Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Chance, Necessity, and Providence
Imaginative Insight and Processes after Death
GA 163

4 September 1915, Dornach

Translate the original German text into any language:

Sechster Vortrag

6. Imaginative Cognition Leaves Insights of Natural Science Behind

[ 1 ] Wenn Sie noch einmal zurückdenken an das Auftreten der «seligen Knaben» in der letzten Szene von Goethes «Faust», so werden Sie sich an den Vers erinnern:

[ 1 ] If you think back to the entrance of the Blessed Boys in the final scene of Goethe's Faust, you will recall the verse:

Knaben! Mitternachts-Geborne,
Halb erschlossen Geist und Sinn,
Für die Eltern gleich Verlorne,
Für die Engel zum Gewinn!

Boys, brought forth in midnights haunted,
Half-unsealed the sense and brain,
or the parents lost when granted,
For the angels sweetest gain!

[ 2 ] Ich habe Sie aufmerksam gemacht auf mancherlei unendlich Tiefes, das in dieser Schlußszene von Goethes «Faust» liegt. Aber es liegt viel mehr noch darinnen, als ich damals ausführen konnte und als man überhaupt in einer beschränkten Zeit ausführen kann.

[ 2 ] I've already called your attention to many a profundity in this final scene of Faust, but it contains a great deal more than I was able to point out on that occasion, more indeed than could possibly be brought to light in a limited period of time.

[ 3 ] Auch diese vier Zeilen, die ich eben jetzt angeführt habe, sind gewissermaßen das Leitmotiv zu tieferen geisteswissenschaftlichen Auseinandersetzungen, die wir heute, morgen und am Montag hier pflegen wollen.

[ 3 ] The four lines just quoted are equally fitted to be the leitmotif of the deeper spiritual-scientific expositions with which we will be concerning ourselves today, tomorrow, and next Monday.

[ 4 ] Heute möchte ich gewissermaßen einleitend aufmerksam machen darauf, wie man nun im eigentlich geisteswissenschaftlichen Sinne den Ausspruch noch vertiefen kann, von dem ich bei der Charakteristik von Schlafen und Wachen und einigem anderen in den letzten Betrachtungen hier ausgegangen bin. Ich sagte, man müsse stets versuchen, den Tatsachen der Welt gegenüber — das verlange insbesondere die Geisteswissenschaft durch ihre ganze Art — den richtigen Gesichtspunkt zu finden. Und ich habe aufmerksam darauf gemacht, wie dieser richtige Gesichtspunkt zunächst nur gefunden werden kann, wenn man ihn so sucht, wie wir ihn gesucht haben für die Wechselzustände von Schlafen und Wachen. Da haben wir versucht zu verstehen, wie anders das Bewußtsein im Wachen wirkt, und wie anders im Schlafen. Aber vieles andere können wir hier noch erkennen, wenn wir die Art und Weise betrachten, wie das Bewußtsein wirkt, sei es das Bewußtsein im Menschen, sei es das Bewußtsein in anderen Wesen. Im besonderen wird ja auch in den Goetheschen vier Zeilen:

[ 4 ] I want to point out today by way of introduction that it is possible to delve more deeply, in a truly spiritual-scientific approach, into the statement made here recently when I characterized sleeping and waking and related matters. I spoke of how the whole nature of spiritual science was such as to require finding the correct approach to the facts we encounter in the world. And I showed that this approach is to be found only when we seek it as was done in our study of the alternating states of sleeping and waking. We tried to understand how differently consciousness functions in the waking and the sleeping states. But much else can be learned here by studying the way consciousness works according to whether it is that of human beings or of other beings. The four lines quoted from Faust refer to a human state of consciousness, possessed by the souls of the

Knaben! Mitternachts-Geborne,
Halb erschlossen Geist und Sinn,
Für die Eltern gleich Verlorne,
Für die Engel zum Gewinn!

Boys, brought forth in midnights haunted,
Half-unsealed the sense and brain,
or the parents lost when granted,
For the angels sweetest gain!

[ 5 ] auf einen Bewußtseinszustand hingedeutet, der zunächst menschlicher Art ist, in dem jene Seelen waren, die den «mitternachts-geborenen Knaben» angehören, die «für die Eltern gleich verloren» waren, das heißt, die gleich nach der Geburt gestorben waren. Aber ausdrücklich wird darauf aufmerksam gemacht: für die Engel seien sie Gewinn, diese Seelen.

[ 5 ] “boys brought forth in midnights” and “for the parents lost when granted,” in other words, by souls claimed by death immediately after birth. But the verse states expressly that these souls are “for the angels sweetest gain.”

[ 6 ] Wir werden sehen, wie dieser Ausspruch, daß solche Seelen «für die Engel Gewinn» sind, nur verstanden werden kann, wenn man etwas hinblickt auf den Bewußtseinszustand derjenigen Wesen, die man zu den Engeln, den Angeloi, zählt. Um aber diese Dinge, die uns tiefer in das Begreifen der geistigen Welten hineinführen sollen, etwas verständlicher zu machen, wollen wir über diese Dinge zunächst einige vorbereitende Vorstellungen uns erarbeiten.

[ 6 ] We'll see that the saying that souls of this kind are “gain for the angels” is comprehensible only if we look into the state of consciousness of beings belonging to the hierarchy of angels. But let us first acquire some preliminary concepts of these matters and so prepare ourselves for the deeper understanding of the spiritual world into which they are to lead us.

[ 7 ] Ich will davon ausgehen, daß wir ja aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Betrachtungen wissen, wie ferne der Realität im Grunde genommen das steht, was man im gewöhnlichen Leben die Erkenntnis, die Wahrheit, was man die Vorstellungswelt, die man auf dem physischen Plan hat, nennt. Die Menschen sind sogar froh, wenn diese Erkenntnisse, diese Vorstellungswelten, die man auf dem physischen Plane hat, nicht irgend etwas hinzubringen zur Wirklichkeit. Darin sehen die Menschen «die Treue» der Erkenntnis, darin sehen sie «die ungeschminkte Wahrheit», daß wir durch unseren Erkenntnisprozeß selbst, durch das, was wir in der Seele durchleben an den Dingen, nichts zu den Dingen hinzubringen. Denken wir nur einmal daran, wie sorgfältig in ihrer Art heute die Naturwissenschaft darauf bedacht sein will, daß ja nichts aus der Seele heraus komme, wenn sie über die Welt spricht, sondern daß alles nur ein Abbild ist desjenigen, was sich draußen abspielt. Bedenken wir, wie diejenigen, die sich irgendwie aus allen möglichen Träumereien eine Weltanschauung zusammenzimmern, bemüht sind zu zeigen, daß das, was sie sich ausdenken, gar nicht aus ihnen selber stammt, sondern daß es ihnen diktiert ist von irgendeiner außer ihnen befindlichen Wirklichkeit. Das geht herauf bis zu dem Quell jener angeblichen mehr oder weniger wertvollen «okkulten Erkenntnisse», von denen diese oder jene Leute sprechen. Im Grunde bemühen sich auch diejenigen, die okkulte Erkenntnisse haben wollen hier auf dem physischen Plan, hauptsächlich darum, daß sie selber nichts tun zu dem, was sie da als Vorstellungen entwickeln. Wie stolz sind oft solche Leute, wenn sie sagen können: Diese oder jene Wesenheiten sind ihnen erschienen, das oder jenes ist ihnen «diktiert» worden, das oder jenes ist auf geheimnisvolle Weise ihrem geistigen Ohr mitgeteilt worden. — Dann sind die Leute zufrieden, denn dann haben sie das Gefühl, daß sie gewissermaßen in den Vorstellungen, die sie geschaffen haben, nur einen Abklatsch der Wirklichkeit gegeben haben, daß sie nichts selber hervorgebracht haben. Man könnte sagen: die Menschen bemühen sich um der Treue der Erkenntnis willen, die sie anstreben, diese Erkenntnis selbst so recht das fünfte Rad am Wagen sein zu lassen. Erkenntnis soll gar nichts dazu tun zu dem, was schon da ist, dann sieht man sie als besonders treu, als besonders richtig an.

