Occult Reading and Occult Hearing
GA 156
6 October 1914, Dornach
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Occult Reading and Occult Hearing, tr. Osmond
Vierter Vortrag
4. Inner Mobility of Thought
[ 1 ] Gestern versuchte ich von einigen inneren Erlebnissen zu sprechen, die man nennen könnte «Vokalismus der geistigen Welt». Wir haben ja gerade dabei sehen können, wie dasjenige, was man okkultes Lesen und okkultes Hören nennen kann, etwas Lebendiges ist, wie es verläuft in inneren Erlebnissen, bei denen man seine ganze Persönlichkeit, seine ganze seelische Wesenheit eben einsetzen muß. Ich habe drei solcher Erlebnisse, die man sorgfältig vorbereiten muß, erwähnt: zunächst dasjenige, das entsteht, wenn man allmählich lernt, in die übersinnliche Welt, in der man ja unbewußt immer darinnen ist, sich bewußt zu versetzen, und dadurch an die Pforte des Todes gelangt. Ich habe ferner das Erlebnis angeführt, zu dem man kommt, wenn man sich die sogenannte Verwandlungsfähigkeit in andere Wesen aneignet. Und ich habe dann versucht zu zeigen, wie einem das Böse in der Welt so vor Augen stehen kann, daß man seinen Ursprung erkennt, herrührend von einem Mißbrauch von höheren geistigen Kräften, die an ihrem Orte in ihrer Weise ganz berechtigt sind.
[ 1 ] Yesterday I tried to speak of certain inner experiences which can be called the ‘vowels’ of the spiritual world. We heard how occult reading and occult hearing are very living inner experiences to which the whole personality, the whole soul must be dedicated. I mentioned three such experiences for which careful preparation has to be made. One of these arises when we learn gradually to enter with consciousness that supersensible world in which we always are, but unconsciously, and thereby reach the Gate of Death. I also spoke of the experience which comes when we acquire the so-called faculty of transforming ourselves into other beings. And then I tried to show how we can so regard evil in the world that we recognise its origin in a misuse of higher spiritual forces which in their place and in their own mode of working are entirely justified.
[ 2 ] Ein anderes solches Erlebnis stellt sich ein, wenn man etwas, wovon schon öfters gesprochen worden ist, ganz im Ernste nimmt, etwas, das sich im Grunde genommen anschließt an das zuletzt Besprochene: Man muß sich in ein anderes verwandeln, aber es ist notwendig bei diesem Verwandeln, daß man den Faden der inneren seelischen Erlebnisse festhalten kann. Könnte man diesen Faden nicht festhalten, so erginge es einem geradeso wie auf dem physischen Plan einem Menschen, der sich nicht an das erinnert, was gestern, vorgestern oder vor Jahren im physischen Leben erfahren worden ist. Wie diese Kontinuität des Bewußtseins festgehalten werden muß im normalen physischen Leben, so muß der Mensch den Faden der Erinnerung durch die Verwandlungen in der geistigen Welt festhalten. Das heißt, er darf in dem Augenblick, wo er sich in ein bestimmtes Wesen oder in einen bestimmten Vorgang verwandelt hat, sich nicht aus der Seele heraus verlieren. Er muß gleichsam etwas wie eine höhere, rein geistige Erinnerung behalten an andere Gestaltungen, Vorgänge und Wesenheiten der geistigen Welt. Mit andern Worten, der Mensch muß ein Vielfaches sein, muß sich in der geistigen Welt zersplittern, zerteilen können, muß in die Zahl aufgehen können. Dieses ruft, ganz innerlich erlebt, ein eigenartiges Gefühl hervor, das Gefühl: Du bist da, du bist dieses Wesen, du bist aber auch ein anderes Wesen; du bist in getrennten Wesenheiten im Grunde genommen darin.
[ 2 ] Another such experience comes if we. take in earnest something that is linked with the last. We must transform ourselves into other beings but in such a way that the threads of inner soul-experiences are held intact. If they cannot be held intact it is just the same as when a man on the physical plane cannot remember what happened yesterday or some years ago in his physical life. Just as this continuity of experience has to be maintained in normal physical life, so the connecting thread must be maintained through the transformations in the spiritual world. This means that when a human being has transformed himself into a certain being or event he must not lose himself. He must retain a kind of higher, purely spiritual memory of other forms, processes and beings of the spiritual world. In other words: man has to become a multiple being, to ‘split up’ as it were in the spiritual world, to be able to divide himself. This inner experience produces a strange feeling: ‘You are here, you are this being, but you are also another being. You are within separate beings.’
[ 3 ] Ohne dieses entwickelte Gefühl von der Vielfältigkeit würde man gar nicht in der Lage sein, eine wirkliche geistige Vorstellung zum Beispiel von den Wesen der höheren Hierarchien zu erringen. Man kann noch auf dem Wege, den wir gestern eingeschlagen haben, oder auf den Wegen, die wir in anderen Fällen gegangen sind, von den Wesen der ersten über uns stehenden Hierarchie, den Wesenheiten der Angeloi, eine Vorstellung gewinnen. Aber schon wenn man aufsteigen will zu einer genauer zutreffenden, ich möchte sagen, geistgemäßen Vorstellung der Wesenheiten der Archangeloi, muß man etwas durch innerliches Fühlen verstehen von der Vervielfältigung. Denn wie es sich eigentlich mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien verhält, das lernt man nur ganz allmählich erkennen. Man lernt es deswegen nur allmählich erkennen, weil von der physischen Welt her alles menschliche Vorstellen, alles menschliche Denken an die gewöhnlichen Verhältnisse des Raumes und der Zeit gebunden ist. Aber es sind ganz andere Raum- und Zeitverhältnisse vorhanden, wenn man zum Beispiel zu den Wesenheiten der Hierarchie der Archangeloi hinaufsteigt.
[ 3 ] Without this feeling of multiplicity, we should never be able to attain a real picture, for example, of the Beings of the higher Hierarchies. Along the paths we described yesterday and along others too we can get a picture of the Angeloi, the Hierarchy immediately above us. But to reach a more spiritually adequate picture of the Archangeloi, we must understand through inner feeling something of the experience of being multiplied. For it is only gradually that we learn to understand these Beings of the Hierarchies. We only gradually learn to understand because in the physical world all human conceptions, all human thoughts are bound up with the ordinary conditions of space and time. But quite different conditions of space and time exist when we ascend to the Beings of the Hierarchy of Archangeloi.
[ 4 ] Wenn wir vom gewöhnlichen physischen Bewußtsein ausgehen, dann haben wir immer ein gewisses Grundgefühl, ein Gefühl, das ganz natürlich ist für dieses physische Bewußtsein. Ich will es durch das Folgende charakterisieren. Wenn ich zum Beispiel durch das Sehertum zu einem Menschen kommen will, der zwischen Tod und neuer Geburt lebt, so habe ich — ich meine mit «ich» nicht mich selbst, sondern im allgemeinen einen Menschen, der durch Seherkraft einen Toten aufsucht — zunächst das Gefühl: Nun ja, der Tote ist da, zugleich mit dir selber eben da, und in bezug auf die Zeit kannst du ihn aufsuchen, wie du auf dem physischen Plan einen andern Menschen aufsuchen kannst, von dem du dir auch klar bist, er lebt mit dir in derselben Zeit, und du brauchst nur die Wege zu ihm zu finden. — Man hat, wenn man einen Toten aufsucht, mit dieser Vorstellung auch vollkommen recht. Man hat sogar in gewissem Sinne noch recht, wenn man eine Wesenheit aus der Hierarchie der Angeloi finden will. Aber man hat nicht mehr eine richtige Vorstellung von dem, um was es sich handelt, wenn man in derselben Weise eine Wesenheit aus der Hierarchie der Archangeloi aufsuchen will, weil eine Wesenheit aus der Hierarchie der Archangeloi ihr Bewußtsein in einer ganz bestimmten Zeit, die nicht die jetzige ist, konzentriert hat.
[ 4 ] Starting from the ordinary physical consciousness, we have a certain basic feeling which is quite natural to this physical consciousness. If, for instance, through seership, I want to approach a human being who is living between death and a new birth, then—I am not speaking of myself here but quite generally, of one who has seership and is seeking for a dead soul—I have this feeling: ‘The dead is there, together with me!’ So far as the time element is concerned I can seek him just as on the physical plane I can seek another human being who is a contemporary ... it is only a matter of finding the way to him. When we are seeking one who is dead, this idea is also quite correct. In a certain sense it is still correct when it is a question of finding a Being of the Hierarchy of Angeloi. But it is no longer correct if we are seeking for a Being of the Hierarchy of Archangeloi, because such a Being has concentrated his consciousness at a time that is not our present time.


