Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Necessity and Freedom
in World History and Human Action
GA 166

8 February 1916, Berlin

Translate the original German text into any language:

Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Einiges Ergänzende werde ich zu sagen haben zu den vier Vorträgen, welche über Freiheit und Notwendigkeit handelnd mehr oder weniger ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Betrachten wir wiederum einmal eine unserer geisteswissenschaftlichen Grundwahrheiten, die Wahrheit von der Zusammensetzung des Menschen, die uns ja so geläufig geworden ist: daß wir den Menschen zusammengefügt, ineinanderliegend betrachten aus zunächst vier Gliedern, aus dem physischen Leib, dem ätherischen Leib, dem astralischen Leib und dem Ich. Wenn wir zunächst an dasjenige uns halten, was in der physischen Welt jedem Menschen gegeben ist, so können wir sagen: im gewöhnlichen, wachenden Zustande ist uns gegeben zunächst unser physischer Leib. Unseren physischen Leib kennen wir eben aus dem Grunde, weil wir ihn selbstverständlich äußerlich mit unseren Sinnen betrachten können, weil ihn jeder andere, der mit uns auf der physischen Welt ist, ebenso betrachten kann, weil er mit uns in dem Urteil übereinstimmen muß: dieser physische Leib ist vorhanden. Dieser physische Leib kann also für uns in der physischen Welt von außen betrachtet werden.

[ 1 ] I will have a few additional remarks to make regarding the four lectures, which, dealing with freedom and necessity, form more or less a coherent whole. Let us once again consider one of the fundamental truths of the Spiritual Science—the truth about the composition of the human being, which has become so familiar to us: that we view the human being as a composite, interwoven whole consisting, first and foremost, of four members—the physical body, the etheric body, the astral body, and the I. If we first focus on what is given to every human being in the physical world, we can say: in the ordinary, waking state, our physical body is what is given to us first. We know our physical body precisely because we can, of course, observe it externally with our senses; because everyone else who is with us in the physical world can observe it in the same way; and because they must agree with us in the judgment that this physical body exists. This physical body can therefore be observed from the outside in the physical world.

[ 2 ] Nicht kann betrachtet werden, wie Sie sich ja durch eine leichte Besinnung selber überzeugen können, dasjenige, was man gewöhnlich bei uns den ätherischen Leib nennt. Der entzieht sich nun schon der gewöhnlichen physischen Betrachtung. Ebenso entzieht sich der gewöhnlichen physischen Betrachtung der astralische Leib, und das Ich erst recht, denn dasjenige, was das Ich ist — wir haben es ja oftmals ausgesprochen —, kann so wenig von außen betrachtet werden, daß nicht einmal der Name dafür dem Menschen von außen gegeben werden kann. Wenn Ihnen irgend jemand das Wort «Ich» zurufen würde, so würden Sie nie auf den Gedanken kommen können, daß er Ihr Ich meinen könnte. Er kann nur sein eigenes Ich meinen. Also von außen wird dieses Ich überhaupt gar nicht mehr bezeichnet. Dennoch aber ist es klar, daß der Mensch von diesem Ich etwas weiß. Von innen heraus bezeichnet er es. Also man kann immerhin sagen: Während der Ätherleib, während der astralische Leib für den physischen Plan unzugänglich sind, ist das Ich zunächst für diesen physischen Plan nicht unzugänglich. Wir sprechen, indem wir «ich» sprechen, von diesem Ich. Aber dabei bleibt doch das bestehen: So, wie etwa der physische Leib oder ein anderes physisches Ding, kann dieses Ich nicht gesehen werden. Es kann nicht mit den Sinnen irgendwie wahrgenommen werden.

[ 2 ] As you can easily convince yourself by giving it a moment’s thought, what we usually call the etheric body cannot be observed. It already eludes ordinary physical observation. Likewise, the astral body eludes ordinary physical observation, and the “I” even more so, for what the “I” is—as we have often stated—cannot be observed from the outside to such an extent that not even the name for it can be given to a person from the outside. If someone were to call out the word “I” to you, it would never occur to you that they might be referring to your “I.” They can only mean their own “I.” Thus, from the outside, this “I” is no longer designated at all. Nevertheless, it is clear that a person knows something about this “I.” They designate it from within. So one can at least say: While the etheric body and the astral body are inaccessible to the physical plane, the “I” is not, at first glance, inaccessible to this physical plane. When we say “I,” we are speaking of this “I.” But the fact remains: just as the physical body or any other physical object cannot be seen, this “I” cannot be seen either. It cannot be perceived in any way by the senses.

[ 3 ] Nun wird für uns die Frage entstehen: Was hat es denn eigentlich für eine Bewandtnis damit, daß wir von diesem Ich etwas wissen, daß wir überhaupt dazu kommen, es zu benennen? Philosophen sagen vielfach: Das Ich, das ist durch eine unmittelbare Gewißheit dem Menschen gegeben. Der Mensch weiß unmittelbar, daß das Ich vorhanden ist. Ja, es gibt Philosophen, die träumen davon, durch ihre bloße Philosophie wissen zu können, daß dieses Ich ein einfaches Wesen ist, also nicht aufgelöst werden und auch nicht sterben kann. Aber jeder, der gesund denkt, wird dieser philosophischen Meinung sogleich entgegentreten: Nun, wenn du uns auch noch so sehr beweisest, daß dieses Ich nicht aufgelöst werden kann, also nicht dem Verfall entgegengehen kann, so genügt es ja schon, daß dieses Ich nach dem Tode etwa für ewige Zeiten in dem Zustand wäre, in dem es zum Beispiel vom Einschlafen bis zum Aufwachen ist. Dann würde man selbstverständlich nicht mehr von diesem Ich sprechen können. Die Philosophen irren sich damit, wenn sie glauben, in dem Ich, von dem sie reden können, sei etwas Reales vorhanden. Wenn man von einem real Vorhandenen spricht, so spricht man vielmehr von etwas ganz anderem.

[ 3 ] Now the question arises for us: What is the actual significance of the fact that we know something about this “I,” that we are even able to name it? Philosophers often say: The “I” is given to human beings through an immediate certainty. Human beings know immediately that the “I” exists. Yes, there are philosophers who dream of being able to know, through their philosophy alone, that this “I” is a simple being—that is, one that cannot be dissolved and cannot die. But anyone who thinks clearly will immediately object to this philosophical view: Well, even if you prove to us as convincingly as possible that this “I” cannot be dissolved—and thus cannot face decay—it would suffice for this “I” to remain after death, perhaps for all eternity, in the same state in which it exists, for example, from falling asleep until waking up. Then, of course, one could no longer speak of this “I.” The philosophers are mistaken in believing that there is something real present in the “I” of which they can speak. When one speaks of something that actually exists, one is speaking rather of something entirely different.

[ 4 ] Vom Einschlafen bis zum Aufwachen ist dieses Ich nicht vorhanden, kann der Mensch zu sich nicht «ich» sagen. Wenn er träumt von seinem Ich, kommt es ihm zuweilen sogar vor, wie wenn er sich im Bilde selbst entgegentreten würde, das heißt, er schaut sich an. Er sagt nicht so «ich» zu seinem Ich, wie er das im gewöhnlichen Tagesleben sagt. Wenn wir aufwachen, so ist es wirklich mit unserem wahren Ich so, als ob wir stoßen würden an die Festigkeit unseres physischen Leibes. Wir wissen ja, der Vorgang des Aufwachens besteht darin, daß wir mit unserem Ich, ebenso wie mit unserem Astralleib — aber jetzt interessiert uns zunächst das Ich — untertauchen in unseren physischen Leib hinein. Dieses Untertauchen spüren wir geradeso, wie wir es spüren, wenn wir mit der Hand an einen festen Gegenstand stoßen, und dieses Untertauchen, das uns gleichsam einen Gegenstoß gibt vom physischen Leib, das macht das Bewußtsein des Ich aus. Und den ganzen Tag, wenn wir wachen, haben wir wirklich nicht unser Ich, sondern wir haben die Vorstellung unseres Ich, die wie ein Spiegelbild am physischen Leib entsteht. Also dasjenige, was man von dem Ich gewöhnlich in der Philosophie hat, das ist das Spiegelbild des Ich. Ja, haben wir sonst nichts als dieses Spiegelbild des Ich? Nun, dieses Spiegelbild hört mit dem Einschlafen auf, das ist ja ganz klar. Da spiegelt sich das Ich nicht mehr. Nach dem Einschlafen würde also unser Ich wirklich verschwinden. Morgens aber, wenn wir aufwachen, zieht es wieder in den physischen Leib ein. Es ist also dagewesen.

[ 4 ] From the moment one falls asleep until one wakes up, this “I” does not exist; one cannot say “I” to oneself. When they dream of their “I,” it sometimes even seems to them as if they were encountering themselves in the image—that is, they are looking at themselves. They do not address their “I” in the same way they do in ordinary daily life. When we wake up, it is truly as if our true “I” were coming into contact with the solidity of our physical body. We know, of course, that the process of waking up consists in our “I,” just as with our astral body—but for now we are primarily interested in the “I”—submerging into our physical body. We feel this immersion just as we feel it when we bump our hand against a solid object, and this immersion—which, as it were, gives us a counter-impact from the physical body—is what constitutes the consciousness of the “I.” And throughout the day, while we are awake, we do not actually have our “I”; rather, we have the mental image of our “I,” which arises like a reflection on the physical body. So what is usually understood by the “I” in philosophy is the mirror image of the “I.” Yes, do we have nothing but this mirror image of the “I”? Well, this mirror image ceases when we fall asleep—that is quite clear. The “I” is no longer reflected there. So after falling asleep, our “I” would truly disappear. But in the morning, when we wake up, it moves back into the physical body. So it was there all along.

[ 5 ] Was ist denn nun dieses Ich? Was haben wir denn, solange wir uns nur auf dem physischen Plan betätigen, von diesem Ich? Wenn man näher untersucht, so hat man nämlich von diesem Ich zunächst innerhalb der physischen Welt nichts anderes als Willensakt, Wille. Wir können nichts anderes tun, als uns wollen. Dieses, daß wir wollen können, das macht uns aufmerksam darauf, daß wir ein Ich sind. Der Schlaf besteht nur darin, daß wir alles Wollen herabgedämpft haben, daß wir eben während des Schlafes durch Gründe, die wir ja oftmals besprochen haben, nicht wollen können. Da ist also das Wollen herabgedämpft, herabgelähmt. Wir wollen nicht während des Schlafes. Was sich also ausdrückt in dem Worte Ich, das ist ein wirklicher Willensakt, und dasjenige, was wir vorstellen über das Ich, das ist Spiegelbild, das dadurch entsteht, daß das Wollen anschlägt an den Leib. Dieses Anschlagen, das ist geradeso, wie wenn wir, in den Spiegel schauend, unseren physischen Leib sehen. So sehen wir unser eigenes Ich, sich aussprechendes Wollen, von unserem physischen Leib zurückwirken. Das gibt uns die Vorstellung des Ich. Das Ich lebt also auf dem physischen Plane als ein Willensakt.

[ 5 ] What, then, is this “I”? What do we have of this “I” as long as we operate solely on the physical plane? Upon closer examination, it turns out that, within the physical world, this “I” is nothing more than an act of will—will itself. We can do nothing other than will. The very fact that we are capable of willing makes us aware that we are a “self.” Sleep consists solely in the fact that we have subdued all willing—that, for reasons we have often discussed, we are simply unable to will during sleep. Thus, the act of willing is subdued, paralyzed. We do not will during sleep. What is expressed in the word “I,” then, is a genuine act of will, and the mental image we have of the “I” is a reflection that arises when the will strikes the body. This striking is just as if, looking into a mirror, we see our physical body. Thus we see our own “I”—will expressing itself—reflected back from our physical body. This gives us a mental image of the “I.” The “I” therefore lives on the physical plane as an act of will.

[ 6 ] So haben wir eigentlich Zweiheit auf dem physischen Plane: wir haben unseren physischen Leib, und wir haben unser Ich. Den physischen Leib haben wir dadurch, daß wir ihn durch die Anschauung vorstellen können außen im Raume; das Ich haben wir dadurch, daß wir wollen können. Alles übrige, das hinter dem physischen Leibe steht, bleibt uns zunächst für die physische Betrachtung ein Geheimnis. Wir sehen den physischen Leib, wie er entstanden ist, wie er sich zusammengefügt hat. Wir wir dieses Zusammenfügen beschreiben müssen durch das Durchgehen des Menschen durch die Saturn-, Sonnen-, Monden- und Erdenzeit, das bleibt Geheimnis, wenn man nur den physischen Leib anschaut. Also, was hinter diesem physischen Leibe ist, bleibt zunächst für die physische Betrachtung der physischen Welt Geheimnis.

[ 6 ] Thus, we actually have duality on the physical plane: we have our physical body, and we have our “I.” We have our physical body because we can create a mental image of it externally in space; we have our “I” because we are capable of willing. Everything else that lies behind the physical body remains, for the time being, a mystery to us in our physical observation. We see the physical body as it has come into being, as it has been formed. How this formation must be described—through humanity’s passage through the Saturn, Sun, Moon, and Earth periods—remains a mystery when one considers only the physical body. Thus, what lies behind this physical body remains, for the time being, a mystery to the physical observation of the physical world.

[ 7 ] Wie der Wille untertaucht auf der anderen Seite in unseren physischen Leib hinein oder in alles, was wir überhaupt sind, das bleibt wieder Geheimnis. Denn, nicht wahr, des Willens können Sie sich bewußt werden, und Schopenhauer hat deshalb im Willen das einzig Wirkliche gesehen, weil er zu der Ahnung gekommen ist, daß man im Willen eigentlich seiner selbst bewußt wird. Aber wie dieser Wille untertaucht, davon weiß man auf dem physischen Plane gar nichts. Vom physischen Plane wissen Sie im Grunde genommen nur, daß Sie in ihrem Ich den Willen fassen können. Ich ergreife diese Uhr, aber wie dieser Wille übergeht durch den Ätherleib hinunter in den physischen Leib und dann wirklich zu der Handlung des Uhr-Ergreifens wird, das bleibt für den physischen Leib selbst ein Geheimnis. Der Wille taucht also von dem Ich gleich in den physischen Leib hinein. Es bleibt im Ich nichts anderes vorhanden als das innere Erspüren des Willens, das innere Erleben des Willens.

