Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
22 June 1915, Berlin
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Menschenschicksale und Völkerschicksale
Dreizehnter Vortrag
Dreizehnter Vortrag
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 4 ] Es wird heute meine Aufgabe sein, einiges zusammenzufassen von dem, was wir zum Teil schon wissen, was aber immer zusammengefaßt werden kann, so daß es uns wiederum gewisse Richtlinien gibt für unser geisteswissenschaftliches Streben. Wir müssen uns vor allen Dingen öfter mit dem Gedanken bekanntmachen, daß unser Erdenleben, so wie wir es führen zwischen der Geburt und dem Tode, im Grunde ein Zwischenleben ist zwischen dem, was vorangegangen ist an zahlreichen Erdenleben und an zahlreichen Leben, die verlaufen sind zwischen Tod und neuer Geburt, und wiederum zwischen dem, was in der Zukunft liegt an zahlreichen Erdenleben und an zahlreichen Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Ein Zwischenleben sage ich, ist dieses unser Leben. Danach können wir erwarten, daß sich in unserem Leben etwas zeigt, was wir gewissermaßen ansehen können wie eine Wirkung des Vorhergehenden, daß aber auch in unserem Leben etwas liegt, was wir ansehen können wie etwas, was uns nun hinweist auf Zukünftiges. Insbesondere in bezug auf das letztere sei heute einiges besprochen.
[ 4 ] Es wird heute meine Aufgabe sein, einiges zusammenzufassen von dem, was wir zum Teil schon wissen, was aber immer zusammengefaßt werden kann, so daß es uns wiederum gewisse Richtlinien gibt für unser geisteswissenschaftliches Streben. Wir müssen uns vor allen Dingen öfter mit dem Gedanken bekanntmachen, daß unser Erdenleben, so wie wir es führen zwischen der Geburt und dem Tode, im Grunde ein Zwischenleben ist zwischen dem, was vorangegangen ist an zahlreichen Erdenleben und an zahlreichen Leben, die verlaufen sind zwischen Tod und neuer Geburt, und wiederum zwischen dem, was in der Zukunft liegt an zahlreichen Erdenleben und an zahlreichen Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Ein Zwischenleben sage ich, ist dieses unser Leben. Danach können wir erwarten, daß sich in unserem Leben etwas zeigt, was wir gewissermaßen ansehen können wie eine Wirkung des Vorhergehenden, daß aber auch in unserem Leben etwas liegt, was wir ansehen können wie etwas, was uns nun hinweist auf Zukünftiges. Insbesondere in bezug auf das letztere sei heute einiges besprochen.
[ 5 ] Der Mensch könnte nämlich leicht glauben, wenn er so sein Leben betrachtet, daß eigentlich nichts in diesem Leben ihn hinweist darauf, daß in uns schon die Keime, gleichsam die Samenkörner für ein zukünftiges Leben liegen. Nun ist das aber doch der Fall. Es ist wirklich der Fall, daß in uns sich vorbereitet dasjenige, was mit uns in der Zukunft geschehen soll. Wir müssen nur unser Leben in der richtigen Weise deuten, dann werden wir darauf kommen können, was in uns gleichsam so für die Zukunft verborgen liegt, wie in der gegenwärtigen Pflanze das Samenkorn für die zukünftige Pflanze liegt, für die Pflanze, die erst entstehen soll. Etwas Unverständliches im gegenwärtigen Leben bildet ja vielfach das uns allen sattsam bekannte Traumleben. Dieses Traumleben, gewiß, es hat etwas als einen Teil in sich, von dem wir ja wirklich sagen können, er ist uns bis zu einem gewissen Grade verständlich. Wir träumen von Dingen, die uns an dies oder jenes erinnern, das wir im Leben durchgemacht haben. Gewiß, es kommt sehr häufig vor, daß dann jene Dinge, die wir gestern oder vor Zeiten durchgemacht haben und von denen wir träumen, dann verändert sind, daß sie eine andere Gestalt haben im Traum, daß sie sich irgendwie verwandeln. Aber wir werden doch in einem solchen Fall oftmals mit einer gewissen Leichtigkeit einsehen können, daß in dem, was wir träumen, wenn es sich auch verändert hat, da drinnen Teile unseres Lebens stecken, so wie wir es hinter uns haben. Aber ich glaube, kein Mensch, der nur einige Aufmerksamkeit auf sich und seine Traumwelt wendet, wird andererseits sich verhehlen können, daß es Träume gibt, welche uns so Merkwürdiges vorführen, daß wir wirklich nicht sagen können, das sei nur zurückzuführen auf dasjenige, was wir im Leben da oder dort durchgemacht haben. Es ist wirklich so, daß der Mensch sich nur ein wenig auf seine Träume zu besinnen braucht, und er wird schon deutlich merken können, daß ihm, wenn man so sagen darf, Sachen träumen, welche wahrhaftig nicht von ihm, nach allem, woran er sich erinnern kann, jemals hätten eigentlich ausgedacht werden können, auf die er jemals hätte kommen können.
[ 5 ] Der Mensch könnte nämlich leicht glauben, wenn er so sein Leben betrachtet, daß eigentlich nichts in diesem Leben ihn hinweist darauf, daß in uns schon die Keime, gleichsam die Samenkörner für ein zukünftiges Leben liegen. Nun ist das aber doch der Fall. Es ist wirklich der Fall, daß in uns sich vorbereitet dasjenige, was mit uns in der Zukunft geschehen soll. Wir müssen nur unser Leben in der richtigen Weise deuten, dann werden wir darauf kommen können, was in uns gleichsam so für die Zukunft verborgen liegt, wie in der gegenwärtigen Pflanze das Samenkorn für die zukünftige Pflanze liegt, für die Pflanze, die erst entstehen soll. Etwas Unverständliches im gegenwärtigen Leben bildet ja vielfach das uns allen sattsam bekannte Traumleben. Dieses Traumleben, gewiß, es hat etwas als einen Teil in sich, von dem wir ja wirklich sagen können, er ist uns bis zu einem gewissen Grade verständlich. Wir träumen von Dingen, die uns an dies oder jenes erinnern, das wir im Leben durchgemacht haben. Gewiß, es kommt sehr häufig vor, daß dann jene Dinge, die wir gestern oder vor Zeiten durchgemacht haben und von denen wir träumen, dann verändert sind, daß sie eine andere Gestalt haben im Traum, daß sie sich irgendwie verwandeln. Aber wir werden doch in einem solchen Fall oftmals mit einer gewissen Leichtigkeit einsehen können, daß in dem, was wir träumen, wenn es sich auch verändert hat, da drinnen Teile unseres Lebens stecken, so wie wir es hinter uns haben. Aber ich glaube, kein Mensch, der nur einige Aufmerksamkeit auf sich und seine Traumwelt wendet, wird andererseits sich verhehlen können, daß es Träume gibt, welche uns so Merkwürdiges vorführen, daß wir wirklich nicht sagen können, das sei nur zurückzuführen auf dasjenige, was wir im Leben da oder dort durchgemacht haben. Es ist wirklich so, daß der Mensch sich nur ein wenig auf seine Träume zu besinnen braucht, und er wird schon deutlich merken können, daß ihm, wenn man so sagen darf, Sachen träumen, welche wahrhaftig nicht von ihm, nach allem, woran er sich erinnern kann, jemals hätten eigentlich ausgedacht werden können, auf die er jemals hätte kommen können.
[ 6 ] Verstehen werden wir diesen ganzen Zusammenhang, wenn wir uns die Natur desjenigen einmal genauer vergegenwärtigen, was im Träumen eigentlich geschieht. Im schlafenden Zustande sind wir, wie uns bekannt ist, mit unserem astralischen Leib und mit unserem Ich ja außer unserem physischen und Ätherleib. Der physische und ätherische Leib liegt auf der Lagerstätte; mit dem astralischen Leib und dem Ich sind wir heraußen. Nun ist es für den Menschen, so wie es gegenwärtig auf der Erde steht — wenn er sich nicht irgendwie besondere Fähigkeiten erwirbt —, nicht möglich, dasjenige bewußt zu erleben, was der Astralleib und das Ich durchmachen, wenn der Mensch schläft. Das geht im Unbewußten vor sich. Aber die hellseherische Erkenntnis zeigt uns, daß dasjenige, was da durchlebt wird, ebenso mannigfach, daß ebenso ausgeprägt ist, was da außerhalb des physischen Leibes ist, wie das, was erlebt wird von dem physischen Leibe, daß es ebenso mannigfaltig, ebenso vielgestaltig ist wie manches, was hier auf dem physischen Plan erlebt wird; nur das Bewußtsein kann es nicht in sich hineinfassen, aber vorhanden ist es, erlebt wird es. Das Träumen nun entsteht dadurch, daß der astralische Leib und das Ich, die sonst gewissermaßen so weit außer dem physischen und Ätherleib sind, daß der physische und der Ätherleib nichts merken von den Vorgängen, die mit dem astralischen Leib und dem Ich geschehen, in solche Nähe des physischen und Ätherleibes kommen, daß der Ätherleib imstande wird, als solcher jetzt Eindrücke zu empfangen von den Vorgängen im astralischen Leib und im Ich. Wenn Sie aufwachen und wissen: ich habe geträumt, so ist es eigentlich ganz genau gesprochen so, daß dasjenige, was der Inhalt Ihres Traumes ist, dadurch zu Ihrem Bewußtsein kommt, daß der astralische Leib und das Ich untertauchen; und bevor der physische Leib fähig ist, zum Bewußtsein zu kommen, daß er den Astralleib und das Ich wieder in sich hat, wird es der Ätherleib; und indem der Ätherleib rasch aufnimmt, was der Astralleib und das Ich erlebt haben, entsteht der Traum. Es ist also eine Wechselwirkung zwischen astralischem und Ätherleib, wodurch der Traum entsteht.
[ 6 ] Verstehen werden wir diesen ganzen Zusammenhang, wenn wir uns die Natur desjenigen einmal genauer vergegenwärtigen, was im Träumen eigentlich geschieht. Im schlafenden Zustande sind wir, wie uns bekannt ist, mit unserem astralischen Leib und mit unserem Ich ja außer unserem physischen und Ätherleib. Der physische und ätherische Leib liegt auf der Lagerstätte; mit dem astralischen Leib und dem Ich sind wir heraußen. Nun ist es für den Menschen, so wie es gegenwärtig auf der Erde steht — wenn er sich nicht irgendwie besondere Fähigkeiten erwirbt —, nicht möglich, dasjenige bewußt zu erleben, was der Astralleib und das Ich durchmachen, wenn der Mensch schläft. Das geht im Unbewußten vor sich. Aber die hellseherische Erkenntnis zeigt uns, daß dasjenige, was da durchlebt wird, ebenso mannigfach, daß ebenso ausgeprägt ist, was da außerhalb des physischen Leibes ist, wie das, was erlebt wird von dem physischen Leibe, daß es ebenso mannigfaltig, ebenso vielgestaltig ist wie manches, was hier auf dem physischen Plan erlebt wird; nur das Bewußtsein kann es nicht in sich hineinfassen, aber vorhanden ist es, erlebt wird es. Das Träumen nun entsteht dadurch, daß der astralische Leib und das Ich, die sonst gewissermaßen so weit außer dem physischen und Ätherleib sind, daß der physische und der Ätherleib nichts merken von den Vorgängen, die mit dem astralischen Leib und dem Ich geschehen, in solche Nähe des physischen und Ätherleibes kommen, daß der Ätherleib imstande wird, als solcher jetzt Eindrücke zu empfangen von den Vorgängen im astralischen Leib und im Ich. Wenn Sie aufwachen und wissen: ich habe geträumt, so ist es eigentlich ganz genau gesprochen so, daß dasjenige, was der Inhalt Ihres Traumes ist, dadurch zu Ihrem Bewußtsein kommt, daß der astralische Leib und das Ich untertauchen; und bevor der physische Leib fähig ist, zum Bewußtsein zu kommen, daß er den Astralleib und das Ich wieder in sich hat, wird es der Ätherleib; und indem der Ätherleib rasch aufnimmt, was der Astralleib und das Ich erlebt haben, entsteht der Traum. Es ist also eine Wechselwirkung zwischen astralischem und Ätherleib, wodurch der Traum entsteht.
[ 7 ] Dadurch aber bekommt der Traum eine ganz bestimmte Färbung. Er bekommt, ich möchte sagen, eine Art von Überzug. Sie wissen ja, daß, wenn im Tode der Mensch mit dem Astralleib und Ich und dem Ätherleib herausgeht, der Mensch im Ätherleib eine unmittelbare Rückschau hat auf das Erdenleben. Diese Rückschau ist eigentlich am Ätherleib haftend; wenn er aufgelöst ist, hört die Rückschau auf. In diesem Ätherleib steckt also die Möglichkeit, all die Ereignisse unseres Lebens in sich abzudrücken. Im Ätherleib ist wirklich also abgedrückt, was wir im Leben durchgemacht haben.
[ 7 ] Dadurch aber bekommt der Traum eine ganz bestimmte Färbung. Er bekommt, ich möchte sagen, eine Art von Überzug. Sie wissen ja, daß, wenn im Tode der Mensch mit dem Astralleib und Ich und dem Ätherleib herausgeht, der Mensch im Ätherleib eine unmittelbare Rückschau hat auf das Erdenleben. Diese Rückschau ist eigentlich am Ätherleib haftend; wenn er aufgelöst ist, hört die Rückschau auf. In diesem Ätherleib steckt also die Möglichkeit, all die Ereignisse unseres Lebens in sich abzudrücken. Im Ätherleib ist wirklich also abgedrückt, was wir im Leben durchgemacht haben.
[ 8 ] Dieser Ätherleib ist ein sehr kompliziertes Gebilde. Wenn wir diesen Ätherleib herauspräparieren könnten so, daß wir ihm seine Gestalt lassen, so wäre er uns ein Spiegel unseres gegenwärtigen Lebens, ein Bild unseres Lebens bis zu dem Punkte, bis zu dem Momente, wo wir uns erinnern können. Dadurch, daß wir untertauchen mit dem Astralleib und Ich in den Ätherleib hinein und der Ätherleib entgegenkommt dem untertauchenden astralischen Leib, bringt er Dinge, Erinnerungen von Dingen, die er erlebt hat, dem entgegen, was da im Astralleib hereinkommt, kleidet das, was im Astralleib wirklich ist, in seine eigenen Bilder.