[ 5 ] Nehmen wir einmal an, diese Linie stellt den Lauf der Zeit vor, und der Seher lebte hier in einem Zeitpunkte, 1914, so setzt er voraus, daß er einen Toten oder eine Wesenheit aus der Reihenfolge der Angeloi irgendwo in der geistigen Welt in derselben Zeit findet (siehe Zeichnung, X X X). Das geht aber nicht, wenn man zum Beispiel eine bestimmte Wesenheit aus der Hierarchie der Erzengel, der Archangeloi aufsuchen will. Da muß man aus der Zeit hinausgehen, da muß man die Gleichzeitigkeit überwinden. Beispielsweise muß man, sagen wir, um einen bestimmten Erzengel zu finden, zurückgehen, sagen wir, ins 15. Jahrhundert.
[ 5 ] Suppose this line represents the flow of time. If the seer lives at this point, 1914, and is seeking a dead soul or a Being of the rank of the Angeloi, he finds that Being somewhere in the spiritual world at the same point of time. But this does not succeed if we are trying, for instance, to find a certain Being of the Hierarchy of the Archangeloi.
[ 6 ] Also man kann nicht sagen: Ich bleibe in meiner eigenen Zeit —, (siehe Zeichnung: 1914), sondern man muß zurückgehen, meinetwillen in das Jahr 1465 oder so etwa, und muß dann hier die betreffende Wesenheit des Erzengels suchen (siehe Zeichnung). Ist diese Wesenheit auch nicht in der Gegenwart zu finden, so strahlt doch ihre Wirkung bis in unsere Zeit aus. Aber man findet in unserer Zeit eben nur ihre Wirkung, man findet nicht sie selbst in ihrer eigenen Selbstigkeit.
[ 6 ] In this case we have to transcend time, to overcome the principle of synchronism (Gleichzeitigkeit). In order to find a certain Archangelos we must go back, for example, to the fifteenth century. Thus we do not remain in our own epoch. Supposing this were the year 1914, we have to go back, say, to the year 146.5. and seek there (EE) for the Archangelos. His influence, it is true, rays over into our own epoch but here we have merely the influence, we do not find the Archangelos in his own real identity


[ 7 ] Andere Erzengel muß man wiederum in einem anderen Zeitpunkt suchen (siehe Zeichnung: Kreise). Man muß aus der Zeit hinausgehen. Das ist zwar eine sehr schwierige Vorstellung, meine lieben Freunde, aber man muß zu dieser Vorstellung kommen. Man muß sich klar sein, daß Erzengel immer in gewissem Sinne ihren Namen mit Recht tragen. Man weiß eigentlich erst, warum sie diesen Namen tragen, wenn man in dem eben charakterisierten Sinn auf ihre Wesenheit kommt. Sie heißen «Engel des Anfangs», das heißt, sie sind immer an den Anfängen von Zeiträumen, sagen wir, wo Völker entstehen, wo Völker zum ersten Mal in die Weltgeschichte eintreten, da sind sie mit ihrem vollen Bewußtsein, mit ihrem eigenen Selbst vorhanden. Das bleibt in der übrigen Zeit vorhanden in den Wirkungen. Die Wirkungen fließen in die Zeit hinein. Und will “man sie finden, so darf man nicht bloß in der Gleichzeitigkeit bleiben, sondern man muß aus der Zeit herausgehen, die Zeitanfänge aufsuchen. Niemand also, der als Seele nur leben will, sagen wir, im Oktober 1914, ist imstande, etwa alle Erzengel zu finden — vielleicht nicht einmal einen —, wohl aber derjenige, der imstande ist, sich mit seiner Seelenwesenheit zurückzuversetzen in andere Zeiträume so, daß diese andern Zeiträume für ihn unmittelbar erlebbar werden, so daß er selber lebt in diesen anderen Zeiträumen. Dabei muß man dann aber, wenn man sich hineinversetzt in andere Zeiträume, notwendig haben, nicht zu vergessen, wie man da hineingekommen ist, so wenig man das gestern Getane heute vergessen darf in der physischen Welt. Das ist so etwas wie ein Gesetz der Vervielfältigung, des Ausgießens in die Zahl.
[ 7 ] Other Archangeloi must be sought for at different points (see the upper circles in the diagram). We have to go beyond time. It is a difficult conception, but we have to reach it. We must realise that the name ‘Archangelos’ has meaning. We know for the first time why they have this name when we find them in the way described. They are ‘Angeloi of the Beginnings.’ They are always to be found at the beginnings of epochs of time on the stage of world-history. It is there that we find them in their full consciousness, in their real self; this remains through the following epochs in the influences streaming into the flow of time. To find the Archangeloi we must not remain in the present; we must go out of time and seek for the beginnings of epochs. Thus, nobody whose soul is only able to live, let us say, in October 1914, is in a position to find all the Archangeloi—perhaps not even one. This is possible only to one who can transfer his soul back into other epochs, in such a way that he can actually experience those other epochs, live in those other epochs. But then it is necessary not to forget how we got there—just as in the physical world we must not forget what we did yesterday. This is a law of the multiplicity, of the outpouring into number.
[ 8 ] Und die Urbeginne, die Geister der Persönlichkeit, die Archai, man findet sie überhaupt nur, wenn man sich zurückversetzt in die Mitte der lemurischen Zeit, wo die Erde am Anfange des physischen Werdens ist. Wo die Erde die Anfänge ihres physischen Daseins durchgemacht hat, da findet man die Archai in ihrer eigenen Selbstigkeit. Wenn man in der Gleichzeitigkeit bleibt, kann man sie nicht finden.
[ 8 ] And as regards the Primal Beginnings, the Spirits of Personality, the Archai, we find them only by going back to the middle of the Lemurian epoch, when the Earth was at the beginning of its physical evolution. There we find the Archai in their essential nature. We cannot find the Archai if we remain in the present.
[ 9 ] Sie sehen also, wie das ganze Verhältnis der Seele zu der Zeit ein anderes werden muß, wenn man in die geistige Welt wirklich erkennend eindringen will. Dasjenige, was man so erlebt — oder auch nur dadurch, daß man sich eine Vorstellung von diesen Dingen macht und immer weiter geht in dem inneren Erleben der Vorstellung —, das gibt wiederum in der Seele eine Stimmung innerlicher Hingegebenheit, etwas wie ein Hineingegossensein in die reale geistige Wirklichkeit. Das ist wiederum ein solcher Vokal der geistigen Welt.
[ 9 ] Thus, you can see that the whole relation of the soul to time must change before we can penetrate into the spiritual world with knowledge. What We experience in this way—or even if we envisage these things and continue to feel them inwardly—imparts a kind of mood to the soul, a feeling of being outpoured into spiritual reality. This again is a ‘vowel’ in the spiritual world.
[ 10 ] Sie können einsehen, daß so der Mensch in diesem beschriebenen weiteren Erleben immer unabhängiger und unabhängiger wird vom Raumesstandpunkt und vom Zeitstandpunkt, auf dem er in der physischen Welt ist. Sie sehen, daß er nicht nur aus sich herausgeht, sondern bei diesem Herausgehen gleichzeitig auch in das lebendige Weben und Wesen des Kosmos hineingeht, nicht nur einseitig, indem man sich gleichsam in den räumlichen Sphären ausdehnt, sondern vielseitig, indem man sich auch erlebt in der Zeit als ein Lebewesen, das in sich selbst die Bewußtseinspunkte — möchte ich sagen der Wesenheiten der höheren Hierarchien hat. Wenn man also nicht mehr bei sich lebt, auch nicht mehr lebt in dem Raum und der Zeit, die einem angewiesen sind als physisches Wesen, wenn man gleichsam den Raum zu seinem Leib, die Zeit zu seiner Seele angenommen hat — merken Sie wohl das Wort, man lernt es erst allmählich in seiner vollen Bedeutung verstehen, wenn man viel darüber meditiert hat —, wenn man gleichsam den Raum zu seinem Leib, die Zeit zu seiner Seele angenommen hat, dann hat man sich vereinigt mit dem, was nicht ein abstraktes Fühlen im Allgemeinen ist, sondern ein lebendiges Weben und Wesen in sinnvollem Weltensein. Überall, wohin man sich versetzt, ist Sinn. Und überall, wohin man sich versetzt, sprießt in die eigene Seele Sinn herein. Und aus Einzelsinn setzt sich ein Allgemeinsinn zusammen und webt und west in der Welt. Aus vielen ihrer Punkte sprießt vielfach wie fruchtend der Sinn der Dinge hervor. Und das Geistige, was in den einzelnen Sinnen aufsprießt, aus den Einzelwesen, das webt sich zusammen zu einem all-sinnvollen Weltenwort, und man webt und lebt im Weltenwort darinnen. Und dieses Drinnenweben, Drinnenleben im Weltenworte, das ist wiederum ein anderer Vokal der geistigen Welt. Das ist, ich möchte sagen, der Ur-Urvokal der geistigen Welt selber. Mit diesem Erleben des Weltenwortes, das man sich in einer Viellebendigkeit, nicht bloß in einem geistigen Hören vorzustellen hat, ist alles das gegeben, was man im höheren Sinne Inspiration nennen kann. Mit ihm ist all das gegeben, wovon man so sprechen kann, daß man sagt: Was ich in diesem Weltenworte weiß, das weiß die Welt in mir; ich bin im Grunde genommen ganz unschuldig an all dem, was ich so weiß, denn es weiß die Welt es in mir. Ich kann schuldig werden an dem Wissen des Weltenwortes nur dadurch, daß ich ein unvollkommenes Instrument bin, das nur in gebrochenen Strahlen dieses Weltenwort in mich hereintönen läßt. Aber es ist das Weltenwort, das in mir selber ertönt. — Und je bescheidener man geworden ist, je weiter man es dahin gebracht hat, selbstlos hingegeben zu sein, ohne noch irgendwelche Prätentionen zu haben in bezug auf eigenes Schaffen, Denken, Fühlen und Wollen, je mehr man es dazu gebracht hat, das Weltenwort walten zu lassen im Weben des eigenen Wesens, desto besser, desto objektiver gibt man wieder, was durch das Weltenwort als Geheimnis die Welt durchflutet.
