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Occult Reading and Occult Hearing
GA 156

3 October 1914, Dornach

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Meine lieben Freunde! Erwarten Sie nicht, daß ich in diesen vier Vorträgen geradezu einen Ersatz geben kann für dasjenige, was in München beabsichtigt war. Ich werde versuchen, einiges von dem Inhalte, den die Münchner Vorträge hätten haben sollen, hier zu skizzieren. Gerade das Wichtigste und Wesentlichste, das in München hätte gesagt werden sollen, muß aufgespart werden, bis wir wieder weniger sturmbewegte Zeiten haben. Ich kann zwar erstaunt sein darüber, daß da oder dort geglaubt werden konnte, daß die ernste Kraft, die anzuwenden ist, um gerade ein Wichtigstes auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft zu sagen — was ja in München hätte geschehen sollen —, auch aufgebracht werden könnte in solchen Zeiten, wie die sind, in denen wir jetzt leben. Nun, man wird schon auch einmal in der Menschheit die Zeit erleben, in der man einsehen wird, daß solches eben nicht möglich ist, daß gewissermaßen höchste Wahrheiten nicht in den Sturm hinein gesagt werden können.

[ 1 ] Meine lieben Freunde! Erwarten Sie nicht, daß ich in diesen vier Vorträgen geradezu einen Ersatz geben kann für dasjenige, was in München beabsichtigt war. Ich werde versuchen, einiges von dem Inhalte, den die Münchner Vorträge hätten haben sollen, hier zu skizzieren. Gerade das Wichtigste und Wesentlichste, das in München hätte gesagt werden sollen, muß aufgespart werden, bis wir wieder weniger sturmbewegte Zeiten haben. Ich kann zwar erstaunt sein darüber, daß da oder dort geglaubt werden konnte, daß die ernste Kraft, die anzuwenden ist, um gerade ein Wichtigstes auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft zu sagen — was ja in München hätte geschehen sollen —, auch aufgebracht werden könnte in solchen Zeiten, wie die sind, in denen wir jetzt leben. Nun, man wird schon auch einmal in der Menschheit die Zeit erleben, in der man einsehen wird, daß solches eben nicht möglich ist, daß gewissermaßen höchste Wahrheiten nicht in den Sturm hinein gesagt werden können.

[ 2 ] Über das, was mein Thema ausmacht, werde ich in künftigen Zeiten, wenn Karma es zuläßt, eben einmal einen Vortragszyklus halten, der den Münchner ersetzen soll. Aber da von einigen Seiten der Wunsch geäußert worden ist, doch etwas über dieses Thema zu hören, wollte ich diesem Wunsch, soweit es möglich ist, in diesen Tagen entgegenkommen.

[ 2 ] Über das, was mein Thema ausmacht, werde ich in künftigen Zeiten, wenn Karma es zuläßt, eben einmal einen Vortragszyklus halten, der den Münchner ersetzen soll. Aber da von einigen Seiten der Wunsch geäußert worden ist, doch etwas über dieses Thema zu hören, wollte ich diesem Wunsch, soweit es möglich ist, in diesen Tagen entgegenkommen.

[ 3 ] Das, was Geisteswissenschaft als ein wirkliches echtes Gut enthält, ist im Grunde genommen durch okkultes Lesen und okkultes Hören gewonnen worden. Und man hört also etwas über die Methoden, durch welche der Geistesforscher zu seinen Ergebnissen kommt, wenn er über das Wesen des okkulten Lesens und des okkulten Hörens spricht. Über die Art und Weise, wie geisteswissenschaftliche Resultate gewonnen werden, herrscht wahrhaftig in unserer Zeit noch das Absurdeste an Meinungen, das man sich denken kann. Ich will einleitungsweise, bevor ich zu meinem wichtigen Gegenstand übergehe, auf eine Kleinigkeit hinweisen, eine Kleinigkeit im Verhältnis zu dem, was unsere Geistesströmung sein will. Irgendein Professor, ein Forscher der Gegenwart hat eine Rezension geschrieben über mein Buch «Theosophie». Diese Rezension ist schon vor einigen Jahren erschienen, und der Verfasser dieser Rezension ist offenbar am meisten geärgert gewesen durch das, was in diesem Buche steht über die Aura des Menschen, über Gedankenformen und dergleichen. Unter mancherlei, das ich jetzt nicht erwähnen will, findet sich in dieser Rezension auch eines, das ganz verständlich ist vom Gesichtspunkt eines Forschers, eines so echten Denkers der Gegenwart. Da wird gesagt: Wenn man glauben sollte, daß wirklich an diesen Dingen von der Aura und von den Gedankenformen etwas daran ist, so müßten einmal einige von denen, welche Auren und Gedankenformen sehen können, ein Experiment mit sich anstellen lassen. Es müßte das Experiment angestellt werden können, daß eine Anzahl von denjenigen, die behaupten wollen, so etwas zu sehen, gegenübergestellt werden einer Anzahl von Menschen, die gewisse Gedanken, Gefühle und Empfindungen in ihrem Innern haben; und dann solle man die Seher fragen: Was seht ihr an den Menschen, die da vor euch stehen oder sitzen? — Und wenn dann — so meint der Verfasser der Rezension — diese okkultistischen Seher das aussagen, wovon die Menschen, die beobachtet worden sind, später versichern, daß sie das wirklich gedacht und gefühlt haben, und wenn außerdem die Seher untereinander in ihren Angaben übereinstimmen, dann kann man ihnen glauben.

[ 3 ] Das, was Geisteswissenschaft als ein wirkliches echtes Gut enthält, ist im Grunde genommen durch okkultes Lesen und okkultes Hören gewonnen worden. Und man hört also etwas über die Methoden, durch welche der Geistesforscher zu seinen Ergebnissen kommt, wenn er über das Wesen des okkulten Lesens und des okkulten Hörens spricht. Über die Art und Weise, wie geisteswissenschaftliche Resultate gewonnen werden, herrscht wahrhaftig in unserer Zeit noch das Absurdeste an Meinungen, das man sich denken kann. Ich will einleitungsweise, bevor ich zu meinem wichtigen Gegenstand übergehe, auf eine Kleinigkeit hinweisen, eine Kleinigkeit im Verhältnis zu dem, was unsere Geistesströmung sein will. Irgendein Professor, ein Forscher der Gegenwart hat eine Rezension geschrieben über mein Buch «Theosophie». Diese Rezension ist schon vor einigen Jahren erschienen, und der Verfasser dieser Rezension ist offenbar am meisten geärgert gewesen durch das, was in diesem Buche steht über die Aura des Menschen, über Gedankenformen und dergleichen. Unter mancherlei, das ich jetzt nicht erwähnen will, findet sich in dieser Rezension auch eines, das ganz verständlich ist vom Gesichtspunkt eines Forschers, eines so echten Denkers der Gegenwart. Da wird gesagt: Wenn man glauben sollte, daß wirklich an diesen Dingen von der Aura und von den Gedankenformen etwas daran ist, so müßten einmal einige von denen, welche Auren und Gedankenformen sehen können, ein Experiment mit sich anstellen lassen. Es müßte das Experiment angestellt werden können, daß eine Anzahl von denjenigen, die behaupten wollen, so etwas zu sehen, gegenübergestellt werden einer Anzahl von Menschen, die gewisse Gedanken, Gefühle und Empfindungen in ihrem Innern haben; und dann solle man die Seher fragen: Was seht ihr an den Menschen, die da vor euch stehen oder sitzen? — Und wenn dann — so meint der Verfasser der Rezension — diese okkultistischen Seher das aussagen, wovon die Menschen, die beobachtet worden sind, später versichern, daß sie das wirklich gedacht und gefühlt haben, und wenn außerdem die Seher untereinander in ihren Angaben übereinstimmen, dann kann man ihnen glauben.

[ 4 ] Es gibt nichts Natürlicheres, nichts Selbstverständlicheres als diese Einwände. Man möchte sogar sagen, der die Naturwissenschaft der Gegenwart gewöhnte Denker muß ja diesen Einwand machen; denn es muß als das Allervernünftigste erscheinen, was er nur sagen kann. Aber eines gilt doch. Der betreffende Mann, der das gesagt hat, hat wohl doch, bevor er diese Rezension geschrieben hat, das Buch gelesen. Man muß es annehmen, nicht wahr? Da die Rezension den Eindruck der Ehrlichkeit macht, kann man es doch annehmen. Aber gelesen haben konnte er es nicht. Denn so selbstverständlich und natürlich es ist, daß der Einwand gemacht wird, solange man die in diesem Buch enthaltenen Wahrheiten nicht kennt, so selbstverständlich sollte es sein, daß man diese Einwände nicht mehr macht, wenn man das Buch mit Verständnis gelesen hat. Ich sage mit diesen Worten etwas für jeden normalen naturwissenschaftlichen Denker von heute Greuliches, selbstverständlich, weil es ihm ganz unverständlich sein muß, weil er es gar nicht verstehen kann. Unter den mancherlei Dingen, die in diesem Buche stehen, ist auch das Folgende: Da steht, daß vor allen Dingen der Seher, wenn er wirklich in die geistige Welt hineinschauen und die Wahrheit sehen will, genötigt ist, vorher eine solche Selbsterziehung zu üben, daß er gewissermaßen ganz selbstlos in die Dinge sich zu vertiefen vermag, daß} er die eigenen Wünsche, die eigenen Begierden zum Schweigen zu bringen vermag und so sich der geistigen Welt gegenüberstellt. Ja, meine lieben Freunde, wenn sich fünf oder sechs Leute zusammensetzen, um ein so nach naturwissenschaftlicher Methode geformtes Experiment zu machen, wie es da in der Rezension gefordert ist, so setzen sie sich mit dem Wunsche nieder, zu irgendeinem Resultate zu kommen, und zwar nach ganz bestimmten, von der Naturwissenschaft geforderten Methoden. Da wird alles so gemacht wie bei Wünschen und Begierden im gewöhnlichen Leben. Aber das ist ja gerade das, was man überwinden soll. Es ist ganz selbstverständlich, daß jede Wahrnehmung der geistigen Welt in dem Augenblick ausgelöscht würde, in dem man sich zu einem solchen Experiment zusammensetzt, wenn dieses Experiment ganz nach den gewöhnlichen Gedanken des physischen Planes gemacht wird. Diese Gedanken des physischen Planes mit all ihren Wünschen und Begierden müssen aber gerade überwunden werden.

