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The Value of Thinking for Satisfying Our Quest for Knowledge
The Relationship Between the Spiritual Science and the Natural SciencesGA 164

3 October 1915, Dornach

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Das Verhältnis der Geisteswissenschaft zur Naturwissenschaft IV

Das Verhältnis der Geisteswissenschaft zur Naturwissenschaft IV

[ 1 ] Wir fahren nun fort mit den Interpretationen, die wir an die Wrangell-Broschüre «Wissenschaft und Theosophie» angeknüpft haben. Wir sind stehengeblieben bei dem Kapitelchen «Wesen der Lehre Jesu», nach dem das Wesen der Lehre Jesu bestehen soll «in der rohen Botschaft , daß der Schöpfer und Lenker des Weltalls dem Menschen, den er nach seinem Ebenbild geschaffen, ein lieber Vater ist, daß Liebe zu Gott und den Mitmenschen das höchste sittliche Gebot ist, daß die Seele des Menschen unvergänglich ist und daß ihr nach dem Tode ein Los bereitet wird, welches dem sittlichen Verhalten des Menschen während seines Lebens entspricht.»

[ 1 ] Wir fahren nun fort mit den Interpretationen, die wir an die Wrangell-Broschüre «Wissenschaft und Theosophie» angeknüpft haben. Wir sind stehengeblieben bei dem Kapitelchen «Wesen der Lehre Jesu», nach dem das Wesen der Lehre Jesu bestehen soll «in der rohen Botschaft , daß der Schöpfer und Lenker des Weltalls dem Menschen, den er nach seinem Ebenbild geschaffen, ein lieber Vater ist, daß Liebe zu Gott und den Mitmenschen das höchste sittliche Gebot ist, daß die Seele des Menschen unvergänglich ist und daß ihr nach dem Tode ein Los bereitet wird, welches dem sittlichen Verhalten des Menschen während seines Lebens entspricht.»

[ 2 ] Wir mußten darauf aufmerksam machen, daß man wohl die Lehre Jesu so umschreiben kann, daß aber das Wesen des Christentums im geisteswissenschaftlichen Sinne nicht getroffen wird, wenn man sich nicht bewußt wird, wie in dem Erscheinen des Christus in Jesus von Nazareth und in dem Mysterium von Golgatha Tatsachen vorliegen, welche von dem verstanden werden müssen, der allmählich sich in das Wesen des Christentums hineinfinden will. Diese Tatsachen gehören zum Wesen des Christentums. Das Christentum ist, ich habe das oftmals ausgesprochen, nicht bloß eine Lehre, sondern umfaßt eine Tatsächlichkeit und diese Tatsächlichkeit, die man als das «Mysterium von Golgatha» ausdrücken kann, zu verstehen, gehört mit zum Verständnis vom Wesen des Christentums.

[ 2 ] Wir mußten darauf aufmerksam machen, daß man wohl die Lehre Jesu so umschreiben kann, daß aber das Wesen des Christentums im geisteswissenschaftlichen Sinne nicht getroffen wird, wenn man sich nicht bewußt wird, wie in dem Erscheinen des Christus in Jesus von Nazareth und in dem Mysterium von Golgatha Tatsachen vorliegen, welche von dem verstanden werden müssen, der allmählich sich in das Wesen des Christentums hineinfinden will. Diese Tatsachen gehören zum Wesen des Christentums. Das Christentum ist, ich habe das oftmals ausgesprochen, nicht bloß eine Lehre, sondern umfaßt eine Tatsächlichkeit und diese Tatsächlichkeit, die man als das «Mysterium von Golgatha» ausdrücken kann, zu verstehen, gehört mit zum Verständnis vom Wesen des Christentums.

[ 3 ] Dann wird darauf aufmerksam gemacht, daß die verschiedenen Religionen einen Konflikt zwischen Glauben und Wissenschaft hervorgerufen haben: «Die augenfälligen Verirrungen, in welche die organisierten christlichen Gemeinschaften, die historischen Kirchen, gerieten, haben ihre Dogmen in Gegensatz zu manchen festbegründeten wissenschaftlichen Errungenschaften gebracht und dadurch den Konflikt zwischen Glauben und Wissen, Religion und Wissenschaft, der das geistige Leben der europäischen Kulturwelt zersetzt, hervorgerufen. Aus dieser Sachlage heraus ist das Interesse zu erklären, welches sich anderen Religionssystemen zugewandt hat, welche den Anspruch erheben, mit der Wissenschaft nicht nur in Einklang zu sein, sondern sie noch zu erweitern. Unter diesen Lehren verdient die Theosophie besondere Beachtung. Seit die europäische Kulturwelt durch H.P. Blavatsky auf diese, aus Indien stammende Lehre aufmerksam gemacht wurde, hat sie verschiedene Darstellungen gefunden.»

[ 3 ] Dann wird darauf aufmerksam gemacht, daß die verschiedenen Religionen einen Konflikt zwischen Glauben und Wissenschaft hervorgerufen haben: «Die augenfälligen Verirrungen, in welche die organisierten christlichen Gemeinschaften, die historischen Kirchen, gerieten, haben ihre Dogmen in Gegensatz zu manchen festbegründeten wissenschaftlichen Errungenschaften gebracht und dadurch den Konflikt zwischen Glauben und Wissen, Religion und Wissenschaft, der das geistige Leben der europäischen Kulturwelt zersetzt, hervorgerufen. Aus dieser Sachlage heraus ist das Interesse zu erklären, welches sich anderen Religionssystemen zugewandt hat, welche den Anspruch erheben, mit der Wissenschaft nicht nur in Einklang zu sein, sondern sie noch zu erweitern. Unter diesen Lehren verdient die Theosophie besondere Beachtung. Seit die europäische Kulturwelt durch H.P. Blavatsky auf diese, aus Indien stammende Lehre aufmerksam gemacht wurde, hat sie verschiedene Darstellungen gefunden.»

[ 4 ] Vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus muß insbesondete darauf hingewiesen werden, daß dasjenige, was die Geisteswissenschaft der modernen Menschheit notwendig ist, nicht als eine aus Indien stammende Lehre bezeichnet werden darf, sondern daß sie sich rein aus sich selbst heraus, aus den Impulsen des gegenwärtigen Entwickelungszyklus heraus gebildet hat. Und wenn Außenstehende immer wieder und wieder unserer Geisteswissenschaft gegenüber auf eine Verwandtschaft mit indischen Lehren hinweisen, so kommt das nur davon her, daß dem Abendland die Auffassung von den wiederholten Erdenleben so fremd geblieben ist, daß jeder, der von den wiederholten Erdenleben hört, gleich an Indien denkt, weil dort diese Lehre innerhalb der Religionsvorstellungen zum Dogma geworden ist. Allein wichtig ist, immer wieder zu betonen, daß das, was unser geisteswissenschaftlicher Inhalt ist, aus den Bedürfnissen der Gegenwatt selbst sich aufbaut und nicht eine von da oder dort herstammende Lehre ist, sondern aus sich selbst erfaßt und begriffen werden soll.

[ 4 ] Vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus muß insbesondete darauf hingewiesen werden, daß dasjenige, was die Geisteswissenschaft der modernen Menschheit notwendig ist, nicht als eine aus Indien stammende Lehre bezeichnet werden darf, sondern daß sie sich rein aus sich selbst heraus, aus den Impulsen des gegenwärtigen Entwickelungszyklus heraus gebildet hat. Und wenn Außenstehende immer wieder und wieder unserer Geisteswissenschaft gegenüber auf eine Verwandtschaft mit indischen Lehren hinweisen, so kommt das nur davon her, daß dem Abendland die Auffassung von den wiederholten Erdenleben so fremd geblieben ist, daß jeder, der von den wiederholten Erdenleben hört, gleich an Indien denkt, weil dort diese Lehre innerhalb der Religionsvorstellungen zum Dogma geworden ist. Allein wichtig ist, immer wieder zu betonen, daß das, was unser geisteswissenschaftlicher Inhalt ist, aus den Bedürfnissen der Gegenwatt selbst sich aufbaut und nicht eine von da oder dort herstammende Lehre ist, sondern aus sich selbst erfaßt und begriffen werden soll.

[ 5 ] Schließlich muß auch hinsichtlich Blavatskys gesagt werden, daß sie zuerst mit ihren Lehren, wie sie sie zum Beispiel in der «Entschleierten Isis» zum Ausdruck gebracht hat, ganz unabhängig war von jeder orientalisierenden Kulturströmung; daß das, was in den ersten Zeiten von ihr geschrieben worden ist, ganz der europäischen Geisteskultur angehört. Nur ist es dann durch verschiedene Verwicklungen dazu gekommen, daß Blavatsky sich immer mehr und mehr zu dem Indischen hingezogen fühlte. Dadurch hat sie der von ihr stammenden und auf sie schwörenden Strömung eine Art indischer Vignette aufgedrückt, die wiederum weggenommen werden muß, weil es unmöglich wäre, in der neueren Kultur mit irgendeinem alten Religionssystem auch nur das Allergeringste zu Recht bewerkstelligen zu können. Das ist außerordentlich wichtig; es bleibt auch wichtig für die Betrachtung des besonders interessanten Kapitels unserer Broschüre, in dem die theosophischen Lehren zusammengestellt werden. Das Kapitel heißt: «Wesen der theosophischen Lehren.» Herr von Wrangell schildert hier nicht etwa, was die Geisteswissenschaft unmittelbar als solche ist, sondern dasjenige, was er in der Literatur der verschiedenen Weltanschauungen, die sich theosophisch nennen, gefunden hat. Ich werde dieses Kapitel lesen und dann wollen wir unsere Betrachtungen daran knüpfen. Also:

[ 5 ] Schließlich muß auch hinsichtlich Blavatskys gesagt werden, daß sie zuerst mit ihren Lehren, wie sie sie zum Beispiel in der «Entschleierten Isis» zum Ausdruck gebracht hat, ganz unabhängig war von jeder orientalisierenden Kulturströmung; daß das, was in den ersten Zeiten von ihr geschrieben worden ist, ganz der europäischen Geisteskultur angehört. Nur ist es dann durch verschiedene Verwicklungen dazu gekommen, daß Blavatsky sich immer mehr und mehr zu dem Indischen hingezogen fühlte. Dadurch hat sie der von ihr stammenden und auf sie schwörenden Strömung eine Art indischer Vignette aufgedrückt, die wiederum weggenommen werden muß, weil es unmöglich wäre, in der neueren Kultur mit irgendeinem alten Religionssystem auch nur das Allergeringste zu Recht bewerkstelligen zu können. Das ist außerordentlich wichtig; es bleibt auch wichtig für die Betrachtung des besonders interessanten Kapitels unserer Broschüre, in dem die theosophischen Lehren zusammengestellt werden. Das Kapitel heißt: «Wesen der theosophischen Lehren.» Herr von Wrangell schildert hier nicht etwa, was die Geisteswissenschaft unmittelbar als solche ist, sondern dasjenige, was er in der Literatur der verschiedenen Weltanschauungen, die sich theosophisch nennen, gefunden hat. Ich werde dieses Kapitel lesen und dann wollen wir unsere Betrachtungen daran knüpfen. Also:

Wesen der theosophischen Lehren

Die wesentlichsten Annahmen, welche den verschiedenen Darstellungen und Auffassungen der Theosophie gemein sind, kann man folgendermaßen ausdrücken.

1. Es bestehen außer der, durch unsere fünf Sinne wahrnehmbaren Welt, noch andere, geistige Welten, von denen jede höhere Welt auf die niederen einwirkt.

