The Mystery of Death
The Nature and Significance of Central Europe
and the European National Spirits
GA 159
13 May 1915, Prague
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The Mystery of Death, tr. SOL
9. Die Beziehung des Menschen zu den Naturreichen und den Hierarchien — Zeitgeister und Volksgeister — Die mahnenden Stimmen der Toten
9. Humanity’s Relationship to the Realms of Nature and the Hierarchies — Spirit of the Age and National Spirit — The Admonishing Voices of the Dead
[ 1 ] Es ist eine schwere Zeit, in welcher wir leben, eine Zeit wirksamer mutvoller Taten und hoher Opfer auf der einen Seite, eine Zeit schwerer harter Prüfungen für die Menschenseelen auf der andern Seite. Einiges von Empfindungen anzuregen gerade mit Rücksicht auf unsere schicksaltragende Zeit, möge zum Schlusse dieser Betrachtungen dann meine Aufgabe sein. Da wir zusammensein dürfen in einer solchen Zeit, wollen wir am Schlusse unserer Betrachtungen auch gemäß dieser Zeit unsere Empfindungen gipfeln lassen. Ausgehen aber wollen wir von etwas, das uns gerade über mancherlei, das bedeutungsvoll zu unseren Seelen sprechen muß in unserer Zeit, Licht verbreiten kann.
[ 1 ] We are living in difficult times—a time of effective, courageous deeds and great sacrifices on the one hand, and a time of severe, harsh trials for the human soul on the other. Let it be my task, at the conclusion of these reflections, to stir up some feelings, particularly in light of our fateful times. Since we are able to be together in such a time, let us also allow our feelings to reach their peak at the conclusion of our reflections, in keeping with the times. But let us begin with something that can shed light on many things that must speak meaningfully to our souls in our time.
[ 2 ] Wir nennen, seitdem wir beginnen, geisteswissenschaftlich die Welt zu betrachten, die vier Glieder unserer Menschennatur: physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Und wir wissen, daß das Ich oder vielmehr dasjenige in der menschlichen Wesenheit, das wir Ich benennen, durch das wir das Ich ausdrücken, das jüngste, aber auch für uns bedeutsamste Glied der menschlichen Wesenheit ist. Denn wäre der Mensch durch die Folge von Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit nur bestehend aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib, so wäre er eben nicht Mensch. Der Mensch ist Mensch dadurch, daß er während der Erdenzeit durch die Geister der höheren Hierarchien sein Ich erhalten hat und daß er nun während der Erdenzeit dieses Ich sich im Laufe der aufeinanderfolgenden Inkarnationen weiter entwickelt durch verschiedene Menschengemeinschaften, durch Völker und Zeiträume hindurch, bis die Erde am Ziel ihrer Entwickelung angelangt sein wird und bis der Mensch dadurch, daß er sein Ich vollständig entwickelt haben wird, sein Erdenziel auch erreicht haben wird. Nun wissen wir aber auch, daß es höhere geistige Wesenheiten gibt — wir gebrauchen dafür das Wort «höhere» —, die höheren Hierarchien angehören, die gewissermaßen über dem Menschen stehen. Wir sprechen von der Hierarchie der Engel, Angeloi, von der Hierarchie der Erzengel, Archangeloi, der Archai oder Zeitgeister und so weiter nach aufwärts steigend. Wir bezeichnen sie durch diese Namen, wir könnten ebensogut andere Namen gebrauchen, aber die Namen sind einmal im Abendlande eingeführt.
[ 2 ] Ever since we began to view the world from a Spiritual Science perspective, we have identified the four aspects of our human nature: the physical body, the etheric body, the astral body, and the I. And we know that the ego—or rather, that aspect of the human being we call the ego, through which we express the ego—is the youngest, yet also the most significant aspect of the human being. For if, through the succession of the Saturn, Sun, and Moon eras, the human being consisted only of a physical body, an etheric body, and an astral body, then he would simply not be human. Human beings are human because, during their time on Earth, they have received their ego through the spirits of the higher hierarchies, and because this ego continues to develop throughout successive incarnations—through various human communities, peoples, and eras—until the Earth has reached the goal of its evolution and until human beings, having fully developed their ego, will also have reached his earthly goal. Now, however, we also know that there are higher spiritual beings—we use the word “higher” for this—who belong to the higher hierarchies, which, so to speak, stand above human beings. We speak of the hierarchy of angels, Angeloi, of the hierarchy of archangels, Archangeloi, of the Archai or spirits of the ages, and so on, ascending upward. We designate them by these names; we could just as well use other names, but these names have already been established in the West.
[ 3 ] Wir wollen uns nun einmal vor die Seele führen, wie wir uns denn eigentlich diese geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien im Verhältnis zu dem, was der Mensch hier auf der Erde ist, vorstellen können. Wir gehen davon aus, was der Mensch hier auf der Erde in seinem Umkreis hat. Wir wissen, es ist das Mineralreich, das Pflanzenreich und das Tierreich, und der Mensch muß sich selber nach alledem, was er beobachten kann, wie er sich findet, das Menschenteich selbst als das höchste Reich betrachten. So daß wir sagen können: Wenn wir die sichtbaren Reiche auf der Erde hier nehmen, so haben wir als solche das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenteich. Über diesen Reichen, gewissermaßen wie eine Fortsetzung nach oben, erscheint das Reich der Angeloi, der Archangeloi, der Archai und so weiter. Wir können uns einfach vorstellen, daß die Reiche mit dem Menschenreich nicht abgeschlossen sind, sondern sich auch nach oben weiter erstrecken, nur daß die höheren Reiche nicht gesehen werden können mit den Sinnen, welche die äußeren Sinne sind.
[ 3 ] Let us now consider how we might actually create a mental image of these spiritual beings of the higher hierarchies in relation to what human beings are here on Earth. We will start with what human beings have around them here on Earth. We know there is the mineral kingdom, the plant kingdom, and the animal kingdom, and based on all that a human being can observe and how they find themselves, they must regard the human kingdom itself as the highest kingdom. So we can say: If we take the visible kingdoms here on Earth, we have the mineral kingdom, the plant kingdom, the animal kingdom, and the human kingdom. Above these kingdoms, as it were a continuation upward, appears the kingdom of the Angeloi, the Archangeloi, the Archai, and so on. We can simply create a mental image of the kingdoms not ending with the human kingdom, but extending further upward as well, only that the higher kingdoms cannot be seen with the senses, which are the external senses.
[ 4 ] Allein es könnte auffällig erscheinen, daß, wenn wir hinaufgehen vom Mineral-, Pflanzen- und Tierreich zum Menschenteich, dann auf einmal über dem Menschenreich die Unsichtbarkeit beginnt. Es wird das aber nur so lange auffällig sein, als man nicht bedenkt, daß die Tiere — für den ist das ganz klar, der sich ganz in das tierische Anschauungsvermögen versetzen kann — den Menschen nicht so sehen, wie der eine Mensch den andern sieht. Wenn die Tiere reden könnten, würden sie von sichtbaren Reichen nur sprechen als von Mineral-, Pflanzen- und Tierreich; sie würden sich selber als das höchste sichtbare Reich betrachten. Daß die Tiere den Menschen so sehen, wie ein Mensch den andern, ist nur ein Vorurteil. Für die Tiere sind wir Menschen wirklich von einem übersinnlichen, gespensterhaften Dasein; und wenn die Tiere nur solche Wahrnehmungen hätten, wie wir sie haben, so würden sie die Menschen nicht sehen, sondern sie wären für sie so unsichtbar wie für die Menschen das Reich der Engel. Nur weil sie eine gewisse Art von traumhaftem Hellsehen haben, so sehen die Tiere den Menschen als Gespenst, als ein übersinnliches Wesen. Von dem Bild, das ein Tier vom Menschen hat, kann sich der Mensch als solcher unmittelbar keine Vorstellung machen. Dafür allerdings sehen die Tiere auch nach unten etwas, oder besser gesagt, nehmen nach unten etwas wahr, was der Mensch nach unten nicht mehr wahrnimmt. Nämlich die Tiere nehmen nicht nur so wahr, wie der Mensch die mineralische Welt wahrnimmt, sondern sie nehmen noch — besonders stark die niederen Tiere — etwas ganz anderes wahr. Wenn ein Tier, ich will sagen, eine Schnecke über den Boden kriecht, dann nimmt sie die ganze Eigentümlichkeit des Bodens wahr. Das würde den Menschen fortwährend stören, wenn er, indem er über den Erdboden geht, diesen so wahrnehmen würde wie eine Schnecke oder selbst eine Schildkröte. Mit den höheren Tieren, die warmes Blut haben, ist es etwas anderes, aber gerade die niederen Tiere nehmen wirklich die ganze Eigentümlichkeit des Bodens wahr, auf dem sie kriechen. Sie nehmen die ganze Eigentümlichkeit der Luft wahr, sie nehmen alles, was um sie herum ist, in einer ganz andern Weise wahr als der Mensch. Das Tier weiß, ob es sich über einen Boden, der Moorboden ist, oder ob es sich über einen Sandboden hinbewegt, denn es nimmt die ganze Eigentümlichkeit des Bodens in sich wahr. Und zwar ist das so ähnlich, wie wir die Dinge in unserer Umgebung hören. Alle mineralische Welt ist in einem feinen Erzittern von Kräften durchsetzt, die der Mensch nicht wahrnimmt. Dieses feine Erzittern, diese Kräfte nimmt das Tier so wahr, daß es das eine als sympathisch empfindet, das andere nicht. Wenn das Tier zum Beispiel von einer Bodenart zur andern umkehrt, so ist es nicht so, daß das Tier es sieht wie der Mensch, sondern weil ihm etwas schmerzlich ist, weil die feinen Bewegungen in ihm nachklingen, weil es sich wie dazugehörig fühlt. Das ist eine Art von instinktivem Hören, wie ein Mithören dessen, was in dem Boden vorgeht, oder das ist wie ein Riechen. So daß wir sagen können: Das Tier nimmt ein Elementarreich wahr und läßt vom Menschen an schon eine höhere Hierarchie gelten. — Wir sind also mitten hineingestellt in die Welt, die wir als die äußere Sinnenwelt, die äußeren Reiche der Sinnenwelt kennen, und die Welt der höheren Hierarchien. Die niederen sichtbaren Hierarchien nennen wir die Naturreiche, die unsichtbaren nennen wir die höheren Hierarchien.
[ 4 ] It might seem striking, however, that as we ascend from the mineral, plant, and animal kingdoms to the human kingdom, invisibility suddenly begins above the human kingdom. But this will only seem strange as long as one does not consider that animals—and this is quite clear to anyone who can fully put themselves in the animal’s perspective—do not see humans the way one human sees another. If animals could speak, they would speak of visible kingdoms only as the mineral, plant, and animal kingdoms; they would regard themselves as the highest visible kingdom. That animals see humans as one human sees another is merely a prejudice. To animals, we humans truly have a supernatural, ghostly existence; and if animals had only the kind of perceptions we have, they would not see humans, but humans would be as invisible to them as the realm of angels is to humans. It is only because they possess a certain kind of dreamlike clairvoyance that animals see humans as ghosts, as supernatural beings. Humans, as such, cannot immediately form a mental image of the image an animal has of a human. On the other hand, however, animals also see something downward—or rather, perceive something downward—that humans no longer perceive downward. Namely, animals do not merely perceive the mineral world as humans do, but they also perceive—especially the lower animals—something entirely different. When an animal, say a snail, crawls across the ground, it perceives the entire nature of the ground. It would constantly disturb a human being if, while walking across the ground, they were to perceive it in the same way as a snail or even a turtle. With the higher animals, which have warm blood, it is somewhat different, but it is precisely the lower animals that truly perceive the entire character of the ground on which they crawl. They perceive the full character of the air; they perceive everything around them in a completely different way than humans do. The animal knows whether it is moving over boggy ground or over sandy ground, for it perceives the full character of the ground within itself. And this is similar to how we hear the things in our surroundings. The entire mineral world is permeated by a subtle quivering of forces that humans do not perceive. The animal perceives this subtle quivering, these forces, in such a way that it finds one pleasant and the other not. When the animal, for example, moves from one type of soil to another, it is not that the animal sees it as a human does, but because something is painful to it, because the subtle movements resonate within it, because it feels as though it belongs there. This is a kind of instinctive hearing, like eavesdropping on what is happening in the soil, or it is like a sense of smell. So that we can say: The animal perceives an elemental realm and, starting with the human being, already acknowledges a higher hierarchy. — We are thus placed right in the midst of the world we know as the outer sensory world, the outer realms of the sensory world, and the world of the higher hierarchies. We call the lower visible hierarchies the natural realms; we call the invisible ones the higher hierarchies.
[ 5 ] Nun wissen wir aber auch, daß ein solches Wesen der höheren Hierarchien, zum Beispiel ein Angelos, auch einmal die Stufe der Menschheit durchgemacht hat. Das war, während die Erde die alte Mondenzeit durchmachte. Da war der Mensch noch nicht Mensch; denn er hatte kein Ich; er war erst auf der Vorbereitungsstufe der Menschheit und hatte als höchstes Glied seiner Wesenheit den Astralleib. Die Wesenheiten, die zur Hierarchie der Angeloi gehören, hatten während der.alten Mondenzeit ihre menschliche Stufe durchgemacht. Und die Geister, zu denen wir uns wenden als den schützenden Geistern des einzelnen Menschen, das sind diese Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, von denen jedem gleichsam ein Mensch zugeteilt ist. «Geister Eurer Seelen» sind diejenigen, die unmittelbar in der Hierarchie über dem Menschen stehen, die wirklich ihre schützenden Schwingen, symbolisch gesprochen, über die Menschen hin wirken lassen, und zwar über das einzelne menschliche Individuum wirken lassen.
[ 5 ] But we also know that such a being of the higher hierarchies, for example an Angelos, once passed through the stage of humanity. This was during the Earth’s ancient Lunar Age. At that time, human beings were not yet truly human; for they had no ego; they were only at the preparatory stage of humanity and possessed the astral body as the highest member of their being. The beings belonging to the hierarchy of the Angeloi had passed through their human stage during the ancient Lunar Age. And the spirits to whom we turn as the guardian spirits of the individual human being are these beings from the hierarchy of the Angeloi, to each of whom a human being is, as it were, assigned. “Spirits of your souls” are those who stand immediately above human beings in the hierarchy, who truly extend their protective wings, symbolically speaking, over human beings—and specifically over the individual human being.
[ 6 ] Dann kommen wir zu der Hierarchie der Archangeloi. Die waren auch einmal Menschen. Während der alten Sonnenzeit waren die Wesenheiten, die wir heute Archangeloi nennen, auf der Menschenstufe. Sie waren nicht so gestaltet wie heute die Menschen, selbstverständlich nicht, ganz anders waren sie gestaltet, aber sie waren dazumal auf ihrer Menschenstufe. Wir dürfen uns nicht vorstellen, daß während der alten Sonnenzeit die Archangeloi so ausgesehen haben wie heute die Menschen, aber in bezug auf ihre Entwickelung waren sie dazumal auf ihrer Menschheitsstufe. Und ebenso waren die Geister der Persönlichkeit oder Zeitgeister während der alten Saturnzeit auf ihrer Menschenstufe.
