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The Connection Between
the Living and the Dead
GA 168

16 February 1916, Hamburg

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The Connection Between the Living and the Dead, tr. SOL
  1. Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten

1. Das Leben zwischen Tod und neuer Geburt

1. Life Between Death and Rebirth

[ 1 ] Es ist unser Bestreben, erkennend, soweit es möglich ist, einzudringen in diejenigen Welten, welche der gewöhnlichen sinnenfälligen, verstandesmäßigen Erkenntnis, die an den physischen Plan gebunden ist, verschlossen sind. Wir sind ja gewohnt worden zu denken im Laufe der Jahre, daß der Mensch in dem Leben, in dem er innerhalb seines physischen Leibes eingeschlossen ist, in einer Welt steht, die nur ein geringer Teil der gesamten wirklichen Welt ist. Wir können, da wir so selten zusammenkommen, gerade bei diesen Zusammenkünften nicht alles, ich möchte sagen aus den Fundamenten heraus erklären. Bei unseren sonstigen Versammlungen und aus unseren Schriften muß sich erkennen lassen, daß die Dinge wohlbegründet sind, die ausgesprochen werden bei denjenigen Zusammenkünften, die wir nur seltener haben können. Denn es darf unser Bedürfnis sein, gerade bei solchen Zusammenkünften Wichtiges und Wesentliches über die eben angedeutete, größere wirkliche Welt, die die physische Welt und die geistige Welt umfaßt, erkennen zu lernen.

[ 1 ] It is our aim, as far as possible, to penetrate those worlds that are closed off to ordinary sensory and intellectual perception, which is bound to the physical plane. Over the years, we have become accustomed to thinking that, during the life in which a person is confined within their physical body, they exist in a world that is only a small part of the entire real world. Since we meet so rarely, we cannot—especially at these gatherings—explain everything, I would say, from the very foundations. It must be evident from our other gatherings and from our writings that the things spoken of at these meetings—which we can hold only rarely—are well-founded. For it may well be our need, precisely at such gatherings, to learn to recognize important and essential aspects of the larger, real world just alluded to, which encompasses both the physical and the spiritual worlds.

[ 2 ] Seit wir das letzte Mal uns hier getroffen haben, ist ja auch innerhalb der Kreise, in welchen unsere Geisteswissenschaft gepflegt wird, mancherlei geschehen. Eine größere Anzahl lieber Freunde sind durch die Pforte des Todes gegangen. Auch seit dem Beginne dieser schweren Kriegszeit sind Freunde durch die Pforte des Todes gegangen, die unmittelbar teilnehmen müssen an den großen Ereignissen. Das heißt, wir sind selbst auch innerhalb unseres Kreises von der großen geistigen Welt insofern berührt worden, als Seelen, die innerhalb unserer Reihen waren, nach Ablegung ihres Leibes diese geistige Welt betreten haben. Es liegt in der Gesinnung, welche aus unserer Geisteswissenschaft erfließt, daß für uns die Seelen, die also den physischen Plan verlassen haben, die von einer anderen Welt aufgenommen worden sind, uns verbunden bleiben, wie sie uns verbunden waren, während sie noch durch physische Augen uns anblickten, durch die Mittel des physischen Leibes zu uns sprechen konnten.

[ 2 ] Since we last met here, many things have happened even within the circles where our Spiritual Science is cultivated. A large number of dear friends have passed through the gate of death. Even since the beginning of this difficult time of war, friends have passed through the gate of death who had to take a direct part in the great events. This means that we ourselves, even within our own circle, have been touched by the great spiritual world insofar as souls who were among our ranks have entered that spiritual world after shedding their physical bodies. It is in keeping with the spirit that flows from our Spiritual Science that, for us, the souls who have thus left the physical plane—who have been received into another world—remain connected to us just as they were connected to us while they still looked upon us with physical eyes and could speak to us through the medium of the physical body.

[ 3 ] Gerade wenn man sich der Welt nähert, die unsere Toten aufnimmt, dann lernt man in solchen Momenten, in denen man den Seelen der sogenannten Verstorbenen nahetritt, alles Erschütternde kennen, das schon einmal auf unsere Seele sich entladen muß, wenn diese Seele versucht, hinüberzublicken über jene Schwelle, die uns trennt von der geistigen Welt, und einzutreten in die Welt, die nur geschaut werden kann im entkörperten Zustand der Seele. Und Sie werden es vielleicht begreiflich finden, daß aus mancherlei Empfindungen heraus, die gerade durch meine eigene Seele gezogen sind im Laufe des Jahres, seit wir uns gesehen haben, daß aus solchen Empfindungen heraus manches Wort getönt wird, das wir heute miteinander zu sprechen haben.

[ 3 ] It is precisely when one approaches the world that welcomes our dead that, in such moments—when one draws near to the souls of the so-called deceased— one comes to know all that is deeply moving—which must first unburden itself upon our soul when that soul attempts to look beyond the threshold that separates us from the spiritual world and to enter the world that can only be beheld in the disembodied state of the soul. And you may find it understandable that, out of various feelings that have passed through my own soul over the course of the year since we last saw each other, out of such feelings, many a word is spoken that we must share with one another today.

[ 4 ] Ich habe gerade im letzten Jahre öfter zu unseren Freunden auszusprechen gehabt, daß das rechte Vertrauen desjenigen, der in die Bedingungen des Daseins hineinsieht, doch eigentlich erst erwachsen kann, wenn man weiß, daß diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind und hier treu mitarbeitende Seelen waren, dieses bleiben, so daß wir ganz gewiß für unsere Arbeit diejenigen Seelen nicht verlieren, die Verständnis für unsere Sache gewonnen haben, da sie mit uns verbunden waren hier, bevor sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Und unter solchen Seelen sind so treue Mitarbeiter, daß wir sagen können: Wenn manchmal die Gegnerschaft und das Unverständnis hier in der physischen Welt gerade unserer Sache gegenüber so groß ist und immer größer wird, wie wir es bemerken können, so dürfen wir doch an das Einleben unserer Sache in den Entwickelungsgang der Menschheit glauben, weil wir diesen Glauben gewinnen können durch die Verbindung mit den entkörperten Seelen, die Verständnis gewonnen haben für die ganze Bedeutung, die unsere Sache für diesen Entwickelungsgang der Menschheit hat.

[ 4 ] Over the past year, I have often had occasion to tell our friends that the true faith of one who looks into the conditions of existence can actually only develop when one knows that those who have passed through the gate of death—and who were faithful co-workers here—remain so, so that we most certainly do not lose for our work those souls who have gained an understanding of our cause, since they were connected to us here before they passed through the gate of death. And among such souls are co-workers so faithful that we can say: Even if opposition and lack of understanding here in the physical world—especially toward our cause—are so great and growing ever greater, as we can observe, we may still believe in the integration of our cause into the course of human evolution, because we can gain this faith through our connection with the disembodied souls who have come to understand the full significance that our cause holds for this course of human evolution.

