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The Value of Thinking for Satisfying Our Quest for Knowledge
The Relationship Between the Spiritual Science and the Natural SciencesGA 164

19 September 1915, Dornach

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Dritter Vortrag

Dritter Vortrag

[ 1 ] Gestern haben wir die Betrachtungen von einem gewissen Gesichtspunkte aus zu der Charakteristik der imaginativen Erkenntnis geführt und Wert darauf gelegt, zu betonen, daß der Mensch alles dasjenige, was er bewußt durch die imaginative Erkenntnis in seinem Bewußtsein gegenwärtig macht, ja fortwährend in sich hat. Ich habe den Vergleich gebraucht, daß in einem Zimmer, das finster ist, verschiedene Gegenstände, meinetwillen auch Menschen seien, die man mit physischen Augen in einem finsteren Zimmer nicht sieht. Dann kommt man hinein mit einem Licht, und alles das, was drinnen ist, wird beleuchtet; es ist nichts Neues darin, alles war schon vorher da. Der Unterschied ist nur der, daß die Dinge nachher gesehen, wahrgenommen werden und vorher nicht. So ist es auch mit dem, was uns die imaginative Erkenntnis darbietet. All das, was die imaginative Erkenntnis zum Bewußtsein bringt, ist im Menschen vorhanden, waltet und wirkt im Menschen da unten in den verborgenen Seelentiefen; es gehört zu dem, was im Menschen lebt und webt. Und was das besonders Wichtige für den Menschen auf dem physischen Plan ist: er wird fortwährend in irgendeiner Weise vermehrt oder vermindert in seinen Kräften durch das, was er im Leben aufnimmt, erfährt und hinuntersinken läßt von seinem Vorstellungsleben in die Tiefen des Bewußtseins.

[ 1 ] Gestern haben wir die Betrachtungen von einem gewissen Gesichtspunkte aus zu der Charakteristik der imaginativen Erkenntnis geführt und Wert darauf gelegt, zu betonen, daß der Mensch alles dasjenige, was er bewußt durch die imaginative Erkenntnis in seinem Bewußtsein gegenwärtig macht, ja fortwährend in sich hat. Ich habe den Vergleich gebraucht, daß in einem Zimmer, das finster ist, verschiedene Gegenstände, meinetwillen auch Menschen seien, die man mit physischen Augen in einem finsteren Zimmer nicht sieht. Dann kommt man hinein mit einem Licht, und alles das, was drinnen ist, wird beleuchtet; es ist nichts Neues darin, alles war schon vorher da. Der Unterschied ist nur der, daß die Dinge nachher gesehen, wahrgenommen werden und vorher nicht. So ist es auch mit dem, was uns die imaginative Erkenntnis darbietet. All das, was die imaginative Erkenntnis zum Bewußtsein bringt, ist im Menschen vorhanden, waltet und wirkt im Menschen da unten in den verborgenen Seelentiefen; es gehört zu dem, was im Menschen lebt und webt. Und was das besonders Wichtige für den Menschen auf dem physischen Plan ist: er wird fortwährend in irgendeiner Weise vermehrt oder vermindert in seinen Kräften durch das, was er im Leben aufnimmt, erfährt und hinuntersinken läßt von seinem Vorstellungsleben in die Tiefen des Bewußtseins.

[ 2 ] Ich werde bei einer späteren Gelegenheit Ihnen über diese Sache noch etwas Genaueres zu sagen haben; denn der Vorgang ist sehr unvollständig charakterisiert, wenn man sagt: Hier [es wird gezeichnet] sei die Schwelle des Bewußtseins; hier sei eine Vorstellung, die sinke hinunter in das Unterbewußte und wäre jetzt drunten wie ein lebendiges Wesen. Wie gesagt, der Vorgang ist recht unvollständig beschrieben. Allein wir wollen erst langsam und allmählich zu dem wahren Tatbestand auf diesem Gebiet aufsteigen.

[ 2 ] Ich werde bei einer späteren Gelegenheit Ihnen über diese Sache noch etwas Genaueres zu sagen haben; denn der Vorgang ist sehr unvollständig charakterisiert, wenn man sagt: Hier [es wird gezeichnet] sei die Schwelle des Bewußtseins; hier sei eine Vorstellung, die sinke hinunter in das Unterbewußte und wäre jetzt drunten wie ein lebendiges Wesen. Wie gesagt, der Vorgang ist recht unvollständig beschrieben. Allein wir wollen erst langsam und allmählich zu dem wahren Tatbestand auf diesem Gebiet aufsteigen.

[ 3 ] Was ich heute sagen will, ist, daß wir also gewahr werden, wie diese imaginativen Erkenntnistatsachen ja selbstverständlich — wie Sie aus dem Erörterten ersehen können — gründlich und tief zusammenhängen mit allen Lebensbedingungen des Menschen auch auf dem physischen Plan von der Geburt bis zum Tode. Aber sie gehören zu den unbewußten oder unterbewußten Lebensbedingungen. So daß man auch aus dem, was wir betrachtet haben, die wichtige Wahrheit gewinnen kann, daß der Mensch so, wie er auf der Erde lebt, abhängig ist von Bedingungen, die nicht in das helle Tagesbewußtsein hineingehen, das wir von der Geburt bis zum Tode haben, außer wenn wir schlafen. Also wir sind von Lebensfaktoren abhängig, die man mit dem gewöhnlichen normalen Bewußtsein nicht kennen kann.

[ 3 ] Was ich heute sagen will, ist, daß wir also gewahr werden, wie diese imaginativen Erkenntnistatsachen ja selbstverständlich — wie Sie aus dem Erörterten ersehen können — gründlich und tief zusammenhängen mit allen Lebensbedingungen des Menschen auch auf dem physischen Plan von der Geburt bis zum Tode. Aber sie gehören zu den unbewußten oder unterbewußten Lebensbedingungen. So daß man auch aus dem, was wir betrachtet haben, die wichtige Wahrheit gewinnen kann, daß der Mensch so, wie er auf der Erde lebt, abhängig ist von Bedingungen, die nicht in das helle Tagesbewußtsein hineingehen, das wir von der Geburt bis zum Tode haben, außer wenn wir schlafen. Also wir sind von Lebensfaktoren abhängig, die man mit dem gewöhnlichen normalen Bewußtsein nicht kennen kann.

Diagram 4Diagram 4

[ 4 ] Aber nach der ganzen Art, wie ich es dargestellt habe, sind diese Lebensfaktoren, die da unten — und wir haben gestern gesagt, im ätherischen Leib — walten, dem Menschen doch noch recht naheliegend, so naheliegend, daß sie, weil sie verwandt sind, sich verbinden mit dem, was der Mensch fortwährend hinuntersinken läßt von seiner Vorstellungswelt. Denn der Mensch kann gewissermaßen, wenn er seine Gedanken umwandelt in Erinnerungsvorstellungen, selber seine Gedanken zu der Substanz umformen, die da unten im Unterbewußten ist. Es ist ja [substantiell] ganz dasselbe, wie das, was wir denken. Wenn das, was wir denken, unten ist, ist es gerade so eine quirlende, wurlende Mauswelt, wie das, was da unten lebt und webt und was im Grunde genommen lebendiges Gedankenleben ist. Das ist aber der ätherische Leib, das ist aus dem Kosmos in den ätherischen Leib hereingekommen. Und weil es mit dem uns bewußten Gedankenleben verwandt ist, steht es dem Menschen noch sehr nahe. Und so, wie es [heute in uns im Unbewußten] lebt und webt, so war es im Grunde genommen während des alten Mondendaseins voll vorhanden. Das [Mondendenken] war — wenn Sie sich es traumhaft vorstellen, wenn Sie sich denken, daß es ganz eingetaucht ist in Traumleben — überhaupt so verlaufend, wie wenn Sie träumen, aber im Traum das lebendige Weben des Gedankens wahrnehmen. Damit haben Sie das alte Mondenvorstellen. Es kommt nur bei uns während des Erdendaseins noch dazu, daß wir uns anstrengen müssen, Gedanken zu haben, Gedanken zu bilden durch eigene Anstrengung. Diese Gedanken dutch eigene Anstrengung bildete sich der alte Mondenbewohner nicht. Er lebte in den Traumesbildern, die nur nicht so tot waren wie unsere Gedanken, sondern eben webendes Leben, bildwebendes Leben waren.

[ 4 ] Aber nach der ganzen Art, wie ich es dargestellt habe, sind diese Lebensfaktoren, die da unten — und wir haben gestern gesagt, im ätherischen Leib — walten, dem Menschen doch noch recht naheliegend, so naheliegend, daß sie, weil sie verwandt sind, sich verbinden mit dem, was der Mensch fortwährend hinuntersinken läßt von seiner Vorstellungswelt. Denn der Mensch kann gewissermaßen, wenn er seine Gedanken umwandelt in Erinnerungsvorstellungen, selber seine Gedanken zu der Substanz umformen, die da unten im Unterbewußten ist. Es ist ja [substantiell] ganz dasselbe, wie das, was wir denken. Wenn das, was wir denken, unten ist, ist es gerade so eine quirlende, wurlende Mauswelt, wie das, was da unten lebt und webt und was im Grunde genommen lebendiges Gedankenleben ist. Das ist aber der ätherische Leib, das ist aus dem Kosmos in den ätherischen Leib hereingekommen. Und weil es mit dem uns bewußten Gedankenleben verwandt ist, steht es dem Menschen noch sehr nahe. Und so, wie es [heute in uns im Unbewußten] lebt und webt, so war es im Grunde genommen während des alten Mondendaseins voll vorhanden. Das [Mondendenken] war — wenn Sie sich es traumhaft vorstellen, wenn Sie sich denken, daß es ganz eingetaucht ist in Traumleben — überhaupt so verlaufend, wie wenn Sie träumen, aber im Traum das lebendige Weben des Gedankens wahrnehmen. Damit haben Sie das alte Mondenvorstellen. Es kommt nur bei uns während des Erdendaseins noch dazu, daß wir uns anstrengen müssen, Gedanken zu haben, Gedanken zu bilden durch eigene Anstrengung. Diese Gedanken dutch eigene Anstrengung bildete sich der alte Mondenbewohner nicht. Er lebte in den Traumesbildern, die nur nicht so tot waren wie unsere Gedanken, sondern eben webendes Leben, bildwebendes Leben waren.

