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The Mystery of Death
The Nature and Significance of Central Europe
and the European National Spirits
GA 159

18 May 1915, Linz

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11. Christus im Verhältnis zu Luzifer und Ahriman die dreifache Wesensgestaltung

11. Christus im Verhältnis zu Luzifer und Ahriman die dreifache Wesensgestaltung

[ 1 ] Wenn einmal unser der Geisteswissenschaft gewidmeter Bau in Dornach fertiggestellt sein wird, so wird er an bedeutungsvoller Stelle eine plastische Gruppe enthalten, die drei Figuren hauptsächlich darbieten wird. In der Mitte dieser Gruppe wird eine Gestalt stehen, wie, ich möchte sagen, der Repräsentant des höchsten Menschlichen, das auf der Erde sich entfalten konnte. Daher wird man auch diese Gestalt des höchsten Menschlichen in der Erdenentwickelung empfinden können als den Christus, der in dem Leibe des Jesus von Nazareth drei Jahre innerhalb der Erdenentwickelung gelebt hat. Es wird die besondere Aufgabe sein, diese Christus-Gestalt so auszugestalten, daß man auf der einen Seite wird sehen können, wie das Wesen, um das es sich handelt, in einem menschlichen Erdenleibe wohnt, wie aber doch dieser Erdenleib in jeder Miene, in allem, was an ihm ist, durchgeistigt ist von dem, was aus kosmischen, aus geistigen Höhen im dreißigsten Jahre des Lebens in diesen Erdenleib als der Christus eingezogen ist. Dann finden sich da zwei andere Figuren, die eine zur linken, die andere zur rechten Seite der Christus-Gestalt, wenn ich diese Gestalt, die ich eben mit ein paar Worten angedeutet habe, die Christus-Gestalt nennen kann. Diese Christus-Gestalt steht wie vor einem Felsen, der insbesondere da, wo die linke Seite des Christus ist, sich auftürmt, so daß sein Gipfel über dem Haupt der ChristusGestalt liegt. Da oben auf dem Felsen ist eine andere Gestalt, eine geflügelte Gestalt; aber die Flügel sind zerbrochen, und diese Gestalt fällt, weil sie die Flügel zerbrochen hat, in den Abgrund. Was künstlerisch besonders scharf wird herausgearbeitet werden müssen, das wird die Art sein, wie diese Christus-Gestalt den linken Arm erhebt. Denn durch diese Erhebung des linken Armes der Christus-Gestalt geschieht es, daß diese herabstürzende Wesenheit die Flügel zerbricht. Aber es darf das nicht so aussehen, als wenn etwa der Christus dieser Wesenheit die Flügel zerbräche, sondern das Ganze muß künstlerisch so gestaltet sein, daß, indem der Christus den Arm hinaufhebt, schon in der ganzen Handbewegung liegt, daß er eigentlich auch mit dieser Wesenheit nur unendliches Mitleid hat. Diese Wesenheit erträgt aber nicht das, was durch den Arm und die Hand hinaufströmt und was noch sichtbar sein wird, indem selbst im Felsen wie Einhöhlungen von den Fingern der hinaufgestreckten Hand sein werden. Was diese Wesenheit in sich selbst empfindet, da sie in die Nähe der Wesenheit kommt, die als die Christus-Wesenheit dasteht, das ist so, daß man es in die Worte kleiden möchte: Ich kann nicht ertragen, daß so Reines auf mich heraufstrahlt.

[ 1 ] Wenn einmal unser der Geisteswissenschaft gewidmeter Bau in Dornach fertiggestellt sein wird, so wird er an bedeutungsvoller Stelle eine plastische Gruppe enthalten, die drei Figuren hauptsächlich darbieten wird. In der Mitte dieser Gruppe wird eine Gestalt stehen, wie, ich möchte sagen, der Repräsentant des höchsten Menschlichen, das auf der Erde sich entfalten konnte. Daher wird man auch diese Gestalt des höchsten Menschlichen in der Erdenentwickelung empfinden können als den Christus, der in dem Leibe des Jesus von Nazareth drei Jahre innerhalb der Erdenentwickelung gelebt hat. Es wird die besondere Aufgabe sein, diese Christus-Gestalt so auszugestalten, daß man auf der einen Seite wird sehen können, wie das Wesen, um das es sich handelt, in einem menschlichen Erdenleibe wohnt, wie aber doch dieser Erdenleib in jeder Miene, in allem, was an ihm ist, durchgeistigt ist von dem, was aus kosmischen, aus geistigen Höhen im dreißigsten Jahre des Lebens in diesen Erdenleib als der Christus eingezogen ist. Dann finden sich da zwei andere Figuren, die eine zur linken, die andere zur rechten Seite der Christus-Gestalt, wenn ich diese Gestalt, die ich eben mit ein paar Worten angedeutet habe, die Christus-Gestalt nennen kann. Diese Christus-Gestalt steht wie vor einem Felsen, der insbesondere da, wo die linke Seite des Christus ist, sich auftürmt, so daß sein Gipfel über dem Haupt der ChristusGestalt liegt. Da oben auf dem Felsen ist eine andere Gestalt, eine geflügelte Gestalt; aber die Flügel sind zerbrochen, und diese Gestalt fällt, weil sie die Flügel zerbrochen hat, in den Abgrund. Was künstlerisch besonders scharf wird herausgearbeitet werden müssen, das wird die Art sein, wie diese Christus-Gestalt den linken Arm erhebt. Denn durch diese Erhebung des linken Armes der Christus-Gestalt geschieht es, daß diese herabstürzende Wesenheit die Flügel zerbricht. Aber es darf das nicht so aussehen, als wenn etwa der Christus dieser Wesenheit die Flügel zerbräche, sondern das Ganze muß künstlerisch so gestaltet sein, daß, indem der Christus den Arm hinaufhebt, schon in der ganzen Handbewegung liegt, daß er eigentlich auch mit dieser Wesenheit nur unendliches Mitleid hat. Diese Wesenheit erträgt aber nicht das, was durch den Arm und die Hand hinaufströmt und was noch sichtbar sein wird, indem selbst im Felsen wie Einhöhlungen von den Fingern der hinaufgestreckten Hand sein werden. Was diese Wesenheit in sich selbst empfindet, da sie in die Nähe der Wesenheit kommt, die als die Christus-Wesenheit dasteht, das ist so, daß man es in die Worte kleiden möchte: Ich kann nicht ertragen, daß so Reines auf mich heraufstrahlt.

[ 2 ] Das ist es, was in dieser Wesenheit lebt und was so wesentlich in dieser Wesenheit lebt, daß ihre Flügel zerbrochen werden und sie infolgedessen in den Abgrund stürzt. Es wird dieses eine besonders bedeutsame künstlerische Aufgabe sein. Und Sie merken, was da verfehlt werden könnte, wenn der Christus plastisch so dastehen würde und einfach durch Erheben der Hand eine solche Kraft ausgestrahlt würde, daß er dieser Wesenheit die Flügel zerbricht, wodurch sie in den Abgrund stürzt. Dann würde es der Christus sein, der wie mit Haß diese Wesenheit bestrahlen und sie zum Stürzen bringen würde. So darf das aber nicht dargestellt werden, sondern die Wesenheit selbst soll sich zum Stürzen bringen. Denn diese Wesenheit, die herabstürzend mit zerbrochenen Flügeln dargestellt wird, das ist Luzifer.

[ 2 ] Das ist es, was in dieser Wesenheit lebt und was so wesentlich in dieser Wesenheit lebt, daß ihre Flügel zerbrochen werden und sie infolgedessen in den Abgrund stürzt. Es wird dieses eine besonders bedeutsame künstlerische Aufgabe sein. Und Sie merken, was da verfehlt werden könnte, wenn der Christus plastisch so dastehen würde und einfach durch Erheben der Hand eine solche Kraft ausgestrahlt würde, daß er dieser Wesenheit die Flügel zerbricht, wodurch sie in den Abgrund stürzt. Dann würde es der Christus sein, der wie mit Haß diese Wesenheit bestrahlen und sie zum Stürzen bringen würde. So darf das aber nicht dargestellt werden, sondern die Wesenheit selbst soll sich zum Stürzen bringen. Denn diese Wesenheit, die herabstürzend mit zerbrochenen Flügeln dargestellt wird, das ist Luzifer.

[ 3 ] Und auf der andern Seite, gegen rechts von der Christus-Gestalt aus gelegen, wo der Felsen einen Vorsprung haben wird, da wird der Felsen ausgehöhlt sein. In dieser Aushöhlung ist auch eine Gestalt, die Flügel hat. Und diese Gestalt, die da Flügel hat, wendet sich mit den armähnlichen Organen nach der Felsenhöhlung oben. Sie müssen sich also vorstellen: rechts die Felsenhöhlung und in der Höhlung diese geflügelte Gestalt, die aber ganz anders geartete Flügel hat als die Gestalt oben am Felsen. Die Gestalt oben am Felsen hat mehr adlerartige Flügel, die Gestalt in der Felsenhöhlung aber fledermausartige Flügel. Die Gestalt in der Höhle klammert sich förmlich ein in die Höhle, man sieht sie in Fesseln, man sieht sie da unten arbeiten, das Erdreich auszuhöhlen.

[ 3 ] Und auf der andern Seite, gegen rechts von der Christus-Gestalt aus gelegen, wo der Felsen einen Vorsprung haben wird, da wird der Felsen ausgehöhlt sein. In dieser Aushöhlung ist auch eine Gestalt, die Flügel hat. Und diese Gestalt, die da Flügel hat, wendet sich mit den armähnlichen Organen nach der Felsenhöhlung oben. Sie müssen sich also vorstellen: rechts die Felsenhöhlung und in der Höhlung diese geflügelte Gestalt, die aber ganz anders geartete Flügel hat als die Gestalt oben am Felsen. Die Gestalt oben am Felsen hat mehr adlerartige Flügel, die Gestalt in der Felsenhöhlung aber fledermausartige Flügel. Die Gestalt in der Höhle klammert sich förmlich ein in die Höhle, man sieht sie in Fesseln, man sieht sie da unten arbeiten, das Erdreich auszuhöhlen.

[ 4 ] Die Gestalt, die in der Mitte steht, die Christus-Gestalt, hat die rechte Hand heruntergerichtet. Während sie also die linke Hand nach oben richtet, ist die rechte Hand nach unten gerichtet. Wiederum wird es eine bedeutsame künstlerische Aufgabe sein, dies nicht so darzustellen, wie wenn der Christus diese Gestalt, die Ahriman ist, in Fesseln schlagen wollte, sondern der Christus hat selbst unendliches Mitleid für Ahriman. Ahriman aber kann das nicht ertragen, er windet sich in Schmerzen durch das, was durch die Hand des Christus ausstrahlt. Und was da ausstrahlt, das bewirkt, daß die Goldadern, die unten in der Felsenhöhlung sind, sich wie Schnüre um den Ahrimanleib winden und ihn fesseln. Ebenso wie das, was bei Luzifer geschieht, durch ihn selbst geschieht, so auch bei Ahriman. Wir werden dann versuchen, daß diese Auffassung, die durch ein bildhauerisches Kunstwerk an einer bedeutungsvollen Stelle im Bau stehen wird, darüber dasselbe Motiv in malerischer Auffassung haben wird, was dann ganz anders sein muß. So daß also unten diese Gruppe von drei Gestalten: Christus, Luzifer, Ahriman als plastische Gruppe dastehen wird und darüber dasselbe Motiv gemalt.

[ 4 ] Die Gestalt, die in der Mitte steht, die Christus-Gestalt, hat die rechte Hand heruntergerichtet. Während sie also die linke Hand nach oben richtet, ist die rechte Hand nach unten gerichtet. Wiederum wird es eine bedeutsame künstlerische Aufgabe sein, dies nicht so darzustellen, wie wenn der Christus diese Gestalt, die Ahriman ist, in Fesseln schlagen wollte, sondern der Christus hat selbst unendliches Mitleid für Ahriman. Ahriman aber kann das nicht ertragen, er windet sich in Schmerzen durch das, was durch die Hand des Christus ausstrahlt. Und was da ausstrahlt, das bewirkt, daß die Goldadern, die unten in der Felsenhöhlung sind, sich wie Schnüre um den Ahrimanleib winden und ihn fesseln. Ebenso wie das, was bei Luzifer geschieht, durch ihn selbst geschieht, so auch bei Ahriman. Wir werden dann versuchen, daß diese Auffassung, die durch ein bildhauerisches Kunstwerk an einer bedeutungsvollen Stelle im Bau stehen wird, darüber dasselbe Motiv in malerischer Auffassung haben wird, was dann ganz anders sein muß. So daß also unten diese Gruppe von drei Gestalten: Christus, Luzifer, Ahriman als plastische Gruppe dastehen wird und darüber dasselbe Motiv gemalt.

[ 5 ] Wir stellen in unseren Dornacher Bau dieses Verhältnis zwischen Christus, Luzifer und Ahriman hinein, weil uns die Geisteswissenschaft in einer gewissen Weise wirklich zeigt, daß die nächste Aufgabe in bezug auf das Verständnis des Christus-Impulses darin besteht, daß der Mensch endlich wissen lernt, welches Verhältnis in der Welt zwischen diesen drei Mächten Christus, Luzifer und Ahriman besteht. Denn bis jetzt redet man zwar vielfach von Christentum und dem Christus-Impuls, aber was durch den Christus-Impuls eigentlich infolge des Mysteriums von Golgatha in die Welt gekommen ist, das ist den Menschen noch nicht zur völligen Klarheit gekommen. Man spricht ja wohl davon, daß es Luzifer gibt, daß es Ahriman gibt, aber indem man von Luzifer und Ahriman spricht, spricht man sehr häufig so, als wenn man sie fliehen müßte, als wenn man geradezu immer sagen müßte: Ich will nichts, gar nichts wissen von Luzifer und Ahriman!— Wenn die göttlich-geistigen Mächte, die auf die Weise, wie ich es gestern im öffentlichen Vortrag beschrieben habe, gefunden werden, auch nichts wissen wollten von Luzifer und Ahriman, so würde eben die Welt nicht bestehen können. Nicht dadurch, daß man sagt: Luzifer! ich fliehe ihn, Ahriman! ich fliehe ihn —, stellt man sich zu ihnen in das richtige Verhältnis, sondern dadurch, daß man das, was der Mensch infolge des Christus-Impulses anzustreben hat, betrachtet wie die Gleichgewichtslage eines Pendels. Der Pendel ist in der Mitte im Gleichgewicht, er muß aber nach der einen und der andern Seite ausschlagen. So ist es auch in der Erdenentwickelung des Menschen. Der Mensch muß auf der einen Seite ausschlagen nach dem luziferischen Prinzip, auf der andern Seite nach dem ahrimanischen Prinzip, aber er muß feststehen durch die Ausbildung desjenigen, was Paulus genannt hat: «Nicht ich, sondern der Christus in mir».

[ 5 ] Wir stellen in unseren Dornacher Bau dieses Verhältnis zwischen Christus, Luzifer und Ahriman hinein, weil uns die Geisteswissenschaft in einer gewissen Weise wirklich zeigt, daß die nächste Aufgabe in bezug auf das Verständnis des Christus-Impulses darin besteht, daß der Mensch endlich wissen lernt, welches Verhältnis in der Welt zwischen diesen drei Mächten Christus, Luzifer und Ahriman besteht. Denn bis jetzt redet man zwar vielfach von Christentum und dem Christus-Impuls, aber was durch den Christus-Impuls eigentlich infolge des Mysteriums von Golgatha in die Welt gekommen ist, das ist den Menschen noch nicht zur völligen Klarheit gekommen. Man spricht ja wohl davon, daß es Luzifer gibt, daß es Ahriman gibt, aber indem man von Luzifer und Ahriman spricht, spricht man sehr häufig so, als wenn man sie fliehen müßte, als wenn man geradezu immer sagen müßte: Ich will nichts, gar nichts wissen von Luzifer und Ahriman!— Wenn die göttlich-geistigen Mächte, die auf die Weise, wie ich es gestern im öffentlichen Vortrag beschrieben habe, gefunden werden, auch nichts wissen wollten von Luzifer und Ahriman, so würde eben die Welt nicht bestehen können. Nicht dadurch, daß man sagt: Luzifer! ich fliehe ihn, Ahriman! ich fliehe ihn —, stellt man sich zu ihnen in das richtige Verhältnis, sondern dadurch, daß man das, was der Mensch infolge des Christus-Impulses anzustreben hat, betrachtet wie die Gleichgewichtslage eines Pendels. Der Pendel ist in der Mitte im Gleichgewicht, er muß aber nach der einen und der andern Seite ausschlagen. So ist es auch in der Erdenentwickelung des Menschen. Der Mensch muß auf der einen Seite ausschlagen nach dem luziferischen Prinzip, auf der andern Seite nach dem ahrimanischen Prinzip, aber er muß feststehen durch die Ausbildung desjenigen, was Paulus genannt hat: «Nicht ich, sondern der Christus in mir».

[ 6 ] Den Christus in seiner Wirksamkeit müssen wir nämlich durchaus als eine Realität auffassen, als eine Wirklichkeit. Das heißt, wir müssen uns klar sein, daß das wirklich da war, was durch das Mysterium von Golgatha in unsere Erdenentwickelung hineingeflossen ist. Wie gut oder wie schlecht die Menschen das bis jetzt verstanden haben, darauf kommt es nicht an, sondern darauf, daß es da war, daß es gewirkt hat in der menschlichen Erdenentwickelung. Gar vieles könnte man sagen, was die Menschen bisher von dem Christus-Impuls nicht verstanden haben. Und ein Stückchen wird die Geisteswissenschaft hinzuzutragen haben zu der Erfassung desjenigen, was aus geistigen Höhen durch das Mysterium von Golgatha als der Christus-Impuls eingeflossen ist in die Erdenentwickelung. Um uns das zu vergegenwärtigen, wie der Christus gewirkt hat, wollen wir, wie das auch schon an andern Orten geschehen ist, zwei Momente der Erdenentwickelung der Menschheit uns einmal vor Augen führen, zwei Momente, die wichtig geworden sind in der ganzen abendländischen Entwickelung.

