntergedrängt worden ist, wird durch ganz besondere Ereignisse im Verlaufe der menschlichen Entwickelung wieder heraufgeholt. An einer anderen Stelle ist schon einmal ein ganz besonderes Heraufholen geschehen, ein Heraufholen, das exoterisch immer unbegreiflich bleiben wird. Daher haben die Menschen in Wahrheit es eigentlich auch aufgegeben, darüber nachzudenken. Esoterisch kann dasselbe aber durchaus seine Aufklärung finden. Diejenigen, welche sich am schnellsten hinaufentwickelt haben aus jenen Schichten der westlichen Bevölkerung, die überwunden haben nach und nach den Durchgang durch die untersten Schichten, aber nicht sehr weit in der intellektuellen Entwickelung hinaufgekommen sind, sondern verhältnismäßig schlichte und einfache Menschen geblieben sind — gleichsam die Auserlesensten davon, die nur durch einen kräftigen Impuls, der sich in ihnen spiegelte, hinaufgehoben werden konnten zu bestimmter Zeit, das waren diejenigen, welche uns als die zwölf Apostel des Jesus geschildert sind. Das war der verschlagene Extrakt der unteren Kasten, die nicht nach Indien gekommen sind. Aus ihnen mußte die Substanz für die Jünger des Christus- Jesus genommen werden. — Damit soll nichts gesagt sein über vorhergehende oder nachfolgende Inkarnationen der Apostel-Individualitäten, sondern lediglich über die physische Vorfahrenschaft derjenigen Körper, in welchen die Apostel-Persönlichkeiten inkarniert waren. Man muß überall die Inkarnationslinie und die physische Vererbungslinie auseinanderhalten.

[ 28 ] So haben wir sozusagen den Ursprung der moralischen Kraft bei jener auserlesenen Persönlichkeit, bei Franz von Assisi gefunden. Sagen Sie nicht, daß es den gewöhnlichen menschlichen Regeln gegenüber unangemessen hoch wäre, bei einer solchen Person die Ideale zu suchen, wie sie bei Franz von Assisi vorhanden waren. Gewiß wird das nicht aus dem Grunde gesagt, weil etwa irgend jemandem empfohlen werden sollte, ein Franz von Assisi zu werden. Das ist durchaus nicht gemeint. Man wollte nur an einem besonders hervorragenden Punkte zeigen, wie moralische Kraft in den Menschen hineinkommit, woher sie stammen kann, wie sie als etwas ganz Besonderes, im Menschen ursprünglich Vorhandenes aufgefaßt werden muß. Aber aus dem ganzen Geiste dessen, was ich bisher vorgetragen habe, können Sie das eine entnehmen, was wir in bezug auf andere Entwickelungskräfte des Menschen schon hervorgehoben haben, nämlich, daß die Menschheit durchgemacht hat einen Abstieg und nun wieder einen Aufstieg unternommen hat.

[ 28 ] So haben wir sozusagen den Ursprung der moralischen Kraft bei jener auserlesenen Persönlichkeit, bei Franz von Assisi gefunden. Sagen Sie nicht, daß es den gewöhnlichen menschlichen Regeln gegenüber unangemessen hoch wäre, bei einer solchen Person die Ideale zu suchen, wie sie bei Franz von Assisi vorhanden waren. Gewiß wird das nicht aus dem Grunde gesagt, weil etwa irgend jemandem empfohlen werden sollte, ein Franz von Assisi zu werden. Das ist durchaus nicht gemeint. Man wollte nur an einem besonders hervorragenden Punkte zeigen, wie moralische Kraft in den Menschen hineinkommit, woher sie stammen kann, wie sie als etwas ganz Besonderes, im Menschen ursprünglich Vorhandenes aufgefaßt werden muß. Aber aus dem ganzen Geiste dessen, was ich bisher vorgetragen habe, können Sie das eine entnehmen, was wir in bezug auf andere Entwickelungskräfte des Menschen schon hervorgehoben haben, nämlich, daß die Menschheit durchgemacht hat einen Abstieg und nun wieder einen Aufstieg unternommen hat.