[ 4 ] Es gibt nichts Natürlicheres, nichts Selbstverständlicheres als diese Einwände. Man möchte sogar sagen, der die Naturwissenschaft der Gegenwart gewöhnte Denker muß ja diesen Einwand machen; denn es muß als das Allervernünftigste erscheinen, was er nur sagen kann. Aber eines gilt doch. Der betreffende Mann, der das gesagt hat, hat wohl doch, bevor er diese Rezension geschrieben hat, das Buch gelesen. Man muß es annehmen, nicht wahr? Da die Rezension den Eindruck der Ehrlichkeit macht, kann man es doch annehmen. Aber gelesen haben konnte er es nicht. Denn so selbstverständlich und natürlich es ist, daß der Einwand gemacht wird, solange man die in diesem Buch enthaltenen Wahrheiten nicht kennt, so selbstverständlich sollte es sein, daß man diese Einwände nicht mehr macht, wenn man das Buch mit Verständnis gelesen hat. Ich sage mit diesen Worten etwas für jeden normalen naturwissenschaftlichen Denker von heute Greuliches, selbstverständlich, weil es ihm ganz unverständlich sein muß, weil er es gar nicht verstehen kann. Unter den mancherlei Dingen, die in diesem Buche stehen, ist auch das Folgende: Da steht, daß vor allen Dingen der Seher, wenn er wirklich in die geistige Welt hineinschauen und die Wahrheit sehen will, genötigt ist, vorher eine solche Selbsterziehung zu üben, daß er gewissermaßen ganz selbstlos in die Dinge sich zu vertiefen vermag, daß} er die eigenen Wünsche, die eigenen Begierden zum Schweigen zu bringen vermag und so sich der geistigen Welt gegenüberstellt. Ja, meine lieben Freunde, wenn sich fünf oder sechs Leute zusammensetzen, um ein so nach naturwissenschaftlicher Methode geformtes Experiment zu machen, wie es da in der Rezension gefordert ist, so setzen sie sich mit dem Wunsche nieder, zu irgendeinem Resultate zu kommen, und zwar nach ganz bestimmten, von der Naturwissenschaft geforderten Methoden. Da wird alles so gemacht wie bei Wünschen und Begierden im gewöhnlichen Leben. Aber das ist ja gerade das, was man überwinden soll. Es ist ganz selbstverständlich, daß jede Wahrnehmung der geistigen Welt in dem Augenblick ausgelöscht würde, in dem man sich zu einem solchen Experiment zusammensetzt, wenn dieses Experiment ganz nach den gewöhnlichen Gedanken des physischen Planes gemacht wird. Diese Gedanken des physischen Planes mit all ihren Wünschen und Begierden müssen aber gerade überwunden werden.

[ 5 ] Man kann auf solche Einwände nur in positiver Weise antworten: Gewiß, ein solches Experiment könnte arrangiert werden, aber es dürfte nicht arrangiert werden nach den Methoden des physischen Planes, sondern es müßte arrangiert werden nach den Methoden der geistigen Welt. Das heißt, wie müßte es zustande kommen? Vor allen Dingen müßten die Absichten in der geistigen Welt liegen und nicht dem Kopfe eines neugierigen Professors entspringen. Aus der geistigen Welt heraus müßte die Absicht entspringen, daß Menschen, die Seher sind auf dem physischen Plan, etwas erfahren von den Gedanken und Empfindungen anderer Menschen, und es müßte von der geistigen Welt heraus aus dem Karma wirklich ein Häuflein von Menschen zusammengeführt werden, nicht durch Methoden eines Professors, sondern tatsächlich durch Schicksalsfügung. Und auf der anderen Seite müßten auch die Seher durch karmische Schicksalsfügung zusammengeführt werden. Dann wäre das Experiment von der geistigen Welt arrangiert, und es könnte von den Sehern das enthüllt werden, was in den einzelnen Menschen an Gefühlen und so weiter lebt. Dann würde es unweigerlich gelingen; es gelingt immer, wenn es so arrangiert ist.

[ 5 ] Man kann auf solche Einwände nur in positiver Weise antworten: Gewiß, ein solches Experiment könnte arrangiert werden, aber es dürfte nicht arrangiert werden nach den Methoden des physischen Planes, sondern es müßte arrangiert werden nach den Methoden der geistigen Welt. Das heißt, wie müßte es zustande kommen? Vor allen Dingen müßten die Absichten in der geistigen Welt liegen und nicht dem Kopfe eines neugierigen Professors entspringen. Aus der geistigen Welt heraus müßte die Absicht entspringen, daß Menschen, die Seher sind auf dem physischen Plan, etwas erfahren von den Gedanken und Empfindungen anderer Menschen, und es müßte von der geistigen Welt heraus aus dem Karma wirklich ein Häuflein von Menschen zusammengeführt werden, nicht durch Methoden eines Professors, sondern tatsächlich durch Schicksalsfügung. Und auf der anderen Seite müßten auch die Seher durch karmische Schicksalsfügung zusammengeführt werden. Dann wäre das Experiment von der geistigen Welt arrangiert, und es könnte von den Sehern das enthüllt werden, was in den einzelnen Menschen an Gefühlen und so weiter lebt. Dann würde es unweigerlich gelingen; es gelingt immer, wenn es so arrangiert ist.

[ 6 ] Ich möchte sagen, wenn man wirklich mit Verständnis das Buch «Theosophie» verfolgt, so weiß man das, was ich jetzt gesagt habe, und man kennt es als Selbstverständlichkeit und Wahrheit der geistigen Welt, daß [ein solches Experiment] unserer Zeit nicht möglich ist. Dem muß man ja Rechnung tragen. Und so habe ich nun — weil ich aus der eben angeführten Rezension ersehen habe, daß man nicht in der Lage ist, das Buch wirklich so zu lesen, daß man einen solchen Gedanken selber findet — in der sechsten Auflage, deren Korrekturbogen ich vorliegen habe, das, was ich eben gesagt habe, noch wortwörtlich in einer Anmerkung dazugefügt. Zu den wesentlichsten Bedingungen eines Buches, das aus der Geisteswissenschaft herausgewachsen ist, gehört es, daß man nicht nur den Inhalt eines solchen Buches aufnimmt, das ist das allerwenigste. Es gehört dazu, daß man, wenn man dieses Buch in sich aufgenommen hat, in einer gewissen Weise die Art, wie man denkt und fühlt und empfindet, geändert hat; daß man vorwärtsgekommen ist gegenüber den Maßstäben und Urteilsarten, die man sonst in der gewöhnlichen Welt anwendet. Das ist die Schwierigkeit, die dem Verständnis geisteswissenschaftlicher Werke heute noch entgegensteht, daß die Menschen sie lesen wie andere Schriften und glauben, den Inhalt aufnehmen zu können wie bei andern Schriften; während es in der Tat so ist, daß etwas in einem verwandelt sein muß, wenn man ein okkultes Buch, ein echtes okkultes Buch wirklich durchverstanden hat.

[ 6 ] Ich möchte sagen, wenn man wirklich mit Verständnis das Buch «Theosophie» verfolgt, so weiß man das, was ich jetzt gesagt habe, und man kennt es als Selbstverständlichkeit und Wahrheit der geistigen Welt, daß [ein solches Experiment] unserer Zeit nicht möglich ist. Dem muß man ja Rechnung tragen. Und so habe ich nun — weil ich aus der eben angeführten Rezension ersehen habe, daß man nicht in der Lage ist, das Buch wirklich so zu lesen, daß man einen solchen Gedanken selber findet — in der sechsten Auflage, deren Korrekturbogen ich vorliegen habe, das, was ich eben gesagt habe, noch wortwörtlich in einer Anmerkung dazugefügt. Zu den wesentlichsten Bedingungen eines Buches, das aus der Geisteswissenschaft herausgewachsen ist, gehört es, daß man nicht nur den Inhalt eines solchen Buches aufnimmt, das ist das allerwenigste. Es gehört dazu, daß man, wenn man dieses Buch in sich aufgenommen hat, in einer gewissen Weise die Art, wie man denkt und fühlt und empfindet, geändert hat; daß man vorwärtsgekommen ist gegenüber den Maßstäben und Urteilsarten, die man sonst in der gewöhnlichen Welt anwendet. Das ist die Schwierigkeit, die dem Verständnis geisteswissenschaftlicher Werke heute noch entgegensteht, daß die Menschen sie lesen wie andere Schriften und glauben, den Inhalt aufnehmen zu können wie bei andern Schriften; während es in der Tat so ist, daß etwas in einem verwandelt sein muß, wenn man ein okkultes Buch, ein echtes okkultes Buch wirklich durchverstanden hat.

[ 7 ] Daher ist es ganz begreiflich, daß gerade echte okkulte Bücher von den meisten Menschen in unserer Zeit abgelehnt werden. Denn, was muß vorgehen in einem Menschen, der solch ein Buch in der Gegenwart liest? Nun, er geht an das Buch heran; er ist selbstverständlich sehr gescheit, das sind ja alle Menschen der Gegenwart. Er weiß, daß er den Inhalt des Buches beurteilen kann, daß es keinen besseren Richter über das Buch geben kann. Das weiß er von vorneherein. Nun soll er nach dem Lesen des Buches anders urteilen können? Das kann er selbstverständlich nicht. Er ist ja gescheit und hat die beste Art des Urteilens. Er gibt sich damit nicht ab, etwas zu ändern in bezug auf sein Urteilen. Also er wird nichts von den Tendenzen, den Intentionen des Buches erfühlen, selbstverständlich. Bestenfalles kommt er dann zu dem Urteil, daß er überhaupt nichts aus dem Buche gelernt hat, und daß alles bloß ein Spiel mit Worten und Begriffen ist. Das ist ganz selbstverständlich; so muß es sein, wenn man nicht den Grundnerv aller Geisteswissenschaft ins Auge faßt, der darin besteht, daß man in irgend etwas, wenn es auch noch so gering ist, zu anderer Art des Empfindens und Urteilens gegenüber der Welt kommt durch das Lesen eines echten geisteswissenschaftlichen Buches.

[ 7 ] Daher ist es ganz begreiflich, daß gerade echte okkulte Bücher von den meisten Menschen in unserer Zeit abgelehnt werden. Denn, was muß vorgehen in einem Menschen, der solch ein Buch in der Gegenwart liest? Nun, er geht an das Buch heran; er ist selbstverständlich sehr gescheit, das sind ja alle Menschen der Gegenwart. Er weiß, daß er den Inhalt des Buches beurteilen kann, daß es keinen besseren Richter über das Buch geben kann. Das weiß er von vorneherein. Nun soll er nach dem Lesen des Buches anders urteilen können? Das kann er selbstverständlich nicht. Er ist ja gescheit und hat die beste Art des Urteilens. Er gibt sich damit nicht ab, etwas zu ändern in bezug auf sein Urteilen. Also er wird nichts von den Tendenzen, den Intentionen des Buches erfühlen, selbstverständlich. Bestenfalles kommt er dann zu dem Urteil, daß er überhaupt nichts aus dem Buche gelernt hat, und daß alles bloß ein Spiel mit Worten und Begriffen ist. Das ist ganz selbstverständlich; so muß es sein, wenn man nicht den Grundnerv aller Geisteswissenschaft ins Auge faßt, der darin besteht, daß man in irgend etwas, wenn es auch noch so gering ist, zu anderer Art des Empfindens und Urteilens gegenüber der Welt kommt durch das Lesen eines echten geisteswissenschaftlichen Buches.

