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The Present and the Past in the Human Spirit
GA 167

4 April 1916, Berlin

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The Present and the Past in the Human Spirit, tr. SOL
  1. Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste

4. Zeichen, Griff und Wort

4. Sign, Gesture, and Word

[ 1 ] Ich möchte heute etwas mehr auf die okkulten Seiten derjenigen Betrachtungen übergehen, die wir heute vor acht Tagen hier gepflogen haben. Wir haben ja zunächst gesehen, daß doch immerhin bedeutsam für das menschliche Leben angesehen werden können gewisse okkulte Strömungen, die sich in okkulten Verbrüderungen zum Ausdruck bringen. Und Sie werden aus den mehr äußerlich gehaltenen Auseinandersetzungen der letzten Stunde ersehen haben, daß in einer ganz bestimmten Färbung im Westen Europas, namentlich in britischen Ländern, solche okkulten Brüderschaften gebraucht werden, um gewisse äußere Ziele zu erreichen. Es ist nun schon einmal notwendig, daß derjenige, der gewissermaßen nicht blind sich hineinstellt in eine geisteswissenschaftliche Bewegung der Gegenwart, solche Dinge mit einer gewissen Objektivität und mit einem gewissen Überblick über die Sachlage zu beurteilen vermag. Daher möchte ich heute davon sprechen, wie zunächst das Wirken solcher okkulten Brüderschaften überhaupt zu denken ist, damit wir daraus sehen können, in welcher Weise sie für gewisse andere Zwecke und Ziele ein Instrument werden können.

[ 1 ] Today I would like to delve a little deeper into the occult aspects of the reflections we engaged in here eight days ago. We saw, after all, that certain occult currents—which find expression in occult brotherhoods—can indeed be regarded as significant for human life. And you will have seen from the more outwardly focused discussions of the past hour that, in a very specific context in Western Europe—namely in the British Isles—such occult brotherhoods are used to achieve certain external goals. It is, first of all, necessary that anyone who approaches a contemporary movement of Spiritual Science with open eyes, so to speak, be able to assess such matters with a certain objectivity and a certain overview of the situation. Therefore, I would like to speak today about how the workings of such occult brotherhoods should be understood in the first place, so that we can see in what way they can become an instrument for certain other purposes and goals.

[ 2 ] Es ist im Grunde genommen dasjenige, was da als okkulte Brüderschaften gemeint ist, eine recht komplizierte Sache. Aber diese komplizierte Sache baut sich überall auf einem Unterbau auf, der Menschen heranzieht in einer gewissen Richtung dadurch, daß er sie in einer Art von Kultus vereinigt, daß er ihnen gewisse Symbole überliefert, daß er sie gewissermaßen in einem Dienst vereinigt, der in gewissen Symbolen zum Ausdruck kommt. Es gibt heute sehr viele Menschen, welche von vornherein aus einem leichtgeschürzten, man könnte sogar sagen vermeintlichen Wissen und aus einer vermeintlichen höheren Weltanschauung heraus über alle solche Verbrüderungen lachen und höhnen, die auf einer gewissen Symbolik sich aufbauen. Die Kurzsichtigkeit in allen Dingen dieser Art ist ja in unserer Gegenwart eine außerordentlich große, und man könnte denjenigen, die leichtherzig absprechen über die Bedeutung von gewissen Zeremonien und symbolischen Dingen, die mit gewissen okkulten Brüderschaften verbunden sind, einfach erwidern, daß Leute, die ja schließlich vielleicht auch nicht gerade unbedeutender waren, als sie selbst es sind, diese Monisten und sonstigen sehr aufgeklärten Lacher und Kritiker, Leute wie zum Beispiel Goethe seht viel gegeben haben auf ein gewisses Darinnengelebthaben in solchen zeremoniellen symbolischen Zusammenhängen. Goethe hat wohl gewußt und es immer wieder und wiederum auf die eine oder andere Art zum Ausdrucke gebracht, was ihm geworden ist dadurch, daß er im Laufe seines Lebens nicht eine Schulerziehung, sondern eine spätere Erziehung hat durchmachen können, welche verbunden war mit gewissen Ordenszusammenhängen, zunächst mit den Ordenszusammenhängen einer Freimaurerei, in der ja Goethe war, die vielleicht weniger bedeutenden Leuten als Goethe auch weniger gegeben hat, die aber Goethe außerordentlich viel hat geben können. Also solche Sachen könnte man immerhin denjenigen einwenden, die aus einem leichtgeschürzten sogenannten monistischen Welterkennen heraus lachen und höhnen über derlei Dinge. Aber man muß, will man das Wesen von diesen Dingen einsehen, tiefer in sie hineinblicken können.

[ 2 ] It is, in essence, what is meant by “occult brotherhoods”—a rather complicated matter. But this complex matter is built everywhere upon a foundation that draws people in a certain direction by uniting them in a kind of cult, by passing on certain symbols to them, and by uniting them, so to speak, in a service that finds expression in certain symbols. There are many people today who, from the outset—based on a superficial, one might even say supposed knowledge, and on a supposed higher worldview—laugh at and scoff at all such brotherhoods that are built upon a certain symbolism. Short-sightedness regarding all matters of this kind is, after all, extraordinarily widespread in our time, and one could simply reply to those who lightly dismiss the significance of certain ceremonies and symbolic practices associated with certain occult brotherhoods simply reply that people—who, after all, were perhaps no less significant than they themselves are—these monists and other highly enlightened scoffers and critics, people such as Goethe, for example, placed great value on a certain immersion in such ceremonial and symbolic contexts. Goethe was well aware—and expressed this time and again in one way or another—of what he had gained from the fact that, in the course of his life, he was able to undergo not a formal school education but a later education connected with certain fraternal contexts, first and foremost with the monastic contexts of Freemasonry, of which Goethe was a member—a context that may have offered less to people less significant than Goethe, but which was able to offer Goethe an extraordinary great deal. One could at least raise such points against those who, from a superficial, so-called monistic worldview, laugh and scoff at such things. But if one wishes to understand the essence of these matters, one must be able to look deeper into them.

[ 3 ] Wir wissen ja, daß wir heute im fünften nachatlantischen Zeitraum leben. Seit dem Beginne des fünfzehnten Jahrhunderts leben wir im fünften nachatlantischen Zeitraum. Ihm ging der vierte nachatlantische Zeitraum voran, der etwa um das Jahr 747 vor Chaisti Geburt beginnt, und der im Beginne des fünfzehnten Jahrhunderts eigentlich erst endet. Die Menschen, die heute ganz klug, ganz gescheit sind — und das sind ja, nicht wahr, fast alle! — die denken sich: Nun ja, das wird ja nicht so sehr verschieden sein, was man in der Menschenseele erleben kann seit dem fünfzehnten Jahrhundert, von dem, was die Menschenseele erlebt hat in den vorhergehenden zwei Jahrtausenden bis zurück zum Jahr 747 vor Christi Geburt. Aber an ganz äußeren Dingen kann man schon, wenn man will, zeigen, wie grundverschieden die Entwickelung der Menschenseele in dem vierten nachatlantischen Zeitraum, also jenem dem unsrigen vorangegangenen nachatlantischen Zeitraum, war. In diesem Zeitraum — natürlich nach und nach recht stark abnehmend gegen das fünfzehnte nachchristliche Jahrhundert zu —, vom achten vorchristlichen Jahrhundert also bis zum vierzehnten nachchristlichen Jahrhundert, da waren die Menschen so geartet, daß ihr Ätherleib viel, viel empfänglicher war, als in der Zeit seit dem vierzehnten Jahrhundert. Er konnte viel mehr das wahrnehmen, was um ihn herum ist. Und wenn der Ätherleib wahrnimmt, dann nimmt er die elementarische Welt wahr, dann nimmt er nicht nur so wahr, wie der physische Leib Mineralien, Pflanzen, Tiere, Wasser, Luft und so weiter wahrnimmt, sondern dann nimmt er wirklich dasjenige wahr, was als elementarisches Wesen in Pflanzen, Tieren, in Mineralien lebt. Wenn die Leute in diesen Jahrhunderten noch sprachen von Kobolden oder gnomenhaften Wesen, die sie in Gebirgen wahrnahmen, die ihnen aus den Klüften der Bergwerke entgegenkamen, so sagt der heutige Mensch: Nun ja, das sind dichterische Darstellungen. — Für die Leute in den angedeuteten Jahrhunderten waren das nicht dichterische Darstellungen. Diese Leute hatten richtig noch etwas gewußt von dem Vorhandensein einer elementarischen Welt hinter der physischen Welt.

[ 3 ] We know, of course, that we are currently living in the fifth post-Atlantean epoch. We have been living in the fifth post-Atlantean epoch since the beginning of the fifteenth century. It was preceded by the fourth post-Atlantean epoch, which began around the year 747 before Chaisti’s birth and did not actually end until the beginning of the fifteenth century. People today who are very wise, very intelligent—and that is, after all, almost everyone, isn’t it!—think to themselves: Well, what the human soul has experienced since the fifteenth century can’t be all that different from what the human soul experienced in the preceding two millennia, all the way back to the year 747 B.C. But even by looking at very external things, one can, if one wishes, show how fundamentally different the development of the human soul was in the fourth post-Atlantean epoch—that is, the post-Atlantean epoch that preceded our own. During this period—though, of course, this ability gradually diminished quite significantly as the fifteenth century A.D. approached—that is, from the eighth century B.C. to the fourteenth century A.D., human beings were such that their etheric body was much, much more receptive than it has been since the fourteenth century. It was far more capable of perceiving what was around it. And when the etheric body perceives, it perceives the elemental world; it does not merely perceive in the same way that the physical body perceives minerals, plants, animals, water, air, and so on, but it truly perceives that which lives as an elemental being within plants, animals, and minerals. While people in those centuries still spoke of goblins or gnome-like beings that they perceived in the mountains, or that came toward them from the crevices of the mines, people today say: Well, those are poetic depictions. — For the people of those centuries, these were not poetic depictions. Those people had, in fact, still known something of the existence of an elemental world behind the physical world.

[ 4 ] Ich möchte, weil das vielleicht nicht alle, die hier sitzen, gehört haben, doch noch einmal aufmerksam darauf machen, daß man heute sogar durch äußerliche Dokumente beweisen kann, daß die Leute bis vor verhältnismäßig recht kurzer Zeit von der elementarischen Welt etwas gewußt haben. Das kann man durch äußerliche Dokumente beweisen, und ich will dieses eine Dokument — ich glaube, ich habe es auch hier schon erwähnt, aber ich will es noch einmal kurz erwähnen — noch einmal vorbringen, das Sie im Hamburger Museum finden können, ein Bild im Hamburger Museum. Das Bild stellt dar den Sündenfall, also jenes Ereignis, von dem wir im Beginne des Alten Testaments lesen. Wenn heute ein Maler den Sündenfall darstellt, nun, nicht wahr, er stellt ihn so dar, daß er den Baum des Paradieses aufgerichtet zeigt, links und rechts Adam und Eva, mehr oder weniger schön, oder meistens ja scheußlich, nicht wahr, und in der Mitte die Schlange, eine richtige Schlange. Aber ist das in Wirklichkeit realistisch, meine lieben Freunde? Kann man das realistisch nennen? Nicht wahr, wenn auch selbstverständlich Eva noch nicht so gescheit und so klug war, wie die heutigen Frauen es sind, so kann man aber selbst der Eva nicht etwa zumuten, daß sie sich von einer richtigen Schlange, die am Boden kriecht, hat verführen lassen zu dem Ungeheuren, zu dem sie sich hat verführen lassen. Also realistisch kann das nicht gerade sein.

[ 4 ] Since perhaps not everyone here has heard this, I would like to draw your attention once again to the fact that today it is even possible to prove, through external documents, that people knew something about the elemental world until relatively recently. This can be proven through external documents, and I would like to bring up this one document again—I believe I have already mentioned it here, but I would like to briefly mention it once more—which you can find in the Hamburg Museum: a painting in the Hamburg Museum. The painting depicts the Fall, that is, the event we read about at the beginning of the Old Testament. If a painter today depicts the Fall, well, doesn’t he depict it in such a way that he shows the Tree of Paradise standing upright, with Adam and Eve to the left and right—more or less beautiful, or mostly quite hideous, don’t you think?—and in the middle the serpent, a real serpent. But is that actually realistic, my dear friends? Can you call that realistic? After all, even if Eve wasn’t yet as clever and wise as women are today, you can’t very well expect even Eve to have been seduced by a real snake crawling on the ground into committing the monstrous act she was led to commit. So that can’t exactly be realistic.