[ 5 ] Allerdings gerade dann, wenn der Mensch durch die geöffnete Seele herantritt an die Welt, in der die sogenannten Toten sind — man kann so schon sprechen, wenn es selbstverständlich auch die gesamte geistige Welt ist, in der die Toten sind —, gerade wenn der Mensch heranzutreten vermag, ich möchte sagen wie ein Besucher, wie ein Begleiter der Toten an die geistige Welt, dann lernt er immer mehr kennen das, was auch hier schon betont worden ist: daß wirklich die Begriffe, die Vorstellungen, die Ideen, die wir uns über die Welt machen und die wir uns deshalb so machen, weil wir im physischen Leibe sind, daß diese Vorstellungen und Ideen vielfach verändert werden müssen, biegsam gemacht werden müssen, damit sie auch dasjenige umfassen können, was die Geheimnisse des geistigen Daseins sind. Der heutige Mensch ist sehr, sehr angepaßt an das bloß materielle Schauen seiner Umgebung, und er bildete sich deshalb auch die Vorstellungen nach diesem bloß materiellen Schauen. Dadurch wird es ihm vor allen Dingen schwierig, in die geistigen Welten auch nur mit der Vorstellung einzudringen. Gar viele glauben, man könne nicht ein Verständnis der geistigen Welten gewinnen, wenn man noch nicht hineinschauen kann. Sie glauben es aber nur aus dem Grunde, weil sie ihre Ideen starr und tot gemacht haben dadurch, daß sie sich zu stark gewöhnt haben, nur an die physische Welt zu denken.

[ 5 ] However, it is precisely when a person approaches the world where the so-called dead reside through an open soul—one can speak of it this way, even though it is, of course, the entire spiritual world in which the dead reside—precisely when a person is able to approach, I would say, as a visitor, as a companion to the dead in the spiritual world—then he comes to understand more and more what has already been emphasized here: that the concepts, the mental images, and the ideas we form about the world—and which we form precisely because we are in the physical body—must in many ways be transformed and made flexible so that they can also encompass the mysteries of spiritual existence. People today are very, very accustomed to viewing their surroundings from a purely material perspective, and they have therefore formed their mental images based on this purely material view. This makes it particularly difficult for them to penetrate the spiritual worlds even in their imagination. Quite a few people believe that one cannot gain an understanding of the spiritual worlds if one cannot yet see into them. But they believe this only because they have made their ideas rigid and lifeless by becoming too accustomed to thinking only of the physical world.

[ 6 ] Nachdem ich dies vorausgeschickt habe, möchte ich gerade einiges von dem heute zu Ihnen sprechen, was mit dem Leben der sogenannten Toten zusammenhängt. Wir wissen, daß wir betrachten müssen und beachten müssen, wenn wir das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ins Auge fassen wollen, wie der Mensch sich aus den vier Gliedern, die wir ja gut kennen — physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich — zusammensetzt. Wenn wir zunächst die äußerlichste, noch von dem physischen Plane her sichtbare Tatsache des Todes ins Auge fassen, so ist es diese, daß der Mensch seinen physischen Leib ablegt. Wir brauchen nicht einzugehen auf die verschiedene Art, in der nun dieser physische Leib, sei es durch Verbrennung, sei es durch Verwesung — beides ist im Grunde genommen nur durch die Zeit verschieden, in der es geschieht —, sich mit dem Erdendasein vereint. Aber schon wenn wir diese Tatsache, daß der physische Leib von dem gesamten Wesen des Menschen abfällt im Tode und sich mit der Erde, wie man sagt vereinigt— wenn man bloß diese Tatsache betrachtet in ihrer Bedeutung für den physischen Plan, so ist sie eigentlich in einer recht unvollkommenen Weise ins Auge gefaßt. Sie ist sogar oftmals in einer recht unvollkommenen Weise ins Auge gefaßt von geisteswissenschaftlichen Richtungen, die bis zu einem gewissen Grade hineinblicken in geistige Gebiete. Diese lassen sich noch beirren durch allerlei moralische Vorstellungen, die aber in vieler Beziehung gerade ungeeignet sind, das Hereinragen des Geistigen in die physische Welt in der richtigen Art zu verstehen.

[ 6 ] Having said this by way of introduction, I would now like to speak to you about some aspects of what is connected with the life of the so-called dead. We know that if we wish to consider the life between death and a new birth, we must take into account how the human being is composed of the four members we know so well—the physical body, the etheric body, the astral body, and the I. If we first consider the outermost fact of death, still visible from the physical plane, it is this: that the human being sheds its physical body. We need not go into the various ways in which this physical body—whether through cremation or decomposition (both of which differ, in essence, only in the time in which they occur)—is reunited with earthly existence. But even when we consider this fact—that the physical body separates from the entire being of the human being at death and, as one says, unites with the earth—even when we consider this fact solely in terms of its significance for the physical plane, it is actually viewed in a rather incomplete way. It is even often viewed in a rather incomplete way by schools of Spiritual Science that, to a certain degree, look into spiritual realms. These schools are still led astray by all sorts of moral images, which, however, are in many respects precisely unsuitable for understanding the penetration of the spiritual into the physical world in the correct manner.

[ 7 ] Alle physischen Ereignisse haben auch ihre geistigen Bedeutungen. Es gibt kein physisches Ereignis, das nicht auch eine geistige Bedeutung hätte. Also das physische Ereignis ist, daß unser physischer Leib von uns abfällt, gleichsam in seine Teile, in seine Moleküle, in seine Atome zersplittert wird und der Erde übergeben wird. Nun ist es ein großes Vorurteil der heutigen materialistischen Weltanschauung, die aber im Grunde genommen schon lange mehr oder weniger die Menschheit beherrscht, daß der menschliche Leib, wie wir ihn von der Geburt bis zum Tode tragen oder, sagen wir von der Empfängnis bis zum Tode, daß dieser menschliche Leib einfach in kleinste Teile, in Atome zerfällt, und daß diese Atome dann der Erde einverleibt werden oder dem Erdgebiete einverleibt werden und dann Atome bleiben und als Atome dann in andere Wesenheiten übergehen. Zu diesem Vorurteil kommt man leicht durch die heutige materialistische Anschauungsweise. Aber schon diese Vorstellungsweise ist eigentlich im Grunde genommen vor der Geisteswissenschaft nichts anderes als ein Unsinn. Denn Atome in dem Sinne, wie der Chemiker sie annimmt, gibt es in Wirklichkeit nicht. Dasjenige, was da aus den kleinsten Teilen unseres Leibes wird, gleichgültig wie wir mit der Erde als Leib vereinigt werden, das ist zuletzt Wärme. Es verwandelt sich im Grunde genommen in irgendeiner Weise in kürzerer oder längerer Zeit unser gesamter physischer Organismus zuletzt in Wärme.

