Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
6 July 1915, Berlin
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Human Destinies and the Destinies of Nations, tr. SOL
Vierzehnter Vortrag
Fourteenth Lecture
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
[ 1 ] My dear friends, we once again begin by remembering those who stand out in the vast fields of current events:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings bring
The pleading love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine with help
Upon the souls it lovingly seeks.
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 2 ] And for those who have already passed through the gates of death as a result of these events:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings bring
The pleading love of our souls
To the beings of the spheres entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks.
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 3 ] May the Spirit we seek through our striving for spiritual knowledge—the Spirit who brought healing to the Earth and freedom and progress to humanity through the Mystery of Golgotha—be with you and your heavy burdens!
[ 4 ] An mancherlei möchte ich in dieser heutigen außerordentlichen Betrachtung erinnern, was den Gegenstand unserer verschiedenen Auseinandersetzungen bildete und was wir heute unter einem bestimmten Gesichtspunkt zusammenfassen wollen, indem wir von da und dort auf schon Betrachtetes Lichtstrahlen, die sich uns ergeben werden, werfen werden. Das ist es ja, was als ein Vorurteil, als eine Vorempfindung, ein Vorgefühl der Annahme geisteswissenschaftlicher Erkenntnis in unserer Zeit gegenübersteht, daß so wenig geahnt wird, welch ein geringer Teil von dem, was der Mensch eigentlich im Grunde genommen in jeder Stunde, in jedem Augenblick vollbringt, dasjenige ist, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein als Mensch der physischen Welt hat. Man braucht ja nur zu bedenken, wie wenig man imstande wäre, als Mensch überhaupt zu leben, wenn man alles dasjenige im Bewußtsein haben wollte, was man nötig hat, um als Mensch zu leben. Es wird mit Recht immer wieder und wieder betont, wie wenig der Mensch heute noch weiß — nehmen wir nur zunächst die rein physischen Verrichtungen seines Lebens —, wie Gehirn, Leber, Herz und so weiter eigentlich arbeiten, um das zustande zu bringen, was der Mensch eben zustande bringen muß, damit er als ein physisches Wesen auf der Erde lebt. Das alles aber, was der Mensch auf diese Weise bloß zur Entwickelung seines äußeren physischen Lebens zustande bringen muß, das alles muß er ja tun. Und bedenken Sie, wie wenig das der Mensch mit seinem Bewußtsein begleiten kann. Man braucht nur das allergeringste Geschehnis des Lebens ins Auge zu fassen, so sieht man schon: der Mensch als Weltwesen, als Erdenwesen ist eines, und das, was man den bewußten Menschen nennen kann, ist etwas ganz anderes; das ist etwas, was im Verhältnis zu dem, was der Mensch in seinem ganzen Umfange ist, etwas sehr Kleines, wirklich recht Kleines ist. Und so könnte es eigentlich niemand wundern, daß in der menschlichen Natur der Trieb entsteht, immer zu erweitern diesen kleinen bewußten Menschen über dasjenige Gebiet hin, das sich eröffnet, wenn man den Menschen als Weltenwesen ins Auge faßt. Wir wollen dies heute tun eben nach Gesichtspunkten, die sich uns schon dargeboten haben, die wir nur noch einmal in anderem Zusammenhang ins Auge fassen wollen.
[ 4 ] In this extraordinary reflection today, I would like to recall various points that have been the subject of our various discussions and that we now wish to summarize from a particular perspective, by shedding light—here and there—on matters already considered, as they present themselves to us. This is precisely what stands in the way of Spiritual Science in our time—a prejudice, a preconception, a premonition of rejection—namely, that people have so little inkling of how small a part of what a human being actually accomplishes, in every hour, in every moment, is what a human being possesses in their ordinary consciousness as a being of the physical world. One need only consider how little one would be able to live as a human being at all if one were to have in one’s consciousness everything one needs in order to live as a human being. It is rightly emphasized time and again how little human beings still know today—let us take, for the moment, the purely physical functions of their lives—about how the brain, liver, heart, and so on actually work to accomplish what human beings must accomplish in order to live as physical beings on Earth. But all that which a human being must accomplish in this way merely for the development of his outer physical life—all that he must indeed do. And consider how little a human being can accompany this with his consciousness. One need only consider the very slightest event in life to see: the human being as a cosmic being, as an earthly being, is one thing, and what one might call the conscious human being is something quite different; it is something that, in relation to what the human being is in its entirety, is very small, truly quite small. And so it should come as no surprise to anyone that a drive arises in human nature to continually expand this small conscious human being beyond the realm that opens up when one considers the human being as a cosmic being. Today we wish to do this precisely from perspectives that have already presented themselves to us, which we merely wish to consider once more in a different context.
[ 5 ] Unser bewußtes Dasein als Mensch beginnt ja in einer gewissen Beziehung durch unsere Sinneswahrnehmungen, durch das, was wir mit unseren Sinnen an der Außenwelt wahrnehmen. Daß unsere Sinne wahrnehmen, das heißt, daß Eindrücke auf unsere Sinne gemacht werden, und diese Eindrücke durch gewisse Vorgänge entstehen, das ist etwas ganz anderes, als daß wir ein Bewußtsein davon haben. Denken Sie sich einmal, Sie würden — Hasen tun es ja nicht mit zugemachten, sondern mit offenen Augen schlafen, so würde die Umgebung des Auges, wenn es nicht gerade stockfinster ist, immer Eindrücke auf die Augen machen, und nur das Bewußtsein von diesen Eindrücken würde fehlen. So sind ja im Grunde genommen die Ohren immer offen, und jedes Geräusch, alles, was bei Tag im wachen Zustand von Bewußtsein begleitet wird, spielt sich selbstverständlich in den Vorgängen des Ohres ebenso ab, wenn der Mensch schläft. Alle unsere Sinnesorgane können immer eingespannt sein in den ganzen Prozeß des Erdenlebens; aber dasjenige, was sie als Bedeutung für uns haben, hängt davon ab, daß wir diesen Prozeß der Sinnesorgane mit dem Bewußtsein begleiten. Denn nur das, was wir in unser Bewußtsein aufnehmen, ist unser als Erdenmensch.
[ 5 ] Our conscious existence as human beings begins, in a certain sense, through our sensory perceptions—through what we perceive of the external world with our senses. The fact that our senses perceive—that is, that impressions are made on our senses, and that these impressions arise through certain processes—is something quite different from our having a consciousness of them. Just imagine that you were to sleep—rabbits, after all, do not sleep with their eyes closed but with them open—then the surroundings of the eye, unless it is pitch dark, would always make impressions on the eyes, and only the awareness of these impressions would be lacking. In fact, the ears are always open, and every sound—everything that is accompanied by consciousness during the waking state of the day—naturally takes place in the processes of the ear just as well when a person is asleep. All our sense organs can always be engaged in the entire process of earthly life; but what significance they have for us depends on our accompanying this process of the sense organs with consciousness. For only what we take into our consciousness belongs to us as earthly human beings.