2. Es gibt Menschen, die außer den gewöhnlichen fünf Sinnen noch andere Wahrnehmungsmöglichkeiten haben, sogenannte «okkulte Sinne».

3. Gedanken, Gefühle, Willensimpulse, kurz, das, was wir im menschlichen Erleben als «geistige Erscheinungen» bezeichnen, sind — auch wenn sie sich in der Sinneswelt nicht als Worte oder Taten geäußert haben, lebendige Wesenheiten, zu Wirkungen in den geistigen Welten und mittelbar in der Sinneswelt befähigt.

4. Das seelische Leben jedes Menschen hinterläßt unvergängliche Spuren in den höheren Welten, die in ihrer Gesamtheit von den Geheimforschern als «Akasha-Chronik» bezeichnet wird und von einigen dazu befähigten Menschen (Eingeweihten) erforscht werden kann.

5. Der lebendige Mensch ist nicht ein einfaches, aus dem belebten Körper bestehendes Wesen, sondern der physische Körper ist nur das Werkzeug, vermittelst dessen das eigentliche Wesen des Menschen, sein unzerstörbares «Ich», mit der physischen Welt in Beziehung treten kann. Diese Beziehungen werden vermittelt durch Zwischenglieder: erstens den «ätherischen Leib», der Träger des unbewußten, vegetativen Lebens ist und die materiellen Stoffe des Körpers seinen eigenen Gesetzen gemäß gestaltet; zweitens «Astralleib», Träger der Begierden, Leidenschaften, Triebe.

6. Das «Ich» des Menschen, Träger seines Selbstbewußtseins, ist mit Freiheit begabt, d.h. er kann seine Begierden, Willensimpulse, Gedanken usw. leiten, ihnen Ziel und Richtung setzen.

7. Je nachdem ob das Ich die sich ihm im Leben bietenden äußeren Möglichkeiten den ewigen Gesetzen und dem Zweck des Weltganzen gemäß ausnutzt oder aber es verabsäumt, gestaltet es sein «Karma», d.h. das im Weltganzen ihm zukommende Maß von Befriedigung oder Pein.

8. Nach dem leiblichen Tode durchzieht das unsterbliche «Ich» des Menschen verschiedene geistige Welten, die Summe der Ewigkeitswerte, die es im irdischen Leben gewonnen hat, mit sich führend. Nach einer, für jedes Einzelwesen verschiedenen Zeitdauer tritt das «Ich» die Rückwanderung an, aus den höheren Welten in die niederen, bereichert um die in jenen Welten gewonnenen Einblicke und beginnt, durch Wiederverkörperung, ein neues Erdenleben, welches sich je nach seinem Karma und je nach den Bestrebungen seines veränderten «Ich» gestaltet.

9. Das Weltgeschehen wird, dem Zwecke des Ganzen gemäß, von geistigen Wesenheiten geregelt, die — fördernd oder hemmend, je nach ihrer Beschaffenheit oder Willensrichtung, in das Geschehen eingreifen.

10. Diese Wesenheiten sind, ihrer Wirkungssphäre und Macht gemäß, hierarchisch gegliedert und unterliegen, wie alles in der Welt, der Entwickelung von niederem zum höheren.

11. Das oberste Gesetz alles Weltgeschehens ist «freies Opfer aus Liebe». Die das All umfassende Gottheit hat, diesem Gesetze folgend, sich durch Manifestation in der Außenwelt geopfert, indem sie die aus ihr entstammenden geistigen Wesenheiten mit der Fähigkeit freier Willensimpulse ausstattete. Der durch diese Tat ins Leben gerufene Kosmos ist seiner Entwickelung überlassen.

12. Diese Entwickelung führt durch Äonen hindurch vom unbewußten zum bewußten Erfassen des obersten Weltgesetzes und durch Verwirklichung desselben zur Wiedervereinigung des Einzelnen mit dem Ganzen.

Wesen der theosophischen Lehren

Die wesentlichsten Annahmen, welche den verschiedenen Darstellungen und Auffassungen der Theosophie gemein sind, kann man folgendermaßen ausdrücken.

1. Es bestehen außer der, durch unsere fünf Sinne wahrnehmbaren Welt, noch andere, geistige Welten, von denen jede höhere Welt auf die niederen einwirkt.

2. Es gibt Menschen, die außer den gewöhnlichen fünf Sinnen noch andere Wahrnehmungsmöglichkeiten haben, sogenannte «okkulte Sinne».

3. Gedanken, Gefühle, Willensimpulse, kurz, das, was wir im menschlichen Erleben als «geistige Erscheinungen» bezeichnen, sind — auch wenn sie sich in der Sinneswelt nicht als Worte oder Taten geäußert haben, lebendige Wesenheiten, zu Wirkungen in den geistigen Welten und mittelbar in der Sinneswelt befähigt.

4. Das seelische Leben jedes Menschen hinterläßt unvergängliche Spuren in den höheren Welten, die in ihrer Gesamtheit von den Geheimforschern als «Akasha-Chronik» bezeichnet wird und von einigen dazu befähigten Menschen (Eingeweihten) erforscht werden kann.

5. Der lebendige Mensch ist nicht ein einfaches, aus dem belebten Körper bestehendes Wesen, sondern der physische Körper ist nur das Werkzeug, vermittelst dessen das eigentliche Wesen des Menschen, sein unzerstörbares «Ich», mit der physischen Welt in Beziehung treten kann. Diese Beziehungen werden vermittelt durch Zwischenglieder: erstens den «ätherischen Leib», der Träger des unbewußten, vegetativen Lebens ist und die materiellen Stoffe des Körpers seinen eigenen Gesetzen gemäß gestaltet; zweitens «Astralleib», Träger der Begierden, Leidenschaften, Triebe.

6. Das «Ich» des Menschen, Träger seines Selbstbewußtseins, ist mit Freiheit begabt, d.h. er kann seine Begierden, Willensimpulse, Gedanken usw. leiten, ihnen Ziel und Richtung setzen.

7. Je nachdem ob das Ich die sich ihm im Leben bietenden äußeren Möglichkeiten den ewigen Gesetzen und dem Zweck des Weltganzen gemäß ausnutzt oder aber es verabsäumt, gestaltet es sein «Karma», d.h. das im Weltganzen ihm zukommende Maß von Befriedigung oder Pein.

8. Nach dem leiblichen Tode durchzieht das unsterbliche «Ich» des Menschen verschiedene geistige Welten, die Summe der Ewigkeitswerte, die es im irdischen Leben gewonnen hat, mit sich führend. Nach einer, für jedes Einzelwesen verschiedenen Zeitdauer tritt das «Ich» die Rückwanderung an, aus den höheren Welten in die niederen, bereichert um die in jenen Welten gewonnenen Einblicke und beginnt, durch Wiederverkörperung, ein neues Erdenleben, welches sich je nach seinem Karma und je nach den Bestrebungen seines veränderten «Ich» gestaltet.

9. Das Weltgeschehen wird, dem Zwecke des Ganzen gemäß, von geistigen Wesenheiten geregelt, die — fördernd oder hemmend, je nach ihrer Beschaffenheit oder Willensrichtung, in das Geschehen eingreifen.

10. Diese Wesenheiten sind, ihrer Wirkungssphäre und Macht gemäß, hierarchisch gegliedert und unterliegen, wie alles in der Welt, der Entwickelung von niederem zum höheren.

11. Das oberste Gesetz alles Weltgeschehens ist «freies Opfer aus Liebe». Die das All umfassende Gottheit hat, diesem Gesetze folgend, sich durch Manifestation in der Außenwelt geopfert, indem sie die aus ihr entstammenden geistigen Wesenheiten mit der Fähigkeit freier Willensimpulse ausstattete. Der durch diese Tat ins Leben gerufene Kosmos ist seiner Entwickelung überlassen.

12. Diese Entwickelung führt durch Äonen hindurch vom unbewußten zum bewußten Erfassen des obersten Weltgesetzes und durch Verwirklichung desselben zur Wiedervereinigung des Einzelnen mit dem Ganzen.

[ 6 ] Wir wollen nun die einzelnen Punkte durchgehen. Unter 1. heißt es: «Es bestehen außer der, durch unsere fünf Sinne wahrnehmbaren Welt, noch andere, geistige Welten, von denen jede höhere Welt auf die niederen einwirkt.» Wir können damit einverstanden sein. Unter 2. heißt es: es gibt sogenannte okkulte Sinne. — Ich habe schon gestern gesagt, daß es notwendig ist zu betonen, daß die Geisteswissenschaft auf dem Standpunkte steht, daß durch besondere Behandlung der gewöhnlichen Fähigkeiten auch geistige Wahrnehmungsfähigkeiten im Menschen herangebildet werden können, und daß es im heutigen Entwickelungszyklus auf diese methodisch herangebildeten Fähigkeiten vorzugsweise ankommt. Man kann auch solche Fähigkeiten, welche noch aus früheren Zeiten stammen, im Menschen finden. Sie können zwar geweckt werden, da sie fast in jedem Menschen vorhanden sind, aber sie müssen so entwickelt werden, wie es in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geschildert ist. Es ist also nicht gut, das so zu sagen wie es Herr von Wrangell sagt, sondern man müßte sagen: Es ist möglich, daß der Mensch, so wie er seine fünf Sinne durch die vorgeburtliche Entwickelung heranbildet und sie weiterentwickelt im außermütterlichen Dasein, er auch innere Kräfte entwickelt im rein Geistigen; Fähigkeiten entwickelt, um rein geistige Welten zu schauen. Solche Fähigkeiten sind bewußte Umwandlungen älterer Fähigkeiten, die für frühere Erdenepochen angemessen waren, und die in jedem Menschen schon von selber erwachen, entweder dutch äußere Veranlassung oder während der systematischen Heranbildung durch die Methoden, die in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geschildert sind. Der Ausdruck «okkulte Sinne» sollte vermieden werden, denn man kann nicht sagen, daß der Mensch okkulte Sinne bekommt, sondern es ist eine ganz andere Art des Wahrnehmens. Man sollte das, was sich aus dem, was man die Lotosblumen nennt, organisiert, nicht Sinne, sondern höchstens Sinnesfähigkeit nennen.

[ 6 ] Wir wollen nun die einzelnen Punkte durchgehen. Unter 1. heißt es: «Es bestehen außer der, durch unsere fünf Sinne wahrnehmbaren Welt, noch andere, geistige Welten, von denen jede höhere Welt auf die niederen einwirkt.» Wir können damit einverstanden sein. Unter 2. heißt es: es gibt sogenannte okkulte Sinne. — Ich habe schon gestern gesagt, daß es notwendig ist zu betonen, daß die Geisteswissenschaft auf dem Standpunkte steht, daß durch besondere Behandlung der gewöhnlichen Fähigkeiten auch geistige Wahrnehmungsfähigkeiten im Menschen herangebildet werden können, und daß es im heutigen Entwickelungszyklus auf diese methodisch herangebildeten Fähigkeiten vorzugsweise ankommt. Man kann auch solche Fähigkeiten, welche noch aus früheren Zeiten stammen, im Menschen finden. Sie können zwar geweckt werden, da sie fast in jedem Menschen vorhanden sind, aber sie müssen so entwickelt werden, wie es in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geschildert ist. Es ist also nicht gut, das so zu sagen wie es Herr von Wrangell sagt, sondern man müßte sagen: Es ist möglich, daß der Mensch, so wie er seine fünf Sinne durch die vorgeburtliche Entwickelung heranbildet und sie weiterentwickelt im außermütterlichen Dasein, er auch innere Kräfte entwickelt im rein Geistigen; Fähigkeiten entwickelt, um rein geistige Welten zu schauen. Solche Fähigkeiten sind bewußte Umwandlungen älterer Fähigkeiten, die für frühere Erdenepochen angemessen waren, und die in jedem Menschen schon von selber erwachen, entweder dutch äußere Veranlassung oder während der systematischen Heranbildung durch die Methoden, die in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geschildert sind. Der Ausdruck «okkulte Sinne» sollte vermieden werden, denn man kann nicht sagen, daß der Mensch okkulte Sinne bekommt, sondern es ist eine ganz andere Art des Wahrnehmens. Man sollte das, was sich aus dem, was man die Lotosblumen nennt, organisiert, nicht Sinne, sondern höchstens Sinnesfähigkeit nennen.