[ 7 ] I'll start from the fact, familiar to us from various spiritual-scientific studies, of how remote from reality the learning, the truth, and our concepts of things in ordinary life all are. People are even glad not to have these add anything to reality as they see it, for in their view the reliability of knowledge and “the unvarnished truth” depend on the fact that our cognitive processes and our soul experiences add nothing to things. Just consider what a point science makes of restricting itself to merely reflecting what goes on in the world and not allowing the soul the least influence on its pronunciamentos. Let us recall what trouble is taken by those who dream up a world view on the basis of all sorts of illusions to show that their fabrications are dictated by some reality or other outside themselves rather than originate within them. This is true all the way up to what is claimed to be valuable “occult knowledge” such as we hear some people touting. Those who desire to have occult insight here on the physical plane are basically concerned with not adding anything to the conceptions they develop. How proud people of this type are when they can report that such and such beings appeared to them, this or that was “dictated” to them, or something else was mysteriously communicated to their spiritual ears! This satisfies them, for then they can have the feeling that the conceptions they have created are reflections of reality, not something they produced. We might say that in their concern for attaining the reliable knowledge they are seeking, they actually make a fifth wheel on the wagon out of it. Knowledge should not add anything to what already exists, for only then do they regard it as something particularly reliable, particularly right.

[ 8 ] Wie es sich mit der Erkenntnis gegenüber der Wirklichkeit verhält — nun, davon kann man einen echten, einen wahren Begriff doch nur erhalten, wenn man allmählich aufsteigt von der gewöhnlichen Erkenntnis des physischen Planes zu den höheren Erkenntnisarten. Und da wissen wir, daß die nächsthöhere Stufe des Erkennens die sogenannte imaginative Erkenntnis ist. Die imaginative Erkenntnis kann aber nicht, wenn sie mit der Wirklichkeit etwas zu tun haben soll, erworben werden durch unser Drinnenleben im physischen Leibe. Wir müssen in die Lage kommen, um wirklich imaginative Erkenntnis zu erwerben, absehen zu können von allem Angewiesensein auf den physischen Leib. Wir müssen so weit gekommen sein, den physischen Leib nicht mehr als Werkzeug zu gebrauchen. Den Ätherleib aber benützen wir noch als Werkzeug, wenn wir imaginative Erkenntnis suchen. Ja, daß die Imaginationen für uns wirklich gegenständlich werden, daß die Imaginationen da sind, das hängt davon ab, daß wir uns unseres Ätherleibes so bedienen können bei den Imaginationen, wie wir uns unseres physischen Leibes bedienen bei den Wahrnehmungen auf dem physischen Plan. Nun zeigt sich, wenn der hellsehend Erkennende so weit gekommen ist, daß er sich gewissermaßen mit seinem Seelischen herausgerissen hat aus seinem physischen Leibe und den Ätherleib als ein Werkzeug seines Erkennens benützt, daß das, was man sonst in der physischen Welt Erkenntnisse nennt, also namentlich Erkenntnisse, die dadurch gesucht werden, daß der Mensch nichts zu den Dingen hinzubringen will, auf dem physischen Plan zurückbleibt. Von dem, was zum Beispiel der heutige Naturforscher anstrebt, ist alles gewissermaßen abgelegt, zurückgelassen auf dem physischen Plan, wenn man den physischen Plan verläßt und in die Welt der Imaginationen aufsteigt. Nichts bleibt von dem, was der Naturforscher oder der Naturphilosoph von heute als eine Welt durcheinanderwirbelnder Atome denkt — die aber erträumt ist, die keine wahre Wirklichkeit ist, wie ich oft auseinandergesetzt habe —, nichts bleibt als die Bilder von dieser Welt. Das heißt, man wird gewahrt, wenn man den physischen Plan verlassen hat, daß man die auf dem physischen Plan zurückgelassenenen Vorstellungen von einer Welt durcheinanderwirbelnder Atome geträumt hat. Im übrigen kann man von den Erkenntnissen auf dem physischen Plan für die Welt der Imagination, in die man aufgestiegen ist, direkt nichts gebrauchen. Wohl gemerkt: Direkt kann man nichts gebrauchen. Wir werden dann schon sehen, wie sich die Dinge genauer verhalten, aber wir müssen stufenweise aufsteigen.

[ 8 ] We can arrive at a true and reliable concept of the relationship of knowledge to reality only if we gradually ascend from ordinary knowledge about physical matters to higher types of insight. We are familiar with the fact that the next level of knowledge is that called imagination. But if imagination is to have any relationship to reality it cannot be attained by living in the physical body; we must make ourselves capable of overcoming all dependence on the physical body to attain genuine imaginative knowledge. We must have progressed beyond using the physical body as our instrument. But we do still use the etheric body when we seek imaginations; we have to make use of our etheric bodies to obtain really objective imaginative experience, exactly as we make use of our physical bodies for perceiving objects in the physical realm. Now we find that when a person on the path of clairvoyant knowledge has progressed to the point where he has loosened his soul from his physical body and is using his etheric body as his cognitive tool, what is called knowledge in the physical world, the kind of knowledge sought without a wish to add anything to the findings, remains behind on the physical plane. For example, everything that a modern scientist is interested in finding out is left behind on the physical plane by those who leave it to ascend into the imaginative world. Nothing remains of what scientists and natural philosophers think of as a world of whirling atoms, a world, as I have often explained, that is dreamed up and totally lacking in reality; nothing remains but pictures of this world. In other words, on leaving the physical plane we become aware that the conceptions of a world of whirling atoms left behind there were just dreamed up. In the imaginative world into which we have ascended no direct use can be made of any knowledge acquired on the physical plane. Please note the word direct here. We will see the subtleties of what is involved as we progress.

[ 9 ] Nun habe ich Ihnen aber schon in früheren Vorträgen ausgeführt, daß die geistige Kraft, die dem Denken zugrunde liegt, sich verwandelt, wenn der hellsehend Erkennende loskommt vom physischen Leibe als seinem Werkzeug. Ich habe Ihnen gesagt, es sei, als ob alles Denken lebendig würde, als ob wir uns hineinleben nicht in eine solch passive Welt des Denkens, in der wir auf dem physischen Plane leben, sondern als ob alles Denken lebendig werde, als ob alles anfange sozusagen zu krabbeln, wenn wir uns da in die Welt der Imaginationen hineinfinden. Ich habe einmal einen drastischen Vergleich gebraucht — und zwar zuerst in München —, daß, wenn man in diese imaginative Welt hineinkommt, sich einem die Gedanken, die man vorher gewöhnt war, als ganz passive Tätigkeiten da und dorthin zu schicken und so zu kommandieren, so verwandeln, wie wenn man den Kopf in einen Ameisenhaufen oder in ein Wespennest hineinstecken würde und die Gedanken lebendig würden, wie wenn sie schwirren und wirbeln würden und jeder Gedanke eigenes Leben bekäme! Man muß das aushalten; man muß es so aushalten, daß man sich nicht unfrei fühlt, wenn man gleichsam sich selber entrissen wird durch dieses Eigenleben der Gedanken.

