Christ and the Human Soul
On the Meaning of Life
Theosophical Morality
Anthroposophy and Christianity
GA 155
16 July 1914, Norrköping
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How the Spiritual World Interpenetrates the Physical, tr. Collison
Christus und die menschliche Seele IV
Christ and the Human Soul IV
[ 1 ] Die Menschheit braucht fortwährend Wahrheiten, die nicht zu jeder Zeit vollständig verstanden werden können. Wahrheiten in sich aufnehmen, bedeutet nämlich nicht nur etwas für die Erkenntnis, sondern Wahrheiten als solche enthalten Lebenskraft. Und indem wir uns mit der Wahrheit durchdringen, durchdringen wir uns in unserem Seelischen mit einem Elemente der Welt, wie wir uns durchdringen müssen in unserem Leiblichen fortwährend mit der von außen aufgenommenen Luft, damit wir leben können. Das ist der Grund, warum in den religiösen Urkunden tiefe Wahrheiten ausgesprochen werden, aber in solcher Form, daß die Menschen sie oftmals ihrer eigentlich inneren Bedeutung nach erst viel, viel später erkennen können, als sie geoffenbart werden.
[ ] Mankind is ever in need of truths which cannot, in every age, be wholly understood. The assimilation of truths is not only of significance for our knowledge; Truths in themselves contain life-force; and by permeating ourselves with truth, we permeate our soul being with a Cosmic element, just as we must permeate our physical being with air taken from outside in order to live. Deep truths are indeed expressed in great religious revelations, but in such a form that their real inner meaning is often only understood much later.
[ 2 ] Sehen Sie, das Neue Testament ist geschrieben worden, das Neue Testament liegt als eine Urkunde für die Menschheit, man möchte sagen, ausgebreitet da; aber die ganze Erdenentwickelung, die noch kommen soll, wird notwendig sein, um dieses Neue Testament vollständig zu verstehen. Man wird in der Zukunft noch über die äußere Welt vieles erfahren, man wird vieles erfahren auch über die geistige Welt, und alles wird dazu beitragen können, wenn man es im richtigen Lichte sehen wird, das Neue Testament zu verstehen. Das Verständnis kommt nach und nach, aber das Neue Testament ist geschrieben in einer einfachen Form, so daß es aufgenommen werden kann und später nach und nach verstanden werden kann. Denn es ist nicht bedeutungslos, wenn wir uns durchdringen mit der Wahrheit, die eben im Neuen Testament liegt, auch wenn wir diese Wahrheit noch nicht in ihrem tiefsten Innern verstehen. Später wird die Wahrheit Erkenntniskraft, vorher ist sie aber schon Lebenskraft, indem sie aufgenommen wird, man möchte sagen, in einer mehr oder weniger kindlichen Form. Und gerade die Fragen, die wir gestern angefangen haben zu betrachten, sie erfordern, wenn sie so verstanden werden sollen, wie sie im Neuen Testament mitgeteilt sind, eine immer tiefer und tiefer gehende Erkenntnis, ein Hineinblicken in die geistige Welt und ihre Geheimnisse.
[ ] The New Testament has been written; the New Testament is there as a revelation for humanity—but the whole of the earth's evolution will have to run its course before this New Testament will be fully understood. In the future, man will require much knowledge of the external world, and of the spiritual world also; and if taken in the right sense everything will make for an understanding of the New Testament. The understanding comes about gradually, but the New Testament is written in a simple form so that it can be absorbed, although it can only later and gradually be understood. The assimilation of the truths that are to be found in the New Testament is not without significance, even if we cannot as yet understand the truths in their inner depths. Later on, the truth becomes cognitional force, but it is already life-force; it is imbibed, in a more or less childlike form. And if these very questions which we began to consider yesterday are to be understood in the sense in which they are imparted in the New Testament, we need knowledge of greater depth, with insight into the spiritual world and its mysteries.
[ 3 ] Wenn wir die gestern begonnenen Betrachtungen fortsetzen wollen, dann müssen wir heute schon ein wenig in einzelne okkulte Geheimnisse hineinblicken, denn die werden uns ein Führer sein können, die Frage, das Rätsel von Sünde und Schuld, noch weiter zu verstehen, um so gerade von diesem Gesichtspunkte aus einiges Licht zu werfen auf das Verhältnis des Christus zur menschlichen Seele.
[ ] To continue the last lecture, we must again examine some occult mysteries, for they will be able to guide us to a further understanding of the riddle of guilt and sin, and from this point of view throw light on the relation of Christ to the human soul.
[ 4 ] Vor allen Dingen ist uns ja öfter schon ein Gesichtspunkt aufgestoßen im Verlauf unserer geisteswissenschaftlichen Arbeit, ein Gesichtspunkt, den wir in eine Frage kleiden können — er ist auch schon öfter von uns in diese Frage gekleidet worden: Warum ist Christus gestorben in einem menschlichen Leibe? Diese Frage, die im Grunde genommen die Frage des Mysteriums von Golgatha ausdrückt: Warum ist der Christus gestorben, warum ist der Gott gestorben in einem menschlichen Leibe?
[ ] In the course of our anthroposophical work we have often been faced with a point of view which may be clothed in the form of a question, ‘Why did Christ die in a human body?’ In reality this question expresses the riddle of the Mystery of Golgotha: ‘Why did Christ die, why did the Godhead die, in a human body?’
[ 5 ] Der Gott ist gestorben, weil durch die Weltenentwickelung die Notwendigkeit vorlag, daß der Gott in den Erdenmenschen einziehen könne, daß ein Gott der oberen Welten der Führer der Erdenentwickelung werden konnte. Dazu mußte der Christus todverwandt werden. Todverwandt, meine lieben Freunde! Man möchte, daß dieses Wort recht tief, tief von Menschenseelen verstanden werde.
[ ] God died because for the sake of the evolution of the universe it was necessary for Him to be able to enter humanity; it was necessary that a God of the upper worlds should be able to become the leader of the earth-evolution. Christ had to become akin to death. Akin to death! One could wish that this expression might be deeply understood by the soul of man. As a rule a man only meets with death when he himself sees another die, or in different phenomena akin to death, which are to be found in the world, or in the certainty that he must himself pass through the portal of death when the present incarnation is over. But this is really only the external aspect of death. Death is present in quite a different form in the world in which we live. Let us start from an ordinary everyday phenomenon. We breathe the air in and we breathe it out again: but thereby the air undergoes a change. When this air is exhaled it is dead air; as exhaled air, it cannot be inhaled again, for exhaled air is harmful. I only indicate this in order that you may understand the meaning of the occult saying: ‘When the air enters into man, it dies.’ That which is living in the air dies when it enters into man. Death enters the air with every breath taken by man. That, however, is only one phenomenon. The ray of light which penetrates our eye must likewise die, and we should have nothing from the rays of light if our eye did not set itself up against the ray of light as our lungs do in the case of the air; the light that enters into our eye dies in our eye; and as a result of the death of the light in our eye it comes about that we can see. That which is living in the light dies when it penetrates our eye. The ray of light is killed in the eye. We slay it in order that our eye may be able to perceive. We are filled with that which must die within us in order that we may have our earth-consciousness. Corporeally we kill the air; we kill also the ray of light which penetrates us, we kill it in many ways.
[ 6 ] Der Tod tritt ja dem Menschen in der Regel nur entgegen, wenn der Mensch den Menschen selber sterben sieht oder auch noch bei anderen Erscheinungen, die man ähnlich dem Tode in der Welt findet, oder in der Gewißheit, daß man selbst zu gehen hat durch die Pforte des Todes, wenn die gegenwärtige Inkarnation abgelaufen sein wird. Aber dieses ist im Grunde genommen nur der äußere Aspekt des Todes. Der Tod ist noch ganz anders in der Welt vorhanden, in der wir leben, und auf das muß aufmerksam gemacht werden. Gehen wir von einer ganz gewöhnlichen alltäglichen Erscheinung aus. Wir atmen die Luft ein und atmen sie wieder aus. Aber die Luft macht eine Veränderung in uns durch. Wenn sie ausgeatmet ist, diese Luft, dann ist sie Todesluft; als ausgeatmete Luft kann sie nicht weiter geatmet werden, die ausgeatmete Luft ist tötend. Ich will das nur andeuten, damit Sie verstehen, was durch den okkulten Satz ausgesprochen wird: «Indem die Luft in den Menschen einzieht, stirbt sie.» Wahrhaftig, dasjenige, was in der Luft lebendig ist, das stirbt, indem es in den Menschen einzieht. Der Tod zieht mit jedem Atemzuge für die Luft ein, indem der Mensch die Luft atmet. Aber das ist nur eine Erscheinung. Der Lichtstrahl, der in unser Auge dringt, muß ebenso sterben, und wir würden nichts in der Welt von Lichtstrahlen haben, wenn unser Auge sich nicht, wie unsere Lunge der Luft, dem Lichtstrahl entgegenstellte. Und jedes Licht, das in unser Auge dringt, stirbt in unserem Auge, und vom Tode des Lichtes in unserem Auge haben wir es, daß wir sehen können. So stirbt dasjenige, was im Lichte lebendig ist, indem es in unser Auge eindringt. In unserem Auge wird der Lichtstrahl getötet. Wir morden ihn, damit wir die Wahrnehmungen des Auges haben. Wir sind so angefüllt mit demjenigen, was in uns ersterben muß, damit wir unser menschliches Erdenbewußtsein haben. Körperlich töten wir die Luft, wir töten auch den Lichtstrahl, der in uns eindringt, und so töten wir in vielfacher Beziehung.