[ 6 ] Den Christus in seiner Wirksamkeit müssen wir nämlich durchaus als eine Realität auffassen, als eine Wirklichkeit. Das heißt, wir müssen uns klar sein, daß das wirklich da war, was durch das Mysterium von Golgatha in unsere Erdenentwickelung hineingeflossen ist. Wie gut oder wie schlecht die Menschen das bis jetzt verstanden haben, darauf kommt es nicht an, sondern darauf, daß es da war, daß es gewirkt hat in der menschlichen Erdenentwickelung. Gar vieles könnte man sagen, was die Menschen bisher von dem Christus-Impuls nicht verstanden haben. Und ein Stückchen wird die Geisteswissenschaft hinzuzutragen haben zu der Erfassung desjenigen, was aus geistigen Höhen durch das Mysterium von Golgatha als der Christus-Impuls eingeflossen ist in die Erdenentwickelung. Um uns das zu vergegenwärtigen, wie der Christus gewirkt hat, wollen wir, wie das auch schon an andern Orten geschehen ist, zwei Momente der Erdenentwickelung der Menschheit uns einmal vor Augen führen, zwei Momente, die wichtig geworden sind in der ganzen abendländischen Entwickelung.

[ 7 ] Sie werden aus der Geschichte wissen, welch wichtiger Moment es war, als Konstantin, der Sohn des Constantius Chlorus, den Maxentius besiegt hat und durch Konstantin äußerlich das Christentum in die abendländische Weiterentwickelung eingeführt worden ist. Daß das geschehen konnte, dazu mußte Konstantin jene wichtige Schlacht schlagen gegen Maxentius, durch welche Konstantin dann das Christentum in seinem abendländischen Reiche zur Staatsreligion gemacht hat. Die ganze Landkarte Europas wäre eine andere geworden, wenn dazumal diese Schlacht des Konstantin gegen Maxentius nicht stattgefunden hätte. Aber Feldherrenkunst, dasjenige, was die Menschen dazumal mit dem Verstand vermocht haben, das hat diese Schlacht wirklich nicht zur Entscheidung gebracht, sondern etwas ganz anderes. Maxentius hat nachschlagen lassen in den sogenannten Sibyllinischen Büchern, den prophetischen Büchern Roms, und da wurde er so geführt, daß er sein Heer, das gut bewahrt gewesen wäre in den Mauern Roms, hinausführte aus den Mauern Roms und es im freien Feld gestellt hat dem Heere des Konstantin. Konstantin aber hatte vor der Schlacht einen Traum, in dem ihm bedeutet wurde: Wenn du im Zeichen des Mysteriums von Golgatha dem Maxentius entgegenziehst, so wirst du ein großes Ziel erreichen. — Und vorantragend das Zeichen des Mysteriums von Golgatha, das Kreuz, ging Konstantin in die Schlacht mit einem um drei Viertel kleineren Heere, als es Maxentius hatte. Und begeistert von der Gewalt, die aus dem Mysterium von Golgatha kam, gewann Konstantin jene bedeutungsvolle Schlacht, durch die das Christentum äußerlich eingeführt worden ist in Europa. Wenn wir uns erinnern, was dazumal die Menschen mit dem Verstande von dem Christus-Impuls begriffen haben, finden wir ein endloses theologisches Gezänke. Die Menschen haben gestritten darüber, ob der Christus gleich ist von Ewigkeit her mit dem Vater und dergleichen mehr. Man muß sagen: Nicht darauf kommt es an, was die Menschen gewußt haben dazumal von dem Christus-Impuls, sondern darauf, daß er da war, der Christus-Impuls, daß er da war, daß er geleitet hat durch den Konstantin, durch einen Traum des Konstantin das, was geschehen sollte. Auf die Wirklichkeit des Christus, auf die reale, die wirkliche Gewalt des Christus kommt es an. Verstehen, was der Christus-Impuls ist, damit fangen wir erst in der Geisteswissenschaft an.

[ 7 ] Sie werden aus der Geschichte wissen, welch wichtiger Moment es war, als Konstantin, der Sohn des Constantius Chlorus, den Maxentius besiegt hat und durch Konstantin äußerlich das Christentum in die abendländische Weiterentwickelung eingeführt worden ist. Daß das geschehen konnte, dazu mußte Konstantin jene wichtige Schlacht schlagen gegen Maxentius, durch welche Konstantin dann das Christentum in seinem abendländischen Reiche zur Staatsreligion gemacht hat. Die ganze Landkarte Europas wäre eine andere geworden, wenn dazumal diese Schlacht des Konstantin gegen Maxentius nicht stattgefunden hätte. Aber Feldherrenkunst, dasjenige, was die Menschen dazumal mit dem Verstand vermocht haben, das hat diese Schlacht wirklich nicht zur Entscheidung gebracht, sondern etwas ganz anderes. Maxentius hat nachschlagen lassen in den sogenannten Sibyllinischen Büchern, den prophetischen Büchern Roms, und da wurde er so geführt, daß er sein Heer, das gut bewahrt gewesen wäre in den Mauern Roms, hinausführte aus den Mauern Roms und es im freien Feld gestellt hat dem Heere des Konstantin. Konstantin aber hatte vor der Schlacht einen Traum, in dem ihm bedeutet wurde: Wenn du im Zeichen des Mysteriums von Golgatha dem Maxentius entgegenziehst, so wirst du ein großes Ziel erreichen. — Und vorantragend das Zeichen des Mysteriums von Golgatha, das Kreuz, ging Konstantin in die Schlacht mit einem um drei Viertel kleineren Heere, als es Maxentius hatte. Und begeistert von der Gewalt, die aus dem Mysterium von Golgatha kam, gewann Konstantin jene bedeutungsvolle Schlacht, durch die das Christentum äußerlich eingeführt worden ist in Europa. Wenn wir uns erinnern, was dazumal die Menschen mit dem Verstande von dem Christus-Impuls begriffen haben, finden wir ein endloses theologisches Gezänke. Die Menschen haben gestritten darüber, ob der Christus gleich ist von Ewigkeit her mit dem Vater und dergleichen mehr. Man muß sagen: Nicht darauf kommt es an, was die Menschen gewußt haben dazumal von dem Christus-Impuls, sondern darauf, daß er da war, der Christus-Impuls, daß er da war, daß er geleitet hat durch den Konstantin, durch einen Traum des Konstantin das, was geschehen sollte. Auf die Wirklichkeit des Christus, auf die reale, die wirkliche Gewalt des Christus kommt es an. Verstehen, was der Christus-Impuls ist, damit fangen wir erst in der Geisteswissenschaft an.

[ 8 ] Ein anderer Moment war derjenige, als in dem Kampfe zwischen Frankreich und England Europa wiederum eine Gestaltung bekommen hat, vor der man sagen kann: Wäre dazumal Frankreich nicht sieghaft gewesen gegen England, so würden alle Verhältnisse anders geworden sein. Aber wie war das geschehen? — Der Christus-Impuls hat bis in unsere Zeit, wo er immer bewußter und bewußter werden muß, eben in das Unterbewußte der Seele hineingewirkt. Und da sehen wir denn in der abendländischen Geistesentwickelung, wie sich der Christus-Impuls in den Seelen der Menschen diejenigen Zustände aufsucht, durch die er bei einzelnen Menschen wirksam werden kann. Legenden haben uns aufbewahrt die Art, wie der Christus-Impuls in der abendländischen Geistesentwickelung sich geltend machen kann. Diese Legenden weisen zurück zum Teil in alte heidnische Zeiten, überall aber in solche Zeiten, in denen sich gerade im Heidentum Verständnis für das Christentum vorbereitete.

[ 8 ] Ein anderer Moment war derjenige, als in dem Kampfe zwischen Frankreich und England Europa wiederum eine Gestaltung bekommen hat, vor der man sagen kann: Wäre dazumal Frankreich nicht sieghaft gewesen gegen England, so würden alle Verhältnisse anders geworden sein. Aber wie war das geschehen? — Der Christus-Impuls hat bis in unsere Zeit, wo er immer bewußter und bewußter werden muß, eben in das Unterbewußte der Seele hineingewirkt. Und da sehen wir denn in der abendländischen Geistesentwickelung, wie sich der Christus-Impuls in den Seelen der Menschen diejenigen Zustände aufsucht, durch die er bei einzelnen Menschen wirksam werden kann. Legenden haben uns aufbewahrt die Art, wie der Christus-Impuls in der abendländischen Geistesentwickelung sich geltend machen kann. Diese Legenden weisen zurück zum Teil in alte heidnische Zeiten, überall aber in solche Zeiten, in denen sich gerade im Heidentum Verständnis für das Christentum vorbereitete.

[ 9 ] Wenn die Seele nicht in bewußter Art die Initiation anstrebt auf dem Wege, der vorgezeichnet ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», sondern gleichsam auf natürliche Weise, wie durch eine Naturinitiation vom Christus-Impuls durchdrungen wurde, so ist die günstigste Zeit, in welcher dieser Christus-Impuls in die Seele hineininspirieren kann, die Zeit vom Weihnachtsabend bis zum Dreikönigstag, die Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. Verstehen können wir das dadurch, daß wir uns klarmachen: für die okkultistische Erkenntnis wird es ganz eindeutig ersichtlich, daß unsere Erde nicht das allein ist, wovon die Geologen sprechen. Das, wovon die Geologen sprechen, das ist von der Erde soviel wie das Knochengerüst vom Menschen. Aber unsere Erde hat auch das Geistige, das dazugehört. Und eben in die Erdenaura ist der Christus hineingezogen. Und diese Erde schläft und wacht, wie wir in vierundzwanzig Stunden schlafen und wachen. Wir müssen uns damit bekanntmachen, daß der Schlafzustand der Erde während der Sommerzeit, der Wachzustand während der Winterzeit eintritt. Und am wachsten ist der Geist der Erde in diesen zwölf oder dreizehn Nächten von Weihnachten bis Dreikönigstag. In den alten Zeiten, in denen, wie Sie ja aus den mannigfaltigen Darstellungen in meinen Vortragszyklen wissen, die Menschen mehr in einer Art traumhaften Hellsehens sich zum geistigen Prinzip der Welt erhoben haben, war die günstigste Zeit die Sommerzeit. Ganz naturgemäß ist es, daß, wer in einem mehr traumhaften Hellsehen zum Geistigen sich erheben will, es leichter hat während der schlafenden Erdenzeit, zur Sommerzeit. Daher war es das Johannifest, das in den alten Zeiten am günstigsten war, um die Kraft der Seele hinaufzuheben zum Geistigen. An die Stelle der alten Art, wie das Geistige in die Erde hineinwirkt, ist die neue, mehr bewußte Art getreten; da ist nun die beste Zeit die Zeit, wenn die Erde wacht.

[ 9 ] Wenn die Seele nicht in bewußter Art die Initiation anstrebt auf dem Wege, der vorgezeichnet ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», sondern gleichsam auf natürliche Weise, wie durch eine Naturinitiation vom Christus-Impuls durchdrungen wurde, so ist die günstigste Zeit, in welcher dieser Christus-Impuls in die Seele hineininspirieren kann, die Zeit vom Weihnachtsabend bis zum Dreikönigstag, die Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. Verstehen können wir das dadurch, daß wir uns klarmachen: für die okkultistische Erkenntnis wird es ganz eindeutig ersichtlich, daß unsere Erde nicht das allein ist, wovon die Geologen sprechen. Das, wovon die Geologen sprechen, das ist von der Erde soviel wie das Knochengerüst vom Menschen. Aber unsere Erde hat auch das Geistige, das dazugehört. Und eben in die Erdenaura ist der Christus hineingezogen. Und diese Erde schläft und wacht, wie wir in vierundzwanzig Stunden schlafen und wachen. Wir müssen uns damit bekanntmachen, daß der Schlafzustand der Erde während der Sommerzeit, der Wachzustand während der Winterzeit eintritt. Und am wachsten ist der Geist der Erde in diesen zwölf oder dreizehn Nächten von Weihnachten bis Dreikönigstag. In den alten Zeiten, in denen, wie Sie ja aus den mannigfaltigen Darstellungen in meinen Vortragszyklen wissen, die Menschen mehr in einer Art traumhaften Hellsehens sich zum geistigen Prinzip der Welt erhoben haben, war die günstigste Zeit die Sommerzeit. Ganz naturgemäß ist es, daß, wer in einem mehr traumhaften Hellsehen zum Geistigen sich erheben will, es leichter hat während der schlafenden Erdenzeit, zur Sommerzeit. Daher war es das Johannifest, das in den alten Zeiten am günstigsten war, um die Kraft der Seele hinaufzuheben zum Geistigen. An die Stelle der alten Art, wie das Geistige in die Erde hineinwirkt, ist die neue, mehr bewußte Art getreten; da ist nun die beste Zeit die Zeit, wenn die Erde wacht.

[ 10 ] Daher sagen uns die Legenden, daß besonders begnadete Menschen, Menschen die durch ihr Karma besonders geeignet sind, um die Weihnachtszeit in einen besonderen Bewußtseinszustand kommen, der nur äußerlich ähnlich ist dem Schlaf, der aber innerlich so ist, daß inspirierend in ihn das hineinwirken kann, wodurch die Menschen erhoben wurden zu der Welt, die wir bezeichnen als das Geisterland. Da gibt es eine sehr schöne Legende, eine norwegische Legende von Olaf Åsteson, von dem uns erzählt wird, wie er am Weihnachtsabend zur Kirche geht, in schlafähnlichen Zustand fällt und wie er dann aufwacht am 6. Januar und erzählen kann, was er erlebt hat in diesem schlafähnlichen Zustand. Und wirklich erzählt uns diese norwegische Legende, wie Olaf Åsteson etwas durchlebt hat, was man zunächst wie die Seelenwelt empfindet, dann etwas, was man wie das Geisterland empfindet, nur eben alles in Bildern, in Imaginationen.

[ 10 ] Daher sagen uns die Legenden, daß besonders begnadete Menschen, Menschen die durch ihr Karma besonders geeignet sind, um die Weihnachtszeit in einen besonderen Bewußtseinszustand kommen, der nur äußerlich ähnlich ist dem Schlaf, der aber innerlich so ist, daß inspirierend in ihn das hineinwirken kann, wodurch die Menschen erhoben wurden zu der Welt, die wir bezeichnen als das Geisterland. Da gibt es eine sehr schöne Legende, eine norwegische Legende von Olaf Åsteson, von dem uns erzählt wird, wie er am Weihnachtsabend zur Kirche geht, in schlafähnlichen Zustand fällt und wie er dann aufwacht am 6. Januar und erzählen kann, was er erlebt hat in diesem schlafähnlichen Zustand. Und wirklich erzählt uns diese norwegische Legende, wie Olaf Åsteson etwas durchlebt hat, was man zunächst wie die Seelenwelt empfindet, dann etwas, was man wie das Geisterland empfindet, nur eben alles in Bildern, in Imaginationen.

[ 11 ] Diese Zeit ist die günstigste gewesen in denjenigen Epochen, in denen die Menschen noch nicht so vorgeschritten waren wie in unserer Zeit. Heute sind die Zeiten vorbei, in denen in dieser Weise wie durch eine Naturinitiation der Christus-Impuls in die Seelen hineinströmen kann. Heute müssen die Menschen ebenso bewußt, wie es vorgeschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», sich hinaufranken zur Initiation. Wir leben in einer Zeit, in der Naturinitiationen immer seltener werden und endlich ganz verschwinden werden, so daß wir nicht mehr darauf zu rechnen haben. Aber eine — im wesentlichen — Naturinitiation zu nennende Initiation war noch die, durch welche der Christus-Impuls hineinwirkte in das Gemüt des einfachen Landmädchens, in die Jungfrau von Orleans durch die verursacht worden ist der Sieg der Franzosen über die Engländer, der die europäische Landkarte in so großartiger Weise umgestaltet hat. Wiederum nicht dasjenige, was der menschliche Verstand leisten konnte, war es, sondern das, was dazumal über alle Kunst der Heerführer hinausgehend die Jungfrau von Orleans leitete, und wodurch Europa eine neue Gestalt bekam — der Christus-Impuls, der in das Unbewußte einer einzelnen Persönlichkeit hineinarbeitete, aber so hineinarbeitete, daß dann von dieser Persönlichkeit ausstrahlte, was wirksam ist in der ganzen Geschichte.

[ 11 ] Diese Zeit ist die günstigste gewesen in denjenigen Epochen, in denen die Menschen noch nicht so vorgeschritten waren wie in unserer Zeit. Heute sind die Zeiten vorbei, in denen in dieser Weise wie durch eine Naturinitiation der Christus-Impuls in die Seelen hineinströmen kann. Heute müssen die Menschen ebenso bewußt, wie es vorgeschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», sich hinaufranken zur Initiation. Wir leben in einer Zeit, in der Naturinitiationen immer seltener werden und endlich ganz verschwinden werden, so daß wir nicht mehr darauf zu rechnen haben. Aber eine — im wesentlichen — Naturinitiation zu nennende Initiation war noch die, durch welche der Christus-Impuls hineinwirkte in das Gemüt des einfachen Landmädchens, in die Jungfrau von Orleans durch die verursacht worden ist der Sieg der Franzosen über die Engländer, der die europäische Landkarte in so großartiger Weise umgestaltet hat. Wiederum nicht dasjenige, was der menschliche Verstand leisten konnte, war es, sondern das, was dazumal über alle Kunst der Heerführer hinausgehend die Jungfrau von Orleans leitete, und wodurch Europa eine neue Gestalt bekam — der Christus-Impuls, der in das Unbewußte einer einzelnen Persönlichkeit hineinarbeitete, aber so hineinarbeitete, daß dann von dieser Persönlichkeit ausstrahlte, was wirksam ist in der ganzen Geschichte.