[ 10 ] You can see how in the way described a man becomes more and more independent of the standpoint of Space, of the standpoint of Time, which are his in the physical world. He does not only go out of himself, but also into something: into the living weaving and working of the Cosmos, not only one-pointedly, inasmuch as he experiences himself in the spheres of Space, but many-sidedly, inasmuch as he experiences himself in Time as a living being, having in himself the centres of consciousness of the Beings of the higher Hierarchies. When, therefore, a man no longer lives only in himself, no longer even in the Space and Time known to him as a physical being, but when he has ‘taken Space to his body’ and ‘Time to his soul’—mark this well, for its full meaning only dawns upon us gradually—when he has taken Space to his body and Time to his soul, he then experiences something that is not an abstract feeling in spiritual generality, but a living weaving and working in a cosmic existence full of meaning. Everywhere there is meaning; it pours into his soul. Universal meaning, weaving and living in the Universe forms itself out of individual meaning. The meaning of things bursts forth like fruit out of many centres. And the Spiritual bursting forth in the single individual meanings weaves itself into a Cosmic Word that is full of meaning. Man lives and weaves within the Cosmic Word. This experience again is another vowel of the spiritual world—the original, primal vowel of the spiritual world. This experiencing of the Cosmic Word which must be pictured in its living wealth and not merely as a spiritual hearing, is Inspiration in the higher sense. With this Inspiration we can say: ‘What I know in this Cosmic Word, the Cosmic Word knows in me. It is not I who know, but the Cosmos knows in me. I fall short in knowledge of the Cosmic Word only because I am an imperfect instrument which can only let the Cosmic Word sound into me in broken streams. But it is the Cosmic Word itself which sounds in me.’ Humility increases the more we succeed in surrendering ourselves selflessly, without any pretentiousness in regard to our own achievement, our thinking, feeling and willing. The more we succeed in letting the Cosmic Word hold sway in the weaving of our own being, the more objectively do we reproduce, through the Cosmic Word, the mysteries pervading the universe.
[ 11 ] So haben wir wiederum von einem solchen Vokale gesprochen, dem fünften Weltenvokale. Ich wollte, da ich in diesen vier Vorträgen nur das Prinzipielle und Wesentliche geben kann, Ihnen nur einen Begriff, wenn auch nur einen ganz primitiven, erwecken von dem, was der Vokalismus des Weltenwesens ist.
[ 11 ] Thus, again we have spoken of a cosmic vowel. As I can tell you only the essential principles, I wanted to give you an idea—although quite a primitive one—of what may be called the ‘vowels’ of cosmic Being.
[ 12 ] Nun, wenn man es dazu gebracht hat, innerlich geübt zu sein in solchen Gefühlen, wie ich sie in diesen fünf Weltenvokalen geschildert habe, wenn man das, was gleichsam wie ein Niederschlag aus der geistigen Welt ist, in der Seele erleben kann, dann kann die Seele hinhören auf das, was in der geistigen Welt vorgeht; dann kann die geistige Welt zu ihr sprechen.
[ 12 ] When a man is inwardly schooled in such feelings as I have described them in these five cosmic vowels, when he can experience what can be experienced in the life of soul as an echo of these feelings, then the soul can listen to what is going on in the spiritual world and is there in the spiritual world. And then the spiritual world can speak to the soul.
[ 13 ] Und wie ist es denn nun, wenn wirklich Umgang gepflogen wird mit der geistigen Welt auf dem Wege, der sich durch das Geschilderte eröffnet? So ist es, daß wir mit unserem Ich und Astralleib — aber das Ich ist auf eine höhere Stufe dadurch gebracht, daß es in der vorher geschilderten Weise selbstlos herabgedämpft und im Astralleib untergegangen ist — außerhalb unseres physischen und Ätherleibes sind. Man ist ja mit seinem Ich und Astralleib außerhalb seines physischen und Ätherleibes, wenn man hier im Leben zwischen Geburt und Tod steht und geistig wahrnimmt; aber man blickt da doch auf den Ätherleib zurück, und der Ätherleib spiegelt einem gerade den Vokalismus. Er hat die Möglichkeit, siebenfältig zu spiegeln. Fünf von den Spiegelungen, fünf Vokale habe ich angeführt. Es kommen noch zwei andere Vokale dazu, über die bei anderer Gelegenheit ausführlicher gesprochen werden soll. Aber das eigentümliche Wallen und Wogen des ätherischen Leibes, das, was er in seinen LebensProzessen spiegelt, wenn man außerhalb seiner selbst steht, das kündet sich als solche Vokale an. Das heißt, im ätherischen Leib geschieht etwas, wenn man solche Gefühle entwickelt wie das, was man erleben kann durch die Vorbereitung, daß man an der Pforte des Todes steht, oder durch das andere, daß man dem Bösen verständnisvoll gegenübersteht, oder daß man im lebendigen Weltenwort lebend und webend darinnensteht. Je nachdem man das eine oder das andere der geistigen Welt entgegenhält, spiegelt sich etwas anderes im Ätherleib, auf das man dann gleichsam zurückschaut. Man kann das schwer schildern.
[ 13 ] What is it that happens when real communion with the spiritual world is cultivated in the way described? Ego and astral body—but the Ego has reached a higher stage because it has become selfless and has been submerged in the astral body—Ego and astral body are outside the physical and etheric bodies. With his Ego and astral body man is outside the physical and etheric bodies when, during life between birth and death, he is engaged in acts of spiritual perception; but he looks back to the etheric body and it is the etheric body that reflects these ‘vowels.’ The etheric body has the power of a seven-fold reflection. I have spoken of five of these reflections. There are still two other experiences of which we could speak if it were possible to go into greater detail. But the characteristic weaving and working of the etheric body, what it reflects in its life-processes, may be described as these ‘vowels.’ In other words: something happens in the etheric body when a man has developed the feelings connected with the experience of standing at the Gate of Death, or is able to face Evil with understanding, or when he lives in the Cosmic Word. According to the particular mood with which he confronts the spiritual world, something is reflected in the etheric body which he is then able to perceive. It is very difficult to describe these things. Cosmic Being reflects itself in a sevenfold way in the etheric body. Let me make a diagram.
[ 14 ] Ich möchte sagen, siebenfältig spiegeln sich die Weltenwesen im Ätherleib. Ich möchte das schematisch so darstellen (siehe Zeichnung): Wenn dieses des Menschen Ätherleib darstellt — ganz schematisch —, dann würde, wenn ihm zum Beispiel das Gefühl des An-der-Pfortedes-Todes-Stehens entgegengehalten wird, das entsteht durch die Vorbereitung, dann würde der Ätherleib wie zusammengezogen hier in der obersten Gegend (siehe Zeichnung, a), er bekommt ein gewisses Leuchten und Tönen. Und aus diesem Leuchten und Tönen geht etwas hervor, was man einen Vokal der geistigen Welt nennen kann.
[ 14 ] If this represents man's etheric body (quite diagrammatically)—then, if a man confronts the spiritual world with the feeling that arises from the preparation for standing at the Gate of Death, his etheric body is as it were compressed up to here, at a, and acquires a certain radiance and resonance. And out of this radiance and resonance proceeds something that may be called one of the vowels of the spiritual world.
[ 15 ] Wenn man nun ein anderes Gefühl entwickelt, zieht sich gleichsam der Ätherleib nach einer andern Gegend, sagen wir nach der Herzgegend, b, zusammen. Dann sieht man ein anderes Leuchten und vernimmt ein anderes Tönen, wie aus einer Wesenheit heraus, in die man sich versetzt hat mit dem Ich und dem Astralleib.