[ 5 ] Aber nun wissen wir ja, daß der Verführer Luzifer war. Luzifer ist kein Wesen, das man mit heutigen physischen Augen sehen kann, sondern Luzifer muß man sehen mit dem erweckten ätherischen Leibe, mit dem erweckten Hellsehen. Da stellt er sich dann dar als dasjenige Wesen, das während der Mondenentwickelung zurückgeblieben ist. Von der Mondenentwickelung haben wir empfangen im wesentlichen schon unseren physischen Leib, so wie wir ihn heute haben, nur war er dazumal noch nicht physisch sichtbar, sondern ätherisch. Der heutige Mensch ist in bezug auf den Kopf ein Abdruck dessen, was auf dem Monde auch schon als Kopf vorhanden war. Aber der übrige Leib des Menschen, der daran hängt, war noch nicht in der heutigen Gestalt, sondern nur in schlangenförmiger Fortsetzung vorhanden: in dem, was wir heute als Rückenmark haben. So daß, wenn man Luzifer darstellen würde, wie er von der Mondenentwickelung zurückgeblieben ist, man ihn darstellen müßte mit einem menschlichen Kopf und mit daran hängendem Rückenmark, also in Schlangenform.

[ 5 ] But now we know, of course, that the tempter was Lucifer. Lucifer is not a being that can be seen with today’s physical eyes; rather, one must see Lucifer with the awakened etheric body, through awakened clairvoyance. There he then reveals himself as the being who lagged behind during the lunar evolution. We essentially received our physical body as we have it today from the lunar evolution; only at that time it was not yet physically visible, but etheric. The modern human being, in regard to the head, is an imprint of what was already present as a head on the Moon. But the rest of the human body, which is attached to it, was not yet in its present form, but existed only as a serpentine extension: in what we now call the spinal cord. So that if one were to depict Lucifer as he was left behind from the lunar evolution, one would have to depict him with a human head and a spinal cord attached to it—that is, in the form of a serpent.

[ 6 ] Genau so hat der Maler, der Meister Bertram, aus dem dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert, auf dem Bilde in Hamburg den Luzifer dargestellt, nicht so, wie es der heutige Maler macht, sondern so, wie es sein muß im richtigen Sinne der Geisteswissenschaft. Sie können es im Hamburger Museum im Bilde sehen und können sich überzeugen, daß im dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert ein Maler noch so gemalt hat, wie die Dinge wirklich sind. Nur sind die Leute heute zu gescheit dazu, um das Sprechende dieser Dokumente wirklich einsehen zu können. Aber dies ist ein Dokument, welches uns zeigt, daß die Menschen wirklich das Elementarische noch gekannt haben bis in die Zeit herein, von der wir immer sprechen und die sich da erweist als diejenige, in der die Menschen noch in die elementarische Welt haben hineinsehen können.

[ 6 ] This is exactly how the painter, Master Bertram, from the thirteenth and fourteenth centuries, depicted Lucifer in the painting in Hamburg—not as today’s painters do, but as it must be in the true sense of Spiritual Science. You can see it in the painting at the Hamburg Museum and convince yourself that in the thirteenth and fourteenth centuries, a painter still painted things as they truly are. It’s just that people today are too clever to truly grasp the significance of these documents. But this is a document that shows us that people truly still knew the elemental realm right up to the time we are always speaking of—a time that proves to be the very one in which people were still able to look into the elemental world.

[ 7 ] In dieser Zeit, in dem vierten nachatlantischen Zeitraum, sind nun jene Symbole entstanden, welche die Grundlagen bilden für die betreffenden okkulten Brüderschaften. Die Grundlage bilden gewisse Symbole deshalb, weil sie etwas waren für den vierten nachatlantischen Zeitraum, das man lebendig empfunden hat, das man lebendig an sich selber hat wissen können. Ich will Ihnen in der Goetheschen Übertragung den Gedanken der Symbolik etwas klarer machen. Goethe versuchte in seiner Art, die Symbolik für das äußere Leben fruchtbar zu machen, indem er sich sagte: Man kann dadurch, daß man in die Symbolik sich einlebt, viel haben, man kann wirklich dadurch seinen inneren Menschen weiterbringen. — Daher will er — Sie können das in seinem «Wilhelm Meister» nachlesen —, daß die Erziehung so geleitet werde, daß der Mensch in einer gewissen Symbolik aufwachse. Goethe will, daß der Mensch etwas lerne, was eigentlich alle Menschen lernen sollten statt manchen Firlefanzes, den sie in den heutigen Gymnasien lernen, er will, daß die Menschen in einer gewissen Symbolik aufwachsen. Er will, daß sie da vor allen Dingen in den Symbolen das lernen, was er nennt die «vier Ehrfurchten» des Menschen: die Ehrfurcht vor der geistigen Welt; die Ehrfurcht vor der physischen Welt; die Ehrfurcht vor jeglicher Seele; und die Ehrfurcht, die dann erst sich aufbauen kann auf diesen drei Ehrfurchten: vor sich selber. Die letztere würden ja die meisten heutigen aufgeklärten Menschen zur Not gleich von Anfang an verstehen, nicht wahr; aber nach Goethes Anschauung soll diese Ehrfurcht, welche diejenige ist, die, ich möchte sagen, mit den größten Gefahren verknüpft ist, erst auf Grundlage der drei anderen Ehrfurchten sich aufbauen.

[ 7 ] It was during this period—the fourth post-Atlantean epoch—that the symbols which form the foundation of the occult brotherhoods in question came into being. These symbols form the foundation because, for the fourth post-Atlantean epoch, they were something that people experienced as alive, something they were able to know as a living reality within themselves. I would like to clarify the idea of symbolism for you a bit more clearly through Goethe’s interpretation. Goethe attempted, in his own way, to make symbolism fruitful for outer life by telling himself: By immersing oneself in symbolism, one can gain much; one can truly advance one’s inner being through it. — That is why he wants—as you can read in his Wilhelm Meister—education to be guided in such a way that people grow up within a certain symbolism. Goethe wants people to learn something that, in fact, everyone should learn instead of some of the frivolities they learn in today’s high schools; he wants people to grow up within a certain symbolism. Above all, he wants them to learn through these symbols what he calls the “four forms of reverence” of the human being: reverence for the spiritual world; reverence for the physical world; reverence for every soul; and the reverence that can only be built upon these three forms of reverence: reverence for oneself. Most enlightened people today would, if necessary, understand the latter right from the start, wouldn’t they? But according to Goethe’s view, this reverence—which is, I would say, the one associated with the greatest dangers—should be built only on the foundation of the other three reverences.

[ 8 ] Wie will Goethe, daß zunächst die Ehrfurcht vor dem Geistigen, das oben ist, in den Menschen sich einwächst? Er will, daß die Menschen eine gewisse Gebärde lernen: gekreuzte Arme über der Brust, den Blick nach oben gewendet. Und in dieser Stellung sollen sie sich aneignen Ehrfurcht vor dem, was als Geistiges auf den Menschen Einfluß haben könne. In einem gewissen noch sehr jugendlichen Lebensalter soll man, so meint Goethe, diese Gebärde verbinden mit dem Aneignen des Gefühles, der Ehrfurcht vor dem, was oben ist. Warum hat das eine gewisse Bedeutung? Das hat eine gewisse Bedeutung, weil, wenn der Mensch wirklich Ehrfurcht vor dem Geistigen empfindet, er gar nicht anders kann, als dieses Gefühl der Ehrfurcht vor dem Geistigen bekunden. Und wenn er selbst seine Hände hinten auf dem Rücken zusammenlegte als physische Hände, es würden die Ätherhände sich vorne kreuzen, und sein Blick, wenn er ihn auch noch so sehr nach abwärts wendete als physischen Blick, sein Blick würde sich mit den Ätheraugen nach oben wenden. Dies ist die natürliche Gebärde für Ätheraugen: nach oben gewendet, und für Ätherhände: nach vorne sich kreuzend, die der Ätherleib wirklich ausführt, wenn diese Ehrfurcht vor dem Geistigen vorhanden ist; es geht gar nicht anders, das ist eine Selbstverständlichkeit, daß der Ätherleib diese Gebärde annimmt. Im vierten nachatlantischen Zeitraum wußten dies die Leute, weil sie die Bewegungen des Ätherleibes an sich verspürten, und wenn man ihnen sagte, sie sollten das machen, dann sagte man ihnen nichts anderes, als: sie sollen rege machen in sich ein wenig die physische Gebärde, damit sie fühlen, wahrnehmen können die Äthergebärde.

[ 8 ] How does Goethe want reverence for the spiritual—that which is above—to take root in people? He wants people to learn a certain gesture: arms crossed over the chest, gaze turned upward. And in this posture, they are to cultivate a sense of reverence for that which, as the spiritual, can influence human beings. At a certain, still very youthful age, Goethe believes, one should combine this gesture with the development of the feeling of reverence for that which is above. Why does this have a certain significance? It has a certain significance because, when a person truly feels reverence for the spiritual, they cannot help but express this feeling of reverence for the spiritual. And even if he were to clasp his physical hands behind his back, his etheric hands would cross in front of him; and even if he were to turn his physical gaze downward as much as possible, his gaze—through his etheric eyes—would turn upward. This is the natural gesture for the etheric eyes—turned upward—and for the etheric hands—crossing in front—which the etheric body actually performs when this reverence for the spiritual is present; it simply cannot be otherwise; it goes without saying that the etheric body assumes this gesture. In the fourth post-Atlantean epoch, people knew this because they felt the movements of the etheric body within themselves, and when they were told to do this, they were told nothing other than: they should actively perform the physical gesture within themselves to a small degree so that they could feel and perceive the etheric gesture.

[ 9 ] So wollte Goethe ein Hineinwachsen in das geistige Leben. Er wußte, daß das eine Bedeutung hat: Diejenigen Gebärden, die mit den unmittelbaren Äußerungen der Seele verbunden sind, wirklich durchzuleben. Ebenso wollte er, daß der Mensch, wenn cr die Ehrfurcht vor dem Leiblichen, vor allem Irdischen sich aneignet, die Hände hinten am Rücken kreuzt und den Blick nach unten wendet. Das sollte er sich an zweiter Stelle aneignen. Zum dritten verhält sich die Sache so: Die ausgebreiteten Hände mit dem nach links und rechts gewendeten Blicke sollten ihm die Ehrfurcht vor jeder gleichgearteten Seele beibringen. Und dann kann er sich dasjenige aneignen, was Ehrfurcht vor der eigenen Seele sein kann.

[ 9 ] Goethe thus sought a gradual immersion into spiritual life. He knew that this had significance: to truly live out those gestures that are connected to the soul’s immediate expressions. Likewise, he wanted people, when they cultivate reverence for the physical—for all that is earthly—to cross their hands behind their backs and cast their gaze downward. This was to be their second priority. Thirdly, the matter stands as follows: The outstretched hands, with the gaze turned to the left and right, were meant to instill in him reverence for every soul of the same kind. And then he can acquire that which can be reverence for his own soul.

[ 10 ] Dieses unmittelbare Wissen davon, daß diese Gebärden, wenn sie richtig sind, nicht etwas Willkürliches sind, sondern daß sie zusammenhängen mit der geistigen Organisation des Menschen, ist seit dem vierzehnten Jahrhundert den Menschen weitgehend verloren gegangen. Was folgt daraus? Daraus folgt, daß man vorher den Menschen, denen man derartige und auch kompliziertere Gebärden beibrachte, nur das beibrachte, was sie leicht zu innerem Leben erwecken konnten. Nachher, also in unserer fünften nachatlantischen Zeit, handelt es sich darum, daß man solche einfachen Gebärden, wie sie Goethe will, gerade jugendlicheren Personen sehr gut beibringen könnte, wenn man den entsprechenden Unterricht gibt. Und das will auch Goethe.

