Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
6 July 1915, Berlin
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Menschenschicksale und Völkerschicksale
Vierzehnter Vortrag
Vierzehnter Vortrag
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 4 ] An mancherlei möchte ich in dieser heutigen außerordentlichen Betrachtung erinnern, was den Gegenstand unserer verschiedenen Auseinandersetzungen bildete und was wir heute unter einem bestimmten Gesichtspunkt zusammenfassen wollen, indem wir von da und dort auf schon Betrachtetes Lichtstrahlen, die sich uns ergeben werden, werfen werden. Das ist es ja, was als ein Vorurteil, als eine Vorempfindung, ein Vorgefühl der Annahme geisteswissenschaftlicher Erkenntnis in unserer Zeit gegenübersteht, daß so wenig geahnt wird, welch ein geringer Teil von dem, was der Mensch eigentlich im Grunde genommen in jeder Stunde, in jedem Augenblick vollbringt, dasjenige ist, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein als Mensch der physischen Welt hat. Man braucht ja nur zu bedenken, wie wenig man imstande wäre, als Mensch überhaupt zu leben, wenn man alles dasjenige im Bewußtsein haben wollte, was man nötig hat, um als Mensch zu leben. Es wird mit Recht immer wieder und wieder betont, wie wenig der Mensch heute noch weiß — nehmen wir nur zunächst die rein physischen Verrichtungen seines Lebens —, wie Gehirn, Leber, Herz und so weiter eigentlich arbeiten, um das zustande zu bringen, was der Mensch eben zustande bringen muß, damit er als ein physisches Wesen auf der Erde lebt. Das alles aber, was der Mensch auf diese Weise bloß zur Entwickelung seines äußeren physischen Lebens zustande bringen muß, das alles muß er ja tun. Und bedenken Sie, wie wenig das der Mensch mit seinem Bewußtsein begleiten kann. Man braucht nur das allergeringste Geschehnis des Lebens ins Auge zu fassen, so sieht man schon: der Mensch als Weltwesen, als Erdenwesen ist eines, und das, was man den bewußten Menschen nennen kann, ist etwas ganz anderes; das ist etwas, was im Verhältnis zu dem, was der Mensch in seinem ganzen Umfange ist, etwas sehr Kleines, wirklich recht Kleines ist. Und so könnte es eigentlich niemand wundern, daß in der menschlichen Natur der Trieb entsteht, immer zu erweitern diesen kleinen bewußten Menschen über dasjenige Gebiet hin, das sich eröffnet, wenn man den Menschen als Weltenwesen ins Auge faßt. Wir wollen dies heute tun eben nach Gesichtspunkten, die sich uns schon dargeboten haben, die wir nur noch einmal in anderem Zusammenhang ins Auge fassen wollen.
[ 4 ] An mancherlei möchte ich in dieser heutigen außerordentlichen Betrachtung erinnern, was den Gegenstand unserer verschiedenen Auseinandersetzungen bildete und was wir heute unter einem bestimmten Gesichtspunkt zusammenfassen wollen, indem wir von da und dort auf schon Betrachtetes Lichtstrahlen, die sich uns ergeben werden, werfen werden. Das ist es ja, was als ein Vorurteil, als eine Vorempfindung, ein Vorgefühl der Annahme geisteswissenschaftlicher Erkenntnis in unserer Zeit gegenübersteht, daß so wenig geahnt wird, welch ein geringer Teil von dem, was der Mensch eigentlich im Grunde genommen in jeder Stunde, in jedem Augenblick vollbringt, dasjenige ist, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein als Mensch der physischen Welt hat. Man braucht ja nur zu bedenken, wie wenig man imstande wäre, als Mensch überhaupt zu leben, wenn man alles dasjenige im Bewußtsein haben wollte, was man nötig hat, um als Mensch zu leben. Es wird mit Recht immer wieder und wieder betont, wie wenig der Mensch heute noch weiß — nehmen wir nur zunächst die rein physischen Verrichtungen seines Lebens —, wie Gehirn, Leber, Herz und so weiter eigentlich arbeiten, um das zustande zu bringen, was der Mensch eben zustande bringen muß, damit er als ein physisches Wesen auf der Erde lebt. Das alles aber, was der Mensch auf diese Weise bloß zur Entwickelung seines äußeren physischen Lebens zustande bringen muß, das alles muß er ja tun. Und bedenken Sie, wie wenig das der Mensch mit seinem Bewußtsein begleiten kann. Man braucht nur das allergeringste Geschehnis des Lebens ins Auge zu fassen, so sieht man schon: der Mensch als Weltwesen, als Erdenwesen ist eines, und das, was man den bewußten Menschen nennen kann, ist etwas ganz anderes; das ist etwas, was im Verhältnis zu dem, was der Mensch in seinem ganzen Umfange ist, etwas sehr Kleines, wirklich recht Kleines ist. Und so könnte es eigentlich niemand wundern, daß in der menschlichen Natur der Trieb entsteht, immer zu erweitern diesen kleinen bewußten Menschen über dasjenige Gebiet hin, das sich eröffnet, wenn man den Menschen als Weltenwesen ins Auge faßt. Wir wollen dies heute tun eben nach Gesichtspunkten, die sich uns schon dargeboten haben, die wir nur noch einmal in anderem Zusammenhang ins Auge fassen wollen.
[ 5 ] Unser bewußtes Dasein als Mensch beginnt ja in einer gewissen Beziehung durch unsere Sinneswahrnehmungen, durch das, was wir mit unseren Sinnen an der Außenwelt wahrnehmen. Daß unsere Sinne wahrnehmen, das heißt, daß Eindrücke auf unsere Sinne gemacht werden, und diese Eindrücke durch gewisse Vorgänge entstehen, das ist etwas ganz anderes, als daß wir ein Bewußtsein davon haben. Denken Sie sich einmal, Sie würden — Hasen tun es ja nicht mit zugemachten, sondern mit offenen Augen schlafen, so würde die Umgebung des Auges, wenn es nicht gerade stockfinster ist, immer Eindrücke auf die Augen machen, und nur das Bewußtsein von diesen Eindrücken würde fehlen. So sind ja im Grunde genommen die Ohren immer offen, und jedes Geräusch, alles, was bei Tag im wachen Zustand von Bewußtsein begleitet wird, spielt sich selbstverständlich in den Vorgängen des Ohres ebenso ab, wenn der Mensch schläft. Alle unsere Sinnesorgane können immer eingespannt sein in den ganzen Prozeß des Erdenlebens; aber dasjenige, was sie als Bedeutung für uns haben, hängt davon ab, daß wir diesen Prozeß der Sinnesorgane mit dem Bewußtsein begleiten. Denn nur das, was wir in unser Bewußtsein aufnehmen, ist unser als Erdenmensch.
[ 5 ] Unser bewußtes Dasein als Mensch beginnt ja in einer gewissen Beziehung durch unsere Sinneswahrnehmungen, durch das, was wir mit unseren Sinnen an der Außenwelt wahrnehmen. Daß unsere Sinne wahrnehmen, das heißt, daß Eindrücke auf unsere Sinne gemacht werden, und diese Eindrücke durch gewisse Vorgänge entstehen, das ist etwas ganz anderes, als daß wir ein Bewußtsein davon haben. Denken Sie sich einmal, Sie würden — Hasen tun es ja nicht mit zugemachten, sondern mit offenen Augen schlafen, so würde die Umgebung des Auges, wenn es nicht gerade stockfinster ist, immer Eindrücke auf die Augen machen, und nur das Bewußtsein von diesen Eindrücken würde fehlen. So sind ja im Grunde genommen die Ohren immer offen, und jedes Geräusch, alles, was bei Tag im wachen Zustand von Bewußtsein begleitet wird, spielt sich selbstverständlich in den Vorgängen des Ohres ebenso ab, wenn der Mensch schläft. Alle unsere Sinnesorgane können immer eingespannt sein in den ganzen Prozeß des Erdenlebens; aber dasjenige, was sie als Bedeutung für uns haben, hängt davon ab, daß wir diesen Prozeß der Sinnesorgane mit dem Bewußtsein begleiten. Denn nur das, was wir in unser Bewußtsein aufnehmen, ist unser als Erdenmensch.