[ 7 ] All physical events also have spiritual meanings. There is no physical event that does not also have a spiritual meaning. Thus, the physical event is that our physical body falls away from us, as it were, shattering into its parts, into its molecules, into its atoms, and is returned to the earth. Now, it is a major prejudice of today’s materialistic worldview—which, however, has essentially dominated humanity to a greater or lesser extent for a long time—that the human body, as we carry it from birth to death, or, let us say, from conception to death, simply disintegrates into the smallest parts, into atoms, and that these atoms are then incorporated into the earth or into the earth’s realm, where they remain as atoms and then pass on as atoms into other beings. It is easy to arrive at this prejudice through today’s materialistic way of thinking. But even this way of conceiving things is, in essence, nothing but nonsense in the light of Spiritual Science. For atoms, in the sense that chemists conceive of them, do not actually exist. What ultimately becomes of the smallest parts of our body—regardless of how we are united with the Earth as a body—is ultimately heat. In essence, our entire physical organism is ultimately transformed, in one way or another and over a shorter or longer period of time, into heat.

[ 8 ] Deshalb sprechen wir auch von Wärme in der Geisteswissenschaft, wie bekannt ist, als von einem vierten Aggregatzustande, während die Physik die Wärme nicht gelten läßt als einen vierten Aggregatzustand, sondern sie nur als eine Eigenschaft der Körper betrachtet. Und diese Wärme ist es zunächst, welche wirklich der Erde gegeben wird. Sie wird der Erde mitgeteilt. Wir geben also von unserem physischen Leib aus unserer Erde Wärme. Es ist wirklich die in der Erde vorhandene Wärme innig zusammenhängend mit dem, was die Menschen zurücklassen von sich. In Luft, in Wasser und so weiter verwandelt sich der Mensch nicht. Das sind nur Übergangszustände, die er durchmacht. Was von ihm zu Luft und Wasser wird, wird zuletzt Wärme. Ja, wenn auch erst nach Jahrhunderten die letzten Reste des Materiellen in Wärme übergehen, wenn auch dasjenige, was Knochensystem ist, meinetwillen sogar erst nach Jahrtausenden in Wärme übergeht, es geht zuletzt in Wärme über. Und wenn Sie auch in die Museen gehen, jetzt uralte Skelette finden von Menschen, die in ganz vergangenen Zeiten die Erde betreten haben, einmal wird auch der Zeitpunkt kommen, wo das, was da heute in Skeletten vorhanden ist, nur noch Wärme innerhalb des Erdenkörpers ist. Daß überhaupt unser physischer Leib der Erde verbleibt, das hat für den, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, eine große, eine wesentliche Bedeutung. Er geht in die geistige Welt. Er läßt seinen Leib der Erde zurück. Das ist für den sogenannten Toten ein Erlebnis, eine Erfahrung. Er macht das durch: Dein Leib geht von dir weg. — Man muß sich vorstellen, daß das ein Erlebnis ist. Was ist das für ein Erlebnis? Nun, davon können Sie sich einen Begriff machen, wenn Sie die Erlebnisse auf dem physischen Plane nehmen. Ein Erlebnis ist es, sagen wir, wenn Sie irgendeine neue Empfindung, die Sie vorher nicht gehabt haben, erleben und sie verstehen lernen; da haben Sie etwas Ihrer Seele zuerteilt, was sie vorher nicht besessen hat, einen neuen Begriff, eine neue Vorstellung. Aber nun denken Sie sich solch ein kleines Erlebnis ins Große gesteigert. Es ist ein unendlich Gewaltiges, das der Mensch durchmacht, was ihm überhaupt die Möglichkeit gibt, zwischen Tod und Geburt zu sehen, zu denken, zu begreifen: daß er den Leib von sich ablegt, daß er ihn dem Planeten übergibt, den er verläßt. Es ist ein großes, ein gewaltiges Erlebnis, das sich mit keinem Erlebnis des Erdendaseins vergleichen läßt. Der Wert eines Erlebnisses besteht darinnen, daß wir etwas in der Seele haben, das zurückbleibt als Folge, als Konsequenz des Erlebnisses. So können wir die Frage aufwerfen: Was bleibt denn zurück als Folge, als Konsequenz dieses Erlebnisses des Hinweggehens des physischen Leibes von unserem gesamten Menschenwesen?

[ 8 ] That is why, as is well known, we in Spiritual Science also speak of heat as a fourth state of matter, whereas physics does not recognize heat as a fourth state of matter but regards it merely as a property of bodies. And it is this heat, first and foremost, that is truly given to the Earth. It is imparted to the Earth. We thus give heat to our Earth from our physical bodies. The heat present in the Earth is truly intimately connected with what human beings leave behind of themselves. Human beings do not transform into air, water, and so on. These are merely transitional states that they go through. What becomes air and water from them ultimately becomes heat. Yes, even if it takes centuries for the last remnants of the material to turn into heat, even if the skeletal system—for my sake—does not turn into heat until after millennia, it ultimately does turn into heat. And even when you go to museums and find ancient skeletons of people who walked the earth in times long past, the time will come when what is present today in those skeletons will be nothing more than heat within the Earth’s body. The very fact that our physical body remains with the Earth has great, essential significance for the one who has passed through the gate of death. They enter the spiritual world. They leave their body behind on Earth. For the so-called dead, this is an experience. They go through it: Your body is leaving you. — One must create a mental image of this. What kind of experience is it? Well, you can get an idea of this by considering experiences on the physical plane. It is an experience, let’s say, when you experience some new sensation that you have not had before and learn to understand it; there you have bestowed upon your soul something it did not previously possess—a new concept, a new mental image. But now imagine such a small experience magnified to a grand scale. It is an infinitely immense experience that a human being goes through—one that gives them the very possibility of seeing, thinking, and comprehending between death and birth: that they shed their body, that they surrender it to the planet they are leaving. It is a great, an immense experience that cannot be compared to any experience of earthly existence. The value of an experience lies in the fact that we have something in our soul that remains as a result, as a consequence of the experience. Thus we can ask the question: What remains as a result, as a consequence of this experience of the physical body departing from our entire human being?

[ 9 ] Würden wir beim Durchgang durch die Todespforte dieses Erlebnis nicht haben können, das wir wissentlich mitmachen, das Weggehen unseres physischen Leibes, so würden wir nach dem Tode niemals ein Ich-Bewußtsein entfalten können! Das Ich-Bewußtsein nach dem Tode wird angeregt durch dieses Erleben des Hinweggehens des physischen Leibes. Für den Toten ist es von größter Bedeutung: Ich sehe meinen physischen Leib von mir hinwegschwinden. — Und das andere: Ich sehe aus diesem Ereignis heraus in mir selber die Empfindung erwachsen: Ich bin ein Ich. — Man kann das paradoxe Wort aussprechen: Könnten wir unseren Tod nicht erleben von der anderen Seite, würden wir nach dem Tode nicht ein Ich-Bewußtsein haben können. — So wahr die Menschenseele, wenn sie durch die Geburt oder auch schon durch die Empfängnis ins Dasein tritt, sich nach und nach dem Gebrauche des physischen Apparates anpaßt und dadurch das Ich-Bewußtsein im Leibe gewinnt, so wahr gewinnt das Menschenwesen das Ich-Bewußtsein nach dem Tode von der anderen Seite des Daseins dadurch, daß es das Abfallen des physischen Leibes von dem Gesamtmenschen erlebt.