[ 9 ] Now in earlier lectures I've already shown that the spiritual energy underlying thinking changes when a clairvoyant seeker frees himself from the instrumentality of his physical body. I've said that it is as though all our thinking comes alive. Instead of living in the passive world of thinking experienced on the physical plane, it is as though all our thinking comes alive and starts to tingle as we enter the imaginative world. Once, in Munich, I used a drastic comparison. I said that upon entering that world the thoughts we were previously accustomed to sending hither and thither and otherwise dispatching them as perfectly passive entities become transformed as though we had stuck our heads into a wasps' nest and our thoughts swirled and whirled about, every thought possessing a life of its own. We have to endure it in the sense that we don't feel unfree as a result of being wrested, as it were, out of ourselves by this independent life of our thoughts.

[ 10 ] Man macht da nun allmählich die Entdeckung, daß die Erkenntnisse, die man so erwirbt auf dem physischen Plan, die Vorstellungen, die nur Abbilder sind der äußeren Wirklichkeit, daB diese gleichsam von einem abfallen wie so ein Regen, der zurückregnet auf den physischen Plan, und der nicht mit einem hineingeht in die imaginative Welt. Diese Erkenntnisse, diese Vorstellungen, sie fallen so ab, sie bleiben zurück in der physischen Welt. Und was da zurückbleibt in der physischen Welt, das hat man dann als eine Erinnerung nur. Also man kann da zurückschauen auf alles, was durch Gedankenkraft erworben ist und in der physischen Welt bleibt; aber es bleibt eben zurück. Es ist etwas Fertiges, etwas, was man nicht weiter in seiner eigenen Gewalt, in seiner eigenen Kraft hat. So daß es also, schematisch gezeichnet, wirklich so ist:

[ 10 ] We gradually make the discovery that the insights, the conceptions we obtain on the physical plane as mere images of external reality fall away from us like a rain that rains back down upon the physical world and doesn't enter the imaginative world; they fall away and stay behind in the physical realm. All that is left of them is a memory. So we can look back on everything we have attained by exerting thinking, but that is now left behind on the physical plane as something we have finished with and no longer have any influence on.

AltName

[ 11 ] Wir würden hier den physischen Leib haben, und der Mensch würde nun herausrücken aus seinem physischen Leibe; dann würde er sogleich sehen, wie seine physische Erkenntnis von ihm abfällt, wie Tropfen gleichsam, in die physische Welt hinein. Die physische Erkenntnis ist also draußen.

[ 11 ] This is a diagram of how it actually is. This would represent the physical body out of which the individual ascends. Then he immediately perceives his knowledge about physical facts falling like raindrops into the physical world. Knowledge of physical things is then outside him.

[ 12 ] Dies ist sehr interessant und sehr merkwürdig. Wenn wir also hinaufrücken in die erste geistige, in die imaginative Welt, da sehen wir die Gedanken gleichsam von uns abtröpfeln, und dann sehen wir: Die Gedankenformen werden Wesen, die zunächst auf uns einen eigentümlichen Eindruck machen, wenn wir sie wirklich sehen. Wenn wir so diese Gedanken, die da von uns abtropfen, sehen, dann haben wir zunächst den Eindruck: Das ist etwas, was dir entrissen ist, etwas, was nur für den physischen Plan eine Bedeutung hat.

[ 12 ] This is an extremely interesting and extraordinary process. As we ascend into the first spiritual world, the imaginative world, we see our thoughts dropping away from us. And then we see that these thought-forms become beings, and they make a strange impression on us if we really see them. We have the impression as we look at them that they are something wrested from us, something with significance for the physical world only.

[ 13 ] Nun ist es außerordentlich schwierig, sich eine genauere Vorstellung über das zu machen, was einen da verläßt, was da aus einem heraustropft. Man kann ja, sobald man aufsteigt in die höheren Welten, kaum durch irgend etwas anderes richtige Erkenntnisse gewinnen als durch sorgfältige Vergleiche. Man muß nun erst darauf kommen, mit was man diese herausgetropften Gedanken des physischen Planes vergleichen kann. Diese herausgetropften Gedanken des physischen Planes, sie werden sehr, sehr lebhaft, sie werden sehr lebendig, und man könnte sagen: das Kuriose ist, daß diese Gedanken, die man da auf dem physischen Plan zurückbleiben sieht, wirklich allerlei Tänze aufführen, eine Art Eurythmie aufführen. Man kann sie kaum in vollständiger Ruhe finden, diese Gedanken.

[ 13 ] Now it is extraordinarily difficult to get a more exact conception of what is dropping away from us there. It is scarcely possible, on ascending into higher worlds, to acquire correct insights by any other means than the most painstaking comparisons. First of all, it is necessary to discover what these thoughts of the physical plane, which have dropped away, can be compared to. These thoughts become very lively indeed. And the curious thing is that these thoughts we see back there on the physical plane are engaging in all sorts of dances similar to eurythmy. It is almost impossible to find these thoughts keeping really still.

[ 14 ] Ich sagte, eine Art Eurythmie aufführen. Es ist diese Eurythmie nicht diejenige, die bei uns gepflegt wird. Aber es ist eine Art von regelmäßigem Sich-Bewegen. Namentlich haben die Gedanken etwas sehr, sehr Eigentümliches: Sie leben innerlich, wenn sie so aus uns heraus sind. Und dieses, daß sie innerlich leben, das macht sie, ich möchte sagen, für die erste Stufe des Hellsehens, für die erste wahre Stufe des Hellsehens, zu werten Genossen.

[ 14 ] I spoke of their dancing resembling eurythmy—not the eurythmy that is being nurtured here, but regular movements of a sort. These thoughts have an extremely peculiar aspect: they are inwardly alive when they have left us. And this fact makes them valuable in this first stage of true clairvoyance.

[ 15 ] Wenn man im physischen Leben etwas Blitzdummes gesagt hat, also etwas sehr, sehr Dummes, dann sucht man die Dummlheit jedenfalls nicht übermäßig lange festzuhalten, sobald man sie eingesehen hat. Die meisten Menschen huschen gerne über ihre eigenen Dummheiten, wenn sie sie eingesehen haben, hinweg. Ein recht dummer Gedanke, wenn der einmal heraus ist, der lacht! Er lacht in dem Maße, in dem er dumm ist! Und so ähnlich sehen Sie auch die anderen Gedanken. Sie zeigen ein inneres Leben, diese Gedanken, ein sehr lebendiges Mienenspiel, sie überzeugen uns davon, daß wir keine Dummheit sagen können, ohne daß diese Dummheit sich verewigt.

[ 15 ] When a person says something colossally stupid here in physical existence, he certainly doesn't hold on to it for very long, once he has realized the situation. Most people like to skip lightly over their stupidities, once they've recognized them. A really stupid thought laughs when it gets out! It laughs in proportion to its stupidity. And other thoughts can be seen behaving in a similar manner. They manifest an inner life, these thoughts, a very lively play of expression. They convince us that no stupidity we perpetrate escapes being eternalized.