[ 7 ] Unter 3. heißt es: «Gedanken, Gefühle, Willensimpulse, kurz das, was wir im menschlichen Erleben als «geistige Erscheinungen» bezeichnen, sind — auch wenn sie sich in der Sinneswelt nicht als Worte oder Taten geäußert haben, lebendige Wesenheiten, zu Wirkungen in den geistigen Welten und mittelbar in der Sinneswelt befähigt.» — Nun, das ist oftmals sehr genau beschrieben worden, besonders in der letzten Zeit, wo ich das Übergehen der Wahrnehmung der Gedanken in das Erleben der lebendigen Gedanken geschildert habe. Und es würde sogar besser sein, wenn man sagen würde: Dasjenige, was im Menschen als Gedanken, Gefühle und Willensimpulse erscheint, ist, so wie es dem Menschen in der Seele erscheint, das Abbild von Wesenheiten der höheren Welten, der elementarischen Welt und den noch höheren Welten, so daß wir eigentlich in dem, was wir zunächst als Gedanken, Gefühle und Willensimpulse haben, ebenso die wahre Wirklichkeit haben, in derselben Art, wie man in den Sinneswahrnehmungen die wahre Wirklichkeit hat. Sie liegt ebenso hinter dem einen wie hinter dem anderen.

[ 7 ] Unter 3. heißt es: «Gedanken, Gefühle, Willensimpulse, kurz das, was wir im menschlichen Erleben als «geistige Erscheinungen» bezeichnen, sind — auch wenn sie sich in der Sinneswelt nicht als Worte oder Taten geäußert haben, lebendige Wesenheiten, zu Wirkungen in den geistigen Welten und mittelbar in der Sinneswelt befähigt.» — Nun, das ist oftmals sehr genau beschrieben worden, besonders in der letzten Zeit, wo ich das Übergehen der Wahrnehmung der Gedanken in das Erleben der lebendigen Gedanken geschildert habe. Und es würde sogar besser sein, wenn man sagen würde: Dasjenige, was im Menschen als Gedanken, Gefühle und Willensimpulse erscheint, ist, so wie es dem Menschen in der Seele erscheint, das Abbild von Wesenheiten der höheren Welten, der elementarischen Welt und den noch höheren Welten, so daß wir eigentlich in dem, was wir zunächst als Gedanken, Gefühle und Willensimpulse haben, ebenso die wahre Wirklichkeit haben, in derselben Art, wie man in den Sinneswahrnehmungen die wahre Wirklichkeit hat. Sie liegt ebenso hinter dem einen wie hinter dem anderen.

[ 8 ] Der 4. Punkt heißt: «Das seelische Leben jedes Menschen hinterläßt unvergängliche Spuren in den höheren Welten, die in ihrer Gesamtheit von den Geheimforschern als ‹Akasha-Chronik› bezeichnet wird und von einigen dazu befähigten Menschen (Eingeweihten) erforscht werden kann.» — Das ist oftmals geschildert worden, und es ist von ganz besonderer Bedeutung, daß man eben das in Rechnung zieht, daß man sogleich, wenn man in die AkashaWelt eintritt, in eine lebendige Welt eintritt und nicht in eine Welt toter Bilder.

[ 8 ] Der 4. Punkt heißt: «Das seelische Leben jedes Menschen hinterläßt unvergängliche Spuren in den höheren Welten, die in ihrer Gesamtheit von den Geheimforschern als ‹Akasha-Chronik› bezeichnet wird und von einigen dazu befähigten Menschen (Eingeweihten) erforscht werden kann.» — Das ist oftmals geschildert worden, und es ist von ganz besonderer Bedeutung, daß man eben das in Rechnung zieht, daß man sogleich, wenn man in die AkashaWelt eintritt, in eine lebendige Welt eintritt und nicht in eine Welt toter Bilder.

[ 9 ] Dann wird unter 5. darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch aus verschiedenen Gliedern seiner Wesenheit besteht. Das wissen Sie viel genauer anzugeben als es hier angegeben ist.

[ 9 ] Dann wird unter 5. darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch aus verschiedenen Gliedern seiner Wesenheit besteht. Das wissen Sie viel genauer anzugeben als es hier angegeben ist.

[ 10 ] Wie es mit dem 6. Punkt steht, bezüglich der Freiheit, so haben wir oft davon gesprochen, daß man den Menschen auf seinem Wege der Freiheit zuführt, daß der Mensch immer freier und freier wird.

[ 10 ] Wie es mit dem 6. Punkt steht, bezüglich der Freiheit, so haben wir oft davon gesprochen, daß man den Menschen auf seinem Wege der Freiheit zuführt, daß der Mensch immer freier und freier wird.

[ 11 ] Punkt 7 über Karma, das kennen Sie auch ganz genau.

[ 11 ] Punkt 7 über Karma, das kennen Sie auch ganz genau.

[ 12 ] Punkt 8 heißt: «Nach dem leiblichen Tode durchzieht das unsterbliche «Ich» des Menschen verschiedene geistige Welten, die Summe der Ewigkeitswerte, die es im irdischen Leben gewonnen hat, mit sich führend. Nach einer, für jedes Einzelwesen verschiedenen Zeitdauer tritt das «Ich» die Rückwanderung an, aus den höheren Welten in die niederen, bereichert um die in jenen Welten gewonnenen Einblicke, und beginnt, durch Wiederverkörperung, ein neues Erdenleben, welches sich je nach seinem Karma und je nach den Bestrebungen seines veränderten «Ich» gestaltet.» — Sie können ganz genau, bis zu einem gewissen Grade, dasjenige, was darüber zu sagen ist, erfahren aus dem Vortragszyklus «Inneres Wesen des Menschen und Leben zwischen Tod und neuer Geburt».

[ 12 ] Punkt 8 heißt: «Nach dem leiblichen Tode durchzieht das unsterbliche «Ich» des Menschen verschiedene geistige Welten, die Summe der Ewigkeitswerte, die es im irdischen Leben gewonnen hat, mit sich führend. Nach einer, für jedes Einzelwesen verschiedenen Zeitdauer tritt das «Ich» die Rückwanderung an, aus den höheren Welten in die niederen, bereichert um die in jenen Welten gewonnenen Einblicke, und beginnt, durch Wiederverkörperung, ein neues Erdenleben, welches sich je nach seinem Karma und je nach den Bestrebungen seines veränderten «Ich» gestaltet.» — Sie können ganz genau, bis zu einem gewissen Grade, dasjenige, was darüber zu sagen ist, erfahren aus dem Vortragszyklus «Inneres Wesen des Menschen und Leben zwischen Tod und neuer Geburt».

[ 13 ] Punkt 9: «Das Weltgeschehen wird, dem Zwecke des Ganzen gemäß, von geistigen Wesenheiten geregelt, die — fördernd oder hemmend, je nach ihrer Beschaffenheit und Willensrichtung, in das Geschehen eingreifen.» — Sie kennen das auch.

[ 13 ] Punkt 9: «Das Weltgeschehen wird, dem Zwecke des Ganzen gemäß, von geistigen Wesenheiten geregelt, die — fördernd oder hemmend, je nach ihrer Beschaffenheit und Willensrichtung, in das Geschehen eingreifen.» — Sie kennen das auch.

[ 14 ] Punkt 10 heißt: «Diese Wesenheiten sind, ihrer Wirkungssphäre und Macht gemäß, hierarchisch gegliedert und unterliegen, wie alles in der Welt, der Entwickelung von niederern zum höheren.» — Es ist nicht gut, wenn alles in dieser Weise wieder generalisiert wird. Auch der Entwickelungsgedanke hat eine eingeschränkte Gültigkeit. Ich habe es oftmals gesagt, daß es notwendig ist, neue Gedanken zu formieren, wenn man in die höheren Welten hinaufsteigt. So kann man sagen, daß man beim Aufstieg in die höheren Welten zunächst Regionen durchdringt, in denen die Zeit noch eine Rolle spielt; dann aber kommt man in Regionen, die man als Regionen der Dauer bezeichnen kann. In diesen spielt die Zeit keine Rolle mehr. Da kann man nicht anders sprechen, als daß man darauf aufmerksam macht, daß das Gesetz der Entwickelung nur als ein Symbolisches gilt, wie ich das in meiner «Geheimwissenschaft» getan habe.

[ 14 ] Punkt 10 heißt: «Diese Wesenheiten sind, ihrer Wirkungssphäre und Macht gemäß, hierarchisch gegliedert und unterliegen, wie alles in der Welt, der Entwickelung von niederern zum höheren.» — Es ist nicht gut, wenn alles in dieser Weise wieder generalisiert wird. Auch der Entwickelungsgedanke hat eine eingeschränkte Gültigkeit. Ich habe es oftmals gesagt, daß es notwendig ist, neue Gedanken zu formieren, wenn man in die höheren Welten hinaufsteigt. So kann man sagen, daß man beim Aufstieg in die höheren Welten zunächst Regionen durchdringt, in denen die Zeit noch eine Rolle spielt; dann aber kommt man in Regionen, die man als Regionen der Dauer bezeichnen kann. In diesen spielt die Zeit keine Rolle mehr. Da kann man nicht anders sprechen, als daß man darauf aufmerksam macht, daß das Gesetz der Entwickelung nur als ein Symbolisches gilt, wie ich das in meiner «Geheimwissenschaft» getan habe.

[ 15 ] Punkt 11 heißt: «Das oberste Gesetz alles Weltgeschehens ist «freies Opfer aus Liebe». Die das All umfassende Gottheit hat, diesen Gesetze folgend, sich durch Manifestation in der Außenwelt geopfert, indem sie die aus ihr entstammenden geistigen Wesenheiten mit der Fähigkeit freier Willensimpulse ausstattete. Der durch diese Tat ins Leben gerufene Kosmos ist seiner Entwickelung überlassen.» Punkt 12: «Diese Entwickelung führt durch Äonen hindurch vom unbewußten zum bewußten Erfassen des obersten Weltgesetzes und durch Verwirklichung desselben zur Wiedervereinigung des Einzelnen mit dem Ganzen.» — Alles das ist im Zusammenhang mit der geisteswissenschaftlichen Forschung genauer ersichtlich, und Sie sehen wohl, daß diese Zusammenstellung für Außenstehende gemacht ist. Ich hoffe, daß jeder von Ihnen eine ähnliche Zusammenstellung machen könnte, die wohl genauer noch als es hier der Fall ist, sein könnte, da sie die eigentliche Geisteswissenschaft dann umschreiben würde.