[ 12 ] Nun müßten wir daraufachten, ob etwas Ähnliches vorgegangen sein könnte als Naturinitiation bei der Jungfrau von Orleans, ob die Seele der Jungfrau von Orleans in den Nächten vom 25. Dezember bis zum 6. Januar inspiriert worden wäre. Im Lebensgange scheint so etwas nicht nachzuweisen zu sein, daß die Jungfrau von Orleans auch einmal in den zwölf oder dreizehn Tagen vom 25. Dezember bis 6. Januar in einem schlafähnlichen Zustande war, in welchem besonders der Christus-Impuls hätte in sie hineinwirken können, so daß sie dann als Mensch wie die Hülle nur des Christus-Impulses gewirkt hätte auf Frankreichs Schlachtfeldern. Und doch war es so. Es gibt nämlich eine Zeit, die, wenn das Karma der betreffenden Individualität das besonders möglich macht beim Menschen, wirklich von einem solchen schlafähnlichen Zustand ausgefüllt werden kann. Das ist die Zeit der letzten Tage, in denen der Mensch noch, bevor er das physische Erdenlicht schaut, im Leib der Mutter lebt. Da lebt der Mensch in einem traumhaften, schlafähnlichen Zustand. Er hat ja noch nicht durch die Sinne etwas gesehen, was äußerlich in der Welt sich zuträgt. Wäre ein Mensch durch sein Karma besonders geeignet, in diesen letzten Tagen, in welchen er im Leib der Mutter wohnt, aufzunehmen den ChristusImpuls, so würden diese Tage auch Tage der Naturinitiation sein. Dann würde ein solcher Mensch schon gekräftigt und gestärkt mit dem in ihm liegenden Christus-Impuls zum erstenmal das Auge aufschlagen nach der Initiation, das heißt in diesem Falle, nach der Geburt. Und ein solcher Mensch müßte am 6. Januar geboren sein. Die Jungfrau von Orleans ist am 6. Januar geboren. Das ist das Geheimnis der Jungfrau von Orleans, daß sie am 6. Januar geboren ist, daß sie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag in jenem eigentümlichen, schlafähnlichen Zustand im Leib der Mutter zugebracht und da ihre Naturinitiation aufgenommen hat. Nun bedenken Sie die tiefen Zusammenhänge, die hinter der äußeren Entwickelung stehen, die man gewöhnlich die Geschichte nennt. Was äußerlich in der Geschichte aus Dokumenten dargestellt wird, das ist in der Regel sogar das Unwichtigste. Das einfache Datum, das in unserem Kalender verzeichnet ist, daß die Jungfrau von Orleans am 6. Januar in die Welt hineingeschickt worden ist, das ist von maßgebender historischer Bedeutung. So wirken die Kräfte aus dem Übersinnlichen in das Sinnliche herein. Und wir müssen diese okkulte Schrift lesen, durch die sich für uns die Hineinwirkung des Übersinnlichen in das Sinnliche darstellt. Also das Hineinströmen des Christus-Impulses wie durch eine Naturinitiation, schon vor der physischen Geburt, war bei der Jungfrau von Orleans vorhanden.

[ 12 ] Nun müßten wir daraufachten, ob etwas Ähnliches vorgegangen sein könnte als Naturinitiation bei der Jungfrau von Orleans, ob die Seele der Jungfrau von Orleans in den Nächten vom 25. Dezember bis zum 6. Januar inspiriert worden wäre. Im Lebensgange scheint so etwas nicht nachzuweisen zu sein, daß die Jungfrau von Orleans auch einmal in den zwölf oder dreizehn Tagen vom 25. Dezember bis 6. Januar in einem schlafähnlichen Zustande war, in welchem besonders der Christus-Impuls hätte in sie hineinwirken können, so daß sie dann als Mensch wie die Hülle nur des Christus-Impulses gewirkt hätte auf Frankreichs Schlachtfeldern. Und doch war es so. Es gibt nämlich eine Zeit, die, wenn das Karma der betreffenden Individualität das besonders möglich macht beim Menschen, wirklich von einem solchen schlafähnlichen Zustand ausgefüllt werden kann. Das ist die Zeit der letzten Tage, in denen der Mensch noch, bevor er das physische Erdenlicht schaut, im Leib der Mutter lebt. Da lebt der Mensch in einem traumhaften, schlafähnlichen Zustand. Er hat ja noch nicht durch die Sinne etwas gesehen, was äußerlich in der Welt sich zuträgt. Wäre ein Mensch durch sein Karma besonders geeignet, in diesen letzten Tagen, in welchen er im Leib der Mutter wohnt, aufzunehmen den ChristusImpuls, so würden diese Tage auch Tage der Naturinitiation sein. Dann würde ein solcher Mensch schon gekräftigt und gestärkt mit dem in ihm liegenden Christus-Impuls zum erstenmal das Auge aufschlagen nach der Initiation, das heißt in diesem Falle, nach der Geburt. Und ein solcher Mensch müßte am 6. Januar geboren sein. Die Jungfrau von Orleans ist am 6. Januar geboren. Das ist das Geheimnis der Jungfrau von Orleans, daß sie am 6. Januar geboren ist, daß sie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag in jenem eigentümlichen, schlafähnlichen Zustand im Leib der Mutter zugebracht und da ihre Naturinitiation aufgenommen hat. Nun bedenken Sie die tiefen Zusammenhänge, die hinter der äußeren Entwickelung stehen, die man gewöhnlich die Geschichte nennt. Was äußerlich in der Geschichte aus Dokumenten dargestellt wird, das ist in der Regel sogar das Unwichtigste. Das einfache Datum, das in unserem Kalender verzeichnet ist, daß die Jungfrau von Orleans am 6. Januar in die Welt hineingeschickt worden ist, das ist von maßgebender historischer Bedeutung. So wirken die Kräfte aus dem Übersinnlichen in das Sinnliche herein. Und wir müssen diese okkulte Schrift lesen, durch die sich für uns die Hineinwirkung des Übersinnlichen in das Sinnliche darstellt. Also das Hineinströmen des Christus-Impulses wie durch eine Naturinitiation, schon vor der physischen Geburt, war bei der Jungfrau von Orleans vorhanden.

[ 13 ] Ich will diese Dinge auseinandersetzen, um in Ihren Seelen ein Gefühl davon hervorzurufen, wie hinter dem, was man gewöhnlich Geschichte nennt, für das äußere Anschauen unbekannte Mächte und Zusammenhänge wirksam sind. So leitet aber seit dem Mysterium von Golgatha der Christus-Impuls die Geschichte namentlich der europäischen Menschheit. Und im Orient, in Asien ist eine Weltauffassung zurückgeblieben, von der man sagen kann: Sie ist in ihren Empfindungen noch nicht bis zu dem Christus-Impuls herangekommen. Gewiß, der Europäer hat sich verführen lassen, das, was man als Indertum empfindet, ganz besonders tief zu nennen. Aber das ist das Charakteristische dieses Indertums — überhaupt der ganzen asiatischen Religionsempfindung —, daß es mit all seinem Fühlen vor dem Christus-Impuls steht, aber den Zustand bewahrt hat, der im religiösen Empfinden der Erdenmenschheit da war vor dem Christus-Impuls. Zurückbleiben in der Entwickelung bedeutet immer, etwas Luziferisches in sich aufnehmen. Daher trägt die asiatische Religionsentwickelung in sich ein luziferisches Element. Und blicken wir hinüber zur asiatischen Religionsentwickelung, so müssen wir gewahr werden: Gewiß, wir können in ihr vieles sehen, was die Menschheit einmal schon hatte, wovon sie aber abkommen mußte. Aber das alles müssen wir in der abendländischen Kultur zum Teil reinigen von dem luziferischen Element, zum Teil hinaufheben so, daß das ChristusPrinzip einfließen kann.

[ 13 ] Ich will diese Dinge auseinandersetzen, um in Ihren Seelen ein Gefühl davon hervorzurufen, wie hinter dem, was man gewöhnlich Geschichte nennt, für das äußere Anschauen unbekannte Mächte und Zusammenhänge wirksam sind. So leitet aber seit dem Mysterium von Golgatha der Christus-Impuls die Geschichte namentlich der europäischen Menschheit. Und im Orient, in Asien ist eine Weltauffassung zurückgeblieben, von der man sagen kann: Sie ist in ihren Empfindungen noch nicht bis zu dem Christus-Impuls herangekommen. Gewiß, der Europäer hat sich verführen lassen, das, was man als Indertum empfindet, ganz besonders tief zu nennen. Aber das ist das Charakteristische dieses Indertums — überhaupt der ganzen asiatischen Religionsempfindung —, daß es mit all seinem Fühlen vor dem Christus-Impuls steht, aber den Zustand bewahrt hat, der im religiösen Empfinden der Erdenmenschheit da war vor dem Christus-Impuls. Zurückbleiben in der Entwickelung bedeutet immer, etwas Luziferisches in sich aufnehmen. Daher trägt die asiatische Religionsentwickelung in sich ein luziferisches Element. Und blicken wir hinüber zur asiatischen Religionsentwickelung, so müssen wir gewahr werden: Gewiß, wir können in ihr vieles sehen, was die Menschheit einmal schon hatte, wovon sie aber abkommen mußte. Aber das alles müssen wir in der abendländischen Kultur zum Teil reinigen von dem luziferischen Element, zum Teil hinaufheben so, daß das ChristusPrinzip einfließen kann.

[ 14 ] Wenn wir von Asien nach Europa hinübergehen, so finden wir im Osten von Europa, in der russischen Kultur, ausgebreitet das orthodoxe Christentum, das stehengeblieben ist auf einer früheren Stufe der christlichen Entwickelung, das nicht mitgehen wollte, das noch etwas Luziferisches behalten wollte. Kurz, blicken wir nach Osten hinüber, so haben wir das, was, ich möchte sagen, die weise Weltenlenkung in der ganzen Entwickelung der Menschheit als das luziferische Element zurückließ.

[ 14 ] Wenn wir von Asien nach Europa hinübergehen, so finden wir im Osten von Europa, in der russischen Kultur, ausgebreitet das orthodoxe Christentum, das stehengeblieben ist auf einer früheren Stufe der christlichen Entwickelung, das nicht mitgehen wollte, das noch etwas Luziferisches behalten wollte. Kurz, blicken wir nach Osten hinüber, so haben wir das, was, ich möchte sagen, die weise Weltenlenkung in der ganzen Entwickelung der Menschheit als das luziferische Element zurückließ.

[ 15 ] Blicken wir nach Westen hinüber, besonders nach der amerikanischen Kultur, dann haben wir eine andere Eigentümlichkeit. Das Charakteristische dieser amerikanischen Kultur ist, daß alles im Äußerlichen gesucht wird. Dadurch wird gewiß Großes, Bedeutsames hervorgebracht; aber alles wird im Äußeren gesucht. Nehmen Sie ein Beispiel. Wenn wir in Europa, namentlich in Mitteleuropa, sehen, daß ein Mensch, der in seinem Leben zunächst nicht Gelegenheit hatte, auf den Christus und die geistigen Weltenmächte sein Gemüt hinzurichten, durch irgend etwas plötzlich gleichsam Umkehr gehalten hat in seinem Leben, dann interessiert uns, was in dieser Seele vorgegangen ist. Nicht daß er einen Sprung erlebte in seiner Entwickelung, ist es, was uns interessiert, das finden wir ja überall. Denn am unrichtigsten ist der Ausspruch, den die äußere Wissenschaft geprägt hat: Natur macht keine Sprünge. — Vom grünen Pflanzenblatt zum roten Blumenblatt ist ein mächtiger Sprung, vom Blumenblatt zum Kelche ist wiederum ein mächtiger Sprung. Es ist ein durchaus unrichtiger Ausspruch, und die Wahrheit der Entwickelung beruht gerade darauf, daß überall Sprünge gemacht werden. Daß also auch ein Mensch, wenn er eine Zeitlang so äußerlich hingelebt hat, durch irgend etwas wie plötzlich zum Geistigen sich hinneigen kann, das ist nicht das Besondere, was uns interessiert. Aber die innere Macht und Gewalt, die so etwas bewirkt, was man eine Bekehrung zum Geistigen nennen könnte, das wird uns interessieren. Wir werden in das Gemüt eines solchen Menschen hineinschauen wollen, wir werden wissen wollen, was ihn zu einer solchen Umkehr gebracht hat. Es wird uns das innere Seelische interessieren. Wie macht es nun der Amerikaner? — Er macht etwas sehr Eigentümliches. In Amerika konnte man ja vielfach beobachten, daß solche Bekehrungen stattgefunden haben. Nun, der Amerikaner läßt Briefe schreiben von solchen, die eine Bekehrung durchgemacht haben. Dann legt er alle diese Briefe zusammen auf ein Häufchen und sagt: Ich habe die Briefe nun erhalten von einer Anzahl Menschen; es waren etwa gegen zweihundert, die Briefe geschrieben haben, Vierzehn Prozent von all diesen Seelen, die eine solche Bekehrung erlebten, haben sie aus Furcht geschrieben, die plötzlich über sie kam vor dem Tode oder der Hölle; aus altruistischen Motiven fünf Prozent; aus Streben nach sittlichen Idealen siebzehn Prozent; aus Gewissensbissen fünfzehn Prozent; aus Befolgung von Lehren, die ihnen gegeben worden sind, zehn Prozent; dadurch, daß sie gesehen haben, daß andere bekehrt wurden — also aus Nachahmung —, dreizehn Prozent; dadurch, daß man sie genötigt hat, indem man sie im entsprechenden Alter durchprügelte, neunzehn Prozent und so weiter. So nimmt man die extremsten Seelen heraus, sortiert sie und erhält ein Resultat, das auf «sichere Daten» aufgebaut ist. Das wird dann verzeichnet in den Büchern, die man als «Seelenkunde» unter die Leute schickt. Alle andern Unterlagen sind diesen Leuten unsicher, seien nur auf Subjektivem aufgebaut, so sagen sie. Da haben Sie ein Beispiel von Veräußerlichung des Allerinnerlichsten selbst. So ist es in vieler, vieler Beziehung in Amerika. In der Zeit, die eine besondere spirituelle Vertiefung fordert, grassiert der äußerlichste Spiritismus in Amerika! Man will dort alles handgreiflich haben.

[ 15 ] Blicken wir nach Westen hinüber, besonders nach der amerikanischen Kultur, dann haben wir eine andere Eigentümlichkeit. Das Charakteristische dieser amerikanischen Kultur ist, daß alles im Äußerlichen gesucht wird. Dadurch wird gewiß Großes, Bedeutsames hervorgebracht; aber alles wird im Äußeren gesucht. Nehmen Sie ein Beispiel. Wenn wir in Europa, namentlich in Mitteleuropa, sehen, daß ein Mensch, der in seinem Leben zunächst nicht Gelegenheit hatte, auf den Christus und die geistigen Weltenmächte sein Gemüt hinzurichten, durch irgend etwas plötzlich gleichsam Umkehr gehalten hat in seinem Leben, dann interessiert uns, was in dieser Seele vorgegangen ist. Nicht daß er einen Sprung erlebte in seiner Entwickelung, ist es, was uns interessiert, das finden wir ja überall. Denn am unrichtigsten ist der Ausspruch, den die äußere Wissenschaft geprägt hat: Natur macht keine Sprünge. — Vom grünen Pflanzenblatt zum roten Blumenblatt ist ein mächtiger Sprung, vom Blumenblatt zum Kelche ist wiederum ein mächtiger Sprung. Es ist ein durchaus unrichtiger Ausspruch, und die Wahrheit der Entwickelung beruht gerade darauf, daß überall Sprünge gemacht werden. Daß also auch ein Mensch, wenn er eine Zeitlang so äußerlich hingelebt hat, durch irgend etwas wie plötzlich zum Geistigen sich hinneigen kann, das ist nicht das Besondere, was uns interessiert. Aber die innere Macht und Gewalt, die so etwas bewirkt, was man eine Bekehrung zum Geistigen nennen könnte, das wird uns interessieren. Wir werden in das Gemüt eines solchen Menschen hineinschauen wollen, wir werden wissen wollen, was ihn zu einer solchen Umkehr gebracht hat. Es wird uns das innere Seelische interessieren. Wie macht es nun der Amerikaner? — Er macht etwas sehr Eigentümliches. In Amerika konnte man ja vielfach beobachten, daß solche Bekehrungen stattgefunden haben. Nun, der Amerikaner läßt Briefe schreiben von solchen, die eine Bekehrung durchgemacht haben. Dann legt er alle diese Briefe zusammen auf ein Häufchen und sagt: Ich habe die Briefe nun erhalten von einer Anzahl Menschen; es waren etwa gegen zweihundert, die Briefe geschrieben haben, Vierzehn Prozent von all diesen Seelen, die eine solche Bekehrung erlebten, haben sie aus Furcht geschrieben, die plötzlich über sie kam vor dem Tode oder der Hölle; aus altruistischen Motiven fünf Prozent; aus Streben nach sittlichen Idealen siebzehn Prozent; aus Gewissensbissen fünfzehn Prozent; aus Befolgung von Lehren, die ihnen gegeben worden sind, zehn Prozent; dadurch, daß sie gesehen haben, daß andere bekehrt wurden — also aus Nachahmung —, dreizehn Prozent; dadurch, daß man sie genötigt hat, indem man sie im entsprechenden Alter durchprügelte, neunzehn Prozent und so weiter. So nimmt man die extremsten Seelen heraus, sortiert sie und erhält ein Resultat, das auf «sichere Daten» aufgebaut ist. Das wird dann verzeichnet in den Büchern, die man als «Seelenkunde» unter die Leute schickt. Alle andern Unterlagen sind diesen Leuten unsicher, seien nur auf Subjektivem aufgebaut, so sagen sie. Da haben Sie ein Beispiel von Veräußerlichung des Allerinnerlichsten selbst. So ist es in vieler, vieler Beziehung in Amerika. In der Zeit, die eine besondere spirituelle Vertiefung fordert, grassiert der äußerlichste Spiritismus in Amerika! Man will dort alles handgreiflich haben.

[ 16 ] Das ist eine materialistische Erfassung des geistigen Lebens. Wir könnten noch viele solche Dinge anführen, an denen Sie sehen würden, daß die Kultur im Westen gepackt wird von dem Ahrimanischen. Das ist das andere Ausschlagen des Pendels. Blicken wir nach Osten, so haben wir das luziferische Element, blicken wir nach Westen, so haben wir das ahrimanische Element. Und die so unendlich bedeutungsvolle Aufgabe, die wir zwischen West und Ost in Mitteleuropa haben, das ist die, das Gleichgewicht zu finden. Daher möchten wir in unserem Dornacher Bau hinstellen als plastische Gruppe das Größte der spirituellen Anforderungen unserer Zeit: das Gleichgewicht zu finden zwischen dem Verhältnis zu Luzifer und dem Verhältnis zu Ahriman. Dann wird man erst erkennen, was der Christus-Impuls von der Erdenentwickelung wollte, wenn man den Christus nicht so einfach herausstellen wird, sondern wenn man in der richtigen Weise wissen wird, wie der Christus diejenige Macht ist, die für uns vorbildlich im Verhältnis zu Luzifer und Ahriman dasteht.

