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Occult Reading and Occult Hearing
GA 156

4 October 1914, Dornach

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Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] Was ich gestern sagte in bezug auf die eigentliche Lage der menschlichen Wesenheit im Verhältnis zur Welt, das wollen wir uns noch einmal deutlich vor Augen stellen. Ich sagte, eigentlich sei es eine Maja, eine Täuschung, wenn wir annehmen, wir seien als seelisch-geistige Menschenwesen in unserer Haut darin, und die Dinge wären so um uns herum, und wir nähmen von den Dingen gleichsam die Abbilder in uns herein. In Wahrheit leben wir als seelisch-geistige Menschenwesen in den Dingen drin, und wir würden dieses In-den-Dingen-Drinnen-leben nicht wahrnehmen können, wenn wir nicht unsere Erlebnisse mit den Dingen aus unserem Organismus heraus gespiegelt erhalten würden. Und zwar so, wie wir in der gewöhnlichen physischen Welt drinnenleben, so werden uns die Dinge von unserem physischen Organismus gespiegelt, von seinem ganzen Sinnensystem, von seinem Denksystem, von seinem Gefühls- und Willenssystem.

[ 1 ] Let us once again clearly bring to mind what I said yesterday regarding the true situation of the human being in relation to the world. I said that it is actually a maya, an illusion, to assume that we, as soul-spiritual human beings, are inside our own skin, and that things are simply around us, and that we take in, as it were, the images of these things into ourselves. In truth, we live as soul-spiritual human beings within things, and we would not be able to perceive this living-within-things if we did not receive our experiences of things reflected from within our organism. And just as we live within the ordinary physical world, so are things reflected to us by our physical organism, by its entire sensory system, by its system of thought, and by its system of feeling and will.

[ 2 ] Also das ist eigentlich die Wahrheit, daß unser Organismus ein Spiegelungsapparat ist, daß dasjenige, was wir erleben, in uns nicht erzeugt wird etwa durch unseren physischen Organismus — was eine irrtümliche Vorstellung des Materialismus ist —, sondern daß es gespiegelt wird. Geradesowenig wie ein Spiegel das hervorbringt, was man im Spiegel sieht, ebensowenig bringt unser Organismus das hervor, was wir über die Dinge und an den Dingen seelisch erleben. Der Materialist, der behauptet, daß das Gehirn oder ein anderes Organ unsere seelischen Erlebnisse hervorbringe, der behauptet in bezug auf diese höheren Dinge etwas ganz Gleiches, wie wenn jemand behaupten wollte, das Gesicht, das er von sich selber im Spiegel erblickt, gehöre nicht ihm, sondern sei vom Spiegel hervorgebracht.

[ 2 ] So this is actually the truth: that our organism is a mirroring apparatus, that what we experience is not generated within us by our physical organism—which is a mistaken mental image of materialism—but rather that it is reflected. Just as a mirror does not produce what one sees in it, so too does our organism not produce what we experience psychologically about things and in things. The materialist who claims that the brain or some other organ produces our spiritual experiences is, with regard to these higher things, asserting something quite similar to someone who might claim that the face they see of themselves in the mirror does not belong to them, but is produced by the mirror.

[ 3 ] Was also die Wahrheit der Sache ist, das muß man gewissermaßen erleben in dem Augenblick, wo man in der gestern beschriebenen Weise zum okkulten Lesen aufsteigt. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, wie es ist, wenn wir zum okkulten Lesen kommen. Wir erleben, nachdem wir uns in der gestern beschriebenen Weise vorbereitet haben, die flüchtigeren — nur in bezug auf das physische Wesen natürlich flüchtigeren —, fluktuierenden Wesenheiten und Ereignisse der geistigen Welt. Aber wir sehen sie, indem wir sie erleben in unserem Astralleib, von unserem Ätherleib aus gespiegelt, und diese Spiegelungen erleben wir als Bilder. Ich sagte gestern, im allgemeinen können wir diese Bilder, die wir so erleben, nur als Zeichen der geistigen Wirklichkeit ansehen. Und ich habe durch einen Vergleich klarzumachen versucht, welchem Irrtum derjenige sich hingeben würde, der das, was er so unmittelbar erlebt wie Traumbilder — nur ungeheuer viel lebendiger als gewöhnliche Traumbilder —, für Wirklichkeit ansehen würde. Bei dem stünde es geradeso wie bei jemandem, der das Wort «BAU», das an die Tafel geschrieben wurde, nicht für das Zeichen des Baues nimmt, sondern es als die Wirklichkeit betrachten würde, auf die es ankommt. Wir müssen uns vorstellen, daß in dem Augenblick, wo wir in die Lage gekommen sind, von draußen herein durch unseren Ätherleib gespiegelt zu erhalten die in bezug auf das Physische fluktuierenden, leicht flüchtigen Bilder der geistigen Welt, wir gleichsam vor einem aufgeschlagenen Buch stehen, ein Buch, das für uns aufgeschlagen ist, das wir aber erst lesen lernen müssen, richtig lesen lernen.

[ 3 ] So what the truth of the matter is, one must, so to speak, experience in the very moment one ascends to occult reading in the manner described yesterday. Let us recall once more what it is like when we come to occult reading. After preparing ourselves in the manner described yesterday, we experience the more fleeting—fleeting only in relation to the physical being, of course—fluctuating entities and events of the spiritual world. But we see them by experiencing them in our astral body, reflected from our etheric body, and we experience these reflections as images. I said yesterday that, in general, we can regard these images we experience in this way only as signs of spiritual reality. And I tried to make clear through a comparison what a mistake it would be for someone to regard what they experience so directly as dream images—only immensely more vivid than ordinary dream images—as reality. It would be just as if someone were to take the word “BUILDING,” written on the blackboard, not as a sign of the building, but as the reality itself. We must form the mental image that at the moment when we have reached the point of receiving, reflected from the outside through our etheric body, the fluctuating, easily fleeting images of the spiritual world as they relate to the physical, we stand, as it were, before an open book—a book that has been opened for us, but which we must first learn to read, to read correctly.

[ 4 ] Das ist im allgemeinen richtig. Aber viel mehr, als dies für die Erlebnisse des physischen Planes gilt, gilt es für die Erlebnisse der höheren Welten, daß alles Richtige Ausnahmen erfährt. Und namentlich das, was ich eben gesagt habe, erfährt Ausnahmen. Das muß man wissen, sonst kann man sich nicht zurechtfinden in der geistigen Welt: es gilt im allgemeinen, aber es erfährt Ausnahmen. Inwiefern es Ausnahmen erfährt, das möchte ich lieber etwas anschaulicher erörtern.

[ 4 ] That is generally true. But even more so than this applies to experiences on the physical plane, it applies to experiences in the higher worlds: everything that is true has its exceptions. And specifically, what I have just said is subject to exceptions. One must know this, otherwise one cannot find one’s way in the spiritual world: it applies in general, but it is subject to exceptions. To what extent it is subject to exceptions, I would like to discuss in a somewhat more concrete manner.

