The Mystery of Death
The Nature and Significance of Central Europe
and the European National Spirits
GA 159
13 June 1915, Elberfeld
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Mystery of Death, tr. SOL
12. Geisteswissenschaft als Gesinnung der Ätherleib als Abspiegelung des Weltenalls
12. Spiritual Science as a State of Mind; The Etheric Body as a Reflection of the Universe
[ 1 ] Wir stehen in der Gegenwart innerhalb einer Ära von Ereignissen, welche alle Empfindungen der Menschenseele in tiefstem, in bedeutungsvollstem Sinne aufrufen müssen. Wir stehen inmitten von Ereignissen, welche dasjenige, was unserer Geisteswissenschaft immer als ein Rätsel aufgegeben ist — den Tod — viele, viele Male in verhältnismäßig kurzer Zeit über die Erde hinziehen lassen. Wir stehen in einer Zeit, welche Leid und Schmerzen verbreitet über unzählige Seelen, und in einer Zeit, von der wir hoffen wollen, daß sie in ihrem Schoße bedeutungsvolle Kräfte für die Entfaltung der zukünftigen Entwickelung der Menschheit trägt. Wenn so vieles aus Schmerz und Leid geboren werden muß, und wenn uns gerade Geisteswissenschaft lehrt, daß vieles aus Schmerz und Leid geboren werden muß, so werden gerade geisteswissenschaftliche Betrachtungen auch in dieser schicksaltragenden Zeit geeignet sein können, manche Kraft der Zuversicht, manche Kraft der Hoffnung in uns anzuregen. Und so seien denn heute einige Betrachtungen vor Ihren Seelen entwickelt, die zwar nicht direkt, aber doch indirekt mit dem zusammenhängen, was an Empfindungen und Gefühlen in unserer schmerz- und sturmbewegten Zeit in uns hervorgerufen werden kann.
[ 1 ] We are currently living in an era of events that must stir every feeling of the human soul in the deepest, most meaningful sense. We are in the midst of events that cause that which has always remained a mystery to our Spiritual Science—death—to sweep across the earth many, many times in a relatively short period. We are living in a time that spreads suffering and pain across countless souls, and in a time that we hope harbors within it significant forces for the unfolding of humanity’s future development. If so much must be born of pain and suffering, and if Spiritual Science itself teaches us that much must be born of pain and suffering, then spiritual scientific reflections may well be capable, even in this fateful time, of stirring within us certain powers of confidence and certain powers of hope. And so let us unfold before your souls today a few reflections that, while not directly, are nevertheless indirectly connected to the sentiments and feelings that may be aroused within us in our time of pain and turmoil.
[ 2 ] Was wir so vielfältig in unserer Gegenwart sich ereignen sehen und fühlen, es ist, daß Menschen den physischen Plan verlassen in verhältnismäßig frühem Alter ihres physischen Daseins. Gerade das ist ja das Eigentümliche solcher Ereignisse, wie die jetzigen es sind, daß sie jugendliche Leben vom physischen Plan abberufen. Wir wissen, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes geht, seinen physischen Leib den Elementen der Erde zu übergeben hat, daß er, indem er durch die Pforte des Todes tritt, zuerst noch vereint ist mit seinem Ätherleib, seinem Astralleib und seinem Ich. Wir wissen, daß nach verhältnismäßig kurzer Zeit dieser Ätherleib von dem Menschen getrennt wird, und daß dann der Mensch seine weitere Wanderung, die er durchzumachen hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in dem Ich und dem Astralleib durchmacht, vereint mit denjenigen Gliedern seiner geistigen Natur, die er sich erst in der geistigen Welt aneignen kann; daß aber dann für seine weitere Wanderung in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt der Ätherleib sich von der menschlichen Individualität trennt und seinen eigenen Weg durchmacht. Nun muß es uns auffallen, daß bei einem jugendlichen Sterben dieser Ätherleib in einer ganz andern Verfassung sein muß als beim Sterben eines Menschen, der eine normale Altersstufe erlangt hat. Wir wissen, wie die äußere Naturwissenschaft davon spricht, daß Kräfte sich zwar verwandeln können, daß sie aber nicht verlorengehen können. Für die äußere Welt des physischen Daseins erkennt die Naturwissenschaft diese Wahrheit durchaus an, daß Kräfte niemals verlorengehen, sich nur verwandeln. Für die geistige Welt muß Geisteswissenschaft lehren, dieses auch anzuerkennen. Wenn ein Ätherleib sich loslöst von einem Menschen, der im jugendlichen Alter durch die Pforte des Todes gegangen ist, so ist das ein solcher Ätherleib, der noch durch viele Jahrzehnte das Leben dieses Menschen auf dem physischen Plan hätte versorgen können. Ein Ätherleib muß ja so eingerichtet sein, daß er alle diejenigen Lebenskräfte hergeben kann, die der Mensch bis ins höchste Alter in Anspruch nehmen muß. Wenn der Mensch, sagen wir, im fünfundzwanzigsten, sechsundzwanzigsten, dreißigsten Lebensjahr durch die Pforte des Todes geht, geht sein Ätherleib weg von ihm, aber dieser Ätherleib hat noch Kräfte, durch die er vielleicht bis ins sechzigste, siebzigste, achtzigste Jahr hinein das physische Leben des Menschen hätte erhalten können. Diese Kräfte sind im Ätherleib, diese Kräfte gehen nicht verloren. Und es muß uns — gerade in einer solchen Zeit wie die jetzige, wo so viele solcher Ätherleiber den geistigen Welten gewissermaßen anvertraut werden — die Frage beschäftigen: Was geschieht mit den Ätherleibern derjenigen Menschen, die in frühem Jugendalter durch die Pforte des Todes gegangen sind? — Es wird gut sein, wenn wir, um uns recht gründlich eine solche Frage zu beantworten, uns damit bekanntmachen, welchen Weg eigentlich der Ätherleib eines Menschen durchmacht, während der Mensch das Leben zwischen Geburt und Tod durchläuft.
[ 2 ] What we see and feel happening in such diverse ways in our present time is that people are leaving the physical plane at a relatively early age in their physical existence. This is precisely what is so peculiar about events such as those we are currently witnessing: that they are taking young lives from the physical plane. We know that when a human being passes through the gate of death, they must surrender their physical body to the elements of the earth; that as they pass through the gate of death, they are initially still united with their etheric body, their astral body, and their I. We know that after a relatively short time this etheric body is separated from the human being, and that the human being then undergoes the further journey he must make between death and a new birth in the I and the astral body, united with those members of his spiritual nature that he can only acquire in the spiritual world; but that for his further journey in the time between death and a new birth, the etheric body separates from the human individuality and follows its own path. Now we must realize that in the case of a youthful death, this etheric body must be in a completely different state than in the case of the death of a person who has reached a normal stage of old age. We know how external natural science speaks of the fact that forces can indeed be transformed, but that they cannot be lost. For the external world of physical existence, natural science fully acknowledges this truth: that forces are never lost, but only transformed. For the spiritual world, Spiritual Science must teach us to recognize this as well. When an etheric body detaches itself from a person who has passed through the gate of death at a young age, it is an etheric body that could have sustained that person’s life on the physical plane for many decades to come. An etheric body must, after all, be constituted in such a way that it can supply all the life forces a person requires right up to the highest age. When a person passes through the gate of death, say, at the age of twenty-five, twenty-six, or thirty, their etheric body departs from them; yet this etheric body still possesses forces through which it might have sustained the person’s physical life well into their sixties, seventies, or eighties. These forces are within the etheric body; these forces are not lost. And we must ask ourselves—especially in a time like the present, when so many such etheric bodies are, so to speak, entrusted to the spiritual worlds—the question: What happens to the etheric bodies of those people who have passed through the gate of death in early youth? — It will be helpful, if we are to answer such a question thoroughly, to familiarize ourselves with the path the human etheric body actually takes while the human being passes through life between birth and death.
[ 3 ] Der äußere physische Leib des Menschen wird immer älter. Beim Ätherleib ist dies nicht der Fall. So schwierig zu begreifen es scheinen mag, beim Ätherleib ist das ganz und gar nicht der Fall, daß er immer älter wird, sondern der Ätherleib wird in demselben Maße, wie der physische Leib älter wird, immer jünger und jünger, und er erreicht eine gewisse, man könnte sagen, kindliche Stufe des ätherischen Daseins in der Zeit, in welcher der Mensch im normalen Lebensalter durch die Pforte des Todes geht. So daß wir uns sagen müssen: Wenn wir durch die Geburt unser physisches Erdendasein antreten, dann ist dasjenige, was sich als Ätherleib mit unserem physischen Leib vereinigt hat — wir können vergleichsweise sagen — eigentlich alt und wird während des Lebens immer jünger und erreicht seine kindliche Stufe dann, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen. Wir könnten also auch sagen: Wenn nun ein Mensch im jugendlichen Alter stirbt, wird sein Ätherleib nicht jung genug, sondern er behält eine gewisse Stufe des Alters. — Was heißt das aber in Wahrheit? Was das heißt, darüber kann uns ein Beispiel belehren, das eine Anzahl von Ihnen schon kennen, das ich aber doch wiederum hier erwähnen muß, ein konkretes Beispiel aus der letzten Zeit, das von einer Anzahl von Freunden erlebt werden konnte.
[ 3 ] The human being’s outer physical body grows older and older. This is not the case with the etheric body. As difficult as it may seem to grasp, it is by no means the case that the etheric body grows older and older; rather, as the physical body grows older, the etheric body grows younger and younger, and it reaches a certain, one might say, childlike stage of etheric existence at the time when a human being, having reached normal old age, passes through the gate of death. So that we must say to ourselves: When we begin our physical earthly existence through birth, then that which has united with our physical body as the etheric body—we can say, by way of comparison—is actually old and becomes younger and younger during life, reaching its childlike stage when we pass through the gate of death. We could therefore also say: When a person dies in youth, their etheric body does not become young enough, but retains a certain stage of age. — But what does that really mean? An example can teach us what this means—one that some of you already know, but which I must nevertheless mention here again: a concrete example from recent times that was experienced by a number of friends.