[ 6 ] Then we come to the hierarchy of the Archangels. They, too, were once human beings. During the ancient Sun Age, the beings we now call Archangels were at the human stage. They were not shaped like humans are today—of course not; they were shaped quite differently—but at that time they were at their human stage. We must not form a mental image of how the Archangels looked during the ancient Sun Age, but in terms of their development, they were at the human stage back then. And likewise, the spirits of personality or time spirits were at their human stage during the ancient Saturn Age.
[ 7 ] Nun, nehmen wir herausgreifend einmal diese Geister, die wir bezeichnen als Archangeloi. Da haben wir solche Geister als Archangeloi, welche während der alten Sonnenzeit durchgemacht haben ihre Menschheitsstufe, die aufgestiegen sind zu der Stufe der Engel während der Mondenzeit, und die heute zur Stufe der Archangeloi aufgestiegen sind. Diese geistigen Wesenheiten wollen wir zunächst einmal, als zwei Stufen über uns stehend, gleichsam hingestellt sein lassen vor unsere Seelen; später werden wir darauf zurückkommen. Dann haben wir die geistigen Wesenheiten, welche während der alten Saturnzeit Menschen waren, sie sind heute Geister der Zeit, sie stehen drei Stufen über uns. Wir wollen sie wiederum hingestellt sein lassen. Und jetzt wollen wir unser Verhältnis gerade zu diesen beiden Arten von geistigen Wesenheiten betrachten.
[ 7 ] Well, let us take, for example, these spirits whom we refer to as Archangels. We have such spirits as Archangels who passed through their human stage during the ancient Sun era, who ascended to the stage of angels during the Moon era, and who have now ascended to the stage of Archangels. Let us first place these spiritual beings, standing two stages above us, before our souls, as it were; we will return to this later. Then we have the spiritual beings who were human beings during the ancient Saturn era; today they are spirits of time, standing three levels above us. Let us again place them before us. And now let us consider our relationship specifically to these two kinds of spiritual beings.
[ 8 ] Wenn der Mensch eine Inkarnation durchmacht — also nehmen wir an, heute in unseren Erdenleibern leben wir in einer Inkarnation —, dann stehen über uns Geister, die wir zu der Hierarchie der Engel, dann Geister, die wir zu der Hierarchie der Archangeloi, und solche, die wir zu der Hierarchie der Archai, Zeitgeister oder Geister der Persönlichkeit rechnen. Die machen aber auch ihrerseits eine EntwickeJung durch. Greifen wir einmal heraus die Archai, die Geister der Persönlichkeit oder Geister der Zeit. Wir machen also unsere Inkarnation durch, gehen dann durch die Pforte des Todes, gehen nach dem Tode in eine geistige Welt ein, machen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt eine gewisse rein geistige Entwickelung durch und kommen dann durch eine neue Geburt wiederum in ein Erdendasein. Nun können wir fragen: Wovon hängt das ab, ob wir uns nach einer gewissen Anzahl von Jahren wiederum auf die Erde herunterbewegen? In öffentlichen Vorträgen wird diese Frage öfter aufgeworfen. Man kann dann von gewissen Gesichtspunkten aus schon eine Antwort geben, aber intim in unseren Zweigen sprechend können wir eine sachlichere, mehr auf das Reale hindeutende Antwort geben.
[ 8 ] When a human being goes through an incarnation—that is, let us assume that today, in our earthly bodies, we are living in an incarnation—then there are spirits above us whom we count among the hierarchy of angels, then spirits whom we count among the hierarchy of archangels, and those whom we count among the hierarchy of archai, spirits of the age, or spirits of personality. But they, too, undergo their own development. Let us focus for a moment on the Archai, the spirits of personality or spirits of the age. So we go through our incarnation, then pass through the gate of death, enter a spiritual world after death, undergo a certain purely spiritual development between death and a new birth, and then, through a new birth, return to an earthly existence. Now we may ask: What determines whether we descend back to Earth after a certain number of years? This question is often raised in public lectures. From certain perspectives, one can already offer an answer, but speaking intimately within our circles, we can provide a more objective answer that points more toward reality.
[ 9 ] Während wir hier im physischen Leibe leben, hat der Zeitgeist eine ganz bestimmte Entwickelungsstufe. Er tut irgend etwas, was mit der Entwickelung der Menschen auf Erden zusammenhängt, und er macht seinerseits eine Entwickelung durch. Wenn dieser Zeitgeist im Laufe einer Entwickelung soweit gekommen ist, daß wir alle von ihm haben in uns einfließen lassen, was er seinerseits da oben durchmacht, durchgemacht hat, dann sind wir gewissermaßen reif, zu einer Erdeninkarnation hinunterzukommen. Und wenn er seinerseits wiederum eine Stufe weitergekommen ist und wir uns durch die geistigen Welten entwickelt haben bis zu einer gewissen Stufe, können wir wiederum in eine Erdenentwickelung eintreten. Verstehen wir uns in dieser Beziehung gut. Sehen wir zunächst einmal von unserer eigenen Entwickelung ab. Sehen wir, wie da in einer sehr langen Zeitperiode der Geist der Zeit seine Entwickelung durchmacht.
[ 9 ] While we live here in our physical bodies, the Zeitgeist is at a very specific stage of development. It is doing something connected to the development of humanity on Earth, and it, too, is undergoing its own development. When, in the course of its development, this spirit of the age has reached the point where we have all allowed it to flow into us—what it is experiencing or has experienced up there—then we are, so to speak, ready to descend into an earthly incarnation. And when it, in turn, has advanced another stage and we have developed through the spiritual worlds to a certain level, we can once again enter into an earthly evolution. Let us understand each other well in this regard. Let us first set aside our own development. Let us see how, over a very long period of time, the spirit of the age undergoes its development.
[ 10 ] Ich will das Folgende sagen: Wenn wir die Entwickelung der Erdenmenschheit so betrachten, daß wir zurückgehen bis zu der Begründung des alten Rom, etwa achthundert Jahre vor dem Mysterium von Golgatha — wenn wir also bis zur Begründung von Rom zurückgehen —, dann finden wir, daß da ein bestimmter Zeitgeist mit seiner Entwickelung einsetzte. Vorher war ein anderer Zeitgeist leitend und lenkend die Geschicke der Erde. Und dieser Zeitgeist, der dazumal gewissermaßen als Zeitgeist die Führung der Erde übernommen hatte in ihrer geistigen Entwickelung, war bis ins 16. Jahrhundert hinein führend. So lange führt ein Zeitgeist die Geschicke der Erde, Seit jener Zeit, also seit dem 16. Jahrhundert, ist ein anderer Zeitgeist da. Wir haben es also da mit zwei Zeitgeistern zu tun. Der Mensch, der zum Beispiel im 3. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha in irgendeiner Inkarnation auf der Erde war, machte dasjenige durch, was dieser Zeitgeist für die Erde bewirkte. Für die Zeit nach seinem Tode, wenn dieser Mensch im 3. Jahrhundert gestorben ist, oder auch im 2. Jahrhundert, kann ihm der Zeitgeist zunächst nichts geben. Was er ihm hat geben können, das hat er ihm gegeben. Jetzt muß der Zeitgeist erst wiederum seinerseits eine Reihe von Jahren durchmachen, bis er dem Menschen etwas Neues geben kann. Dann kommt dieser Mensch, der zwischen Tod und Geburt in einer geistigen Welt gewesen ist, wiederum auf die Erde herunter, wenn der Geist ihm etwas Neues geben kann. Nun ist es allerdings so eingerichtet, daß der Mensch im Durchschnitt eigentlich mehrmals kommt, denn der Zeitgeist ist nicht in der Lage, dem Menschen immer alles zu geben, was er ihm geben könnte, wegen der Unvollkommenheit der Menschen. Dadurch kommt der Mensch mehrmals in der Zeit, in der ein Zeitgeist sich entwickelt. Aber im wesentlichen hängt es doch davon ab, daß die Zeitgeister die aufeinanderfolgenden Inkarnationen der Menschen regeln. Nun regeln aber die Zeitgeister ihrerseits diesen ganzen Lauf der menschlichen Geschicke dadurch, daß sie gleichsam Untergebene haben. Und das sind die Erzengel. Solche Erzengel regieren gewissermaßen in untergeordneten Stellungen viel kürzere Zeit als die Zeitgeister. Während die Zeitgeister so lange regieren, wie ich es vorhin angeführt habe, wir also einen Zeitgeist von der Gründung Roms bis ins 16. Jahrhundert annehmen können, regieren die Geister, die wir zur Hierarchie der Erzengel rechnen, nur etwa zwischen drei und vier Jahrhunderten. Sie wechseln so ab, daß etwa sechs oder sieben hintereinander kommen, während ein Zeitgeist regiert. So daß wir um die Zeit, in der das Mysterium von Golgatha stattfindet, zuerst die Regierung in der geistigen Entwickelung desjenigen Erzengels haben, den wir bezeichnen mit dem Namen Oriphiel. Dann kommt die Regierung des Anael, dann die Regierung des Zachariel, des Raphael, des Samael, des Gabriel; und jetzt seit dem Jahre 1879 haben wir die Regierung desjenigen Erzengels, den wir als Michael bezeichnen. Also wir haben, wenn wir die geistigen Welten anschauen, gleichsam die höhere Regierung der Zeitgeister und darunterstehend, aufeinanderfolgend in der Zeitenfolge, die Regierungen von Erzengeln. Weil der Mensch nicht alles aufnehmen kann, was ihm der Zeitgeist geben würde, so nimmt er es nicht direkt aus der Hand des Zeitgeistes, sondern aus der Hand des Erzengels, der weniger höheren Macht. Halten wir also fest: Unmittelbar unsere persönlichen Schützer gehören in die Hierarchie der Angeloi. Darüber stehen diejenigen, die mehr die Menschen im Zusammenhang der Menschen regeln. Und über ihnen stehen die Archai oder Geister der Persönlichkeit oder Zeitgeister.
[ 10 ] I would like to say the following: If we look at the development of humanity on Earth by going back to the founding of ancient Rome, some eight hundred years before the Mystery of Golgotha—that is, if we go back to the founding of Rome—we find that a certain Zeitgeist began to take shape there. Before that, a different Zeitgeist had been guiding and directing the destiny of the Earth. And this spirit of the age, which at that time had, so to speak, taken over the leadership of the Earth in its spiritual development, remained dominant well into the 16th century. A spirit of the age guides the destiny of the Earth for that long. Since that time, that is, since the 16th century, a different spirit of the age has been present. We are thus dealing with two spirits of the age. The human being who, for example, was on Earth in some incarnation in the 3rd century before the Mystery of Golgotha, experienced what this spirit of the age brought about for the Earth. For the time after his death—whether this person died in the 3rd century or even in the 2nd century—the spirit of the age can initially give him nothing. What it could give him, it has given him. Now the time spirit must in turn go through a series of years before it can give the human being something new. Then this human being, who has been in a spiritual world between death and birth, comes down to Earth again when the spirit can give him something new. Now, however, it is arranged so that on average a person actually comes several times, for the time spirit is not able to always give the person everything it could give them, due to the imperfection of human beings. Consequently, the person comes several times during the period in which a time spirit is developing. But essentially it depends on the fact that the time spirits govern the successive incarnations of human beings. Now, however, the spirits of the age in turn govern this entire course of human destiny by having, so to speak, subordinates. And these are the archangels. Such archangels, in a sense, reign in subordinate positions for much a shorter time than the spirits of the age. While the spirits of the age reign for as long as I mentioned earlier—so we can assume a spirit of the age from the founding of Rome until the 16th century—the spirits we count among the hierarchy of archangels reign for only about three to four centuries. They alternate in such a way that about six or seven come in succession while a time spirit reigns. So that around the time the Mystery of Golgotha takes place, we first have the reign in the spiritual development of that archangel whom we designate by the name Oriphiel. Then comes the reign of Anael, then the reign of Zachariel, Raphael, Samael, and Gabriel; and now, since the year 1879, we have the reign of the archangel we call Michael. So when we look at the spiritual worlds, we have, as it were, the higher rule of the spirits of the age, and beneath them, in succession through the ages, the rule of the archangels. Because human beings cannot take in everything that the spirit of the age would give them, they do not receive it directly from the hand of the spirit of the age, but from the hand of the archangel, who possesses a lesser degree of higher power. Let us therefore note: Our personal guardians belong directly to the hierarchy of the Angeloi. Above them are those who govern human beings more in the context of human society. And above them are the Archai, or spirits of personality, or spirits of the age.
[ 11 ] Wenn ich so rede, handelt es sich immer um diejenigen Wesenheiten, welche wirklich regelrecht ihre Entwickelung durchgemacht haben. Aber nicht alle Geister machen regelmäßig ihre Entwickelung durch. Es gibt wirklich geistige Wesenheiten, die während der Saturnzeit schon Archai gewesen sind, die aber auf der Stufe der Archai, also auf der damaligen Stufe zurückgeblieben sind. Sie sind also jetzt während der Erdenentwickelung über ihre Saturnstufe nicht hinausgekommen. Sie sind in Wirklichkeit nicht aufgestiegen zur Stufe der regelmäßigen Entwickelung. Sie haben ihren Menschencharakter beibehalten, sind auf der einen Seite übersinnliche Saturnwesen, stehen aber auf der Stufe der Menschheit. Ebenso gibt es Wesen aus der Hierarchie der Archai, die auf der Sonne auf der Menschenstufe stehen blieben und jetzt in der übersinnlichen Welt noch als Menschen dastehen. Diese Wesenheiten bezeichnen wir ja mit einem Sammelnamen als luziferische Wesenheiten, die also zurückgeblieben sind, oder aber als ahrimanische Wesenheiten. Auf den Unterschied zwischen luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten können wir uns heute nicht einlassen. Es sind zurückgebliebene Geister.
[ 11 ] When I speak in this way, I am always referring to those beings who have truly and properly undergone their evolution. But not all spirits undergo their evolution in a regular manner. There are indeed spiritual beings who were already Archai during the Saturn period, but who remained at the stage of the Archai—that is, at the stage they were at back then. Thus, during Earth’s evolution, they have not progressed beyond their Saturn stage. In reality, they have not ascended to the stage of regular evolution. They have retained their human character; on the one hand, they are supersensible Saturn beings, yet they remain at the level of humanity. Likewise, there are beings from the hierarchy of the Archai who remained at the human level on the Sun and now still stand as human beings in the supersensible world. We refer to these beings collectively as Luciferic beings, who have thus remained behind, or as Ahrimanic beings. We cannot go into the difference between Luciferic and Ahrimanic beings today. They are spirits who have remained behind.