[ 6 ] Hat nun dasjenige, was wir unsere Sinneswahrnehmungen nennen, die Wahrnehmungsfähigkeit unserer Augen, Ohren und so weiter, nur eine Bedeutung für uns als Erdenmenschen oder hat das noch irgendeine andere Weltenbedeutung? Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man versucht, sich mit Hilfe der hellseherischen Erkenntnis eine Ansicht zu bilden darüber, was es eigentlich ist, was wir von den Sternen des Weltenraumes sehen. Nicht wahr, derjenige, der auf dem Standpunkt unserer materialistischen Physik steht, der sagt: Nun, wenn wir den Planeten sehen, so ist es das Licht der Sonne, das dort hinfällt und wieder zurückgeworfen wird, und auf diese Weise sieht man den Planeten. — So sieht man Gegenstände unserer Erde. Daß man so auch Planeten sieht, das wird bloß aus einer Analogie heraus von den Physikern geschlossen, denn es ist gar nicht irgendein auch nur im geringsten irgendwie gelten könnender Grund da, daß das, was für unsere Erde anwendbar ist — der Schluß, daß das Licht die Gegenstände bestrahlt und, wenn es zurückgeworfen wird, die Gegenstände sichtbar werden —, daß das auch für Himmelskörper gilt. Gar kein Grund ist vorhanden, diesen Schluß auf das Weltall auszudehnen. Bei den Fixsternen sagen nun diese Physiker: Nun ja, sie leuchten eben selber. Ich weiß noch, als ich ein ziemlich junger Bursche war, da hatte ich einen ehemaligen Kameraden der Dorfschule gefragt: Wie lernt man denn bei euch über das Licht? Ich hatte dazumal schon mit einer etwas kindlichen Skepsis gehört von der sogenannten realen Ursache des Lichts, nämlich von all den tanzenden kleinen Ätherkügelchen und Lichtwellen, aber der Junge, der dazumal auf dem Seminar ausgebildet war, der hatte davon noch nichts gehört und sagte: Wir haben immer nur sagen hören, wenn die Frage entstanden war: Was ist das Licht? Licht ist die Ursache des Leuchtens der Körper. — Nun sehen Sie, damit ist selbstverständlich etwas riesig «Gewaltiges» gesagt über das Licht, wenn man sagt: Licht ist die Ursache des Leuchtens der Körper. Aber im Grunde ist es nicht viel mehr, wenn die heutige marienalistische Physik sagt: Man sieht eben die Weltkörper, wenn sie Licht ausstrahlen. Es ist im Grunde ganz dasselbe.
[ 6 ] Does what we call our sensory perceptions—the ability of our eyes, ears, and so on to perceive—have significance only for us as human beings on Earth, or does it have some other significance in the wider cosmos? This question can only be answered if one attempts, with the help of clairvoyant insight, to form a view of what it actually is that we see of the stars in outer space. Isn’t it true that those who take the standpoint of our materialistic physics say: Well, when we see a planet, it is the light of the sun that falls upon it and is reflected back, and in this way we see the planet. — This is how we see objects on our Earth. That one sees planets in this way, too, is merely concluded by physicists on the basis of an analogy, for there is not a single reason—not even the slightest one—that could possibly apply to the universe, that what is applicable to our Earth—the conclusion that light shines upon objects and, when it is reflected back, the objects become visible—that this also applies to celestial bodies. There is absolutely no reason to extend this conclusion to the universe. Regarding the fixed stars, these physicists now say: Well, they simply shine on their own. I still remember, when I was a fairly young lad, asking a former classmate from the village school: How do you learn about light where you come from? I had already heard, with a somewhat childish skepticism, about the so-called real cause of light—namely, all those dancing little ether globules and light waves—but the boy, who had been trained at the seminary at the time, had never heard of any of that and said: “We’ve only ever heard it said, whenever the question arose: ‘What is light?’ that ‘Light is the cause of the bodies’ glow.’” — Now you see, of course, something enormously “powerful” is said about light when one says: Light is the cause of the luminousness of bodies. But fundamentally, it is not much more than when today’s Marianalist physics says: One simply sees the celestial bodies when they emit light. It is essentially quite the same.
[ 7 ] Nun habe ich bei einer anderen Gelegenheit schon erwähnt, daß es für die materialistischen Physiker recht sehr überraschend sein würde, wenn sie nach der Sonne fahren könnten und dort nachsehen könnten, was die Sonne eigentlich ist. Das habe ich gesagt, weil in der Tat dort gar nichts ist, wo die Sonne ist. Sondern das, was man finden würde, würde ein Zusammenhang von rein geistigen Wesenheiten und Kräften sein; etwas Materielles ist dort überhaupt nicht. Nun, wenn man mit diesem hellseherischen Bewußtsein die Sterne untersucht und nach dem Grunde ihres Leuchtens fragt, dann findet man, daß das, was da eigentlich vorhanden ist und von uns als ihr Leuchten bezeichnet wird, eigentlich in der Wahrnehmungsfähigkeit, in der mehr oder weniger groben, wie es bei den Erdenmenschen ist, oder feiner gestalteten Wahrnehmungsfähigkeit von Wesen besteht. Und wenn irgendein Wesen auf Venus oder Mars auf die Erde herunterschauen würde, so würde dieses Wesen, wenn es die Erde leuchten sähe, sich sagen müssen: diese Erde leuchtet, nicht weil da Sonnenstrahlen zurückgeworfen werden, sondern weil auf der Erde Menschen sind, die durch ihre Augen wahrnehmen. Dieser Vorgang des Sehens bedeutet nicht nur etwas für unser Bewußtsein, sondern er strahlt hinaus in den ganzen Weltenraum, und was die Menschen tun, indem sie sehen, ist das Licht des betreffenden Weltkörpers. Wir sehen nicht nur, damit wir mit unserem Bewußtsein die Resultate des Gesehenen aufnehmen, sondern wir sehen, damit durch unseren Prozeß des Sehens die Erde hinausleuchte in den Weltenraum. So hat in der Tat jedes unserer Sinnesorgane die Aufgabe, nicht nur das zu sein, was es für uns ist, sondern hat außerdem eine Weltaufgabe. Der Mensch ist durch seine sinnliche Wahrnehmung ein Weltenwesen. Er ist nicht nur das Wesen, das er durch sein Bewußtsein als Erdenmensch ist, er ist ein Weltenwesen.
[ 7 ] I have already mentioned on another occasion that it would be quite a surprise for materialist physicists if they could travel to the sun and see for themselves what the sun actually is. I said that because, in fact, there is nothing at all where the Sun is. Rather, what one would find there would be a constellation of purely spiritual beings and forces; there is nothing material there at all. Now, if one examines the stars with this clairvoyant consciousness and inquires into the reason for their light, one finds that what is actually present there—and which we call their light—consists in the perceptive faculty of beings, whether more or less coarse, as is the case with earthly human beings, or more finely developed. And if any being on Venus or Mars were to look down upon the Earth, that being, upon seeing the Earth shine, would have to say to itself: this Earth shines, not because rays of the Sun are reflected there, but because there are human beings on Earth who perceive through their eyes. This process of seeing does not merely signify something for our consciousness, but it radiates out into the entire cosmos, and what human beings do by seeing is the light of the respective celestial body. We do not see merely so that we may take in the results of what we see with our consciousness, but we see so that, through our process of seeing, the Earth may shine out into the cosmos. Thus, in fact, each of our sense organs has the task not only of being what it is for us, but also has a cosmic task. Through his sensory perception, the human being is a cosmic being. He is not only the being he is through his consciousness as an earthly human being; he is a cosmic being.