[ 16 ] Das ist eine materialistische Erfassung des geistigen Lebens. Wir könnten noch viele solche Dinge anführen, an denen Sie sehen würden, daß die Kultur im Westen gepackt wird von dem Ahrimanischen. Das ist das andere Ausschlagen des Pendels. Blicken wir nach Osten, so haben wir das luziferische Element, blicken wir nach Westen, so haben wir das ahrimanische Element. Und die so unendlich bedeutungsvolle Aufgabe, die wir zwischen West und Ost in Mitteleuropa haben, das ist die, das Gleichgewicht zu finden. Daher möchten wir in unserem Dornacher Bau hinstellen als plastische Gruppe das Größte der spirituellen Anforderungen unserer Zeit: das Gleichgewicht zu finden zwischen dem Verhältnis zu Luzifer und dem Verhältnis zu Ahriman. Dann wird man erst erkennen, was der Christus-Impuls von der Erdenentwickelung wollte, wenn man den Christus nicht so einfach herausstellen wird, sondern wenn man in der richtigen Weise wissen wird, wie der Christus diejenige Macht ist, die für uns vorbildlich im Verhältnis zu Luzifer und Ahriman dasteht.

[ 17 ] Daß in bezug auf das Verhältnis des Menschen und des Christus zu Luzifer und Ahriman noch keine Klarheit herrscht, das mag Ihnen durch folgendes anschaulich werden. Auch das Größte, das, was nach der einen Richtung das Größte enthält, ist nicht immer frei von dem, was noch als Einseitigkeit in der Zeit herrschen muß. Man kann gewiß nicht hoch genug stellen jenes Bild, das Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle in Rom hingestellt hat, «Das jüngste Gericht», dieses wunderbare Bild. Der Christus triumphierend, die Guten nach der einen Seite lenkend, die Bösen nach der andern. Schauen wir uns diesen Christus an. Die Züge hat er nicht, die wir gerne erreichen möchten bei dem Christus, der in unserem Dornacher Bau stehen soll. Das muß ersichtlich werden, daß der Christus die Hand erhebt in Mitleid, trotzdem da oben Luzifer ist. Luzifer soll nicht gestürzt werden durch die Macht des Christus, sondern er stürzt sich selbst herab, weil er nicht ertragen kann, was von dem Christus ausstrahlt in seiner Nähe. Und der Christus erhebt sein Auge und faltet die Stirn, indem er die gefaltete Stirn zu Luzifer erhebt. Und Ahriman wird nicht durch den Haß des Christus überwunden, sondern er fühlt, daß er nicht ertragen kann, was von dem Christus ausströmt. Der Christus aber steht inmitten als derjenige, der das Parzival-Element in die neuere Zeit heraufbringt, der nicht durch seine Kraft, sondern durch sein Dasein zur Sich-Überwindung die andern bringen muß, so daß die andern sich selbst überwinden und nicht er sie überwindet. Bei Michelangelo sehen wir noch, wie der Christus durch seine Gewalt die einen zum Himmel, die andern zur Hölle schickt. Das wird in der Zukunft nicht der richtige Christus sein, sondern das wird ein Christus sein, der noch sehr luziferisch ist. Damit ist natürlich dieses Bild nicht verkleinert. Die ganze Größe dieses Bildes wird anerkannt, aber man muß gestehen, daß Michelangelo noch nicht den Christus malen konnte, weil die Weltentwickelung noch nicht so weit war. Es muß durchauseingesehen werden, daß man nicht nur den Sinn zu dem Christus hinlenken soll, sondern daß man den Sinn hinlenken soll zu der dreifachen Wesensgestaltung: Christus, Luzifer, Ahriman. Ich kann das nur andeuten. Geisteswissenschaft wird das alles erst herausbringen, was in diesem Geheimnis liegt: Christus im Verhältnis zu Luzifer und Ahriman.

[ 17 ] Daß in bezug auf das Verhältnis des Menschen und des Christus zu Luzifer und Ahriman noch keine Klarheit herrscht, das mag Ihnen durch folgendes anschaulich werden. Auch das Größte, das, was nach der einen Richtung das Größte enthält, ist nicht immer frei von dem, was noch als Einseitigkeit in der Zeit herrschen muß. Man kann gewiß nicht hoch genug stellen jenes Bild, das Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle in Rom hingestellt hat, «Das jüngste Gericht», dieses wunderbare Bild. Der Christus triumphierend, die Guten nach der einen Seite lenkend, die Bösen nach der andern. Schauen wir uns diesen Christus an. Die Züge hat er nicht, die wir gerne erreichen möchten bei dem Christus, der in unserem Dornacher Bau stehen soll. Das muß ersichtlich werden, daß der Christus die Hand erhebt in Mitleid, trotzdem da oben Luzifer ist. Luzifer soll nicht gestürzt werden durch die Macht des Christus, sondern er stürzt sich selbst herab, weil er nicht ertragen kann, was von dem Christus ausstrahlt in seiner Nähe. Und der Christus erhebt sein Auge und faltet die Stirn, indem er die gefaltete Stirn zu Luzifer erhebt. Und Ahriman wird nicht durch den Haß des Christus überwunden, sondern er fühlt, daß er nicht ertragen kann, was von dem Christus ausströmt. Der Christus aber steht inmitten als derjenige, der das Parzival-Element in die neuere Zeit heraufbringt, der nicht durch seine Kraft, sondern durch sein Dasein zur Sich-Überwindung die andern bringen muß, so daß die andern sich selbst überwinden und nicht er sie überwindet. Bei Michelangelo sehen wir noch, wie der Christus durch seine Gewalt die einen zum Himmel, die andern zur Hölle schickt. Das wird in der Zukunft nicht der richtige Christus sein, sondern das wird ein Christus sein, der noch sehr luziferisch ist. Damit ist natürlich dieses Bild nicht verkleinert. Die ganze Größe dieses Bildes wird anerkannt, aber man muß gestehen, daß Michelangelo noch nicht den Christus malen konnte, weil die Weltentwickelung noch nicht so weit war. Es muß durchauseingesehen werden, daß man nicht nur den Sinn zu dem Christus hinlenken soll, sondern daß man den Sinn hinlenken soll zu der dreifachen Wesensgestaltung: Christus, Luzifer, Ahriman. Ich kann das nur andeuten. Geisteswissenschaft wird das alles erst herausbringen, was in diesem Geheimnis liegt: Christus im Verhältnis zu Luzifer und Ahriman.

[ 18 ] Aber nun bedenken Sie das Folgende: Wenn wir nach Osten sehen, so sehen wir selbst im nächsten Osten luziferische Mächte. Und im Westen sehen wir ahrimanische Mächte. Wirklich, es muß schon einmal unsere Art sein, in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung die Dinge nicht mit Sympathie und Antipathie und auch die Völker und Volksseelen nicht mit Sympathie und Antipathie zu betrachten, sondern so, wie sie in ihrer Eigenart sind. Was man die nationale Eigentümlichkeit eines Menschen nennt, der in seinem Volkstum darinsteht, das hängt vor allen Dingen von dem ab, was im physischen und im ätherischen Leib wirksam ist. Wenn wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit unserem Seelisch-Geistigen als astralischer Leib und Ich leben, dann leben wir außerhalb des gewöhnlichen Nationalen. Nur vom Aufwachen bis zum Einschlafen, wenn wir in den Leib untertauchen, leben wir im Nationalen. Daher ist das Nationale auch etwas, was der Mensch während seines Aufenthaltes im Kamaloka nach und nach überwindet. Zum allgemein Menschlichen strebt der Mensch hin, indem er im Kamaloka das Nationale überwindet, um dann die größte Zeit zwischen Tod und neuer Geburt im allgemein Menschlichen zu leben. Es gehört zu den Eigenschaften, die im Kamaloka abgelegt werden, auch dasjenige, was uns spezialisiert zum nationalen Menschen.

[ 18 ] Aber nun bedenken Sie das Folgende: Wenn wir nach Osten sehen, so sehen wir selbst im nächsten Osten luziferische Mächte. Und im Westen sehen wir ahrimanische Mächte. Wirklich, es muß schon einmal unsere Art sein, in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung die Dinge nicht mit Sympathie und Antipathie und auch die Völker und Volksseelen nicht mit Sympathie und Antipathie zu betrachten, sondern so, wie sie in ihrer Eigenart sind. Was man die nationale Eigentümlichkeit eines Menschen nennt, der in seinem Volkstum darinsteht, das hängt vor allen Dingen von dem ab, was im physischen und im ätherischen Leib wirksam ist. Wenn wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit unserem Seelisch-Geistigen als astralischer Leib und Ich leben, dann leben wir außerhalb des gewöhnlichen Nationalen. Nur vom Aufwachen bis zum Einschlafen, wenn wir in den Leib untertauchen, leben wir im Nationalen. Daher ist das Nationale auch etwas, was der Mensch während seines Aufenthaltes im Kamaloka nach und nach überwindet. Zum allgemein Menschlichen strebt der Mensch hin, indem er im Kamaloka das Nationale überwindet, um dann die größte Zeit zwischen Tod und neuer Geburt im allgemein Menschlichen zu leben. Es gehört zu den Eigenschaften, die im Kamaloka abgelegt werden, auch dasjenige, was uns spezialisiert zum nationalen Menschen.

[ 19 ] In dieser Beziehung sind nun die einzelnen Nationalitäten sehr voneinander verschieden. Vergleichen wir einmal einen französischen Menschen und einen russischen Menschen. Der französische Mensch hat die Eigentümlichkeit, daß er das, was die Volksseele hineinträgt in seinen physischen Leib und Ätherleib während seines Lebens zwischen Geburt und Tod, ganz besonders festhält, daß er ganz besonders darin lebt. Das drückt sich darin aus, daß der Franzose — nicht als einzelner Mensch, sondern als Franzose — eine Vorstellung hat von dem, was ein Franzose ist; daß er vor allen Dingen das voranstellt, was denn eigentlich ein Franzose ist. Aber diese Gedanken, die sich der Franzose von seiner Nationalität macht, die sich überhaupt der Romane von seiner Nationalität macht, bewirken, daß im Ätherleib scharf eingedrückt ist die Vorstellung, die der Franzose von Nationalität hat. Geht er durch die Pforte des Todes, dann trennt er schon nach Tagen den Ätherleib ab; dieser Ätherleib ist dann eine festgeschlossene Gestalt, die lange in der ätherischen Welt vorhanden bleibt. Der Ätherleib kann sich lange nicht auflösen, weil ihm fest eingeprägt sind die Vorstellungen seiner Nationalität; diese Vorstellungen halten den Ätherleib zusammen. Wenn wir nach Westen hinübersehen, so sehen wir daher das Feld des Todes. angefüllt mit festgeprägten Ätherleibern.

[ 19 ] In dieser Beziehung sind nun die einzelnen Nationalitäten sehr voneinander verschieden. Vergleichen wir einmal einen französischen Menschen und einen russischen Menschen. Der französische Mensch hat die Eigentümlichkeit, daß er das, was die Volksseele hineinträgt in seinen physischen Leib und Ätherleib während seines Lebens zwischen Geburt und Tod, ganz besonders festhält, daß er ganz besonders darin lebt. Das drückt sich darin aus, daß der Franzose — nicht als einzelner Mensch, sondern als Franzose — eine Vorstellung hat von dem, was ein Franzose ist; daß er vor allen Dingen das voranstellt, was denn eigentlich ein Franzose ist. Aber diese Gedanken, die sich der Franzose von seiner Nationalität macht, die sich überhaupt der Romane von seiner Nationalität macht, bewirken, daß im Ätherleib scharf eingedrückt ist die Vorstellung, die der Franzose von Nationalität hat. Geht er durch die Pforte des Todes, dann trennt er schon nach Tagen den Ätherleib ab; dieser Ätherleib ist dann eine festgeschlossene Gestalt, die lange in der ätherischen Welt vorhanden bleibt. Der Ätherleib kann sich lange nicht auflösen, weil ihm fest eingeprägt sind die Vorstellungen seiner Nationalität; diese Vorstellungen halten den Ätherleib zusammen. Wenn wir nach Westen hinübersehen, so sehen wir daher das Feld des Todes. angefüllt mit festgeprägten Ätherleibern.

[ 20 ] Schauen wir nun näher nach dem Osten, nach dem russischen Menschen, dann ist das Eigentümliche dieser russischen Menschen, daß sie, wenn die Seelen durch die Pforte des Todes gehen, einen solchen Ätherleib in sich tragen, daß er sich verhältnismäßig sehr rasch auflöst. Das ist der Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten. Die Ätherleiber, die ausgeschieden werden nach dem Tode beim westeuropäischen Menschen, die haben die Eigentümlichkeit, daß sie sich starr halten wollen. Das, was der Franzose «Gloire» nennt, das prägt sich seinem Ätherleib fest ein als nationale Gloire, so daß er verurteilt ist, lange, lange nach seinem Tode den geistigen Blick hinzulenken nach diesem Ätherleib, sich selbst anzuschauen nach dem Tode. Der russische Mensch dagegen schaut sich wenig an nach dem Tode. Durch das alles ist der westeuropäische Mensch dem ahrimanischen Einfluß ausgesetzt; dieses Vermaterialisieren des Ätherleibes ist wiederum ausgesetzt dem ahrimanischen Prinzip. Das Zerfließen des Ätherleibes, das baldige Aufgehen des Ätherleibes ist begleitet von einem Wollustgefühl, und das ist gerade das Eigentümliche, ein instinktives Wollustgefühl im Nationalen. Wie ist dieses ausgedrückt im Osten? — Mitteleuropa versteht das nicht, wie es sich auch da nicht hineinfühlt. Wenn man Dostojewskij und selbst Tolstoi verfolgt oder andere, die tonangebend waren, die immer reden vom «russischen Menschen», so ist dies ein Wollustgefühl im Nationalen, das sich selbst nicht definieren kann. Selbst bei Solowjow finden wir noch, wie in seiner Philosophie etwas Schwüles lebt, das der mitteleuropäische Mensch mit der Klarheit und Reinheit, die er sucht, nicht vereinigen kann. Was in Europa als geistige Macht wirksam ist, das hängt mit alledem zusammen. In Mitteleuropa ist ein anderer, ein Mittelzustand vorhanden, nämlich etwas, was man noch weiter ausführen könnte, als es im gestrigen öffentlichen Vortrag möglich war. Ich sagte: Etwas ist vorhanden in Mitteleuropa, was innerliche Strebensnatur ist. Goethe würde in den vierziger Jahren genau ebenso seinen «Faust» geschrieben haben: Immer streben, immer streben! — Aber dieses Streben ist innerlichste Natur. In Mitteleuropa war es, wo die Mystiker aufgetreten sind, die das Göttlich-Geistige nicht bloß erkennen wollten, sondern es mit der eigenen Seele durchleben wollten. Innerlich erleben wollten die Mystiker das Christus-Ereignis. Nimmt man nun Solowjow, so findet man, daß er vor allen Dingen davon ausgeht: Der Christus ist einmal historisch für die Menschheit gestorben. Das ist ganz richtig, aber es handelt sich bei Solowjow um eine Seele, die wie eine Wolke das geistige Leben außer sich sieht, eine Seele, die sieht, daß gleichsam schon alles geschehen ist, während der mitteleuropäische Mensch fordert, daß jeder wieder aufs neue das Christus-Erlebnis in sich erlebe. Selbst einem Solowjow würde Meister Eckart etwa folgendes erwidert haben. Wenn Solowjow immer wieder betont, der Christus müsse durch den Tod gehen, damit der Mensch Mensch sein kann, so würde Meister Eckart sagen: Ihr schaut den Christus an, wie man irgend etwas Äußerliches anschaut. Darauf kommt es nicht an, daß wir immer hinblicken nur auf die historischen Ereignisse, sondern wir müssen im Inneren den Christus selbst erleben, wir müssen etwas entdecken im Inneren, was solche Zustände durchmacht wie der Christus, wenigstens geistig, so daß geistig spirituell das Christus-Erlebnis wieder durchlebt wird.