[ 6 ] Hat nun dasjenige, was wir unsere Sinneswahrnehmungen nennen, die Wahrnehmungsfähigkeit unserer Augen, Ohren und so weiter, nur eine Bedeutung für uns als Erdenmenschen oder hat das noch irgendeine andere Weltenbedeutung? Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man versucht, sich mit Hilfe der hellseherischen Erkenntnis eine Ansicht zu bilden darüber, was es eigentlich ist, was wir von den Sternen des Weltenraumes sehen. Nicht wahr, derjenige, der auf dem Standpunkt unserer materialistischen Physik steht, der sagt: Nun, wenn wir den Planeten sehen, so ist es das Licht der Sonne, das dort hinfällt und wieder zurückgeworfen wird, und auf diese Weise sieht man den Planeten. — So sieht man Gegenstände unserer Erde. Daß man so auch Planeten sieht, das wird bloß aus einer Analogie heraus von den Physikern geschlossen, denn es ist gar nicht irgendein auch nur im geringsten irgendwie gelten könnender Grund da, daß das, was für unsere Erde anwendbar ist — der Schluß, daß das Licht die Gegenstände bestrahlt und, wenn es zurückgeworfen wird, die Gegenstände sichtbar werden —, daß das auch für Himmelskörper gilt. Gar kein Grund ist vorhanden, diesen Schluß auf das Weltall auszudehnen. Bei den Fixsternen sagen nun diese Physiker: Nun ja, sie leuchten eben selber. Ich weiß noch, als ich ein ziemlich junger Bursche war, da hatte ich einen ehemaligen Kameraden der Dorfschule gefragt: Wie lernt man denn bei euch über das Licht? Ich hatte dazumal schon mit einer etwas kindlichen Skepsis gehört von der sogenannten realen Ursache des Lichts, nämlich von all den tanzenden kleinen Ätherkügelchen und Lichtwellen, aber der Junge, der dazumal auf dem Seminar ausgebildet war, der hatte davon noch nichts gehört und sagte: Wir haben immer nur sagen hören, wenn die Frage entstanden war: Was ist das Licht? Licht ist die Ursache des Leuchtens der Körper. — Nun sehen Sie, damit ist selbstverständlich etwas riesig «Gewaltiges» gesagt über das Licht, wenn man sagt: Licht ist die Ursache des Leuchtens der Körper. Aber im Grunde ist es nicht viel mehr, wenn die heutige marienalistische Physik sagt: Man sieht eben die Weltkörper, wenn sie Licht ausstrahlen. Es ist im Grunde ganz dasselbe.
[ 6 ] Hat nun dasjenige, was wir unsere Sinneswahrnehmungen nennen, die Wahrnehmungsfähigkeit unserer Augen, Ohren und so weiter, nur eine Bedeutung für uns als Erdenmenschen oder hat das noch irgendeine andere Weltenbedeutung? Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man versucht, sich mit Hilfe der hellseherischen Erkenntnis eine Ansicht zu bilden darüber, was es eigentlich ist, was wir von den Sternen des Weltenraumes sehen. Nicht wahr, derjenige, der auf dem Standpunkt unserer materialistischen Physik steht, der sagt: Nun, wenn wir den Planeten sehen, so ist es das Licht der Sonne, das dort hinfällt und wieder zurückgeworfen wird, und auf diese Weise sieht man den Planeten. — So sieht man Gegenstände unserer Erde. Daß man so auch Planeten sieht, das wird bloß aus einer Analogie heraus von den Physikern geschlossen, denn es ist gar nicht irgendein auch nur im geringsten irgendwie gelten könnender Grund da, daß das, was für unsere Erde anwendbar ist — der Schluß, daß das Licht die Gegenstände bestrahlt und, wenn es zurückgeworfen wird, die Gegenstände sichtbar werden —, daß das auch für Himmelskörper gilt. Gar kein Grund ist vorhanden, diesen Schluß auf das Weltall auszudehnen. Bei den Fixsternen sagen nun diese Physiker: Nun ja, sie leuchten eben selber. Ich weiß noch, als ich ein ziemlich junger Bursche war, da hatte ich einen ehemaligen Kameraden der Dorfschule gefragt: Wie lernt man denn bei euch über das Licht? Ich hatte dazumal schon mit einer etwas kindlichen Skepsis gehört von der sogenannten realen Ursache des Lichts, nämlich von all den tanzenden kleinen Ätherkügelchen und Lichtwellen, aber der Junge, der dazumal auf dem Seminar ausgebildet war, der hatte davon noch nichts gehört und sagte: Wir haben immer nur sagen hören, wenn die Frage entstanden war: Was ist das Licht? Licht ist die Ursache des Leuchtens der Körper. — Nun sehen Sie, damit ist selbstverständlich etwas riesig «Gewaltiges» gesagt über das Licht, wenn man sagt: Licht ist die Ursache des Leuchtens der Körper. Aber im Grunde ist es nicht viel mehr, wenn die heutige marienalistische Physik sagt: Man sieht eben die Weltkörper, wenn sie Licht ausstrahlen. Es ist im Grunde ganz dasselbe.
[ 7 ] Nun habe ich bei einer anderen Gelegenheit schon erwähnt, daß es für die materialistischen Physiker recht sehr überraschend sein würde, wenn sie nach der Sonne fahren könnten und dort nachsehen könnten, was die Sonne eigentlich ist. Das habe ich gesagt, weil in der Tat dort gar nichts ist, wo die Sonne ist. Sondern das, was man finden würde, würde ein Zusammenhang von rein geistigen Wesenheiten und Kräften sein; etwas Materielles ist dort überhaupt nicht. Nun, wenn man mit diesem hellseherischen Bewußtsein die Sterne untersucht und nach dem Grunde ihres Leuchtens fragt, dann findet man, daß das, was da eigentlich vorhanden ist und von uns als ihr Leuchten bezeichnet wird, eigentlich in der Wahrnehmungsfähigkeit, in der mehr oder weniger groben, wie es bei den Erdenmenschen ist, oder feiner gestalteten Wahrnehmungsfähigkeit von Wesen besteht. Und wenn irgendein Wesen auf Venus oder Mars auf die Erde herunterschauen würde, so würde dieses Wesen, wenn es die Erde leuchten sähe, sich sagen müssen: diese Erde leuchtet, nicht weil da Sonnenstrahlen zurückgeworfen werden, sondern weil auf der Erde Menschen sind, die durch ihre Augen wahrnehmen. Dieser Vorgang des Sehens bedeutet nicht nur etwas für unser Bewußtsein, sondern er strahlt hinaus in den ganzen Weltenraum, und was die Menschen tun, indem sie sehen, ist das Licht des betreffenden Weltkörpers. Wir sehen nicht nur, damit wir mit unserem Bewußtsein die Resultate des Gesehenen aufnehmen, sondern wir sehen, damit durch unseren Prozeß des Sehens die Erde hinausleuchte in den Weltenraum. So hat in der Tat jedes unserer Sinnesorgane die Aufgabe, nicht nur das zu sein, was es für uns ist, sondern hat außerdem eine Weltaufgabe. Der Mensch ist durch seine sinnliche Wahrnehmung ein Weltenwesen. Er ist nicht nur das Wesen, das er durch sein Bewußtsein als Erdenmensch ist, er ist ein Weltenwesen.
[ 7 ] Nun habe ich bei einer anderen Gelegenheit schon erwähnt, daß es für die materialistischen Physiker recht sehr überraschend sein würde, wenn sie nach der Sonne fahren könnten und dort nachsehen könnten, was die Sonne eigentlich ist. Das habe ich gesagt, weil in der Tat dort gar nichts ist, wo die Sonne ist. Sondern das, was man finden würde, würde ein Zusammenhang von rein geistigen Wesenheiten und Kräften sein; etwas Materielles ist dort überhaupt nicht. Nun, wenn man mit diesem hellseherischen Bewußtsein die Sterne untersucht und nach dem Grunde ihres Leuchtens fragt, dann findet man, daß das, was da eigentlich vorhanden ist und von uns als ihr Leuchten bezeichnet wird, eigentlich in der Wahrnehmungsfähigkeit, in der mehr oder weniger groben, wie es bei den Erdenmenschen ist, oder feiner gestalteten Wahrnehmungsfähigkeit von Wesen besteht. Und wenn irgendein Wesen auf Venus oder Mars auf die Erde herunterschauen würde, so würde dieses Wesen, wenn es die Erde leuchten sähe, sich sagen müssen: diese Erde leuchtet, nicht weil da Sonnenstrahlen zurückgeworfen werden, sondern weil auf der Erde Menschen sind, die durch ihre Augen wahrnehmen. Dieser Vorgang des Sehens bedeutet nicht nur etwas für unser Bewußtsein, sondern er strahlt hinaus in den ganzen Weltenraum, und was die Menschen tun, indem sie sehen, ist das Licht des betreffenden Weltkörpers. Wir sehen nicht nur, damit wir mit unserem Bewußtsein die Resultate des Gesehenen aufnehmen, sondern wir sehen, damit durch unseren Prozeß des Sehens die Erde hinausleuchte in den Weltenraum. So hat in der Tat jedes unserer Sinnesorgane die Aufgabe, nicht nur das zu sein, was es für uns ist, sondern hat außerdem eine Weltaufgabe. Der Mensch ist durch seine sinnliche Wahrnehmung ein Weltenwesen. Er ist nicht nur das Wesen, das er durch sein Bewußtsein als Erdenmensch ist, er ist ein Weltenwesen.