[ ] When we call Spiritual Science to our aid, we differentiate earth substance, and the substance of water, air and heat; we then enter into the world of light-ether; we speak also of the warmth-ether. As far up as the light-ether, we kill that which penetrates us; we slay it unceasingly in order that we may have our earth-consciousness. But there is something that is not killed by our earth-existence. We know that above the light-ether there is the so-called ‘chemical-ether,’ and then there comes the ‘life-ether.’ Those are the two kinds of ether which we cannot kill. But, because of this, these two kinds of ether have no special participation in us. If we were able to kill the chemical-ether, the waves of the harmony of the spheres would sound perpetually into our physical body, and we should destroy these waves with our physical life. And if we could also kill the life-ether, we should destroy and continuously kill within ourselves the cosmic life that streams to the earth. In earthly sound a substitute is given to us, but it must not be compared with what we should hear if the chemical-ether were audible to us as physical human beings. For physical sound is a product of the air and is not the spiritual sound; it is only a substitute for the spiritual sound.
[ 7 ] Wir unterscheiden, wenn wir die Geisteswissenschaft zu Hilfe rufen, den Erdenstoff, den Wasserstoff, den Luftstoff, den Wärmestoff. Wir treten dann in die Welt des Lichtäthers, wir sprechen von Wärmeäther, von Lichtäther. Bis zum Lichtäther hinauf töten wir dasjenige, was in uns dringt, wir morden es fortwährend, damit wir unser Erdenbewußtsein haben. Etwas aber können wir nicht töten durch unser Erdendasein. Wir wissen, daß es über dem Lichtäther gibt den sogenannten Chemischen Äther und dann den Lebensäther. Das sind die beiden Ätherarten, die wir nicht töten können. Aber dafür haben diese beiden Ätherarten auch keinen besonderen Anteil an uns. Würden wir in der Lage sein, auch den Chemischen Äther zu töten, dann würden fortwährend in unseren physischen Leib die Wellen der Sphärenharmonie hereintönen, und wir würden diese Wellen der Sphärenharmonie mit unserem physischen Leben fortwährend in uns ertöten. Und könnten wir auch den Lebensäther töten, so würden wir das kosmische Leben, das der Erde zuströmt, fortwährend in uns selber ertöten. Uns ist im irdischen "Ton ein Surrogat gegeben, aber das ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, was wir hören würden, wenn uns überhaupt als physischer Mensch der chemische Äther hörbar wäre. Denn der physische Ton ist ein Produkt der Luft, und er ist nicht der geistige Ton; er ist nur ein Surrogat des geistigen Tones.
[ ] When the Luciferic temptation came, the progressive gods were obliged to place man in a sphere, where, from the light-ether downwards death lives in his physical body. But at that time the progressive gods said—and the words are there in the Bible—‘Man has taken unto himself the faculty of differentiation between Good and Evil, but Life he is not to have. Of the Tree of Life he is not to eat.’ In Occultism an addition may be made to this; to the sentence ‘Of the Tree of Life man shall not eat’ might be added the words ‘and the Spirit of Matter he shall not hear.’ Of the Tree of Life man shall not eat and the Spirit of Matter he shall not hear! These spheres were closed to man. Only through a certain process in the old Mysteries were the tones of the Sphere-Music and the Cosmic Life, pulsating through the universe, revealed to those who were to be initiated when it was given them, outside the body, to see the Christ in advance. Hence it is that the old philosophers speak of the Music of the Spheres.
[ 8 ] Als die luziferische Versuchung kam, da waren die fortschreitenden Götter genötigt, den Menschen in eine Sphäre zu versetzen, wo vom Lichtäther nach abwärts in seinem physischen Leibe der Tod lebt. Aber dazumal sagten diese fortschreitenden Götter — und das Wort ist wohl in der Bibel verzeichnet —: «Die Unterscheidung von Gut und Böse hat sich der Mensch angeeignet, aber das Leben, das soll er nicht haben. Vom Baume des Lebens soll er nicht essen.» (1. Mose 3, 22) Und ein anderes Wort kann im Sinne des Okkultismus dazugefügt werden; die Fortsetzung dieses Wortes «Vom Baume des Lebens soll der Mensch nicht essen» würde heißen: «Und vom Geiste des Stoffes soll er nicht hören.» Vom Baume des Lebens soll der Mensch nicht essen, und vom Geiste des Stoffes soll der Mensch nicht hören! Diese Regionen sind diejenigen, die dem Menschen verschlossen wurden. Nur durch eine gewisse Prozedur in den alten Mysterien wurden den Einzuweihenden, als sie vorausnehmend den Christus sehen durften außer dem Leibe, auch die Töne der Sphärenmusik erschlossen und das durch die Welt pulsende kosmische Leben. Daher sprechen die alten Philosophen von der Sphärenmusik.
[ ] In drawing attention to this, we indicate at the same time those regions from which the Christ came to us at the time of the baptism by John in Jordan. Whence did Christ come? He came from those spheres which had been closed to man, which man had to forget at the beginning of the Earth-evolution, as a result of the Luciferic temptation—from the region of the Music of the Spheres—from the region of Cosmic Life. At the baptism by John in Jordan, Christ entered into a human body, and that which permeated this human body was the spiritual essence of the Harmony of the Spheres, the spiritual essence of the cosmic Life—elements that still belonged to the human soul during its earth-evolution, but from which the soul of man had to be separated as a result of the Luciferic temptation. In this sense also man is related to Spirit. As a being of soul he really belongs to the region of the Music of the Spheres, and to the region of the Word—of the living cosmic Ether. But he was cast out from these regions. They were to be restored to him again in order that he might again be gradually permeated by that from which he had been cast out. Therefore it is that, from the standpoint of Spiritual Science, the words of St. John's Gospel touch us so deeply: In the primal beginning, when man was not yet subject to temptation, was the Logos. Man belonged to the Logos ... the Logos was with God, and man was with the Logos, with God. And through the baptism by John in Jordan the Logos entered into human evolution—He became Man.
[ 9 ] Indem wir auf dieses aufmerksam machen, weisen wir zu gleicher Zeit hin auf diejenigen Regionen, aus denen der Christus zu uns gekommen ist bei der Johannestaufe im Jordan. Woher kam der Christus? Aus denjenigen Regionen kam er, die dem Menschen verschlossen worden sind durch die Versuchung des Luzifer, aus der Region der Sphärenmusik, aus der Region des kosmischen Lebens. Diese Regionen hat der Mensch vergessen müssen am Erdenurbeginn durch die luziferische Versuchung. Der Christus aber zog bei der Johannestaufe im Jordan in einen Menschenleib ein, und dasjenige, was diesen Menschenlesb durchsetzte, das war das Geistige der Sphärenmusik, das war das Geistige des kosmischen Lebens, das war dasjenige, was zur Menschenseele noch gehörte während ihrer ersten Erdenzeit, woraus aber die Menschenseele verbannt werden mußte durch die luziferische Versuchung. So ist der Mensch auch in diesem Sinne geistverwandt. Er gehört eigentlich an mit seiner Seele der Region der Sphärenmusik und der Region des Wortes, des lebendigen kosmischen Äthers. Aber er wurde daraus vertrieben. Und wiedergegeben sollte es ihm werden, so daß er sich nach und nach mit dem, woraus er verbannt worden war, wiederum durchdringen könne. Deshalb berühren uns auch vom Standpunkt der Geisteswissenschaft so tief die Worte des JohannesEvangeliums: Im Urbeginne, als der Mensch der Versuchung noch nicht unterlegen war, da war der Logos. Der Mensch gehörte dem Logos an. Der Logos war bei Gott, und der Mensch war mit dem Logos bei Gott. Und durch die Johannestaufe im Jordan trat der Logos in die menschliche Entwickelung ein, er wurde Mensch.
[ ] Here we have the all-important connection. Let us leave this truth as it stands there, and approach the question from another side. Life as a whole shows itself to us only from the external side. If it did not show itself merely from the external side, man would know how he absorbs the corpse of the light into his eye when he sees.
[ 10 ] Hier haben wir den Zusammenhang, den bedeutungsvollen Zusammenhang. Lassen wir einmal diese Wahrheit dastehen und versuchen wir uns der Frage noch von einer anderen Seite her zu nähern.