[ 8 ] Nun gibt es eines, was man berücksichtigen muß, wenn man überhaupt irgendeine Idee verbinden will mit den Worten «Okkultes Lesen, okkultes Hören». Man muß gewissermaßen Abschied nehmen vorerst von alldem, was die gewöhnliche Denkungsart, das gewöhnliche Urteilen ist in bezug auf den physischen Plan. Das habe ich ja mehrfach betont: Selbstverständlich muß man ein vernünftiger Mensch bleiben, muß sich also, trotzdem man für die geistige Welt eine neue Form des Urteilens, Denkens und Empfindens sich aneignet, ein gesundes Urteil für die Ereignisse und Wesenheiten des physischen Planes beibehalten. Das ist ganz selbstverständlich, das habe ich schon oft betont. Aber etwas muß man sich aneignen, was für die höheren Welten notwendig ist, was für den physischen Plan nicht gilt. Ich will von einer Ihnen wohl noch geläufigen Sache ausgehen.

[ 8 ] Nun gibt es eines, was man berücksichtigen muß, wenn man überhaupt irgendeine Idee verbinden will mit den Worten «Okkultes Lesen, okkultes Hören». Man muß gewissermaßen Abschied nehmen vorerst von alldem, was die gewöhnliche Denkungsart, das gewöhnliche Urteilen ist in bezug auf den physischen Plan. Das habe ich ja mehrfach betont: Selbstverständlich muß man ein vernünftiger Mensch bleiben, muß sich also, trotzdem man für die geistige Welt eine neue Form des Urteilens, Denkens und Empfindens sich aneignet, ein gesundes Urteil für die Ereignisse und Wesenheiten des physischen Planes beibehalten. Das ist ganz selbstverständlich, das habe ich schon oft betont. Aber etwas muß man sich aneignen, was für die höheren Welten notwendig ist, was für den physischen Plan nicht gilt. Ich will von einer Ihnen wohl noch geläufigen Sache ausgehen.

[ 9 ] Auf dem physischen Plan sind wir gewohnt, durch unser Denken, Fühlen, Wollen in ein Verhältnis zu treten zu den Dingen und Wesenheiten des physischen Planes. Indem wir denken und vorstellen, verschaffen wir uns Begriffe und Vorstellungen von den Dingen und Wesenheiten des physischen Planes und den sich hier abspielenden Vorgängen. Gleichsam dasjenige, wovon wir die Meinung haben, daß es im Raume da ist und in der Zeit sich abspielt, das machen wir dadurch zu unserem geistigen Eigentum. Wir lernen durch unser Denken und Vorstellen von etwas zu wissen. Mit dem Fühlen ist es ebenso. Wir treten irgendeinem Dinge gegenüber, zum Beispiel einer Rose. Wir werden erfreut durch die Rose. Dadurch versetzen wir etwas aus der Außenwelt durch unser Gefühl in unsere eigene Seele. So machen wir etwas, was von außen, von der Rose ausgeht und auf uns wirkt, zu unserem inneren seelischen Eigentum. Beim Wollen ist es so, daß wir etwas, was in unserer Intention liegt, der Außenwelt einverleiben.

[ 9 ] Auf dem physischen Plan sind wir gewohnt, durch unser Denken, Fühlen, Wollen in ein Verhältnis zu treten zu den Dingen und Wesenheiten des physischen Planes. Indem wir denken und vorstellen, verschaffen wir uns Begriffe und Vorstellungen von den Dingen und Wesenheiten des physischen Planes und den sich hier abspielenden Vorgängen. Gleichsam dasjenige, wovon wir die Meinung haben, daß es im Raume da ist und in der Zeit sich abspielt, das machen wir dadurch zu unserem geistigen Eigentum. Wir lernen durch unser Denken und Vorstellen von etwas zu wissen. Mit dem Fühlen ist es ebenso. Wir treten irgendeinem Dinge gegenüber, zum Beispiel einer Rose. Wir werden erfreut durch die Rose. Dadurch versetzen wir etwas aus der Außenwelt durch unser Gefühl in unsere eigene Seele. So machen wir etwas, was von außen, von der Rose ausgeht und auf uns wirkt, zu unserem inneren seelischen Eigentum. Beim Wollen ist es so, daß wir etwas, was in unserer Intention liegt, der Außenwelt einverleiben.

[ 10 ] Lauter Verhältnisse zwischen uns und der Außenwelt haben wir ins Auge zu fassen, wenn wir unser Verhalten auf dem physischen Plan betrachten. Alles, was wir da anwenden im Denken, Fühlen und Wollen, was wir da tun, indem wir für das gewöhnliche Physisch-Leibliche mit der Außenwelt in Beziehung treten, all das dient uns ganz und gar nicht — in der Form, wie es auf dem physischen Plan praktiziert wird —, um irgendwie etwas von der höheren Welt zu wissen. Sondern alles das, was uns zum Beispiel dient, um von der physischen Welt etwas zu wissen, was wir anwenden an Empfindungsarten, an Vorstellungsarten, um von der physischen Welt zu wissen, all das kann für die geisteswissenschaftliche Forschung nur zur Vorbereitung dienen.

[ 10 ] Lauter Verhältnisse zwischen uns und der Außenwelt haben wir ins Auge zu fassen, wenn wir unser Verhalten auf dem physischen Plan betrachten. Alles, was wir da anwenden im Denken, Fühlen und Wollen, was wir da tun, indem wir für das gewöhnliche Physisch-Leibliche mit der Außenwelt in Beziehung treten, all das dient uns ganz und gar nicht — in der Form, wie es auf dem physischen Plan praktiziert wird —, um irgendwie etwas von der höheren Welt zu wissen. Sondern alles das, was uns zum Beispiel dient, um von der physischen Welt etwas zu wissen, was wir anwenden an Empfindungsarten, an Vorstellungsarten, um von der physischen Welt zu wissen, all das kann für die geisteswissenschaftliche Forschung nur zur Vorbereitung dienen.

[ 11 ] Also wohlgemerkt: in der physischen Welt dient uns das, was wir tun im Denken, Fühlen und Wollen dazu, direkt etwas zu wissen von der physischen Welt, oder etwas zu tun für die physische Welt; für die höheren Welten dient uns alles, was uns so direkt für die physische Welt dient, nur zur Vorbereitung. Was wir in bezug auf die physische Welt denken können, und wenn wir noch so scharfsinnig denken, gibt uns kein Wissen für die höheren Welten. Es wird nur gleichsam unsere Seele selbst durch das Denken so vorbereitet, so erzogen, daß sie sich allmählich fähig macht, in der richtigen Weise in die geistige Welt einzudringen. Was wir wollen und fühlen können für die physische Welt, ist bloß anwendbar zur Selbsterziehung der Seele, als Vorbereitung für das Eindringen der Seele in die geistigen Welten. Also ich möchte sagen, um mich deutlich auszudrücken: Ein gelehrter Forscher erfährt durch seine wissenschaftliche Methode etwas für die äußere Welt, und er ist gewöhnt, wenn er es erforscht hat, zu sagen: Ich weiß dieses und jenes von der äußeren Welt. — Diese Art des Forschens, des Denkens hilft ihm aber gar nichts, um in die geistige Welt hineinzukommen; sondern wie er da denkt und forscht, das hat nur eine Bedeutung als Übung der Seelenkräfte. Wie die Seele durch Denken und Forschen mehr befähigt wird, in sich zu leben, ihre Kraft in Betätigung zu bringen, nur das ist effektiv für das Eindringen in die höheren Welten. Nur als Kultur der eigenen Seele sind für den Geistesforscher die Tätigkeiten anwendbar, die man sonst in der physischen Welt normalerweise ausführt.

[ 11 ] Also wohlgemerkt: in der physischen Welt dient uns das, was wir tun im Denken, Fühlen und Wollen dazu, direkt etwas zu wissen von der physischen Welt, oder etwas zu tun für die physische Welt; für die höheren Welten dient uns alles, was uns so direkt für die physische Welt dient, nur zur Vorbereitung. Was wir in bezug auf die physische Welt denken können, und wenn wir noch so scharfsinnig denken, gibt uns kein Wissen für die höheren Welten. Es wird nur gleichsam unsere Seele selbst durch das Denken so vorbereitet, so erzogen, daß sie sich allmählich fähig macht, in der richtigen Weise in die geistige Welt einzudringen. Was wir wollen und fühlen können für die physische Welt, ist bloß anwendbar zur Selbsterziehung der Seele, als Vorbereitung für das Eindringen der Seele in die geistigen Welten. Also ich möchte sagen, um mich deutlich auszudrücken: Ein gelehrter Forscher erfährt durch seine wissenschaftliche Methode etwas für die äußere Welt, und er ist gewöhnt, wenn er es erforscht hat, zu sagen: Ich weiß dieses und jenes von der äußeren Welt. — Diese Art des Forschens, des Denkens hilft ihm aber gar nichts, um in die geistige Welt hineinzukommen; sondern wie er da denkt und forscht, das hat nur eine Bedeutung als Übung der Seelenkräfte. Wie die Seele durch Denken und Forschen mehr befähigt wird, in sich zu leben, ihre Kraft in Betätigung zu bringen, nur das ist effektiv für das Eindringen in die höheren Welten. Nur als Kultur der eigenen Seele sind für den Geistesforscher die Tätigkeiten anwendbar, die man sonst in der physischen Welt normalerweise ausführt.