[ 10 ] This direct knowledge—that these gestures, when correct, are not arbitrary but are connected to the human mind—has been largely lost to humanity since the fourteenth century. What follows from this? It follows that in the past, when people were taught such gestures—and even more complicated ones—they were taught only those that could easily be brought to life within them. Now, in our fifth post-Atlantean epoch, the point is that such simple gestures, as Goethe envisions them, could be taught very effectively to younger people in particular, provided the appropriate instruction is given. And that is also what Goethe wants.

[ 11 ] Aber die kompliziertere Gebärdensprache in «Zeichen, Griff und Wort», wie sie verbreitet ist innerhalb der geheimen Verbrüderungen, die konnte man seit dem vierzehnten, fünfzehnten Jahrhundert nicht mehr den Menschen so beibringen, daß sie noch etwas von der Realität spürten. Also es entwickeln sich fort die Verbrüderungen, wie sie in der vierten nachatlantischen Zeit bestanden haben, in denen man in drei aufeinanderfolgenden Graden unter anderen symbolischen Dingen den Leuten Zeichen, Griff und Wort beibrachte. Die setzten sich fort. Aber sie setzten sich fort unter anders gearteten Seelen in den letzten Jahrhunderten. Man brachte auch da _ bleiben wir bei diesem Elementarsten stehen — Zeichen, Griff und Wort bei. Aber die Leute konnten nichts mehr verbinden mit Zeichen, Griff und Wort, weil sie nicht mehr sich vergegenwärtigen konnten das Entsprechende im Ätherleib, das der Seele des Menschen angemessen ist. Es war etwas Äußerliches; denn in dem vierten nachatlantischen Zeitraum war im wesentlichen im Menschen entwickelt die Gemüts- oder Verstandesseele. Jetzt begann die Bewußtseinsseele den Menschen zu ergreifen, das heißt der Mensch begann, auf seinen an das physische Gehirn gebundenen Verstand angewiesen zu sein. Dasjenige, was man nennen kann: Sensitivität des Ätherleibes, trat zurück. Was aber tritt jetzt auf? Ich bitte Sie ganz genau sich anzuhören, was jetzt auftreten muß.

[ 11 ] But the more complex sign language in “Sign, Gesture, and Word,” as it is practiced within the secret brotherhoods, could no longer be taught to people from the fourteenth and fifteenth centuries onward in such a way that they still sensed something of reality. So the brotherhoods continued to develop, as they had existed in the fourth post-Atlantean epoch, in which, among other symbolic elements, signs, gestures, and words were taught to people in three successive degrees. They continued. But they continued among souls of a different nature in recent centuries. There, too—let us stick to this most elementary aspect—signs, gestures, and words were taught. But people could no longer associate anything with signs, gestures, and words, because they could no longer visualize the corresponding element in the etheric body that is appropriate to the human soul. It was something external; for in the fourth post-Atlantean epoch, the emotional or intellectual soul was essentially developed within the human being. Now the consciousness soul began to take hold of human beings; that is to say, human beings began to rely on their intellect, which is bound to the physical brain. What might be called the “sensitivity of the etheric body” receded. But what is happening now? I ask you to listen very carefully to what must now occur.

[ 12 ] Denken Sie sich also: Es wird fortgesetzt die okkulte Verbrüderung in diesen fünften nachatlantischen Zeitraum herein. Man begründet weiter oder setzt fort okkulte Verbrüderungen, in die man Menschen aufnimmt, die man bekannt macht mit den entsprechenden Symbolen. Diese Menschen lernen also gewisse Zeichen dadurch, daß sie ihren Leib in eine gewisse Stellung bringen, was ein Zeichen bedeutet. Sie lernen gewisse Griffe dadurch, daß sie die Hand des anderen in einer gewissen Weise ergreifen, die nicht die gewöhnliche ist. Sie lernen gewisse Worte aussprechen, welche eine ganz bestimmte Regsamkeit des Ätherleibes bedeuten, und anderes. Ich will nur dieses Elementare erwähnen. Also Menschen lernen Zeichen, Griff und Wort seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert. Sie sind jetzt so geartet, daß ihre Bewußtseinsseele wirkt. In die wirkt aber Zeichen, Griff und Wort nicht herein, für die bleibt es ein äußerliches Zeichen, etwas ganz Äußerliches. Aber glauben Sie nun nicht, daß die Dinge, die Zeichen, Griff und Wort sind, wenn sie dem Menschen überliefert werden, nicht wirken auf den Ätherleib des Menschen! Sie wirken. Der Mensch nimmt auf mit Zeichen, Griff und Wort dasjenige, was einmal mit Zeichen, Griff und Wort verbunden ist. Man unterrichtet also eine Anzahl von Menschen in Zeichen, Griff und Wort, bringt ihrem Unterbewußten dadurch etwas bei, was sie nicht im Bewußtsein haben. Das dürfte man selbstverständlich überhaupt nicht machen, was ich jetzt beschrieben habe, sondern man müßte auf dem Wege vorgehen, der geboten ist durch die Entwickelung des Menschen. Und der besteht darin, daß man durch den Verstand des Menschen geht, so daß man also dasjenige, was der Verstand begreifen kann, was der Verstand erlernen kann, zuerst an den Menschen heranbringt: und das ist der Inhalt der Geisteswissenschaft. Dieser Inhalt der Geisteswissenschaft muß zuerst begriffen werden. An den muß man zuerst sich heranmachen. Man muß also zuerst irgendwie drinnenstehen in der geisteswissenschaftlichen Bewegung, und erst nach einiger Zeit, nachdem man in der geisteswissenschaftlichen Bewegung drinnengestanden hat, kann man dazu geführt werden, Zeichen, Griff und Wort zu empfangen. Denn man ist dann vorbereitet, etwas Bekanntes darin zu sehen, was man wenigstens verstanden hat. Das wird in den okkulten Verbrüderungen in der Regel nicht gemacht. In den okkulten Verbrüderungen werden die Leute einfach, ohne vorher irgendwie Geisteswissenschaft oder Okkultismus gelernt zu haben, aufgenommen in den ersten Grad. Es wird ihnen Zeichen, Griff und Wort und noch manches andere an Symbolen überliefert, und man wirkt, weil sie vorher nicht etwas gelernt haben von der geistigen Welt, auf ihr Unterbewußtes, auf dasjenige, was nicht mit ihrem Bewußtsein zusammenhängt.

[ 12 ] So consider this: Occult brotherhoods continue into this fifth post-Atlantean epoch. People continue to establish or maintain occult brotherhoods, into which they admit individuals whom they initiate into the corresponding symbols. These people learn certain signs by placing their bodies in specific positions, which signify a particular meaning. They learn certain hand gestures by grasping another’s hand in a specific way that is not the usual one. They learn to utter certain words that signify a very specific activity of the etheric body, and other things. I want to mention only this basic point. So people have been learning signs, handgrips, and words since the fifteenth and sixteenth centuries. They are now of such a nature that their conscious soul is active. But signs, handgrips, and words do not affect this conscious soul; for it, they remain an external sign, something entirely external. But do not think that these things—signs, gestures, and words—do not affect the human etheric body when they are passed on to people! They do have an effect. Through signs, gestures, and words, a person takes in whatever is connected to signs, gestures, and words. Thus, when a number of people are taught signs, gestures, and words, their subconscious is thereby imbued with something they do not possess in their consciousness. Of course, one should not do at all what I have just described, but rather proceed along the path dictated by human development. And this consists in proceeding through the human intellect, so that one first presents to people what the intellect can grasp and what the intellect can learn: and that is the content of Spiritual Science. This content of Spiritual Science must first be grasped. One must first engage with it. One must therefore first be involved in some way in the Spiritual Science movement, and only after some time, having been involved in the Spiritual Science movement, can one be led to receive signs, hand gestures, and words. For one is then prepared to recognize something familiar in what one has at least understood. This is generally not done in occult fraternities. In occult fraternities, people are simply admitted to the first degree without having previously studied Spiritual Science or occultism in any way. Signs, handgrips, passwords, and various other symbols are imparted to them, and because they have not previously learned anything about the spiritual world, these symbols act upon their subconscious—that which is not connected to their consciousness.

[ 13 ] Was ist die Folge davon? Die Folge davon ist, daß man, wenn man will, die Leute zu gefügigen Werkzeugen für allerlei Pläne machen kann, ganz selbstverständlich. Denn wenn Sie den Ätherleib bearbeiten, ohne daß der Mensch es weiß, so schalten Sie dieselben Kräfte, die er sonst in seinem Verstande hätte, aus, wenn Sie nicht dann dem Verstande etwas geben, was heute Geisteswissenschaft sein muß. Die schalten Sie aus, und Sie machen dann solche Brüderschaften zu einem Werkzeug für diejenigen, die ihre Pläne, ihre Ziele verfolgen wollen. Sie können dann solche Brüderschaften gleichzeitig irgendwie dazu verwenden, irgendwelche politischen Ziele zu verfolgen, oder Sie können das Dogma aufstellen, «Alcyone» sei der äußere physische Träger des Christus Jesus. Und diejenigen, die also präpariert sind, werden sich zu Instrumenten machen, um das in die Welt hinauszutragen. Man braucht dann nur in der entsprechenden Weise unehrlich und unrechtschaffen zu sein, dann kann man alles mögliche auf diesem Wege erreichen dadurch, daß man sich zunächst Instrumente schafft.

[ 13 ] What is the consequence of this? The consequence is that, if one wishes, one can turn people into docile tools for all sorts of plans, quite naturally. For if you influence the etheric body without the person’s knowledge, you shut down the very forces that would otherwise be active in their mind—unless you then provide the mind with what today must be Spiritual Science. You shut those forces down, and you then turn such brotherhoods into a tool for those who wish to pursue their plans and goals. You can then somehow use such brotherhoods simultaneously to pursue whatever political goals you wish, or you can establish the dogma that “Alcyone” is the outer physical vehicle of Christ Jesus. And those who have been prepared in this way will make themselves into instruments to carry this out into the world. All one needs to do is be dishonest and unscrupulous in the appropriate way; then one can achieve all sorts of things in this manner by first creating instruments for oneself.

[ 14 ] Und nun — nicht wahr, die Dinge folgen ja alle aus der wirklichen Erkenntnis —, wer das weiß, wie sich der fünfte nachatlantische Zeitraum vom vierten nachatlantischen Zeitraum unterscheidet — und das wird bei uns immer wieder und wiederum gesagt —, der weiß eben, warum es so sein muß, daß zuerst Bekanntschaft mit der Geisteswissenschaft vorhanden sein muß und dann erst Einführung in die Symbolik gegeben werden kann. Da, wo es wirklich ehrlich gemeint wird mit einer geisteswissenschaftlichen Bewegung, wird selbstverständlich dieser Gang eingehalten. Denn derjenige, der auch nur dasjenige kennen gelernt hat, was zum Beispiel in meiner «Theosophie» oder in der «Geheimwissenschaft» steht und versucht hat, es zu begreifen, der wird niemals einen Schaden durch irgendwelche Überlieferung von Symbolen nehmen können. Nun sehen wir aber gerade in ausgesprochenstem Maße, daß in britischen Ländern der Symbolik gar nicht ein Unterricht vorangeht, der sie in irgendeiner Weise erklären würde. Erklären heißt nicht, daß man sagt: Dieses Symbol bedeutet das, und dieses Symbol bedeutet das, denn da kann man jedem jedes Zeug vormachen, sondern der Unterricht müßte so geartet sein, daß man zunächst aus dem Gang der Erden- und Menschheitsentwickelung die Geheimnisse enthüllt und dann daraus die Symbolik entstehen läßt. So ist das dort nicht, sondern da werden die Symbole einfach geboten, ja, sie werden nicht nur einfach geboten auf diese Weise, sondern es werden sogar die Symbole noch auf andere Weise geboten, indem man in der Literatur auch nicht so vorgeht, wie unsere Geisteswissenschaft zum Beispiel vorgeht, sondern indem man in der Literatur so vorgeht, daß man eigentlich alles symbolisch gibt.