[ 15 ] Punkt 11 heißt: «Das oberste Gesetz alles Weltgeschehens ist «freies Opfer aus Liebe». Die das All umfassende Gottheit hat, diesen Gesetze folgend, sich durch Manifestation in der Außenwelt geopfert, indem sie die aus ihr entstammenden geistigen Wesenheiten mit der Fähigkeit freier Willensimpulse ausstattete. Der durch diese Tat ins Leben gerufene Kosmos ist seiner Entwickelung überlassen.» Punkt 12: «Diese Entwickelung führt durch Äonen hindurch vom unbewußten zum bewußten Erfassen des obersten Weltgesetzes und durch Verwirklichung desselben zur Wiedervereinigung des Einzelnen mit dem Ganzen.» — Alles das ist im Zusammenhang mit der geisteswissenschaftlichen Forschung genauer ersichtlich, und Sie sehen wohl, daß diese Zusammenstellung für Außenstehende gemacht ist. Ich hoffe, daß jeder von Ihnen eine ähnliche Zusammenstellung machen könnte, die wohl genauer noch als es hier der Fall ist, sein könnte, da sie die eigentliche Geisteswissenschaft dann umschreiben würde.

[ 16 ] Nun versucht Herr von Wrangell, die angeführten Punkte noch einmal zu rekapitulieren und zu charakterisieren, indem er sagt:

[ 16 ] Nun versucht Herr von Wrangell, die angeführten Punkte noch einmal zu rekapitulieren und zu charakterisieren, indem er sagt:

In diesen Grundlehren sind alle Geheimforscher europäischer Kultur einig: H.P.Blavatsky, Mrs. A. Besant, Leadbeater, Dr. Hartmann, Dr.R. Steiner u.a. Dieselben Lehren sollen auch in den indischen Geheimschulen, denen H.P.Blavatsky sie entnommen hat, gelten.

In diesen Grundlehren sind alle Geheimforscher europäischer Kultur einig: H.P.Blavatsky, Mrs. A. Besant, Leadbeater, Dr. Hartmann, Dr.R. Steiner u.a. Dieselben Lehren sollen auch in den indischen Geheimschulen, denen H.P.Blavatsky sie entnommen hat, gelten.

[ 17 ] Hier wissen wir nun aber, daß die Geisteswissenschaft — wie sie sich in ihrer Reinheit nach und nach vor der Welt repräsentiert —, nicht mit anderen Dingen vermischt werden darf; denn ihre Mission kann sie wirklich nur erfüllen, wenn sie mit dem Wesentlichen der abendländischen Kulturwelt und deshalb auch der abendländischen Wissenschaftlichkeit rechnet. Davon kann aber bei Persönlichkeiten wie dem verstorbenen Dr. Franz Hartmann keine Rede sein, auch nicht, daß die Gestalt, welche die Theosophie unter Führung von Mrs. Besant oder gar unter Leadbeater erhalten hat, noch etwas mit der abendländischen Kulturwelt zu tun hat, so wie diese nun einmal ihre selbstverständlichen Kulturforderungen stellt.

[ 17 ] Hier wissen wir nun aber, daß die Geisteswissenschaft — wie sie sich in ihrer Reinheit nach und nach vor der Welt repräsentiert —, nicht mit anderen Dingen vermischt werden darf; denn ihre Mission kann sie wirklich nur erfüllen, wenn sie mit dem Wesentlichen der abendländischen Kulturwelt und deshalb auch der abendländischen Wissenschaftlichkeit rechnet. Davon kann aber bei Persönlichkeiten wie dem verstorbenen Dr. Franz Hartmann keine Rede sein, auch nicht, daß die Gestalt, welche die Theosophie unter Führung von Mrs. Besant oder gar unter Leadbeater erhalten hat, noch etwas mit der abendländischen Kulturwelt zu tun hat, so wie diese nun einmal ihre selbstverständlichen Kulturforderungen stellt.

[ 18 ] Und hier darf ich wohl gerade diejenigen, die als suchende Menschen in unserer Geisteswissenschaft ein gewisses Interesse zu entwickeln beginnen und einen großen Wert darauf legen, daß unsere Geisteswissenschaft sich loslöst von demjenigen, was sonst in der Welt als Theosophie vielfach herrscht, hinweisen auf einen sehr netten und lieben Artikel, den Dr. Rittelmeyer in der Zeitschrift «Christentum und Gegenwart» geschrieben hat. Wahrhaftig, ich erwähne diesen Artikel nicht deshalb, weil Dr. Rittelmeyer darin auch einiges über mich sagt. Diejenigen, die mich besser kennen, wissen, daß ich aus diesen Gründen die Sache nicht erwähne, sondern weil mit einem gewissen liebevollen Verständnis von unserer Sache und namentlich auch von unserem Bau gesprochen wird und mit liebevollem Eingehen nach der einen oder anderen Richtung charakterisiert wird. Es scheint mir wichtig zu sein, aus diesem Artikel, den ich heute morgen bekommen habe, eine Stelle hervorzuheben:

[ 18 ] Und hier darf ich wohl gerade diejenigen, die als suchende Menschen in unserer Geisteswissenschaft ein gewisses Interesse zu entwickeln beginnen und einen großen Wert darauf legen, daß unsere Geisteswissenschaft sich loslöst von demjenigen, was sonst in der Welt als Theosophie vielfach herrscht, hinweisen auf einen sehr netten und lieben Artikel, den Dr. Rittelmeyer in der Zeitschrift «Christentum und Gegenwart» geschrieben hat. Wahrhaftig, ich erwähne diesen Artikel nicht deshalb, weil Dr. Rittelmeyer darin auch einiges über mich sagt. Diejenigen, die mich besser kennen, wissen, daß ich aus diesen Gründen die Sache nicht erwähne, sondern weil mit einem gewissen liebevollen Verständnis von unserer Sache und namentlich auch von unserem Bau gesprochen wird und mit liebevollem Eingehen nach der einen oder anderen Richtung charakterisiert wird. Es scheint mir wichtig zu sein, aus diesem Artikel, den ich heute morgen bekommen habe, eine Stelle hervorzuheben:

[ 19 ] «Außer der gemeinsamen Arbeit am Bau ist das, was die verschiedenen Völker und Menschen zusammenhält und zusammenführt, die Vorträge von Steiner. Ich bekam die freundliche Erlaubnis, mehrere dieser Vorträge mitanzuhören. Sie handelten hauptsächlich von Christus und stellten ein außerordentliches Ringen dar, die weltgeschichtliche Tatsache Christus als tiefstes und innerstes Kulturereignis nach verschiedenen Seiten hin zu erfassen. Es wird wohl auch einmal die Zeit kommen, wo dieses innere Ringen um Christus weiterem Kreis zugänglich gemacht werden wird. Denn wie sich in Steiner die alte theosophische Bewegung aus dem Dogmatischen und Mediumhaften ins Wissenschaftliche hineinarbeitet, so vollzieht sie in ihm auch den bedeutungsvollen Übergang aus dem Indischen ins Christliche.»

[ 19 ] «Außer der gemeinsamen Arbeit am Bau ist das, was die verschiedenen Völker und Menschen zusammenhält und zusammenführt, die Vorträge von Steiner. Ich bekam die freundliche Erlaubnis, mehrere dieser Vorträge mitanzuhören. Sie handelten hauptsächlich von Christus und stellten ein außerordentliches Ringen dar, die weltgeschichtliche Tatsache Christus als tiefstes und innerstes Kulturereignis nach verschiedenen Seiten hin zu erfassen. Es wird wohl auch einmal die Zeit kommen, wo dieses innere Ringen um Christus weiterem Kreis zugänglich gemacht werden wird. Denn wie sich in Steiner die alte theosophische Bewegung aus dem Dogmatischen und Mediumhaften ins Wissenschaftliche hineinarbeitet, so vollzieht sie in ihm auch den bedeutungsvollen Übergang aus dem Indischen ins Christliche.»

[ 20 ] Es ist also wichtig für diejenigen, die sich aus der abendländischen Kultur heraus interessieren wollen für dasjenige, was die Geisteswissenschaft sein will, daß wir nicht altindische Lehren aufwärmen wollen, sondern daß wir etwas aus der geistigen Welt heraus gerade für unseren Zeitenzyklus Geeignetes schaffen wollen.

[ 20 ] Es ist also wichtig für diejenigen, die sich aus der abendländischen Kultur heraus interessieren wollen für dasjenige, was die Geisteswissenschaft sein will, daß wir nicht altindische Lehren aufwärmen wollen, sondern daß wir etwas aus der geistigen Welt heraus gerade für unseren Zeitenzyklus Geeignetes schaffen wollen.

[ 21 ] Vielleicht darf ich Sie doch noch weiter auf den Artikel hinweisen. Ich kann das wohl mit Reserve tun; denn nach dem Mancherlei, was über unsere Bewegung und über meine Schriften gesagt wird, kann auch einmal etwas gesagt werden, was nicht schimpft, sondern mit einigem Verständnis darauf eingeht. Der Artikel steht in Nummer 10 der Zeitschrift «Christentum und Gegenwart» vom Oktober 1915, welche in Nürnberg, Ebnergasse 10, Buchhandlung des Vereins für innere Mission erscheint. Wie gesagt, mißverstehen Sie nicht, wenn Sie diesen Artikel lesen, diesen Hinweis. Aber nachdem ich gesagt habe, daß es gut wäre, die Vorstellungen kennenzulernen, die das außenstehende geistige Leben mit uns verbindet, so könnte es Sie auch interessieren, wenn einmal etwas erscheint, was das Gegenteil von dem tut, was sonst mit unserer Bewegung geschieht. Der Artikel heißt: «Zwei Bauten deutscher Zukunft (Dornach und Elmau)». Elmau ist eine Gründung von Dr. Müller. Es wird mit großem Verständnis gerade in diesem Artikel auf das Unterscheidende des Dornacher Baues von dem Bau in Elmau hingewiesen. Vielleicht darf ich diese Stelle vorlesen. Eine andere Stelle darf ich nicht vorlesen, weil zuviel von mir die Rede ist; aber vielleicht darf ich das Folgende vorlesen:

[ 21 ] Vielleicht darf ich Sie doch noch weiter auf den Artikel hinweisen. Ich kann das wohl mit Reserve tun; denn nach dem Mancherlei, was über unsere Bewegung und über meine Schriften gesagt wird, kann auch einmal etwas gesagt werden, was nicht schimpft, sondern mit einigem Verständnis darauf eingeht. Der Artikel steht in Nummer 10 der Zeitschrift «Christentum und Gegenwart» vom Oktober 1915, welche in Nürnberg, Ebnergasse 10, Buchhandlung des Vereins für innere Mission erscheint. Wie gesagt, mißverstehen Sie nicht, wenn Sie diesen Artikel lesen, diesen Hinweis. Aber nachdem ich gesagt habe, daß es gut wäre, die Vorstellungen kennenzulernen, die das außenstehende geistige Leben mit uns verbindet, so könnte es Sie auch interessieren, wenn einmal etwas erscheint, was das Gegenteil von dem tut, was sonst mit unserer Bewegung geschieht. Der Artikel heißt: «Zwei Bauten deutscher Zukunft (Dornach und Elmau)». Elmau ist eine Gründung von Dr. Müller. Es wird mit großem Verständnis gerade in diesem Artikel auf das Unterscheidende des Dornacher Baues von dem Bau in Elmau hingewiesen. Vielleicht darf ich diese Stelle vorlesen. Eine andere Stelle darf ich nicht vorlesen, weil zuviel von mir die Rede ist; aber vielleicht darf ich das Folgende vorlesen:

[ 22 ] «Selbst wenn man Dr. Müller nur wenig und nur in müden Stunden sieht, empfängt man doch immer wieder den Eindruck, wie sehr es ihm ganz persönlich ernst ist mit dem Leben, von dem er redet, und wie viel unausgesetzte innerliche Bemühung um dieses Leben in seiner Seele vorhanden ist. Die «Mainberger> selbst — nun ja, es sind natürlich allerlei Leute darunter und nicht lauter sympathische, wie auch unter den «Anthroposophen; , aber man trifft doch auch immer wieder Menschen, bei denen man froh wird, daß es solche Menschen gibt, Männer und Frauen, vor deren innerem Leben und Streben man alle Hochachtung gewinnt. Hochinteressant wäre es, die Art der inneren Arbeit der Menschen an sich selbst in Dornach und in Mainberg-Elmau zu vergleichen. Welch ein bezeichnender Unterschied schon äußerlich zwischen den volkstrachtähnlichen Frauengewändern in Elmau und den stolenähnlichen, ernsten, aber zum Teile sehr geschmackvollen Frauengewändern, die man in Dornach sieht! Oder wenn einem zum Bewußtsein kommt, daß sowohl in Dornach wie in Mainberg-Elmau auf freie natürliche Körperbewegung Gewicht gelegt wird, daß dies in Elmau in der Pflege des alten deutschen Tanzes zum Ausdruck kommt, während man in Dornach ernstlich nach «Eurythmie sucht, d.h. nach einer Form körperlicher Darstellung des Geistigen, zunächst etwa beim Vortrag von Gedichten, bei der die eigentlichen inneren Erlebnisse des Körpers an der menschlichen Sprache auch äußerlich zum Ausdruck kommen. Viele Christen, denen noch die alte Mißachtung des Körpers im Blute liegt, werden das eine so wenig verstehen wie das andere.»