[ 12 ] Ich will noch einen Vergleich wählen, um die Sache deutlicher zu machen. Nehmen wir an, jemand sei ein Zimmermann, er habe Zimmern gelernt und habe nun die Absicht, als Zimmermann dieses oder jenes Gerät zu machen. Durch diese Verrichtungen als Zimmermann macht er nun immerfort diese und jene Geräte, Jahre hindurch; das ist das Wesen der Aufgabe des Zimmermanns. Aber es werden nicht nur Geräte gemacht, die für den physischen Plan nützlich sind, es tritt noch etwas anderes als Beigabe ein: Er wird geschickter, seine Handhabung wird gelenkiger, er erwirbt sich etwas für seinen eigenen Organismus, indem er tüchtiger, gelenkiger wird. Das ist gleichsam ein Nebenerfolg. So ist es auch bei geistigen Tätigkeiten. Nehmen wir zum Beispiel einen Botaniker. Wenn ich mich als Botaniker betätige und wunderbare Anstrengungen auf dem Gebiete der Botanik Jahrzehnte hindurch mache, so ist das für den physischen Plan schön. Aber es ist noch ein Nebeneffekt dabei: ich werde gelenkiger im Denken; das Denken wird gleichsam «dressiert». Auf diese «Dressum — nehmen Sie den Ausdruck nicht im gewöhnlichen, trivialen Sinne des Wortes — muß der Geistesforscher eingehen. Er muß das, was man im gewöhnlichen Leben im Dienste des äußeren Wissens verwendet, dazu verwenden, seine Geisteskräfte gelenkiger, gefügiger zu machen. Denn wenn man diese Kräfte, anstatt sie zum Nutzen und Vorteil in der physischen Welt zu verwenden, in den Dienst der Selbsterziehung stellt, wie dies in der Meditation und in der Konzentration und in den Übungen, die man bekommt, geschieht, dann bereitet man sich vor, in die geistige Welt einzudringen. Und nehmen Sie dieses Wort, das ich sage: man bereitet sich vor — als etwas außerordentlich Wichtiges. Denn im Grunde genommen kann man überhaupt nichts anderes tun, als sich vorbereiten, um in die geistige Welt einzudringen; das übrige ist Sache der geistigen Welt, die muß uns dann entgegenkommen. Sie kommt uns aber nicht entgegen, wenn wir nur so sind, wie wir als Menschen auf dem physischen Plan gewöhnlich sind. Nur wenn wir in der geschilderten Weise unsere Seelenkräfte umgewandelt haben, können wir hoffen, daß uns die geistige Welt entgegenkommit. Es kann nicht so sein wie bei einer Forschung in der physischen Welt, wo man so ohne weiteres an die Dinge herangeht. Man kann sich nur vorbereiten, damit, wenn die Dinge der geistigen Welt an einen herantreten, sie uns dann nicht entgehen, sondern daß sie wirklich auf uns einen Eindruck machen. | |

[ 12 ] Ich will noch einen Vergleich wählen, um die Sache deutlicher zu machen. Nehmen wir an, jemand sei ein Zimmermann, er habe Zimmern gelernt und habe nun die Absicht, als Zimmermann dieses oder jenes Gerät zu machen. Durch diese Verrichtungen als Zimmermann macht er nun immerfort diese und jene Geräte, Jahre hindurch; das ist das Wesen der Aufgabe des Zimmermanns. Aber es werden nicht nur Geräte gemacht, die für den physischen Plan nützlich sind, es tritt noch etwas anderes als Beigabe ein: Er wird geschickter, seine Handhabung wird gelenkiger, er erwirbt sich etwas für seinen eigenen Organismus, indem er tüchtiger, gelenkiger wird. Das ist gleichsam ein Nebenerfolg. So ist es auch bei geistigen Tätigkeiten. Nehmen wir zum Beispiel einen Botaniker. Wenn ich mich als Botaniker betätige und wunderbare Anstrengungen auf dem Gebiete der Botanik Jahrzehnte hindurch mache, so ist das für den physischen Plan schön. Aber es ist noch ein Nebeneffekt dabei: ich werde gelenkiger im Denken; das Denken wird gleichsam «dressiert». Auf diese «Dressum — nehmen Sie den Ausdruck nicht im gewöhnlichen, trivialen Sinne des Wortes — muß der Geistesforscher eingehen. Er muß das, was man im gewöhnlichen Leben im Dienste des äußeren Wissens verwendet, dazu verwenden, seine Geisteskräfte gelenkiger, gefügiger zu machen. Denn wenn man diese Kräfte, anstatt sie zum Nutzen und Vorteil in der physischen Welt zu verwenden, in den Dienst der Selbsterziehung stellt, wie dies in der Meditation und in der Konzentration und in den Übungen, die man bekommt, geschieht, dann bereitet man sich vor, in die geistige Welt einzudringen. Und nehmen Sie dieses Wort, das ich sage: man bereitet sich vor — als etwas außerordentlich Wichtiges. Denn im Grunde genommen kann man überhaupt nichts anderes tun, als sich vorbereiten, um in die geistige Welt einzudringen; das übrige ist Sache der geistigen Welt, die muß uns dann entgegenkommen. Sie kommt uns aber nicht entgegen, wenn wir nur so sind, wie wir als Menschen auf dem physischen Plan gewöhnlich sind. Nur wenn wir in der geschilderten Weise unsere Seelenkräfte umgewandelt haben, können wir hoffen, daß uns die geistige Welt entgegenkommit. Es kann nicht so sein wie bei einer Forschung in der physischen Welt, wo man so ohne weiteres an die Dinge herangeht. Man kann sich nur vorbereiten, damit, wenn die Dinge der geistigen Welt an einen herantreten, sie uns dann nicht entgehen, sondern daß sie wirklich auf uns einen Eindruck machen. | |

[ 13 ] Deshalb muß man sagen: Alles, was wir tun können für die Erforschung der geistigen Welt, ist, daß wir uns in würdiger Weise vorbereiten, damit dann, wenn Karma will, daß die geistige Welt uns entgegentrete, wir nicht blind und taub sind für diese geistige Welt. Denn wir können uns vorbereiten. Aber das Entgegentreten der geistigen Welt ist ein Akt der Gnade der geistigen Welt. So muß man es auffassen. Daher kann man auf die Frage: Wie gelingt es einem, in die geistige Welt einzudringen? — antworten: Man bereite sich vor durch alles, was unser Denken und Fühlen gefügiger, gelenkiger macht, was unser Denken gleichsam dressiert, was unser Fühlen, unser Empfinden feiner, hingebungsvoller macht. Und dann warten, warten, warten! Das ist das goldene Wort: in Seelenruhe warten können. Die geistige Welt läßt sich auf eine andere Weise nicht erobern, als indem man sich dafür würdig macht und dann in Seelenruhe die erwartungsvolle Stimmung entwickeln kann. Daraufkommt es an. Erwartungsvolle Stimmung, das ist das Wesentliche. Wir erwerben sie uns dadurch, daß wir uns in der geschilderten Weise und in meinen Büchern ist es vielfach dargestellt, wie das im einzelnen geschieht — bereit machen, die geistige Welt zu empfangen. Aber dann müssen wir uns auch aneignen jene absolute Ruhe der Seele, die einzig und allein möglich macht, daß die geistige Welt an uns herankommt.

[ 13 ] Deshalb muß man sagen: Alles, was wir tun können für die Erforschung der geistigen Welt, ist, daß wir uns in würdiger Weise vorbereiten, damit dann, wenn Karma will, daß die geistige Welt uns entgegentrete, wir nicht blind und taub sind für diese geistige Welt. Denn wir können uns vorbereiten. Aber das Entgegentreten der geistigen Welt ist ein Akt der Gnade der geistigen Welt. So muß man es auffassen. Daher kann man auf die Frage: Wie gelingt es einem, in die geistige Welt einzudringen? — antworten: Man bereite sich vor durch alles, was unser Denken und Fühlen gefügiger, gelenkiger macht, was unser Denken gleichsam dressiert, was unser Fühlen, unser Empfinden feiner, hingebungsvoller macht. Und dann warten, warten, warten! Das ist das goldene Wort: in Seelenruhe warten können. Die geistige Welt läßt sich auf eine andere Weise nicht erobern, als indem man sich dafür würdig macht und dann in Seelenruhe die erwartungsvolle Stimmung entwickeln kann. Daraufkommt es an. Erwartungsvolle Stimmung, das ist das Wesentliche. Wir erwerben sie uns dadurch, daß wir uns in der geschilderten Weise und in meinen Büchern ist es vielfach dargestellt, wie das im einzelnen geschieht — bereit machen, die geistige Welt zu empfangen. Aber dann müssen wir uns auch aneignen jene absolute Ruhe der Seele, die einzig und allein möglich macht, daß die geistige Welt an uns herankommt.

[ 14 ] Ich habe einmal in Vorträgen das folgende Bild gebraucht: In der physischen Welt ist die Sache so, daß, wenn man irgendein Ding ins Auge fassen will, man zu diesem Ding hingeht. Wer Rom sehen will, muß nach Rom fahren. Das ist in der physischen Welt ganz natürlich, denn Rom kommt nicht zu ihm. In der geistigen Welt ist es gerade umgekehrt. In der geistigen Welt können wir nichts anderes machen, als uns vorbereiten durch die Methoden, die geschildert werden, um die geistige Welt würdig zu empfangen: Seelenruhe, Verharren auf unserem Standort — dann kommt es zu uns heran. Wir müssen es erwarten in Seelenruhe. Das ist das Bedeutsame der Sache. Wo ist nun das, was da an uns herankommt, wo ist es? Auch darüber habe ich schon oftmals gesprochen und will es nur einleitungsweise erwähnen, damit wir für die nächsten Tage eine gute Grundlage haben, auf der wir aufbauen können.

[ 14 ] Ich habe einmal in Vorträgen das folgende Bild gebraucht: In der physischen Welt ist die Sache so, daß, wenn man irgendein Ding ins Auge fassen will, man zu diesem Ding hingeht. Wer Rom sehen will, muß nach Rom fahren. Das ist in der physischen Welt ganz natürlich, denn Rom kommt nicht zu ihm. In der geistigen Welt ist es gerade umgekehrt. In der geistigen Welt können wir nichts anderes machen, als uns vorbereiten durch die Methoden, die geschildert werden, um die geistige Welt würdig zu empfangen: Seelenruhe, Verharren auf unserem Standort — dann kommt es zu uns heran. Wir müssen es erwarten in Seelenruhe. Das ist das Bedeutsame der Sache. Wo ist nun das, was da an uns herankommt, wo ist es? Auch darüber habe ich schon oftmals gesprochen und will es nur einleitungsweise erwähnen, damit wir für die nächsten Tage eine gute Grundlage haben, auf der wir aufbauen können.

[ 15 ] Da Sie ja alle unsere anthroposophische Literatur kennen, möchte ich die Frage so stellen: Wo sind die Wesenheiten der elementarischen Welt, wo sind die Wesenheiten der geistigen Welt, wo sind die Wesenheiten der höheren Hierarchien? Sie sind da, wo wir sind. Sie sind überall um uns herum; nirgends anders sind sie, als hier, wo der Tisch, die Stühle sind, wo Sie selbst sind. Sie sind überall um uns herum, aber sie sind in bezug auf die Verhältnisse und Vorgänge der Dinge der Außenwelt so dünn und so flüchtig, daß man sagen kann, sie entgehen eben der Aufmerksamkeit der Menschen. Die Menschen gehen immerfort durch die geistige Welt hindurch und sehen sie nicht, weil sie notwendigerweise durch ihre Organisation, die noch unvorbereitet ist für die geistige Welt, eben unaufmerksam sind dafür. Und wenn sie Gelegenheit hätten, in die geistige Welt einzudringen, wie das zur Nacht im Schlafe der Fall ist, dann erweist sich das Bewußtsein als zu schwach, zu dumpf, um die geistigen Wesenheiten wahrzunehmen, die um uns herum sind. Der Mensch ist vom Einschlafen bis zum Aufwachen in der geistigen Welt, in dieser feinen fluktuierenden Welt, aber er nimmt sie nicht wahr, weil sein Bewußtsein zu dumpf ist, um sie wahrzunehmen.