[ 7 ] How the will sinks into our physical body on the other side—or into everything that we are—remains a mystery. For, isn’t it true, you can become conscious of the will, and Schopenhauer saw the will as the only reality precisely because he had come to the realization that it is in the will that one actually becomes conscious of oneself. But how this will sinks down—of that we know absolutely nothing on the physical plane. On the physical plane, you know, in essence, only that you can grasp the will within your “I.” I grasp this watch, but how this will passes through the etheric body down into the physical body and then actually becomes the act of grasping the watch—that remains a mystery even to the physical body itself. The will thus passes directly from the “I” into the physical body. Nothing remains in the “I” other than the inner sensing of the will, the inner experience of the will.

[ 8 ] So wie ich das hier beschreibe, ist es eigentlich erst für den weitaus größten Teil der Menschheit seit ein paar Jahrhunderten richtig, und das übersieht man ja gewöhnlich. Uns könnte es schon durch die vielen Betrachtungen, die wir angestellt haben, in Fleisch und Blut übergegangen sein. Wenn wir zurückgehen in die Mitte des Mittelalters, da ist es nur eine Phantasie, wenn man glaubt, die Menschheit habe damals wirklich genauso gelebt wie die jetzige Menschheit. Die Menschheit entwickelt sich, und die Art und Weise, wie der Mensch in der Welt drinnensteht, ist verschieden in den verschiedenen Epochen. Wenn wir hinter das 15., 14. Jahrhundert zurückgehen, da finden wir weitaus mehr Menschen als in der Gegenwart, die nicht bloß von dem physischen Leib wissen, sondern die da wirklich wissen, daß im physischen Leib etwas lebt, was wir heute mit dem Ausdruck «Ätherleib» bezeichnen, die wirklich etwas Aurisches an dem physischen Leib wahrnahmen. Natürlich waren es im Mittelalter, ich möchte sagen, nur noch die letzten Überreste, die letzten Fetzen eines alten Wahrnehmens; aber immerhin schaute man auch im 10. Jahrhundert dem Menschen nicht bloß so wie heute ins Auge, indem man einfach sein physisches Auge betrachtete. Man sah noch, indem man das physische Auge betrachtete, etwas vom Aurischen, etwas vom Ätherischen. Man sah noch in gewisser Weise ein aufrichtiges Auge, ein falsches Auge, aber nicht bloß etwa durch ein äußeres Urteil, sondern indem man unmittelbar das Aurische, das das Auge umspielte, wahrnahm. Und so mit anderem.

[ 8 ] As I describe it here, this has actually only been true for the vast majority of humanity for a few centuries, and that’s something people usually overlook. For us, it may have already become second nature through the many reflections we have made. If we go back to the middle of the Middle Ages, it is pure fantasy to believe that humanity really lived exactly the same way back then as it does today. Humanity evolves, and the way in which human beings relate to the world differs from one epoch to another. If we go back beyond the 15th and 14th centuries, we find far more people than in the present who not only knew about the physical body but who truly knew that something lives within the physical body—what we today call the “etheric body”—and who truly perceived something auric in the physical body. Of course, in the Middle Ages, I would say, these were merely the last remnants, the last shreds of an ancient perception; but even in the 10th century, people did not look into a person’s eyes merely as we do today, by simply observing their physical eye. By looking at the physical eye, one could still perceive something of the auric, something of the ethereal. One could still, in a certain sense, distinguish between a sincere eye and a false eye—not merely through an external judgment, but by directly perceiving the auric that surrounded the eye. And so it was with other things as well.

[ 9 ] Aber indem man dieses Aurische beim Menschen wahrnahm, nahm man es in viel, viel größerem Maße beim Tiere wahr, auch bei der Pflanze. Was heute wiederum, nur künstlich, hervorgerufen werden kann — Sie kennen alle diese Beschreibung aus meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten» —, daß, wenn man ein Samenkorn betrachtet, man es anders aufstrahlen sieht als ein anderes Samenkorn, das war den Leuten in früheren Jahrhunderten noch eine ganz alltägliche, allgewöhnliche Erscheinung. So daß der Mensch nicht etwa mit dem Mikroskop erst untersuchen mußte, was man ja heute in den meisten Fällen auch nicht mehr kann, von welcher Pflanze irgendein Samenkorn ist, sondern aus dem Licht, aus der Lichtaura, die das Samenkorn umschloß, konnten die Menschen solches noch bestimmen. Und bei dem Mineral finden Sie in den älteren Schriften noch Beschreibungen der Mineralien so, daß man in einer bestimmten Art untereinander die Mineralien unterschied nach deren Wert in der Welt. Wenn die Alten das Gold ansahen, sprachen sie vom Gold all dasjenige, was sie aussprachen, nicht aus ihrer Phantasie heraus, sondern weil ihnen das Gold in der Tat in einer anderen Weise erschien als zum Beispiel das Silber. Wenn sie das Gold mit dem Sonnenlicht, das Silber mit dem Mondenlicht in Zusammenhang brachten, so beruhte das wirklich auf einer Beobachtung. Es beruhte wirklich darauf, daß derjenige, der das beobachtete, niemals etwas anderes empfand, indem er aussprach: Das Gold ist reines Sonnenlicht, das nur zusammenverdichtet ist, das Silber Mondenlicht und so weiter, ebenso, wie man in der Außenwelt noch das Elementare sah, das elementar Aurische, was sich für die Menschen der neueren Zeit verloren hat, weil die Menschheit der neueren Zeit eben die Entwickelung durchmachen soll zur Freiheit hin, die nur dadurch gegeben werden kann, daß man ganz und gar nur auf das heute Physisch-Gegenständliche schauen kann.

[ 9 ] But just as this auric aspect was perceived in human beings, it was perceived to a much, much greater extent in animals, and also in plants. What today can only be brought about artificially—you are all familiar with this description from my book How to Attain Knowledge of the Higher Worlds—namely, that when one looks at a seed, one sees it radiate differently than another seed—was still a completely everyday, commonplace phenomenon for people in earlier centuries. So people did not first have to examine a seed under a microscope—which, in most cases, is no longer possible today—to determine which plant it came from; rather, they could still determine this from the light, from the light aura that surrounded the seed. And when it comes to minerals, you will still find descriptions of them in older writings that classified minerals in a specific way according to their value in the world. When the ancients looked at gold, everything they said about it was not based on their imagination, but because gold truly appeared to them in a different way than, for example, silver. When they associated gold with sunlight and silver with moonlight, this was truly based on observation. It was truly based on the fact that the observer never perceived anything else when he said: “Gold is pure sunlight, merely condensed; silver is moonlight,” and so on—just as people in the past could still perceive the elemental, the elemental auric, in the external world, which has been lost to people of modern times because modern humanity is precisely meant to undergo the development toward freedom, which can only be achieved by focusing entirely and exclusively on what is physically tangible today.

[ 10 ] Wie die Menschen also die Fähigkeit verloren, solches Aurische zu sehen, haben sie auch eine andere Fähigkeit verloren. Man muß heute ein Gefühl haben dafür, wie anders es doch ist, wenn die Alten vom Willen gesprochen haben. Sie haben noch viel mehr gefühlt, wie der Wille, der heute nur im Ich lebt, untertaucht in das Organische, wie er, wie wir heute sagen würden, untertaucht in den astralischen Leib hinein, Sie haben noch die Fortsetzung des Ich in den astralischen Leib hinein gefühlt. Man kann das auf einem ganz bestimmten Gebiete klarmachen.

[ 10 ] So just as people lost the ability to see such auric phenomena, they also lost another ability. Today, one must have a sense of just how different it is when the ancients spoke of the will. They felt much more keenly how the will—which today lives only in the “I”—dives into the organic realm; how it, as we would say today, dives into the astral body. They still felt the continuation of the “I” into the astral body. This can be made clear in a very specific area.

[ 11 ] Sehen Sie, die Tatsache, daß die Maler gar nicht mehr ohne Modell auszukommen glauben, beruht ja darauf, daß man ganz verloren hat die Möglichkeit, noch die Fortsetzung des Ich in den Organismus hinein irgendwie zu erleben, diese Fortsetzung in den astralischen Leib hinein. Warum bewundert man denn heute vielfach gerade alte Porträts? Weil das alte Porträt nicht bloß so wie das heutige gemacht worden ist, daß? man eine Person hat und nun nachmalt nach der Person und ganz darauf angewiesen ist, daß man alles das, was dagewesen ist, nachmalt, sondern weil man noch gewußt hat: bei jemand, der die Muskeln um das Auge in einer bestimmten Weise formt, bei dem geht das, was im Ich lebt, in einer ganz bestimmten Weise in den astralischen Leib, durch den er diese Form der Muskeln hervorbringt. Ginge man gar ins alte Griechentum zurück, würde man sich ganz und gar täuschen, wenn man etwa glaubte, daß die alten Griechen ein Modell gebraucht haben zu diesen wunderbaren Formen, die sie zusammengefügt haben. Sie haben kein Modell gehabt. Wer eine bestimmte Armform zu geben hatte, der wußte, wie der Wille das Ich hineinführt in den astralischen Leib, und aus diesem, was er spürte, machte er dann die Formen. Indem alles Erfühlen des astralischen Leibes erstorben ist, ist erst nötig geworden, sich so eng an das Modell zu halten, wie das eben für unsere Zeit gebräuchlich geworden ist.

[ 11 ] You see, the fact that painters no longer believe they can manage without a model stems from the fact that we have completely lost the ability to experience, in any way, the continuation of the “I” into the organism—this continuation into the astral body. Why, then, are old portraits so widely admired today? Because the old portrait wasn’t simply made the way today’s are—that is, by having a person and then painting from that person, relying entirely on reproducing everything that was there—but because people still knew: in someone who shapes the muscles around the eye in a certain way, what lives in the “I” flows into the astral body in a very specific manner, through which he brings forth this form of the muscles. If one were to go all the way back to ancient Greece, one would be completely mistaken if one were to believe, for example, that the ancient Greeks used a model for these wonderful forms they created. They had no model. Whoever had to create a specific arm shape knew how the will guides the “I” into the astral body, and from what he sensed, he then fashioned the forms. Since all feeling for the astral body has died out, it has only now become necessary to adhere so closely to the model, as has become customary in our time.

[ 12 ] Also das ist das Wesentliche, daß die Menschen dazu gekommen sind und daß sie gar noch nicht lange dabei sind, die Welt so äußerlich ohne alles Aurische zu sehen, wie das heute der Fall ist, und so innerlich, ohne alles Bewußtsein, daß der Wille hinunter rieselt in den astralischen Leib und den ganzen Organismus durchrieselt. Das ist erst vor kurzem so geworden.

[ 12 ] So that is the essential point: that human beings have come to this stage, and that they have not been doing so for very long—seeing the world outwardly without any auric elements, as is the case today, and inwardly without any consciousness, so that the will trickles down into the astral body and permeates the entire organism. This has only recently come to be.

[ 13 ] Wenn noch eine lange Zeit weiter vorübergegangen sein wird, dann wird eine andere Zeit über die Menschheit kommen. Dann wird dem äußeren Anblick auf dem physischen Plan noch mehr weggenommen worden sein, und dem inneren wird auch noch mehr weggenommen worden sein. Wir wissen ja, daß wir heute erst ein paar Jahrhunderte in der fünften nachatlantischen Periode stehen, vom 14. Jahrhundert ab —, denn wir zählen die vierte nachatlantische Periode ungefähr seit der Gründung Roms bis in das 15. Jahrhundert herein, die fünfte nachatlantische vom 15. Jahrhundert bis eben wiederum so lange, also daß wir jetzt eigentlich erst im ersten Drittel der fünften nachatlantischen Periode drinnen sind. Aber die Menschheit steuert zu einer ganz anderen Art des Wahrnehmens. Sie steuert zu einer viel größeren Ödheit und Leerheit in der äußeren Welt. Heute sieht der Mensch, indem er über die Natur hinblickt, noch so auf diese Natur hin, daß er ihr glaubt, sie sei grün, oder daß er dem Himmelsgewölbe glaubt, es sei blau. Er sieht so hin über die Natur, daß er ihr ihre Farben durch einen natürlichen Vorgang glaubt. In der sechsten nachatlantischen Periode wird er ihr ihre Farben nicht mehr glauben können! Heute sprechen nur die Physiker davon, daß außer uns ja nur Schwingungen vorhanden sind, und die Schwingungen rufen in uns das Rot hervor. Das, wovon heute die Physiker träumen, das wird Wahrheit werden. Heute ist es der Traum der Physiker; dann wird es Wahrheit werden. Die Menschen werden nicht mehr richtig unterscheiden können zwischen einem mehr oder wenig geröteten oder einem mehr oder weniger blassen Gesicht. Das werden sie wissen, daß das alles durch ihre eigene Organisation hervorgerufen wird. Sie werden es für einen Aberglauben halten, daß Farben draußen seien und die Gegenstände tingieren. Grau in grau, möchte man sagen, wird die äußere Welt sein, und der Mensch wird sich bewußt sein, daß er selber die Farben hineinträgt in die Welt. So wie heute die Menschen sagen: Ach, ihr verdrehten Anthroposophen, ihr redet davon, daß ein ätherischer Leib vorhanden ist, das ist aber nicht wahr, den träumt ihr nur in Dinge hinein! — so werden später diejenigen, die nun bloß die äußere Wirklichkeit sehen, zu den anderen sagen, die noch Farben in voller Frische sehen: Ach, ihr Träumer, ihr glaubt, daß draußen in der Natur Farben vorhanden sind? Ihr wißt nicht, daß ihr selber aus eurem Innern heraus diese Farben nur in die Natur hineinträumt. — Immer mehr wird die äußere Natur mathematisiert, immer mehr geometrisiert werden. So wie wir heute nur noch reden können vom ätherischen Leib und wie man uns in der Außenwelt nicht glaubt, daß er vorhanden ist, so wird man in der Zukunft nicht glauben, daß die Möglichkeit, Farben zu sehen, in der äußeren Welt irgendeine objektive Bedeutung hat, sondern man wird ihr nur eine subjektive Bedeutung zuschreiben.