[ ] What was it that the Christ had to undertake in order that the fulfillment of St. Paul's saying: ‘Not I, but the Christ in me,’ might be made possible? It had to be possible that Christ should permeate the nature of man; but the nature of man is filled with what is slain through human nature in earth-existence, from the light-ether that dies in the human eye downwards. The nature of man is filled with death; but what lives in the highest kinds of ether was withdrawn in order that human nature might not be filled with their death. But in order that Christ might dwell in us He had to become akin to death, akin to all that is spread out in the world, beginning from the light down into the depths of materiality. Christ had to be able to pass into that which we bear within us as the corpse of the light, of the heat, of the air, etc. It was only because He was able to become akin to death that He could become akin to man. And we must feel within our soul that the God had to die so that He might be able to enfill us, who had acquired death as a result of the Luciferic temptation, so that we might be able to say: ‘Christ in us.’
[ 11 ] Das ganze Leben zeigt sich uns ja nur von der Außenseite, meine lieben Freunde. Wenn es sich nicht bloß von der Außenseite zeigen würde, so würde der Mensch fortwährend wissen, wie er den Leichnam des Lichtes in sein Auge einsaugt, indem er sieht.
[ ] Many other things are hidden for man behind sense-existence. He turns his gaze upon the plant-world; he sees how the light of the sun conjures forth the plants from out of the soil. Science teaches us that light is necessary for the growth of plants, but that is only half of the truth. He who looks at the plants with clairvoyant sight sees living spiritual elements rising out of them. The light dips down into the plants and rises again out of them as a living spiritual element; the light comes down into the plants in order to be transformed in them and to be born again as a living spiritual element. In the animals it is the chemical-ether that enters, and this chemical-ether is not perceptible to man: if man could be aware of it, it would sound spiritually. The animals transform this ether into water-spirits. The plants transform light into air-spirits; animals transform the spirit active in the chemical-ether into water-spirits. But man transforms what dwells in the cosmic ether-in the life-ether—that which enables him to live at all and which he has been prevented from killing within himself—that he transforms into earth-spirits.
[ 12 ] Was mußte denn der Christus übernehmen, damit möglich wurde die Erfüllung des Paulinischen Ausspruches «Nicht ich, sondern der Christus in mir»? Es mußte ja möglich sein, daß der Christus die Menschennatur durchdringe; aber die Menschennatur ist erfüllt mit dem, was durch die Menschennatur im Erdendasein ertötet wird, vom Lichtäther abwärts, der im Auge erstirbt. Mit Tod angefüllt ist die Menschennatur, nur entzogen wurde ihr dasjenige, was in den beiden höchsten Ätherarten liegt, damit nicht auch deren Tod die menschliche Natur anfüllen könne. Damit aber der Christus in uns wohnen konnte, mußte er todverwandt werden, verwandt dem Tode, verwandt alledem, was in der Welt ausgebreitet ist, vom Licht anfangend bis hinunter in die Tiefen der Stofflichkeit. Der Christus mußte einziehen können in dasjenige, was wir als den Leichnam des Lichtes, den Leichnam der Wärme, den Leichnam der Luft und so weiter in uns tragen. Nur dadurch hat er menschenverwandt werden können, daß er todverwandt geworden ist. Und wir müssen in unserer Seele fühlen, daß der Gott sterben mußte, damit er uns, die wir uns den Tod erobert haben durch die luziferische Versuchung, erfüllen konnte, und wir sagen können: Der Christus in uns.
[ ] In a course of lectures in Carlsruhe ‘From Jesus to Christ,’ I once spoke of the human ‘phantom.’ This is not the time for drawing the connecting threads between what is to be said here and what was said then about the human ‘phantom,’ but such connecting threads do exist and you will perhaps find them for yourselves. To-day let me present the thing from another side.
[ 13 ] Aber noch manches andere verbirgt sich hinter dem sinnlichen Dasein für den Menschen. Der Mensch richtet seinen Blick auf die Pflanzenwelt; er sieht, wie das Licht der Sonne die Pflanzen hervorzaubert aus den Erdengründen. Die Wissenschaft lehrt uns, daß das Licht zum Wachstum der Pflanzen notwendig ist. Ja, meine lieben Freunde, das ist aber nur die eine Hälfte der Wahrheit. Derjenige, der mit hellsichtigem Blick die Pflanzen ansieht, der sieht aus den Pflanzen aufsteigen lebendige Geistes-Elemente. Das Licht taucht nämlich in die Pflanzen unter und steigt wiederum auf als lebendiges Geistes-Element. Das Licht steigt in die Pflanzen hinein, um sich in ihnen zu verwandeln, um in ihnen wiedergeboren zu werden als lebendiges Geistes-Element. In die Tiere steigt der chemische Äther hinein, den der Mensch nicht wahrnehmen kann; er würde geistig tönen, wenn der Mensch ihn wahrnehmen könnte. Und die Tiere verwandeln diesen Äther in Wassergeister. Die Pflanzen verwandeln das Licht in Luftgeister, die Tiere verwandeln den Geist, der im chemischen Äther wirkt, in Wassergeister. Der Mensch aber verwandelt dasjenige, was im kosmischen Äther, im Lebensäther liegt, dasjenige, was macht, daß er überhaupt leben kann, und von dem verhindert worden ist, daß er es töten könne in sich, das verwandelt er in Erdgeister. Ja, in Erdgeister verwandelt er es.
[ ] There is perpetually brought forth in man something that is also spiritual—the life in him. It is forever passing out into the world. Man projects an aura around him, an aura of rays whereby he enriches the earthly spiritual element of the earth. In the earthly spiritual element of the earth, however, there are contained, all the qualities, moral or otherwise that man has acquired and that he bears within himself. This is absolutely true. Clairvoyant sight perceives how man sends out his moral, intellectual and aesthetic aura into the world and how this aura continues to live as earth-spirit in the spirituality of the earth. As a comet draws its tail through the cosmos, so does man draw through the whole of earthly life the spiritual aura which he projects. This spiritual aura is held together phantom-like, during a man's life, but at the same time it rays out into the world his moral and intellectual wealth of soul. Life is very complicated, and this also is a phenomenon of life.
[ 14 ] Ich habe einmal bei einem Zyklus in Karlsruhe von dem menschlichen Phantom gesprochen. Es ist hier nicht die Zeit, die Verbindungslinien zu ziehen zwischen dem, was hier zu sagen ist und dem, was dort über das menschliche Phantom gesagt worden ist, aber es gibt eine solche Verbindungslinie. Sie werden sie vielleicht selbst finden, wenn Sie betrachten das heute Gesagte mit dem dort Gesagten. Heute muß ich die Sache von einer anderen Seite darstellen.
[ ] When, in our occult studies, we go back to the times before the Mystery of Golgotha, we find that men of those periods simply radiated this phantomlike entity which contained their moral qualities, into the external world, into the external spiritual aura of the earth. But humanity developed in the course of the earth's existence, and just at the epoch when the Mystery of Golgotha came to pass a certain stage had been reached in the evolution of this phantom-like entity. We may say that in earlier times the phantomlike entity, rayed out by man, was much more evanescent; by the time of the Mystery of Golgotha it had become denser, had more form; and as a fundamental characteristic of this phantom-like entity, man had mingled the connection with death, which he was developing in himself, by killing the ray of light that enters into his eye, and so on, as I have explained. These earthly spiritual entities which radiate from man himself are like a stillborn child, because man imparts his death to them. If Christ had not come upon Earth, human beings would, during the sojourn of their souls in earthly bodies, continuously have exuded entities with the impress of death upon them. And with this impress of death there would have been bound up the moral qualities of men, of which we spoke yesterday—objective guilt and objective sin,—they would have been within it.
[ 15 ] Fortwährend erzeugt sich im Menschen auch etwas Geistiges. Dasjenige, was als Leben im Menschen lebt, das geht gleichsam fortwährend in die Welt hinaus. Der Mensch verbreitet eine Aura um sich, eine Strahlungs-Aura, wodurch er das erdgeistige Element der Erde fortwährend bereichert. In diesem Erdgeist-Element der Erde, da ist aber enthalten, indem es der Mensch hinüberschickt in die Erde, all dasjenige, was der Mensch an moralischen und an sonstigen erworbenen, im Leben erworbenen menschlichen Qualitäten in sich trägt. Wahr ist es, durchaus wahr: Für den hellsichtigen Blick zeigt es sich, wie der Mensch fortwährend in die Welt hinausschickt seine moralische und intellektuelle und ästhetische Aura, und wie diese Aura als Erdengeist in der Erdengeistigkeit weiterlebt. Wir ziehen nach uns durch das ganze Erdenleben, wie der Komet seinen Schweif durch das Weltall nach sich zieht, dasjenige, was wir gleichsam an Geistes-Aura ausdünsten, was sich während unseres Lebens zusammenfügt, phantomhaft, aber zugleich unser moralisches und intellektuelles Seelengut in die Welt hinausstrahlt.
[ ] Let us suppose that Christ had not come. What would have happened in the evolution of the earth? From the time in which the Mystery of Golgotha would otherwise have taken place, men would have spiritually created dense forms to which they would have imparted death. And these dense forms would have had to pass over to ‘Jupiter’ with the earth. Man would have imparted death to the earth. A dead earth would have given birth to a dead Jupiter.
[ 16 ] Das Leben ist kompliziert, und auch dieses ist eine Erscheinung des Lebens.