[ 8 ] Wenn wir weiter in die Innenformation unserer Seele hineingehen, so haben wir das Denken. Dieses Denken, das fassen wir noch mehr eigentlich als unser bloßes Eigentum auf, denn nicht nur, daß das Sprichwort besteht, Gedanken seien zollfrei, womit angedeutet werden soll, daß Gedanken wirklich nur Bedeutung haben für unser Einzelindividuum, sondern es besteht ja auch in weitesten Kreisen das Bewußtsein, daß jeder mit seinem Denken nur einen inneren Vorgang ausführt, daß dieses Denken mehr oder weniger nur eine Bedeutung für ihn selbst hat. Die Wirklichkeit ist aber eine ganz andere. Dieses Denken ist eigentlich ein Vorgang unseres Ätherleibes. Und von dem, was eigentlich geschieht beim Denken, weiß der Mensch das Allerwenigste. Das Allerwenigste von dem, was geschieht in seinem Denken, begleitet der Mensch mit seinem Bewußtsein. Indem der Mensch denkt, weiß er ja einiges von dem, was er denkt. Aber unendlich viel mehr wird als begleitendes Denken entfaltet schon beim Tagesdenken. Und dazu kommt, daß wir in der Nacht, wenn wir schlafen, fortdenken. Es ist nicht wahr, daß das Denken mit dem Einschlafen aufhört und mit dem Aufwachen wieder anfängt. Das Denken dauert fort. Und unter den mancherlei Traumesvorgängen, Vorgängen des Traumlebens, sind auch diese, daß der Mensch beim Aufwachen mit seinem Ich und astralischen Leib in seinen Ätherleib und physischen Leib untertaucht. Da taucht er unter und kommt in ein Gewoge hinein, in ein webendes Leben, von dem er, wenn er nur ein wenig zuschaut, wissen kann: das sind webende Gedanken, da tauche ich unter wie in ein Meer, das nur aus webenden Gedanken besteht. Mancher hat schon beim Aufwachen dann sich gesagt: Wenn ich mich nur erinnern könnte, was ich da gedacht habe, das war etwas sehr Gescheites, das würde mir ungeheuer viel helfen, wenn ich es mir jetzt erinnern könnte! Das ist kein Irrtum. Da unten ist wirklich etwas wie ein wogendes Meer; das ist eben die wogende, webende, ätherische Welt, die nicht so bloß eine etwas dünnere Materie ist, wie es so gerne die englische Theosophie darstellt, sondern die webende Gedankenwelt selbst ist, wirklich Geistiges ist. Man taucht in eine webende Gedankenwelt unter.
[ 8 ] As we delve deeper into the inner workings of our soul, we encounter thought. We actually regard this thinking even more as our own private possession, for not only is there the saying that thoughts are duty-free—which is meant to imply that thoughts really have significance only for our individual self—but there is also a widespread belief that everyone, through their thinking, is merely carrying out an inner process, that this thinking has, more or less, significance only for the individual themselves. The reality, however, is quite different. This thinking is actually a process of our etheric body. And of what actually happens during thinking, the human being knows the very least. The very least of what happens in his thinking is accompanied by his consciousness. As the human being thinks, he does know something of what he thinks. But infinitely more unfolds as accompanying thought even during waking thought. And on top of that, we continue to think at night when we sleep. It is not true that thinking stops when we fall asleep and starts again when we wake up. Thinking continues. And among the various processes of dreaming, the processes of the dream life, there are also those in which, upon waking, a person, with their ego and astral body, submerges into their etheric body and physical body. There he dives in and enters a surging mass, a weaving life, of which he can know, if he only observes it a little: these are weaving thoughts; I am diving in as into a sea consisting solely of weaving thoughts. Many have said to themselves upon waking: If only I could remember what I was thinking there, it was something very clever; it would help me immensely if I could remember it now! This is no mistake. Down there is truly something like a surging sea; that is precisely the surging, weaving, ethereal world, which is not merely a somewhat thinner form of matter, as English theosophy so often depicts it, but is the weaving world of thought itself, is truly spiritual. One plunges into a weaving world of thought.
[ 9 ] Das, was wir als Menschen sind, ist wirklich viel gescheiter als das, was wir als bewußte Menschen sind. Da bleibt nichts übrig, als es zu gestehen. Es wäre auch traurig, wenn wir nicht unbewußt gescheiter wären, als wir bewußt sind, denn sonst könnten wir nichts tun, als uns in jedem Leben auf der gleichen Stufe der Gescheitheit zu wiederholen. Aber wir tragen in der Tat schon im gegenwärtigen Leben mit uns, was wir werden können im nächsten Leben; denn das wird die Frucht sein. Und würden wir wirklich immer imstande sein, das zu erhaschen, in das wir da untertauchen, so würden wir viel erhaschen von dem, was wir im nächsten Leben sein werden. Also da unten wogt es und webt es; da ist der Keim für unsere nächste Verkörperung, und das nehmen wir in uns auf. Daher das Prophetische des Traumlebens. Das Denken ist etwas ungeheuer Kompliziertes, und nur einen Teil von dem, was da im Denken vor sich geht, nimmt der Mensch in sein Bewußtsein auf. Denn im Gedanken geht vor sich, was einen Zeitenprozeß bedeutet. Indem wir wachen Sinnes wahrnehmen, sind wir zugleich kosmische Menschen. Unser Vorgang des Sehens bewirkt das Leuchten, da sind wir kosmische Raumesmenschen. Durch das, was im Denken sich vollzieht, sind wir kosmische Zeitenmenschen, da wirkt alles mit, was schon vor unserer Geburt geschehen ist, was nach unserem Tode geschieht und so weiter. So nehmen wir durch unser Denken am ganzen kosmischen Prozeß der Zeit teil, durch unser Sinneswahrnehmen am ganzen kosmischen Prozeß des Raumes. Und nur der irdische Prozeß des Sinneswahrnehmens ist für uns selber. Nun schreiten wir zum Fühlen vor. Vom Fühlen haben wir noch viel weniger als vom Sinneswahrnehmen und vom Denken in unserem Bewußtsein. Dieses Fühlen ist ein tiefer, tiefer Prozeß. Will man nämlich die eigentliche Bedeutung des Denkens kennenlernen, will man kennenlernen das wirklich Wahre, daß das Denken diese kosmische Bedeutung hat, dann muß man sich erheben zu der imaginativen Anschauung, wie es in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben ist. Sowie man dem Denken jene Abstraktheit abstreift, die es für unser Bewußtsein hat, und untertaucht in jenes Meer der webenden Gedankenwelt, kommt man in die Notwendigkeit, dadrinnen nicht nur solche abstrakte Gedanken zu haben wie der Erdenmensch, sondern dadrinnen Bilder zu haben. Denn aus Bildern ist alles geschaffen, Bilder sind die wahren Ursachen der Dinge, Bilder liegen hinter allem, was uns umgibt, und in diese Bilder tauchen wir ein, wenn wir in das Meer des Denkens eintauchen. Diese Bilder hat Plato gemeint, diese Bilder haben alle gemeint, die von geistigen Urgründen gesprochen haben, diese Bilder hat Goethe gemeint, wenn er von seiner Urpflanze sprach. Diese Bilder findet man im imaginativen Denken. Aber dieses imaginative Denken ist eine Wirklichkeit, und darin tauchen wir ein, wenn wir in das wogende, im Strom der Zeit dahingehende Denken eintauchen.
