Occult Reading and Occult Hearing
GA 156
4 October 1914, Dornach
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Okkultes Lesen und okkultes Hören
Zweiter Vortrag
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Was ich gestern sagte in bezug auf die eigentliche Lage der menschlichen Wesenheit im Verhältnis zur Welt, das wollen wir uns noch einmal deutlich vor Augen stellen. Ich sagte, eigentlich sei es eine Maja, eine Täuschung, wenn wir annehmen, wir seien als seelisch-geistige Menschenwesen in unserer Haut darin, und die Dinge wären so um uns herum, und wir nähmen von den Dingen gleichsam die Abbilder in uns herein. In Wahrheit leben wir als seelisch-geistige Menschenwesen in den Dingen drin, und wir würden dieses In-den-Dingen-Drinnen-leben nicht wahrnehmen können, wenn wir nicht unsere Erlebnisse mit den Dingen aus unserem Organismus heraus gespiegelt erhalten würden. Und zwar so, wie wir in der gewöhnlichen physischen Welt drinnenleben, so werden uns die Dinge von unserem physischen Organismus gespiegelt, von seinem ganzen Sinnensystem, von seinem Denksystem, von seinem Gefühls- und Willenssystem.
[ 1 ] Was ich gestern sagte in bezug auf die eigentliche Lage der menschlichen Wesenheit im Verhältnis zur Welt, das wollen wir uns noch einmal deutlich vor Augen stellen. Ich sagte, eigentlich sei es eine Maja, eine Täuschung, wenn wir annehmen, wir seien als seelisch-geistige Menschenwesen in unserer Haut darin, und die Dinge wären so um uns herum, und wir nähmen von den Dingen gleichsam die Abbilder in uns herein. In Wahrheit leben wir als seelisch-geistige Menschenwesen in den Dingen drin, und wir würden dieses In-den-Dingen-Drinnen-leben nicht wahrnehmen können, wenn wir nicht unsere Erlebnisse mit den Dingen aus unserem Organismus heraus gespiegelt erhalten würden. Und zwar so, wie wir in der gewöhnlichen physischen Welt drinnenleben, so werden uns die Dinge von unserem physischen Organismus gespiegelt, von seinem ganzen Sinnensystem, von seinem Denksystem, von seinem Gefühls- und Willenssystem.
[ 2 ] Also das ist eigentlich die Wahrheit, daß unser Organismus ein Spiegelungsapparat ist, daß dasjenige, was wir erleben, in uns nicht erzeugt wird etwa durch unseren physischen Organismus — was eine irrtümliche Vorstellung des Materialismus ist —, sondern daß es gespiegelt wird. Geradesowenig wie ein Spiegel das hervorbringt, was man im Spiegel sieht, ebensowenig bringt unser Organismus das hervor, was wir über die Dinge und an den Dingen seelisch erleben. Der Materialist, der behauptet, daß das Gehirn oder ein anderes Organ unsere seelischen Erlebnisse hervorbringe, der behauptet in bezug auf diese höheren Dinge etwas ganz Gleiches, wie wenn jemand behaupten wollte, das Gesicht, das er von sich selber im Spiegel erblickt, gehöre nicht ihm, sondern sei vom Spiegel hervorgebracht.
[ 2 ] Also das ist eigentlich die Wahrheit, daß unser Organismus ein Spiegelungsapparat ist, daß dasjenige, was wir erleben, in uns nicht erzeugt wird etwa durch unseren physischen Organismus — was eine irrtümliche Vorstellung des Materialismus ist —, sondern daß es gespiegelt wird. Geradesowenig wie ein Spiegel das hervorbringt, was man im Spiegel sieht, ebensowenig bringt unser Organismus das hervor, was wir über die Dinge und an den Dingen seelisch erleben. Der Materialist, der behauptet, daß das Gehirn oder ein anderes Organ unsere seelischen Erlebnisse hervorbringe, der behauptet in bezug auf diese höheren Dinge etwas ganz Gleiches, wie wenn jemand behaupten wollte, das Gesicht, das er von sich selber im Spiegel erblickt, gehöre nicht ihm, sondern sei vom Spiegel hervorgebracht.
[ 3 ] Was also die Wahrheit der Sache ist, das muß man gewissermaßen erleben in dem Augenblick, wo man in der gestern beschriebenen Weise zum okkulten Lesen aufsteigt. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, wie es ist, wenn wir zum okkulten Lesen kommen. Wir erleben, nachdem wir uns in der gestern beschriebenen Weise vorbereitet haben, die flüchtigeren — nur in bezug auf das physische Wesen natürlich flüchtigeren —, fluktuierenden Wesenheiten und Ereignisse der geistigen Welt. Aber wir sehen sie, indem wir sie erleben in unserem Astralleib, von unserem Ätherleib aus gespiegelt, und diese Spiegelungen erleben wir als Bilder. Ich sagte gestern, im allgemeinen können wir diese Bilder, die wir so erleben, nur als Zeichen der geistigen Wirklichkeit ansehen. Und ich habe durch einen Vergleich klarzumachen versucht, welchem Irrtum derjenige sich hingeben würde, der das, was er so unmittelbar erlebt wie Traumbilder — nur ungeheuer viel lebendiger als gewöhnliche Traumbilder —, für Wirklichkeit ansehen würde. Bei dem stünde es geradeso wie bei jemandem, der das Wort «BAU», das an die Tafel geschrieben wurde, nicht für das Zeichen des Baues nimmt, sondern es als die Wirklichkeit betrachten würde, auf die es ankommt. Wir müssen uns vorstellen, daß in dem Augenblick, wo wir in die Lage gekommen sind, von draußen herein durch unseren Ätherleib gespiegelt zu erhalten die in bezug auf das Physische fluktuierenden, leicht flüchtigen Bilder der geistigen Welt, wir gleichsam vor einem aufgeschlagenen Buch stehen, ein Buch, das für uns aufgeschlagen ist, das wir aber erst lesen lernen müssen, richtig lesen lernen.
[ 3 ] Was also die Wahrheit der Sache ist, das muß man gewissermaßen erleben in dem Augenblick, wo man in der gestern beschriebenen Weise zum okkulten Lesen aufsteigt. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, wie es ist, wenn wir zum okkulten Lesen kommen. Wir erleben, nachdem wir uns in der gestern beschriebenen Weise vorbereitet haben, die flüchtigeren — nur in bezug auf das physische Wesen natürlich flüchtigeren —, fluktuierenden Wesenheiten und Ereignisse der geistigen Welt. Aber wir sehen sie, indem wir sie erleben in unserem Astralleib, von unserem Ätherleib aus gespiegelt, und diese Spiegelungen erleben wir als Bilder. Ich sagte gestern, im allgemeinen können wir diese Bilder, die wir so erleben, nur als Zeichen der geistigen Wirklichkeit ansehen. Und ich habe durch einen Vergleich klarzumachen versucht, welchem Irrtum derjenige sich hingeben würde, der das, was er so unmittelbar erlebt wie Traumbilder — nur ungeheuer viel lebendiger als gewöhnliche Traumbilder —, für Wirklichkeit ansehen würde. Bei dem stünde es geradeso wie bei jemandem, der das Wort «BAU», das an die Tafel geschrieben wurde, nicht für das Zeichen des Baues nimmt, sondern es als die Wirklichkeit betrachten würde, auf die es ankommt. Wir müssen uns vorstellen, daß in dem Augenblick, wo wir in die Lage gekommen sind, von draußen herein durch unseren Ätherleib gespiegelt zu erhalten die in bezug auf das Physische fluktuierenden, leicht flüchtigen Bilder der geistigen Welt, wir gleichsam vor einem aufgeschlagenen Buch stehen, ein Buch, das für uns aufgeschlagen ist, das wir aber erst lesen lernen müssen, richtig lesen lernen.
[ 4 ] Das ist im allgemeinen richtig. Aber viel mehr, als dies für die Erlebnisse des physischen Planes gilt, gilt es für die Erlebnisse der höheren Welten, daß alles Richtige Ausnahmen erfährt. Und namentlich das, was ich eben gesagt habe, erfährt Ausnahmen. Das muß man wissen, sonst kann man sich nicht zurechtfinden in der geistigen Welt: es gilt im allgemeinen, aber es erfährt Ausnahmen. Inwiefern es Ausnahmen erfährt, das möchte ich lieber etwas anschaulicher erörtern.
[ 4 ] Das ist im allgemeinen richtig. Aber viel mehr, als dies für die Erlebnisse des physischen Planes gilt, gilt es für die Erlebnisse der höheren Welten, daß alles Richtige Ausnahmen erfährt. Und namentlich das, was ich eben gesagt habe, erfährt Ausnahmen. Das muß man wissen, sonst kann man sich nicht zurechtfinden in der geistigen Welt: es gilt im allgemeinen, aber es erfährt Ausnahmen. Inwiefern es Ausnahmen erfährt, das möchte ich lieber etwas anschaulicher erörtern.