[ 29 ] Wenn wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, so kommen wir durch die nachatlantische Zeit bis zur atlantischen Katastrophe, kommen dann in die atlantische Zeit hinein, kommen dann weiter hinauf bis zur lemurischen Zeit. Wenn wir dann zum Ausgangspunkt der Erdenmenschheit kommen, so kommen wir nicht nur in eine Zeit, in welcher die Menschen in bezug auf ihre geistigen Eigenschaften noch näher der Gottheit gestanden haben, sich erst herausentwickelt haben aus dem geistigen Leben, sondern auch aus der Moralität, so daß wir im Anfange der Erdenentwickelung nicht etwa Unmoralität zu verzeichnen haben, sondern Moralität. Die Moralität ist ein ursprünglich göttliches Geschenk und liegt ursprünglich in der menschlichen Natur, so wie die geistige Kraft, als der Mensch noch nicht so weit heruntergestiegen war, überhaupt in der menschlichen Natur lag. Im Grunde genommen ist ein großer Teil des Unmoralischen gerade auf die geschilderte Weise in die Menschheit hineingekommen, nämlich durch den Verrat höherer Geheimnisse in der alten atlantischen Zeit. |

[ 29 ] Wenn wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, so kommen wir durch die nachatlantische Zeit bis zur atlantischen Katastrophe, kommen dann in die atlantische Zeit hinein, kommen dann weiter hinauf bis zur lemurischen Zeit. Wenn wir dann zum Ausgangspunkt der Erdenmenschheit kommen, so kommen wir nicht nur in eine Zeit, in welcher die Menschen in bezug auf ihre geistigen Eigenschaften noch näher der Gottheit gestanden haben, sich erst herausentwickelt haben aus dem geistigen Leben, sondern auch aus der Moralität, so daß wir im Anfange der Erdenentwickelung nicht etwa Unmoralität zu verzeichnen haben, sondern Moralität. Die Moralität ist ein ursprünglich göttliches Geschenk und liegt ursprünglich in der menschlichen Natur, so wie die geistige Kraft, als der Mensch noch nicht so weit heruntergestiegen war, überhaupt in der menschlichen Natur lag. Im Grunde genommen ist ein großer Teil des Unmoralischen gerade auf die geschilderte Weise in die Menschheit hineingekommen, nämlich durch den Verrat höherer Geheimnisse in der alten atlantischen Zeit. |

[ 30 ] So ist die Moral etwas, von dem man nicht so sprechen kann, als ob es in der Menschheit erst ausgebildet worden sei, sondern etwas, was auf dem Grunde der menschlichen Seele liegt, was nur durch die spätere Kultur verdeckt, hinuntergedrängt worden ist. Wenn wir die Sache im richtigen Lichte besehen, so können wir nicht einmal sagen, daß die Unmoralität in die Welt gekommen ist durch Dummheit. Sie ist vielmehr in die Welt gekommen dadurch, daß die Menschen, als sie noch unreif waren, die Geheimnisse der Weisheit verraten erhielten. Gerade dadurch sind die Menschen versucht worden, sind unterlegen und heruntergekommen. Es bedarf daher zum Hinaufgehen vor allen Dingen desjenigen — und das können Sie auch entnehmen der heutigen Darstellung —, welches alles, was sich gegen die moralischen Impulse in der menschlichen Seele vorgelagert hat, hinwegräumt. Sagen wir das in etwas anderer Form.