[ 15 ] If a different mood is developed, the etheric body concentrates in another region—let us say, in the region of the heart (b). A different radiance and resonance are perceived, as emanating from the being into whom the Ego and astral body have been transposed.

[ 16 ] Was ich nun bisher gesagt habe, bezieht sich auf die Vokale der geistigen Welt. So wie es sieben Vokale gibt, so gibt es nun aber auch Konsonanten der geistigen Welt, zwölf an der Zahl. Diese zwölf Konsonanten, auf die kommt man am leichtesten dadurch, daß man so, wie man den Ätherleib in seiner, ich möchte sagen, vokalischen Wesenheit also begriffen hat, wie wir es getan haben, nun ebenso den physischen Leib begreift. Der physische Leib zeigt sich dann in einer Zwölfgliedrigkeit.
[ 16 ] What I have said up to now has referred to the ‘vowels’ of the spiritual world. But there are also ‘consonants’ of the spiritual world, twelve consonants. We get at these consonants most easily by taking the physical body in the same way as we have taken the etheric body with its ‘vowels.’ The physical body is then revealed in its twelve-foldness.
[ 17 ] Es reicht die Zeit natürlich hier nicht aus, um auch nur einigermaßen anzudeuten, wie man in derselben Weise zu der Zwölfgliedrigkeit des physischen Leibes kommt, wie zu der Siebengliedrigkeit des Ätherleibes. Aber das muß ich sagen: Für den außerhalb seines physischen und Ätherleibes Stehenden wird eben dieser Ätherleib und dieser physische Leib gleichsam etwas ganz anderes, als sie sind, wenn wir in ihnen leben. Wenn wir in ihnen leben, ist der Ätherleib das, was unsere Lebensprozesse unterhält, was uns zu lebenden Wesen macht, und der physische Leib ist das, was vorzugsweise unseren Sinnesorganismus aufbaut. Da stecken wir darinnen. Wir brauchen unseren Äther- und physischen Leib dazu, daß wir solche Menschen auf dem physischen Plan sind, wie wir eben sind. Sobald wir aber in dem jetzt in dieser Stunde angedeuteten Sinn außerhalb des physischen und des Ätherleibes sind, verhalten wir uns zu ihnen wie zu Zeichen. Wirklich, der Ätherleib ist dann zwar ein lebendiges Wesen, aber die Aufgabe, die Funktion, die er hat, als Lebensprinzip unserem physischen Organismus zugrunde zu liegen, die zeigt er dann gar nicht. Er zeigt sich uns als Zeichen der sieben Vokale. Er wird etwas Objektives, das wir anschauen, und das in seiner Variabilität, in seiner Veränderlichkeit eine Widerspiegelung des Vokalismus des Weltenganzen ist. Wir werden gleichsam so fremd diesem Ätherleib, wie wir es den Vokalen der äußeren physischen derben Schrift gegenüber sind. Und wir werden unserem physischen Leib so fremd — er wird zu einer Summe von zwölf Zeichen, die in ihm zusammengefügt sind —, wie wir den Konsonanten der gewöhnlichen derben Schrift gegenüber fremd sind. Und so, wie sich Konsonanten und Vokale in den Worten der gewöhnlichen Schrift durchdringen, so daß wir das eine oder andere Wort lesen können, je nachdem wie Vokale und Konsonanten miteinander verknüpft sind, so lesen oder hören wir in der geistigen Welt verschiedenes, je nachdem der Ätherleib, der siebenfach sich offenbaren kann, mit dem einen oder dem anderen Konsonanten des physischen Leibes zusammentönt oder verbunden ist. Wie wir, wenn wir einem Menschen auf dem physischen Plane entgegentreten, uns mit ihm verständigen dadurch, daß er zu uns spricht, wir aber Augen haben müssen, um zu beobachten, Ohren haben müssen, um das Wort zu hören, seine Sprache in die Seele eindringen zu lassen, wie also alles das, was ein Verhältnis zu anderen Menschen bildet, durch unsere Sinne vermittelt wird, so geschieht ein Ähnliches in der geistigen Welt.
[ 17 ] There is not sufficient time even to hint how we can experience the twelve-foldness of the physical body as we have experienced the seven-foldness of the etheric body. But this I must say: To a man who is conscious outside his physical and etheric bodies, they become something quite different from what they are when he is living in them. The etheric body, then, is what contains the life-process which makes us living beings. The physical body is that which builds up the organism of our senses. We are within and we use our physical and etheric bodies to make us the beings we are on the physical plane. But when, in the sense indicated, we are outside the physical and etheric bodies, they appear to us as signs. True, the etheric body is still composed of life; but its task, that of being the life-principle of our physical organism, does not now reveal itself. The etheric body reveals itself as the signs of the seven vowels. It becomes objective, something at which we look and which in its variability and mobility becomes the ‘vowels’ of the Cosmic All. We become as foreign to our etheric body as to the vowels of physical script. And we become as foreign to the physical body—which is now revealed as a totality of twelve consonants brought together- as we are to the consonants of ordinary script. And just as consonants and vowels interpenetrate in the words of ordinary script, enabling us to read or hear, so in the spiritual world do we hear or read the etheric body which reveals itself in a sevenfold aspect by being joined with two or with three consonants of the physical body. On the physical plane, when we meet a human being we can understand him because he speaks to us, perhaps also by gesture or facial expression—but we must have eyes to see and ears to let the word enter our soul. Just as everything that constitutes a relationship to other human beings is transmitted by way of the senses, a similar thing happens in the spiritual world.
[ 18 ] Man macht sich bereit, sagen wir, eine Menschenseele zu finden, die lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Man weiß durch inneres Erleben, daß man jetzt mit dieser Seele vereint ist; man weiß, man erlebt mit ihr zu gleicher Zeit, an derselben Stelle der geistigen Welt. Wie man aber in der physischen Welt Sinnesorgane braucht, um sich mit anderen Menschen zu verständigen, so braucht man in der geistigen Welt das Zurückschauen auf den Ätherleib und den physischen Leib. Sie spiegeln zurück das Wechselspiel, wie sich die vokalischen Vorgänge des Ätherleibes zusammenfügen mit den konsonantischen Vorgängen des physischen Leibes. Und wie diese ineinanderspielen, das drückt einem aus, was man mit dem Toten spricht, mit dem man vereint ist, was also zur Verständigung mit dem Toten notwendig ist.
[ 18 ] We prepare ourselves, let us say, to find a human soul who is living between death and a new birth. We know through inner experience that we are now united with that soul, that we are having experiences with it at the same time and in the same place in the spiritual world. Just as in the physical world we have sense-organs in order to come, to terms with other human beings, so in the spiritual world we have to look back to the etheric body and the physical body. And in their interplay, they reflect how the single processes of the etheric body are joined with those of the physical body—vowel processes with consonant processes. This interplay expresses the speech that is going on with the soul of the dead and is therefore necessary for understanding that soul.
[ 19 ] Also stellen Sie sich vor, Sie sind in der geistigen Welt mit einem Toten vereint, mit einer Seele, die da lebt zwischen Tod und neuer Geburt. Sie betrachten die menschliche physische Gestalt, in der Sie selber auf dem physischen Plan leben, und Sie betrachten die menschliche ätherische Gestalt. Auf diese schauen Sie zurück, und durch diese spiegelt sich zurück alles das, was der Tote mit Ihnen zu sprechen hat, was er Ihnen mitzuteilen hat, was er denkt, fühlt und will. Zu einem Gesamtsinnesorgan zugleich sind der menschliche physische Leib und der menschliche Ätherleib geworden. Und wir können sagen: Wir haben innerhalb unseres physischen Lebens den physischen und den Ätherleib bekommen, damit wir für die geistige Welt Sinnesorgane haben. Wir werden nun wiederum in einer neuen Weise aufmerksam gemacht darauf, daß das Leben in der physischen Welt nicht bloß das Leben in einem Jammertal ist, aus dem man sich hinauszusehnen hat, wie es eine falsche Asketik will, sondern wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Leben in der physischen Welt eine große, erhabene, eine göttliche Mission hat. Innerhalb des physischen Lebens eignen wir uns an das, was zu Sinnesorganen für die geistige Welt wird.
[ 19 ] Try to picture the following.—In the spiritual world you are united with the soul of one who is dead and is living between death and a new birth. You look back on your physical form which you can observe because you lived or are living in it on the physical plane; you also look back on the etheric form, and this reflects back all that you speak with the dead, what he has to communicate to you, what he is thinking, feeling and willing. The etheric and physical bodies have become one collective sense-organ. And we can say: In our physical life we have received the physical and etheric bodies so that we may have sense-organs for the spiritual world. A new light is now thrown on the truth that life in the physical world is not merely life in a vale of sorrow of which we must long to get rid, as false asceticism teaches. We realise that life in the physical world has its sublime, divine mission. Within the physical world we acquire what becomes sense-organs for the spiritual world.