[ 15 ] Da Sie ja alle unsere anthroposophische Literatur kennen, möchte ich die Frage so stellen: Wo sind die Wesenheiten der elementarischen Welt, wo sind die Wesenheiten der geistigen Welt, wo sind die Wesenheiten der höheren Hierarchien? Sie sind da, wo wir sind. Sie sind überall um uns herum; nirgends anders sind sie, als hier, wo der Tisch, die Stühle sind, wo Sie selbst sind. Sie sind überall um uns herum, aber sie sind in bezug auf die Verhältnisse und Vorgänge der Dinge der Außenwelt so dünn und so flüchtig, daß man sagen kann, sie entgehen eben der Aufmerksamkeit der Menschen. Die Menschen gehen immerfort durch die geistige Welt hindurch und sehen sie nicht, weil sie notwendigerweise durch ihre Organisation, die noch unvorbereitet ist für die geistige Welt, eben unaufmerksam sind dafür. Und wenn sie Gelegenheit hätten, in die geistige Welt einzudringen, wie das zur Nacht im Schlafe der Fall ist, dann erweist sich das Bewußtsein als zu schwach, zu dumpf, um die geistigen Wesenheiten wahrzunehmen, die um uns herum sind. Der Mensch ist vom Einschlafen bis zum Aufwachen in der geistigen Welt, in dieser feinen fluktuierenden Welt, aber er nimmt sie nicht wahr, weil sein Bewußtsein zu dumpf ist, um sie wahrzunehmen.

[ 16 ] Was muß nun geschehen, damit der Mensch diese Welt, in der er eigentlich immer darinnen ist, wahrnehmen lernt? Ja, da müssen wir einige wichtige Punkte besprechen, um zu verstehen, was da geschehen soll. Da müssen wir vor allen Dingen etwas ins Auge fassen, das ich jetzt versucht habe, präziser auch für die Außenwelt darzustellen im Schlußkapitel des zweiten Bandes meines Buches «Die Rätsel der Philosophie». Ich will sehen, ob es Menschen verstehen können, die nicht in der anthroposophischen Strömung darinnenstehen.

[ 16 ] Was muß nun geschehen, damit der Mensch diese Welt, in der er eigentlich immer darinnen ist, wahrnehmen lernt? Ja, da müssen wir einige wichtige Punkte besprechen, um zu verstehen, was da geschehen soll. Da müssen wir vor allen Dingen etwas ins Auge fassen, das ich jetzt versucht habe, präziser auch für die Außenwelt darzustellen im Schlußkapitel des zweiten Bandes meines Buches «Die Rätsel der Philosophie». Ich will sehen, ob es Menschen verstehen können, die nicht in der anthroposophischen Strömung darinnenstehen.

[ 17 ] Wir müssen dabei die Frage ins Auge fassen: Wie kommt eigentlich die äußere Wahrnehmung zustande? Nun, nicht wahr, da denken die Menschen gewöhnlich — besonders Menschen, die sich sehr gescheit dünken —, daß die äußere Wahrnehmung dadurch zustande kommt, daß die Dinge draußen sind, der Mensch in seiner Haut steckt, daß die äußeren Dinge einen Eindruck auf ihn machen, und daß dadurch sein Gehirn ein Bild der äußeren Objekte und Formen in seinem Innern erzeugt. Nun, es ist ganz und gar nicht so, sondern es verhält sich ganz anders. In Wahrheit ist der Mensch gar nicht drinnen innerhalb seiner Haut [mit seinem Geistig-Seelischen]; das ist er gar nicht. Wenn der Mensch zum Beispiel dieses Rosen-Bukettchen sieht, so ist er mit seinem Ich und Astralleib in der Tat da drinnen in dem Bukettchen, und sein Organismus ist ein Spiegelungsapparat und spiegelt ihm die Dinge zurück. Sie sind in Wahrheit immer ausgebreitet über den Horizont, den Sie überschauen. Und im Wachbewußtsein stecken Sie eben mit einem wesentlichen Teil Ihres Ich und Astralleibes auch im physischen und ätherischen Leibe drinnen. Der Vorgang ist nun wirklich so — ich habe das oft in Vorträgen erwähnt —: Denken Sie sich, sie gingen in einem Zimmer herum, in dem eine Anzahl von Spiegeln an den Wänden angebracht wären. Sie können durch den Raum gehen. Wo Sie keinen Spiegel haben, sehen Sie sich selber nicht. Sobald Sie aber an einen Spiegel kommen, sehen Sie sich. Kommt eine Stelle ohne Spiegel, sehen Sie sich nicht, und wenn wieder ein Spiegel da ist, sehen Sie sich wieder. So ist es auch mit dem menschlichen Organismus. Er ist nicht der Erzeuger der Dinge, die wir in der Seele erleben, er ist nur der Spiegelungsapparat. Die Seele ist beisammen mit den Dingen da draußen, zum Beispiel hier mit diesem Rosen-Bukettchen. Daß die Seele das Bukettchen bewußt sieht, hängt davon ab, daß das Auge in Verbindung mit dem Gehirnapparat der Seele das zurückspiegelt, womit die Seele zusammenlebt. Und in der Nacht nimmt der Mensch nicht wahr, weil er, wenn er schläft, Ich und Astralleib aus seinem physischen und ätherischen Leib herauszieht, und diese dadurch aufhören, ein Spiegelungsapparat zu sein. Das Einschlafen ist so, als ob Sie einen Spiegel, den Sie vor sich hatten, wegnehmen. Solange Sie in den Spiegel hineinsehen können, haben Sie Ihr eigenes Antlitz vor sich; nehmen Sie den Spiegel weg, flugs ist nichts mehr da von Ihrem Antlitz.

[ 17 ] Wir müssen dabei die Frage ins Auge fassen: Wie kommt eigentlich die äußere Wahrnehmung zustande? Nun, nicht wahr, da denken die Menschen gewöhnlich — besonders Menschen, die sich sehr gescheit dünken —, daß die äußere Wahrnehmung dadurch zustande kommt, daß die Dinge draußen sind, der Mensch in seiner Haut steckt, daß die äußeren Dinge einen Eindruck auf ihn machen, und daß dadurch sein Gehirn ein Bild der äußeren Objekte und Formen in seinem Innern erzeugt. Nun, es ist ganz und gar nicht so, sondern es verhält sich ganz anders. In Wahrheit ist der Mensch gar nicht drinnen innerhalb seiner Haut [mit seinem Geistig-Seelischen]; das ist er gar nicht. Wenn der Mensch zum Beispiel dieses Rosen-Bukettchen sieht, so ist er mit seinem Ich und Astralleib in der Tat da drinnen in dem Bukettchen, und sein Organismus ist ein Spiegelungsapparat und spiegelt ihm die Dinge zurück. Sie sind in Wahrheit immer ausgebreitet über den Horizont, den Sie überschauen. Und im Wachbewußtsein stecken Sie eben mit einem wesentlichen Teil Ihres Ich und Astralleibes auch im physischen und ätherischen Leibe drinnen. Der Vorgang ist nun wirklich so — ich habe das oft in Vorträgen erwähnt —: Denken Sie sich, sie gingen in einem Zimmer herum, in dem eine Anzahl von Spiegeln an den Wänden angebracht wären. Sie können durch den Raum gehen. Wo Sie keinen Spiegel haben, sehen Sie sich selber nicht. Sobald Sie aber an einen Spiegel kommen, sehen Sie sich. Kommt eine Stelle ohne Spiegel, sehen Sie sich nicht, und wenn wieder ein Spiegel da ist, sehen Sie sich wieder. So ist es auch mit dem menschlichen Organismus. Er ist nicht der Erzeuger der Dinge, die wir in der Seele erleben, er ist nur der Spiegelungsapparat. Die Seele ist beisammen mit den Dingen da draußen, zum Beispiel hier mit diesem Rosen-Bukettchen. Daß die Seele das Bukettchen bewußt sieht, hängt davon ab, daß das Auge in Verbindung mit dem Gehirnapparat der Seele das zurückspiegelt, womit die Seele zusammenlebt. Und in der Nacht nimmt der Mensch nicht wahr, weil er, wenn er schläft, Ich und Astralleib aus seinem physischen und ätherischen Leib herauszieht, und diese dadurch aufhören, ein Spiegelungsapparat zu sein. Das Einschlafen ist so, als ob Sie einen Spiegel, den Sie vor sich hatten, wegnehmen. Solange Sie in den Spiegel hineinsehen können, haben Sie Ihr eigenes Antlitz vor sich; nehmen Sie den Spiegel weg, flugs ist nichts mehr da von Ihrem Antlitz.

[ 18 ] So ist der Mensch in der Tat mit dem seelisch-geistigen Wesen in dem Teil der Welt, den er überschaut, und er sieht ihn dadurch bewußt, daß ihn sein Organismus spiegelt. Und in der Nacht wird dieser Spiegelungsapparat weggezogen, da sieht er nichts mehr. Der Teil der Welt, den wir sehen, der sind wir selbst.

[ 18 ] So ist der Mensch in der Tat mit dem seelisch-geistigen Wesen in dem Teil der Welt, den er überschaut, und er sieht ihn dadurch bewußt, daß ihn sein Organismus spiegelt. Und in der Nacht wird dieser Spiegelungsapparat weggezogen, da sieht er nichts mehr. Der Teil der Welt, den wir sehen, der sind wir selbst.

[ 19 ] Das ist eines der schlimmsten Stücke der Maja, daß der Mensch glaubt, er stecke mit seinem Geistig-Seelischen in seiner Haut. Das tut er nicht. In Wirklichkeit steckt er in den Dingen, die er sieht. Wenn ich einem Menschen gegenüberstehe, so stecke ich in ihm drinnen mit meinem Ich und Astralleib. Würde ich nicht meinen Organismus ihm entgegenhalten, so würde ich ihn nicht sehen. Daß ich ihn sehe, daran ist mein Organismus schuld, aber mit meinem Ich und Astralleib stecke ich in ihm drinnen. Daß man das nicht so ansieht, das gehört eben zu den, ich möchte sagen, verhängnisvollsten Dingen der Maja.

[ 19 ] Das ist eines der schlimmsten Stücke der Maja, daß der Mensch glaubt, er stecke mit seinem Geistig-Seelischen in seiner Haut. Das tut er nicht. In Wirklichkeit steckt er in den Dingen, die er sieht. Wenn ich einem Menschen gegenüberstehe, so stecke ich in ihm drinnen mit meinem Ich und Astralleib. Würde ich nicht meinen Organismus ihm entgegenhalten, so würde ich ihn nicht sehen. Daß ich ihn sehe, daran ist mein Organismus schuld, aber mit meinem Ich und Astralleib stecke ich in ihm drinnen. Daß man das nicht so ansieht, das gehört eben zu den, ich möchte sagen, verhängnisvollsten Dingen der Maja.