[ 5 ] Sie können aus dem, was ich Ihnen dargestellt habe, ersehen, daß wit, wenn wit uns hineinleben in die imaginative Welt, etwas gewinnen und zugleich etwas verlieren. Die Beruhigung, das irdische geruhsame Erleben der Gedanken, das verlieren wir; das haben wir nicht mehr in der Gewalt, weil die Gedanken selber lebende innere Gewalten sind. Im gewöhnlichen Leben fühlen wir uns als Herrscher unserer Gedanken; so haben wir sie nicht da in der imaginativen Welt; aber dafür ergreifen wir auch ein Leben, das eben Leben ist. Die Gedanken, die wir im physischen Leben haben, sind tot; das, was wit da ergreifen, das lebt und webt. Und so war es schon während des alten Mondendaseins für die Menschen, nur hatten sie es traumhaft, und nicht bewußt. Zu dem Bewußten wird dann [in der Erdenentwickelung] aufgestiegen. Und aus dem bewußten Erkennen desjenigen, was während des alten Mondendaseins traumhaft war, geht die imaginative Erkenntnis als die erste Stufe desjenigen hervor, aus dem die geisteswissenschaftliche Erkenntnis genommen werden muß. Verwandt ist also diese imaginative Erkenntnis noch recht sehr mit dem Menschen.

[ 5 ] Sie können aus dem, was ich Ihnen dargestellt habe, ersehen, daß wit, wenn wit uns hineinleben in die imaginative Welt, etwas gewinnen und zugleich etwas verlieren. Die Beruhigung, das irdische geruhsame Erleben der Gedanken, das verlieren wir; das haben wir nicht mehr in der Gewalt, weil die Gedanken selber lebende innere Gewalten sind. Im gewöhnlichen Leben fühlen wir uns als Herrscher unserer Gedanken; so haben wir sie nicht da in der imaginativen Welt; aber dafür ergreifen wir auch ein Leben, das eben Leben ist. Die Gedanken, die wir im physischen Leben haben, sind tot; das, was wit da ergreifen, das lebt und webt. Und so war es schon während des alten Mondendaseins für die Menschen, nur hatten sie es traumhaft, und nicht bewußt. Zu dem Bewußten wird dann [in der Erdenentwickelung] aufgestiegen. Und aus dem bewußten Erkennen desjenigen, was während des alten Mondendaseins traumhaft war, geht die imaginative Erkenntnis als die erste Stufe desjenigen hervor, aus dem die geisteswissenschaftliche Erkenntnis genommen werden muß. Verwandt ist also diese imaginative Erkenntnis noch recht sehr mit dem Menschen.

[ 6 ] Nun, ich sagte, man gewinnt etwas und man verliert etwas. Mit dem ersteren, dem Gewinnen von etwas, wären die Menschen schon einverstanden; aber mit dem Verlieren, da sind sie nicht einverstanden. Und daraus gehen unzählige Irrtümer hervor; sehr, sehr viele Irrtümer gehen daraus hervor. Sehen Sie, es ist nicht so ganz leicht, wenn man sich nicht Mühe gibt, sich vorzustellen, wie eigentlich dies traumhafte imaginative Vorstellen während der Mondenzeit war. Wenn wir hier auf der Erde leben, ist es ja wegen der physischen Entwickelungsepoche unbequem, immer erst auf Grundlage der irdischen Tatsachen sich Vorstellungen und Gedanken bilden zu sollen. Das ist ja eben gerade das Unbequeme des Studierens. Man muß die Tatsachen wirklich erwägen, die Tatsachen beurteilen, die Tatsachen in Verbindung bringen, und man muß langsam durch eigene Anstrengung sich durcharbeiten in den Gedanken- und Vorstellungswelten, die man eben als irdischer Mensch mit dem irdischen Willen beherrscht. Da empfinden manche es dann als etwas viel Bequemeres, wenn ihnen die lebendige Gedankenwelt einfach so gegeben wird, daß sie darauf nur zu warten brauchen: bekommen sie die «Erleuchtung» davon, dann geht es in ihr Seelenleben hinein, dann brauchen sie nicht mehr Gedanken zu entwickeln. So denken sie, kommen aber dadurch nicht weiter als sie sind. Man steht viel höher als Erdenmensch denn als Mondenmensch; denn man hat sich weiterentwickelt. Gegenüber dem traumhaften Mondenimaginieren steht man als Erdenmensch, der die Tatsachen kombiniert und der mit seinem vernünftigen Urteil sich Begriffe bildet aus den Lebenserfahrungen, viel höher als der Mondenmensch und als derjenige, der zurückersehnt dies Mondenmenschendasein, das in nicht von Gedanken erarbeiteten Erleuchtungen bestehen soll.

[ 6 ] Nun, ich sagte, man gewinnt etwas und man verliert etwas. Mit dem ersteren, dem Gewinnen von etwas, wären die Menschen schon einverstanden; aber mit dem Verlieren, da sind sie nicht einverstanden. Und daraus gehen unzählige Irrtümer hervor; sehr, sehr viele Irrtümer gehen daraus hervor. Sehen Sie, es ist nicht so ganz leicht, wenn man sich nicht Mühe gibt, sich vorzustellen, wie eigentlich dies traumhafte imaginative Vorstellen während der Mondenzeit war. Wenn wir hier auf der Erde leben, ist es ja wegen der physischen Entwickelungsepoche unbequem, immer erst auf Grundlage der irdischen Tatsachen sich Vorstellungen und Gedanken bilden zu sollen. Das ist ja eben gerade das Unbequeme des Studierens. Man muß die Tatsachen wirklich erwägen, die Tatsachen beurteilen, die Tatsachen in Verbindung bringen, und man muß langsam durch eigene Anstrengung sich durcharbeiten in den Gedanken- und Vorstellungswelten, die man eben als irdischer Mensch mit dem irdischen Willen beherrscht. Da empfinden manche es dann als etwas viel Bequemeres, wenn ihnen die lebendige Gedankenwelt einfach so gegeben wird, daß sie darauf nur zu warten brauchen: bekommen sie die «Erleuchtung» davon, dann geht es in ihr Seelenleben hinein, dann brauchen sie nicht mehr Gedanken zu entwickeln. So denken sie, kommen aber dadurch nicht weiter als sie sind. Man steht viel höher als Erdenmensch denn als Mondenmensch; denn man hat sich weiterentwickelt. Gegenüber dem traumhaften Mondenimaginieren steht man als Erdenmensch, der die Tatsachen kombiniert und der mit seinem vernünftigen Urteil sich Begriffe bildet aus den Lebenserfahrungen, viel höher als der Mondenmensch und als derjenige, der zurückersehnt dies Mondenmenschendasein, das in nicht von Gedanken erarbeiteten Erleuchtungen bestehen soll.

[ 7 ] Man kann da eigentümliche Erfahrungen machen. Nicht daß der Mensch, wenn er zu diesem mondhaften Erkennen zurücksinkt, da etwa keine Gedanken hätte. Er hat Gedanken; aber die kommen von selbst, er braucht die Arbeit [des Tatsachendenkens] nicht zu verrichten. Das erscheint ja auch wiederum recht bequem. Man kann immer wieder eine bestimmte Erfahrung machen, eine ganz wichtige, bestimmte Erfahrung, die ins Auge gefaßt werden muß, wenn man diese Dinge überhaupt richtig verstehen will.

[ 7 ] Man kann da eigentümliche Erfahrungen machen. Nicht daß der Mensch, wenn er zu diesem mondhaften Erkennen zurücksinkt, da etwa keine Gedanken hätte. Er hat Gedanken; aber die kommen von selbst, er braucht die Arbeit [des Tatsachendenkens] nicht zu verrichten. Das erscheint ja auch wiederum recht bequem. Man kann immer wieder eine bestimmte Erfahrung machen, eine ganz wichtige, bestimmte Erfahrung, die ins Auge gefaßt werden muß, wenn man diese Dinge überhaupt richtig verstehen will.

[ 8 ] Es gibt Menschen, die kommen zu einem gewissen visionären Hellsehen. Dieses traumhafte Imaginieren, dieses visionäre Hellsehen ist ja immer ein Zurückfallen in die Mondennatur. Denn wirkliches, für die Erde erwünschbares Hellsehen muß auf einer höheren Stufe, auf einer noch größeren Erarbeitung durch die Gedankenwelt beruhen als das Erkennen des physischen Planes. Das Zurücksinken ist nicht eine Erhöhung, nicht ein Hinaufentwickeln des Menschen, sondern ein Sich-Hinunter-Entwickeln, ein Weniger-intelligentWerden als man als normaler Erdenmensch ist. Und da kommt es zu diesem eigentümlichen Erlebnis, das man immer wieder haben kann. Es gibt Menschen, die haben ein gewisses visionäres Hellsehen, sind aber eigentlich gar nicht intelligent. Ja, es hängt geradezu ihr Hellsehen damit zusammen, daß sie die Intelligenz fliehen, daß sie die Intelligenz, die man als Erdenmensch zu entwickeln hat, gar nicht entwickeln mögen. Gerade das Heruntergedämpftsein der gewöhnlichen irdischen Intelligenz findet man sehr häufig verbunden mit einem gewissen Grade visionären Hellsehens, das ein mondenhaftatavistisches ist. Und da stellt sich vielleicht folgendes ein: Solche Menschen können dann von ihren Bildern Aufzeichnungen machen. Diese Aufzeichnungen sind nicht etwa gedankenlos, sondern mit Gedanken verwoben — die Gedanken kommen mit den Bildern und darinnen sind geistreiche, ganz geistvolle Bilder verwoben. Und dann kann das Rätsel entstehen: Ja, da ist ein Mensch, der beschreibt in Bildern, in sehr schönen Bildern, Atlantis oder auch anderes, das ihm visionär kommt und das ist absolut logisch intelligent. Aber ich habe nie solche intelligente Logik wahrgenommen bei jenem Menschen, wenn er über die Dinge des physischen Planes etwas erklären soll; dann hat er sie nicht. Er ist nicht genug Erdenmensch geworden. Doch wenn er in die Mondenintelligenz zurückfallen darf, dann kommt die Intelligenz. Aber dann ist es nicht seine Intelligenz, dann ist er bloß Medium für die Mondenintelligenz, dann wirkt die Mondenintelligenz in ihn herein. Man kann wunderschöne Beschreibungen von geistigen Welten von Menschen erhalten, die so ein wenig zurückgesunken sind in die Mondenstufe, und die, wenn sie ihre irdisch erarbeitete Intelligenz anwenden wollen, selber gar nicht begreifen können, was sie da eigentlich hervorgebracht haben, dies auch meistens gar nicht wollen.