[ ] It could not have been otherwise, because, if the Mystery of Golgotha had not come about, man would have lacked the possibility of permeating what rayed out from him, with the Music of the Spheres, and the Cosmic Life. Christ brought these with the Mystery of Golgotha. And when there is a fulfillment of the words: ‘Not I, but Christ in me,’ when we bring about a relationship to Christ within ourselves, that which rays out from us, and which would otherwise be dead, is made living. Because we bear death within us the living Christ had to permeate us, in order that He might give life to the spiritual earth-essence that we leave behind us. Christ, the Living Logos, permeates and gives life to the objective guilt and sin which detaches itself from us and which we do not carry further in Karma, and because He gives it life, a living earth will evolve into a living Jupiter. That is the result of the Mystery of Golgotha.
[ 17 ] Wenn wir zurückgehen in der okkulten Betrachtung vor das Mysterium von Golgatha, da finden wir, daß die Menschen dazumal dieses phantomartige Wesen, das ihre moralischen Qualitäten enthielt, einfach hinausgeschickt haben in die äußere Welt, in die äußere geistige Aura der Erde. Aber die Menschheit entwickelte sich im Laufe des Erdendaseins, und es war zu einem gewissen Stadium dieser Entwickelung gerade in bezug auf dieses phantomartige Wesen, das der Mensch ausstrahlt, in den Zeiten gekommen, in denen das Mysterium von Golgatha in der Erdenentwickelung geschah. Man möchte sagen: Früher war das phantomartige Wesen, das der Mensch ausstrahlte, viel flüchtiger. Es wurde dichter, gestaltenartiger in der Zeit, in der das Mysterium von Golgatha über die Erde kam. Und der Mensch mischte als einen Grundcharakter diesem phantomartigen Wesen dasjenige bei, was er an Tod in sich aufnimmt, indem er den Lichtstrahl, der in das Auge eindringt, tötet und so weiter, wie ich es auseinandergesetzt habe. Gewissermaßen ein totgeborenes Geisteskind sind diese erdgeistartigen Wesen, die der Mensch von sich ausstrahlt, weil der Mensch ihnen seinen Tod mitgibt.
[ ] The soul can, if it reflects, receive Christ in the following way. The soul can realize that there was once a time when man was within the bosom of the divine Logos. But man had to succumb to the temptation of Lucifer. He took death into himself. Into him there passed the germ by which he would have brought to birth a dead earth as a dead Jupiter. That remained behind, which, before the temptation, the human soul had been destined to receive for its earth-existence: with Christ, this entered again into man's earth-existence.
[ 18 ] Und stellen wir uns vor, der Christus wäre nicht auf die Erde gekommen, dann würden die Menschen während des Aufenthaltes ihrer Seelen im Erdenleibe fortwährend solche Wesen ausstrahlen, denen der Tod eingeprägt ist. Und mit diesem Tode verbunden wären die moralischen Qualitäten der Menschen, von denen wir gestern gesprochen haben: objektive Schuld und objektive Sünde, die wären da drinnen, da drinnen lägen sie. Nehmen wir an, der Christus wäre nicht gekommen, — was wäre geschehen in der Erdenentwickelung? Von der Zeit an, in die also sonst das Mysterium von Golgatha fällt, hätten die Menschen dichte Gestalten geistig geschaffen, denen sie den Tod eingegeben hätten. Und diese dichten Gestalten, sie wären dasjenige geworden, was mit der Erde nach dem Jupiter hätte hinüberziehen müssen. Der Mensch hätte der Erde den Tod erteilt. Eine tote Erde hätte einen toten Jupiter geboren!
[ ] When man takes Christ into himself so as to feel permeated with Christ, he is able to say to himself: ‘That which the gods had allotted to me, before the Luciferic temptation, but which, owing to the temptation by Lucifer, had to remain behind in the Cosmos, enters into my soul with Christ. The soul may become perfect again through taking Christ into itself. Then only am I fully soul; then only am I again what, according to divine decree, I was intended to be from the very beginning of the earth.’ ‘Am I really a soul without Christ?’ man asks himself: and he feels that it is through Christ that he first becomes the soul that the guiding divine Beings intended him to be. That is the wonderful feeling of ‘home’ which souls can have with Christ; for out of the primal cosmic home of the soul did Christ descend, in order to give back to the soul of man that which had to be lost upon the earth as a result of the temptation of Lucifer. Christ leads the soul up again to its primordial home, the home allotted to it by the Gods. That is the bliss and the blessing of the human soul in the experience of Christ. It was this that gave such bliss to certain Christian mystics in the Middle Ages. They may have written many things which in themselves seem to be tinged with too strong a sense element, but it was nevertheless fundamentally spiritual. Such Christian mystics as those who joined Bernard of Clairvaux, and others, felt that the human soul was as a bride who had lost her bridegroom at the primal beginning of the earth; and when Christ entered into their souls, filling them with life, and soul, and spirit, Christ was to them as the bridegroom who united himself with the soul, and whom she had once lost in her original home, whom she had forsaken in order, through Lucifer, to follow the path of freedom, the path of differentiation between good and evil.
[ 19 ] Denn so hätte es kommen müssen, weil dem Menschen, wenn das Mysterium von Golgatha nicht gekommen wäre, die Möglichkeit gefehlt hätte, das, was so ausstrahlt von ihm, zu durchdringen mit dem, was in der Sphärenmusik liegt und mit dem, was im kosmischen Leben liegt. Die wären nicht dagewesen, wären nicht eingeströmt in das, was der Mensch von sich ausstrahlt. Diese aber hat der Christus gebracht mit dem Mysterium von Golgatha. Und indem sich, wenn wir den Christus aufnehmen in uns, erfüllt das «Nicht ich, sondern der Christus in mir», belebt sich, indem wir zu dem Christus Beziehungen in uns entwickeln, dasjenige, was so von uns ausstrahlt, was sonst tot wäre. Weil wir den Tod in uns tragen, muß uns der lebendige Christus durchdringen, damit er das, was wir als geistiges Erdenwesen zurücklassen, belebe. In das, was sich von uns loslöst als objektive Sünde, als objektive Schuld, was wir nicht im Karma weitertragen, in das dringt der lebendige Logos, der Christus ein und belebt es, und indem er es belebt, wird eine lebendige Erde zu einem lebendigen Jupiter hinüber sich entwickeln. Das ist die Folge des Mysteriums von Golgatha.
[ ] When the soul of man really lives into Christ, feeling that Christ is the living Being, Who from the death on Golgotha flowed out into the atmosphere of the earth, and may flow into the soul, it feels itself inwardly vivified through the Christ. The soul feels a transition from death to life.
[ 20 ] Unsere Seele aber kann, wenn sie solches bedenkt, den Christus empfangen in der folgenden Weise. Sie kann sich sagen, diese Seele: Ja, da gab es einmal eine Zeit, in welcher der Mensch im Schoße des göttlichen Logos war. Aber der Mensch mußte der luziferischen Versuchung unterliegen. Er nahm den Tod in sich auf. Er nahm damit den Keim dazu auf, daß eine tote Erde einen toten Jupiter zur Geburt gebracht hätte. Zurückgeblieben ist dasjenige, was die Menschenseele vor der Versuchung für ihr Erdendasein hätte mit empfangen sollen. Mit dem Christus ist es wieder eingezogen in das menschliche Erdendasein.
[ ] As up to the most remote future we must live out our earthly existence in human bodies, we cannot hear directly the Music of the Spheres, nor have direct experience of the cosmic life. But we can experience that which flows out from Christ, and in this way, have, by proxy, as it were, that which otherwise comes to us from the Music of the Spheres and the cosmic life. Pythagoras of old spoke of the Music of the Spheres. Why?
[ 21 ] Und wenn der Mensch nun aufnimmt den Christus in sich, so daß er sich durchdrungen fühlt mit diesem Christus, dann kann er sich sagen: Dasjenige, was die Götter mir zugeteilt haben vor der luziferischen Versuchung, das aber dadurch, daß die luziferische Versuchung eintrat, hat zurückbleiben müssen im kosmischen All, das zieht mit dem Christus in meine Seele ein. Die Seele wird erst dadurch wieder vollständig, daß sie den Christus in sich aufnimmt. Da bin ich erst ganz Seele, da bin ich erst wiederum, wozu ich durch den göttlichen Ratschluß von Urbeginn der Erde an bestimmt war. — Bin ich denn wahrhaft eine Seele ohne den Christus? frägt man sich. Man fühlt, man wird erst durch den Christus die Seele, die man hätte werden sollen nach dem Ratschluß der führenden Götter. Das ist das wunderbare Heimatgefühl, das die Seelen haben können mit diesem Christus. Denn aus der uralten kosmischen Heimat der Seele ist der kosmische Christus herabgekommen, um der Menschenseele dasjenige wieder zu geben, was sie auf der Erde durch die luziferische Versuchung verlieren mußte. Hinauf führt der Christus die Seele wieder zu ihrer uralten Heimat, die ihr von den Göttern zugeteilt worden ist.