[ 12 ] Nun müssen wir uns die Frage beantworten: Wie empfängt der Mensch, hier in seiner Erdeninkarnation stehend, den Einfluß der Geister, die regelrecht fortgeschritten sind, der Zeitgeister, Archai, und der Archangeloi, die ihre Diener sind? Übersinnlich sind diese Wesenheiten — der Mensch kann zu ihnen nicht in eine solche Beziehung treten wie zur sinnlichen Welt. Daher weiß der Mensch in der Regel nicht, wenn er sich bloß auf die Sinneswelt verläßt, daß er hineingestellt ist in eine Entwickelung, die über ihm lenken die Archai und Archangeloi. Er weiß es nicht; aber in all das, was sein Wesen ist, greifen diese übersinnlichen Wesenheiten ein. Nun gehören auch diejenigen geistigen Wesenheiten, die wir Volksgeister nennen, die also die ganzen Völker lenken, in die Reihe der Archangeloi, der Erzengel. Und insofern wir dasjenige, was wir sind, dem Volke verdanken, dem wir angehören, müssen wir das, was uns das Volkswesen gibt, als eine Gabe des entsprechenden Wesens aus der Hierarchie der Archangeloi ansehen. Es ist die Inspiration der Archangeloi, welche uns zukommt dadurch, daß wir in ein Volk hineingestellt sind. Nun brauchen wir “nur zu bedenken, was es für den Menschen bedeutet, daß er in ein Volk hineingestellt ist. Mit dem Volkstum fließen ja geistige Eigenschaften, aber auch Gewohnheiten; es fließt eine ganz bestimmte Konfiguration des Wesens in den Menschen hinein. Man kann sich gar nicht vorstellen, daß man das, was man in einer Inkarnation ist, anders geworden wäre als dadurch, daß man es geworden ist durch die Gabe des Volksgeistes — also in Wirklichkeit durch die Gabe einer Erzengelwesenheit.
[ 12 ] Now we must answer the question: How does the human being, standing here in his earthly incarnation, receive the influence of the spirits who are truly advanced—the spirits of the age, the Archai, and the Archangeloi, who are their servants? These beings are supersensory—human beings cannot enter into a relationship with them in the same way as with the sensory world. Therefore, if they rely solely on the sensory world, human beings generally do not know that they are situated within a process of development guided by the Archai and Archangeloi. They do not know it; yet these supersensory beings intervene in everything that constitutes their being. Now, those spiritual beings we call national spirits—who thus guide entire peoples—also belong to the order of the Archangeloi, the Archangels. And insofar as we owe what we are to the people to whom we belong, we must regard what the national entity gives us as a gift from the corresponding being within the hierarchy of the Archangeloi. It is the inspiration of the Archangels that comes to us through our being placed within a people. Now we need “only to consider what it means for a human being to be placed within a people. For along with national character flow spiritual qualities, but also habits; a very specific configuration of being flows into the human being. One cannot even form a mental image of what one is in an incarnation becoming anything other than what it has become through the gift of the national spirit—that is, in reality, through the gift of an archangelic being.
[ 13 ] Außer dem, daß wir innerhalb eines Volkstums stehen und also, von einem Erzengelwesen inspiriert, gewisse Konfigurationen unseres ganzen Seins empfangen, stehen wir in der Entwickelung der Gesamtmenschheit. Und da unterstehen wir den Intuitionen, in die uns hineinleitet der Zeitgeist aus der Hierarchie der Archai. Sie müssen dabei bedenken, daß wir heute in unserer jetzigen Geisteskultur etwas empfangen, was wiederum über alle Volksdifferenzierung hinausgeht; was wir dadurch haben, daß wir vom 19. ins 20. Jahrhundert hineinleben, was wir nicht gehabt hätten, wenn wir während der römischen oder griechischen Zeit gelebt hätten. Das verdanken wir dem Zeitgeist. Und man kann streng unterscheiden: Zeitgeistgabe und Volksgeistgabe. Wenn nun aber nur das wäre, was regelmäßige Entwickelung des Menschen ist, was regelmäßige Entwickelung des Angelos, des Archangelos, was regelmäßige Entwickelung des Zeitgeistes ist, dann würden wir, jeder einzelne, die Gabe stets von unserem Zeitgeist und von unserem entsprechenden Volksgeist empfangen und würden uns durch den Empfang dieser Gabe entwickeln. Die Menschen auf der Erde würden sich nebeneinander entwickeln. Alle Angehörigen verschiedener Völker über die Erde hin würden die Gabe der Volksgeister auf der Erde empfangen so, wie wenn in einem Saal fünf Bilder ganz verschieden voneinander hängen würden, die Verschiedenes darstellen, aber das eine Bild nicht im geringsten das andere stören würde. So würden einzelne Menschen nebeneinander auf der Erde die Gabe ihrer Volksgeister empfangen. Sie würden sich nicht stören, wenn alle Entwickelung regelmäßig vor sich gegangen wäre. Aber da sind zurückgebliebene Wesenheiten. Unter den lenkenden Archangeloiwesen sind solche, die ihre Entwickelung richtig auf der Sonne begonnen haben und bis zur Erdenzeit richtige Archangeloi geworden sind, aber auch solche, die auf der Sonnenstufe stehengeblieben sind, die im Grunde erst auf der Stufe von Menschen sind. Diese Wesenheiten also stehen auf derselben Stufe wie die Volksgeister, und doch wiederum sind sie hinter ihnen zurückgeblieben, haben erst die Eigenschaften von unsichtbaren übersinnlichen Menschen, nicht von Archangeloi. Sie sind zurückgeblieben, diese Wesenheiten. Sie machen in einer gewissen Weise dieselben Ansprüche an die Welt wie die Archangeloi, aber sie haben ja die Stufe der Archangeloi auf der Erde nicht erreicht. Daher müssen sie in gewisser Weise mit denselben Kräften wirken wie auf der Sonne. Die Folge davon ist, daß sie den Menschen anstatt wie Archangeloi, wie Menschen ergreifen, wie unsichtbare Menschen, die hineinfahren in die Menschennatur, die den Menschen nicht von oben lenken, sondern hineinfahren in die Menschennatur. Und von diesen Geistern, die also in gewisser Weise in Konkurrenz treten mit den wirklich führenden Volksgeistern, kommt es, daß die Völker einander befehden, nicht miteinander auf der Erde in Frieden leben. Der Mensch würde gar nicht versucht sein, seine Persönlichkeit, sein Menschentum mit seinem Volkstum zu identifizieren, sondern er würde das Volkstum wie etwas betrachten, was ihn geistig nährt. Er würde aber nicht streitmäßig für sein Volkstum eintreten, nicht seine Persönlichkeit damit identifizieren. Der Mensch würde nicht sagen, ich bin der oder der Nationalität, sondern: Die Nationalität ist da, und ich muß, weil ich nun eben in sie hineingeboren bin, auf dem Umweg durch diese Nationalität meine geistige Nahrung ziehen. — Aber indem der Erzengel ihn dazu aneifert, so zu denken, kommt der andere, der eigentlich auf der Stufe der Menschheit steht und im Grunde ein luziferischer Geist ist, und führt ihn in die Nationalität hinein. Und die Folge davon ist, daß nicht dasjenige, was erzengelhaft ist, als Gabe auf den Menschen herabkommt, sondern daß der Mensch sich mit dem Volkstum identifiziert wie mit einer ganz persönlichen Angelegenheit, und dadurch kommt dieser Streit der Nationalitäten auf der Erde. Darüber müssen wir uns durchaus klar sein: Weil wir nicht nur sozusagen uns in den Einfluß des führenden Erzengels setzten, sondern auch in die Beeinflussung des stehengebliebenen, des zurückgebliebenen Erzengels, identifizieren wir uns in der Art mit der Nationalität, wie wir das auf der Erde tun. Darin besteht gerade das Geisteswissenschaftliche im Empfinden, daß wir uns als Menschen hinauszuheben verstehen über das bloß Nationale, um zum allgemeinen Menschentum den Zugang zu finden. Dann können wir im eminentesten Sinne national sein. So wie der einzelne Mensch das eine und der andere etwas anderes als Kunst betreiben kann, und der eine, indem er die seine Kunst betreibt, nicht der Gegner des andern zu sein braucht, so brauchte nicht der eine national der Gegner des andern zu sein, wenn es keine in der Entwickelung zurückgebliebene Erzengelwesen gäbe, die die Identifizierung bewirken. Das muß man durchaus voraussetzen, wenn man überhaupt von dem sprechen will, was der Menschenentwickelung mit Bezug auf das Nationale oder sonstige Differenzierungen zugrunde liegt.
[ 13 ] In addition to being part of a national culture—and thus, inspired by an archangelic being, receiving certain configurations of our entire being—we are also part of the evolution of humanity as a whole. And in this context, we are subject to the intuitions into which the spirit of the age, emanating from the hierarchy of the Archai, leads us. You must bear in mind that in our present spiritual culture we receive something that in turn transcends all national distinctions; something we possess by virtue of living from the 19th into the 20th century, something we would not have had had we lived during the Roman or Greek eras. We owe this to the spirit of the age. And one can make a strict distinction: the gift of the Zeitgeist and the gift of the national spirit. But if this were merely the regular development of the human being, the regular development of the Angel, the Archangel, the regular development of the Zeitgeist, then each of us would constantly receive the gift from our Zeitgeist and from our corresponding national spirit and would develop through the reception of this gift. The people on Earth would develop side by side. All members of various peoples across the Earth would receive the gift of the national spirits on Earth, just as if five pictures, entirely different from one another and depicting different things, were hanging in a hall, yet one picture would not disturb the other in the slightest. Thus, individual human beings would receive the gift of their national spirits side by side on Earth. They would not disturb one another if all development had proceeded regularly. But there are beings who have fallen behind. Among the guiding Archangeloi beings are those who began their development correctly on the Sun and became true Archangeloi by the time of the Earth, but also those who have remained at the Sun stage, who are essentially still at the level of human beings. These beings, then, stand on the same level as the national spirits, and yet they have fallen behind them; they possess only the qualities of invisible, supersensible human beings, not of Archangels. These beings have fallen behind. In a certain sense, they make the same demands on the world as the Archangels, but they have not, after all, reached the level of Archangels on Earth. Therefore, they must work in a certain way with the same forces as on the Sun. The consequence of this is that they take hold of human beings not like Archangels, but like human beings—like invisible human beings who enter into human nature, who do not direct human beings from above, but enter into human nature. And from these spirits, who thus in a certain sense compete with the truly leading national spirits, it follows that the peoples are at war with one another, not living together in peace on Earth. Human beings would not be tempted at all to identify their personality, their humanity, with their nationality, but would regard nationality as something that nourishes them spiritually. But he would not fight for his national identity, nor would he identify his personality with it. A person would not say, “I am of this or that nationality,” but rather: “Nationality exists, and because I was born into it, I must draw my spiritual nourishment indirectly through this nationality.” — But as the archangel urges him to think this way, the other one—who actually stands on the level of humanity and is essentially a Luciferic spirit—comes along and leads him into nationality. And the consequence of this is that it is not that which is archangelic that descends upon humanity as a gift, but rather that humanity identifies with national character as with a wholly personal matter, and through this arises this conflict of nationalities on Earth. We must be absolutely clear about this: Because we place ourselves not only, so to speak, under the influence of the leading archangel, but also under the influence of the archangel who has remained behind, we identify with nationality in the same way we do on Earth. This is precisely what is spiritual in the sense that we, as human beings, know how to rise above the merely national in order to find access to universal humanity. Then we can be national in the most eminent sense. Just as one individual can practice one form of art and another a different one, and one need not be the opponent of the other by practicing his own art, so one need not be the national opponent of the other if there were no archangelic beings lagging behind in development who bring about this identification. This must be taken for granted if one is to speak at all of what underlies human development with regard to the national or other distinctions.
[ 14 ] In bezug auf den Zeitgeist werden Sie Genaueres noch einsehen, wie da das luziferische Element in das regelrechte Element hineinwirkt, wenn wir das Folgende betrachten. Ein Zeitgeist wirkt ja eine bestimmte Zeit hindurch. Seit dem 16. Jahrhundert ist ein neuer Zeitgeist da. Dieser Zeitgeist hat seine ganz bestimmte Aufgabe. Er hat die Aufgabe, zu den früheren Entwickelungsimpulsen das ganze materialistische Können und Verstehen der Welt hinzuzufügen. Daher hat das Materialistische in der Welt so große Fortschritte gemacht seit dem 16. Jahrhundert. Wir brauchen deshalb nicht das materialistische Verstehen als etwas Minderwertigeres anzusehen als die frühere Art des Verständnisses, wenn wir uns nur nicht einseitig mit ihm identifizieren. Was wird der sagen, welcher die Sache auf diese Weise anschaut, über die Regierung der verschiedenen Zeitgeister? Er wird sagen: Jetzt sind wir von dem bestimmten Zeitgeist beherrscht; vorher waren wir von einem andern Zeitgeist beherrscht, da haben die Menschen andere Vorstellungen, andere Impulse gehabt. Und wenn der Mensch nun sich nur beeinflussen lassen würde von den regelrecht sich fortentwickelnden Zeitgeistern, so würde er sagen: Wir müssen uns jetzt eben diesem Zeitgeist anpassen, indem wir mehr eindringen in die Gesetze des Werdens der Welt, des materialistischen Denkens. Dann wird wiederum nach einer Zeit ein anderer Zeitgeist kommen; der wird einen andern Geist in das menschliche Denken hereinbringen.
[ 14 ] With regard to the spirit of the age, you will gain a clearer understanding of how the Luciferic element influences the regular element when we consider the following. A spirit of the age, after all, exerts its influence over a specific period of time. A new spirit of the age has been present since the 16th century. This spirit of the age has its very specific task. Its task is to add the world’s entire materialistic knowledge and understanding to the earlier impulses of development. That is why materialism has made such great strides in the world since the 16th century. We therefore need not regard materialistic understanding as inferior to the earlier mode of understanding, provided we do not identify with it one-sidedly. What will the person who views the matter in this way say about the rule of the various zeitgeists? He will say: Now we are ruled by this particular zeitgeist; before, we were ruled by another zeitgeist, when people had different mental images and different impulses. And if a person were now to allow themselves to be influenced solely by the constantly evolving zeitgeists, they would say: We must now adapt to this very zeitgeist by delving deeper into the laws of the world’s becoming, of materialistic thinking. Then, after a time, another zeitgeist will come; it will bring a different spirit into human thinking.
[ 15 ] Ich habe es schon öfter betont, daß wir gerade als Bekenner der Geisteswissenschaft sagen müssen: Heute verkünden wir Geisteswissenschaft mit ganz bestimmten Worten und Vorstellungen und Begriffen, aber es ist nicht so, daß wir glauben, dasjenige, was wir heute sagen, gelte für alle Erdenzukunft, sondern es wird sich wandeln. Wenn zweitausend Jahre mehr vorüber sein werden, wird auch dasjenige, was wir heute Erkenntnis der Geisteswissenschaft nennen, mit andern Worten verkündigt werden, ebenso wie wir heute anders reden als in der Griechenzeit; nichts wird bleiben von der Art unserer Worte. Wir bauen nicht auf irgend etwas äußerlich Bleibendes, sondern wir wissen, daß ein Zeitgeist den andern ablöst und daß alle gleichberechtigt nebeneinander stehen.