[ 16 ] Gebrauchen wir einen Vergleich: Wir können nicht anders dahinterkommen, wie es sich eigentlich mit diesen sonderbaren Gedankenformen, die so belebt auftreten, verhält, als wenn wir einen Vergleich gebrauchen. Wir finden ihn nur, wenn wir in der Lage sind, so unsere Gedankenformen zu sehen, wie ich es eben beschrieben habe. Und sind wir in der Lage, so unsere Gedankenformen zu sehen, so sind wir auch zu dem anderen in der Lage, das ich jetzt aussprechen will. Wir brauchen zum Vergleich die weite Welt der Gnomen, das ganze Gnomenvolk, von dem die ganze irdische Natur draußen beherrscht ist. Diese Gnomen, die zu dem Unorganischen draußen in der Welt ebenso gehören wie andere elementarische Wesen zu den Pflanzen, zum Wasser, wie noch andere zu dem Feuer, zur Luft und so weiter gehören, diese ganze Gnomenwelt ist von demselben Charakter, trägt dieselbe innere Wesenheit an sich wie diese Gedankenformen. Ich möchte sagen: Es gehören die Gnomen zu derselben Klasse, zu der unsere Gedankenformen gehören. Aber solche Gedankenformen nur, die Vorstellungen wiedergeben, die sich auf den physischen Plan beziehen.

[ 16 ] The only way we can get at the facts about these strange thought-forms which put in such a lively appearance is through a comparison. We will find one only if we are in a position to see our thoughts in the way just described. Then we are also in a position to experience what I am going to describe. We need for purposes of comparison the whole wide world of gnomes, the fairy folk that rules all of external earthly nature. These gnomes, who belong to the external inorganic realm in the way other elemental beings belong to plants, water, air, and fire, and so on, this whole world of gnomes has the same character, the same inner nature as the thought-forms described. I could also say that gnomes belong to the same class as our thought- forms, referring however to those thought-forms based on mental images derived from the physical plane alone.

[ 17 ] Sehen Sie, jetzt haben wir einen Vergleich. Und deshalb besteht auch eine Art innerer Verwandtschaft zwischen unseren auf dem physischen Plan erworbenen Gedanken und der Gnomenwelt. Diese Gnomenwelt hat nun aber mit unserer Erkenntnis des physischen Planes eine gewisse Verwandtschaft. Ich habe Ihnen ja gesagt, wie die Menschen anstreben, daß die Erkenntnisse, die Wahrnehmungen recht treu sein sollen, daß die Erkenntnis eigentlich das fünfte Rad am Wagen sei.

[ 17 ] Now as you see, we have a comparison. And that is why there is an inner relationship of sorts between the gnome world and our thoughts about things on the physical plane. As I've mentioned, people make an effort to be faithful to the facts in their knowledge and perceptions, making these into a fifth wheel on the wagon.

[ 18 ] In einer ähnlichen Weise fühlen sich die Gnomen gegenüber ihrer Welt, in der sie sind. Wirklich, wenn ich so sagen kann, wenn man mit einem solchen Gnomen redet — es ist natürlich ein euphemistischer Ausdruck, aber man kann schon den Ausdruck gebrauchen, denn er entspricht der Wirklichkeit —, wenn man mit einem solchen Gnomen redet, dann sieht er auf die Welt, zu der er gehört, mit einer außerordentlichen Wehmut hin. Denn diese Welt, zu der er gehört, mit der hat er ja außerordentlich wenig zu tun. Er hat ungefähr so viel Einfluß auf diese Welt, wie der Mensch mit seinen äußeren Erkenntnissen Einfluß hat auf die umliegende physische Welt. Für die umliegende physische Welt ist es ziemlich gleichgültig, wie wir über sie mit dem Denken des physischen Planes denken. Ein Baum wächst nicht schneller und nicht langsamer, wenn wir mit der Erkenntnis des physischen Planes über ihn denken, oder wenn wir an ihm vorübergehen und nicht an ihn denken. Nur wir haben etwas davon ich habe es neulich schon ausgesprochen —, wenn wir über den Baum denken. Aber unser Gedanke ist für den Baum etwas Gleichgültiges.

[ 18 ] The gnomes have a similar relationship to their realm. Speaking euphemistically of course, but in a way corresponding to the facts, when a person talks with a gnome, he finds the gnome regarding the world to which he belongs with tremendous wistfulness, because he is so extremely uninvolved with it. He has as little influence over it as human beings have over the physical world around them with their knowledge. It is a matter of considerable indifference to the physical world surrounding us how we think about it with thoughts derived from the physical plane. A tree grows neither more nor less slowly because of thoughts derived from the physical plane that we may have about it, or because we go past it without giving it any thought at all. As I mentioned recently, we are the only ones to gain by this; our thoughts about the tree have not the least effect upon it.

[ 19 ] In einer solch äußerlichen Weise steht auch die Welt der Gnomen zu der Welt, zu der sie äußerlich gehören. Ich möchte sagen: Die Welt der Gnomen gehört zwar zu dem, was wir die irdische Welt nennen, zu der Welt des Festen, aber man kann absehen, wenn man die Welt des Festen betrachtet, von der Gnomenwelt, wie man absehen kann bei der Uhr vom Uhrmacher, wenn man die Gesetzmäßigkeit der Uhr betrachtet. Es ist außerordentlich wichtig, daß man einen solchen Vergleich, wie ich ihn öfter gebraucht habe, den Vergleich des Weltenzusammenhanges mit dem Mechanismus einer Uhr, in richtigem Sinne versteht. Wer heute eine Uhr verstehen will, muß sie aus ihrem eigenen Mechanismus heraus verstehen, und es wäre Unsinn, wenn jemand sagen würde: Nun ja, die Zeiger der Uhr gehen weiter, also sitzen darin kleine Dämonen, welche die Zeiger der Uhr leiten. — Solche Dämonen sind nicht darinnen. Wenn aber einer behaupten wollte, weil er die Uhr aus sich selber versteht, so habe die Uhr nichts zu tun mit dem Uhrmacher, der die Uhr einmal fabriziert hat, so würde er natürlich einen Unsinn sagen. Ebensowenig ist es ein Beweis für das Nichtvorhandensein einer geistigen Weltengrundlage, daß man die Welt aus sich selbst begreifen kann, daß der Naturforscher in der Lage ist, Naturgesetze zu finden. Wir finden in der Uhr auch die Gesetze, nach denen sich die Uhr selbständig richtet. Wenn also gesagt wird: Man findet in der Natur die die Natur beherrschenden Gesetze, also braucht man keine Göttlichkeit in der Welt —, so ist das ebenso gedankenlos, als wenn man bei der Uhr sagen würde, man brauche keinen Uhrmacher, weil die Uhr aus sich selber erklärbar ist.

[ 19 ] The gnomes too have a similar external relationship to the world to which they belong externally. I might say that their world belongs to what we call the terrestrial world, the solid element. But we can just as easily disregard the world of the gnomes when we study the solid element as we can disregard watchmakers in a study of the laws involved in watch-making. It is extremely important to develop a right understanding of a comparison of this kind, one that I have often resorted to, the comparison of the structure of the universe with the mechanism of a watch. If you want to understand a watch, you must study the laws governing its mechanism, and it would be ridiculous to say, Ah ha! The hands of a watch keep moving; there must be tiny demons pushing them. No such demons are involved. But if someone who understands watches as a result of studying them were to say that a watch has nothing to do with the watchmaker who put it together, he would also be talking nonsense. The fact that the world can be understood from its own make-up and that it is possible for scientists to discover natural laws can just as little be taken as proof of the nonexistence of a spiritual basis for the universe. The laws that govern the functioning of a watch are equally discoverable in the watch itself. So when it is stated that the laws that govern nature are to be found within the natural world and it is therefore unnecessary to look for anything divine in the universe, this reflects the same lack of thought as saying of watches that no watchmaker is needed because they are explainable on the basis of their own construction.