[ 8 ] Es gibt Menschen, die kommen zu einem gewissen visionären Hellsehen. Dieses traumhafte Imaginieren, dieses visionäre Hellsehen ist ja immer ein Zurückfallen in die Mondennatur. Denn wirkliches, für die Erde erwünschbares Hellsehen muß auf einer höheren Stufe, auf einer noch größeren Erarbeitung durch die Gedankenwelt beruhen als das Erkennen des physischen Planes. Das Zurücksinken ist nicht eine Erhöhung, nicht ein Hinaufentwickeln des Menschen, sondern ein Sich-Hinunter-Entwickeln, ein Weniger-intelligentWerden als man als normaler Erdenmensch ist. Und da kommt es zu diesem eigentümlichen Erlebnis, das man immer wieder haben kann. Es gibt Menschen, die haben ein gewisses visionäres Hellsehen, sind aber eigentlich gar nicht intelligent. Ja, es hängt geradezu ihr Hellsehen damit zusammen, daß sie die Intelligenz fliehen, daß sie die Intelligenz, die man als Erdenmensch zu entwickeln hat, gar nicht entwickeln mögen. Gerade das Heruntergedämpftsein der gewöhnlichen irdischen Intelligenz findet man sehr häufig verbunden mit einem gewissen Grade visionären Hellsehens, das ein mondenhaftatavistisches ist. Und da stellt sich vielleicht folgendes ein: Solche Menschen können dann von ihren Bildern Aufzeichnungen machen. Diese Aufzeichnungen sind nicht etwa gedankenlos, sondern mit Gedanken verwoben — die Gedanken kommen mit den Bildern und darinnen sind geistreiche, ganz geistvolle Bilder verwoben. Und dann kann das Rätsel entstehen: Ja, da ist ein Mensch, der beschreibt in Bildern, in sehr schönen Bildern, Atlantis oder auch anderes, das ihm visionär kommt und das ist absolut logisch intelligent. Aber ich habe nie solche intelligente Logik wahrgenommen bei jenem Menschen, wenn er über die Dinge des physischen Planes etwas erklären soll; dann hat er sie nicht. Er ist nicht genug Erdenmensch geworden. Doch wenn er in die Mondenintelligenz zurückfallen darf, dann kommt die Intelligenz. Aber dann ist es nicht seine Intelligenz, dann ist er bloß Medium für die Mondenintelligenz, dann wirkt die Mondenintelligenz in ihn herein. Man kann wunderschöne Beschreibungen von geistigen Welten von Menschen erhalten, die so ein wenig zurückgesunken sind in die Mondenstufe, und die, wenn sie ihre irdisch erarbeitete Intelligenz anwenden wollen, selber gar nicht begreifen können, was sie da eigentlich hervorgebracht haben, dies auch meistens gar nicht wollen.

[ 9 ] Ich sagte: Beim Aufsteigen zur imaginativen Erkenntnis muß man etwas gewinnen und etwas verlieren, und daß die Menschen meistens nichts verlieren wollen. Ich wies auch darauf hin, daß Menschen, die Geist haben, diesen nicht verlieren wollen. Das sind jetzt nicht diejenigen, die das visionäre Hellsehen lieben, die wollen nämlich ganz gern die gewöhnliche Intelligenz, das gewöhnliche Denken verlieren. Aber es gibt eine andere Gruppe, welche diese Intelligenz nicht verlieren will. Sie möchte diese Intelligenz, so wie sie auf dem physischen Plane ist, erhalten, nur will sie sie nicht weiterbilden. Sie will in bezug auf diese Intelligenz nicht weiterarbeiten, so daß der Mensch dazu kommt, die Begriffe freier zu gebrauchen, als sie unter den Vorgängen des physischen Planes gebraucht werden. Und dann kommen solche Menschen in ein Allegorisieren, in ein Symbolisieren hinein, das doch wieder nur eine Tätigkeit des physischen Planes ist, weil es das Denken nicht fortbildet, sondern es stehen läßt, und ihm dann äußere Gedankenmäntelchen umhängt von allerlei erlesenen okkulten Sachen. Das ist sehr wichtig, daß man das auch berücksichtigt.

[ 9 ] Ich sagte: Beim Aufsteigen zur imaginativen Erkenntnis muß man etwas gewinnen und etwas verlieren, und daß die Menschen meistens nichts verlieren wollen. Ich wies auch darauf hin, daß Menschen, die Geist haben, diesen nicht verlieren wollen. Das sind jetzt nicht diejenigen, die das visionäre Hellsehen lieben, die wollen nämlich ganz gern die gewöhnliche Intelligenz, das gewöhnliche Denken verlieren. Aber es gibt eine andere Gruppe, welche diese Intelligenz nicht verlieren will. Sie möchte diese Intelligenz, so wie sie auf dem physischen Plane ist, erhalten, nur will sie sie nicht weiterbilden. Sie will in bezug auf diese Intelligenz nicht weiterarbeiten, so daß der Mensch dazu kommt, die Begriffe freier zu gebrauchen, als sie unter den Vorgängen des physischen Planes gebraucht werden. Und dann kommen solche Menschen in ein Allegorisieren, in ein Symbolisieren hinein, das doch wieder nur eine Tätigkeit des physischen Planes ist, weil es das Denken nicht fortbildet, sondern es stehen läßt, und ihm dann äußere Gedankenmäntelchen umhängt von allerlei erlesenen okkulten Sachen. Das ist sehr wichtig, daß man das auch berücksichtigt.

[ 10 ] Und sehen Sie, das war schon im Bewußtsein derjenigen, die sich langsam und allmählich heraufgearbeitet haben oder heraufarbeiten wollten zu den Gesichtspunkten, die wir heute in der Geisteswissenschaft haben müssen. Heute müssen wir in der Geisteswissenschaft wirklich der Menschheit etwas vom klaren Denken bringen, verbunden mit der Möglichkeit, etwas von geistigen Welten zu wissen, aber in klarem, in vollständig klarem Denken. Es hat wirklich lange gedauert, bis die Möglichkeit gekommen ist — und hoffentlich ist sie jetzt da —, diese Sachen so zu durchschauen. Und viele Menschen haben sich dazu durchgearbeitet. Menschen von einer so großen Klarheit wie zum Beispiel Goethe sind ja der vollständigen Klarheit sehr nahe gekommen. Aber es haben sich viele durchgearbeitet. Denken Sie doch nur, wie Jakob Böhme von dem Übergangspunkte der materialistischen Zeit an gerungen hat, aus den chaotisch sich windenden, bewegenden und quirlenden und wurlenden Begriffen heraus — die hat er schon gehabt — sich wirklich so durchzuarbeiten, daß dasjenige herausgekommen ist, was eben bei Jakob Böhme doch als eine tiefsinnige Beleuchtung mancher Geheimnisse der geistigen Welt dasteht.

[ 10 ] Und sehen Sie, das war schon im Bewußtsein derjenigen, die sich langsam und allmählich heraufgearbeitet haben oder heraufarbeiten wollten zu den Gesichtspunkten, die wir heute in der Geisteswissenschaft haben müssen. Heute müssen wir in der Geisteswissenschaft wirklich der Menschheit etwas vom klaren Denken bringen, verbunden mit der Möglichkeit, etwas von geistigen Welten zu wissen, aber in klarem, in vollständig klarem Denken. Es hat wirklich lange gedauert, bis die Möglichkeit gekommen ist — und hoffentlich ist sie jetzt da —, diese Sachen so zu durchschauen. Und viele Menschen haben sich dazu durchgearbeitet. Menschen von einer so großen Klarheit wie zum Beispiel Goethe sind ja der vollständigen Klarheit sehr nahe gekommen. Aber es haben sich viele durchgearbeitet. Denken Sie doch nur, wie Jakob Böhme von dem Übergangspunkte der materialistischen Zeit an gerungen hat, aus den chaotisch sich windenden, bewegenden und quirlenden und wurlenden Begriffen heraus — die hat er schon gehabt — sich wirklich so durchzuarbeiten, daß dasjenige herausgekommen ist, was eben bei Jakob Böhme doch als eine tiefsinnige Beleuchtung mancher Geheimnisse der geistigen Welt dasteht.

[ 11 ] Wieder ein anderer hat einen wunderschönen Satz ausgesprochen — ich möchte sagen, wie in der Morgenröte der neueren Zeit das Blickfeld wunderbar beleuchtend —, aus dem man sieht, oder wenigstens aus dem, was er sonst geleistet hat, kann man es sehen, wie er zwar nicht mit völlig klarem Blick durchdringen konnte zu dem, was heute Geisteswissenschaft sein soll, aber doch so weit kommen konnte, gerade den wichtigsten Nerv darzustellen. Es hat nämlich der Mann, von dem ich jetzt rede, im 18. Jahrhundert eingesehen: Will man den Menschen erkennen, so muß man durch die Finsternisse, durch die Wirrnisse der äußeren materiellen Erkenntnis durchdringen. Schon wenn Sie auf der ersten Stufe der imaginativen Erkenntnis stehen, ist das notwendig. Denn wir haben gesehen, was da unten in den Tiefen der Seele webt, das kann man mit der physischen Erkenntnis gar nicht erreichen. Da muß man dutch die Finsternis durchdringen. Aber das ist nicht das einzige, was man tun muß. Man muß auch durch die Wirrnisse der gewöhnlichen Begriffe zur Erkenntnis durchdringen, man muß auch diese Wirrnisse zerstreuen. Also man muß auch hinauskommen über das gewöhnliche, auf dem physischen Plan wirkende Denken.