[ 8 ] Dieser Ätherleib ist ein sehr kompliziertes Gebilde. Wenn wir diesen Ätherleib herauspräparieren könnten so, daß wir ihm seine Gestalt lassen, so wäre er uns ein Spiegel unseres gegenwärtigen Lebens, ein Bild unseres Lebens bis zu dem Punkte, bis zu dem Momente, wo wir uns erinnern können. Dadurch, daß wir untertauchen mit dem Astralleib und Ich in den Ätherleib hinein und der Ätherleib entgegenkommt dem untertauchenden astralischen Leib, bringt er Dinge, Erinnerungen von Dingen, die er erlebt hat, dem entgegen, was da im Astralleib hereinkommt, kleidet das, was im Astralleib wirklich ist, in seine eigenen Bilder.
[ 9 ] Ich will mich genauer aussprechen. Nehmen wir einmal an, jemand erlebt draußen im schlafenden Zustande im astralischen Leib und im Ich, sagen wir, eine Begegnung mit einer Persönlichkeit. Davon weiß der Mensch dann nichts. Er erlebt eine solche Begegnung; er erlebt, daß er zu dieser Persönlichkeit ein gewisses freundschaftliches Gefühl haben wird, daß er mit dieser Persönlichkeit ein Gemeinschaftliches unternehmen werde. Nehmen wir an, das erlebt er außerhalb seines Ätherleibes. Das kann sein; aber er weiß nichts davon. Jetzt kommt der Moment des Aufwachens. Da geht der astralische Leib und das Ich zurück in den Ätherleib, bringt sein Erleben entgegen dem Ätherleib. Der Ätherleib bringt das, was in ihm ist, seine Bilderwelt, dem Astralleib entgegen und der Mensch träumt. Er träumt ein Ereignis, das er unternommen hat vor vielleicht zehn, zwanzig Jahren. Da sagt sich der Mensch: Ja, ich habe geträumt von dem, was ich vor zehn, zwanzig Jahren erlebt habe. Vielleicht aber ist das, wenn er sich genau besinnt, ganz verändert. Aber es erinnert ihn doch an etwas, was er früher erlebt hat. Was ist da eigentlich vorgegangen? Wenn wir genau mit Hilfe hellseherischer Erkenntnis den Vorgang verfolgen, sehen wir, das Ich und der Astralleib haben etwas erlebt, was eigentlich erst in der nächsten Inkarnation sich abspielen wird: die Begegnung mit einer Persönlichkeit, irgend etwas, was man mit dieser Persönlichkeit zu tun hat. Aber der Mensch kann das noch nicht fassen in seinem Ätherleib, der in sich nur enthält, der nur fassen kann die Bilder des gegenwärtigen Lebens. Taucht jetzt der astralische Leib unter, dann kleidet der Ätherleib das, was eigentlich dem zukünftigen Leben angehört, in die Bilder des gegenwärtigen Lebens. Dieser eigentümliche komplizierte Vorgang geschieht eigentlich fortwährend mit dem Menschen, indem er träumt.
[ 9 ] Ich will mich genauer aussprechen. Nehmen wir einmal an, jemand erlebt draußen im schlafenden Zustande im astralischen Leib und im Ich, sagen wir, eine Begegnung mit einer Persönlichkeit. Davon weiß der Mensch dann nichts. Er erlebt eine solche Begegnung; er erlebt, daß er zu dieser Persönlichkeit ein gewisses freundschaftliches Gefühl haben wird, daß er mit dieser Persönlichkeit ein Gemeinschaftliches unternehmen werde. Nehmen wir an, das erlebt er außerhalb seines Ätherleibes. Das kann sein; aber er weiß nichts davon. Jetzt kommt der Moment des Aufwachens. Da geht der astralische Leib und das Ich zurück in den Ätherleib, bringt sein Erleben entgegen dem Ätherleib. Der Ätherleib bringt das, was in ihm ist, seine Bilderwelt, dem Astralleib entgegen und der Mensch träumt. Er träumt ein Ereignis, das er unternommen hat vor vielleicht zehn, zwanzig Jahren. Da sagt sich der Mensch: Ja, ich habe geträumt von dem, was ich vor zehn, zwanzig Jahren erlebt habe. Vielleicht aber ist das, wenn er sich genau besinnt, ganz verändert. Aber es erinnert ihn doch an etwas, was er früher erlebt hat. Was ist da eigentlich vorgegangen? Wenn wir genau mit Hilfe hellseherischer Erkenntnis den Vorgang verfolgen, sehen wir, das Ich und der Astralleib haben etwas erlebt, was eigentlich erst in der nächsten Inkarnation sich abspielen wird: die Begegnung mit einer Persönlichkeit, irgend etwas, was man mit dieser Persönlichkeit zu tun hat. Aber der Mensch kann das noch nicht fassen in seinem Ätherleib, der in sich nur enthält, der nur fassen kann die Bilder des gegenwärtigen Lebens. Taucht jetzt der astralische Leib unter, dann kleidet der Ätherleib das, was eigentlich dem zukünftigen Leben angehört, in die Bilder des gegenwärtigen Lebens. Dieser eigentümliche komplizierte Vorgang geschieht eigentlich fortwährend mit dem Menschen, indem er träumt.
[ 10 ] Wenn Sie alles das zusammennehmen, was Sie bisher schon gehört haben in der Geisteswissenschaft, dann wird es Ihnen nicht absonderlich vorkommen. Dessen müssen wir uns bewußt sein, daß wir in dem, was herausgeht aus unserem physischen und dem Ätherleib, in unserem Astralleib und dem Ich, dasjenige darinnen haben, was in die nächste Inkarnation hinüber will, was sich in uns vorbereitet für die nächste Inkarnation. Und lernt man allmählich die Träume trennen von dem, was Bilder sind vom gegenwärtigen Leben, so lernt man die prophetische Natur der Träume kennen. Die prophetische Natur der Träume kann sich einem wirklich enthüllen, man muß nur lernen, die Träume von den gegenwärtigen Bildern, in die sie eingekleidet sind, zu entkleiden. Man muß bei den Träumen mehr sehen auf die Art und Weise, wie man erlebt, als auf das, was man erlebt und sich zum Beispiel sagen: Daß ich von einer Persönlichkeit träume, das kommt von der Art meines Ätherleibes, von der Art, wie mein Ätherleib mit seinen gegenwärtigen Bildern den Erlebnissen des Astralleibes entgegenkommt. Bei dem, was man erlebt, muß man, um das zu erkennen, was schon vorbereitet ist für das nächste Leben, mehr die Art und Weise ins Auge fassen, um es zu trennen von dem Bilde in unserem Ätherleib. In der Tat, in den Träumen haben wir wirklich in uns stekkende Propheten unserer zukünftigen Erlebnisse. Das ist außerordentlich wichtig, daß wir das gehörig ins Auge fassen. Das Menschenleben enthüllt sich überhaupt immer mehr und mehr, je mehr wir es als etwas Kompliziertes betrachten. Man möchte es einfacher haben, das wäre ja bequemer, aber es ist nun schon einmal so, daß es kompliziert ist.
[ 10 ] Wenn Sie alles das zusammennehmen, was Sie bisher schon gehört haben in der Geisteswissenschaft, dann wird es Ihnen nicht absonderlich vorkommen. Dessen müssen wir uns bewußt sein, daß wir in dem, was herausgeht aus unserem physischen und dem Ätherleib, in unserem Astralleib und dem Ich, dasjenige darinnen haben, was in die nächste Inkarnation hinüber will, was sich in uns vorbereitet für die nächste Inkarnation. Und lernt man allmählich die Träume trennen von dem, was Bilder sind vom gegenwärtigen Leben, so lernt man die prophetische Natur der Träume kennen. Die prophetische Natur der Träume kann sich einem wirklich enthüllen, man muß nur lernen, die Träume von den gegenwärtigen Bildern, in die sie eingekleidet sind, zu entkleiden. Man muß bei den Träumen mehr sehen auf die Art und Weise, wie man erlebt, als auf das, was man erlebt und sich zum Beispiel sagen: Daß ich von einer Persönlichkeit träume, das kommt von der Art meines Ätherleibes, von der Art, wie mein Ätherleib mit seinen gegenwärtigen Bildern den Erlebnissen des Astralleibes entgegenkommt. Bei dem, was man erlebt, muß man, um das zu erkennen, was schon vorbereitet ist für das nächste Leben, mehr die Art und Weise ins Auge fassen, um es zu trennen von dem Bilde in unserem Ätherleib. In der Tat, in den Träumen haben wir wirklich in uns stekkende Propheten unserer zukünftigen Erlebnisse. Das ist außerordentlich wichtig, daß wir das gehörig ins Auge fassen. Das Menschenleben enthüllt sich überhaupt immer mehr und mehr, je mehr wir es als etwas Kompliziertes betrachten. Man möchte es einfacher haben, das wäre ja bequemer, aber es ist nun schon einmal so, daß es kompliziert ist.
[ 11 ] Sehen Sie, der Mensch, der in der äußeren physischen Welt steht, wird sich nicht bewußt, daß in ihm Allerlei steckt. Jetzt haben wir kennengelernt, was in uns steckt als ein Prophet zukünftiger Leben. Aber mancherlei anderes steckt noch in uns, und Selbsterkenntnis beruht darauf, daß wir immer mehr und mehr erkennen, was in uns steckt, was in uns arbeitet, uns glücklich und unglücklich macht, denn alle Dinge, die in uns stecken, machen uns glücklich und unglücklich. So werden die Menschen sich gewöhnlich nicht klar, daß sie Ja durchgemacht haben vor diesem Erdenleben — nicht sie selbst, aber das, was sie zum Erdenmenschen gemacht hat — das Mondenleben. Wir wissen einiges von dem Mondenleben, auch von dem vorangegangenen Sonnenleben und dem alten Saturnleben. Blicken wir zuerst auf das Mondenleben! Gegenwärtig führen wir allerdings das Erdenleben, aber das Mondenleben war nötig, damit das Erdenleben zustande kommen konnte. Im Mondenleben bereitete sich die Ursache für das Erdenleben vor, und in einer gewissen Weise steckt dieses Mondenleben noch in uns. Auf dem Monde war der Mensch ein traumhafter Hellseher. In Traumesbildern hat er die Wirklichkeit in sich aufgenommen. Dasjenige aber, was wir auf dem Monde waren, das tragen wir heute noch in uns, das steckt in uns. Gewiß, der Mondenmensch ist zum Erdenmenschen geworden. Aber in dieser Wirkung steckt die Ursache noch drinnen, den Mondenmenschen tragen wir noch in uns. Wenn wir auf diesen Mondenmenschen hinblicken, so können wir sagen: er ist das in uns, was wir den Träumer nennen. In der Tat, wir tragen alle einen Träumer in uns, einen Träumer, der eigentlich zwar, ich möchte sagen, weniger dicht, der dünner denkt und fühlt und will, aber der eigentlich weiser ist, als wir als Erdenmensch sind. Wir tragen einen Träumer in uns. Einen subtilen Menschen tragen wir alle in uns. Indem wir so herumgehen als Erdenmenschen mit unseren Gedanken, unserem Fühlen und Wollen, ist es das, was die Erdenentwikkelung uns gegeben hat. Von der Mondenentwickelung ist etwas geblieben in uns, was ein träumender Mensch ist. In dem Träumer ist uns aber mehr gegeben als in dem, was wir in unseren Gedanken, Gefühlen und Willensimpulsen haben können, und dieser Träumer ist nicht ganz untätig. Diesen Träumer berücksichtigen wir nicht, aber wir tun vieles, sehr vieles, was wir eigentlich nur halb selber kennen, was der Träumer in uns richtet und lenkt. Wir legen es zurecht, der Träumer aber tut auch etwas in uns, der lenkt unser Denken dahin und dorthin; zum Beispiel denken wir einen Satz aus; der Träumer macht, daß wir den Satz in einer ganz bestimmten Weise aussprechen, daß wir ihm eine Spitze geben, ihn in irgendeine Gefühlsnuance kleiden. Dieser Träumer ist das, was vom Monde in uns geblieben ist. Ich möchte auf eine hervorragende Persönlichkeit hinweisen und aufmerksam machen darauf, wie dieser Träumer in ihr zu bemerken ist. Wenn die Menschen im Leben einander kennenlernen oder wenn sie hervorragende Menschen durch das Schrifttum kennenlernen, so kümmern sich die Menschen zumeist um das, was der andere als Erdenmensch ist und nicht um das, was er als Träumer, als Dichter ist. In dem aber spricht er sich tiefer aus.
[ 11 ] Sehen Sie, der Mensch, der in der äußeren physischen Welt steht, wird sich nicht bewußt, daß in ihm Allerlei steckt. Jetzt haben wir kennengelernt, was in uns steckt als ein Prophet zukünftiger Leben. Aber mancherlei anderes steckt noch in uns, und Selbsterkenntnis beruht darauf, daß wir immer mehr und mehr erkennen, was in uns steckt, was in uns arbeitet, uns glücklich und unglücklich macht, denn alle Dinge, die in uns stecken, machen uns glücklich und unglücklich. So werden die Menschen sich gewöhnlich nicht klar, daß sie Ja durchgemacht haben vor diesem Erdenleben — nicht sie selbst, aber das, was sie zum Erdenmenschen gemacht hat — das Mondenleben. Wir wissen einiges von dem Mondenleben, auch von dem vorangegangenen Sonnenleben und dem alten Saturnleben. Blicken wir zuerst auf das Mondenleben! Gegenwärtig führen wir allerdings das Erdenleben, aber das Mondenleben war nötig, damit das Erdenleben zustande kommen konnte. Im Mondenleben bereitete sich die Ursache für das Erdenleben vor, und in einer gewissen Weise steckt dieses Mondenleben noch in uns. Auf dem Monde war der Mensch ein traumhafter Hellseher. In Traumesbildern hat er die Wirklichkeit in sich aufgenommen. Dasjenige aber, was wir auf dem Monde waren, das tragen wir heute noch in uns, das steckt in uns. Gewiß, der Mondenmensch ist zum Erdenmenschen geworden. Aber in dieser Wirkung steckt die Ursache noch drinnen, den Mondenmenschen tragen wir noch in uns. Wenn wir auf diesen Mondenmenschen hinblicken, so können wir sagen: er ist das in uns, was wir den Träumer nennen. In der Tat, wir tragen alle einen Träumer in uns, einen Träumer, der eigentlich zwar, ich möchte sagen, weniger dicht, der dünner denkt und fühlt und will, aber der eigentlich weiser ist, als wir als Erdenmensch sind. Wir tragen einen Träumer in uns. Einen subtilen Menschen tragen wir alle in uns. Indem wir so herumgehen als Erdenmenschen mit unseren Gedanken, unserem Fühlen und Wollen, ist es das, was die Erdenentwikkelung uns gegeben hat. Von der Mondenentwickelung ist etwas geblieben in uns, was ein träumender Mensch ist. In dem Träumer ist uns aber mehr gegeben als in dem, was wir in unseren Gedanken, Gefühlen und Willensimpulsen haben können, und dieser Träumer ist nicht ganz untätig. Diesen Träumer berücksichtigen wir nicht, aber wir tun vieles, sehr vieles, was wir eigentlich nur halb selber kennen, was der Träumer in uns richtet und lenkt. Wir legen es zurecht, der Träumer aber tut auch etwas in uns, der lenkt unser Denken dahin und dorthin; zum Beispiel denken wir einen Satz aus; der Träumer macht, daß wir den Satz in einer ganz bestimmten Weise aussprechen, daß wir ihm eine Spitze geben, ihn in irgendeine Gefühlsnuance kleiden. Dieser Träumer ist das, was vom Monde in uns geblieben ist. Ich möchte auf eine hervorragende Persönlichkeit hinweisen und aufmerksam machen darauf, wie dieser Träumer in ihr zu bemerken ist. Wenn die Menschen im Leben einander kennenlernen oder wenn sie hervorragende Menschen durch das Schrifttum kennenlernen, so kümmern sich die Menschen zumeist um das, was der andere als Erdenmensch ist und nicht um das, was er als Träumer, als Dichter ist. In dem aber spricht er sich tiefer aus.