[ 15 ] I have often emphasized that, precisely as adherents of Spiritual Science, we must say: Today we proclaim Spiritual Science using very specific words, mental images, and concepts, but it is not the case that we believe what we say today will apply to the entire future of the Earth; rather, it will change. When another two thousand years have passed, even what we today call the knowledge of Spiritual Science will be proclaimed in different words, just as we speak differently today than in Greek times; nothing will remain of the nature of our words. We do not rely on anything outwardly permanent, but we know that one spirit of the age succeeds another and that they all stand side by side on equal terms.
[ 16 ] Wer aber dadurch beeinflußt ist, daß zurückgebliebene Zeitgeister vom Saturn in ihm wirken und sich dadurch mit deren Einfluß identifiziert, der sagt: Die andern Menschen waren damals alle dumm, das war die Kinderstube der Menschheit. Wir haben es heute herrlich weit gebracht; wir haben heute restlos gültige Wahrheiten für alle Zukunft gefunden! — Demütiger, bescheidener wird man auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft. Wer sich mit dem Zeitgeist identifiziert, sagt: Kopernikus hat nun endlich das Richtige gefunden; früher wurde etwas anderes geglaubt. Nun werden die Menschen für immer sagen: Die Erde und die Planeten bewegen sich in einer Ellipse um die Sonne. Die Sonne steht in der Mitte! — Heute schon weiß Geisteswissenschaft, daß das eine einseitige Lehre ist. Sie ist sehr gut für unsere materialistische Zeit, um die Welt vorzustellen, aber absolut ist sie falsch. Es ist gar nicht wahr, daß die Sonne in einem Brennpunkt der Ellipse steht und die Erde sich darum bewegt. In Wahrheit ist das alles eine materialistisch ausgerechnete Scheinbewegung. In Wahrheit ist es so, daß die Sonne sich selbst bewegt und die Erde und die andern Planeten ihr in einer schraubenförmigen Bewegung nachlaufen. Und dadurch, daß gewisse Stellungen, wenn es so schraubenförmig herumgeht, entstehen, steht die Erde einmal so, ein andermal so. Dadurch kommt der Schein einer Ellipse heraus. In Wahrheit ist es eine andere Linie. Kommen wird die Zeit, da auch die äußere Wissenschaft das wissen wird.
[ 16 ] But those who are influenced by the fact that backward-looking spirits of the age are at work within them through Saturn, and who thereby identify with their influence, say: “Other people back then were all stupid; that was humanity’s infancy. We have come a long way today; we have found truths that are completely valid for all time to come!” — One becomes more humble and modest in the realm of Spiritual Science. Those who identify with the spirit of the age say: Copernicus has finally discovered the truth; in the past, people believed something else. Now people will say forever: The Earth and the planets move in an ellipse around the Sun. The Sun stands at the center! — Spiritual Science already knows today that this is a one-sided doctrine. It is very well suited to our materialistic age for creating a mental image of the world, but it is absolutely false. It is not at all true that the Sun stands at a focus of the ellipse and the Earth moves around it. In truth, all of this is an illusory movement calculated from a materialistic perspective. In truth, it is the case that the Sun moves itself, and the Earth and the other planets follow it in a helical motion. And because certain positions arise as it moves in this helical manner, the Earth is positioned one way at one time and another way at another time. This creates the appearance of an ellipse. In reality, it is a different line. The time will come when even external science will know this.
[ 17 ] Man wird bescheidener, wenn man weiß, daß die Wahrheiten in einer bestimmten Form ausgesprochen nur für gewisse Zeiten gelten. Und wir werden niemals als richtige Bekenner der Geisteswissenschaft behaupten: Von jetzt an in alle Zukunft hinein werden alle Menschen sagen, der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, sondern die Zukunft wird wieder ganz anders sprechen. Darauf kommt es an, daß alles in Entwickelung sei; daß die Ideen von gestern so berechtigt sind wie die Ideen von heute; daß wir uns nicht nur beherrschen lassen von einem Zeitgeist, der uns vorgaukelt, daß alles Frühere eitel Trug und Täuschung war und wir es so herrlich weit gebracht haben. Mit Bezug auf den Zeitgeist sehen Sie an den Menschen die Besessenheit von dem luziferischen Geist, die da sagen: Wie herrlich weit haben wir es doch gebracht! Wie unvollkommen war doch alles, was man früher über die Welt gedacht und gesagt hat! Das aber, was wir nun gefunden haben, das wird bleiben. Als ewige Wahrheiten wird bestehen bleiben das, was man seit dem 16. Jahrhundert gefunden hat.
[ 17 ] One becomes more humble when one realizes that truths expressed in a particular form are valid only for certain periods of time. And as true adherents of Spiritual Science, we will never claim: From now on and into the future, all people will say that the human being consists of a physical body, an etheric body, an astral body, and an I; rather, the future will speak quite differently. What matters is that everything is in a state of development; that yesterday’s ideas are just as valid as today’s; that we do not allow ourselves to be dominated by a zeitgeist that leads us to believe that everything that came before was mere delusion and deception and that we have come so wonderfully far. With regard to the spirit of the age, you can see in people the obsession with the Luciferic spirit, who say: How wonderfully far we have come! How imperfect was everything that was previously thought and said about the world! But what we have now discovered will remain. What has been discovered since the 16th century will endure as eternal truths.
[ 18 ] Dasjenige also, was man im allgemeinen Volksgeist nennt, ist im Grunde also schon eine komplizierte Wesenheit. Es ist der regelrechte Volksgeist, der gewissermaßen über uns schwebt und dem wir, wenn wir ihm allein folgten, so folgen würden, daß wir seine Gaben hinnehmen, weil wir in seine Sphäre hineingestellt sind. Aber er wird fortwährend beeinträchtigt in seiner Wirksamkeit durch seinen luziferischen Beigesellen, der in uns hineinfährt, der uns veranlaßt, uns als einzelner Mensch mit dem ganzen Volkstum zu identifizieren. Das aber tut der einzelne Mensch doch in verschiedener Weise; und da ist es von ganz ungeheurer Wichtigkeit, daß wirklich eingesehen werde, daß in der Mitte von Europa ein Volkstum sich entwickeln muß, welches in anderer Weise zu seiner ganzen Volksgeistwesenheit steht als dasjenige, was an der Peripherie von Europa ist. Und diese Einsicht müssen wir uns schon einmal aneignen. Es ist im höchsten Maße bedeutungsvoll, was sich unter der Oberfläche des menschlichen Bewußtseins vollzieht, und was wirklich schon einmal von den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien abhängt. Heute wird es der materialistisch denkende Mensch noch als einen Wahnsinn erklären, wenn man sagt, daß von den geistigen Wesenheiten solche Impulse ausgehen, die ich eben genannt habe, wie dieser einer ist, daß in Mitteleuropa, ohne daß die Menschen es wußten, die Volkheit gedrängt worden ist zu einer solchen Empfindungsweise gegenüber dem Göttlichen oder — weil in Mitteleuropa der Christus wirkt — zu dem Christlichen; daß der mitteleuropäische Mensch lernt, den Christus so zu empfinden, wie er zu dem Innersten der Seele spricht. Das ist nicht auf irgendeinem andern Grund und Boden so gewesen wie in Mitteleuropa. Man verstand zum Beispiel noch während der römischen Zeit der christlichen Entwickelung den Christus gewiß als eine Wesenheit, die auf die Erde gekommen ist, die für die Menschen gewirkt hat. Gewiß, die Fortgeschritteneren und zum Teil die, welche überhaupt schon so gedacht haben, wie wir heute denken, die wir im Besitz der Geisteswissenschaft sind, empfanden, wie Paulus gedacht hat: «Nicht ich, sondern der Christus in mir!» Aber, es ist noch ein Unterschied gegenüber einem Empfinden, wie wir es finden bei Meister Eckart, bei Tauler, bei Angelus Silesius und ähnlichen Geistern. Wie haben diese Geister das Mysterium von Golgatha aufgenommen! Wir brauchen nur Angelus Silesius zu fragen; und er wird uns antworten mit dem schönen Spruch:
[ 18 ] What is generally referred to as the national spirit is, in essence, already a complex entity. It is the true national spirit that, so to speak, hovers above us, and if we were to follow it alone, we would do so by accepting its gifts, because we are placed within its sphere. But its effectiveness is constantly impaired by its Luciferic companion, who enters into us, who causes us, as individual human beings, to identify with the entire national character. Yet the individual does this in various ways; and it is of immense importance that we truly realize that in the heart of Europe a national character must develop that relates to its entire national spirit in a different way than that which exists on the periphery of Europe. And we must first of all acquire this insight. What takes place beneath the surface of human consciousness is of the utmost significance, and it truly depends on the spiritual beings of the higher hierarchies. Today, the materialistically minded person will still dismiss it as madness when one says that such impulses emanate from the spiritual beings as I have just mentioned, such as this one: that in Central Europe, without people’s knowing it, the people have been impelled toward a certain way of feeling toward the Divine or—because Christ is at work in Central Europe—toward the Christian; that the Central European learns to perceive Christ as speaking to the innermost depths of the soul. This has not been the case on any other soil as it has been in Central Europe. For example, even during the Roman period of Christian development, Christ was certainly understood as a being who came to Earth and worked for humanity. Certainly, the more advanced and, in part, those who already thought as we do today—we who are in possession of Spiritual Science—felt as Paul did: “Not I, but Christ in me!” But there is still a difference compared to the feeling we find in Meister Eckhart, in Tauler, in Angelus Silesius, and in similar spirits. How these spirits have taken in the Mystery of Golgotha! We need only ask Angelus Silesius; and he will answer us with the beautiful saying: “/p”
Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
Und nicht in dir, du wärst noch ewiglich verloren!
May Christ be born a thousand times in Bethlehem
And not within you, for then you would be lost forever!
[ 19 ] Das Miterleben des Mysteriums von Golgatha in der eigenen Seele — darauf kommt es an. Diese mitteleuropäischen Menschen suchten innerlich etwas zu erleben, was ein innerliches Bild, ein innerlicher Ausdruck des Mysteriums von Golgatha ist. Und so wunderschön es ist, wenn sich Angelus Silesius einmal über den Tod ausspricht und sagt: Alles im Grunde, was in mir geschieht, geschieht letzten Endes dadurch, daß Gott in mir ist und die Dinge in mir vollzieht. Und wenn ich sterbe, so sterbe nicht ich, sondern eigentlich stirbt Gott in mir! — Denken Sie, welch wunderbar intime Unsterblichkeitsidee schon damit gegeben ist, daß man sagt: Gott stirbt in mir! — Denn Gott ist natürlich unsterblich. Wenn Gott in mir stirbt, dann ist der Tod nur scheinbar; dann empfindet man, wie Angelus Silesius empfindet: daß der Gott nur in einem scheinbar stirbt, denn Gott kann nicht sterben. Also ist das Sterben nicht, was es äußerlich erscheint, es ist nur eine Tatsache des Lebendigen. Und weil Gott nicht sterben kann — aber doch in einem stirbt —, ist damit schon die Unsterblichkeit empfunden.
[ 19 ] Experiencing the Mystery of Golgotha within one’s own soul—that is what matters. These Central European people sought to experience something within themselves that is an inner image, an inner expression of the Mystery of Golgotha. And how beautiful it is when Angelus Silesius speaks of death and says: Ultimately, everything that happens within me happens because God is within me and accomplishes things within me. And when I die, it is not I who die, but God who dies within me! — Consider what a wonderfully intimate idea of immortality is already contained in the very statement: “God dies within me!” — For God is, of course, immortal. If God dies within me, then death is only apparent; then one feels, as Angelus Silesius feels: that God only dies in one’s appearance, for God cannot die. Thus, dying is not what it appears to be on the surface; it is merely a fact of the living. And because God cannot die—yet dies within one—immortality is thereby already perceived.
[ 20 ] Dieses innerliche intimste Zusammensein mit dem Gott, ob man es als Göttliches oder als Christliches empfindet, das ist dasjenige, was sich lange vorbereitet hat im Laufe der mitteleuropäischen Entwickelung. Und da haben nun die mitteleuropäischen Volksgeister so gewirkt, daß das einen äußerlichen sinnbildlichen Ausdruck, einen realen sinnbildlichen Ausdruck gefunden hat. Nirgends außer in Mitteleuropa wird «Ich» gesagt, wenn man sein eigenes Ich meint, seine eigene Wesenheit. Es ist durch den Volksgeist, der sich als Sprachgeist manifestiert, die ganze Evolution so gelenkt worden, daß es allmählich dazugekommen ist, die eigene Wesenheit auszudrücken mit dem Wort Ich. Aber Ich, «I-Ch», ist Jesus Christus! Es liegt in Jesus Christus darin. Dadurch, daß in dem «Ich» Jesus Christus in seinen Anfangsbuchstaben ausgesprochen wird, ist das sinnbildlich ausgedrückt, was im mitteleuropäischen Geisteswesen liegt, wie es intim verbunden ist mit dem innerlichsten Erleben. Jedesmal, wenn man «Ich» ausspricht, spricht man die Anfangsbuchstaben « Jesus Christus» aus. Wenn man nur einmal auf solche Dinge, die wirklich heute noch als phantastisch angesehen werden, die geistigen Augen lenken würde, würde man schon finden, wie unbewußt die Geister der höheren Hierarchien in die menschliche Entwickelung immer hineinwirken, und dann Bedeutsames finden in den Dingen, die man heute nur so hinnimmt.
[ 20 ] This innermost, most intimate communion with God—whether one perceives it as divine or Christian—is what has long been in the making throughout the course of Central European development. And here the national spirits of Central Europe have worked in such a way that this has found an outward symbolic expression, a real symbolic expression. Nowhere except in Central Europe is “I” said when one means one’s own self, one’s own being. It is through the national spirit, which manifests itself as the spirit of language, that the entire evolution has been guided in such a way that it has gradually come to express one’s own being with the word “I.” But “I,” “I-Ch,” is Jesus Christ! It lies in Jesus Christ. Because the initial letters of “I” spell out “Jesus Christ,” this symbolically expresses what lies in the Central European spiritual being, how it is intimately connected with the innermost experience. Every time one says “I,” one is pronouncing the initial letters of “Jesus Christ.” If one were to turn one’s spiritual eyes just once to such things—which are still regarded as fantastical today—one would already discover how unconsciously the spirits of the higher hierarchies are always at work in human development, and then find significance in the things that are simply taken for granted today.
[ 21 ] Ich will nur eine wirklich bedeutsame Tatsache erwähnen. Man bezeichnet eine gewisse Gruppe europäischer Menschen als Germanen. Und indem man in Mitteleuropa von Germanen spricht, meint man England, Holland, Norwegen, Schweden und auch noch andere. Man dehnt den Begriff der Germanen weit aus. Ich rede nicht von Agitation, sondern von dem, was in der Sprache gegeben ist. Wenn die Engländer sprechen, bezeichnen sie sich selbst nicht als Germanen, denn sie nennen nur die Deutschen Germans. Der Deutsche nennt sich «Deutscher», und wenn er von Germanen spricht, umfaßt er eine größere Gruppe von Menschen. Der Engländer wendet den Namen Germanen, Germans, bloß auf die Deutschen an, auf die, die nicht «er» sind. Das ist eine ungeheuer bedeutsame Tatsache. Es ist etwas, was im tiefsten Sinne bezeichnend ist für die Art, wie auf der einen Seite und auf der andern der Volksgeist wirkt; wie er in Mitteleuropa dahin wirkt, das Große zu umschließen, und der Volksgeist des englischen Volkes bemüht ist, das, was Weiteres umschließt, von sich wegzutun und auf den andern nur anzuwenden.