[ 5 ] Ich will ausgehen von einem ganz bestimmten Fall. Nehmen wir an, jemand, der hellseherische Kräfte in unserem Sinne bis zu einem gewissen Grade in sich ausgebildet hat, der bestrebe sich — nun, sagen wir, weil ja das für viele Menschen naheliegt —, einen Toten aufzusuchen in der geistigen Welt, also einen Menschen, der vor kürzerer oder längerer Zeit durch die Pforte des Todes gegangen ist, und der in der geistigen Welt lebt, in jenem Leben, das wir beschrieben haben als das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Nun ist ein solches Aufsuchen davon abhängig — das können Sie schon aus dem gestrigen Vortrag ersehen —, daß man gewissermaßen von der geistigen Welt heraus begnadet wird, den Betreffenden auch wirklich sehen, schauen zu können. In der Regel wird bei solchem Bestreben die bloße Neugier durchaus nicht befriedigt. Wer also von vorneherein bloß mit der Absicht, seine Neugierde zu befriedigen, an die Sache herangehen wollte, einen Toten in der geistigen Welt aufzusuchen, der würde entweder gar nichts sehen, oder den mannigfaltigsten Irrtümern ausgesetzt sein müssen. Aber nehmen wir an, das wäre nicht der Fall, sondern es läge auch ein von den Wesen der geistigen Welt als berechtigt anerkannter Grund vor, daß man diesem Toten begegnet. Nehmen wir an, es sei alles in Ordnung — um das triviale Wort auszusprechen —, man dürfte gewissermaßen dem Toten begegnen. Nun wird — ganz allgemein, sage ich wiederum — dies nicht einfach so eintreten können, daß sich der betreffende Hellseher durch irgendwelche Meditation in die geistige Welt versetzt und dann etwa seine Begierden, seine Wünsche oder seine Gedanken nach dem Toten richtet, um gewissermaßen mit seiner Anschauung begnadet zu werden. Wenn das unternommen, oder wenn vorausgesetzt würde, daß ein solches Resultat eintreten könnte, so würde man sich irren. In der Regel wird vielmehr etwas ganz anderes eintreten.
[ 5 ] Ich will ausgehen von einem ganz bestimmten Fall. Nehmen wir an, jemand, der hellseherische Kräfte in unserem Sinne bis zu einem gewissen Grade in sich ausgebildet hat, der bestrebe sich — nun, sagen wir, weil ja das für viele Menschen naheliegt —, einen Toten aufzusuchen in der geistigen Welt, also einen Menschen, der vor kürzerer oder längerer Zeit durch die Pforte des Todes gegangen ist, und der in der geistigen Welt lebt, in jenem Leben, das wir beschrieben haben als das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Nun ist ein solches Aufsuchen davon abhängig — das können Sie schon aus dem gestrigen Vortrag ersehen —, daß man gewissermaßen von der geistigen Welt heraus begnadet wird, den Betreffenden auch wirklich sehen, schauen zu können. In der Regel wird bei solchem Bestreben die bloße Neugier durchaus nicht befriedigt. Wer also von vorneherein bloß mit der Absicht, seine Neugierde zu befriedigen, an die Sache herangehen wollte, einen Toten in der geistigen Welt aufzusuchen, der würde entweder gar nichts sehen, oder den mannigfaltigsten Irrtümern ausgesetzt sein müssen. Aber nehmen wir an, das wäre nicht der Fall, sondern es läge auch ein von den Wesen der geistigen Welt als berechtigt anerkannter Grund vor, daß man diesem Toten begegnet. Nehmen wir an, es sei alles in Ordnung — um das triviale Wort auszusprechen —, man dürfte gewissermaßen dem Toten begegnen. Nun wird — ganz allgemein, sage ich wiederum — dies nicht einfach so eintreten können, daß sich der betreffende Hellseher durch irgendwelche Meditation in die geistige Welt versetzt und dann etwa seine Begierden, seine Wünsche oder seine Gedanken nach dem Toten richtet, um gewissermaßen mit seiner Anschauung begnadet zu werden. Wenn das unternommen, oder wenn vorausgesetzt würde, daß ein solches Resultat eintreten könnte, so würde man sich irren. In der Regel wird vielmehr etwas ganz anderes eintreten.
[ 6 ] Sie müssen sich klar sein, meine lieben Freunde, daß man immer nur besondere Fälle schildern kann, daß man nicht allgemeine, abstrakte Theorien gebrauchen kann, wenn man ein solches Thema der okkulten Welt bespricht, wie es in diesem Augenblick von mir geschieht. Ich kann nur ein Exempel, ein Beispiel geben.
[ 6 ] Sie müssen sich klar sein, meine lieben Freunde, daß man immer nur besondere Fälle schildern kann, daß man nicht allgemeine, abstrakte Theorien gebrauchen kann, wenn man ein solches Thema der okkulten Welt bespricht, wie es in diesem Augenblick von mir geschieht. Ich kann nur ein Exempel, ein Beispiel geben.
[ 7 ] Nehmen wir also an, ein Seher hätte einen berechtigten Grund, mit irgendeinem Toten zusammenzukommen, und er träfe durch Meditation, durch Konzentration seiner Gedanken Anstalten, gerade mit diesem Toten zusammenzukommen. Welcher Art diese Anstalten sind, das zu beschreiben, würde heute zu weit führen, aber nehmen wir an, diese Anstalten seien richtig. Dann wird, wenn durch die Meditation, die Konzentration, der Zustand der Seele wirklich eingetreten ist, durch den der betreffende Tote von dem Seher wahrgenommen werden kann, der Seher vielleicht zunächst etwas sehen, was er — wenn er nicht schon Erfahrungen hat auf diesem Gebiet — sehr leicht geneigt sein könnte, gar nicht für die Erscheinung des Toten oder für etwas, was mit dem Toten zusammenhängt, zu halten. Er sieht vielleicht eine sich vor ihm ausbreitende Bilderwelt, eine lebendige Bilderwelt, die viel lebendiger ist als die Bilder der gewöhnlichen Träume.
[ 7 ] Nehmen wir also an, ein Seher hätte einen berechtigten Grund, mit irgendeinem Toten zusammenzukommen, und er träfe durch Meditation, durch Konzentration seiner Gedanken Anstalten, gerade mit diesem Toten zusammenzukommen. Welcher Art diese Anstalten sind, das zu beschreiben, würde heute zu weit führen, aber nehmen wir an, diese Anstalten seien richtig. Dann wird, wenn durch die Meditation, die Konzentration, der Zustand der Seele wirklich eingetreten ist, durch den der betreffende Tote von dem Seher wahrgenommen werden kann, der Seher vielleicht zunächst etwas sehen, was er — wenn er nicht schon Erfahrungen hat auf diesem Gebiet — sehr leicht geneigt sein könnte, gar nicht für die Erscheinung des Toten oder für etwas, was mit dem Toten zusammenhängt, zu halten. Er sieht vielleicht eine sich vor ihm ausbreitende Bilderwelt, eine lebendige Bilderwelt, die viel lebendiger ist als die Bilder der gewöhnlichen Träume.
[ 8 ] Ich muß das immer wieder betonen, weil das gewöhnlich in der Welt irrtümlich dargestellt wird. Die gewöhnlichen Traumbilder sind Schimären, während diese Bilder Zeichen der höheren, der geistigen Welt sind. Man muß erst lernen, die Zeichenwelt zu verstehen. Man erlebt in sich bewegliche Bilder, allerlei Ereignisse, die im Zusammenhang stehen mit dieser oder jener Persönlichkeit. Das erlebt man; nur kann man zunächst kaum eine Ähnlichkeit herausfinden zwischen dem, was man angestrebt hat, und den Bildern, die man da erlebt. Aber eines zeigt sich dann, wenn das wirklich der Fall ist, wenn es nicht ein bloßer Irrweg ist, den man eingeschlagen hat: Innerhalb dieser beweglichen Bilderwelt wird man etwas erleben, was wie, ich möchte sagen, der wichtigste Punkt darin erscheint. Bei den andern Bildern wird man sich sagen: Sie enthalten etwas, diese Bilder, das dir vertraut ist, das dich erinnert an allerlei Dinge, die unter Umständen auch aus deiner Erinnerung auftauchen könnten; und obwohl du unter deinen Erinnerungen niemals gerade diese Begebenheiten hast haben können, so könnten sie doch unter Umständen, weil sie sich anlehnen an das, was du erlebt hast, die mit Phantasiegebilden durchwachsenen Erinnerungen an solche Erlebnisse sein.
[ 8 ] Ich muß das immer wieder betonen, weil das gewöhnlich in der Welt irrtümlich dargestellt wird. Die gewöhnlichen Traumbilder sind Schimären, während diese Bilder Zeichen der höheren, der geistigen Welt sind. Man muß erst lernen, die Zeichenwelt zu verstehen. Man erlebt in sich bewegliche Bilder, allerlei Ereignisse, die im Zusammenhang stehen mit dieser oder jener Persönlichkeit. Das erlebt man; nur kann man zunächst kaum eine Ähnlichkeit herausfinden zwischen dem, was man angestrebt hat, und den Bildern, die man da erlebt. Aber eines zeigt sich dann, wenn das wirklich der Fall ist, wenn es nicht ein bloßer Irrweg ist, den man eingeschlagen hat: Innerhalb dieser beweglichen Bilderwelt wird man etwas erleben, was wie, ich möchte sagen, der wichtigste Punkt darin erscheint. Bei den andern Bildern wird man sich sagen: Sie enthalten etwas, diese Bilder, das dir vertraut ist, das dich erinnert an allerlei Dinge, die unter Umständen auch aus deiner Erinnerung auftauchen könnten; und obwohl du unter deinen Erinnerungen niemals gerade diese Begebenheiten hast haben können, so könnten sie doch unter Umständen, weil sie sich anlehnen an das, was du erlebt hast, die mit Phantasiegebilden durchwachsenen Erinnerungen an solche Erlebnisse sein.