[ 5 ] Ich will ausgehen von einem ganz bestimmten Fall. Nehmen wir an, jemand, der hellseherische Kräfte in unserem Sinne bis zu einem gewissen Grade in sich ausgebildet hat, der bestrebe sich — nun, sagen wir, weil ja das für viele Menschen naheliegt —, einen Toten aufzusuchen in der geistigen Welt, also einen Menschen, der vor kürzerer oder längerer Zeit durch die Pforte des Todes gegangen ist, und der in der geistigen Welt lebt, in jenem Leben, das wir beschrieben haben als das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Nun ist ein solches Aufsuchen davon abhängig — das können Sie schon aus dem gestrigen Vortrag ersehen —, daß man gewissermaßen von der geistigen Welt heraus begnadet wird, den Betreffenden auch wirklich sehen, schauen zu können. In der Regel wird bei solchem Bestreben die bloße Neugier durchaus nicht befriedigt. Wer also von vorneherein bloß mit der Absicht, seine Neugierde zu befriedigen, an die Sache herangehen wollte, einen Toten in der geistigen Welt aufzusuchen, der würde entweder gar nichts sehen, oder den mannigfaltigsten Irrtümern ausgesetzt sein müssen. Aber nehmen wir an, das wäre nicht der Fall, sondern es läge auch ein von den Wesen der geistigen Welt als berechtigt anerkannter Grund vor, daß man diesem Toten begegnet. Nehmen wir an, es sei alles in Ordnung — um das triviale Wort auszusprechen —, man dürfte gewissermaßen dem Toten begegnen. Nun wird — ganz allgemein, sage ich wiederum — dies nicht einfach so eintreten können, daß sich der betreffende Hellseher durch irgendwelche Meditation in die geistige Welt versetzt und dann etwa seine Begierden, seine Wünsche oder seine Gedanken nach dem Toten richtet, um gewissermaßen mit seiner Anschauung begnadet zu werden. Wenn das unternommen, oder wenn vorausgesetzt würde, daß ein solches Resultat eintreten könnte, so würde man sich irren. In der Regel wird vielmehr etwas ganz anderes eintreten.

[ 5 ] I want to start with a very specific case. Let us assume that someone who has developed clairvoyant powers to a certain degree, as we understand them, endeavors—well, let’s say—since this is obvious to many people—to visit a deceased person in the spiritual world, that is, a person who has passed through the gate of death a short or long time ago and who lives in the spiritual world, in that life we have described as the life between death and new birth. Now, such a visit depends—as you can already see from yesterday’s lecture—on one being, so to speak, granted the grace from the spiritual world to actually see and behold the person in question. As a rule, mere curiosity is by no means satisfied in such endeavors. So anyone who approaches the matter from the outset with the sole intention of satisfying their curiosity by seeking out a deceased person in the spiritual world would either see nothing at all or be exposed to the most manifold errors. But let us assume that this is not the case, but rather that there is also a reason recognized by the beings of the spiritual world as justified for encountering this deceased person. Let us assume that everything is in order—to use the trivial phrase—and that one is, so to speak, permitted to encounter the deceased. Now—again, speaking in very general terms—this cannot simply come about by the clairvoyant in question entering the spiritual world through some form of meditation and then directing his desires, his wishes, or his thoughts toward the deceased in order, so to speak, to be graced with a vision of him. If one were to attempt this, or if one were to assume that such a result could occur, one would be mistaken. As a rule, something quite different will happen instead.

[ 6 ] Sie müssen sich klar sein, meine lieben Freunde, daß man immer nur besondere Fälle schildern kann, daß man nicht allgemeine, abstrakte Theorien gebrauchen kann, wenn man ein solches Thema der okkulten Welt bespricht, wie es in diesem Augenblick von mir geschieht. Ich kann nur ein Exempel, ein Beispiel geben.

[ 6 ] You must realize, my dear friends, that one can only ever describe specific cases; one cannot rely on general, abstract theories when discussing a subject from the occult world, as I am doing at this very moment. I can only give an example.

[ 7 ] Nehmen wir also an, ein Seher hätte einen berechtigten Grund, mit irgendeinem Toten zusammenzukommen, und er träfe durch Meditation, durch Konzentration seiner Gedanken Anstalten, gerade mit diesem Toten zusammenzukommen. Welcher Art diese Anstalten sind, das zu beschreiben, würde heute zu weit führen, aber nehmen wir an, diese Anstalten seien richtig. Dann wird, wenn durch die Meditation, die Konzentration, der Zustand der Seele wirklich eingetreten ist, durch den der betreffende Tote von dem Seher wahrgenommen werden kann, der Seher vielleicht zunächst etwas sehen, was er — wenn er nicht schon Erfahrungen hat auf diesem Gebiet — sehr leicht geneigt sein könnte, gar nicht für die Erscheinung des Toten oder für etwas, was mit dem Toten zusammenhängt, zu halten. Er sieht vielleicht eine sich vor ihm ausbreitende Bilderwelt, eine lebendige Bilderwelt, die viel lebendiger ist als die Bilder der gewöhnlichen Träume.

[ 7 ] Let us suppose, then, that a seer had a valid reason to make contact with a particular deceased person, and that through meditation and concentration of his thoughts, he made efforts to make contact specifically with that person. Describing the nature of these efforts would go too far today, but let us assume that these efforts are correct. Then, once the state of the soul has truly been attained through meditation and concentration—a state in which the seer can perceive the deceased in question—the seer may at first see something that he—if he has no prior experience in this field—might very easily be inclined not to regard as the apparition of the deceased or as something connected with the deceased. He may see a world of images unfolding before him, a vivid world of images that is far more vivid than the images of ordinary dreams.

[ 8 ] Ich muß das immer wieder betonen, weil das gewöhnlich in der Welt irrtümlich dargestellt wird. Die gewöhnlichen Traumbilder sind Schimären, während diese Bilder Zeichen der höheren, der geistigen Welt sind. Man muß erst lernen, die Zeichenwelt zu verstehen. Man erlebt in sich bewegliche Bilder, allerlei Ereignisse, die im Zusammenhang stehen mit dieser oder jener Persönlichkeit. Das erlebt man; nur kann man zunächst kaum eine Ähnlichkeit herausfinden zwischen dem, was man angestrebt hat, und den Bildern, die man da erlebt. Aber eines zeigt sich dann, wenn das wirklich der Fall ist, wenn es nicht ein bloßer Irrweg ist, den man eingeschlagen hat: Innerhalb dieser beweglichen Bilderwelt wird man etwas erleben, was wie, ich möchte sagen, der wichtigste Punkt darin erscheint. Bei den andern Bildern wird man sich sagen: Sie enthalten etwas, diese Bilder, das dir vertraut ist, das dich erinnert an allerlei Dinge, die unter Umständen auch aus deiner Erinnerung auftauchen könnten; und obwohl du unter deinen Erinnerungen niemals gerade diese Begebenheiten hast haben können, so könnten sie doch unter Umständen, weil sie sich anlehnen an das, was du erlebt hast, die mit Phantasiegebilden durchwachsenen Erinnerungen an solche Erlebnisse sein.

[ 8 ] I must emphasize this again and again, because it is usually misrepresented in the world. Ordinary dream images are chimeras, whereas these images are signs of the higher, spiritual world. One must first learn to understand the world of signs. One experiences moving images within oneself, all sorts of events connected with this or that personality. One experiences this; but at first one can hardly find any resemblance between what one has strived for and the images one experiences there. But one thing becomes apparent when this is truly the case, when it is not merely a wrong path one has taken: within this world of moving images, one will experience something that appears, I would say, to be the most important point in it. Regarding the other images, one will say to oneself: These images contain something that is familiar to you, that reminds you of all sorts of things that might also emerge from your memory; and although you could never have had precisely these events among your memories, they might nevertheless, because they draw on what you have experienced, be memories of such experiences interwoven with figments of the imagination.