[ 21 ] I want to mention just one truly significant fact. A certain group of European peoples is referred to as the Germanic peoples. And when people in Central Europe speak of the Germanic peoples, they mean England, Holland, Norway, Sweden, and others as well. The concept of the Germanic peoples is broadly defined. I am not speaking of propaganda, but of what is established in the language. When the English speak, they do not refer to themselves as Germanic peoples, for they call only the Germans “Germans.” The German calls himself “Deutscher,” and when he speaks of Germanic peoples, he encompasses a larger group of people. The Englishman applies the name “Germans” solely to the Germans, to those who are not “him.” This is an immensely significant fact. It is something that, in the deepest sense, is indicative of the way the national spirit operates on one side and on the other; how it operates in Central Europe to encompass the greater whole, and how the national spirit of the English people strives to cast aside that which encompasses the broader context and apply it only to the other.
[ 22 ] Überhaupt wird das, was die Sprache lehrt als den Ausfluß der wirksamen Volksgeistigkeit, nach und nach in einer wunderbaren Weise für die Menschen wirklich herauskommen. Jetzt wird man noch wenig verstanden, wenn man so über die verschiedenen europäischen Völker spricht, wie ich es jahrelang vor diesem Kriege — gar nicht von diesem Kriege hervorgerufen — versucht habe in dem Zyklus «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie». Es wird das so aufgefaßt, als wenn man irgendwelche Werturteile aussprechen wollte. Aber man will keine Werturteile aussprechen, sondern bloß eine Charakteristik. Und nun können wir ja gerade die westeuropäischen Völker dadurch charakterisieren, daß man das zum Ausdruck bringt, genau und präzise, was ich in diesem Vortragszyklus zum Ausdruck gebracht habe.
[ 22 ] In general, what language teaches as the outpouring of the active national spirit will gradually and in a wondrous way become a reality for people. At present, one is still little understood when speaking of the various European peoples in the way I attempted for years before this war—and not at all prompted by this war—in the lecture series “The Mission of Individual Folk-souls in Connection with Germanic-Nordic Mythology.” It is taken as if one were trying to make some kind of value judgment. But one does not wish to make value judgments, but merely to offer a characterization. And now we can characterize the Western European peoples precisely by expressing, accurately and precisely, what I have expressed in this lecture series.
[ 23 ] Wir wissen, daß des Menschen Seele aus Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele besteht, und daß in diesen drei Seelennuancen das Ich darinnen wirkt. Wenn wir nun das italienische Volk mit seiner Volksseele betrachten, so finden wir das Eigentümliche, daß da die Volksseele hinein inspiriert in die Empfindungsseele. Und das ist das Charakteristische des italienischen Volkstums, daß die Volksseele hineinwirkt inspirierend in die Empfindungsseele. Wenn nun etwas besessen ist von dem luziferischen Volksgeist, ist es auch die Volksseele. Und nun bedenken Sie, daß auf der einen Seite das Großartige des italienischen Volkes darin besteht, daß die Empfindungsseele inspiriert wird. Denken Sie an Dante, an alle die großen italienischen Künstler! Aber auch wiederum das Identifizieren — gleichsam das Übermenschliche, das luziferisch zurückgeblieben ist in all den leidenschaftlichen Entwickelungsimpulsen, die innerhalb des italienischen Volkes auftreten! Damit wird kein Werturteil ausgesprochen, sondern bloß charakterisiert.
[ 23 ] We know that the human soul consists of the sensory soul, the intellectual or emotional soul, and the conscious soul, and that the “I” is active within these three aspects of the soul. If we now consider the Italian people with their folk-souls, we find the peculiarity that the folk-souls inspire the soul of feeling. And this is the characteristic feature of Italian national character: that the folk-souls work inspiringly into the soul of feeling. If anything is possessed by the Luciferic national spirit, it is also the folk-soul. And now consider that, on the one hand, the greatness of the Italian people lies in the fact that the feeling soul is inspired. Think of Dante, of all the great Italian artists! But also, on the other hand, the identification—as it were, the superhuman element that has remained in a Luciferic state within all the passionate impulses of development that arise within the Italian people! This is not a value judgment, but merely a characterization.
[ 24 ] Bei dem französischen Volke können wir überall sehen, wie die Verstandesseele oder Gemütsseele inspiriert wird von der Volksseele, richtig die Verstandes- oder Gemütsseele.
[ 24 ] Among the French people, we can see everywhere how the intellectual soul or emotional soul is inspired by the national soul—or, more accurately, the intellectual or emotional soul.
[ 25 ] Beim britischen Volke ist es die Bewußtseinsseele. Nun ist für den gegenwärtigen Menschheitszyklus die Bewußtseinsseele dasjenige, was den Menschen am meisten mit der äußeren physischen Welt in Zusammenhang bringt. Daher ist diejenige Volkheit, die von der Bewußtseinsseele inspiriert wird, vor allem betraut mit der Mission, die materialistische Kultur zu befördern und zu pflegen. Damit wird wiederum kein Werturteil ausgesprochen, sondern nur charakterisiert, daß eben die britische Nation dazu berufen ist, die Bewußtseinsseele inspirieren zu lassen. Insofern der einzelne seinem Volk angehört, also insofern er von dem luziferischen Volksgeist inspiriert wird, identifiziert er sich mit der rein materialistischen Kultur der Gegenwart. Das finden wir wirklich in der britischen Kultur. So wie der einzelne in die britische Nation sich stellt, kommt das heraus, was eben der materialistische Geist der britischen Nation ist, dieser eigentümliche Geist, der vom Jahre 1856 bis zum Jahre 1900 vierunddreißig Eroberungskriege geführt hat und siebenundfünfzig Millionen Erdenmenschen zu neuen britischen Untertanen gemacht hat, und der dann in unserer Zeit für die Freiheit einzelner Menschengruppen einzutreten vorgibt.
[ 25 ] For the British people, it is the consciousness soul. Now, in the current human cycle, the consciousness soul is what connects human beings most closely to the external physical world. Therefore, the nation inspired by the soul of consciousness is entrusted above all with the mission of promoting and nurturing materialistic culture. This is not meant as a value judgment, but merely characterizes the fact that the British nation is called upon to allow itself to be inspired by the soul of consciousness. To the extent that the individual belongs to his people—that is, to the extent that he is inspired by the Luciferic national spirit—he identifies with the purely materialistic culture of the present. We truly find this in British culture. Just as the individual places himself within the British nation, what emerges is precisely the materialistic spirit of the British nation—this peculiar spirit that waged thirty-four wars of conquest from 1856 to 1900 and made fifty-seven million people on Earth new British subjects, and which then, in our time, pretends to advocate for the freedom of individual groups of people.
[ 26 ] Wenn wir eine solche Zeit wie die unsrige betrachten, müssen wir uns durchaus klar sein, daß gerade diese unsere Zeit die Menschen gar sehr lehren wird, wie eine Mahnung zu empfinden, was man jetzt als den Gegensatz der einzelnen Völkergruppen Europas oder überhaupt eines großen Teiles der Erde hinstellt. Die Angehörigen von vierunddreißig Nationalitäten stehen miteinander im Kriege, von kleinen Stammesunterschieden ganz abgesehen. Das sollte man als eine Mahnung ansehen, wirklich einmal abzusehen von dem, was man bisher Geschichte genannt hat. Aber diese Betrachtungsweise wird gerade in unserer Zeit vorläufig noch bis zum Unfug geführt. Wie finden wir es wirklich bis zum Unfug getrieben, was die einzelnen Nationen Europas sich heute alles vorwerfen, wie man abwiegt die einzelnen äußeren Tatsachen, um die Ursachen des furchtbaren Krieges der Gegenwart aufzufinden. Aber gerade dieser Krieg wird die Menschen lehren, daß man in seinen äußeren Ursachen nichts findet, sondern höchstens äußere Symptome für das, was tief innerlich verborgen in den Menschengruppen durch die Führung fortgeschrittener und zurückgebliebener geistiger Wesenheiten besteht. Und zwingen wird in einer gewissen Weise gerade dasjenige, was die heutige Zeit als Prüfungen zeigt, zu appellieren an die spirituellen Untergründe, bei denen die Ursachen liegen für das, was heute äußerlich in der Welt vorgeht.
[ 26 ] When we consider a time such as our own, we must be fully aware that it is precisely this era of ours that will teach people very clearly how to view as a warning what is now presented as the conflict between the various ethnic groups of Europe or, indeed, a large part of the world. People of thirty-four nationalities are at war with one another, quite apart from minor tribal differences. This should be seen as a warning to truly turn away from what has hitherto been called history. But this way of looking at things is, especially in our time, still being taken to absurd extremes for the time being. How absurd it all seems to us—the way the individual nations of Europe accuse one another today, the way they weigh the various external facts in order to discover the causes of the terrible war of the present. But it is precisely this war that will teach people that nothing can be found in its external causes, but at most external symptoms of what lies deeply hidden within human groups through the guidance of advanced and backward spiritual beings. And in a certain sense, it is precisely what the present age presents as trials that will compel us to appeal to the spiritual foundations where the causes lie for what is happening outwardly in the world today.
[ 27 ] Von den verschiedensten Seiten her kann man zeigen, wie in den Untergründen des Bewußtseins dasjenige wirkt, was sich äußerlich zeigt. Ich will, obwohl die meisten der Freunde dieses Beispiel schon kennen, noch einmal darauf hinweisen, wie die ganze Landkarte Europas im ausgehenden Mittelalter dadurch bestimmt worden ist, daß die Jungfrau von Orleans in den Krieg zwischen England und Frankreich eingegriffen hat. Jeder, der unsere äußere Geschichte verständnisvoll ansieht, muß anerkennen, daß die Landkarte von Europa sich ganz anders gestaltet hätte, wenn nicht damals England von Frankreich besiegt worden wäre dadurch, daß die Jungfrau von Orleans eingriff in den Kampf. Aber die Jungfrau von Orleans war kein gelernter Stratege, kein Mensch, der auf dem Gipfel der Zeitbildung gestanden hätte. Sie war ein einfaches Menschenkind — ein Landmädchen. Aber durch sie haben Geister der höheren Hierarchien gewirkt in der Art, wie sie in dieser Zeit wirken mußten. Nun ist es ja bis in unsere Zeit durchaus notwendig gewesen, daß diese Geister im Unterbewußten wirkten, weil die Menschen noch nicht verstehen konnten, was nun geisteswissenschaftlich verstanden werden muß. Wir haben es in Legenden oftmals schön ausgedrückt, wie höhere geistige Wesenheiten im Unterbewußten eingreifen. Und mit Recht, nicht aus Aberglauben, sondern weil es wirklich den Tatsachen entspricht, wird der Zeit, wo die äußere Welt für das Jahr am meisten zurückgegangen ist, der Zeit von Weihnachten bis zum 6. Januar, besondere Bedeutung beigemessen. Wenn man geistige Erkenntnisse nicht in der Weise, wie wir es heute auf dem Wege suchen, der in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» angegeben ist, sondern auf mehr elementare Art erreichen will, so konnte man in diesen dreizehn Nächten inspiriert werden. Das ist zum Beispiel sehr schön ausgedrückt in der norwegischen Legende von Olaf Åsteson. In dieser Legende wird uns angedeutet, wie Olaf Åsteson vor dem Anbruch des Weihnachtsfestes zur Kirche geht; wie er vor der Kirche in einen Schlafzustand kommt und während der dreizehn Nächte schläft; wie er dann aufwacht am Dreikönigstag und wirklich dasjenige zu erzählen vermag, was er durchlebt hat. Und was er da bildlich in anschaulicher, aber primitiver Art erzählt, das entspricht demjenigen, was wir den Durchgang durch die Seelenwelt und den Durchgang durch das Geisterland nennen. Das alles hat Olaf Åsteson erfahren in der Zeit, in die mit Recht das Weihnachtsfest gelegt worden ist. Das soll uns andeuten, daß das naturkindmäßige Hellsehen am besten in diesen dreizehn Nächten von Weihnachten bis zu dem Fest der Drei Könige entwickelt werden konnte.
[ 27 ] From a wide variety of perspectives, one can demonstrate how what manifests externally operates in the depths of consciousness. Although most of you are already familiar with this example, I would like to point out once again how the entire map of Europe at the end of the Middle Ages was shaped by the intervention of Joan of Arc in the war between England and France. Anyone who looks at our external history with understanding must acknowledge that the map of Europe would have taken a very different shape had England not been defeated by France at that time as a result of the Virgin of Orleans intervening in the battle. But the Virgin of Orleans was no trained strategist, no person who stood at the pinnacle of contemporary civilization. She was a simple human being—a country girl. But through her, spirits of the higher hierarchies worked in the way they had to work at that time. Now, right up to our own time, it has been absolutely necessary for these spirits to work in the subconscious, because people were not yet able to understand what must now be understood from a perspective of Spiritual Science. We have often beautifully expressed in legends how higher spiritual beings intervene in the subconscious. And rightly so—not out of superstition, but because it truly corresponds to the facts—special significance is attached to the time when the outer world has receded the most for the year, the period from Christmas to January 6. If one wishes to attain spiritual knowledge not in the way we seek it today—as outlined in *How to Attain Knowledge of the Higher Worlds*—but in a more elementary manner, one could be inspired during these thirteen nights. This is, for example, beautifully expressed in the Norwegian legend of Olaf Åsteson. In this legend, we are told how Olaf Åsteson goes to the church before the onset of Christmas; how he falls into a state of sleep in front of the church and sleeps through the thirteen nights; how he then wakes up on Epiphany and is truly able to recount what he has experienced. And what he describes there in a vivid yet primitive manner corresponds to what we call the passage through the soul world and the passage through the spirit realm. Olaf Åsteson experienced all of this during the time in which Christmas has rightly been placed. This is meant to suggest to us that childlike clairvoyance could best be developed during these thirteen nights from Christmas to the Feast of the Three Kings.