[ 12 ] Da ist ein großer Schriftsteller: Emerson. Emerson hatte wirklich die Eigentümlichkeit, daß er sich immer so in den Gegenstand vertiefte, den er gerade behandelte, daß man ihm leicht wird manchmal Widersprüche nachweisen können, weil er immer in dem Gegenstand, den er gerade behandelt, ganz darinnen steht und in dem Gegenstand dann ganz aufgeht und nicht Rücksicht nimmt, daß das, was er dann charakterisiert, Widersprüche hat gegen das, was er charakterisiert hatte, als er in einem anderen Gegenstande darinnen steckte. Aber gerade bei Emerson ist immer bemerklich, daß, wenn er sich ganz in einen Menschen oder in einen Gegenstand vertieft, dann leise Unterklänge von Emersons Mondenmenschen, daß der Träumer mitspricht. Nun hat Emerson zwei schöne Abhandlungen geschrieben: eine über Shakespeare als den charakteristischen Repräsentanten des Dichters; eine über Goethe als Repräsentanten des Schriftstellers. Nun ist es so, daß die Menschen herumlesen in der Betrachtung Emersons über Shakespeare, herumlesen in der Betrachtung über Goethe und dann zufrieden sind, sich damit zufriedengeben. Aber man kann weitergehen und sich sagen: Fühlt man nicht leise da mitschwingen etwas Besonderes bei Emerson? Und da entdeckt man etwas höchst Merkwürdiges: Emerson will Shakespeare nicht bloß als Shakespeare charakterisieren, sondern will ihn als Exempel, als Beispiel für den Dichter hinstellen, und es ist nun sehr eigentümlich, indem sich Emerson genau in Shakespeare vertieft, was da zustande kommt, wenn man das leise Geklinge von Untertönen, die mitschwingen, vernimmt.
[ 12 ] Da ist ein großer Schriftsteller: Emerson. Emerson hatte wirklich die Eigentümlichkeit, daß er sich immer so in den Gegenstand vertiefte, den er gerade behandelte, daß man ihm leicht wird manchmal Widersprüche nachweisen können, weil er immer in dem Gegenstand, den er gerade behandelt, ganz darinnen steht und in dem Gegenstand dann ganz aufgeht und nicht Rücksicht nimmt, daß das, was er dann charakterisiert, Widersprüche hat gegen das, was er charakterisiert hatte, als er in einem anderen Gegenstande darinnen steckte. Aber gerade bei Emerson ist immer bemerklich, daß, wenn er sich ganz in einen Menschen oder in einen Gegenstand vertieft, dann leise Unterklänge von Emersons Mondenmenschen, daß der Träumer mitspricht. Nun hat Emerson zwei schöne Abhandlungen geschrieben: eine über Shakespeare als den charakteristischen Repräsentanten des Dichters; eine über Goethe als Repräsentanten des Schriftstellers. Nun ist es so, daß die Menschen herumlesen in der Betrachtung Emersons über Shakespeare, herumlesen in der Betrachtung über Goethe und dann zufrieden sind, sich damit zufriedengeben. Aber man kann weitergehen und sich sagen: Fühlt man nicht leise da mitschwingen etwas Besonderes bei Emerson? Und da entdeckt man etwas höchst Merkwürdiges: Emerson will Shakespeare nicht bloß als Shakespeare charakterisieren, sondern will ihn als Exempel, als Beispiel für den Dichter hinstellen, und es ist nun sehr eigentümlich, indem sich Emerson genau in Shakespeare vertieft, was da zustande kommt, wenn man das leise Geklinge von Untertönen, die mitschwingen, vernimmt.
[ 13 ] Sie werden mir nicht zutrauen, daß ich aus Chauvinismus, aus nationalen Gründen heraus irgend etwas Abfälliges über Shakespeare sagen will. Natürlich ist Shakespeare für mich der große Dichter, ich sehe ihn selbstverständlich als einen der größten Dichter aller Zeiten an. Aber ich will die leisen Untertöne einmal herausholen, die Emerson geltend macht, indem er Shakespeare charakterisiert. Er sagt, Originalität ist eigentlich nicht dasjenige, was einen Menschen zum großen Mann macht. Man sollte nicht, wenn man einen großen Dichter charakterisieren will, fordern, daß diese große Persönlichkeit durchaus originell wäre.
[ 13 ] Sie werden mir nicht zutrauen, daß ich aus Chauvinismus, aus nationalen Gründen heraus irgend etwas Abfälliges über Shakespeare sagen will. Natürlich ist Shakespeare für mich der große Dichter, ich sehe ihn selbstverständlich als einen der größten Dichter aller Zeiten an. Aber ich will die leisen Untertöne einmal herausholen, die Emerson geltend macht, indem er Shakespeare charakterisiert. Er sagt, Originalität ist eigentlich nicht dasjenige, was einen Menschen zum großen Mann macht. Man sollte nicht, wenn man einen großen Dichter charakterisieren will, fordern, daß diese große Persönlichkeit durchaus originell wäre.
[ 14 ] Und nun sieht man, daß Emerson, um Shakespeare zu charakterisieren, hervorhebt, daß der Dichter überall hingeht, um das zu nehmen, was ihm gefällt, und das in seine Dichtung aufzunehmen. Emerson bemüht sich gleichsam zu entschuldigen, daß Shakespeare nicht originell ist, daß er von überall her, aus italienischen, spanischen, französischen und deutschen Quellen und natürlich aus der englischen Geschichte, alles das zusammengetragen hat, was er in seiner Dichtung verarbeitet hat. Es ist sehr eigentümlich, daß Emerson, der sich so liebevoll vertieft in Shakespeare, gegenüber Shakespeare die folgenden Worte braucht, um Shakespeare zu charakterisieren: «Große Männer zeichnen sich mehr durch umfassenden Geist und durch die Höhe des Standpunktes aus, von dem sie herabschauen, als durch Originalität. Fordern wir jene Originalität, welche wie eine Spinne aus ihren eigenen Eingeweiden das eigene Gewebe zieht, welche selbst den Lehm findet, Steine daraus formt und das Haus aufrichtet, dann sind große Männer keineswegs original. Das Wesen wahrhaft wertvoller Originalität liegt nicht in der Unähnlichkeit mit andern.»
[ 14 ] Und nun sieht man, daß Emerson, um Shakespeare zu charakterisieren, hervorhebt, daß der Dichter überall hingeht, um das zu nehmen, was ihm gefällt, und das in seine Dichtung aufzunehmen. Emerson bemüht sich gleichsam zu entschuldigen, daß Shakespeare nicht originell ist, daß er von überall her, aus italienischen, spanischen, französischen und deutschen Quellen und natürlich aus der englischen Geschichte, alles das zusammengetragen hat, was er in seiner Dichtung verarbeitet hat. Es ist sehr eigentümlich, daß Emerson, der sich so liebevoll vertieft in Shakespeare, gegenüber Shakespeare die folgenden Worte braucht, um Shakespeare zu charakterisieren: «Große Männer zeichnen sich mehr durch umfassenden Geist und durch die Höhe des Standpunktes aus, von dem sie herabschauen, als durch Originalität. Fordern wir jene Originalität, welche wie eine Spinne aus ihren eigenen Eingeweiden das eigene Gewebe zieht, welche selbst den Lehm findet, Steine daraus formt und das Haus aufrichtet, dann sind große Männer keineswegs original. Das Wesen wahrhaft wertvoller Originalität liegt nicht in der Unähnlichkeit mit andern.»
[ 15 ] Also er entschuldigt Shakespeare, daß er so wenig originell ist, daß er überall alles zusammengesucht hat. Ja, er geht so weit, zu sagen: um Shakespeare zu verstehen, muß man auf das ganze englische Publikum der damaligen Zeit blicken, dessen Geschmack entgegenzukommen Shakespeare sich bemüht. Merkwürdige Worte spricht Emerson über Shakespeare: «Leicht ist es, zu erkennen, daß alles, was in der Welt jemals am besten geschrieben und getan ward, nicht eines Mannes Werk war, sondern durch weitverzweigte, gemeinschaftliche Arbeit, wo tausend wie einer, alle von einem Impulse getrieben, die Hand anlegten, zustande kam.» Und das Merkwürdigste, was Emerson über Shakespeare sagt, der ihn liebevoll charakterisiert, das Merkwürdigste, bitte, hören Sie: «Es ist bei den Schriftstellern eine Art praktischer Regel geworden, daß, wer sich einmal befähigt gezeigt hat, selbst Originales zu schaffen, hinfort auch die Werke anderer auf diskrete Weise bestehlen dürfe.»
[ 15 ] Also er entschuldigt Shakespeare, daß er so wenig originell ist, daß er überall alles zusammengesucht hat. Ja, er geht so weit, zu sagen: um Shakespeare zu verstehen, muß man auf das ganze englische Publikum der damaligen Zeit blicken, dessen Geschmack entgegenzukommen Shakespeare sich bemüht. Merkwürdige Worte spricht Emerson über Shakespeare: «Leicht ist es, zu erkennen, daß alles, was in der Welt jemals am besten geschrieben und getan ward, nicht eines Mannes Werk war, sondern durch weitverzweigte, gemeinschaftliche Arbeit, wo tausend wie einer, alle von einem Impulse getrieben, die Hand anlegten, zustande kam.» Und das Merkwürdigste, was Emerson über Shakespeare sagt, der ihn liebevoll charakterisiert, das Merkwürdigste, bitte, hören Sie: «Es ist bei den Schriftstellern eine Art praktischer Regel geworden, daß, wer sich einmal befähigt gezeigt hat, selbst Originales zu schaffen, hinfort auch die Werke anderer auf diskrete Weise bestehlen dürfe.»
[ 16 ] Also Emerson versucht, Shakespeare gerade dadurch so recht seine Weltstellung anzuweisen, daß er zeigt, daß große Menschen andere bestehlen. Daß eigentlich zusammengestohlen sind die Motive seiner vielen Arbeiten. Das kann man zunächst als leichten Unterton in Emersons Shakespeare-Charakterisierung finden. Und jetzt wenden wir uns an die liebevolle Betrachtung Goethes. Goethe charakterisiert Emerson als den, der den Schriftsteller repräsentiert. Aber gegenüber Goethe sagt Emerson: Die Natur ist überall darauf angewiesen, daß ihre Wunderwerke ausgesprochen werden. Jeder Stein, jede Pflanze, jedes Wesen in der Natur wartet darauf, einmal durch des Menschen Seele ausgesprochen zu werden. Der Schriftsteller wird immer mit der Natur in unmittelbarem Zusammenhange stehen. Es ist, als wenn der Schöpfer selbst vorbereitet hätte den Gedanken, daß der Schriftsteller einmal auftrete. Es ist merkwürdig, sagt nun Emerson in bezug auf Goethe, wie dieser Mann in bezug auf seine Begabung gar nichts seinem Volke, seinem Land, seiner Umgebung verdankt, sondern wie alles hervorsprudelt aus ihm selber. Auch über Wahrheit und Irrtum entscheidet Goethe allein, stammt alles aus ihm selbst.
[ 16 ] Also Emerson versucht, Shakespeare gerade dadurch so recht seine Weltstellung anzuweisen, daß er zeigt, daß große Menschen andere bestehlen. Daß eigentlich zusammengestohlen sind die Motive seiner vielen Arbeiten. Das kann man zunächst als leichten Unterton in Emersons Shakespeare-Charakterisierung finden. Und jetzt wenden wir uns an die liebevolle Betrachtung Goethes. Goethe charakterisiert Emerson als den, der den Schriftsteller repräsentiert. Aber gegenüber Goethe sagt Emerson: Die Natur ist überall darauf angewiesen, daß ihre Wunderwerke ausgesprochen werden. Jeder Stein, jede Pflanze, jedes Wesen in der Natur wartet darauf, einmal durch des Menschen Seele ausgesprochen zu werden. Der Schriftsteller wird immer mit der Natur in unmittelbarem Zusammenhange stehen. Es ist, als wenn der Schöpfer selbst vorbereitet hätte den Gedanken, daß der Schriftsteller einmal auftrete. Es ist merkwürdig, sagt nun Emerson in bezug auf Goethe, wie dieser Mann in bezug auf seine Begabung gar nichts seinem Volke, seinem Land, seiner Umgebung verdankt, sondern wie alles hervorsprudelt aus ihm selber. Auch über Wahrheit und Irrtum entscheidet Goethe allein, stammt alles aus ihm selbst.