[ ] Pythagoras was an initiate of the ancient Mysteries. He had gone through the experience wherein the soul passed out of the body. When the soul was out of the body he was able to be withdrawn into the spiritual worlds; there he saw Christ Who was later to come to the earth. Since the Mystery of Golgotha, man cannot speak of the Music of the Spheres as did Pythagoras; but even if his soul does not live outside the body he can speak in another way of the Music of the Spheres. As an initiate he might even to-day speak like Pythagoras; but the ordinary inhabitant of earth can speak of the Music of the Spheres and of the cosmic life only when he experiences in his soul: ‘Not I, but the Christ in me,’ for That is What has lived in the Sphere-Music, and in the cosmic life. But we too must pass through the experience in ourselves; we must receive the Christ into our souls. Let us suppose that a man were to fight against this that he did not wish to receive Christ into his soul. At the end of the earth when the earth spirits, that have arisen in the course Of the life of mankind, have formed themselves into a nebulous spirit-form that has emanated from the earth, such a man would bear with him all those phantom-like entities which had come forth from him in earlier incarnations. There would be a dead earth, and this would pass over, dead, to Jupiter. At the end of the earth-period a man might have carried out and completely absolved his Karma; he might have shouldered the whole of it in order to work out the adjustment of all the imperfections committed by him; he might have become perfect in his soul being, in his Ego, but sin and guilt would remain objectively in what was left behind. That is a truth, for we do not live only for ourselves; we do not live in order that we may become egoistically more perfect; we live for the world, and at the end of the world, the remains of our earth-incarnations will stand there like a mighty tableau if we have not taken into us the living Christ. When we connect what was said in the last lecture with what is being said to-day (and it is really the same, only taken from two sides) we understand how Christ takes upon Himself the guilt and sin of the earth-humanity, in so far as these are objective guilt and sin. And if we have inwardly realized this, ‘Not I, but Christ in me,’ then He takes over what comes forth from us, and these ‘remains’ of ours stand there vivified by Christ, irradiated by Christ and permeated by His life. Our incarnations stand there, that is to say, the remains of these incarnations, and taken as a whole, what do they yield?
[ 22 ] Das ist das Beglückende, das Beseligende des wirklichen Erlebens des Christus in der Menschenseele. Das war es, was zum Beispiel so beglückend auf gewisse christliche Mystiker des Mittelalters gewirkt hat. Mögen sie auch manches geschrieben haben, das an und für sich in ihren Vorstellungen zu sinnlich war, aber es lag da Geistiges zugrunde. Solche christlichen Mystiker, die sich anschlossen zum Beispiel an Bernhard von Clairvaux und andere, sie empfanden die menschliche Seele wie eine Braut, die ihren Bräutigam verloren hat beim Erdenurbeginn; und wenn der Christus einzog in ihre Seelen, sie durchlebend, durchseelend, durchgeistigend, dann empfanden sie den Christus als den Seelenbräutigam, der sich mit der Seele verband und den sie einstmals verloren hatten, in der uralten Heimat der Seele, die sie verlassen hat, um durch Luzifer den Weg der Freiheit zu gehen, den Weg der Unterscheidung des Guten und des Bösen zu gehen.
[ ] Because Christ unites them all—Christ Who belongs to all mankind in the present and in the future—all the remains of the single incarnations coalesce. Let us take one incarnation: certain relics or remains are left, as we have described. Further incarnations have other remains, and so on, up to the end of the earth period. If these relics are permeated with Christ, they coalesce—compress what is rarified and you will get density—spirit also becomes dense, our collective earth-incarnations are united into a spiritual body. That belongs to us, we need it, because we evolve onwards to Jupiter, and it is the starting point of our embodiment on Jupiter. At the end of the earth period we shall stand there with our soul, we shall stand there before our earth-relics, which have been gathered together by Christ, and we shall have to unite ourselves with them in order to pass over with them to Jupiter.
[ 23 ] Wenn sich die Menschenseele wirklich einlebt in den Christus, wenn sie den Christus als das lebendige Wesen empfindet, das ausgeflossen ist vom Tod auf Golgatha in die geistige Erdenatmosphäre und das einfließen kann in die Seele, dann fühlt sie sich in der Tat durch diesen Christus innerlich belebt. Sie fühlt einen Übergang von einem Tode zum Leben!
[ ] We shall rise again in the body, in the earth-body, that has condensed out of the separate incarnations. From a heart profoundly moved I say: ‘In the body we shall rise again!’
[ 24 ] Nicht können wir — weil wir ja bis in unsere fernere Erdenzeit irdisches Leben absolvieren müssen in Menschenleibern — die Sphärenmusik unmittelbar hören, nicht können wir das kosmische Leben unmittelbar in uns erleben, aber wir können erleben dasjenige, was von dem Christus ausfließt, und haben stellvertretend damit dasjenige, was uns sonst aus der Sphärenmusik und dem kosmischen Leben zukommen würde.
[ ] In these days, young people of sixteen, and even less, are beginning to press their own confession of faith, and to talk of having happily grown beyond such nonsense as ‘The Resurrection of the Body.’ But those who seek to deepen their occult knowledge of the Mysteries of the Universe strive gradually to rise to an understanding of what has been said to men, because—as I explained at the beginning of this lecture—it had first of all to be said, in order that men might grasp it as life-truth and then understand it later. The resurrection of the body is a reality, but our soul must feel that it will arise face to face with the earth-relics that have been collected, brought together by Christ, face to face with the spiritual body that is permeated with Christ. This is what our soul must learn to understand. For supposing that (because of our not having received into ourselves the living Christ), we could not approach this earth-body with its sin and guilt and unite with it. If we rejected the Christ, the relics of our various incarnations would be scattered at the end of the earth-period; they would have remained, but they would not have been gathered together by the Christ who spiritualizes the whole of humanity. We should stand as a soul at the end of the earth period, and we should be bound to the earth, to that in the earth which remains dead in our relics. Certainly our souls would, in spirit, be free in an egoistic sense, but we could not approach our bodily relics. Such souls are the booty of Lucifer, for he strives to cross the true earth-goal, he tries to prevent souls from reaching their earth-goal, to hold them back in the spiritual world. And Lucifer will send over what has remained of scattered earth-relics, to the Jupiter evolution as a dead content of Jupiter, which will not separate as Moon from Jupiter, but will be in Jupiter, and will be continually emitting these earth-relics. And these earth-relics will have to be called into life on Jupiter by the souls above, of their own kind.
[ 25 ] Der alte Pythagoras hat von der Sphärenmusik gesprochen. Warum hat er davon gesprochen, meine lieben Freunde? Nun, er war ein Eingeweihter der alten Mysterien. Er hat durchgemacht jenen Prozeß, durch den die Seele herausging aus dem Leibe. Wenn die Seele heraus war aus dem Leibe, da konnte er entrückt werden in die geistigen Welten; da sah er den Christus, der erst später in die Erde kommen sollte. So kann der Mensch nach dem Mysterium von Golgatha nicht von der Sphärenmusik sprechen wie Pythagoras gesprochen hat, aber er kann, auch wenn er nicht außerhalb des Leibes lebt mit seiner Seele, in anderer Weise sprechen von der Sphärenmusik. Als Eingeweihter könnte er auch heute sprechen wie Pythagoras; aber der gewöhnliche Erdenmensch in seinem physischen Leibe kann von Sphärenmusik und vom kosmischen Leben nur sprechen, wenn er in seiner Seele erlebt das «Nicht ich, sondern der Christus in mir», denn das ist, was in der Sphärenmusik gelebt hat, das ist, was im kosmischen Leben gelebt hat. Aber wir müssen wirklich auch den Prozeß durchmachen in uns, wir müssen wirklich den Christus in unsere Seele aufnehmen.
[ ] And now you will remember what I told you some years ago—that the human race on Jupiter will divide itself into those souls who have attained their earth-goal, who will have attained the goal of Jupiter, and into those souls who will form a middle kingdom between the human kingdom and the animal kingdom on Jupiter. These latter will be Luciferic souls, Luciferic—merely spiritual. They will have their body below, and this body will be a direct expression of their whole inner being, but they will be able to direct it only from outside. Two races, the good and the bad, will differentiate themselves from one another on Jupiter.
[ 26 ] Nehmen wir an, der Mensch würde sich sträuben, den Christus in seiner Seele aufzunehmen, er würde den Christus nicht in seiner Seele aufnehmen wollen. Dann würde er an das Erdenende ankommen, und er würde am Erdenende in dem, was sich aus den im Laufe der Menschheitsentwickelung entstandenen Erdengeistern herausgebildet hat, in jenem Geistnebelgebilde, das sich dann aus der Erde gebildet haben wird, all diese phantomartigen Wesen haben, die aus ihm herausgegangen sind in den früheren Inkarnationen. Die würden alle da sein. Das, was so da sein würde, das würde eine tote Erde sein und tot zum Jupiter hinübergehen. Ein Mensch könnte sein Karma vollständig ausgetragen haben, getilgt haben, das heißt, er könnte subjektiv alles das ausgleichend sich angeeignet haben, was er an Unvollkommenheiten verübt hat, am Ende der Erdenzeit; er könnte vollkommen geworden sein in seinem Seelischen, in seinem Ego, aber objektiv würde Schuld und Sünde dastehen in dem, was da zurückbleibt. Das ist durchaus eine Wahrheit, denn wir leben nicht nur für uns selbst, wir leben nicht dafür, daß wir durch Ausgleich unseres Karma uns egoistisch vollkommener machen, wir leben für die Welt, und am Ende der Zeiten werden dastehen die Reste unserer Erden-Inkarnationen wie ein mächtiges 'Tableau, wenn wir nicht den lebendigen Christus in uns aufgenommen haben. Denn wenn wir das, was wir gestern gesagt haben, verbinden mit dem, was heute gesagt worden ist — es ist im Grunde, nur von zwei Seiten gesehen, dasselbe —, so ersehen wir, wie der Christus Schuld und Sünde der Erdenmenschheit, insofern sie objektive Schulden und Sünden sind, auf sich nimmt. Und haben wir innerlich ergriffen dieses «Nicht ich, sondern der Christus in mir, der Christus in uns», so übernimmt er das, was aus uns herauszieht, und unsere Reste stehen da von dem Christus belebt, von dem Christus durchlebt und durchstrahlt. Ja, unsere Inkarnationen stehen da, das heißt, die geschilderten Reste dieser Inkarnationen. Und was geben sie alle zusammen?