[ 9 ] Gerade da muß der wirkliche Hellseher aufmerksam sein. Er muß im Auge behalten, daß er es mit einer Bilderwelt zu tun hat, die sich aus seiner Erinnerung zusammensetzen könnte. Aber irgendein Punkt zeigt sich darin, der keine solche Erinnerung birgt. Man muß genau unterscheiden, was aus unserer Phantasie zusammengesetzt sein könnte, und was darin Eines ist, um das sich gleichsam alles übrige gruppiert. Von dem muß man sagen: Das wäre niemals aus deiner Erinnerung gekommen, das könnte auch niemals aus der Traumwelt in dein Gesichtsfeld hereinkommen. — Natürlich muß man auch eine gewisse Praxis haben, um Traumbilder von der Wirklichkeit zu unterscheiden und diesen Unterschied genau zu sehen. Aber man kommt dann dazu, zu sagen: Irgend etwas ist dadrinnen, um das sich alles andere gruppiert. In der Regel — ich versuche genau zu sprechen — ist es so, daß dieses eine, das dadrinnen ist, in gewissem Sinne sogar paradox, absurd erscheinen kann. Es ist so, daß etwas Merkwürdiges in einer solchen Bilderreihe — die sonst vielleicht so schön, so großartig, so gewaltig ist —, daß etwas sehr Sonderbares darin erscheint. Nun wird es sehr häufig dem Seher passieren, daß so etwas wiederum abflutet, wiederum hinweggeht, daß er eigentlich mehr oder weniger nichts anfangen kann damit. Dann muß er natürlich den Versuch immer wiederum von neuem unternehmen, und es wird ihm in der Regel, wenn er eine gewisse Praxis des Sehertums hat, von neuem gelingen. Er wird immer wiederum eine solche Bilderreihe sehen, vielleicht eine neue Bilderreihe ganz anderer Art. Aber wieder wird sich etwas in der Mitte zeigen, das das gleiche ist, was man schon früher als Mittelpunkt einer Bilderreihe gesehen hat. Nur muß man schon bis zu einem gewissen Punkte des Sehertums gekommen sein, wenn es einem gleich das erste oder das folgende Mal gelingen soll, mit diesen Bilderreihen das Richtige zu erreichen. Man muß dazu gekommen sein, während man die Bilderreihe noch hat, vollständig besonnen und selbstbewußt zu werden, da drinnen wirklich mit seinem Selbstbewußtsein zu leben, so daß das Bild einem nicht entwischt wie ein Traumbild. Man muß sich so ihm gegenüberstellen, wie man sich einem Ding der Außenwelt gegenüberstellt: daß man sich in der Hand hat, daß man weiß, ich bin es, der das wahrnimmt, und dort ist das Bild. — Man muß sich unterscheiden können von dem Bild, man muß nicht von dem Bilde hingenommen sein.

[ 9 ] It is precisely here that the true clairvoyant must be vigilant. He must bear in mind that he is dealing with a world of images that could be composed of his own memories. But there is a certain point within it that contains no such memory. One must distinguish precisely between what might be composed of our imagination and what is the one element around which, as it were, everything else is grouped. Of that one must say: That would never have come from your memory; nor could it ever enter your field of vision from the world of dreams. — Of course, one must also have a certain amount of practice to distinguish dream images from reality and to see this difference clearly. But one then comes to say: There is something in there around which everything else is grouped. As a rule—I am trying to speak precisely—it is the case that this one thing that is in there can, in a certain sense, even appear paradoxical, absurd. It is the case that something strange appears in such a series of images—which might otherwise be so beautiful, so magnificent, so powerful—that something very peculiar appears within it. Now it will very often happen to the seer that such a thing ebbs away again, passes away again, that he actually can’t really make much of it. Then, of course, they must try again and again, and as a rule, if they have a certain practice of clairvoyance, they will succeed again. They will see such a series of images again and again, perhaps a new series of images of a completely different kind. But again, something will appear in the middle that is the same as what was previously seen as the center of a series of images. One must, however, have already reached a certain point in the art of seeing if one is to succeed, whether the first time or the next, in achieving the right result with these series of images. One must have reached the point where, while still holding the series of images, one becomes completely composed and self-assured, truly living within it with one’s self-awareness, so that the image does not slip away like a dream image. One must face it as one faces an object in the external world: one must be in control of oneself, one must know, “It is I who perceive this, and there is the image.” — One must be able to distinguish oneself from the image; one must not be carried away by the image.

[ 10 ] Um das zu erreichen, wird man gut tun, zunächst zu versuchen wenn das Bild so dasteht —, willkürlich in dem Bild drinnen etwas zu verändern. Nehmen wir zum Beispiel an, das Bild steht da, man hat es erlangt, daß man sich unterscheidet von dem Bilde, daß man da ist, und es kommt in der Bilderwelt irgendeine Persönlichkeit vor, die einen mißßmutig, unfreundlich ansieht. So fasse man jetzt einmal das Gefühl: Wie wäre es, wenn ich recht gut wäre zu dieser Persönlichkeit, damit sie mich freundlicher ansieht, nachdem sie mich bis jetzt mißmutig angesehen hat? — Wenn das gelingt, etwas bewußt zu ändern in der Bilderwelt, dann hat man es leichter, seine Position gegenüber der Bilderwelt festzuhalten.

[ 10 ] To achieve this, one would do well to first try—when the image is presented as it is—to arbitrarily change something within the image. Let’s assume, for example, that the image is there, that you have come to realize that you are distinct from the image, that you are present, and that there is a certain character in the world of images who looks at you with a sullen, unfriendly expression. Now try to grasp the feeling: What if I were quite kind to this figure, so that they might look at me more kindly, after having looked at me sullenly until now? — If you succeed in consciously changing something in the world of images, then it becomes easier to maintain your position in relation to that world.

[ 11 ] Das nächste aber muß nun sein, daß man — ja, nun ist es schwierig, einen Ausdruck zu finden, denn die Dinge der geistigen Welt sind nun einmal verschieden von der physischen Welt —, daß man tatsächlich jetzt mit dem Bilde, mit all den Bildern, die man da hat, sich identifizieren muß. Man muß in sie untertauchen, muß eins mit ihnen werden. Denn damit, daß man eins wird mit ihnen, vollzieht man, wie wir gleich sehen werden, eine wichtige Wahrheit. Ich möchte sagen, wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf: Man muß geistig diese ganze Bilderreihe essen, sie verschlucken, in sich selber aufnehmen, sich identifizieren damit, in die Bilderreihe untertauchen. Das heißt, man muß jetzt wissen: Ich habe mich nun unterschieden von dieser Bilderreihe, ich habe meine Position außerhalb ihrer gehabt, und jetzt tauche ich willkürlich unter in diese Bilderreihe, so wie wenn ich ins Wasser springe, um darin zu schwimmen.

[ 11 ] The next step, however, must be that one—yes, it is difficult to find the right expression here, for the things of the spiritual world are, after all, different from those of the physical world—that one must now actually identify with the image, with all the images one has there. One must immerse oneself in them, must become one with them. For by becoming one with them, one accomplishes, as we shall see in a moment, an important truth. I would like to say, if I may use the trivial expression: One must spiritually “eat” this entire series of images, swallow them, take them into oneself, identify with them, immerse oneself in the series of images. That is to say, one must now realize: I have now distinguished myself from this series of images; I have held my position outside of it, and now I deliberately immerse myself in this series of images, just as if I were jumping into water to swim in it.

[ 12 ] Und nun kommt das Wichtigste, denn jetzt erleben Sie in der eigenen Seele alles das, was in dieser Bilderreihe ausgedrückt ist. Wenn zum Beispiel eine Person die andere bekämpft oder verletzt, so erleben Sie jetzt sich selber sowohl als Verletzer, wie auch als die Seele, welche verletzt oder bekämpft wird. Ich bin alles in diesen Bildern, ich bin ganz darinnen. Wenn Sie ein Bild vor sich hätten, wo dargestellt wird, daß jemand enthauptet wird, so erleben Sie sich zu gleicher Zeit als denjenigen, der enthauptet wird und als jenen, der enthauptet. So erleben Sie sich real in dieser ganzen fluktuierenden Bilderwelt darinnen. Sie selbst sind jedes Bild und jede Bewegung, die darin ist.

[ 12 ] And now comes the most important part, because you are now experiencing within your own soul everything that is expressed in this series of images. For example, if one person attacks or hurts another, you now experience yourself both as the one doing the hurting and as the soul being hurt or attacked. I am everything in these images; I am completely within them. If you had an image before you depicting someone being beheaded, you would experience yourself simultaneously as the one being beheaded and as the one doing the beheading. In this way, you experience yourself as truly present within this entire fluctuating world of images. You yourself are every image and every movement within it.