[ 9 ] If, as we pass through the gates of death, we were unable to have this experience—which we knowingly undergo, the departure of our physical body—we would never be able to develop a sense of self after death! Self-consciousness after death is stimulated by this experience of the physical body departing. For the deceased, it is of the utmost importance: I see my physical body fading away from me. — And the other aspect: I see a feeling arise within myself from this event: I am a self. — One might utter this paradoxical statement: If we could not experience our own death from the other side, we would not be able to have a sense of self after death. — Just as the human soul, when it enters into existence through birth or even through conception, gradually adapts to the use of the physical apparatus and thereby gains a sense of self within the body, just as surely does the human being acquire “I”-consciousness after death from the other side of existence by experiencing the shedding of the physical body from the whole human being.

[ 10 ] Denken Sie nur einmal, was das eigentlich bedeutet. Wenn wir den Tod von dieser physischen Seite des Daseins ansehen, erscheint er uns als das Ende dieses Daseins, als dasjenige, was hinter sich für die physische Anschauung das Nichts hat. Von der anderen Seite angesehen, ist der Tod als solcher das Herrlichste, das immerzu vor des Menschen Seele stehen kann. Denn das bedeutet, daß der Mensch immer die Empfindung haben kann von dem Sieg des geistigen Daseins über das Leibliche. Und während wir hier im physischen Leben nicht immer die Vorstellung unserer Geburt vor uns haben können — kein Mensch hat die Vorstellung seiner Geburt, kein Mensch kann aus physischer Erfahrung heraus etwas über seine Geburt wissen —, so wenig wir also hier im physischen Leben auf unsere Geburt hinschauen können, so sicher haben wir immer, wenn wir voll bewußt werden nach dem Tode, unser Todesereignis unmittelbar vor uns. Aber nichts irgendwie Beklemmendes hat dieses Todesereignis, sondern dieses Todesereignis ist dort das größte, das herrlichste, das schönste Ereignis, das wir vor unserer Seele haben können. Denn es stellt uns immer dar die ganze Größe dieser Tatsache, daß von dem Tode das Bewußtsein, das Selbstbewußtsein herrührt in der geistigen Welt, daß der Tod der Anreger dieses Selbstbewußtseins in der geistigen Welt ist.

[ 10 ] Just think for a moment about what that actually means. When we view death from this physical aspect of existence, it appears to us as the end of this existence, as that which, from a physical perspective, is followed by nothingness. Viewed from the other side, death as such is the most glorious thing that can ever stand before the human soul. For this means that human beings can always have the sense of the victory of spiritual existence over the physical. And while here in physical life we cannot always have the mental image of our birth before us—no one has a mental image of their birth, no one can know anything about their birth from physical experience—just as little as we can look back on our birth here in physical life, so surely, when we become fully conscious after death, we always have the event of our death directly before us. But there is nothing in any way distressing about this event of death; rather, this event of death is, there, the greatest, the most glorious, the most beautiful event we can have before our soul. For it always reveals to us the full magnitude of this fact: that consciousness—self-consciousness—in the spiritual world arises from death, and that death is the catalyst for this self-consciousness in the spiritual world.

[ 11 ] Als zweites müssen wir das zweite Glied unseres Menschendaseins betrachten, den ätherischen Leib. Wir wissen aus den elementaren Darstellungen, die wir alle durchgemacht haben im Laufe unseres Zweiglebens, daß dieser Ätherleib uns noch eine verhältnismäßig kurze Zeit nach dem Tode erhalten bleibt, daß er aber dann auch abgelegt wird. Wir wissen auch, daß eine gewisse Bedeutung darinnen liegt, daß dieser ätherische Leib, so wie wir ihn hatten, nach dem Tode noch tagelang mit uns vereinigt bleibt.

[ 11 ] Second, we must consider the second aspect of our human existence: the etheric body. We know from the elemental experiences we have all undergone in the course of our life on Earth that this etheric body remains with us for a relatively short time after death, but that it is then also shed. We also know that there is a certain significance in the fact that this etheric body, as we had it, remains united with us for days after death.

[ 12 ] Solange wir diesen ätherischen Leib an uns tragen, nachdem wir den physischen Leib abgelegt haben, können wir noch immer alles dasjenige denken, was wir haben denken können während unseres physischen Daseins. Daher können wir alle Gedanken, die wir in uns tragen, wie in einem großen Tableau überblicken. Unsere Gedanken, die wir während des Lebens durchgemacht haben, erblicken wir in dem Lebenstableau, das Ihnen oft beschrieben worden ist. Wir haben unser ganzes Leben wie in einem Panorama vor uns in den Tagen, in denen wir den Ätherleib noch an uns tragen, und wir haben es vor uns in Gleichzeitigkeit, das heißt, wir erblicken alles auf einmal. Denn dasjenige, was wir hier in der physischen Welt Gedächtnis nennen, das entsteht zwar im Ätherleib, aber es ist an den physischen Leib gebunden. Diesen physischen Leib haben wir abgelegt. Wir schauen die Gedanken. Wir bringen sie nicht aus den Untergründen herauf, die mit dem physischen Leib etwas zu tun haben, wir schauen sie und überschauen wie in einem Panorama das Leben, das wir durchgemacht haben.

[ 12 ] As long as we retain this etheric body after shedding our physical body, we can still think of everything we were able to think during our physical existence. Therefore, we can survey all the thoughts we carry within us as if in a vast tableau. We see the thoughts we have experienced during our lives in the tableau of life that has often been described to you. We have our entire life spread out before us like a panorama during the days when we still carry the etheric body, and we see it all simultaneously—that is, we see everything at once. For what we here in the physical world call memory—though it arises in the etheric body—is bound to the physical body. We have shed this physical body. We observe the thoughts. We do not bring them up from the depths associated with the physical body; rather, we observe them and survey the life we have lived as if in a panorama.

[ 13 ] Dann legen wir diesen ätherischen Leib ab. Aber dieser ätherische Leib, den wir da ablegen, er bleibt uns unser ganzes ferneres Leben nach dem Tode sichtbar. Er ist außen, aber er bleibt uns sichtbar. Er vereinigt sich mit dem gesamten Universum, aber dasjenige, was da mit ihm geschieht, das bleibt uns sichtbar, das schauen wir. Und das gehört zu den Geheimnissen des Todes, daß wir dasjenige, was wir in uns gehabt haben an Gedanken, als wir lebten, in einem Panorama schauen, solange wir den Ätherleib an uns tragen, daß wir das außer uns mit der Welt vereinigen, gewissermaßen der Welt einverwoben überschauen, daß das zu unserer Welt gehört, nicht zu unserem Ich nach dem Tode. Es ist wirklich das Erlebnis so, als ob dasjenige, was da als Ätherleib während des Lebens in uns webt und lebt, einfach sich hineinleben würde in die Ätherwelt draußen.