[ 14 ] And now—don’t you see, everything follows from true knowledge—anyone who knows how the fifth post-Atlantean epoch differs from the fourth post-Atlantean epoch—and this is something we say again and again—knows precisely why it must be so that one must first become acquainted with Spiritual Science before an introduction to symbolism can be given. Wherever a Spiritual Science movement is truly sincere, this sequence is naturally observed. For anyone who has even become acquainted with what is written, for example, in my Theosophy or in OccultScience, and has tried to understand it, will never be harmed by any transmission of symbols. Yet we see, in the most pronounced way, that in British countries, the teaching of symbolism is not preceded by any instruction that would explain it in any way. To explain does not mean simply saying, “This symbol means this, and that symbol means that,” for then one could feed anyone any old nonsense; rather, the instruction must be structured in such a way that the mysteries are first revealed through the course of Earth’s and humanity’s development, and then the symbolism is allowed to emerge from that. That is not how it is there; instead, the symbols are simply presented—indeed, not only are they presented in this way, but they are even presented in other ways as well, since the literature does not proceed as our Spiritual Science does, for example, but rather presents virtually everything symbolically.

[ 15 ] In vieler Beziehung ist schon der ungeheuerste Unfug mit dieser okkulten Literatur geschehen in Frankreich durch Eliphas Levi, dessen Bücher «Dogma und Ritual der höheren Magie», dessen «Schlüssel der höheren Magie» ja gewiß große Wahrheiten neben sehr gefährlichen Irrtümern enthalten, die aber so geartet sind, daß alles nicht mit dem Verstande so zu verfolgen ist, wie bei unserer Geisteswissenschaft, sondern in einer symbolischen Art aufgenommen werden muß. Lesen Sie Eliphas Levi! Jetzt können Sie ihn lesen ganz ohne Gefahr, selbstverständlich, weil Sie genügend vorbereitet sind. Lesen Sie von Eliphas Levi «Dogma und Ritual der höheren Magie», dann werden Sie sehen, wie dort die ganze Methode der Symbolik anders ist. Ja, meine lieben Freunde, wenn man so wie Eliphas Levi in seinem «Dogma und Ritual der höheren Magie» die Menschen unterrichtet in lauter Symbolen, dann hat man sie im Grunde genommen, wenn man das will, zu allem, wozu man sie braucht, wozu man sie brauchen will.

[ 15 ] In many respects, the most outrageous nonsense regarding this occult literature has already been perpetrated in France by Eliphas Levi, whose books Dogma and Ritual of Higher Magic and The Key to Higher Magic certainly contain great truths alongside very dangerous errors; however, these are of such a nature that they cannot be fully grasped by the intellect, as is the case with our Spiritual Science, but must be understood in a symbolic manner. Read Eliphas Levi! Now you can read him without any danger, of course, because you are sufficiently prepared. Read Eliphas Levi’s Dogma and Ritual of Higher Magic, and you will see how the entire method of symbolism is different there. Yes, my dear friends, when one instructs people using nothing but symbols, as Eliphas Levi does in his Dogma and Ritual of Higher Magic, then—if one so desires—one essentially has them at one’s disposal for whatever one needs them for, for whatever one wishes to use them for.

[ 16 ] Noch schlimmer ist die Sache nach Eliphas Levi geworden durch den Dr. Encausse, durch Papus, der einen so verheerenden, verhängnisvollen Einfluß gewonnen hat auf den Petersburger Hof, wo er sich immer wieder und wieder aufgehalten hat, um dort seit Jahrzehnten eine sehr verhängnisvolle politische Rolle zu spielen. Da finden Sie bei Papus — so nennt er sich — geradezu in einer verhängnisvoll gefährlichen Art gewisse okkulte Geheimnisse an die Menschheit herangebracht, so daß diejenigen, die Papus auf sich wirken lassen, mit einem eisernen Fanatismus, sobald sie einmal über die Elemente hinausgekommen sind, festhalten an dem, was ihnen Papus gibt. Es handelt sich nicht darum, Papus zu widerlegen, denn, ich möchte sagen, so paradox es klingt: das ist das Schlimmste, daß sehr viele, sehr richtige Dinge gerade in Papus stehen. Aber die Art und Weise, wie sie den Menschen gegeben werden, das ist das ungeheuer Gefährliche: schwachen Menschen einträufeln dasjenige in die Seele, was in Papus’ Büchern steht, das heißt, sie dazu präparieren, ihren Verstand zu einem vollständigen Schläfer zu machen und sie zu allem zu gebrauchen, wozu man sie gebrauchen will. Solche Menschen haben aber in der Gegenwart einen gewissen Einfluß. Wer mehr herumgekommen ist und Gelegenheit hat, solche Dinge zu kennen, der weiß, daß Papus überall einen großen Einfluß hat. Ich konnte diesen Einfluß verfolgen durch Böhmen hindurch, durch Österreich hindurch. In Deutschland ist sein Einfluß ein viel geringerer, aber sein Einfluß war auch bis zu einem gewissen Zeitpunkte durchaus vorhanden. Aber insbesondere hat er einen ungeheuren Einfluß in Rußland. Es wird noch dazu dieser Einfluß von Papus erreicht durch eine gewisse Unehrlichkeit, die mit der ganzen Sache verbunden ist.

[ 16 ] According to Eliphas Levi, the situation has become even worse because of Dr. Encausse—Papus—who has exerted such a devastating, fateful influence on the St. Petersburg court, where he has stayed time and time again, playing a very fateful political role there for decades. In Papus’s writings—as he calls himself—you will find certain occult secrets presented to humanity in a truly perilous and dangerous manner, so that those who allow Papus’s ideas to take hold of them cling with iron-willed fanaticism to what Papus gives them, once they have moved beyond the elements. The point is not to refute Papus, for—as paradoxical as it may sound—the worst part is that there are many very true things in Papus’s writings. But the way in which they are presented to people—that is what is so immensely dangerous: instilling into the souls of weak people what is written in Papus’s books—that is, conditioning them to render their minds completely dormant and to use them for whatever purpose one wishes. Such people, however, wield a certain influence in the present day. Anyone who has traveled widely and has had the opportunity to learn about such things knows that Papus has great influence everywhere. I was able to trace this influence throughout Bohemia and throughout Austria. In Germany, his influence is much less, but it was certainly present up to a certain point. Above all, however, he wields immense influence in Russia. Moreover, Papus achieves this influence through a certain dishonesty that is inherent in the whole matter.

[ 17 ] Sehen Sie, die Lehre des Jakob Böhme, von der wir ja oftmals gesprochen haben, wurde im achtzehnten Jahrhundert durch den sogenannten «Unbekannten Philosophen», durch Saint-Martin, nach Frankreich verpflanzt, und dort von Saint-Martin in einer sehr, sehr anmutenden Sprache wiedergegeben, so daß, als rückübersetzt wurden ins Deutsche die Werke von Saint-Martin, diese selbstverständlich viel lesbarer waren für die Menschen, als die Werke von Jakob Böhme, die ja bekanntlich sehr schwer lesbar sind.

[ 17 ] You see, the teachings of Jakob Böhme, which we have often discussed, were introduced to France in the eighteenth century by the so-called “Unknown Philosopher,” Saint-Martin, and there Saint-Martin rendered them in a very, very elegant style, so that when Saint-Martin’s works were retranslated into German, they were naturally much more readable for people than the works of Jakob Böhme, which, as is well known, are very difficult to read.

[ 18 ] Für mich knüpft sich noch eine ganz niedliche Erinnerung gerade an die Übersetzung der Werke von Saint-Martin, dem «Unbekannten Philosophen», an. Das Buch von Saint-Martin, «Des erreurs et de la verite», dieses Buch über Irrtum und Wahrheit, das ist sehr schön ins Deutsche übersetzt von einem liebenswürdigen deutschen Dichter, der allgemein bekannt ist. Und insofern ist mir das gerade nicht uninteressant, denn es wird demnächst eine kleine Broschüre erscheinen von mir: «Die Aufgabe der Geisteswissenschaft und deren Bau in Dornach», wo ich versuche, gewisse landläufige Irrtümer, die über die Geisteswissenschaft verbreitet sind, einmal kurz und populär zu widerlegen. Der Aufsatz, der in nächster Zeit erscheinen wird, ist hervorgegangen aus einem Vortrage, den ich in der Schweiz gehalten habe, weil dort, in Dornach selber, ein besonders gescheiter evangelischer Pfarrer alles mögliche vorgebracht hat. Doch wollte ich schließlich nicht einzig und allein mit einem solchen Pfarrer mich beschäftigen. Aber dieses, was er vorgebracht hat, das ist gewissermaßen typisch. Die Leute bringen alle möglichen Dinge vor, und da konnte ich, ohne daß ich auf den Pfarrer gerade hingewiesen habe, diese landläufigen Irrtümer über unsere Geisteswissenschaft widerlegen, namentlich auch über den Dornacher Bau. In einem Vortrage, den dieser Pfarrer gehalten hat, hat er auch angeführt ein Gedicht — ich habe schon einmal hier davon gesprochen — von Matthias Claudius. Dieses Gedicht führte er an, offenbar mit starkem Pathos, indem er eine Strophe daraus zitierte, um zu zeigen, wie wenig die Menschen eigentlich von so etwas sprechen sollten, wie einer geheimen Wissenschaft, denn nicht einmal den Mond könnte man begreifen. Man braucht aber in diesem selben Gedicht von Matthias Claudius nur fortzulesen, so ist es die nächste Strophe, die beweist, daß das genaue Gegenteil von dem, was der Pfarrer da meint, von Matthias Claudius gemeint wird. Aber das Interessante ist, daß der Übersetzer von Saint-Martins Buch «Irrtum und Wahrheit» gerade der Matthias Claudius ist, daß der gerade den Saint-Martin übersetzte. Also, Sie können sich denken aus solchen Dingen, meine lieben Freunde, mit welchen Leuten man es zu tun hat, die einem heute entgegentreten angeblich mit dem, was sie «gute Gründe» nennen, und mit welchen Gründen man es da eigentlich zu tun hat. Das Kapitel, mit welchen Leuten man es zu tun hat heute, das könnte ja in sehr ausführlicher Weise dargestellt werden. Es ist eigentlich bedauerlich, wenn man Zeit verlieren muß, um diejenigen Menschen, die in einer solchen Art der Sache entgegentreten, zu widerlegen.

[ 18 ] I have a particularly charming memory connected specifically to the translation of the works of Saint-Martin, the “Unknown Philosopher.” Saint-Martin’s book, Des erreurs et de la vérité—this book on error and truth—has been beautifully translated into German by a charming German poet who is widely known. And in that respect, this is particularly interesting to me, because a small brochure of mine will be published shortly: “The Task of Spiritual Science and Its Development in Dornach,” in which I attempt to briefly and accessibly refute certain common misconceptions circulating about Spiritual Science. The essay, which will be published shortly, grew out of a lecture I gave in Switzerland, because there, in Dornach itself, a particularly intelligent Protestant pastor put forward all sorts of arguments. However, I did not ultimately wish to concern myself solely with such a pastor. But what he put forward is, in a sense, typical. People put forward all sorts of things, and so I was able—without specifically referring to the pastor—to refute these common misconceptions about our Spiritual Science, particularly regarding the Dornach building. In a lecture this pastor gave, he also cited a poem—I’ve spoken of it here before—by Matthias Claudius. He cited this poem, apparently with great pathos, quoting a stanza from it to show how little people should actually speak of such things as a secret science, for not even the moon could be understood. But if one simply continues reading this same poem by Matthias Claudius, the very next stanza proves that Matthias Claudius meant the exact opposite of what the pastor was implying. But the interesting thing is that the translator of Saint-Martin’s book Error and Truth is none other than Matthias Claudius himself—he was the one who translated Saint-Martin. So, my dear friends, you can imagine from such things what kind of people one is dealing with—those who confront us today, supposedly with what they call “good reasons”—and what kind of reasons one is actually dealing with. The topic of what kind of people we are dealing with today could, of course, be discussed in great detail. It is actually regrettable that one has to waste time refuting those who oppose us in this manner.