[ 30 ] So ist die Moral etwas, von dem man nicht so sprechen kann, als ob es in der Menschheit erst ausgebildet worden sei, sondern etwas, was auf dem Grunde der menschlichen Seele liegt, was nur durch die spätere Kultur verdeckt, hinuntergedrängt worden ist. Wenn wir die Sache im richtigen Lichte besehen, so können wir nicht einmal sagen, daß die Unmoralität in die Welt gekommen ist durch Dummheit. Sie ist vielmehr in die Welt gekommen dadurch, daß die Menschen, als sie noch unreif waren, die Geheimnisse der Weisheit verraten erhielten. Gerade dadurch sind die Menschen versucht worden, sind unterlegen und heruntergekommen. Es bedarf daher zum Hinaufgehen vor allen Dingen desjenigen — und das können Sie auch entnehmen der heutigen Darstellung —, welches alles, was sich gegen die moralischen Impulse in der menschlichen Seele vorgelagert hat, hinwegräumt. Sagen wir das in etwas anderer Form.

[ 31 ] Nehmen wir an, wir hätten einen Verbrecher vor uns, einen Menschen, den wir im eminentesten Sinne unmoralisch nennen, so dürfen wir durchaus nicht glauben, daß in diesem unmoralischen Menschen keine moralischen Impulse sind. Die sind in ihm, und wir werden sie finden, wenn wir ihm auf den Grund seiner Seele gehen. Es gibt keine Menschenseele — mit Ausnahme von Schwarzmagiern, die uns hier nichts angehen —, in welcher nicht die Grundlage des moralisch Guten wäre. Wenn ein Mensch schlecht ist, so ist er es dadurch, daß dasjenige, was als geistige Verirrung im Laufe der Zeit eingetreten ist, sich über das moralisch Gute darüberlagert. Nicht die menschliche Natur ist schlecht. Sie war ursprünglich wirklich gut, und gerade eine konkrete Betrachtung der Menschennatur zeigt uns, daß sie im tiefsten Wesen gut ist, und daß die geistigen Verirrungen es waren, die den Menschen von dem moralischen Pfade abgebracht haben. Daher müssen die moralischen Verirrungen im Laufe der Zeit bei den Menschen wieder gut gemacht werden. Die Verirrungen selber und auch ihre Wirkungen müssen wieder gut gemacht werden. Wo aber so starke Nachwirkungen des moralisch Bösen da sind, daß schon Krankheitsdämonen existieren, da müssen auch übermoralische Kräfte wirken, wie es diejenigen des Franz von Assisi gewesen sind.

[ 31 ] Nehmen wir an, wir hätten einen Verbrecher vor uns, einen Menschen, den wir im eminentesten Sinne unmoralisch nennen, so dürfen wir durchaus nicht glauben, daß in diesem unmoralischen Menschen keine moralischen Impulse sind. Die sind in ihm, und wir werden sie finden, wenn wir ihm auf den Grund seiner Seele gehen. Es gibt keine Menschenseele — mit Ausnahme von Schwarzmagiern, die uns hier nichts angehen —, in welcher nicht die Grundlage des moralisch Guten wäre. Wenn ein Mensch schlecht ist, so ist er es dadurch, daß dasjenige, was als geistige Verirrung im Laufe der Zeit eingetreten ist, sich über das moralisch Gute darüberlagert. Nicht die menschliche Natur ist schlecht. Sie war ursprünglich wirklich gut, und gerade eine konkrete Betrachtung der Menschennatur zeigt uns, daß sie im tiefsten Wesen gut ist, und daß die geistigen Verirrungen es waren, die den Menschen von dem moralischen Pfade abgebracht haben. Daher müssen die moralischen Verirrungen im Laufe der Zeit bei den Menschen wieder gut gemacht werden. Die Verirrungen selber und auch ihre Wirkungen müssen wieder gut gemacht werden. Wo aber so starke Nachwirkungen des moralisch Bösen da sind, daß schon Krankheitsdämonen existieren, da müssen auch übermoralische Kräfte wirken, wie es diejenigen des Franz von Assisi gewesen sind.