[ 13 ] Then we shed this etheric body. But this etheric body that we shed remains visible to us throughout our entire life after death. It is outside us, but it remains visible to us. It unites with the entire universe, but what happens to it remains visible to us; we can see it. And this is one of the mysteries of death: that we behold, as a panorama, the thoughts we held within us while we were alive, as long as we carry the etheric body with us; that we unite this with the world outside ourselves, surveying it, as it were, interwoven with the world; that this belongs to our world, not to our “I” after death. It really is an experience as if what weaves and lives within us as the etheric body during life were simply to live itself into the etheric world outside.

[ 14 ] Dann kommt die Zeit, wie Sie wissen, wo wir von dem, was wir hier auf dem physischen Plan an uns tragen, nur das Ich und den astralischen Leib haben, und selbstverständlich das Hinschauen auf dasjenige, was wir waren. Da erleben wir uns in einer ganz anderen Weise als hier im physischen Leib — mit einem erhöhten Bewußtsein, das der Tod in uns begründet hat. Aber wir dürfen uns niemals der Vorstellung hingeben, daß etwa dieses Leben zwischen Tod und neuer Geburt für die Seele unbewußt wäre. Es ist ein stärkeres, intensiveres Bewußtsein mit diesem Leben verbunden als das Bewußtsein hier im physischen Leibe, nur ist das Bewußtsein in einer ganz anderen Art ausgebildet. Und man kommt selbstverständlich dem, wie man sich den Toten vorzustellen hat, nur dadurch nahe, daß man all das zusammennimmt, was die Geisteswissenschaft geben kann, um die Vorstellungen umzuformen, die ja hier auf dem physischen Plane den rein physischen Gegenständen und Ereignissen angepaßt sind. So leben wir in unserem Ich und in unserem astralischen Leib. Unseren Ätherleib haben wir abgelegt. Er ist mit dem objektiven Dasein verbunden.

[ 14 ] Then comes the time, as you know, when all that remains of what we carry with us here on the physical plane is the “I” and the astral body—and, of course, the opportunity to reflect on who we were. There we experience ourselves in a completely different way than here in the physical body—with a heightened consciousness that death has established within us. But we must never succumb to the mental image that this life between death and rebirth is unconscious for the soul. This life is associated with a stronger, more intense consciousness than the consciousness we have here in the physical body; it is simply that this consciousness is structured in a completely different way. And, of course, one can only come close to understanding how to conceive of the dead by taking in everything that Spiritual Science has to offer, in order to transform the mental images that, here on the physical plane, are adapted to purely physical objects and events. Thus we live in our “I” and in our astral body. We have shed our etheric body. It is connected to objective existence.

[ 15 ] Meine lieben Freunde, wohl ein erschütterndes Erlebnis ist es für den, der die geistige Welt betritt, um die Toten, mit denen man in Berührung kommen kann, zu besuchen, zu begleiten, nun nicht allein das individuelle Leben des Toten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, sondern auch dasjenige zu verfolgen, auf das der Tote hinschaut, was sich von ihm als sein Ätherleib einverwoben hat in die Welt, die jetzt für ihn eine Außenwelt, eine objektive Welt ist, also dasjenige zu beobachten, was der Tote jetzt eben der Ätherwelt gegeben hat. Und so ist es schon, daß man in einer gewissen Weise in einer zweifachen Art den Toten erleben kann. Man kann dasjenige von ihm erleben, was er der Ätherwelt übergeben hat, man kann dasjenige von ihm erleben, worinnen sein Bewußtsein nach dem Tode sitzt.

[ 15 ] My dear friends, it is indeed a deeply moving experience for those who enter the spiritual world to visit and accompany the dead with whom they may come into contact, not only to follow the individual life of the deceased between death and a new birth, but also to observe that which the deceased looks toward—that which, as their etheric body, has become interwoven with the world that is now, for them, an external world, an objective world—in other words, to observe that which the deceased has now given to the etheric world. And so it is indeed that, in a certain sense, one can experience the deceased in two ways. One can experience that part of them which they have handed over to the etheric world, and one can experience that part of them in which their consciousness resides after death.

[ 16 ] Ich sage, erschütternd ist auch das erste In-Berührung-Treten mit demjenigen, was der Tote der Ätherwelt zurückgelassen hat, erschütternd ist dieses selbst dann, wenn man nicht in Verbindung kommen könnte mit demjenigen Wesen, das zwischen dem Tod und einer neuen Geburt fortlebt und das Bewußtsein und Selbstbewußtsein des Toten trägt, sondern mit dem, was er zurückgelassen hat. Selbst dann trägt eine diesbezügliche Erfahrung all das tief, tief die Seele Angreifende, das überhaupt die Berührung mit der geistigen Welt hat.

[ 16 ] I say that the first encounter with what the deceased has left behind in the etheric world is also deeply moving; it is deeply moving even if one cannot connect with the being that lives on between death and a new birth—the being that carries the consciousness and self-consciousness of the deceased—but rather with what the deceased has left behind. Even then, such an experience carries within it all that deeply, deeply affects the soul—everything that comes from contact with the spiritual world.

[ 17 ] Und zu diesem Erschütternden gehört vor allen Dingen die wirkliche, lebendige Erfahrung, daß solches Geistige, wie das eben angedeutete, also solches Geistige, das ätherisch Geistiges ist, das zurückbleibt von dem Toten, daß das eigentlich fortwährend um uns herum ist. So wahr als wir in der Luft leben, die uns überall umgibt, so wahr umgibt uns die Welt, in der das zurückbleibt, was der Tote als seine Ätherwelt zurückläßt. In der Welt, in der wir drinnenstehen auch mit unseren physischen Leibern, ist auch dieses Geistige, von dem ich jetzt spreche. So wahr Luft um uns herum ist, so wahr ist um uns herum dasjenige, was die Toten zurücklassen. Nur durch Bewußtseinszustände sind wir getrennt von den geistigen Welten; nicht durch Raumesverhältnisse, durch Bewußtseinszustände sind wir getrennt.

[ 17 ] And among these profound experiences is, above all, the real, living experience that such spiritual elements as those just mentioned—that is, the ethereal spiritual elements that remain after the death of a person—are in fact constantly present around us. Just as surely as we live in the air that surrounds us everywhere, so surely are we surrounded by the world in which what the dead leave behind as their etheric world remains. In the world in which we stand, even with our physical bodies, this spiritual element of which I am now speaking is also present. Just as surely as there is air around us, so surely is there around us that which the dead leave behind. It is only through states of consciousness that we are separated from the spiritual worlds; we are not separated by spatial relationships, but by states of consciousness.

[ 18 ] Nehmen Sie einmal einen Menschen, der sich bemüht, Seelenübungen zu machen. Ich betone ausdrücklich, solche Seelenübungen müssen in aller Ruhe der Seele gemacht werden. Wer irgendwie aufgeregt wird durch die Seelenübungen, der schadet sich. Wenn Seelenübungen in der Art gemacht werden, wie hier von ihnen gesprochen wird und wie in unserer Literatur von ihnen gesprochen wird, so daß sie wirklich Seelenübungen sind und das leibliche Dasein an ihnen nicht teilnimmt, dann können sie niemals auch im geringsten Maße den Menschen schaden, auch nicht seelischen Schaden bringen. Aber wir würden ja in das wirkliche Geisteswissen gar nicht hineingelangen, wenn wir nicht auch ab und zu immer solche Dinge andeuten könnten.