[ 20 ] Noch genauer werden Sie das verstehen, wenn ich Sie aufmerksam mache auf die Art, wie die Wahrnehmung der geistigen Wesenheiten und Vorgänge dann stattfindet, wenn wir selber in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt sind, wenn wir also nicht vom physischen Plan aus die geistige Welt hellseherisch wahrnehmen, sondern in der geistigen Welt vereint sind mit geistigen Wesenheiten. Solange wir eben einen physischen und einen Ätherleib als unser Kleid tragen, so lange haben wir etwas zum Spiegeln, so lange dienen uns diese als Sinnesorgane. Wenn wir sie mit dem Tod ablegen, so haben wir natürlich als äußere Realität diese Sinnesorgane nicht mehr. Sie könnten nun leicht fragen: Können wir dann in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt nicht wahrnehmen, was wir im Zusammenhang mit den andern Wesenheiten und Vorgängen der geistigen Welt erleben? — Ja, dann ist es eben anders, dann nehmen wir es anders wahr. Auch der Seher muß hier in der physischen Welt in seinem physischen und Ätherleib dasjenige gespiegelt erhalten, was er in der geistigen Welt erlebt. Das ist recht, solange sie vorhanden sind in der physischen Welt, solange nicht der physische Leib durch Verwesung, der Ätherleib durch Auflösung, durch Ergießen in die geistige Welt verloren ist. Wenn wir nun in der geistigen Welt sind und keinen physischen und Ätherleib mehr haben, dann sind wir imstande, aus dem, was die Substanz der geistigen Welt ist, uns die Zeichenwelt, aus welcher der physische Leib und der Ätherleib zusammengesetzt waren, entsprechend hinzuzeichnen. Alles wird von uns eingezeichnet der geistigen Welt. Nehmen Sie an, Sie leben als Seele zwischen Tod und neuer Geburt mit einer anderen Menschenseele zusammen. Dasjenige, was sie Ihnen sagt, oder was Sie ihr sagen, alles das, was sich sonst gespiegelt hätte in Ihrem physischen und Ätherleib, das drückt sich nun in der geistigen Welt in die Akasha-Chronik hinein. Das, was sich sonst im Spiegelbild des physischen oder Ätherleibes ausdrückte, vokalisch oder konsonantisch, das schreiben Sie wirklich jetzt aus eigener Macht in die geistige Welt, in die Akasha-Chronik hinein, um es dann, wenn es nicht mehr nötig ist, selbst wieder auszulöschen, bildlich gesprochen.
[ 20 ] You will understand this still more precisely if I tell you about the perception of spiritual beings and happenings when we ourselves are living between death and a new birth, that is to say, when we are not seeing the spiritual world clairvoyantly from the physical plane but are united in the spiritual world with spiritual beings. As long as we bear a physical and an etheric body as a garment, so long have we instruments for reflecting; these bodies serve us as sense-organs. When we lay aside these bodies at death, we naturally no longer have them as external realities. You may easily ask: Does this mean that in the spiritual world between death and a new birth, we cannot become aware of what we experience in connection with the other beings and processes of the spiritual world? But then everything is different, we become aware of it differently I Even the seer in the physical world must have what he experiences in the spiritual world reflected by the physical and etheric bodies. This is correct as long as he is living in the physical world, as long as the physical body has not passed away through decay into the physical world and the etheric body through dissolution into the spiritual world. When we are in the spiritual world and no longer have physical and etheric bodies, then we are able, out of what is the substance of the spiritual world, to form the world of signs out of which the physical body was put together, and also the world of signs out of which the etheric body was given shape. Suppose, as a soul between death and a new birth, you are to live together with another human being. You are aware of this common life. What the other soul says to you or you say to him expresses itself spiritually in such a way that you inscribe into the spiritual world what, in other circumstances, would have been reflected. But now with your own power you inscribe the picture into the spiritual world. What you otherwise express in the signs of the physical and etheric bodies, in vowels or consonants, you now inscribe, you actually inscribe with your own power into the spiritual world, into the Akashic Record, what you are saying to the other soul—obliterating it again, figuratively speaking, when it is no longer needed. These communications and experiences are to be read and heard in the spiritual world as the result of mutual activity on the part of the souls.
[ 21 ] Die erste Andeutung davon habe ich in meinem Buche «Theosophie» gegeben, im Beginn jenes Kapitels über das sogenannte Geisterland, wo davon gesprochen wird, daß der Mensch in einer bestimmten Entwickelungsstufe im Devachan, im Geisterland, seine vorhergehende Inkarnation daliegen sieht, im «Kontinentalgebiet» des Geisterlandes, wie ich es dort genannt habe. Das ist so eine Einzeichnung einer geistigen Schrift.
[ 21 ] I gave the first indications of these things at the beginning of the chapter in my book Theosophy, where the so-called ‘Spirit-Land’ is described. It is there said that at a certain stage of development in Devachan, in the ‘Spirit-Land,’ the human being sees his previous incarnation in the ‘Continental Region’ of the Spirit-Land. It is an inscription of a spiritual record.
[ 22 ] Ja, das Idealste wäre, wenn das Studium eines solchen Buches, wie die «Theosophie» es ist, so eifrig betrieben würde, daß gar mancher Leser selber aus solchen Andeutungen, wie sie dort gegeben sind, auf so etwas kommen würde, wie es jetzt auseinandergesetzt worden ist. Es liegt vieles in diesen Büchern drin, und man könnte schon durchaus nur durch eigenes Lesen darauf kommen, wenn man mit dem Herzen, mit dem ganzen inneren seelischen Erleben liest. Aber Bücher, die auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft geschrieben sind, die werden in der Regel ja nicht mit der für sie nötigen Aufmerksamkeit gelesen. Das werden sie wirklich nicht, denn sonst hätten, nachdem «Theosophie» und «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und vielleicht auch noch die «Geheimwissenschaft im Umriß» geschrieben worden sind, alle Zyklen von irgend jemand anderem geschrieben oder gehalten werden können als von mir selber. Es steht im Grunde genommen alles in diesen Büchern drin, man glaubt es nur gewöhnlich nicht. Und wie vieles könnte erst geschrieben werden, wenn alles herausgeholt würde, was in den vier Mysteriendramen enthalten ist! Ich sage das nicht, um zu renommieren — ich habe schon genugsam über die Demut des Okkultisten, des Geistesforschers gesprochen —, ich sage es, um anzueifern zum wirklichen Lesen dieser Schriften, die gerade in unserer Zeit gegeben werden mußten, und an denen man persönlich eigentlich so wenig wie nur möglich Verdienst hat.
[ 22 ] The ideal would be if study of a book like Theosophy were so zealous that many a reader, from the indications given there, would arrive at these things for himself. There is a very great deal in these books and merely through one's own reading—if the contents are read with the heart and experienced with deep inwardness—everything can be gleaned from them. But books on Spiritual Science are, as a rule, not read with the attention that they really require. If they had been so read, after Theosophy and Knowledge of the Higher Worlds and perhaps also Occult Science—an Outline, had been written, the lecture-courses could have been written or given by someone else than me. Everything, really, is contained in these books, only people do not generally believe it. And how much could be written if everything contained in the Mystery Plays were really to be assimilated 1 I am not saying this for advertisement's sake—I have already said enough about the humility of the occultist and the spiritual investigator—but I say it in order to stimulate genuine reading of the writings which had to be given out precisely in our epoch, and for which one really has, personally, so little merit.
[ 23 ] Sie sehen also, daß der Mensch, so wie er auf dem physischen Plan lebt, mit Bezug auf die geistigen Welten etwas entwickelt, was Keim ist für die Erlebnisse der höheren Welten. So, wie der Mensch seinen ätherischen Leib hier in der physischen Welt hat, ist dieser nicht nur Lebensprinzip des Menschen, sondern er ist zugleich Vorbereitungsmittel, um den Sinn für den Vokalismus der geistigen Welt zu erleben. Und der physische Leib ist Vorbereitungsmittel, um den Konsonantismus der geistigen Welt zu erleben.
[ 23 ] So you see that the human being, as he lives on the physical plane, develops something in regard to the spiritual worlds which can be a seed for experiences in these higher worlds. The etheric body of man as it is in the physical world is not only his life-principle, but it is at the same time an instrument of preparation for unfolding understanding of the vowels of the spiritual world. And the physical body also is an instrument of preparation for experiencing the consonants of the spiritual world.