[ 28 ] Da nun die Jungfrau von Orleans solch ein Naturkind war, könnte man voraussetzen, daß sie in diesen dreizehn Nächten durch eine Art Traumzustand die Welt erlebt hätte, von der sie sprach, als sie das französische Heer gegen die Engländer führte, daß sie in diesen dreizehn Nächten inspiriert worden wäre. Nun, das ist in einer eigentümlichen Weise geschehen. Jeder Mensch macht einen Schlafzustand durch, einen Zustand, wo die Sinne noch nicht sprechen, und zwar im Leibe der Mutter, bevor er das physische Erdenlicht erschaut. Das ist wirklich noch eine Art von Schlafzustand, und der reifste Zustand ist natürlich in den letzten dreizehn Tagen vor der Geburt. Das ist das Große, Gewaltige, das unsere Seele mit solchem Staunen erfüllt: Die Jungfrau von Orleans ist am 6. Januar geboren. Sie hat die Inspiration also wirklich in den dreizehn Nächten durchgemacht, aber bevor sie dem Erdenlicht ihr Auge geöffnet hatte. Daß der 6. Januar der Geburtstag der Jungfrau von Orleans ist, es ist deshalb auch absichtlich in unserem Kalender bezeichnet worden. Das ist etwas, was wir in seinem großen weltgeschichtlichen Zusammenhang erfassen müssen; denn es kann uns sagen, wie geheimnisvoll die Zusammenhänge in der Welt sind und wie geheimnisvolle Mächte in der Welt wirken. So wirkten geheimnisvolle Mächte dazumal am 6. Januar, da die Leute in dem kleinen Dörfchen, wo die Jungfrau von Orleans geboren wurde, des Morgens zusammenliefen; wo die Tiere selbst sich so wunderbar benahmen. An diesem 6. Januar konnte eine Inspiration abgeschlossen werden. In den dreizehn Nächten konnte ein Wesen inspiriert werden, das durch sein eigenes Karma dazu veranlagt war. Selbstverständlich — _ nicht jeder, der am 6. Januar geboren wird, ist dazu veranlagt, sondern das Karma muß zusammenfallen mit den andern Bedingungen.
[ 28 ] Since the Maid of Orleans was such a child of nature, one might assume that during those thirteen nights she experienced the world through a kind of dream state—the world she spoke of when she led the French army against the English—and that she was inspired during those thirteen nights. Well, this did happen in a peculiar way. Every human being goes through a state of sleep, a state in which the senses do not yet function, namely in the mother’s womb, before beholding the physical light of the world. This is truly still a kind of sleep state, and the most mature stage is, of course, during the last thirteen days before birth. This is the great, mighty thing that fills our soul with such wonder: The Maid of Orleans was born on January 6. She thus truly experienced the inspiration during those thirteen nights, but before she had opened her eyes to the light of the world. That January 6 is the birthday of the Virgin of Orleans is why it has been intentionally marked in our calendar. This is something we must grasp within its broader context of world history; for it can tell us how mysterious the connections in the world are and how mysterious forces are at work in the world. Thus, mysterious forces were at work on January 6th back then, when the people in the little village where the Maid of Orleans was born gathered together in the morning; when even the animals behaved so wondrously. On this January 6th, an inspiration could be brought to completion. During the thirteen nights, a being could be inspired who was predisposed to it by her own karma. Of course—_not everyone born on January 6 is predisposed to this, but the karma must coincide with the other conditions.
[ 29 ] Ich wollte dieses Beispiel der Jungfrau von Orleans anführen als ein solches, das uns so recht zeigt, wie unterirdische Mächte in das geschichtliche Werden und Entwickeln hineinspielen. Gewiß, dann kam die materialistische Entwickelung der folgenden Jahrhunderte. Diese mußte ganz begreiflicherweise solch ein Hinweisen auf Geschichtsuntergründe wie einen Wahnsinn ansehen. Das schadet nichts; wie es auch gar nichts schadet, wenn heute die Menschen draußen noch diese Geisteswissenschaft wie einen Wahnsinn ansehen. Durchringen wird sich diese Geisteswissenschaft schon.
[ 29 ] I wanted to cite this example of the Maid of Orleans as one that truly shows us how subterranean forces play a role in the unfolding and development of history. Certainly, the materialistic development of the following centuries then took hold. Understandably enough, this development had to regard such references to the underlying currents of history as madness. That does no harm; just as it does no harm at all if people today still regard the Spiritual Science as madness. The Spiritual Science will prevail.
[ 30 ] Aber solche bedeutsamen Ereignisse, wie die sind, innerhalb der die Menschen der gegenwärtigen Zeit leben und in die sie sich ja durchaus hineininkarniert haben, um an ihnen in der einen oder andern Form teilzunehmen, sie bedeuten nicht immer das gleiche in der historischen Entwickelung. Heute bedeuten diese schicksaltragenden Ereignisse eine Mahnung an die Menschen. Es ist ja wirklich schon eine solche Flut von Literatur über diesen Krieg geschrieben worden, aber in alledem, was erschienen ist an Büchern, Broschüren und so weiter, finden wir noch nicht das, von dem man eigentlich voraussetzen muß, daß es gefunden werde, und das auch nach und nach gefunden werden muß. Man hört oftmals: Über die Ursachen kann man eigentlich nicht reden, vielleicht nach dem Krieg, vielleicht erst nach Jahrzehnten werden die Menschen aus Dokumenten die wahren Ursachen dieses Krieges finden und wissen, wer eigentlich daran schuld war. — In jedem dritten Zeitungsblatt können Sie das lesen. Nun, darum handelt es sich nicht, sondern es handelt sich darum, daß man darauf kommen wird — und gerade durch diese heutige Zeit —, daß in diesen äußeren Veranlassungen eben nicht die wirklichen Ursachen zu sehen sind, sondern daß man die Ursache in der geistigen Welt zu suchen hat. Man wird finden, daß dieser Krieg wirklich hineingestellt worden ist wie das bedeutsame Karma des Materialismus, das durchgemacht werden muß, damit die Menschen eine Summe von Überzeugungen in sich aufnehmen, die aus dem Materialismus wiederum in den Spiritualismus hinüberführen. Diese Prüfung muß die Menschheit schon durchmachen.
[ 30 ] But such significant events as these—in which the people of the present age live and into which they have, after all, incarnated themselves in order to participate in them in one form or another—do not always have the same meaning in the course of historical development. Today, these fateful events serve as a warning to humanity. A veritable flood of literature has indeed been written about this war, but in all the books, pamphlets, and so on that have been published, we have not yet found what one must actually assume will be found—and what must also be discovered little by little. One often hears: We can’t really talk about the causes yet; perhaps after the war, perhaps only decades later will people find the true causes of this war in documents and know who was actually to blame. — You can read that in every third newspaper. Well, that is not the point; rather, the point is that people will come to realize—and precisely through the present era—that the real causes are not to be found in these external circumstances, but that the cause must be sought in the spiritual world. People will find that this war has truly been set in motion as the significant karma of materialism that must be endured so that people may take in a set of convictions that will lead them from materialism back to spiritualism. Humanity must go through this trial.
[ 31 ] Was geschieht denn im Grunde heute in so erschütternder Weise um uns herum? — Nun, wir wissen es ja, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so läßt er zunächst in der physischen Welt seinen physischen Leib zurück. Er tritt zunächst in die geistige Welt ein mit seinem Ätherleib, Astralleib und Ich. Den Ätherleib wirft er bald ab; er wird der übrigen Welt mitgeteilt. Mit Astralleib und Ich geht er dann weiter durch das Seelenland, durch das Geisterland durch. Aber nun bedenken wir, daß heute eine große Anzahl von Menschen in verhältnismäßig kurzer Zeit und mit einem bestimmten Bewußtsein durch die Pforte des Todes geht; daß sie einen Ätherleib abwerfen, der sozusagen noch jahrzehntelang ein Menschenleben normal hätte versorgen können. Wenn ein Mensch zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr stirbt, so wirft er einen Ätherleib ab, der seinen physischen Leib noch sechzig bis siebzig Jahre hätte versorgen können. Die Kräfte sind ja im Ätherleib darin, denn es geht auch im Geistigen nichts verloren. Alle die Menschen, die heute in der Blüte ihrer Jahre durch die Pforte des Todes gehen, übergeben der Welt einen Ätherleib, der noch ein langes Leben hindurch dieses Leben hätte unterhalten können. Diese Kräfte sind nun alle da in der geistigen Welt. Wie sind sie da, diese Kräfte? — Ich möchte Ihnen an einem anschaulichen Beispiel, das aus unserem Kreise selbst entnommen ist, zeigen, was eine solche Erscheinung für eine Bedeutung hat.
[ 31 ] What is it, really, that is happening around us today in such a shocking way? — Well, as we know, when a person passes through the gate of death, they first leave their physical body behind in the physical world. They first enter the spiritual world with their etheric body, astral body, and I. They soon shed the etheric body; it is returned to the rest of the world. With their astral body and ego, they then continue on through the realm of the soul, through the realm of the spirits. But now let us consider that today a large number of people pass through the gate of death in a relatively short time and with a certain consciousness; that they shed an etheric body that, so to speak, could have sustained a human life for decades to come. When a person dies between the ages of twenty and thirty, they shed an etheric body that could have sustained their physical body for another sixty to seventy years. For the forces are indeed contained within the etheric body, since nothing is lost in the spiritual realm either. All those people who today pass through the gate of death in the prime of their lives bequeath to the world an etheric body that could have sustained this life for a long time to come. These forces are now all present in the spiritual world. How are these forces present there? — I would like to show you, using a vivid example taken from our own circle, what significance such an occurrence holds.
[ 32 ] Es war im verflossenen Herbst, da verlor eine zu unserem anthroposophischen Kreise gehörige Familie ein Söhnchen, das sieben Jahre alt war, einen lieben Knaben. Es waren wirklich die äußeren Umstände außerordentlich tragische. Der Vater war fortgezogen in den Krieg als deutscher Staatsbürger; er war eben krank geworden und im Lazarett. Eines Abends, gerade als Vortrag war in Dornach, wo unser Bau aufgeführt wird, zeigte man uns an, daß der kleine siebenjährige Knabe fehle. Er war seit dem Abend nicht nach Hause gekommen. Nicht vergessen darf ich zu erwähnen, daß die Familie sich in Dornach als Gärtnersfamilie niedergelassen hat. Ich war selbst kurz vorher, aus Deutschland kommend, in die Schweiz gereist. Der Knabe war mir schon vor dem Bau entgegengekommen und reichte mir die Hand; ein sonniges, ein sehr liebes Kind war es. An jenem Abend wurden wir also benachrichtigt, daß der Knabe weg sei. Nun konnte man sich nichts anderes denken, als daß ein Möbelwagen, der Möbel für Mitglieder herbeigebracht hatte und in der Nähe des Baues umgefallen war, auf das Kind gefallen ist. Nun müssen Sie zu alledem voraussetzen, daß ungezählte Jahre vorher kein Möbelwagen an jener Stelle gefahren ist und seit jener Zeit auch nicht. Sie müssen ferner bedenken: Der Knabe wohnte bei seiner Mutter, die die Gärtnerei besorgt. Er war ein so lieber Knabe, daß er, als der Vater fort mußte, zut Mutter sagte, er würde ihr jetzt recht tüchtig helfen, weil der Vater nicht mehr da sei. Er war an jenem Abend in die sogenannte Kantine geschickt worden, um etwas für seine Mutter zu holen. Es war gar nicht weit, nur ein kurzer Weg liegt zwischen der Kantine und der Wohnung der Mutter. Auf diesem kurzen Weg ist eine Wegkreuzung, so daß der Möbelwagen eine Biegung machen mußte. Nun wollte der Knabe eigentlich zehn Minuten früher weggehen, wurde aufgehalten von jemand, der mit ihm gehen wollte. Wäre er früher weggegangen und durch eine andere Türe, durch die er sonst wegging, so wäre er früher an dem Wagen vorbeigegangen und auf der linken Seite des Wagens, während er nun rechts ging. Dadurch, daß er später wegging, zu einer andern Türe hinaus und rechts von dem Möbelwagen, ist der Wagen, als er umkippte, gerade auf den Knaben gefallen. Die Leute hatten sich das angeschaut, auch die, die bei den Pferden waren. Niemand ahnte etwas davon, daß der Knabe unter den Wagen gekommen war. Man sagte dann: Der Wagen ist zu schwer, als daß wir ihn noch den Abend heben, morgen wollen wir das tun. — Zwischen fünf und sechs Uhr war das geschehen. Und nun waren wir etwa um viertel elf Uhr in der Lage, den Wagen unbedingt heben zu müssen. Bis zwölf Uhr war er gehoben; und wir haben das tote Kind hervorgehoben.
[ 32 ] It was last fall that a family belonging to our anthroposophical circle lost a little son who was seven years old, a dear boy. The external circumstances were truly extraordinarily tragic. The father had gone off to war as a German citizen; he had just fallen ill and was in a military hospital. One evening, just as a lecture was taking place in Dornach, where our building is being constructed, we were informed that the little seven-year-old boy was missing. He had not come home since that evening. I must not forget to mention that the family had settled in Dornach as a family of gardeners. I myself had traveled to Switzerland shortly before, coming from Germany. The boy had already come up to me before the building and shaken my hand; he was a cheerful, very sweet child. So that evening we were informed that the boy was missing. Now one could think of nothing else but that a moving truck, which had brought furniture for members and had overturned near the building, had fallen on the child. Now you must assume, on top of all this, that no moving truck had driven past that spot for countless years prior, nor had any since then. You must also consider: The boy lived with his mother, who ran the garden center. He was such a sweet boy that when his father had to leave, he told his mother he would now help her diligently because his father was no longer there. That evening, he had been sent to the so-called canteen to fetch something for his mother. It wasn’t far at all; only a short distance lies between the canteen and his mother’s apartment. On this short route there is a crossroads, so the moving truck had to make a turn. The boy had actually intended to leave ten minutes earlier but was held up by someone who wanted to walk with him. Had he left earlier and gone out through another door, the one he usually used, he would have passed the truck sooner and been on the left side of it, whereas now he was on the right. Because he left later, went out through a different door, and was to the right of the moving truck, the truck fell directly on the boy when it tipped over. People had watched this happen, including those who were with the horses. No one suspected that the boy had ended up under the wagon. They then said: The wagon is too heavy for us to lift it tonight; we’ll do it tomorrow. — That happened between five and six o’clock. And now, around a quarter to eleven, we were in a situation where we absolutely had to lift the wagon. By twelve o’clock it was lifted; and we pulled the dead child out.
[ 33 ] Nun, das erste, was ich erwähnen möchte, ist dieses, daß gerade solch ein Beispiel so recht geeignet ist, zu zeigen, wie die Menschen in bezug auch auf das Leben verkehrt denken. Und ich möchte nochmals einen, zwar schon oft gebrauchten Vergleich für dieses verkehrte Denken anführen. Nehmen Sie an, Sie sehen in einiger Entfernung einen Menschen, der am Rande eines Flusses geht. Plötzlich sehen Sie, daß der Mensch in den Fluß fällt. Sie laufen hin, da finden Sie an derselben Stelle einen Stein. Natürlich sagen Sie, der Mensch ist über den Stein gestolpert, in das Wasser gefallen, dadurch fand er seinen Tod. Die Sache kann aber ganz anders sein, sie kann gerade umgekehrt sein. Es kann den Menschen der Herzschlag getroffen haben. Er ist in das Wasser gefallen, weil er vorher tot war; und er hat nicht den Tod gefunden, weil er in das Wasser gefallen ist. Dieser Fehler wird jeden Augenblick gemacht, besonders in der Naturwissenschaft. Man merkt es natürlich nicht, wenn er sich fein verbirgt.
[ 33 ] Well, the first thing I would like to mention is that this very example is particularly well-suited to showing how people think incorrectly, even when it comes to life itself. And I would like to cite once again a comparison—one that has been used many times before—to illustrate this incorrect thinking. Suppose you see a person walking along the bank of a river in the distance. Suddenly you see that the person falls into the river. You run over, and there you find a rock in the same spot. Naturally, you say that the person stumbled over the rock, fell into the water, and thus met his death. But the matter may be quite different; it may be exactly the opposite. The person may have suffered a heart attack. He fell into the water because he was already dead; and he did not meet his death because he fell into the water. This mistake is made all the time, especially in the natural sciences. Of course, one does not notice it when it is cleverly concealed.