[ 11 ] Wieder ein anderer hat einen wunderschönen Satz ausgesprochen — ich möchte sagen, wie in der Morgenröte der neueren Zeit das Blickfeld wunderbar beleuchtend —, aus dem man sieht, oder wenigstens aus dem, was er sonst geleistet hat, kann man es sehen, wie er zwar nicht mit völlig klarem Blick durchdringen konnte zu dem, was heute Geisteswissenschaft sein soll, aber doch so weit kommen konnte, gerade den wichtigsten Nerv darzustellen. Es hat nämlich der Mann, von dem ich jetzt rede, im 18. Jahrhundert eingesehen: Will man den Menschen erkennen, so muß man durch die Finsternisse, durch die Wirrnisse der äußeren materiellen Erkenntnis durchdringen. Schon wenn Sie auf der ersten Stufe der imaginativen Erkenntnis stehen, ist das notwendig. Denn wir haben gesehen, was da unten in den Tiefen der Seele webt, das kann man mit der physischen Erkenntnis gar nicht erreichen. Da muß man dutch die Finsternis durchdringen. Aber das ist nicht das einzige, was man tun muß. Man muß auch durch die Wirrnisse der gewöhnlichen Begriffe zur Erkenntnis durchdringen, man muß auch diese Wirrnisse zerstreuen. Also man muß auch hinauskommen über das gewöhnliche, auf dem physischen Plan wirkende Denken.

[ 12 ] Und da hat denn dieser Mann einen sehr schönen Satz geprägt. Der erste Teil dieses Satzes wird gern befolgt, der zweite Teil wird fast gar nicht befolgt. Aber es ist wichtig, ihn zu befolgen. Sehen Sie, das geben heute die meisten zu, die irgendwie auf irgendeinem Gebiet Mystiker werden oder sein wollen, daß man das Sinnliche, das Materielle abstreifen muß, daß man die Wirrnisse des Materiellen abstreifen muß, um ins Geistige einzudringen. Daß man aber auch abstreifen muß die Formen des Geistigen, die dem begrifflichen Denken anhaften, das geben die wenigsten zu; denn sie möchten sie mitnehmen, möchten damit ebenso wirtschaften wie auf dem physischen Plane, möchten da unten im Unterbewußten den Gedanken als Erinnerungsmöglichkeit gerade in derselben Form finden, die er da oben hat.

[ 12 ] Und da hat denn dieser Mann einen sehr schönen Satz geprägt. Der erste Teil dieses Satzes wird gern befolgt, der zweite Teil wird fast gar nicht befolgt. Aber es ist wichtig, ihn zu befolgen. Sehen Sie, das geben heute die meisten zu, die irgendwie auf irgendeinem Gebiet Mystiker werden oder sein wollen, daß man das Sinnliche, das Materielle abstreifen muß, daß man die Wirrnisse des Materiellen abstreifen muß, um ins Geistige einzudringen. Daß man aber auch abstreifen muß die Formen des Geistigen, die dem begrifflichen Denken anhaften, das geben die wenigsten zu; denn sie möchten sie mitnehmen, möchten damit ebenso wirtschaften wie auf dem physischen Plane, möchten da unten im Unterbewußten den Gedanken als Erinnerungsmöglichkeit gerade in derselben Form finden, die er da oben hat.

[ 13 ] Es wäre aber ein Irrtum, wenn Sie glauben wollten, daß der Hellseher, wenn er hineinschaut in das menschliche Gemüt, die Gedanken da geradeso wiederfindet, wie der sie denkt, der sie im Kopfe hat. Das ist nicht wahr. Da unten sind sie verwandelt, sind sie lebendige Wesen, eine elementarische Welt. Die Welt der Gedanken, die der Mensch hier auf dem physischen Plane hat, die findet man nicht in der geistigen Welt. Deshalb hat jener Mann einen schönen Satz geprägt, den ich Ihnen aufschreiben will, denn er kann wirklich angesehen werden als eine Art Probieren im eigenen Gemüte: Wie kommt man nur dahin, über die Welten, die außerhalb der irdischen Welt liegen, etwas zu wissen? Da sagte er [es wurde an die Tafel geschrieben]:

[ 13 ] Es wäre aber ein Irrtum, wenn Sie glauben wollten, daß der Hellseher, wenn er hineinschaut in das menschliche Gemüt, die Gedanken da geradeso wiederfindet, wie der sie denkt, der sie im Kopfe hat. Das ist nicht wahr. Da unten sind sie verwandelt, sind sie lebendige Wesen, eine elementarische Welt. Die Welt der Gedanken, die der Mensch hier auf dem physischen Plane hat, die findet man nicht in der geistigen Welt. Deshalb hat jener Mann einen schönen Satz geprägt, den ich Ihnen aufschreiben will, denn er kann wirklich angesehen werden als eine Art Probieren im eigenen Gemüte: Wie kommt man nur dahin, über die Welten, die außerhalb der irdischen Welt liegen, etwas zu wissen? Da sagte er [es wurde an die Tafel geschrieben]:

Dissipez vos ténèbres matérielles ei vous trouverez Ühomme

Dissipez vos ténèbres matérielles ei vous trouverez Ühomme

[ 14 ] Mit diesem Teil des Satzes: Die materiellen Finsternisse und Wirrnisse zu zerstreuen — sind die Menschen, die Mystiker sein wollen, einverstanden. Den zweiten Teil des Satzes aber begreifen die Menschen heute noch kaum. [Es wurde an die Tafel geschrieben]:

[ 14 ] Mit diesem Teil des Satzes: Die materiellen Finsternisse und Wirrnisse zu zerstreuen — sind die Menschen, die Mystiker sein wollen, einverstanden. Den zweiten Teil des Satzes aber begreifen die Menschen heute noch kaum. [Es wurde an die Tafel geschrieben]:

Dissipez vos ténèbres spirituelles et vous trouverez Dieu

Dissipez vos ténèbres spirituelles et vous trouverez Dieu

[ 15 ] wobei wir für «Dieu», weil das noch gefärbt ist von religiösen Vorstellungen, den ganzen Inhalt der Geisteswissenschaft uns vorzustellen haben. Nicht wahr, er konnte noch nicht den Ausdruck finden, den man heute finden kann.

[ 15 ] wobei wir für «Dieu», weil das noch gefärbt ist von religiösen Vorstellungen, den ganzen Inhalt der Geisteswissenschaft uns vorzustellen haben. Nicht wahr, er konnte noch nicht den Ausdruck finden, den man heute finden kann.

[ 16 ] Nun können Sie sich sicher denken, wenn heute jemand den Satz liest: «Dissipez vos ténèbres matétrielles et vous trouverez l’homme», daß er sagt: Ja, schön, da komme ich eben in die geistige Welt hinein, das will ich schon. Aber bei «Dissipez vos ténèbres spirituelles et vous trouverez Dieu» sagt er: Ja, was bleibt mir dann noch, da habe ich ja dann nichts mehr?

[ 16 ] Nun können Sie sich sicher denken, wenn heute jemand den Satz liest: «Dissipez vos ténèbres matétrielles et vous trouverez l’homme», daß er sagt: Ja, schön, da komme ich eben in die geistige Welt hinein, das will ich schon. Aber bei «Dissipez vos ténèbres spirituelles et vous trouverez Dieu» sagt er: Ja, was bleibt mir dann noch, da habe ich ja dann nichts mehr?

[ 17 ] Ja, was bleibt da? Gerade das bleibt, was der Inhalt der heutigen Geisteswissenschaft ist. Das ist notwendig: der gewöhnlich als einzig richtig geglaubte Erkenntnisinhalt des physischen Planes muß ebenso zerstreut werden, wie die materielle Finsternis. Bemerken Sie nun, wie in unserer Geisteswissenschaft dieses beachtet ist... [Lücke in der Nachschrift].

[ 17 ] Ja, was bleibt da? Gerade das bleibt, was der Inhalt der heutigen Geisteswissenschaft ist. Das ist notwendig: der gewöhnlich als einzig richtig geglaubte Erkenntnisinhalt des physischen Planes muß ebenso zerstreut werden, wie die materielle Finsternis. Bemerken Sie nun, wie in unserer Geisteswissenschaft dieses beachtet ist... [Lücke in der Nachschrift].

[ 18 ] Dieser Satz ist ein Satz des sogenannten «philosophe inconnu», des Saint-Martin, der sich ja als ein Schüler Jakob Böhmes auffaßte. So finden wir schon bei Saint-Martin eine tiefe Sehnsucht nach demjenigen, was in der Geisteswissenschaft zutage treten soll. Aber er nennt sich «philosophe inconnu», unbekannter Philosoph, weil dasjenige, was er in seinem Inneren trug — trotzdem natürlich die Leute, die ihn sahen, seine Nase sahen, seine Hände sahen, die Worte hörten, die er sprach —, ihnen doch fremd blieb. Der eigentliche Philosoph Saint-Martin blieb ihnen doch unbekannt, recht unbekannt.

[ 18 ] Dieser Satz ist ein Satz des sogenannten «philosophe inconnu», des Saint-Martin, der sich ja als ein Schüler Jakob Böhmes auffaßte. So finden wir schon bei Saint-Martin eine tiefe Sehnsucht nach demjenigen, was in der Geisteswissenschaft zutage treten soll. Aber er nennt sich «philosophe inconnu», unbekannter Philosoph, weil dasjenige, was er in seinem Inneren trug — trotzdem natürlich die Leute, die ihn sahen, seine Nase sahen, seine Hände sahen, die Worte hörten, die er sprach —, ihnen doch fremd blieb. Der eigentliche Philosoph Saint-Martin blieb ihnen doch unbekannt, recht unbekannt.