[ 17 ] Wenn Emerson Goethe charakterisiert, sucht er von allen Seiten die Begriffe zusammenzutragen; während er aber Shakespeare als großartigen Räuber charakterisiert, stellt er Goethe dar wie eine Person aus dem Zentrum der Welt, als die Natur selbst. Hören wir einige Stellen, die Emerson über Goethe spricht: «Das Geheimnis des Genius ist, nicht zu dulden, daß eine Lüge für uns bestehen bleibe. Alles, dessen wir bewußt sind, zu einer Wahrheit zu machen, im Raffinement des modernen Lebens, in Kunst und Wissenschaft, in den Büchern und in den Menschen Glauben, Bestimmtheit und Vertrauen zu erwecken, und zu Anfang wie am Schluß, mitten auf dem Wege wie für endlose Zeiten jede Wahrheit dadurch zu ehren, daß wir sie nicht allein erkennen, sondern sie zu einer Richtschnur unseres Handelns machen.» Oder er sagt von Goethe: «In meinen Augen steht der Schriftsteller als ein Mann da, dessen Stellung beim Aufbau der Welt vorgesehen ward.»
[ 17 ] Wenn Emerson Goethe charakterisiert, sucht er von allen Seiten die Begriffe zusammenzutragen; während er aber Shakespeare als großartigen Räuber charakterisiert, stellt er Goethe dar wie eine Person aus dem Zentrum der Welt, als die Natur selbst. Hören wir einige Stellen, die Emerson über Goethe spricht: «Das Geheimnis des Genius ist, nicht zu dulden, daß eine Lüge für uns bestehen bleibe. Alles, dessen wir bewußt sind, zu einer Wahrheit zu machen, im Raffinement des modernen Lebens, in Kunst und Wissenschaft, in den Büchern und in den Menschen Glauben, Bestimmtheit und Vertrauen zu erwecken, und zu Anfang wie am Schluß, mitten auf dem Wege wie für endlose Zeiten jede Wahrheit dadurch zu ehren, daß wir sie nicht allein erkennen, sondern sie zu einer Richtschnur unseres Handelns machen.» Oder er sagt von Goethe: «In meinen Augen steht der Schriftsteller als ein Mann da, dessen Stellung beim Aufbau der Welt vorgesehen ward.»
[ 18 ] Shakespeare charakterisiert er so, daß er so ist, wie das Publikum will; Goethe als einen Mann, der von Anfang der Welt vorgedacht war; dem Beruf, der Stellung, «welche er einnahm, verdankt er nichts, sondern er trat in die Welt von seiner Geburt an als ein freier überwachender Genius ... .» oder: «Er ist ganz Auge und wendet sich instinktmäßig dahin, wo die Wahrheit liegt. Sage etwas, er wird sogleich wissen, ob es wahr oder falsch sei. Es ist ihm verhaßt, die Altenweibergeschichten, und wenn sie tausend Jahre lang den guten Glauben der Menschheit für sich hatten, noch einmal nachzubeten und sich von ihnen zum Narren haben zu lassen.»
[ 18 ] Shakespeare charakterisiert er so, daß er so ist, wie das Publikum will; Goethe als einen Mann, der von Anfang der Welt vorgedacht war; dem Beruf, der Stellung, «welche er einnahm, verdankt er nichts, sondern er trat in die Welt von seiner Geburt an als ein freier überwachender Genius ... .» oder: «Er ist ganz Auge und wendet sich instinktmäßig dahin, wo die Wahrheit liegt. Sage etwas, er wird sogleich wissen, ob es wahr oder falsch sei. Es ist ihm verhaßt, die Altenweibergeschichten, und wenn sie tausend Jahre lang den guten Glauben der Menschheit für sich hatten, noch einmal nachzubeten und sich von ihnen zum Narren haben zu lassen.»
[ 19 ] Dieser Satz steht in der Charakteristik Goethes. In der Charakteristik Shakespeares steht, daß er überall nicht genug tun kann, besonders alles, was geschrieben ist, zu sammeln. Es ist, ich möchte sagen, in ganz wunderbarer Weise Emerson gelungen, herauszuarbeiten in der Charakteristik Shakespeares und Goethes den Unterschied zwischen Shakespeare und Goethe. Aber dann kann gefunden werden aus dem Gefühl heraus, was der Träumer in den beiden gestaltet, das heißt wie Emerson dazu gekommen ist, Shakespeare zu charakterisieren als einen großen Räuber und Goethe zu charakterisieren als einen großen Verbündeten der Wahrheit. Das ist äußerst interessant, denn es ist nicht vom Bewußtsein gewollt; aber dieser Hauch ist ausgebreitet über die beiden Betrachtungen.
[ 19 ] Dieser Satz steht in der Charakteristik Goethes. In der Charakteristik Shakespeares steht, daß er überall nicht genug tun kann, besonders alles, was geschrieben ist, zu sammeln. Es ist, ich möchte sagen, in ganz wunderbarer Weise Emerson gelungen, herauszuarbeiten in der Charakteristik Shakespeares und Goethes den Unterschied zwischen Shakespeare und Goethe. Aber dann kann gefunden werden aus dem Gefühl heraus, was der Träumer in den beiden gestaltet, das heißt wie Emerson dazu gekommen ist, Shakespeare zu charakterisieren als einen großen Räuber und Goethe zu charakterisieren als einen großen Verbündeten der Wahrheit. Das ist äußerst interessant, denn es ist nicht vom Bewußtsein gewollt; aber dieser Hauch ist ausgebreitet über die beiden Betrachtungen.
[ 20 ] Sie sehen, es gibt noch ein Lesen, das anders ist, als das Buch sich einfach vornehmen und es durchgehen. Das Wichtige über die Dinge erfährt man überhaupt nicht dann, wenn man sie bloß einzeln in sich aufnimmt, sondern wenn man sie vergleicht, wenn man das eine neben dem anderen auf sich wirken läßt.
[ 20 ] Sie sehen, es gibt noch ein Lesen, das anders ist, als das Buch sich einfach vornehmen und es durchgehen. Das Wichtige über die Dinge erfährt man überhaupt nicht dann, wenn man sie bloß einzeln in sich aufnimmt, sondern wenn man sie vergleicht, wenn man das eine neben dem anderen auf sich wirken läßt.
[ 21 ] Ich durfte dieses Beispiel anführen, weil bei Emerson wirklich häufig der Träumer spricht. So könnte man wirklich handgreiflich finden, wie zwei Persönlichkeiten in ihm sprechen, denn dasjenige, was Alltagsleser als Widersprüche finden, das wußte ja schließlich Emerson auch. Schließlich sind doch so grobklotzige Widersprüche bei Emerson da, daß es jedem auffallen muß. Auf der einen Seite nennt er die Engländer das erste Volk der Welt, auf der anderen Seite stellt er die Deutschen höher. Einmal ist das aus dem Oberbewußtsein, einmal aus dem Träumer heraus gesprochen. Und ganz besonders interessant ist es, wenn Sie die beiden Schlüsse der Betrachtungen über Shakespeare und Goethe einfach als Schlüsse hintereinanderlesen. Bei Shakespeare kommt Emerson darauf zu sagen: Alle, die bisher gewirkt haben, haben noch nicht erreicht, was der Dichter in der Welt ist: «Noch wartet die Welt auf den Dichterpriester.» Es ist etwas wie Verzicht, was als Gefühl am Schlusse durch die Shakespeare-Betrachtung hindurchgeht. Am Schlusse der Goethe-Betrachtung steht gerade das Gegenteil: daß man durch ihn angeeifert werde, jede Wahrheit dadurch zu ehren, daß wir sie nicht allein erkennen, sondern sie zu einer Richtschnur unseres Handelns machen. Während ein Verzichtssatz steht am Schlusse der Shakespeare-Betrachtung, steht ein Zuversichtssatz am Schlusse der Goethe-Betrachtung.
[ 21 ] Ich durfte dieses Beispiel anführen, weil bei Emerson wirklich häufig der Träumer spricht. So könnte man wirklich handgreiflich finden, wie zwei Persönlichkeiten in ihm sprechen, denn dasjenige, was Alltagsleser als Widersprüche finden, das wußte ja schließlich Emerson auch. Schließlich sind doch so grobklotzige Widersprüche bei Emerson da, daß es jedem auffallen muß. Auf der einen Seite nennt er die Engländer das erste Volk der Welt, auf der anderen Seite stellt er die Deutschen höher. Einmal ist das aus dem Oberbewußtsein, einmal aus dem Träumer heraus gesprochen. Und ganz besonders interessant ist es, wenn Sie die beiden Schlüsse der Betrachtungen über Shakespeare und Goethe einfach als Schlüsse hintereinanderlesen. Bei Shakespeare kommt Emerson darauf zu sagen: Alle, die bisher gewirkt haben, haben noch nicht erreicht, was der Dichter in der Welt ist: «Noch wartet die Welt auf den Dichterpriester.» Es ist etwas wie Verzicht, was als Gefühl am Schlusse durch die Shakespeare-Betrachtung hindurchgeht. Am Schlusse der Goethe-Betrachtung steht gerade das Gegenteil: daß man durch ihn angeeifert werde, jede Wahrheit dadurch zu ehren, daß wir sie nicht allein erkennen, sondern sie zu einer Richtschnur unseres Handelns machen. Während ein Verzichtssatz steht am Schlusse der Shakespeare-Betrachtung, steht ein Zuversichtssatz am Schlusse der Goethe-Betrachtung.
[ 22 ] Wir leben jetzt in einer Zeit, wo es gilt, diese Dinge ein wenig zu berücksichtigen, diese Dinge ein wenig zu erkennen. Wir werden dann finden, daß in jedem Menschen dieser Träumer lebt, er kündigt sich an in den Handlungen der Menschen, und während er im hellsichugen Bewußtsein geschaut wird, können wir ihn im gewöhnlichen Leben erkennen, wenn wir die Menschen studieren. Das können wir bei Emerson. Emerson zu studieren ist von Interesse.
[ 22 ] Wir leben jetzt in einer Zeit, wo es gilt, diese Dinge ein wenig zu berücksichtigen, diese Dinge ein wenig zu erkennen. Wir werden dann finden, daß in jedem Menschen dieser Träumer lebt, er kündigt sich an in den Handlungen der Menschen, und während er im hellsichugen Bewußtsein geschaut wird, können wir ihn im gewöhnlichen Leben erkennen, wenn wir die Menschen studieren. Das können wir bei Emerson. Emerson zu studieren ist von Interesse.
[ 23 ] Dieser Träumer in uns ist dasjenige, auf welches nun wirkt alles, was, ohne daß wir es wissen, aus der geistigen Welt auf uns wirken soll. In dem, was wir als Erdenmenschen erleben, machen wir Gedanken, bilden uns Willensimpulse. Was wir so wissen, das ist, was wir finden aus unserem Leben. Aber in unsere Träume hinein spielen die Inspirationen der Engel, die Wesen der Angeloi, und diese sind wieder inspiriert von Wesenheiten der höheren Hierarchien. In unsere Träume kommt hinein, bei dem einen Menschen mehr, bei dem anderen weniger, was gescheiter ist als dasjenige, was wir aus unserem Alltagsleben in uns haben, als alles, was wir im Alltagsleben im Denken, Fühlen und Wollen überschauen. Dasjenige, wovon wir geleitet werden, dasjenige, was mehr ist, als der Erdenmensch ist und war, das geht in unseren Träumer hinein.
[ 23 ] Dieser Träumer in uns ist dasjenige, auf welches nun wirkt alles, was, ohne daß wir es wissen, aus der geistigen Welt auf uns wirken soll. In dem, was wir als Erdenmenschen erleben, machen wir Gedanken, bilden uns Willensimpulse. Was wir so wissen, das ist, was wir finden aus unserem Leben. Aber in unsere Träume hinein spielen die Inspirationen der Engel, die Wesen der Angeloi, und diese sind wieder inspiriert von Wesenheiten der höheren Hierarchien. In unsere Träume kommt hinein, bei dem einen Menschen mehr, bei dem anderen weniger, was gescheiter ist als dasjenige, was wir aus unserem Alltagsleben in uns haben, als alles, was wir im Alltagsleben im Denken, Fühlen und Wollen überschauen. Dasjenige, wovon wir geleitet werden, dasjenige, was mehr ist, als der Erdenmensch ist und war, das geht in unseren Träumer hinein.
[ 24 ] Sehen Sie, dieser Träumer, er ist auch dasjenige, was vieles, aber jetzt Unbewußtes in uns hervorrufen kann. Gewiß, alles dasjenige, was aus der höheren Welt auf dem Umwege durch die Wesenheiten, die den Hierarchien der Angeloi angehören, auf uns hereinwirkt, wirkt auf den Träumer; aber auch alles Ahrimanische, alles Luziferische wirkt zunächst auf den Träumer, wirkt wirklich in den Träumer hinein, und ein großer Teil dessen, was die Menschen, ich möchte sagen, nicht so ganz aus ihrem Bewußtsein heraus, aber aus Instinkten heraus geltend machen, das ist hineingewirkt aus der geistigen Welt in den Träumer hinein.
[ 24 ] Sehen Sie, dieser Träumer, er ist auch dasjenige, was vieles, aber jetzt Unbewußtes in uns hervorrufen kann. Gewiß, alles dasjenige, was aus der höheren Welt auf dem Umwege durch die Wesenheiten, die den Hierarchien der Angeloi angehören, auf uns hereinwirkt, wirkt auf den Träumer; aber auch alles Ahrimanische, alles Luziferische wirkt zunächst auf den Träumer, wirkt wirklich in den Träumer hinein, und ein großer Teil dessen, was die Menschen, ich möchte sagen, nicht so ganz aus ihrem Bewußtsein heraus, aber aus Instinkten heraus geltend machen, das ist hineingewirkt aus der geistigen Welt in den Träumer hinein.
[ 25 ] Auch dafür möchte ich Ihnen ein Beispiel geben. Ich möchte dieses Beispiel aus der etwas größeren Zeitgeschichte vorführen. Ich habe Ihnen öfters gesagt, daß man die europäischen Völker dadurch erkennt, daß man versteht, wie die Volksseele spricht zu den Italienern durch die Empfindungsseele, zu den Franzosen durch die Verstandes- oder Gemütsseele, zu den Engländern durch die Bewußtseinsseele, zu den Deutschen durch das Ich, zu den Russen durch das Geistselbst. Aber dieses Sprechen durch das Geistselbst bedingt, daß bei den Russen heute Instinkte sind, welche sich erst entwikkeln werden in der Zukunft. In einer fernen Zukunft wird erst zutage treten, was die russische Volksseele zu sagen hat, wenn einmal die Menschenseele hinentwickelt ist bis zum Geistselbst. Darum hat alles, was im Osten zutage tritt, noch etwas Keimhaftes. Nun fühlen aber diese Völker des Ostens instinktiv, daß sie einer anderen Kulturströmung angehören. Sie fühlen, daß sie zu warten haben. Aber kein Mensch wartet gern, wenn er sich auf sein Gegenwartsbewußtsein besinnt. Das ist ja dasjenige, daß sie warten sollen und bewußt aufnehmen, was europäische Kultur ist. Dagegen lebt in ihnen der Instinkt, daß sie zu lenken und zu leiten haben, daß sie nicht schnell genug Europa totmachen können, während der natürliche Gang ist, daß sich in Mitteleuropa entwickelt, was sich entwickeln kann aus dem Zwiegespräche der Volksseele mit dem Ich.