[ 34 ] So war es auch in bezug auf dieses Kind. Das Karma dieses Kindes war abgelaufen. Der Möbelwagen ist wegen des Kindes dort gefahren. Die geistigen Wesenheiten, die hinter dem Geheimnis walten, arrangierten die Sache so, daß das Kind seinen Tod finden konnte. Sieben Jahre war der Knabe alt. Ein recht jugendlicher Ätherleib, der hätte noch können viele Jahrzehnte das Leben versorgen, die Kräfte waren da. Nun, ich werde stets bekennen, was es heißt, daß seit einiger Zeit unser Dornacher Bau eingebettet ist in den vergrößerten Ätherleib des kleinen Knaben Theodor Faiß. Wirklich ist der Ätherleib vergrößert — er vergrößert sich nach dem Tode —, und der Ätherleib dieses kleinen siebenjährigen Theo bildet wie eine Art Aura des Baues seither. Und wenn man mit dem Bau zu tun hat, wenn man die Notwendigkeit hat, die Ideen für den Bau zu finden, die ihn in der rechten Weise in die geistige Welt hineinversetzen, seit dem Tode dieses Knaben weiß man, daß man mitinspiriert wird durch den Ätherleib, der mit die Aura des Baues bildet, den Ätherleib vom kleinen Theo Faiß. Es könnte selbstverständlich keine Sehnsucht, originell zu erscheinen, mich verleiten, abzuleugnen, daß vieles von dem, was seither an Beiträgen für den Bau entstanden ist, mitinspiriert ist durch den Umstand, daß die Aura dieses Ätherleibes um den Bau herum ist und man im Bau gewissermaßen diese Hilfe hat, daß diese unverbrauchte Ätherkraft zugunsten des Baues wirkt. Denken Sie sich, was da hinter den äußeren Tatsachen für bedeutungsvolle innere Tatsachen stehen: Eine Familie verlegt ihren Wohnsitz in die Nähe des Baues. Da ist ein Knabe, durch sein Seelenwesen besonders veranlagt; er opfert seinen Ätherleib hin, damit der Bau eingehüllt ist in die Kraft dieses Ätherleibes. Da haben wir ein solches Beispiel, an dem wir ersehen, wie unverbrauchte Ätherleiber, die hingeopfert werden, ihre Aufgabe in der Welt haben.
[ 34 ] This was also the case with this child. The child’s karma had run its course. The moving truck went there because of the child. The spiritual beings who govern the mystery arranged matters so that the child could meet his death. The boy was seven years old. A truly youthful etheric body—it could have sustained life for many decades; the forces were there. Well, I will always acknowledge what it means that for some time now our Dornach building has been embedded in the enlarged etheric body of the little boy Theodor Faiß. Truly, the etheric body has expanded—it expands after death—and the etheric body of this little seven-year-old Theo has since formed a kind of aura around the building. And when one is involved with the building, when one has the need to find the ideas for the building that place it in the spiritual world in the right way, since the death of this boy one knows that one is co-inspired by the etheric body that forms the aura of the building, the etheric body of little Theo Faiß. Of course, no desire to appear original could lead me to deny that much of what has since been created in contributions to the building is co-inspired by the fact that the aura of this etheric body surrounds the building, and that in the building one has, so to speak, this help—that this untapped etheric power works for the benefit of the building. Just imagine what significant inner realities lie behind the outer facts: A family moves to live near the building. There is a boy, particularly predisposed by his soul nature; he sacrifices his etheric body so that the building may be enveloped in the power of this etheric body. Here we have such an example from which we can see how unspent etheric bodies, when sacrificed, have their task in the world.
[ 35 ] Da erst beginnt im Grunde dasjenige, was an Empfindungsgehalt aus unserer Geisteswissenschaft fließen soll. Daß man weiß, der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, man macht verschiedene Erdenleben durch —, daß man das theoretisch weiß, darauf kommt es wahrhaftig nicht an. Sondern darauf kommt es an, was in unser wirkliches Erleben eingefügt wird durch diese Anschauungen. Leben versucht man auch dadurch hineinzubringen in unsere Bewegung, daß man nicht nur theoretisch durch die Lehre, sondern durch das Leben selbst zu überwinden versucht den Unterschied zwischen Lebenden und Toten. Als uns jüngst ein sehr lieber Mithelfer, Fritz Mitscher, gerade in seinem dreißigsten Jahre entrissen wurde und ich die Rede bei der Einäscherung in Basel zu halten hatte, bestand ein wichtiges Wort darin, daß ich mich zu dieser Seele wandte, um ihr, ich möchte sagen, bittend den Auftrag zu geben, auch nach dem Tode weiter unter uns zu arbeiten. Denn wir brauchen nicht bloß die sogenannten Lebendigen, sondern wir brauchen die Mitarbeit derer, die durch die Pforte des Todes gegangen sind. Und in zweifacher Weise werden sie mitarbeiten. Auf der einen Seite werden in der nächsten Zeit mitarbeiten eine große Anzahl von Ätherleibern, welche die Menschen abgelegt haben, die durch die Pforte des Todes gegangen sind in den schicksalschweren Erlebnissen. Jugendliche, unverbrauchte Ätherleiber sind jetzt wie eine große gewaltige Aura, in der wir leben. Und dann sind es auf der andern Seite die Individualitäten selbst, die aus ihren Ätherleibern heraus weiter wirken. Hinblicken auf den unverbrauchten Ätherleib können wir in dem Beispiel des kleinen Theo Faiß, wo der Ätherleib zum Inspirator wird für manches, was am Bau geleistet worden ist. Hinblicken auf die Individualität wollte ich in meiner Ansprache an Fritz Mitscher. So ganz und gar zu fühlen und zu empfinden, wie die Kluft ausgefüllt wird zwischen Leben und Tod, ist es, was zu unserer Geisteswissenschaft gehört. Denn nicht nur theoretisch wissen, sondern es ganz lebendig durchdringen, daß uns die Toten wie Lebende sind, daß die Toten etwas geben wie die jugendlichen, unverbrauchten Ätherleiber, muß uns bewußter Inhalt der Erdenzeiten werden. Und in diesen Ätherleibern, die Menschen angehört haben, die jetzt durch die großen schicksaltragenden Ereignisse den Tod gefunden haben, leben ja die Nachklänge von alledem, was empfunden wird, wenn man den Tod als ein Opfer für die von der Zeit geforderten Ereignisse — mehr oder weniger bewußt — vor sich sieht. Das fährt hinein in diese Ätherleiber. Den Tod suchen, oder besser gesagt, den Tod voraussehen und dennoch wissen, daß dieser Tod eine Bedeutung hat, das wird bei zahlreichen Menschen, die in der Gegenwart durch die Pforte des Todes gehen, der Fall sein. Man kann Materialist sein; wenn man so dahinlebt, kann man ja sagen: Volksseelen, Volksgeister sind ja nur Namen für etwas, was abstrakt zusammenhält eine Gruppe von Menschen mit gleicher Sprache und gleichen Eigentümlichkeiten. Von Volksgeistern als von wirklichen Wesenheiten zu sprechen, ist eine Verdrehtheit. — Mögen selbst manche, die jetzt durch die Pforte des Todes gehen, den Worten nach so sprechen; dadurch, daß sie so durch den Tod gehen, geben sie unbewußt ihre Zustimmung zu dem, was Geisteswissenschaft sagen muß, daß Volksgeist, Volksseele eine reale Wesenheit ist. Denn was würde es heißen, wenn Volksgeister, Volksseelen nicht reale Wesenheiten wären und von allen Seiten die Menschen im blutigen Kriege stehen? Unter Voraussetzung einer materialistischen Weltgestaltung wäre das unmöglich zu denken. Wenn sich der einzelne aber für den Volksgeist opfert, wenn der Volksgeist eine reale Wesenheit ihm ist, dann hat es den tiefsten Sinn, daß solche Ereignisse über die Menschen gekommen sind. So werden wir eine kommende Zeit fühlen, in welcher viele, viele unverbrauchte Ätherleiber in der geistigen Atmosphäre schweben, alle mahnend, daß es Geistiges gibt. Diese Ätherleiber werden in Zukunft gute Helfer sein, um die menschliche Weltauffassung spirituell zu vertiefen. Die Menschen werden bloß in ihren Seelen empfinden müssen, wie die Toten rufen. Wenn wiederum über den Gefilden, über denen sich jetzt die furchtbaren Ereignisse entwickeln, wieder Friede herrschen wird, werden die Menschen, die dann leben werden, um so besser wirken, wenn sie die Stimme der Toten hören. Aber das ist nicht nur symbolisch gemeint. Die unverbrauchten Ätherleiber werden da sein und den Ruf ertönen lassen. Die Welt kann fürder nicht bestehen, ohne daß die Menschen ihren Zusammenhang mit der geistigen Welt erfühlen und empfinden. Und stumpf würde sich die Menschheit der Zukunft erweisen, wenn sie also die Mahnung der Toten nicht würde hören können. — In der Physik gibt jeder zu, daß keine Kraft verlorengeht; man spricht von der Umwandlung der Kraft. Auf dem geistigen Boden ist es ebenso. Die Kräfte, die der unverbrauchte Ätherleib durch die Pforte des Todes trägt, verschwinden nicht; sie werden da sein. Und in die Seelen der Zukunft hinein können sie aufgenommen werden, und diese Seelen können durch diesen Zusammenhang mit den Seelenresten, die aus unverbrauchten Ätherleibern zurückgeblieben sind, Kraft und Zuversicht für ihr spirituelles Wirken empfangen.
[ 35 ] It is only then that what is to flow from our Spiritual Science in terms of sensory content truly begins. The fact that one knows that the human being consists of a physical body, an etheric body, an astral body, and an I, and that one goes through various earthly lives—the fact that one knows this theoretically—is truly not what matters. What matters is what these insights bring into our actual experience. We also try to bring life into our movement by attempting to overcome the difference between the living and the dead not merely theoretically through doctrine, but through life itself. When a very dear colleague of ours, Fritz Mitscher, was recently taken from us at the age of thirty, and I had to deliver the eulogy at his cremation in Basel, an important point was that I turned to this soul to, I might say, imploringly entrust it with the task of continuing to work among us even after death. For we need not only the so-called living, but we need the cooperation of those who have passed through the gate of death. And they will cooperate in two ways. On the one hand, a large number of etheric bodies will be working with us in the near future—bodies shed by people who have passed through the gate of death in experiences of heavy destiny. Youthful, unspent etheric bodies are now like a great, powerful aura in which we live. And then, on the other hand, there are the individualities themselves, who continue to work from within their etheric bodies. We can glimpse the fresh etheric body in the example of little Theo Faiß, where the etheric body becomes an inspiration for much of what has been accomplished in the building. I wanted to address the individuality in my speech to Fritz Mitscher. To feel and sense so completely how the gulf between life and death is bridged is what belongs to our Spiritual Science. For it is not merely a matter of knowing theoretically, but of being thoroughly imbued with the living reality that the dead are like the living to us, that the dead give something just as the youthful, unspent etheric bodies do—this must become the conscious content of our earthly lives. And in these etheric bodies, which belonged to people who have now met their death through the great, fateful events, live the echoes of all that is felt when one sees death—more or less consciously—as a sacrifice for the events demanded by the times. This enters into these etheric bodies. To seek death, or rather, to foresee death and yet know that this death has meaning—this will be the case for many people who are now passing through the gate of death. One can be a materialist; if one lives one’s life in this way, one might say: Folk-souls, Folk-spirits are merely names for something that abstractly binds together a group of people with the same language and the same characteristics. To speak of national spirits as real entities is a distortion. — Even some who are now passing through the gate of death may speak in such terms; by passing through death in this way, they unconsciously give their assent to what Spiritual Science must say: that the national spirit, the folk-soul, is a real entity. For what would it mean if national spirits and Folk-souls were not real entities, and yet people were engaged in bloody war on all sides? Under the premise of a materialistic worldview, this would be impossible to conceive. But if the individual sacrifices himself for the national spirit, if the national spirit is a real entity to him, then it makes the deepest sense that such events have befallen humanity. Thus we shall sense a time to come in which many, many unused etheric bodies will float in the spiritual atmosphere, all reminding us that the spiritual exists. These etheric bodies will be good helpers in the future for spiritually deepening the human worldview. People will simply have to feel in their souls how the dead are calling out. When peace reigns once more over the regions where these terrible events are now unfolding, the people living then will be all the more effective in their work if they hear the voice of the dead. But this is not meant merely symbolically. The unspent etheric bodies will be there, making their call resound. The world can no longer exist unless people sense and feel their connection with the spiritual world. And humanity of the future would prove to be dull if it were thus unable to hear the warning of the dead. — In physics, everyone admits that no force is lost; one speaks of the transformation of force. It is the same on the spiritual plane. The forces that the unspent etheric body carries through the gate of death do not disappear; they will be there. And they can be absorbed into the souls of the future, and these souls can receive strength and confidence for their spiritual work through this connection with the soul remnants that have remained from unspent etheric bodies.
[ 36 ] Neben vielem, was uns dieser Krieg sagen kann, ist es für uns als Bekenner der Geisteswissenschaft vor allen Dingen dies, daß wir gleichsam im Geiste schon hinaufschauen in die Atmosphäre, die da sein wird die Atmosphäre der unverbrauchten Ätherleiber; daß aber hier unten Seelen werden sein müssen, die eine Empfindung dafür haben, daß das die Mahnungen der Toten sind. Dies herbeizuführen, gehört aber zu unserer Aufgabe als rechtmäßige Bekenner der Geisteswissenschaft. Wir müssen schon einen geistgemäßen Gesichtspunkt auch gegenüber solchen Zeitereignissen finden können, nicht den Gesichtspunkt, der abstraktes Denken ist. Sondern wir müssen uns wirklich die Zukunftsbevölkerung der Erde so vorstellen, daß unten Seelen sind, die im physischen Leibe sind, und von oben unverbrauchte Ätherleiberkräfte herunterwirken; und daß diese Seelen unten sagen können: Wir verzweifeln nicht daran, daß bessere Zeiten für das spirituelle Erkennen kommen werden, denn die unverbrauchten Ätherleiber helfen uns mit ihren Kräften. — Wenn wir das konkret, nicht abstrakt nehmen, dann haben wir etwas von den Mahnungen, die diese schicksalschwere Zeit uns insbesondere als Bekennern der Geisteswissenschaft geben kann, verstanden. So muß es kommen, denn es bedarf schon realer Einwirkungen in die menschliche Entwickelung hinein. Wir hätten lange fortwirken müssen, wenn wir wiederum durch Verstandesüberzeugungen das hätten hervorzurufen gehabt, was die spirituelle Weltanschauung geben will. Bei der Jungfrau von Orleans fand eine unterbewußte Initiation statt. In der Zukunft wird in anderer Weise das Spirituelle hineinwirken in die Menschheitsentwickelung. Die unverbrauchten Ätherleiber werden es sein, die helfend uns zur Seite stehen werden, uns und auch denen, die als Individualitäten wiederum hineinwirken wollen auf den physischen Plan.