[ 9 ] What we are as human beings is truly much wiser than what we are as conscious human beings. There is nothing left for us to do but admit it. It would also be sad if we were not unconsciously wiser than we are consciously, for otherwise we could do nothing but repeat ourselves at the same level of wisdom in every life. But in fact, we already carry within us in this present life what we can become in the next life; for that will be the fruit. And if we were truly always able to catch a glimpse of what we are immersing ourselves in there, we would catch a glimpse of much of what we will be in the next life. So down there it surges and weaves; there lies the seed for our next incarnation, and we take that into ourselves. Hence the prophetic nature of the dream life. Thinking is something immensely complicated, and only a part of what goes on in thinking does a person take into their consciousness. For what takes place in thought constitutes a process of time. In perceiving with our waking senses, we are at the same time cosmic human beings. Our act of seeing brings about the light; there we are cosmic beings of space. Through what takes place in thinking, we are cosmic beings of time; everything that happened before our birth, everything that happens after our death, and so on, all plays a part. Thus, through our thinking we participate in the entire cosmic process of time, and through our sensory perception in the entire cosmic process of space. And only the earthly process of sensory perception is for ourselves. Now let us proceed to feeling. We have even less of feeling in our consciousness than of sensory perception and thinking. This feeling is a deep, deep process. For if one wishes to know the true meaning of thinking, if one wishes to know the real truth that thinking has this cosmic significance, then one must rise to the imaginative perception, as described in “How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?” As soon as one strips thought of the abstractness it possesses for our consciousness and dives into that sea of the weaving world of thought, one is compelled not only to have abstract thoughts like the earthly human being, but to have images within it. For everything is created from images; images are the true causes of things; images lie behind everything that surrounds us, and we immerse ourselves in these images when we plunge into the sea of thought. These are the images Plato meant; these are the images meant by all who have spoken of spiritual sources; these are the images Goethe meant when he spoke of his “primordial plant.” These images are found in imaginative thinking. But this imaginative thinking is a reality, and we immerse ourselves in it when we immerse ourselves in the surging thinking that flows along in the stream of time.
[ 10 ] In das Fühlen versenken wir uns erst, wenn wir zur sogenannten Inspiration kommen, die die höhere Art von Erkenntnis ist gegenüber der Imagination. Alles das, was unserem Fühlen zugrunde liegt, ist eigentlich ein Gewoge von Inspirationen. Und so wie das Bild, das der Spiegel zurückwirft, nur ein Bild ist von dem, was draußen in der Welt als Gegenstand vorhanden ist, so sind unsere Gefühle auch nur durch unseren eigenen Organismus zurückgeworfene Spiegelbilder der Inspirationen, die aus dem Weltall an uns herankommen. Aber so wie der Spiegel nicht imstande ist, alles wiederzugeben — er kann nur äußere Formen wiedergeben, spiegelt nur das Unorganische, nicht das Leben —, so können auch unsere Gefühle nicht das wiedergeben, was in dem Element der Welt als Inspiration liegt, sondern sie sind ein Spiegelbild, das sich nur so verhält zu dem, was da strömt in der Welt, wie sich das tote Spiegelbild verhält zu dem lebenden Wesen, das es spiegelt. Denn in jedem dieser Bilder spiegeln sich die Eigenschaften der Wesen der höheren Hierarchien, die sich in der Welt aussprechen durch Inspiration. Und so wie wir nicht bei Gefühlen stehenbleiben, sondern fortschreiten zu dem hellhörenden Erkennen, nehmen wir wahr die Welt, wie sie zusammenwirkt aus einer großen Mannigfaltigkeit von lauter Wesen der höheren Hierarchien. Die Welt ist diese Wesenheit, dieses Zusammenwirken der Wesen der Hierarchien. In der Welt geschehen die Taten der höheren Hierarchien. Und wir sind eingespannt, sind im Spiegel darinnen, und die Taten der höheren Hierarchien werden durch unseren Spiegel zurückgeworfen. Wir nehmen dieses Zurückgeworfene dann durch unser Bewußtsein wahr. So leben wir im Schoße der Eigenschaften der Hierarchien als fühlende Menschen und nehmen die Eigenschaften durch unser Bewußtsein wahr. Noch kleiner ist der Mensch, der die Gefühle mit seinem Bewußtsein begleitet, gegenüber dem, was er durch seine Gefühle eigentlich ist, als das in den anderen Fällen beim bewußten Menschen mit seinen Sinneswahrnehmungen und seinem Denken war. Denn dadurch, daß wir fühlende Menschen sind, sind wir auch Wesen der Hierarchien, wirken auch dadrinnen, wo die Hierarchien wirken. Wir wirken in diesem Gewebe, tun Taten, die nicht nur für uns sind, sondern durch die wir mitwirken an dem ganzen Aufbau der Welt. Wir sind durch unsere Gefühle Diener der die Welt bauenden höheren Wesenheiten. Und während wir glauben, daß wir, ich will sagen, der Sixtinischen Madonna gegenüberstehen und nur unser Gefühl befriedigen, das in uns aufsteigt, ist es eine Tatsache, daß hier ein Mensch steht vor der Sixtinischen Madonna, und indem er seine Gefühle auf sie richtet, ist da ein realer Prozeß vorhanden — ein realer Vorgang! Würde dieses Gefühl nicht da sein, würden solche Gefühlselemente nicht da sein, so würden diejenigen Wesenheiten, die einstmals mitwirken sollen an dem Aufbau des Himmelskörpers Venus, nicht die Kräfte haben, die sie dazu brauchen. Unsere Gefühle sind notwendig für das Haus, das die Götter als Welt aufbauen, wie die Ziegelsteine, die verwendet werden zum Aufbauen des Hauses; und was wir wissen über unsere Gefühle, ist wiederum nur ein Teil. Wir wissen, was es uns für eine Freude macht, wenn wir vor der Sixtinischen Madonna stehen —, das aber, was da geschieht, ist Teil im Weltenganzen, ganz einerlei, wie wir es mit unserem Bewußtsein begleiten.