[ 13 ] When a long time has passed, a different era will dawn for humanity. By then, even more will have been taken away from the outer appearance on the physical plane, and even more will have been taken away from the inner realm as well. We know, of course, that today we have been in the fifth post-Atlantean period for only a few centuries, beginning in the 14th century— for we date the fourth post-Atlantean period roughly from the founding of Rome through the 15th century, and the fifth post-Atlantean period from the 15th century for just as long again—so that we are actually only in the first third of the fifth post-Atlantean period. But humanity is heading toward a completely different way of perceiving. It is heading toward a much greater desolation and emptiness in the outer world. Today, when a person looks out at nature, they still perceive it in such a way that they believe it to be green, or that they believe the vault of heaven to be blue. They look upon nature in such a way that they accept its colors as the result of a natural process. In the sixth post-Atlantean epoch, they will no longer be able to believe in its colors! Today, only physicists speak of the fact that, apart from us, only vibrations exist, and that these vibrations evoke the color red within us. What physicists dream of today will become reality. Today it is the dream of physicists; then it will become reality. People will no longer be able to properly distinguish between a face that is more or less flushed and one that is more or less pale. They will know that all of this is brought about by their own physical constitution. They will regard it as superstition to believe that colors exist outside and color objects. The outer world, one might say, will be gray upon gray, and people will be aware that they themselves bring the colors into the world. Just as people say today: “Oh, you crazy anthroposophists, you talk about there being an etheric body, but that’s not true—you’re just projecting that into things!” — so later, those who now see only external reality will say to the others, who still see colors in all their freshness: “Oh, you dreamers, do you believe that colors exist out there in nature? Don’t you know that you yourselves are merely dreaming these colors into nature from within yourselves?” — External nature will become increasingly mathematized and geometrized. Just as today we can only speak of the etheric body and are not believed in the external world that it exists, so in the future people will not believe that the ability to see colors has any objective significance in the external world, but will attribute only a subjective significance to it.

[ 14 ] Ein Ähnliches wird die Menschheit erleben mit den Verhältnissen des Willens im Ich zu der äußeren Welt. Die Menschen werden dahin gelangen, äußerst gering die Impulse zu fühlen, die in dem Willen sich ausdrücken. Äußerst gering werden die Menschen fühlen dasjenige, was in jenen ursprünglichen persönlichen Erfahrungen liegt, wenn man etwas aus seinem Ich heraus will. Was aus dem Ich heraus gewollt ist, das wird sehr schwach auf die Menschen wirken. Wenn alles so fortgeht, wie es geschildert werden kann, was die Natur den Menschen gibt, werden die Menschen brauchen entweder, damit sie überhaupt etwas tun, lange Angewöhnung oder äußeren Zwang. Aufstehen werden die Menschen nicht so aus freien Stücken, sondern sie werden erst lernen müssen, aufzustehen, und es wird eine Gewohnheit werden müssen. Der bloße Entschluß zum Aufstehen wird gar keinen Eindruck machen. Jetzt ist es ein krankhafter Zustand, aber die bloße Naturentwickelung tendiert darauf hin, daß das so werde. Was wir innerliche Ideale nennen, wird immer weniger Glauben finden. Dasjenige hingegen, was äußerlich vorgeschrieben wird, wozu die Menschen äußerlich getrieben werden, das wird notwendig sein, damit der Wille sich entwickeln kann, damit die Impulse des Willens tätig sein können.

[ 14 ] Humanity will experience something similar with regard to the relationship between the will within the “I” and the external world. People will come to feel only very faintly the impulses that find expression in the will. They will feel only very faintly what lies in those original personal experiences when one wants something from within one’s own “I.” What is willed from within the “I” will have a very weak effect on people. If everything continues as described—in terms of what nature provides to human beings—people will need either a long period of habituation or external compulsion in order to do anything at all. People will not get up of their own free will, but will first have to learn to get up, and it will have to become a habit. The mere decision to get up will make no impression at all. At present, this is a pathological condition, but the natural course of development tends toward this outcome. What we call inner ideals will find less and less credence. On the other hand, what is externally prescribed—what people are driven to do from the outside—will be necessary for the will to develop and for the impulses of the will to become active.

[ 15 ] Das wäre der natürliche Gang, der sich herausbildet, und wer da weiß, daß Späteres im Früheren vorbereitet wird, der weiß natürlich, daß das sechste Zeitalter im fünften vorbereitet wird. Und schließlich braucht man wirklich nicht einmal ganz geöffnete, sondern nur halb geöffnete Augen zu haben und man kann sehen, wie ein großer Teil der Menschheit nach jenen Tendenzen hinstrebt, nach jenen Tendenzen hin gerichtet sich zeigt, welche ich eben angeführt habe: wie immer mehr und mehr darauf hingearbeitet wird, daß alles eingetrichtert wird oder aber alles befohlen wird, und wie man das als das Richtige empfindet. Ich sagte vorhin, wir stehen jetzt ungefähr im ersten Drittel des fünften nachatlantischen Zeitraumes, das heißt des Zeitraumes, der aber — wenn auch die Physiker schon das Ideal des sechsten Zeitraumes haben noch einen Glauben daran hat, daß die Farben draußen wirklich sind, daß zum Beispiel die Röte oder Blässe eines Gesichtes irgend etwas zu tun hat mit dem Menschen. Wir haben heute noch den Glauben daran. Wir können uns durch die Physiker oder Physiologen zwar einreden lassen, wir erträumen die Farben, aber in Wirklichkeit glauben wir es ja doch nicht, sondern wir glauben, daß die Farben draußen die Natur tingieren, wenn wir naturgemäß auf dem physischen Plane leben.

[ 15 ] That would be the natural course of events that unfolds, and anyone who knows that what comes later is prepared in what came before naturally knows that the sixth age is prepared in the fifth. And finally, one really does not even need to have one’s eyes fully open—only half-open—to see how a large part of humanity is striving toward those tendencies, is oriented toward those tendencies that I have just mentioned: how more and more effort is being directed toward ensuring that everything is indoctrinated or else commanded, and how this is perceived as the right thing to do. I said earlier that we are now roughly in the first third of the fifth post-Atlantean epoch—that is, the epoch in which, even though physicists already have the ideal of the sixth epoch, people still believe that colors exist out there, that, for example, the redness or pallor of a face has something to do with the person. We still hold this belief today. We may allow physicists or physiologists to convince us that we merely dream up colors, but in reality we do not truly believe this; rather, we believe that colors exist externally and color nature when we live naturally on the physical plane.

[ 16 ] Wir stehen im ersten Drittel. Drei Drittel wird diese fünfte nachatlantische Zeit selbstverständlich haben. In diesen drei Dritteln muß die nachatlantische Menschheit verschiedenes durchmachen. Das erste ist, daß dasjenige, was ich eben jetzt auseinandergesetzt habe, voll zum Bewußtsein der Menschheit kommt, daß die Menschheit wirklich wissen lernt, richtig wissen lernt, daß sie im Grunde genommen, indem sie den physischen Leib vor sich hat, dasjenige übersieht, was hinter diesem physischen Leibe steckt, überhaupt in allen Dingen übersieht, was hinter dem Physischen steckt. Im zweiten Drittel der fünften nachatlantischen Zeit werden sich — wenn Geisteswissenschaft Glück hat — immer mehr und mehr Menschen finden, welche wissen werden, daß allerdings mit dem, was wir da draußen sehen, etwas anderes verbunden ist, ein Ätherisch-Geistiges. Es wird dem Menschen das Bewußtsein aufdämmern, daß dasjenige, was verlorengegangen ist, im früheren Hellsehen vorhanden war und für das jetzige Verhältnis des Menschen zur Welt verlorengegangen ist; aber auf andere Weise, als es früher vor die Menschenseelen trat, wiedergefunden werden muß. Wir können die Aura nicht wieder so sehen, wie sie früher gesehen worden ist, aber es kann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß solche Übungen, wie sie in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» angeführt sind, angestellt werden, daraus folgen, daß sie auch ein Bewußtsein haben werden, wie man wiederum erkennen lernen kann, aber jetzt auf einem anderen Wege, daß das Aurische den Menschen umspielt, daß das Aurische auch alle anderen Dinge der Welt umspielt und sie durchdringt. Also davon werden die Menschen wiederum ein Bewußtsein erlangen.

[ 16 ] We are in the first third. This fifth post-Atlantean epoch will, of course, consist of three thirds. In these three thirds, post-Atlantean humanity must go through various experiences. The first is that what I have just explained will fully enter human consciousness—that humanity will truly come to know, to know correctly, that by focusing on the physical body, it is essentially overlooking what lies behind that physical body, and indeed overlooking in all things what lies behind the physical. In the second third of the fifth post-Atlantean epoch—if Spiritual Science is fortunate—there will be more and more people who will know that what we see out there is indeed connected to something else, an etheric-spiritual reality. It will dawn on people that what has been lost was present in the clairvoyance of earlier times and has been lost in relation to humanity’s current relationship to the world; but it must be rediscovered in a different way than it previously appeared to human souls. We cannot see the aura again as it was seen in the past, but if people become aware that exercises such as those described in How to Attain Knowledge of the Higher Worlds? , it may follow that they will also develop an awareness of how to learn once again—though now by a different path—that the auric surrounds human beings, that the auric also surrounds and permeates all other things in the world. Thus, people will once again gain an awareness of this.

[ 17 ] Ferner werden die Menschen ein Bewußtsein davon erlangen, daß man wiederum die Impulse des Inneren ergreifen kann. Aber man wird sie stärker ergreifen müssen als heute, denn die natürliche Tendenz ist diese, daß der Wille immer mehr und mehr von seiner impulsierenden Kraft verliert. Daher muß dieser Wille stärker ergriffen werden. Dieser Wille wird dadurch erzeugt, daß die Menschen sich vor allen Dingen bekannt machen mit dem stärkeren Denken, das notwendig ist, um die Wahrheiten der Geisteswissenschaft zu erfassen. Diejenigen, welche die Wahrheiten der Geisteswissenschaft erfassen, werden dadurch in ihren Willen mehr Kraft hineingießen und dadurch eben dazu kommen, nicht allmählich immer mehr und mehr einen gelähmten Willen zu bekommen, sondern einen wirksamen Willen, der frei aus dem Ich heraus wirken kann, Es wird entgegenwirken im weiteren Fortgange der Menschheit dem, was sich auf naturgemäße Weise herstellen will, dasjenige, was erlangt werden kann dadurch, daß man sich anstrengt: daß man auf der einen Seite versucht, die geistigen Übungen der Geisteswissenschaft zu machen, um das Aurische wiederum gewahr werden zu können, und auf der anderen Seite versucht, sich zu stärken durch jene Impulse, welche die Geisteswissenschaft als solche geben kann, damit der Wille wiederum stärker werden kann, damit der Wille wiederum wirksam werden kann.

[ 17 ] Furthermore, people will come to realize that it is possible to tap into their inner impulses once again. But they will have to grasp them more strongly than they do today, for the natural tendency is for the will to lose more and more of its impelling power. Therefore, this will must be grasped more strongly. This will is generated when people, above all, familiarize themselves with the deeper thinking necessary to grasp the truths of Spiritual Science. Those who grasp the truths of Spiritual Science will thereby infuse their will with greater strength and, as a result, will not gradually develop an increasingly paralyzed will, but rather an effective will that can act freely from the “I,” As humanity progresses, what can be attained through effort will counteract what seeks to establish itself in a natural way: on the one hand, by attempting to perform the spiritual exercises of Spiritual Science in order to regain awareness of the auric body, and on the other hand, by seeking to strengthen oneself through the impulses that Spiritual Science itself can provide, so that the will may once again become stronger and effective.

[ 18 ] Denn sehen Sie, die Sache ist ja eigentlich die folgende: Was da im zweiten Drittel der fünften nachatlantischen Zeit durch die Geisteswissenschaft erzeugt werden muß, das ist jetzt eben durchaus nicht vorhanden. Wie stehen denn eigentlich heute die Menschen, indem sie die äußere Welt anschauen? Und wie stehen denn die Wissenschafter, indem sie die äußere Welt anschauen? Das ist sehr lehrreich, einmal zu betrachten, wie die heutige Wissenschaft — diese heutige Wissenschaft nur aus dem Grunde, weil es das natürliche Verhältnis des Menschen zu der Umwelt ist —, insbesondere aber wie die heutigen Wissenschafter stehen. Die heutige Wissenschaft und auch der gewöhnliche Mensch, wenn sie die äußere physische Natur anschauen, sei es das mineralische, das pflanzliche, das tierische, das menschliche Reich, haben nicht die Kraft, wirklich einzudringen in dasjenige, was sie beobachten. Der Physiker stellt ein Experiment an, er beschreibt es. Aber er traut sich nicht, einzudringen in das, was er beschreibt. Er traut sich nicht, in die Vorgänge, die ihm das Experiment über seinen Verlauf gibt, tiefer einzudringen. Er bleibt an der Oberfläche haften. Er ist der äußeren Welt gegenüber ganz genau in demselben Zustand, in dem Sie auf einem anderen Platze sind, wenn Sie träumen. Da träumen Sie dadurch, daß Ihr Ätherleib Ihnen die Erlebnisse des astralischen Leibes zurückstrahlt. Wer heute äußerlich die Natur betrachtet oder wer ein Experiment macht, der betrachtet auch dasjenige, was sie ihm zurückstrahlt, was sie ihm gibt. Er träumt nur von der Natur. Er würde aufwachen in dem Moment, wo er an die Natur so heranginge, wie Geisteswissenschaft an die Natur herangeht. Das will er nicht. Heute, im ersten Drittel der fünften nachatlantischen Zeit, träumen die Menschen nur über die Natur. Sie müssen aufwachen, die Menschen! Sie träumen nur über die Natur. Nur manchmal wacht einer aus dem Traume auf, und dann sagt er sich: Das, was da draußen ist, das ist doch nicht ein bloßer Traum, sondern da lebt was drinnen in dem Traum.