[ 4 ] Dieses konkrete Beispiel bezieht sich eigentlich auf ein ganz junges Kind, das kleine Söhnlein eines Mitgliedes von uns. Es war gerade an einem Vortragsabend in Dornach, als wir nach dem Vortrag erfahren mußten, daß ein Knabe von sieben Jahren, der Sohn unseres Freundes Faiß, abgängig sei. Und es war bald klar, daß ein großes Unglück geschehen sein müsse. Es war nämlich am Spätnachmittag in die Nähe des Dornacher Baues ein Möbelwagen gekommen, kurioserweise in eine Gegend, in welche vielleicht recht lange vorher, wenn überhaupt je, kein Möbelwagen gefahren ist, und nachher wohl auch nicht. Dieser Möbelwagen war an einer bestimmten Stelle umgefallen. Gegen Abend war das geschehen, weiter war nichts bemerkt worden; der Knabe war aber abgängig. Und als dann, mit andern vereint, unsere Freunde zwischen zehn und zwölf Uhr abends alle Anstrengung machten, um den Möbelwagen zu heben, der von den Leuten, denen er gehörte, nicht mehr aufgehoben worden war — sie hatten es sich für den nächsten Tag erspart, weil der Wagen sehr ungünstig gefallen und sehr schwer war —, als es gelungen war, ihn zu heben, da stellte sich heraus, daß in der Tat das Kind, der kleine Theodor Faifß, gerade in dem Augenblick vorbeigegangen war, als der Möbelwagen umfiel, und daß der Wagen auf das Kind gefallen war. Nun war dieses Kind es war nur sieben Jahre alt geworden — ein außerordentlich liebes Kind, ein Kind, das außerordentlich schöne Eigenschaften hatte.
[ 4 ] This specific example actually concerns a very young child, the little son of one of our members. It was during a lecture evening in Dornach when, after the lecture, we learned that a seven-year-old boy, the son of our friend Faiß, was missing. And it soon became clear that a great misfortune must have occurred. For in the late afternoon, a moving truck had arrived near the Dornach building—curiously, in an area where perhaps no moving truck had driven for quite some time, if ever, and likely never would again. This moving truck had overturned at a certain spot. This had happened toward evening; nothing else had been noticed; but the boy was missing. And when, joining forces with others, our friends made every effort between ten and twelve o’clock at night to lift the moving truck, which had not been lifted by its owners—they had put it off until the next day because the truck had fallen in a very awkward position and was very heavy—when they succeeded in lifting it, it turned out that the child, little Theodor Faifß, had in fact been passing by at the very moment the moving van tipped over, and that the van had fallen on the child. Now this child—he had just turned seven—was an exceptionally sweet child, a child who possessed exceptionally fine qualities.
[ 5 ] Ich möchte, um eine solche Tatsache in das Licht unserer Geisteswissenschaft zu rücken, an eine logische Erwägung erinnern, die ich öfters in unserem Kreise angestellt habe. Ich habe öfters gesagt, wie man Ursache und Wirkung durch äußerliches Denken, durch ungeschultes Denken verwechseln kann, und daß solche Verwechslungen von Ursache und Wirkung wirklich außerordentlich häufig vorkommen. Durch ein Beispiel versuchte ich das zu veranschaulichen, ein Beispiel, das nur ein Vergleich sein soll. Man nehme an, man sehe in der Ferne einen Menschen am Rande eines Baches gehen. Man sieht, wie er hineinfällt in den Bach, man bemüht sich, in die Nähe zu kommen, und man sieht, wie gerade an der Stelle, wo der Mensch ins Wasser fiel, ein Stein liegt. Man versucht, den Menschen herauszuziehen aus dem Bach: er ist tot. Was liegt näher, als zu sagen: Der Mensch ist über den Stein gestolpert und in den Bach gefallen und ist dann ertrunken. Das braucht aber gar nicht so zu sein, sondern hier wird vielleicht die einfache physische Untersuchung uns lehren können, daß in dem Augenblick, wo der Mensch gerade diese Stelle betrat, ohne daß sein Schicksal irgend etwas mit dem Stein oder sonst etwas zu tun hatte, der Herzschlag ihn getroffen hat, und daß er infolgedessen in das Wasser gefallen ist — so daß der Herzschlag die Ursache des Hereinfallens in das Wasser war —, während man, wenn man sich keine Mühe gibt, auf die Sache zu kommen, sagen würde, das Hereinfallen ins Wasser sei die Ursache des Todes. Man würde also gerade das Umgekehrte von dem annehmen, was das Richtige ist.
[ 5 ] To shed light on this fact from the perspective of our Spiritual Science, I would like to recall a logical consideration that I have often raised within our circle. I have often said how cause and effect can be confused through superficial thinking, through untrained thinking, and that such confusions of cause and effect really do occur with extraordinary frequency. I tried to illustrate this with an example, an example that is meant to be merely a comparison. Suppose you see a person walking along the bank of a stream in the distance. You see him fall into the stream; you try to get closer, and you see that right where the person fell into the water, there is a stone. You try to pull the person out of the stream: he is dead. What is more natural than to say: The person stumbled over the stone and fell into the stream and then drowned. But that need not be the case at all; rather, a simple physical examination might teach us that at the very moment the person stepped onto that spot—without his fate having anything to do with the stone or anything else—he suffered a heart attack, and that as a result he fell into the water—so that the heart attack was the cause of the fall into the water— whereas, if one does not take the trouble to get to the bottom of the matter, one would say that falling into the water was the cause of death. One would thus assume precisely the opposite of what is correct.
[ 6 ] Schwieriger schon ist eine solche Sache mit Bezug auf das Verhältnis von Ursache und Wirkung einzusehen, wenn man es mit Dingen zu tun hat, die mit der geistigen Welt zusammenhängen. So muß man sagen: In einem solchen Falle wie in dem Falle dieses Kindes, das wirklich durch so außerordentliche Umstände — die noch durch manches andere außerordentlich waren — seinen Tod findet, hat man von einem höheren Gesichtspunkte aus nicht daran zu denken, daß nun dieses geschehen sei: daß der Möbelwagen gekommen und umgefallen und das Kind zufällig unter den Wagen geraten ist; daß also der Wagen die Ursache für den Tod des Kindes sei. Vielmehr wird man in einem solchen Falle geisteswissenschaftlich in einer richtigen Weise denken, daß des Kindes Karma abgelaufen war, und daß im Grunde der Wagen an jene Stelle hingefahren ist, weil das Kind seinen Tod finden sollte; daß also der Wagen nur die äußeren Bedingungen herbeigeführt hat, um den Tod, der im Karma vorgezeichnet war, dem Kinde zu geben. Trivial könnte man sagen: Dasjenige, was des Kindes höheres Selbst ist, das durch die Pforte des Todes gehen wollte, habe sich die ganze Situation, die ganzen Geschehnisse, so bestellt. Gewiß wird es für den Menschen, der im Sinne unserer Zeit denkt, etwas ganz Wahnwitziges haben, von einer solchen Idee zu hören. Geisteswissenschaft muß uns eben zeigen, wie manches, was die materialistisch gesinnten Menschen der Gegenwart als wahnwitzig ansehen, gerade der Wahrheit entspricht.
[ 6 ] It is more difficult to understand such a matter in terms of cause and effect when dealing with things related to the spiritual world. Thus one must say: In a case such as that of this child, who truly met his death through such extraordinary circumstances—circumstances that were extraordinary in many other ways as well—one must not, from a higher perspective, think that this is what happened: that the moving truck came and overturned and the child happened to end up under the truck; that, in other words, the truck was the cause of the child’s death. Rather, from a perspective of Spiritual Science, one will think correctly in such a case that the child’s karma had run its course, and that, fundamentally, the truck drove to that spot because the child was meant to meet his death; that the truck thus merely brought about the external conditions to bring about the death that was predestined in the child’s karma. To put it simply, one might say: that which is the child’s higher self, which wished to pass through the gate of death, arranged the entire situation and all the events in this way. Certainly, for a person who thinks in the spirit of our time, hearing such an idea will seem utterly absurd. Spiritual Science must show us how many things that materialistically minded people of the present regard as absurd actually correspond to the truth.
[ 7 ] Was bedeutungsvoll ist, ist aber, daß nunmehr gerade in diesem Falle der Ätherleib eines siebenjährigen Kindes sich losgetrennt hat von der Individualität des Kindes, von dem, was dann in Verbindung mit Ich und Astralleib weiter durch die geistigen Welten geht. Es soll jetzt nicht meine Aufgabe sein, davon zu sprechen, welches der weitere Lebensfortgang dieser Individualität des kleinen Theodor Faiß ist, sondern meine Aufgabe ist es vielmehr, aufmerksam zu machen darauf, daß der Ätherleib ja in diesem Falle ein solcher war, der nur sieben Jahre das physische Leben mit Lebenskräften versorgt hat; aber Kräfte hat er in sich gehabt, um ein ganzes langes Leben zwischen Geburt und Tod mit Lebenskräften zu versorgen. Diese Kräfte, die bleiben im Ätherleib. Und das Bedeutungsvolle ist, daß derjenige, der seit jenem Tode des kleinen Theodor Faiß in irgendeiner geistigen Beziehung mit dem Bau zu tun hatte, den wir in Dornach der Geisteswissenschaft errichten sollen, nunmehr wissen kann, was aus dem Ätherleib des kleinen Theodor Faiß geworden ist. Bei diesem Bau ist ja so mancherlei zu leisten. Wir werden gleich noch einiges von dem sprechen, was heute in bezug auf Inspirationen aus der geistigen Welt herunterzuholen ist. Man braucht helfende Kräfte, wenn all dasjenige, was daraus der geistigen Welt geholt werden soll, wirklich herunterkommen soll. Und da zeigt sich, daß in der Tat seit dem Tode des kleinen Theodor Faiß von dem vergrößerten Ätherleib dieses Kindes — bis in weitem Umkreis — unser Dornacher Bau wie von einer Aura eingehüllt ist. Es ist möglich, wirklich zu bestimmen, wie weit diese Einhüllung geht
[ 7 ] What is significant, however, is that in this particular case the etheric body of a seven-year-old child has separated from the child’s individuality—from that which then continues on through the spiritual worlds in connection with the ego and the astral body. It is not my task now to speak of the further course of life for this individuality of little Theodor Faiß, but rather my task is to draw attention to the fact that the etheric body in this case was one that supplied the physical life with life forces for only seven years; yet it possessed within itself the power to supply a whole long life between birth and death with life forces. These forces remain in the etheric body. And what is significant is that anyone who, since the death of little Theodor Faiß, has had any spiritual connection with the building we are to erect in Dornach for Spiritual Science, can now know what has become of little Theodor Faiß’s etheric body. There is, after all, much to be accomplished in connection with this building. We will speak shortly of some of what can be brought down today in terms of inspirations from the spiritual world. We need helping forces if all that is to be drawn from the spiritual world is truly to come down. And it becomes evident that, in fact, since the death of little Theodor Faiß, our Dornach building has been enveloped—as if by an aura—by the expanded etheric body of this child, extending far into the surrounding area. It is possible to determine exactly how far this envelopment extends


[ 8 ] Wenn Sie den Dornacher Bau sehen werden — diejenigen, die ihn schon gesehen haben, wissen es —, es ist ein Doppelrundbau (siehe Zeichnung). Hier haben wir ein Heizhaus, in einer besonderen Art nach Grundsätzen der Geisteswissenschaft angelegt, und hier haben wir dann ein anderes Haus angelegt, wo die Glasfenster für den Bau geschliffen werden. Nur nebenbei will ich erwähnen, daß etwa hier das sogenannte «Haus Hansi» ist — das ist das Haus, in dem wir wohnen. Nun ist es merkwürdig, daß bis hier, gegen den Wald hinauf, dann gerade an dem Heizhaus vorbei, mitten durchschneidend diesen Bau, wo die Fenster geschliffen werden, und hier an diesem Haus vorbei, Haus Hansi, dieses nicht einschließend, diese Aura des kleinen Theodor Faiß einhüllt den ganzen Bau. So daß man in der Tat, wenn man den Bau betritt, diese Ätheraura betritt.