[ 10 ] We only immerse ourselves in feeling when we arrive at what is called inspiration, which is a higher form of insight than imagination. Everything that underlies our feeling is actually a surge of inspirations. And just as the image reflected by the mirror is only an image of what exists as an object out in the world, so too are our feelings merely mirror images of the inspirations that reach us from the universe, reflected back by our own organism. But just as the mirror is incapable of reflecting everything—it can only reflect external forms, mirrors only the inorganic, not life— so too can our feelings not reflect what lies in the element of the world as inspiration, but they are a mirror image that relates to what flows in the world only as the dead mirror image relates to the living being it reflects. For in each of these images are reflected the qualities of the beings of the higher hierarchies, who express themselves in the world through inspiration. And just as we do not remain at the level of feelings but progress to clairaudient perception, we perceive the world as it interacts from a great diversity of beings of the higher hierarchies. The world is this being, this interaction of the beings of the hierarchies. The deeds of the higher hierarchies take place in the world. And we are drawn into this, are reflected within it, and the deeds of the higher hierarchies are reflected back through our mirror. We then perceive this reflection through our consciousness. Thus we live in the bosom of the qualities of the hierarchies as feeling human beings and perceive these qualities through our consciousness. Even smaller is the human being who accompanies feelings with his consciousness, in relation to what he actually is through his feelings, than was the case in the other instances with the conscious human being and his sensory perceptions and thinking. For by virtue of being feeling human beings, we are also beings of the hierarchies, and we also act within the realm where the hierarchies act. We act within this fabric, performing deeds that are not merely for ourselves, but through which we contribute to the entire structure of the world. Through our feelings, we are servants of the higher beings who build the world. And while we believe that we are, so to speak, standing before the Sistine Madonna and merely satisfying the feeling that rises within us, it is a fact that here stands a human being before the Sistine Madonna, and as he directs his feelings toward her, a real process is at work—a real event! If this feeling were not there, if such emotional elements were not present, then those beings who are destined to participate in the building of the celestial body Venus would not possess the forces they need for this task. Our feelings are necessary for the house that the gods are building as the world, just as the bricks are used to build the house; and what we know about our feelings is, in turn, only a part of the whole. We know what a joy it is for us to stand before the Sistine Madonna—but what happens there is part of the whole of the world, quite regardless of how we accompany it with our consciousness.
[ 11 ] Und wenn wir auf unser Wollen blicken, ist das auch wieder nur Spiegel, aber nun der Wesenheit der einzelnen Mitglieder der Hierarchien. Wir sind ebenso ein Wesen der Hierarchien, nur auf einer anderen Stufe. Unsere Realität besteht in unserem Willen, wir geben der Welt Substanz, indem wir unseren Willen irgendwie in der Wirklichkeit leben lassen. Wieder ist es so: Daß wir unser Wollen mit dem Bewußtsein begleiten, das hat nur Bedeutung für uns als Menschen; daneben steht unser Wollen als Realität, das ist der Stoff für die Götter, um daraus die Welt aufzubauen.
[ 11 ] And when we look at our will, that too is merely a mirror—but now of the essence of the individual members of the hierarchies. We are likewise beings of the hierarchies, only on a different level. Our reality consists of our will; we give substance to the world by allowing our will to live out in reality in some way. Once again, it is so: the fact that we accompany our will with consciousness has meaning only for us as human beings; alongside this stands our will as reality—that is the material from which the gods build the world.
[ 12 ] Sie sehen, wie unsere Sinneswahrnehmungen, unser Denken, Fühlen und Wollen kosmische Bedeutung haben, wie sie sich hineinfügen in das ganze kosmische Leben. Und es scheint doch, als wenn der Mensch schon in der Gegenwart wirklich nicht gar zu wenig Verständnis haben sollte, um bei gutem Willen dieses aufzunehmen. Manchmal kommt es heraus, daß Menschen ein Bewußtsein dafür haben, daß ein kleiner Mensch da ist, der bewußte, und ein großer Mensch, die kosmische Realität. Friedrich Nietzsche in seinem Zarathustra sprach auch von dieser Tatsache, ahnte etwas von dieser Tatsache. Und so ist es bei vielen, nur daß sie nicht die Mühe sich nehmen, um die Wege zu gehen, durch die man erkennt, wie man vom kleinen Menschen in den größeren Menschen hinauf kommt. Aber es ist wirklich notwendig, daß eine größere Zahl von Menschen einsieht, daß die Zeiten vorüber sind, wo man auskommen kann ohne diese Einsicht. Die alte Zeit hat noch Überbleibsel gehabt vom alten Hellsehen, durch das in uralter Zeit die Menschen hineingeschaut haben in die geistige Welt, wo sie wirklich gesehen haben, wie es der Mensch tut, wenn er mit Ich und astralischem Leib draußen ist aus dem physischen und Ätherleib und im Kosmos draußen. Da würde der Mensch nie zur vollen Freiheit gekommen sein, zur Individualität; Unselbständigkeit wäre eingetreten, wenn es beim alten Hellsehen geblieben wäre. Der Mensch mußte das alte Hellsehen verlieren; er mußte gleichsam Besitz ergreifen von seinem physischen Ich. Das Denken, das er entwickeln würde, wenn er das ganze Gewoge unter dem Bewußtsein sehen würde, das als Denken, Fühlen, Wollen dort vorhanden ist, das würde ein himmlisches Denken sein, aber nicht das selbständige Denken. Wie kommt der Mensch zu diesem selbständigen Denken?
[ 12 ] You can see how our sensory perceptions, our thinking, feeling, and willing have cosmic significance, how they fit into the whole of cosmic life. And yet it seems that even in the present, human beings really should not lack the understanding necessary to grasp this, provided they have the will to do so. Sometimes it becomes apparent that people are aware that there is a small human being—the conscious one—and a great human being—cosmic reality. Friedrich Nietzsche, in his *Thus Spoke Zarathustra*, also spoke of this fact, sensed something of this fact. And so it is with many, only that they do not take the trouble to walk the paths through which one recognizes how to ascend from the small human being to the greater human being. But it is truly necessary that a greater number of people realize that the times are past when one can get by without this insight. The old era still had remnants of the ancient clairvoyance through which, in ancient times, people looked into the spiritual world, where they truly saw as a human being does when, with their ego and astral body, they are outside the physical and etheric bodies and out in the cosmos. Humanity would never have attained full freedom or individuality; a lack of self-reliance would have set in had the old clairvoyance remained. Humanity had to lose the old clairvoyance; it had to, as it were, take possession of its physical ego. The thinking that it would develop if it could see the whole surging mass beneath consciousness—which exists there as thinking, feeling, and willing—would be a heavenly thinking, but not independent thinking. How does humanity attain this independent thinking?