[ 18 ] Take, for example, a person who is trying to do spiritual exercises. I want to emphasize that such spiritual exercises must be done in complete tranquility of the soul. Anyone who becomes agitated in any way by these soul exercises is harming themselves. If soul exercises are performed in the manner described here and in our literature—so that they are truly soul exercises and the physical body does not participate in them—then they can never harm a person in the slightest, not even cause spiritual harm. But we would not be able to gain access to true spiritual knowledge at all if we could not occasionally allude to such things.

[ 19 ] Nehmen Sie an, ein Mensch macht etwa die folgende Übung. Er sagt sich: Ich sehe mit meinen Augen Farben: Rot, Blau und so weiter. — Und nun ginge er über dazu, etwas in einem gewissen Sinne Lebendiges mit dem Rot, Blau, Grün und so weiter zu erleben. Man kommt ja allmählich darauf, daß man als Mensch in der physischen Welt, insbesondere in unserer heutigen materialistischen Zeit, in einer sehr groben Weise drinnensteht, daß man nicht eingeht auf das Feinere, das man erleben kann. Dieses Feinere erlebt man, wenn man auf den mehr seelischen Eindruck achtet, den Farben, es können aber auch andere Sinneseindrücke sein, auf uns machen. Natürlich weiß jeder auch im Groben: Wenn er eine blaue Fläche auf sich wirken läßt, so wirkt sie anders, als wenn er eine rote Fläche auf sich wirken läßt. Eine rote Fläche hat für den, der, ohne nervös dabei zu werden — ich betone das ausdrücklich —, empfindet, etwas Attackierendes, etwas gewissermaßen aus seiner Fläche Herausgehendes, uns Angreifendes. Aus dem Rot kommt immer etwas uns entgegen. Das Blau ruft in uns die gegenteilige Empfindung hervor. Es bleibt ruhig an seinem Platze. Es kommt uns nichts entgegen aus dem Blau. Im Gegenteil, wir haben die Empfindung, wenn wir feiner mitempfinden können mit den Farben, daß wir mit unseren Seelenkräften in das Blau hineindringen können, daß wir es durchdringen können. Das Grün ist gewissermaßen in einem rhythmischen Gleichgewichtszustande. Daher wirkt es so wohltätig als Pflanzendecke der Erde. Das Grüne wirkt so auf uns, daß wir zum Teil eindringen, daß es auch wiederum auf uns zurückkommt. Sehen wir ein weithin grünes Feld, so haben wir das Gefühl, daß wir in etwas hineinkommen — und dann kommt es uns wieder entgegen: hinein — entgegen. Dadurch jenes Erfrischende, das ein weites, grünes Feld für uns hat.

[ 19 ] Suppose a person does an exercise something like the following. He says to himself: I see colors with my eyes: red, blue, and so on. — And now he would go on to experience something that is, in a certain sense, alive through red, blue, green, and so on. One gradually comes to realize that, as a human being in the physical world—especially in our present-day materialistic age—we are immersed in it in a very crude way, without attuning ourselves to the finer aspects that we are capable of experiencing. We experience these finer aspects when we pay attention to the more spiritual impressions that colors—though other sensory impressions may also serve this purpose—make upon us. Of course, everyone knows this in a general sense: when one allows a blue surface to act upon them, it has a different effect than when one allows a red surface to act upon them. For those who perceive it without becoming nervous—and I emphasize this explicitly—a red surface has something aggressive about it, something that, as it were, emerges from its surface and attacks us. Something always comes toward us from the red. Blue evokes the opposite sensation in us. It remains calmly in its place. Nothing comes toward us from the blue. On the contrary, if we are able to perceive colors more subtly, we have the sensation that we can penetrate the blue with our soul forces, that we can pass right through it. Green is, in a sense, in a state of rhythmic equilibrium. That is why it has such a soothing effect as the earth’s vegetative cover. Green affects us in such a way that we penetrate it to some extent, and it, in turn, comes back to us. When we see a vast green field, we have the feeling that we are entering into something—and then it comes back toward us: in—and back. This is the source of the refreshing quality that a vast, green field has for us.

[ 20 ] Daß so etwas von den Menschen auch bemerkt worden ist, daß man gewissermaßen mit den Farben leben kann, davon können Sie sich ja überzeugen, wenn Sie in Goethes — allerdings heute von wenigen verstandenen — Farbenlehre das Kapitel über sittliche Wirkungen der Farben lesen, wo Sie für alle Farben die entsprechenden Empfindungen angegeben finden, die man bei ihnen haben kann. Man kann also mit den Farben leben, auch mit den anderen Sinnesempfindungen, aber wir wollen, um ein Beispiel zu bringen, jetzt von den Farben sprechen. Man kann mit den Farben so leben, daß einem beim Blau etwas in der Seele ersteht wie eine Kraft, die gleich ist etwa der Sehnsucht, die aus unserer Seele hinausgeht, die aber wohlgefällig aufgenommen wird von dem Blauen. Bei dem Roten entsteht immer etwas, was uns wie entgegenkommt, was uns nicht gelten lassen will, was uns in einer gewissen feinen Weise überfallen will. Man kann, während man Farben empfindet, gewissermaßen moralisch-seelisches Erleben haben. Selbstverständlich kann nicht jeder Mensch in einer Inkarnation solche Übungen machen; aber ich schildere solche Übungen, damit Sie sehen, wie die einzelnen Welten miteinander zusammenhängen. Würde also ein Mensch solche Übungen machen, so würde er viel reiner leben in der Welt der Farben. Würde er für andere Sinnesempfindungen solche Übungen machen, würde er in der Welt der anderen Sinnesempfindungen reiner leben. Aber dann würde bald auch etwas anderes eintreten.

[ 20 ] That people have also noticed this—that one can, so to speak, live with colors—is something you can see for yourself if you read the chapter on the moral effects of colors in Goethe’s Theory of Colors—though few people understand it today—where you will find the corresponding sensations associated with each color that one might experience when encountering them. So one can live with colors, as well as with other sensory perceptions, but let us now speak of colors, to give an example. One can live with colors in such a way that, when encountering blue, something arises in the soul like a force—similar, for instance, to a longing that emanates from our soul but is graciously received by the blue. With red, something always arises that seems to come toward us, that refuses to accept us as we are, that seeks to overwhelm us in a certain subtle way. While perceiving colors, one can, in a sense, have a moral and spiritual experience. Of course, not everyone can perform such exercises in a single incarnation; but I am describing these exercises so that you can see how the individual worlds are interconnected. If a person were to undertake such exercises, they would live much more purely in the world of colors. If they were to undertake such exercises for other sensory perceptions, they would live more purely in the world of those other sensory perceptions. But then something else would soon come into play as well.