[ 8 ] Wenn wir weiter in die Innenformation unserer Seele hineingehen, so haben wir das Denken. Dieses Denken, das fassen wir noch mehr eigentlich als unser bloßes Eigentum auf, denn nicht nur, daß das Sprichwort besteht, Gedanken seien zollfrei, womit angedeutet werden soll, daß Gedanken wirklich nur Bedeutung haben für unser Einzelindividuum, sondern es besteht ja auch in weitesten Kreisen das Bewußtsein, daß jeder mit seinem Denken nur einen inneren Vorgang ausführt, daß dieses Denken mehr oder weniger nur eine Bedeutung für ihn selbst hat. Die Wirklichkeit ist aber eine ganz andere. Dieses Denken ist eigentlich ein Vorgang unseres Ätherleibes. Und von dem, was eigentlich geschieht beim Denken, weiß der Mensch das Allerwenigste. Das Allerwenigste von dem, was geschieht in seinem Denken, begleitet der Mensch mit seinem Bewußtsein. Indem der Mensch denkt, weiß er ja einiges von dem, was er denkt. Aber unendlich viel mehr wird als begleitendes Denken entfaltet schon beim Tagesdenken. Und dazu kommt, daß wir in der Nacht, wenn wir schlafen, fortdenken. Es ist nicht wahr, daß das Denken mit dem Einschlafen aufhört und mit dem Aufwachen wieder anfängt. Das Denken dauert fort. Und unter den mancherlei Traumesvorgängen, Vorgängen des Traumlebens, sind auch diese, daß der Mensch beim Aufwachen mit seinem Ich und astralischen Leib in seinen Ätherleib und physischen Leib untertaucht. Da taucht er unter und kommt in ein Gewoge hinein, in ein webendes Leben, von dem er, wenn er nur ein wenig zuschaut, wissen kann: das sind webende Gedanken, da tauche ich unter wie in ein Meer, das nur aus webenden Gedanken besteht. Mancher hat schon beim Aufwachen dann sich gesagt: Wenn ich mich nur erinnern könnte, was ich da gedacht habe, das war etwas sehr Gescheites, das würde mir ungeheuer viel helfen, wenn ich es mir jetzt erinnern könnte! Das ist kein Irrtum. Da unten ist wirklich etwas wie ein wogendes Meer; das ist eben die wogende, webende, ätherische Welt, die nicht so bloß eine etwas dünnere Materie ist, wie es so gerne die englische Theosophie darstellt, sondern die webende Gedankenwelt selbst ist, wirklich Geistiges ist. Man taucht in eine webende Gedankenwelt unter.
[ 8 ] Wenn wir weiter in die Innenformation unserer Seele hineingehen, so haben wir das Denken. Dieses Denken, das fassen wir noch mehr eigentlich als unser bloßes Eigentum auf, denn nicht nur, daß das Sprichwort besteht, Gedanken seien zollfrei, womit angedeutet werden soll, daß Gedanken wirklich nur Bedeutung haben für unser Einzelindividuum, sondern es besteht ja auch in weitesten Kreisen das Bewußtsein, daß jeder mit seinem Denken nur einen inneren Vorgang ausführt, daß dieses Denken mehr oder weniger nur eine Bedeutung für ihn selbst hat. Die Wirklichkeit ist aber eine ganz andere. Dieses Denken ist eigentlich ein Vorgang unseres Ätherleibes. Und von dem, was eigentlich geschieht beim Denken, weiß der Mensch das Allerwenigste. Das Allerwenigste von dem, was geschieht in seinem Denken, begleitet der Mensch mit seinem Bewußtsein. Indem der Mensch denkt, weiß er ja einiges von dem, was er denkt. Aber unendlich viel mehr wird als begleitendes Denken entfaltet schon beim Tagesdenken. Und dazu kommt, daß wir in der Nacht, wenn wir schlafen, fortdenken. Es ist nicht wahr, daß das Denken mit dem Einschlafen aufhört und mit dem Aufwachen wieder anfängt. Das Denken dauert fort. Und unter den mancherlei Traumesvorgängen, Vorgängen des Traumlebens, sind auch diese, daß der Mensch beim Aufwachen mit seinem Ich und astralischen Leib in seinen Ätherleib und physischen Leib untertaucht. Da taucht er unter und kommt in ein Gewoge hinein, in ein webendes Leben, von dem er, wenn er nur ein wenig zuschaut, wissen kann: das sind webende Gedanken, da tauche ich unter wie in ein Meer, das nur aus webenden Gedanken besteht. Mancher hat schon beim Aufwachen dann sich gesagt: Wenn ich mich nur erinnern könnte, was ich da gedacht habe, das war etwas sehr Gescheites, das würde mir ungeheuer viel helfen, wenn ich es mir jetzt erinnern könnte! Das ist kein Irrtum. Da unten ist wirklich etwas wie ein wogendes Meer; das ist eben die wogende, webende, ätherische Welt, die nicht so bloß eine etwas dünnere Materie ist, wie es so gerne die englische Theosophie darstellt, sondern die webende Gedankenwelt selbst ist, wirklich Geistiges ist. Man taucht in eine webende Gedankenwelt unter.
[ 9 ] Das, was wir als Menschen sind, ist wirklich viel gescheiter als das, was wir als bewußte Menschen sind. Da bleibt nichts übrig, als es zu gestehen. Es wäre auch traurig, wenn wir nicht unbewußt gescheiter wären, als wir bewußt sind, denn sonst könnten wir nichts tun, als uns in jedem Leben auf der gleichen Stufe der Gescheitheit zu wiederholen. Aber wir tragen in der Tat schon im gegenwärtigen Leben mit uns, was wir werden können im nächsten Leben; denn das wird die Frucht sein. Und würden wir wirklich immer imstande sein, das zu erhaschen, in das wir da untertauchen, so würden wir viel erhaschen von dem, was wir im nächsten Leben sein werden. Also da unten wogt es und webt es; da ist der Keim für unsere nächste Verkörperung, und das nehmen wir in uns auf. Daher das Prophetische des Traumlebens. Das Denken ist etwas ungeheuer Kompliziertes, und nur einen Teil von dem, was da im Denken vor sich geht, nimmt der Mensch in sein Bewußtsein auf. Denn im Gedanken geht vor sich, was einen Zeitenprozeß bedeutet. Indem wir wachen Sinnes wahrnehmen, sind wir zugleich kosmische Menschen. Unser Vorgang des Sehens bewirkt das Leuchten, da sind wir kosmische Raumesmenschen. Durch das, was im Denken sich vollzieht, sind wir kosmische Zeitenmenschen, da wirkt alles mit, was schon vor unserer Geburt geschehen ist, was nach unserem Tode geschieht und so weiter. So nehmen wir durch unser Denken am ganzen kosmischen Prozeß der Zeit teil, durch unser Sinneswahrnehmen am ganzen kosmischen Prozeß des Raumes. Und nur der irdische Prozeß des Sinneswahrnehmens ist für uns selber. Nun schreiten wir zum Fühlen vor. Vom Fühlen haben wir noch viel weniger als vom Sinneswahrnehmen und vom Denken in unserem Bewußtsein. Dieses Fühlen ist ein tiefer, tiefer Prozeß. Will man nämlich die eigentliche Bedeutung des Denkens kennenlernen, will man kennenlernen das wirklich Wahre, daß das Denken diese kosmische Bedeutung hat, dann muß man sich erheben zu der imaginativen Anschauung, wie es in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben ist. Sowie man dem Denken jene Abstraktheit abstreift, die es für unser Bewußtsein hat, und untertaucht in jenes Meer der webenden Gedankenwelt, kommt man in die Notwendigkeit, dadrinnen nicht nur solche abstrakte Gedanken zu haben wie der Erdenmensch, sondern dadrinnen Bilder zu haben. Denn aus Bildern ist alles geschaffen, Bilder sind die wahren Ursachen der Dinge, Bilder liegen hinter allem, was uns umgibt, und in diese Bilder tauchen wir ein, wenn wir in das Meer des Denkens eintauchen. Diese Bilder hat Plato gemeint, diese Bilder haben alle gemeint, die von geistigen Urgründen gesprochen haben, diese Bilder hat Goethe gemeint, wenn er von seiner Urpflanze sprach. Diese Bilder findet man im imaginativen Denken. Aber dieses imaginative Denken ist eine Wirklichkeit, und darin tauchen wir ein, wenn wir in das wogende, im Strom der Zeit dahingehende Denken eintauchen.