[ 20 ] So verschaffen wir uns eine Art Begriff, wie das Wahrnehmen und das Erleben auf dem physischen Plan ist. Betrachten wir nun die geistige Welt, von der ich gesagt habe, daß sie so flüchtig, so leicht fluktuierend und leicht beweglich ist gegenüber den Vorgängen und Dingen der physischen Welt. Da leben wir auch drinnen, aber wir erleben sie nicht so wie die groben Dinge der physischen Welt, weil sie zu fein sind. Wenn man dieses fluktuierende Feine erleben will, so kann das zunächst nur dadurch geschehen, daß man das, was unser gewöhnliches Ich ist, was der Träger unserer Individualität, unserer Egoität ist, herabstimmt, richtig herabstimmt. In einer richtigen Meditation tun wir das. Worin besteht diese Meditation? Wir nehmen uns irgendeinen Vorstellungsinhalt und überlassen uns ganz diesem Vorstellungsinhalt. Wir vergessen uns selber und leben in diesem Vorstellungsinhalt, indem wir die Egoität des gewöhnlichen Tagesbewußtseins unterdrücken. Wir schalten alles aus, was mit der Egoität des Tagesbewußtseins zusammenhängt. Und da wir als Erdenmenschen nur gewöhnt sind, für den physischen Plan die Egoität anzuwenden, haben wir zunächst [in der Meditation] überhaupt die Egoität unterdrückt. Statt daß wir [mit der Egoität] im physischen und Ätherleib leben, gelingt es uns allmählich, daß wir durch Unterdrücken der Egoität nur im Astralleib leben.

[ 20 ] So verschaffen wir uns eine Art Begriff, wie das Wahrnehmen und das Erleben auf dem physischen Plan ist. Betrachten wir nun die geistige Welt, von der ich gesagt habe, daß sie so flüchtig, so leicht fluktuierend und leicht beweglich ist gegenüber den Vorgängen und Dingen der physischen Welt. Da leben wir auch drinnen, aber wir erleben sie nicht so wie die groben Dinge der physischen Welt, weil sie zu fein sind. Wenn man dieses fluktuierende Feine erleben will, so kann das zunächst nur dadurch geschehen, daß man das, was unser gewöhnliches Ich ist, was der Träger unserer Individualität, unserer Egoität ist, herabstimmt, richtig herabstimmt. In einer richtigen Meditation tun wir das. Worin besteht diese Meditation? Wir nehmen uns irgendeinen Vorstellungsinhalt und überlassen uns ganz diesem Vorstellungsinhalt. Wir vergessen uns selber und leben in diesem Vorstellungsinhalt, indem wir die Egoität des gewöhnlichen Tagesbewußtseins unterdrücken. Wir schalten alles aus, was mit der Egoität des Tagesbewußtseins zusammenhängt. Und da wir als Erdenmenschen nur gewöhnt sind, für den physischen Plan die Egoität anzuwenden, haben wir zunächst [in der Meditation] überhaupt die Egoität unterdrückt. Statt daß wir [mit der Egoität] im physischen und Ätherleib leben, gelingt es uns allmählich, daß wir durch Unterdrücken der Egoität nur im Astralleib leben.

[ 21 ] Merken Sie wohl: das ist es, worauf es ankommt. Wenn wir meditieren, uns konzentrieren, haben wir immer zunächst das Ziel, das Bestreben, nicht in der Egoität zu leben — die darf dann nicht physische Erfahrungen vermitteln —, sondern wir haben das Bestreben, sie herunterzudrücken in den Astralleib. Wenn sie im Astralleib ist, spiegelt sie sich zunächst nicht im physischen Leib. Wenn Sie das Bukettchen sehen, sind Sie in Wahrheit in dem Bukettchen drinnen. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, und Sie sehen das Bukettchen, weil der physische Leib es Ihnen spiegelt. Wenn Sie das Ich mit der Egoität unterdrücken, dann werden Sie im Astralleib drinnen sein. Und der ist jetzt so fein, daß Sie die feinen fluktuierenden Dinge da draußen bewußt wahrnehmen können, aber dazu müssen sie nun auch erst gespiegelt werden, wenn Sie sie wirklich wahrnehmen sollen. Hier ist etwas, was Sie recht gut ins Auge fassen müssen. Es sind viele unter Ihnen, die sich treulich und wahrhaftig der Meditatiion hingeben. Dadurch erreichen Sie, daß die gewöhnliche Egoität unterdrückt wird, daß das Erleben im Astralleib eintritt. Aber es muß erst die Spiegelung dazukommen, damit Sie bewußt im Astralleib wahrnehmen. Unter Ihnen ist wahrhaftig eine ganze Schar, die durchaus durch die Meditation schon so weit ist, daß sie im Astralleib erlebt. Nun aber kommt es auf die Spiegelung an. Und geradeso wie man im gewöhnlichen Leben durch den physischen Leib das, was man erlebt, gespiegelt erhält, so muß man, wenn man in der geistigen Welt bewußt wahrnehmen will, durch den Ätherleib die Erlebnisse des astralischen Leibes zunächst gespiegelt erhalten.

[ 21 ] Merken Sie wohl: das ist es, worauf es ankommt. Wenn wir meditieren, uns konzentrieren, haben wir immer zunächst das Ziel, das Bestreben, nicht in der Egoität zu leben — die darf dann nicht physische Erfahrungen vermitteln —, sondern wir haben das Bestreben, sie herunterzudrücken in den Astralleib. Wenn sie im Astralleib ist, spiegelt sie sich zunächst nicht im physischen Leib. Wenn Sie das Bukettchen sehen, sind Sie in Wahrheit in dem Bukettchen drinnen. Der physische Leib ist ein Spiegelapparat, und Sie sehen das Bukettchen, weil der physische Leib es Ihnen spiegelt. Wenn Sie das Ich mit der Egoität unterdrücken, dann werden Sie im Astralleib drinnen sein. Und der ist jetzt so fein, daß Sie die feinen fluktuierenden Dinge da draußen bewußt wahrnehmen können, aber dazu müssen sie nun auch erst gespiegelt werden, wenn Sie sie wirklich wahrnehmen sollen. Hier ist etwas, was Sie recht gut ins Auge fassen müssen. Es sind viele unter Ihnen, die sich treulich und wahrhaftig der Meditatiion hingeben. Dadurch erreichen Sie, daß die gewöhnliche Egoität unterdrückt wird, daß das Erleben im Astralleib eintritt. Aber es muß erst die Spiegelung dazukommen, damit Sie bewußt im Astralleib wahrnehmen. Unter Ihnen ist wahrhaftig eine ganze Schar, die durchaus durch die Meditation schon so weit ist, daß sie im Astralleib erlebt. Nun aber kommt es auf die Spiegelung an. Und geradeso wie man im gewöhnlichen Leben durch den physischen Leib das, was man erlebt, gespiegelt erhält, so muß man, wenn man in der geistigen Welt bewußt wahrnehmen will, durch den Ätherleib die Erlebnisse des astralischen Leibes zunächst gespiegelt erhalten.

[ 22 ] Aber was geschieht dann, wenn wirklich bei einem Menschen das eintritt, daß ihm seine Erlebnisse im Astralleib gespiegelt werden durch den Ätherleib? Da geschieht etwas, von dem man vor allen Dingen wissen muß, daß es ganz, ganz anders ist als das Sehen in der physischen Welt. Ich möchte sagen: so bequem, wie man es in der physischen Welt hat, hat man es in der geistigen Welt nicht. Ein Bukettchen, das hier vor mir steht, ist ein in sich abgeschlossener Gegenstand; ich kann meine Freude daran haben, ich kann es mit nach Hause nehmen, es dort in eine Vase stellen und so weiter. So ist es aber ganz und gar nicht mit dem, was man als astrale Erlebnisse, gespiegelt durch den Ätherleib vor sich hat. Da lebt und webt alles. Nichts von dem, was da ist, ist auch nur einen Augenblick ruhig. Aber so, wie es da unmittelbar gespiegelt auftritt, ist es gar nicht das, worauf es ankommt, wirklich nicht. Bei diesem Bukettchen kommt es auf das an, was es ist. Ich nehme das Bukettchen und habe es dann. Wenn ich etwas gespiegelt habe durch den Ätherleib, kann ich es nicht so einfach nehmen, wie es da ist und damit zufrieden sein. Verstehen Sie mich wohl, meine lieben Freunde, es ist gar nicht das, wonach es ausschaut.

[ 22 ] Aber was geschieht dann, wenn wirklich bei einem Menschen das eintritt, daß ihm seine Erlebnisse im Astralleib gespiegelt werden durch den Ätherleib? Da geschieht etwas, von dem man vor allen Dingen wissen muß, daß es ganz, ganz anders ist als das Sehen in der physischen Welt. Ich möchte sagen: so bequem, wie man es in der physischen Welt hat, hat man es in der geistigen Welt nicht. Ein Bukettchen, das hier vor mir steht, ist ein in sich abgeschlossener Gegenstand; ich kann meine Freude daran haben, ich kann es mit nach Hause nehmen, es dort in eine Vase stellen und so weiter. So ist es aber ganz und gar nicht mit dem, was man als astrale Erlebnisse, gespiegelt durch den Ätherleib vor sich hat. Da lebt und webt alles. Nichts von dem, was da ist, ist auch nur einen Augenblick ruhig. Aber so, wie es da unmittelbar gespiegelt auftritt, ist es gar nicht das, worauf es ankommt, wirklich nicht. Bei diesem Bukettchen kommt es auf das an, was es ist. Ich nehme das Bukettchen und habe es dann. Wenn ich etwas gespiegelt habe durch den Ätherleib, kann ich es nicht so einfach nehmen, wie es da ist und damit zufrieden sein. Verstehen Sie mich wohl, meine lieben Freunde, es ist gar nicht das, wonach es ausschaut.

[ 23 ] Auch für diese Tatsache habe ich einen Vergleich schon öfter gebraucht: Wenn hier etwas stünde, einige Striche (es werden die Buchstaben BA U an die Tafel geschrieben), so würde ich sagen, wenn ich nicht lesen könnte: Da sehe ich Striche, so und so und so, die zu einer eigentümlichen Figur zusammengefügt sind. — Ich kann das, was da so an der Tafel steht, nicht wie das Bukettchen mit nach Hause nehmen; da hätte ich nichts. Und selbst wenn ich das, was da an der Tafel steht — «B A U» — lesen kann, so habe ich doch noch nicht das, worauf es ankommt. Das, worauf es mir ankommt, ist der Bau da draußen. Den drücke ich aus durch diese Striche und Zeichen «B A U». Auch wenn ich die Zeichen lese, habe ich nicht das, worauf es ankommt. In diesen Zeichen lese ich es nur, ich habe nicht den Bau selber. Beim gewöhnlichen Lesen habe ich nicht das vor mir, worauf es ankommt, sondern ich habe nur das Zeichen dafür.