[ 21 ] Nehmen Sie an, ein Mensch würde so lebendig das blaue Himmelsgewölbe erleben. Er würde dann nicht bloß das Blau über sich haben — und das ist ja noch dazu ein Blau, das sehr subjektiv ist, denn es ist in Wirklichkeit kein Gewölbe da —, sondern er würde wie eine wohltätige innere Halbkugelfläche über sich erleben, die überall sein seelisches Leben aufnimmt, eine Halbkugelfläche, hinter deren Flächenhaftigkeit sich das seelische Erleben hineinfinden kann. Menschen, die in tieferem Sinne die Welt mitleben, sprechen deshalb so wie zum Beispiel Jakob Böhme, der nicht sagt: Wenn der Mensch das blaue Himmelsgewölbe sieht ... —, sondern der sagt: Wenn der Mensch die Tiefe sieht. — Darinnen liegt das ganze Miterleben des Blau: Wenn der Mensch die Tiefe sieht.

[ 21 ] Suppose a person were to experience the blue vault of the sky so vividly. They would not merely have the blue above them—and this is, moreover, a blue that is highly subjective, for in reality there is no vault there at all—but they would experience it as a benevolent inner hemispherical surface above them, one that embraces their soul life everywhere, a hemispherical surface behind whose two-dimensionality the soul experience can find its way. People who experience the world in a deeper sense therefore speak in the manner of, for example, Jakob Böhme, who does not say: “When a person sees the blue vault of the sky...”—but rather says: “When a person sees the depth.”—Therein lies the entire experience of the blue: “When a person sees the depth.”

[ 22 ] Aber es tritt eine Begleiterscheinung auf, wenn man sich so hineinlebt in das Farbenleben, daß Seelisches zugleich erglimmt, wenn die Farben da sind. Es lebt auf die Möglichkeit, einen ganz kleinen Zeitraum zu benützen, den man sonst gar nicht benützen kann. Wenn Sie einem äußeren Gegenstand entgegentreten im gewöhnlichen physischen Leben, so sehen Sie ihn; Sie sehen also eine bestimmte Farbe. Da beginnt doch eigentlich Ihr Eindruck. Dann können Sie nachdenken, sich eine Vorstellung über die Farbe bilden. Aber mit dem Sehen der Farbe beginnt Ihr Mitleben mit dem Gegenstande. Aber das ist nicht der Anfang desjenigen, was geschieht. Das weiß heute schon der äußere Laboratoriumspsychologe, daß eine gewisse Zeit verfließt zwischen der Wirkung auf unser Auge und dem Eintreten der Vorstellung des Blau. Also das Blau wirkt zunächst auf unser Auge. Dann nehmen wir es nicht gleich wahr, sondern es verfließt eine gewisse Zeit; dann erst wird es uns bewußt.

[ 22 ] But a side effect occurs when one immerses oneself so deeply in the world of colors that one’s inner life is simultaneously kindled by their presence. It brings to life the possibility of making use of a very brief moment that one would otherwise be unable to utilize. When you encounter an external object in ordinary physical life, you see it; that is, you see a certain color. That is actually where your impression begins. Then you can reflect on it and form a mental image of the color. But your engagement with the object begins with the act of seeing the color. But that is not the beginning of what happens. Even the external laboratory psychologist knows today that a certain amount of time elapses between the stimulus reaching our eye and the emergence of the mental image of blue. So blue first acts upon our eye. Then we do not perceive it immediately; rather, a certain amount of time passes; only then does it become conscious to us.

[ 23 ] Sie können heute in den gewöhnlichen Büchern nachlesen, wie in den Laboratorien darüber die Versuche gemacht werden. Man konstruiert gewisse Apparate und versucht, einen Eindruck auftreten zu lassen, und hat davor das Versuchskaninchen, den Studenten. Der muß nun registrieren durch einen anderen Apparat, wann er den Eindruck bekommt, so daß man den kleinen Zeitraum feststellen kann, der verfließt zwischen gleichsam dem Anschlagen unserer Sinnesorgane und dem Bewußtwerden. Da vergeht ein gewisser Zeitraum. In diesem Zeitraum erleben wir also noch nicht die blaue Farbe, wenn es sich um einen blauen Eindruck handelt, aber wir erleben in diesem Zeitraum schon den sittlichen Eindruck der Farbe. Der wirkt schon in uns. Also wie die Seele sich hineinergießt in das Blau, wie das wohlgefällig aufgenommen wird, das ist schon in uns. Das Seelische der Farbe, das wirkt eigentlich früher, nur bleibt es im Unbewußten. Der Mensch nimmt es nicht wahr. Und der Mensch fängt erst an, sein Bewußtsein zu entwickeln, wenn die Farbe auftritt. Er beachtet das nicht, was der Farbempfindung vorangeht.

[ 23 ] Today, you can read in standard textbooks about how experiments on this topic are conducted in laboratories. Certain devices are constructed to induce a sensation, and the student serves as the guinea pig. The student must then use another apparatus to record when he receives the impression, so that one can determine the brief interval that elapses between, so to speak, the stimulation of our sense organs and the moment of awareness. A certain interval passes. During this interval, we do not yet experience the blue color—if it is a blue impression—but we do already experience the moral impression of the color. It is already at work within us. So the way the soul pours itself into the blue, the way it is gratefully received—that is already within us. The soul aspect of the color actually takes effect earlier; it simply remains in the unconscious. The human being does not perceive it. And the human being only begins to develop consciousness when the color appears. He does not pay attention to what precedes the sensation of color.

[ 24 ] Denken Sie nun einmal, wenn man genötigt ist, in einer gewissen Weise auf diesen sittlichen Eindruck der Farbe, auf dieses Seelenerleben der Farbe besonders zu achten, dann stellt sich etwas Besonderes auch ein. Man muß darauf achten, wenn man notwendig hat, die Farbe gewissermaßen selbst erst hinzuzutun auf irgendeine Fläche, das heißt, wenn man malt, oder wenn man überhaupt Farben vermittelt, die erst erscheinen sollen aus dem Gedanken heraus. Wenn man es mit wirklicher Malerei zu tun hat, arbeitet man dann aus dem seelischen Eindruck der Farbe heraus. Da macht man es nicht so wie der reine Modell-Künstler, der bloß das Modell nachmacht, sondern da weiß man, da hat man diesen seelischen Eindruck hervorzurufen, da gibt man Rot hin. An einer anderen Fläche gibt man Blau hin, weil man diesen oder jenen seelischen Eindruck hervorzurufen hat. So ist die ganze Malerei gehalten in unserem Dornacher Bau. Da ist das, was Farbengebung ist, durchaus entsprungen aus dem Seelischen, das ja erscheinen soll durch die Farben. Dadurch war aber im eminentesten Sinne notwendig, zuerst den Bau in sich zu haben als seelisches Wesen. So wie der Bau der Welt entgegentreten wird, so ist er herausgewachsen als Bau aus dem seelischen Wesen. Das, woraus er herausgewachsen ist, das würden die Menschen wahrnehmen am Dornacher Bau, wenn sie diesen kleinen Zeitraum benutzen könnten, der da verfließt zwischen dem, daß der Bau auf die Sinnesorgane wirkt, und dem, daß der Eindruck zum Bewußtsein gebracht wird. Aber derjenige, der beteiligt war an dem Aufbau, der muß aus diesem kleinen Zeitraum heraus gerade schaffen, der muß alles, was an dem Bau an Farben und Formen ist, aus diesem kleinen Zeitraum heraus schaffen.