[ 19 ] Es ist also das Sichaneignen der imaginativen Erkenntnis nach den Auseinandersetzungen, die wir gestern gepflogen haben, eine Rückkehr, eine bewußte Rückkehr zu der Art und Weise, wie der Mensch sein Verhältnis zur Welt während der Mondenzeit hatte. So daß wir sagen können — Sie erinnern sich, wir haben das schon von einer anderen Seite gerade hier in Vorträgen dargestellt: In dem Menschen walten heute noch, aber übersinnlich, als Geistig-Übersinnliches, die Geschehnisse, die auf Erden eigentlich nicht normale Geschehnisse sind, sondern während der Mondenzeit normale Geschehnisse waren. Er hat sich diese Mondengeschehnisse bewahrt; er kann in gewissem Sinne zurückfallen. Dann bringt er auf ganz andere Art Erkenntnisse hervor, als der Erdenmensch solche Erkenntnisse hervorbringen kann. Er kann zu visionärem Hellsehen kommen, abgedämpfte Intelligenz haben und gerade einem das Rätsel aufgeben, von dem ich vorhin gesprochen habe, nämlich daß er, wenn man ihn veranlassen würde, vernünftig wissenschaftlich zu arbeiten, oder auch nur für die gewöhnlichsten alltäglichsten Ereignisse vernünftige Entschlüsse zu fassen, es nicht kann, daß es ihm nicht gelingt; aber wenn er irgend etwas aus der Vision heraus schreibt, selbst über die Vorgänge, die sich zur Zeit des Mysteriums von Golgatha abgespielt haben, er zwar nur Bilder aufschreibt, im Mondenleben stehenbleibt, aber doch furchtbar gescheit schreibt. Und es stimmt das, was er schreibt, mit dem, was man an dem Menschen sonst kennt, gar nicht zusammen. Also, er kann theoretisch nichts, aber er schreibt medial sehr Gescheites, so daß man erstaunt sein kann über das Gescheite. Das ist aber keine Weiterentwickelung, das ist eine Zurückentwickelung des Menschen. Das schließt natürlich nicht aus, daß durch einen solchen Menschen Wahrheiten zutage treten können, weil er doch wiederum im irdischen Sein steht und mit dem irdischen Sein verknüpft ist und dazu dies noch rege Mondenleben in sich hat.

[ 19 ] Es ist also das Sichaneignen der imaginativen Erkenntnis nach den Auseinandersetzungen, die wir gestern gepflogen haben, eine Rückkehr, eine bewußte Rückkehr zu der Art und Weise, wie der Mensch sein Verhältnis zur Welt während der Mondenzeit hatte. So daß wir sagen können — Sie erinnern sich, wir haben das schon von einer anderen Seite gerade hier in Vorträgen dargestellt: In dem Menschen walten heute noch, aber übersinnlich, als Geistig-Übersinnliches, die Geschehnisse, die auf Erden eigentlich nicht normale Geschehnisse sind, sondern während der Mondenzeit normale Geschehnisse waren. Er hat sich diese Mondengeschehnisse bewahrt; er kann in gewissem Sinne zurückfallen. Dann bringt er auf ganz andere Art Erkenntnisse hervor, als der Erdenmensch solche Erkenntnisse hervorbringen kann. Er kann zu visionärem Hellsehen kommen, abgedämpfte Intelligenz haben und gerade einem das Rätsel aufgeben, von dem ich vorhin gesprochen habe, nämlich daß er, wenn man ihn veranlassen würde, vernünftig wissenschaftlich zu arbeiten, oder auch nur für die gewöhnlichsten alltäglichsten Ereignisse vernünftige Entschlüsse zu fassen, es nicht kann, daß es ihm nicht gelingt; aber wenn er irgend etwas aus der Vision heraus schreibt, selbst über die Vorgänge, die sich zur Zeit des Mysteriums von Golgatha abgespielt haben, er zwar nur Bilder aufschreibt, im Mondenleben stehenbleibt, aber doch furchtbar gescheit schreibt. Und es stimmt das, was er schreibt, mit dem, was man an dem Menschen sonst kennt, gar nicht zusammen. Also, er kann theoretisch nichts, aber er schreibt medial sehr Gescheites, so daß man erstaunt sein kann über das Gescheite. Das ist aber keine Weiterentwickelung, das ist eine Zurückentwickelung des Menschen. Das schließt natürlich nicht aus, daß durch einen solchen Menschen Wahrheiten zutage treten können, weil er doch wiederum im irdischen Sein steht und mit dem irdischen Sein verknüpft ist und dazu dies noch rege Mondenleben in sich hat.

[ 20 ] Ich habe versucht, die verschiedenen Typen der Menschen in den Mysteriendramen darzustellen, und auch eine solche Gestalt zu zeichnen, die in das Mondenhafte zurückfällt, die also auf dem physischen Plan unintelligent ist und doch richtige Dinge offenbaren kann, die also unter dem Niveau des normalen irdischen Menschen steht: das ist die Theodora. Die Theodora ist eine Gestalt, bei der gerade gemeint ist, daß sie ein Rückfall in das Mondenbewußtsein ist. Das ist ja sehr klar. Ich möchte sagen, es ist sehr klar dort darauf hingewiesen, wie das ist, indem gesagt ist an der einen Stelle, wo die Theodora auftritt: «Theodora, eine Seherin. Bei ihr ist das Willenselement in naives Sehertum umgewandelt.» Naives Sehertum heißt eben Mondensehertum, selbstverständlich. Es ist ein naives Sehertum, und so ist der Charakter auch durchgeführt. Und aus diesem Grund ist es auch, daß im letzten Mysterium ja nicht mehr die Theodora selbst auftreten kann, sondern nur ihre Seele, weil sie gewisse Dinge nicht mitmachen kann. Gerade diese Mysteriendramen sollten sehr, sehr genau genommen werden. Vielleicht wird mancher von Ihnen einmal dahinterkommen können, daß kaum irgend etwas in den letzten Tagen sich hier abgespielt hat, was man nicht schon in den Mysterien in irgendeiner Form lesen konnte. Hätte man es gelesen, so wie die Dinge gelesen werden sollten, so würden wir diese Konfusionen nicht nötig gehabt haben.

[ 20 ] Ich habe versucht, die verschiedenen Typen der Menschen in den Mysteriendramen darzustellen, und auch eine solche Gestalt zu zeichnen, die in das Mondenhafte zurückfällt, die also auf dem physischen Plan unintelligent ist und doch richtige Dinge offenbaren kann, die also unter dem Niveau des normalen irdischen Menschen steht: das ist die Theodora. Die Theodora ist eine Gestalt, bei der gerade gemeint ist, daß sie ein Rückfall in das Mondenbewußtsein ist. Das ist ja sehr klar. Ich möchte sagen, es ist sehr klar dort darauf hingewiesen, wie das ist, indem gesagt ist an der einen Stelle, wo die Theodora auftritt: «Theodora, eine Seherin. Bei ihr ist das Willenselement in naives Sehertum umgewandelt.» Naives Sehertum heißt eben Mondensehertum, selbstverständlich. Es ist ein naives Sehertum, und so ist der Charakter auch durchgeführt. Und aus diesem Grund ist es auch, daß im letzten Mysterium ja nicht mehr die Theodora selbst auftreten kann, sondern nur ihre Seele, weil sie gewisse Dinge nicht mitmachen kann. Gerade diese Mysteriendramen sollten sehr, sehr genau genommen werden. Vielleicht wird mancher von Ihnen einmal dahinterkommen können, daß kaum irgend etwas in den letzten Tagen sich hier abgespielt hat, was man nicht schon in den Mysterien in irgendeiner Form lesen konnte. Hätte man es gelesen, so wie die Dinge gelesen werden sollten, so würden wir diese Konfusionen nicht nötig gehabt haben.

[ 21 ] Also halten wir fest: das, was als imaginative Welt erlebt wird, das steht dem Menschen verhältnismäßig noch sehr nahe. Viel weniger nahe dagegen steht ihm dasjenige, was als inspirierte Welt erlebt werden kann. Denn wenn man zunächst sich in die inspirierte Welt hineinlebt, umfaßt sie diejenigen Tatsachen, die sich nicht während des Mondendaseins, sondern schon während des alten Sonnendaseins abgespielt haben und die der Mensch sich auch bewahrt hat. Man dringt also in noch größere Tiefen der Menschenseele ein, wenn man sich zur inspirierten Welt durcharbeitet. Und die inspirierte Welt, auf die man zunächst trifft, die hat nun eine [bestimmte] Eigentümlichkeit.

[ 21 ] Also halten wir fest: das, was als imaginative Welt erlebt wird, das steht dem Menschen verhältnismäßig noch sehr nahe. Viel weniger nahe dagegen steht ihm dasjenige, was als inspirierte Welt erlebt werden kann. Denn wenn man zunächst sich in die inspirierte Welt hineinlebt, umfaßt sie diejenigen Tatsachen, die sich nicht während des Mondendaseins, sondern schon während des alten Sonnendaseins abgespielt haben und die der Mensch sich auch bewahrt hat. Man dringt also in noch größere Tiefen der Menschenseele ein, wenn man sich zur inspirierten Welt durcharbeitet. Und die inspirierte Welt, auf die man zunächst trifft, die hat nun eine [bestimmte] Eigentümlichkeit.

[ 22 ] Sehen Sie, wenn der Mensch sich zur imaginativen Welt durcharbeitet, so stößt er auf Tatsachen, die sich während des alten Mondendaseins abgespielt haben. Wenn Sie sich den alten Mond vorstellen in den Phasen, wo er von der damaligen Sonne abgespalten war Sie können das in der «Geheimwissenschaft» nachlesen —, so lebte der Mensch zu gewissen Zeiten auf diesem von der Sonne abgespaltenen Mond. Und was der Mensch da erlebte, auf das stößt man zunächst, wenn man zurückkehrt mit dem alten, traumhaften, imaginativen Hellsehen. Wenn man aber in die inspirierte Welt hineinkommt, dann erlebt man in der Rückkehr nicht ein von der Sonne abgespaltenes, sondern ein Sein, direkt in der Sonne drinnen; also die Tatsachen, die der Mensch zusammen mit der Sonne erlebt hat. Man erlebt wirklich richtige Sonnentatsachen. Und diese Sonnentatsachen, sehen Sie, die sind nun mit dem Menschen eigentlich nicht mehr verwandt. Denn so wie der Mensch jetzt, während des irdischen Daseins, ist — wenn er nicht in die Tiefen seiner Seele sieht, nicht auf das sieht, was in den tief verborgenen Gründen seiner Seele ist —, ist er eigentlich durch das, was er auf der Erde ist, wirklich mehr eine Hülle. Et ist nicht eine richtige Menschenwesenheit, er ist mehr eine Hülle. Er hat zunächst seine physische Form an sich; die ist ja so, wie sie uns auf dem physischen Plan vor Augen tritt, während des Erdendaseins entstanden. Aber darinnen wirken Kräfte, die man nicht sehen kann, und die sogar von der jetzigen Wissenschaft noch nicht gesucht werden.