[ 25 ] Auch dafür möchte ich Ihnen ein Beispiel geben. Ich möchte dieses Beispiel aus der etwas größeren Zeitgeschichte vorführen. Ich habe Ihnen öfters gesagt, daß man die europäischen Völker dadurch erkennt, daß man versteht, wie die Volksseele spricht zu den Italienern durch die Empfindungsseele, zu den Franzosen durch die Verstandes- oder Gemütsseele, zu den Engländern durch die Bewußtseinsseele, zu den Deutschen durch das Ich, zu den Russen durch das Geistselbst. Aber dieses Sprechen durch das Geistselbst bedingt, daß bei den Russen heute Instinkte sind, welche sich erst entwikkeln werden in der Zukunft. In einer fernen Zukunft wird erst zutage treten, was die russische Volksseele zu sagen hat, wenn einmal die Menschenseele hinentwickelt ist bis zum Geistselbst. Darum hat alles, was im Osten zutage tritt, noch etwas Keimhaftes. Nun fühlen aber diese Völker des Ostens instinktiv, daß sie einer anderen Kulturströmung angehören. Sie fühlen, daß sie zu warten haben. Aber kein Mensch wartet gern, wenn er sich auf sein Gegenwartsbewußtsein besinnt. Das ist ja dasjenige, daß sie warten sollen und bewußt aufnehmen, was europäische Kultur ist. Dagegen lebt in ihnen der Instinkt, daß sie zu lenken und zu leiten haben, daß sie nicht schnell genug Europa totmachen können, während der natürliche Gang ist, daß sich in Mitteleuropa entwickelt, was sich entwickeln kann aus dem Zwiegespräche der Volksseele mit dem Ich.
[ 26 ] Bei der russischen Volksseele liegt es so, daß sie in die Schule zu gehen hat bei Mitteleuropa, und wenn sie verarbeitet hat, was in Mitteleuropa vorgearbeitet wird, dann wird sie einmal beitragen können, was sie beizutragen hat zur europäischen Kultur. Statt dessen kommt in ungeordneten, chaotischen Instinkten etwas ganz Sonderbares zustande, woraus wir ersehen können, daß diese Instinkte in dem Träumer angeregt werden von allerhand ahrimanischen und luziferischen Impulsen. Diese ahrimanischen und luziferischen Impulse sind überhaupt die Ursache, daß sich der Osten jetzt in solch schauerlicher Weise gegen Deutschland gewendet hat.
[ 26 ] Bei der russischen Volksseele liegt es so, daß sie in die Schule zu gehen hat bei Mitteleuropa, und wenn sie verarbeitet hat, was in Mitteleuropa vorgearbeitet wird, dann wird sie einmal beitragen können, was sie beizutragen hat zur europäischen Kultur. Statt dessen kommt in ungeordneten, chaotischen Instinkten etwas ganz Sonderbares zustande, woraus wir ersehen können, daß diese Instinkte in dem Träumer angeregt werden von allerhand ahrimanischen und luziferischen Impulsen. Diese ahrimanischen und luziferischen Impulse sind überhaupt die Ursache, daß sich der Osten jetzt in solch schauerlicher Weise gegen Deutschland gewendet hat.
[ 27 ] Sehen Sie, da ist ein Geist, aus dem sein Träumer spricht: Jushakow. Ich möchte Sie auf die Ideen dieses Geistes, der 1885 über die Beziehungen der russischen Kultur zur englischen Kultur sich ausgesprochen hat, aufmerksam machen, und man möchte jetzt gern, daß recht vielen Leuten der Gegenwart aufgingen solche Ideen, die vor nicht sehr langer Zeit aus einem russischen Kopf entsprungen und von ihm aufgeschrieben sind. Wir müssen diese Ideen betrachten nicht ihrem Inhalt nach, sondern als Symptome dessen, was im ganzen russischen Volke lebt.
[ 27 ] Sehen Sie, da ist ein Geist, aus dem sein Träumer spricht: Jushakow. Ich möchte Sie auf die Ideen dieses Geistes, der 1885 über die Beziehungen der russischen Kultur zur englischen Kultur sich ausgesprochen hat, aufmerksam machen, und man möchte jetzt gern, daß recht vielen Leuten der Gegenwart aufgingen solche Ideen, die vor nicht sehr langer Zeit aus einem russischen Kopf entsprungen und von ihm aufgeschrieben sind. Wir müssen diese Ideen betrachten nicht ihrem Inhalt nach, sondern als Symptome dessen, was im ganzen russischen Volke lebt.
[ 28 ] Jushakow sagt: Da haben wir den verfaulten Westen, der reif ist zum Untergange. Alles, was im Westen ist, hat seine Zeit überstanden, muß sich auflösen. Da muß Rußland eintreten. Aber Rußland muß nicht allein den Westen kultivieren, den Westen erlösen von seiner Barbarei, sondern Rußland muß überhaupt die ganze Welt, insbesondere Asien, erlösen. Und diese Erlösung Asiens für die Seele stellt Jushakow in folgender Weise dar.
[ 28 ] Jushakow sagt: Da haben wir den verfaulten Westen, der reif ist zum Untergange. Alles, was im Westen ist, hat seine Zeit überstanden, muß sich auflösen. Da muß Rußland eintreten. Aber Rußland muß nicht allein den Westen kultivieren, den Westen erlösen von seiner Barbarei, sondern Rußland muß überhaupt die ganze Welt, insbesondere Asien, erlösen. Und diese Erlösung Asiens für die Seele stellt Jushakow in folgender Weise dar.
[ 29 ] Sehen wir hinüber nach Asien. Die eigentlich asiatische Kultur ist von Iran ausgegangen. Diese Iran-Kultur ist von Ormuzd ausgegangen, diese Iraner haben erkannt den Kampf zwischen Ormuzd und Ahriman, und man hat da immer gesehen, wie die Iraner alles getan haben, um die Segnungen des Ormuzd in Iran zu verbreiten. Da aber kamen die turanischen Völker, die abhängig waren von Ahriman, und die haben fortwährend die Ormuzd-Kultur bedrängt, bekämpft, überwunden. Erst kämpften Ormuzd und Ahriman im Iran. Aber wenn wir sehen, wie sich die Völker Europas benommen haben gegen diese Ormuzd-Kultur, da sehen wir, wie die schöne Ormuzd-Kultur sich ausgebreitet hat in den Gegenden, derer sich vor allen die Engländer bemächtigt haben. Die Engländer haben sich gegen die Ormuzd-Kultur als die schlimmsten Barbaren gezeigt. Da hat Rußland in Asien viel gutzumachen an dem, was diese verruchten Engländer in Asien verbrochen haben. Die Engländer sind dahin gegangen, haben sich ganzer Teile Asiens bemächtigt, haben die Ormuzd-Kultur ausgenutzt und ausgesogen. Was haben sich die Engländer vorgestellt? So ein Engländer, er hat sich vorgestellt, daß diese Kultur für ihn da ist, ein solcher Engländer sagt, daß dieses ganze Asien für nichts anderes da sei, als sich in englische Gewebe zu kleiden, untereinander mit englischen Waffen zu kämpfen, mit englischen Werkzeugen zu arbeiten, aus englischen Gefäßen zu essen und mit englischem Flitter zu spielen. Asiens Kultur sei für nichts anderes da. Ganz Asien wäre eine Beute Englands. Er drückt sich sehr genau aus: «England beutet Millionen von Hindus aus, seine ganze Existenz aber hängt von dem Gehorsam der verschiedenen Völker ab, von denen die reiche Halbinsel bewohnt wird; ich wünsche meinem Vaterlande nichts Ähnliches — ich kann mich nur freuen, daß es von diesem so glänzenden wie traurigen Zustande hinreichend entfernt ist.» 1885 in russischer Sprache geschrieben von Jushakow. Was haben die Russen getan? — sagt Jushakow — die Russen konnten es bisher nicht so machen, wie es die westeuropäischen Völker, wie es die Engländer gemacht haben, daß sie widerrechtlicherweise hergefallen sind und sich angemaßt haben das, was in Asien als Ormuzd-Kultur war. Sie sind nur da hingegangen, wo Ahriman-Kultur war und haben die Völker, in denen Ahriman gewirkt hat, zurückgehalten, daß sie nicht weiter schädlich werden konnten für das, was Ormuzd für Asien geleistet hat. Nachdem die Russen die Völker Asiens von dem bösen Ahriman befreit haben, haben sie sie zu befreien von dem, was die Engländer in jenen Gegenden an der Ormuzd-Kultur gesündigt haben. Damit sie vorbereiten können, was sie weiter als Aufgabe haben für Asien, nachdem sie Asien von Ahriman befreit haben, haben sie noch gutzumachen, was die europäischen Völker, namentlich die Engländer, der Ormuzd-Kultur getan haben. Und fragt man, warum diese Völker die Ormuzd-Kultur nicht fortsetzen können, so beantwortet er diese Frage damit, daß diese Völker dem Industrialismus und dem Individualismus verfallen sind, daß sie zuerst nur immer an sich selbst denken, während die Russen erst zuletzt an sich selbst denken. Solche Menschen könne man nicht brauchen; und indem sie den Industrialismus mit ihrem Individualismus verwoben, wurden sie die Blutsauger Asiens. Rußland wird andere Verbindungen bringen; die Verbindung der glänzenden miltärischen Kosaken mit dem die Natur bebauenden Landmann. Und aus dieser Verbindung werden die Befreier der Menschheit in Asien entstehen. Der Befreier der Menschenentwickelung wird in Asien entstehen. — Das ist das Ideal Jushakows, daß aus der Verbindung der Kosaken mit dem die Erde bebauenden Landmann der Befreier der Welt entsteht.
[ 29 ] Sehen wir hinüber nach Asien. Die eigentlich asiatische Kultur ist von Iran ausgegangen. Diese Iran-Kultur ist von Ormuzd ausgegangen, diese Iraner haben erkannt den Kampf zwischen Ormuzd und Ahriman, und man hat da immer gesehen, wie die Iraner alles getan haben, um die Segnungen des Ormuzd in Iran zu verbreiten. Da aber kamen die turanischen Völker, die abhängig waren von Ahriman, und die haben fortwährend die Ormuzd-Kultur bedrängt, bekämpft, überwunden. Erst kämpften Ormuzd und Ahriman im Iran. Aber wenn wir sehen, wie sich die Völker Europas benommen haben gegen diese Ormuzd-Kultur, da sehen wir, wie die schöne Ormuzd-Kultur sich ausgebreitet hat in den Gegenden, derer sich vor allen die Engländer bemächtigt haben. Die Engländer haben sich gegen die Ormuzd-Kultur als die schlimmsten Barbaren gezeigt. Da hat Rußland in Asien viel gutzumachen an dem, was diese verruchten Engländer in Asien verbrochen haben. Die Engländer sind dahin gegangen, haben sich ganzer Teile Asiens bemächtigt, haben die Ormuzd-Kultur ausgenutzt und ausgesogen. Was haben sich die Engländer vorgestellt? So ein Engländer, er hat sich vorgestellt, daß diese Kultur für ihn da ist, ein solcher Engländer sagt, daß dieses ganze Asien für nichts anderes da sei, als sich in englische Gewebe zu kleiden, untereinander mit englischen Waffen zu kämpfen, mit englischen Werkzeugen zu arbeiten, aus englischen Gefäßen zu essen und mit englischem Flitter zu spielen. Asiens Kultur sei für nichts anderes da. Ganz Asien wäre eine Beute Englands. Er drückt sich sehr genau aus: «England beutet Millionen von Hindus aus, seine ganze Existenz aber hängt von dem Gehorsam der verschiedenen Völker ab, von denen die reiche Halbinsel bewohnt wird; ich wünsche meinem Vaterlande nichts Ähnliches — ich kann mich nur freuen, daß es von diesem so glänzenden wie traurigen Zustande hinreichend entfernt ist.» 1885 in russischer Sprache geschrieben von Jushakow. Was haben die Russen getan? — sagt Jushakow — die Russen konnten es bisher nicht so machen, wie es die westeuropäischen Völker, wie es die Engländer gemacht haben, daß sie widerrechtlicherweise hergefallen sind und sich angemaßt haben das, was in Asien als Ormuzd-Kultur war. Sie sind nur da hingegangen, wo Ahriman-Kultur war und haben die Völker, in denen Ahriman gewirkt hat, zurückgehalten, daß sie nicht weiter schädlich werden konnten für das, was Ormuzd für Asien geleistet hat. Nachdem die Russen die Völker Asiens von dem bösen Ahriman befreit haben, haben sie sie zu befreien von dem, was die Engländer in jenen Gegenden an der Ormuzd-Kultur gesündigt haben. Damit sie vorbereiten können, was sie weiter als Aufgabe haben für Asien, nachdem sie Asien von Ahriman befreit haben, haben sie noch gutzumachen, was die europäischen Völker, namentlich die Engländer, der Ormuzd-Kultur getan haben. Und fragt man, warum diese Völker die Ormuzd-Kultur nicht fortsetzen können, so beantwortet er diese Frage damit, daß diese Völker dem Industrialismus und dem Individualismus verfallen sind, daß sie zuerst nur immer an sich selbst denken, während die Russen erst zuletzt an sich selbst denken. Solche Menschen könne man nicht brauchen; und indem sie den Industrialismus mit ihrem Individualismus verwoben, wurden sie die Blutsauger Asiens. Rußland wird andere Verbindungen bringen; die Verbindung der glänzenden miltärischen Kosaken mit dem die Natur bebauenden Landmann. Und aus dieser Verbindung werden die Befreier der Menschheit in Asien entstehen. Der Befreier der Menschenentwickelung wird in Asien entstehen. — Das ist das Ideal Jushakows, daß aus der Verbindung der Kosaken mit dem die Erde bebauenden Landmann der Befreier der Welt entsteht.