[ 32 ] Aber überall ist das Bessermachen eines Menschen darin begründet, daß wir seine geistige Verirrung wegschaffen. Und wessen bedarf es dazu? Fassen Sie jetzt dasjenige, was ich Ihnen erzählt habe, in eine Grundempfindung zusammen. Lassen Sie die Tatsachen sprechen, lassen Sie sprechen Ihre Gefühle und Ihre Empfindungen, und versuchen Sie dieselben in einer Grundempfindung zusammenzufassen, dann werden Sie sich sagen: Was braucht der Mensch dem Menschen gegenüber zu seinem Verhalten? Das ist es gerade, daß er den Glauben braucht an das ursprünglich Gute des Menschen und einer jeglichen menschlichen Natur! Das ist das Erste, was wir sagen müssen, wenn wir überhaupt in Worten von Moral sprechen wollen, daß es ein unermeßlich Gutes ist, was auf dem Grunde der Menschennatur vorhanden ist. Das sagte sich Franz von Assisi. Und wenn ihm dann entgegentraten einige derjenigen, die mit der charakterisierten schrecklichen Krankheit behaftet waren, dann sagte sich Franz von Assisi als guter Christ der damaligen Zeit etwa das Folgende: Eine solche Krankheit ist in gewisser Beziehung Folge der Sünde, aber weil Sünde geistige Verirrung ist, weil die Krankheit Folge geistiger Verirrung ist, daher muß sie durch eine starke und große entgegengesetzte Kraft aufgehoben und weggeschafft werden. Daher sah Franz von Assisi an dem Sünder, wie in gewisser Beziehung die Strafe der Sünde sich äußerlich zeigt. Er sah aber auch das Gute der Menschennatur, sah, was an göttlich-geistigen Kräften auf den Grund jeder Menschennatur gelegt ist. Der grandiose Glaube an das Gute in jeder Menschennatur, auch der gestraften Menschennatur, das war es, was Franz von Assisi ganz besonders auszeichnete.

[ 32 ] Aber überall ist das Bessermachen eines Menschen darin begründet, daß wir seine geistige Verirrung wegschaffen. Und wessen bedarf es dazu? Fassen Sie jetzt dasjenige, was ich Ihnen erzählt habe, in eine Grundempfindung zusammen. Lassen Sie die Tatsachen sprechen, lassen Sie sprechen Ihre Gefühle und Ihre Empfindungen, und versuchen Sie dieselben in einer Grundempfindung zusammenzufassen, dann werden Sie sich sagen: Was braucht der Mensch dem Menschen gegenüber zu seinem Verhalten? Das ist es gerade, daß er den Glauben braucht an das ursprünglich Gute des Menschen und einer jeglichen menschlichen Natur! Das ist das Erste, was wir sagen müssen, wenn wir überhaupt in Worten von Moral sprechen wollen, daß es ein unermeßlich Gutes ist, was auf dem Grunde der Menschennatur vorhanden ist. Das sagte sich Franz von Assisi. Und wenn ihm dann entgegentraten einige derjenigen, die mit der charakterisierten schrecklichen Krankheit behaftet waren, dann sagte sich Franz von Assisi als guter Christ der damaligen Zeit etwa das Folgende: Eine solche Krankheit ist in gewisser Beziehung Folge der Sünde, aber weil Sünde geistige Verirrung ist, weil die Krankheit Folge geistiger Verirrung ist, daher muß sie durch eine starke und große entgegengesetzte Kraft aufgehoben und weggeschafft werden. Daher sah Franz von Assisi an dem Sünder, wie in gewisser Beziehung die Strafe der Sünde sich äußerlich zeigt. Er sah aber auch das Gute der Menschennatur, sah, was an göttlich-geistigen Kräften auf den Grund jeder Menschennatur gelegt ist. Der grandiose Glaube an das Gute in jeder Menschennatur, auch der gestraften Menschennatur, das war es, was Franz von Assisi ganz besonders auszeichnete.

[ 33 ] Dadurch war es möglich, daß die entgegengesetzte Kraft auftrat in seiner Seele, und dieses ist die Kraft moralisch gebender, moralisch helfender, ja sogar heilender Liebe. Und niemand kann, wenn er wirklich den Glauben an das ursprünglich Gute der Menschennatur zum vollen Impulse entwickelt, zu etwas anderem kommen als dazu, diese Menschennatur als solche zu lieben.