[ 22 ] «Selbst wenn man Dr. Müller nur wenig und nur in müden Stunden sieht, empfängt man doch immer wieder den Eindruck, wie sehr es ihm ganz persönlich ernst ist mit dem Leben, von dem er redet, und wie viel unausgesetzte innerliche Bemühung um dieses Leben in seiner Seele vorhanden ist. Die «Mainberger> selbst — nun ja, es sind natürlich allerlei Leute darunter und nicht lauter sympathische, wie auch unter den «Anthroposophen; , aber man trifft doch auch immer wieder Menschen, bei denen man froh wird, daß es solche Menschen gibt, Männer und Frauen, vor deren innerem Leben und Streben man alle Hochachtung gewinnt. Hochinteressant wäre es, die Art der inneren Arbeit der Menschen an sich selbst in Dornach und in Mainberg-Elmau zu vergleichen. Welch ein bezeichnender Unterschied schon äußerlich zwischen den volkstrachtähnlichen Frauengewändern in Elmau und den stolenähnlichen, ernsten, aber zum Teile sehr geschmackvollen Frauengewändern, die man in Dornach sieht! Oder wenn einem zum Bewußtsein kommt, daß sowohl in Dornach wie in Mainberg-Elmau auf freie natürliche Körperbewegung Gewicht gelegt wird, daß dies in Elmau in der Pflege des alten deutschen Tanzes zum Ausdruck kommt, während man in Dornach ernstlich nach «Eurythmie sucht, d.h. nach einer Form körperlicher Darstellung des Geistigen, zunächst etwa beim Vortrag von Gedichten, bei der die eigentlichen inneren Erlebnisse des Körpers an der menschlichen Sprache auch äußerlich zum Ausdruck kommen. Viele Christen, denen noch die alte Mißachtung des Körpers im Blute liegt, werden das eine so wenig verstehen wie das andere.»

[ 23 ] Im Grunde sagt hier Rittelmeyer, daß man in Elmau das Alte aufwärmen will, und wir hier etwas Neues schaffen wollen. Damit können wir ja ganz zufrieden sein. Es ist sehr erfreulich, daß es doch einige Leute gibt, die Verständnis für die geisteswissenschaftliche Bewegung haben, während sie von denjenigen, die sich nicht über sie unterrichten wollen, in einer so wenig erfreulichen Weise vor der Welt angeschwärzt wird.

[ 23 ] Im Grunde sagt hier Rittelmeyer, daß man in Elmau das Alte aufwärmen will, und wir hier etwas Neues schaffen wollen. Damit können wir ja ganz zufrieden sein. Es ist sehr erfreulich, daß es doch einige Leute gibt, die Verständnis für die geisteswissenschaftliche Bewegung haben, während sie von denjenigen, die sich nicht über sie unterrichten wollen, in einer so wenig erfreulichen Weise vor der Welt angeschwärzt wird.

[ 24 ] Nun sagt Herr von Wrangell weiter:

[ 24 ] Nun sagt Herr von Wrangell weiter:

Die okkulten Fähigkeiten sollen, ähnlich wie die sinnlichen Fähigkeiten im irdischen Leben des Menschen, sehr verschiedenen Grades sein. Die höchste, zur Zeit erreichbare Stufe der Einweihung befähigt den Menschen, in wachem Zustande und im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten sich mit dem Ich nach Belieben in höhere Geisteswelten zu begeben, bis in jene Welt, wo die Akasha-Chronik über Vergangenheit des Weltganzen und jedes einzelnen Menschen Aufschluß gewährt.

Die okkulten Fähigkeiten sollen, ähnlich wie die sinnlichen Fähigkeiten im irdischen Leben des Menschen, sehr verschiedenen Grades sein. Die höchste, zur Zeit erreichbare Stufe der Einweihung befähigt den Menschen, in wachem Zustande und im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten sich mit dem Ich nach Belieben in höhere Geisteswelten zu begeben, bis in jene Welt, wo die Akasha-Chronik über Vergangenheit des Weltganzen und jedes einzelnen Menschen Aufschluß gewährt.

[ 25 ] Also im ganzen kann man mit der Darstellung sehr einverstanden sein. Es ist nur notwendig, daß man weiß, was unsere geisteswissenschaftliche Bewegung im besonderen will und dies scharf ins Auge faßt. Denn es ist schon notwendig, daß sie nicht verwechselt wird mit anderen, die sich auch mit den geistigen Welten befassen, aber alles in einen großen Mischmasch bringen und von einem Vertiefen ins Göttliche und so weiter reden. Da kommt es darauf an, daß dies scharf ins Auge gefaßt wird.

[ 25 ] Also im ganzen kann man mit der Darstellung sehr einverstanden sein. Es ist nur notwendig, daß man weiß, was unsere geisteswissenschaftliche Bewegung im besonderen will und dies scharf ins Auge faßt. Denn es ist schon notwendig, daß sie nicht verwechselt wird mit anderen, die sich auch mit den geistigen Welten befassen, aber alles in einen großen Mischmasch bringen und von einem Vertiefen ins Göttliche und so weiter reden. Da kommt es darauf an, daß dies scharf ins Auge gefaßt wird.

[ 26 ] Darauf folgt das Kapitel:

[ 26 ] Darauf folgt das Kapitel:

Geheimlehren

Die Ergebnisse der dutch den Geheimforscher gewonnenen Erkenntnisse wurden früher nur in Geheimschulen mitgeteilt, werden aber jetzt teilweise in jedermann zugänglichen Schriften und Vorträgen offenbart. Diese Mitteilungen tragen natürlich in Form und Inhalt den Stempel der Persönlichkeit des Geheimforschers. Da sie ihrer Angabe nach auf okkulten Wahrnehmungen beruhen, kann ihre Wahrheit selbständig nur von Menschen geprüft werden, die den gleichen Grad okkulter Gaben und die gleiche Urteilsfähigkeit besitzen. Denn aus den in der Geisteswelt gewonnenen Wahrnehmungen müssen ja erst Urteile gezogen und diese Schlüsse in die Sprache der irdischen Sinneswelt übertragen werden, um sie den Mitmenschen mitteilen zu können.

Geheimlehren

Die Ergebnisse der dutch den Geheimforscher gewonnenen Erkenntnisse wurden früher nur in Geheimschulen mitgeteilt, werden aber jetzt teilweise in jedermann zugänglichen Schriften und Vorträgen offenbart. Diese Mitteilungen tragen natürlich in Form und Inhalt den Stempel der Persönlichkeit des Geheimforschers. Da sie ihrer Angabe nach auf okkulten Wahrnehmungen beruhen, kann ihre Wahrheit selbständig nur von Menschen geprüft werden, die den gleichen Grad okkulter Gaben und die gleiche Urteilsfähigkeit besitzen. Denn aus den in der Geisteswelt gewonnenen Wahrnehmungen müssen ja erst Urteile gezogen und diese Schlüsse in die Sprache der irdischen Sinneswelt übertragen werden, um sie den Mitmenschen mitteilen zu können.

[ 27 ] Demgegenüber ist darauf aufmerksam zu machen, daß zwar der Inhalt der geistigen Welten nur erforscht werden kann bei Anwesenheit jener Fähigkeiten, von denen gesprochen worden ist, daß aber das Erforschte im Grunde genommen wirklich jeder prüfen kann. Denn die Welt, die jeder beobachten kann, ist in gewisser Weise ein Abbild der geistigen Welt, in die man durch die geistige Wahrnehmungsfähigkeit hineinschauen kann. Und wenn jemand nur mit wirklich offenen Augen die Welt um sich herum betrachtet und sich frägt: Stimmt dasjenige, was in der Welt der geistigen Wirklichkeit von dem Geheimforscher erkundet wird, zusammen mit dem, was sich im Leben zuträgt, dann kann er — auch ohne okkulte Fähigkeiten zu entwickeln — alles beurteilen. Es liegt nicht daran, daß man nicht beurteilen kann, wenn man sagt, man muß dem Geheimforscher «vertrauen», sondern daran, daß man sich nicht einlassen will auf eine Prüfung. Es bewährt sich dasjenige, was von der Geisteswissenschaft gesagt wird, in Leben und Welt, und jeder kann prüfen. Wer sagt, er kann nicht prüfen, der behauptet im Grunde genommen: ich will mich nicht darauf einlassen, ob man im Leben und in der Welt die geisteswissenschaftlichen Lehren prüfen kann; ich will mich auf diese wache Anschauung nicht einlassen, ich will schlafen mit meinem Verstand und meiner Utteilskraft. — Und weil die Menschen so gerne schlafen mit ihrem Verstand und ihrer Urteilskraft, deshalb sagen sie: Man kann nicht prüfen.

[ 27 ] Demgegenüber ist darauf aufmerksam zu machen, daß zwar der Inhalt der geistigen Welten nur erforscht werden kann bei Anwesenheit jener Fähigkeiten, von denen gesprochen worden ist, daß aber das Erforschte im Grunde genommen wirklich jeder prüfen kann. Denn die Welt, die jeder beobachten kann, ist in gewisser Weise ein Abbild der geistigen Welt, in die man durch die geistige Wahrnehmungsfähigkeit hineinschauen kann. Und wenn jemand nur mit wirklich offenen Augen die Welt um sich herum betrachtet und sich frägt: Stimmt dasjenige, was in der Welt der geistigen Wirklichkeit von dem Geheimforscher erkundet wird, zusammen mit dem, was sich im Leben zuträgt, dann kann er — auch ohne okkulte Fähigkeiten zu entwickeln — alles beurteilen. Es liegt nicht daran, daß man nicht beurteilen kann, wenn man sagt, man muß dem Geheimforscher «vertrauen», sondern daran, daß man sich nicht einlassen will auf eine Prüfung. Es bewährt sich dasjenige, was von der Geisteswissenschaft gesagt wird, in Leben und Welt, und jeder kann prüfen. Wer sagt, er kann nicht prüfen, der behauptet im Grunde genommen: ich will mich nicht darauf einlassen, ob man im Leben und in der Welt die geisteswissenschaftlichen Lehren prüfen kann; ich will mich auf diese wache Anschauung nicht einlassen, ich will schlafen mit meinem Verstand und meiner Utteilskraft. — Und weil die Menschen so gerne schlafen mit ihrem Verstand und ihrer Urteilskraft, deshalb sagen sie: Man kann nicht prüfen.