[ 30 ] Sie sehen, meine lieben Freunde, ein Ideal aufgebaut, das Sie kaum in Zweifel darüber lassen wird, daß von dem Geiste des Ahriman etwas in den eigenen Geist des Jushakow, und zwar in den Träumer, hineingewirkt hat. Aber dieses Hineinwirken in den Träumer hat nach und nach als ganze Volksstimmung dasjenige hervorgerufen, was eben in diesem Osten Europas als Volksstimmung jetzt zu finden ist; denn man hat es hier mit einer solchen Volksstimmung zu tun, wie sie in den Worten des Jushakow zum Ausdruck gekommen ist.
[ 30 ] Sie sehen, meine lieben Freunde, ein Ideal aufgebaut, das Sie kaum in Zweifel darüber lassen wird, daß von dem Geiste des Ahriman etwas in den eigenen Geist des Jushakow, und zwar in den Träumer, hineingewirkt hat. Aber dieses Hineinwirken in den Träumer hat nach und nach als ganze Volksstimmung dasjenige hervorgerufen, was eben in diesem Osten Europas als Volksstimmung jetzt zu finden ist; denn man hat es hier mit einer solchen Volksstimmung zu tun, wie sie in den Worten des Jushakow zum Ausdruck gekommen ist.
[ 31 ] Sehen Sie, ich wollte auch darauf hinweisen, daß es mit der Geisteswissenschaft etwas ist, was uns immer näher hineinschauen, immer mehr hineinblicken läßt in das, was die Menschen sagen und träumen; denn diesen Träumer tragen wir alle in uns, dieser Träumer ist in uns allen. Auf diesen Träumer haben die guten, auf diesen Träumer haben die bösen Mächte Einfluß.
[ 31 ] Sehen Sie, ich wollte auch darauf hinweisen, daß es mit der Geisteswissenschaft etwas ist, was uns immer näher hineinschauen, immer mehr hineinblicken läßt in das, was die Menschen sagen und träumen; denn diesen Träumer tragen wir alle in uns, dieser Träumer ist in uns allen. Auf diesen Träumer haben die guten, auf diesen Träumer haben die bösen Mächte Einfluß.
[ 32 ] So wie wir diesen Träumer in uns haben, der die Mondennatur in uns hineingetragen hat, so tragen wir auch in uns den Sonnenmenschen aus der Sonnenentwickelung. Der allerdings kann nicht mehr träumen. Der ist aufgebaut in seinem Bewußtsein nach Art der Pflanzen. Einen schlafenden Pflanzen- oder Sonnenmenschen tragen wir in uns. Und dann auch tragen wir in uns einen vollständig toten, den wie Stein toten Saturnmenschen. Ebenso wie den Sonnenmenschen, der nun schläft, tragen wir in uns den, der noch tiefer in seinem Bewußtsein, der unter dem Schlafbewußtsein steht, den Saturnmenschen. Was in uns Träumer ist, ist Mondenmensch, was in uns lebt mit dem ständigen Schlafbewußtsein, ist Sonnenmensch; und der Saturnmensch liegt, ich möchte sagen, als unsere älteste Ursache, als der innerste Kern in uns. Aber dieser Saturnmensch hat eine tiefe Bedeutung in unserem ganzen Leben. Alle die Erkenntnisse, die der Mensch heute gewinnt, sei es im äußeren Leben, sei es in der Wissenschaft, entstehen dadurch, daß die Außenwelt wirkt auf den Menschen als auf den Saturnmenschen. Diese Wirkung kommt dem Menschen nicht zum Bewußtsein, aber sie ist da. Dasjenige, was wir denken, fühlen, wollen, das geht bis zu dem Saturnmenschen hinein. Und dieser Saturnmensch ist dasjenige, was unserer Erde zuletzt bleibt von uns, gleichgültig, ob wir verbrannt werden in bezug auf den physischen Leib, gleichgültig, ob wir verwesen.
[ 32 ] So wie wir diesen Träumer in uns haben, der die Mondennatur in uns hineingetragen hat, so tragen wir auch in uns den Sonnenmenschen aus der Sonnenentwickelung. Der allerdings kann nicht mehr träumen. Der ist aufgebaut in seinem Bewußtsein nach Art der Pflanzen. Einen schlafenden Pflanzen- oder Sonnenmenschen tragen wir in uns. Und dann auch tragen wir in uns einen vollständig toten, den wie Stein toten Saturnmenschen. Ebenso wie den Sonnenmenschen, der nun schläft, tragen wir in uns den, der noch tiefer in seinem Bewußtsein, der unter dem Schlafbewußtsein steht, den Saturnmenschen. Was in uns Träumer ist, ist Mondenmensch, was in uns lebt mit dem ständigen Schlafbewußtsein, ist Sonnenmensch; und der Saturnmensch liegt, ich möchte sagen, als unsere älteste Ursache, als der innerste Kern in uns. Aber dieser Saturnmensch hat eine tiefe Bedeutung in unserem ganzen Leben. Alle die Erkenntnisse, die der Mensch heute gewinnt, sei es im äußeren Leben, sei es in der Wissenschaft, entstehen dadurch, daß die Außenwelt wirkt auf den Menschen als auf den Saturnmenschen. Diese Wirkung kommt dem Menschen nicht zum Bewußtsein, aber sie ist da. Dasjenige, was wir denken, fühlen, wollen, das geht bis zu dem Saturnmenschen hinein. Und dieser Saturnmensch ist dasjenige, was unserer Erde zuletzt bleibt von uns, gleichgültig, ob wir verbrannt werden in bezug auf den physischen Leib, gleichgültig, ob wir verwesen.
[ 33 ] Dasjenige, was der Träumer ist, das bleibt nicht; dasjenige, was der Sonnenmensch ist, das bleibt nicht. Der Saturnmensch geht in feinen, feinen Staubkörnchen in die elementarische Welt der Erde über, das bleibt, und sie trägt immer die Spuren dessen, was in uns war. Sie können heute finden, wenn Sie die elementarische Welt prüfen, dasjenige, wenn auch in feinen Körnchen, was die Überreste Abrahams, Platos, Sokrates’, Aristoteles’ gewesen sind, Sie können finden, was ihr Saturnmensch war. Das, was der Saturnmensch war, wird der Erde gegeben, das verbleibt der Erde, bleibt mit unserem ständigen Charakter in der Erde.
[ 33 ] Dasjenige, was der Träumer ist, das bleibt nicht; dasjenige, was der Sonnenmensch ist, das bleibt nicht. Der Saturnmensch geht in feinen, feinen Staubkörnchen in die elementarische Welt der Erde über, das bleibt, und sie trägt immer die Spuren dessen, was in uns war. Sie können heute finden, wenn Sie die elementarische Welt prüfen, dasjenige, wenn auch in feinen Körnchen, was die Überreste Abrahams, Platos, Sokrates’, Aristoteles’ gewesen sind, Sie können finden, was ihr Saturnmensch war. Das, was der Saturnmensch war, wird der Erde gegeben, das verbleibt der Erde, bleibt mit unserem ständigen Charakter in der Erde.
[ 34 ] Das war in früheren Zeiten noch nicht so. Das ist gerade in der jetzigen Zeit, seit dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert so. Früher löste sich der ganze Mensch auf; nur diejenigen, die wie Abraham, Plato, Sokrates ihrer Zeit vorausgeeilt waren, gaben ihre Reste der Erde. Jetzt natürlich ist es allmählich bei allen Menschen so. Das ist nämlich das Eigentümliche: alles das, was gegenwärtig auf dem Wege der äußeren Wissenschaft errungen wird, drückt sich in diesem Saturnmenschen ab und geht mit diesem Saturnmenschen hinein in die Erde.
[ 34 ] Das war in früheren Zeiten noch nicht so. Das ist gerade in der jetzigen Zeit, seit dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert so. Früher löste sich der ganze Mensch auf; nur diejenigen, die wie Abraham, Plato, Sokrates ihrer Zeit vorausgeeilt waren, gaben ihre Reste der Erde. Jetzt natürlich ist es allmählich bei allen Menschen so. Das ist nämlich das Eigentümliche: alles das, was gegenwärtig auf dem Wege der äußeren Wissenschaft errungen wird, drückt sich in diesem Saturnmenschen ab und geht mit diesem Saturnmenschen hinein in die Erde.
[ 35 ] Alles, was der Mensch sonst hat, geht verloren, löst sich im Weltall auf, wenn die Erde einmal an ihrem Ziel angelangt ist. Was Sie als Mineralien, Pflanzen, Tiere um sich herum haben, vergeht, nur was Sie als Saturnmensch waren, bleibt als feine Staubteilchen vorhanden, geht hinüber von der Erde zum Jupiterdasein und bildet dann das feste Gerüste des Jupiter. Das sind die wirklichen Atome für den Jupiter. Diejenigen Menschen, die heute äußere Wissenschaft studieren, die heute äußerlich denken, die wirken auf ihren Saturnmenschen so, daß sie in diesem Saturnmenschen die Atome für den Jupiter bilden. Dadurch bekommt der Jupiter seine Atome. Aber wenn nur das wäre, so würde der ganze Jupiter so entstehen, daß er eigentlich nur eine mineralische oder mineralähnliche Kugel wäre, daß keine Pflanze auf ihm wüchse. Dasjenige, was wir durch unseren Saturnmenschen hinübertragen können auf den Jupiter, bewirkt nur, daß der Jupiter eine mineralische Kugel sein würde. Pflanzen könnten da nicht auf ihm wachsen. Wenn Pflanzen wachsen sollen auf dem Jupiter, dann muß der Sonnenmensch in uns auch etwas bekommen. Dieser Sonnenmensch in uns, der bekommt aber erst so recht etwas von jetzt ab und in die Zukunft hinein dadurch, daß die Menschen Begriffe der Geisteswissenschaft in sich aufnehmen, denn diejenigen Begriffe, die wir draußen aufnehmen, die wir aufnehmen von der äußeren Wissenschaft, die gehen in den Saturnmenschen hinein. Was wir aufnehmen als Gedanken der Geisteswissenschaft, das geht in den Sonnenmenschen hinein. Darum erfordert die Geisteswissenschaft mehr Aktivität. Dadurch unterscheiden sich ja ihre Gedanken von den Gedanken der äußeren Wissenschaft, daß sie aktiv sind. Sie müssen lebendig erfaßt werden, man kann sich nicht wie draußen in der Welt passiv verhalten gegenüber dem Denken. In der Geisteswissenschaft, da muß alles aktiv erdacht werden, da müssen wir innerlich tätig sein. Das wirkt auf unseren Sonnenmenschen. Und wenn kein Sonnenwesen im Menschen wäre, so würde ein Jupiter entstehen, auf dem alles mineralisch ist, wo es aber keine Pflanzenwelt gäbe. Die Menschen, die sich geistig entwickeln, tragen etwas hinüber, was auf dem Jupiter zu einer Pflanzenwelt führt. Mit dem Sonnenwesen in uns tragen wir hinüber, was als Pflanzenwelt entsteht; und man braucht nur, um den Jupiter kahl zu machen, Geisteswissenschaft zurückzuweisen. Wir können jetzt diese Geisteswissenschaft begründen, damit es auf dem Jupiter Vegetation gibt.
[ 35 ] Alles, was der Mensch sonst hat, geht verloren, löst sich im Weltall auf, wenn die Erde einmal an ihrem Ziel angelangt ist. Was Sie als Mineralien, Pflanzen, Tiere um sich herum haben, vergeht, nur was Sie als Saturnmensch waren, bleibt als feine Staubteilchen vorhanden, geht hinüber von der Erde zum Jupiterdasein und bildet dann das feste Gerüste des Jupiter. Das sind die wirklichen Atome für den Jupiter. Diejenigen Menschen, die heute äußere Wissenschaft studieren, die heute äußerlich denken, die wirken auf ihren Saturnmenschen so, daß sie in diesem Saturnmenschen die Atome für den Jupiter bilden. Dadurch bekommt der Jupiter seine Atome. Aber wenn nur das wäre, so würde der ganze Jupiter so entstehen, daß er eigentlich nur eine mineralische oder mineralähnliche Kugel wäre, daß keine Pflanze auf ihm wüchse. Dasjenige, was wir durch unseren Saturnmenschen hinübertragen können auf den Jupiter, bewirkt nur, daß der Jupiter eine mineralische Kugel sein würde. Pflanzen könnten da nicht auf ihm wachsen. Wenn Pflanzen wachsen sollen auf dem Jupiter, dann muß der Sonnenmensch in uns auch etwas bekommen. Dieser Sonnenmensch in uns, der bekommt aber erst so recht etwas von jetzt ab und in die Zukunft hinein dadurch, daß die Menschen Begriffe der Geisteswissenschaft in sich aufnehmen, denn diejenigen Begriffe, die wir draußen aufnehmen, die wir aufnehmen von der äußeren Wissenschaft, die gehen in den Saturnmenschen hinein. Was wir aufnehmen als Gedanken der Geisteswissenschaft, das geht in den Sonnenmenschen hinein. Darum erfordert die Geisteswissenschaft mehr Aktivität. Dadurch unterscheiden sich ja ihre Gedanken von den Gedanken der äußeren Wissenschaft, daß sie aktiv sind. Sie müssen lebendig erfaßt werden, man kann sich nicht wie draußen in der Welt passiv verhalten gegenüber dem Denken. In der Geisteswissenschaft, da muß alles aktiv erdacht werden, da müssen wir innerlich tätig sein. Das wirkt auf unseren Sonnenmenschen. Und wenn kein Sonnenwesen im Menschen wäre, so würde ein Jupiter entstehen, auf dem alles mineralisch ist, wo es aber keine Pflanzenwelt gäbe. Die Menschen, die sich geistig entwickeln, tragen etwas hinüber, was auf dem Jupiter zu einer Pflanzenwelt führt. Mit dem Sonnenwesen in uns tragen wir hinüber, was als Pflanzenwelt entsteht; und man braucht nur, um den Jupiter kahl zu machen, Geisteswissenschaft zurückzuweisen. Wir können jetzt diese Geisteswissenschaft begründen, damit es auf dem Jupiter Vegetation gibt.