[ 33 ] Dadurch war es möglich, daß die entgegengesetzte Kraft auftrat in seiner Seele, und dieses ist die Kraft moralisch gebender, moralisch helfender, ja sogar heilender Liebe. Und niemand kann, wenn er wirklich den Glauben an das ursprünglich Gute der Menschennatur zum vollen Impulse entwickelt, zu etwas anderem kommen als dazu, diese Menschennatur als solche zu lieben.

[ 34 ] Diese zwei Grundimpulse sind es zunächst, welche ein wirklich moralisches Leben begründen können: Erstens der Glaube an das Göttliche auf dem Grunde einer jeden Menschenseele, zweitens die aus diesem Glauben hervorsprießende maßlose Liebe zum Menschen. Denn nur diese maßlose Liebe war es, die Franz von Assisi hinführen konnte zu den Siechen, den Gebrechlichen, den Seuchenbehafteten. Ein Drittes, das noch dazukommt, das notwendig sich auf diesen zwei Grundlagen aufbaut, ist, daß ein solcher Mensch, der die Grundlagen des Glaubens an das Gute der menschlichen Seele und die Liebe zu der menschlichen Natur hat, nicht anders kann als sich sagen: Dasjenige, was wir aus dem Zusammenwirken des ursprünglich guten Grundes der menschlichen Seele und der werktätigen Liebe hervorgehen sehen, das berechtigt zu einer Perspektive für die Zukunft, die sich dahin aussprechen kann, daß eine jegliche Seele, auch wenn sie noch so weit herabgestiegen ist aus der Höhe des geistigen Lebens, für dieses geistige Leben wiedergefunden werden kann. Das ist der dritte Impuls, das ist die Hoffnung für jede Menschenseele, daß sie den Weg wieder zurückfinden kann zu dem Göttlich-Geistigen. Diese drei Impulse, wir können sagen, daß sie Franz von Assisi unendlich oft hat aussprechen hören, daß sie ihm unendlich oft vor Augen getreten sind während seiner Einweihung in die kolchischen Mysterien. Wir können aber auch sagen, daß er in dem Leben, das er als Franz von Assisi zu führen hatte, wenig predigte von Glauben, von Liebe, daß er aber selber die Verkörperung war dieses Glaubens und dieser Liebe. In ihm waren sie gleichsam verleiblicht. In ihm traten sie wie ein lebendiges Sinnbild vor die damalige Welt. In der Mitte von allem steht natürlich doch dasjenige, was wirkte. Es wirkte nicht der Glaube, es wirkte nicht die Hoffnung. Die muß man zwar haben, aber wirksam ist nur die Liebe, Sie steht mitten darinnen, sie ist dasjenige, was die wirkliche Weiterentwickelung der Menschheit zum Göttlichen im Sinne des Moralischen eigentlich getragen hat in der einzelnen Inkarnation bei Franz von Assisi.