[ 20 ] In der Welt, die so ganz aus sich selber erklärbar ist in unserer Umgebung, haben die Gnomen etwas zu tun. Sie sind auch so etwas ähnliches wie eine Art fünftes Rad am Wagen; sie sind ein Begleiter der Welt, zu der sie gehören, aber sie greifen nicht tätig in sie ein. Die innere Verwandtschaft der Gnomenwelt mit unserer physischen Gedankenwelt, die bitte ich Sie ins Auge zu fassen; dann werden Sie einsehen, daß man so etwas wie die Gnomenwelt zu begreifen anfangen muß dadurch, daß man sich einen Bewußtseinszustand vor Augen führt. Dann wird man sich sagen: Wie weiß man von dieser physischen Welt? Man weiß von der physischen Welt, indem man von ihr, wie ich ausgeführt habe, ein Spiegelbild bildet. Wie das Spiegelbild nichts zu tun hat mit dem, was es abspiegelt, so hat die physische Erkenntnis nichts zu tun mit dem, wovon sie Erkenntnis ist. Sie schafft nicht im Physischen. Wenn man dieses Verhältnis der physischen Erkenntnis als Bewußtseinszustand faßt, dann begreift man in dem Erfühlen dieses Überflüssigseins des Spiegels gegenüber dem, was abgespiegelt wird — wenn man dieses Überflüssigsein sich so recht zum Bewußtsein bringt —, die über die Gnomenwelt ausgebreitete Gemütsstimmung. Das ist ihre Gemütsstimmung. Die Gnomen können daher nicht begreifen, wie man irgendwie mit dieser Welt anders zusammenhängen kann als dadurch, daß man eigentlich nicht viel mit dieser Welt zu tun hat.

[ 20 ] In the world surrounding us that is so entirely explainable on the basis of the laws that govern it, gnomes have a function. They too are somewhat comparable to the fifth wheel on a wagon: they accompany the world to which they belong, but without having any effect upon it. I ask you to consider the inner relationship of the world of gnomes to our physical thought world, for then you will realize that we have to make a start at understanding such a thing as the gnome world by taking a state of consciousness into consideration. Then we will ask ourselves how it is that we come to know about the physical world. We do so by forming the reflections I've been discussing. Just as reflections have no real connection with what they reflect, physical knowledge has nothing to do with what it knows about; it doesn't make anything happen in the physical realm. If we come to see physical knowledge as a matter of a state of consciousness and sense in full awareness how unessential, how superfluous, mirrors are to the objects mirrored, we will understand the soul-mood that envelops the world of gnomes. That is their soul-mood. Gnomes are therefore unable to grasp how there can be anything but an ineffectual relationship with this world.

[ 21 ] Wenn der Mensch hellsichtig wäre und Leid und Schmerz empfände, wie sie mit Recht gefühlt werden können bei diesen oder jenen Ereignissen des physischen Planes, und wenn dann die Gnomen herbeikommen, wie er sie als Hellseher wahrnehmen kann, dann macht er die Erfahrung, daß die Gnomen seinen Schmerz nicht begreifen. Sie begreifen zwar, daß man im allgemeinen eine Art Traurigkeit, eine Art Depression haben kann, aber daß man an dem physischen Dasein hängen kann, das begreifen sie nicht, darüber lachen sie. Und man könnte sagen: Manches, was man als wertvoll empfindet auf dem physischen Plan, hört man auf, wertvoll zu empfinden, wenn man mit der Gnomenwelt in Beziehung tritt; denn von den Gnomen wird man gründlich ausgelacht für die Wertgefühle, die man mancherlei auf dem physischen Plane entgegenbringt!

[ 21 ] If a clairvoyant person were to feel pain and sorrow, as they can indeed be felt on many occasions in human life, and were then to perceive gnomes, as clairvoyants do, he would find that they cannot comprehend his pain. They are aware that people can feel a general sadness and depression, but they cannot understand how anyone can be attached to physical existence; they laugh at such feelings. Indeed, we might say that our sense of the value of things on the physical plane is lost in encounters with the world of gnomes, because they heap such ridicule upon us for the value we attach to much that exists on the physical plane.

[ 22 ] Also den Gemütszustand der Gnomen kann man verstehen, wenn man sich diesen Bewußtseinszustand bewußt macht, den unsere physische Erkenntnisvorstellung gegenüber ihrer Welt, die sie abbildet, hat.

[ 22 ] We understand the mental state of gnomes, then, if we become cognizant of the state of consciousness involved in the relationship of physical knowledge to the world reflected in it.

[ 23 ] Dagegen muß man sich bei den Wesenheiten, die innere Verwandtschaft jetzt nicht mit dem Irdischen, sondern mit dem Wässerigen haben, mit alledem, was dem Wasser gleich sich regt und rieselt mag man sie Undinen nennen oder wie immer —, etwas anderes vergegenwärtigen. Man kann auch eine Pflanze nicht begreifen, wenn man sie bloß anschaut und ein Bild von ihr macht, so wie sie irgendeinmal ist, denn sonst könnte man ja auch eine Pflanze aus Papiermaché nur haben. Das, was man im Bewußtsein hat, wenn man nur einmal eine Pflanze anschaut und in seiner Vorstellung die Pflanze nachbildet, gibt von der Pflanze gar kein Bild in Wirklichkeit. Geradeso ist es bei diesen Wesenheiten. Von der Pflanze hat man nur ein Bild, wenn man sie kennt, wie sie zuerst als Wurzel da ist, dann die ersten Triebe entfaltet, wie sie den Stamm heraustreibt, die Blätter bekommt, wie sie die Blüten bekommt, wie die Blüten wieder abwelken, wie die Pflanze die Früchte entwickelt und so weiter. Werdend, sagt Goethe in seinem schönen Gedicht von der Metamorphose der Pflanzen, muß man die Pflanze betrachten. In der Pflanze leben außer dem, was die Pflanze selber ist, noch andere elementarische Wesenheiten, in der Pflanze leben die beweglichen Elementarwesen, die innige Verwandtschaft haben mit dem sich gestaltenden, rieselnden, sich regenden Wasser.

[ 23 ] The beings to whom the name undines has been given and who are inwardly related not to the earthly but to the watery element and to everything liquidly rippling and flowing must be pictured somewhat differently. We cannot form a proper concept of plants just by looking at them and making a one-time image of them analogous to a papier-maché reproduction. To be aware of nothing more than such a one-time impression is to lack any true conception of a plant, and the same holds true in the case of undines. We picture a plant rightly only if we know it in its various states: first in its root development, then growing a stem, then putting forth leaves, then blossoming, the blossoms wilting, fruits appearing, and so on. Goethe tells us in his beautiful Metamorphosis of Plants that we must study a plant's growth process.1Johann Wolfgang von Goethe, 1749–1832, German poet and thinker. Published Metamorphosis of Plants in 1790; in this book he shows the leaf as the primeval organ of the plant out of which all other plant organs evolved. And there live in the plant, in addition to what it is in and of itself, mobile elemental beings inwardly related to the shaping, rippling, mobile element of water.

[ 24 ] Und nun müssen Sie sich schon damit bekanntmachen, daß die imaginative Welt, in die man sich hineinlebt, wenn man den physischen Plan überwunden hat, eine so innerlich bewegliche ist, ich möchte sagen, wie die sich umbildende Wolkenwelt, wie alles Rieselnde, wie alles Fließende. Die imaginative Welt selber hat etwas Fließendes, etwas Bewegliches. Während man sich also auf den ersten Anhub, den man in die geistige Welt hinein macht, ich möchte sagen, der Welt seiner eigenen physischen Gedanken gegenübergestellt sieht, und, wenn einem die Verhältnisse gerade günstig sind, sich der elementarischen Welt der Gnomen gegenübersicht, lebt man noch in der Welt der höheren elementarischen Wesenheiten so drinnen, wie etwa die Wasserwelle im Wasser drinnen lebt, die sich auch dazurechnen muß zum Wasser, die ein Teil des größeren Wassers ist, der größeren Wassermasse ist; so lebt man da drinnen.