[ 18 ] You see, the matter is actually this: What needs to be brought about by Spiritual Science in the second third of the fifth post-Atlantean epoch simply does not exist at present. How do people actually view the external world today? And how do scientists view the external world? It is very instructive to consider how modern science—this modern science, simply because it reflects humanity’s natural relationship to the environment—but especially how today’s scientists view the world. Modern science, and indeed the average person, when observing the external physical world—be it the mineral, plant, animal, or human kingdoms—lacks the power to truly penetrate what they are observing. The physicist conducts an experiment and describes it. But he does not dare to penetrate into what he describes. He does not dare to delve deeper into the processes revealed to him by the experiment as it unfolds. He remains stuck on the surface. In relation to the external world, he is in exactly the same state as you are in another place when you are dreaming. There you dream because your etheric body reflects back to you the experiences of the astral body. Anyone today who observes nature from the outside or who conducts an experiment is also observing what nature reflects back to him, what it gives him. He is merely dreaming of nature. He would wake up the moment he approached nature the way Spiritual Science approaches nature. They do not want that. Today, in the first third of the fifth post-Atlantean epoch, people are merely dreaming about nature. People must wake up! They are merely dreaming about nature. Only occasionally does someone awaken from the dream, and then they say to themselves: What is out there is not merely a dream, but something is alive within that dream.

[ 19 ] Solch ein Aufwachen, aber nicht recht wissen, was er damit anfangen sollte, war Schopenhauers Philosophieren. Das erregte Anstoß bei denjenigen, die ganz im heutigen Sinne scharfsinnig philosophieren, wie der ausgezeichnete Philosoph Bolzano in Böhmen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wenn man sein Exemplar von Schopenhauer nimmt, sieht man, wie er an den Rand geschrieben hat: «Der reine Wahnsinn!» Natürlich mußte ihm das so als der reine Wahnsinn vorkommen, weil es wirklich wie aus einer Art Delirium konstatiert ist: Da lebt etwas wie Wille draußen in der Natur. — Und wo diese moderne Naturwissenschaft ganz und gar sich treu bleibt, wo sie gewissermaßen ihre Konsequenzen zieht, wohin wird sie denn da gelangen? Nun, sie wird dazu gelangen, bloß über den physischen Leib zu träumen. Daß hinter diesem physischen Leib noch etwas steckt, davon ahnt sie nichts, sonst würde sie von einem Ätherleib sprechen müssen, von einem Astralleib, von einem Ich. Aber sie will nicht das Reale erfassen, sie will nur das, was sich darbietet, erfassen. Der heutige Physiker oder Physiologe kommt sich wirklich vor wie ein Nachtwandler. Er träumt, und wenn man ihn anschreit — und das Anschreien geschieht in diesem Falle dann, wenn man ihm von Geisteswissenschaft sagt —, da plumpst er hin wie der Nachtwandler, der hinplumpst, wenn man ihn anschreit. Da plumpst er hin und ist der Meinung: Jetzt bin ich in dem Nichts darinnen! — Er kann zunächst nicht anders, er muß beim Träumen bleiben. Gerade wenn er glaubt, am wachsten zu sein gegenüber der äußeren Natur, bleibt er am allermeisten beim Träumen. Was wird denn daraus entstehen? Daraus wird entstehen, daß er allmählich jede Möglichkeit verliert, etwas anderes in der Außenwelt zu finden als das, was er von ihr vorstellen kann. Er verliert allmählich die Möglichkeit, auch bei dem, was hinter dem liegt, was er über die Außenwelt vorstellen kann, sich noch etwas vorstellen zu können. Was bleibt ihm denn auch, wenn er den Menschenleib dem Naturforscher überläßt? Er hat den Menschen vor sich. Den sieht er sehr genau, oder er läßt sich von dem Naturforscher oder auf den Kliniken sagen, was für Veränderungen auftreten, wenn dies oder jenes nicht normal geht im Leben. Diesen physischen Leib zergliedert er sehr genau. Aber dabei bleibt er stehen, und gar keine Ahnung hat er, daß dahinter etwas ist. In diesem physischen Leib ist gar nichts vom Ich, vom Willen drinnen.

[ 19 ] Schopenhauer’s philosophy was like waking up but not quite knowing what to do with it. This caused offense among those who philosophize with acumen in the modern sense, such as the distinguished philosopher Bolzano in Bohemia during the first half of the 19th century. If you pick up your copy of Schopenhauer, you’ll see how he wrote in the margin: “Pure madness!” Of course, it must have seemed like pure madness to him, because it really is stated as if from a kind of delirium: There is something like a will out there in nature. — And where modern natural science remains entirely true to itself, where it draws its conclusions, so to speak, where will it end up? Well, it will end up merely dreaming about the physical body. It has no inkling that there is something behind this physical body; otherwise, it would have to speak of an etheric body, an astral body, or an “I.” But it does not want to grasp the real; it wants only to grasp what presents itself. Today’s physicist or physiologist really feels like a sleepwalker. He dreams, and if you shout at him—and the shouting occurs in this case when you tell him about Spiritual Science—then he plops down like the sleepwalker who plops down when you shout at him. He stumbles and thinks: Now I am in the nothingness within! — At first he cannot do otherwise; he must remain in his dream. Precisely when he believes himself to be most awake in relation to external nature, he remains most deeply immersed in his dream. What will come of this? What will result is that he will gradually lose any possibility of finding anything in the external world other than the mental image he has of it. He gradually loses the ability to imagine anything even beyond the mental image he has of the external world. What, then, is left for him if he leaves the human body to the natural scientist? He has the human being before him. He sees it very clearly, or he lets the natural scientist or the medical staff tell him what changes occur when this or that does not function normally in life. He dissects this physical body very precisely. But he stops there, and he has no idea at all that there is something beyond it. There is absolutely nothing of the “I,” of the will, inside this physical body.

[ 20 ] Was müßte denn dieser Naturforscher eigentlich tun? Er müßte den Willen und das Ich ganz ableugnen. Er müßte sagen: Es gibt keinen Willen, es ist nichts vorhanden im Menschen; denn diesen Willen kann man nicht finden. — Unten in der Organisation, da verbirgt sich der Wille. Er wird nur im Ich ergriffen, wie wir gesagt haben, erfühlt, erlebt. Also müßte vor allem der Wille gezeigt werden. Das heißt, wir müßten es erleben, daß ein Naturforscher, der heute nur träumt, wenn er ganz aufrichtig wäre, seinen Zuhörern sagt: Ja, wenn wir über den Menschenreden, so ist eigentlich über den Willen zu reden. Das ist uns Naturforschern ein Unding. Der Wille ist gar nichts. Der ist eine ganz leere Hypothese. Der ist nicht vorhanden. — So müßte er sagen. Das würde ganz konsequent sein. Solch ein Naturforscher würde von den äußeren Vorgängen träumen. Den Willen würde er leugnen.

[ 20 ] What, then, would this natural scientist actually have to do? He would have to completely deny the will and the “I.” He would have to say: There is no will; there is nothing present in human beings, for this will cannot be found. — The will is hidden deep within the organism. It is only grasped, as we have said, felt, and experienced within the “I.” So, above all, the will would have to be demonstrated. That is to say, we would have to witness a natural scientist—who today is merely dreaming—telling his audience, if he were entirely sincere: “Yes, when we speak of human beings, we are actually speaking of the will.” To us natural scientists, that is an absurdity. The will is nothing at all. It is a completely empty hypothesis. It does not exist.—That is what he would have to say. That would be entirely consistent. Such a natural scientist would be dreaming about external processes. He would deny the will.

[ 21 ] Was ich Ihnen erzähle, ist nicht etwa von mir jetzt nur vorgetragen. Es ist eine Denknotwendigkeit der heutigen naturwissenschaftlichen Anschauung. Sie sehen, daß ein Naturforscher, wenn er etwa die letzte Konsequenz seiner Denkweise zieht, auf das kommt, was ich Ihnen erzähle. Das ist von mir nicht nur erfunden. Ich habe hier zum Beispiel einen «Leitfaden der Physiologischen Psychologie in fünfzehn Vorlesungen» mitgebracht, die der sehr bekannte Professor Dr. Ziehen in Jena verfaßt hat. Er versucht, dasjenige darzustellen, was seelisch-leiblich an dem Menschen zur Erscheinung kommt. In den einzelnen Vorlesungen geht er nun alles durch, indem er über die Empfindung, den Reiz, Geruchs-, Geschmacks-, Gehörs-, Gesichtsempfindungen und so weiter spricht. Ich will Sie mit alledem nicht belästigen, sondern will nur ein paar Stellen besprechen, welche in der fünfzehnten Vorlesung über den «Willen» vorhanden sind. Da finden Sie zum Beispiel Sätze wie die folgenden: «Wir haben aus den zahllosen materiellen Reizen der Außenwelt Rindenerregungen abgeleitet, welchen auf psychischem Gebiet die Empfindungen entsprachen. Wir verfolgten die Rindenerregung alsdann in der Hirnrinde auf den Assoziationsfasern bis in die motorische Zone: von hier wurde die materielle Erregung wieder peripheriewärts der Muskulatur zugeleitet und löste Muskelkontraktionen aus. Psychisch entsprach dem transcorticalen Prozeß das Spiel der Ideenassoziation, und die resultierende Bewegung bezeichneten wir psychologisch als Handlung. Wir vermochten die letztere aus der Empfindung und aus den Erinnerungsbildern früherer Empfindungen, den Vorstellungen, nach den Gesetzen der Ideenassoziation in völlig genügender Weise abzuleiten und hatten damit den psychischen Prozeß bis zu seinem Schlußgliede verfolgt. An dieser Stelle stoßen wir jedoch» sagt Ziehen weiter — «auf eine Hypothese, welche die Psychologie früher fast ausnahmslos gelehrt hat, und zu welcher zu allen Zeiten der gemeine Menschenverstand scheinbar unbewußt gelangt: ich meine die Annahme eines besonderen Willens als Ursache unserer Handlungen.»

[ 21 ] What I am telling you is not something I am simply presenting here on my own. It is a logical necessity of today’s scientific worldview. You can see that a natural scientist, when he draws the ultimate conclusion from his way of thinking, arrives at what I am telling you. This is not something I have simply made up. For example, I have brought with me a Guide to Physiological Psychology in Fifteen Lectures, written by the well-known Professor Dr. Ziehen in Jena. He attempts to describe the psychological and physical phenomena that manifest in human beings. In the individual lectures, he goes through everything, discussing sensation, stimuli, and the senses of smell, taste, hearing, and sight, and so on. I do not wish to bore you with all of this, but only to discuss a few passages found in the fifteenth lecture on “Will.” There you will find, for example, statements such as the following: “We have traced cortical excitations back to the countless material stimuli of the external world, to which sensations corresponded in the psychological realm. We then traced the cortical excitation through the association fibers in the cerebral cortex all the way to the motor zone: from there, the material excitation was relayed back peripherally to the musculature and triggered muscle contractions. Psychologically, this transcortical process corresponded to the interplay of idea association, and we designated the resulting movement psychologically as an action. We were able to derive the latter from sensation and from the mental images of past sensations—the ideas—in a fully satisfactory manner according to the laws of idea association, and had thus traced the psychological process to its final link. “At this point, however,” Ziehen continues, “we encounter a hypothesis that psychology has almost without exception taught in the past, and to which common sense seems to arrive unconsciously at all times: I mean the assumption of a special will as the cause of our actions.”

[ 22 ] Nun zeigt Ziehen, wie es keinen Sinn hat, von einem solchen Willen zu sprechen, wie der Physiologe nichts findet, was irgendwie diesem Wort «Wille» entsprechen würde. Er zeigt auch noch an der besonderen Ausdeutung, die er hat für Kräfte-Wirkungen, die man als Willens-Entartung bezeichnen könnte, daß es sich da auch dann nicht um einen Willen handelt, sondern um etwas ganz anderes, so daß von einem Willen gar nicht gesprochen werden kann.

[ 22 ] Ziehen now shows how it makes no sense to speak of such a will, just as the physiologist finds nothing that in any way corresponds to the word “will.” He also demonstrates, based on his specific interpretation of force-effect relationships—which one might describe as a degeneration of the will—that even in such cases we are not dealing with a will, but with something entirely different, so that one cannot speak of a will at all.

[ 23 ] Sie sehen, das ist ganz konsequent. Bleibt man bei dem Träumen der äußeren physischen Welt stehen, so kann man nicht zum Willen kommen. Den Willen kann man gar nicht finden. Man kann nur, wenn man eine Weltanschaung macht, den Willen als solchen leugnen, kann sagen: Nun ja, dann gibt es keinen Willen. Das machen die heutigen sogenannten Monisten ja hinlänglich. Sie leugnen den Willen. Sie sagen, der Wille ist überhaupt nicht vorhanden als solcher, das ist nur ein mythologisches Gebilde. Ziehen drückt sich ja etwas vorsichtiger aus, aber immerhin kommt er zu merkwürdigen Ergebnissen, zu Ergebnissen, bei denen er sich wohl hüten wird, sie nun ganz konsequent zu nehmen. Ich will Ihnen aus seiner letzten Vorlesung doch noch einige Sätze vorlesen, aus denen Sie sehen werden, daß er schon die Konsequenz zieht, aber allerdings noch etwas kokettiert mit diesem Nicht-Vorhandensein des Willens. Denn da sagt er: Wie steht es mit dem Begriff der Verantwortlichkeit?

[ 23 ] You see, this is entirely consistent. If one stops at dreaming of the external physical world, one cannot arrive at the will. One cannot find the will at all. One can only, when forming a worldview, deny the will as such; one can say: Well then, there is no will. Today’s so-called monists do this to no end. They deny the will. They say that the will does not exist at all as such; it is merely a mythological construct. Ziehen expresses himself somewhat more cautiously, but he nonetheless arrives at strange conclusions—conclusions that he will likely be wary of taking entirely at face value. I’d like to read you a few sentences from his latest lecture, from which you’ll see that he’s already drawing the conclusion, though he’s still playing around a bit with this idea that will doesn’t exist. For there he says: “What about the concept of responsibility?”

[ 24 ] Also den Willen findet er nicht. Nun sagt er zu der Frage, wie es stehe mit dem Begriff der Verantwortlichkeit: «Dieser widerspricht in der Tat den Ergebnissen der physiologischen Psychologie. Diese lehrte: unser Handeln ist streng necessitiert» — das heißt, absolut notwendig im physischen Sinn —, «das notwendige Produkt unserer Empfindungen und Erinnerungsbilder. Man könnte also dem Menschen eine schlechte Handlung ebensowenig als Schuld zurechnen wie einer Blume ihre Häßlichkeit. Die Handlung bleibt deshalb — auch psychologisch — schlecht, aber sie ist zunächst keine Schuld. Der Begriff der Schuld und der Verantwortlichkeit ist — um den Gegensatz kurz zu bezeichnen — ein religiöser oder sozialer. Wir können daher hier von demselben absehen. Die Psychologie, um es zu wiederholen, leugnet ästhetische und ethische absolute Gesetze nicht, wofern sie ihr von anderer Seite nachgewiesen werden, sie selbst, in ihrer empirischen Beschränkung, kann nur empirische Gesetze finden.»