[ 20 ] Schauen wir nun näher nach dem Osten, nach dem russischen Menschen, dann ist das Eigentümliche dieser russischen Menschen, daß sie, wenn die Seelen durch die Pforte des Todes gehen, einen solchen Ätherleib in sich tragen, daß er sich verhältnismäßig sehr rasch auflöst. Das ist der Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten. Die Ätherleiber, die ausgeschieden werden nach dem Tode beim westeuropäischen Menschen, die haben die Eigentümlichkeit, daß sie sich starr halten wollen. Das, was der Franzose «Gloire» nennt, das prägt sich seinem Ätherleib fest ein als nationale Gloire, so daß er verurteilt ist, lange, lange nach seinem Tode den geistigen Blick hinzulenken nach diesem Ätherleib, sich selbst anzuschauen nach dem Tode. Der russische Mensch dagegen schaut sich wenig an nach dem Tode. Durch das alles ist der westeuropäische Mensch dem ahrimanischen Einfluß ausgesetzt; dieses Vermaterialisieren des Ätherleibes ist wiederum ausgesetzt dem ahrimanischen Prinzip. Das Zerfließen des Ätherleibes, das baldige Aufgehen des Ätherleibes ist begleitet von einem Wollustgefühl, und das ist gerade das Eigentümliche, ein instinktives Wollustgefühl im Nationalen. Wie ist dieses ausgedrückt im Osten? — Mitteleuropa versteht das nicht, wie es sich auch da nicht hineinfühlt. Wenn man Dostojewskij und selbst Tolstoi verfolgt oder andere, die tonangebend waren, die immer reden vom «russischen Menschen», so ist dies ein Wollustgefühl im Nationalen, das sich selbst nicht definieren kann. Selbst bei Solowjow finden wir noch, wie in seiner Philosophie etwas Schwüles lebt, das der mitteleuropäische Mensch mit der Klarheit und Reinheit, die er sucht, nicht vereinigen kann. Was in Europa als geistige Macht wirksam ist, das hängt mit alledem zusammen. In Mitteleuropa ist ein anderer, ein Mittelzustand vorhanden, nämlich etwas, was man noch weiter ausführen könnte, als es im gestrigen öffentlichen Vortrag möglich war. Ich sagte: Etwas ist vorhanden in Mitteleuropa, was innerliche Strebensnatur ist. Goethe würde in den vierziger Jahren genau ebenso seinen «Faust» geschrieben haben: Immer streben, immer streben! — Aber dieses Streben ist innerlichste Natur. In Mitteleuropa war es, wo die Mystiker aufgetreten sind, die das Göttlich-Geistige nicht bloß erkennen wollten, sondern es mit der eigenen Seele durchleben wollten. Innerlich erleben wollten die Mystiker das Christus-Ereignis. Nimmt man nun Solowjow, so findet man, daß er vor allen Dingen davon ausgeht: Der Christus ist einmal historisch für die Menschheit gestorben. Das ist ganz richtig, aber es handelt sich bei Solowjow um eine Seele, die wie eine Wolke das geistige Leben außer sich sieht, eine Seele, die sieht, daß gleichsam schon alles geschehen ist, während der mitteleuropäische Mensch fordert, daß jeder wieder aufs neue das Christus-Erlebnis in sich erlebe. Selbst einem Solowjow würde Meister Eckart etwa folgendes erwidert haben. Wenn Solowjow immer wieder betont, der Christus müsse durch den Tod gehen, damit der Mensch Mensch sein kann, so würde Meister Eckart sagen: Ihr schaut den Christus an, wie man irgend etwas Äußerliches anschaut. Darauf kommt es nicht an, daß wir immer hinblicken nur auf die historischen Ereignisse, sondern wir müssen im Inneren den Christus selbst erleben, wir müssen etwas entdecken im Inneren, was solche Zustände durchmacht wie der Christus, wenigstens geistig, so daß geistig spirituell das Christus-Erlebnis wieder durchlebt wird.

[ 21 ] Nun erscheint es gewiß vertrackt und phantastisch, wenn der heutigen Menschheit gesagt wird: Die ganze Entwickelung, selbst der sprachliche Volksgeist hat in Mitteleuropa so gewirkt, daß hereingeprägt wurde in seine Sprache dieser Zusammenhang des Ich mit dem Christus-Prinzip: I-CH = Jesus Christus. I-CH, das sich zusammenfügt so, daß es «Ich» wurde. Und indem man in Mitteleuropa Ich ausspricht, spricht man den Namen des Christus aus. So nahe will man das Ich mit dem Christus fühlen, so innig damit verbunden sein. Dieses intime Zusammenleben mit der geistigen Welt, wie es in Mitteleuropa auf allen geistigen Gebieten angestrebt werden muß, kennt man weder im Westen noch im Osten. Daher muß im 20. Jahrhundert etwas geschehen, damit sich allmählich über den ganzen europäischen Kontinent in entsprechender Weise ausbreiten kann das Christus-Prinzip. Ich habe es öfter in verschiedenen Vortragszyklen betont, daß im November 1879 diejenige geistige Wesenheit, die wir als den Erzengel Michael bezeichnen, eine besondere Entwickelungsstufe erreicht hat. Michael wurde sozusagen der führende Geist. Dieser führende Geist bereitet nun das Ereignis vor, das im ersten meiner Mysteriendramen als Erscheinung des ätherischen Christus über die Erde hin angedeutet ist, das Ereignis, welches im 20. Jahrhundert eintreten muß. Dann wird eintreten, daß erst einzelne Seelen, dann mehr und immer mehr Seelen wissen werden: Der Christus ist wirklich da, der Christus wandelt wiederum auf der Erde, aber in ätherischer Gestalt, nicht in physischer Gestalt. — Das muß vorbereitet werden. Wenn im Laufe dieses 20. Jahrhunderts gewissen Seelen die geistigen Augen hellsichtig geöffnet würden — und das wird geschehen — für das, was in der ätherischen Welt lebt, würden sie gestört werden durch jene Ätherleiber, die von Westeuropa her sich ausbreiten. Auf die würde der geistige Blick zuerst fallen, und man würde in unrichtiger Weise die Gestalt des Christus sehen. Daher muß Michael einen Kampf kämpfen in Europa. Er muß etwas beitragen, daß diese westeuropäischen starren Ätherleiber aufgelöst werden in der ätherischen Welt. Dazu muß er diejenigen Ätherleiber nehmen, die sich gerne auflösen, die Ätherleiber im Osten, und muß mit ihnen kämpfen gegen Westen. Das bewirkt, daß sich seit 1879 ein mächtiger Kampf in der astralen Welt vorbereitet hat zwischen russischen und westeuropäischen Ätherleibern, und dieser Kampf durchtobt die ganze astralische Welt. Es ist wirklich ein heftiger Kampf vorhanden in der Astralwelt, geführt von Michael, zwischen Rußland und Frankreich. Das ist das, was in der Astralwelt zugrunde liegt dem Kampfe, der da tobt in Europa. Und wie wir oftmals so erschütternd davon ergriffen werden, daß etwas, was hier in der physischen Welt sich vollzieht, in der geistigen Welt entgegengesetzt ist, so ist es auch hier der Fall. Jenes durch Verführung von Ahriman zusammengekommene französisch-russische Bündnis, das vorzugsweise auf dem ahrimanischen Element, nämlich auf zwanzig Milliarden beruht, die von Frankreich an Rußland gegeben worden sind, ist der physische Ausdruck für einen Kampf, der tobt zwischen französischen und russischen Seelen, für einen Kampf, in den Mitteleuropa mit seinem Streben im innersten Seelenelement nach dem Begegnen mit dem Christus hineingestellt ist. Und Europa ist dem Karma verfallen, daß gerade in Mitteleuropa in tragischer Weise erlebt werden muß, was der Osten mit dem Westen und der Westen mit dem Osten auszumachen hat. Die Dinge, die äußerlich das deutsche Element mit dem französischen Element auszumachen hat, sind nur so aufzufassen, daß das Deutsche eben mitten zwischen dem Osten und dem Westen ist und nach beiden Seiten als Amboß wirkt. Denn das, was von beiden Seiten in Deutschland zusammengestoßen wird, das wird in Wahrheit von diesen beiden Seiten verhandelt. Das ist die geistige Wahrheit, die ganz anders ist als das, was sich äußerlich in der physischen Welt abspielt. Denken Sie, wie verschieden die geistige Wahrheit von dem ist, was sich äußerlich in der physischen Welt abspielt! Alles das klingt gewiß den heutigen Menschen grotesk, aber die Wahrheit ist es. Erschütternd muß diese Wahrheit auf uns wirken.

[ 21 ] Nun erscheint es gewiß vertrackt und phantastisch, wenn der heutigen Menschheit gesagt wird: Die ganze Entwickelung, selbst der sprachliche Volksgeist hat in Mitteleuropa so gewirkt, daß hereingeprägt wurde in seine Sprache dieser Zusammenhang des Ich mit dem Christus-Prinzip: I-CH = Jesus Christus. I-CH, das sich zusammenfügt so, daß es «Ich» wurde. Und indem man in Mitteleuropa Ich ausspricht, spricht man den Namen des Christus aus. So nahe will man das Ich mit dem Christus fühlen, so innig damit verbunden sein. Dieses intime Zusammenleben mit der geistigen Welt, wie es in Mitteleuropa auf allen geistigen Gebieten angestrebt werden muß, kennt man weder im Westen noch im Osten. Daher muß im 20. Jahrhundert etwas geschehen, damit sich allmählich über den ganzen europäischen Kontinent in entsprechender Weise ausbreiten kann das Christus-Prinzip. Ich habe es öfter in verschiedenen Vortragszyklen betont, daß im November 1879 diejenige geistige Wesenheit, die wir als den Erzengel Michael bezeichnen, eine besondere Entwickelungsstufe erreicht hat. Michael wurde sozusagen der führende Geist. Dieser führende Geist bereitet nun das Ereignis vor, das im ersten meiner Mysteriendramen als Erscheinung des ätherischen Christus über die Erde hin angedeutet ist, das Ereignis, welches im 20. Jahrhundert eintreten muß. Dann wird eintreten, daß erst einzelne Seelen, dann mehr und immer mehr Seelen wissen werden: Der Christus ist wirklich da, der Christus wandelt wiederum auf der Erde, aber in ätherischer Gestalt, nicht in physischer Gestalt. — Das muß vorbereitet werden. Wenn im Laufe dieses 20. Jahrhunderts gewissen Seelen die geistigen Augen hellsichtig geöffnet würden — und das wird geschehen — für das, was in der ätherischen Welt lebt, würden sie gestört werden durch jene Ätherleiber, die von Westeuropa her sich ausbreiten. Auf die würde der geistige Blick zuerst fallen, und man würde in unrichtiger Weise die Gestalt des Christus sehen. Daher muß Michael einen Kampf kämpfen in Europa. Er muß etwas beitragen, daß diese westeuropäischen starren Ätherleiber aufgelöst werden in der ätherischen Welt. Dazu muß er diejenigen Ätherleiber nehmen, die sich gerne auflösen, die Ätherleiber im Osten, und muß mit ihnen kämpfen gegen Westen. Das bewirkt, daß sich seit 1879 ein mächtiger Kampf in der astralen Welt vorbereitet hat zwischen russischen und westeuropäischen Ätherleibern, und dieser Kampf durchtobt die ganze astralische Welt. Es ist wirklich ein heftiger Kampf vorhanden in der Astralwelt, geführt von Michael, zwischen Rußland und Frankreich. Das ist das, was in der Astralwelt zugrunde liegt dem Kampfe, der da tobt in Europa. Und wie wir oftmals so erschütternd davon ergriffen werden, daß etwas, was hier in der physischen Welt sich vollzieht, in der geistigen Welt entgegengesetzt ist, so ist es auch hier der Fall. Jenes durch Verführung von Ahriman zusammengekommene französisch-russische Bündnis, das vorzugsweise auf dem ahrimanischen Element, nämlich auf zwanzig Milliarden beruht, die von Frankreich an Rußland gegeben worden sind, ist der physische Ausdruck für einen Kampf, der tobt zwischen französischen und russischen Seelen, für einen Kampf, in den Mitteleuropa mit seinem Streben im innersten Seelenelement nach dem Begegnen mit dem Christus hineingestellt ist. Und Europa ist dem Karma verfallen, daß gerade in Mitteleuropa in tragischer Weise erlebt werden muß, was der Osten mit dem Westen und der Westen mit dem Osten auszumachen hat. Die Dinge, die äußerlich das deutsche Element mit dem französischen Element auszumachen hat, sind nur so aufzufassen, daß das Deutsche eben mitten zwischen dem Osten und dem Westen ist und nach beiden Seiten als Amboß wirkt. Denn das, was von beiden Seiten in Deutschland zusammengestoßen wird, das wird in Wahrheit von diesen beiden Seiten verhandelt. Das ist die geistige Wahrheit, die ganz anders ist als das, was sich äußerlich in der physischen Welt abspielt. Denken Sie, wie verschieden die geistige Wahrheit von dem ist, was sich äußerlich in der physischen Welt abspielt! Alles das klingt gewiß den heutigen Menschen grotesk, aber die Wahrheit ist es. Erschütternd muß diese Wahrheit auf uns wirken.

[ 22 ] Aber noch eine andere Sache ist außerordentlich bedeutsam. Es widerspricht gewiß alledem, was uns die Geschichte zeigen kann, daß England, nachdem es immer mit der Türkei gegen Rußland vereint war, nun plötzlich mit Rußland gegen die Türkei kämpfen muß. Verstehen kann man diesen Widerspruch erst, wenn man folgende okkulte Beobachtung macht. Während hier unten auf dem physischen Plan England mit Rußland vereint das türkische Element bekämpft, stellt sich folgendes für die okkulte Beobachtung dar. Wenn man in bezug auf diesen Kampf okkult beobachtet und gleichsam von unten herauf auf den physischen Plan schaut und dann auf den Astralplan, so stellt sich heraus: Für den Norden erscheint einem Rußland mit England verbündet, und für den Südosten erscheint einem die Türkei mit England verbündet. Das rührt davon her, daß das Bündnis zwischen England und Rußland nur eine Bedeutung hat auf dem physischen Plan, aber keine Abspiegelung hat in der geistigen Welt, da es ganz auf materiellen Interessen beruht. Von unten sieht man nur auf dem physischen Plan England und Rußland verbunden im Norden. Im Südosten sieht man durch den physischen Plan hindurch auf dem Astralplan die Engländer mit den Türken seelenhaft vereint gegen Rußland kämpfend. So kämpft England auf dem physischen Plan auf der einen Seite zusammen mit Rußland, und auf der andern Seite wird Rußland von England bekämpft. So müssen wir die Dinge betrachten, die sich äußerlich wirklich abspielen, insofern sie sich als äußere Geschichte offenbaren. Denn das, was dahintersteckt, ist eben etwas ganz anderes.

[ 22 ] Aber noch eine andere Sache ist außerordentlich bedeutsam. Es widerspricht gewiß alledem, was uns die Geschichte zeigen kann, daß England, nachdem es immer mit der Türkei gegen Rußland vereint war, nun plötzlich mit Rußland gegen die Türkei kämpfen muß. Verstehen kann man diesen Widerspruch erst, wenn man folgende okkulte Beobachtung macht. Während hier unten auf dem physischen Plan England mit Rußland vereint das türkische Element bekämpft, stellt sich folgendes für die okkulte Beobachtung dar. Wenn man in bezug auf diesen Kampf okkult beobachtet und gleichsam von unten herauf auf den physischen Plan schaut und dann auf den Astralplan, so stellt sich heraus: Für den Norden erscheint einem Rußland mit England verbündet, und für den Südosten erscheint einem die Türkei mit England verbündet. Das rührt davon her, daß das Bündnis zwischen England und Rußland nur eine Bedeutung hat auf dem physischen Plan, aber keine Abspiegelung hat in der geistigen Welt, da es ganz auf materiellen Interessen beruht. Von unten sieht man nur auf dem physischen Plan England und Rußland verbunden im Norden. Im Südosten sieht man durch den physischen Plan hindurch auf dem Astralplan die Engländer mit den Türken seelenhaft vereint gegen Rußland kämpfend. So kämpft England auf dem physischen Plan auf der einen Seite zusammen mit Rußland, und auf der andern Seite wird Rußland von England bekämpft. So müssen wir die Dinge betrachten, die sich äußerlich wirklich abspielen, insofern sie sich als äußere Geschichte offenbaren. Denn das, was dahintersteckt, ist eben etwas ganz anderes.

[ 23 ] Es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen über die jetzigen Ereignisse ganz anders reden werden, als es gegenwärtig geschieht. Man muß sagen, die ganze Kriegsliteratur hat etwas recht Unerfreuliches. Manches Schöne wird ja auch gesagt, aber doch auch sehr viel Unerfreuliches. Und vor allen Dingen unerfreulich ist eines. Es wird immer gesagt: Heute kann man noch nicht darüber sprechen, wer den Krieg verschuldet hat und so weiter. — Man tröstet sich hinweg über die Dinge. Man sagt: In Zukunft wird man aus den Dokumenten der Archive schon herausbringen, wer den Krieg verschuldet hat! — In bezug auf die äußeren Ereignisse ist die Sache aber gar nicht so schwer zu finden, wenn man ohne Leidenschaft urteilt. Und Chamzberlain hat in seinen «Kriegsaufsätzen», wenn er auch in den Einzelheiten irrt, schon recht, wenn er sagt, daß man gerade über diesen Krieg das Allergewisseste wissen kann. Das ist richtig, daß darüber kein Zweifel ist, nur muß man die richtige Frage stellen. Es wird zum Beispiel erne Frage, wenn sie richtig gestellt ist, nur eindeutig beantwortet werden können. Es ist die Frage: Wer hätte diesen Krieg verhindern können? — Die immer wiederkehrende Frage: Wer hat die Schuld an diesem Kriege? und noch viele andere Fragen, sind eben nicht richtig. Wer hätte den Krieg verhindern können? — Darauf wird die Antwort keine andere sein können als die: Die russische Regierung hätte den Krieg verhindern können! — Und nur so wird man die richtige Definition finden können für die Antriebe, die im einzelnen wirken. Selbstverständlich hätte wiederum der seit Jahrzehnten von dem Osten gewollte Krieg heute nicht kommen können, wenn nicht ein gewisses Verhältnis zwischen England, Rußland und Frankreich bestanden hätte, so daß man auch, wenn man will, England die größere Schuld zuschreiben kann. Aber alle diese Dinge berücksichtigen nicht das, was hinter alledem doch an Ursachen steht, die den ganzen Weltkrieg als Notwendigkeit darstellen. Es ist naiv zu glauben, daß der Krieg hätte ausbleiben können. Die Menschen reden jetzt, als ob dieser Krieg nicht hätte zu kommen brauchen. Er liegt natürlich im europäischen Karma.

[ 23 ] Es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen über die jetzigen Ereignisse ganz anders reden werden, als es gegenwärtig geschieht. Man muß sagen, die ganze Kriegsliteratur hat etwas recht Unerfreuliches. Manches Schöne wird ja auch gesagt, aber doch auch sehr viel Unerfreuliches. Und vor allen Dingen unerfreulich ist eines. Es wird immer gesagt: Heute kann man noch nicht darüber sprechen, wer den Krieg verschuldet hat und so weiter. — Man tröstet sich hinweg über die Dinge. Man sagt: In Zukunft wird man aus den Dokumenten der Archive schon herausbringen, wer den Krieg verschuldet hat! — In bezug auf die äußeren Ereignisse ist die Sache aber gar nicht so schwer zu finden, wenn man ohne Leidenschaft urteilt. Und Chamzberlain hat in seinen «Kriegsaufsätzen», wenn er auch in den Einzelheiten irrt, schon recht, wenn er sagt, daß man gerade über diesen Krieg das Allergewisseste wissen kann. Das ist richtig, daß darüber kein Zweifel ist, nur muß man die richtige Frage stellen. Es wird zum Beispiel erne Frage, wenn sie richtig gestellt ist, nur eindeutig beantwortet werden können. Es ist die Frage: Wer hätte diesen Krieg verhindern können? — Die immer wiederkehrende Frage: Wer hat die Schuld an diesem Kriege? und noch viele andere Fragen, sind eben nicht richtig. Wer hätte den Krieg verhindern können? — Darauf wird die Antwort keine andere sein können als die: Die russische Regierung hätte den Krieg verhindern können! — Und nur so wird man die richtige Definition finden können für die Antriebe, die im einzelnen wirken. Selbstverständlich hätte wiederum der seit Jahrzehnten von dem Osten gewollte Krieg heute nicht kommen können, wenn nicht ein gewisses Verhältnis zwischen England, Rußland und Frankreich bestanden hätte, so daß man auch, wenn man will, England die größere Schuld zuschreiben kann. Aber alle diese Dinge berücksichtigen nicht das, was hinter alledem doch an Ursachen steht, die den ganzen Weltkrieg als Notwendigkeit darstellen. Es ist naiv zu glauben, daß der Krieg hätte ausbleiben können. Die Menschen reden jetzt, als ob dieser Krieg nicht hätte zu kommen brauchen. Er liegt natürlich im europäischen Karma.