[ 8 ] When you see the Dornach building—those who have already seen it know this—it is a double circular structure (see drawing). Here we have a boiler house, designed in a special way according to the principles of Spiritual Science, and here we have built another building where the glass windows for the structure are cut. Just as an aside, I’d like to mention that the so-called “Hansi House” is located roughly here—that is the house where we live. Now it is remarkable that all the way up here, toward the forest, then right past the boiler house, cutting straight through this building where the windows are cut, and here past this house, Haus Hansi—without enclosing it—this aura of little Theodor Faiß envelops the entire building. So that in fact, when one enters the building, one enters this etheric aura.
[ 9 ] Worauf ich öfter aufmerksam machte, das ist, daß sich ja der Ätherleib vergrößert, wenn er vom physischen Leibe frei wird. Daher braucht es uns nicht zu erstaunen, daß uns dieser Ätherleib in einer solchen Vergrößerung erscheint. Und in diesem Ätherleib sind die Vermittlerkräfte, durch die man gewisse Eindrücke aus der geistigen Welt findet, die man braucht, um sie in den Formen und der künstlerischen Ausgestaltung des Baues zu verwenden. Und derjenige, der für den Bau zu arbeiten hat, weiß, was er dieser Ätheraura verdankt. Niemals werde ich anstehen zu bekennen, daß die Arbeit seit dem Tode dieses kleinen Theodor Faiß mir dadurch möglich gemacht ist, daß Vermittlerkräfte für die Inspirationen in diesem über dem Bau ausgebreiteten Ätherleibe des Knaben gegeben sind. Es wäre viel leichter, eine solche Sache gar nicht zu erwähnen. Man könnte ja prunken damit, daß man solche Vermittlerkräfte nicht brauche. Aber es handelt sich nicht um solche Dinge, sondern darum, die Wahrheit zu erkennen.
[ 9 ] As I have often pointed out, the etheric body expands when it is freed from the physical body. Therefore, we should not be surprised that this etheric body appears to us in such an enlarged form. And within this etheric body are the mediating forces through which one finds certain impressions from the spiritual world that are needed to be used in the forms and artistic design of the building. And the one who has to work on the building knows what he owes to this etheric aura. I will never hesitate to admit that the work since the death of this little Theodor Faiß has been made possible for me by the fact that mediating forces for inspiration are present in the boy’s etheric body, which is spread out over the building. It would be much easier not to mention such a thing at all. One could, of course, boast that one has no need of such mediating forces. But this is not about such things; rather, it is about recognizing the truth.
[ 10 ] Wenn wir diese eben geschilderten Tatsachen uns vor die Augen führen, dann bekommen wir einen Eindruck davon, wie es mit einem Ätherleib ist, der sich von einem Menschenleben trennen muß, wenn dieses Leben in jugendlichem Alter mit dem Tode abgeschlossen wird. Nun ist es wichtig, zu berücksichtigen, daß uns eines Menschen Ätherleib nicht bloß etwa wie ein nebelartiges Gebilde bleibt, in das der physische Leib eingebettet ist. Erkennen wir ja auch einen physischen Menschenleib nicht dadurch, daß wir ihn bloß wie eine Masse von Muskeln und Knochen und so weiter beschreiben, sondern dadurch, daß wir ihn erkennen, wie er gewissermaßen wie eine Art Tempel der Gottheit, wie ein Mikrokosmos dasteht. Was am physischen Leibe ist, erkennen wir nur dann im rechten Sinne, wenn wir uns bewußt werden, daß die Formen, in die er geprägt ist, wirklich aus dem ganzen Weltenall herausgenommen sind, daß der Mensch ein Wundergebilde ist mit Bezug auf seinen physischen Leib. Wer die Gefühle empfinden kann, welche ausgesprochen sind in dem ersten Gespräch des zweiten Mysteriendramas «Prüfung der Seele», wird sich eine Vorstellung machen können davon, wie ein einzelner Mensch in bezug auf seinen physischen Leib durch alle möglichen Hierarchien in dieses sein physisches Dasein gestellt ist; wie eine ganze Götterwelt es als ihr Ziel ansieht, diesen Menschen in das physische Dasein hineinzustellen. Nun lernen wir so recht kennen, welche Bedeutung dieser physische Leib hat, wenn wir die Beobachtung der hellsichtigen Erkenntnis ein wenig ins Auge fassen.
[ 10 ] When we consider the facts just described, we gain an impression of what happens to an etheric body that must separate from a human life when that life is cut short by death at a young age. Now it is important to bear in mind that a human being’s etheric body is not merely a mist-like formation in which the physical body is embedded. After all, we do not recognize a physical human body by merely describing it as a mass of muscles and bones and so on, but by recognizing it as standing, so to speak, as a kind of temple of the deity, as a microcosm. We can only truly recognize what is in the physical body when we become aware that the forms into which it is shaped are truly drawn from the entire universe, that the human being is a miraculous creation in relation to their physical body. Anyone who can feel the sentiments expressed in the first dialogue of the second Mystery Drama, “The Trial of the Soul,” will be able to form a mental image of how a single human being, in relation to his physical body, is placed into this physical existence through all manner of hierarchies; how a whole world of gods regards it as their goal to place this human being into physical existence. Now we truly come to understand the significance of this physical body when we consider the insights of clairvoyant perception.


[ 11 ] Das hellsichtige Erkennen ist ja das Erkennen, das dadurch zustande kommt, daß der Mensch sein Geistig-Seelisches aus seinem Physisch-Leiblichen herauszieht und daß er dann bewußt und wahrnehmend werden kann außerhalb seines Leibes im Geistig-Seelischen. Und es ist im Grunde in bezug auf alles Äußere kein Unterschied zwischen dem Menschen, der hellsichtig wahrnehmend ist, und dem schlafenden Menschen, der auch sein Geistig-Seelisches aus dem Physisch-Leiblichen herausgezogen hat. Dadurch, daß das hellsichtige Bewußtsein außerhalb des physischen Leibes wahrnehmen kann, kann es sich aber eine Vorstellung davon machen, was mit dem Menschen geschieht, wenn er im schlafenden Zustand ist. Zur Erleichterung nur sei diese schematische Zeichnung gemacht. Nehmen wir an, dieses sei das Physisch-Leibliche und dieses das Geistig-Seelische beim schlafenden Menschen. Beim wachenden Menschen ist natürlich das GeistigSeelische im Physisch-Leiblichen darinnen; wir stellen uns also einmal den Menschen in seinem schlafenden Zustand vor. Da liegt der physische Leib und der Ätherleib im Bette, sie enthalten nicht den Astralleib und das Ich, wie sie diese im Wachen enthalten. Aber man möchte sagen, dasjenige, was der Astralleib und das Ich im physischen Leibe während des Wachens vollbringen, wird nicht ganz eingestellt im Schlafe. Für all dasjenige, was der Mensch zunächst wahrnehmen kann, ist ja der im Bette liegende Mensch wie entseelt daliegend. Für das hellsichtige Bewußtsein ist dieser physische Mensch und dieser Ätherleib, der im Bette liegt, aber nicht wie entseelt daliegend. Der Hellseher muß etwas ganz anderes sagen von diesem schlafenden physischen und Äthermenschen. Er muß sagen: Während des ganzen Tages ist die Gegend der Erde, auf welcher jetzt die Menschen schlafen, von der Sonne beschienen worden. Jetzt ist Nacht. Ich rede von den normalen Verhältnissen, wenn man in der Nacht schläft und bei Tage wacht, nicht von den heutigen großstädtischen oder größtstädtischen Verhältnissen. Finsternis breitet sich über die Gegend aus, über welche bei Tag die Sonne geschienen hat. Merkwürdig, da merkt man: die Erde als Wesen beginnt zu denken und die Organe, durch welche die Erde denkt, das sind diese schlafenden Menschenleiber.
[ 11 ] Clairvoyant perception is, after all, the kind of perception that arises when a person withdraws their spiritual-soul aspect from their physical body and is then able to become conscious and perceptive outside their body in the spiritual-soul realm. And in essence, with regard to everything external, there is no difference between the clairvoyant person and the sleeping person, who has also withdrawn their spiritual-soul aspect from the physical-bodily aspect. However, because the clairvoyant consciousness can perceive outside the physical body, it can form a mental image of what happens to a person when they are in a sleeping state. For the sake of clarity, let us make this schematic drawing. Let us assume that this represents the physical body and this the spiritual-soul aspect in the sleeping human being. In the waking human being, of course, the spiritual-soul aspect is contained within the physical-bodily aspect; so let us imagine the human being in his sleeping state. There lies the physical body and the etheric body in bed; they do not contain the astral body and the ego, as they do when awake. But one might say that what the astral body and the ego accomplish in the physical body during wakefulness is not entirely suspended in sleep. For all that a person can initially perceive, the person lying in bed does indeed appear to be lying there as if soulless. To the clairvoyant consciousness, however, this physical human being and this etheric body lying in bed do not appear as if they were lying there soulless. The clairvoyant must say something quite different about this sleeping physical and etheric human being. He must say: Throughout the day, the part of the Earth where people are now sleeping has been bathed in sunlight. Now it is night. I am speaking of normal conditions, when one sleeps at night and is awake during the day, not of today’s conditions in large cities or metropolises. Darkness spreads over the region upon which the sun shone during the day. It is remarkable; one realizes: the Earth as a being begins to think, and the organs through which the Earth thinks are these sleeping human bodies.