[ 22 ] Sehen Sie, wenn der Mensch sich zur imaginativen Welt durcharbeitet, so stößt er auf Tatsachen, die sich während des alten Mondendaseins abgespielt haben. Wenn Sie sich den alten Mond vorstellen in den Phasen, wo er von der damaligen Sonne abgespalten war Sie können das in der «Geheimwissenschaft» nachlesen —, so lebte der Mensch zu gewissen Zeiten auf diesem von der Sonne abgespaltenen Mond. Und was der Mensch da erlebte, auf das stößt man zunächst, wenn man zurückkehrt mit dem alten, traumhaften, imaginativen Hellsehen. Wenn man aber in die inspirierte Welt hineinkommt, dann erlebt man in der Rückkehr nicht ein von der Sonne abgespaltenes, sondern ein Sein, direkt in der Sonne drinnen; also die Tatsachen, die der Mensch zusammen mit der Sonne erlebt hat. Man erlebt wirklich richtige Sonnentatsachen. Und diese Sonnentatsachen, sehen Sie, die sind nun mit dem Menschen eigentlich nicht mehr verwandt. Denn so wie der Mensch jetzt, während des irdischen Daseins, ist — wenn er nicht in die Tiefen seiner Seele sieht, nicht auf das sieht, was in den tief verborgenen Gründen seiner Seele ist —, ist er eigentlich durch das, was er auf der Erde ist, wirklich mehr eine Hülle. Et ist nicht eine richtige Menschenwesenheit, er ist mehr eine Hülle. Er hat zunächst seine physische Form an sich; die ist ja so, wie sie uns auf dem physischen Plan vor Augen tritt, während des Erdendaseins entstanden. Aber darinnen wirken Kräfte, die man nicht sehen kann, und die sogar von der jetzigen Wissenschaft noch nicht gesucht werden.

[ 23 ] Es ist einem Freunde von uns die Anregung gegeben worden, mit dem ihm zu Gebote stehenden biologischen Material nach dieser Richtung zu suchen. Der Freund gibt sich viel Mühe und wird vielleicht nach einiger Zeit — solche Dinge kosten sehr viel Studium eine Möglichkeit herausbringen können, um die Brücke hinüberzuschlagen zu diesen verborgenen Teilen der Menschennatur. Aber es ist dazu notwendig, daß man eben gerade die biologischen Tatsachen durchforscht, welche von der gegenwärtigen Wissenschaft nicht berücksichtigt werden, welche der gegenwärtige Forscher, der experimentiert, gleichsam liegen läßt. Man muß also die Präparate auf das hin durchforschen, was die anderen Forscher gar nicht interessiert, was sie liegen lassen. Da fehlt natürlich noch viel, und man muß viele neue Forschungen machen. Es ist leicht möglich, daß das eine vieljährige Arbeit werden wird, bis sie fertig sein kann. Aber es wäre eine im eminenten Sinne wichtige Arbeit, weil es uns zeigen könnte, was noch mit den Mitteln der physischen Wissenschaft von dem erreichbar ist, was vom alten Mond in der Menschennatur lebt. Es wird sich da eine ganz neue Embryologie, ein neuer Teil, eine neue Seite der Embryologie ergeben. Es ist notwendig, daß das einmal gemacht wird. Aber damit ist es eigentlich aus; mehr kann man nicht finden, wenn man sich den Menschen von außen ansieht. Denn das, was heute am Menschen so von außen gefunden werden kann, ist eigentlich nicht älter, nicht einmal so alt wie die älteste Zeit des alten Mondendaseins. Aber es werden aus solchen Forschungen, von denen ich eben gesprochen habe, Rückschlüsse gemacht werden können auf Vorgänge des alten Mondendaseins. Die werden übereinstimmen mit dem, was in der «Geheimwissenschaft» geschildert ist. Aber, wie gesagt, man kommt nicht sehr weit zurück, wenn man den Menschen so betrachtet, wie er heute ist; nicht einmal an den Anfang des alten Mondendaseins, geschweige denn zu dem alten Sonnendasein.

[ 23 ] Es ist einem Freunde von uns die Anregung gegeben worden, mit dem ihm zu Gebote stehenden biologischen Material nach dieser Richtung zu suchen. Der Freund gibt sich viel Mühe und wird vielleicht nach einiger Zeit — solche Dinge kosten sehr viel Studium eine Möglichkeit herausbringen können, um die Brücke hinüberzuschlagen zu diesen verborgenen Teilen der Menschennatur. Aber es ist dazu notwendig, daß man eben gerade die biologischen Tatsachen durchforscht, welche von der gegenwärtigen Wissenschaft nicht berücksichtigt werden, welche der gegenwärtige Forscher, der experimentiert, gleichsam liegen läßt. Man muß also die Präparate auf das hin durchforschen, was die anderen Forscher gar nicht interessiert, was sie liegen lassen. Da fehlt natürlich noch viel, und man muß viele neue Forschungen machen. Es ist leicht möglich, daß das eine vieljährige Arbeit werden wird, bis sie fertig sein kann. Aber es wäre eine im eminenten Sinne wichtige Arbeit, weil es uns zeigen könnte, was noch mit den Mitteln der physischen Wissenschaft von dem erreichbar ist, was vom alten Mond in der Menschennatur lebt. Es wird sich da eine ganz neue Embryologie, ein neuer Teil, eine neue Seite der Embryologie ergeben. Es ist notwendig, daß das einmal gemacht wird. Aber damit ist es eigentlich aus; mehr kann man nicht finden, wenn man sich den Menschen von außen ansieht. Denn das, was heute am Menschen so von außen gefunden werden kann, ist eigentlich nicht älter, nicht einmal so alt wie die älteste Zeit des alten Mondendaseins. Aber es werden aus solchen Forschungen, von denen ich eben gesprochen habe, Rückschlüsse gemacht werden können auf Vorgänge des alten Mondendaseins. Die werden übereinstimmen mit dem, was in der «Geheimwissenschaft» geschildert ist. Aber, wie gesagt, man kommt nicht sehr weit zurück, wenn man den Menschen so betrachtet, wie er heute ist; nicht einmal an den Anfang des alten Mondendaseins, geschweige denn zu dem alten Sonnendasein.

[ 24 ] Wenn man zum alten Sonnendasein zurückkommen will, dann muß man eben schon viel, viel weniger Materielles im Menschen nehmen, als in der Wissenschaft genommen werden kann, von der ich eben gesprochen habe. Denn worum es sich dabei handelt, das ist, daß eigentlich in die Menschennatur etwas hereindringt, was der Mensch auf Erden zwar zur Offenbarung bringen kann, aber nicht zur Offenbarung bringen muß. Er kann, aber er muß es nicht zur Offenbarung bringen. Wenn zum Beispiel wirklich Inspirationen beim Künstler, beim Dichter eintreten, dann kommen sie zuletzt wenn sie wirklich Inspirationen sind — aus der geistigen Welt des Sonnendaseins. Sie kommen wirklich aus der geistigen Welt des Sonnendaseins. Nur ist unsere Zeit so entsetzlich geistarm, daß das abgelehnt wird, was aus den Inspirationen des Sonnendaseins kommt, und man eigentlich immer nur naturalistisch bilden, sich an das Modell, das heißt ans Irdische halten will, während dasjenige, was vom Modell kommen kann, ja nur das Material ist zu dem, was man eigentlich schaffen soll. Die Künste, die den einzelnen Künstler davor schützen, am Modell zu hängen, ins Materielle zu verfallen, das sind die Architektur und die Musik. Die Architektur kann im Grunde genommen nichts nachbilden; macht es oftmals auch recht ungeschickt. Und die Musik kann auch nichts nachbilden, denn das ist doch keine rechte Musik, wenn man Vogelflöten und Katzenmiauen nachbildet, wie man in der Malerei Modelle nachbildet und so weiter. In der Musik kann man nur das ganz hohe Material des Tones nehmen. Aber so müßte es in jeder Kunst sein. Geradesoviel wie der Musiker aus der Musik nimmt, geradesoviel muß auch der Maler nehmen. Was für den Musiker die Töne sind, muß für den Maler die Form, die Farbe sein. Das Modell müßte ihm nicht mehr geben als das Material. Also Künstlerisches kann nicht aus dem Modell heraus genommen werden, sondern entspringt der Inspiration, die auf das alte Sonnendasein zurückführt. Daher das für die Erde Fremde der wirklich großen Kunstwerke. Ich sagte, der Mensch kann ohne die künstlerischen Inspirationen leben, er kann, er kann sie zwar hereinbringen, aber er braucht sie nicht hereinzubringen. Der Botokude, nicht wahr, der sagt ja: Der Mensch kann auch ohne die Kunst leben.