[ 24 ] Etwas wollte ich andeuten durch die geistigen Gegensätze zwischen Osten und Westen. Es kommt nicht darauf an, daß wir sozusagen in besonderer Weise nach den äußeren Ursachen fragen, denn diese sind ja nicht wichtig. Wir müssen nur wissen, daß dieser Krieg eine historische Notwendigkeit ist. Da sind die einzelnen Ursachen nicht wichtig.

[ 24 ] Etwas wollte ich andeuten durch die geistigen Gegensätze zwischen Osten und Westen. Es kommt nicht darauf an, daß wir sozusagen in besonderer Weise nach den äußeren Ursachen fragen, denn diese sind ja nicht wichtig. Wir müssen nur wissen, daß dieser Krieg eine historische Notwendigkeit ist. Da sind die einzelnen Ursachen nicht wichtig.

[ 25 ] Aber wichtig sind schon alle die verschiedenartigen Wirkungen, zu denen wir uns in der richtigen Weise werden stellen müssen. Und da kann uns eine Wirkung als ganz besonders bedeutungsvoll vor die Seele treten. Es ist eine großartige, charakteristische Erscheinung, daß durch einen solchen Krieg viele unverbrauchte Ätherleiber erzeugt werden. Und da dies der größte Krieg ist, den die Menschheit geführt hat seit der bewußten Geschichtsentwickelung, so ist auch diese Eigentümlichkeit in einem höchsten Maße vorhanden. Unverbrauchte Ätherleiber werden erzeugt. Und sehen Sie, der Ätherleib, den der Mensch in sich trägt, kann ihn lange versorgen, bis der Mensch siebzig, achtzig, neunzig Jahre alt ist. Im Kriege aber werden Menschen in der Blüte ihrer Jahre hingeopfert. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so wird der Ätherleib, wie Sie wissen, nach kurzer Zeit ausgestoßen; aber bei den im Kriege Gefallenen wird der Ätherleib so ausgestoßen, daß er noch lange, jahrzehntelang hindurch im physischen Leibe diese Menschenleben hätte versorgen können. In der Physik erkennt man an, daß keine Kraft verlorengeht. Im Geistigen ist es aber ebenso. Diese Ätherleiber, die frühzeitig in die äthetische Welt hineingehen, bleiben mit ihren Kräften vorhanden. Bedenken Sie nun, wie unzählige unverbrauchte Ätherleiber von denen da sind, die als junge Menschen durch die Pforte des "Todes gehen. Mit diesen Ätherleibern ist es doch etwas Besonderes. Das möchte ich an einem Beispiel, das unserer Bewegung naheliegt, erläutern, um dann überzugehen auf die Ätherleiber, die von den durch den Tod gegangenen Kriegern in der ätherischen Welt in der nächsten Zukunft enthalten sein werden.

[ 25 ] Aber wichtig sind schon alle die verschiedenartigen Wirkungen, zu denen wir uns in der richtigen Weise werden stellen müssen. Und da kann uns eine Wirkung als ganz besonders bedeutungsvoll vor die Seele treten. Es ist eine großartige, charakteristische Erscheinung, daß durch einen solchen Krieg viele unverbrauchte Ätherleiber erzeugt werden. Und da dies der größte Krieg ist, den die Menschheit geführt hat seit der bewußten Geschichtsentwickelung, so ist auch diese Eigentümlichkeit in einem höchsten Maße vorhanden. Unverbrauchte Ätherleiber werden erzeugt. Und sehen Sie, der Ätherleib, den der Mensch in sich trägt, kann ihn lange versorgen, bis der Mensch siebzig, achtzig, neunzig Jahre alt ist. Im Kriege aber werden Menschen in der Blüte ihrer Jahre hingeopfert. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so wird der Ätherleib, wie Sie wissen, nach kurzer Zeit ausgestoßen; aber bei den im Kriege Gefallenen wird der Ätherleib so ausgestoßen, daß er noch lange, jahrzehntelang hindurch im physischen Leibe diese Menschenleben hätte versorgen können. In der Physik erkennt man an, daß keine Kraft verlorengeht. Im Geistigen ist es aber ebenso. Diese Ätherleiber, die frühzeitig in die äthetische Welt hineingehen, bleiben mit ihren Kräften vorhanden. Bedenken Sie nun, wie unzählige unverbrauchte Ätherleiber von denen da sind, die als junge Menschen durch die Pforte des "Todes gehen. Mit diesen Ätherleibern ist es doch etwas Besonderes. Das möchte ich an einem Beispiel, das unserer Bewegung naheliegt, erläutern, um dann überzugehen auf die Ätherleiber, die von den durch den Tod gegangenen Kriegern in der ätherischen Welt in der nächsten Zukunft enthalten sein werden.

[ 26 ] Wir haben in diesem Herbst in Dornach den Tod des kleinen Sohnes einer dort jetzt in der Umgebung des Baues beschäftigten Familie aus der Anthroposophischen Gesellschaft erlebt, den Tod des kleinen, siebenjährigen Theodor Faiß. Der Vater hat früher in Stuttgart gelebt, dann kam er als Gärtner nach Dornach in die Umgebung des Baues und lebte dort mit seiner Familie. Er selbst war bald nach Kriegsausbruch eingezogen worden und war zu der Zeit des Ereignisses, das ich anführen will, im Lazarett. Der kleine, siebenjährige Theodor war ein wirkliches Sonnenkind, ein wunderbarer, lieber Knabe. Nun geschah eines Tages das Folgende. Wir hatten gerade einen Vortrag, wie ich sie in Dornach halte im Anschluß an das, was im Bau geschieht. Nach dem Vortrag kam eine Persönlichkeit und sagte, daß der kleine Theodor Faiß seit dem Spätnachmittag nicht zu seiner Mutter zurückgekommen sei. Es war zehn Uhr abends, und man konnte nichts anderes denken, als daß ein großes Unglück geschehen sei. Es war nämlich an diesem Nachmittag ein Möbelwagen angekommen und war in der Nähe der sogenannten Kantine einen Weg gefahren, auf dem er hatte umbiegen müssen. An eine Stelle war dazumal dieser Wagen gelangt, an der, man kann wirklich ruhig sagen, viele Jahrzehnte vorher kein so großer Wagen, überhaupt vielleicht noch kein Möbelwagen gefahren ist und ebensowenig nachher. Nun war der kleine Theodor, bevor dieser Wagen umgebogen hatte, in der Kantine gewesen. Er war dort etwas aufgehalten worden, sonst wäre er früher mit dem, was er an Eßwaren in der Kantine für das Abendessen geholt hatte, nach Hause gegangen. Er ist nun den Weg nach Hause — es ist nur eine ganz kurze Strecke — gerade so zurückgegangen, daß er sich gerade an jener Stelle befand, wo der Wagen umfiel und auf ihn, den kleinen Theodor, fiel. Niemand hatte es bemerkt, selbst der Kutscher nicht. Der hatte nur seine Pferde in Sicherheit gebracht, als der Wagen umfiel, und wußte nicht, daß das Kind darunter war. Als uns das Fehlen des Kindes gemeldet wurde, mußten wir den Wagen zu heben versuchen. Die Freunde holten Werkzeuge, und die mobilisierten schweizerischen Soldaten halfen uns dabei. Natürlich war das Kind seit etwa einhalb sechs Uhr nachmittags schon tot. Der Möbelwagen hatte es sogleich erdrückt, es war am Erstikkungstod gestorben.

[ 26 ] Wir haben in diesem Herbst in Dornach den Tod des kleinen Sohnes einer dort jetzt in der Umgebung des Baues beschäftigten Familie aus der Anthroposophischen Gesellschaft erlebt, den Tod des kleinen, siebenjährigen Theodor Faiß. Der Vater hat früher in Stuttgart gelebt, dann kam er als Gärtner nach Dornach in die Umgebung des Baues und lebte dort mit seiner Familie. Er selbst war bald nach Kriegsausbruch eingezogen worden und war zu der Zeit des Ereignisses, das ich anführen will, im Lazarett. Der kleine, siebenjährige Theodor war ein wirkliches Sonnenkind, ein wunderbarer, lieber Knabe. Nun geschah eines Tages das Folgende. Wir hatten gerade einen Vortrag, wie ich sie in Dornach halte im Anschluß an das, was im Bau geschieht. Nach dem Vortrag kam eine Persönlichkeit und sagte, daß der kleine Theodor Faiß seit dem Spätnachmittag nicht zu seiner Mutter zurückgekommen sei. Es war zehn Uhr abends, und man konnte nichts anderes denken, als daß ein großes Unglück geschehen sei. Es war nämlich an diesem Nachmittag ein Möbelwagen angekommen und war in der Nähe der sogenannten Kantine einen Weg gefahren, auf dem er hatte umbiegen müssen. An eine Stelle war dazumal dieser Wagen gelangt, an der, man kann wirklich ruhig sagen, viele Jahrzehnte vorher kein so großer Wagen, überhaupt vielleicht noch kein Möbelwagen gefahren ist und ebensowenig nachher. Nun war der kleine Theodor, bevor dieser Wagen umgebogen hatte, in der Kantine gewesen. Er war dort etwas aufgehalten worden, sonst wäre er früher mit dem, was er an Eßwaren in der Kantine für das Abendessen geholt hatte, nach Hause gegangen. Er ist nun den Weg nach Hause — es ist nur eine ganz kurze Strecke — gerade so zurückgegangen, daß er sich gerade an jener Stelle befand, wo der Wagen umfiel und auf ihn, den kleinen Theodor, fiel. Niemand hatte es bemerkt, selbst der Kutscher nicht. Der hatte nur seine Pferde in Sicherheit gebracht, als der Wagen umfiel, und wußte nicht, daß das Kind darunter war. Als uns das Fehlen des Kindes gemeldet wurde, mußten wir den Wagen zu heben versuchen. Die Freunde holten Werkzeuge, und die mobilisierten schweizerischen Soldaten halfen uns dabei. Natürlich war das Kind seit etwa einhalb sechs Uhr nachmittags schon tot. Der Möbelwagen hatte es sogleich erdrückt, es war am Erstikkungstod gestorben.

[ 27 ] Da haben wir solch einen Fall, auf den anzuwenden ist, was ich schon oftmals durch einen Vergleich klarzumachen versuchte, daß man verwechselt Ursache und Wirkung. Ich habe schon oft den folgenden Vergleich gebraucht: Nehmen wir an, wir sehen am Rande eines Flusses einen Menschen gehen. Der Mensch fällt in den Fluß hinein. Man läuft hin und findet an der Stelle, wo der Mensch in den Fluß gefallen ist, einen Stein und denkt nun, der Mensch sei gestolpert, dann in den Fluß gefallen und dadurch gestorben. Man sagt also, der Mensch ist gestorben, weil er in den Fluß fiel. Aber wenn man ihn nun seziert, so findet man vielleicht, daß er vom Herzschlag getroffen wurde und infolgedessen tot in das Wasser gefallen ist. Er ist also nicht gestorben, weil er ins Wasser gefallen ist, sondern ins Wasser gefallen, weil er gestorben ist. Solche Verwechslungen von Ursache und Wirkung finden Sie in der Beurteilung des Lebens ganz häufig und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch mehr.

[ 27 ] Da haben wir solch einen Fall, auf den anzuwenden ist, was ich schon oftmals durch einen Vergleich klarzumachen versuchte, daß man verwechselt Ursache und Wirkung. Ich habe schon oft den folgenden Vergleich gebraucht: Nehmen wir an, wir sehen am Rande eines Flusses einen Menschen gehen. Der Mensch fällt in den Fluß hinein. Man läuft hin und findet an der Stelle, wo der Mensch in den Fluß gefallen ist, einen Stein und denkt nun, der Mensch sei gestolpert, dann in den Fluß gefallen und dadurch gestorben. Man sagt also, der Mensch ist gestorben, weil er in den Fluß fiel. Aber wenn man ihn nun seziert, so findet man vielleicht, daß er vom Herzschlag getroffen wurde und infolgedessen tot in das Wasser gefallen ist. Er ist also nicht gestorben, weil er ins Wasser gefallen ist, sondern ins Wasser gefallen, weil er gestorben ist. Solche Verwechslungen von Ursache und Wirkung finden Sie in der Beurteilung des Lebens ganz häufig und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch mehr.

[ 28 ] Bei dem kleinen Theodor war es so, daß das Karina abgelaufen war, so daß man wirklich sagen kann: Er hat den Wagen selbst hinbestellt. Ich erwähne den ganzen Fall, der äußerlich außerordentlich tragisch ist, aus dem Grunde, weil wir es da zu tun haben mit dem Ätherleib eines Kindes, der noch Jahrzehnte hindurch das Leben dieses Kindes hätte versorgen können. Dieser Ätherleib ist mit all den unverbrauchten Kräften in die geistige Welt, die ätherische Welt übergegangen. Wo ist er? Was macht er? — Derjenige, der genötigt ist, am Dornacher Bau seither mit künstlerischen Intentionen zu arbeiten, überhaupt Gedanken zu hegen in der Umfriedung des Baues, der weiß, wenn er zu gleicher Zeit okkulte Anschauung hat: Dieser ganze Ätherleib ist mit seinen Kräften vergrößert in der Aura des Dornacher Baues. Wir müssen unterscheiden: die Individualität ist woanders, die geht ihren eigenen Weg, aber der Ätherleib ist ja nach einigen Tagen ausgestoßen, der ist nun im Bau vorhanden. Und niemals werde ich anstehen zu sagen, daß unter den Kräften, die man zur Intuition braucht, die Kräfte dieses Ätherleibes sind, der hingeopfert ist für den Bau. Hinter dem Leben sind die Zusammenhänge oftmals noch ganz anders, als man nur ahnt. Zu schützenden Mächten des Baues ist dieser Ätherleib geworden. Etwas großartig Gewaltiges liegt in einem solchen Zusammenhang.

[ 28 ] Bei dem kleinen Theodor war es so, daß das Karina abgelaufen war, so daß man wirklich sagen kann: Er hat den Wagen selbst hinbestellt. Ich erwähne den ganzen Fall, der äußerlich außerordentlich tragisch ist, aus dem Grunde, weil wir es da zu tun haben mit dem Ätherleib eines Kindes, der noch Jahrzehnte hindurch das Leben dieses Kindes hätte versorgen können. Dieser Ätherleib ist mit all den unverbrauchten Kräften in die geistige Welt, die ätherische Welt übergegangen. Wo ist er? Was macht er? — Derjenige, der genötigt ist, am Dornacher Bau seither mit künstlerischen Intentionen zu arbeiten, überhaupt Gedanken zu hegen in der Umfriedung des Baues, der weiß, wenn er zu gleicher Zeit okkulte Anschauung hat: Dieser ganze Ätherleib ist mit seinen Kräften vergrößert in der Aura des Dornacher Baues. Wir müssen unterscheiden: die Individualität ist woanders, die geht ihren eigenen Weg, aber der Ätherleib ist ja nach einigen Tagen ausgestoßen, der ist nun im Bau vorhanden. Und niemals werde ich anstehen zu sagen, daß unter den Kräften, die man zur Intuition braucht, die Kräfte dieses Ätherleibes sind, der hingeopfert ist für den Bau. Hinter dem Leben sind die Zusammenhänge oftmals noch ganz anders, als man nur ahnt. Zu schützenden Mächten des Baues ist dieser Ätherleib geworden. Etwas großartig Gewaltiges liegt in einem solchen Zusammenhang.

[ 29 ] Und nun bedenken wir, welch große Summe von Kraft in den unverbrauchten Ätherleibern derjenigen in die geistige Welt hinaufgeht, die jetzt durch die Pforte des Todes infolge der kriegerischen Ereignisse gehen.

[ 29 ] Und nun bedenken wir, welch große Summe von Kraft in den unverbrauchten Ätherleibern derjenigen in die geistige Welt hinaufgeht, die jetzt durch die Pforte des Todes infolge der kriegerischen Ereignisse gehen.