[ 24 ] Man kann viel tun, wenn man in ernstem Sinn versucht, allmählich loszukommen von der rein materialistischen Auffassung des menschlichen physischen Leibes. Man kann dadurch viel tun, um sich vorzubereiten, damit die Gefühle — die man nennen kann Gefühle für den Vokalismus und den Konsonantismus des Kosmos —, diese inneren Erlebnisse und Impulse in der Seele erwachen. Nur muß man zu dieser Vorbereitung eine Empfindung in sich hervorrufen, die wirklich in bezug auf die Entwickelung in die höheren Welten hinein etwas Ähnliches ist, wie das, was in der physischen Welt das Kind tun muß, damit es die Worte unserer äußeren physischen Menschensprache lesen und verstehen lernt.
[ 24 ] Much can be done if we try in all earnestness to get rid of the purely materialistic conception of the human physical body. Much can be done in the way of preparation in order that these feelings for the vowels and consonants of the Cosmos, these inner experiences and impulses in the soul may awaken. For this preparation we must call up an experience which, as regards development into the higher worlds, is somewhat similar to what a child must do in order to be able to read in the physical world—what it must do in order to learn the words of our physical language.
[ 25 ] Fassen wir nur einmal ins Auge, wie man im gewöhnlichen Dasein in der materialistischen Auffassung den physischen Menschenleib hinnimmt. Man nimmt ihn so, wie er sich eben physisch darbietet. Man nimmt ihn wirklich so, wie man es tun würde, wenn jemand diese Zeichen aufschreiben würde «TINTE», und ein anderer würde kommen und sagen: Ich will das jetzt untersuchen —, und ginge dabei folgendermaßen zu Werke. Er würde sagen: Da ist ein Schnörkel, da ist ein Strich, dieser geht rauf, dieser geht runter, hier biegt ein Strich so herum und so weiter; kurz, er würde die Formen der Buchstaben beschreiben. Geradeso geht man heute an den physischen Leib heran. Man beschreibt anatomisch, physiologisch Herz, Lunge, Leber und so weiter, so wie sie sich äußerlich darbieten. Das ist so, wie wenn man bei einem Wort beschreiben würde, aus welchen Strichen es besteht; aber nur derjenige hat doch erst etwas davon, der gelernt hat, aus den Strichen das Wort «Tinte» zu lesen.
[ 25 ] With the materialistic conception of the physical body, this body is taken just as it presents itself in the physical sense. It is as though somebody were to write down the signs: I N K. ... and then someone comes and says that he will investigate it. This is how we approach the physical body. It is looked at as though it were a scroll with flourishes going up here and down there ... and then it is described. Heart, lung, and so on, are described just as they present themselves externally. This really is the way it is done. But the only people who get anything out of it are those who have learnt to read the word ‘ink’ out of the signs.
[ 26 ] So muß man schon auf dem physischen Plan aufrücken zum Lesen in den geistigen Welten, wie es heute besprochen worden ist. Was man okkultes Lesen und okkultes Hören nennt, ist wirklich eine individuelle Erfahrung. Man bereitet sich dazu vor, wenn man schon in der physischen Welt versucht, den menschlichen physischen Leib in einer gewissen Beziehung in seiner Zeichenartigkeit zu erfassen. Was meint man damit? Ich will Ihnen ein Beispiel geben von dieser Erfassung der Zeichenartigkeit. Ich kann allerdings nur ein kurzes Beispiel geben, und muß es Ihrem eigenen Meditieren und ernsten Nachsinnen überlassen, was eigentlich damit gemeint ist. Denn die Sprache reicht wirklich in manchen Fällen nicht aus, um sich über diese Dinge zu verständigen. Sie wird erst ausreichen, wenn die Geisteswissenschaft eine Weile in der Welt gewirkt und die Sprache so verändert hat, daß die Worte so geprägt sind, daß sie sich anschmiegen an das geistig Wirkliche und Wesentliche. Die Sprache muß dazu noch viel biegsamer werden. Das ist aber erst möglich, wenn durch einige Jahrhunderte hindurch die Geisteswissenschaft wirksam gewesen ist, wenn man aus dem Umgang mit ihr gewöhnt sein wird, die Worte anders zu nehmen als heute, wo sie nur angewendet werden für Dinge und Vorgänge des physischen Planes.
[ 26 ] Thus, must we ascend from the physical plane into the higher spiritual worlds with the experiences of which we have spoken to-day. What we learn to read and hear in this way is an individual experience of the soul. But we can prepare if in the physical world we try to comprehend the physical body in its sign-nature. What is meant by this? I will give you a brief example of understanding this sign-nature. I can do it only very briefly and must leave it to your own earnest meditation to see what is meant. For in many cases speech is not really adequate for understanding these things. It will become adequate only when Spiritual Science has worked for a while in the world and has given the words a stamp which really links them with spiritual activity and spiritual reality. Speech must become more pliant, and this will only be possible when contact with Spiritual Science has been cultivated for some hundreds of years and people have become accustomed to taking words differently from what is the case to-day when they are applied only to things and happenings of the physical plane. Now for the examples.
[ 27 ] Wir finden dasjenige, was im menschlichen Haupte verläuft, eingeschlossen in der Knochenbildung des physischen Schädels; da steckt es gleichsam darinnen. Da ist es, mit geringen Ausnahmen, nach allen Seiten hin physisch umschlossen. Schematisch können wir das so aufzeichnen, indem wir das den Kopf und seine UmhülJung sein lassen:
[ 27 ] We find what transpires in the human head to-day enclosed in the bony formation of the skull. There it all is. With a few exceptions it is all physically shut up, as it were, inside.


[ 28 ] Dieser Kopf, wenn man anfängt ihn zu deuten — nicht einfach ihn so zu beschreiben, wie er sich sinnlich darbietet —, so ist er etwas ungeheuer Bedeutungsvolles, daß in seinem Inneren sich komplizierte Vorgänge abspielen, die von einer Knochenschale fast allseitig umschlossen sind. Dadurch gliedert sich von der gesamten physischen menschlichen Wesenheit ein Teil ab, der durch die härteste menschliche Substanz, nämlich die Knochensubstanz, allseitig umschlossen ist. Das ist aber ein Teil der menschlichen Wesenheit, des menschlichen Organismus. Der Mensch ist wirklich kein so einfaches Wesen, daß man von ihm eben nur als von dem Menschen sprechen kann. Welche primitiven Vorstellungen man über die Sache, die hier gemeint ist, in der Gegenwart hat, das zeigte sich besonders, als meinen Büchern gegenüber getadelt worden ist, daß da jemand von der menschlichen Seele als von einer Empfindungs-, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele spricht, während man es doch so herrlich weit gebracht hat, die Seele als ein einheitliches Organ zu erfassen. Man kann aus unserer materialistischen Kultur heraus diese Bevorzugung des allgemeinen Mischmasches und Wischi-Waschis über das Seelische, dessen Beschreibung man heute Psychologie nennt, verstehen, gegenüber dem, wie man in der Geisteswissenschaft die wirklichen realen Wesensglieder geschildert findet. Nicht weil man in abstrakter Weise sich das zusammendenkt, teilt man die Seele in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele ein, sondern weil sie in bezug auf ihre Entstehung verschiedenen Zeiten angehören, und mit verschiedenen Zuständen zusammenhängen. Man kann begreifen, daß die gegenwärtige Geisteskultur so etwas töricht finden kann, aber es charakterisiert sich diese Gegenwarts-Geisteskultur damit nur selber, nicht das, was sie tadelt. |
[ 28 ] When we begin really to think about the human head, and not merely describe it in its material appearance, we find a tremendous significance in the fact that inside it complicated processes are going on which are shut in practically on all sides by a bony sheath. One part of the physical human being is separated off, surrounded on all sides by the hardest substance, namely that of the bones. It is, however, only a part of the human organism. The human being is by no means a simple entity! The primitiveness of the ideas prevailing at the present time are revealed by the criticisms of my books which grumble at someone who speaks of a Sentient Soul, a Mind-Soul and a Consciousness—or Spiritual Soul, whereas it was a splendid achievement—so it is said—to have been able to conceive of the soul as a unit. It is understandable that our materialistic culture should prefer the hotchpotch that goes by the name of Psychology to-day, to the real membering of the soul. These members of the soul are a reality; they belong to different worlds and are not designated without reason. It is comprehensible that modern culture should consider this foolish, but thereby it simply characterises itself, not what it condemns.
[ 29 ] So ist des Menschen physischer Organismus schon ein recht kompliziertes Wesen, und man kann, indem man eingeht auf diese physische Organisation, zum Beispiel folgende Gedanken daraus entwikkeln, die natürlich für den, der sich heute Wissenschafter nennt, dumm erscheinen können. Gewiß! Aber der heilige Paulus sagt schon: Gar manches ist Weisheit vor Gott, was Torheit vor den Menschen ist. — So könnte es doch vielleicht «Weisheit vor Gott» sein, wo die Wissenschaft nur Torheit sieht.