[ 9 ] Das, was wir als Menschen sind, ist wirklich viel gescheiter als das, was wir als bewußte Menschen sind. Da bleibt nichts übrig, als es zu gestehen. Es wäre auch traurig, wenn wir nicht unbewußt gescheiter wären, als wir bewußt sind, denn sonst könnten wir nichts tun, als uns in jedem Leben auf der gleichen Stufe der Gescheitheit zu wiederholen. Aber wir tragen in der Tat schon im gegenwärtigen Leben mit uns, was wir werden können im nächsten Leben; denn das wird die Frucht sein. Und würden wir wirklich immer imstande sein, das zu erhaschen, in das wir da untertauchen, so würden wir viel erhaschen von dem, was wir im nächsten Leben sein werden. Also da unten wogt es und webt es; da ist der Keim für unsere nächste Verkörperung, und das nehmen wir in uns auf. Daher das Prophetische des Traumlebens. Das Denken ist etwas ungeheuer Kompliziertes, und nur einen Teil von dem, was da im Denken vor sich geht, nimmt der Mensch in sein Bewußtsein auf. Denn im Gedanken geht vor sich, was einen Zeitenprozeß bedeutet. Indem wir wachen Sinnes wahrnehmen, sind wir zugleich kosmische Menschen. Unser Vorgang des Sehens bewirkt das Leuchten, da sind wir kosmische Raumesmenschen. Durch das, was im Denken sich vollzieht, sind wir kosmische Zeitenmenschen, da wirkt alles mit, was schon vor unserer Geburt geschehen ist, was nach unserem Tode geschieht und so weiter. So nehmen wir durch unser Denken am ganzen kosmischen Prozeß der Zeit teil, durch unser Sinneswahrnehmen am ganzen kosmischen Prozeß des Raumes. Und nur der irdische Prozeß des Sinneswahrnehmens ist für uns selber. Nun schreiten wir zum Fühlen vor. Vom Fühlen haben wir noch viel weniger als vom Sinneswahrnehmen und vom Denken in unserem Bewußtsein. Dieses Fühlen ist ein tiefer, tiefer Prozeß. Will man nämlich die eigentliche Bedeutung des Denkens kennenlernen, will man kennenlernen das wirklich Wahre, daß das Denken diese kosmische Bedeutung hat, dann muß man sich erheben zu der imaginativen Anschauung, wie es in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben ist. Sowie man dem Denken jene Abstraktheit abstreift, die es für unser Bewußtsein hat, und untertaucht in jenes Meer der webenden Gedankenwelt, kommt man in die Notwendigkeit, dadrinnen nicht nur solche abstrakte Gedanken zu haben wie der Erdenmensch, sondern dadrinnen Bilder zu haben. Denn aus Bildern ist alles geschaffen, Bilder sind die wahren Ursachen der Dinge, Bilder liegen hinter allem, was uns umgibt, und in diese Bilder tauchen wir ein, wenn wir in das Meer des Denkens eintauchen. Diese Bilder hat Plato gemeint, diese Bilder haben alle gemeint, die von geistigen Urgründen gesprochen haben, diese Bilder hat Goethe gemeint, wenn er von seiner Urpflanze sprach. Diese Bilder findet man im imaginativen Denken. Aber dieses imaginative Denken ist eine Wirklichkeit, und darin tauchen wir ein, wenn wir in das wogende, im Strom der Zeit dahingehende Denken eintauchen.
[ 10 ] In das Fühlen versenken wir uns erst, wenn wir zur sogenannten Inspiration kommen, die die höhere Art von Erkenntnis ist gegenüber der Imagination. Alles das, was unserem Fühlen zugrunde liegt, ist eigentlich ein Gewoge von Inspirationen. Und so wie das Bild, das der Spiegel zurückwirft, nur ein Bild ist von dem, was draußen in der Welt als Gegenstand vorhanden ist, so sind unsere Gefühle auch nur durch unseren eigenen Organismus zurückgeworfene Spiegelbilder der Inspirationen, die aus dem Weltall an uns herankommen. Aber so wie der Spiegel nicht imstande ist, alles wiederzugeben — er kann nur äußere Formen wiedergeben, spiegelt nur das Unorganische, nicht das Leben —, so können auch unsere Gefühle nicht das wiedergeben, was in dem Element der Welt als Inspiration liegt, sondern sie sind ein Spiegelbild, das sich nur so verhält zu dem, was da strömt in der Welt, wie sich das tote Spiegelbild verhält zu dem lebenden Wesen, das es spiegelt. Denn in jedem dieser Bilder spiegeln sich die Eigenschaften der Wesen der höheren Hierarchien, die sich in der Welt aussprechen durch Inspiration. Und so wie wir nicht bei Gefühlen stehenbleiben, sondern fortschreiten zu dem hellhörenden Erkennen, nehmen wir wahr die Welt, wie sie zusammenwirkt aus einer großen Mannigfaltigkeit von lauter Wesen der höheren Hierarchien. Die Welt ist diese Wesenheit, dieses Zusammenwirken der Wesen der Hierarchien. In der Welt geschehen die Taten der höheren Hierarchien. Und wir sind eingespannt, sind im Spiegel darinnen, und die Taten der höheren Hierarchien werden durch unseren Spiegel zurückgeworfen. Wir nehmen dieses Zurückgeworfene dann durch unser Bewußtsein wahr. So leben wir im Schoße der Eigenschaften der Hierarchien als fühlende Menschen und nehmen die Eigenschaften durch unser Bewußtsein wahr. Noch kleiner ist der Mensch, der die Gefühle mit seinem Bewußtsein begleitet, gegenüber dem, was er durch seine Gefühle eigentlich ist, als das in den anderen Fällen beim bewußten Menschen mit seinen Sinneswahrnehmungen und seinem Denken war. Denn dadurch, daß wir fühlende Menschen sind, sind wir auch Wesen der Hierarchien, wirken auch dadrinnen, wo die Hierarchien wirken. Wir wirken in diesem Gewebe, tun Taten, die nicht nur für uns sind, sondern durch die wir mitwirken an dem ganzen Aufbau der Welt. Wir sind durch unsere Gefühle Diener der die Welt bauenden höheren Wesenheiten. Und während wir glauben, daß wir, ich will sagen, der Sixtinischen Madonna gegenüberstehen und nur unser Gefühl befriedigen, das in uns aufsteigt, ist es eine Tatsache, daß hier ein Mensch steht vor der Sixtinischen Madonna, und indem er seine Gefühle auf sie richtet, ist da ein realer Prozeß vorhanden — ein realer Vorgang! Würde dieses Gefühl nicht da sein, würden solche Gefühlselemente nicht da sein, so würden diejenigen Wesenheiten, die einstmals mitwirken sollen an dem Aufbau des Himmelskörpers Venus, nicht die Kräfte haben, die sie dazu brauchen. Unsere Gefühle sind notwendig für das Haus, das die Götter als Welt aufbauen, wie die Ziegelsteine, die verwendet werden zum Aufbauen des Hauses; und was wir wissen über unsere Gefühle, ist wiederum nur ein Teil. Wir wissen, was es uns für eine Freude macht, wenn wir vor der Sixtinischen Madonna stehen —, das aber, was da geschieht, ist Teil im Weltenganzen, ganz einerlei, wie wir es mit unserem Bewußtsein begleiten.