[ 13 ] Dann wird das Bild als solches, als Imagination, unsichtbar; aber die inneren Erlebnisse werden um so bedeutungsvoller. Man hört jetzt auf, das Bild zu sehen, zu schauen, aber man ist in einem reichen Erleben darin. Wenn es einem wirklich gelingt, in den Bildern drinnen zu sein, dann tritt, ich möchte sagen, der zweite Akt der ganzen Sache ein. Das muß aber gar nicht gleich darauf folgen.

[ 13 ] Then the image as such, as an imagination, becomes invisible; but the inner experiences become all the more meaningful. One now ceases to see the image, to look at it, but one is immersed in a rich experience within it. If one truly succeeds in being inside the images, then, I would say, the second act of the whole process begins. But this need not follow immediately.

[ 14 ] Da kann es sein, daß von diesem Punkte aus recht viel Entmutigendes das Sehertum ergreifen kann. Es kann durchaus sein, daß man bis zu diesem Moment kommt, da der Entschluß gefaßt ist, unterzutauchen in das Bild, darin zu schwimmen, und — nun ist es fort wie ein Traum, oder wie etwas, was man vergessen hat. Das kann durchaus passieren. Nur in den seltensten Fällen wird es so geschehen, daß man gleich hinterher das Erlebnis hat, von dem ich jetzt sprechen will. Meistens ist es so, daß das Bild wie ein entschwundener Traum ganz untergegangen zu sein scheint.

[ 14 ] It may well be that, from this point on, a great deal of discouragement can take hold of the seer. It is quite possible that one reaches the moment when the decision is made to immerse oneself in the image, to swim within it, and—now it is gone like a dream, or like something one has forgotten. That can certainly happen. Only in the rarest of cases will it happen that one immediately afterward has the experience of which I now wish to speak. Most often, the image seems to have vanished entirely, like a dream that has faded away.

[ 15 ] Nun muß man als wirklicher Hellseher sich klar sein, daß es gar nicht wahr zu sein braucht, daß das Bild untergegangen ist. Es kann dasjenige, was in den seltensten Fällen gleich nach dem Untergehen des Bildes eintreten kann, viel später einmal kommen, es kann mitten aus den Tag- oder Nachterlebnissen heraus kommen. Denn sehr häufig ist es der Fall, daß das, was man — verzeihen Sie, wenn ich noch einmal den Ausdruck gebrauche — sozusagen gegessen hat, womit man sich vereinigt hat, daß das erst seelisch verdaut werden muß. Es kann eine Zeitlang dauern. Aber wenn man genügend vereinigt ist, wenn es genügend «verdaut» ist, dann kommt es so, daß man weiß: Jetzt stehst du mit der Persönlichkeit, mit der Individualität des Toten in Beziehung, und sie schickt Gedanken in dich hinein, die sie selber hat. Jetzt denkst du das, was der Tote in seiner Seele erlebt. Du stehst in Verbindung mit ihm. Er spricht jetzt mit dir, und du hörst ihn.

[ 15 ] Now, as a true clairvoyant, one must realize that it need not be true that the image has faded away. What rarely occurs immediately after the image fades may happen much later; it may emerge from the experiences of the day or night. For it is very often the case that what one has—forgive me for using the expression again—so to speak “consumed,” with which one has united, must first be digested by the soul. It can take some time. But when one has united sufficiently, when it has been sufficiently “digested,” then it happens that one knows: Now you are in relationship with the personality, with the individuality of the deceased, and they send thoughts into you that they themselves have. Now you think what the deceased is experiencing in their soul. You are in connection with them. They are now speaking to you, and you hear them.

[ 16 ] Es ist in Wahrheit das Bild, mit dem man sich vereinigt, oder die Bilderreihe, die man aufgenommen hat, die man in sich trägt, die jetzt mit einem eins geworden ist, welche eigentlich die Wahrheit hört und die Wahrheit aufnimmt. Und in der Regel ist es so, daß dieses Hören als geistiges Hören dann nicht mehr mit Bildern verbunden ist, sondern getragen ist von dem Bewußtsein, daß die Seele des Sehers verbunden ist mit dem betreffenden Toten und sich das sagen läßt von ihm, was nicht mehr mit dem Ohr gehört, nicht mehr mit dem physischen Blick aufgenommen wird, sondern was unmittelbar mit dem Gedanken aufgenommen wird. Man weiß: Das ist nicht dein Gedanke; das ist das, was der Tote zu dir spricht.

[ 16 ] In truth, it is the image with which one unites, or the series of images one has absorbed and carries within oneself—which has now become one with oneself—that actually hears the truth and takes in the truth. And as a rule, this hearing—as spiritual hearing—is no longer connected to images, but is sustained by the awareness that the seer’s soul is connected to the deceased in question and allows itself to be told by him what is no longer heard with the ear, no longer perceived with the physical gaze, but is received directly through thought. One knows: This is not your thought; this is what the deceased speaks to you.

[ 17 ] Es bedarf also, wie Sie sehen, einer gewissen Vorbereitung, um in die Nähe einer toten Individualität zu kommen, einer Vorbereitung, die man, wie ich es eben getan habe, beschreiben kann. Wenn man einmal dahin gelangt ist, nach der Identifizierung mit dem Bilde den Toten zu hören, dann ist jede Täuschung ausgeschlossen. Denn eine Täuschung könnte nur in derselben Weise eintreten wie eine Täuschung auf dem physischen Plan, wenn ich einem Menschen begegne und ihn für einen andern halte. Das werde ich in der Regel nicht tun. Man erkennt den Menschen auf dem physischen Plan durch sich selber. Ich brauche mir nicht aus theoretischen Prinzipien heraus zu beweisen, wenn ich in der physischen Welt zum Beispiel Herrn Löw begegne, daß das Herr Löw ist. Das enthüllt das Wesen selber, dem man entgegentritt. So weiß man auch in der geistigen Welt, daß man einem Wesen gegenüber ist, wenn es auch selbstverständlich in der geistigen Welt auf geistige Weise zu einem spricht, sich in geistiger Weise mitteilt.

[ 17 ] As you can see, therefore, a certain amount of preparation is required to come into the presence of a deceased individual—a preparation that can be described, as I have just done. Once one has reached the point of hearing the dead after identifying with the image, then any deception is ruled out. For a deception could only occur in the same way as a deception on the physical plane, when I encounter a person and mistake them for another. I will generally not do that. One recognizes a person on the physical plane through oneself. I do not need to prove to myself, based on theoretical principles, that when I encounter Mr. Löw in the physical world, for example, that this is Mr. Löw. The being one encounters reveals this itself. In the spiritual world, too, one knows that one is facing a being, even though, of course, in the spiritual world it speaks to one in a spiritual manner and communicates in a spiritual way.

[ 18 ] Was ich Ihnen eben beschrieben habe, das ist der Übergang von einem sehr vieldeutigen Zeichen, das man liest — nicht dadurch, daß man es mit dem Verstande deutet, sondern dadurch, daß man es in sich aufnimmt, eins damit wird, es gleichsam verzehrt —, zum geistigen Hören. Durch den lebendigen Prozeß, den man durch die Vereinigung mit dem Bilde in der eigenen Seele bewirkt, bereitet man sich darauf vor, das objektive Wesen geistig wirklich zu hören.

[ 18 ] What I have just described to you is the transition from a highly ambiguous sign—which one reads not by interpreting it with the intellect, but by taking it in, becoming one with it, and, as it were, consuming it—to spiritual hearing. Through the living process brought about by uniting with the image within one’s own soul, one prepares oneself to truly hear the objective essence spiritually.