[ 29 ] The physical organism of man is highly complicated and study of it may give rise to the following thoughts which may, certainly, seem foolish to those who call themselves scientists to-day. Yes … but St. Paul said that much that is wisdom in the eyes of God is foolishness in the eyes of men. And so perhaps it will be profitable to think of this ‘foolishness in the eyes of men’ which may be ‘wisdom in the eyes of God.’
[ 30 ] Man könnte zu der Vorstellung kommen: Mit unseren Händen, was ist es denn da? Unsere Hände sind ganz entschieden mit unserem Seelenwesen in irgendeinem Zusammenhang. Und wenn jemand ein lebendiges Gefühl hat für das, was in den Händen vorgeht, und er steht dem oder jenem Menschen gegenüber und spricht, so ist es nicht gleichgültig, wie er das, was er sagt, zum Ausdruck bringt in der Geste seiner Hände. Das hat etwas für sich. Nun will ich viele Zwischenglieder auslassen und es Ihrem eigenen Ermessen überlassen, dies zu ergänzen. Denken Sie sich einmal, es würde, nicht durch einen Vorgang von seiten des Menschen aus, sondern durch einen Vorgang, der im Weltenwesen begründet ist, so sein, daß unsere Hände nicht so gebildet wären, daß wir sie völlig frei bewegen und sie ohne weiteres unserem Willen folgen lassen können, sondern sie wären so mit uns verbunden, daß wir sie ganz stillhalten müßten, sie wären angewachsen von Natur aus. Was wäre denn dann, wenn wir Hände hätten, aber sie nicht bewegen könnten? Selbst wenn wir Hände hätten, die wir nicht bewegen könnten, weil sie uns angewachsen wären, so würden wir doch den Willen entwickeln, sie zu bewegen. Wenn wir sie auch physisch nicht bewegen könnten, würden wir doch in jedem Augenblick, wo wir sie bewegen wollen, die Ätherhände heraufreißen und diese bewegen. Die physischen Hände würden still liegen, die Ätherhände würden sich bewegen. So machen wir es mit unserem Gehirn in Wirklichkeit. Gewisse Lappen unseres Gehirnes, die heute innerhalb unserer Schädeldecke eingeschlossen liegen, waren während der Mondenentwickelung noch frei beweglich. Heute sind sie festgebunden, können sich nicht physisch bewegen. Aber ätherisch bewegen sie sich, wenn wir denken. Das ätherische Gehirn bewegen wir, wenn wir denken. Wenn wir nicht diese feste Hirnschale bekommen hätten, die diese Gehirnlappen zusammenhält, dann würden wir mit unseren Gehirnlappen greifen und würden Gesten machen wie jetzt mit unseren Händen. Damit wir aber denken lernen konnten, dazu mußten erst unsere Gehirnlappen physisch festgehalten werden, und der ätherische Teil des Gehirns mußte die Möglichkeit bekommen, herausgerissen zu werden.
[ 30 ] Let us think about the following.—What about our hands? Our hands are quite definitely connected with our soul. If anyone has a living feeling for what goes on in his hands, it is not without significance if what he says to another human being expresses itself in the gestures of his hands. This means something in itself! I will pass over many of the intermediate steps, leaving this to your own meditation. Just suppose that as the result, not of a process emanating from the human body, but of a process rooted in the Cosmos, our hands were not formed in such a way that we could move them freely or make them follow our will. Suppose our hands were fettered to our body, were obliged to remain quite rigid, having been affixed to the body, as it were from outside, by external Nature. How would things be then? We should have hands but be unable to move them. But if we had hands and could not use them, we should still have the urge to do so! Although we could not move them physically, we should always be wanting to move the etheric hands! The physical hands would lie still, the etheric hands would move. This, in reality, is what we do with our brain. Certain lobes of the brain which now lie enclosed in the skull were freely mobile during the Old Moon evolution. To-day they are rigid and can no longer move physically. But they do move etherically, when we think. We move the etheric brain when we think. If we had not this firm skull enclosing the lobes of the brain, we should stretch out with these lobes and make gestures with them—gestures such as we now make with the hands—but we should not think. The lobes of the brain had first to be made physically rigid and it had to be possible for the etheric brain to tear itself free.
[ 31 ] Das, was wir sagen, ist kein Spiel der Phantasie. Es wird einmal eine Zeit kommen, wo unsere Hände festgewachsen sein werden, wo noch manches andere fest sein wird an unserem mittleren Körper, in der Nähe des Herzens, das jetzt frei an uns erscheint; das wird dann umschlossen sein von einer Hülle, so wie jetzt das Gehirn umschlossen ist von einer Hirnschale. Das wird in der Jupiterzeit sein. Das, wovon unsere Hände der sichtbare Ausdruck sind, ist etwas, was in Vorbereitung ist, einmal ein Denkorgan zu werden. Und wir haben davon vorläufig nur rudimentäre Organe, die gegenwärtig nicht ganz ausgewachsen sind, die klein bleiben. Wie wenn wir hier vorne an der Stirne nur Stücke hätten von der Hirnschale, so haben wir hinten unsere Schulterblätter liegen in der Fläche, die später einmal unser Zukunftsgehirn umschließen wird. Und Sie deuten die Schulterblätter im menschlichen Leibe richtig, wenn Sie sie ansehen als kleine Knochenstücke, die eigentlich zu einem Schädel gehören, der sich darüber schließt, nur ist das andere noch nicht ausgebildet.
[ 31 ] What I am now saying is not fantasy. The time will come when our hands and much else too will become rigid. This will be in the Jupiter epoch. That which to-day appears so free—attached as it were to the heart-region—will then be enclosed by a sheath, just as the brain to-day is enclosed by a skull. That which is most visibly expressed in the hands is something that is preparing to become an organ of thought. For the time being we have only rudimentary organs which at present are small structures because they have not fully developed. Suppose that to-day we had only certain portions of the skull here in front ... behind there are the shoulder-blades. They lie in the plane which later on will enclose the brain of the future. You have a true conception of the shoulder-blades in the human body when you regard them as small pieces of bone which really belong to a skull that will form—only the other parts have not yet developed.
[ 32 ] So haben Sie gleichsam einen zweiten Menschen in den ersten eingeschlossen. Und jetzt werde ich etwas scheinbar ganz Paradoxes sagen: Es gibt noch andere Organe im menschlichen Organismus, die auch solche Stücke sind von einer weiteren Hirnschale, die erst in noch späterer Zeit ausgebildet werden wird, Organe, die jetzt ganz winzig sind gegenüber dem übrigen Organismus, das sind die Kniescheiben. Die Kniescheiben haben es nur zu diesen kleinen Flächen gebracht. Sie sind bis jetzt nur Andeutungen von etwas, das in anderer Richtung später den Menschen zu einem Geistesorgan machen wird. Wir lernen den menschlichen Organismus deuten, wenn wir zum Beispiel — es ist nur ein herausgerissenes Beispiel — uns sagen lernen: Du hast eigentlich drei Schädeldecken; die eine ist leidlich ausgebildet, sie ist nach allen Seiten abgeschlossen; die zweite ist bis jetzt nur in zwei Stücken vorhanden, den Schulterblättern; die dritte Schädeldecke besteht gar nur in den Kniescheiben. — Die beiden letzteren, Schulterblätter und Kniescheiben, lassen sich denkend ergänzen, kugelig abrunden zu dem, was sie erst zum Teil sind. Dann bekommt man drei Gehirne. Wenig ausgebildet in unserem äußeren Menschen ist das, was einmal unser zweites Gehirn sein wird. Jetzt zeigt es sich äußerlich, nachher wird es innerliches Gehirn sein. Wenn Sie heute Gesten machen mit Ihren Händen, bereiten sie spätere Gedanken vor, Gedanken, die dann ganz so real auffassen werden die Vorgänge der elementarischen Welt, wie Sie jetzt mit den Gedanken Ihres Hauptes auffassen die Vorgänge der physischen Welt. So kurios und paradox es klingt: was außerhalb der Kniescheiben liegt, also die Unterschenkel, die Füße, sie sind ganz unvollkommene Organe, die zusammenhängen mit der Schwerkraft der Erde. Die Kniescheiben bereiten sich vor, im Zusammenhang mit dem, was sie heute geistig aus der Erde aufnehmen, einstmals, wenn sie nicht mehr als physische Organe vorhanden sind, geistige Organe zu werden und in die geistigen Welten hineinzuführen, wenn die Erde verwandelt sein wird in den späteren Venuszustand. Dazu muß die heutige physische Gestalt erst abfallen und etwas anderes an deren Stelle treten.