[ 19 ] Aber da erfährt man ja manchmal noch viel Kurioseres. Eines möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, das mir, seit wir uns das letzte Mal hier gesprochen haben, entgegengetreten ist, weil es doch allzu interessant ist. Sie wissen ja alle — ich habe es ja das letzte Mal auch wiederum erwähnt —, daß ich nicht mitmachen konnte und durfte, aus reinem Wahrheitssinn heraus, dasjenige, was Mrs. Besant, die Präsidentin der Theosophical Society, mit ihren Leuten machte, von denen sie sich einen großen Teil auf die Weise zubereitet hatte, wie ich es Ihnen geschildert habe. Da konnte ich nicht mitgehen. Ich mußte wirklich im Namen der Wahrheit gegen diese frivole Christus-Auffassung mit dem Alcyone-Knaben mich wenden, mußte mich um so mehr dagegen wenden, als ich sah, wie selbst gelehrte Leute überall gerade auf das Büchelchen, das von Alcyone herrühren soll — ich glaube «Zu den Füßen des Meisters» heißt es —, hereingefallen sind und das als eine der größten Erscheinungen der Gegenwart hingestellt haben. Aber es wurde ja in jenen Kreisen sogar etwas davon gefühlt, daß es sich bei mir darum handelte, etwas zu unternehmen im Dienste der Wahrheit. Es wurde gefühlt. Aber man sagte sich auf jener anderen Seite: Ja, Wahrheit, — ist denn Wahrheit wirklich so, daß man Mrs. Besant entgegentreten soll, weil sie flunkert? Und sehen Sie, da finde ich in einer Broschüre von unserem Mitglied E. von Gumppenberg, die auch in der nächsten Zeit erscheinen wird, einen Ausspruch, ein Urteil über mich angeführt. Es ist wörtlich angeführt, dieses Urteil über mich. Frau von Gumppenberg knüpft an einen anderen Ausspruch an, und sagt dann: Es erinnert dieser andere Ausspruch an ein anderes Urteil über Dr. Steiner, das einmal von einer Engländerin abgegeben wurde. Es heißt da: Der gute Dr. Steiner, er ist eben ein Philosoph. Und das mag der Grund sein, warum er es mit der Wahrheit so genau nimmt. Was macht es denn, wenn Frau Besant flunkert? Flunkern wir denn nicht alle? Sehen Sie, das ist ja doch nicht anders möglich. Wie kämen wir durchs Leben mit strikter Wahrheit? Wir können doch nicht lauter Philosophen sein. Lassen wir also die anderen flunkern! Wir machen uns nur böses Blut, wenn wir uns dagegen stellen.

[ 19 ] But sometimes one hears even stranger things. There is one thing I would not want to withhold from you—something that has come to my attention since we last spoke here—because it is simply too interesting. As you all know—and as I mentioned again last time—out of a pure sense of truth, I could not and was not allowed to go along with what Mrs. Besant, the president of the Theosophical Society, was doing with her followers, many of whom she had prepared in the manner I described to you. I simply could not go along with that. I really had to speak out in the name of truth against this frivolous conception of Christ involving the Alcyone boy; I had to oppose it all the more when I saw how even learned people everywhere had fallen for that little book, which is said to originate from Alcyone—I believe it’s called At the Master’s Feet—and have presented it as one of the greatest phenomena of our time. But even in those circles, there was a sense that I was trying to do something in the service of truth. It was sensed. But on the other side, people said to themselves: Yes, truth—but is truth really such that one should oppose Mrs. Besant because she tells tall tales? And you see, I find in a pamphlet by our member E. von Gumppenberg, which will also be published shortly, a statement, a judgment about me quoted. This judgment about me is quoted verbatim. Mrs. von Gumppenberg follows up on another statement and then says: “This other statement brings to mind another judgment about Dr. Steiner that was once made by an Englishwoman. It says: ‘Good old Dr. Steiner—he’s just a philosopher. And that may be the reason why he takes the truth so seriously.’ So what if Mrs. Besant tells a little white lie? Don’t we all tell little white lies? You see, there’s really no other way. How would we get through life with strict truth? We can’t all be philosophers, after all. So let’s let the others tell their little white lies! We’ll only make ourselves miserable if we oppose it.

[ 20 ] Meine lieben Freunde! Ich kann nicht anders, als denjenigen, der ein Straßenräuber ist, für einen anständigeren Menschen zu halten, als denjenigen, der ein solches Urteil über die Wahrheit fällt. Das ist meine ganz aufrichtige Meinung und Empfindung, wenn auch derjenige, der ein solches Urteil über die Wahrheit fällt, in noch so schönen seidenen Kleidern daherrauscht — und die wird die betreffende Dame schon angehabt haben! Aber man sieht aus solchen Dingen, wie gefährlich es heute ist, es mit der Wahrheit nicht genau zu nehmen, insbesondere dann, wenn es sich um Dinge handelt, die der unmittelbar sinnlichen Wahrnehmung entzogen sind.

[ 20 ] My dear friends! I cannot help but consider a street robber to be a more decent person than someone who passes such a judgment on the truth. That is my entirely sincere opinion and feeling, even if the person passing such a judgment on the truth is strutting about in the most beautiful silk dresses—and the lady in question will surely have been wearing them! But such things show just how dangerous it is today not to take the truth seriously, especially when it comes to matters that are beyond immediate sensory perception.

[ 21 ] Nun sagte ich: eine Heuchelei geschieht auch mit der Verbreitung der Geistesströmung, die von Encausse, von Papus, ausgeht; denn die Leute nennen sich «Martinisten». Man muß den ehrlichen «Unbekannten Philosophen» wahrhaftig in Schutz nehmen mit seinem ehrlichen Wahrheitstreben und mit demjenigen, was er versuchte, im Dienste des achtzehnten Jahrhunderts so zu tun, wie es notwendig war im Dienste des achtzehnten Jahrhunderts, gegen die Inanspruchnahme seines Namens durch die Papusianer von heute.

[ 21 ] Now I said: Hypocrisy is also at work in the spread of the spiritual movement originating with Encausse and Papus; for people call themselves “Martinists.” One must truly come to the defense of the honest “Unknown Philosopher”—with his sincere quest for truth and with what he attempted to do in the service of the eighteenth century, as was necessary in the service of the eighteenth century—against the appropriation of his name by today’s Papusians.

[ 22 ] Nun ist es sehr wichtig, zu wissen, daß auf der Grundlage von drei Graden sich jede okkulte Verbrüderung aufbaut. Im ersten Grade kommen, wenn die Symbolik in der richtigen Weise gebraucht wird, und unter richtig verstehe ich selbstverständlich dasjenige, was ich eben angedeutet habe für unseren fünften nachatlantischen Zeitraum, die Seelen so weit, daß sie ein genaues inneres Erlebnis davon haben, daß es ein Wissen gibt in Unabhängigkeit von dem gewöhnlichen physisch-sinnlichen Wissen. Und sie müssen im ersten Grade eine gewisse Summe von solchem, vom physischen unabhängigen Wissen haben. Ungefähr dasjenige müßte jeder wissen, der im ersten Grade ist heute innerhalb des fünften nachatlantischen Zeitraumes, was ungefähr in meiner «Geheimwissenschaft» steht. Wissen müßte jeder — das heißt innerlich lebendig wissen —, der im zweiten Grade ist, dasjenige, was in dem Buche steht: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» Und wer in dem dritten Grade ist und die bedeutungsvollen Symbole: Zeichen, Griff und Wort schon des dritten Grades empfängt, der weiß, was es heißt: außerhalb seines Leibes leben. — Das wäre die Regel, das wäre dasjenige, was erreicht werden soll.

[ 22 ] Now it is very important to know that every occult brotherhood is structured on the basis of three degrees. In the first degree, when the symbolism is used correctly—and by “correctly” I mean, of course, what I have just indicated for our fifth post-Atlantean epoch—the souls reach a point where they have a precise inner experience of the fact that there is a kind of knowledge independent of ordinary physical-sensory knowledge. And in the first degree, they must possess a certain amount of such knowledge, independent of the physical. Roughly speaking, everyone who is in the first degree today within the fifth post-Atlantean epoch should know what is written in my Occult Science. Everyone in the second degree should know—that is, know it as a living inner reality—what is written in the book: “How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?” And whoever is in the third degree and has already received the significant symbols—the sign, the handgrip, and the word—of the third degree knows what it means to live outside one’s body. — That would be the rule; that would be what is to be attained.

[ 23 ] Das ist tatsächlich bis ins achte, neunte Jahrhundert in gewissen Gegenden Europas innerhalb dieser Grade erreicht worden. So zum Beispiel ist in Irland im hohen Grade bis ins achte, neunte, zehnte Jahrhundert von einzelnen Persönlichkeiten, von einer größeren Anzahl von Persönlichkeiten dies, was ich eben beschrieben habe, voll erreicht worden, aber auch in anderen Gegenden Europas, nur nicht in so großer Anzahl wie gerade bei manchen Menschen in Irland. Man hat nun gewisse Dinge vermieden, einfach aus Unvermögen, das ist: hinzuarbeiten auf eine wirkliche Geisteswissenschaft. Diese wirkliche Geisteswissenschaft tritt uns ja eigentlich aus vielen Gründen erst jetzt entgegen. Aber okkulte Verbrüderungen, wie gesagt, hat es immer gegeben, und sie arbeiten aus der bloßen Symbolik heraus. Besonders bedeutungsvoll ist das, wenn aus der bloßen Symbolik heraus gearbeitet wird in einer Volksgemeinschaft, die in der Tat noch nicht bis zu ihrer vollen Reife gediehen ist. Daher traten diese Übelstände sogleich auf, als unter der Kaiserin Katharina, nachdem der Voltairianismus etwas von einem Schlag erfahren hatte, und unter ihrem Nachfolger in Rußland, Paz/, und Späteren, der Versuch gemacht wurde, gewisse geheime Verbrüderungen vom Westen nach Rußland hinein zu verpflanzen. Dieser Versuch wurde aber in ausgiebigstem Maße gemacht. Und das, was dazumal geschehen ist unter dem Einflusse der vom Westen nach Rußland verpflanzten okkulten Verbrüderungen, das hat einen großen Einfluß gewonnen auf die ganze geistige Entwickelung Rußlands seither, einen viel größeren Einfluß, als man irgendwie glauben kann. Selbstverständlich, solcher Einfluß gruppiert sich nach der verschiedensten Richtung hin: der Literat verarbeitet diesen Einfluß in Romanen, der politische Schriftsteller in Politik. Aber durch gewisse Kanäle, die immer vorhanden sind, wird solcher Einfluß immer bedeutsam für die nachfolgende Entwickelung. Und alles eigentlich, was bedeutend ist im geistigen Leben Rußlands bis zu T'o/stoz, führt im Grunde genommen zurück auf dasjenige, was in der Zeit, von der ich eben gesprochen habe, durch Verpflanzung von gewissen okkulten Verbrüderungen nach Rußland hinein vom Westen Europas aus geschehen ist.

[ 23 ] This was in fact achieved to this degree in certain regions of Europe as late as the eighth and ninth centuries. For example, in Ireland, to a high degree, right up into the eighth, ninth, and tenth centuries, individual personalities—and indeed a large number of them—fully achieved what I have just described; but this was also the case in other parts of Europe, just not in such large numbers as was the case with certain people in Ireland. Certain things were avoided, simply out of an inability to work toward a true Spiritual Science. This true Spiritual Science is, in fact, only now coming to meet us for many reasons. But occult fraternities, as I said, have always existed, and they work solely on the basis of symbolism. This is particularly significant when work based solely on symbolism takes place within a national community that has not yet, in fact, reached its full maturity. Hence, these abuses arose immediately when, under Empress Catherine—after Voltaireanism had suffered a setback—and under her successor in Russia, Paz/, and later rulers, an attempt was made to transplant certain secret brotherhoods from the West into Russia. This attempt, however, was carried out on a vast scale. And what happened at that time under the influence of the occult brotherhoods transplanted from the West to Russia has had a profound impact on the entire spiritual development of Russia ever since—an influence far greater than one can possibly imagine. Of course, such influence manifests itself in a wide variety of directions: the literary writer incorporates this influence into novels, the political writer into politics. But through certain channels that are always present, such influence always becomes significant for subsequent development. And in fact, everything of significance in Russia’s intellectual life up to the Ostoz can, in essence, be traced back to what took place during the period I have just mentioned—namely, the introduction of certain occult brotherhoods into Russia from Western Europe.