[ 19 ] Das Lesen ist ein lebendiger Prozeß, ist ein wirklich lebendiger Prozeß. Man muß wirklich seine Seele in die Sache hineinwerfen. Es wird etwas ganz anderes von einem verlangt, als was auf dem physischen Plane verlangt wird. Das läßt sich höchstens damit vergleichen, wenn auf dem physischen Plan jemand uns ein Buch gibt und verlangen würde, daß wir es verspeisen sollen, es essen sollen, um es zu lesen und zu verstehen. Wenn wir dazu organisiert wären, ein A in anderer Weise zu verdauen als ein I, dadurch daß wir verschiedenartige innere Prozesse beim Verdauen der Buchstaben A und I hätten, wäre dies mit den beschriebenen geistigen Vorgängen zu vergleichen. Wir kommen nicht heran an einen geistigen Vorgang oder an eine geistige Wesenheit, ehe wir unsere ganze Seele hineingegeben haben zum Verständnis des betreffenden Wesens oder Vorganges. Wir müssen selber eins geworden sein mit den Zeichen oder Buchstaben der geistigen Welt. Wir müssen sie lesen, und dann, indem wir sie lesen, sie geistig hören.

[ 19 ] Reading is a living process—a truly living process. One really has to pour one’s soul into it. It demands something entirely different from us than what is required on the physical plane. This can at most be compared to a situation on the physical plane where someone gives us a book and demands that we devour it, that we eat it, in order to read and understand it. If we were organized in such a way that we could digest an “A” differently than an “I”—by having different internal processes when digesting the letters “A” and “I”—this would be comparable to the spiritual processes described. We cannot approach a spiritual process or a spiritual being until we have poured our whole soul into understanding the being or process in question. We must ourselves have become one with the signs or letters of the spiritual world. We must read them, and then, as we read them, hear them spiritually.

[ 20 ] Ich sagte, im allgemeinen gilt das. Man muß eben, wenn man auf dem Felde der Geisteswissenschaft steht, ganz genau sprechen. Im allgemeinen; denn es gibt auch Ausnahmen. Es kann zum Beispiel durchaus auch eintreten, daß irgendein Seher, wenn er im Zustand des geistigen Schauens ist, nicht nur eine Bilderreihe erlebt, wie ich es eben geschildert habe, sondern wirklich etwas erlebt als Bild, als Imagination, was dem betreffenden Toten, so wie er war im Leben als äußere Gestalt, ähnlich ist. Dann kann der Betreffende natürlich wissen, er steht diesem Toten gegenüber. Aber er kann es eigentlich niemals ganz sicher wissen. Es kann richtig sein, braucht aber nicht ganz richtig zu sein. Um das zu erklären, möchte ich zu einem Vergleich greifen. Sehen Sie, unsere gewöhnliche Schrift, Druckschrift oder Schreibschrift, besteht aus Zeichen. Und wahrhaftig, wenn ich das Wort «Bau» aufschreibe, so hat dieses Wort nichts ähnliches mit unserem Bau da draußen. So war es aber nicht immer im Laufe der Entwickelung der Schrift. Wenn wir in ältere Zeiten zurückgehen, finden wir eine Bilderschrift. Da machten die Menschen Bilder, die dem, was die Bilder darstellen sollten, noch ähnlich waren; und aus der Bilderschrift entwickelte sich erst die Zeichen- oder Buchstabenschrift.

[ 20 ] I said that this is generally true. When one is working in the field of Spiritual Science, one must be very precise in one’s speech. Generally speaking; for there are also exceptions. For example, it is entirely possible that a seer, when in a state of spiritual vision, may not only experience a series of images, as I have just described, but may actually experience something as an image, as an imagination, that resembles the deceased person in question—just as they appeared in life as an external form. Then the seer can, of course, know that they are facing this deceased person. But he can never actually know for certain. It may be correct, but it need not be entirely correct. To explain this, I would like to use a comparison. You see, our ordinary writing—whether block letters or cursive—consists of symbols. And indeed, when I write down the word “building,” this word bears no resemblance to our building out there. But this was not always the case in the course of the development of writing. If we go back to earlier times, we find pictographic writing. Back then, people made pictures that still resembled what the pictures were supposed to represent; and it was only from pictographic writing that symbolic or alphabetic writing developed.

[ 21 ] So ist es auch mit dem Verhältnis des Hellsehens, das wir durch unsere rosenkreuzerische Methode anstreben, zu dem atavistischen, mehr oder weniger primitiven Hellsehen, das bei manchen Menschen durch irgendwelche Vorbedingungen auftreten kann. Geradeso wie unsere Zeichen- und Buchstabenschrift etwas Entwickeltes ist, und die Bilderschrift etwas mehr Primitives ist, so ist auch das Hellsehen in unserem Sinne etwas Entwickeltes, und das Schauen, das unmittelbar in Traumbildern das zum Ausdruck bringt, was geschaut wird, etwas mehr Primitives. Gerade das entwickelte Hellsehen wird oftmals nicht imstande sein, unmittelbar im Bilde das zu schauen, was zu schauen ist. Es wird bei ihm in der Regel so sein, wie ich es beschrieben habe. Aber die Ausnahme kommt durchaus auch vor, daß ein Mensch ohne besondere Entwickelung, rein aus den Anlagen seines Organismus heraus, hellsehend wird. Dann kann es sein, daß dieser natürliche Hellseher viel mehr Bilder wahrnimmt, die Ähnlichkeit haben mit geistigen Vorgängen, als der entwickelte Hellseher, der erst notwendig hat, all die Prozeduren durchzumachen, die ich beschrieben habe. Aber er kann niemals durch das primitive Hellsehen dazu kommen, irgend etwas mit Sicherheit zu erfahren; und selbst das, was mit Sicherheit in dieser Art erfahren werden kann, sind nur solche Ereignisse, die sich anlehnen an das irdische Leben.

[ 21 ] The same is true of the relationship between the clairvoyance we strive for through our Rosicrucian method and the atavistic, more or less primitive clairvoyance that can occur in some people due to certain preconditions. Just as our symbolic and alphabetic writing is something developed, and pictographic writing is something more primitive, so too is clairvoyance in our sense something developed, and the vision that expresses what is seen directly in dream images is something more primitive. It is precisely the developed form of clairvoyance that will often be unable to perceive directly in the image what is to be perceived. In such cases, it will generally be as I have described. But there are certainly exceptions where a person without special development becomes clairvoyant purely on the basis of their organism’s predispositions. In such cases, this natural clairvoyant may perceive far more images resembling spiritual processes than the developed clairvoyant, who must first undergo all the procedures I have described. But he can never, through primitive clairvoyance, come to know anything with certainty; and even what can be known with certainty in this way consists only of events that relate to earthly life.