[ 24 ] And now we have to realize that the imaginative world into whose life we make our way on evolving beyond the physical plane is an inwardly mobile realm resembling the cloud-world in its metamorphoses, resembling the rippling, flowing element. The imaginative world is itself in flowing motion. And just as we encounter the realm of our own physical thoughts when we first enter the spiritual world, under favorable conditions encountering the elemental world of the gnomes, so do we live in the realm of higher elemental beings as waves live in water; we belong to and are part of its encompassing whole; we live in it.

[ 25 ] Die Dinge sind natürlich schwer zu charakterisieren, aber auch hier müssen wir uns den Bewußtseinszustand vergegenwärtigen. Wenn ich sage, daß unser ganzes Denken anfängt zu leben, daß wir hingenommen werden von den Gedanken, die lebendig werden, wie wenn die Gedanken, die wir dann haben, und die dann imaginative Gedanken sind, ihr eigenes Leben entfalten würden, so wird es [verständlich. D. Hrsg.]. Da (siehe Zeichnung S.95) bleiben zurück die früheren rein physischen Gedanken. Zurückgelassene Welt! Dann können wir uns sagen: Ja, in der Welt, der wir da unsere physischen Gedanken übergeben haben, leben auch die Gnomen. Aber in dieser Undinenwelt, in der leben wir jetzt drinnen; die bewegt sich in demselben Element, in dem wir darinnen sind.

[ 25 ] It is of course difficult to give an impression of such matters, but here too we must picture the state of consciousness involved. It helps us to understand to say that all our thinking begins to come alive, that we are swept up by thoughts that become alive as though the thoughts we produce, thoughts endowed with imagination, were to take on a life of their own. Purely physical thoughts such as we had before are left behind, an abandoned realm. Then we can say that the gnomes live in the world we have abandoned. But now we are living in the realm of the undines, and both for them and for us it is a world of movement.

[ 26 ] Fassen Sie das bitte recht genau ins Auge: Wir gehen aus unserem physischen Leibe, wir entfremden uns unserem physischen Leibe. Wir beginnen ein innerlich bewegtes Leben zu führen, gleichsam ein in sich fortwährend verschwimmendes, regsames Rieseln. Es wird alles innerlich lebendig, indem wir uns in unserm Ätherleibe fühlen. So auch fühlt sich, nur in getragenem Tempo, möchte ich sagen, im Ätherleib der Tote, unmittelbar nachdem der Tod eingetreten ist.

[ 26 ] Let us picture this very exactly. We separate from our physical bodies and become strangers to them. We begin to carry on a life of inner mobility, of continuously changing, rippling motion. Everything takes on inner life as we experience ourselves in our etheric bodies. This is the experience we have also immediately upon dying, except that the tempo is slower.

[ 27 ] Dieses Mitleben der imaginativen Welt, das ist nur eine höhere Stufe dessen, was der Mensch ursprünglich auf dem Monde mitgemacht hat. Nur hat er da eine traumhafte imaginative Welt durchlebt, eine traumhafte Bilderwelt. Auf dem Jupiter wird er eine vollbewußte Bilderwelt durchleben. Zu der lebt man sich hinauf, wenn man so aus dem physischen Leibe sich herauslebt, wie ich es beschrieben habe. Stellen Sie sich das nur recht lebhaft vor: Die Welt der Sinne erlischt; das, was die Augen sehen können, wird nicht mehr gesehen, das, was die Ohren hören können, wird nicht mehr gehört. Das Fühlen hört auch auf. Die Gedanken, die sich auf die äußere Sinneswelt beziehen, die werden so abgelegt, daß man es ausdrücken könnte mit den Worten: Ihr Gnomen, da gebe ich euch meine physischen Gedanken als Genossen; unterhaltet euch mittlerweile mit meinen physischen Gedanken! — Dafür fängt aber ein inneres Leben und Weben an, ein Mitleben in alledem auf der Erde, was so innerlich rieselt und strömt und lebt, wie alles in sich Flüssige der Erde lebt und webt, ein Miterleben mit dem Irdischen, das aber zugleich erinnert an die alten Mondenzeiten. Etwas Merkwürdiges beginnt: Neben dem, was man so wahrnimmt, daß man weiß, man lebt da in einer Welt von elementarischen Wesen, die zu den Pflanzen, die zu dem fließenden Wasser gehören, weiß man noch etwas ganz Besonderes. Etwas sehr Eigentümliches weiß man: Man weiß, man lebt da in einen Rhythmus sich hinein, der mit dem inneren Rhythmus der Erde zu tun hat, der aber zu gleicher Zeit mit dem Rhythmus des Atmens zu tun hat. Man bekommt die Vorstellung: Unser Atem ist als Rhythmus innerlich verwandt mit einem Rhythmus der Erde. Kurz, man merkt etwas davon, daß man zu einem Glied in dem ganzen Erdenorganismus wird. Es wird einem wirklich so, wie wenn man zu dem Erdenorganismus dazugehörte. Man wird ergriffen von dem Erdenorganismus.

[ 27 ] This experiencing of the imaginative world is what we experienced on the moon, except that it is at a higher level now; there, it was a dream-world of imagination, a realm of pictures. On Jupiter we will experience it in full consciousness. We lift ourselves into it upon leaving our physical bodies behind as described. Try to picture it really vividly. The world of the senses is obliterated; what we saw with our eyes and heard with our ears is no longer perceptible. We cease to feel as well. Thoughts related to the outer world are laid aside in a way that could be described as follows: O gnomes, we give you our physical thoughts to keep you company; occupy yourselves with them for awhile. Now an inner living and weaving sets in, a sharing in everything on earth that is inwardly alive and streams and ripples in the way the earth's fluid element carries on its rhythmic life. It is a sharing with the earth reminiscent too of the ancient moon period. A strange process starts: In addition to being aware of living in a realm of elemental beings belonging to the plant kingdom and to flowing liquids, we realize something else of a very special nature, something quite strange, namely, that we are becoming part of a rhythm that is involved both in the inner rhythm of the earth and in our breathing rhythm. We acquire the idea that the rhythm of our breathing is inwardly related to the rhythm of the earth. In short, we begin to be aware that we are part of the whole earth-organism. We really begin to sense our belonging to it. The earth-organism claims us.

[ 28 ] Es kann dann schon so sein, wie Goethe zu Eckermann am 11. April 1827 sagte: «Ich denke mir die Erde mit ihrem Dunstkreise gleichnisweise als ein großes lebendiges Wesen, das im ewigen Ein- und Ausatmen begriffen ist.» Und wie in diesem Ein- und Ausatmen fühlt man sich da drinnen. Man lebt auf eine eigentümliche Art das Leben der Erde mit.

[ 28 ] This can be compared to what Goethe described to Eckermann on April 11, 1827, when he said, “I picture the earth with its vapor mantle as a huge living organism involved in an unceasing in- and out-breathing.”2Johannes Peter Eckermann, 1792–1854. Published Conversations with Goethe, 1823-1832 in 1836. We feel ourselves involved in this. We share in this unique way in the life of the earth.