[ 32 ] Therewith you have, as it were, added a second man to the first. Moreover—and here I shall say something very strange—there are other organs in the body which are also pieces of another skull which will develop in a still more distant future. These organs are now quite tiny compared with the organism as a whole: they are the knee-caps. The knee-caps are now these tiny surfaces—mere indications which later on will turn into a different spiritual organ. We characterise the human organism aright if we say (though this is only one isolated example): The human being has, in reality, three skulls. One is fairly well developed, shut off on all sides. The second has only pieces, in the shoulder-blades, the third only in the knee-caps. But the two latter—shoulder-blades and knee-caps—can, in thought, be expanded and rounded off into spherical forms. Thus, we get three brains. What we are as inner men is only slightly developed externally in the second brain. To-day it manifests externally; later on it will become an inner brain. When you make gestures with your hands to-day you are preparing for what will be thoughts later on—thoughts which will be quite as capable of grasping processes of the elemental world as your head now grasps the processes of the physical world. And strange though it sounds: everything lying outside and beyond the knee-caps, that is to say, the lower legs, the feet—these are still quite imperfect organs connected with the gravity of the Earth. These organs, in conjunction with what they receive spiritually from the Earth to-day, are preparing to become not only physical but spiritual organs, which will lead into the spiritual worlds when the Earth is replaced by the later Venus evolution. The present physical form must fall away and something else take its place.
[ 33 ] Sie sehen, es steckt viel darin in der okkultistischen Betrachtung der Welt. Denn das Wichtigste, was man sich aneignet, ist nicht, daß man weiß, das und das Buch gibt es, und das und das wird über die höheren Welten gesagt. — Das ist nicht das Wichtigste. Das muß man sich natürlich auch aneignen, weil man nur dadurch auf das Richtige kommt. Das Wichtigste aber ist eine gewisse Stimmungsart, eine gewisse Seelenverfassung, wodurch man lernt, sich in neuer Weise der Welt gegenüberzustellen und die Dinge in anderer Weise zu nehmen, als man sie vorher genommen hat. Das ist das Wichtige, daß man sich vorbereiten läßt durch das, was man da liest in innerlicher Beweglichkeit des Gedankenwebens, des Gedanken-in-sich-Erlebens, um dadurch alles, auch das, was physisch in der Welt gegeben ist, anders anzuschauen. Denn die Dinge sind in ihrer äußeren Form gar nicht so, wie sie wirklich sind, so paradox das klingt. Unser Schulterblatt ist nicht bloß Schulterblatt, wie Sie es äußerlich sehen; das ist eine Maja, das ist falsch. Das Schulterblatt ergänzt sich einem erst, wenn man darangeht, es wirklich zu erfassen als ein ausführlicheres Organ.
[ 33 ] So you see, much, very much is contained in the occult study of the world. The most important is not that we know: This or that book exists and contains this and that concerning the higher worlds. That is not the most important. What the books contain must, naturally, be assimilated because that is the only way of finding what is right and true. But the necessary thing is a certain ‘temper’ of the soul, whereby a man relates himself in a new way to the world, whereby he learns to have a different view of the things of the world. The important thing is that by this reading we prepare for the inner mobility and movement of the life of thought, for the weaving of thought, for the experience of thought-in-itself; that we also prepare to see the physical world in a different way. For even in their outer form things are not as they seem. Strange as it sounds, the shoulder-blade is not what you see physically. That it has such definite limits is Maya, is false. The shoulder-blade expands, when we really set about comprehending it, into an organ with much greater detail.
[ 34 ] Wenn man einen knieenden Menschen sieht, so kann man allmählich die Impression bekommen: Es ist ganz falsch, diese Kniescheiben wie sie da liegen, nur als kleine Teile zu betrachten; das ist ganz falsch. Der Mensch, der knieend betet, bereitet sich vor, in der Sphäre zu leben, die ihn einmal umschließen wird, wenn seine Kniescheiben sich dehnen werden, sich erweitern werden zu einer mächtigen Rundung wie eine Kugeloberfläche, wovon sie nur erst kleine Teile sind. Der betende Mensch zeigt einem schon in seiner Form das, was einst die Menschen werden sollen, wenn die Erde sich im Venus-Zustande befinden wird.
[ 34 ] And when we see a man kneeling, we should gradually get the impression: That is a false picture! The knee-caps there, those tiny parts, are illusory; this kneeling man is surrounded by a great spherical surface and he lives within that orb. The surface becomes a sphere and when a man prays he is preparing himself in the brain to live in the sphere in which he will live when the sphere of which the knee-caps are only tiny parts, encloses him.
[ 35 ] So lernt man schon allmählich, in der physischen Welt zu lesen. Man sieht nicht bloß hin auf den knieenden Menschen oder auf eine andere Geste des Menschen. Man lernt erkennen, wie das, was man an einem Menschen sieht, was sich einem unmittelbar darbietet, trotzdem es Realität ist, falsch und unwahr sein kann. Man lernt in den Buchstaben, was der Kosmos nicht in seinem gegenwärtigen Sein, sondern was er in seinem Werden ausdrücken will. So lernt man allmählich entziffern, erdeuten, wesenhaft lesen und ergreifen dasjenige, was die Welt wirklich ist, und von dem die physische Welt nicht mehr ist als ein beschriebenes Blatt, das vor uns liegt und das wir nicht nur angaffen, sondern lesen müssen, sonst wissen wir nicht, was darauf steht. Ebensowenig wissen wir von der Welt, wenn wir sie nur anschauen mit dem, was die physische Wahrnehmung gibt und nicht gewahr werden, daß wir sie entziffern und in sie eindringen müssen, geradeso wie wir ja ein beschriebenes Blatt nicht nur anstarren, sondern es lesen müssen, um den Sinn zu verstehen.
[ 35 ] Thus, we gradually learn to read in the physical world. We do not merely look at a man kneeling or making some gesture, but we begin to realise that although what presents itself immediately, is reality, none the less it is false and untrue. In the ‘letters’ we learn what the Cosmos is, not only in the present but what it expresses in its ‘Becoming.’ A man in prayer becomes, in his form, what the Venus man will sometime be. Thus, do we learn, step by step, to decipher, interpret, read in the true sense, and grasp the world as it really is. The physical world is no more than a written page before us. If we only stare at it, we can observe it without being able to read it at all. Neither do we know anything of the world if we look at it merely with the faculty of physical perception, for then we do not decipher, we do not really penetrate into the world. We must read the world, learn its meaning.
[ 36 ] Wenn wir immer mehr und mehr so das Bewußtsein davon aufnehmen, daß die Welt ein Buch ist, welches die Hierarchien für uns geschrieben haben, damit wir darin lesen, dann werden wir im vollsten Sinn des Wortes erst ganz Mensch werden. Und im Grunde genommen soll unser Bau, den wir hier aufgerichtet haben, in seiner Form und Konfiguration nichts anderes sein als eines von den Dingen, die, indem sie uns umschließen, solche Gefühle, solche intime Seelenstimmungen und Seelenverfassungen von unserem Inneren herausfördern können, welche uns fähig machen, die Welt zu lesen, die Geheimnisse der Welt zu hören. Deshalb mußte der Bau so sein, wie er ist, damit er das, was in unserem Inneren liegt, herausfördere, wenigstens ein gewisses Stückchen.
[ 36 ] If we become more and more conscious that the world is a book which the Hierarchies have written for us, in order that we may read in it, then only do we become Man in the full sense of the word. The building on which we are working is intended in its form to draw out those feelings and intimate moods of soul which make us capable of reading the world and of hearing the secrets of the Universe. The building is as it is in order that it may draw out what is within us—a certain part, at least.
[ 37 ] Es ist gut, meine lieben Freunde, wenn man manchmal so meditierend sich eine Vorstellung davon macht, was für eine Aufgabe Geisteswissenschaft in der Welt haben kann gegenüber dem, was jetzt schon in der Welt darinnen ist, was sich aus ihr entwickeln muß, wie sie sich einleben soll in das, was geschichtlich sich weiterentwickeln soll. Könnte sich nur unter unseren Freunden in der Anthroposophischen Gesellschaft eben derjenige Kreis finden, der von dem lebendigen Bewußtsein getragen wird, daß so etwas der Entwickelung der Menschheit eingewirkt und eingewebt werden muß.
[ 37 ] It is good, my dear friends, to take a picture in our meditations of the task which Spiritual Science has in the world over against what is in the world to-day; it is good to picture what must develop out of Spiritual Science and how Spiritual Science must find its way into the further development of history. If only there could be in the Anthroposophical Society a body of human beings filled with the living consciousness that Spiritual Science has to be worked and woven into the evolution of humanity!
[ 38 ] Nicht um Wahrheiten bloß mitzuteilen, sondern um solch ein Gefühl in den Seelen anzuregen, dazu möchte ich solche Vorträge gehalten haben, wie diese es waren.
[ 38 ] It was not merely in order to impart truths to you, but to stimulate such feelings in your souls, my dear friends, that I have given these lectures.