[ 9 ] Gerade da muß der wirkliche Hellseher aufmerksam sein. Er muß im Auge behalten, daß er es mit einer Bilderwelt zu tun hat, die sich aus seiner Erinnerung zusammensetzen könnte. Aber irgendein Punkt zeigt sich darin, der keine solche Erinnerung birgt. Man muß genau unterscheiden, was aus unserer Phantasie zusammengesetzt sein könnte, und was darin Eines ist, um das sich gleichsam alles übrige gruppiert. Von dem muß man sagen: Das wäre niemals aus deiner Erinnerung gekommen, das könnte auch niemals aus der Traumwelt in dein Gesichtsfeld hereinkommen. — Natürlich muß man auch eine gewisse Praxis haben, um Traumbilder von der Wirklichkeit zu unterscheiden und diesen Unterschied genau zu sehen. Aber man kommt dann dazu, zu sagen: Irgend etwas ist dadrinnen, um das sich alles andere gruppiert. In der Regel — ich versuche genau zu sprechen — ist es so, daß dieses eine, das dadrinnen ist, in gewissem Sinne sogar paradox, absurd erscheinen kann. Es ist so, daß etwas Merkwürdiges in einer solchen Bilderreihe — die sonst vielleicht so schön, so großartig, so gewaltig ist —, daß etwas sehr Sonderbares darin erscheint. Nun wird es sehr häufig dem Seher passieren, daß so etwas wiederum abflutet, wiederum hinweggeht, daß er eigentlich mehr oder weniger nichts anfangen kann damit. Dann muß er natürlich den Versuch immer wiederum von neuem unternehmen, und es wird ihm in der Regel, wenn er eine gewisse Praxis des Sehertums hat, von neuem gelingen. Er wird immer wiederum eine solche Bilderreihe sehen, vielleicht eine neue Bilderreihe ganz anderer Art. Aber wieder wird sich etwas in der Mitte zeigen, das das gleiche ist, was man schon früher als Mittelpunkt einer Bilderreihe gesehen hat. Nur muß man schon bis zu einem gewissen Punkte des Sehertums gekommen sein, wenn es einem gleich das erste oder das folgende Mal gelingen soll, mit diesen Bilderreihen das Richtige zu erreichen. Man muß dazu gekommen sein, während man die Bilderreihe noch hat, vollständig besonnen und selbstbewußt zu werden, da drinnen wirklich mit seinem Selbstbewußtsein zu leben, so daß das Bild einem nicht entwischt wie ein Traumbild. Man muß sich so ihm gegenüberstellen, wie man sich einem Ding der Außenwelt gegenüberstellt: daß man sich in der Hand hat, daß man weiß, ich bin es, der das wahrnimmt, und dort ist das Bild. — Man muß sich unterscheiden können von dem Bild, man muß nicht von dem Bilde hingenommen sein.
[ 9 ] Gerade da muß der wirkliche Hellseher aufmerksam sein. Er muß im Auge behalten, daß er es mit einer Bilderwelt zu tun hat, die sich aus seiner Erinnerung zusammensetzen könnte. Aber irgendein Punkt zeigt sich darin, der keine solche Erinnerung birgt. Man muß genau unterscheiden, was aus unserer Phantasie zusammengesetzt sein könnte, und was darin Eines ist, um das sich gleichsam alles übrige gruppiert. Von dem muß man sagen: Das wäre niemals aus deiner Erinnerung gekommen, das könnte auch niemals aus der Traumwelt in dein Gesichtsfeld hereinkommen. — Natürlich muß man auch eine gewisse Praxis haben, um Traumbilder von der Wirklichkeit zu unterscheiden und diesen Unterschied genau zu sehen. Aber man kommt dann dazu, zu sagen: Irgend etwas ist dadrinnen, um das sich alles andere gruppiert. In der Regel — ich versuche genau zu sprechen — ist es so, daß dieses eine, das dadrinnen ist, in gewissem Sinne sogar paradox, absurd erscheinen kann. Es ist so, daß etwas Merkwürdiges in einer solchen Bilderreihe — die sonst vielleicht so schön, so großartig, so gewaltig ist —, daß etwas sehr Sonderbares darin erscheint. Nun wird es sehr häufig dem Seher passieren, daß so etwas wiederum abflutet, wiederum hinweggeht, daß er eigentlich mehr oder weniger nichts anfangen kann damit. Dann muß er natürlich den Versuch immer wiederum von neuem unternehmen, und es wird ihm in der Regel, wenn er eine gewisse Praxis des Sehertums hat, von neuem gelingen. Er wird immer wiederum eine solche Bilderreihe sehen, vielleicht eine neue Bilderreihe ganz anderer Art. Aber wieder wird sich etwas in der Mitte zeigen, das das gleiche ist, was man schon früher als Mittelpunkt einer Bilderreihe gesehen hat. Nur muß man schon bis zu einem gewissen Punkte des Sehertums gekommen sein, wenn es einem gleich das erste oder das folgende Mal gelingen soll, mit diesen Bilderreihen das Richtige zu erreichen. Man muß dazu gekommen sein, während man die Bilderreihe noch hat, vollständig besonnen und selbstbewußt zu werden, da drinnen wirklich mit seinem Selbstbewußtsein zu leben, so daß das Bild einem nicht entwischt wie ein Traumbild. Man muß sich so ihm gegenüberstellen, wie man sich einem Ding der Außenwelt gegenüberstellt: daß man sich in der Hand hat, daß man weiß, ich bin es, der das wahrnimmt, und dort ist das Bild. — Man muß sich unterscheiden können von dem Bild, man muß nicht von dem Bilde hingenommen sein.
[ 10 ] Um das zu erreichen, wird man gut tun, zunächst zu versuchen wenn das Bild so dasteht —, willkürlich in dem Bild drinnen etwas zu verändern. Nehmen wir zum Beispiel an, das Bild steht da, man hat es erlangt, daß man sich unterscheidet von dem Bilde, daß man da ist, und es kommt in der Bilderwelt irgendeine Persönlichkeit vor, die einen mißßmutig, unfreundlich ansieht. So fasse man jetzt einmal das Gefühl: Wie wäre es, wenn ich recht gut wäre zu dieser Persönlichkeit, damit sie mich freundlicher ansieht, nachdem sie mich bis jetzt mißmutig angesehen hat? — Wenn das gelingt, etwas bewußt zu ändern in der Bilderwelt, dann hat man es leichter, seine Position gegenüber der Bilderwelt festzuhalten.
[ 10 ] Um das zu erreichen, wird man gut tun, zunächst zu versuchen wenn das Bild so dasteht —, willkürlich in dem Bild drinnen etwas zu verändern. Nehmen wir zum Beispiel an, das Bild steht da, man hat es erlangt, daß man sich unterscheidet von dem Bilde, daß man da ist, und es kommt in der Bilderwelt irgendeine Persönlichkeit vor, die einen mißßmutig, unfreundlich ansieht. So fasse man jetzt einmal das Gefühl: Wie wäre es, wenn ich recht gut wäre zu dieser Persönlichkeit, damit sie mich freundlicher ansieht, nachdem sie mich bis jetzt mißmutig angesehen hat? — Wenn das gelingt, etwas bewußt zu ändern in der Bilderwelt, dann hat man es leichter, seine Position gegenüber der Bilderwelt festzuhalten.
[ 11 ] Das nächste aber muß nun sein, daß man — ja, nun ist es schwierig, einen Ausdruck zu finden, denn die Dinge der geistigen Welt sind nun einmal verschieden von der physischen Welt —, daß man tatsächlich jetzt mit dem Bilde, mit all den Bildern, die man da hat, sich identifizieren muß. Man muß in sie untertauchen, muß eins mit ihnen werden. Denn damit, daß man eins wird mit ihnen, vollzieht man, wie wir gleich sehen werden, eine wichtige Wahrheit. Ich möchte sagen, wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf: Man muß geistig diese ganze Bilderreihe essen, sie verschlucken, in sich selber aufnehmen, sich identifizieren damit, in die Bilderreihe untertauchen. Das heißt, man muß jetzt wissen: Ich habe mich nun unterschieden von dieser Bilderreihe, ich habe meine Position außerhalb ihrer gehabt, und jetzt tauche ich willkürlich unter in diese Bilderreihe, so wie wenn ich ins Wasser springe, um darin zu schwimmen.
[ 11 ] Das nächste aber muß nun sein, daß man — ja, nun ist es schwierig, einen Ausdruck zu finden, denn die Dinge der geistigen Welt sind nun einmal verschieden von der physischen Welt —, daß man tatsächlich jetzt mit dem Bilde, mit all den Bildern, die man da hat, sich identifizieren muß. Man muß in sie untertauchen, muß eins mit ihnen werden. Denn damit, daß man eins wird mit ihnen, vollzieht man, wie wir gleich sehen werden, eine wichtige Wahrheit. Ich möchte sagen, wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf: Man muß geistig diese ganze Bilderreihe essen, sie verschlucken, in sich selber aufnehmen, sich identifizieren damit, in die Bilderreihe untertauchen. Das heißt, man muß jetzt wissen: Ich habe mich nun unterschieden von dieser Bilderreihe, ich habe meine Position außerhalb ihrer gehabt, und jetzt tauche ich willkürlich unter in diese Bilderreihe, so wie wenn ich ins Wasser springe, um darin zu schwimmen.
[ 12 ] Und nun kommt das Wichtigste, denn jetzt erleben Sie in der eigenen Seele alles das, was in dieser Bilderreihe ausgedrückt ist. Wenn zum Beispiel eine Person die andere bekämpft oder verletzt, so erleben Sie jetzt sich selber sowohl als Verletzer, wie auch als die Seele, welche verletzt oder bekämpft wird. Ich bin alles in diesen Bildern, ich bin ganz darinnen. Wenn Sie ein Bild vor sich hätten, wo dargestellt wird, daß jemand enthauptet wird, so erleben Sie sich zu gleicher Zeit als denjenigen, der enthauptet wird und als jenen, der enthauptet. So erleben Sie sich real in dieser ganzen fluktuierenden Bilderwelt darinnen. Sie selbst sind jedes Bild und jede Bewegung, die darin ist.
[ 12 ] Und nun kommt das Wichtigste, denn jetzt erleben Sie in der eigenen Seele alles das, was in dieser Bilderreihe ausgedrückt ist. Wenn zum Beispiel eine Person die andere bekämpft oder verletzt, so erleben Sie jetzt sich selber sowohl als Verletzer, wie auch als die Seele, welche verletzt oder bekämpft wird. Ich bin alles in diesen Bildern, ich bin ganz darinnen. Wenn Sie ein Bild vor sich hätten, wo dargestellt wird, daß jemand enthauptet wird, so erleben Sie sich zu gleicher Zeit als denjenigen, der enthauptet wird und als jenen, der enthauptet. So erleben Sie sich real in dieser ganzen fluktuierenden Bilderwelt darinnen. Sie selbst sind jedes Bild und jede Bewegung, die darin ist.