[ 29 ] Und ich möchte auf einen wichtigen Punkt hindeuten, der Ihnen wiederum zeigen wird, wie gerade an charakteristischen Persönlichkeiten Geisteswissenschaft fruchtbar leuchtend, beleuchtend ist für die Ergebnisse der Naturwissenschaft; wie alles sich sehr schön mit den Ergebnissen der Naturwissenschaft zusammenfügt. Da muß ich Sie daran erinnern, wie einstmals Archimedes, der alte griechische Philosoph, als er im Bade war, sein weltberühmt gewordenes: Ich hab’s gefunden! — «Heureka!» — ausgerufen hat. Was hatte er gefunden? Er hat im Bade die Füße emporgestreckt aus dem Wasser und wieder heruntergelassen, und er hat dann bemerken können: Wenn die Füße im Wasser sind, sind sie leichter, als wenn sie draußen sind. Und er hat das wichtige Prinzip gefunden, daß ein jeder Körper im Wasser soviel von seinem Gewicht verliert, als das Gewicht des Wasserkörpers beträgt, den der andere, feste Körper verdrängt. Darauf beruht auch das Steigen des Luftballons, der immer soviel von seinem Gewicht verliert, als das Gewicht der verdrängten Luft beträgt. Und so ist es auch, wenn Sie Wasser haben, und in dieser Wassermasse einen festen Körper, dann verliert er so viel von seinem Gewicht innerhalb des Wassers, als das Gewicht des von ihm verdrängten Wassers beträgt, das den Raum von ihm einnimmt. Das verliert er scheinbar innerhalb des Wassers; wenn er unten liegt, verliert er es nicht, aber innerhalb des Wassers verliert er es. Das ist ein allgemeines Prinzip in der Natur. Es ist aber ein wichtiges Prinzip; denn, sehen Sie, mit diesem Prinzip hängt etwas außerordentlich Wichtiges im Menschen zusammen.

[ 29 ] I'd like to point out something here that demonstrates again how fruitfully spiritual science illuminates the findings of natural science made by some characteristic scientific figures, and how well they go together. So I remind you of the famous exclamation of the Greek philosopher Archimedes, who as he sat in his bath shouted, “Eureka! I've found it!”3Archimedes, 285–212 B.C., Greek physicist and mathematician. And what had he found out? He lifted his feet out of the bath water and then put them back in again, finding that they were lighter in the water than outside it. So he discovered the important principle that any body suspended in water loses as much weight as the water it displaces weighs. Balloons rise according to the same principle, losing as much weight as the air they displace. In the case of water, a heavy object lying on the bottom does not lose weight, but it does so when it is suspended in the water. This principle obtains throughout nature, and it is an important one, for it is related to something of the greatest importance in human beings.

[ 30 ] Sie werden ja schon gehört haben, wie schwer ein menschliches Gehirn ist: im Durchschnitt etwa 1350 Gramm. Es hat also ein ziemliches Gewicht, dieses menschliche Gehirn, es wiegt fast anderthalb Kilo. Nun sind unter dem Gehirn sehr zarte Organe. Wenn Sie ein Kilo auf diese zarten Organe legen würden, so würden die sogleich zusammengequetscht werden, die könnten das gar nicht ertragen. Fortwährend ist das so, daß Sie ein Gehirn von einem Gewicht in sich tragen, das durch seine Schwere veranlagt ist, die Organe, die darunterliegen, an der Gehirnbasis liegen, zu zerdrücken. Es drückt aber nicht dieses Gewicht von einem Kilogramm, sondern in Wirklichkeit drücken höchstens zwanzig Gramm auf die Gehirnbasis! Woher kommt das? Weil das Gehirn ganz schwimmt im Gehirnwasser. Und tatsächlich, bis auf zwanzig Gramm verliert das Gehirn von seinem Gewicht, weil es im Gehirnwasser schwimmt; nicht von dem Gewicht, das Abwiegegewicht ist, sondern von dem Gewicht, das unmittelbares Druckgewicht ist. Es drückt nur mit zwanzig Gramm auf die Basis. Man stellt sich die Sache ganz richtig vor, wenn man sich vorstellt: Das Gehirn (es wird gezeichnet), und das Gehirn im Gehirnwasser schwimmend, das Gehirnwasser dann durch die Rükkenmarkssäule heruntergehend.

[ 30 ] You will have heard that the human brain weighs on the average 1350 grams. It is therefore quite heavy, almost 1 1/2 kilos. Very fragile organs occupy the space beneath it, organs that would be crushed by laying anything weighing a single kilo on top of them. Yet it is a fact that we all have a brain heavy enough to crush the organs that lie at its base. But the pressure exerted on them actually amounts at most to 20 grams, rather than to a kilo. How is this accounted for? It is due to the fact that the brain is suspended in a fluid; it loses all but 20 grams of its weight because it is floating in the brain fluid. We are speaking here not of what it actually weighs, but of its 20-gram pressure on the organs at its base. We picture it correctly when we conceive the brain floating in the brain fluid and this fluid extending downward into the spinal column.

[ 31 ] Nun denken Sie sich aber, daß dieses Gehirnwasser rhythmisch auf und ab geht. So wie sich das Zwerchfell bei der Atmung auf und ab bewegt, so wie überhaupt die Ein- und Ausatmung vor sich geht, so bewegt sich rhythmisch dieses Gehirnwasser, in dem das Gehirn schwimmt und die Atmung mitmacht auf diese Weise. Und der ganze Gedankenprozeß, insofern das Gehirn sein Werkzeug ist, hat darin seinen physischen Zusammenhang mit dem Atmungsprozeß. Dadurch ist das Gehirn zu gleicher Zeit ein außerordentlich feines Empfindungsorgan für dasjenige, was im Irdischen als fortwährende Kräfte wirkt.

[ 31 ] Now picture this brain fluid rhythmically rising and falling. This fluid with the brain floating in it is involved in rhythmical movement as the diaphragm contracts and expands with the in- and out-movement of the breath, and it is thus involved in the breathing process. Insofar as the brain is its instrument, the whole thought process thus is connected with the breathing process. The brain is thus an extraordinarily sensitive sense organ for the forces continually playing in the earthly realm.

[ 32 ] Goethe, der in diese Dinge eine tiefe Einsicht hatte, wollte es zum Beispiel durchaus nicht gelten lassen, was die grobklotzige Meteorologie über das Sinken und Steigen des Batometerstandes sagt, die bloß auf äußere Luftverdickung und Luftverdünnung, auf Steigen und Sinken des Luftdruckes sieht. Goethe hat unendlich viel Zeit seines Lebens darauf verwendet, die Barometerstände der verschiedenen Gegenden sorgfältig zu notieren, und er hat versucht, zu konstatieren, wie regelmäßig das Steigen und Sinken des Barometerstandes über die ganze Erde hin ist, und wie man das vergleichen kann mit dem, was einer inneren Kraft der Erde, einem Ausatmen und Einatmen der Erde entspricht, womit zusammenhängt selbstverständlich alles Regelmäßige und alles Unregelmäßige der Meteorologie. Man braucht sich — trotzdem Regelmäßigkeit herrscht im Ein- und Ausatmen der Erde — nicht über das Wetterwendische des Barometers zu wundern; denn schließlich bekommt ja der Mensch trotz aller Regelmäßigkeit seines Atmens auch den Schnupfen und andere Zustände, die ein Barometer dafür sind, daß etwas nicht stimmt.