[ 28 ] Aber, immer wieder und wieder möchte ich der Welt sozusagen einbleuen, daß es darauf ankommt, daß die Geisteswissenschaft nicht auf Autorität hin angenommen wird, sondern geprüft werden kann an dem, was in der sinnlichen Welt vorgeht. Nur weil die Wissenschaft noch sinnlich beobachtet, läßt sie sich auf eine geistig wache Lebensbetrachtung nicht ein. Daher sieht man die Richtigkeit dessen, was der Geistesforscher sagt, nicht ein. Und deshalb versuche ich, nicht auf eine Autorität zu bauen, nicht einen Glauben in Anspruch zu nehmen, sondern ich bemühe mich immer wieder, durch dieses oder jenes in der äußeren Wissenschaft, in philosophischen Strebensrichtungen zu zeigen, wie die Leute vor der geistigen Welt stehen und nur nicht sich gestehen wollen, daß sie weitergehen müßten. Man braucht nicht auf Autorität zu bauen, sondern nur offene Augen zu haben, dann bewahrheitet sich einem das Streben in der Geisteswissenschaft als ein echtes und in unserer Zeit notwendiges.

[ 28 ] Aber, immer wieder und wieder möchte ich der Welt sozusagen einbleuen, daß es darauf ankommt, daß die Geisteswissenschaft nicht auf Autorität hin angenommen wird, sondern geprüft werden kann an dem, was in der sinnlichen Welt vorgeht. Nur weil die Wissenschaft noch sinnlich beobachtet, läßt sie sich auf eine geistig wache Lebensbetrachtung nicht ein. Daher sieht man die Richtigkeit dessen, was der Geistesforscher sagt, nicht ein. Und deshalb versuche ich, nicht auf eine Autorität zu bauen, nicht einen Glauben in Anspruch zu nehmen, sondern ich bemühe mich immer wieder, durch dieses oder jenes in der äußeren Wissenschaft, in philosophischen Strebensrichtungen zu zeigen, wie die Leute vor der geistigen Welt stehen und nur nicht sich gestehen wollen, daß sie weitergehen müßten. Man braucht nicht auf Autorität zu bauen, sondern nur offene Augen zu haben, dann bewahrheitet sich einem das Streben in der Geisteswissenschaft als ein echtes und in unserer Zeit notwendiges.

[ 29 ] Man muß sich nur andererseits darüber klar sein, daß manches, was man als Geisteswissenschaft bezeichnet, geeignet ist, den Menschen den Verstand für die wirkliche geistige Welt zu verrammeln. Das ist der Fall bei Weltanschauungen, die es sonst gut meinen, zum Beispiel bei der Euckenschen. Aber sie schlägt doch die Leute mit Blindheit, indem sie von Geist spricht in Worten, Worten, Worten, die aber nichts anderes bezeichnen als was die physische Seelenspiegelung gibt. Man braucht deshalb nicht ungerecht zu sein. Sie sehen das in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» so durchgeführt, daß es nicht ungerecht genannt werden kann, was über solche Menschen wie Eucken zu sagen ist. Aber man muß auch wissen, daß durch die unrichtige Geisteswissenschaft der Ausblick auf eine richtige verstellt wird. Es ist unendlich bequemer, in der Euckenschen Weise vom Geistigen zu reden, als sich auf das wirkliche Geistige einzulassen, das erforscht werden kann.

[ 29 ] Man muß sich nur andererseits darüber klar sein, daß manches, was man als Geisteswissenschaft bezeichnet, geeignet ist, den Menschen den Verstand für die wirkliche geistige Welt zu verrammeln. Das ist der Fall bei Weltanschauungen, die es sonst gut meinen, zum Beispiel bei der Euckenschen. Aber sie schlägt doch die Leute mit Blindheit, indem sie von Geist spricht in Worten, Worten, Worten, die aber nichts anderes bezeichnen als was die physische Seelenspiegelung gibt. Man braucht deshalb nicht ungerecht zu sein. Sie sehen das in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» so durchgeführt, daß es nicht ungerecht genannt werden kann, was über solche Menschen wie Eucken zu sagen ist. Aber man muß auch wissen, daß durch die unrichtige Geisteswissenschaft der Ausblick auf eine richtige verstellt wird. Es ist unendlich bequemer, in der Euckenschen Weise vom Geistigen zu reden, als sich auf das wirkliche Geistige einzulassen, das erforscht werden kann.

[ 30 ] Das nächste Kapitel:

[ 30 ] Das nächste Kapitel:

Unterschied zwischen Sinneswissenschaft und Geisteswissenschaft

Darin unterscheiden sie sich wesentlich von den Wahrheiten, die man mittelst der gewöhnlichen Sinne gewinnen kann, da hier die Prüfung der Tatsachen von zahllosen Menschen vorgenommen werden kann und die logische Verkettung derselben dem Urteil eines jeden unterliegt. Bei den okkulten Erkenntnissen ist das wichtigste Kriterium für die Glaubwürdigkeit der Mitteilungen eines Geheimforschers der sittliche Wert seiner Persönlichkeit.

Unterschied zwischen Sinneswissenschaft und Geisteswissenschaft

Darin unterscheiden sie sich wesentlich von den Wahrheiten, die man mittelst der gewöhnlichen Sinne gewinnen kann, da hier die Prüfung der Tatsachen von zahllosen Menschen vorgenommen werden kann und die logische Verkettung derselben dem Urteil eines jeden unterliegt. Bei den okkulten Erkenntnissen ist das wichtigste Kriterium für die Glaubwürdigkeit der Mitteilungen eines Geheimforschers der sittliche Wert seiner Persönlichkeit.

[ 31 ] — Nicht das ist das Wichtige, sondern das Wichtige ist, daß er auf dem Boden wahren geistigen Strebens steht, daß er sich bemüht, die Menschen in der richtigen Weise hineinzuführen in die geistige Welt. Wenn man die Wege sieht, die in die gewöhnliche Wissenschaft hineinführen und sich dadurch die Möglichkeit vorstellen kann, wie sie weiterzuleiten ist, dann bekommt man Unterlagen, die nicht der Einwand trifft, daß man dem Geistesforscher als anständigem Menschen einfach glaubt.

[ 31 ] — Nicht das ist das Wichtige, sondern das Wichtige ist, daß er auf dem Boden wahren geistigen Strebens steht, daß er sich bemüht, die Menschen in der richtigen Weise hineinzuführen in die geistige Welt. Wenn man die Wege sieht, die in die gewöhnliche Wissenschaft hineinführen und sich dadurch die Möglichkeit vorstellen kann, wie sie weiterzuleiten ist, dann bekommt man Unterlagen, die nicht der Einwand trifft, daß man dem Geistesforscher als anständigem Menschen einfach glaubt.

Liegen Gründe vor, an seiner Wahrhaftigkeit zu zweifeln, so haben seine okkulten Mitteilungen selbstverständlich nur geringen Wert.

Liegen Gründe vor, an seiner Wahrhaftigkeit zu zweifeln, so haben seine okkulten Mitteilungen selbstverständlich nur geringen Wert.

[ 32 ] — Das wäre ebenso, wie wenn wit, wenn einer in der gewöhnlichen Wissenschaft etwas geleistet hat, unsere persönliche Zustimmung zu seiner Forschung von seiner Persönlichkeit abhängig machen würden.

[ 32 ] — Das wäre ebenso, wie wenn wit, wenn einer in der gewöhnlichen Wissenschaft etwas geleistet hat, unsere persönliche Zustimmung zu seiner Forschung von seiner Persönlichkeit abhängig machen würden.

Hat man kein Vertrauen zu seiner Urteilskraft im gewöhnlichen Leben, so ist es höchst unwahrscheinlich, daß er sie unter den unendlich schwierigen Verhältnissen, zum Beispiel des Erforschens der Akasha-Chronik, bewähren sollte.

Hat man kein Vertrauen zu seiner Urteilskraft im gewöhnlichen Leben, so ist es höchst unwahrscheinlich, daß er sie unter den unendlich schwierigen Verhältnissen, zum Beispiel des Erforschens der Akasha-Chronik, bewähren sollte.

[ 33 ] — Man kann ja dem nachgehen, ob das, was aus der Akasha-Chronik entdeckt worden ist, mit dem Leben übereinstimmt.

[ 33 ] — Man kann ja dem nachgehen, ob das, was aus der Akasha-Chronik entdeckt worden ist, mit dem Leben übereinstimmt.

Aber selbst bei ungewöhnlichen okkulten Gaben, bei höchster Entwickelung des Intellekts, bei voller Unbefangenheit des Forschers, ist es nicht wahrscheinlich, daß Menschen, die in irdischen Dingen nie unfehlbar sind, es in überirdischen sein sollen.

Aber selbst bei ungewöhnlichen okkulten Gaben, bei höchster Entwickelung des Intellekts, bei voller Unbefangenheit des Forschers, ist es nicht wahrscheinlich, daß Menschen, die in irdischen Dingen nie unfehlbar sind, es in überirdischen sein sollen.

[ 34 ] — Von Unfehlbarkeit sollte überhaupt nicht gesprochen werden, sondern selbstverständlich nur davon, daß es sich darum handelt, daß von einem gewissen Gesichtspunkte aus der Geistesforscher die Dinge darstellt. Aber das hat im Grunde genommen nichts zu tun mit der Art und Weise, wie wir uns zu den Mitteilungen des Geheimforschers stellen.

[ 34 ] — Von Unfehlbarkeit sollte überhaupt nicht gesprochen werden, sondern selbstverständlich nur davon, daß es sich darum handelt, daß von einem gewissen Gesichtspunkte aus der Geistesforscher die Dinge darstellt. Aber das hat im Grunde genommen nichts zu tun mit der Art und Weise, wie wir uns zu den Mitteilungen des Geheimforschers stellen.

Man ist also genötigt, den Mitteilungen des Geheimforschers mit ungleich schärferer Kritik entgegenzutreten, als es gegenüber irgendwelchem Zeugen irdischer Wahrnehmungen geboten ist.

Man ist also genötigt, den Mitteilungen des Geheimforschers mit ungleich schärferer Kritik entgegenzutreten, als es gegenüber irgendwelchem Zeugen irdischer Wahrnehmungen geboten ist.

[ 35 ] — Also nicht entgegentreten mit Ablehnung oder Kritik. Das meiste, was geleistet wird, ist Ablehnung os»e Kritik; würde man 72:7 Kritik ablehnen, so würde so viel Ablehnung gar nicht herauskommen.

[ 35 ] — Also nicht entgegentreten mit Ablehnung oder Kritik. Das meiste, was geleistet wird, ist Ablehnung os»e Kritik; würde man 72:7 Kritik ablehnen, so würde so viel Ablehnung gar nicht herauskommen.

Da muß ein mehr oder weniger verläßliches Gefühl der Wahrscheinlichkeit die innere Übereinstimmung der verschiedenen Mitteilungen, vor allem aber das Vertrauen zur Person des Geheimforschers leiten.