[ 12 ] Wie die Menschen selbst durch ihr Gehirn denken, so denkt die Erde durch diese schlafenden Menschenleiber. Immer nimmt sie bei Tage wahr — und das Wahrnehmen besteht in dem Von-der-Sonne-Beschienenwerden aus dem Weltenraum heraus, das ist Wahrnehmung der Erde — und in der Nacht verarbeitet sie in Gedanken das, was sie wahrgenommen hat. Die Erde denkt, sagt der Hellseher, und sie denkt dadurch, daß sie sich der schlafenden Menschen bedient. Jeder schlafende Mensch wird gewissermaßen ein Gehirnmolekül der Erde. Es ist unser physischer Leib so eingerichtet, daß er, wenn wir ihn selbst nicht gebrauchen, dazu dienen kann, daß die Erde durch ihn zu denken vermag.
[ 12 ] Just as human beings think through their own brains, so does the Earth think through these sleeping human bodies. By day, it is always perceiving—and this perception consists of being illuminated by the sun from outer space; that is the Earth’s perception—and by night, it processes in thought what it has perceived. The Earth thinks, says the clairvoyant, and it thinks by making use of sleeping human beings. Every sleeping human being becomes, so to speak, a brain molecule of the Earth. Our physical body is designed in such a way that, when we are not using it ourselves, it can serve to enable the Earth to think through it.
[ 13 ] Aber so wie die Erde durch den physischen Leib denkt, so imaginiert sie — Sie wissen ja, was imaginative Erkenntnis ist —, so imaginiert sie alles dasjenige, was auf der Erde selbst nicht irdisch ist, was zu der Erde gehört aus dem ganzen Kosmos. Das imaginiert sie im Ätherleib. Im schlafenden physischen Leib des Menschen erkennt man Gehirnteile der Erde, und im Ätherleib des Menschen, wenn er schläft, erkennt man ein Imaginieren desjenigen Weltenalls, das zunächst zur Erde gehört. Da spielt in wunderbaren Bildern in den Ätherleib all das herein, was aus der Ätherwelt der Erde als Kräfte zufließen muß, damit die Geschehnisse dieser Erde sich abspielen können. So wahr der Mensch als physischer Mensch zur Erde gehört, so wahr gehört er als Äthermensch den Himmeln an. Und nur deshalb können wir unseren physischen Leib für uns selbst als Denkorgan gebrauchen, weil er zum Denken geschaffen ist, weil ihn sozusagen die Erde während des Wachens abgibt. Auch nur deshalb können wir unseren Ätherleib so gebrauchen, daß er uns die Lebenskräfte gibt, weil uns ihn die Himmel abgeben während des Wachens, und weil die Kräfte der Imagination der Himmel während des Wachens in uns in Lebenskräfte verwandelt werden. So daß wir von unserem Ätherleib nicht bloß wie von einem Nebelgebilde sprechen wollen, sondern davon, daß er in sich ein die Himmel spiegelndes, mikrokosmisches Gebilde ist.
[ 13 ] But just as the Earth thinks through the physical body, so it imagines—you know, of course, what imaginative knowledge is—so it imagines everything that is not earthly on the Earth itself, everything that belongs to the Earth from the entire cosmos. It imagines this in the etheric body. In the sleeping physical body of the human being, one recognizes parts of the Earth’s brain, and in the human being’s etheric body, when he sleeps, one recognizes an imagination of that part of the universe that primarily belongs to the Earth. There, in wonderful images, everything that must flow in from the Earth’s etheric world as forces so that the events of this Earth can unfold plays itself out in the etheric body. Just as the human being, as a physical being, belongs to the Earth, so too does the human being, as an etheric being, belong to the heavens. And it is only for this reason that we can use our physical body as an organ of thought, because it is created for thinking, because, so to speak, the Earth yields it to us while we are awake. It is also only for this reason that we can use our etheric body in such a way that it gives us the life forces, because the heavens yield it to us while we are awake, and because the forces of the heavens’ imagination are transformed into life forces within us while we are awake. So that we should not speak of our etheric body merely as a mist-like formation, but rather as a microcosmic formation that mirrors the heavens within itself.
[ 14 ] Als besonders vollkommenes Gebilde wird uns unser Ätherleib bei unserer Geburt übergeben. Bei unserer Geburt ist unser Ätherleib so, daß er innerlich erglitzert und erglänzt von lauter Imaginationen, die aus dem großen Weltenall zu ihm kommen. Er ist eine herrliche Abspiegelung des Weltenalls. Und dasjenige, was sich der Mensch erwerben kann während seines Lebens an Erziehung, an Wissen, an Willens- und Gemütskräften, indem er alt wird zwischen Geburt und Tod, das wird aus diesem Ätherleib herausgeholt. Die kosmischen Himmelskräfte übergeben uns das, was sie uns zu übergeben haben, während des Lebens zwischen Geburt und Tod. Deshalb sind wir als Äthermenschen wiederum jung, wenn wir ein ganz normales Leben zwischen Geburt und Tod durchlaufen haben, weil wir dann alles aus diesem Ätherleib herausgesogen haben. Geht aber ein solcher Ätherleib durch die Pforte des Todes, der einem jugendlichen Leibe angehört, dann ist noch viel, viel unverbrauchtes Himmelslicht in ihm. Daher wird er zu einem Vermittler solcher Kräfte, wie ich erzählt habe. Ganz abgesehen davon, was aus der Individualität einer solchen Menschenseele wird, wie die, von der vorher die Rede war, wird aus dem Ätherleib etwas wie eine Gabe der Himmel, eine Gabe der geistigen Welten. Daher kann dieser Ätherleib in dem geschilderten Sinne inspirierend wirken.
[ 14 ] Our etheric body is given to us at birth as a particularly perfect form. At birth, our etheric body is such that it sparkles and glows from within with pure imaginations that come to it from the vast universe. It is a magnificent reflection of the universe. And whatever a human being can acquire during their life in terms of education, knowledge, and the powers of will and emotion—as they grow old between birth and death—is drawn from this etheric body. The cosmic heavenly forces bestow upon us what they have to bestow during the life between birth and death. That is why, as etheric beings, we are young again after having lived a completely normal life between birth and death, because we have then drawn everything out of this etheric body. But when such an etheric body, belonging to a youthful physical body, passes through the gate of death, there is still much, much unused heavenly light within it. Thus it becomes a mediator of such forces as I have described. Quite apart from what becomes of the individuality of such a human soul, such as the one mentioned earlier, the etheric body becomes something like a gift from the heavens, a gift from the spiritual worlds. Therefore, this etheric body can have an inspiring effect in the sense described.
[ 15 ] Es würde viel zu weit führen, von dem eigentümlichen Karma zu sprechen, das eine solche Menschenseele hat, die in der Lage ist, eben ein solches Opfer zu bringen. Denn das kann nicht künstlich herbeigeführt werden, sondern es muß mit dem ganzen Karma eines solchen Menschen zusammenhängen, der ein Opfer zu bringen hat, der irgend etwas zu tun hat, das im geistigen Weltenprozeß der Menschheit eine Rolle zu spielen berufen ist, wie es ja gewollt wird für diesen unseren Dornacher Bau, der unsere geisteswissenschaftlichen Bestrebungen umschließen soll.
[ 15 ] It would take us far too far afield to speak of the peculiar karma possessed by a human soul capable of making such a sacrifice. For this cannot be artificially brought about, but must be connected with the entire karma of such a person who has a sacrifice to make, who has a task to perform that is destined to play a role in the spiritual world process of humanity, as is indeed intended for this building of ours in Dornach, which is to encompass our endeavors in Spiritual Science.
[ 16 ] Nun aber bedenken Sie, daß wir einer Zeit entgegengehen, in welcher viele, viele solche Ätherleiber, wenn auch nicht aus solch jugendlichem Menschenalter heraus, aber doch aus jugendlichem Menschenleben heraus, in der geistigen Atmosphäre sein werden. Diejenigen, die auf den blutigen Schlachtfeldern durch die Pforte des Todes gegangen sind, sie gehen ja alle in einer andern Weise durch die Pforte des Todes als derjenige, der in seinem Bette oder durch einen gewöhnlichen Unglücksfall durch die Pforte des Todes geht. Sie gehen in einer gewissen Weise so durch die Pforte des Todes, daß sie mit ihrem Tode rechnen, wenn auch mehr oder weniger im Unterbewußten — der Astralleib rechnet in einer gewissen Weise mit dem Tode. Und von einem Opfer bei diesem Tode kann man ja immer sprechen. Alle die Ätherleiber, die auf diese Weise von jugendlichen Menschen in die geistige Welt hinaufgehen, werden unverbrauchte Kräfte haben. Und eine Periode der Menschheitsentwickelung steht vor uns, in welcher Menschenseelen bewußt hinaufschauen können in die geistige Welt und sich sagen können: Eine Zeit ist vergangen, die viele, viele unverbrauchte Ätherleiber in die geistige Welt hinaufgeschickt hat. Und in diesen unverbrauchten Ätherleibern sind Kräfte enthalten, Kräfte, von denen wit geisteswissenschaftlich schon heute sagen können, welche Bedeutung sie für die Entwickelung der Menschheit haben werden.
[ 16 ] But now consider that we are heading toward a time when many, many such etheric bodies—if not from such a youthful human age, then at least from a youthful human life—will be present in the spiritual atmosphere. Those who have passed through the gate of death on the bloody battlefields—they all pass through the gate of death in a different way than those who pass through it in their beds or through an ordinary accident. In a certain sense, they pass through the gate of death in such a way that they anticipate their death, albeit more or less in the subconscious—the astral body anticipates death in a certain way. And one can always speak of a sacrifice in this death. All the etheric bodies that ascend in this way from young people into the spiritual world will possess unused forces. And a period of human development lies before us in which human souls can consciously look up into the spiritual world and say to themselves: A time has passed that has sent many, many unused etheric bodies up into the spiritual world. And these unspent etheric bodies contain forces—forces about which we can already say today, from a perspective of Spiritual Science, what significance they will have for the development of humanity.
[ 17 ] Wenn man so etwas erörtert, muß man ausdrücklich daraufaufmerksam machen, daß das, was zu sagen ist über diese Sache, nicht etwa von jedem Kriege, der in der Entwickelung der Menschen auf Erden stattgefunden hat, gilt. Was geistig geschieht und durch die Geisteswissenschaft betrachtet werden soll, liegt nicht so einfach, wie es sich die Naturwissenschaft macht. Andere Kriege der früheren Zeiten erforderten, daß eben anders über sie gesprochen werde. Dasjenige, was ich zu sagen habe, gilt von den gegenwärtigen schicksaltragenden Zeiten. Denken Sie einmal das Folgende: Bei verschiedenen Anlässen, bei verschiedenen Gelegenheiten hat betont werden müssen, daß es nicht einer Willkür entspringt, wenn wir heute Geisteswissenschaft treiben, sondern daß es wirklich im Entwickelungsprozeß der Menschheit liegt, daß die Menschen allmählich bekanntwerden mit der Geisteswissenschaft. Wir wissen ja, wie eine jede Epoche der Erdenentwickelung der Menschheit eine bestimmte Aufgabe hat. Aus verschiedenen Zyklen können wir das entnehmen. Und erkennen können wir, daß das Heil der künftigen, der nächstkünftigen Entwickelung der Menschheit nur erblühen kann, wenn wirklich das, was durch die Geisteswissenschaft geoffenbart werden kann, geistiges Eigentum einer größeren und immer größeren Anzahl von Seelen werde.