[ 36 ] Wir Geisteswissenschafter sind jedoch nicht so, daß wir wie andere Menschen davon sprechen, daß wir es «so herrlich weit gebracht haben». Hören Sie nur einmal einen Arzt der Gegenwart, der so recht auf dem gegenwärtigen Standpunkte steht, oder hören Sie einen Philosophen der Gegenwart und so weiter, sie sagen: Wir brauchen gar nicht so weit zurückzugehen, da treffen wir Leute, die eigentlich gar nichts waren; ein Mann wie Paracelsus war eigentlich ein Idiot, und der Gymnasiallehrer von heute ist gescheiter als Plato. Das ist eine Philosophie, die schon von Hebbel durchgehechelt ist. Als dramatische Idee in seinem Tagebuch verzeichnet findet sich die Idee, daß? ein Gymnasiallehrer den wiederverkörperten Plato in seiner Klasse hatte. Das wollte Hebbel als dramatische Figur darstellen und zeigen, wie der Schulmeister den wiederverkörperten Plato vornimmt, der absolut nichts begreifen kann von dem, was der Schullehrer über den Plato sagt. Das wollte Hebbel in einem Drama darstellen. Es ist wirklich schade, daß er diese Idee nicht dargestellt hat in einem Drama, denn es ist wirklich eine sehr schöne Idee.
[ 36 ] Wir Geisteswissenschafter sind jedoch nicht so, daß wir wie andere Menschen davon sprechen, daß wir es «so herrlich weit gebracht haben». Hören Sie nur einmal einen Arzt der Gegenwart, der so recht auf dem gegenwärtigen Standpunkte steht, oder hören Sie einen Philosophen der Gegenwart und so weiter, sie sagen: Wir brauchen gar nicht so weit zurückzugehen, da treffen wir Leute, die eigentlich gar nichts waren; ein Mann wie Paracelsus war eigentlich ein Idiot, und der Gymnasiallehrer von heute ist gescheiter als Plato. Das ist eine Philosophie, die schon von Hebbel durchgehechelt ist. Als dramatische Idee in seinem Tagebuch verzeichnet findet sich die Idee, daß? ein Gymnasiallehrer den wiederverkörperten Plato in seiner Klasse hatte. Das wollte Hebbel als dramatische Figur darstellen und zeigen, wie der Schulmeister den wiederverkörperten Plato vornimmt, der absolut nichts begreifen kann von dem, was der Schullehrer über den Plato sagt. Das wollte Hebbel in einem Drama darstellen. Es ist wirklich schade, daß er diese Idee nicht dargestellt hat in einem Drama, denn es ist wirklich eine sehr schöne Idee.
[ 37 ] Wir stehen aber nicht auf dem Standpunkt, daß wir es «so herrlich weit gebracht haben». Wir stehen auf einem anderen Standpunkt. Das, was jetzt Philosophie heißt, steht auf dem erhebenden Standpunkt: Was zehn Jahre zurückliegt, ist schon ein überwundener Standpunkt. Wir wissen zwar, daß wir heute Geisteswissenschaft so aussprechen müssen, wie wir sie aussprechen; wir wissen aber auch, daß eine Zeit kommen wird, wo das, was wir jetzt als Geisteswissenschaft aussprechen, ein Unsinn sein wird in der Zukunft, wo ganz anders wird innerhalb der Menschheit gewirkt werden müssen. Dasjenige, was wir jetzt als Geisteswissenschaft aussprechen müssen, hat die Form der Gegenwart, sucht heraus aus der Ewigkeit, was der Gegenwart zu Heil und Frommen ist. Aber eine Zeit wird kommen, die es nötig haben wird, daß wir ebenso, wie wir den Sonnenmenschen beeinflussen, auch auf den Träumer zu wirken suchen, wie unsere ganze äußere Wissenschaft auf den Saturnmenschen wirkt. Was äußere Wissenschaft aus dem Saturnmenschen macht, begründet den Jupiter als mineralische Masse; was Geisteswissenschaft aus dem Sonnenmenschen macht, begründet seine Vegetation. Dasjenige, was tierisches Leben sein wird auf dem Jupiter, wird durch etwas herausgebildet, was auf unsere jetzige Geisteswissenschaft folgen wird, wird begründet werden durch das, was Zukunft der Geisteswissenschaft sein wird. Dann folgt noch etwas, was auf den Menschen auf dem Jupiter wirkt; das wird noch ausgebildet werden, und das wird uns die Grundlage für die eigentliche Jupiterkultur geben.
[ 37 ] Wir stehen aber nicht auf dem Standpunkt, daß wir es «so herrlich weit gebracht haben». Wir stehen auf einem anderen Standpunkt. Das, was jetzt Philosophie heißt, steht auf dem erhebenden Standpunkt: Was zehn Jahre zurückliegt, ist schon ein überwundener Standpunkt. Wir wissen zwar, daß wir heute Geisteswissenschaft so aussprechen müssen, wie wir sie aussprechen; wir wissen aber auch, daß eine Zeit kommen wird, wo das, was wir jetzt als Geisteswissenschaft aussprechen, ein Unsinn sein wird in der Zukunft, wo ganz anders wird innerhalb der Menschheit gewirkt werden müssen. Dasjenige, was wir jetzt als Geisteswissenschaft aussprechen müssen, hat die Form der Gegenwart, sucht heraus aus der Ewigkeit, was der Gegenwart zu Heil und Frommen ist. Aber eine Zeit wird kommen, die es nötig haben wird, daß wir ebenso, wie wir den Sonnenmenschen beeinflussen, auch auf den Träumer zu wirken suchen, wie unsere ganze äußere Wissenschaft auf den Saturnmenschen wirkt. Was äußere Wissenschaft aus dem Saturnmenschen macht, begründet den Jupiter als mineralische Masse; was Geisteswissenschaft aus dem Sonnenmenschen macht, begründet seine Vegetation. Dasjenige, was tierisches Leben sein wird auf dem Jupiter, wird durch etwas herausgebildet, was auf unsere jetzige Geisteswissenschaft folgen wird, wird begründet werden durch das, was Zukunft der Geisteswissenschaft sein wird. Dann folgt noch etwas, was auf den Menschen auf dem Jupiter wirkt; das wird noch ausgebildet werden, und das wird uns die Grundlage für die eigentliche Jupiterkultur geben.
[ 38 ] So stehen wir im Leben jetzt in der Periode darinnen, wo wir vorbereiten für den Jupiter durch die äußere Wissenschaft den mineralischen Kern, und wo Geisteswissenschaft auf sein Pflanzendasein einwirkt und die Vegetation auf dem Jupiter begründet. Kommen wird etwas, was auf den Träumer einwirkt, was dann die Tierwelt des Jupiters bewirken wird. Und dann erst das, was dem entspricht, was jetzt der Mensch durch Denken, Fühlen, Wollen hervorbringt, was durch eine höhere Weisheit so geleitet wird, wenn die Erdenentwickelung beendet ist, daß der Mensch selbst sich hineintragen kann als Mensch auf den Jupiter.
[ 38 ] So stehen wir im Leben jetzt in der Periode darinnen, wo wir vorbereiten für den Jupiter durch die äußere Wissenschaft den mineralischen Kern, und wo Geisteswissenschaft auf sein Pflanzendasein einwirkt und die Vegetation auf dem Jupiter begründet. Kommen wird etwas, was auf den Träumer einwirkt, was dann die Tierwelt des Jupiters bewirken wird. Und dann erst das, was dem entspricht, was jetzt der Mensch durch Denken, Fühlen, Wollen hervorbringt, was durch eine höhere Weisheit so geleitet wird, wenn die Erdenentwickelung beendet ist, daß der Mensch selbst sich hineintragen kann als Mensch auf den Jupiter.
[ 39 ] So stehen wir in der Entwickelung der Erde darinnen, so sehen wir aus unserem eigenen Menschlichen heraus, wie wir hineingestellt sind in die große Welt, in den Makrokosmos. Und so wissen wir, daß wir nichts treiben, was nicht wichtig ist. So wissen wir, daß, indem wir zusammen Geisteswissenschaft treiben, wir die Vegetation des Jupiter fördern, daß wir durch das, was wir in Worte prägen, dasjenige schaffen, was im Jupiterdasein der Welt der Zukunft übergeben wird.
[ 39 ] So stehen wir in der Entwickelung der Erde darinnen, so sehen wir aus unserem eigenen Menschlichen heraus, wie wir hineingestellt sind in die große Welt, in den Makrokosmos. Und so wissen wir, daß wir nichts treiben, was nicht wichtig ist. So wissen wir, daß, indem wir zusammen Geisteswissenschaft treiben, wir die Vegetation des Jupiter fördern, daß wir durch das, was wir in Worte prägen, dasjenige schaffen, was im Jupiterdasein der Welt der Zukunft übergeben wird.
[ 40 ] Denken Sie einmal, meine lieben Freunde, ich habe ja gesagt, alles, was mineralische Welt ist, verflüchtigt sich in der Welt, alles, was Pflanzenwelt ist, verflüchtigt sich, alles, was tierische Welt ist, verflüchtigt sich. Nichts geht von der Erde hinüber als die mineralischen Atome vom Menschen, von den Saturnteilen der Menschen. Von den Mineralien, Pflanzen und Tieren geht nichts hinüber auf den Jupiter. Nur das geht hinüber, was jetzt in uns Saturnmensch ist; das wird Mineralreich auf dem Jupiter.
[ 40 ] Denken Sie einmal, meine lieben Freunde, ich habe ja gesagt, alles, was mineralische Welt ist, verflüchtigt sich in der Welt, alles, was Pflanzenwelt ist, verflüchtigt sich, alles, was tierische Welt ist, verflüchtigt sich. Nichts geht von der Erde hinüber als die mineralischen Atome vom Menschen, von den Saturnteilen der Menschen. Von den Mineralien, Pflanzen und Tieren geht nichts hinüber auf den Jupiter. Nur das geht hinüber, was jetzt in uns Saturnmensch ist; das wird Mineralreich auf dem Jupiter.
[ 41 ] Ich weiß nicht, ob sich einige unserer Freunde erinnern an unseren Ausgangspunkt, wie wir vor vielen Jahren in Berlin — zuerst in einem kleinen Häuflein, einige sind noch darunter, die es miterlebt haben — Betrachtungen über diese Dinge angestellt haben. Versetzen wir uns auf den späteren Jupiter. Was sind die Jupiteratome? Das sind die Saturnteile des gegenwärtigen Menschen. Und Unsinn ist es, von solchen Atomen zu sprechen, wie die Physiker es tun. Dasjenige, was der Mensch auf der ganzen Erde gewinnt, geht in den Saturnmenschen hinein und wird zu Jupiteratomen. Zu sprechen davon, daß in unseren Mineralien, Tieren und Pflanzen das steckt, was der Physiker darin sucht, ist der reine Unsinn. Dasjenige, was jetzt Erdenatome sind, hat sich im Mondendasein vorbereitet, ist das, was uns zu Sonnenmenschen zubereiten wird, wie wir jetzt unseren Saturnmenschen zubereiten. Ich habe über das Atom, als zubereitet aus dem ganzen Kosmos heraus, früher einmal gesprochen. In jenen älteren Vorträgen können Sie das wiederfinden, die ganz im Anfang unseres Berliner Wirkens gehalten wurden. Jetzt kann ich es nur kurz machen, nach Voraussetzung dessen, was wir in der Zwischenzeit durchgemacht haben.
[ 41 ] Ich weiß nicht, ob sich einige unserer Freunde erinnern an unseren Ausgangspunkt, wie wir vor vielen Jahren in Berlin — zuerst in einem kleinen Häuflein, einige sind noch darunter, die es miterlebt haben — Betrachtungen über diese Dinge angestellt haben. Versetzen wir uns auf den späteren Jupiter. Was sind die Jupiteratome? Das sind die Saturnteile des gegenwärtigen Menschen. Und Unsinn ist es, von solchen Atomen zu sprechen, wie die Physiker es tun. Dasjenige, was der Mensch auf der ganzen Erde gewinnt, geht in den Saturnmenschen hinein und wird zu Jupiteratomen. Zu sprechen davon, daß in unseren Mineralien, Tieren und Pflanzen das steckt, was der Physiker darin sucht, ist der reine Unsinn. Dasjenige, was jetzt Erdenatome sind, hat sich im Mondendasein vorbereitet, ist das, was uns zu Sonnenmenschen zubereiten wird, wie wir jetzt unseren Saturnmenschen zubereiten. Ich habe über das Atom, als zubereitet aus dem ganzen Kosmos heraus, früher einmal gesprochen. In jenen älteren Vorträgen können Sie das wiederfinden, die ganz im Anfang unseres Berliner Wirkens gehalten wurden. Jetzt kann ich es nur kurz machen, nach Voraussetzung dessen, was wir in der Zwischenzeit durchgemacht haben.
[ 42 ] Aber dasjenige auch, was unsere Sterne sind, die äußeren physischen Sterne, die physische Sonne, der physische Mond, die wir draußen im Weltenall erblicken — so wie der Physiker es ansieht, so ist es nicht. Die Physiker würden sich sehr wundern, wenn sie einmal zu der Sonne hinaufkommen könnten und da ganz und gar nicht finden würden, was sie sich konstruiert haben. Sie würden sich sehr wundern über das, was sie da zu sehen bekämen. Was man da finden würde, wenn man einmal hinauffahren könnte — zeitgemäß würde das in einem Luftballon der Zukunft, in einem Ätherballon sein —, es wäre apart, was man da finden würde. Was die Physiker konstruieren, das würde man nicht finden; ganz und gar keinen physischen Leib würde man finden. Das sieht nur so aus. Dasjenige nämlich, was uns als Sonne, Mond und Sterne umgibt, gehört zu dem Ganzen, was einmal nach der Mondenentwikkelung entstanden ist. Nach der Mondenentwickelung ist nicht nur der Mond zugrunde gegangen, sondern alles, was sichtbares Weltall ist, ist damals in die Nacht hineingegangen. Und alles, was da ist im Weltenall, gehört zur Erde eigentlich hinzu, so daß, wenn einmal die Erde untergehen wird, nicht nur Pflanzen- und Tierreich mit der Erde untergehen wird, sondern alles, was da draußen im Kosmos ist, wird mit untergehen; die gegenwärtige Form der Sterne wird untergehen in die Nacht hinein. Und dann baut sich auf, was der Jupiter sein wird. Seine Atome werden die Saturnteile der Menschen sein. Seine Umgebung wird ganz anders aussehen als unsere Erdenumgebung.