[ 24 ] So he does not find the will. Now, addressing the question of the concept of responsibility, he says: “This does indeed contradict the findings of physiological psychology. It teaches that our actions are strictly necessitated”—that is, absolutely necessary in the physical sense—“the necessary product of our sensations and mental images. One could therefore attribute a bad action to a person just as little as one could attribute ugliness to a flower. The action therefore remains—even psychologically—bad, but it is not, at first, a matter of guilt. The concept of guilt and responsibility is—to briefly describe the contrast—a religious or social one. We can therefore disregard it here. Psychology, to reiterate, does not deny absolute aesthetic and ethical laws, provided they are demonstrated to it from another source; psychology itself, within its empirical limitations, can only discover empirical laws.”

[ 25 ] Es ist auch ganz natürlich: träumt man nur über die äußere Natur, dann tritt uns auf der einen Seite ein Mensch entgegen, der Wohltaten austeilt, auf der anderen Seite ein anderer, der die Menschen durchprügelt für nichts und wieder nichts. So, wie die eine Blume schön ist aus Naturgesetz heraus, die andere Blume häßlich, so ist der eine Mensch ein guter Mensch, wie man sagt. Aber das Gute soll ja nicht anders gedeutet werden, als daß es etwas bedeutet wie die Schönheit bei der Blume, und das Häßliche soll nichts anderes bedeuten als das Häßliche bei einer Blume. Also ganz konsequent: «Man könnte also dem Menschen eine schlechte Handlung ebensowenig als Schuld zurechnen wie einer Blume ihre Häßlichkeit. Die Handlung bleibt deshalb — auch psychologisch schlecht, aber sie ist zunächst keine Schuld. Der Begriff der Schuld und der Verantwortlichkeit ist — um den Gegensatz kurz zu bezeichnen — ein religiöser oder sozialer.» Also kein irgendwie erkennender, sondern ein religiöser oder sozialer. — «Wir können daher hier von demselben absehen. Die Psychologie, um es zu wiederholen, leugnet ästhetische und ethische absolute Gesetze nicht, wofern sie ihr von anderer Seite nachgewiesen werden, sie selbst, in ihrer empirischen Beschränkung, kann nur empirische Gesetze finden.»

[ 25 ] It is also quite natural: if one dreams only of the external world, then on the one hand we encounter a person who bestows favors, and on the other, another who beats people for no reason at all. Just as one flower is beautiful by the laws of nature and another is ugly, so one person is a “good person,” as they say. But “good” should not be interpreted any differently than it means something like the beauty of a flower, and “ugly” should mean nothing other than the ugliness of a flower. So, to be entirely consistent: “One could therefore hold a person accountable for a bad action just as little as one could hold a flower accountable for its ugliness. The action therefore remains—psychologically speaking—bad, but it is not, at first, a matter of guilt. The concept of guilt and responsibility is—to briefly describe the contrast—a religious or social one.” In other words, not a concept based on any kind of cognition, but a religious or social one. — “We can therefore disregard it here. Psychology, to reiterate, does not deny absolute aesthetic and ethical laws, provided they are demonstrated to it from another source; psychology itself, within its empirical limitations, can only discover empirical laws.”

[ 26 ] So drückt Ziehen sich noch vorsichtig aus, indem er nicht gleich eine Weltanschauung baut. Aber baut man eine Weltanschauung, dann fällt alle Möglichkeit weg, den Menschen für seine Taten zur Verantwortung zu ziehen, wenn man auf dem Boden steht, auf dem hier der Verfasser dieses Buches, der Halter dieser Vorträge steht. Das kommt deshalb, weil von diesen Leuten über die äußere Welt geträumt wird. Aufwachen würden sie in dem Augenblicke, wo sie dasjenige annehmen, was von der Geisteswissenschaft über die äußere Welt gesagt wird. Aber nun denken Sie, da haben diese Menschen eine Wissenschaft, die sie selbst zu dem Geständnisse führt: Also von all dem, was da von dem äußeren Leib hineinführt bis zum Ich des Menschen, von dem wissen wir nichts. — Aber im Ich müssen leben: erstens die ästhetischen, zweitens die ethischen Gesetze, und wenn wir genauer hinsehen sogar die logischen Gesetze. Das muß alles im Ich leben. Im Ich muß überhaupt das leben, was zum Willen führt. Es ist nichts in dieser Wissenschaft, was irgendwie als ein realer Impuls in dem Willen leben könnte. Es ist gar nichts davon in dieser Wissenschaft. Also ist etwas anderes notwendig.

[ 26 ] Ziehen, for his part, still expresses himself cautiously by not immediately constructing a worldview. But if one constructs a worldview, then any possibility of holding people accountable for their actions disappears when one stands on the ground occupied here by the author of this book and the presenter of these lectures. This is because these people are dreaming about the external world. They would wake up the moment they accepted what Spiritual Science says about the external world. But now consider this: these people have a science that leads them to the very admission that they know nothing about all that leads from the external body into the human “I.” — But the following must live within the “I”: first, the aesthetic laws; second, the ethical laws; and if we look more closely, even the logical laws. All of this must live within the “I.” In general, whatever leads to the will must live within the “I.” There is nothing in this science that could in any way live as a real impulse within the will. There is absolutely nothing of the sort in this science. Therefore, something else is necessary.

[ 27 ] Denken Sie, wenn heute nur diese Wissenschaft bestehen würde in der Welt, so würde man sagen: Nun ja, ich finde eine häßliche Blume, ich finde eine schöne Blume, das ist von der Natur notwendig so. Ich finde einen Menschen, der die anderen mordet, ich finde einen Menschen, der den anderen Wohltaten verursacht, das ist von Natur eben so. Alles müßte ganz selbstverständlich wegfallen, was irgendwie zum Willen spricht. Warum fällt es denn nicht weg? Ja, wenn man das Ich nicht mehr ansieht, wenn es nicht mehr als im Bereich dessen gelten läßt, wohin man kommen kann durch die Betrachtung der Welt, dann muß man auf eine andere Weise dazu kommen. Wenn man noch, wie Ziehen es ja tut, «soziale oder religiöse Gesetze» gelten lassen will, so muß man sie auf eine andere Weise irgendwie in den Menschen hineinbringen. Das heißt, wenn man träumt mit Bezug auf die Außenwelt, mit Bezug auf das Geschaute, so muß man das Gewollte auf irgendeine Weise anregen. Und das kann dann nur das Gegenbild des Traumes sein: der Rausch. Es muß dasjenige, was im Willen lebt, in diesen Willen sich so einleben, daß der Mensch nur ja nicht darüber zu einem Besinnen kommt, daß er es ja nicht als Willensimpuls vollständig erkennt. Das heißt, es muß gewünscht werden in einem solchen Zeitalter, daß der Mensch das, was er als seine Willensimpulse aufnimmt, nur ja nicht klar zu sehen versucht, sondern es muß in ihm wirken — wir können schon das Bild gebrauchen —, wie der Wein wirkt, wenn der Mensch trunken ist. Wie derjenige, der berauscht ist, nicht die volle Besinnung hat, so muß das wirken als Impuls, was nicht zur vollen Besinnung gebracht wird. Das heißt, wir leben in einer Zeit, in der man es ablehnen muß, die Willensimpulse wirklich bis in ihre letzten Inhalte hinein zu untersuchen. Die Religionsbekenntnisse wollen Impulse liefern, aber diese wollen ja nicht irgendwie untersucht werden. Sie wollen ja nicht, daß die Begriffe, durch die sie den Willen impulsieren, irgendwie einer objektiven Betrachtung unterzogen werden. Das soll alles durch Rausch in den Menschen hineinkommen.

[ 27 ] Imagine if, today, only this science existed in the world; people would say: Well, I find an ugly flower, I find a beautiful flower—that is simply the way nature is. I find a person who murders others, I find a person who does good deeds for others—that is simply the way nature is. Everything that in any way speaks to the will would naturally have to fall away. Why, then, does it not fall away? Well, if one no longer considers the “I”—if one no longer regards it as belonging to the realm of what can be reached through contemplation of the world—then one must arrive at it in some other way. If one still wishes to accept “social or religious laws”—as Ziehen does—then one must somehow instill them in people in a different way. That is to say, when one dreams in relation to the external world, in relation to what is seen, one must stimulate the will in some way. And that can only be the opposite of the dream: intoxication. What lives in the will must become so ingrained in that will that the person under no circumstances comes to realize that they do not fully recognize it as a volitional impulse. This means that in such an age, it must be desired that a person not try to see clearly what they take in as their impulses of will, but rather that it must work within them—we can already use this image—just as wine works when a person is drunk. Just as one who is intoxicated does not have full consciousness, so must that which is not brought to full consciousness act as an impulse. This means we live in an age in which one must refuse to truly examine the impulses of the will down to their very core. Religious creeds aim to provide impulses, but these are not meant to be examined in any way. They do not want the concepts through which they stimulate the will to be subjected to any kind of objective scrutiny. All of this is meant to enter into people through a state of intoxication.

[ 28 ] Wir können das in der Gegenwart wiederum tatsächlich nachweisen. Versuchen Sie einmal wirklich, aber unbefangen, auf die Art und Weise zu hören, wie heute über religiöse Impulse gesprochen wird. Da fühlen sich die Menschen am wohlsten, wenn ihnen nur ja nichts gesagt wird, warum dies oder jenes impulsiert werden soll, sondern wenn ihnen gesprochen wird so, daß sie ins Feuer kommen, daß ihnen Begriffe, über die sie nicht ganz zur Besinnung kommen, in die sie nebulos eingehüllt werden, beigebracht werden. Und denjenigen Redner auf diesem Gebiete wird man für den vorzüglichsten halten, der Feuer, Feuer, Feuer in die Seelen hineinbringt, der möglichst wenig darauf sieht, daß jede einzelne wirklich von Besinnung durchzogen ist. Die Träumenden kommen daher und sagen: Wir prüfen die Evangelien. Da finden wir nichts davon, daß in dem Jesus von Nazareth, wenn wir sein Dasein schon zugeben, wirklich irgendein außerirdisches Wesen gelebt hat. Wir brauchen uns nur zu erinnern, wie viele von den Träumern kommen und das Dasein des Christus eben einfach leugnen, weil es nicht auf dem äußeren physischen Plane nachgewiesen werden kann. Auf der anderen Seite stehen solche Theologen, die es nun auch nicht nachweisen können, und die daher über den Christus möglichst so reden, daß sie Begriffe bringen, die möglichst unklar sind, die möglichst zum Gefühl, zu den Trieben, zu den Instinkten sprechen.

[ 28 ] We can indeed demonstrate this once again in the present. Try, for once, to listen truly—but without preconceptions—to the way people speak today about religious impulses. People feel most at ease when they are not told why this or that impulse should be stirred up, but rather when they are spoken to in such a way that they are set ablaze, that they are taught concepts they cannot fully grasp, concepts that are shrouded in a haze. And the speaker in this field will be considered the most outstanding who brings fire, fire, fire into people’s souls, who pays as little attention as possible to whether each individual is truly imbued with clear thinking. The dreamers therefore come and say: We examine the Gospels. There we find no evidence that, even if we concede the existence of Jesus of Nazareth, any truly otherworldly being actually lived within him. We need only recall how many of these dreamers simply deny the existence of Christ because it cannot be proven on the outer physical plane. On the other hand, there are theologians who, while unable to prove it either, speak of Christ in such a way as to use terms that are as vague as possible—terms that appeal as much as possible to feeling, to drives, and to instincts.

[ 29 ] Das hat sich noch vor ganz kurzer Zeit in einer merkwürdigen Weise im äußeren Leben abgespielt. Da kamen die Träumer auf der einen Seite — mit Eduard von Hartmann hat es begonnen auf dem Gebiet der Philosophie und Drews hat dann eine ganze Agitation daraus gemacht —, da kamen die Träumer dazu, ich möchte sagen abzuleugnen die ganze Testamentslehre, indem sie zeigten: ein historisches Ereignis ist das Mysterium von Golgatha nicht. Man kann es auch nicht auf dem Gebiet der äußeren Geschichte beweisen, sondern man muß da ins Geistige hineinkommen. Den Träumern standen gegenüber solche, die dagegen auftraten. Lesen Sie die ganze Literatur und Sie werden sehen: nirgends ist etwas Besonnenes, Wissenschaftliches drinnen, sondern überall sind Worte, die man bezeichnen kann als berauschte und berauschende Worte. Nirgends Gründlichkeit! Überall wird gesprochen zu dem, was die unmotivierten Instinkte erregen soll. So steht es in unserem Seelenleben drinnen: der Traum auf der einen Seite, der Traum, der als Weltanschauung auf naturwissenschaftlicher Grundlage sich ergeben soll, auf der anderen Seite der Rausch, welcher sich ergeben soll aus demjenigen, was aus dem religiösen Bekenntnis hervorgeht.

[ 29 ] This played out in a curious way in the outer world just a very short time ago. On the one hand, there were the dreamers—it began with Eduard von Hartmann in the realm of philosophy, and Drews then turned it into a full-scale campaign—these dreamers came along, and I would say they sought to deny the entire doctrine of the Testament by demonstrating that the Mystery of Golgotha is not a historical event. Nor can it be proven in the realm of external history; rather, one must enter into the spiritual realm. Opposing the dreamers were those who took a stand against them. Read the entire body of literature and you will see: nowhere is there anything level-headed or scientific to be found, but everywhere there are words that can be described as intoxicating and intoxicating words. Nowhere is there any thoroughness! Everywhere, the discourse is aimed at stirring up unmotivated instincts. This is how it is within our inner life: on the one hand, the dream—the dream that is supposed to emerge as a worldview based on natural science; on the other hand, the intoxication that is supposed to arise from what stems from religious belief.