[ ] A Venus existence will follow that of Jupiter; and again there will be an adjustment as a result of the further evolution of the Christ event, but it is on Jupiter that man will realize what it means to wish to be perfect only in his own Ego, and not to make the whole earth his own affair. Through the whole course of the Jupiter cycle man will have to experience that, for all that he has not permeated with Christ, during his earthly existence, will then pass before his spiritual sight.
[ 27 ] Dadurch, daß der Christus sie alle vereinigt, der Christus, der ja aller Menschheit gehört in Gegenwart und in Zukunft, pressen sich ineinander alle diese Reste der einzelnen Inkarnationen. Jede Menschenseele lebt in aufeinanderfolgenden Inkarnationen. Nehmen wir eine Inkarnation: bestimmte Reste bleiben da, wir haben sie geschildert. Nehmen wir die nächste Inkarnation: bestimmte Reste bleiben da, wir haben sie geschildert; weitere Inkarnationen: bestimmte Reste bleiben da, und so weiter bis zum Ende der Erdenzeiten. Die einzelnen Inkarnationen lassen ihre Reste zurück bis zum Ende der Erdenzeiten. Sind diese Reste durchchristet, so drücken sie, pressen sie sich zusammen. Dadurch aber, daß sich das Dünne zusammenpreßt, wird es dicht — auch Geistiges wird dicht — und unsere sämtlichen ErdenInkarnationen, sie sind zu einem Geistesleib vereinigt. Der gehört uns, den brauchen wir, indem wir zum Jupiter hinüber uns entwickeln, denn er ist der Ausgangspunkt unserer Verkörperung auf dem Jupiter. Wir werden dastehen mit unserer Seele am Ende der Erdenzeit — mag sie mit ihrem Karma wie immer stehen —, wir werden dastehen vor unseren vom Christus gesammelten Erdenresten und werden uns mit ihnen zu vereinigen haben, um mit ihnen gemeinschaftlich zum Jupiter hinüberzugehen.
[ ] Let us reflect from this point of view upon the words of Christ which sent His disciples out into the world to proclaim His Name, and in His Name to forgive sins. Why to forgive sins in His Name? Because the forgiveness of sins is connected with His Name. Sins can only be blotted out and transformed into living life if Christ can be united with our earth-relics, if during our earth-existence He is within us in the sense of the Pauline saying: ‘Not I, but the Christ in me.’
[ 28 ] Auferstehen werden wir im Leibe, in dem aus den einzelnen Inkarnationen verdichteten Erdenleibe. Wahrhaftig, meine lieben Freunde, mit tief bewegtem Herzen spreche ich es hier aus: Auferstehen werden wir im Leibe!
[ ] And wherever any religious confession, in its outer ceremonial associates itself with this saying of Christ in order to bring home to souls the meaning and significance of Christ, we must seek this deeper meaning in it. When in any form of religious confession, one of His servants speaks of the forgiveness of sins, by Christ's command, as it were, it means that he who with his words about the forgiveness of sins, forms a connection with the forgiveness of sins through Christ, says to the soul in need of comfort: ‘I have seen that thou hast developed a living relationship to Christ. Thou dost unite with objective sin and guilt, and with what as objective sin and guilt is to enter into thine Earth-relics, all that Christ is to thee. Because I have recognized that thou hast permeated thyself with the Christ—therefore I dare to say to thee: “Thy sins are forgiven thee.”‘
[ 29 ] Sechzehnjährige und noch jüngere Leute fangen heute an, ihr eigenes Glaubensbekenntnis zu fordern und davon zu reden, daß sie «glücklich hinaus sind über solchen Unsinn wie — Auferstehung des Leibes». Diejenigen aber, die sich vertiefen okkultistisch in die Geheimnisse der Welt, die heben sich allmählich hinauf zum Verständnis dessen, was den Menschen gesagt worden ist; weil es ihnen — wie ich es im Eingang des Vortrages ausgeführt habe — zuerst gesagt werden mußte, damit sie es als Lebenswahrheit ergriffen, um es dann hinterher zu verstehen. Die Auferstehung der Leiber ist eine Wirklichkeit, aber unsere Seele muß es empfinden, daß sie auferstehen will gegenüber den vom Christus gesammelten Erdenresten, gegenüber dem Geistesleib, der durchchristet ist. Das muß unsere Seele verstehen lernen. Denn, nehmen wir an, wir könnten dadurch, daß wir den lebendigen Christus nicht in uns aufgenommen haben, an diesen Erdenleib mit seiner Schuld und seiner Sünde nicht herantreten und uns mit ihm vereinigen. Hätten wir den Christus zurückgewiesen, so würden am Ende der Erdenzeit unsere einzelnen Inkarnationsreste zerstreut dastehen; die wären verblieben, die wären nicht gesammelt worden von dem die ganze Menschheit durchgeistenden Christus. Wir ständen als Seele am Ende der Erdenzeiten erdgebunden da, wir wären an dasjenige in der Erde gebunden, was tot zurückbleibt in unseren Resten. Unsere Seele wäre zwar im Geiste für sich egoistisch befreit, aber wir könnten nicht an unsere leiblichen Reste heran. Solche Seelen, meine lieben Freunde, die sind die Beute Luzifers, denn er strebt danach, das eigentliche Erdenziel zu durchkreuzen, er strebt danach, die Seelen ihr Erdenziel nicht erreichen zu lassen, sie in der geistigen Welt zurückzubehalten. Und Luzifer wird in die Jupiterzeit hinübersenden dasjenige, was zerstreute Erdenreste geblieben sind, als toten Einschluß Jupiters, der dann als Mond, der sich nicht abtrennt vom Jupiter, im Jupiter darinnen sein wird und immer hinauftreiben wird diese Erdenreste. Und diese Erdenreste werden von den Seelen oben als von Gattungsseelen belebt werden müssen auf dem Jupiter.
[ ] Such words always mean that he, who in any religious confession whatsoever, speaks of the forgiveness of sins, is convinced that the person in question has formed a connection with Christ, that he wants to bear Christ in his heart and in his soul. Because of this he is permitted to give comfort when the other comes to him conscious of his guilt. ‘Christ will forgive thee, and I dare to say unto thee that in His Name thy sins are forgiven thee.’ Christ is the only forgiver of sins because He is the bearer of sins. He is the Being Who gives life to human earth-relics, and a wonderful link with Him is created when those who want to serve Him can give comfort in the words: ‘Thy sins are forgiven thee’—to those who show that in their inner being they feel a union with Christ. For it is a fresh strengthening of the relationship to Christ when the soul realizes ‘I have taken such a view of my guilt and of my sins, that it might be said to me that Christ takes them upon Himself, works through them with His Being.’ If the expression ‘forgiveness of sins’ is to be an expression of a truth it must contain as an undertone that the sinner is reminded of his bond with Christ even if he does not form it anew. There must be so inward a bond between the soul and Christ that the soul cannot be reminded of it often enough. And because Christ is bound up with the objective sin and guilt of the human soul, the soul can best remind itself in daily life of its relation to Christ by reminding itself at the moment of the forgiveness of sins, of the existence of the cosmic Christ in the earth's being. Those who join Anthroposophy in the real spirit, and not merely in an external sense, can most assuredly become their own father-confessors. Through Spiritual Science they can learn to know Christ so intimately and feel themselves so closely connected with Him—that they can be directly conscious of His spiritual presence. And, when they have solemnly vowed themselves to Him as the Cosmic Principle, they can in spirit direct their confession to Him, and in their silent meditation ask from Him the forgiveness of sins. But so long as men have not yet permeated themselves with Spiritual Science in this deep spiritual sense, intelligent reference must be made to that which, as an external sign, is known in the various religions of the world as the ‘Forgiveness of Sins.’ Men will become spiritually freer and freer, and in this greater spiritual freedom their communion with Christ will become more and more a thing of direct experience.