[ 24 ] Nun sagte ich Ihnen: es ist ein gewisser Unterbau vorhanden. Der Unterbau ist eben der, der die okkulten Verbrüderungen durch diese drei Grade heraufleitet. Gewiß. Dann aber gibt es Leute, die kommen zu sogenannten Hochgraden, zu höheren Graden. Nun, das ist freilich ein Gebiet, wo ungeheuer viel Eitelkeit unterläuft, denn es gibt Verbrüderungen, in denen man es bis zu neunzig oder über neunzig Graden bringen kann. Nun denken Sie sich einmal, was das heißt: man trägt einen so hohen Ordensgrad an sich! Dreiunddreißig Grade hat ja, einfach durch einen Fehler, der aus einer grotesken Unkenntnis entspringt, das sogenannte schottische Hochgradsystem, das sich aufbaut auf den drei Graden, die in solcher Weise verlaufen, wie ich es geschildert habe. Also da hat man die drei Grade, die ja, wie Sie sehen, ihre tiefe Bedeutung haben. Aber nach diesen drei Graden folgen noch dreißig andere. Nun können Sie sich denken, wenn man schon im dritten Grade die Fähigkeit erlangt, außer seinem Leibe sich zu erleben, was man für ein hohes Wesen ist, wenn man noch dreißig Grade danach durchmacht. Aber es beruht auf einem grotesken Erkenntnisfehler. Es wird nämlich in okkulten Wissenschaften anders als im Dezimalsystem gelesen: es wird so gelesen, daß man nicht nach dem Dezimalsystem, sondern nach dem betreffenden System der Zahlen rechnet, die gerade in Betracht kommen. Also wenn man schreibt: 33. Grad, so bedeutet das in Wirklichkeit nach dem System der Zahlen, die in Betracht kommen: 3 mal 3 — 9. Das hat eine große Rolle gespielt bei der Blavatsky. Sie finden in Blavatskys «Geheimlehre» eine lange Debatte über die Zahl 777. Da haben die Leute alles mögliche phantasiert, was diese Zahl 777 bedeutet. In Wirklichkeit ist es 343, nämlich 7 mal 7 mal 7. Man schreibt im Okkultismus so, daß man die Zahlen, die da stehen, miteinander multiplizieren muß. Wenn man also die wirkliche Zahl haben will, muß man 777 folgendermaßen lesen: 7 mal 7 = 49 mal 7 = 343. Dementsprechend ist 33 — 9 — 3 mal 3. Nur weil die Leute nicht lesen können, lesen sie 33 statt 9.

[ 24 ] Now, I told you: there is a certain foundation in place. This foundation is precisely what guides the occult fraternities through these three degrees. Certainly. But then there are people who advance to the so-called high degrees, to higher degrees. Well, that is certainly an area where an enormous amount of vanity creeps in, for there are fraternities in which one can rise to ninety or more than ninety degrees. Now just imagine what that means: to bear such a high degree of an order upon oneself! The so-called Scottish Rite system has thirty-three degrees—simply due to an error stemming from grotesque ignorance—and it is built upon the three degrees that proceed in the manner I have described. So there you have the three degrees, which, as you can see, have their profound significance. But these three degrees are followed by thirty more. Now you can imagine: if one already attains the ability in the third degree to experience, outside one’s body, what a lofty being one is—just imagine what it would be like to go through thirty more degrees after that. But it is based on a grotesque error in understanding. For in the occult sciences, numbers are interpreted differently than in the decimal system: it is interpreted such that one calculates not according to the decimal system, but according to the specific system of numbers that is currently relevant. So when one writes “33rd degree,” this actually means, according to the relevant system of numbers: 3 times 3—9. This played a major role for Blavatsky. In Blavatsky’s The Secret Doctrine, you’ll find a lengthy discussion of the number 777. People have come up with all sorts of theories about what this number 777 means. In reality, it is 343—namely, 7 times 7 times 7. In occultism, numbers are written in such a way that you must multiply the digits together. So if you want the actual number, you have to read 777 as follows: 7 times 7 = 49 times 7 = 343. Accordingly, 33 is 9 times 3. It’s only because people can’t read that they read 33 instead of 9.

[ 25 ] Nun ja, aber wir wollen von diesen Eitelkeiten absehen. Es sind ja noch immer sechs Grade, die sich auf diesen drei Graden aufbauen, als berechtigte Grade zu zählen. Und die geben dann, wenn sie durchgemacht werden, schon sehr Bedeutsames. Aber sie können im Grunde genommen in der Gegenwart gar nicht voll durchgemacht werden. Es ist rein unmöglich. Sie können gar nicht voll durchgemacht werden, weil die Menschheit im fünften nachatlantischen Zeitraum noch nicht so weit ist, daß all das wirklich durchgemacht werden kann, was da durchzumachen ist. Denn es ist noch nicht so viel von den geistigen Welten an — ich will nicht sagen Erkenntnis, aber an Betätigung der Erkenntnis — herausgekommen. Das wird erst herauskommen. Es kommt ja nach und nach erst heraus. Denken Sie, wir stehen jetzt seit dem Jahre 1413 etwa im fünften nachatlantischen Zeitraum. Der wird lang sein, ungefähr 2160 Jahre. Er ist also abgelaufen im Jahre 3573. Also wir stehen ja erst im Anfange. Im Laufe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums wird viel, viel geschehen. Und im Sinne dessen, was da geschieht, muß das auch vor sich gehen, was durch die Entwickelung der Geisteswissenschaft geschieht. Das kann aber nur nach und nach alles sich offenbaren. Gewiß, die großen Linien können wir heute ziehen. Über viele Einzelheiten wissen wir auch zu berichten. Aber vieles, vieles wird erst kommen, wenn an dem Widerstande es sich stärken, kräftigen muß. Und dieser Widerstand wird immer größer und größer werden.

[ 25 ] Well, yes, but let’s set aside these trivialities. There are still six degrees that build upon these three and can be counted as legitimate degrees. And when they are fully experienced, they yield something very significant. But, strictly speaking, they cannot be fully experienced in the present. It is simply impossible. They cannot be fully lived through because humanity in the fifth post-Atlantean epoch is not yet ready to truly experience all that needs to be experienced. For not enough has yet emerged from the spiritual worlds—I won’t say “knowledge,” but rather the application of knowledge. That will come later. It is only gradually emerging. Consider that we have been in the fifth post-Atlantean epoch since about the year 1413. It will be a long one, lasting approximately 2,160 years. It will therefore come to an end in the year 3,573. So we are really only at the beginning. Much, much will happen in the course of this fifth post-Atlantean epoch. And in line with what is happening there, the developments brought about by Spiritual Science must also take place. But all of this can only be revealed little by little. Certainly, we can outline the broad strokes today. We can also report on many details. But much, much more will come only when it has had to strengthen and consolidate itself in the face of resistance. And this resistance will grow ever greater and greater.

[ 26 ] Wir leben ja heute — Sie können das aus Dingen, die ich in diesen Vorträgen erzählt habe, ersehen, und werden es aus manchen anderen Dingen noch ersehen, die ich Ihnen ja auch anführen kann -, wir leben heute noch in verhältnismäßig idealistischen, in spirituellen Zeiten gegenüber dem, was da kommen wird. Wir leben am Ende des zweiten nachchristlichen Jahrtausends. Es wird nicht lange dauern nach dem Jahre 2000, da wird die Menschheit Sonderbares zu erleben haben, Dinge, die sich heute nur langsam vorbereiten. Die Dinge gehen ja so, daß gewissermaßen die zwei Pole, die der künftigen Entwickelung entgegeneilen, von Osten und von Westen her sich vorbereiten. Immer mehr und mehr wird sich in den mehr östlichen Gegenden ausbilden — aber aus dem Volkstume heraus, selbstverständlich nicht aus jenen Kreisen heraus, die heute das mißleitete osteuropäische Volk führen —, wovon man sagen muß: Es wird eine ganz andere Art von Denken geben über die Menschen. Man wird dazu kommen in verhältnismäßig gar nicht zu ferner Zeit. Man wird dazu kommen, den aufwachsenden Menschen ganz anders anzusehen, als man ihn heute geneigt ist anzusehen. Man wird versuchen, wenn ein Kind geboren wird, zu sagen: Was könnte in diesem Kinde zutage treten? Man hat es mit einem verborgenen Geistwesen zu tun, das in diesem Kinde sich nach und nach entwickelt. Man wird das Kind enträtseln wollen. Man wird zunächst eine Art von Kultus verbinden mit dem Aufwachsen eines Kindes. Das bereitet sich im Osten vor. Es wird selbstverständlich übergreifen nach Europa herein. Die Folge davon wird sein, daß eine ungeheure Hochachtung sich entwickeln wird vor dem, was man Genialität nennt, ein Suchen nach der Genialität. Daß dann alle die pädagogischen Zöpfe ausgestorben sein müssen, wenn ein Zeitalter nach dieser Richtung anrückt, jene pädagogischen Zöpfe, die heute die tonangebenden sind, das ist ja selbstverständlich, nicht wahr? Dieses Zeitalter kommt von jener Seite her. Aber es wird der geringere Teil der Menschheit sein.

[ 26 ] We are living today—as you can see from what I have said in these lectures, and as you will see from many other things I can also mention to you—we are still living in relatively idealistic, spiritual times compared to what is yet to come. We are living at the end of the second millennium A.D. It won’t be long after the year 2000 before humanity will experience strange things—things that are only slowly taking shape today. The way things are going, the two poles—so to speak—that are rushing toward future development are preparing themselves from the East and from the West. More and more, a new way of thinking about human beings will take shape in the more eastern regions—but arising from the folk culture, of course, not from those circles that today lead the misguided people of Eastern Europe—and one must say: There will be a completely different way of thinking about human beings. We will arrive at this in a time that is, relatively speaking, not too far off. People will come to view the growing human being in a completely different way than they are inclined to view him today. When a child is born, people will try to ask: What might come to light in this child? We are dealing with a hidden spiritual being that gradually develops within this child. People will want to unravel the child’s mystery. At first, people will associate a kind of ritual with a child’s upbringing. This is already taking shape in the East. It will, of course, spread over to Europe. The result will be the development of immense respect for what is called genius—a search for genius. It goes without saying that all the pedagogical traditions must have died out by the time an age moving in this direction arrives—those pedagogical traditions that set the tone today, doesn’t it? This age is coming from that direction. But it will be the smaller part of humanity.

[ 27 ] Der größere Teil der Menschheit wird seinen Einfluß von Amerika, von dem Westen herüber haben, und der geht einer anderen Entwickelung entgegen. Der geht jener Entwickelung entgegen, die heute sich erst in den idealistischen Spuren, gegenüber dem, was da kommt, in sympathischen Anfängen zeigt. Man kann sagen: Die Gegenwart hat es noch recht gut gegenüber dem, was da kommen wird, wenn die westliche Entwickelung immer mehr und mehr ihre Blüten treibt. Es wird gar nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken. Auf der einen Seite ist ein Anfang dazu gegeben in dem, was heute die rein materialistische Medizin macht, wo ja auch nicht mehr die Seele wirken darf, wo nur auf Grundlage des äußeren Experiments der Mensch wie eine Maschine behandelt wird.

[ 27 ] The majority of humanity will be influenced by America, by the West, and that influence is heading toward a different kind of development. It is heading toward a development that today is only beginning to show itself in idealistic traces—as sympathetic beginnings in contrast to what is yet to come. One could say: The present is still in a fairly good position compared to what is to come, once Western development continues to bear fruit more and more. It won’t be long before the year 2000 is upon us; at that time, a kind of ban—not a direct one, but a ban of sorts—on all thinking will emanate from America, a law intended to suppress all individual thought. On the one hand, the first signs of this are already evident in what purely materialistic medicine does today—where the soul is no longer allowed to play a role, and where human beings are treated like machines based solely on external experimentation.