[ 36 ] Among the many things this war can tell us, for us as adherents of Spiritual Science it is above all this: that we are, as it were, already looking up in spirit into the atmosphere that will be there—the atmosphere of the unspent etheric bodies; but that down here there must be souls who have a sense that these are the warnings of the dead. Bringing this about, however, is part of our task as true adherents of Spiritual Science. We must be able to find a spiritual perspective even in the face of such current events, not the perspective of abstract thinking. Rather, we must truly create a mental image of the future population of the Earth in such a way that there are souls down below in physical bodies, and fresh etheric body forces are working down from above; and that these souls down below can say: We do not despair that better times for spiritual knowledge will come, for the unspent etheric bodies help us with their powers. — If we take this concretely, not abstractly, then we have understood something of the warnings that this fateful time can give us, especially as adherents of Spiritual Science. This is how it must come to pass, for real influences are needed to work into human development. We would have had to work for a long time if we were to bring about, through intellectual convictions alone, what the spiritual worldview seeks to provide. In the case of Joan of Arc, a subconscious initiation took place. In the future, the spiritual will work into human development in a different way. It will be the unspent etheric bodies that will stand by us in a helping capacity, assisting both us and those who, as individualities, wish to influence the physical plane once more.
[ 37 ] Mit Bezug auf dasjenige, was die Menschen verstehen können, geht es auch heute manchmal noch ganz sonderbar zu. Aus dem angeführten Beispiel werden Sie schon zugeben, daß zur Zeit der Jungfrau von Orleans die Strategen, die Feldherren nicht dasjenige herbeigeführt haben, was herbeigeführt worden ist. Ein anderes Beispiel habe ich auch schon öfter angeführt: Als in entscheidender Stunde das Heer des Konstantin gegen Rom marschierte, da waren es auch nicht die Feldherren, die den Sieg herbeiführten und das fünfmal stärkere Heer des Maxentius, der seine Heere vor die Tore Roms führte, dem Konstantin entgegen, schlugen. Konstantin folgte nicht seinen Feldherren, sondern einem Traume, der ihm sagte, er solle das Monogramm Christi seinen Heeren vorantragen lassen. Träume und sibyllinische Orakel haben dazumal die Heere an einem bestimmten Orte zusammengeführt und alles entschieden. Dadurch aber, daß Konstantin siegte, hat die Landkarte Europas wiederum ihr entsprechendes Aussehen bekommen. Wer war es denn, der dazumal unter der Schwelle des Bewußtseins die Ereignisse lenkte? Der Christus-Impuls war es, aber der Christus-Impuls, so wie er real war, nicht wie ihn die Menschen verstanden haben. Wir lernen den Christus-Impuls nicht kennen, wenn wir hinhören auf das Gezänk der Theologen. Nicht in dem, was die Menschen bewußt vollbrachten, was die Menschen verstanden haben, wirkte der Christus-Impuls; sondern er wirkte in der Zusammenfügung der Ereignisse bei Konstantin und Maxentius, und später wieder bei der Jungfrau von Orleans. Auch in unserer heutigen Zeit erlebt man gar manches, sei es auch manchmal an kleinen Tatsachen. Es kann manchmal Kleines mit Großem verglichen werden. Da schrieb ein hervorragender Philosoph vor einigen Jahren in einer süddeutschen Monatsschrift einen längeren Artikel über die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, die ich zu vertreten habe. Dieser Artikel hat sehr viel gewirkt; er war ganz gegnerisch geschrieben, allerdings durchsetzt mit manchem wohlwollenden Urteil über die Theosophie im allgemeinen, manchem Anerkennenden auch. Mir wurde zum Beispiel der Rat gegeben, statt auf solche Dinge meine Gaben lieber verwenden zu wollen, um endlich herauszubringen, ob wirklich MicKiewicz die Wiederverkörperung der Jungfrau von Orleans sei und so weiter. Aber im ganzen war der Artikel doch sehr geeignet, das, was gerade als unsere geisteswissenschaftliche Weltanschauung zu gelten hat, so darzustellen, daß ein unebener Eindruck hervorgerufen wurde. Der Philosoph, der den Artikel geschrieben hatte, galt als großer Platoniker, als großer Logiker. Er sagte selbst, er widme sich keiner andern Aufgabe als der Verkündigung der Wahrheit, und deshalb könne er die Wahrheit wissen. Der Herausgeber der Zeitschrift schien sehr befriedigt zu sein, einen so langen autoritativen Artikel über diese Geisteswissenschaft bringen zu können. Das war schon vor einigen Jahren. Dann kam der Krieg. Der Betreffende gehört nicht einer Anschauung an, die mit Mitteleuropa sympathisiert, sondern er sympathisiert in entschiedener Weise mit England und Frankreich und sogar mit denen, die im Gefolge von England und Frankreich kämpfen. Nun, was geschieht? Er schreibt eine Anzahl von Briefen an denselben Mann, der Herausgeber der Zeitschrift ist. Dieser Herausgeber der erwähnten Zeitschrift veröffentlicht diese Briefe auch, weil sie zu charakteristisch sind, in einer andern Zeitschrift, den «Süddeutschen Monatsheften». Er erinnert sogar daran, daß er derselbe Mann ist — Karl Muth ist es —, der die Zeitschrift «Hochland» herausgibt und der den Artikel über die «Steinersche Theosophie», wie er sagt, abgedruckt hat. Diese Briefe sind nun so, daß man sagen kann, alles was an Geifer über die mitteleuropäische Bevölkerung von seiten eines westeuropäisch gesinnten Menschen gesagt werden kann, wird darin gesagt. Unter anderem erklärt der Mann: Gegen die Menschen, die alle nicht wissen können, wofür sie kämpfen, sind die schwarzen Menschen freie Adelsmenschen. Gegen Mitteleuropa müsse man nur das englische Weltreich halten, das sei wie die Katholische Kirche eingesetzt von Gott und hätte niemals etwas anderes getan, als was in der göttlichen Weltordnung liegt.
[ 37 ] Even today, things can sometimes take a very strange turn when it comes to what people are capable of understanding. From the example cited, you will surely admit that, at the time of the Virgin of Orleans, it was not the strategists or the generals who brought about what actually came to pass. I have also cited another example on several occasions: When, at the decisive hour, Constantine’s army marched against Rome, it was not the generals who brought about the victory and defeated the army of Maxentius—five times stronger—which he led to the gates of Rome to meet Constantine. Constantine did not follow his generals, but a dream that told him to have the monogram of Christ carried before his armies. Dreams and Sibylline oracles brought the armies together at a specific place at that time and decided everything. But because Constantine was victorious, the map of Europe once again took on its proper form. Who, then, was it who guided events at that time beneath the threshold of consciousness? It was the Christ impulse, but the Christ impulse as it was in reality, not as people understood it. We do not come to know the Christ impulse by listening to the squabbling of theologians. The Christ impulse did not work through what people consciously accomplished, or what people understood; rather, it worked in the convergence of events surrounding Constantine and Maxentius, and later again with the Maid of Orleans. Even in our own time, we experience many such things, even if sometimes in small details. Sometimes small things can be compared to great ones. A few years ago, an outstanding philosopher wrote a lengthy article in a South German monthly journal about the spiritual-science worldview that I represent. This article had a profound impact; it was written in a highly critical tone, though interspersed with many favorable judgments about theosophy in general, and even some expressions of recognition. For example, I was advised that instead of devoting my gifts to such matters, I should rather use them to finally determine whether Mickiewicz was truly the reincarnation of the Maid of Orleans, and so on. But on the whole, the article was nevertheless very effective in presenting what is currently regarded as our Spiritual Science worldview in such a way as to create a distorted impression. The philosopher who had written the article was regarded as a great Platonist, a great logician. He said himself that he devoted himself to no other task than the proclamation of the truth, and therefore he could know the truth. The editor of the journal seemed very pleased to be able to publish such a long, authoritative article on the Spiritual Science. That was already several years ago. Then the war came. The man in question does not hold a view that sympathizes with Central Europe, but rather he sympathizes decisively with England and France and even with those fighting in the wake of England and France. Now, what happens? He writes a number of letters to the same man who is the editor of the journal. This editor of the aforementioned journal also publishes these letters—because they are so characteristic—in another journal, the *Süddeutsche Monatshefte*. He even points out that he is the same man—Karl Muth—who publishes the magazine “Hochland” and who, as he says, printed the article on “Steiner’s Theosophy.” These letters are such that one can say that everything that can be said in venom against the Central European population by a Western-minded person is said in them. Among other things, the man declares: Compared to people who cannot all know what they are fighting for, Black people are free noble beings. Against Central Europe, one need only uphold the British Empire, which, like the Catholic Church, was established by God and has never done anything other than what lies within the divine world order.
[ 38 ] Diesen Brief abzudrucken ist ganz selbstverständlich! Der genannte Herausgeber schreibt dazu: In ganz Mitteleuropa wird sich außer in Irrenhäusern kein Mensch finden lassen, der so etwas vertreten könnte! — Also jetzt gibt der gute Herr Muth zu, daß der Mann, den er ausersehen hat, um ihn auf unsere geisteswissenschaftliche Weltanschauung loszulassen, eigentlich für das Irrenhaus reif ist. Ja, so steht es überhaupt mit dem, was gegenüber unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung vorgebracht wird. Nur hätte Herr Muth dazumal schon wissen müssen, daß der Mann reif sei für das Irrenhaus. Aber er brauchte erst die Mahnung des Krieges. Seine Einsicht mußte erst herausgefordert werden durch dasjenige, was er nun leicht einsehen konnte. Gar mancher für das Irrenhaus Reife wandert herum und kritisiert die Weltanschauung, die wir vertreten, nur kommt es nicht auf eine so groteske Weise heraus.
[ 38 ] It goes without saying that this letter should be published! The editor in question writes: “Throughout Central Europe, with the exception of mental institutions, you won't find a single person who could possibly advocate such a thing!” — So now the good Mr. Muth admits that the man he chose to unleash upon our spiritual-scientific worldview is actually ripe for the asylum. Yes, that is generally the case with what is put forward against our spiritual-scientific worldview. Only Mr. Muth should have known back then that the man was ripe for the asylum. But he first needed the wake-up call of war. His insight had to be challenged by precisely what he could now easily see. Quite a few people ripe for the asylum wander about and criticize the worldview we advocate, only it doesn’t come across in such a grotesque way.
[ 39 ] Ich sagte, an diesem Beispiel zeigt sich, daß der Verstand, den die Menschen heute haben, noch lange hintennachhinken würde, wenn es sich um geisteswissenschaftliche Weltanschauung handelt und daß schon gesagt werden muß: Nicht nur die Lebendigen sind dazu notwendig, daß das Quantum Spiritualität, das in die Welt kommen muß, hereinkomme, sondern auch die Toten! Und zu den besten Helfern werden diejenigen gehören, die mit Seele und Leben einzutreten hatten für den Gang unserer schicksalschweren und schicksaltragenden Ereignisse der Gegenwart. Und so möchte man denn heute, daß solche Betrachtungen nicht nur etwas Theoretisches in den Seelen bleiben, sondern eine tief ehrliche Empfindung werden, die Empfindung, daß wir das Bekenntnis zur Geisteswissenschaft so nehmen mögen, daß unsere Seelen aufmerksame Wisser desjenigen werden, daß da in der geistigen Welt mahnende Stimmen da sein werden, die uns sagen: Lasset euch uns Tote ein Wahrzeichen sein dafür, daß spirituelle Vertiefung in die Menschen kommen muß, denn wir haben diesen Tod mit Bewußtsein durchgemacht — nicht für unsere Sache, sondern für das, was unabhängig ist von uns, so daß wir besiegelt haben dadurch das Bekenntnis zu etwas, was über das einzelne materielle Menschenleben hinausgeht!
[ 39 ] I said that this example shows that the understanding people have today still lags far behind when it comes to a worldview based on Spiritual Science, and that it must be said: It is not only the living who are necessary for the quantum of spirituality that must enter the world to do so, but also the dead! And among the best helpers will be those who had to step in with soul and life for the course of our present events, which are heavy with destiny and bear destiny. And so we would like today for such reflections not to remain merely theoretical in our souls, but to become a deeply sincere feeling—the feeling that we may take our commitment to Spiritual Science in such a way that our souls become attentive knowers of the fact that there will be admonishing voices in the spiritual world telling us: Let us, the dead, be a symbol to you that spiritual deepening must come into humanity, for we have gone through this death with consciousness—not for our own sake, but for that which is independent of us, so that we have thereby sealed our commitment to something that transcends the individual material human life!
[ 40 ] Wenn unter den Bekennern der Geisteswissenschaft solche sein werden, die das ernste Raunen derjenigen, die also durch die Pforte des Todes gegangen sind, ahnen, empfinden, wissen werden, dann wird im Realen etwas von dem erreicht werden, was durch Geisteswissenschaft in den Empfindungen der Menschenseelen erreicht werden soll; mit andern Worten, wenn durch die Geisteswissenschaft Seelen da sein werden, die ihren Sinn ins Geisterreich zu lenken verstehen, denn aus dem Geisterreich wird vieles in den kommenden Zeiten den Menschen gesagt werden können.
[ 40 ] If there are those among the adherents of Spiritual Science who can sense, feel, and know the solemn murmurings of those who have thus passed through the gate of death, then something of what Spiritual Science is meant to achieve in the feelings of human souls will be attained in reality; in other words, if, through Spiritual Science, there will be souls who know how to direct their senses toward the spirit realm, for much will be able to be told to humanity from the spirit realm in the times to come.
[ 41 ] Das ist es, was ich Ihnen für Ihre Empfindungen andeuten wollte, da es die Verhältnisse so gegeben haben, daß wir gerade in dieser Zeit auch in einer Zweigversammlung hier zusammensein können. Das möchte man ja, daß bei solchen Versammlungen nicht bloß ein Wissen im Keime verschafft wird, sondern daß das, was in solchen Versammlungen gesprochen wird, wirke wie ein lebendiger Keim, der in den Boden der empfindenden Seele eingesenkt wird. Was Sie empfindungsgemäß weitertragen werden durch eine solche Betrachtung, das wird die Hauptsache sein.
[ 41 ] That is what I wanted to suggest to you regarding your feelings, since circumstances have allowed us to gather here in a branch meeting at this very time. One would hope, of course, that such gatherings do not merely provide knowledge in its embryonic form, but that what is spoken at such gatherings acts like a living seed sown into the soil of the receptive soul. What you will carry forward intuitively through such contemplation will be the main thing.
[ 42 ] Deshalb wollen wir diese Betrachtungen abschließen, indem wir dessen gedenken, was werden soll für uns aus den schicksaltragenden Ereignissen der Zeit:
[ 42 ] Let us therefore conclude these reflections by considering what the momentous events of our time will mean for us:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Denken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of battle,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
Grows the fruit of the spirit
Souls, spiritually aware,
Send their meaning into the spirit realm.