[ 30 ] Und jetzt erinnern Sie sich, was ich vor Jahren schon ausgesprochen habe: daß das Menschengeschlecht auf dem Jupiter sich spalten wird in ein solches, bei dem die Seelen ihr Erdenziel erreicht haben, die das Jupiterziel erreicht haben werden, und in solche Seelen, die ein Mittelreich bilden werden zwischen dem Menschenreich des Jupiter und dem Tierreich des Jupiter. Das werden Seelen sein, die luziferisch, das heißt bloß geistig da sind; ihren Leib werden sie unten haben, dieser Leib wird ein deutlicher Ausdruck sein ihres ganzen Seeleninnern, sie werden ihn aber nur von außen dirigieren können. Zwei Rassen, die Guten und die Bösen, werden sich auf dem Jupiter voneinander unterscheiden. — Das ist schon vor Jahren ausgeführt worden; heute wollen wir es tiefer betrachten.
[ ] And there must be tolerance I A man who thinks that, through the deep understanding which his innermost soul has of Christ—the Spirit of Golgotha—he can hold direct intercourse with the Christ, must look with understanding upon those who need the positive declarations of a confession of faith, and who need a minister of Christ to give them comfort with the words ‘Thy sins are forgiven thee.’ On the other side there should be tolerance on the part of those who see that there are men who can manage for themselves. This may be all an ideal in the Earth existence, but the anthroposophist, at all events, may look out to such an ideal.
[ 31 ] Dem Jupiterdasein wird ja noch ein Venusdasein folgen, und ein Ausgleich wird geschaffen werden wiederum durch die weitere EvoJution des Christus, aber der Mensch soll gerade auf dem Jupiter dessen ansichtig werden, was es heißen soll: nur in seinem eigenen Ego vollkommen werden wollen und nicht die ganze Erde zu seiner Angelegenheit machen! Das soll der Mensch einmal durch den ganzen Jupiter-Zyklus hindurch erfahren, indem ihm alles dasjenige dann vor das geistige Auge treten kann, was er im Erdendasein nicht durchchristet hat.
[ ] I have spoken to you of spiritual secrets which reveal themselves, and which make it possible for men—even those, who have imbibed much spiritual teaching—to look still more deeply into the nature of our being. I have spoken to you of the overcoming of human egoism, and of those things which we must understand before we can have a right understanding of Karma. I have spoken to you of man in so far as he is not only an ‘I’ being, but belong to the whole earth-existence, and is called to help forward the attainment of the divine aim of the earth. Christ did not come into the world and pass through the Mystery of Golgotha in order that He might be something to each one of us in our egoism. It would be terrible if Christ were to be so understood in a sense that the expression of Paul. ‘Not I, but Christ in me’ should only encourage a higher egoism. Christ died for the whole of humanity, for the humanity of the earth. Christ became the central Spirit of the earth Who has to save, for the sake of the earth, the spiritual-earthly elements that flow from man.
[ 32 ] Nehmen wir das alles zusammen, meine lieben Freunde, und gedenken wir von diesem Gesichtspunkte aus des Christus-Wortes, mit dem er hinausschickte seine Jünger in die Welt, zu verkündigen seinen Namen und in seinem Namen die Sünden zu vergeben. (Johannes 20, 23) Warum in seinem Namen die Sünden zu vergeben? Weil diese Sündenvergebung mit seinem Namen zusammenhängt; weil die Sünde nur getilgt und zu lebendigem Leben umgeschaffen werden kann, wenn der Christus mit unseren Erdenresten verbunden sein kann, wenn wir ihn zuerst während unseres Erdendaseins im Sinne des Paulinischen Wortes: «Nicht ich, sondern der Christus in mir» in uns getragen haben.
[ ] Those who read theological works to-day can bear out what I now say. Certain theologians of the thirteenth and fourteenth centuries peremptorily disposed of the popular belief of the Middle Ages, that Christ came upon earth in order to snatch the earth from the devil, to snatch the earth from Lucifer. Within modern theology there is an ‘enlightened’ materialism which will not recognize itself as such, on the contrary it imagines itself to be very enlightened; it says: ‘In the dark Middle Ages people said that Christ appeared in the world because He had to snatch the earth away from the devil.’ But the true explanation leads us back to this simple, popular belief of the people. For everything on the earth which is not set free by Christ belongs to Lucifer. All that is human in us—all that is more than what is contained in our Ego, will be ennobled; it will be made fruitful for the whole of humanity when it is permeated with Christ.
[ 33 ] Und wenn irgendwo ein religiöses Bekenntnis in seinen äußeren Handlungen anknüpft an dieses Christus-Wort, um den Seelen immer wiederum und wiederum das zu vergegenwärtigen, was mit dem Christus zusammenhängt, dann müssen wir darin auch diese tiefere Bedeutung suchen. Wenn in irgendeinem religiösen Bekenntnis, gleichsam im Auftrage Christi einer seiner Diener spricht von Vergebung der Sünden, so heißt das nichts anderes als: derjenige, der mit seinen Worten der Sündenvergebung anknüpft an die Vergebung der Sünden durch den Christus, der deutet der Seele, die getröster sein will, an: Ja, ich habe gesehen, du hast dein lebendiges Verhältnis zu dem Christus entwickelt, du vereinigst mit dem, was objektive Sünde und Schuld ist und einziehen soll als objektive Sünde und Schuld in deine Erdenreste, dasjenige, was dir der Christus ist. Weil ich erkannt habe, daß du dich durchdrungen hast mit dem Christus, so darf ich sagen: «Deine Sünden sind dir vergeben.»
[ ] And now at the end of what we have been considering during the last few days, I do not want to omit to say these words to each single one of the souls who have gathered together here: Hope and confidence in the future of the work in which we are engaged, can dwell in our hearts, because we have endeavored, from the very beginning, to fill what we had to say with the will of Christ. And in this hope and confidence it may be said that our teaching is itself what Christ wishes to say to us, in fulfillment of His words: ‘I am with you always even to the end of the earth-ages.’ We have wished to be mindful only of what comes from Him; and that which He has breathed into us, according to His promise, we want to take into ourselves as Spiritual Science. Not because we feel our Spiritual Science to be filled with an element of Christian dogmatism, do we consider it truly Christian, but because having Christ within us, it is really a revelation of the Christ. I am therefore also convinced that what takes root as true Spiritual Science in those souls which want to receive our Christ-filled Spiritual Science will be fruitful for the whole of humanity.
[ 34 ] Immer ist stillschweigend darinnen, daß derjenige, der in irgendeinem religiösen Bekenntnis von Sündenvergebung spricht, sich die Überzeugung verschafft hat: Der Betreffende hält es mit seinem Christus, er will seinen Christus in seinem Herzen und seiner Seele tragen. Deshalb darf er ihn trösten, wenn der andere schuldbewußt ihm entgegentritt: Der Christus wird dir verzeihen, und ich darf dir sagen, daß dir in seinem Namen deine Sünden vergeben sind.
[ ] Clairvoyant investigation shows that much of what is good in a spiritual sense in our Movement proceeds from those who have taken our ‘Christian’ Spiritual Science into themselves, and who, after having passed through the gate of death, send down to us the fruits of this Christian Spiritual Science. The Christian Spiritual Science, which they have taken into themselves, and which they are now sending down to us from the spiritual worlds is already living in us. For they do not keep it merely for the sake of perfecting their own Karma. They can let it stream into those who want to receive it. Comfort and hope arise for our Spiritual Science when we know that our so-called ‘dead’ are working with us.
[ 35 ] So ist es eine schöne Anknüpfung an den einzigen Sündenvergeber — weil er der Sündenträger, weil er das die menschlichen Erdenreste belebende Wesen ist —, wenn diejenigen, die ihm dienen wollen, jene Seelen, denen gegenüber sie sich überzeugen können, daß sie in ihrem Innern sich mit dem Christus verknüpft fühlen, trösten können mit den Worten: «Deine Sünden sind dir vergeben.» Denn es ist gleichsam eine neue Bekräftigung des Verhältnisses der Seele zum Christus, wenn diese Seele hört: Ich habe meine Schulden, meine Sünden so aufgefaßt, daß mir gesagt werden darf, der Christus nehme sie auf sich, er durchwirke sie mit seinem Wesen. Immer ist in dem Unterton — wenn das Wort von der Sündenvergebung ein Wahrheitswort sein soll — das enthalten, daß der Sünder, der Schuldige, wenn er auch seinen Bund mit dem Christus nicht neuerdings schließt, wenigstens an sein Schließen erinnert wird. Denn ein so inniger Bund muß geschlossen werden zwischen der Seele und dem Christus, daß die Seele nicht oft genug das Bewußtsein von diesem Bund erneuern kann. Und weil der Christus in der geschilderten Weise mit objektiver Schuld und objektiver Sünde der Menschenseele verbunden ist, so kann die Seele ihr Verhältnis zu dem Christus im alltäglichen Leben am besten dadurch stets sich zum Bewußtsein bringen, daß sie gerade in dem Moment der Sündenvergebung sich an das Dasein des kosmischen Christus im Erdendasein immer wieder und wiederum erinnert.
[ ] In the second lecture we spoke about these things in a certain connection. But to-day, when we have come to the close of this course, I should like to add a personal word.