[ 10 ] In das Fühlen versenken wir uns erst, wenn wir zur sogenannten Inspiration kommen, die die höhere Art von Erkenntnis ist gegenüber der Imagination. Alles das, was unserem Fühlen zugrunde liegt, ist eigentlich ein Gewoge von Inspirationen. Und so wie das Bild, das der Spiegel zurückwirft, nur ein Bild ist von dem, was draußen in der Welt als Gegenstand vorhanden ist, so sind unsere Gefühle auch nur durch unseren eigenen Organismus zurückgeworfene Spiegelbilder der Inspirationen, die aus dem Weltall an uns herankommen. Aber so wie der Spiegel nicht imstande ist, alles wiederzugeben — er kann nur äußere Formen wiedergeben, spiegelt nur das Unorganische, nicht das Leben —, so können auch unsere Gefühle nicht das wiedergeben, was in dem Element der Welt als Inspiration liegt, sondern sie sind ein Spiegelbild, das sich nur so verhält zu dem, was da strömt in der Welt, wie sich das tote Spiegelbild verhält zu dem lebenden Wesen, das es spiegelt. Denn in jedem dieser Bilder spiegeln sich die Eigenschaften der Wesen der höheren Hierarchien, die sich in der Welt aussprechen durch Inspiration. Und so wie wir nicht bei Gefühlen stehenbleiben, sondern fortschreiten zu dem hellhörenden Erkennen, nehmen wir wahr die Welt, wie sie zusammenwirkt aus einer großen Mannigfaltigkeit von lauter Wesen der höheren Hierarchien. Die Welt ist diese Wesenheit, dieses Zusammenwirken der Wesen der Hierarchien. In der Welt geschehen die Taten der höheren Hierarchien. Und wir sind eingespannt, sind im Spiegel darinnen, und die Taten der höheren Hierarchien werden durch unseren Spiegel zurückgeworfen. Wir nehmen dieses Zurückgeworfene dann durch unser Bewußtsein wahr. So leben wir im Schoße der Eigenschaften der Hierarchien als fühlende Menschen und nehmen die Eigenschaften durch unser Bewußtsein wahr. Noch kleiner ist der Mensch, der die Gefühle mit seinem Bewußtsein begleitet, gegenüber dem, was er durch seine Gefühle eigentlich ist, als das in den anderen Fällen beim bewußten Menschen mit seinen Sinneswahrnehmungen und seinem Denken war. Denn dadurch, daß wir fühlende Menschen sind, sind wir auch Wesen der Hierarchien, wirken auch dadrinnen, wo die Hierarchien wirken. Wir wirken in diesem Gewebe, tun Taten, die nicht nur für uns sind, sondern durch die wir mitwirken an dem ganzen Aufbau der Welt. Wir sind durch unsere Gefühle Diener der die Welt bauenden höheren Wesenheiten. Und während wir glauben, daß wir, ich will sagen, der Sixtinischen Madonna gegenüberstehen und nur unser Gefühl befriedigen, das in uns aufsteigt, ist es eine Tatsache, daß hier ein Mensch steht vor der Sixtinischen Madonna, und indem er seine Gefühle auf sie richtet, ist da ein realer Prozeß vorhanden — ein realer Vorgang! Würde dieses Gefühl nicht da sein, würden solche Gefühlselemente nicht da sein, so würden diejenigen Wesenheiten, die einstmals mitwirken sollen an dem Aufbau des Himmelskörpers Venus, nicht die Kräfte haben, die sie dazu brauchen. Unsere Gefühle sind notwendig für das Haus, das die Götter als Welt aufbauen, wie die Ziegelsteine, die verwendet werden zum Aufbauen des Hauses; und was wir wissen über unsere Gefühle, ist wiederum nur ein Teil. Wir wissen, was es uns für eine Freude macht, wenn wir vor der Sixtinischen Madonna stehen —, das aber, was da geschieht, ist Teil im Weltenganzen, ganz einerlei, wie wir es mit unserem Bewußtsein begleiten.
[ 11 ] Und wenn wir auf unser Wollen blicken, ist das auch wieder nur Spiegel, aber nun der Wesenheit der einzelnen Mitglieder der Hierarchien. Wir sind ebenso ein Wesen der Hierarchien, nur auf einer anderen Stufe. Unsere Realität besteht in unserem Willen, wir geben der Welt Substanz, indem wir unseren Willen irgendwie in der Wirklichkeit leben lassen. Wieder ist es so: Daß wir unser Wollen mit dem Bewußtsein begleiten, das hat nur Bedeutung für uns als Menschen; daneben steht unser Wollen als Realität, das ist der Stoff für die Götter, um daraus die Welt aufzubauen.
[ 11 ] Und wenn wir auf unser Wollen blicken, ist das auch wieder nur Spiegel, aber nun der Wesenheit der einzelnen Mitglieder der Hierarchien. Wir sind ebenso ein Wesen der Hierarchien, nur auf einer anderen Stufe. Unsere Realität besteht in unserem Willen, wir geben der Welt Substanz, indem wir unseren Willen irgendwie in der Wirklichkeit leben lassen. Wieder ist es so: Daß wir unser Wollen mit dem Bewußtsein begleiten, das hat nur Bedeutung für uns als Menschen; daneben steht unser Wollen als Realität, das ist der Stoff für die Götter, um daraus die Welt aufzubauen.
[ 12 ] Sie sehen, wie unsere Sinneswahrnehmungen, unser Denken, Fühlen und Wollen kosmische Bedeutung haben, wie sie sich hineinfügen in das ganze kosmische Leben. Und es scheint doch, als wenn der Mensch schon in der Gegenwart wirklich nicht gar zu wenig Verständnis haben sollte, um bei gutem Willen dieses aufzunehmen. Manchmal kommt es heraus, daß Menschen ein Bewußtsein dafür haben, daß ein kleiner Mensch da ist, der bewußte, und ein großer Mensch, die kosmische Realität. Friedrich Nietzsche in seinem Zarathustra sprach auch von dieser Tatsache, ahnte etwas von dieser Tatsache. Und so ist es bei vielen, nur daß sie nicht die Mühe sich nehmen, um die Wege zu gehen, durch die man erkennt, wie man vom kleinen Menschen in den größeren Menschen hinauf kommt. Aber es ist wirklich notwendig, daß eine größere Zahl von Menschen einsieht, daß die Zeiten vorüber sind, wo man auskommen kann ohne diese Einsicht. Die alte Zeit hat noch Überbleibsel gehabt vom alten Hellsehen, durch das in uralter Zeit die Menschen hineingeschaut haben in die geistige Welt, wo sie wirklich gesehen haben, wie es der Mensch tut, wenn er mit Ich und astralischem Leib draußen ist aus dem physischen und Ätherleib und im Kosmos draußen. Da würde der Mensch nie zur vollen Freiheit gekommen sein, zur Individualität; Unselbständigkeit wäre eingetreten, wenn es beim alten Hellsehen geblieben wäre. Der Mensch mußte das alte Hellsehen verlieren; er mußte gleichsam Besitz ergreifen von seinem physischen Ich. Das Denken, das er entwickeln würde, wenn er das ganze Gewoge unter dem Bewußtsein sehen würde, das als Denken, Fühlen, Wollen dort vorhanden ist, das würde ein himmlisches Denken sein, aber nicht das selbständige Denken. Wie kommt der Mensch zu diesem selbständigen Denken?
[ 12 ] Sie sehen, wie unsere Sinneswahrnehmungen, unser Denken, Fühlen und Wollen kosmische Bedeutung haben, wie sie sich hineinfügen in das ganze kosmische Leben. Und es scheint doch, als wenn der Mensch schon in der Gegenwart wirklich nicht gar zu wenig Verständnis haben sollte, um bei gutem Willen dieses aufzunehmen. Manchmal kommt es heraus, daß Menschen ein Bewußtsein dafür haben, daß ein kleiner Mensch da ist, der bewußte, und ein großer Mensch, die kosmische Realität. Friedrich Nietzsche in seinem Zarathustra sprach auch von dieser Tatsache, ahnte etwas von dieser Tatsache. Und so ist es bei vielen, nur daß sie nicht die Mühe sich nehmen, um die Wege zu gehen, durch die man erkennt, wie man vom kleinen Menschen in den größeren Menschen hinauf kommt. Aber es ist wirklich notwendig, daß eine größere Zahl von Menschen einsieht, daß die Zeiten vorüber sind, wo man auskommen kann ohne diese Einsicht. Die alte Zeit hat noch Überbleibsel gehabt vom alten Hellsehen, durch das in uralter Zeit die Menschen hineingeschaut haben in die geistige Welt, wo sie wirklich gesehen haben, wie es der Mensch tut, wenn er mit Ich und astralischem Leib draußen ist aus dem physischen und Ätherleib und im Kosmos draußen. Da würde der Mensch nie zur vollen Freiheit gekommen sein, zur Individualität; Unselbständigkeit wäre eingetreten, wenn es beim alten Hellsehen geblieben wäre. Der Mensch mußte das alte Hellsehen verlieren; er mußte gleichsam Besitz ergreifen von seinem physischen Ich. Das Denken, das er entwickeln würde, wenn er das ganze Gewoge unter dem Bewußtsein sehen würde, das als Denken, Fühlen, Wollen dort vorhanden ist, das würde ein himmlisches Denken sein, aber nicht das selbständige Denken. Wie kommt der Mensch zu diesem selbständigen Denken?