[ 17 ] When discussing such matters, one must explicitly point out that what is to be said about this issue does not apply to every war that has taken place in the course of human development on Earth. What occurs in the spiritual realm and is to be examined through Spiritual Science is not as straightforward as it is in the natural sciences. Other wars of earlier times required that they be discussed differently. What I have to say applies to the present fateful times. Consider the following: On various occasions, it has had to be emphasized that our pursuit of Spiritual Science today does not arise from mere caprice, but that it is truly part of the process of human development for people to gradually become acquainted with Spiritual Science. We know, after all, that every epoch of humanity’s earthly development has a specific task. We can glean this from various cycles. And we can recognize that the salvation of humanity’s future, its immediate future development, can only flourish if what can be revealed through Spiritual Science truly becomes the spiritual property of a larger and ever-larger number of souls.
[ 18 ] Aber nun bedenken Sie einmal, die Sie ja zum größten Teil wohl alle von einem herzlichen Enthusiasmus für die Geisteswissenschaft getragen sein werden, bedenken Sie, welche Schwierigkeiten obwalten mit Bezug auf die Ausbreitung der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten in der Gegenwart. Bedenken Sie, wie die Menschen draußen in der Welt diesen geisteswissenschaftlichen Wahrheiten widerstreben. Bedenken Sie, wie diese Wahrheiten verlästert werden, wie die Menschen sie als wahnsinnig, als verdreht, als verrückt, als Phantasterei ansehen. Es könnten ja wirklich eindringliche Beispiele gesagt werden, aber alle Beispiele würden doch nur ein kleiner Teil dessen sein, was im Grunde jeder empfinden kann, wenn er für Geisteswissenschaft begeistert ist und sich der Welt gegenüber sieht, von der er so gerne hätte, daß sie die Geisteswissenschaft aufnehmen würde — und die sie heute so wenig aufnimmt. Der Geisteswissenschafter selbst darf sich nun das Folgende sagen: Dasjenige, was mit den bloßen Erdenkräften der Menschheit erreicht werden soll, erscheint mit Bezug auf das, was Geisteswissenschaft für eine Aufgabe hat, schwach, recht schwach zu sein. Aber da werden in einer nächstkünftigen Epoche die unverbrauchten Ätherleiber derjenigen sein, die Seele und Leben durch die Pforte des Todes auf den Feldern der Ereignisse in unserer Zeit haben tragen müssen, und die ätherischen Leiber mit ihren unverbrauchten Kräften, sie werden inspirierende Kräfte, helfende Kräfte in der nächstkünftigen Zeit sein können. Und wir brauchen uns nur — jetzt nicht verstandesgemäß theoretisch, aber herzlich gemütvoll — die Gesinnung anzueignen, hinaufzusehen zu den himmlischen Ätherleibern derer, die in frühem Jugendleben durch die Pforte des Todes in unserer schicksaltragenden Zeit gegangen sind, und brauchen gewissermaßen nur in betender Stimmung unsere Seelen hinaufzuwenden zu diesen Ätherleibern, und diejenigen, welche von Geisteswissenschaft begeistert sind, brauchen nur ihre Seelen hinaufzuwenden zu diesen Kräften — und sie werden Hilfe haben von diesen Ätherleibern. So daß, wenn inbrünstiges geistiges Zusammenleben mit diesen Ätherleibern durch echtes Durchdrungensein mit geisteswissenschaftlicher Gesinnung möglich sein wird, unter den mancherlei Früchten, die im Schoße unserer schicksalschweren Zeit sind, auch diese zu finden sein werden, daß in die Seelen der geisteswissenschaftlich begeisterten Menschen der Zukunft dasjenige einströmen wird, was in den Kräften der jugendlich hingeopferten Ätherleiber unserer schicksalbewegten Zeit liegt. Durch die Seelen derer, die im physischen Leibe in der nächsten Zukunft leben, werden strömen können, wenn diese Seelen von der echten Gesinnung durchzogen sind, die Kräfte der also hingeopferten Ätherleiber. Und himmlische Kräfte, das heißt, Kräfte der geistigen Welt werden das sein! Und ganz andere Kräfte werden dann walten können in der Welt, um dasjenige, was in diese Welt kommen muß — geisteswissenschaftliche Gesinnung —, dieser Welt bringen zu können. Und wir müssen nur die Möglichkeit finden, uns zu dem, was jetzt geschieht, im Sinne der eben gegebenen Auseinandersetzung zu bekennen, dann werden diese schicksaltragenden Tage auch für denjenigen, der in der Geisteswissenschaft drinnensteht, eine tiefe, tiefe Bedeutung haben.
[ 18 ] But now consider this: since most of you are likely driven by a heartfelt enthusiasm for Spiritual Science, consider the difficulties that currently stand in the way of spreading the truths of Spiritual Science. Consider how people out in the world resist these truths of Spiritual Science. Consider how these truths are slandered, how people regard them as insane, as twisted, as crazy, as fantasy. One could indeed cite some truly striking examples, but all such examples would still be only a small part of what anyone can essentially feel when they are enthusiastic about Spiritual Science and face the world—a world they so dearly wish would embrace Spiritual Science—yet which embraces it so little today. The spiritual scientist himself may now say to himself: What is to be achieved through the mere earthly powers of humanity appears, in relation to the task of Spiritual Science, to be weak, quite weak. But in a future epoch there will be the unspent etheric bodies of those who have had to carry soul and life through the gate of death into the fields of events in our time, and these etheric bodies, with their unspent powers, will be able to become inspiring forces, helping forces in the time to come. And we need only—not now in a theoretical, intellectual way, but with heartfelt warmth—to adopt the attitude of looking up to the heavenly etheric bodies of those who, in the early years of their youth, passed through the gate of death in our fateful time, and need, as it were, only to turn our souls upward in a prayerful mood toward these etheric bodies, and those who are inspired by Spiritual Science need only turn their souls upward toward these forces—and they will receive help from these etheric bodies. So that, when fervent spiritual communion with these etheric bodies becomes possible through a genuine permeation with a spiritual-scientific attitude, among the manifold fruits that lie in the bosom of our fateful time, there will also be this: that into the souls of the people who are enthusiastic about Spiritual Science will flow that which lies in the forces of the ethereal bodies sacrificed in their youth during our fateful times. Through the souls of those who will live in physical bodies in the near future, the forces of these thus sacrificed etheric bodies will be able to flow, provided these souls are imbued with the genuine spiritual attitude. And these will be heavenly forces—that is, forces of the spiritual world! And entirely different forces will then be able to prevail in the world, so as to bring into this world that which must come into it—a Spiritual Science attitude. And we need only find the way to commit ourselves to what is now happening, in the spirit of the discussion just given; then these fateful days will also have a profound, profound significance for those who are deeply immersed in Spiritual Science.
[ 19 ] Herrlich, haben wir gesagt, sind die imaginativen Gebilde, die im Ätherleibe des Menschen sind. Und doch sind sie anders, als sie wären, wenn sie nicht durch einen Ätherleib des Menschen gegangen wären. Aber auch auf diesem Felde gilt der Satz: Aus nichts wird nichts! — Das ist nicht ein absoluter Satz, aber auf diesem Felde gilt er. Dasjenige was durch eine Menschenseele, wenn sie durch die Geburt in das physische Dasein tritt, als Ätherleib hinzukommt, das versammelt also Kräfte der geistigen Welt, die während des physischen Lebens verbraucht werden. Diese Kräfte sind nicht aus dem Nichts, sie sind da in der geistigen Welt. Gewiß, man kann sie auch in der geistigen Welt finden, aber wenn man sie unmittelbar aus der geistigen Welt finden will, so ist es schwierig. Man muß viel größere Machtmittel aufwenden. Wenn sie aber einmal dutch einen physischen Menschen gegangen sind, der dann früh gestorben ist, und sich einem darstellen gleichsam mit dem, was sie in dem Durchgang durch den Menschen in sich haben, so ist es leichter, ihre Hilfe zu gebrauchen. Alle die Kräfte, die in diesem jungen Ätherleibe des kleinen Theodor Faiß sind, gewiß, sie wären auch sonst in der geistigen Welt, aber es wäre eine geistige Herkulesaufgabe, sie sonst herbeizuziehen. Dadurch, daß sie auf dem Umweg durch den Knaben herbeigekommen sind, ist das Sich-inspirieren-Lassen durch sie wesentlich erleichtert, ist anders geworden. Denken Sie dann, welch ungeheuer große Bedeutung für die ganze Fortentwickelung der Menschheit es hat, daß dieser Menschheit in der nächstkünftigen Zeit eine so große Menge von Ätherleibern mit noch unverbrauchten Kräften gegeben sein wird! Aber durch den Umstand, durch die Tatsache, daß diese, ich möchte immer wieder sagen, himmlischen Kräfte durch Menschen gegangen sind, befreiten sich diese Kräfte gewissermaßen aus den Gesetzen, innerhalb derer sie im Kosmos draußen stehen. Es ist unmöglich, daß im Kosmos diese Kräfte in einem üblen Sinne verwendet werden, die eben unmittelbar aus dem Kosmos geholt werden. Nehmen wir einmal an, alle die Menschen, die jetzt durch die kriegerischen Ereignisse oder durch andere Verhältnisse durch die Pforte des Todes gehen, sie würden, wenn der Krieg nicht gekommen wäre, nicht eine solche Summe von Ätherleibern liefern. Es würden natürlich alle diese Kräfte auch im Kosmos sein; dann würden sie aber von den Menschen nicht verwendet werden können, weil es zu schwierig wäre, sie zu verwenden. Auch deshalb würden sie nicht verwendet werden können, weil sie aufgebraucht würden in den Leben von den Menschen, die ihr normales Alter erreichten. Das ist ganz bedeutungsvoll, daß diese himmlischen Kräfte durch Menschenleiber durchgegangen sind. Dadurch werden sie gewissermaßen frei von dem gewöhnlichen Fortgang der Entwickelung. Und diese Freiheit macht, daß diese Kräfte allerdings auch verwendet werden können in anderer Weise als zum Heile der Menschheit.