[ 36 ] Es werden diejenigen, die sich im echten Geiste die durchchristete Geisteswissenschaft aneignen — nicht bloß in einem äußeren Sinne, sondern im echten Geiste —, ganz gewiß auch ihre eigenen Beichtväter werden können. Ganz gewiß werden sie durch die Geisteswissenschaft den Christus immer mehr und mehr so intim kennen lernen, so intim sich mit ihm verbunden fühlen, daß sie unmittelbar seine geistige Gegenwart empfinden. Und sie werden, indem sie sich neuerdings ihm angeloben als dem kosmischen Prinzip, ihm im Geiste die Beichte verrichten und in ihrer stillen Meditation die Sündenvergebung von ihm erlangen können. Solange aber die Menschen sich noch nicht in diesem tiefen geistigen Sinne mit der Geisteswissenschaft durchdrungen haben, muß mit Verständnis hingewiesen werden auf dasjenige, was gleichsam in einem äußeren Zeichen in den verschiedenen Religionen der Welt als Sündenvergebung herrscht. Geistig freier und freier werden ja die Menschen, und indem sie geistig freier und freier werden, wird auch ihr Verkehr mit dem Christus immer unmittelbarer und unmittelbarer werden.
[ ] Whilst I have been speaking to this Norrköping Branch of our Society I could not help being conscious of the spirit of one who was so closely connected with us here. It is really true to say that the spirit of Frau Danielsen like a ‘good angel’ looks on all that this Branch wants to undertake. Hers also was a ‘Christian spirit’ in the sense described, and the souls who knew her will never feel themselves separated from her. May that spirit hover as guardian-spirit over this Branch! Willingly will it do so if the souls that work in this Branch receive it. With these words, which I speak from the depths of my heart, I close these lectures, and I hope that we shall continue to work together on the spiritual path which we have entered.
[ 37 ] Und Toleranz soll geübt werden!
[ 38 ] Gleich wie derjenige, der dadurch, daß er den Geist des Mysteriums von Golgatha, den Christus, in seinem Innern so tief ergriffen zu haben glaubt, daß er unmittelbar, man möchte sagen, Zwiesprache mit diesem Christus pflegen kann, mit Verständnis hinblicken muß auf die, welche die positiven Satzungen eines Bekenntnisses brauchen, welche den Christus-Diener brauchen, der ihnen immer wieder und wiederum "Trost mit den Worten gibt: «Deine Sünden sind dir vergeben», so sollten auf der anderen Seite tolerant sein diejenigen, welche sehen, daß Menschen da sind, die schon mit sich selber fertig werden. — Das mag alles ein Ideal sein im Erdendasein, aber wenigstens der Anthroposoph darf zu einem solchen Ideal aufblicken.
[ 39 ] Meine lieben Freunde, ich habe Ihnen gesprochen von geistigen Geheimnissen, die sich enthüllen und die wohl den Menschen doch auch, wenn er schon vieles von Anthroposophie in sich aufgenommen hat, noch tiefer hineinblicken lassen in das ganze Wesen unseres Seins. Ich habe Ihnen gesprochen von jener Überwindung des Egoismus des Menschen, von jenen Dingen, deren Verständnis uns auch erst ein richtiges Karma-Verständnis gibt. Ich habe Ihnen gesprochen von dem Menschen, insofern er nicht nur ein Ich-Wesen ist, sondern dem ganzen Erdendasein angehört und dazu berufen ist, das göttliche Erdenziel mit zu fördern. Der Christus ist nicht etwa bloß dafür in die Welt gekommen und durch das Mysterium von Golgatha durchgegangen, damit er jedem einzelnen von uns etwas sein kann in unserem Egoismus. Furchtbar wäre es zu denken, daß der Christus etwa so aufgefaßt würde, daß das Paulinische Wort «Nicht ich, sondern der Christus in mir» nur einen höheren Egoismus fördern würde. Der Christus ist für die ganze Menschheit gestorben, für die Erdenmenschheit! Der Christus ist der zentrale Geist der Erde geworden, der alles Erdengeistige, das von Menschen ausfließt, für die Erde zu retten hat.
[ 40 ] Man kann heute Werke von Theologen lesen — und diejenigen, welche diese Werke gelesen haben, werden bestätigen können, was ich jetzt sage —, die etwa sagen: Ja, gewisse Theologen des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts haben endlich ausgerottet den mittelalterlichen Volksglauben, daß der Christus in der Welt erschienen ist, um die Erde dem Teufel zu entreißen, um die Erde dem Luzifer zu entreißen. — Es gibt ja auch innerhalb der Theologie heute einen aufgeklärten Materialismus, der sich nur nicht frank und frei als solcher bekennen will und besonders aufgeklärt tut. Ja, so sagen sie, in diesem finsteren Mittelalter, da haben die Leute davon gesprochen, daß der Christus in der Welt erschienen ist, weil er die Erde dem Teufel hat entreißen sollen. — Die wahre Aufklärung führt uns zu diesem einfachen, schlichten Volksglauben zurück ! Denn von der Erde gehört Luzifer all dasjenige, was durch den Christus nicht befreit wird. Und alles Menschliche, was in uns mehr ist als das, was bloß beschlossen ist in unserem Ego, es wird geadelt, es wird fruchtbar gemacht für die ganze Menschheit, wenn es durchchristet ist. Und indem ich am Ende der Betrachtungen dieser Tage vor Ihnen stehe, meine lieben Freunde, möchte ich nicht unterlassen, zu jeder einzelnen Seele derer, die da vereinigt waren in diesen Tagen, auch diese Worte noch zu sprechen:
[ 41 ] Zukunftshoffnung und Vertrauen in die Zukunft unserer Sache, sie können wohnen in unseren Herzen, weil wir uns bemüht haben, von Anfang unserer Arbeit an, zu durchdringen dasjenige, was wir zu sagen haben, mit dem Willen des Christus. Und Hoffnung und Vertrauen gibt, daß gesagt werden darf: Schließlich ist unsere Lehre selbst dasjenige, was uns der Christus hat sagen wollen, erfüllend sein Wort: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeiten.» (Matthäus 28, 20) Wir haben nur horchen wollen auf dasjenige, was von Ihm kommt. Und das, was Er uns inspiriert hat nach seinem Versprechen, wir wollen es in unsere Seele aufnehmen als unsere Geisteswissenschaft. Nicht, weil wir von irgend etwas Christlich-Dogmatischem durchsetzt fühlen unsere Geisteswissenschaft, betrachten wir sie als christlich, sondern weil wir, in uns durchchristet, sie als eine Offenbarung des Christus in uns selbst betrachten. Deshalb bin ich auch überzeugt, daß das, was so als echte, wahre Geisteswissenschaft aufkeimt in den Seelen, die mit uns zusammen diese unsere durchchristete Geisteswissenschaft aufnehmen wollen, fruchtbar wird für die ganze Menschheit und für diejenigen wiederum, die diese Früchte empfangen sollen, insbesondere.
[ 42 ] Vieles von dem, was gut ist, geistig gut ist in unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung, wenn man es hellsichtig betrachtet, zeigt sich so, daß es herrührt von denen, die mit uns unsere durchchristete Geisteswissenschaft aufgenommen haben, und die, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, das, was Früchte sind dieser durchchristeten Geisteswissenschaft, wiederum zu uns herunterschikken. Das lebt schon in uns, was uns herunterschicken aus den geistigen Welten diejenigen, die durchchristete Geisteswissenschaft aufgenommen haben. Denn sie behalten es nicht zu ihrer eigenen Vervollkommnung, in ihrer eigenen karmischen Strömung, sie können es einströmen lassen in Seelen, die es aufnehmen wollen. Trost und Hoffnung für unsere Geisteswissenschaft erblüht uns daraus, daß wir wissen: auch unsere sogenannten Toten arbeiten mit uns.
[ 43 ] In einem gewissen Zusammenhang wurde schon vorgestern von solchen Dingen hier gesprochen. Aber heute, da ich am Schlusse dieser Betrachtungen stehe, meine lieben Freunde, darf ich, ich möchte sagen, persönlich, auch zu Ihren Seelen noch das eine Wort sagen:
[ 44 ] Indem ich gesprochen habe zu diesem Zweige unserer Gesellschaft hier in Norrköping, da konnte ich nicht anders als immer fühlen den guten Geist derjenigen, die ja so innig verknüpft war mit dem, was wir hier unseren Norrköpinger Zweig nennen. Wie ein guter Engel dieses Zweiges schaut der Geist Frau Danielsons auf all das, was dieser Zweig unternehmen will. Und es war im geschilderten Sinne auch christlicher Geist. Die Seelen, die ihn erkennen, werden sich niemals getrennt von ihm fühlen. Möge er als Schutzgeist weiter über diesem Zweige walten. Er wird es gerne wollen; er will es sicher gern, wenn die Seelen, die in diesem Zweige arbeiten, ihn aufnehmen.
[ 45 ] Mit diesen aus tiefstem Herzen heraus gesprochenen Worten, meine lieben Freunde, schließe ich diese Vorträge ab und hoffe, daß wir in den eingeschlagenen Geistesbahnen miteinander weiter arbeiten werden.