[ 13 ] Nun, denken Sie sich, daß Sie in der Nacht schlafen, Sie liegen im Bette. Das heißt, im Bette liegt der physische Leib und Ätherleib. Nun kommen beim Aufwachen von außen das Ich und der astralische Leib herein. Da wird fortgedacht im Ätherleib. Da tauchen jetzt das Ich und der astralische Leib unter, die fassen nun zunächst den Ätherleib. Aber es dauert nicht lange, denn in diesem Augenblick kann aufblitzen jenes: Was habe ich da nur gedacht, was war das doch Gescheites? Aber der Mensch hat die Begierde, gleich auch den physischen Leib zu ergreifen, und in diesem Moment entschwindet das alles; jetzt ist der Mensch ganz in der Sphäre des Erdenlebens darinnen. Es kommt also daher, daß der Mensch gleich den Erdenleib ergreift, daß er das feine Gewoge des ätherischen Denkens sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Der Mensch muf3 eben, um das Bewußtsein entwickeln zu können «ich bin es, der da denkt», seinen Erdenleib als Instrument ergreifen, sonst würde er nicht das Bewußtsein haben «ich bin es, der da denkt», sondern «der mich beschützende Engel ist es, der da denkt». Dieses Bewußtsein «ich denke» ist nur möglich durch das Ergreifen des Erdenleibes. Darum ist es notwendig, daß im Erdenleben der Mensch befähigt wird zum Gebrauche seines Erdenleibes. In der nächsten Zeit wird er immer mehr und mehr durch das, was die Erde ihm gibt, diesen Erdenleib ergreifen müssen. Sein berechtigter Egoismus wird immer größer und größer werden. Dem muß eben das Gegengewicht geschaffen werden dadurch, daß man auf der anderen Seite die Erkenntnisse gewinnt, die die Geisteswissenschaft gibt. Im Ausgangspunkt dieser Zeit stehen wir. Nun könnten die Leute sagen: Darüber wollen wir uns nicht weiter Skrupel machen, was kümmert uns das, was die Götter mit uns wollen. Wollen wir nicht erst den Willen der Götter erforschen! Was uns die Götter geben im Laufe des Erdenlebens, das nehmen wir an; da geben sie uns den physischen Leib als ein immer stärkeres Instrument des physischen Denkens; aber sich da erst Skrupel darüber zu machen, daß wir erst anfangen sollen, irgend etwas anderes als Kraft uns zu erwerben, das ist recht unbequem. Und man muß es ja nicht gerade; mögen die Götter einen anderen Weg einschlagen! So sagen die Menschen auch, nur sagen sie es so, daß sie Philosophien und so weiter erfinden.
[ 13 ] Now, imagine that you are sleeping at night, lying in bed. That is to say, the physical body and the etheric body are lying in bed. Now, upon waking, the ego and the astral body enter from outside. Thought continues in the etheric body. The ego and the astral body now emerge; they first take hold of the etheric body. But it doesn’t last long, for at that very moment a thought may flash through: “What was I thinking just now? What was that clever idea?” But the human being has the desire to immediately take hold of the physical body as well, and at that moment it all vanishes; now the human being is fully within the sphere of earthly life. It is therefore because the human being immediately takes hold of the earthly body that he cannot bring the subtle ripples of etheric thinking into consciousness. In order to develop the consciousness “it is I who am thinking,” a person must take hold of their earthly body as an instrument; otherwise, they would not have the consciousness “it is I who am thinking,” but rather “it is the angel who protects me who is thinking.” This consciousness “I am thinking” is only possible through taking hold of the earthly body. That is why it is necessary that, in earthly life, human beings be enabled to use their earthly body. In the time to come, they will have to take hold of this earthly body more and more through what the earth gives them. Their justified egoism will grow ever greater. A counterbalance to this must be created by gaining, on the other hand, the insights provided by Spiritual Science. We stand at the starting point of this era. Now people might say: Let us not worry about this any further; what does it matter to us what the gods want from us? Should we not first explore the will of the gods! We accept what the gods give us in the course of earthly life; there they give us the physical body as an ever-stronger instrument of physical thinking; but to have scruples about the fact that we should first begin to acquire something other than strength—that is quite inconvenient. And one doesn’t have to do it, after all; let the gods take a different path! That is what people say, too, only they say it in such a way that they invent philosophies and so on.
[ 14 ] Man muß sich klar sein, daß es in der Welt wirklich nicht davon abhängt, daß man das, was geschehen muß, nach seiner subjektiven Bequemlichkeit einschränken will; es ist ganz unmöglich, daß ein gewisses Maß3 desjenigen, was dem Menschen zugeteilt ist, verkleinert wird. Und wenn der Mensch in einem bestimmten Zeitalter bestimmte Kräfte entwickeln soll und er entwickelt nur einen Teil, so kommen die anderen doch heraus. Es ist nicht wahr, daß sie nicht herauskommen! So wenig wie, wenn Sie eine Maschine heizen, das, was darüber geheizt wird, verschwindet, sondern hinausstrahlt, ebensowenig kann im Menschenleben das, was da ist, verschwinden. So ist es nicht wahr, daß das, was der Mensch heute so verachtet, die mystischen Kräfte, nicht vorhanden wäre. Der Mensch kann es verleugnen. Aber in dem, was zur Welt gehört, bleibt es vorhanden. Das können Sie ableugnen, Sie können ein großer Materialist sein in Ihrem Bewußtsein, aber Sie können es nicht als ganzer Mensch sein. Das wird sich dann, ohne daß er es weiß, so entwickeln, daß er das, was er sonst den regulären Göttern darreichen würde, Ahriman und Luzifer darreicht. Denn alles, was Sie in Ihrem Bewußtsein unterdrücken, nicht zur Entfaltung kommen lassen, reichen Sie Ahriman und Luzifer dar.
[ 14 ] One must realize that, in the world, things do not depend on one’s desire to limit what must happen according to one’s own subjective convenience; it is entirely impossible for a certain measure³ of what is allotted to a person to be reduced. And if a person is meant to develop certain powers in a particular age and develops only a part of them, the others will still emerge. It is not true that they do not emerge! Just as when you heat a machine, what is heated does not disappear but radiates outward, so too in human life what is there cannot disappear. So it is not true that what people today so despise—the mystical powers—does not exist. People can deny it. But within the world, it remains present. You can deny it; you can be a great materialist in your consciousness, but you cannot be so as a whole human being. This will then, without his knowing it, develop in such a way that what he would otherwise offer to the regular gods, he offers to Ahriman and Lucifer. For everything you suppress in your consciousness, everything you do not allow to unfold, you offer to Ahriman and Lucifer.