[ 13 ] Dann wird das Bild als solches, als Imagination, unsichtbar; aber die inneren Erlebnisse werden um so bedeutungsvoller. Man hört jetzt auf, das Bild zu sehen, zu schauen, aber man ist in einem reichen Erleben darin. Wenn es einem wirklich gelingt, in den Bildern drinnen zu sein, dann tritt, ich möchte sagen, der zweite Akt der ganzen Sache ein. Das muß aber gar nicht gleich darauf folgen.
[ 13 ] Dann wird das Bild als solches, als Imagination, unsichtbar; aber die inneren Erlebnisse werden um so bedeutungsvoller. Man hört jetzt auf, das Bild zu sehen, zu schauen, aber man ist in einem reichen Erleben darin. Wenn es einem wirklich gelingt, in den Bildern drinnen zu sein, dann tritt, ich möchte sagen, der zweite Akt der ganzen Sache ein. Das muß aber gar nicht gleich darauf folgen.
[ 14 ] Da kann es sein, daß von diesem Punkte aus recht viel Entmutigendes das Sehertum ergreifen kann. Es kann durchaus sein, daß man bis zu diesem Moment kommt, da der Entschluß gefaßt ist, unterzutauchen in das Bild, darin zu schwimmen, und — nun ist es fort wie ein Traum, oder wie etwas, was man vergessen hat. Das kann durchaus passieren. Nur in den seltensten Fällen wird es so geschehen, daß man gleich hinterher das Erlebnis hat, von dem ich jetzt sprechen will. Meistens ist es so, daß das Bild wie ein entschwundener Traum ganz untergegangen zu sein scheint.
[ 14 ] Da kann es sein, daß von diesem Punkte aus recht viel Entmutigendes das Sehertum ergreifen kann. Es kann durchaus sein, daß man bis zu diesem Moment kommt, da der Entschluß gefaßt ist, unterzutauchen in das Bild, darin zu schwimmen, und — nun ist es fort wie ein Traum, oder wie etwas, was man vergessen hat. Das kann durchaus passieren. Nur in den seltensten Fällen wird es so geschehen, daß man gleich hinterher das Erlebnis hat, von dem ich jetzt sprechen will. Meistens ist es so, daß das Bild wie ein entschwundener Traum ganz untergegangen zu sein scheint.
[ 15 ] Nun muß man als wirklicher Hellseher sich klar sein, daß es gar nicht wahr zu sein braucht, daß das Bild untergegangen ist. Es kann dasjenige, was in den seltensten Fällen gleich nach dem Untergehen des Bildes eintreten kann, viel später einmal kommen, es kann mitten aus den Tag- oder Nachterlebnissen heraus kommen. Denn sehr häufig ist es der Fall, daß das, was man — verzeihen Sie, wenn ich noch einmal den Ausdruck gebrauche — sozusagen gegessen hat, womit man sich vereinigt hat, daß das erst seelisch verdaut werden muß. Es kann eine Zeitlang dauern. Aber wenn man genügend vereinigt ist, wenn es genügend «verdaut» ist, dann kommt es so, daß man weiß: Jetzt stehst du mit der Persönlichkeit, mit der Individualität des Toten in Beziehung, und sie schickt Gedanken in dich hinein, die sie selber hat. Jetzt denkst du das, was der Tote in seiner Seele erlebt. Du stehst in Verbindung mit ihm. Er spricht jetzt mit dir, und du hörst ihn.
[ 15 ] Nun muß man als wirklicher Hellseher sich klar sein, daß es gar nicht wahr zu sein braucht, daß das Bild untergegangen ist. Es kann dasjenige, was in den seltensten Fällen gleich nach dem Untergehen des Bildes eintreten kann, viel später einmal kommen, es kann mitten aus den Tag- oder Nachterlebnissen heraus kommen. Denn sehr häufig ist es der Fall, daß das, was man — verzeihen Sie, wenn ich noch einmal den Ausdruck gebrauche — sozusagen gegessen hat, womit man sich vereinigt hat, daß das erst seelisch verdaut werden muß. Es kann eine Zeitlang dauern. Aber wenn man genügend vereinigt ist, wenn es genügend «verdaut» ist, dann kommt es so, daß man weiß: Jetzt stehst du mit der Persönlichkeit, mit der Individualität des Toten in Beziehung, und sie schickt Gedanken in dich hinein, die sie selber hat. Jetzt denkst du das, was der Tote in seiner Seele erlebt. Du stehst in Verbindung mit ihm. Er spricht jetzt mit dir, und du hörst ihn.
[ 16 ] Es ist in Wahrheit das Bild, mit dem man sich vereinigt, oder die Bilderreihe, die man aufgenommen hat, die man in sich trägt, die jetzt mit einem eins geworden ist, welche eigentlich die Wahrheit hört und die Wahrheit aufnimmt. Und in der Regel ist es so, daß dieses Hören als geistiges Hören dann nicht mehr mit Bildern verbunden ist, sondern getragen ist von dem Bewußtsein, daß die Seele des Sehers verbunden ist mit dem betreffenden Toten und sich das sagen läßt von ihm, was nicht mehr mit dem Ohr gehört, nicht mehr mit dem physischen Blick aufgenommen wird, sondern was unmittelbar mit dem Gedanken aufgenommen wird. Man weiß: Das ist nicht dein Gedanke; das ist das, was der Tote zu dir spricht.
[ 16 ] Es ist in Wahrheit das Bild, mit dem man sich vereinigt, oder die Bilderreihe, die man aufgenommen hat, die man in sich trägt, die jetzt mit einem eins geworden ist, welche eigentlich die Wahrheit hört und die Wahrheit aufnimmt. Und in der Regel ist es so, daß dieses Hören als geistiges Hören dann nicht mehr mit Bildern verbunden ist, sondern getragen ist von dem Bewußtsein, daß die Seele des Sehers verbunden ist mit dem betreffenden Toten und sich das sagen läßt von ihm, was nicht mehr mit dem Ohr gehört, nicht mehr mit dem physischen Blick aufgenommen wird, sondern was unmittelbar mit dem Gedanken aufgenommen wird. Man weiß: Das ist nicht dein Gedanke; das ist das, was der Tote zu dir spricht.
[ 17 ] Es bedarf also, wie Sie sehen, einer gewissen Vorbereitung, um in die Nähe einer toten Individualität zu kommen, einer Vorbereitung, die man, wie ich es eben getan habe, beschreiben kann. Wenn man einmal dahin gelangt ist, nach der Identifizierung mit dem Bilde den Toten zu hören, dann ist jede Täuschung ausgeschlossen. Denn eine Täuschung könnte nur in derselben Weise eintreten wie eine Täuschung auf dem physischen Plan, wenn ich einem Menschen begegne und ihn für einen andern halte. Das werde ich in der Regel nicht tun. Man erkennt den Menschen auf dem physischen Plan durch sich selber. Ich brauche mir nicht aus theoretischen Prinzipien heraus zu beweisen, wenn ich in der physischen Welt zum Beispiel Herrn Löw begegne, daß das Herr Löw ist. Das enthüllt das Wesen selber, dem man entgegentritt. So weiß man auch in der geistigen Welt, daß man einem Wesen gegenüber ist, wenn es auch selbstverständlich in der geistigen Welt auf geistige Weise zu einem spricht, sich in geistiger Weise mitteilt.
[ 17 ] Es bedarf also, wie Sie sehen, einer gewissen Vorbereitung, um in die Nähe einer toten Individualität zu kommen, einer Vorbereitung, die man, wie ich es eben getan habe, beschreiben kann. Wenn man einmal dahin gelangt ist, nach der Identifizierung mit dem Bilde den Toten zu hören, dann ist jede Täuschung ausgeschlossen. Denn eine Täuschung könnte nur in derselben Weise eintreten wie eine Täuschung auf dem physischen Plan, wenn ich einem Menschen begegne und ihn für einen andern halte. Das werde ich in der Regel nicht tun. Man erkennt den Menschen auf dem physischen Plan durch sich selber. Ich brauche mir nicht aus theoretischen Prinzipien heraus zu beweisen, wenn ich in der physischen Welt zum Beispiel Herrn Löw begegne, daß das Herr Löw ist. Das enthüllt das Wesen selber, dem man entgegentritt. So weiß man auch in der geistigen Welt, daß man einem Wesen gegenüber ist, wenn es auch selbstverständlich in der geistigen Welt auf geistige Weise zu einem spricht, sich in geistiger Weise mitteilt.
[ 18 ] Was ich Ihnen eben beschrieben habe, das ist der Übergang von einem sehr vieldeutigen Zeichen, das man liest — nicht dadurch, daß man es mit dem Verstande deutet, sondern dadurch, daß man es in sich aufnimmt, eins damit wird, es gleichsam verzehrt —, zum geistigen Hören. Durch den lebendigen Prozeß, den man durch die Vereinigung mit dem Bilde in der eigenen Seele bewirkt, bereitet man sich darauf vor, das objektive Wesen geistig wirklich zu hören.
[ 18 ] Was ich Ihnen eben beschrieben habe, das ist der Übergang von einem sehr vieldeutigen Zeichen, das man liest — nicht dadurch, daß man es mit dem Verstande deutet, sondern dadurch, daß man es in sich aufnimmt, eins damit wird, es gleichsam verzehrt —, zum geistigen Hören. Durch den lebendigen Prozeß, den man durch die Vereinigung mit dem Bilde in der eigenen Seele bewirkt, bereitet man sich darauf vor, das objektive Wesen geistig wirklich zu hören.