[ 30 ] Die Dinge hängen eben doch anders zusammen, als die Menschen es sich vorstellen können; das Karma in der Welt vollzieht sich anders. Und Geisteswissenschaft muß gerade dazu da sein, an die Stelle phantastischer Vorstellungen geistig wahre Vorstellungen zu setzen. Wir können uns ja kaum — um nur ein Beispiel zu nennen — etwas vom spirituellen Standpunkt aus Phantastischeres und Unwahreres denken, als etwas, was sich vollzogen hat in den letzten Dezennien. Was hat sich denn vollzogen dadurch, daß man eine besondere «Friedensgesellschaft» gegründet hat, um an Stelle des Krieges das Recht zu setzen, wie man sagte, «das internationale Recht»! — In keiner Zeit der Menschheit sind so furchtbare Kriege geführt worden als seit der Zeit, da die «Friedensgesellschaft» besteht. Und in den letzten Jahrzehnten hat ja diese Friedensbewegung unter ihren besonderen Beschützern den Monarchen gehabt, der die blutigsten und grausamsten Kriege geführt hat, die jemals in der Weltgeschichte geführt worden sind. So daß die Einleitung der Friedensbewegung von seiten des Zaren wirklich als die größte Komödie erscheinen muß, die in der Weltgeschichte jemals gespielt worden ist, die allergrößte Komödie und zu gleicher Zeit die allerabscheulichste Komödie! Das ist dasjenige, was da drüben die luziferische Verführung genannt werden muß. Das kann in Einzelheiten gut verfolgt werden. Man kann sagen, es übt auf die Seele einen erschütternden Eindruck aus, wenn man sieht — mag man sonst die Dinge ansehen wie man will, — wie im Beginne, als diese Kriegsimpulse in Europa eingezogen sind, in Mitteleuropa, selbst da, wo man sich versammelt hatte wie im Berliner deutschen Reichstag, die Leute alle fast nichts gesprochen haben. Wenig ist gesprochen worden, aber die Dinge haben gesprochen. Unendlich viel ist im Westen wie im Osten gesprochen worden. Aber den erschütterndsten Eindruck in einer gewissen Weise hat man von dem, was in der Petersburger Duma von den verschiedenen Parteien gesprochen worden ist. Auf die verschiedenste Weise haben die Vertreter der Duma wirklich nichts anderes als die strohetnsten Phrasen mit dem größten Feuer der Begeisterung vorgebracht. Es war erschütternd. Das ist luziferische Verführung. Das alles aber weist uns darauf hin, daß das Feuer, das in diesem Kriege brennt, ein Warnungs- und Mahnfeuer ist, und daß die Menschen wohl aufpassen müssen.

[ 30 ] Die Dinge hängen eben doch anders zusammen, als die Menschen es sich vorstellen können; das Karma in der Welt vollzieht sich anders. Und Geisteswissenschaft muß gerade dazu da sein, an die Stelle phantastischer Vorstellungen geistig wahre Vorstellungen zu setzen. Wir können uns ja kaum — um nur ein Beispiel zu nennen — etwas vom spirituellen Standpunkt aus Phantastischeres und Unwahreres denken, als etwas, was sich vollzogen hat in den letzten Dezennien. Was hat sich denn vollzogen dadurch, daß man eine besondere «Friedensgesellschaft» gegründet hat, um an Stelle des Krieges das Recht zu setzen, wie man sagte, «das internationale Recht»! — In keiner Zeit der Menschheit sind so furchtbare Kriege geführt worden als seit der Zeit, da die «Friedensgesellschaft» besteht. Und in den letzten Jahrzehnten hat ja diese Friedensbewegung unter ihren besonderen Beschützern den Monarchen gehabt, der die blutigsten und grausamsten Kriege geführt hat, die jemals in der Weltgeschichte geführt worden sind. So daß die Einleitung der Friedensbewegung von seiten des Zaren wirklich als die größte Komödie erscheinen muß, die in der Weltgeschichte jemals gespielt worden ist, die allergrößte Komödie und zu gleicher Zeit die allerabscheulichste Komödie! Das ist dasjenige, was da drüben die luziferische Verführung genannt werden muß. Das kann in Einzelheiten gut verfolgt werden. Man kann sagen, es übt auf die Seele einen erschütternden Eindruck aus, wenn man sieht — mag man sonst die Dinge ansehen wie man will, — wie im Beginne, als diese Kriegsimpulse in Europa eingezogen sind, in Mitteleuropa, selbst da, wo man sich versammelt hatte wie im Berliner deutschen Reichstag, die Leute alle fast nichts gesprochen haben. Wenig ist gesprochen worden, aber die Dinge haben gesprochen. Unendlich viel ist im Westen wie im Osten gesprochen worden. Aber den erschütterndsten Eindruck in einer gewissen Weise hat man von dem, was in der Petersburger Duma von den verschiedenen Parteien gesprochen worden ist. Auf die verschiedenste Weise haben die Vertreter der Duma wirklich nichts anderes als die strohetnsten Phrasen mit dem größten Feuer der Begeisterung vorgebracht. Es war erschütternd. Das ist luziferische Verführung. Das alles aber weist uns darauf hin, daß das Feuer, das in diesem Kriege brennt, ein Warnungs- und Mahnfeuer ist, und daß die Menschen wohl aufpassen müssen.

[ 31 ] Alles, was jetzt überhaupt geschieht, weist darauf hin, daß wenigstens einige Seelen sich sagen müssen: Es kann so nicht fortgehen, wie es in der Welt gegangen ist, es muß Spirituelles in die Menschenentwickelung einfließen! Der Materialismus hat sein Karma in diesem furchtbarsten der Kriege gefunden. In gewisser Beziehung ist dieser Krieg das Karma des Materialismus. Je mehr die Menschenseelen dieses einsehen werden, desto mehr werden sie über das Diskutieren hinauskommen, ob dieser, ob jener den Krieg verschuldet hat, und werden sich sagen: Dieser Krieg ist uns in die Weltgeschichte hineingeschickt worden, daß er ein Mahner sei, daß wir uns zuwenden sollen einem spirituellen Auffassen des ganzen Menschenlebens.

[ 31 ] Alles, was jetzt überhaupt geschieht, weist darauf hin, daß wenigstens einige Seelen sich sagen müssen: Es kann so nicht fortgehen, wie es in der Welt gegangen ist, es muß Spirituelles in die Menschenentwickelung einfließen! Der Materialismus hat sein Karma in diesem furchtbarsten der Kriege gefunden. In gewisser Beziehung ist dieser Krieg das Karma des Materialismus. Je mehr die Menschenseelen dieses einsehen werden, desto mehr werden sie über das Diskutieren hinauskommen, ob dieser, ob jener den Krieg verschuldet hat, und werden sich sagen: Dieser Krieg ist uns in die Weltgeschichte hineingeschickt worden, daß er ein Mahner sei, daß wir uns zuwenden sollen einem spirituellen Auffassen des ganzen Menschenlebens.

[ 32 ] Der Materialismus macht ja nicht nur die Seelen der Menschen materialistisch gesinnt, er verdirbt auch die Logik und macht das Empfinden stumpf. Innerhalb Mitteleuropas wird man noch manches einsehen müssen, was zusammenhängt mit dem, was ich gesagt habe: daß man sich gerade in Mitteleuropa am intimsten befassen muß mit der Fortentwickelung des Christus-Impulses. Aber dazu wird gehören, daß man wird anfangen müssen, die Geister, welche schon die Keime dazu gelegt haben, zu verstehen. Nur ein Beispiel: Goethe hat eine Farbenlehre geschrieben. Die Physiker sehen sie an als etwas, nun, über das sie mitleidig lächelnd sagen: Was hat der Dichter von den Farben verstanden? Er war eben ein Dilettant! — Seit den achtziger Jahren bemühe ich mich, die Goethesche Farbenlehre gegen die moderne Physik zum Durchbruch zu bringen. Das kann nicht verstanden werden. Warum kann es nicht verstanden werden? Weil das materialistische Prinzip, welches von der britischen Volksseele ausgeht, in Mitteleuropa seinen Einzug gefunden hat. Newton, den Goethe bekämpfen mußte, hat den Sieg davongetragen über das, was bei Goethe aus dem Geist entsprungen ist. Goethe hat auch eine Entwicklungslehre begründet, in welcher gezeigt wird, wie durch das Erfassen von geistigen Gesetzen die Wesen von dem Unvollkommensten zum Vollkommensten fortschreiten. Das ist den Menschen zu schwer gewesen, zu verstehen. Als Darwin auf leichtere Weise seine Entwicklungslehre brachte, haben die Menschen diese angenommen. Darwin hat gesiegt über Goethe. Der materialistische Denker, der durch die britische Volksseele inspiriert ist, hat gesiegt über Goethe, der alles aus dem intimsten Zwiegespräch mit der deutschen Volksseele gezogen hat.

[ 32 ] Der Materialismus macht ja nicht nur die Seelen der Menschen materialistisch gesinnt, er verdirbt auch die Logik und macht das Empfinden stumpf. Innerhalb Mitteleuropas wird man noch manches einsehen müssen, was zusammenhängt mit dem, was ich gesagt habe: daß man sich gerade in Mitteleuropa am intimsten befassen muß mit der Fortentwickelung des Christus-Impulses. Aber dazu wird gehören, daß man wird anfangen müssen, die Geister, welche schon die Keime dazu gelegt haben, zu verstehen. Nur ein Beispiel: Goethe hat eine Farbenlehre geschrieben. Die Physiker sehen sie an als etwas, nun, über das sie mitleidig lächelnd sagen: Was hat der Dichter von den Farben verstanden? Er war eben ein Dilettant! — Seit den achtziger Jahren bemühe ich mich, die Goethesche Farbenlehre gegen die moderne Physik zum Durchbruch zu bringen. Das kann nicht verstanden werden. Warum kann es nicht verstanden werden? Weil das materialistische Prinzip, welches von der britischen Volksseele ausgeht, in Mitteleuropa seinen Einzug gefunden hat. Newton, den Goethe bekämpfen mußte, hat den Sieg davongetragen über das, was bei Goethe aus dem Geist entsprungen ist. Goethe hat auch eine Entwicklungslehre begründet, in welcher gezeigt wird, wie durch das Erfassen von geistigen Gesetzen die Wesen von dem Unvollkommensten zum Vollkommensten fortschreiten. Das ist den Menschen zu schwer gewesen, zu verstehen. Als Darwin auf leichtere Weise seine Entwicklungslehre brachte, haben die Menschen diese angenommen. Darwin hat gesiegt über Goethe. Der materialistische Denker, der durch die britische Volksseele inspiriert ist, hat gesiegt über Goethe, der alles aus dem intimsten Zwiegespräch mit der deutschen Volksseele gezogen hat.

[ 33 ] Ernst Haeckel hat Tragisches erlebt. Sein ganzes Leben hindurch hat er sich geistig genährt mit dem, was Huxley und Darwin ihm gegeben haben. Der Materialismus Ernst Haeckels ist im Grunde genommen rein englisches Produkt. Nun, als der Krieg ausbrach, war Haeckel entrüstet über das, was von den britischen Inseln aus geschah. Er war einer der ersten, welcher die englischen Orden, Diplome und Auszeichnungen zurückschickte. Was zurückgeschickt werden muß, sind aber nicht die Diplome, Orden und Auszeichnungen, sondern das sind der englisch gefärbte Darwinismus und die englisch gefärbte Physik. Zu dieser Besinnung muß man kommen, damit eingesehen wird, was in dem mitteleuropäischen Gebiet als intimes Zusammensein mit den Gesetzen der Welt erstrebt werden kann.

[ 33 ] Ernst Haeckel hat Tragisches erlebt. Sein ganzes Leben hindurch hat er sich geistig genährt mit dem, was Huxley und Darwin ihm gegeben haben. Der Materialismus Ernst Haeckels ist im Grunde genommen rein englisches Produkt. Nun, als der Krieg ausbrach, war Haeckel entrüstet über das, was von den britischen Inseln aus geschah. Er war einer der ersten, welcher die englischen Orden, Diplome und Auszeichnungen zurückschickte. Was zurückgeschickt werden muß, sind aber nicht die Diplome, Orden und Auszeichnungen, sondern das sind der englisch gefärbte Darwinismus und die englisch gefärbte Physik. Zu dieser Besinnung muß man kommen, damit eingesehen wird, was in dem mitteleuropäischen Gebiet als intimes Zusammensein mit den Gesetzen der Welt erstrebt werden kann.

[ 34 ] Am meisten kann man verderben, wenn man schon in das kindliche Gemüt das ergießt, was sich dann in nur materialistischer Färbung weiter entwickelt. Darauf haben die Jahrhunderte hingearbeitet. Ahriman hat bei den Briten drüben einen sogar ganz großen Schriftsteller so inspiriert, daß dieser Schriftsteller ein Werk geschrieben hat, das ganz darauf berechnet war, die Seele von dem kindlichen Alter an materialistisch so zu beeinflussen, daß man es nicht merkt, weil man das alles nicht als materialistisch präparierend ansieht. Das ist der «Robinson Crusoe.» Die ganze Art, wie der Robinson beschrieben ist, ist so raffiniert, daß diese Vorstellungen der Robinsonade, wenn sie aufgenommen werden, den Geist so präparieren, daß er später nur materialistisch denken kann. Die Menschheit ist von den Robinsonadenerfindern noch nicht geheilt, es hat solche immer gegeben und gibt sie heute noch. Und so könnte vieles angeführt werden. Nicht um etwas Ablehnendes gegenüber den Völkern des Westens zu sagen, die so sein müssen, wie sie sind, sondern um darauf hinzuweisen, wie in Mitteleuropa die Menschen den Zusammenhang finden müssen mit den großen, nur erst keimhaften Werten für die Entwikkelung gegen die Zukunft hin, werden diese Dinge ausgesprochen. Wie bedeutsam steht da im Grunde genommen ganz besonders auch Österreich da. In den letzten Jahrzehnten konnte man sehen, wie ein Höchstes erstrebt worden ist durch Geister wie Hamerling auf dichterischem Gebiet, wie Carneri, der den Darwinismus vertiefen wollte nach der moralischen Seite hin, und von Künstlern wie Bruckner und andern auf allen möglichen Gebieten. Selbstbesinnung der Volkheit auf diese Dinge, das ist es, worauf es ankommen wird.

[ 34 ] Am meisten kann man verderben, wenn man schon in das kindliche Gemüt das ergießt, was sich dann in nur materialistischer Färbung weiter entwickelt. Darauf haben die Jahrhunderte hingearbeitet. Ahriman hat bei den Briten drüben einen sogar ganz großen Schriftsteller so inspiriert, daß dieser Schriftsteller ein Werk geschrieben hat, das ganz darauf berechnet war, die Seele von dem kindlichen Alter an materialistisch so zu beeinflussen, daß man es nicht merkt, weil man das alles nicht als materialistisch präparierend ansieht. Das ist der «Robinson Crusoe.» Die ganze Art, wie der Robinson beschrieben ist, ist so raffiniert, daß diese Vorstellungen der Robinsonade, wenn sie aufgenommen werden, den Geist so präparieren, daß er später nur materialistisch denken kann. Die Menschheit ist von den Robinsonadenerfindern noch nicht geheilt, es hat solche immer gegeben und gibt sie heute noch. Und so könnte vieles angeführt werden. Nicht um etwas Ablehnendes gegenüber den Völkern des Westens zu sagen, die so sein müssen, wie sie sind, sondern um darauf hinzuweisen, wie in Mitteleuropa die Menschen den Zusammenhang finden müssen mit den großen, nur erst keimhaften Werten für die Entwikkelung gegen die Zukunft hin, werden diese Dinge ausgesprochen. Wie bedeutsam steht da im Grunde genommen ganz besonders auch Österreich da. In den letzten Jahrzehnten konnte man sehen, wie ein Höchstes erstrebt worden ist durch Geister wie Hamerling auf dichterischem Gebiet, wie Carneri, der den Darwinismus vertiefen wollte nach der moralischen Seite hin, und von Künstlern wie Bruckner und andern auf allen möglichen Gebieten. Selbstbesinnung der Volkheit auf diese Dinge, das ist es, worauf es ankommen wird.

[ 35 ] Und nun bedenken wir die unverbrauchten Ätherleiber, die da vorhanden sind. Diese Ätherleiber wurden von Menschen abgelegt, die in einem großen Ereignis lernten, sich für etwas zu opfern, was es für sie, jedenfalls sinnenfällig, nicht mehr gibt: für die Volkheit. Wenn man heute als Geisteswissenschafter davon spricht, daß es eine Volksseele gibt als Erzengel und so weiter, dann wird man ausgelacht. Was man im Materialismus Volksseele nennt, ist nur der abstrakte Zusammenhang der Eigenschaften, die die Menschen eines Volkes haben. Was der Materialist Volk nennt, ist bloß die Summe von Menschen, die einander gleichsehend auf einem Raume zusammenleben. Wir sprechen von Volkheit so, daß wir wissen: Der Volksgeist ist als eine reale Wesenheit im Erzengelrang wirklich vorhanden. Wenn auch derjenige, der sich opfert, der durch den Tod geht für sein Volk, kein vollständiges Bewußtsein hat auf dem Feld der Ereignisse von einem realen Volksgeist, so bekräftigt er doch durch die Art, wie er durch den 'Tod geht, daß er an eine Fortwirksamkeit nach diesem Tode glaubt, daß er glaubt, daß es mehr gibt als das, was die Augen sehen in der Volkheit: ihren Zusammenhang und ihr Zusammenstehen mit dem Übersinnlichen. Alle diejenigen, die also durch den Tod gehen, ob sie es nun mehr oder weniger wissen, gehen durch diesen Tod, bekräftigend, daß es eine übersinnliche Welt gibt; das wird ihren Ätherleibern eingeprägt. So daß in der Zukunft außer denjenigen, die im physischen Erdenrund leben werden, wenn wieder Frieden eingetreten sein wird, die unverbrauchten Ätherleiber leben werden, immerdar in die Sphärenmusik die Töne hineinsendend: Es gibt mehr in der Welt als das, was bloß mit physischen Augen gesehen werden kann! Spirituelle Wahrheit wird hineintönen in die Sphärenmusik durch das, was die Toten zurücklassen in ihrem Ätherleib, ganz abgesehen von dem, was sie mitnehmen mit ihrer Individualität, die sie durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt tragen. Aber gehört werden wird müssen dasjenige, was leben wird, was herabtönen wird aus diesen Ätherleibern, weil diese Ätherleiber abgelegt worden sind von Menschen, die, besiegelnd die Wahrheit der spirituellen Welt, durch den Tod gegangen sind. Die größte Sünde der Menschheit wird sein, wenn sie nicht hinhören wird darauf, was die gestorbenen Menschen ihr durch ihre mahnenden Ätherleiber zurufen werden. Und wie unendlich wird belebt dasjenige, was man so im Hinblick auf die geistige Welt schauen will, wenn man sich zu denken hat, daß die Väter und Mütter, die Schwestern und Brüder, Söhne und Töchter, die teure Tote verlieren, sich sagen müssen: Was da hingeopfert worden ist, lebt für die ganze Menschheit, mahnend an das, was da kommen muß!