[ 23 ] Auch für diese Tatsache habe ich einen Vergleich schon öfter gebraucht: Wenn hier etwas stünde, einige Striche (es werden die Buchstaben BA U an die Tafel geschrieben), so würde ich sagen, wenn ich nicht lesen könnte: Da sehe ich Striche, so und so und so, die zu einer eigentümlichen Figur zusammengefügt sind. — Ich kann das, was da so an der Tafel steht, nicht wie das Bukettchen mit nach Hause nehmen; da hätte ich nichts. Und selbst wenn ich das, was da an der Tafel steht — «B A U» — lesen kann, so habe ich doch noch nicht das, worauf es ankommt. Das, worauf es mir ankommt, ist der Bau da draußen. Den drücke ich aus durch diese Striche und Zeichen «B A U». Auch wenn ich die Zeichen lese, habe ich nicht das, worauf es ankommt. In diesen Zeichen lese ich es nur, ich habe nicht den Bau selber. Beim gewöhnlichen Lesen habe ich nicht das vor mir, worauf es ankommt, sondern ich habe nur das Zeichen dafür.

[ 24 ] So verstehe ich auch das, was ich zunächst bekomme, wenn ich im Astralleib erlebe und das gespiegelt bekomme im Ätherleibe, nur dann richtig, wenn ich es als ein Zeichen auffasse, und wenn ich lerne, daß das Zeichen für etwas anderes steht. Es genügt also nicht, wenn ich das, was von meinem Astralleib in meinem Ätherleib gespiegelt wird, anschaue, ebensowenig wie es auf die Striche ankommt, wenn hier «BAU» steht. Auf das, was diese Zeichen bedeuten, kommt es an. Ich muß erst lernen, sie zu lesen.

[ 24 ] So verstehe ich auch das, was ich zunächst bekomme, wenn ich im Astralleib erlebe und das gespiegelt bekomme im Ätherleibe, nur dann richtig, wenn ich es als ein Zeichen auffasse, und wenn ich lerne, daß das Zeichen für etwas anderes steht. Es genügt also nicht, wenn ich das, was von meinem Astralleib in meinem Ätherleib gespiegelt wird, anschaue, ebensowenig wie es auf die Striche ankommt, wenn hier «BAU» steht. Auf das, was diese Zeichen bedeuten, kommt es an. Ich muß erst lernen, sie zu lesen.

[ 25 ] Und ebenso muß ich zuerst lernen, das zu lesen, was ich wahrnehme in der geistigen Welt. Was in meinem Ätherleib gespiegelt wird, das sind erst die Zeichen für die Wahrheit. Das heißt, ich muß lernen, in der geistigen Welt zu lesen. Nur dadurch können wir etwas aus der geistigen Welt erfahren, daß wir das, was sie uns darbietet, zunächst als Buchstaben und Worte zu nehmen verstehen, die wir lesen lernen müssen. Das ist es. Und lernen wir das nicht, glauben wir, daß wir uns das okkulte Lesenlernen ersparen können, dann machen wir etwas geradeso Gescheites, wie wenn jemand ein Buch nimmt und sagt: Da gibt es Narren, die sagen, daß in diesem Buche etwas ausgedrückt sei; ich blättere in dem Buch von Seite zu Seite und sehe nur so hübsche Buchstaben darin. — Wer die Buchstaben nicht lesen kann, der nimmt nur das auf, was er sieht und kümmert sich nicht um das, was darin ausgedrückt ist.

[ 25 ] Und ebenso muß ich zuerst lernen, das zu lesen, was ich wahrnehme in der geistigen Welt. Was in meinem Ätherleib gespiegelt wird, das sind erst die Zeichen für die Wahrheit. Das heißt, ich muß lernen, in der geistigen Welt zu lesen. Nur dadurch können wir etwas aus der geistigen Welt erfahren, daß wir das, was sie uns darbietet, zunächst als Buchstaben und Worte zu nehmen verstehen, die wir lesen lernen müssen. Das ist es. Und lernen wir das nicht, glauben wir, daß wir uns das okkulte Lesenlernen ersparen können, dann machen wir etwas geradeso Gescheites, wie wenn jemand ein Buch nimmt und sagt: Da gibt es Narren, die sagen, daß in diesem Buche etwas ausgedrückt sei; ich blättere in dem Buch von Seite zu Seite und sehe nur so hübsche Buchstaben darin. — Wer die Buchstaben nicht lesen kann, der nimmt nur das auf, was er sieht und kümmert sich nicht um das, was darin ausgedrückt ist.

[ 26 ] Wenn man das, was ich eben gesagt habe, nicht berücksichtigt, so kommt man in ein ganz schiefes Verhältnis zur geistigen Welt. Darauf kommt es an, daß man das, was man wahrnimmt, deuten und lesen lernt. Wir werden in den nächsten Stunden schon sehen, wie dieses Deuten und Lesen gemeint ist.

[ 26 ] Wenn man das, was ich eben gesagt habe, nicht berücksichtigt, so kommt man in ein ganz schiefes Verhältnis zur geistigen Welt. Darauf kommt es an, daß man das, was man wahrnimmt, deuten und lesen lernt. Wir werden in den nächsten Stunden schon sehen, wie dieses Deuten und Lesen gemeint ist.

[ 27 ] Nun können wir also sagen, wir haben uns wenigstens einleitungsweise verständigt über den Vorbegriff: Was ist okkultes Lesen? Es kommt zustande, wenn der Mensch sich im Astralleib erlebt, wie er sonst im Ich erlebt in der physischen Welt, und wenn ihm nun nicht die Erlebnisse des Ich im physischen Leibe gespiegelt werden, sondern die Erlebnisse des Astralleibes im Ätherleibe.

[ 27 ] Nun können wir also sagen, wir haben uns wenigstens einleitungsweise verständigt über den Vorbegriff: Was ist okkultes Lesen? Es kommt zustande, wenn der Mensch sich im Astralleib erlebt, wie er sonst im Ich erlebt in der physischen Welt, und wenn ihm nun nicht die Erlebnisse des Ich im physischen Leibe gespiegelt werden, sondern die Erlebnisse des Astralleibes im Ätherleibe.

[ 28 ] Nun aber müssen wir da noch etwas anderes bedenken: Wir sind ja nicht nur, wie ich auch heute gesagt habe, da draußen in den Dingen, wir stecken nicht nur mit Ich und Astralleib in den Dingen darin, sondern wir schicken im Wachzustande auch etwas vom Ich in den physischen Leib hinein. Wir ziehen es nur in der Nacht, im Schlaf, aus dem physischen Leib wieder heraus. Das heißt, wir müssen für das Wahrnehmen der physischen Welt imstande sein, mit dem Ich unterzutauchen in unseren physischen Leib. Für das Wahrnehmen der geistigen Welt, für das Lesen der geistigen Welt, da erfahren wir zunächst, daß wir in unserem Astralleib erleben können, und daß wir gespiegelt erhalten können die Dinge, die wir im Astralleibe erleben, im ätherischen Leib.

[ 28 ] Nun aber müssen wir da noch etwas anderes bedenken: Wir sind ja nicht nur, wie ich auch heute gesagt habe, da draußen in den Dingen, wir stecken nicht nur mit Ich und Astralleib in den Dingen darin, sondern wir schicken im Wachzustande auch etwas vom Ich in den physischen Leib hinein. Wir ziehen es nur in der Nacht, im Schlaf, aus dem physischen Leib wieder heraus. Das heißt, wir müssen für das Wahrnehmen der physischen Welt imstande sein, mit dem Ich unterzutauchen in unseren physischen Leib. Für das Wahrnehmen der geistigen Welt, für das Lesen der geistigen Welt, da erfahren wir zunächst, daß wir in unserem Astralleib erleben können, und daß wir gespiegelt erhalten können die Dinge, die wir im Astralleibe erleben, im ätherischen Leib.

[ 29 ] Nun müssen wir aber auch dazu aufsteigen, in den Ätherleib so untertauchen zu können, wie wir beim Aufwachen in den physischen Leib untertauchen. Merken Sie sich das Folgende wohl: Es ist notwendig, mit dem Astralleib unterzutauchen in den Ätherleib, wenn wir lesen lernen in der geistigen Welt. Wie wir beim Aufwachen in den physischen Leib untertauchen, so müssen wir, ohne in den physischen Leib unterzutauchen, in den Ätherleib untertauchen. Die Okkultisten nennen dieses Untertauchen in den Ätherleib mit Recht ein Hinabstürzen in den Abgrund. Notwendig ist, daß man sich bei diesem Absturz in den Abgrund nicht betäubt, daß man mit dem Bewußtsein hinabdringt, und daß man sich wiederfindet im Absturz. Denn dieses Untertauchen in den Ätherleib geht nicht so bequem vor sich, wie das Untertauchen in den physischen Leib beim Aufwachen. Es ist in der Tat etwas wie ein gewaltiger Sturz in den Abgrund. Denn man wird jetzt in drei Teile gespalten, wie ich es beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» Man wird zersplittert, gespalten, aufgelöst in ein Dreifaches. Man kann nicht bewußt in seinen Ätherleib hinuntersteigen, ohne sich zu vervielfachen in der angegebenen Weise.

[ 29 ] Nun müssen wir aber auch dazu aufsteigen, in den Ätherleib so untertauchen zu können, wie wir beim Aufwachen in den physischen Leib untertauchen. Merken Sie sich das Folgende wohl: Es ist notwendig, mit dem Astralleib unterzutauchen in den Ätherleib, wenn wir lesen lernen in der geistigen Welt. Wie wir beim Aufwachen in den physischen Leib untertauchen, so müssen wir, ohne in den physischen Leib unterzutauchen, in den Ätherleib untertauchen. Die Okkultisten nennen dieses Untertauchen in den Ätherleib mit Recht ein Hinabstürzen in den Abgrund. Notwendig ist, daß man sich bei diesem Absturz in den Abgrund nicht betäubt, daß man mit dem Bewußtsein hinabdringt, und daß man sich wiederfindet im Absturz. Denn dieses Untertauchen in den Ätherleib geht nicht so bequem vor sich, wie das Untertauchen in den physischen Leib beim Aufwachen. Es ist in der Tat etwas wie ein gewaltiger Sturz in den Abgrund. Denn man wird jetzt in drei Teile gespalten, wie ich es beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» Man wird zersplittert, gespalten, aufgelöst in ein Dreifaches. Man kann nicht bewußt in seinen Ätherleib hinuntersteigen, ohne sich zu vervielfachen in der angegebenen Weise.