[ 24 ] Wenn man zum alten Sonnendasein zurückkommen will, dann muß man eben schon viel, viel weniger Materielles im Menschen nehmen, als in der Wissenschaft genommen werden kann, von der ich eben gesprochen habe. Denn worum es sich dabei handelt, das ist, daß eigentlich in die Menschennatur etwas hereindringt, was der Mensch auf Erden zwar zur Offenbarung bringen kann, aber nicht zur Offenbarung bringen muß. Er kann, aber er muß es nicht zur Offenbarung bringen. Wenn zum Beispiel wirklich Inspirationen beim Künstler, beim Dichter eintreten, dann kommen sie zuletzt wenn sie wirklich Inspirationen sind — aus der geistigen Welt des Sonnendaseins. Sie kommen wirklich aus der geistigen Welt des Sonnendaseins. Nur ist unsere Zeit so entsetzlich geistarm, daß das abgelehnt wird, was aus den Inspirationen des Sonnendaseins kommt, und man eigentlich immer nur naturalistisch bilden, sich an das Modell, das heißt ans Irdische halten will, während dasjenige, was vom Modell kommen kann, ja nur das Material ist zu dem, was man eigentlich schaffen soll. Die Künste, die den einzelnen Künstler davor schützen, am Modell zu hängen, ins Materielle zu verfallen, das sind die Architektur und die Musik. Die Architektur kann im Grunde genommen nichts nachbilden; macht es oftmals auch recht ungeschickt. Und die Musik kann auch nichts nachbilden, denn das ist doch keine rechte Musik, wenn man Vogelflöten und Katzenmiauen nachbildet, wie man in der Malerei Modelle nachbildet und so weiter. In der Musik kann man nur das ganz hohe Material des Tones nehmen. Aber so müßte es in jeder Kunst sein. Geradesoviel wie der Musiker aus der Musik nimmt, geradesoviel muß auch der Maler nehmen. Was für den Musiker die Töne sind, muß für den Maler die Form, die Farbe sein. Das Modell müßte ihm nicht mehr geben als das Material. Also Künstlerisches kann nicht aus dem Modell heraus genommen werden, sondern entspringt der Inspiration, die auf das alte Sonnendasein zurückführt. Daher das für die Erde Fremde der wirklich großen Kunstwerke. Ich sagte, der Mensch kann ohne die künstlerischen Inspirationen leben, er kann, er kann sie zwar hereinbringen, aber er braucht sie nicht hereinzubringen. Der Botokude, nicht wahr, der sagt ja: Der Mensch kann auch ohne die Kunst leben.

[ 25 ] Nun aber können Sie — und diejenigen, die die Dinge im tieferen Sinne mitmachen, werden das über kurz oder lang tun —, Sie können eine wichtige, urwichtige Frage aufwerfen, die Frage: Ja, wenn wir das Saturndasein, das Sonnendasein, das Mondendasein, das Erdendasein haben, alle mit bestimmten Tatsachen, und zum Mondendasein zurückkehren in der imaginativen Erkenntnis, zum Sonnendasein in der inspirierten Erkenntnis und daraus ergibt sich ja, daß wir in der intuitiven Erkenntnis zum Saturndasein zurückkehren; ja, wenn das also so ist, daß wir keine neuen Tatsachen haben, sondern zu den alten Tatsachen zurückkehren, warum braucht denn der Mensch dann überhaupt sich weiterzuentwickeln?

[ 25 ] Nun aber können Sie — und diejenigen, die die Dinge im tieferen Sinne mitmachen, werden das über kurz oder lang tun —, Sie können eine wichtige, urwichtige Frage aufwerfen, die Frage: Ja, wenn wir das Saturndasein, das Sonnendasein, das Mondendasein, das Erdendasein haben, alle mit bestimmten Tatsachen, und zum Mondendasein zurückkehren in der imaginativen Erkenntnis, zum Sonnendasein in der inspirierten Erkenntnis und daraus ergibt sich ja, daß wir in der intuitiven Erkenntnis zum Saturndasein zurückkehren; ja, wenn das also so ist, daß wir keine neuen Tatsachen haben, sondern zu den alten Tatsachen zurückkehren, warum braucht denn der Mensch dann überhaupt sich weiterzuentwickeln?

[ 26 ] Also diese Frage könnte jemand aufwerfen: Warum denn die Weiterentwickelung? Warum denn überhaupt das ganze Erdendasein, das uns loslöst von den Tatsachen, durch die wir uns entwickelt haben, so daß die Erkenntnisse hinuntergerückt werden ins Unbewußte, und wir uns erkennend erst wieder zu ihnen hinaufranken müssen? Warum denn das Ganze?

[ 26 ] Also diese Frage könnte jemand aufwerfen: Warum denn die Weiterentwickelung? Warum denn überhaupt das ganze Erdendasein, das uns loslöst von den Tatsachen, durch die wir uns entwickelt haben, so daß die Erkenntnisse hinuntergerückt werden ins Unbewußte, und wir uns erkennend erst wieder zu ihnen hinaufranken müssen? Warum denn das Ganze?

[ 27 ] Ja, sehen Sie, weil wir nur dadurch wahre Menschen werden, weil wir nur dadurch unsere wahre Natur wirklich vollenden können. Und das kann man auch schon äußerlich sehen, wenn man wirklich solche Persönlichkeiten studiert, die etwas von den beweglichen Begriffen, von dieser Begriffsmaus hatten, wie ich sie Ihnen angeführt habe zum Beispiel in der «Metamorphose der Pflanzen» und der «Metamorphose der Tiere» von Goethe. Solche Naturen muß man studieren. Und solche Naturen zeigen zugleich, daß sie, wenn sie nun innerlich ganz wahr sind, in einem ganz bestimmten Verhältnisse stehen zu einer noch anderen Welt der Seele. Gerade bei Goethe zeigt sich das. Studieren Sie den «Wilhelm Meister», studieren Sie alle Gedichte von Goethe, dann werden Sie finden, daß bei ihm in einer merkwürdigen Weise eine bestimmte Art auftrat, über die Welt zu richten, über die Welt zu urteilen. Sie werden nämlich, wenn Sie sich auf diese Dinge einlassen, finden, daß in demselben Maße, in dem bei Goethe sich die Metamorphosenidee entwickelt, sich bei ihm auch eine wirklich echte, großartige innere seelische Toleranz entwickelt. Eine wunderbare Toleranz in der Seele entwickelt sich bei ihm, eine merkwürdige Art, zu der Welt und zum Leben zu stehen, eine seelische Toleranz! Und das hängt mit ganz tiefen Tatsachen zusammen.

[ 27 ] Ja, sehen Sie, weil wir nur dadurch wahre Menschen werden, weil wir nur dadurch unsere wahre Natur wirklich vollenden können. Und das kann man auch schon äußerlich sehen, wenn man wirklich solche Persönlichkeiten studiert, die etwas von den beweglichen Begriffen, von dieser Begriffsmaus hatten, wie ich sie Ihnen angeführt habe zum Beispiel in der «Metamorphose der Pflanzen» und der «Metamorphose der Tiere» von Goethe. Solche Naturen muß man studieren. Und solche Naturen zeigen zugleich, daß sie, wenn sie nun innerlich ganz wahr sind, in einem ganz bestimmten Verhältnisse stehen zu einer noch anderen Welt der Seele. Gerade bei Goethe zeigt sich das. Studieren Sie den «Wilhelm Meister», studieren Sie alle Gedichte von Goethe, dann werden Sie finden, daß bei ihm in einer merkwürdigen Weise eine bestimmte Art auftrat, über die Welt zu richten, über die Welt zu urteilen. Sie werden nämlich, wenn Sie sich auf diese Dinge einlassen, finden, daß in demselben Maße, in dem bei Goethe sich die Metamorphosenidee entwickelt, sich bei ihm auch eine wirklich echte, großartige innere seelische Toleranz entwickelt. Eine wunderbare Toleranz in der Seele entwickelt sich bei ihm, eine merkwürdige Art, zu der Welt und zum Leben zu stehen, eine seelische Toleranz! Und das hängt mit ganz tiefen Tatsachen zusammen.

[ 28 ] Sehen Sie, wenn wir die Tierwelt überblicken, so hat diese Tierwelt ja die verschiedensten Formen. Wenn wir zum Beispiel die Hyäne, die ihre Aas-Sehnsucht im Gesicht trägt, die ihre Art in der ganzen Körperhaltung trägt, vergleichen mit dem Löwen, mit dem Wolf, und wenn wir wiederum diese Tiere vergleichen mit dem Adler und den Adler mit dem Geier, dann diese Tiere in Vergleich ziehen mit Schildkröten, Schlangen, Würmern, den verschiedenen Insekten, wenn wir alle diese verschiedenen Tierformen nehmen, so müssen wir uns doch fragen: Wie hängt das mit der geistigen Welt zusammen?

[ 28 ] Sehen Sie, wenn wir die Tierwelt überblicken, so hat diese Tierwelt ja die verschiedensten Formen. Wenn wir zum Beispiel die Hyäne, die ihre Aas-Sehnsucht im Gesicht trägt, die ihre Art in der ganzen Körperhaltung trägt, vergleichen mit dem Löwen, mit dem Wolf, und wenn wir wiederum diese Tiere vergleichen mit dem Adler und den Adler mit dem Geier, dann diese Tiere in Vergleich ziehen mit Schildkröten, Schlangen, Würmern, den verschiedenen Insekten, wenn wir alle diese verschiedenen Tierformen nehmen, so müssen wir uns doch fragen: Wie hängt das mit der geistigen Welt zusammen?

[ 29 ] Das kann man nun nur studieren, wenn man das alte Mondendasein studiert. Denn warum? Sehen Sie, während des alten Mondendaseins war ja der Mensch in seiner heutigen Form noch nicht vorhanden. Die entsprechenden Formen, die auf der Menschenstufe vorhanden waren, waren die Engel. Bei den Angeloi, den Engeln, waren ganz andere Urteile, eine ganz andere Art des Denkens da [als wir sie heute haben]. Die Engel waren dazumal auf derselben Stufe, auf der die Menschen heute sind, aber sie waren ja nicht in einem solchen physischen Körper, wie die Menschen heute auf Erden es sind. Sie waren in einem ganz weichen, beweglichen Körper, denn die Geister der Form hatten noch nicht mitgewirkt, um eine feste Form der Körper zu bilden. Nun, diese Angeloi, die dachten dazumal — also nicht jetzt während der Erdenzeit, sondern während der Mondenzeit — in Begriffen, welche, verglichen mit unseren Erdenbegriffen, viel lebendiger waren. Diese Begriffe haben aber außer der Lebendigkeit noch etwas sehr Eigentümliches. Sie waren in hohem Maße durchtränkt von Gemütsimpulsen. Angeeifert unter dem Einflusse der Archangeloi, der Archai, der Geister der Form, der Geister der Bewegung und so weiter hinauf, faßten die Engel während der Mondenzeit die Begriffe. Aber es sind lebendige, impulsive Begriffe; viel impulsiver, als wir die Begriffe bei den heutigen Menschen finden, die abwechselnd entweder «Entzückensnickel» oder «Giftnickel» werden, nicht wahr, wenn sie ihre Emotionen hineinlegen in das, wie sie das Leben beurteilen. Es gibt ja solche und es können die besten Menschen sein, aber sie werden abwechselnd entzückt sein, zum Entzücken neigen über eine Sache, «Entzückensnickel» sein oder aber ganz ausgesprochene «Giftnickel», so daß in dem, was sie aussprechen, die ganze Seele drinnenliegt und das Ganze herausgeht in den Begriffen, nicht wahr. Nun, das war in viel höherem Grade — direkt schöpferisch, kreativ — bei diesen Engeln im Monde vorhanden.