Da muß ein mehr oder weniger verläßliches Gefühl der Wahrscheinlichkeit die innere Übereinstimmung der verschiedenen Mitteilungen, vor allem aber das Vertrauen zur Person des Geheimforschers leiten.

[ 36 ] — Also von diesem Vertrauen dürfen wir uns nicht falsche Vorstellungen machen. Dagegen ist das, was jetzt kommt, besonders wichtig:

[ 36 ] — Also von diesem Vertrauen dürfen wir uns nicht falsche Vorstellungen machen. Dagegen ist das, was jetzt kommt, besonders wichtig:

Wenn seine Mitteilungen aus jenen, den meisten Menschen unzugänglichen Welten demjenigen widerspricht, was mittelst der Sinneswahrnehmungen untrüglich nachgewiesen ist, so wird kein unbefangener Mensch darüber schwanken, welcher Mitteilung der Vorzug gebührt. Wenn ich, um ein Beispiel anzuführen, zum Beispiel wirklich alle Tatsachen kenne, die dafür sprechen, daß die Erde frei im Raume schwebend sich dreht, und ein Geheimforscher mir mitteilt, er habe aus okkulten Wahrnehmungen entnommen, daß die Erde sich nicht dreht, sondern daß die Fixsterne sich um die Erde bewegen, so wird ein Mensch bei gesunden Sinnen solcher okkulter Forschung keine Beachtung schenken.

Wenn seine Mitteilungen aus jenen, den meisten Menschen unzugänglichen Welten demjenigen widerspricht, was mittelst der Sinneswahrnehmungen untrüglich nachgewiesen ist, so wird kein unbefangener Mensch darüber schwanken, welcher Mitteilung der Vorzug gebührt. Wenn ich, um ein Beispiel anzuführen, zum Beispiel wirklich alle Tatsachen kenne, die dafür sprechen, daß die Erde frei im Raume schwebend sich dreht, und ein Geheimforscher mir mitteilt, er habe aus okkulten Wahrnehmungen entnommen, daß die Erde sich nicht dreht, sondern daß die Fixsterne sich um die Erde bewegen, so wird ein Mensch bei gesunden Sinnen solcher okkulter Forschung keine Beachtung schenken.

[ 37 ] — Also mit der äußeren Wissenschaft muß die Geheimwissenschaft übereinstimmen; und wenn sie nicht übereinstimmt, muß sie angeben, warum und versuchen, mit der Wissenschaft in Einklang zu kommen.

[ 37 ] — Also mit der äußeren Wissenschaft muß die Geheimwissenschaft übereinstimmen; und wenn sie nicht übereinstimmt, muß sie angeben, warum und versuchen, mit der Wissenschaft in Einklang zu kommen.

Selbstverständlich kann sich ein solcher Widerspruch nur auf Tatsachen der Sinneswelt beziehen, also nicht auf transzendente Fragen, die jenseits aller sinnlichen Erfahrung liegen.

Selbstverständlich kann sich ein solcher Widerspruch nur auf Tatsachen der Sinneswelt beziehen, also nicht auf transzendente Fragen, die jenseits aller sinnlichen Erfahrung liegen.

[ 38 ] — Dennoch, auch die transzendenten Fragen lassen sich ins Auge fassen.

[ 38 ] — Dennoch, auch die transzendenten Fragen lassen sich ins Auge fassen.

So kann, um ein anderes Beispiel anzuführen, ein Astronom, der die Kant-Laplacesche Hypothese über Entstehung des Sonnensystems für wahrscheinlich hält, dem Geheimforscher, der ihm eine ganz andere Kosmogonie mitteilt, nicht sagen, wie im ersteten Fall, daß seine Behauptung irrtümlich ist, denn die Drehung der Erde wird jeder gesunde Mensch als erwiesen ansehen, dagegen die Entstehung des Sonnensystems aus einem Nebel, nach der Kant-Laplaceschen Hypothese, kann man wohl für wahrscheinlich halten, aber nicht für erwiesen.

So kann, um ein anderes Beispiel anzuführen, ein Astronom, der die Kant-Laplacesche Hypothese über Entstehung des Sonnensystems für wahrscheinlich hält, dem Geheimforscher, der ihm eine ganz andere Kosmogonie mitteilt, nicht sagen, wie im ersteten Fall, daß seine Behauptung irrtümlich ist, denn die Drehung der Erde wird jeder gesunde Mensch als erwiesen ansehen, dagegen die Entstehung des Sonnensystems aus einem Nebel, nach der Kant-Laplaceschen Hypothese, kann man wohl für wahrscheinlich halten, aber nicht für erwiesen.

[ 39 ] — Herr von Wrangell sagt das ganz richtig. Ich habe immer auf die Unzulänglichkeit der Kant-Laplaceschen Hypothese hingewiesen, daß die Welt aus einem Urnebel heraus sich gebildet habe, was man den Kindern ja schon in der Schule an dem bekannten Experiment zeigt. Man gießt einen Öltropfen auf Wasser, durchsticht ihn mit einer Nadel, an der ein Kartenblattausschnitt befestigt ist, dreht, bewegt diese Nadel und sieht dann, wie sich die einzelnen Tropfen abspalten. Man hat dann schon den Vorgang der Entstehung eines Weltsystems, wenn man sich selbst dabei vergißt. Aber wenn man dieses Experiment macht, so müßte es so sein, daß man darauf hinweist, daß der Lehrer da ist und die Stecknadel dreht, denn sonst vergißt man auch den Lehrer, den großen, der das Weltsystem dreht.

[ 39 ] — Herr von Wrangell sagt das ganz richtig. Ich habe immer auf die Unzulänglichkeit der Kant-Laplaceschen Hypothese hingewiesen, daß die Welt aus einem Urnebel heraus sich gebildet habe, was man den Kindern ja schon in der Schule an dem bekannten Experiment zeigt. Man gießt einen Öltropfen auf Wasser, durchsticht ihn mit einer Nadel, an der ein Kartenblattausschnitt befestigt ist, dreht, bewegt diese Nadel und sieht dann, wie sich die einzelnen Tropfen abspalten. Man hat dann schon den Vorgang der Entstehung eines Weltsystems, wenn man sich selbst dabei vergißt. Aber wenn man dieses Experiment macht, so müßte es so sein, daß man darauf hinweist, daß der Lehrer da ist und die Stecknadel dreht, denn sonst vergißt man auch den Lehrer, den großen, der das Weltsystem dreht.

Es wird also, das ist meine tiefste Überzeugung, in einem Streit zwischen wirklich erwiesenen Tatsachen der Sinneswelt und Ergebnissen okkulter Forschung der Sieg immer auf Seiten der Wissenschaft bleiben.

Es wird also, das ist meine tiefste Überzeugung, in einem Streit zwischen wirklich erwiesenen Tatsachen der Sinneswelt und Ergebnissen okkulter Forschung der Sieg immer auf Seiten der Wissenschaft bleiben.

[ 40 ] — Es wird keinen Sieg geben, sondern wenn die Tatsachen der Sinneswissenschaft verläßlich erforscht sind und auf der anderen Seite die Tatsachen der Geisteswissenschaft verläßlich erforscht sind, so werden sie zusammenstimmen.

[ 40 ] — Es wird keinen Sieg geben, sondern wenn die Tatsachen der Sinneswissenschaft verläßlich erforscht sind und auf der anderen Seite die Tatsachen der Geisteswissenschaft verläßlich erforscht sind, so werden sie zusammenstimmen.

Wenn einige Okkultisten die Ansicht aussprechen, es gebe nichts Feststehendes in der irdischen Wissenschaft, so ist das nur für diejenigen möglich, die mit Wissenschaften nur aus zweiter Hand bekannt sind, nicht aber mit den betreffenden Fundamenten.

Jedoch die zur Zeit leitenden Theosophen Europas, Mrs. A. Besant, Dr. R. Steiner u.a., beanspruchen, daß ein Gegensatz zwischen ihren okkulten Forschungen und dem sicheren Ergebnis irdischer Wissenschaft nicht bestehe, und namentlich Dr. Steiner ist durch umfassende und gründliche Kenntnis der exakten Wissenschaften in ihrer Methoden wohl befähigt, darüber zu urteilen. Ob der Geheimforscher sich darin im einzelnen irrt, mag dahingestellt bleiben, und ist m.E. nicht von großer Bedeutung, denn wenn solcher Widerspruch nachgewiesen wäre, scheint mir damit die Frage doch nicht berührt zu werden, ob die Grundlehren der Theosophie der Wahrheit entsprechen oder nicht. All diese Lehren beziehen sich auf Gebiete, die jenseits der Sinneserfahrung liegen, können also von der ausschließlich auf Sinneswahrnehmungen begründeten Wissenschaft weder bestätigt noch widerlegt werden.

Wenn einige Okkultisten die Ansicht aussprechen, es gebe nichts Feststehendes in der irdischen Wissenschaft, so ist das nur für diejenigen möglich, die mit Wissenschaften nur aus zweiter Hand bekannt sind, nicht aber mit den betreffenden Fundamenten.

Jedoch die zur Zeit leitenden Theosophen Europas, Mrs. A. Besant, Dr. R. Steiner u.a., beanspruchen, daß ein Gegensatz zwischen ihren okkulten Forschungen und dem sicheren Ergebnis irdischer Wissenschaft nicht bestehe, und namentlich Dr. Steiner ist durch umfassende und gründliche Kenntnis der exakten Wissenschaften in ihrer Methoden wohl befähigt, darüber zu urteilen. Ob der Geheimforscher sich darin im einzelnen irrt, mag dahingestellt bleiben, und ist m.E. nicht von großer Bedeutung, denn wenn solcher Widerspruch nachgewiesen wäre, scheint mir damit die Frage doch nicht berührt zu werden, ob die Grundlehren der Theosophie der Wahrheit entsprechen oder nicht. All diese Lehren beziehen sich auf Gebiete, die jenseits der Sinneserfahrung liegen, können also von der ausschließlich auf Sinneswahrnehmungen begründeten Wissenschaft weder bestätigt noch widerlegt werden.

[ 41 ] Das ist wichtig, weil es zeigt, daß derjenige, der sich als Wissenschafter bekennt, aus seiner wissenschaftlichen Überzeugung heraus zu der Anschauung kommt, daß eine geistige Weltanschauung notwendig ist, und daß man notwendigerweise auf sie geführt wird, wenn man ein wissenschaftlicher Mensch in unserer Zeit ist.

[ 41 ] Das ist wichtig, weil es zeigt, daß derjenige, der sich als Wissenschafter bekennt, aus seiner wissenschaftlichen Überzeugung heraus zu der Anschauung kommt, daß eine geistige Weltanschauung notwendig ist, und daß man notwendigerweise auf sie geführt wird, wenn man ein wissenschaftlicher Mensch in unserer Zeit ist.

[ 42 ] Das nächste Kapitel ist überschrieben:

[ 42 ] Das nächste Kapitel ist überschrieben:

Theosophie — eine Religion

Diese theosophischen Lehren beanspruchen, den Menschen über Zweck und Ziel des Weltganzen sowie des einzelnen Menschenlebens Aufschluß zu geben, somit eine religiöse Weltanschauung zu sein.

Theosophie — eine Religion

Diese theosophischen Lehren beanspruchen, den Menschen über Zweck und Ziel des Weltganzen sowie des einzelnen Menschenlebens Aufschluß zu geben, somit eine religiöse Weltanschauung zu sein.