[ 34 ] Diese zwei Grundimpulse sind es zunächst, welche ein wirklich moralisches Leben begründen können: Erstens der Glaube an das Göttliche auf dem Grunde einer jeden Menschenseele, zweitens die aus diesem Glauben hervorsprießende maßlose Liebe zum Menschen. Denn nur diese maßlose Liebe war es, die Franz von Assisi hinführen konnte zu den Siechen, den Gebrechlichen, den Seuchenbehafteten. Ein Drittes, das noch dazukommt, das notwendig sich auf diesen zwei Grundlagen aufbaut, ist, daß ein solcher Mensch, der die Grundlagen des Glaubens an das Gute der menschlichen Seele und die Liebe zu der menschlichen Natur hat, nicht anders kann als sich sagen: Dasjenige, was wir aus dem Zusammenwirken des ursprünglich guten Grundes der menschlichen Seele und der werktätigen Liebe hervorgehen sehen, das berechtigt zu einer Perspektive für die Zukunft, die sich dahin aussprechen kann, daß eine jegliche Seele, auch wenn sie noch so weit herabgestiegen ist aus der Höhe des geistigen Lebens, für dieses geistige Leben wiedergefunden werden kann. Das ist der dritte Impuls, das ist die Hoffnung für jede Menschenseele, daß sie den Weg wieder zurückfinden kann zu dem Göttlich-Geistigen. Diese drei Impulse, wir können sagen, daß sie Franz von Assisi unendlich oft hat aussprechen hören, daß sie ihm unendlich oft vor Augen getreten sind während seiner Einweihung in die kolchischen Mysterien. Wir können aber auch sagen, daß er in dem Leben, das er als Franz von Assisi zu führen hatte, wenig predigte von Glauben, von Liebe, daß er aber selber die Verkörperung war dieses Glaubens und dieser Liebe. In ihm waren sie gleichsam verleiblicht. In ihm traten sie wie ein lebendiges Sinnbild vor die damalige Welt. In der Mitte von allem steht natürlich doch dasjenige, was wirkte. Es wirkte nicht der Glaube, es wirkte nicht die Hoffnung. Die muß man zwar haben, aber wirksam ist nur die Liebe, Sie steht mitten darinnen, sie ist dasjenige, was die wirkliche Weiterentwickelung der Menschheit zum Göttlichen im Sinne des Moralischen eigentlich getragen hat in der einzelnen Inkarnation bei Franz von Assisi.

[ 35 ] Wie haben wir diese Liebe, von der wir wissen, daß sie ein Ergebnis seiner Einweihung in die kolchischen Mysterien war, an ihn herankommen sehen, wie haben wir sie sich entwickeln sehen? Wir haben gesehen, daß in ihm die ritterlichen "Tugenden des alten europäischen Geistes zutage getreten sind. Er war ein ritterlicher Knabe. Starkmut, Tapferkeit haben sich umgewandelt in seiner Individualität, die von dem Christus-Impulse durchpulst war, in wirksame, werktätige Liebe. So sehen wir gleichsam wieder auferstehen die alte Tapferkeit, den alten Starkmut in der Liebe, wie sie uns bei Franz von Assisi entgegentritt. Vergeistigte alte Tapferkeit ins Spirituelle umgesetzt, Starkmut ins Spirituelle umgesetzt ist Liebe!

[ 35 ] Wie haben wir diese Liebe, von der wir wissen, daß sie ein Ergebnis seiner Einweihung in die kolchischen Mysterien war, an ihn herankommen sehen, wie haben wir sie sich entwickeln sehen? Wir haben gesehen, daß in ihm die ritterlichen "Tugenden des alten europäischen Geistes zutage getreten sind. Er war ein ritterlicher Knabe. Starkmut, Tapferkeit haben sich umgewandelt in seiner Individualität, die von dem Christus-Impulse durchpulst war, in wirksame, werktätige Liebe. So sehen wir gleichsam wieder auferstehen die alte Tapferkeit, den alten Starkmut in der Liebe, wie sie uns bei Franz von Assisi entgegentritt. Vergeistigte alte Tapferkeit ins Spirituelle umgesetzt, Starkmut ins Spirituelle umgesetzt ist Liebe!