[ 19 ] Das Lesen ist ein lebendiger Prozeß, ist ein wirklich lebendiger Prozeß. Man muß wirklich seine Seele in die Sache hineinwerfen. Es wird etwas ganz anderes von einem verlangt, als was auf dem physischen Plane verlangt wird. Das läßt sich höchstens damit vergleichen, wenn auf dem physischen Plan jemand uns ein Buch gibt und verlangen würde, daß wir es verspeisen sollen, es essen sollen, um es zu lesen und zu verstehen. Wenn wir dazu organisiert wären, ein A in anderer Weise zu verdauen als ein I, dadurch daß wir verschiedenartige innere Prozesse beim Verdauen der Buchstaben A und I hätten, wäre dies mit den beschriebenen geistigen Vorgängen zu vergleichen. Wir kommen nicht heran an einen geistigen Vorgang oder an eine geistige Wesenheit, ehe wir unsere ganze Seele hineingegeben haben zum Verständnis des betreffenden Wesens oder Vorganges. Wir müssen selber eins geworden sein mit den Zeichen oder Buchstaben der geistigen Welt. Wir müssen sie lesen, und dann, indem wir sie lesen, sie geistig hören.
[ 19 ] Das Lesen ist ein lebendiger Prozeß, ist ein wirklich lebendiger Prozeß. Man muß wirklich seine Seele in die Sache hineinwerfen. Es wird etwas ganz anderes von einem verlangt, als was auf dem physischen Plane verlangt wird. Das läßt sich höchstens damit vergleichen, wenn auf dem physischen Plan jemand uns ein Buch gibt und verlangen würde, daß wir es verspeisen sollen, es essen sollen, um es zu lesen und zu verstehen. Wenn wir dazu organisiert wären, ein A in anderer Weise zu verdauen als ein I, dadurch daß wir verschiedenartige innere Prozesse beim Verdauen der Buchstaben A und I hätten, wäre dies mit den beschriebenen geistigen Vorgängen zu vergleichen. Wir kommen nicht heran an einen geistigen Vorgang oder an eine geistige Wesenheit, ehe wir unsere ganze Seele hineingegeben haben zum Verständnis des betreffenden Wesens oder Vorganges. Wir müssen selber eins geworden sein mit den Zeichen oder Buchstaben der geistigen Welt. Wir müssen sie lesen, und dann, indem wir sie lesen, sie geistig hören.
[ 20 ] Ich sagte, im allgemeinen gilt das. Man muß eben, wenn man auf dem Felde der Geisteswissenschaft steht, ganz genau sprechen. Im allgemeinen; denn es gibt auch Ausnahmen. Es kann zum Beispiel durchaus auch eintreten, daß irgendein Seher, wenn er im Zustand des geistigen Schauens ist, nicht nur eine Bilderreihe erlebt, wie ich es eben geschildert habe, sondern wirklich etwas erlebt als Bild, als Imagination, was dem betreffenden Toten, so wie er war im Leben als äußere Gestalt, ähnlich ist. Dann kann der Betreffende natürlich wissen, er steht diesem Toten gegenüber. Aber er kann es eigentlich niemals ganz sicher wissen. Es kann richtig sein, braucht aber nicht ganz richtig zu sein. Um das zu erklären, möchte ich zu einem Vergleich greifen. Sehen Sie, unsere gewöhnliche Schrift, Druckschrift oder Schreibschrift, besteht aus Zeichen. Und wahrhaftig, wenn ich das Wort «Bau» aufschreibe, so hat dieses Wort nichts ähnliches mit unserem Bau da draußen. So war es aber nicht immer im Laufe der Entwickelung der Schrift. Wenn wir in ältere Zeiten zurückgehen, finden wir eine Bilderschrift. Da machten die Menschen Bilder, die dem, was die Bilder darstellen sollten, noch ähnlich waren; und aus der Bilderschrift entwickelte sich erst die Zeichen- oder Buchstabenschrift.
[ 20 ] Ich sagte, im allgemeinen gilt das. Man muß eben, wenn man auf dem Felde der Geisteswissenschaft steht, ganz genau sprechen. Im allgemeinen; denn es gibt auch Ausnahmen. Es kann zum Beispiel durchaus auch eintreten, daß irgendein Seher, wenn er im Zustand des geistigen Schauens ist, nicht nur eine Bilderreihe erlebt, wie ich es eben geschildert habe, sondern wirklich etwas erlebt als Bild, als Imagination, was dem betreffenden Toten, so wie er war im Leben als äußere Gestalt, ähnlich ist. Dann kann der Betreffende natürlich wissen, er steht diesem Toten gegenüber. Aber er kann es eigentlich niemals ganz sicher wissen. Es kann richtig sein, braucht aber nicht ganz richtig zu sein. Um das zu erklären, möchte ich zu einem Vergleich greifen. Sehen Sie, unsere gewöhnliche Schrift, Druckschrift oder Schreibschrift, besteht aus Zeichen. Und wahrhaftig, wenn ich das Wort «Bau» aufschreibe, so hat dieses Wort nichts ähnliches mit unserem Bau da draußen. So war es aber nicht immer im Laufe der Entwickelung der Schrift. Wenn wir in ältere Zeiten zurückgehen, finden wir eine Bilderschrift. Da machten die Menschen Bilder, die dem, was die Bilder darstellen sollten, noch ähnlich waren; und aus der Bilderschrift entwickelte sich erst die Zeichen- oder Buchstabenschrift.
[ 21 ] So ist es auch mit dem Verhältnis des Hellsehens, das wir durch unsere rosenkreuzerische Methode anstreben, zu dem atavistischen, mehr oder weniger primitiven Hellsehen, das bei manchen Menschen durch irgendwelche Vorbedingungen auftreten kann. Geradeso wie unsere Zeichen- und Buchstabenschrift etwas Entwickeltes ist, und die Bilderschrift etwas mehr Primitives ist, so ist auch das Hellsehen in unserem Sinne etwas Entwickeltes, und das Schauen, das unmittelbar in Traumbildern das zum Ausdruck bringt, was geschaut wird, etwas mehr Primitives. Gerade das entwickelte Hellsehen wird oftmals nicht imstande sein, unmittelbar im Bilde das zu schauen, was zu schauen ist. Es wird bei ihm in der Regel so sein, wie ich es beschrieben habe. Aber die Ausnahme kommt durchaus auch vor, daß ein Mensch ohne besondere Entwickelung, rein aus den Anlagen seines Organismus heraus, hellsehend wird. Dann kann es sein, daß dieser natürliche Hellseher viel mehr Bilder wahrnimmt, die Ähnlichkeit haben mit geistigen Vorgängen, als der entwickelte Hellseher, der erst notwendig hat, all die Prozeduren durchzumachen, die ich beschrieben habe. Aber er kann niemals durch das primitive Hellsehen dazu kommen, irgend etwas mit Sicherheit zu erfahren; und selbst das, was mit Sicherheit in dieser Art erfahren werden kann, sind nur solche Ereignisse, die sich anlehnen an das irdische Leben.
[ 21 ] So ist es auch mit dem Verhältnis des Hellsehens, das wir durch unsere rosenkreuzerische Methode anstreben, zu dem atavistischen, mehr oder weniger primitiven Hellsehen, das bei manchen Menschen durch irgendwelche Vorbedingungen auftreten kann. Geradeso wie unsere Zeichen- und Buchstabenschrift etwas Entwickeltes ist, und die Bilderschrift etwas mehr Primitives ist, so ist auch das Hellsehen in unserem Sinne etwas Entwickeltes, und das Schauen, das unmittelbar in Traumbildern das zum Ausdruck bringt, was geschaut wird, etwas mehr Primitives. Gerade das entwickelte Hellsehen wird oftmals nicht imstande sein, unmittelbar im Bilde das zu schauen, was zu schauen ist. Es wird bei ihm in der Regel so sein, wie ich es beschrieben habe. Aber die Ausnahme kommt durchaus auch vor, daß ein Mensch ohne besondere Entwickelung, rein aus den Anlagen seines Organismus heraus, hellsehend wird. Dann kann es sein, daß dieser natürliche Hellseher viel mehr Bilder wahrnimmt, die Ähnlichkeit haben mit geistigen Vorgängen, als der entwickelte Hellseher, der erst notwendig hat, all die Prozeduren durchzumachen, die ich beschrieben habe. Aber er kann niemals durch das primitive Hellsehen dazu kommen, irgend etwas mit Sicherheit zu erfahren; und selbst das, was mit Sicherheit in dieser Art erfahren werden kann, sind nur solche Ereignisse, die sich anlehnen an das irdische Leben.
[ 22 ] Sagen wir zum Beispiel, es sei irgend jemand gestorben und habe vor seinem Tode noch ein Testament hinterlegt, ohne daß er jemand darauf aufmerksam machen konnte, daß das Testament da oder dort liege. Er stirbt. Irgendeine primitiv hellsehende Persönlichkeit, bei der die Vorbedingungen vorhanden sind, kommt hinzu, und es könnte sogar der Fall eintreten, daß eine solche ungeschult hellsehende Persönlichkeit in einer Art Trance-Imaginationszustand in Zusammenhang gebracht wird mit dem betreffenden Toten. Und sie kann dann die Gedanken des Toten wahrnehmen, die auf den Ort gerichtet sind, wo der Tote das Testament hingelegt hat. Es kann der Betreffende das Bild des Ortes, den Schrank zum Beispiel wahrnehmen, wo das Testament liegt. Das kann eintreten. Aber es hängen diese Fälle stets mit dem äußeren physischen Plan zusammen. Es handelt sich um etwas, was auf dem physischen Plan vorgegangen ist. Es können auch kompliziertere Dinge sein; aber sie sind doch immer mit dem physischen Plan, mit dem Irdischen irgendwie zusammenhängend. Viel weiter wird man auf diesem Gebiet des primitiven Hellsehens nicht kommen. Um weiter zu kommen und wirklich klar und sicher mit der geistigen Welt zu verkehren, sind eben die Vorbereitungen nötig, von denen ich gesprochen habe. Nun muß ich Ihnen noch Genaueres darüber sagen, damit wir dann in den nächsten Vorträgen auf Einzelheiten des geistigen Lesens und Hörens eintreten können. Ich sagte, daß das, was hinter der Maja der äußeren Erfahrung liegt, was in den Dingen darin ist, eine Wahrheit wird in dem Augenblick, wo wir die geistige Welt betreten. Es wird eine Wahrheit, wie ich sie in dem einzelnen konkreten Falle Ihnen beschrieben habe. Es genügt nicht, daß wir irgendein Bild durch Hellsehen wahrnehmen und nun das Bild so vor uns haben, wie wir Wesen der physischen Welt sehen können. Das genügt nicht. Wir müssen dazu kommen, in die Bilder unterzutauchen, uns wirklich in sie hineinzustürzen. Wir müssen bewußt das machen, was wir im gewöhnlichen Leben auch tun, nur daß wir es da nicht bewußt machen. Wir müssen wirklich hineingehen in das Bild. Wenn ich also zunächst diese Bilderreihe wahrnehme, in deren Mitrtelpunkt das ist, was ich beschrieben habe, so muß ich aus mir herausgehen, ich muß in diese Bilderreihe hinein, ich muß sie verzehren, verschlingen, muß darinnen sein.