[ 43 ] Meine lieben Freunde, es ist notwendig, daß wir uns klar werden, daß die eigentliche Geisteswissenschaft, unsere geisteswissenschaftliche Bewegung, mit Religion unmittelbar wirklich nichts zu tun hat, daß sie keine religiöse Bewegung sein will. Seien wir uns darüber klar, daß in bezug auf das religiöse Leben die Geisteswissenschaft auch nichts anderes geben kann als eine innere Beziehung der menschlichen Seele mit dem Christus. Das ist das religiöse Moment, das ist das religiöse Element, das ist aber Christentum. Hege/ und insbesondere die Geisteswissenschaft erkennen an, daß das Christentum die Erfüllung des religiösen Strebens der Menschheit ist, daß neue Religionsbegründungen weder stattfinden werden noch stattfinden können. Die geistigen Tatsachen soll man kennenlernen und dafür ist die Geisteswissenschaft ein neues Instrument, will aber keine neue Religion begründen. Sie will sich nicht als eine neue Bewegung neben das Christentum hinstellen, sondern sie gibt nur die Forschungen, so wie Kopernikus seine Entdeckung gegeben hat.

[ 43 ] Meine lieben Freunde, es ist notwendig, daß wir uns klar werden, daß die eigentliche Geisteswissenschaft, unsere geisteswissenschaftliche Bewegung, mit Religion unmittelbar wirklich nichts zu tun hat, daß sie keine religiöse Bewegung sein will. Seien wir uns darüber klar, daß in bezug auf das religiöse Leben die Geisteswissenschaft auch nichts anderes geben kann als eine innere Beziehung der menschlichen Seele mit dem Christus. Das ist das religiöse Moment, das ist das religiöse Element, das ist aber Christentum. Hege/ und insbesondere die Geisteswissenschaft erkennen an, daß das Christentum die Erfüllung des religiösen Strebens der Menschheit ist, daß neue Religionsbegründungen weder stattfinden werden noch stattfinden können. Die geistigen Tatsachen soll man kennenlernen und dafür ist die Geisteswissenschaft ein neues Instrument, will aber keine neue Religion begründen. Sie will sich nicht als eine neue Bewegung neben das Christentum hinstellen, sondern sie gibt nur die Forschungen, so wie Kopernikus seine Entdeckung gegeben hat.

[ 44 ] Aber wie war es damals? Im 15. Jahrhundert kam Kopernikus und gab, was er zu geben hatte, aber die katholische Kirche hat erst im Jahre 1822 erlaubt, an die kopernikanische Lehre zu glauben. Und Luther sagte: Der neue Astrologe, der Kopernikus, will beweisen, daß die Erde sich bewegt und nicht der Himmel, die Sonne und der Mond. — Denken Sie nun, wie lange es gewährt hat, bis man den Kopernikus anerkannte. Wenn nun Leute kommen, die sagen, es sei eine Phantasterei, wiederholte Erdenleben zu lehren, so ist das verständlich, aber an uns ist es nicht, den Leuten die Meinung beizubringen, als ob es sich darum handle, eine neue Religion zu begründen. Das Christentum ist die Synthese, der Zusammenfluß der Weltreligionen. Durch die Geisteswissenschaft wollen wir die christlichen Wahrheiten besser verstehen lernen, als man sie ohne Geisteswissenschaft verstehen kann. Aber wir wollen es nicht in den Köpfen lassen, daß man es in der Theosophie mit einer neuen Religion, mit einer neuen religiösen Weltanschauung zu tun habe. Dagegen muß sich die Geisteswissenschaft wehren. Sie will Wissenschaft sein und dadurch auch das religiöse Leben vertiefen. Es wird aber das religiöse Leben auch vertieft durch den Kopernikanismus. So sagte der katholische Theologe Müllner, von dem ich bei Gelegenheit der Rezitation der delle Grazie’schen Gedichte gesprochen habe, in den neunziger Jahren über Galilei: Derjenige, der wirklich Christ ist und das religiöse Verhältnis der menschlichen Seele zu den göttlichen Welten versteht, der kann dadurch, daß er die Welt genauer erforscht, nur eine Vertiefung des religiösen Lebens erfahren und nicht eine Gefährdung.

[ 44 ] Aber wie war es damals? Im 15. Jahrhundert kam Kopernikus und gab, was er zu geben hatte, aber die katholische Kirche hat erst im Jahre 1822 erlaubt, an die kopernikanische Lehre zu glauben. Und Luther sagte: Der neue Astrologe, der Kopernikus, will beweisen, daß die Erde sich bewegt und nicht der Himmel, die Sonne und der Mond. — Denken Sie nun, wie lange es gewährt hat, bis man den Kopernikus anerkannte. Wenn nun Leute kommen, die sagen, es sei eine Phantasterei, wiederholte Erdenleben zu lehren, so ist das verständlich, aber an uns ist es nicht, den Leuten die Meinung beizubringen, als ob es sich darum handle, eine neue Religion zu begründen. Das Christentum ist die Synthese, der Zusammenfluß der Weltreligionen. Durch die Geisteswissenschaft wollen wir die christlichen Wahrheiten besser verstehen lernen, als man sie ohne Geisteswissenschaft verstehen kann. Aber wir wollen es nicht in den Köpfen lassen, daß man es in der Theosophie mit einer neuen Religion, mit einer neuen religiösen Weltanschauung zu tun habe. Dagegen muß sich die Geisteswissenschaft wehren. Sie will Wissenschaft sein und dadurch auch das religiöse Leben vertiefen. Es wird aber das religiöse Leben auch vertieft durch den Kopernikanismus. So sagte der katholische Theologe Müllner, von dem ich bei Gelegenheit der Rezitation der delle Grazie’schen Gedichte gesprochen habe, in den neunziger Jahren über Galilei: Derjenige, der wirklich Christ ist und das religiöse Verhältnis der menschlichen Seele zu den göttlichen Welten versteht, der kann dadurch, daß er die Welt genauer erforscht, nur eine Vertiefung des religiösen Lebens erfahren und nicht eine Gefährdung.

[ 45 ] Immer wieder muß betont werden, daß es eine Schwäche ist, wenn man sich dem, was von der Geisteswissenschaft an Vertiefung des Religiösen gebracht wird, entgegenstemmt. Denken Sie sich, wenn man dem Kolurmbus gesagt hätte: Nur ja nicht Amerika entdecken; denn da könnten ja andere Leute, andere Götter sein. — Denken Sie sich, was das für eine Schwäche wäre, wenn man nicht so fest auf dem Boden des Christentums steht, um sagen zu können: Was immer entdeckt werden wird, der Boden des Christentums ist so stark, daß er standhalten wird! — Daher ist es nichts anderes als ein Beweis für die Lahmheit derjenigen, die sagen, wir müssen die Geisteswissenschaft ablehnen. Denen muß man sagen: Das ist kein Christentum, wenn ihr glaubt, eure Lehren könnten durch die Geisteswissenschaft umgestoßen werden. Auch Kopernikus hat nicht umgestoßen, im Gegenteil, das religiöse Leben wurde durch ihn vertieft. Schwache Lahmherzigkeit ist es, was vom äußeren, offiziellen, sogenannten christlichen Standpunkte den Kampf aufdrängt dem, was die Geisteswissenschaft will.

[ 45 ] Immer wieder muß betont werden, daß es eine Schwäche ist, wenn man sich dem, was von der Geisteswissenschaft an Vertiefung des Religiösen gebracht wird, entgegenstemmt. Denken Sie sich, wenn man dem Kolurmbus gesagt hätte: Nur ja nicht Amerika entdecken; denn da könnten ja andere Leute, andere Götter sein. — Denken Sie sich, was das für eine Schwäche wäre, wenn man nicht so fest auf dem Boden des Christentums steht, um sagen zu können: Was immer entdeckt werden wird, der Boden des Christentums ist so stark, daß er standhalten wird! — Daher ist es nichts anderes als ein Beweis für die Lahmheit derjenigen, die sagen, wir müssen die Geisteswissenschaft ablehnen. Denen muß man sagen: Das ist kein Christentum, wenn ihr glaubt, eure Lehren könnten durch die Geisteswissenschaft umgestoßen werden. Auch Kopernikus hat nicht umgestoßen, im Gegenteil, das religiöse Leben wurde durch ihn vertieft. Schwache Lahmherzigkeit ist es, was vom äußeren, offiziellen, sogenannten christlichen Standpunkte den Kampf aufdrängt dem, was die Geisteswissenschaft will.

[ 46 ] Das ist der Standpunkt, den wir einnehmen müssen gegen die, welche uns mit ihren matten, lahmherzigen Einwänden gegenüber der Theosophie kommen.

[ 46 ] Das ist der Standpunkt, den wir einnehmen müssen gegen die, welche uns mit ihren matten, lahmherzigen Einwänden gegenüber der Theosophie kommen.

[Das Kapitel «Die Theosophie — eine Religion» wird zu Ende gelesen: ] Es scheint zweifelhaft, ob irgendeine Lösung des Welträtsels dem zur Kritik erzogenen Menschen der Gegenwart bezüglich ihrer verstandesmäßigen Begründung voll genügen kann. Es wird sich immer nur darum handeln, wieweit Geist und Gemüt des Menschen befriedigt werden durch die sich ihm darbietende Lösung der großen, ewigen Fragen. Da hier eine verstandesmäRige Beweisführung für oder wider nicht möglich ist, muß das Gefühl über die größere oder geringere Wahrscheinlichkeit der einen oder anderen Lösung mit entscheiden.

Wir wollen einige der Weltanschauungen, wie sie sich dem gebildeten Menschen europäischer Kultur darbieten, von diesem Gesichtspunkt aus vergleichen.

[Das Kapitel «Die Theosophie — eine Religion» wird zu Ende gelesen: ] Es scheint zweifelhaft, ob irgendeine Lösung des Welträtsels dem zur Kritik erzogenen Menschen der Gegenwart bezüglich ihrer verstandesmäßigen Begründung voll genügen kann. Es wird sich immer nur darum handeln, wieweit Geist und Gemüt des Menschen befriedigt werden durch die sich ihm darbietende Lösung der großen, ewigen Fragen. Da hier eine verstandesmäRige Beweisführung für oder wider nicht möglich ist, muß das Gefühl über die größere oder geringere Wahrscheinlichkeit der einen oder anderen Lösung mit entscheiden.

Wir wollen einige der Weltanschauungen, wie sie sich dem gebildeten Menschen europäischer Kultur darbieten, von diesem Gesichtspunkt aus vergleichen.

[ 47 ] In den folgenden Kapiteln vergleicht nun Wrangell den Materialismus, den Agnostizismus, den Okkultismus miteinander und hat dann noch ein Kapitel über Wiederverkörperung und Karma. Er kommt dann zu Lessings Ansicht von der Wiedergeburt und zu einer Rekapitulation des ganzen Gedankenganges. Es ist nicht mehr Zeit genug, um die Schlußkapitel zu besprechen. Wir werden daher morgen um sieben Uhr die Sache fortsetzen, denn wir haben über die Schlußkapitel noch einiges Wichtige zu sagen.

[ 47 ] In den folgenden Kapiteln vergleicht nun Wrangell den Materialismus, den Agnostizismus, den Okkultismus miteinander und hat dann noch ein Kapitel über Wiederverkörperung und Karma. Er kommt dann zu Lessings Ansicht von der Wiedergeburt und zu einer Rekapitulation des ganzen Gedankenganges. Es ist nicht mehr Zeit genug, um die Schlußkapitel zu besprechen. Wir werden daher morgen um sieben Uhr die Sache fortsetzen, denn wir haben über die Schlußkapitel noch einiges Wichtige zu sagen.