[ 36 ] Interessant ist es, einmal zu sehen, wie sehr das, was jetzt gesagt worden ist, auch dem äußeren historischen Verlaufe der Menschheitsentwickelung entspricht. Gehen wir ein paar Jahrhunderte zurück in die vorchristliche Zeit. Da finden wir bei demjenigen Volke, das vorzugsweise den Namen gegeben hat dem vierten nachatlantischen Zeitraume, also bei den Griechen, den Philosophen Plato. Plato hat unter anderen Dingen geschrieben auch über die Moral, über die Tugend des Menschen, und er hat so über die Tugend geschrieben, daß wir darin erkennen können, daß er zwar mit den höchsten Dingen, den eigentlichen Geheimnissen zurückgehalten hat, daß er aber das, was er hat sagen dürfen, seinem Sokrates in den Mund gelegt hat. Da schildert nun Plato, also für eine Zeit der europäischen Entwickelung, in welcher der Christus-Impuls noch nicht gewirkt hatte, die höchsten Tugenden, die er anerkannte, die Tugenden, die der Grieche als diejenigen angesehen hat, die der moralische Mensch vor allen Dingen haben soll. Nun schildert Plato zunächst vorzugsweise drei Tugenden. Eine vierte werden wir noch kennen lernen. Drei Tugenden schildert Plato. Die erste ist die der Weisheit. Weisheit als solche sieht Plato als Tugend an. Wir haben sie in der verschiedensten Weise gerechtfertigt als dem moralischen Leben zugrunde liegend. In Indien lag zugrunde dem Menschenleben die Weisheit der Brahminen. In Europa trat sie zwar zurück, aber sie lebte in den nordischen Mysterien, wo die europäischen Brahminen das wieder gut zu machen hatten, was durch jenen Verrat in der alten atlantischen Zeit schlecht gemacht worden war. Weisheit steht, wie wir morgen sehen werden, hinter aller Moralität. Und als Tugend schildert Plato, seinen Mysterien entsprechend, auch den Starkmut, also dasjenige, was uns überhaupt bei der europäischen Bevölkerung entgegentritt. Als dritte der Tugenden bezeichnet er die Besonnenheit oder die Mäßigkeit, das heißt den Gegensatz des leidenschaftlichen Pflegens der niederen menschlichen Triebe. Das sind die drei Haupttugenden Platons: Weisheit, Starkmut oder Tapferkeit, und Mäßigkeit oder Besonnenheit — das ist die Zügelung der sinnlichen Triebe, die im Menschen wirken. Dann schildert Plato als vierte der Tugenden den harmonischen Ausgleich der drei genannten Tugenden, was er die Gerechtigkeit nennt.

[ 36 ] Interessant ist es, einmal zu sehen, wie sehr das, was jetzt gesagt worden ist, auch dem äußeren historischen Verlaufe der Menschheitsentwickelung entspricht. Gehen wir ein paar Jahrhunderte zurück in die vorchristliche Zeit. Da finden wir bei demjenigen Volke, das vorzugsweise den Namen gegeben hat dem vierten nachatlantischen Zeitraume, also bei den Griechen, den Philosophen Plato. Plato hat unter anderen Dingen geschrieben auch über die Moral, über die Tugend des Menschen, und er hat so über die Tugend geschrieben, daß wir darin erkennen können, daß er zwar mit den höchsten Dingen, den eigentlichen Geheimnissen zurückgehalten hat, daß er aber das, was er hat sagen dürfen, seinem Sokrates in den Mund gelegt hat. Da schildert nun Plato, also für eine Zeit der europäischen Entwickelung, in welcher der Christus-Impuls noch nicht gewirkt hatte, die höchsten Tugenden, die er anerkannte, die Tugenden, die der Grieche als diejenigen angesehen hat, die der moralische Mensch vor allen Dingen haben soll. Nun schildert Plato zunächst vorzugsweise drei Tugenden. Eine vierte werden wir noch kennen lernen. Drei Tugenden schildert Plato. Die erste ist die der Weisheit. Weisheit als solche sieht Plato als Tugend an. Wir haben sie in der verschiedensten Weise gerechtfertigt als dem moralischen Leben zugrunde liegend. In Indien lag zugrunde dem Menschenleben die Weisheit der Brahminen. In Europa trat sie zwar zurück, aber sie lebte in den nordischen Mysterien, wo die europäischen Brahminen das wieder gut zu machen hatten, was durch jenen Verrat in der alten atlantischen Zeit schlecht gemacht worden war. Weisheit steht, wie wir morgen sehen werden, hinter aller Moralität. Und als Tugend schildert Plato, seinen Mysterien entsprechend, auch den Starkmut, also dasjenige, was uns überhaupt bei der europäischen Bevölkerung entgegentritt. Als dritte der Tugenden bezeichnet er die Besonnenheit oder die Mäßigkeit, das heißt den Gegensatz des leidenschaftlichen Pflegens der niederen menschlichen Triebe. Das sind die drei Haupttugenden Platons: Weisheit, Starkmut oder Tapferkeit, und Mäßigkeit oder Besonnenheit — das ist die Zügelung der sinnlichen Triebe, die im Menschen wirken. Dann schildert Plato als vierte der Tugenden den harmonischen Ausgleich der drei genannten Tugenden, was er die Gerechtigkeit nennt.