[ 30 ] Traum und Rausch sind dasjenige, was heute hauptsächlich die Menschen beherrscht. Und ebenso wie der Traum nur dadurch vertrieben werden kann, daß man die Menschen erweckt, so kann der Rausch nur dadurch vertrieben werden, daß man nach den inneren Impulsen in vollständiger Klarheit schaut, das heißt, daß man den Menschen Geisteswissenschaft gibt, welche nicht berauschen kann, aber welche die Seele wirklich durchdringt mit dem, was die geistigen Impulse sind. Wiederum wollen die Menschen das heute noch nicht gerne mitmachen. Ich sagte schon, wenn man heute einem, der nur einen Monismus auf naturwissenschaftlicher Grundlage begründen will, der so ein hartgesottener haeckelischer Monist ist, Geisteswissenschaft zuruft, da plumpst er hin, bildlich gesprochen, da plumpst er selbstverständlich hin. Das ist ihm ganz natürlich, denn er fühlt sich sofort im Nichts, sein Bewußtsein hört auf, hört ganz auf. Nehmen Sie einen gewöhnlichen Menschen, der heute allein aus der Naturwissenschaft eine Weltanschauung machen will, und reden Sie ihm von dem, was aus der Geisteswissenschaft folgt, so ist es für den nichts; er kann nichts dabei verstehen. Wenn er ehrlich ist, so sagt er: Na ja, da fängt es an, es geht mir wie ein Mühlrad im Kopf herum. — Das heißt: er plumpst hin,

[ 30 ] Dreams and intoxication are what primarily dominate people today. And just as a dream can only be dispelled by awakening people, so intoxication can only be dispelled by looking at inner impulses with complete clarity—that is, by giving people Spiritual Science, which cannot intoxicate but which truly permeates the soul with what spiritual impulses are. Yet again, people today are still reluctant to go along with this. As I’ve already said, if you were to present Spiritual Science today to someone who wants to establish monism solely on a natural-scientific basis—someone who is such a die-hard Haeckelian monist—he would, figuratively speaking, collapse; of course he would collapse. This is entirely natural for him, for he immediately feels himself in nothingness; his consciousness ceases, ceases entirely. Take an ordinary person who today wants to construct a worldview based solely on natural science, and talk to him about what follows from the Spiritual Science—it means nothing to him; he cannot understand any of it. If he is honest, he will say: “Well, that’s where it starts; it’s going round and round in my head like a millwheel.” — That is to say: he falls flat,

[ 31 ] Wenn man nun an den Rausch herantritt, da ist es ja natürlich für den, der sich richtig ernüchtern läßt, daß für ihn ein wahres, geläutertes inneres religiöses Leben eintritt, und er wird sein Bekenntnis vertiefen können in konkrete Begriffe hinein dadurch, daß er sich mit den Impulsen, die aus der Geisteswissenschaft kommen, bekannt machen kann. Wenn Sie aber demjenigen, der das nicht will, der nicht seine Seele durchdringen will mit dem Ideal der Geisteswissenschaft, wenn Sie ihm kommen mit diesem geisteswissenschaftlichen Ideal und er sich darauf einlassen soll, wenn Sie also jemanden, der eben ganz im Gebiet der heutigen theologischen Wirksamkeit drinnensteht, mit der Geisteswissenschaft kommen, da wird er in einer sonderbaren Weise ernüchtert, so wie diejenigen ernüchtert werden, die einen Rausch gehabt haben, aber noch nicht ganz frei geworden sind von den organischen Wirkungen. Er kommt nämlich in den Katzenjammer hinein. Das kann man schon auch wirklich bemerken. Wenn Sie die Theologen heute, wo die Geisteswissenschaft bekannter, aber nicht verdaut wird wir können das insbesondere in der Umgegend von Dornach beobachten, wo sich die Theologen mehr damit befassen —, wenn Sie da die Theologen in dem, was sie sagen, beobachten, so finden Sie: das ist alles bei ihnen im Grunde genommen eine Art von Katzenjammer, in den sie versetzt werden dadurch, daß sie nun Begriffe bekommen sollen, Ideen, Inhalte bekommen sollen für dasjenige, wofür sie nur Rausch haben wollen und das sie nur unmotiviert in die geistige Gliederung der Menschenseele hineinbringen wollen. Sie schrecken zurück vor dem Ernüchtert-werden, das sie deshalb nicht ertragen können, weil sie wissen: da kommt nicht Klarheit für sie heraus, sondern — verzeihen Sie den trivialen Ausdruck — ein brummiger Schädel.

[ 31 ] When one approaches intoxication, it is, of course, natural for those who allow themselves to sober up properly that a true, purified inner religious life will take hold within them, and they will be able to deepen their faith through concrete concepts by familiarizing themselves with the impulses that come from Spiritual Science. But if you approach someone who does not want this—who does not wish to let the ideal of Spiritual Science penetrate his soul—if you present him with this ideal of Spiritual Science and expect him to embrace it; in other words, if you present Spiritual Science to someone who is completely immersed in the realm of contemporary theological practice, he will be sobered up in a peculiar way, just as those who have been intoxicated but have not yet fully freed themselves from the physical aftereffects are sobered up. He, in fact, enters a state of hangover. One can really notice this. If you observe theologians today—now that Spiritual Science is better known but not yet fully assimilated; we can see this particularly in the area around Dornach, where theologians are more engaged with it—if you observe what these theologians say, you will find: that, fundamentally, it is all a kind of hangover for them, into which they are plunged by the fact that they are now supposed to acquire concepts, ideas, and content for that which they wish only to experience as intoxication and which they wish to introduce, without motivation, into the spiritual structure of the human soul. They recoil from the sobering up they cannot bear, because they know that it will not bring them clarity, but—forgive the trivial expression—a foggy head.

[ 32 ] Diese Dinge müssen wir durchaus betrachten in ihrer, ich möchte sagen, geschichtlichen Notwendigkeit. Wenn das eintreten kann, daß Geisteswissenschaft auf der einen Seite an die Menschen heranbringt wenigstens die Anfangsgründe davon, wie man nun auf einem neuen Wege dasjenige wieder sehen kann, was verlorengegangen ist, wie man wiederum Impulse in die Willen hineinbringen kann, dann wird aus Freiheit heraus dasjenige der Menschheit werden, was Natur dem Menschen nimmermehr geben wird. Damit sehen Sie auch mit einer gewissen Notwendigkeit unser Programm geformt. Wenn Sie solch einen Vortrag hören, wie ich ihn am letzten Freitag gehalten habe, wie ich ihn schon öfters gehalten habe, in dem ich auf der einen Seite aufmerksam machen will auf die Entwickelung des Denkens, auf der anderen Seite auf die Entwickelung des Willens, darauf aufmerksam machen will, wie auf der einen Seite das Denken weitergeht, bis man den Willen im Denken entdeckt, bis man durch das Denken aus sich herauskommt, auf der anderen Seite den anderen Zuschauer findet, dann gibt man auf der anderen Seite, indem man das Denken so weit treibt, daß er aus sich herauskann, dem Menschen die Möglichkeit, daß er nicht hinplumpst, wenn er angerufen und aufgeweckt wird. Er plumpst deshalb hin, weil er das äußere Geschehen nicht erfassen kann und keine Stütze hat, an der er sich halten kann, wenn er bloß träumt und aufgeweckt wird. Das, woran man sich halten muß, ist das, wozu man durch die Entwickelung des Denkens kommen kann, daß man nicht in einen innerlich unorganischen, ungeordneten Zustand kommt, den man Katzenjammer nennt. Das wird dadurch bewirkt, daß der innere Zuschauer, von dem ich sprach, wirklich in Reinheit aus dem menschlichen Innern herauskommen kann. So hängt dasjenige, was vor allen Dingen der Menschheit mitgeteilt werden muß, innig zusammen mit den wirklichen inneren Gesetzen des menschlichen Fortschritts.

[ 32 ] We must certainly consider these things in terms of their—I would say—historical necessity. If it can come to pass that Spiritual Science, on the one hand, brings to people at least the basic principles of how to see once again—in a new way—that which has been lost, and how to rekindle impulses within the will, then, out of freedom, humanity will attain that which nature will never give to human beings. Thus you can also see that our program has taken shape out of a certain necessity. When you hear a lecture such as the one I gave last Friday—and as I have given many times before—in which I seek, on the one hand, to draw attention to the development of thought and, on the other hand, to the development of the will, and to highlight how, on the one hand, thinking continues until one discovers the will within thought—until one steps outside oneself through thinking—and, on the other hand, encounters the other observer—then, by pushing thinking so far that it can step outside itself, one gives the human being the possibility of not stumbling when called upon and awakened. They stumble because they cannot grasp external events and have no support to hold onto when they are merely dreaming and are suddenly awakened. What one must hold onto is what one can attain through the development of thinking—so that one does not fall into an internally disorganized, chaotic state known as a hangover. This is achieved when the inner observer I spoke of can truly emerge in purity from within the human being. Thus, what must above all be communicated to humanity is intimately connected with the true inner laws of human progress.

[ 33 ] Allein wenn Sie eingehen auf dasjenige, was heute und oftmals hier gesagt worden ist, und es in seinen Konsequenzen sich vor Augen halten, dann werden Sie nicht in gewisse Fehler verfallen, in die Sie sonst immer wieder und wiederum verfallen werden. Es wird natürlich außerordentlich schwer sein, gewisse Fehler zu vermeiden. Ich will heute nur noch auf einen dieser Fehler aufmerksam machen. Sehen Sie, immer wieder finden sich unter uns einzelne Menschen, welche sagen: Nun ja, da sind zum Beispiel die Anhänger dieses oder jenes Bekenntnisses, sagen wir also, man lebt unter einer mehr oder weniger katholischen Bevölkerung mit einem katholischen Pfarrer. Da glauben unsere Freunde sehr häufig, wenn sie nun diesem Pfarrer klarmachen, daß wir doch den Christus vertreten, daß wir über das Mysterium von Golgatha in einer richtigen Weise sprechen, daß wir den Christus nicht leugnen, so werde die Freundschaft dieses Pfarrers zu erreichen sein. Ganz und gar gefehlt ist dieser Gedankengang. Niemals ist es möglich, dadurch diese Leute zu gewinnen, daß man ihnen zeigt, man leugne das nicht, was sie zu vertreten verpflichtet sind. Ganz unmöglich. Man würde sogar besser mit diesen Leuten auskommen, wenn man in der Lage wäre, zu sagen, man leugne den Christus. Da würden sie sagen: Nun ja, das sind also solche, die den Christus leugnen. Die gehören nicht zu uns. Wir bleiben bei unserer Gemeinde, die sich durch uns den Christus beibringen läßt auf dem Wege des Rausches. — Sie sprechen das nicht aus, aber sie machen es. Aber wenn solche auftreten, die neben ihnen den Christus behaupten, die neben ihnen sogar über den Christus etwas Positives zu wissen behaupten, dann werden diese Menschen eigene Wege geführt, dann werden diese Menschen zu solchen, die auf einem anderen Wege den Christus behaupten wollen als sie, und dann werden sie viel stärkere Feinde, als sie wären, wenn unsere Freunde den Christus leugnen würden. Denn den Christus zu vertreten, das betrachten sie als ihr Privilegium, und gerade das ist der Fehler, daß die anderen auf eine andere Weise den Christus vertreten.

[ 33 ] If you simply reflect on what has been said today—and often here—and consider its implications, then you will not fall into certain errors that you would otherwise fall into time and again. Of course, it will be extremely difficult to avoid certain errors. Today I want to draw your attention to just one of these mistakes. You see, time and again there are individuals among us who say: Well, for example, there are the adherents of this or that denomination; let’s say, for instance, that one lives among a more or less Catholic population with a Catholic priest. Our friends very often believe that if they make it clear to this priest that we do indeed represent Christ, that we speak correctly about the Mystery of Golgotha, and that we do not deny Christ, then we will be able to win this priest’s friendship. This line of thinking is completely mistaken. It is never possible to win these people over by showing them that one does not deny what they are bound to uphold. It is completely impossible. One would even get along better with these people if one were in a position to say that one denies Christ. Then they would say: “Well, then, these are the kind of people who deny Christ. They do not belong to us.” We remain with our congregation, which allows us to teach them about Christ through the path of intoxication. — They don’t say it outright, but that’s what they do. But when people appear who affirm Christ alongside them—who even claim to know something positive about Christ—then these people are led down their own paths; then they become those who want to affirm Christ in a different way than they do, and then they become much stronger enemies than they would be if our friends were to deny Christ. For they regard representing Christ as their privilege, and that is precisely the mistake—that others represent Christ in a different way.

[ 34 ] Also Sie werden gegen unsere Geisteswissenschaft gewisse Theologen namentlich dadurch erbost machen, daß Sie ihnen sagen: Ja, wir vertreten den Christus. Sie würden sie viel weniger erbost machen, wenn Sie ihnen sagen könnten — das können Sie natürlich nicht —: Wir leugnen den Christus. — Das gerade erbost sie, daß in einem anderen Zusammenhang auf den Christus hingewiesen wird. Aus vollem, gutem Willen heraus werden unsere Freunde sehr leicht sagen: Ja, aber was wollen Sie denn? Wir stehen ja ganz auf dem Boden des Christentums. — Das ist das Schlimmste was Sie tun können, das den Leuten zu sagen, denn es ist dasjenige, was ihnen am allermeisten gegen den Strich geht.

[ 34 ] So you will provoke certain theologians against our Spiritual Science, specifically by telling them: “Yes, we stand for Christ.” You would provoke them far less if you could tell them—which, of course, you cannot—that “We deny Christ.” — What angers them most is that Christ is referred to in a different context. Out of the best of intentions, our friends will very easily say: “Yes, but what do you want? We stand entirely on the ground of Christianity.” — That is the worst thing you can do—to say that to people—because it is what rubs them the wrong way the most.

[ 35 ] So haben wir wiederum hart angestoßen an etwas, wo uns nun auf ganz besondere Art, ich möchte sagen, Freiheit und Notwendigkeit entgegentritt. Die Hauptsache ist: ich will immer wieder und wiederum begreiflich machen, man soll diese Begriffe nicht leichthin hinnehmen. Freiheit und Notwendigkeit gehören zu den wesentlichsten menschlichen Begriffen, und man muß immer wieder klar sein, daß man vieles zusammentragen muß, um zu einem einigermaßen rechten Verständnis der Begriffe Freiheit und Notwendigkeit zu kommen. Wohin führt es denn, wenn die heutige Menschheit rein der Naturnotwendigkeit folgen würde? Das würde selbstverständlich dahin führen, daß immer mehr und mehr geträumt würde, und daß zuletzt die Menschen nur noch jenes öde Grau in Grau hätten, daß sie wirklich immer weniger und weniger wollen könnten, daß sie wirklich zu einer Willenslähmung kämen. Das ist die Notwendigkeit. Es muß selbstverständlich durch die Freiheit der Geisteswissenschaft entgegen gearbeitet werden, denn wir stehen jetzt am Ausgangspunkt derjenigen Zeit, wo die Menschen das, was sie sich für ihre Freiheit erringen sollen, aus innerer Notwendigkeit erringen müssen, aus einer erkannten Notwendigkeit. Selbstverständlich können wir alle sagen: Wir kümmern uns nicht um dasjenige, was werden soll. Dann würde das entstehen, was eben beschrieben worden ist. Daß es anders geht, das ist eine Notwendigkeit, aber eine Notwendigkeit, die nicht anders als durch Einsicht ergriffen werden kann. Eine freie Notwendigkeit, könnte man sagen, eine richtige reine Notwendigkeit ist das.