[ 13 ] Nun, denken Sie sich, daß Sie in der Nacht schlafen, Sie liegen im Bette. Das heißt, im Bette liegt der physische Leib und Ätherleib. Nun kommen beim Aufwachen von außen das Ich und der astralische Leib herein. Da wird fortgedacht im Ätherleib. Da tauchen jetzt das Ich und der astralische Leib unter, die fassen nun zunächst den Ätherleib. Aber es dauert nicht lange, denn in diesem Augenblick kann aufblitzen jenes: Was habe ich da nur gedacht, was war das doch Gescheites? Aber der Mensch hat die Begierde, gleich auch den physischen Leib zu ergreifen, und in diesem Moment entschwindet das alles; jetzt ist der Mensch ganz in der Sphäre des Erdenlebens darinnen. Es kommt also daher, daß der Mensch gleich den Erdenleib ergreift, daß er das feine Gewoge des ätherischen Denkens sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Der Mensch muf3 eben, um das Bewußtsein entwickeln zu können «ich bin es, der da denkt», seinen Erdenleib als Instrument ergreifen, sonst würde er nicht das Bewußtsein haben «ich bin es, der da denkt», sondern «der mich beschützende Engel ist es, der da denkt». Dieses Bewußtsein «ich denke» ist nur möglich durch das Ergreifen des Erdenleibes. Darum ist es notwendig, daß im Erdenleben der Mensch befähigt wird zum Gebrauche seines Erdenleibes. In der nächsten Zeit wird er immer mehr und mehr durch das, was die Erde ihm gibt, diesen Erdenleib ergreifen müssen. Sein berechtigter Egoismus wird immer größer und größer werden. Dem muß eben das Gegengewicht geschaffen werden dadurch, daß man auf der anderen Seite die Erkenntnisse gewinnt, die die Geisteswissenschaft gibt. Im Ausgangspunkt dieser Zeit stehen wir. Nun könnten die Leute sagen: Darüber wollen wir uns nicht weiter Skrupel machen, was kümmert uns das, was die Götter mit uns wollen. Wollen wir nicht erst den Willen der Götter erforschen! Was uns die Götter geben im Laufe des Erdenlebens, das nehmen wir an; da geben sie uns den physischen Leib als ein immer stärkeres Instrument des physischen Denkens; aber sich da erst Skrupel darüber zu machen, daß wir erst anfangen sollen, irgend etwas anderes als Kraft uns zu erwerben, das ist recht unbequem. Und man muß es ja nicht gerade; mögen die Götter einen anderen Weg einschlagen! So sagen die Menschen auch, nur sagen sie es so, daß sie Philosophien und so weiter erfinden.
[ 13 ] Nun, denken Sie sich, daß Sie in der Nacht schlafen, Sie liegen im Bette. Das heißt, im Bette liegt der physische Leib und Ätherleib. Nun kommen beim Aufwachen von außen das Ich und der astralische Leib herein. Da wird fortgedacht im Ätherleib. Da tauchen jetzt das Ich und der astralische Leib unter, die fassen nun zunächst den Ätherleib. Aber es dauert nicht lange, denn in diesem Augenblick kann aufblitzen jenes: Was habe ich da nur gedacht, was war das doch Gescheites? Aber der Mensch hat die Begierde, gleich auch den physischen Leib zu ergreifen, und in diesem Moment entschwindet das alles; jetzt ist der Mensch ganz in der Sphäre des Erdenlebens darinnen. Es kommt also daher, daß der Mensch gleich den Erdenleib ergreift, daß er das feine Gewoge des ätherischen Denkens sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Der Mensch muf3 eben, um das Bewußtsein entwickeln zu können «ich bin es, der da denkt», seinen Erdenleib als Instrument ergreifen, sonst würde er nicht das Bewußtsein haben «ich bin es, der da denkt», sondern «der mich beschützende Engel ist es, der da denkt». Dieses Bewußtsein «ich denke» ist nur möglich durch das Ergreifen des Erdenleibes. Darum ist es notwendig, daß im Erdenleben der Mensch befähigt wird zum Gebrauche seines Erdenleibes. In der nächsten Zeit wird er immer mehr und mehr durch das, was die Erde ihm gibt, diesen Erdenleib ergreifen müssen. Sein berechtigter Egoismus wird immer größer und größer werden. Dem muß eben das Gegengewicht geschaffen werden dadurch, daß man auf der anderen Seite die Erkenntnisse gewinnt, die die Geisteswissenschaft gibt. Im Ausgangspunkt dieser Zeit stehen wir. Nun könnten die Leute sagen: Darüber wollen wir uns nicht weiter Skrupel machen, was kümmert uns das, was die Götter mit uns wollen. Wollen wir nicht erst den Willen der Götter erforschen! Was uns die Götter geben im Laufe des Erdenlebens, das nehmen wir an; da geben sie uns den physischen Leib als ein immer stärkeres Instrument des physischen Denkens; aber sich da erst Skrupel darüber zu machen, daß wir erst anfangen sollen, irgend etwas anderes als Kraft uns zu erwerben, das ist recht unbequem. Und man muß es ja nicht gerade; mögen die Götter einen anderen Weg einschlagen! So sagen die Menschen auch, nur sagen sie es so, daß sie Philosophien und so weiter erfinden.
[ 14 ] Man muß sich klar sein, daß es in der Welt wirklich nicht davon abhängt, daß man das, was geschehen muß, nach seiner subjektiven Bequemlichkeit einschränken will; es ist ganz unmöglich, daß ein gewisses Maß3 desjenigen, was dem Menschen zugeteilt ist, verkleinert wird. Und wenn der Mensch in einem bestimmten Zeitalter bestimmte Kräfte entwickeln soll und er entwickelt nur einen Teil, so kommen die anderen doch heraus. Es ist nicht wahr, daß sie nicht herauskommen! So wenig wie, wenn Sie eine Maschine heizen, das, was darüber geheizt wird, verschwindet, sondern hinausstrahlt, ebensowenig kann im Menschenleben das, was da ist, verschwinden. So ist es nicht wahr, daß das, was der Mensch heute so verachtet, die mystischen Kräfte, nicht vorhanden wäre. Der Mensch kann es verleugnen. Aber in dem, was zur Welt gehört, bleibt es vorhanden. Das können Sie ableugnen, Sie können ein großer Materialist sein in Ihrem Bewußtsein, aber Sie können es nicht als ganzer Mensch sein. Das wird sich dann, ohne daß er es weiß, so entwickeln, daß er das, was er sonst den regulären Göttern darreichen würde, Ahriman und Luzifer darreicht. Denn alles, was Sie in Ihrem Bewußtsein unterdrücken, nicht zur Entfaltung kommen lassen, reichen Sie Ahriman und Luzifer dar.
[ 14 ] Man muß sich klar sein, daß es in der Welt wirklich nicht davon abhängt, daß man das, was geschehen muß, nach seiner subjektiven Bequemlichkeit einschränken will; es ist ganz unmöglich, daß ein gewisses Maß3 desjenigen, was dem Menschen zugeteilt ist, verkleinert wird. Und wenn der Mensch in einem bestimmten Zeitalter bestimmte Kräfte entwickeln soll und er entwickelt nur einen Teil, so kommen die anderen doch heraus. Es ist nicht wahr, daß sie nicht herauskommen! So wenig wie, wenn Sie eine Maschine heizen, das, was darüber geheizt wird, verschwindet, sondern hinausstrahlt, ebensowenig kann im Menschenleben das, was da ist, verschwinden. So ist es nicht wahr, daß das, was der Mensch heute so verachtet, die mystischen Kräfte, nicht vorhanden wäre. Der Mensch kann es verleugnen. Aber in dem, was zur Welt gehört, bleibt es vorhanden. Das können Sie ableugnen, Sie können ein großer Materialist sein in Ihrem Bewußtsein, aber Sie können es nicht als ganzer Mensch sein. Das wird sich dann, ohne daß er es weiß, so entwickeln, daß er das, was er sonst den regulären Göttern darreichen würde, Ahriman und Luzifer darreicht. Denn alles, was Sie in Ihrem Bewußtsein unterdrücken, nicht zur Entfaltung kommen lassen, reichen Sie Ahriman und Luzifer dar.
[ 15 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, es kann gewiß keine zeitgenössische Kultur in der Gegenwart geben, die bis in die innersten Fasern des Seelenlebens hinein einen intensiveren Materialismus getrieben hat als die italienische Kultur. Die italienische Kultur der Gegenwart, sie ist Ja als nationale Kultur eine Kultur, die dadurch entstand, daß die Volksseele durch die Empfindungsseele der Menschen wirkt. Wenn die englische Kultur Materialismus hervorbringt, so ist das ihre Mission; der Materialismus wird dort Oberfläche sein, wird aber so sein, wie er sein soll. Da kommt das zustande, was die Erde einmal an Materialismus braucht. Das ist die Mission des britischen Volkes, der Erdenentwickelung den Materialismus zu geben. Da kann sich das nicht so tief in die Seele hineinnisten wie beim Italiener, der alles in die tiefsten Empfindungen aufnimmt, da lebt sich der Materialismus bis in die tiefsten Gründe hinein. Darum hat die italienische Zeitkultur gegenwärtig förmliche Tobsuchtsanfälle des nationalistischen Materialismus mit ganzer Seele, während sich der Materialismus eben nicht mit ganzer Seele ergreifen läßt. Man kann ihn vertreten gegenüber der Welt, aber man kann sich nicht für ihn begeistern, außer man ist ein Angehöriger der italienischen Volksseele. Aber so wahr es ist, daß unsere Zeit überhaupt die materialistischste ist, ebenso wahr ist es, daß bei den südlichen Völkern gerade aus der Empfindungsseele heraus die materialistischsten Empfindungen kommen. Denken Sie, was Fichte ausgesprochen hat: Wer an Freiheit der Geistigkeit glaubt, der gehört eigentlich zu uns! — Bei ihm ist ganz und gar durch den Geist charakterisiert das, was Nationalität in seinem Sinne sein soll: ein Geistbegriff. Nichts von dem ist im italienischen Nationalitätsbegriff; die Materie des Blutes ist es hier, worauf es ankommt, ein ganz naturalistischer Nationalismus ist das. Wenn der eine von Nation spricht, meint er etwas ganz anderes, als wenn der andere von Nation spricht. Ein ganz nationalistischer Materialismus lebt im italienischen Volk. Selbstverständlich bezieht sich das alles nur auf die heutige Zeit. Nun denken Sie, wenn in einer so entschiedenen Weise die Seele hinstrebt nach einem naturalistischen Materialismus in den Absichten des Landes, dann kann nicht verlorengehen deshalb der mystische Sinn; der bleibt. Er wird nur aus dem Bewußtsein herausgeworfen und legt sich dann auf etwas anderes, er wird nicht aus dem wahrsten innersten Sein herausgeworfen, nur kommt er in den Dienst derjenigen Mächte, die wir mit dem technischen Namen der ahrimanischen und luziferischen Mächte bezeichnen; die Kräfte werden dann nicht in die Bahn der fortschreitenden Gottheiten geleitet, sondern in die Bahn der ahrimanischen und luziferischen Mächte. Man kann annehmen, irgend etwas wird unter diesen Völkern hervorkommen dadurch, daß mystisch geartete Kräfte herausgeworfen werden in das öffentliche Leben. Finden wir so etwas im Süden, als eine richtig herausgeworfene mystische Willensströmung?