[ 30 ] Wenn der Mensch schläft, so ist er mit Ich und Astralleib außerhalb des physischen und ätherischen Leibes, und sein Bewußtsein ist zu dumpf, um die geistige Welt wahrzunehmen. Wenn er nun untertaucht in den physischen Leib, spiegelt ihm dieser die physische Welt, so daß er sie wahrnimmt. Das ist auch eine Art Hinabstürzen in den Abgrund, nur ist es uns so bequem gemacht, daß wir es nicht als Erschütterung empfinden. Wenn wir aufsteigen durch unsere Übungen in den Zustand, in dem wir etwas wahrnehmen können in der geistigen Welt, lernen wir «lesen». Das ist zu vergleichen mit einem bewußt gewordenen Schlafzustand. Wir lernen aber auch kennen das Hinabstürzen in den Abgrund, das Zersplittertwerden in drei Teile, wenn wir untergetaucht sind in unseren Ätherleib. Wenn wir da mit unserem Bewußtsein hinuntertauchen, sind wir imstande, bewußt auch in die Dinge und Vorgänge der geistigen Welt unterzutauchen, die außer uns sind.

[ 30 ] Wenn der Mensch schläft, so ist er mit Ich und Astralleib außerhalb des physischen und ätherischen Leibes, und sein Bewußtsein ist zu dumpf, um die geistige Welt wahrzunehmen. Wenn er nun untertaucht in den physischen Leib, spiegelt ihm dieser die physische Welt, so daß er sie wahrnimmt. Das ist auch eine Art Hinabstürzen in den Abgrund, nur ist es uns so bequem gemacht, daß wir es nicht als Erschütterung empfinden. Wenn wir aufsteigen durch unsere Übungen in den Zustand, in dem wir etwas wahrnehmen können in der geistigen Welt, lernen wir «lesen». Das ist zu vergleichen mit einem bewußt gewordenen Schlafzustand. Wir lernen aber auch kennen das Hinabstürzen in den Abgrund, das Zersplittertwerden in drei Teile, wenn wir untergetaucht sind in unseren Ätherleib. Wenn wir da mit unserem Bewußtsein hinuntertauchen, sind wir imstande, bewußt auch in die Dinge und Vorgänge der geistigen Welt unterzutauchen, die außer uns sind.

[ 31 ] So lange wir im Astralleib leben und die Dinge im Ätherleib gespiegelt erhalten, lernen wir lesen, wie wenn wir in einem Buche lesen. Sobald wir untergetaucht sind in den Ätherleib, zersplittern wir uns in drei Teile. Und die drei Teile können wir hinaussenden; sie wandeln dann bewußt in der geistigen Welt herum. Und die drei, die da herumwandeln, erfahren in diesem Herumwandeln dasjenige, was wir «okkultes Hören» nennen, Es beginnt das okkulte Hören, sobald wir bewußt hineingestürzt sind in unseren eigenen Ätherleib. Jetzt tauchen wir wirklich unter in die Dinge. Jetzt merken wir, daß dasjenige, was wir vorher gelernt haben zu lesen, von uns erlebt werden kann.

[ 31 ] So lange wir im Astralleib leben und die Dinge im Ätherleib gespiegelt erhalten, lernen wir lesen, wie wenn wir in einem Buche lesen. Sobald wir untergetaucht sind in den Ätherleib, zersplittern wir uns in drei Teile. Und die drei Teile können wir hinaussenden; sie wandeln dann bewußt in der geistigen Welt herum. Und die drei, die da herumwandeln, erfahren in diesem Herumwandeln dasjenige, was wir «okkultes Hören» nennen, Es beginnt das okkulte Hören, sobald wir bewußt hineingestürzt sind in unseren eigenen Ätherleib. Jetzt tauchen wir wirklich unter in die Dinge. Jetzt merken wir, daß dasjenige, was wir vorher gelernt haben zu lesen, von uns erlebt werden kann.

[ 32 ] Also wiederholen wir es: Der Mensch wird durch seine okkulten Übungen in die Lage versetzt, seine Egoität so weit zu unterdrücken, daß er bewußt in seinem Astralleib leben lernt. Dann werden ihm nach und nach die Vorgänge und Wesenheiten der geistigen Welt vom Ätherleib gespiegelt. Wenn er diese gespiegelte Welt in der richtigen Weise, wie wir in den nächsten Stunden hören werden, zu deuten vermag, so hat er die Kunst des okkulten Lesens gelernt. Wenn er weiterkommt und nicht nur von «außerhalb» im Ätherleibe zu lesen vermag, sondern untertauchend gleichsam aufzuwachen im Ätherleib, dann schickt er die Drei, die aus ihm geworden sind, hinaus in die Welt und hört die Vorgänge in ihrem inneren Weben und Wesen. Dann hört er sie.

[ 32 ] Also wiederholen wir es: Der Mensch wird durch seine okkulten Übungen in die Lage versetzt, seine Egoität so weit zu unterdrücken, daß er bewußt in seinem Astralleib leben lernt. Dann werden ihm nach und nach die Vorgänge und Wesenheiten der geistigen Welt vom Ätherleib gespiegelt. Wenn er diese gespiegelte Welt in der richtigen Weise, wie wir in den nächsten Stunden hören werden, zu deuten vermag, so hat er die Kunst des okkulten Lesens gelernt. Wenn er weiterkommt und nicht nur von «außerhalb» im Ätherleibe zu lesen vermag, sondern untertauchend gleichsam aufzuwachen im Ätherleib, dann schickt er die Drei, die aus ihm geworden sind, hinaus in die Welt und hört die Vorgänge in ihrem inneren Weben und Wesen. Dann hört er sie.

[ 33 ] Dadurch gelangt man aber allmählich dahin, das okkulte Lesen und das okkulte Hören so zu haben, daß man damit etwas ganz Bestimmtes verbindet. Man gelangt dadurch aber auch wirklich in die Realität der Dinge hinein. Denn das, was auf dem physischen Plan vor sich geht, ist nicht die Realität, wirklich nicht. Eine einfache Überlegung kann uns an allen Ecken und Enden der Welt zeigen, wie dasjenige, was wir in unserem Umkreis erleben, nicht die Realität ist; wie wir alles im Grunde genommen falsch deuten.

[ 33 ] Dadurch gelangt man aber allmählich dahin, das okkulte Lesen und das okkulte Hören so zu haben, daß man damit etwas ganz Bestimmtes verbindet. Man gelangt dadurch aber auch wirklich in die Realität der Dinge hinein. Denn das, was auf dem physischen Plan vor sich geht, ist nicht die Realität, wirklich nicht. Eine einfache Überlegung kann uns an allen Ecken und Enden der Welt zeigen, wie dasjenige, was wir in unserem Umkreis erleben, nicht die Realität ist; wie wir alles im Grunde genommen falsch deuten.

[ 34 ] Einmal sagte mir jemand an den Ufern des Rheines: Das ist der alte Rhein. — Das ist gewiß ein sehr schöner, tief empfundener Ausspruch. Aber was ist denn eigentlich alt an dem Rhein? Das Wasser, das man fließen sieht? Gewiß nicht; es fließt fortwährend und ist im nächsten Augenblick schon nicht mehr da. Das Alte könnte höchstens das Loch sein, das durch das Wasser in der Erde ausgewühlt ist. Das meint man aber auch nicht, wenn man sagt «der alte Rhein». Was also ist es eigentlich, was man mit dem Wort «alter Rhein» bezeichnet? Man sagt ja auch nicht vom Meer, es sei ein «altes Meer», und im Meer sind auch Löcher, die vom Wasser ausgewühlt sind, und im Meer sind auch Strömungen. Wenn im Meer der Golfstrom dahinfließt, so ist da jeden Augenblick nicht nur das Wasser ein anderes, sondern auch die Löcher sind anders.

[ 34 ] Einmal sagte mir jemand an den Ufern des Rheines: Das ist der alte Rhein. — Das ist gewiß ein sehr schöner, tief empfundener Ausspruch. Aber was ist denn eigentlich alt an dem Rhein? Das Wasser, das man fließen sieht? Gewiß nicht; es fließt fortwährend und ist im nächsten Augenblick schon nicht mehr da. Das Alte könnte höchstens das Loch sein, das durch das Wasser in der Erde ausgewühlt ist. Das meint man aber auch nicht, wenn man sagt «der alte Rhein». Was also ist es eigentlich, was man mit dem Wort «alter Rhein» bezeichnet? Man sagt ja auch nicht vom Meer, es sei ein «altes Meer», und im Meer sind auch Löcher, die vom Wasser ausgewühlt sind, und im Meer sind auch Strömungen. Wenn im Meer der Golfstrom dahinfließt, so ist da jeden Augenblick nicht nur das Wasser ein anderes, sondern auch die Löcher sind anders.

[ 35 ] Was ist denn überhaupt bleibend im Physischen? Nichts, gar nichts. So ist es mit der ganzen physischen Welt. Ihr eigener Organismus ist fortwährend im Fluß; was Sie heute in sich haben als Fleisch und Blut, das hatten Sie vor acht Jahren noch nicht. Nichts Reales ist bleibend im Physischen, alles ist fließend, und das, wofür wir das Wort gebrauchen, haben wir gar nicht richtig im Auge.

[ 35 ] Was ist denn überhaupt bleibend im Physischen? Nichts, gar nichts. So ist es mit der ganzen physischen Welt. Ihr eigener Organismus ist fortwährend im Fluß; was Sie heute in sich haben als Fleisch und Blut, das hatten Sie vor acht Jahren noch nicht. Nichts Reales ist bleibend im Physischen, alles ist fließend, und das, wofür wir das Wort gebrauchen, haben wir gar nicht richtig im Auge.

[ 36 ] Es hat nur einen Sinn, vom «alten Rhein» zu sprechen, wenn wir das Bleibende, das sind die Elementarwesen, die wirklich in dem Rhein leben, wenn wir den alten Flußgott «Rhein», das heißt ein geistiges Wesen, meinen. Nur dann haben wir überhaupt etwas Sinnvolles gemeint. Wir müssen mit dem Wort vom «alten Rhein» etwas Geistiges meinen, oder wir reden gedankenlos. So sehr, meine lieben Freunde, ist es wahr, daß wir nur in die wirklichen Realitäten hineinkommen, wenn wir uns an die geistigen Welten halten. Nur dann kommen wir in die wirklichen Realitäten hinein. Daß und wie wir da hineinkommen, werden wir sehen, wenn wir das okkulte Lesen und Hören dann morgen und übermorgen in den Einzelheiten, soweit es geht, besprechen werden.

[ 36 ] Es hat nur einen Sinn, vom «alten Rhein» zu sprechen, wenn wir das Bleibende, das sind die Elementarwesen, die wirklich in dem Rhein leben, wenn wir den alten Flußgott «Rhein», das heißt ein geistiges Wesen, meinen. Nur dann haben wir überhaupt etwas Sinnvolles gemeint. Wir müssen mit dem Wort vom «alten Rhein» etwas Geistiges meinen, oder wir reden gedankenlos. So sehr, meine lieben Freunde, ist es wahr, daß wir nur in die wirklichen Realitäten hineinkommen, wenn wir uns an die geistigen Welten halten. Nur dann kommen wir in die wirklichen Realitäten hinein. Daß und wie wir da hineinkommen, werden wir sehen, wenn wir das okkulte Lesen und Hören dann morgen und übermorgen in den Einzelheiten, soweit es geht, besprechen werden.