[ 35 ] Once again, we have come up against something where—in a very special way, I would say—freedom and necessity confront us. The main point is this: I want to make it clear time and again that one should not accept these concepts lightly. Freedom and necessity are among the most fundamental human concepts, and one must always be clear that a great deal must be brought together in order to arrive at a reasonably accurate understanding of the concepts of freedom and necessity. Where, then, would it lead if humanity today were to follow purely natural necessity? That would, of course, lead to people dreaming more and more, and ultimately to people being left with nothing but that dreary gray-on-gray, to the point where they would truly be able to want less and less, and would truly arrive at a paralysis of the will. That is necessity. Of course, this must be counteracted through the freedom of Spiritual Science, for we now stand at the starting point of an era in which people must attain—out of inner necessity, out of a recognized necessity—that which they are to win for their freedom. Of course, we could all say: We don’t care about what is to come. Then what has just been described would come to pass. That things can be different is a necessity—but a necessity that can be grasped only through insight. A free necessity, one might say; a true, pure necessity.

[ 36 ] Wiederum stoßen hier die Begriffe Freiheit und Notwendigkeit innig zusammen. Es könnte zuweilen scheinen, als ob ich mit dem Worte «Traum und Rausch» nur gespielt hätte. Ich habe wahrhaftig nicht bloß gespielt. Man kann im einzelnen nachweisen — und ich könnte Ihnen vieles, vieles anführen —, wie heute die Leute wirklich wie in einer Art von Traum über die äußere Wirklichkeit reden und über die Wirklichkeit besonders im ganzen reden, nicht bloß über die äußere Wirklichkeit. Zum Beispiel wird oftmals ein bestimmter Einwand gegen dasjenige gemacht, was man auf unserem Gebiete der Anthroposophie, der Geisteswissenschaft, vorzutragen hat. Ein sehr beliebter Ausspruch ist dann: Ja, wie kannst du denn das beweisen? Das heißt, die Leute verlangen, daß das, was vorgebracht wird, mit der äußeren Wirklichkeit durch einen Vergleich bewiesen wird. Sie setzen dabei voraus, daß ein Begriff nur dann gilt, wenn man für ihn die äußere Wirklichkeit aufweisen kann, und daß der Beweis darin bestehen würde, daß man die äußere Wirklichkeit aufweist. Es ist das ein so unendlich einleuchtender Gedanke, daß jeder sich für einen bedeutenden Logiker halten wird, der sagt: Nun ja, es kommt natürlich darauf an, daß man beweisen kann, daß ein Begriff in der äußeren Wirklichkeit sich an eine äußere Realität anschließt.

[ 36 ] Once again, the concepts of freedom and necessity clash intimately here. It might sometimes seem as if I had merely been playing with the words “dream” and “intoxication.” I truly have not merely been playing. One can demonstrate in detail—and I could cite many, many examples—how people today truly speak of external reality as if in a kind of dream, and speak of reality in general, not merely of external reality. For example, a certain objection is often raised against what we have to present in our field of anthroposophy, the Spiritual Science. A very popular remark is then: “Well, how can you prove that?” That is to say, people demand that what is put forward be proven by comparison with external reality. They assume that a concept is valid only if one can point to external reality to support it, and that the proof would consist in pointing to external reality. This is such an infinitely obvious idea that anyone who says, “Well, of course it depends on being able to prove that a concept corresponds to an external reality in the external world,” will consider themselves a great logician.

[ 37 ] Man kann sehr leicht darauf aufmerksam machen, daß das nicht eine große Logik, sondern eine richtige Traumlogik ist. Ich antworte gewöhnlich, wenn solche Dinge gesagt werden: Man kann auch auf dem Gebiet der äußeren Sinnenwelt die Realität nicht beweisen, denn wenn einer niemals im Leben einen Walfisch gesehen hat, könnte man niemals aus der bloßen Logik heraus beweisen, daß es einen Walfisch gibt, nicht wahr? Das Aufzeigen der Realität ist etwas ganz anderes als dasjenige, was man beweisen könnte. Nur in der Traumlogik könnte das gelten. Ich kann es noch deutlicher sagen. Nehmen Sie einmal an, ich mache ein Porträt von einem Menschen, der lebt, und jemand fällt das WirklichkeitsUrteil: dieses Porträt ist sehr ähnlich. Und jetzt wollte er mir erklären, warum. Da sagt er nun: Ja, das Porträt ist ähnlich aus dem Grunde, weil, wenn ich das Porträt und den Menschen zusammenstelle, so sieht das eine dem anderen gleich. Die Übereinstimmung mit der Realität macht die Ähnlichkeit. — Die Übereinstimmung mit der äußeren Realität macht die Ähnlichkeit? Warum sagt er: das Bild ist ähnlich? Weil es mit der äußeren Realität übereinstimmt. Die äußere Realität ist das Wahre. Nun denken wir uns, der Mensch, der abgebildet ist, stirbt, und nach dreißig Jahren schauen wir das Porträt an. Ist es nach dreißig Jahren deshalb, weil es nicht mit der äußeren Wirklichkeit übereinstimmt, nicht mehr ähnlich? Der Mensch ist nicht mehr da. Er ist längst, nehmen wir an, verbrannt worden. Kommt es bei der Ähnlichkeit darauf an, ob . die äußere Wirklichkeit vorhanden ist? Bei klarem Denken nicht. Für das Traumdenken kann man sagen, es käme darauf hinaus, irgend etwas zu beweisen dadurch, daß man die äußere Realität aufweisen kann. Nur für das Traumdenken, für die Traumlogik ist das richtig. Denn wahrhaftig, dadurch, daß ein Mensch aus der Existenz in eine Nicht-Existenz übergeht, wird ein Bild, das man von ihm gemacht hat, nicht aus der Ähnlichkeit in die Unähnlichkeit übergehen.

[ 37 ] It is very easy to point out that this is not high logic, but rather the logic of a dream. I usually respond when such things are said: You cannot prove reality even in the realm of the external sensory world, because if someone has never seen a whale in their life, you could never prove from logic alone that a whale exists, could you? Demonstrating reality is something entirely different from what one could prove. That could only apply in dream logic. I can put it even more clearly. Suppose I paint a portrait of a living person, and someone makes the judgment of reality: this portrait is very lifelike. And now he wants to explain to me why. So he says: Yes, the portrait is lifelike for the reason that, when I compare the portrait and the person, one looks exactly like the other. The correspondence with reality is what makes it a likeness. — The correspondence with external reality is what makes it a likeness? Why does he say: “The picture is a likeness”? Because it corresponds to external reality. External reality is the truth. Now let’s imagine that the person depicted dies, and thirty years later we look at the portrait. Is it no longer similar after thirty years simply because it no longer corresponds to external reality? The person is no longer there. Let’s assume he was cremated long ago. Does similarity depend on whether external reality exists? Not if we think clearly. As for dream thinking, one could say that it boils down to proving something by demonstrating external reality. This is true only for dream thinking, for dream logic. For in truth, the fact that a person passes from existence into nonexistence does not cause an image made of him to shift from resemblance to dissimilarity.

[ 38 ] Sie sehen, daß vieles Notwendigkeit werden kann, wenn man die Logik erst zurechtrücken will, besonders wenn man heute überall in logischen Schriften findet: Die Wahrheit eines Begriffes bestehe darin oder lasse sich daran beweisen, daß man die äußere Realität in der physischen Welt aufzeigt. Aber diese Definition der Wahrheit ist an sich ein Unsinn, und der Unsinn zeigt sich einfach dadurch, daß man zum Beispiel einen solchen Vergleich mit dem Porträt bildet. Wenn man nämlich heute sogenannte wissenschaftliche Werke aufschlägt — nicht solche, die sich mit reiner Wissenschaft beschäftigen —, so beschreiben sie ja nur, und wenn man in der Beschreibung bleibt, nun, was schadet es denn, wenn man im bloßen Traume bleibt? Wer bloß den äußeren Lebenstraum beschreiben will und keinen Anspruch darauf macht, eine Weltanschauung zu bilden, der mag das tun. Aber wer eine Weltanschauung darauf baut, der bringt eine Traumanschauung. Und das können Sie sehen: wo heute der Übergang gemacht wird, da finden Sie zumeist Traumphilosophie. Es ist ganz grotesk, wie die Menschen nicht denken können, das heißt nicht denken können so, daß sie mit ihrem Denken drinnenstehen in demjenigen, in dem sie drinnenstehen sollen. So habe ich mir von Seite 208 dieser Vorlesungen von Prof. Ziehen einen Satz abgeschrieben, worin er besonders darauf aufmerksam machen will, daß man nicht auf den Willen kommen kann, der einer Handlung zugrunde liegt. Er sagt so: «Das Denken besteht aus einer Vorstellungsreihe und das Psychische» das heißt das Seelische — «an einer Handlung ist eben auch eine Vorstellungsreihe, welche nur die Besonderheit har, daß ihr letztes Glied eine Bewegungsvorstellung ist.»

[ 38 ] You see that many things can become a necessity if one first wants to set logic straight, especially since one finds everywhere in logical writings today that the truth of a concept consists in—or can be proven by—demonstrating its external reality in the physical world. But this definition of truth is in itself nonsense, and the nonsense becomes apparent simply by making such a comparison with a portrait, for example. For when one opens so-called scientific works today—not those concerned with pure science—they merely describe; and if one remains within the description, well, what harm is there in remaining in a mere dream? Anyone who merely wants to describe the outer dream of life and makes no claim to forming a worldview may do so. But anyone who builds a worldview on this is presenting a dream-worldview. And you can see this: wherever this transition is made today, you will mostly find dream philosophy. It is quite grotesque how people cannot think—that is, cannot think in such a way that their thinking is immersed in that which it is supposed to be immersed in. So I copied a sentence from page 208 of these lectures by Prof. Ziehen, in which he specifically wants to draw attention to the fact that one cannot arrive at the will that underlies an action. He says: “Thinking consists of a series of representations, and the psychological”—that is, the soul— “in an action there is also a series of representations, which has the particular characteristic that its final link is a representation of movement.”

[ 39 ] Also da hat man die Uhr. Der Wille ist ausgeschaltet, nicht wahr? Die Uhr sehe ich. Das ist jetzt Vorstellung. Der Wille ist nicht vorhanden, die Uhr sehe ich. Diese Uhr wirkt in mir auf irgendeine Weise dadurch, daß sie die Hirnrinde in irgendeine Bewegung versetzt und von der Hirnrinde aus in irgendeine motorische Zone übergeht, wie die Physiologie sagt. Also das geht auf das über. Das ist die Bewegungsvorstellung. Ich habe eine Vorstellung zuerst von der Uhr und an die Bewegungs-Vorstellungshandlung schließt sich an, nicht durch einen Willen, sondern nur durch die Bewegungsvorstellung, die Vorstellung von der Bewegung. Ich habe nur eine Vorstellungsreihe, sagt Ziehen. Das Denken besteht aus einer Vorstellungsreihe, und das Psychische an einer Handlung ist eben auch eine Vorstellungsreihe. Der Wille ist fraglos ausgeschaltet. Der ist gar nicht drinnen, sondern ich beobachte zuerst die Uhr und beobachte dann die Bewegung meiner Hand. Damit erschöpft sich das.

[ 39 ] So there’s the clock. The will is switched off, isn’t it? I see the clock. That is now a mental image. The will is not present; I see the clock. This clock affects me in some way by setting the cerebral cortex in motion and, from the cerebral cortex, passing into some motor zone, as physiology explains. So that’s what it comes down to. That is the mental image of movement. First I have a mental image of the clock, and this is followed by the act of imagining the movement—not through an act of the will, but solely through the mental image of movement, the mental image of the movement itself. “I have only a series of mental images,” says Ziehen. “Thinking consists of a series of mental images, and the psychological aspect of an action is also a series of mental images. The will is unquestionably excluded. It is not involved at all; rather, I first observe the clock and then observe the movement of my hand. That is all there is to it.”

[ 40 ] Die Logik, die darinnen steckt, können Sie dadurch herausfinden, daß Sie sich diesen Satz in einen anderen übersetzen. Sie können nämlich das Folgende sagen: Das Denken besteht aus einer Vorstellungsreihe. So, jetzt bin ich noch ganz da. Und das Psychische beim Anschauen einer Maschine ist eben eine Vorstellung, welche nur die Besonderheit hat, daß ihr letztes Glied die Vorstellung einer bewegten Maschine ist. — Da haben Sie genau dasselbe. Sie haben bloß die Triebkraft der Maschine ausgeschaltet. Sie haben bloß die Vorstellung der bewegten Maschine angereiht an dasjenige, was Sie vorher gedacht haben.

[ 40 ] You can discover the logic behind this by translating this sentence into another. You can, in fact, say the following: Thinking consists of a series of representations. So, I’m still fully present here. And the mental image involved in observing a machine is simply a series of mental images, with the sole distinction that its final link is the mental image of a moving machine. — There you have exactly the same thing. You’ve merely eliminated the machine’s driving force. You’ve simply appended the mental image of the moving machine to what you were thinking before.

[ 41 ] So ist diese Traumlogik beschaffen. Natürlich, bei der Außenwelt läßt der Mensch, der da Traumlogik hat, noch gelten, daß da irgendwelche Impulse da seien. Beim Innern läßt er es nicht mehr gelten, weil er den Willen ausschalten will. So ist das ganze Buch durchzogen von einer solchen Traumlogik. Überall ist es durchzogen von dem, was man charakterisieren kann: es schaltet den Willen aus. Dann schaltet es aber auch das Ich aus, und das ist interessant. Das Ich ist nämlich auch nichts anderes als eine Vorstellungsreihe. Das wird noch ‘ausdrücklich an einer besonderen Stelle auseinandergesetzt, wie das Ich nur eine Vorstellungsreihe ist.