[ 15 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, es kann gewiß keine zeitgenössische Kultur in der Gegenwart geben, die bis in die innersten Fasern des Seelenlebens hinein einen intensiveren Materialismus getrieben hat als die italienische Kultur. Die italienische Kultur der Gegenwart, sie ist Ja als nationale Kultur eine Kultur, die dadurch entstand, daß die Volksseele durch die Empfindungsseele der Menschen wirkt. Wenn die englische Kultur Materialismus hervorbringt, so ist das ihre Mission; der Materialismus wird dort Oberfläche sein, wird aber so sein, wie er sein soll. Da kommt das zustande, was die Erde einmal an Materialismus braucht. Das ist die Mission des britischen Volkes, der Erdenentwickelung den Materialismus zu geben. Da kann sich das nicht so tief in die Seele hineinnisten wie beim Italiener, der alles in die tiefsten Empfindungen aufnimmt, da lebt sich der Materialismus bis in die tiefsten Gründe hinein. Darum hat die italienische Zeitkultur gegenwärtig förmliche Tobsuchtsanfälle des nationalistischen Materialismus mit ganzer Seele, während sich der Materialismus eben nicht mit ganzer Seele ergreifen läßt. Man kann ihn vertreten gegenüber der Welt, aber man kann sich nicht für ihn begeistern, außer man ist ein Angehöriger der italienischen Volksseele. Aber so wahr es ist, daß unsere Zeit überhaupt die materialistischste ist, ebenso wahr ist es, daß bei den südlichen Völkern gerade aus der Empfindungsseele heraus die materialistischsten Empfindungen kommen. Denken Sie, was Fichte ausgesprochen hat: Wer an Freiheit der Geistigkeit glaubt, der gehört eigentlich zu uns! — Bei ihm ist ganz und gar durch den Geist charakterisiert das, was Nationalität in seinem Sinne sein soll: ein Geistbegriff. Nichts von dem ist im italienischen Nationalitätsbegriff; die Materie des Blutes ist es hier, worauf es ankommt, ein ganz naturalistischer Nationalismus ist das. Wenn der eine von Nation spricht, meint er etwas ganz anderes, als wenn der andere von Nation spricht. Ein ganz nationalistischer Materialismus lebt im italienischen Volk. Selbstverständlich bezieht sich das alles nur auf die heutige Zeit. Nun denken Sie, wenn in einer so entschiedenen Weise die Seele hinstrebt nach einem naturalistischen Materialismus in den Absichten des Landes, dann kann nicht verlorengehen deshalb der mystische Sinn; der bleibt. Er wird nur aus dem Bewußtsein herausgeworfen und legt sich dann auf etwas anderes, er wird nicht aus dem wahrsten innersten Sein herausgeworfen, nur kommt er in den Dienst derjenigen Mächte, die wir mit dem technischen Namen der ahrimanischen und luziferischen Mächte bezeichnen; die Kräfte werden dann nicht in die Bahn der fortschreitenden Gottheiten geleitet, sondern in die Bahn der ahrimanischen und luziferischen Mächte. Man kann annehmen, irgend etwas wird unter diesen Völkern hervorkommen dadurch, daß mystisch geartete Kräfte herausgeworfen werden in das öffentliche Leben. Finden wir so etwas im Süden, als eine richtig herausgeworfene mystische Willensströmung?
[ 15 ] You see, my dear friends, there can certainly be no contemporary culture today that has driven a more intense materialism into the very fibers of the soul than Italian culture. Contemporary Italian culture, as a national culture, is indeed a culture that arose because the folk-souls work through the emotional soul of the people. If English culture produces materialism, that is its mission; materialism there will be superficial, but it will be as it ought to be. This is where what the Earth once needs in terms of materialism comes into being. That is the mission of the British people: to give materialism to the Earth’s development. There it cannot nestle as deeply into the soul as it does in the Italian, who absorbs everything into the deepest feelings; there materialism lives down to the very depths. That is why Italian contemporary culture is currently experiencing veritable fits of nationalistic materialism with its whole soul, while materialism itself cannot be grasped with the whole soul. One can defend it against the world, but one cannot be enthusiastic about it unless one is a member of the Italian folk-soul. But just as it is true that our age is the most materialistic of all, it is equally true that among the southern peoples the most materialistic sentiments arise precisely from the emotional soul. Consider what Fichte said: “Whoever believes in the freedom of the spiritual actually belongs to us!” — For him, what nationality is supposed to be in his sense is characterized entirely by the spirit: a concept of the spirit. None of that is found in the Italian concept of nationality; here, it is the matter of blood that matters; it is a wholly naturalistic nationalism. When one person speaks of nation, they mean something entirely different than when another speaks of nation. A thoroughly nationalistic materialism prevails among the Italian people. Of course, all this applies only to the present day. Now consider: if the soul strives so decisively toward a naturalistic materialism in the nation’s aims, then the mystical sense cannot be lost because of this; it remains. It is merely cast out of consciousness and then settles upon something else; it is not cast out of the truest, innermost being, but rather it comes into the service of those forces we designate by the technical terms “Ahrimanic” and “Luciferic” forces; these forces are then not directed into the path of the progressive deities, but into the path of the Ahrimanic and Luciferic forces. One might assume that something will emerge among these peoples as a result of mystical forces being cast out into public life. Do we find such a thing in the South, as a truly cast-out mystical current of will?
[ 16 ] 1347 war es, am Pfingstsonntag des Mai, als in Rom Cola di Rienzi an der Spitze eines großen Zuges im altrömischen Panzer nach der Empfindung der damaligen Zeit, mit vier Standarten, hinaufgegangen ist nach dem Kapitol, nach der Stätte, von wo aus man immer gesprochen hat, wenn man zu den Römern über das Römertum gesprochen hat. Und Rienzi verkündete von da aus das, was er zu verkünden hatte, wie er selbst sagte, als der Beauftragte des Jesus Christus und als der, der im Namen der Freiheit der ganzen Welt zu den Römern zu sprechen hatte. Dazumal wurden tatsächlich unglaublich viele Phrasen gesprochen. Sie hatten in der damaligen Zeit — 1347 — eine gewisse Bedeutung, aber sie hatten keine Realität. Das Ganze war etwas, das wie im Feuer verpuffte. Aber das meine ich noch nicht. Ich möchte hinweisen darauf, daß das geschehen ist am Pfingstsonntag, 20. Mai 1347. Das war dazumal, als sich der Vertreter dieser ganzen Strömung als ein Beauftragter des Christus bezeichnete. Und später, als er immer mehr ausbildete seine Lehre, da nannte er sich auch den Inspirierten vom Heiligen Geist. Und wieder an einem Pfingstsonntag ist die Kriegserklärung an Österreich erfolgt. Vorangegangen ist, daß derjenige, der sich allerdings nicht den Beauftragten des Christus genannt hat, aber der doch so leicht durchtönen ließ, daß er vom Heiligen Geist durchdrungen ist, an der Spitze eines großen Zuges unmittelbar vorher in Rom gesprochen hat. Einer, der ganz gewiß nicht eine Spur jener Mystik in seiner Seele hatte, in deren Namen Rienzi damals sprach. Aber — da haben Sie das Herausgeworfene der Mystik — am richtigen Tag, nämlich da wieder Pfingstsonntag war, war es gesprochen. Aber es ist im Dienste der anderen Mächte gesprochen. Es ist der Christus-Impuls aus dem Bewußtsein herausgeworfen. Und wie sehr es das Ahrimanische war, das ja schließlich in dieser Zeit erwartet werden muß, das zeigen wenige Worte, die damals gesprochen worden sind. Selbstverständlich konnte im zwanzigsten Jahrhundert der Sprecher diesmal nicht im Panzer mit vier Standarten kommen, sondern er ist im Auto gekommen. Das ist selbstverständlich dasjenige, was unserer materialistisch gerichteten Zeit zum Opfer gebracht werden muß. Aber er mußte ja schließlich — unbewußt vielleicht — ein wenig Rechnung tragen dem, daß einer anderen Macht übergeben ist dasjenige, was eigentlich als mystische Menschenkraft herausgeworfen ist und das nun draußen in der Welt strömt — in sein Gegenteil verkehrt. Er hat ja nach seiner Rede — der Mann, der nach seiner eigenen Namengebung d’Annunzio heißt, in Wirklichkeit heißt er ja anders — nicht nur so gesprochen, daß geglaubt werden konnte — in der italienischen Sprache ist das ja leicht zu machen —, alle die großen flammenden Worte des Rienzi leben wieder auf, an die er so deutlich in jedem Satz erinnern wollte, sondern er hat, nachdem er diese Rede gehalten hat, in der allerdings mitteleuropäisches Bewußtsein nur Phrasen sehen kann, nachher einen Degen in die Hand genommen, diesen Degen geküßt, zum Zeichen, daß er jetzt an des Degens Kraft die Kraft der Rede abgeben wolle. Dieser Degen, er gehörte dem Redakteur einer Zeitschrift, die man öfter sieht, wenn man nach Italien kommt. Es war der Degen, den der Redakteur einer Zeitschrift dem Bürgermeister von Rom bei dieser Gelegenheit als ein heiliges Vermächtnis übergab. Dieser Degen gehörte dem Redakteur des Witzblattes «Asino». Die Welt wird einmal in der Zukunft einsehen, wenn sie aus anderen Untergründen heraus urteilt als aus denen, aus denen heute so oft geurteilt wird, daß? so manches, was in unserer Gegenwart geschieht, eben von dem Gesichtspunkt zu beurteilen ist, wie manches, was als mystische Kraft im Menschen vorhanden ist, herausgeworfen wird, dem Weltprozeß übergeben wird, aber nicht verlorengeht, sondern die Beute der ahrimanischen und luziferischen Mächte wird. Und selten zeigt in der unmittelbaren Anschauung die Ironie der Weltgeschichte so klar, was hier geschieht, wie in dem eben angedeuteten Fall.