[ 32 ] Goethe, in his deep insight into matters of this kind, refused, for example, to accept what the crude meteorological science of his time had to say about the rise and fall of barometric pressure being due to atmospheric lightness or heaviness. He spent an endless amount of time registering barometric readings in various localities. And he tried to determine how regular this rise and fall was over the earth as a whole and showed how it could be compared to an inner terrestrial force, an in- and out-breathing on the part of the earth, which is of course closely related to meteorological regularity and irregularity. We need not be surprised at the barometer's changeableness despite the regularity of the earth's in- and out-breathing; human beings too are prone, despite the regularity of their breathing, to contract colds and other conditions that act like barometers showing that something is amiss.

[ 33 ] Aber diese wunderbare Gesetzmäßigkeit in der Erdenschwere, dieses Innenleben des Irdischen, das nimmt der Mensch wahr. Im physischen Leben bleibt es unterbewußt. Aber so wie der Mensch hinausguckt in die Welt oder mit dem Ohr hinaushört, geradeso nimmt er in dem fortwährenden Aufundabwogen des Gehirnwassers geheimnisvolle innere Vorgänge des «Erdentieres» wahr, über das Goethe sich so ausdrückt: Ich denke mir die Erde mit ihrem Dunstkreis gleichnisweise als ein großes lebendiges Wesen, das im ewigen Ein- und Ausatmen begriffen ist. Dieses Miterleben der Erde nimmt der Mensch wahr, aber es bleibt im Unterbewußten. Aber sobald man den Ätherleib als ein Organ hat, beginnt man, dieses Leben der Erde wahrzunehmen und mitzumachen, dann ist man ein Glied an diesem großen Erdengetier. Es ist wirklich erst unsere Zeit dazu gekommen, ich möchte sagen, solchen Dingen ganz verständnislos gegenüberzustehen. Noch Kepler, der ja als ein großer Geist gilt auch für diejenigen, die heute alle spirituelle Erkenntnis totschlagen möchten, redet davon, daß unsere Erde, wie er sich ausdrückt, eine walfischartige Respiration in Perioden, ein von der Sonnenzeit abhängiges Schlafen und Erwachen, mit Anschwellen und Sinken des Ozeans hat. Hinuntergedrängt ins Unterbewußte und ausgedrückt durch einen physischen Vorgang, der aber nichts mit dem Bewußtsein zu tun hat, erlebt der Mensch diese Dinge.

[ 33 ] We perceive this wonderful lawfulness in the earth's gravity, this inner life of the terrestrial, even though we are not conscious of it in physical life. We perceive the mysterious inner processes of the “earth-creature” taking place in the continuous rising and falling of the brain fluid in exactly the same way we gaze out into the world and listen to it. Goethe said of it, “I picture the earth with its vapor mantle as a huge living organism involved in an unceasing in- and out-breathing.” We feel that we share in it, though on an unconscious level. But the moment we use our etheric bodies as perceptive organs we begin to perceive it consciously and to participate in it; we become part of this huge earth-creature. Our age is really the first to confront such matters entirely without understanding. Kepler, whom even those currently eager to wipe out all spiritual insight regard as a great mind, still spoke of our earth as having a periodic respiratory process which he likened to that of whales, a going-to-sleep and reawakening, dependent upon the sun-rhythm and accompanied by a fulling and ebbing of the ocean.4Johannes Kepler, 1571–1630, German astronomer. Calculated orbits of the planets and discovered the laws of the movement of the planets. We have an experience of these processes on an unconscious level, and it finds expression in a physical process of which we are not consciously aware.

[ 34 ] Jetzt werden Sie sich nicht mehr wundern, wenn Ihnen nun die hellseherische Erkenntnis sagt: Auf dem alten Monde, wo traumhaftes Hellsehen vorhanden war, war insbesondere das, was jetzt in das Innere des Organismus zurückgetreten ist — dieser eigentümliche Zusammenhang zwischen der äußeren Luft und unserem Denkprozesse auf dem Umwege durch das Blut und durch das Aufundabwogen des Gehirnwassers —, ein Äußeres im Organismus. Da war draußen die sich bewegende Luft. Da war der Mensch selber noch denn etwas wie Irdisches war ja noch nicht da, erst wässerig war der Mond oder höchstens verdichtetes Wasser —, wie ein Aufwirbeln in der Mondenmaterie. Und dann lebte in diesem Aufwirbeln dasjenige, was dieses Aufwirbeln wahrnahm, was da im Wasser als verdichtetes Wasser schwamm als Mensch, als Mondenmensch. Das, was wir waren als Mondenmensch, das steckt in uns drinnen. Und wenn man studiert, wie das Gehirn im Gehirnwasser drinnen ist und wie die ganzen Funktionen sind, wie das mit dem Atmungsprozeß zusammenhängt, dann sieht man: Ja, es ist so: da stehst du eigentlich, du Erbschaft vom alten Mond, du hast dich nur zurückgezogen in das Innere. Da bist du als Gehirn. — Drinnen im Gehirnwasser schwimmt das, wogt auf und ab.

[ 34 ] It will not surprise you, then, that clairvoyant perception reports that what has now withdrawn into the inner organism, the strange relationship between the external atmosphere and our thought process through the blood and the rising and falling of the brain fluid was once an external element on the ancient moon, where dreamlike clairvoyance prevailed. The circulating air was outside. The human being himself was as yet only a vortex in the moon substance, for there was as yet no earthly matter; the moon was still in a fluid state or, at its most material, a thickened fluid. And in this whirling and perceiving the whirling lived moon human beings, floating as condensations in the fluid element. What we were as moon humanity remains within us. And if we study the brain in the brain fluid and study the nature of the various functions related to the breathing process, we see that it is indeed true that we have inherited the legacy of the ancient moon, but now withdrawn into our interior make-up. We are still there, as brains floating in fluid, in rhythmically alternating motion.

[ 35 ] Da kann man daraus sehen, wie sich darinnen spiegelt das alte Monden-Aufundabwogen, das des Menschen Physisches auf dem Monde war. Und darüber hat sich gleichsam gedeckt die ganze Sinnlichkeit, die man durch die äußeren Sinne, durch die Nerven wahrnimmt, wie die äußere Hülle, die darüber ist. Und was drunter ist, ist als Erbschaft vom alten Mond zurückgeblieben.

[ 35 ] We see here a reflection of the old moon rhythm that constituted human physical nature on the moon. And our whole physical make-up, which we perceive with our nerves and external senses, has spread out over that nature as an outer covering. Hidden beneath it is what remains as a moon legacy.

[ 36 ] So schließen sich überall die Dinge zusammen. In einer wunderschönen Weise schließen sie sich zusammen. Allerdings, solange man durch seine Augen nach außen sieht, durch seine Ohren nach außen hört, weiß man nichts von diesen Zusammenhängen durch inneres Erkennen. In dem Augenblick aber, wo man die Sinne nicht mehr benutzt und die Gedanken in der Weise zurückläßt, die ich Ihnen beschrieben habe, da fühlt man sich eins mit dem Erdenleben, und da weiß man sich eins durch seine innere Konfiguration mit der Erdenschwere unseres ätherischen Lebens, jenes Lebens, in das unmittelbar derjenige übergeht, der den physischen Leib auch verläßt, und der in den Zustand des sogenannten Todes übergeht.

[ 36 ] There are always and everywhere these interrelationships, marvelously wrought. But we have no inner perception of them as long as our eyes and ears are directed only toward the external. The moment we surrender the use of our senses and leave our thoughts behind as described, however, we feel our unity with the life of the earth. And we know ourselves inwardly to be one with the earthly gravity of our etheric life, that life into which we enter upon leaving our physical bodies in the transformed condition known as death.