[ 41 ] This is the nature of this dream logic. Of course, when it comes to the external world, a person who operates according to dream logic still accepts that there are certain impulses at work. But when it comes to the inner world, they no longer accept this, because they want to shut down the will. Thus, the entire book is permeated by this kind of dream logic. It is permeated throughout by what can be characterized as follows: it shuts down the will. But then it also shuts down the ego, and that is interesting. For the ego is, in fact, nothing other than a series of ideas. This is discussed explicitly in a specific passage, explaining how the ego is merely a series of ideas.

[ 42 ] Interessant ist ja folgendes, was einem passieren kann. Verzeihen Sie, daß ich Ihnen, ich möchte sagen, so von den intimsten Geheimnissen der Vorbereitung zu einem solchen Vortrag wie dem heutigen erzähle. Nicht wahr, ich mußte den heutigen Vortrag halten. Ich wollte Ihnen dasjenige, was ich Ihnen auseinandersetzte, nicht bloß aus dem großen Ganzen heraus sagen, sondern ich wollte Sie auf den bestimmten Fall hinweisen. Dazu mußte natürlich dieses Buch vorgenommen und wiederum durchstudiert werden. Da hatte ich es fertig studiert. Ich kann Ihnen selbstverständlich nicht das ganze Buch vorlesen, sondern muß mich auf einzelne Stellen reduzieren, die ich etwa vorbringen werde. Nun wollte ich Ihnen ja zeigen, wie die gegenwärtige Traum-NaturwissenschaftsWeltanschauung den Willen nicht haben kann, wie der Wille wirklich nicht da ist. Das habe ich Ihnen gezeigt an diesem Buche, bei dem Verfasser dieses Buches. Dann wollte ich Sie besonders auf das aufmerksam machen, was der Betreffende vom Willen gesagt hart, das heißt, was er gegen den Willen sagt. Nun schaue ich hinten im Buche nach: «Wille», aha, Seite 205 ff. Nun nimmt man das, geht wiederum zurück und sieht nach, was der Verfasser da vom Willen sagt. Ich habe Ihnen heute aber auch erzählt, daß ja der Wille im Ich drinnen zunächst nur wahrzunehmen ist für die physische Welt, so daß wir, wenn wir vom wahren Ich sprechen, eigentlich vom «wollenden Ich» sprechen müssen. Ich hätte Ihnen also auch noch zu zeigen, wie derjenige, der bloß Traumanschauung aus der Naturwissenschaft heraus hat, von sich aus über das Ich spricht. Daß er den Willen einfach ableugnet, darüber habe ich Ihnen eine Stelle vorgelesen: Bewegungsvorstellung — der Wille ist ausgeschaltet. Nun wollte ich Ihnen auch noch etwas rasch vorlesen, was er über das Ich sagt. Ich nehme wiederum das Register: I — «Ich» kommt überhaupt nicht vor! Das ist natürlich ganz konsequent. Wir haben also selbstverständlich ein Buch über Physiologische Psychologie, also ein Buch über Seelenkunde, aber das Ich kommt nicht darin vor! Es ist im Register gar nicht darauf verwiesen, und wenn Sie es durchgehen, werden Sie auch sehen, daß zwar die Vorstellung des Ich vorkommt, die selbstverständlich eine Vorstellung ist. Vorstellungen läßt er ja gelten, sie sind ihm ja nur das andere Wort für mechanische Vorgänge des Gehirns. Aber das Ich als solches kommt gar nicht vor, es ist ausgeschaltet.

[ 42 ] Here’s something interesting that can happen to you. Please forgive me for telling you—I might say—about the most intimate secrets of preparing for a lecture like today’s. After all, I had to give today’s lecture. I didn’t want to simply present what I’ve been explaining to you from a broad perspective; rather, I wanted to draw your attention to a specific case. To do that, of course, I had to take up this book and study it thoroughly once again. By then, I had finished studying it. Naturally, I cannot read the entire book to you, but must limit myself to individual passages that I will bring up. Now, I wanted to show you how the current, dreamlike scientific worldview cannot account for the will—how the will is truly absent. I have shown you this using this book and its author. Then I wanted to draw your attention in particular to what the author in question has said about the will—that is, what he says against the will. Now I’ll look in the back of the book: “Will”—ah, page 205 ff. So you take that, go back again, and see what the author says there about the will. But I’ve also told you today that the will within the “I” can initially only be perceived in relation to the physical world, so that when we speak of the true “I,” we must actually speak of the “willing I.” So I would also have to show you how someone who has merely a dreamlike view of nature based on the natural sciences speaks of the “I” on his own initiative. I’ve already read you a passage showing that he simply denies the will: the concept of movement—the will is excluded. Now I’d also like to quickly read you something else he says about the “I.” I’ll turn to the index again: I — “I” doesn’t appear at all! That is, of course, entirely consistent. So we naturally have a book on physiological psychology—that is, a book on the study of the soul—but the “I” doesn’t appear in it! There is no reference to it in the index at all, and if you go through the book, you will also see that while the mental image of the “I” does appear—which is, of course, a mental image—he does acknowledge mental images; to him, they are merely another word for mechanical processes of the brain. But the “I” as such does not appear at all; it is excluded.

[ 43 ] Ein Ideal ist es also schon, das Ich auszuschalten. Aber wenn die Menschheit sich der Natur überläßt, wird das Ich für den sechsten nachatlantischen Zeitraum überhaupt in Wirklichkeit ausgeschaltet sein; denn wenn die Willensimpulse fehlen werden, die aus dem Zentrum des eigenen Wesens hervorgehen, dann wird man von einem Ich wenig sprechen. Die Menschen haben sich im fünften Zeitraum zu einem Ich zu erheben gehabt. Aber dieses Ich könnte ihnen wieder verlorengehen, wenn sie es nicht durch eine innere Anstrengung wirklich suchen. Wieviel einem leider heute schon Menschen begegnen, die davon sprechen, daß sie eine Schwächung ihres Ich empfinden, davon weiß derjenige zu erzählen, der über solche Dinge in der Welt überhaupt etwas weiß. Wie viele Menschen wissen heute schon mit sich nichts Rechtes anzufangen, weil sie nicht in konkreter Weise die Artung ihrer Seele mit geistigen Inhalten auszufüllen wissen. Das ist ein Kapitel, wovor wir stehen als vor einem Kapitel unsäglichen inneren Seelenjammers, der beispielsweise in unserer Gegenwart mehr lebt als man gewöhnlich glaubt. Denn die Zahl derjenigen Menschen wird immer größer und größer, welche der Welt aus dem Grunde ratlos gegenüberstehen, weil sie in ihrem Innern nicht Impulse finden, um dieses Ich durch die Welt der Erscheinungen zu tragen.

[ 43 ] It is, then, indeed an ideal to eliminate the “I.” But if humanity leaves itself to the mercy of nature, the “I” will in fact be eliminated altogether during the sixth post-Atlantean epoch; for when the impulses of will that arise from the center of one’s own being are absent, there will be little talk of an “I.” In the fifth epoch, human beings had to rise to the level of an “I.” But this “I” could be lost to them again if they do not truly seek it through inner effort. Anyone who knows anything at all about such matters in the world can tell you how many people, unfortunately, one already encounters today who speak of feeling a weakening of their “I.” How many people today already do not know what to do with themselves because they do not know how to fill the nature of their soul with spiritual content in a concrete way. This is a chapter we face as one of unspeakable inner soul anguish, which, for example, is more prevalent in our present time than is commonly believed. For the number of people is growing ever larger who face the world at a loss precisely because they cannot find within themselves the impulses to carry this “I” through the world of appearances.

[ 44 ] Das hängt nun wiederum mit dem zusammen, was’ ich schon öfter auch hier ausgeführt habe: daß es ja in den Zeiten bisher notwendig war, daß die Menschen erst zu ihrer Ich-Vorstellung kamen, und wir sind ja in der Zeit, wo die Menschen erst zur rechten Ich-Vorstellung kommen. Sie wissen, das Lateinische hat als Sprache des vierten Zeitraums nur ausnahmsweise zum Ego gegriffen. Man sprach da noch nicht von dem Ich, sondern man hatte es noch im Verbum drinnen. Je mehr sich die Weltenentwickelung, auch in den Sprachen, dem fünften nachatlantischen Zeitraum näherte, desto mehr wurde das Ich abgesondert. Durch den Christus-Impuls soll dieses Ich in entsprechender Weise gefunden werden. Und daß innerhalb Mitteleuropas dieses Ich gerade am reinsten sich mit dem Christus-Impuls verbindet, das drückt sich sprachlich dadurch aus, daß in unserem «Ich», durch eine innere geistige Notwendigkeit der fortschreitenden Entwickelung, ausgedrückt sind die Initialen des Christus: I-C-H, Jesus Christus.

[ 44 ] This, in turn, is connected to what I have already explained here on several occasions: that in earlier times it was necessary for people to first develop a mental image of the “I,” and we are now in an era where people are just beginning to develop a proper mental image of the “I.” As you know, Latin, as the language of the fourth epoch, only rarely referred to the “ego.” People did not yet speak of the “I”; rather, it was still contained within the verb. The more world development—including in languages—approached the fifth post-Atlantean epoch, the more the “I” became distinct. Through the Christ impulse, this “I” is to be found in an appropriate way. And the fact that within Central Europe this “I” connects most purely with the Christ impulse is linguistically expressed by the fact that in our “I,” through an inner spiritual necessity of progressive development, the initials of Christ are expressed: I-C-H, Jesus Christ.

[ 45 ] Dies mag als ein Traum erscheinen für den, der heute auf dem Gebiete der Traumwissenschaft stehenbleiben will. Für den, der sich aus dieser Traumweltanschauung erweckt, für den ist das eine große, bedeutsame Wahrheit. «Ich» drückt die Verbindung des Menschen mit Jesus Christus aus. Aber dieses Ich müssen sich die Menschen erhalten dadurch, daß sie es anfüllen mit den Inhalten der Geisteswissenschaft. Anfüllen werden sie es nur dadurch können, daß sie Freiheit zur Notwendigkeit machen durch Geisteswissenschaft. Wirklich, wie hätte man in früheren Zeiten sagen können, daß eine Rückerinnerung an die früheren Erdenleben das Normale für die Menschen gewesen wäre? Für die folgenden Erdenleben wird sie das Normale sein.

[ 45 ] This may seem like a dream to those who wish to remain stagnant in the field of dream science today. But for those who awaken from this dream-like worldview, it is a great and significant truth. “I” expresses the human being’s connection with Jesus Christ. But human beings must preserve this “I” by filling it with the content of Spiritual Science. They will be able to fill it only by making freedom a necessity through Spiritual Science. Indeed, how could one have said in earlier times that recollection of past earthly lives would have been the norm for human beings? For future earthly lives, it will be the norm.

[ 46 ] Wie die Menschen innerhalb des fünften nachatlantischen Zeitraums ihr Ich erfassen und lebendigmachen sollen, wird es das Normale sein, daß immer mehr und mehr in die künftigen Zeiten hinein die Menschen eine Rückerinnerung an ihre früheren Erdenleben haben werden. Man könnte ebensogut sagen: Geisteswissenschaft ist die rechte Vorbereitung dazu, in der richtigen Weise die Rückerinnerung an die früheren Erdenleben zu haben. Diejenigen aber, welche Geisteswissenschaft fliehen, die werden so mit dieser Rückerinnerung leben, daß sie sie eben nicht heraufbringen können in ihre Seele. Innerlich wird ihnen etwas fehlen. Das heißt, die Menschen werden zerfallen in zwei Klassen. Die einen werden wissen: Wenn ich das Innerste meiner Seele hervorkehre, führt mich das zurück in frühere Erdenleben. Die anderen werden einen inneren Trieb fühlen, der sich ausdrückt in einer Sehnsucht. Und es wird etwas nicht heraufkommen wollen, die ganze Inkarnation durch wird etwas nicht heraufkommen wollen, bleibt wie ein Begriff, den man sucht und nicht finden kann. Das wird die mangelnde Vorbereitung auf die Rückerinnerung an die früheren Erdenleben sein.

[ 46 ] As people within the fifth post-Atlantean epoch come to grasp and bring to life their “I,” it will become the norm that, as time goes on, more and more people will have recollections of their past earthly lives. One might just as well say: Spiritual Science is the proper preparation for recalling past earthly lives in the right way. But those who shy away from Spiritual Science will live with this recollection in such a way that they simply cannot bring it up into their souls. Something will be missing within them. That is to say, people will be divided into two classes. Some will know: When I turn to the innermost part of my soul, it leads me back to past lives on Earth. The others will feel an inner impulse that expresses itself as a longing. And something will refuse to surface; throughout the entire incarnation, something will refuse to surface, remaining like a concept one seeks but cannot find. This will be the result of a lack of preparation for recalling past lives on Earth.

[ 47 ] Man spricht von Realem, wenn man von diesen Dingen spricht, durchaus von Realem. Man muß eben das Ich erst wirklich durch Geisteswissenschaft erfaßt haben, wenn man sich in späteren Erdenleben daran erinnern soll. Kann man sich denn an etwas anderes erinnern, das man niemals vorgestellt hat? Braucht man sich deshalb zu wundern, daß die Menschen sich an das Ich jetzt noch nicht erinnern können, da sie es in früheren Zeiträumen noch nicht vorgestellt haben? Alles ist zu verstehen mit einer wahren Logik. Aber selbstverständlich wird die Traumlogik des sogenannten Monismus in unserer Zeit sich immer sträuben gegen dasjenige, was aus der wahren Logik der Geisteswissenschaft hervorgehen muß.

[ 47 ] When we speak of these things, we are speaking of the real—indeed, of the real. One must first truly grasp the “I” through Spiritual Science if one is to remember it in later earthly lives. Can one really remember something else that one has never even formed a mental image of? Is it any wonder, then, that people cannot yet remember the “I,” since they have not yet created a mental image of it in earlier lifetimes? Everything can be understood through true logic. But of course, the dream-like logic of so-called monism in our time will always resist what must emerge from the true logic of Spiritual Science.