[ 15 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, es kann gewiß keine zeitgenössische Kultur in der Gegenwart geben, die bis in die innersten Fasern des Seelenlebens hinein einen intensiveren Materialismus getrieben hat als die italienische Kultur. Die italienische Kultur der Gegenwart, sie ist Ja als nationale Kultur eine Kultur, die dadurch entstand, daß die Volksseele durch die Empfindungsseele der Menschen wirkt. Wenn die englische Kultur Materialismus hervorbringt, so ist das ihre Mission; der Materialismus wird dort Oberfläche sein, wird aber so sein, wie er sein soll. Da kommt das zustande, was die Erde einmal an Materialismus braucht. Das ist die Mission des britischen Volkes, der Erdenentwickelung den Materialismus zu geben. Da kann sich das nicht so tief in die Seele hineinnisten wie beim Italiener, der alles in die tiefsten Empfindungen aufnimmt, da lebt sich der Materialismus bis in die tiefsten Gründe hinein. Darum hat die italienische Zeitkultur gegenwärtig förmliche Tobsuchtsanfälle des nationalistischen Materialismus mit ganzer Seele, während sich der Materialismus eben nicht mit ganzer Seele ergreifen läßt. Man kann ihn vertreten gegenüber der Welt, aber man kann sich nicht für ihn begeistern, außer man ist ein Angehöriger der italienischen Volksseele. Aber so wahr es ist, daß unsere Zeit überhaupt die materialistischste ist, ebenso wahr ist es, daß bei den südlichen Völkern gerade aus der Empfindungsseele heraus die materialistischsten Empfindungen kommen. Denken Sie, was Fichte ausgesprochen hat: Wer an Freiheit der Geistigkeit glaubt, der gehört eigentlich zu uns! — Bei ihm ist ganz und gar durch den Geist charakterisiert das, was Nationalität in seinem Sinne sein soll: ein Geistbegriff. Nichts von dem ist im italienischen Nationalitätsbegriff; die Materie des Blutes ist es hier, worauf es ankommt, ein ganz naturalistischer Nationalismus ist das. Wenn der eine von Nation spricht, meint er etwas ganz anderes, als wenn der andere von Nation spricht. Ein ganz nationalistischer Materialismus lebt im italienischen Volk. Selbstverständlich bezieht sich das alles nur auf die heutige Zeit. Nun denken Sie, wenn in einer so entschiedenen Weise die Seele hinstrebt nach einem naturalistischen Materialismus in den Absichten des Landes, dann kann nicht verlorengehen deshalb der mystische Sinn; der bleibt. Er wird nur aus dem Bewußtsein herausgeworfen und legt sich dann auf etwas anderes, er wird nicht aus dem wahrsten innersten Sein herausgeworfen, nur kommt er in den Dienst derjenigen Mächte, die wir mit dem technischen Namen der ahrimanischen und luziferischen Mächte bezeichnen; die Kräfte werden dann nicht in die Bahn der fortschreitenden Gottheiten geleitet, sondern in die Bahn der ahrimanischen und luziferischen Mächte. Man kann annehmen, irgend etwas wird unter diesen Völkern hervorkommen dadurch, daß mystisch geartete Kräfte herausgeworfen werden in das öffentliche Leben. Finden wir so etwas im Süden, als eine richtig herausgeworfene mystische Willensströmung?
[ 16 ] 1347 war es, am Pfingstsonntag des Mai, als in Rom Cola di Rienzi an der Spitze eines großen Zuges im altrömischen Panzer nach der Empfindung der damaligen Zeit, mit vier Standarten, hinaufgegangen ist nach dem Kapitol, nach der Stätte, von wo aus man immer gesprochen hat, wenn man zu den Römern über das Römertum gesprochen hat. Und Rienzi verkündete von da aus das, was er zu verkünden hatte, wie er selbst sagte, als der Beauftragte des Jesus Christus und als der, der im Namen der Freiheit der ganzen Welt zu den Römern zu sprechen hatte. Dazumal wurden tatsächlich unglaublich viele Phrasen gesprochen. Sie hatten in der damaligen Zeit — 1347 — eine gewisse Bedeutung, aber sie hatten keine Realität. Das Ganze war etwas, das wie im Feuer verpuffte. Aber das meine ich noch nicht. Ich möchte hinweisen darauf, daß das geschehen ist am Pfingstsonntag, 20. Mai 1347. Das war dazumal, als sich der Vertreter dieser ganzen Strömung als ein Beauftragter des Christus bezeichnete. Und später, als er immer mehr ausbildete seine Lehre, da nannte er sich auch den Inspirierten vom Heiligen Geist. Und wieder an einem Pfingstsonntag ist die Kriegserklärung an Österreich erfolgt. Vorangegangen ist, daß derjenige, der sich allerdings nicht den Beauftragten des Christus genannt hat, aber der doch so leicht durchtönen ließ, daß er vom Heiligen Geist durchdrungen ist, an der Spitze eines großen Zuges unmittelbar vorher in Rom gesprochen hat. Einer, der ganz gewiß nicht eine Spur jener Mystik in seiner Seele hatte, in deren Namen Rienzi damals sprach. Aber — da haben Sie das Herausgeworfene der Mystik — am richtigen Tag, nämlich da wieder Pfingstsonntag war, war es gesprochen. Aber es ist im Dienste der anderen Mächte gesprochen. Es ist der Christus-Impuls aus dem Bewußtsein herausgeworfen. Und wie sehr es das Ahrimanische war, das ja schließlich in dieser Zeit erwartet werden muß, das zeigen wenige Worte, die damals gesprochen worden sind. Selbstverständlich konnte im zwanzigsten Jahrhundert der Sprecher diesmal nicht im Panzer mit vier Standarten kommen, sondern er ist im Auto gekommen. Das ist selbstverständlich dasjenige, was unserer materialistisch gerichteten Zeit zum Opfer gebracht werden muß. Aber er mußte ja schließlich — unbewußt vielleicht — ein wenig Rechnung tragen dem, daß einer anderen Macht übergeben ist dasjenige, was eigentlich als mystische Menschenkraft herausgeworfen ist und das nun draußen in der Welt strömt — in sein Gegenteil verkehrt. Er hat ja nach seiner Rede — der Mann, der nach seiner eigenen Namengebung d’Annunzio heißt, in Wirklichkeit heißt er ja anders — nicht nur so gesprochen, daß geglaubt werden konnte — in der italienischen Sprache ist das ja leicht zu machen —, alle die großen flammenden Worte des Rienzi leben wieder auf, an die er so deutlich in jedem Satz erinnern wollte, sondern er hat, nachdem er diese Rede gehalten hat, in der allerdings mitteleuropäisches Bewußtsein nur Phrasen sehen kann, nachher einen Degen in die Hand genommen, diesen Degen geküßt, zum Zeichen, daß er jetzt an des Degens Kraft die Kraft der Rede abgeben wolle. Dieser Degen, er gehörte dem Redakteur einer Zeitschrift, die man öfter sieht, wenn man nach Italien kommt. Es war der Degen, den der Redakteur einer Zeitschrift dem Bürgermeister von Rom bei dieser Gelegenheit als ein heiliges Vermächtnis übergab. Dieser Degen gehörte dem Redakteur des Witzblattes «Asino». Die Welt wird einmal in der Zukunft einsehen, wenn sie aus anderen Untergründen heraus urteilt als aus denen, aus denen heute so oft geurteilt wird, daß? so manches, was in unserer Gegenwart geschieht, eben von dem Gesichtspunkt zu beurteilen ist, wie manches, was als mystische Kraft im Menschen vorhanden ist, herausgeworfen wird, dem Weltprozeß übergeben wird, aber nicht verlorengeht, sondern die Beute der ahrimanischen und luziferischen Mächte wird. Und selten zeigt in der unmittelbaren Anschauung die Ironie der Weltgeschichte so klar, was hier geschieht, wie in dem eben angedeuteten Fall.