[ 22 ] Sagen wir zum Beispiel, es sei irgend jemand gestorben und habe vor seinem Tode noch ein Testament hinterlegt, ohne daß er jemand darauf aufmerksam machen konnte, daß das Testament da oder dort liege. Er stirbt. Irgendeine primitiv hellsehende Persönlichkeit, bei der die Vorbedingungen vorhanden sind, kommt hinzu, und es könnte sogar der Fall eintreten, daß eine solche ungeschult hellsehende Persönlichkeit in einer Art Trance-Imaginationszustand in Zusammenhang gebracht wird mit dem betreffenden Toten. Und sie kann dann die Gedanken des Toten wahrnehmen, die auf den Ort gerichtet sind, wo der Tote das Testament hingelegt hat. Es kann der Betreffende das Bild des Ortes, den Schrank zum Beispiel wahrnehmen, wo das Testament liegt. Das kann eintreten. Aber es hängen diese Fälle stets mit dem äußeren physischen Plan zusammen. Es handelt sich um etwas, was auf dem physischen Plan vorgegangen ist. Es können auch kompliziertere Dinge sein; aber sie sind doch immer mit dem physischen Plan, mit dem Irdischen irgendwie zusammenhängend. Viel weiter wird man auf diesem Gebiet des primitiven Hellsehens nicht kommen. Um weiter zu kommen und wirklich klar und sicher mit der geistigen Welt zu verkehren, sind eben die Vorbereitungen nötig, von denen ich gesprochen habe. Nun muß ich Ihnen noch Genaueres darüber sagen, damit wir dann in den nächsten Vorträgen auf Einzelheiten des geistigen Lesens und Hörens eintreten können. Ich sagte, daß das, was hinter der Maja der äußeren Erfahrung liegt, was in den Dingen darin ist, eine Wahrheit wird in dem Augenblick, wo wir die geistige Welt betreten. Es wird eine Wahrheit, wie ich sie in dem einzelnen konkreten Falle Ihnen beschrieben habe. Es genügt nicht, daß wir irgendein Bild durch Hellsehen wahrnehmen und nun das Bild so vor uns haben, wie wir Wesen der physischen Welt sehen können. Das genügt nicht. Wir müssen dazu kommen, in die Bilder unterzutauchen, uns wirklich in sie hineinzustürzen. Wir müssen bewußt das machen, was wir im gewöhnlichen Leben auch tun, nur daß wir es da nicht bewußt machen. Wir müssen wirklich hineingehen in das Bild. Wenn ich also zunächst diese Bilderreihe wahrnehme, in deren Mitrtelpunkt das ist, was ich beschrieben habe, so muß ich aus mir herausgehen, ich muß in diese Bilderreihe hinein, ich muß sie verzehren, verschlingen, muß darinnen sein.

[ 22 ] Let us say, for example, that someone has died and, before his death, left a will without being able to tell anyone where it was located. He dies. Some primitive clairvoyant individual, possessing the necessary prerequisites, comes along, and it could even happen that such an untrained clairvoyant, in a sort of trance-like state of imagination, becomes connected with the deceased in question. And they can then perceive the deceased’s thoughts, which are directed toward the place where the deceased has placed the will. The person in question may perceive the image of the location—the cabinet, for example—where the will is kept. This can happen. But these cases are always connected to the outer physical plane. It concerns something that has taken place on the physical plane. There may also be more complicated matters; but they are still always somehow connected to the physical plane, to the earthly realm. One will not get much further in this realm of primitive clairvoyance. To go further and to truly communicate clearly and confidently with the spiritual world, the preparations I have spoken of are precisely what are needed. Now I must tell you more specifically about this, so that we can then go into the details of spiritual reading and hearing in the next lectures. I said that what lies behind the maya of outer experience, what is contained within things, becomes a truth the moment we enter the spiritual world. It becomes a truth as I have described it to you in the specific, concrete case. It is not enough that we perceive some image through clairvoyance and now have the image before us just as we can see beings of the physical world. That is not enough. We must come to the point of immersing ourselves in the images, of truly plunging into them. We must consciously do what we also do in ordinary life, only that we do not do it consciously there. We must truly enter into the image. So when I first perceive this series of images, at the center of which is what I have described, I must step out of myself; I must enter into this series of images; I must consume them, devour them; I must be within them.

[ 23 ] Nun kann das, was ich beschrieben habe, als eine geistige Erfahrung eintreten, aber man versteht diese geistige Erfahrung eigentlich noch nicht. Um sie zu verstehen, ist noch das Folgende notwendig. Man muß etwas wie geistige Selbstbeobachtung üben können während des Vorganges des Untertauchens. Indem man untertaucht in eine solche Bilderreihe, geht einiges in einem vor, das man in sich gleichsam spürt. Bedenken Sie einmal, wie es ist, wenn man zuerst sich erfaßt hat in seiner Position gegenüber den imaginativen Bildern, und dann dazu kommt, in diese Bilderreihe unterzutauchen. Das Gefühl ist ein ganz anderes, wenn man bewußt davor steht, als wenn man in die Bilder untergetaucht ist.

[ 23 ] Now, what I have described may occur as a spiritual experience, but one does not yet truly understand this spiritual experience. To understand it, the following is necessary. One must be able to practice something like spiritual self-observation during the process of immersion. As one immerses oneself in such a series of images, certain things take place within one that one feels, as it were, within oneself. Consider for a moment what it is like when one has first established one’s position in relation to the imaginative images, and then proceeds to immerse oneself in this series of images. The feeling is quite different when one stands before them consciously than when one has immersed oneself in the images.

[ 24 ] Ich will versuchen, Ihnen zu beschreiben, wie diese beiden Gefühle sich unterscheiden. Es ist so, daß in dem Augenblick, wo man untergetaucht ist, man weiß: Jetzt hast du diese Bilderreihe dadurch zum Verschwinden gebracht, daß du dich damit identifiziert hast. In diesem Augenblick erfaßt einen ein Gefühl der Ungenügendheit gegenüber sich selbst. Man wird gewahr — die Dinge sind schwer zu beschreiben —: Du bist ja eigentlich jetzt nur ein Stück von dem, was du warst, als du auf deinem früheren Standpunkt gestanden hast. Du bist nur ein Stück davon.

[ 24 ] I will try to describe to you how these two feelings differ. The fact is that the moment you have submerged yourself, you know: Now you have made this series of images disappear by identifying with them. At that moment, a feeling of inadequacy toward yourself takes hold of you. You become aware—things are hard to describe—that you are now, in fact, only a fragment of what you were when you stood at your former vantage point. You are only a fragment of it.

[ 25 ] Man muß natürlich diese Beobachtung oftmals machen, damit man ganz hineinkommt in die Dinge und die Fähigkeit erlangt, sie richtig zu deuten. Es kommt einem so vor — man charakterisiert solche Dinge am besten durch Vergleiche —, wie wenn ein Zwölf-Kilogewicht, ohne daß mit ihm weiter etwas geschehen ist, ganz plötzlich nur ein Ein-Kilogewicht geworden wäre. So fühlt man sich, als ob man nur ein Zwölftel von sich selber wäre, und die anderen elf Zwölftel, die sind draußen in der Welt. — Das kann man symbolisch zeichnen, was da mit einem vorgegangen ist. Man fühlt sich irgendwo draußen in der Welt, aber nicht mit seinem ganzen Wesen fühlt man sich da, sondern man fühlt: Da draußen in der Welt sind elf Zwölftel deines Wesens, du bist aufgeteilt. — Symbolisch kann man das so ausdrücken, daß man sagt: Man ist an einem Punkte des Umkreises, und die anderen elf Zwöltftel sind über den übrigen Kreis verteilt. Da (siehe Zeichnung, a 1) ist man selber, und da (siehe Zeichnung 2, 3, 4 und so weiter) sind die anderen elf Zwölttel.

[ 25 ] Of course, one must make this observation many times in order to truly grasp the matter and acquire the ability to interpret it correctly. It feels as though—and such things are best characterized by comparisons—a twelve-kilogram weight, without anything else having happened to it, had suddenly become a one-kilogram weight. One feels as if one were only one-twelfth of oneself, and the other eleven-twelfths were out there in the world. — One can draw a symbolic picture of what has happened to you. You feel yourself to be somewhere out in the world, but you do not feel yourself to be there with your whole being; rather, you feel: Out there in the world are eleven-twelfths of your being; you are divided. — Symbolically, one can express this by saying: You are at one point on the circumference, and the other eleven twelfths are distributed across the rest of the circle. There (see drawing, a 1) is yourself, and there (see drawings 2, 3, 4, and so on) are the other eleven twelfths.

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[ 26 ] Jetzt ist es erst recht wahr, daß man da draußen in der Welt ist: man ist zu einem Zwölftel von sich selber geworden, und man hat in einem Kreise gleichsam liegengelassen die andern elf Zwölftel. Man kann das mit einem okkultistischen Ausdruck nennen: Man hat sich selbst verwandelt in den Tierkreis, man ist selbst zum Tierkreis geworden. — Und nunmehr kommt dasjenige, was man hört, einem zu von innerhalb dieses Tierkreises. Also — ich behalte das frühere Beispiel bei — wenn der Tote zu einem spricht, so spricht er von innerhalb des Tierkreises.