[ 19 ] “How wonderful,” we have said, "are the imaginative forms that exist within the human etheric body. And yet they are different from what they would be if they had not passed through a human etheric body. But in this realm, too, the principle holds true: Nothing comes from nothing! — This is not an absolute statement, but it applies in this context. That which is added as an etheric body when a human soul enters physical existence through birth gathers forces from the spiritual world that are consumed during physical life. These forces do not come from nothing; they exist in the spiritual world. Certainly, one can also find them in the spiritual world, but if one wishes to find them directly from the spiritual world, it is difficult. One must employ much greater means of power. But once they have passed through a physical human being who then died young, and present themselves, as it were, with what they have within them from their passage through the human being, it is easier to make use of their help. All the forces that are in this young etheric body of little Theodor Faiß—certainly, they would also be in the spiritual world otherwise, but it would be a Herculean task to summon them otherwise. Because they have come about through the boy as a detour, allowing oneself to be inspired by them is made much easier; it has become different. Consider then what immense significance it has for the entire further development of humanity that in the time to come, humanity will be given such a great number of etheric bodies with forces that have not yet been exhausted! But by the circumstance, by the fact that these—I would say again and again—heavenly forces have passed through human beings, these forces have, so to speak, freed themselves from the laws within which they stand in the cosmos outside. It is impossible for these forces, which are drawn directly from the cosmos, to be used in a harmful sense within the cosmos. Let us suppose that all the people who are now passing through the gate of death due to the war or other circumstances would, had the war not come, not provide such a large number of etheric bodies. All these forces would, of course, also be in the cosmos; but then they could not be used by human beings, because it would be too difficult to use them. They also could not be utilized because they would be exhausted in the lives of people who reached their normal age. It is quite significant that these heavenly forces have passed through human bodies. Through this, they are, so to speak, freed from the ordinary course of development. And this freedom means that these forces can indeed also be used in ways other than for the benefit of humanity.
[ 20 ] Sie können auch in anderer Weise verwendet werden. Das Menschenleben muß sich im Lichte der Freiheit entwickeln. Nehmen wir einmal an, es würde Ahriman wirklich gelingen, den Gedanken der Menschen und die Vernunft der Menschen soweit zu verdunkeln, daß sie alle Geisteswissenschaft ablehnen würden. Dann würden diese Ätherleiber doch da sein, aber es wären keine geisteswissenschaftlich begeisterten Seelen da, die diese Kräfte in den Dienst des Erdenfortschrittes stellen. Da würden dann Luzifer oder Ahriman eingreifen können und würden entweder in die Welt hinein, die sich Luzifer, oder in die Welt hinein, die sich Ahriman aufbaut, diese Kräfte verwenden können. Bedenken Sie, daß etwas ungeheuer Bedeutungsvolles damit ausgesprochen ist! Ausgesprochen ist damit, daß es gewissermaßen in die Hand der Menschen gelegt ist, in welcher Weise die Kräfte, die durch Opfertode der Welt verliehen worden sind, dem Erdenprozeß einverleibt werden. Daß sie die Möglichkeit haben, das durch die Geisteswissenschaft Angefachte zu inspirieren, das wird diese Kräfte dem Fortschritt der Erdenentwickelung dienstbar machen. Sonst aber könnte es sein — wenn der Materialismus alle Geister ergreifen würde, oder wenn Nationalismus sich in einer rein leidenschaftlichen Weise ausbreiten würde —, daß Luzifer oder Ahriman diese Kräfte in ihren Dienst stellen würden; dann würde der Erdenfortschritt von diesen Kräften nichts haben können. Da geht einem, wenn man diese Zusammenhänge bedenkt, die ganze tiefe Bedeutung der Geisteswissenschaft für die menschliche Erdenentwickelung erst auf. Da lernt man erst sich sagen: Wie notwendig ist es, damit Opferkräfte im rechten Sinne in der Entwickelung verwertet werden, wie notwendig ist es, daß einzelne Menschen, die dazu imstande sind, ergriffen werden von dem, was als Gesinnung aus der Geisteswissenschaft hervorgehen kann! — Und zu etwas ungeheuer Heiligem wird diese Geisteswissenschaft, wenn man sie im Zusammenhange betrachtet mit dem geistigen Werdegang, wie er sich ausdrückt auch in unseren schicksaltragenden Tagen. Die Gesinnung, die uns aus der Geisteswissenschaft werden kann, wird dadurch zu etwas Gebetartigem, das sich zusammenfassen läßt in die Worte: Laß uns nur recht, o Weltengeist, durchdrungen sein von dieser geisteswissenschaftlichen Gesinnung, damit wir nicht verfehlen, das, was sein kann zu der Erde Heil und der Erde Fortschritt, Luzifer und Ahriman im rechten Sinne abzutrotzen!
[ 20 ] They can also be used in other ways. Human life must develop in the light of freedom. Let us suppose for a moment that Ahriman were truly to succeed in darkening people’s thoughts and reason to such an extent that they would reject Spiritual Science. Then these etheric bodies would still be there, but there would be no souls enthusiastic about Spiritual Science to place these forces in the service of earthly progress. Then Lucifer or Ahriman could intervene and would be able to use these forces either in the world that Lucifer is building or in the world that Ahriman is building. Consider that something of immense significance is being expressed here! What is being said is that it is, so to speak, placed in the hands of human beings to determine in what way the forces bestowed upon the world through sacrificial deaths are incorporated into the earthly process. The fact that they have the possibility to inspire what is kindled by Spiritual Science will make these forces subservient to the progress of earthly development. Otherwise, however—if materialism were to take hold of all minds, or if nationalism were to spread in a purely passionate manner—it could be that Lucifer or Ahriman would put these forces at their service; then earthly progress would be unable to benefit from these forces. It is only when one considers these connections that the full, profound significance of Spiritual Science for human development on Earth becomes clear. Only then does one learn to say to oneself: How necessary it is that sacrificial forces be utilized in the right sense in the course of development; how necessary it is that individual human beings capable of this be moved by what can emerge from Spiritual Science as a disposition! — And this Spiritual Science becomes something immensely sacred when one views it in connection with the spiritual course of development, as it is also expressed in our fateful times. The attitude that can arise in us from Spiritual Science thereby becomes something akin to a prayer, which can be summed up in the words: Let us, O World Spirit, be thoroughly imbued with this spiritual-scientific attitude, so that we may not fail to wrest from Lucifer and Ahriman, in the true sense, that which can be the salvation and progress of the Earth!
[ 21 ] Unser Bau, er soll wie ein Wahrzeichen für dasjenige dienen, was Geisteswissenschaft der Menschheit als Gesinnung werden soll. Daher ist er so eingerichtet, daß in seinen Formen künstlerisch zum Ausdruck kommt, was Geisteswissenschaft aus sich heraus geben kann. Ich müßte vieles sprechen, wenn ich Ihnen dasjenige, was in jede Einzelheit dieses Baues hineingelegt ist, auseinandersetzen wollte. Das alles werden Sie erfahren, wenn Sie im Laufe der Jahre den Bau besuchen werden, und die Dinge, die sich darin abspielen sollen, mitmachen werden. Nur von einem will ich heute sprechen im Zusammenhang mit dem, was ich eben auseinandergesetzt habe.
[ 21 ] Our building is intended to serve as a symbol of what Spiritual Science is meant to become for humanity as a way of thinking. That is why it is designed so that its forms artistically express what Spiritual Science is capable of conveying. I would have much to say if I were to explain to you everything that has been incorporated into every detail of this building. You will learn all of this as you visit the building over the years and participate in the activities that are to take place within it. Today I wish to speak of only one thing in connection with what I have just explained.
[ 22 ] An einer bedeutungsvollen Stelle des Baues, da wo er gegen Osten hin sich wendet, wird sich eine bildhauerische Gruppe befinden. In dieser bildhauerischen Gruppe soll insbesondere zum Ausdruck gebracht werden dasjenige, wovon das Bewußtsein unserer Zeit sich im rechten Maße durchdringen muß. Diese Gruppe wird, ganz abgesehen von dem, was dazukommen wird, im wesentlichen aus drei Figuren bestehen. Drei Wesenheiten werden in dieser Gruppe zum Ausdruck kommen. Es wird eine Art Felsen da sein. Dieser Felsen hat einen Vorsprung nach vorne, und in diesem Vorsprung ist eine Höhle. Auf dem Felsenvorsprung steht die Hauptfigur. Diese Hauptfigur, man wird sie nennen können, wie man will, aber man wird in ihr zu sehen haben den Repräsentanten des Erdenmenschen im höchsten Sinne des Wortes. Und will man in demjenigen Menschen, der drei Jahre seines Erdenlebens in sich die Christus-Wesenheit getragen hat, das Ideal des Erdenmenschen sehen, so wird man in dieser Hauptfigur auch den Christus sehen können. Aber das darf nicht so geschehen, daß man etwa vor diese Gruppe tritt mit dem Bewußtsein, das soll der Christus sein, sondern alles muß künstlerisch gefühlt werden. Das heißt, es darf nicht äußerlich symbolisch gedeutet werden, sondern alles muß aus den Formen selbst folgen.
[ 22 ] At a significant point in the building, where it turns toward the east, there will be a sculptural group. This sculptural group is intended to express, in particular, that which the consciousness of our time must be imbued with to the proper degree. This group will, quite apart from what will be added to it, essentially consist of three figures. Three entities will be expressed in this group. There will be a kind of rock there. This rock has a projection toward the front, and in this projection there is a cave. The main figure stands on the rock ledge. This main figure—one may call it whatever one wishes—but one must see in it the representative of the earthly human being in the highest sense of the word. And if one wishes to see in that human being, who carried the Christ-being within himself for three years of his earthly life, the ideal of the earthly human being, then one will also be able to see the Christ in this main figure. But this must not happen in such a way that one stands before this group with the conscious thought that this is supposed to be Christ; rather, everything must be felt artistically. That is to say, it must not be interpreted symbolically from the outside, but everything must follow from the forms themselves.