[ 37 ] Da haben Sie geschildert von einem der hervorragendsten europäischen Geister der vorchristlichen Zeit dasjenige, was man dazumal als das Wichtigste ansah der menschlichen Natur. Der Starkmut, die Tapferkeit wird durchzogen für die europäische Bevölkerung von dem Christus-Impulse und von dem, was wir unser Ich nennen. Der Starkmut, der bei Plato auftritt als Tugend, wird hier durchgeistigt, und es wird die Liebe daraus. Das ist das Wichtigste, daß wir sehen, wie die moralischen Impulse in das Menschengeschlecht eintreten, wie das, was früher so angesehen worden ist, wie es heute geschildert wurde, zu etwas ganz anderem wird. Wir dürfen, wenn wir nicht ins Gesicht schlagen wollen der christlichen Moral, die Tugenden nicht so aufzählen: Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit, denn man könnte uns antworten: Wenn ihr alle diese Tugenden hättet und ihr hättet die Liebe nicht, ihr würdet niemals in die Reiche der Himmel kommen.

[ 37 ] Da haben Sie geschildert von einem der hervorragendsten europäischen Geister der vorchristlichen Zeit dasjenige, was man dazumal als das Wichtigste ansah der menschlichen Natur. Der Starkmut, die Tapferkeit wird durchzogen für die europäische Bevölkerung von dem Christus-Impulse und von dem, was wir unser Ich nennen. Der Starkmut, der bei Plato auftritt als Tugend, wird hier durchgeistigt, und es wird die Liebe daraus. Das ist das Wichtigste, daß wir sehen, wie die moralischen Impulse in das Menschengeschlecht eintreten, wie das, was früher so angesehen worden ist, wie es heute geschildert wurde, zu etwas ganz anderem wird. Wir dürfen, wenn wir nicht ins Gesicht schlagen wollen der christlichen Moral, die Tugenden nicht so aufzählen: Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit, denn man könnte uns antworten: Wenn ihr alle diese Tugenden hättet und ihr hättet die Liebe nicht, ihr würdet niemals in die Reiche der Himmel kommen.

[ 38 ] Halten wir fest die Zeit, in welcher, wie wir gesehen haben, ausgegossen worden ist in die Menschheit eine solche Strömung, ein solcher Impuls, daß Weisheit und Starkmut spirituell geworden sind und uns als Liebe wiedererscheinen. Wir wollen aber noch an die Frage herantreten: Wie sind gebildet worden Weisheit, Mäßigkeit oder Besonnenheit, und Gerechtigkeit, und dadurch wird sich uns dann zeigen, was die besondere moralische Mission der theosophischen Bewegung in der Gegenwart ist.

[ 38 ] Halten wir fest die Zeit, in welcher, wie wir gesehen haben, ausgegossen worden ist in die Menschheit eine solche Strömung, ein solcher Impuls, daß Weisheit und Starkmut spirituell geworden sind und uns als Liebe wiedererscheinen. Wir wollen aber noch an die Frage herantreten: Wie sind gebildet worden Weisheit, Mäßigkeit oder Besonnenheit, und Gerechtigkeit, und dadurch wird sich uns dann zeigen, was die besondere moralische Mission der theosophischen Bewegung in der Gegenwart ist.