[ 16 ] 1347 war es, am Pfingstsonntag des Mai, als in Rom Cola di Rienzi an der Spitze eines großen Zuges im altrömischen Panzer nach der Empfindung der damaligen Zeit, mit vier Standarten, hinaufgegangen ist nach dem Kapitol, nach der Stätte, von wo aus man immer gesprochen hat, wenn man zu den Römern über das Römertum gesprochen hat. Und Rienzi verkündete von da aus das, was er zu verkünden hatte, wie er selbst sagte, als der Beauftragte des Jesus Christus und als der, der im Namen der Freiheit der ganzen Welt zu den Römern zu sprechen hatte. Dazumal wurden tatsächlich unglaublich viele Phrasen gesprochen. Sie hatten in der damaligen Zeit — 1347 — eine gewisse Bedeutung, aber sie hatten keine Realität. Das Ganze war etwas, das wie im Feuer verpuffte. Aber das meine ich noch nicht. Ich möchte hinweisen darauf, daß das geschehen ist am Pfingstsonntag, 20. Mai 1347. Das war dazumal, als sich der Vertreter dieser ganzen Strömung als ein Beauftragter des Christus bezeichnete. Und später, als er immer mehr ausbildete seine Lehre, da nannte er sich auch den Inspirierten vom Heiligen Geist. Und wieder an einem Pfingstsonntag ist die Kriegserklärung an Österreich erfolgt. Vorangegangen ist, daß derjenige, der sich allerdings nicht den Beauftragten des Christus genannt hat, aber der doch so leicht durchtönen ließ, daß er vom Heiligen Geist durchdrungen ist, an der Spitze eines großen Zuges unmittelbar vorher in Rom gesprochen hat. Einer, der ganz gewiß nicht eine Spur jener Mystik in seiner Seele hatte, in deren Namen Rienzi damals sprach. Aber — da haben Sie das Herausgeworfene der Mystik — am richtigen Tag, nämlich da wieder Pfingstsonntag war, war es gesprochen. Aber es ist im Dienste der anderen Mächte gesprochen. Es ist der Christus-Impuls aus dem Bewußtsein herausgeworfen. Und wie sehr es das Ahrimanische war, das ja schließlich in dieser Zeit erwartet werden muß, das zeigen wenige Worte, die damals gesprochen worden sind. Selbstverständlich konnte im zwanzigsten Jahrhundert der Sprecher diesmal nicht im Panzer mit vier Standarten kommen, sondern er ist im Auto gekommen. Das ist selbstverständlich dasjenige, was unserer materialistisch gerichteten Zeit zum Opfer gebracht werden muß. Aber er mußte ja schließlich — unbewußt vielleicht — ein wenig Rechnung tragen dem, daß einer anderen Macht übergeben ist dasjenige, was eigentlich als mystische Menschenkraft herausgeworfen ist und das nun draußen in der Welt strömt — in sein Gegenteil verkehrt. Er hat ja nach seiner Rede — der Mann, der nach seiner eigenen Namengebung d’Annunzio heißt, in Wirklichkeit heißt er ja anders — nicht nur so gesprochen, daß geglaubt werden konnte — in der italienischen Sprache ist das ja leicht zu machen —, alle die großen flammenden Worte des Rienzi leben wieder auf, an die er so deutlich in jedem Satz erinnern wollte, sondern er hat, nachdem er diese Rede gehalten hat, in der allerdings mitteleuropäisches Bewußtsein nur Phrasen sehen kann, nachher einen Degen in die Hand genommen, diesen Degen geküßt, zum Zeichen, daß er jetzt an des Degens Kraft die Kraft der Rede abgeben wolle. Dieser Degen, er gehörte dem Redakteur einer Zeitschrift, die man öfter sieht, wenn man nach Italien kommt. Es war der Degen, den der Redakteur einer Zeitschrift dem Bürgermeister von Rom bei dieser Gelegenheit als ein heiliges Vermächtnis übergab. Dieser Degen gehörte dem Redakteur des Witzblattes «Asino». Die Welt wird einmal in der Zukunft einsehen, wenn sie aus anderen Untergründen heraus urteilt als aus denen, aus denen heute so oft geurteilt wird, daß? so manches, was in unserer Gegenwart geschieht, eben von dem Gesichtspunkt zu beurteilen ist, wie manches, was als mystische Kraft im Menschen vorhanden ist, herausgeworfen wird, dem Weltprozeß übergeben wird, aber nicht verlorengeht, sondern die Beute der ahrimanischen und luziferischen Mächte wird. Und selten zeigt in der unmittelbaren Anschauung die Ironie der Weltgeschichte so klar, was hier geschieht, wie in dem eben angedeuteten Fall.
[ 17 ] Wir wollen gerade aus dem, was wir aufnehmen konnten in uns durch unser in den letzten Jahren verlaufenes Streben, versuchen, uns klar darüber zu sein, daß ein gewisses Maß spiritueller Kräfte der Menschennatur angemessen ist. Und weil aus dem Bewußtsein auf der einen Seite dadurch, daß die Menschheit frei werden kann durch die Ergreifung des Leiblichen, herausgeworfen werden muß die mystische Spiritualität, muß es auf der anderen Seite in das Bewußtsein hereingenommen werden, sonst wird das aus dem Bewußtsein Herausgeworfene von den ahrimanischen und luziferischen Mächten ergriffen. Das ist es, woran ich immer wieder von neuem erinnern möchte, meine lieben Freunde, daß wir, indem wir jahrelang gestrebt haben, dies in unser Bewußtsein aufzunehmen, in uns selber auch ein Gefühl erzeugen, daß aus diesen blutigen Ereignissen der Gegenwart etwas hervorgehen muß, was die Menschheit zur Spiritualität, zur Anerkennung der Geistigkeit hinführt. In dem Sinne, wie ich öfter davon gesprochen habe, daß sich Seelen finden müssen, die durch Geisteswissenschaft geeignet sind, hinaufzuschauen in die geistige Welt, wo alle die Ätherleiber sind, die aus jungen Menschen herausgekommen sind — hinaufgekommen sind in die geistige Welt — und die nun vorhanden bleiben, weil auch auf diesem Felde die Kräfte nicht verlorengehen. Zu ihnen sollen wir nun hinaufblicken; sie werden sich verbinden mit den Kräften aus der geistigen Welt, die uns entgegenleuchten, und es wird das, was die Toten zu sagen haben, in der Zukunft zu Impulsen werden, wenn Seelen da sind, die ihre Sprache verstehen. In diesem Sinne sprechen wir wieder die schlichten Worte:
[ 17 ] Wir wollen gerade aus dem, was wir aufnehmen konnten in uns durch unser in den letzten Jahren verlaufenes Streben, versuchen, uns klar darüber zu sein, daß ein gewisses Maß spiritueller Kräfte der Menschennatur angemessen ist. Und weil aus dem Bewußtsein auf der einen Seite dadurch, daß die Menschheit frei werden kann durch die Ergreifung des Leiblichen, herausgeworfen werden muß die mystische Spiritualität, muß es auf der anderen Seite in das Bewußtsein hereingenommen werden, sonst wird das aus dem Bewußtsein Herausgeworfene von den ahrimanischen und luziferischen Mächten ergriffen. Das ist es, woran ich immer wieder von neuem erinnern möchte, meine lieben Freunde, daß wir, indem wir jahrelang gestrebt haben, dies in unser Bewußtsein aufzunehmen, in uns selber auch ein Gefühl erzeugen, daß aus diesen blutigen Ereignissen der Gegenwart etwas hervorgehen muß, was die Menschheit zur Spiritualität, zur Anerkennung der Geistigkeit hinführt. In dem Sinne, wie ich öfter davon gesprochen habe, daß sich Seelen finden müssen, die durch Geisteswissenschaft geeignet sind, hinaufzuschauen in die geistige Welt, wo alle die Ätherleiber sind, die aus jungen Menschen herausgekommen sind — hinaufgekommen sind in die geistige Welt — und die nun vorhanden bleiben, weil auch auf diesem Felde die Kräfte nicht verlorengehen. Zu ihnen sollen wir nun hinaufblicken; sie werden sich verbinden mit den Kräften aus der geistigen Welt, die uns entgegenleuchten, und es wird das, was die Toten zu sagen haben, in der Zukunft zu Impulsen werden, wenn Seelen da sind, die ihre Sprache verstehen. In diesem Sinne sprechen wir wieder die schlichten Worte:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