[ 28 ] Aber, meine lieben Freunde, man darf mich ja nicht mißverstehen, denn auf diesem Gebiet wird ungeheuer viel gesündigt gerade heute noch von sogenannter spiritueller Seite her. Man kann es zum Beispiel erleben, daß Leute zu einem kommen, die sagen: Ja, ich habe nun alles mögliche durchgemacht in der Medizin, ich bin nicht geheilt worden. Da bin ich zu einem gegangen, der hat mich ganz spirituell behandelt. — Nun, was hat denn der mit Ihnen gemacht? — Er hat mir gesagt, in meinem Leib sind böse Geister, und ich müsse diese bösen Geister zunächst herausbeten. — Ich mußte sagen, weil es ja eigentlich der Grund war, warum der Betreffende zu mir gekommen ist: Und hat Ihnen das geholfen? — Nein, es ist viel schlechter geworden, viel, viel schlechter. — Nun, sagte ich, ich bitte Sie, nun denken Sie sich einmal, in welche Lage Sie da gebracht worden sind. Glauben Sie nicht, daß Ihnen der Mann etwas Unrichtiges gesagt hat. Es ist ganz richtig, daß in Ihnen irgend welche geistige Wesen waren, die das verursacht haben, was in Ihnen ist. Aber gerade weil Ihnen der Mann etwas Richtiges gesagt hat, etwas, was Sie gerade als etwas Richtiges anerkennen mußten, gerade deshalb mußte Ihnen der Mann so schaden. Denn denken Sie sich einmal: Ein nichtsnutziger Schusterbub richtet eine Maschine zu Grunde. Dieser Schusterbub ist die wirkliche Ursache, daß die Maschine nicht geht. Das ist die reale Ursache. Na, wie werde ich die Maschine wiederum zum Gehen bringen? Nach der Methode Ihres spirituellen Arztes müßte ich nun den Schusterbuben nehmen, ordentlich durchhauen und dann meinen, wenn der jetzt davonläuft, so wird die Sache in Ordnung sein. Selbstverständlich: denn er hat Ihnen ja gesagt, sobald die bösen Geister weg sind, ist Ihre Maschine in Ordnung. Aber gerade so wenig, wie die Maschine dadurch in Ordnung ist, daß der Bub davonläuft, sondern wie die jetzt kuriert werden muß mit ganz anderen Mitteln, die mit dem Maschinellen zusammenhängen, 50 ist es auch bei Ihnen. Ob Sie die Geister wegbringen oder nicht, das ist schließlich für Ihr Gesundwerden von so geringer Bedeutung, als wenn ich nun den Schusterbuben durchhaue, so daß er nun davonläuft, oder als ob ich ihn sogar zuschauen lasse. Ich könnte ihn sogar zuschauen lassen — ich würde doch die Maschine wieder in Ordnung bringen.

[ 28 ] But, my dear friends, please don’t misunderstand me, because even today, there is an enormous amount of sin being committed in this area, particularly from so-called spiritual quarters. For example, you might encounter people who come to you and say: “Yes, I’ve tried everything possible in conventional medicine, but I haven’t been healed. So I went to someone who treated me entirely through spiritual means.” — “Well, what did he do to you?” — “He told me there were evil spirits in my body, and that I first had to pray them out.” —“I had to ask—since that was, after all, the reason the person had come to me—‘And did that help you?’”—“No, it’s gotten much worse, much, much worse.”—“Well,” I said, “I beg you, just think for a moment about the situation you’ve been put in.” Don’t you think that man told you something incorrect? It’s quite true that there were certain spiritual beings within you that caused what is happening to you. But precisely because that man told you something true—something you had to acknowledge as true—that’s exactly why he had to harm you so much. Just think about it: A good-for-nothing cobbler’s apprentice ruins a machine. This cobbler’s apprentice is the real reason the machine isn’t working. That is the real cause. Well, how am I going to get the machine working again? According to your spiritual doctor’s method, I would now have to take the cobbler’s apprentice, give him a good beating, and then assume that once he runs off, the problem will be solved. Of course: after all, he told you that as soon as the evil spirits are gone, your machine will be in working order. But just as the machine isn’t fixed simply because the boy runs away—but rather must now be repaired with entirely different means related to the mechanics of the machine—so it is with you. Whether you drive the spirits away or not is ultimately just as insignificant for your recovery as if I were to beat the cobbler’s apprentice so that he runs away, or even if I were to let him just stand there and watch. I could even let him stand there and watch—I would still get the machine working again.

[ 29 ] Also es wird schon von der andern Seite sehr viel gesündigt, denn sehr gut denken kann man heute nicht. Man sagt immer nur aut — aut: entweder — oder, aber darum handelt es sich nicht, sondern darum, daß man die Dinge wirklich einsieht. Man muß eben wissen, daß in allem Materiellen Geistiges ist und daß durch die Erkenntnis des Geistes auch nur allein das Materielle geheilt werden kann. Aber das soll ausgeschaltet werden, das Geistige, von der ganzen Welt. Das ist einer der Anfänge.

[ 29 ] Well, there is already a great deal of sin on the other side, because people today are not capable of thinking very clearly. People always say “either—or,” but that is not the point; the point is to truly understand things. One must simply know that there is something spiritual in everything material, and that only through the knowledge of the spirit can the material realm be healed. But the spiritual is to be eliminated from the entire world. That is one of the beginnings.

[ 30 ] Einer der anderen Anfänge: Wir haben ja heute schon Maschinen zum Addieren, Subtrahieren: nicht wahr, das ist sehr bequem, da braucht man nicht mehr zu rechnen. Und so wird man es auch machen mit allem. Das wird nicht lange dauern, ein paar Jahrhunderte — dann ist alles fertig; dann braucht man nicht mehr zu denken, nicht mehr zu überlegen, sondern man schiebt. Zum Beispiel da steht: «330 Ballen Baumwolle Liverpool», so überlegt man heute sich da noch etwas, nicht wahr? Aber dann schiebt man bloß, und die Geschichte ist ausgemacht. Und damit nicht gestört wird das feste Gefüge des sozialen Zusammenhangs der Zukunft, werden Gesetze erlassen werden, auf denen nicht direkt stehen wird: Das Denken ist verboten, aber die die Wirkung haben werden, daß alles individuelle Denken ausgeschaltet wird. Das ist der andere Pol, dem wir entgegen arbeiten. Dagegen ist das Leben heute immerhin nicht gar so unangenehm. Denn wenn man nicht über eine gewisse Grenze hinausgeht, so darf man ja heute noch denken, nicht wahr? Allerdings eine gewisse Grenze überschreiten darf man ja nicht, aber immerhin, innerhalb gewisser Grenzen darf man noch denken. Aber das, was ich geschildert habe, das steckt in der Entwickelung des Westens, und das wird kommen durch die Entwickelung des Westens.

[ 30 ] One of the other beginnings: We already have machines today for adding and subtracting—don’t we? That’s very convenient; you don’t have to do the math anymore. And that’s how it’ll be with everything. It won’t take long—a few centuries—and then it’ll all be done; then you won’t need to think anymore, or ponder, but you’ll just push things around. For example, it says here: “330 bales of cotton, Liverpool”—today you still have to think about that a bit, don’t you? But then you’ll just press a button, and that’s the end of it. And to ensure that the solid structure of the future’s social fabric isn’t disrupted, laws will be enacted that won’t explicitly state, “Thinking is forbidden,” but which will have the effect of eliminating all individual thought. That is the other extreme we’re working toward. In contrast, life today isn’t all that unpleasant, after all. For as long as one doesn’t cross a certain line, one is still allowed to think today, isn’t that right? Of course, one mustn’t cross a certain line, but at least, within certain limits, one is still allowed to think. But what I have described is inherent in the development of the West, and it will come about through the development of the West.

[ 31 ] Also in diese ganze Entwickelung muß sich auch die geisteswissenschaftliche Entwickelung hineinstellen. Das muß sie klar und objektiv durchschauen. Sie muß sich klar sein, daß das, was heute wie ein Paradoxon erscheint, geschehen wird: ungefähr im Jahre 2200 und einigen Jahren wird eine Unterdrückung des Denkens in größtem Maßstabe auf der Welt losgehen, in weitestem Umfange. Und in diese Perspektive hinein muß gearbeitet werden durch Geisteswissenschaft. Es muß soviel gefunden werden — und es wird gefunden werden —, daß ein entsprechendes Gegengewicht gegen diese Tendenzen da sein kann in der Weltenentwickelung.

[ 31 ] The development of the Spiritual Science must also be situated within this overall development. It must view this clearly and objectively. It must be clear that what appears today as a paradox will come to pass: around the year 2200 and a few years thereafter, a suppression of thought on the largest possible scale will begin throughout the world, on the broadest possible scope. And Spiritual Science must work toward this perspective. Enough must be discovered—and it will be discovered—to ensure that a corresponding counterbalance to these tendencies can exist in the development of the world.

[ 32 ] Also wir sind da, sagte ich, erst im Anfange, und es wird immer mehr und mehr kommen. Gewiß, bis zu einem gewissen Grade aber nur, können heute die sechs höheren Grade eben wirklich durchgearbeitet werden. Nun, statt dessen aber kann man ein ganz anderes Spiel treiben. Statt dessen kann man das Spiel treiben, daß man Leute die drei ersten Grade bloß symbolisch durchmachen läßt. Und es gibt ja heute in der Tat Bruderschaften, in denen nicht mehr gegeben wird als Symbole. Ja, die Leute sind sogar stolz darauf, daß nicht mehr gegeben wird als Symbole. Sie werden aufgenommen in den ersten Grad, befördert in den zweiten Grad, in den dritten Grad, und sie lernen eigentlich nur die Symbolik, ohne irgend etwas Geisteswissenschaftliches in sich aufzunehmen. Und oftmals, wenn man Leute fragt, ob sie denn nun wirklich so zufrieden sind damit, daß sie gewisse Zeremonien und Handgriffe lernen, Zeichen lernen, daß sie sehen, daß gewisse symbolische Handlungen um sie herum im Tempelraum vollbracht werden, dann sagen sogar viele: Ach ja, wir sind gerade damit zufrieden, dann braucht man sich nichts Besonderes bei den Sachen zu denken, dann kann jeder die Auslegung haben, welche er will. — Aber der astralische Leib, er wirkt in den Ätherleib hinein ein wirkliches Wissen, und sie erzeugen also Leute auf diese Weise, die in ihrem Ätherleib ein umfassendes Wissen haben. Und gehen Sie heute die — verzeihen Sie den Ausdruck, aber man muß ja manchmal treffende Ausdrücke gebrauchen — borniertesten Freimaureronkels durch, dann werden Sie sehen, daß diese in ihrem Ätherleib — nicht in ihrem physischen Leib, in ihrem bewußten Wissen, sondern in ihrem Ätherleib — ein ungeheures Wissen haben, besonders wenn sie es bis zum dritten Grad gebracht haben. Ein ungeheures unterbewußtes Wissen haben sie. Dieses Wissen, das durch Symbolik eben überliefert werden kann, das kann nun verwendet werden in der angedeuteten Weise redlich und unredlich. Und sehen Sie, nun gibt es ja die verschiedensten okkulten Verbindungen, wiederum, ich möchte sagen, in zwei Polen. Der eine Pol, der trägt einen weltlich-christlichen Charakter, der andere Pol trägt einen kirchlich-christlichen Charakter. Ebenso wie man die Freimaurer zu rechnen hat zu dem weltlich-christlichen Charakter der symbolischen Verbrüderungen, hat man die Jesuiten zu rechnen zu der kirchlich-symbolischen Verbindung. Denn der Jesuit wird ebenso durch drei Grade durchgeführt, ebenso mit einer Symbolik versehen, und er lernt gerade durch diese Symbolik jenes ungeheuer Wirksame in seiner Sprache. Daher sind jesuitische Kanzelredner so ungeheuer wirksam, weil sie wissen, wie man eine Rede aufbaut, damit man wirken kann gerade auf die ungebildete Masse, wie man hintereinander gewisse Steigerungen macht. Es ist manchmal so, daß es dem gebildeten Menschen ungemein trivial vorkommt, aber es ist ungeheuer wirksam. So zum Beispiel wollte ich einmal sehen, okkult ansehen die Wirkung, die sich zuträgt bei einer wirksamen JesuitenPredigt. Ich hörte mir an — es ist jetzt schon viele Jahre her — den Pater Klinkowström, einen der wirksamsten Jesuiten-Prediger, der vor einer versammelten Menge — selbstverständlich lauter ungebildeten Menschen — die Notwendigkeit der österlichen Beichte darlegen wollte. Nun, sehen Sie, ungefähr in der folgenden Weise legte er die Notwendigkeit der österlichen Beichte dar. Er wollte diesen ungebildeten Menschen klar beweisen, so daß man es wußte — sie verstehen es nicht, aber sie sehen es ein als etwas Selbstverständliches —, daß nicht der Papst durch seine Willkür die Österliche Beichte eingesetzt hat, sondern daß sie von höheren, göttlichen Mächten eingesetzt wurde. Und da sagte er:

[ 32 ] “Well,” I said, “we're only just getting started, and there's more and more to come. Certainly, to a certain extent—but only to a certain extent—the six higher degrees can actually be worked through today.” Well, instead of that, however, one can play a completely different game. Instead, one can play the game of having people go through the first three degrees merely symbolically. And there are, in fact, fraternities today in which nothing more than symbols are given. Yes, people are even proud that nothing more than symbols are given. They are initiated into the first degree, promoted to the second degree, to the third degree, and they actually learn only the symbolism, without absorbing anything related to Spiritual Science. And often, when you ask people whether they are really satisfied with learning certain ceremonies and gestures, learning signs, and seeing certain symbolic acts performed around them in the temple, many even say: “Oh yes, we’re just satisfied with that; then you don’t have to think anything special about these things, and everyone can have whatever interpretation they want.” — But the astral body instills true knowledge into the etheric body, and so in this way they produce people who possess comprehensive knowledge in their etheric body. And if you were to examine today’s—forgive the expression, but sometimes one must use apt terms—most narrow-minded old Freemasons, you would see that they possess, in their etheric body—not in their physical body, not in their conscious knowledge, but in their etheric body—an immense body of knowledge, especially if they have advanced to the third degree. They possess an immense amount of subconscious knowledge. This knowledge, which can be transmitted precisely through symbolism, can now be used in the manner indicated—both honestly and dishonestly. And you see, there are indeed the most diverse occult societies, which, I would say, can be divided into two poles. One pole has a secular-Christian character, while the other has an ecclesiastical-Christian character. Just as the Freemasons are to be counted among the secular-Christian symbolic brotherhoods, the Jesuits are to be counted among the ecclesiastical-symbolic societies. For the Jesuit, too, is guided through three degrees, is likewise imbued with symbolism, and it is precisely through this symbolism that he learns that immensely effective quality in his speech. That is why Jesuit preachers are so immensely effective—because they know how to structure a speech so as to have an impact specifically on the uneducated masses, and how to build up a certain intensity step by step. It is sometimes the case that this seems immensely trivial to the educated person, yet it is incredibly effective. For example, I once wanted to observe—from an occult perspective—the effect that occurs during an effective Jesuit sermon. I listened—this was many years ago now—to Father Klinkowström, one of the most effective Jesuit preachers, who wanted to explain to a gathered crowd—all uneducated people, of course—the necessity of Easter confession. Well, you see, he explained the necessity of Easter confession in roughly the following way. He wanted to clearly prove to these uneducated people—so that they would know it—that while they might not understand it, they would accept it as self-evident—that Easter Confession was not instituted by the Pope through his own arbitrary decision, but that it was instituted by higher, divine powers. And so he said:

[ 33 ] Meine lieben Christen! Denkt euch einmal, ihr seht eine Kanone. An der Kanone einen Kanonier — der hält die Zündschnur — und denjenigen, der befiehlt. Also es soll geschossen werden. Denkt euch, liebe Christen, es soll geschossen werden! Was geschieht, wenn geschossen werden soll? Erwartungsvoll steht der Kanonier vor seiner Kanone. Auf was wartet er? Auf das: Feuer! Er wattet auf das Kommando: Feuer! In seiner Seele lebt das. Er weiß ganz genau: Das muß kommen. Und dann wird es kommen: Feuer! Er schießt los. Die Kanone donnert hinaus. Stellt euch diese Dinge, liebe Christen, ganz genau vor. Denkt euch die Kanone als die Vereinigung der Gebräuche über die österliche Beichte. Einmal waren die Gesetze, die Gebote über diese österliche Beichte nicht gegeben. Aber die Kanone stand da. Sie sollten gegeben werden. Der Papst stand da als der Kanonier mit der Zündschnur. Vom Himmel aus, geliebte Christen, kommandierte man: Feuer! Der Papst hörte es — Zündschnur! Die Kanone wurde losgeschossen! Die österliche Beichte war da! — Ist nicht ein vollständiger Vergleich zu ziehen zwischen dieser Kanone und dem Geben des Gebotes über die österliche Beichte? Und da gibt es Ungläubige! Ungläubige gibt es, geliebte Christen, welche behaupten, der Papst habe die österliche Beichte erfunden! Ihr braucht euch nur zu erinnern an die Kanone. Auf das Kommando: Feuer! wird sie losgeschossen. Werdet Ihr jemals sagen, dieser Kanonier, der auf das Kommando «Feuer» die Kanone losschießt, habe das Pulver erfunden ? Ebensowenig, geliebte Christen, könnt ihr sagen, der Papst habe die österliche Beichte erfunden. Nicht der Papst hat die österliche Beichte erfunden, nicht der Kanonier hat das Pulver erfunden!

[ 33 ] My dear Christians! Just imagine you see a cannon. At the cannon stands a gunner—holding the fuse—and the one giving the order. So, the cannon is about to be fired. Imagine, dear Christians, that the cannon is about to be fired! What happens when it’s time to fire? The gunner stands before his cannon, full of anticipation. What is he waiting for? For the command: “Fire!” He is waiting for that command: “Fire!” It lives within his soul. He knows full well: It must come. And then it will come: “Fire!” He fires the cannon. The cannon roars out. Create a mental image of these things, dear Christians. Think of the cannon as the embodiment of the customs surrounding Easter confession. Once upon a time, the laws—the commandments—regarding this Easter confession had not yet been given. But the cannon stood there. They were to be given. The Pope stood there as the gunner with the fuse. From heaven, beloved Christians, the command came: Fire! The Pope heard it—fuse! The cannon was fired! Easter Confession was here! — Is there not a perfect parallel to be drawn between this cannon and the giving of the commandment regarding Easter Confession? And yet there are unbelievers! There are unbelievers, beloved Christians, who claim that the Pope invented Easter Confession! You need only remember the cannon. At the command, “Fire!” it is fired. Would you ever say that this gunner, who fires the cannon at the command “Fire!”, invented gunpowder? Just as little, beloved Christians, can you say that the Pope invented Easter Confession. It was not the Pope who invented Easter Confession, nor was it the gunner who invented gunpowder!

[ 34 ] Alle waren überzeugt. Die ganze Kirche war überzeugt. Das ist ungeheuer geschickt gemacht, ungeheuer geschickt gemacht in Bildern. Diese Leute gehen auch ihre drei Grade durch in ihrer Art. Und nun gibt es auch wiederum von dieser Sorte natürlich die verschiedensten Schattierungen, so wie auf der anderen Seite nicht alle okkulten Verbrüderungen maurerische Verbrüderungen sind. Es gibt ja sogar in Deutschland hier die Illuminaten und dergleichen.

[ 34 ] Everyone was convinced. The entire church was convinced. This is incredibly skillfully done, incredibly skillfully done through imagery. These people also progress through their three degrees in their own way. And of course, there are also various shades of this type, just as, on the other hand, not all occult brotherhoods are Masonic brotherhoods. There are even the Illuminati and the like right here in Germany.

[ 35 ] Aber nun gehen sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite über die drei unteren Grade die drei anderen hinaus. Es sind die drei oberen. Die die höheren Grade haben, und diejenigen, die die Inhaber der besonders hohen Grade sind bei gewissen Bruderschaften — selbstverständlich nicht bei allen, nur bei gewissen Bruderschaften —, die bilden eine Art Gemeinschaft, so daß es zum Beispiel durchaus möglich ist, daß ein Oberer einer Jesuitengemeinde zu einer solchen Gesellschaft dazugehört. Die Jesuiten bekämpfen selbstverständlich aufs wütendste die freimaurerischen Gemeinden, die freimaurerischen Gemeinden bekämpfen aufs wütendste die Jesuiten-Gemeinden; aber Obere der Freimaurer und Obere der Jesuiten-Gemeinde gehören den höheren Graden einer besonderen Bruderschaft an, bilden einen Staat im Staat, der die anderen umfaßt. Denken Sie sich, was man in der Welt wirken kann, wenn man so wirken kann, daß man auf der einen Seite zum Beispiel der Obere einer freimaurerischen Gemeinde ist, die also als Instrument dient, um zu wirken, und man sich verständigen kann mit dem Oberen einer Jesuiten-Gemeinschaft, um eine einheitliche Handlung vorzunehmen, die nur vorgenommen werden kann, wenn man einen solchen Apparat zur Verfügung hat: Auf der einen Seite läßt man los die Brüder Freimaurer, die durch alle Kanäle irgend etwas furchtbar stark vertreten. Das muß vertreten werden. Wenn man aber nur auf der einen Seite die Stiere losläßt, dann, nicht wahr, wird es nichts. Man muß auf der anderen Seite die Sache bekämpfen lassen mit demselben Feuer, mit demselben Enthusiasmus. Denken Sie, was man wirken kann, wenn man einen solchen Apparat zur Verfügung hat! In einer besonders wirksamen Weise zum Beispiel ist gewirkt worden mit einem solchen Apparat, der zu gleicher Zeit Jesuiten und Freimaurerisches in Bewegung setzte, ohne daß man auf der Jesuitenseite und ohne daß man auf der freimaurerischen Seite etwas wußte davon, in einem gewissen Lande, das ja so etwa im Nordwesten von Europa liegt, zwischen Holland und Frankreich. Da waren besonders starke Wirkungen ausgegangen — nicht in der allerletzten Zeit, aber lange Zeit hindurch —, die sich sowohl der einen wie der anderen Strömung bedienten und die gar mancherlei wirken konnten.

[ 35 ] But now, on both sides, the three lower degrees are surpassed by the other three. These are the three upper degrees. Those who hold the higher degrees, and those who hold the particularly high degrees in certain brotherhoods—not all of them, of course, only certain ones—form a kind of community, so that it is, for example, entirely possible for a superior of a Jesuit community to belong to such a society. The Jesuits, of course, fight the Masonic communities with the utmost ferocity, and the Masonic communities fight the Jesuit communities with the utmost ferocity; but the superiors of the Masons and the superiors of the Jesuit community belong to the higher degrees of a particular brotherhood, forming a state within a state that encompasses the others. Imagine what one can accomplish in the world if one can operate in such a way that, on the one hand, for example, one is the superior of a Masonic community—which thus serves as an instrument for action—and one can coordinate with the superior of a Jesuit community to carry out a unified course of action that can only be undertaken if one has such an apparatus at one’s disposal: On the one hand, you unleash the Masonic brothers, who advocate for something with tremendous force through all channels. That must be advocated. But if you only unleash the bulls on one side, then, don’t you think, it won’t amount to anything. On the other side, you must have the cause fought for with the same fire, with the same enthusiasm. Just think what one can accomplish when one has such a mechanism at one’s disposal! For example, such a mechanism was used in a particularly effective way to set both the Jesuits and the Freemasons in motion at the same time, without either the Jesuit side or the Freemason side knowing anything about it, in a certain country that lies roughly in northwestern Europe, between the Netherlands and France. Particularly powerful effects emanated from there—not just recently, but over a long period of time—effects that made use of both currents and were capable of bringing about all manner of things.

[ 36 ] Die Zeit ist vorgerückt. Ich werde heute über acht Tage Sie in noch konkretere Gebiete auf diesem Feld hinunterführen, meine lieben Freunde. Ich mußte heute auch die abstrakteren Seiten der Sache ins Auge fassen. Den ganzen Aufbau mußten wir haben, weil man ja doch dann nur verstehen kann, was in der äußeren Welt auf diesem Gebiete in dieser Weise wirken kann.

[ 36 ] Time has moved on. In eight days’ time, my dear friends, I will guide you into even more specific areas of this field. Today, I also had to address the more abstract aspects of the matter. We needed this entire framework because, after all, it is only then that one can understand what can work in this way in the outer world in this field.