[ 42 ] Aber dasjenige auch, was unsere Sterne sind, die äußeren physischen Sterne, die physische Sonne, der physische Mond, die wir draußen im Weltenall erblicken — so wie der Physiker es ansieht, so ist es nicht. Die Physiker würden sich sehr wundern, wenn sie einmal zu der Sonne hinaufkommen könnten und da ganz und gar nicht finden würden, was sie sich konstruiert haben. Sie würden sich sehr wundern über das, was sie da zu sehen bekämen. Was man da finden würde, wenn man einmal hinauffahren könnte — zeitgemäß würde das in einem Luftballon der Zukunft, in einem Ätherballon sein —, es wäre apart, was man da finden würde. Was die Physiker konstruieren, das würde man nicht finden; ganz und gar keinen physischen Leib würde man finden. Das sieht nur so aus. Dasjenige nämlich, was uns als Sonne, Mond und Sterne umgibt, gehört zu dem Ganzen, was einmal nach der Mondenentwikkelung entstanden ist. Nach der Mondenentwickelung ist nicht nur der Mond zugrunde gegangen, sondern alles, was sichtbares Weltall ist, ist damals in die Nacht hineingegangen. Und alles, was da ist im Weltenall, gehört zur Erde eigentlich hinzu, so daß, wenn einmal die Erde untergehen wird, nicht nur Pflanzen- und Tierreich mit der Erde untergehen wird, sondern alles, was da draußen im Kosmos ist, wird mit untergehen; die gegenwärtige Form der Sterne wird untergehen in die Nacht hinein. Und dann baut sich auf, was der Jupiter sein wird. Seine Atome werden die Saturnteile der Menschen sein. Seine Umgebung wird ganz anders aussehen als unsere Erdenumgebung.
[ 43 ] Betrachten Sie das alles, so könnte ein Mensch, der dieses alles heute auffaßt, das Folgende sagen: Was bleibt also von der gegenwärtigen Welt, wenn die Erdenentwickelung zu Ende sein wird? Mineral-, Pflanzen-, Tierreiche, alles das verteilt sich, vergeht. Was der Mensch heute als Mensch gewinnt, was er heute aus der äußeren Urteilskraft bildet, das geht über in das Mineralreich des Jupiter, was er als Geisteswissenschaft gewinnt, geht hinüber als Sonnenmensch und begründet die Vegetation; was wir sprechen — die Worte — geht hinüber; was an Moralischem vorgeht, geht hinüber.
[ 43 ] Betrachten Sie das alles, so könnte ein Mensch, der dieses alles heute auffaßt, das Folgende sagen: Was bleibt also von der gegenwärtigen Welt, wenn die Erdenentwickelung zu Ende sein wird? Mineral-, Pflanzen-, Tierreiche, alles das verteilt sich, vergeht. Was der Mensch heute als Mensch gewinnt, was er heute aus der äußeren Urteilskraft bildet, das geht über in das Mineralreich des Jupiter, was er als Geisteswissenschaft gewinnt, geht hinüber als Sonnenmensch und begründet die Vegetation; was wir sprechen — die Worte — geht hinüber; was an Moralischem vorgeht, geht hinüber.
[ 44 ] Konnte nun derjenige, der der ganzen Erdenentwickelung Sinn und Richtung geben sollte, nicht ein ganz besonderes Wort aussprechen, konnte er nicht sagen: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen»? — Beginnen wir jetzt nicht zu begreifen den ganz ungeheuer tiefen Sinn der Christus-Worte: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen»? Ist das nicht wörtlich wahr?
[ 44 ] Konnte nun derjenige, der der ganzen Erdenentwickelung Sinn und Richtung geben sollte, nicht ein ganz besonderes Wort aussprechen, konnte er nicht sagen: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen»? — Beginnen wir jetzt nicht zu begreifen den ganz ungeheuer tiefen Sinn der Christus-Worte: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen»? Ist das nicht wörtlich wahr?
[ 45 ] Worte, die aus der äußeren Wissenschaft fließen und auf den Saturnmenschen wirken, die gehen hinüber und bilden die Atome des Jupiter. Worte, die der Geisteswissenschaft entspringen und auf den Sonnenmenschen wirken, die gehen hinüber und bilden die Vegetation des Jupiter; was dann auf den Träumer wirkt, das geht hinüber und bildet das Tierreich des Jupiter; und was der Mensch an Moralischem und durch Worte der Geisteswissenschaft der Zukunft gewinnt, das wird zum Menschen des Jupiter. Worte werden es sein, Gedankenweisheit wird es sein. Das wird bestehen. Was rings herum ist im Kosmos, das vergeht. «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.»
[ 45 ] Worte, die aus der äußeren Wissenschaft fließen und auf den Saturnmenschen wirken, die gehen hinüber und bilden die Atome des Jupiter. Worte, die der Geisteswissenschaft entspringen und auf den Sonnenmenschen wirken, die gehen hinüber und bilden die Vegetation des Jupiter; was dann auf den Träumer wirkt, das geht hinüber und bildet das Tierreich des Jupiter; und was der Mensch an Moralischem und durch Worte der Geisteswissenschaft der Zukunft gewinnt, das wird zum Menschen des Jupiter. Worte werden es sein, Gedankenweisheit wird es sein. Das wird bestehen. Was rings herum ist im Kosmos, das vergeht. «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.»
[ 46 ] So merken wir nach und nach, wie von dieser zentralen Werkstätte, die wir das Mysterium von Golgatha nennen, tiefe Weisheitsworte fließen. Sie fließen da her. Ich habe einmal gesagt: die ganze folgende Erdenentwickelung wird da sein, um das nach und nach zu verstehen, was der gesagt hat, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Heute versuchte ich, Ihnen aus der ganzen Geisteswissenschaft, die wir bisher getrieben haben, ein Wort zu erklären, das Christus-Wort: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Immer wiederum und wiederum werden Leute kommen, welche andere Christus-Worte aus dem, was Geisteswissenschaft zu erklären weiß, deuten werden. Vieles wird kommen müssen, um den ganzen Sinn der Christus-Worte zu verstehen, weil sie Richtworte sind, Worte, die gegeben sind aus dem Geiste, die aber erst im Laufe der Zeit aus alledem, was aufgebracht wird aus der Wissenschaft des Geistes, verstanden werden können.
[ 46 ] So merken wir nach und nach, wie von dieser zentralen Werkstätte, die wir das Mysterium von Golgatha nennen, tiefe Weisheitsworte fließen. Sie fließen da her. Ich habe einmal gesagt: die ganze folgende Erdenentwickelung wird da sein, um das nach und nach zu verstehen, was der gesagt hat, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Heute versuchte ich, Ihnen aus der ganzen Geisteswissenschaft, die wir bisher getrieben haben, ein Wort zu erklären, das Christus-Wort: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Immer wiederum und wiederum werden Leute kommen, welche andere Christus-Worte aus dem, was Geisteswissenschaft zu erklären weiß, deuten werden. Vieles wird kommen müssen, um den ganzen Sinn der Christus-Worte zu verstehen, weil sie Richtworte sind, Worte, die gegeben sind aus dem Geiste, die aber erst im Laufe der Zeit aus alledem, was aufgebracht wird aus der Wissenschaft des Geistes, verstanden werden können.
[ 47 ] Wenn wir das in ein Gefühl umsetzen, dann bekommen wir erst eine Empfindung von der ungeheuren Einzigkeit des Mysteriums von Golgatha, bekommen durch die Wahrnehmung, die aufblickt zu dem Unendlichen, jene wunderbare Erkenntnis von dem, was der Erde Sinn gibt vom Weltenanfang bis zum Weltenende — dem Mysterium von Golgatha.
[ 47 ] Wenn wir das in ein Gefühl umsetzen, dann bekommen wir erst eine Empfindung von der ungeheuren Einzigkeit des Mysteriums von Golgatha, bekommen durch die Wahrnehmung, die aufblickt zu dem Unendlichen, jene wunderbare Erkenntnis von dem, was der Erde Sinn gibt vom Weltenanfang bis zum Weltenende — dem Mysterium von Golgatha.
[ 48 ] Ich hatte heute, meine lieben Freunde, die Aufgabe, weil ja wiederum ein paar Wochen kommen werden, wo wir nicht miteinander werden sprechen können, zu sprechen von etwas, was wir in unsere Seelen aufnehmen können und in den nächsten Wochen viel, viel darüber meditieren. Ich wollte einige Gedanken in Ihre Seele legen, die Sie dann weiter ausbauen können. Das ist ja immer unsere sommerliche geisteswissenschaftliche Aufgabe gewesen, daß wir uns, was in unseren Seelen Platz gegriffen hat, weiter ausbauen und daß dadurch unsere Seelen lebendiger und reifer gemacht werden; denn nicht dadurch, daß wir Geisteswissenschaft aufnehmen wie etwas Theoretisches, nicht nur dadurch, daß wir bloß aufnehmen Ideen, kommen wir weiter in der Geisteswissenschaft, sondern dadurch, daß wir verwandeln diese Gedanken in unser ganzes Seelenleben, in unser lebendiges Empfinden. Ja, wenn wir diesen Gedanken von dem Darinnenstehen des Menschen im Makrokosmos so auf unsere Seelen wirken lassen, fühlen wir uns als Menschen in dem Ganzen darinnen. Aller Kleinmut, alle Zaghaftigkeit, alle Hoffnungslosigkeit muß schwinden gegenüber der Größe dieses Gedankens. Wir müssen uns als Menschen so erst fühlen in aller Bescheidenheit. Und alles dasjenige, was wir als Geisteswissenschaft in uns aufnehmen können und was als Lebendiges von der Geisteswissenschaft in uns wirken kann und soll — was bisher immer unser Prinzip war —, wir müssen es in der Gegenwart ganz besonders betonen; denn immer wiederum und wiederum müssen wir bei unseren Betrachtungen in der Gegenwart an dasjenige erinnern, was so mahnend dasteht in den großen Ereignissen der Zeit, immer wieder müssen wir denken an diejenigen, die uns ihre Ätherleiber zurücklassen in jungen Jahren, die eine große Hilfe sein werden für die Durchgeistigung der zukünftigen Kultur. Wenn diese Vergeistigung eintreten soll, dann müssen Seelen da sein, die etwas von diesen geistigen Zusammenhängen verstehen, die hinaufschauen in diese Welt und wissen, da oben ist nicht nur, was man im abstrakten Sinne Anziehung nennt, sondern da droben sind die lebendigen Toten, dasjenige, was sie aus ihrem eigenen Leben heraus einer Erdenmenschheit gegeben haben, die unverbrauchten Ätherleiber. Zusammenwirken werden müssen die Seelen, die etwas verstehen von diesen Dingen, deren Gedanken hinaufgehen zu dem, was herunterströmt von den unverbrauchten Ätherleibern der vor der Zeit Dahingeschiedenen.
[ 48 ] Ich hatte heute, meine lieben Freunde, die Aufgabe, weil ja wiederum ein paar Wochen kommen werden, wo wir nicht miteinander werden sprechen können, zu sprechen von etwas, was wir in unsere Seelen aufnehmen können und in den nächsten Wochen viel, viel darüber meditieren. Ich wollte einige Gedanken in Ihre Seele legen, die Sie dann weiter ausbauen können. Das ist ja immer unsere sommerliche geisteswissenschaftliche Aufgabe gewesen, daß wir uns, was in unseren Seelen Platz gegriffen hat, weiter ausbauen und daß dadurch unsere Seelen lebendiger und reifer gemacht werden; denn nicht dadurch, daß wir Geisteswissenschaft aufnehmen wie etwas Theoretisches, nicht nur dadurch, daß wir bloß aufnehmen Ideen, kommen wir weiter in der Geisteswissenschaft, sondern dadurch, daß wir verwandeln diese Gedanken in unser ganzes Seelenleben, in unser lebendiges Empfinden. Ja, wenn wir diesen Gedanken von dem Darinnenstehen des Menschen im Makrokosmos so auf unsere Seelen wirken lassen, fühlen wir uns als Menschen in dem Ganzen darinnen. Aller Kleinmut, alle Zaghaftigkeit, alle Hoffnungslosigkeit muß schwinden gegenüber der Größe dieses Gedankens. Wir müssen uns als Menschen so erst fühlen in aller Bescheidenheit. Und alles dasjenige, was wir als Geisteswissenschaft in uns aufnehmen können und was als Lebendiges von der Geisteswissenschaft in uns wirken kann und soll — was bisher immer unser Prinzip war —, wir müssen es in der Gegenwart ganz besonders betonen; denn immer wiederum und wiederum müssen wir bei unseren Betrachtungen in der Gegenwart an dasjenige erinnern, was so mahnend dasteht in den großen Ereignissen der Zeit, immer wieder müssen wir denken an diejenigen, die uns ihre Ätherleiber zurücklassen in jungen Jahren, die eine große Hilfe sein werden für die Durchgeistigung der zukünftigen Kultur. Wenn diese Vergeistigung eintreten soll, dann müssen Seelen da sein, die etwas von diesen geistigen Zusammenhängen verstehen, die hinaufschauen in diese Welt und wissen, da oben ist nicht nur, was man im abstrakten Sinne Anziehung nennt, sondern da droben sind die lebendigen Toten, dasjenige, was sie aus ihrem eigenen Leben heraus einer Erdenmenschheit gegeben haben, die unverbrauchten Ätherleiber. Zusammenwirken werden müssen die Seelen, die etwas verstehen von diesen Dingen, deren Gedanken hinaufgehen zu dem, was herunterströmt von den unverbrauchten Ätherleibern der vor der Zeit Dahingeschiedenen.
[ 49 ] Daß wir unsere Seelen durchdringen müssen von dieser Zusammenströmung des Geistigen mit dem Irdischen, vor allem mit all unseren Gedanken, mit dem, was in uns selber schon geistig ist, zum Geistigen hinaufschauen, das fasse ich zum Schlusse immer in die Worte zusammen, die auch heute den Schluß unserer Betrachtung bilden sollen:
[ 49 ] Daß wir unsere Seelen durchdringen müssen von dieser Zusammenströmung des Geistigen mit dem Irdischen, vor allem mit all unseren Gedanken, mit dem, was in uns selber schon geistig ist, zum Geistigen hinaufschauen, das fasse ich zum Schlusse immer in die Worte zusammen, die auch heute den Schluß unserer Betrachtung bilden sollen:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