[ 26 ] Now it is all the more true that one is out there in the world: one has become one-twelfth of oneself, and one has, as it were, left the other eleven-twelfths behind in a circle. One can describe this using an occult term: one has transformed oneself into the zodiac; one has become the zodiac itself. — And now what one hears comes to one from within this zodiac. So—to stick with the earlier example—when the dead speak to one, they speak from within the zodiac.

[ 27 ] Bedenken Sie den Unterschied, der hier liegt gegenüber dem Wahrnehmen in der physischen Welt. In der physischen Welt sind wir in unsere Haut eingeschlossen, und draußen sind die Dinge; sie gehen scheinbar in uns hinein, indem wir sie anschauen. Beim geistigen Wahrnehmen stehen wir draußen, an einem Punkte, einem Zwölftel des Horizontes und schauen von dort nach innen. Jetzt haben wir die Welt, die wir schauen, innerhalb des Tierkreises. Wir schauen von draußen hinein. Im gewöhnlichen Leben schauen wir von innen hinaus. Und dasjenige, was uns jetzt da drinnen als geistige Stimme entgegenkommt, mit der der Tote zu uns spricht, das nehmen wir dadurch wahr, daß wir uns angewöhnen, in verschiedener Weise hinzuhören, in verschiedener Weise achtzugeben.

[ 27 ] Consider the difference here compared to perception in the physical world. In the physical world, we are enclosed within our own skin, and things are outside of us; they seem to enter us as we look at them. In spiritual perception, we stand outside, at a point one-twelfth of the way along the horizon, and look inward from there. Now we have the world we are looking at within the zodiac. We look in from the outside. In ordinary life, we look out from the inside. And that which now meets us there inside as a spiritual voice, through which the dead speak to us, we perceive by accustoming ourselves to listening in various ways, to paying attention in various ways.

[ 28 ] Wir werden schon noch Genaueres hierüber sprechen. Zunächst will ich es durch das Symbolum andeuten. Wir können zum Beispiel das Gefühl haben, was der Tote spricht, könnten wir am besten wahrnehmen, wenn wir innerhalb des Kreises das geistige Ohr in dieser Richtung, nach der geistigen Fünf hin richten (siehe Zeichnung: Linie zwischen Punkt 1 und Punkt 5).

[ 28 ] We will discuss this in more detail later. For now, I would like to hint at it through the Symbolum. For example, we may feel that we can best perceive what the deceased is saying if, within the circle, we direct our spiritual ear in this direction, toward the spiritual Five (see drawing: line between point 1 and point 5).

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[ 29 ] Jetzt hört er da auf zu sprechen, aber man hört ihn weiter, wenn man auf einen anderen Punkt (Punkt 11) hin das geistige Ohr richtet. Man lernt allmählich erkennen, daß man innerhalb des Umkreises sieben Stimmen zu unterscheiden hat, die so variieren, daß man sie in der verschiedensten Weise vernimmt, je nachdem sie von dem einen oder dem anderen Punkte herkommend gehört werden. Alles was man wahrnimmt, spricht wie aus sieben Stimmen innerhalb dieses Kreises heraus. Man kann es auch so ausdrücken: Man ist in den Umkreis der Welt gegangen. Dasjenige, was man wahrnehmen soll, ist innerhalb dieses Umkreises. Man muß lernen, sich zu fühlen als einen Teil des Umkreises und muß, ich möchte sagen, in kosmischer Bescheidenheit, keinen Anspruch darauf machen, etwas anderes zu sein als ein Zwölftel des Umkreises. Aber man muß die anderen elf Zwölftel zu Hilfe nehmen, man muß sie außer sich voraussetzen. Man muß versuchen, sich ein Unterscheidungsvermögen anzueignen für das, was da zu einem spricht. Man muß unterscheiden, wie in der verschiedensten Weise alles variiert, was ein kosmisches Wesen zu einem sprechen kann.

[ 29 ] Now he stops speaking there, but one can still hear him if one turns one’s spiritual ear toward another point (point 11). One gradually learns to recognize that within the circle there are seven voices to distinguish, which vary in such a way that one perceives them in the most diverse ways, depending on whether they are heard coming from one point or another. Everything one perceives speaks as if from seven voices within this circle. One can also put it this way: One has entered the circle of the world. That which one is to perceive lies within this circle. One must learn to feel oneself as a part of the circle and must, I would say, in cosmic humility, make no claim to being anything other than one-twelfth of the circle. But one must call upon the other eleven twelfths for help; one must presuppose them outside oneself. One must try to acquire the ability to discern what is speaking to one there. One must discern how, in the most varied ways, everything varies that a cosmic being can speak to one.

[ 30 ] Nun kann man wiederum durch einen Vergleich sich klarmachen, um was es sich handelt: Das, was da zu einem spricht innerhalb dieses Kreises, kann man wirklich nennen geistige Vokale. Und alles, was man selber ist im Umkreis, und was im Umkreis liegt, sind geistige Konsonanten. Konsonanten und Vokale wirken zusammen; Konsonanten, indem sie stillstehen, indem wir unser eigenes Wesen hinausergossen haben in das Weltenall; und Vokale dadurch, daß sie sich drinnen bewegen und dadurch zum Aussprechen bringen, was gesagt werden soll.

[ 30 ] Now, once again, we can use a comparison to understand what this is all about: What speaks to us within this circle can truly be called spiritual vowels. And everything that one is oneself within the circle, and everything that lies within the circle, are spiritual consonants. Consonants and vowels work together; consonants by standing still, by our having poured out our own being into the universe; and vowels by moving within and thereby bringing forth what is to be said.

[ 31 ] Nun will ich noch einmal zurückkommen zu unserem Beispiel. Ich suche einen Toten auf, suche mit ihm zusammenzukommen. Ich bringe es dahin, daß mir irgendeine Bilderreihe erscheint und mitten in dieser Bilderreihe etwas, was mir paradox, etwas, was mir absurd erscheint. Ich bin mir klar: Es ist etwas, was ich nicht selber hätte aus den Quellen meines inneren Seelenwesens heraus bekommen können. Ich bringe es dahin unterzutauchen, eins zu werden mit der Bilderreihe. In diesem Augenblick, indem ich in sie untertauche, stehe ich in diesem bestimmten einzelnen Punkte (siehe Zeichnung Punkt a), und ringsherum, da haben sich elf Zwölttel von meinem Wesen losgelöst.

[ 31 ] Now I would like to return once more to our example. I seek out a dead person, seeking to come together with them. I bring it to the point where a series of images appears to me, and in the midst of this series of images, something that seems paradoxical to me, something that seems absurd. I am clear about this: it is something I could not have drawn from the sources of my inner soul being on my own. I manage to submerge myself, to become one with the series of images. At this very moment, as I submerge myself in them, I stand at this specific single point (see drawing, point a), and all around it, eleven-twelfths of my being have detached themselves.

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[ 32 ] Deshalb sagte ich — Sie müssen sich ja erinnern, daß man genau sprechen muß, wenn man von okkulten Dingen spricht —: Die Bilderreihe hört einem zu. Man hat nichts anderes in sich als die «genossene» Bilderreihe; die steht da in dem einen Zwölftel (siehe Zeichnung). Das andere, was nicht eins werden kann mit dieser Bilderreihe, das verteilt sich draußen im Umkreis. Und da kann es einem gelingen, über kurz oder lang, wirklich die geistige Stimme, die Mitteilung des Toten zu empfangen. Da hört man eben den Toten sprechen aus dem Umkreis, den man sich selbst um dasjenige herum gebildet hat, zu dem man in Beziehung treten will.