[ 35 ] Und nun bedenken wir die unverbrauchten Ätherleiber, die da vorhanden sind. Diese Ätherleiber wurden von Menschen abgelegt, die in einem großen Ereignis lernten, sich für etwas zu opfern, was es für sie, jedenfalls sinnenfällig, nicht mehr gibt: für die Volkheit. Wenn man heute als Geisteswissenschafter davon spricht, daß es eine Volksseele gibt als Erzengel und so weiter, dann wird man ausgelacht. Was man im Materialismus Volksseele nennt, ist nur der abstrakte Zusammenhang der Eigenschaften, die die Menschen eines Volkes haben. Was der Materialist Volk nennt, ist bloß die Summe von Menschen, die einander gleichsehend auf einem Raume zusammenleben. Wir sprechen von Volkheit so, daß wir wissen: Der Volksgeist ist als eine reale Wesenheit im Erzengelrang wirklich vorhanden. Wenn auch derjenige, der sich opfert, der durch den Tod geht für sein Volk, kein vollständiges Bewußtsein hat auf dem Feld der Ereignisse von einem realen Volksgeist, so bekräftigt er doch durch die Art, wie er durch den 'Tod geht, daß er an eine Fortwirksamkeit nach diesem Tode glaubt, daß er glaubt, daß es mehr gibt als das, was die Augen sehen in der Volkheit: ihren Zusammenhang und ihr Zusammenstehen mit dem Übersinnlichen. Alle diejenigen, die also durch den Tod gehen, ob sie es nun mehr oder weniger wissen, gehen durch diesen Tod, bekräftigend, daß es eine übersinnliche Welt gibt; das wird ihren Ätherleibern eingeprägt. So daß in der Zukunft außer denjenigen, die im physischen Erdenrund leben werden, wenn wieder Frieden eingetreten sein wird, die unverbrauchten Ätherleiber leben werden, immerdar in die Sphärenmusik die Töne hineinsendend: Es gibt mehr in der Welt als das, was bloß mit physischen Augen gesehen werden kann! Spirituelle Wahrheit wird hineintönen in die Sphärenmusik durch das, was die Toten zurücklassen in ihrem Ätherleib, ganz abgesehen von dem, was sie mitnehmen mit ihrer Individualität, die sie durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt tragen. Aber gehört werden wird müssen dasjenige, was leben wird, was herabtönen wird aus diesen Ätherleibern, weil diese Ätherleiber abgelegt worden sind von Menschen, die, besiegelnd die Wahrheit der spirituellen Welt, durch den Tod gegangen sind. Die größte Sünde der Menschheit wird sein, wenn sie nicht hinhören wird darauf, was die gestorbenen Menschen ihr durch ihre mahnenden Ätherleiber zurufen werden. Und wie unendlich wird belebt dasjenige, was man so im Hinblick auf die geistige Welt schauen will, wenn man sich zu denken hat, daß die Väter und Mütter, die Schwestern und Brüder, Söhne und Töchter, die teure Tote verlieren, sich sagen müssen: Was da hingeopfert worden ist, lebt für die ganze Menschheit, mahnend an das, was da kommen muß!

[ 36 ] Wenn man bloß auf das bauen wollte, was hier in der physischen Welt sich abspielt, könnte man nicht viel Hoffnung haben für den gedeihlichen Fortgang der spirituellen Bewegung, die in unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung gepflegt werden soll. Als uns neulich ein guter, treuer Mitarbeiter starb, ungefähr im dreißigsten Jahr seines Lebens, da war in meinen Worten, die ich richtete an diese durch die Pforte des Todes gegangene Seele, die Bitte, daß sie ebenso treu und tapfer mitarbeiten möchte auf unserem geisteswissenschaftlichen Felde, wie sie hier treu und hingebungsvoll mitgearbeitet hat, verwertend alles, was sie wußte. Fleißig hat er mitgearbeitet hier auf dem physischen Plan, dieser Mitarbeiter. Das gab ich ihm mit als eine Botschaft in sein Leben zwischen Tod und neuer Geburt, daß er mitarbeiten möge nach dem Tode, wie er es getan hat vor dem Tode, denn wir rechnen auf diese Toten, die sogenannten Toten, wie auf die Lebendigen. So lebendig muß uns die geisteswissenschaftliche Weltanschauung sein, daß die Kluft überwunden wird zwischen den sogenannten Toten und den Lebenden, daß wir die Toten unter uns fühlen wie Lebende. Nicht bloß Theorie, Leben wollen wir. So wollen wir auch darauf hinweisen, daß ein lebendiges Band besteht zwischen denen, die leben auf der Erde, wenn wieder Friede sein wird, und denen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind. Die Menschen werden von den Toten lernen können, werden lernen müssen, wie diese Toten in der angegebenen Weise mitwirken an dem großen spirituellen Fortschritt, der die Erde ergreifen muß.

[ 36 ] Wenn man bloß auf das bauen wollte, was hier in der physischen Welt sich abspielt, könnte man nicht viel Hoffnung haben für den gedeihlichen Fortgang der spirituellen Bewegung, die in unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung gepflegt werden soll. Als uns neulich ein guter, treuer Mitarbeiter starb, ungefähr im dreißigsten Jahr seines Lebens, da war in meinen Worten, die ich richtete an diese durch die Pforte des Todes gegangene Seele, die Bitte, daß sie ebenso treu und tapfer mitarbeiten möchte auf unserem geisteswissenschaftlichen Felde, wie sie hier treu und hingebungsvoll mitgearbeitet hat, verwertend alles, was sie wußte. Fleißig hat er mitgearbeitet hier auf dem physischen Plan, dieser Mitarbeiter. Das gab ich ihm mit als eine Botschaft in sein Leben zwischen Tod und neuer Geburt, daß er mitarbeiten möge nach dem Tode, wie er es getan hat vor dem Tode, denn wir rechnen auf diese Toten, die sogenannten Toten, wie auf die Lebendigen. So lebendig muß uns die geisteswissenschaftliche Weltanschauung sein, daß die Kluft überwunden wird zwischen den sogenannten Toten und den Lebenden, daß wir die Toten unter uns fühlen wie Lebende. Nicht bloß Theorie, Leben wollen wir. So wollen wir auch darauf hinweisen, daß ein lebendiges Band besteht zwischen denen, die leben auf der Erde, wenn wieder Friede sein wird, und denen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind. Die Menschen werden von den Toten lernen können, werden lernen müssen, wie diese Toten in der angegebenen Weise mitwirken an dem großen spirituellen Fortschritt, der die Erde ergreifen muß.

[ 37 ] Es geht im Leben manchmal so, daß man sieht, wie die menschliche Logik nicht ausreicht. Ein Beispiel möchte ich Ihnen anführen, nicht aus persönlichen Gründen, sondern um zu charakterisieren die Art und Weise, wie sich die Menschen zu unserer Bewegung stellen. Vor einigen Jahren konnte man in einer süddeutschen sehr ernsten Zeitschrift einen Aufsatz lesen, den ein berühmter Philosoph der Gegenwart geschrieben hat über unsere Geisteswissenschaft. Die Geisteswissenschaft wurde da so behandelt, daß es einen gewissen Eindruck machen konnte auf die Leute, weil der Aufsatz von einem großen Philosophen geschrieben war. Der Herausgeber der Zeitschrift tat sich etwas Besonderes darauf zugute, daß er einen Artikel über die Geisteswissenschaft von einem so berühmten Manne bringen konnte. Natürlich war alles schlecht und schief dargestellt; ein ganz schiefes Bild wurde von der Geisteswissenschaft gegeben. Was brauchte aber der Herausgeber, um einzusehen, was er eigentlich da als Urteil hatte abgeben lassen in seiner Monatsschrift über unsere Bewegung? — Es kam der Krieg. Jener Mann, der den Artikel geschrieben hatte, schrieb an den Herausgeber einige Briefe. Diese Briefe enthalten ziemlich das Abstoßendste, was man überhaupt über die mitteleuropäische Kultur sagen kann. Schrecklich geschimpft und gehöhnt wurde da über diese mitteleuropäische Kultur. Der Herausgeber hat diese Briefe jetzt abgedruckt als ein Beispiel dafür, wie töricht man denken kann über diese Kultur. Und er sagt jetzt: So, wie dieser Mensch schreibt, kann doch nur ein Mensch schreiben, der ins Irrenhaus gehört. — Es liegt also das Faktum vor, daß für einen guten Herausgeber so etwas notwendig war, um einzusehen, daß der Mann, der vor einigen Jahren über die Geisteswissenschaft diesen Artikel, der nach außen auch viel Schaden angerichtet hat, schrieb, ins Irrenhaus gehört. Wenn der Mann aber jetzt ins Irrenhaus gehört, so gehörte er damals doch auch schon hinein. Aber damals schrieb er einen Artikel über Geisteswissenschaft!

[ 37 ] Es geht im Leben manchmal so, daß man sieht, wie die menschliche Logik nicht ausreicht. Ein Beispiel möchte ich Ihnen anführen, nicht aus persönlichen Gründen, sondern um zu charakterisieren die Art und Weise, wie sich die Menschen zu unserer Bewegung stellen. Vor einigen Jahren konnte man in einer süddeutschen sehr ernsten Zeitschrift einen Aufsatz lesen, den ein berühmter Philosoph der Gegenwart geschrieben hat über unsere Geisteswissenschaft. Die Geisteswissenschaft wurde da so behandelt, daß es einen gewissen Eindruck machen konnte auf die Leute, weil der Aufsatz von einem großen Philosophen geschrieben war. Der Herausgeber der Zeitschrift tat sich etwas Besonderes darauf zugute, daß er einen Artikel über die Geisteswissenschaft von einem so berühmten Manne bringen konnte. Natürlich war alles schlecht und schief dargestellt; ein ganz schiefes Bild wurde von der Geisteswissenschaft gegeben. Was brauchte aber der Herausgeber, um einzusehen, was er eigentlich da als Urteil hatte abgeben lassen in seiner Monatsschrift über unsere Bewegung? — Es kam der Krieg. Jener Mann, der den Artikel geschrieben hatte, schrieb an den Herausgeber einige Briefe. Diese Briefe enthalten ziemlich das Abstoßendste, was man überhaupt über die mitteleuropäische Kultur sagen kann. Schrecklich geschimpft und gehöhnt wurde da über diese mitteleuropäische Kultur. Der Herausgeber hat diese Briefe jetzt abgedruckt als ein Beispiel dafür, wie töricht man denken kann über diese Kultur. Und er sagt jetzt: So, wie dieser Mensch schreibt, kann doch nur ein Mensch schreiben, der ins Irrenhaus gehört. — Es liegt also das Faktum vor, daß für einen guten Herausgeber so etwas notwendig war, um einzusehen, daß der Mann, der vor einigen Jahren über die Geisteswissenschaft diesen Artikel, der nach außen auch viel Schaden angerichtet hat, schrieb, ins Irrenhaus gehört. Wenn der Mann aber jetzt ins Irrenhaus gehört, so gehörte er damals doch auch schon hinein. Aber damals schrieb er einen Artikel über Geisteswissenschaft!

[ 38 ] So geht es in der Welt zu! Es müssen schon andere Hilfen kommen als die, die der Mensch heute hat, um ein Urteil zu bekommen. Der Geisteswissenschafter steht allerdings fest auf dem Boden, der da klar zeigt, daß die Wahrheit ihren Weg findet. Aber die Geisteswissenschaft muß wirken in der Entwickelung der Menschheit, damit das Notwendige geschieht. Und so, wie in jener Zeit, da der Kaiser Konstantin seine Aufgabe zu vollenden hatte, der Christus-Impuls aus der geistigen Welt in das Unterbewußte hineinwirken mußte, so, wie bei der Jungfrau von Orleans der Christus-Impuls wirken mußte, damit das geschah, was geschehen mußte, so muß der Christus-Impuls weiterwirken, nur jetzt mehr in Bewußtheit. Es muß Seelen geben in der Zukunft, die wissen werden: Da oben in der geistigen Welt rufen diejenigen, die mit ihrer Individualität sich opferten, uns auf, ihnen nachzufolgen in dem von ihnen im Tode erlangten Glauben an die Wirksamkeit des Geistigen. Aber auch die Kräfte aus den unverbrauchten Ätherleibern rufen in die Zukunft hinein, was man nur zu verstehen braucht, um es in die eigene Seele aufzunehmen. Unten aber müssen Seelen sein, die das vernehmen. Seelen müssen da sein, die sich dazu vorbereiten durch das richtige, durch das ‚lebendige Verständnis unserer Geisteswissenschaft. Unsere Geisteswissenschaft muß hier unten Seelen schaffen, die zu ahnen vermögen, was da oben die Ätherleiber der Toten in der Zukunft sprechen werden. Seelen, die wissen: Dort oben sind die Kräfte, die den Menschen, der auf Erden sich selbst überlassen sein mußte, ermahnen können. Und wenn hier unten geistbewußte Seelen nach den verborgenen Tönen der geistigen Welt ihren Sinn richten werden, dann werden aus alledem, was an Blut geflossen ist, was an Opfern geleistet wurde, was an Leid ertragen werden mußte und noch ertragen werden muß, die rechten Früchte entstehen. Hinblickend auf die Hoffnung, die ausgesprochen werden darf, daß sich recht, recht viele Seelen finden mögen durch die Geisteswissenschaft, welche hören können diese Stimmen, die insbesondere durch diesen Krieg aus der geistigen Welt ertönen werden, möchte ich, zusammenfassend die Schlußworte der heutigen Betrachtung, Worte sprechen, die nur empfindungsgemäß das ausdrücken sollen, was ich in ihren Seelen anregen möchte:

[ 38 ] So geht es in der Welt zu! Es müssen schon andere Hilfen kommen als die, die der Mensch heute hat, um ein Urteil zu bekommen. Der Geisteswissenschafter steht allerdings fest auf dem Boden, der da klar zeigt, daß die Wahrheit ihren Weg findet. Aber die Geisteswissenschaft muß wirken in der Entwickelung der Menschheit, damit das Notwendige geschieht. Und so, wie in jener Zeit, da der Kaiser Konstantin seine Aufgabe zu vollenden hatte, der Christus-Impuls aus der geistigen Welt in das Unterbewußte hineinwirken mußte, so, wie bei der Jungfrau von Orleans der Christus-Impuls wirken mußte, damit das geschah, was geschehen mußte, so muß der Christus-Impuls weiterwirken, nur jetzt mehr in Bewußtheit. Es muß Seelen geben in der Zukunft, die wissen werden: Da oben in der geistigen Welt rufen diejenigen, die mit ihrer Individualität sich opferten, uns auf, ihnen nachzufolgen in dem von ihnen im Tode erlangten Glauben an die Wirksamkeit des Geistigen. Aber auch die Kräfte aus den unverbrauchten Ätherleibern rufen in die Zukunft hinein, was man nur zu verstehen braucht, um es in die eigene Seele aufzunehmen. Unten aber müssen Seelen sein, die das vernehmen. Seelen müssen da sein, die sich dazu vorbereiten durch das richtige, durch das ‚lebendige Verständnis unserer Geisteswissenschaft. Unsere Geisteswissenschaft muß hier unten Seelen schaffen, die zu ahnen vermögen, was da oben die Ätherleiber der Toten in der Zukunft sprechen werden. Seelen, die wissen: Dort oben sind die Kräfte, die den Menschen, der auf Erden sich selbst überlassen sein mußte, ermahnen können. Und wenn hier unten geistbewußte Seelen nach den verborgenen Tönen der geistigen Welt ihren Sinn richten werden, dann werden aus alledem, was an Blut geflossen ist, was an Opfern geleistet wurde, was an Leid ertragen werden mußte und noch ertragen werden muß, die rechten Früchte entstehen. Hinblickend auf die Hoffnung, die ausgesprochen werden darf, daß sich recht, recht viele Seelen finden mögen durch die Geisteswissenschaft, welche hören können diese Stimmen, die insbesondere durch diesen Krieg aus der geistigen Welt ertönen werden, möchte ich, zusammenfassend die Schlußworte der heutigen Betrachtung, Worte sprechen, die nur empfindungsgemäß das ausdrücken sollen, was ich in ihren Seelen anregen möchte:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Denken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Denken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

[ 39 ] Mit solchen Gefühlen im Herzen wollen wir immerdar uns durchdringen mit dem Sinn des Rosenkreuzes, damit dieses Rosenkreuz in der rechten Weise von uns als die Devise angesehen wird unseres Wirkens und Webens und Empfindens. Nicht das schwarze Kreuz allein. Wer die Rosen vom schwarzen Kreuz reißen würde, wer nur das schwarze Kreuz hätte, würde dem Ahriman verfallen. Das schwarze Kreuz ist das nach der bloßen Materie hinstrebende Lebendige. Auch nicht, wer das Kreuz von den Rosen reißt und die Rosen allein halten möchte, wird das Richtige finden. Denn die Rosen, vom Kreuze getrennt, wollen uns zwar erheben zum Leben, aber dieses Leben würde egoistisch bloß nach dem Geistigen hinaufstreben wollen und nicht den Geist offenbaren in dem Materiellen. Nicht das Kreuz allein, nicht die Rosen allein, sondern die Rosen am Kreuz, das Kreuz tragend die Rosen, beides in harmonischer Wechselwirkung: das ist das, was unser richtiges Symbolum ist.

[ 39 ] Mit solchen Gefühlen im Herzen wollen wir immerdar uns durchdringen mit dem Sinn des Rosenkreuzes, damit dieses Rosenkreuz in der rechten Weise von uns als die Devise angesehen wird unseres Wirkens und Webens und Empfindens. Nicht das schwarze Kreuz allein. Wer die Rosen vom schwarzen Kreuz reißen würde, wer nur das schwarze Kreuz hätte, würde dem Ahriman verfallen. Das schwarze Kreuz ist das nach der bloßen Materie hinstrebende Lebendige. Auch nicht, wer das Kreuz von den Rosen reißt und die Rosen allein halten möchte, wird das Richtige finden. Denn die Rosen, vom Kreuze getrennt, wollen uns zwar erheben zum Leben, aber dieses Leben würde egoistisch bloß nach dem Geistigen hinaufstreben wollen und nicht den Geist offenbaren in dem Materiellen. Nicht das Kreuz allein, nicht die Rosen allein, sondern die Rosen am Kreuz, das Kreuz tragend die Rosen, beides in harmonischer Wechselwirkung: das ist das, was unser richtiges Symbolum ist.