[ 16 ] It was in 1347, on Pentecost Sunday in May, that Cola di Rienzi, at the head of a great procession in ancient Roman armor—in keeping with the sensibilities of the time—and bearing four standards, ascended to the Capitoline Hill, to the very spot from which one had always spoken when addressing the Romans about Romanism. And from there, Rienzi proclaimed what he had to proclaim, as he himself said, as the representative of Jesus Christ and as the one who had to speak to the Romans in the name of the freedom of the whole world. At that time, an incredible number of phrases were indeed spoken. They had a certain significance back then—in 1347—but they had no reality. The whole thing was something that fizzled out like a flash in the pan. But that is not what I mean. I would like to point out that this took place on Pentecost Sunday, May 20, 1347. That was back when the representative of this entire movement described himself as a representative of Christ. And later, as he further developed his teachings, he also called himself the one inspired by the Holy Spirit. And once again on a Pentecost Sunday, the declaration of war against Austria was made. This was preceded by the fact that the man—who, admittedly, did not call himself the representative of Christ, but who nevertheless so easily let it be understood that he was imbued with the Holy Spirit—had spoken in Rome at the head of a large procession immediately beforehand. One who certainly had not a trace of that mysticism in his soul in whose name Rienzi spoke back then. But—there you have what has been cast out of mysticism—it was spoken on the right day, namely when it was Pentecost Sunday again. But it was spoken in the service of the other powers. It is the Christ impulse cast out of consciousness. And just how much it was the Ahrimanic—which, after all, must be expected in this age—is shown by a few words spoken at that time. Of course, in the twentieth century, the speaker could not come this time in a tank with four standards, but he came in a car. That is, of course, what must be sacrificed to our materialistically oriented age. But he had to—perhaps unconsciously—take into account to some extent that what is actually cast out as mystical human power and now flows out into the world has been handed over to another power—transformed into its opposite. After his speech—the man who, by his own choice of name, is called d’Annunzio, though in reality his name is different—he did not merely speak in such a way that one might believe—which is, of course, easy to do in the Italian language— all the great, fiery words of *Rienzi* come alive again, which he so clearly sought to evoke in every sentence, but after delivering this speech—in which, admittedly, a Central European consciousness can see only empty phrases—he subsequently took a sword in his hand, kissed this sword, as a sign that he now wished to transfer the power of the speech to the power of the sword. This sword belonged to the editor of a magazine one often sees when visiting Italy. It was the sword that the editor of the magazine presented to the mayor of Rome on this occasion as a sacred legacy. This sword belonged to the editor of the satirical magazine “Asino.” The world will one day in the future realize, when it judges from different foundations than those from which judgments are so often made today, that? so much of what is happening in our present must be judged from the perspective of how much of what exists as a mystical force within human beings is cast out, handed over to the world process, yet is not lost, but becomes the prey of the Ahrimanic and Luciferic powers. And rarely does the irony of world history reveal so clearly in immediate perception what is happening here as in the case just mentioned.
[ 17 ] Wir wollen gerade aus dem, was wir aufnehmen konnten in uns durch unser in den letzten Jahren verlaufenes Streben, versuchen, uns klar darüber zu sein, daß ein gewisses Maß spiritueller Kräfte der Menschennatur angemessen ist. Und weil aus dem Bewußtsein auf der einen Seite dadurch, daß die Menschheit frei werden kann durch die Ergreifung des Leiblichen, herausgeworfen werden muß die mystische Spiritualität, muß es auf der anderen Seite in das Bewußtsein hereingenommen werden, sonst wird das aus dem Bewußtsein Herausgeworfene von den ahrimanischen und luziferischen Mächten ergriffen. Das ist es, woran ich immer wieder von neuem erinnern möchte, meine lieben Freunde, daß wir, indem wir jahrelang gestrebt haben, dies in unser Bewußtsein aufzunehmen, in uns selber auch ein Gefühl erzeugen, daß aus diesen blutigen Ereignissen der Gegenwart etwas hervorgehen muß, was die Menschheit zur Spiritualität, zur Anerkennung der Geistigkeit hinführt. In dem Sinne, wie ich öfter davon gesprochen habe, daß sich Seelen finden müssen, die durch Geisteswissenschaft geeignet sind, hinaufzuschauen in die geistige Welt, wo alle die Ätherleiber sind, die aus jungen Menschen herausgekommen sind — hinaufgekommen sind in die geistige Welt — und die nun vorhanden bleiben, weil auch auf diesem Felde die Kräfte nicht verlorengehen. Zu ihnen sollen wir nun hinaufblicken; sie werden sich verbinden mit den Kräften aus der geistigen Welt, die uns entgegenleuchten, und es wird das, was die Toten zu sagen haben, in der Zukunft zu Impulsen werden, wenn Seelen da sind, die ihre Sprache verstehen. In diesem Sinne sprechen wir wieder die schlichten Worte:
[ 17 ] Based precisely on what we have been able to take in through our efforts over the past few years, let us try to be clear about the fact that a certain measure of spiritual power is appropriate to human nature. And because, on the one hand, mystical spirituality must be cast out of consciousness by the fact that humanity can become free through the appropriation of the physical, it must, on the other hand, be taken into consciousness; otherwise, what is cast out of consciousness will be seized by the Ahrimanic and Luciferic forces. This is what I would like to remind you of again and again, my dear friends: that by striving for years to take this into our consciousness, we also create within ourselves a feeling that something must emerge from these bloody events of the present that leads humanity toward spirituality, toward the recognition of the spiritual. In the sense that I have often spoken of the need for souls to be found who, through Spiritual Science, are capable of looking up into the spiritual world, where all the etheric bodies are that have come out of young people—have ascended into the spiritual world—and which now remain present, because even in this realm the forces are not lost. We should now look up to them; they will connect with the forces from the spiritual world that shine toward us, and what the dead have to say will become impulses in the future, when there are souls who understand their language. In this sense, we speak once more the simple words:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of battle,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls, spiritually aware,
Toward the realm of the spirit.