[ 22 ] Sagen wir zum Beispiel, es sei irgend jemand gestorben und habe vor seinem Tode noch ein Testament hinterlegt, ohne daß er jemand darauf aufmerksam machen konnte, daß das Testament da oder dort liege. Er stirbt. Irgendeine primitiv hellsehende Persönlichkeit, bei der die Vorbedingungen vorhanden sind, kommt hinzu, und es könnte sogar der Fall eintreten, daß eine solche ungeschult hellsehende Persönlichkeit in einer Art Trance-Imaginationszustand in Zusammenhang gebracht wird mit dem betreffenden Toten. Und sie kann dann die Gedanken des Toten wahrnehmen, die auf den Ort gerichtet sind, wo der Tote das Testament hingelegt hat. Es kann der Betreffende das Bild des Ortes, den Schrank zum Beispiel wahrnehmen, wo das Testament liegt. Das kann eintreten. Aber es hängen diese Fälle stets mit dem äußeren physischen Plan zusammen. Es handelt sich um etwas, was auf dem physischen Plan vorgegangen ist. Es können auch kompliziertere Dinge sein; aber sie sind doch immer mit dem physischen Plan, mit dem Irdischen irgendwie zusammenhängend. Viel weiter wird man auf diesem Gebiet des primitiven Hellsehens nicht kommen. Um weiter zu kommen und wirklich klar und sicher mit der geistigen Welt zu verkehren, sind eben die Vorbereitungen nötig, von denen ich gesprochen habe. Nun muß ich Ihnen noch Genaueres darüber sagen, damit wir dann in den nächsten Vorträgen auf Einzelheiten des geistigen Lesens und Hörens eintreten können. Ich sagte, daß das, was hinter der Maja der äußeren Erfahrung liegt, was in den Dingen darin ist, eine Wahrheit wird in dem Augenblick, wo wir die geistige Welt betreten. Es wird eine Wahrheit, wie ich sie in dem einzelnen konkreten Falle Ihnen beschrieben habe. Es genügt nicht, daß wir irgendein Bild durch Hellsehen wahrnehmen und nun das Bild so vor uns haben, wie wir Wesen der physischen Welt sehen können. Das genügt nicht. Wir müssen dazu kommen, in die Bilder unterzutauchen, uns wirklich in sie hineinzustürzen. Wir müssen bewußt das machen, was wir im gewöhnlichen Leben auch tun, nur daß wir es da nicht bewußt machen. Wir müssen wirklich hineingehen in das Bild. Wenn ich also zunächst diese Bilderreihe wahrnehme, in deren Mitrtelpunkt das ist, was ich beschrieben habe, so muß ich aus mir herausgehen, ich muß in diese Bilderreihe hinein, ich muß sie verzehren, verschlingen, muß darinnen sein.
[ 23 ] Nun kann das, was ich beschrieben habe, als eine geistige Erfahrung eintreten, aber man versteht diese geistige Erfahrung eigentlich noch nicht. Um sie zu verstehen, ist noch das Folgende notwendig. Man muß etwas wie geistige Selbstbeobachtung üben können während des Vorganges des Untertauchens. Indem man untertaucht in eine solche Bilderreihe, geht einiges in einem vor, das man in sich gleichsam spürt. Bedenken Sie einmal, wie es ist, wenn man zuerst sich erfaßt hat in seiner Position gegenüber den imaginativen Bildern, und dann dazu kommt, in diese Bilderreihe unterzutauchen. Das Gefühl ist ein ganz anderes, wenn man bewußt davor steht, als wenn man in die Bilder untergetaucht ist.
[ 23 ] Nun kann das, was ich beschrieben habe, als eine geistige Erfahrung eintreten, aber man versteht diese geistige Erfahrung eigentlich noch nicht. Um sie zu verstehen, ist noch das Folgende notwendig. Man muß etwas wie geistige Selbstbeobachtung üben können während des Vorganges des Untertauchens. Indem man untertaucht in eine solche Bilderreihe, geht einiges in einem vor, das man in sich gleichsam spürt. Bedenken Sie einmal, wie es ist, wenn man zuerst sich erfaßt hat in seiner Position gegenüber den imaginativen Bildern, und dann dazu kommt, in diese Bilderreihe unterzutauchen. Das Gefühl ist ein ganz anderes, wenn man bewußt davor steht, als wenn man in die Bilder untergetaucht ist.
[ 24 ] Ich will versuchen, Ihnen zu beschreiben, wie diese beiden Gefühle sich unterscheiden. Es ist so, daß in dem Augenblick, wo man untergetaucht ist, man weiß: Jetzt hast du diese Bilderreihe dadurch zum Verschwinden gebracht, daß du dich damit identifiziert hast. In diesem Augenblick erfaßt einen ein Gefühl der Ungenügendheit gegenüber sich selbst. Man wird gewahr — die Dinge sind schwer zu beschreiben —: Du bist ja eigentlich jetzt nur ein Stück von dem, was du warst, als du auf deinem früheren Standpunkt gestanden hast. Du bist nur ein Stück davon.
[ 24 ] Ich will versuchen, Ihnen zu beschreiben, wie diese beiden Gefühle sich unterscheiden. Es ist so, daß in dem Augenblick, wo man untergetaucht ist, man weiß: Jetzt hast du diese Bilderreihe dadurch zum Verschwinden gebracht, daß du dich damit identifiziert hast. In diesem Augenblick erfaßt einen ein Gefühl der Ungenügendheit gegenüber sich selbst. Man wird gewahr — die Dinge sind schwer zu beschreiben —: Du bist ja eigentlich jetzt nur ein Stück von dem, was du warst, als du auf deinem früheren Standpunkt gestanden hast. Du bist nur ein Stück davon.
[ 25 ] Man muß natürlich diese Beobachtung oftmals machen, damit man ganz hineinkommt in die Dinge und die Fähigkeit erlangt, sie richtig zu deuten. Es kommt einem so vor — man charakterisiert solche Dinge am besten durch Vergleiche —, wie wenn ein Zwölf-Kilogewicht, ohne daß mit ihm weiter etwas geschehen ist, ganz plötzlich nur ein Ein-Kilogewicht geworden wäre. So fühlt man sich, als ob man nur ein Zwölftel von sich selber wäre, und die anderen elf Zwölftel, die sind draußen in der Welt. — Das kann man symbolisch zeichnen, was da mit einem vorgegangen ist. Man fühlt sich irgendwo draußen in der Welt, aber nicht mit seinem ganzen Wesen fühlt man sich da, sondern man fühlt: Da draußen in der Welt sind elf Zwölftel deines Wesens, du bist aufgeteilt. — Symbolisch kann man das so ausdrücken, daß man sagt: Man ist an einem Punkte des Umkreises, und die anderen elf Zwöltftel sind über den übrigen Kreis verteilt. Da (siehe Zeichnung, a 1) ist man selber, und da (siehe Zeichnung 2, 3, 4 und so weiter) sind die anderen elf Zwölttel.
[ 25 ] Man muß natürlich diese Beobachtung oftmals machen, damit man ganz hineinkommt in die Dinge und die Fähigkeit erlangt, sie richtig zu deuten. Es kommt einem so vor — man charakterisiert solche Dinge am besten durch Vergleiche —, wie wenn ein Zwölf-Kilogewicht, ohne daß mit ihm weiter etwas geschehen ist, ganz plötzlich nur ein Ein-Kilogewicht geworden wäre. So fühlt man sich, als ob man nur ein Zwölftel von sich selber wäre, und die anderen elf Zwölftel, die sind draußen in der Welt. — Das kann man symbolisch zeichnen, was da mit einem vorgegangen ist. Man fühlt sich irgendwo draußen in der Welt, aber nicht mit seinem ganzen Wesen fühlt man sich da, sondern man fühlt: Da draußen in der Welt sind elf Zwölftel deines Wesens, du bist aufgeteilt. — Symbolisch kann man das so ausdrücken, daß man sagt: Man ist an einem Punkte des Umkreises, und die anderen elf Zwöltftel sind über den übrigen Kreis verteilt. Da (siehe Zeichnung, a 1) ist man selber, und da (siehe Zeichnung 2, 3, 4 und so weiter) sind die anderen elf Zwölttel.


[ 26 ] Jetzt ist es erst recht wahr, daß man da draußen in der Welt ist: man ist zu einem Zwölftel von sich selber geworden, und man hat in einem Kreise gleichsam liegengelassen die andern elf Zwölftel. Man kann das mit einem okkultistischen Ausdruck nennen: Man hat sich selbst verwandelt in den Tierkreis, man ist selbst zum Tierkreis geworden. — Und nunmehr kommt dasjenige, was man hört, einem zu von innerhalb dieses Tierkreises. Also — ich behalte das frühere Beispiel bei — wenn der Tote zu einem spricht, so spricht er von innerhalb des Tierkreises.