[ 32 ] That is why I said—you must remember that one must be precise when speaking of occult matters—: The series of images is listening to you. One has nothing within oneself but the “experienced” series of images; it stands there in that one-twelfth (see drawing). The other part, which cannot become one with this series of images, spreads out in the surrounding space. And there, sooner or later, one may succeed in truly receiving the spiritual voice, the message from the dead. There one hears the dead speaking from the surrounding space that one has formed around the very thing with which one wishes to enter into a relationship.

[ 33 ] Was hat man also eigentlich getan? Man ist aus sich herausgegangen, ist eins geworden mit der Welt, aber nur mit einem Teil der Welt. Man hat dasjenige mit seinem ganzen Wesen erfaßt, was man wahrnehmen will. Man hat gleichsam eine geistige Aura um den Toten gebildet. Man kann sie aber nicht vollständig bilden, man kann nur an einem Punkt stehen, und muß aus dem, was man nicht ist, die Aura bilden.

[ 33 ] So what has one actually done? One has stepped outside oneself, has become one with the world, but only with a part of the world. One has grasped with one’s whole being that which one wishes to perceive. One has, as it were, formed a spiritual aura around the dead person. But one cannot form it completely; one can only stand at a single point and must form the aura out of that which one is not.

[ 34 ] Man kann sagen: Ich nehme eine Bilderreihe wahr. Erst stehe ich außerhalb dieser Bilderreihe, dann aber tauche ich in die Bilderreihe unter. Dadurch bilde ich um das, was ich wahrnehmen will, mit dem, was ich hingegeben, hingeopfert habe, eine Weltensphäre. Diese Weltensphäre enthält in sich — wie sieben Planeten — den Vokalismus, durch den das entsprechende Wesen mit uns sprechen kann, wenn wir selbst durch die Zwölftheit unseres Wesens den Konsonantismus bilden.

[ 34 ] One might say: I perceive a series of images. At first I stand outside this series of images, but then I immerse myself in it. In this way, I form a world-sphere around what I wish to perceive, using what I have given up and sacrificed. This sphere of the world contains within itself—like seven planets—the vowelism through which the corresponding being can speak to us when we ourselves form the consonantism through the twelfthness of our being.

[ 35 ] Man kann mit einem Wesen der geistigen Welt eben nur dadurch in Beziehung kommen, daß man es umschließt, so umschließt, daß die Umschließung bildet die kosmischen Konsonanten, und daß das Wesen selber in dem kosmischen Vokalismus sich uns ankündigen kann. Und wenn der kosmische Vokalismus zusammenwirken kann mit dem kosmischen Konsonantismus, den wir aus uns selbst gebildet haben, dann wirken Lesen und Hören zusammen, dann dringen wir in ein bestimmtes Gebiet der geistigen Welt ein.

[ 35 ] One can only enter into a relationship with a being of the spiritual world by enveloping it—enveloping it in such a way that this envelopment forms the cosmic consonants, and that the being itself can reveal itself to us through the cosmic vowel sounds. And when the cosmic vowel sounds can interact with the cosmic consonant sounds that we have formed within ourselves, then reading and hearing work together, and we enter a specific realm of the spiritual world.

[ 36 ] Ich bitte Sie nun, sich nicht durch das, was ich eben gesagt habe, etwa zu dem Irrtum führen zu lassen, daß das, was ich beschrieben habe, mit dem physischen Tierkreis oder mit den sieben physischen Planeten etwas zu tun habe. Das ist nicht der Fall, das ist nicht so gemeint. Sondern es ist so, daß man jedesmal gleichsam eine Weltensphäre in der Zwölfheit bildet um das betreffende Wesen herum, das man wahrnehmen will. Man bildet überall eine Welt für sich.

[ 36 ] I would ask you not to let what I have just said lead you into the error of thinking that what I have described has anything to do with the physical zodiac or the seven physical planets. That is not the case; that is not what is meant. Rather, it is the case that each time, one forms, as it were, a world sphere within the Twelvefold around the being in question that one wishes to perceive. One forms a world of its own everywhere.

[ 37 ] Es ist schon so: Will man auf dem physischen Plan etwas ganz kennenlernen, so muß man es von den verschiedensten Seiten, von den verschiedensten Standpunkten aus ansehen, man muß um es herumgehen. In der geistigen Welt muß uns das eine Realität werden, daß man nicht herumgehen muß mit dem ganzen Wesen, sondern man muß sein ganzes Wesen so zerteilen, daß man einen Umkreis schafft um das, was man wahrnehmen will. Jedesmal, wenn eine wirkliche geistige Wahrnehmung stattfindet, so hat man einen solchen geistigen Umkreis geschaffen. Und nur, weil die göttlichen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien kennengelernt haben, das im Großen gemacht haben, ist das eingetreten, dessen Resultat wir im Tierkreis vor uns haben.

[ 37 ] It is certainly true that if one wishes to fully understand something on the physical plane, one must view it from a wide variety of angles and perspectives; one must walk around it. In the spiritual world, we must realize that one does not have to walk around with one’s entire being, but rather one must divide one’s entire being in such a way as to create a circle around that which one wishes to perceive. Every time a true spiritual perception takes place, one has created such a spiritual sphere. And it is only because the divine beings we have come to know in the higher hierarchies have done this on a grand scale that what has come to pass—the result of which we see before us in the zodiac—has occurred.

[ 38 ] Denken Sie sich einmal, es würde das eintreten, was ich beschrieben habe, es würde der Verkehr mit einem Toten zustandekommen, und stellen Sie sich vor, ein solcher Verkehr könnte in einem bestimmten Moment — nun, sagen wir — richtig festgehalten und verhärtet werden, so würde diese Verhärtung darstellen ein Menschenwesen, natürlich ein geistiges Menschenwesen, in zwölf Teile gegliedert, zwölf feststehende Sterne. Wenn dasjenige, was wahrgenommen worden ist, erstarrt festgehalten würde, so würde es ein planetarisches System darstellen. Indem die Götter das in einem besonderen großen Plan gemacht haben, ist unser Weltensystem entstanden. Während wir bei dem einzelnen Akt des Hellsehens etwas Vorübergehendes schaffen, das natürlich dann wieder vorbei ist, wenn der Akt des Hellsehens vorbei ist, ist unser ganzes Weltenall festgehaltenes Hellsehen der Götter, der höheren Hierarchien.

[ 38 ] Imagine for a moment that what I have described were to occur—that communication with a dead person were to take place—and imagine that such communication could, at a certain moment—let’s say—be properly captured and solidified; this solidification would represent a human being, naturally a spiritual human being, divided into twelve parts, twelve fixed stars. If what has been perceived were to be frozen and fixed, it would represent a planetary system. Because the gods have done this as part of a special, grand plan, our solar system has come into being. While in the individual act of clairvoyance we create something transient, which naturally passes again once the act of clairvoyance is over, our entire universe is the fixed clairvoyance of the gods, of the higher hierarchies.

[ 39 ] Daher auch können wir diese Welt nur erkennen, wenn wir sie in ihren geistigen Grundlagen erkennen. Das Physische ist etwas, was gar nicht real ist, ebensowenig real, wie es gestern in dem Vergleiche vom fließenden Wasser des Rheines gesagt worden ist. Nur das Geistige ist real. So ist auch bei dem ganzen Sonnensystem nur das Geistige real. Man muß auch das Sonnensystem in Wirklichkeit kennenlernen, indem man in geistigem Lesen und Hören entziffert, was hinter ihm liegt. In vieler Beziehung haben wir das schon getan. Was noch mehr darüber zu sagen ist, davon werden wir morgen und übermorgen sprechen.

[ 39 ] That is why we can only understand this world if we understand its spiritual foundations. The physical realm is not real at all; it is just as unreal as was described yesterday in the analogy of the flowing waters of the Rhine. Only the spiritual is real. Thus, in the entire solar system, too, only the spiritual is real. One must also come to know the solar system in reality by deciphering, through spiritual reading and hearing, what lies behind it. In many respects, we have already done so. We will speak tomorrow and the day after about what else there is to say on this subject.