[ 29 ] Das kann man nun nur studieren, wenn man das alte Mondendasein studiert. Denn warum? Sehen Sie, während des alten Mondendaseins war ja der Mensch in seiner heutigen Form noch nicht vorhanden. Die entsprechenden Formen, die auf der Menschenstufe vorhanden waren, waren die Engel. Bei den Angeloi, den Engeln, waren ganz andere Urteile, eine ganz andere Art des Denkens da [als wir sie heute haben]. Die Engel waren dazumal auf derselben Stufe, auf der die Menschen heute sind, aber sie waren ja nicht in einem solchen physischen Körper, wie die Menschen heute auf Erden es sind. Sie waren in einem ganz weichen, beweglichen Körper, denn die Geister der Form hatten noch nicht mitgewirkt, um eine feste Form der Körper zu bilden. Nun, diese Angeloi, die dachten dazumal — also nicht jetzt während der Erdenzeit, sondern während der Mondenzeit — in Begriffen, welche, verglichen mit unseren Erdenbegriffen, viel lebendiger waren. Diese Begriffe haben aber außer der Lebendigkeit noch etwas sehr Eigentümliches. Sie waren in hohem Maße durchtränkt von Gemütsimpulsen. Angeeifert unter dem Einflusse der Archangeloi, der Archai, der Geister der Form, der Geister der Bewegung und so weiter hinauf, faßten die Engel während der Mondenzeit die Begriffe. Aber es sind lebendige, impulsive Begriffe; viel impulsiver, als wir die Begriffe bei den heutigen Menschen finden, die abwechselnd entweder «Entzückensnickel» oder «Giftnickel» werden, nicht wahr, wenn sie ihre Emotionen hineinlegen in das, wie sie das Leben beurteilen. Es gibt ja solche und es können die besten Menschen sein, aber sie werden abwechselnd entzückt sein, zum Entzücken neigen über eine Sache, «Entzückensnickel» sein oder aber ganz ausgesprochene «Giftnickel», so daß in dem, was sie aussprechen, die ganze Seele drinnenliegt und das Ganze herausgeht in den Begriffen, nicht wahr. Nun, das war in viel höherem Grade — direkt schöpferisch, kreativ — bei diesen Engeln im Monde vorhanden.

[ 30 ] Stellen wir uns einen solcherart denkenden Mondenbewohner vor! Der sagt sich: Ja, ich muß jetzt einen Begriff fassen. Die Inspiration gibt mir ein: Elender Wicht, der den Rücken von hinten nach vorn ansteigend trägt, der ein abstoßendes Gesicht macht aus Sehnsucht nach Aas! — Da entsteht dieses Wesen, wird dazu verurteilt, Hyäne zu sein. Der kreative Begriff ist da. Die Formen des Tierreiches stehen in innigem Zusammenhange mit diesem schöpferischen Denken, das nach dem Prinzip des Guten und des Bösen schafft. Und das ganze Tierreich in seinen verschiedenen Formen ist so eine Ausgestaltung des Guten und des Bösen.

[ 30 ] Stellen wir uns einen solcherart denkenden Mondenbewohner vor! Der sagt sich: Ja, ich muß jetzt einen Begriff fassen. Die Inspiration gibt mir ein: Elender Wicht, der den Rücken von hinten nach vorn ansteigend trägt, der ein abstoßendes Gesicht macht aus Sehnsucht nach Aas! — Da entsteht dieses Wesen, wird dazu verurteilt, Hyäne zu sein. Der kreative Begriff ist da. Die Formen des Tierreiches stehen in innigem Zusammenhange mit diesem schöpferischen Denken, das nach dem Prinzip des Guten und des Bösen schafft. Und das ganze Tierreich in seinen verschiedenen Formen ist so eine Ausgestaltung des Guten und des Bösen.

[ 31 ] Die Menschen [der Erde] sollten das nicht lernen. Einer, der nicht von der Mondenkultur lassen wollte, der verführte die Menschen dazu, daß sie erkennen sollten das Gute und das Böse in der Form, wie er es während der Mondenzeit erlebt hat. Der... [Lücke in der Nachschrift] urteilte so; aber die Menschen, die sollten anders urteilen lernen. Da sollte nicht in tiefere Seelenuntergründe hinuntergehen dieses so starke Hineinlegen der Emotionen in die Begriffe. Das mußte abgelegt werden, das mußte einer objektiveren, einer gelasseneren Form weichen. Deshalb mußte der Mensch von der Monden- zur Erdenentwickelung vorschreiten. Und wenn er jetzt weiter vorschreitet, so wird er noch toleranter werden. So ein Mondenengel, ja, der haßte die Hyäne in einer unglaublichen Weise, weil sie für ihn das Böse war, er haßte die Schlange, haßte, was häßlich war, und liebte das, was schön war. Das Gute und das Böse gehörte zum Bereich des kreativen Lebens. Dies mußte sich der Mensch abgewöhnen. Der Mensch könnte keine Erdenwissenschaft entwickeln, wenn er etwa die Tiere einteilen würde, wie es die Mondenengel gemacht haben, in schöne und häßliche — nicht wahr, wir teilen anders ein, nach objektiven Begriffen —, in anständige und unanständig Tiere, in neckische, in raffinierte Tiere und so weiter. Das alles haben die Mondenengel gehabt. Aber wissenschaftlich wäre es zum Beispiel heute nicht, wenn in einem gelehrten Buche stehen würde: Das Wiesel — Eigenschaft: raffiniert. — Das kann in einem satirischen Gedicht der Fall sein, aber in der Wissenschaft muß das heute zurückgedrängt sein; da kann es heute nicht so sein.

[ 31 ] Die Menschen [der Erde] sollten das nicht lernen. Einer, der nicht von der Mondenkultur lassen wollte, der verführte die Menschen dazu, daß sie erkennen sollten das Gute und das Böse in der Form, wie er es während der Mondenzeit erlebt hat. Der... [Lücke in der Nachschrift] urteilte so; aber die Menschen, die sollten anders urteilen lernen. Da sollte nicht in tiefere Seelenuntergründe hinuntergehen dieses so starke Hineinlegen der Emotionen in die Begriffe. Das mußte abgelegt werden, das mußte einer objektiveren, einer gelasseneren Form weichen. Deshalb mußte der Mensch von der Monden- zur Erdenentwickelung vorschreiten. Und wenn er jetzt weiter vorschreitet, so wird er noch toleranter werden. So ein Mondenengel, ja, der haßte die Hyäne in einer unglaublichen Weise, weil sie für ihn das Böse war, er haßte die Schlange, haßte, was häßlich war, und liebte das, was schön war. Das Gute und das Böse gehörte zum Bereich des kreativen Lebens. Dies mußte sich der Mensch abgewöhnen. Der Mensch könnte keine Erdenwissenschaft entwickeln, wenn er etwa die Tiere einteilen würde, wie es die Mondenengel gemacht haben, in schöne und häßliche — nicht wahr, wir teilen anders ein, nach objektiven Begriffen —, in anständige und unanständig Tiere, in neckische, in raffinierte Tiere und so weiter. Das alles haben die Mondenengel gehabt. Aber wissenschaftlich wäre es zum Beispiel heute nicht, wenn in einem gelehrten Buche stehen würde: Das Wiesel — Eigenschaft: raffiniert. — Das kann in einem satirischen Gedicht der Fall sein, aber in der Wissenschaft muß das heute zurückgedrängt sein; da kann es heute nicht so sein.

[ 32 ] So muß man, um auf diesem Gebiete weiterzukommen, sich zu einer Stufe erheben können, auf welcher man dasjenige, wogegen der Mensch im irdischen Leben die heftigsten Emotionen hat, so naturwissenschaftlich betrachtet, wie heute das Tierreich ohne Emotionen naturwissenschaftlich betrachtet wird. Und dieses können wir in dieser eigentümlichen Artung von Goethes Geist sehen. Für ihn ist das Menschenleben in einem viel höheren Maße ein ruhiger Strom, den er wie die Naturerscheinungen betrachtet. Das ist gerade das wunderbare innere Gelassene der Lebensanschauung Goethes, daß für ihn ein Teil des Menschenlebens auch hineingeht in den Strom der Naturtatsachen. Dadurch konnte er so objektiv werden.

[ 32 ] So muß man, um auf diesem Gebiete weiterzukommen, sich zu einer Stufe erheben können, auf welcher man dasjenige, wogegen der Mensch im irdischen Leben die heftigsten Emotionen hat, so naturwissenschaftlich betrachtet, wie heute das Tierreich ohne Emotionen naturwissenschaftlich betrachtet wird. Und dieses können wir in dieser eigentümlichen Artung von Goethes Geist sehen. Für ihn ist das Menschenleben in einem viel höheren Maße ein ruhiger Strom, den er wie die Naturerscheinungen betrachtet. Das ist gerade das wunderbare innere Gelassene der Lebensanschauung Goethes, daß für ihn ein Teil des Menschenlebens auch hineingeht in den Strom der Naturtatsachen. Dadurch konnte er so objektiv werden.

[ 33 ] Nun, von diesem Punkt an müssen wir die Sache dann doch wieder aufnehmen und die Betrachtungen morgen fortsetzen.

[ 33 ] Nun, von diesem Punkt an müssen wir die Sache dann doch wieder aufnehmen und die Betrachtungen morgen fortsetzen.