[ 26 ] Jetzt ist es erst recht wahr, daß man da draußen in der Welt ist: man ist zu einem Zwölftel von sich selber geworden, und man hat in einem Kreise gleichsam liegengelassen die andern elf Zwölftel. Man kann das mit einem okkultistischen Ausdruck nennen: Man hat sich selbst verwandelt in den Tierkreis, man ist selbst zum Tierkreis geworden. — Und nunmehr kommt dasjenige, was man hört, einem zu von innerhalb dieses Tierkreises. Also — ich behalte das frühere Beispiel bei — wenn der Tote zu einem spricht, so spricht er von innerhalb des Tierkreises.
[ 27 ] Bedenken Sie den Unterschied, der hier liegt gegenüber dem Wahrnehmen in der physischen Welt. In der physischen Welt sind wir in unsere Haut eingeschlossen, und draußen sind die Dinge; sie gehen scheinbar in uns hinein, indem wir sie anschauen. Beim geistigen Wahrnehmen stehen wir draußen, an einem Punkte, einem Zwölftel des Horizontes und schauen von dort nach innen. Jetzt haben wir die Welt, die wir schauen, innerhalb des Tierkreises. Wir schauen von draußen hinein. Im gewöhnlichen Leben schauen wir von innen hinaus. Und dasjenige, was uns jetzt da drinnen als geistige Stimme entgegenkommt, mit der der Tote zu uns spricht, das nehmen wir dadurch wahr, daß wir uns angewöhnen, in verschiedener Weise hinzuhören, in verschiedener Weise achtzugeben.
[ 27 ] Bedenken Sie den Unterschied, der hier liegt gegenüber dem Wahrnehmen in der physischen Welt. In der physischen Welt sind wir in unsere Haut eingeschlossen, und draußen sind die Dinge; sie gehen scheinbar in uns hinein, indem wir sie anschauen. Beim geistigen Wahrnehmen stehen wir draußen, an einem Punkte, einem Zwölftel des Horizontes und schauen von dort nach innen. Jetzt haben wir die Welt, die wir schauen, innerhalb des Tierkreises. Wir schauen von draußen hinein. Im gewöhnlichen Leben schauen wir von innen hinaus. Und dasjenige, was uns jetzt da drinnen als geistige Stimme entgegenkommt, mit der der Tote zu uns spricht, das nehmen wir dadurch wahr, daß wir uns angewöhnen, in verschiedener Weise hinzuhören, in verschiedener Weise achtzugeben.
[ 28 ] Wir werden schon noch Genaueres hierüber sprechen. Zunächst will ich es durch das Symbolum andeuten. Wir können zum Beispiel das Gefühl haben, was der Tote spricht, könnten wir am besten wahrnehmen, wenn wir innerhalb des Kreises das geistige Ohr in dieser Richtung, nach der geistigen Fünf hin richten (siehe Zeichnung: Linie zwischen Punkt 1 und Punkt 5).
[ 28 ] Wir werden schon noch Genaueres hierüber sprechen. Zunächst will ich es durch das Symbolum andeuten. Wir können zum Beispiel das Gefühl haben, was der Tote spricht, könnten wir am besten wahrnehmen, wenn wir innerhalb des Kreises das geistige Ohr in dieser Richtung, nach der geistigen Fünf hin richten (siehe Zeichnung: Linie zwischen Punkt 1 und Punkt 5).


[ 29 ] Jetzt hört er da auf zu sprechen, aber man hört ihn weiter, wenn man auf einen anderen Punkt (Punkt 11) hin das geistige Ohr richtet. Man lernt allmählich erkennen, daß man innerhalb des Umkreises sieben Stimmen zu unterscheiden hat, die so variieren, daß man sie in der verschiedensten Weise vernimmt, je nachdem sie von dem einen oder dem anderen Punkte herkommend gehört werden. Alles was man wahrnimmt, spricht wie aus sieben Stimmen innerhalb dieses Kreises heraus. Man kann es auch so ausdrücken: Man ist in den Umkreis der Welt gegangen. Dasjenige, was man wahrnehmen soll, ist innerhalb dieses Umkreises. Man muß lernen, sich zu fühlen als einen Teil des Umkreises und muß, ich möchte sagen, in kosmischer Bescheidenheit, keinen Anspruch darauf machen, etwas anderes zu sein als ein Zwölftel des Umkreises. Aber man muß die anderen elf Zwölftel zu Hilfe nehmen, man muß sie außer sich voraussetzen. Man muß versuchen, sich ein Unterscheidungsvermögen anzueignen für das, was da zu einem spricht. Man muß unterscheiden, wie in der verschiedensten Weise alles variiert, was ein kosmisches Wesen zu einem sprechen kann.
[ 29 ] Jetzt hört er da auf zu sprechen, aber man hört ihn weiter, wenn man auf einen anderen Punkt (Punkt 11) hin das geistige Ohr richtet. Man lernt allmählich erkennen, daß man innerhalb des Umkreises sieben Stimmen zu unterscheiden hat, die so variieren, daß man sie in der verschiedensten Weise vernimmt, je nachdem sie von dem einen oder dem anderen Punkte herkommend gehört werden. Alles was man wahrnimmt, spricht wie aus sieben Stimmen innerhalb dieses Kreises heraus. Man kann es auch so ausdrücken: Man ist in den Umkreis der Welt gegangen. Dasjenige, was man wahrnehmen soll, ist innerhalb dieses Umkreises. Man muß lernen, sich zu fühlen als einen Teil des Umkreises und muß, ich möchte sagen, in kosmischer Bescheidenheit, keinen Anspruch darauf machen, etwas anderes zu sein als ein Zwölftel des Umkreises. Aber man muß die anderen elf Zwölftel zu Hilfe nehmen, man muß sie außer sich voraussetzen. Man muß versuchen, sich ein Unterscheidungsvermögen anzueignen für das, was da zu einem spricht. Man muß unterscheiden, wie in der verschiedensten Weise alles variiert, was ein kosmisches Wesen zu einem sprechen kann.
[ 30 ] Nun kann man wiederum durch einen Vergleich sich klarmachen, um was es sich handelt: Das, was da zu einem spricht innerhalb dieses Kreises, kann man wirklich nennen geistige Vokale. Und alles, was man selber ist im Umkreis, und was im Umkreis liegt, sind geistige Konsonanten. Konsonanten und Vokale wirken zusammen; Konsonanten, indem sie stillstehen, indem wir unser eigenes Wesen hinausergossen haben in das Weltenall; und Vokale dadurch, daß sie sich drinnen bewegen und dadurch zum Aussprechen bringen, was gesagt werden soll.
[ 30 ] Nun kann man wiederum durch einen Vergleich sich klarmachen, um was es sich handelt: Das, was da zu einem spricht innerhalb dieses Kreises, kann man wirklich nennen geistige Vokale. Und alles, was man selber ist im Umkreis, und was im Umkreis liegt, sind geistige Konsonanten. Konsonanten und Vokale wirken zusammen; Konsonanten, indem sie stillstehen, indem wir unser eigenes Wesen hinausergossen haben in das Weltenall; und Vokale dadurch, daß sie sich drinnen bewegen und dadurch zum Aussprechen bringen, was gesagt werden soll.
[ 31 ] Nun will ich noch einmal zurückkommen zu unserem Beispiel. Ich suche einen Toten auf, suche mit ihm zusammenzukommen. Ich bringe es dahin, daß mir irgendeine Bilderreihe erscheint und mitten in dieser Bilderreihe etwas, was mir paradox, etwas, was mir absurd erscheint. Ich bin mir klar: Es ist etwas, was ich nicht selber hätte aus den Quellen meines inneren Seelenwesens heraus bekommen können. Ich bringe es dahin unterzutauchen, eins zu werden mit der Bilderreihe. In diesem Augenblick, indem ich in sie untertauche, stehe ich in diesem bestimmten einzelnen Punkte (siehe Zeichnung Punkt a), und ringsherum, da haben sich elf Zwölttel von meinem Wesen losgelöst.
[ 31 ] Nun will ich noch einmal zurückkommen zu unserem Beispiel. Ich suche einen Toten auf, suche mit ihm zusammenzukommen. Ich bringe es dahin, daß mir irgendeine Bilderreihe erscheint und mitten in dieser Bilderreihe etwas, was mir paradox, etwas, was mir absurd erscheint. Ich bin mir klar: Es ist etwas, was ich nicht selber hätte aus den Quellen meines inneren Seelenwesens heraus bekommen können. Ich bringe es dahin unterzutauchen, eins zu werden mit der Bilderreihe. In diesem Augenblick, indem ich in sie untertauche, stehe ich in diesem bestimmten einzelnen Punkte (siehe Zeichnung Punkt a), und ringsherum, da haben sich elf Zwölttel von meinem Wesen losgelöst.


[ 32 ] Deshalb sagte ich — Sie müssen sich ja erinnern, daß man genau sprechen muß, wenn man von okkulten Dingen spricht —: Die Bilderreihe hört einem zu. Man hat nichts anderes in sich als die «genossene» Bilderreihe; die steht da in dem einen Zwölftel (siehe Zeichnung). Das andere, was nicht eins werden kann mit dieser Bilderreihe, das verteilt sich draußen im Umkreis. Und da kann es einem gelingen, über kurz oder lang, wirklich die geistige Stimme, die Mitteilung des Toten zu empfangen. Da hört man eben den Toten sprechen aus dem Umkreis, den man sich selbst um dasjenige herum gebildet hat, zu dem man in Beziehung treten will.