[ 23 ] Hier oben ist eine zweite Wesenheit. Diese Wesenheit hat hier ein menschenähnliches, ich kann nur sagen menschenähnliches Haupt. Das Haupt ist wirklich so, daß man sagen kann, ein menschliches Haupt erinnert an dieses Haupt. Denn dieser Kopf ist so gebildet, daß "mächtig ausgebildet ist die Schädelpartie, namentlich die Stirnpartie. Während beim Menschen diese Teile da oben verhältnismäßig unbeweglich sind, ist bei diesem Wesen alles beweglich. Alles ist seelischer Ausdruck. So wie der Mensch seine Hände bewegen kann mit den Fingern, aber nicht diese Partie hier, so kann diese Wesenheit hier oben alles bewegen. Und man sieht es der bildhauerischen Arbeit an, daß da oben alles beweglich ist. Sehr zurücktretend ist bei dieser Wesenheit die untere Partie des Gesichtes. Man möchte sagen, es wölbt sich die mächtige Schädelbildung über das zurücktretende Gesicht. Ich kann nur einzelne Teile besprechen, denn es ist jeder einzelne Strich an dieser Figur von einer großen Bedeutung. Dann ist aber das Eigentümliche, daß eine Verbindung zwischen dem, was beim Menschen zum Kehlkopf verkümmert ist, und dem Ohr bei dieser Gestalt besteht. Das, was als Kehlkopfläppchen darin ist, wölbt sich herauf und bildet den unteren Teil der Ohren. Der obere Teil wird durch die Stirnpartie gebildet. Auf der andern Seite schließen sich zwei an Vogelflügel erinnernde Gebilde an, zwischen denen dann ein Leib ausgebreitet ist, der so ist, wie wenn es ein umgestaltetes menschliches Antlitz im ganzen wäre. Flügel und Kehlkopf und Ohr sind in einem gebildet, so daß man erkennen wird: mit den Flügeln lebt das Wesen in der Sphärenharmonie drinnen, schwingt sich durch den Raum, durch die Wellen der Sphärenharmonie, und das lokalisiert sich im Ohr. Bei dem Menschen ist das alles verkümmert. Dadurch nun, daß der Menschheitsrepräsentant die linke Hand hier hinaufhebt, werden dieser Gestalt auf dem Felsen die Flügel gebrochen, und dadurch stürzt sie vom Felsen herunter. — Sie ahnen: mit dieser Gestalt, die da vom Felsen herunterstürzt, mit ihren gebrochenen Flügeln, ist Luzifer gemeint.
[ 23 ] Here above is a second being. This being has a human-like—I can only say human-like—head. The head is truly such that one could say a human head resembles this head. For this head is formed in such a way that “the skull region is powerfully developed, particularly the forehead region. Whereas in humans these parts up there are relatively immobile, in this being everything is movable. Everything is an expression of the soul. Just as a human can move their hands with their fingers, but not this part here, so this being can move everything up here. And you can see from the sculptural work that everything up there is movable. The lower part of the face is very recessed in this being. One might say that the powerful skull structure arches over the receding face. I can only discuss individual parts, for every single line on this figure is of great significance. But then the peculiar thing is that there is a connection between what has atrophied into the larynx in humans and the ear in this figure. What is there as the laryngeal folds bulges upward and forms the lower part of the ears. The upper part is formed by the forehead region. On the other side, two structures reminiscent of bird wings join, between which a body is spread out, which is as if it were a transformed human face as a whole. Wings, larynx, and ear are formed as one, so that one can recognize: with its wings, the being lives within the harmony of the spheres, soars through space, through the waves of the harmony of the spheres, and this is localized in the ear. In humans, all of this has atrophied. Now, as the representative of humanity raises his left hand here, the wings of this figure on the rock are broken, and as a result, it plunges down from the rock. — You can guess: this figure plunging down from the rock, with its broken wings, represents Lucifer.
[ 24 ] Hier unten, in der Höhle darin, befindet sich eine andere Gestalt. Sie hat nicht vogelähnliche Flügel, sondern sie hat fledermausähnliche Flügel, eine Art von drachen- oder wurmähnlichem Körper und ein Haupt, an das wiederum das menschliche Haupt erinnert. Aber alles das, was an Luzifer mächtige Stirnbildung ist, tritt an dieser unteren Gestalt ganz zurück, ist verkümmert. Die unteren Partien gegen den Mund zu, die sind mächtig ausgebildet bei dieser Gestalt. Und diese Gestalt ist umwickelt von dem, was in der Erde an Gold ist. Das Gold der Erde wird zu Fesseln, welche diese Gestalt dadrinnen anfesseln. Diese Gestalt krümmt sich unter der Wirkung, die von der heruntergehenden Hand des Menschheitsrepräsentanten, des Christus, ausgeht. Diese Gestalt da unten ist Ahriman, ist der durch das Gold der Erde gefesselte Ahriman.
[ 24 ] Down here, inside the cave, there is another figure. It does not have bird-like wings, but rather bat-like wings, a body resembling that of a dragon or a worm, and a head that, in turn, resembles a human head. But all that constitutes Lucifer’s powerful brow structure recedes entirely in this lower figure; it is stunted. The lower parts toward the mouth are powerfully developed in this figure. And this figure is wrapped in what is gold within the earth. The gold of the earth becomes chains that bind this figure within. This figure cringes under the effect emanating from the descending hand of the representative of humanity, Christ. This figure down there is Ahriman, the Ahriman bound by the gold of the earth.
[ 25 ] Mit dem, was ich jetzt eben gesagt habe, ist gewissermaßen die Idee des Ganzen gegeben. Aber mit dieser Idee hat man nur hingedeutet auf dasjenige, worum es sich handelt. Niemals wird es sich bei uns darum handeln, die Unart der alten Theosophen, die immer mit Symbolen gearbeitet haben, auch hier zu treiben, sondern es wird sich darum handeln, daß alles wirklich ins Künstlerische umgewandelt wird, was von der Geisteswissenschaft aus zu dem menschlichen Gefühl hintreibt. Daher darf man nicht sagen: diese Gestalten drücken das oder jenes aus —, sondern sie müssen durch dasjenige, was sie künstlerisch sind, durch das, was man in ihnen sieht, das sein, was das Verhältnis des Menschen, oder auch des Christus, zu Luzifer und Ahriman darstellt. Daher kann dies auch nicht mit den alten künstlerischen Mitteln zum Ausdruck kommen. Jede Fingerbewegung an den Händen, die Art und Weise wie die Hände gebildet werden, wird bedeutungsvoll sein, denn darin wird sich etwas Bedeutungsvolles ausdrücken müssen. Man könnte zunächst die Idee haben, daß der Christus die linke Hand hinaufhebt und durch das, was er will, ließe er Kräfte ausströmen, welche dem Luzifer die Flügel brechen, so daß dieser herunterfällt. Und durch die rechte heruntergesenkte Hand würden wieder Kräfte ausgeströmt, durch welche Ahriman gefesselt wird. Man hätte etwas ganz Falsches vorgestellt, wenn man sich dieses vorgestellt hätte.
[ 25 ] What I have just said essentially captures the idea of the whole. But this idea merely points to what is at stake. We will never be concerned here with repeating the bad habit of the old theosophists, who always worked with symbols; rather, our aim will be to ensure that everything which, from the perspective of Spiritual Science, appeals to human feeling is truly transformed into art. Therefore, one must not say: these figures express this or that—but they must, through what they are artistically, through what one sees in them, be what represents the relationship of the human being, or even of Christ, to Lucifer and Ahriman. Therefore, this cannot be expressed using the old artistic means. Every movement of the fingers on the hands, the way the hands are formed, will be significant, for something significant must be expressed therein. One might initially have the idea that Christ raises his left hand and, through his will, causes forces to flow forth that break Lucifer’s wings, so that he falls down. And through the right hand, lowered downward, forces would again flow forth, through which Ahriman is bound. One would have imagined something entirely wrong if one had created a mental image of this.
[ 26 ] Um das ganz Bedeutungsvolle, was in diesem liegt, auszuführen, möchte ich an etwas erinnern, was wirklich zu dem Größten gehört, was die Kunst bisher hervorgebracht hat: «Das jüngste Gericht» von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle in Rom. Da sieht man den Christus, wie er die Guten nach dem Himmel, die Bösen nach der Hölle fördert. Man sieht es dem Christus an, wie er die einen nach der guten Welt, die andern nach der schlimmen Welt fördert. Dieser Christus, wie er da dargestellt ist, ist fortan nicht der Christus, den wir erst in seiner wahren Wesenheit durch die Geisteswissenschaft begreifen sollen. Der Christus, der der wahre Christus ist, verdammt nicht, lobt nicht, indem er Zorn, oder indem er gewöhnliche Liebe anwendet, sondern durch das, was er ist, wirkt er. Luzifer werden nicht die Flügel gebrochen, sondern er bricht sie sich durch seine Seelenverfassung, indem er in die Nähe des Christus kommt. Und Ahriman, er fesselt sich selbst durch das, was in seiner Seele geschieht, indem er in die Nähe des Christus kommt. Daher muß die hinaufgehaltene und die hinuntergehaltene Hand alles, was nicht rein seiendes Mitgefühl mit der Welt ist, nicht haben. Der Luzifer dort oben, der kann nicht ertragen, seinerseits nicht ertragen, daß die Hand des Christus in seine Nähe kommt. Und durch das, was er dadurch in sich erlebt, bricht er sich die Flügel, nicht bricht der Christus sie ihm, er bricht sie sich selbst. Und ebenso ist es bei Ahriman. Michelangelo hat noch nicht verstanden, einen Christus zu bilden, wie er wirklich ist. Die Christus-Wesenheit ist so bedeutsam, das Verständnis derChristusWesenheit ist so schwierig, daß dies nur im Laufe der Zeit erreicht werden kann. Der Christus, der durch das, was er ist, die Wesen dazu bringt, daß sie sich selbst verdammen oder erlösen, der wird erst verstanden werden. Der Christus auf dem Bilde des Michelangelo hat noch etwas Luziferisch-Ahrimanisches, weil er durch seinen Zorn die Bösen in die Hölle, die Guten in den Himmel führt: da ist er engagiert mit seinen Leidenschaften. Der Christus hier steht unpersönlich da, und die Wesen verurteilen sich selbst, die in seine Nähe kommen.
[ 26 ] To elaborate on the profound significance of this, I would like to recall something that truly ranks among the greatest works art has ever produced: Michelangelo’s *The Last Judgment* in the Sistine Chapel in Rome. There one sees Christ guiding the good to heaven and the wicked to hell. One can see in Christ how he guides some to the good world and others to the evil world. This Christ, as he is depicted there, is not the Christ whom we are to understand in his true essence through Spiritual Science. The Christ who is the true Christ does not condemn or praise by employing wrath or ordinary love, but works through what he is. Lucifer’s wings are not broken; rather, he breaks them himself through his state of mind by coming into the presence of Christ. And Ahriman binds himself through what happens in his soul as he comes near to Christ. Therefore, the hand held aloft and the hand held down must be free of everything that is not pure, being-based compassion for the world. Lucifer up there cannot bear—he himself cannot bear—that the hand of Christ should come near him. And through what he thereby experiences within himself, he breaks his own wings; it is not Christ who breaks them for him, but he breaks them himself. And it is the same with Ahriman. Michelangelo has not yet understood how to form a Christ as he truly is. The Christ-being is so significant, the understanding of the Christ-being is so difficult, that this can only be achieved over time. The Christ, who through what he is causes beings to either condemn or redeem themselves, will only be understood then. The Christ in Michelangelo’s sculpture still has something Luciferic-Ahrimanic about him, because through his wrath he leads the wicked to hell and the good to heaven: there he is engaged with his passions. The Christ here stands there impersonally, and the beings who come near him condemn themselves.