[ 32 ] Deshalb sagte ich — Sie müssen sich ja erinnern, daß man genau sprechen muß, wenn man von okkulten Dingen spricht —: Die Bilderreihe hört einem zu. Man hat nichts anderes in sich als die «genossene» Bilderreihe; die steht da in dem einen Zwölftel (siehe Zeichnung). Das andere, was nicht eins werden kann mit dieser Bilderreihe, das verteilt sich draußen im Umkreis. Und da kann es einem gelingen, über kurz oder lang, wirklich die geistige Stimme, die Mitteilung des Toten zu empfangen. Da hört man eben den Toten sprechen aus dem Umkreis, den man sich selbst um dasjenige herum gebildet hat, zu dem man in Beziehung treten will.
[ 33 ] Was hat man also eigentlich getan? Man ist aus sich herausgegangen, ist eins geworden mit der Welt, aber nur mit einem Teil der Welt. Man hat dasjenige mit seinem ganzen Wesen erfaßt, was man wahrnehmen will. Man hat gleichsam eine geistige Aura um den Toten gebildet. Man kann sie aber nicht vollständig bilden, man kann nur an einem Punkt stehen, und muß aus dem, was man nicht ist, die Aura bilden.
[ 33 ] Was hat man also eigentlich getan? Man ist aus sich herausgegangen, ist eins geworden mit der Welt, aber nur mit einem Teil der Welt. Man hat dasjenige mit seinem ganzen Wesen erfaßt, was man wahrnehmen will. Man hat gleichsam eine geistige Aura um den Toten gebildet. Man kann sie aber nicht vollständig bilden, man kann nur an einem Punkt stehen, und muß aus dem, was man nicht ist, die Aura bilden.
[ 34 ] Man kann sagen: Ich nehme eine Bilderreihe wahr. Erst stehe ich außerhalb dieser Bilderreihe, dann aber tauche ich in die Bilderreihe unter. Dadurch bilde ich um das, was ich wahrnehmen will, mit dem, was ich hingegeben, hingeopfert habe, eine Weltensphäre. Diese Weltensphäre enthält in sich — wie sieben Planeten — den Vokalismus, durch den das entsprechende Wesen mit uns sprechen kann, wenn wir selbst durch die Zwölftheit unseres Wesens den Konsonantismus bilden.
[ 34 ] Man kann sagen: Ich nehme eine Bilderreihe wahr. Erst stehe ich außerhalb dieser Bilderreihe, dann aber tauche ich in die Bilderreihe unter. Dadurch bilde ich um das, was ich wahrnehmen will, mit dem, was ich hingegeben, hingeopfert habe, eine Weltensphäre. Diese Weltensphäre enthält in sich — wie sieben Planeten — den Vokalismus, durch den das entsprechende Wesen mit uns sprechen kann, wenn wir selbst durch die Zwölftheit unseres Wesens den Konsonantismus bilden.
[ 35 ] Man kann mit einem Wesen der geistigen Welt eben nur dadurch in Beziehung kommen, daß man es umschließt, so umschließt, daß die Umschließung bildet die kosmischen Konsonanten, und daß das Wesen selber in dem kosmischen Vokalismus sich uns ankündigen kann. Und wenn der kosmische Vokalismus zusammenwirken kann mit dem kosmischen Konsonantismus, den wir aus uns selbst gebildet haben, dann wirken Lesen und Hören zusammen, dann dringen wir in ein bestimmtes Gebiet der geistigen Welt ein.
[ 35 ] Man kann mit einem Wesen der geistigen Welt eben nur dadurch in Beziehung kommen, daß man es umschließt, so umschließt, daß die Umschließung bildet die kosmischen Konsonanten, und daß das Wesen selber in dem kosmischen Vokalismus sich uns ankündigen kann. Und wenn der kosmische Vokalismus zusammenwirken kann mit dem kosmischen Konsonantismus, den wir aus uns selbst gebildet haben, dann wirken Lesen und Hören zusammen, dann dringen wir in ein bestimmtes Gebiet der geistigen Welt ein.
[ 36 ] Ich bitte Sie nun, sich nicht durch das, was ich eben gesagt habe, etwa zu dem Irrtum führen zu lassen, daß das, was ich beschrieben habe, mit dem physischen Tierkreis oder mit den sieben physischen Planeten etwas zu tun habe. Das ist nicht der Fall, das ist nicht so gemeint. Sondern es ist so, daß man jedesmal gleichsam eine Weltensphäre in der Zwölfheit bildet um das betreffende Wesen herum, das man wahrnehmen will. Man bildet überall eine Welt für sich.
[ 36 ] Ich bitte Sie nun, sich nicht durch das, was ich eben gesagt habe, etwa zu dem Irrtum führen zu lassen, daß das, was ich beschrieben habe, mit dem physischen Tierkreis oder mit den sieben physischen Planeten etwas zu tun habe. Das ist nicht der Fall, das ist nicht so gemeint. Sondern es ist so, daß man jedesmal gleichsam eine Weltensphäre in der Zwölfheit bildet um das betreffende Wesen herum, das man wahrnehmen will. Man bildet überall eine Welt für sich.
[ 37 ] Es ist schon so: Will man auf dem physischen Plan etwas ganz kennenlernen, so muß man es von den verschiedensten Seiten, von den verschiedensten Standpunkten aus ansehen, man muß um es herumgehen. In der geistigen Welt muß uns das eine Realität werden, daß man nicht herumgehen muß mit dem ganzen Wesen, sondern man muß sein ganzes Wesen so zerteilen, daß man einen Umkreis schafft um das, was man wahrnehmen will. Jedesmal, wenn eine wirkliche geistige Wahrnehmung stattfindet, so hat man einen solchen geistigen Umkreis geschaffen. Und nur, weil die göttlichen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien kennengelernt haben, das im Großen gemacht haben, ist das eingetreten, dessen Resultat wir im Tierkreis vor uns haben.
[ 37 ] Es ist schon so: Will man auf dem physischen Plan etwas ganz kennenlernen, so muß man es von den verschiedensten Seiten, von den verschiedensten Standpunkten aus ansehen, man muß um es herumgehen. In der geistigen Welt muß uns das eine Realität werden, daß man nicht herumgehen muß mit dem ganzen Wesen, sondern man muß sein ganzes Wesen so zerteilen, daß man einen Umkreis schafft um das, was man wahrnehmen will. Jedesmal, wenn eine wirkliche geistige Wahrnehmung stattfindet, so hat man einen solchen geistigen Umkreis geschaffen. Und nur, weil die göttlichen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien kennengelernt haben, das im Großen gemacht haben, ist das eingetreten, dessen Resultat wir im Tierkreis vor uns haben.
[ 38 ] Denken Sie sich einmal, es würde das eintreten, was ich beschrieben habe, es würde der Verkehr mit einem Toten zustandekommen, und stellen Sie sich vor, ein solcher Verkehr könnte in einem bestimmten Moment — nun, sagen wir — richtig festgehalten und verhärtet werden, so würde diese Verhärtung darstellen ein Menschenwesen, natürlich ein geistiges Menschenwesen, in zwölf Teile gegliedert, zwölf feststehende Sterne. Wenn dasjenige, was wahrgenommen worden ist, erstarrt festgehalten würde, so würde es ein planetarisches System darstellen. Indem die Götter das in einem besonderen großen Plan gemacht haben, ist unser Weltensystem entstanden. Während wir bei dem einzelnen Akt des Hellsehens etwas Vorübergehendes schaffen, das natürlich dann wieder vorbei ist, wenn der Akt des Hellsehens vorbei ist, ist unser ganzes Weltenall festgehaltenes Hellsehen der Götter, der höheren Hierarchien.
[ 38 ] Denken Sie sich einmal, es würde das eintreten, was ich beschrieben habe, es würde der Verkehr mit einem Toten zustandekommen, und stellen Sie sich vor, ein solcher Verkehr könnte in einem bestimmten Moment — nun, sagen wir — richtig festgehalten und verhärtet werden, so würde diese Verhärtung darstellen ein Menschenwesen, natürlich ein geistiges Menschenwesen, in zwölf Teile gegliedert, zwölf feststehende Sterne. Wenn dasjenige, was wahrgenommen worden ist, erstarrt festgehalten würde, so würde es ein planetarisches System darstellen. Indem die Götter das in einem besonderen großen Plan gemacht haben, ist unser Weltensystem entstanden. Während wir bei dem einzelnen Akt des Hellsehens etwas Vorübergehendes schaffen, das natürlich dann wieder vorbei ist, wenn der Akt des Hellsehens vorbei ist, ist unser ganzes Weltenall festgehaltenes Hellsehen der Götter, der höheren Hierarchien.
[ 39 ] Daher auch können wir diese Welt nur erkennen, wenn wir sie in ihren geistigen Grundlagen erkennen. Das Physische ist etwas, was gar nicht real ist, ebensowenig real, wie es gestern in dem Vergleiche vom fließenden Wasser des Rheines gesagt worden ist. Nur das Geistige ist real. So ist auch bei dem ganzen Sonnensystem nur das Geistige real. Man muß auch das Sonnensystem in Wirklichkeit kennenlernen, indem man in geistigem Lesen und Hören entziffert, was hinter ihm liegt. In vieler Beziehung haben wir das schon getan. Was noch mehr darüber zu sagen ist, davon werden wir morgen und übermorgen sprechen.
[ 39 ] Daher auch können wir diese Welt nur erkennen, wenn wir sie in ihren geistigen Grundlagen erkennen. Das Physische ist etwas, was gar nicht real ist, ebensowenig real, wie es gestern in dem Vergleiche vom fließenden Wasser des Rheines gesagt worden ist. Nur das Geistige ist real. So ist auch bei dem ganzen Sonnensystem nur das Geistige real. Man muß auch das Sonnensystem in Wirklichkeit kennenlernen, indem man in geistigem Lesen und Hören entziffert, was hinter ihm liegt. In vieler Beziehung haben wir das schon getan. Was noch mehr darüber zu sagen ist, davon werden wir morgen und übermorgen sprechen.