[ 27 ] Sie sehen daraus, daß die Stellung des Menschen in der Welt, in der luziferische und ahrimanische Kräfte enthalten sind, an einer bedeutungsvollen Stelle unseres Baues zum Ausdruck kommen muß; daß Wesen ausgedrückt werden müssen, die nur in der geistigen Welt gefunden werden können. Aller Naturalismus der Kunst, alles das, wozu die Kunst gestrebt hat gerade in den letzten Zeiten, in denen die Menschen vom Materialismus ergriffen wurden, all das muß gerade überwunden werden durch diese Kunst, die hier gepflegt ist. Und etwas so völlig Neues muß, auch künstlerisch, durch Geisteswissenschaft in die Welt eintreten, daß überwunden wird auch ein Größtes, das bisher möglich war: die Christus-Gestalt des Michelangelo, in dem « Jüngsten Gericht».
[ 27 ] You can see from this that humanity’s place in the world, which contains both Luciferic and Ahrimanic forces, must be expressed in a significant part of our building; that beings must be expressed who can only be found in the spiritual world. All naturalism in art, everything toward which art has striven, especially in recent times when people have been gripped by materialism—all of this must be overcome precisely by this art that is cultivated here. And something so utterly new must enter the world through Spiritual Science—artistically as well—that even the greatest achievement possible until now will be surpassed: Michelangelo’s figure of Christ in the “Last Judgment.”
[ 28 ] Man darf solche Sachen aussprechen, wenn man auf der andern Seite wiederum all das betont, was nicht vergessen werden darf: daß selbstverständlich für all das unser Bau nur ein primitiver Anfang sein kann. Alles ist unvollkommen, alles ist elementar, alles ist nur ein Anfang, aber es soll der Anfang schon etwas völlig Neues sein. Daß alles unvollkommen ist, das kann selbstverständlich gewußt werden, aber hingewiesen werden muß auf etwas, was als Impuls in das ganze Menschenleben hineinkommen soll.
[ 28 ] One may speak of such things, provided that, on the other hand, one also emphasizes everything that must not be forgotten: that, of course, our project can be nothing more than a primitive beginning for all of this. Everything is imperfect, everything is elementary, everything is only a beginning, but this beginning should be something entirely new. That everything is imperfect can, of course, be known, but attention must be drawn to something that is to enter into the whole of human life as an impulse.
[ 29 ] Bedenken Sie nun, wie nahe es liegt, gleichgültig vorüberzugehen an einer Gabe des kosmischen Daseins, die da besteht in den unverbrauchten Menschen-Ätherleiberkräften. Bedenken Sie, wie diese Ätherleiberkräfte eine Beute Luzifers und Ahrimans werden könnten, wenn der Mensch nicht die Möglichkeit fände, sie in das Heil der Erdenentwickelung hineinzustellen. Da haben wir ein ungeheures Geheimnis unserer Erdenmenschheitsentwickelung berührt: das Geheimnis von der Beziehung des Christus-Impulses zu dem LuziferImpuls, zu dem Ahriman-Impuls. Und diese Beziehung des ChristusImpulses zu dem Luzifer-Impuls und dem Ahriman-Impuls wird immer mehr und mehr in der nächsten Zukunft durch die Menschheit verstanden werden können. Luzifer-Kräfte und Ahriman-Kräfte durchwalten die Welt, und der Mensch muß durch sein ChristusBewußtsein werden wie ein Wesen, das wie in einem Boote sitzt, das zwar immer in den Stürmen, die Luzifer und Ahriman erregen, schaukeln muß, das aber seinen Weg findet durch dasMeer, dessen lebendige Substanz aus Luzifer und Ahriman besteht, durch das aber der Mensch sein Christus-Boot dennoch hindurchtreibt.
[ 29 ] Consider now how easy it is to pass by indifferently a gift of cosmic existence that consists in the untapped forces of the human etheric body. Consider how these etheric body forces could become the prey of Lucifer and Ahriman if humanity were unable to find a way to channel them into the salvation of Earth’s evolution. Here we have touched upon an immense mystery of the evolution of humanity on Earth: the mystery of the relationship between the Christ impulse and the Lucifer impulse, and the Ahriman impulse. And this relationship of the Christ impulse to the Lucifer impulse and the Ahriman impulse will be increasingly understood by humanity in the near future. Luciferic forces and Ahrimanic forces rage through the world, and through his Christ consciousness, the human being must become like a being sitting in a boat that, though constantly tossed about in the storms stirred up by Lucifer and Ahriman, but which nevertheless finds its way through the sea whose living substance consists of Lucifer and Ahriman, through which, however, the human being nevertheless steers his Christ-boat.
[ 30 ] Nicht darum kommen wir in unseren Zweigen zusammen, daß wir dieses oder jenes theoretisch lernen, was uns Geisteswissenschaft enthüllen kann, sondern darum kommen wir zusammen, daß alles, was in unseren Seelen lebt, erfüllt wird von einer Gesinnung, die aus dieser Geisteswissenschaft erfließen kann. Nicht was wir denken aus der Geisteswissenschaft, sondern wie wir es denken, empfinden, fühlen und wollen, darauf kommt es an. Und ob das Kleinste oder das Größte, was wir in der Erdenentwickelung der Menschheit beobachten können, vor unser Seelenauge tritt, überall kann uns vor Augen treten, wie es für den Menschen der Zukunft notwendig ist, sich gerade mit dem bekanntzumachen, was die Dreiheit Christus, Luzifer, Ahriman bedeutet. Nicht hat sehen können Michelangelo, nicht haben sehen können die Zeiten, die bisher vergangen sind, in der richtigen Weise, wie diese Dreiheit in der Welt dasteht. Aber man wird auch den Christus in seiner Wesenheit erst richtig erkennen, wenn man ihn sieht in seinem Verhältnis zu dem, was in der Welt wirkt wie der Nord- und Südpol: Luzifer und Ahriman.
[ 30 ] We do not come together in our groups to learn this or that in a theoretical sense—what Spiritual Science can reveal to us—but rather we come together so that everything that lives within our souls may be filled with a spirit that can flow from Spiritual Science. It is not what we think from Spiritual Science, but how we think, perceive, feel, and will—that is what matters. And whether the smallest or the greatest thing we can observe in the earthly evolution of humanity appears before our soul’s eye, everywhere we can see how necessary it is for the human being of the future to familiarize themselves precisely with what the triad of Christ, Lucifer, and Ahriman signifies. Neither Michelangelo nor the times that have passed until now have been able to see in the right way how this Trinity stands in the world. But one will also only truly recognize Christ in his essence when one sees him in his relationship to that which acts in the world like the North and South Poles: Lucifer and Ahriman.
[ 31 ] Mancherlei über diese Dinge wird für diejenigen, die dann dabei sein können, noch in den nächsten Tagen von uns zu besprechen sein. Heute hatte ich auf Ihre Seelen dasjenige legen wollen, was uns die geisteswissenschaftliche Gesinnung so wichtig auch für bedeutungsvolle Dinge erscheinen läßt, die sich in der geistigen Welt in der nächsten Zukunft dem zeigen können, der das, was physisch geschieht, auch geistig zu durchschauen vermag.
[ 31 ] We will have much to discuss about these matters in the coming days for those who will be able to join us. Today I wanted to impress upon your souls what makes the attitude of Spiritual Science seem so important to us, even for significant events that may reveal themselves in the spiritual world in the near future to those who are able to perceive what is happening physically from a spiritual perspective as well.
[ 32 ] O man möchte zu den die Erde und die Menschheit schützenden guten Göttern und Geistern flehen, daß sie Kraft den Menschen geben, damit eintreten kann dasjenige, was geschehen muß zum Heile der Menschheit!
[ 32 ] Oh, how one longs to implore the benevolent gods and spirits who protect the earth and humanity to grant people the strength so that what must happen for the salvation of humanity may come to pass!
[ 33 ] Da oben werden sie sein, die unverbrauchten Ätherkräfte der jugendlich durch den Tod gegangenen Menschen. Aber Menschenherzen und Menschenseelen werden hier auf Erden sein müssen, die so hinaufschauen zu diesen Kräften, daß diese Kräfte durch sie in die richtige Entwickelungsrichtung hineingebracht werden können. Nicht nur darauf kommt es an, daß da oben die Kräfte sind, die auch eine Beute Luzifers und Ahrimans werden könnten, sondern darauf kommt es an, daß unten in physischen Leibern Menschenseelen sind, die ihre andächtige Stimmung zu diesen Opfer-Ätherleibern hinaufsenden. Davon wird es abhängen, in welchem Sinne in die Menschheitsentwickelung die Kräfte einfließen, die geschaffen werden auf den Feldern, auf denen das Blut rinnt, auf denen Opfer gebracht werden, auf denen Schmerzen gelitten werden.
[ 33 ] Up there will be the untapped etheric forces of those who have passed away in the prime of life. But here on earth there must be human hearts and human souls that look up to these forces in such a way that these forces can be guided by them in the right direction of development. It is not only a matter of the forces being up there—forces that could also fall prey to Lucifer and Ahriman—but it is a matter of there being human souls down here in physical bodies who send their devout mood upward toward these sacrificial etheric bodies. It will depend on this in what sense the forces created in the fields where blood flows, where sacrifices are made, and where pain is suffered, will flow into human evolution.
[ 34 ] Das ungefähr zeichnet den Anteil, der an dem künftigen Gang der Menschheitsentwickelung aus Geisteswissenschaft werden kann, wenn das, was nur von Geisteswissenschaft erkannt werden kann, wirklich von einer Anzahl von Menschen ergriffen wird.
[ 34 ] This roughly illustrates the role that Spiritual Science can play in the future course of human development, provided that what can only be understood through Spiritual Science is truly grasped by a number of people.
[ 35 ] Was aus den gegenwärtigen schicksaltragenden Tagen werden kann, ich möchte es zum Schluß noch einmal in einigen pragmatischen Worten vor Ihren Seelen aussprechen:
[ 35 ] As for what may become of these fateful days, I would like to conclude by expressing it once more in a few pragmatic words:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Denken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows
Souls think with spiritual awareness
And direct their purpose toward the spiritual realm.