[ 24 ] Just think: when one is compelled to pay particular attention to this moral impression of color, to this inner experience of color, something special occurs. One must pay attention to this when one is required, as it were, to first add the color oneself to a surface—that is, when one paints, or when one conveys colors that are to emerge from thought. When one is engaged in true painting, one works from the soulful impression of color. One does not proceed like the pure model painter, who merely imitates the model; rather, one knows that one must evoke this soulful impression, and so one applies red. On another surface, one applies blue because one needs to evoke this or that spiritual impression. This is the approach to all the painting in our Dornach building. There, the use of color springs entirely from the spiritual realm, which is meant to be revealed through the colors. Consequently, however, it was absolutely necessary—in the most profound sense—to first have the building within oneself as a spiritual being. Just as the building will present itself to the world, so has it grown forth as a building out of the spiritual essence. People would perceive what it has grown out of in the Dornach Building if they could make use of that brief interval that elapses between the building’s effect on the sense organs and the moment when the impression is brought into consciousness. But the one who was involved in the construction must create precisely out of this brief interval; he must create everything in the building—its colors and forms—out of this brief interval.

[ 25 ] Ich habe Sie, ich möchte sagen in einer wissenschaftlicheren Weise in etwas geführt, was Ihnen vielleicht schwer erscheint. Aber man muß auch solche Schwierigkeiten überwinden. Es kann auch in der heutigen Zeit durchaus schon so sein, daß der Mensch nun wie begnadet — und begnadet sind wir in einer gewissen Weise immer, indem wir in der Welt drinnenstehen — in irgendeiner Weise diesen Augenblick festhalten kann. Er sieht irgend etwas und wird doch zuweilen den Eindruck haben können, daß eigentlich schon eine Wechselwirkung stattgefunden hat zwischen ihm und dem, was er sieht, wenn er es sich zum Bewußtsein bringt. Er sieht etwas und sagt sich: Es kommt mir vor, wie wenn ich das schon früher gesehen hätte.

[ 25 ] I have, so to speak, guided you in a more scientific way into something that may seem difficult to you. But one must also overcome such difficulties. Even in our time, it may well be the case that a person—as if by divine inspiration—and in a certain sense we are always inspired simply by being in the world—can in some way capture this moment. He sees something and yet may sometimes have the impression that an interaction has actually already taken place between him and what he sees, when he brings it to consciousness. They see something and say to themselves: It seems to me as if I had seen this before.

[ 26 ] Sie werden vielleicht alle Bekanntschaft gemacht haben damit, daß man gewissermaßen einem Wesen oder Gegenstand gegenübertritt und so das Gefühl hat: Es ist nicht erst dann da, wenn es einen Eindruck auf das Bewußtsein macht, sondern es hat sich genähert, es ist schon vorher nahe an uns herangekommen. Das Heranschleichen, könnte man sagen, man kann es zuweilen bemerken. Für das gewöhnliche Leben aber liegt das, was so in diesem kleinen Zeitraum stattfindet, schon durchaus jenseits des Bewußtseins, jenseits der Schwelle. In dem Augenblick, wo man sich zum Bewußtsein bringen kann das, was so gerade jenseits der Schwelle des Bewußiseins liegt, in diesem Augenblick macht man eine wichtige geistige Entdeckung. Ich will es in einem speziellen Fall noch einmal vor Augen bringen. Eine Anzahl von Ihnen hat ja die Sache schon gehört, ich habe es vielleicht auch hier schon erwähnt. Im vorigen Jahre starb ein Knäblein in der Nähe des Baues, wurde zerdrückt von einem Möbelwagen. Der Ätherleib dieses Knäbleins ist mit dem Dornacher Bau vereint, bildet die Aura des Dornacher Baues, lebt in der Aura des Dornacher Baues. Und wenn man künstlerisch zu schaffen hat an dem Dornacher Bau, dann kommen Kräfte aus diesem Ätherleib, der vergrößert natürlich dann erscheint. Man fühlt in sich diese Kräfte, wie man seelisch den Bau fühlt.

[ 26 ] You may all have experienced this: you come face to face, as it were, with a being or an object and have the feeling that it is not merely present when it makes an impression on your consciousness, but that it has drawn near—it has already come close to us beforehand. One might say it creeps up on you; you can sometimes notice it. In ordinary life, however, what takes place in this brief moment lies entirely beyond consciousness, beyond the threshold. At the very moment when one is able to bring into consciousness that which lies just beyond the threshold of consciousness, at that very moment one makes an important spiritual discovery. I would like to illustrate this once more with a specific case. Some of you have already heard this story; I may have mentioned it here before. Last year, a little boy died near the building; he was run over by a moving truck. The etheric body of this little boy is united with the Dornach building; it forms the aura of the Dornach building and lives within the aura of the Dornach building. And when one is engaged in artistic work on the Dornach Building, forces emerge from this etheric body, which naturally appears to grow larger. One feels these forces within oneself, just as one feels the building in one’s soul.

[ 27 ] Warum ist denn das? Das ist aus dem Grunde, weil in der Welt, von der ich eben gesprochen habe, die immer um uns ist, die wir nur nicht wahrnehmen, weil sie unbeachtet bleibt, bevor der Eindruck an uns kommt, weil in der Welt also die Ätherleiber der Toten enthalten sind, auf die die Toten hinschauen. Was die Toten von unserer Welt sehen, worauf die Toten schauen, das ist in der uns umgebenden Ätherwelt enthalten. Und wir würden es sogar immer schauen, wenn wir gewissermaßen schauen könnten, bevor wir schauen in der physischen Welt, wenn wir nur ein wenig diese Schwelle übertreten könnten.

[ 27 ] Why is that? It is because in the world I just spoke of—the world that is always around us, but which we do not perceive because it goes unnoticed before the impression reaches us—that world contains the etheric bodies of the dead, toward which the dead look. What the dead see of our world—what they look upon—is contained in the etheric world surrounding us. And we would even be looking at it all the time if we could, so to speak, see before we see in the physical world, if only we could cross that threshold just a little.

[ 28 ] Das hindert aber nicht, daß die Toten durch dasjenige, was sie zurückgelassen haben, immer wirksam sind in dieser Welt. Uns umgibt eine Welt, in der die Ätherleiber der Toten leben. In irgendeiner Weise sind sie mit ihr verbunden. Und nur weil dasjenige, was im Äther lebt, erst an unseren physischen Leib anschlagen und den Apparat des physischen Leibes in Bewegung setzen muß, nehmen wir dieses gewaltige Umwobensein von dem, was von den Toten in unserer Welt ätherisch vorhanden bleibt, nicht wahr. Dieses Gefühl müssen wir uns aber aneignen, daß unsere Welt bereichert werden muß für unsere Vorstellungen um dasjenige, was zunächst in dieser ganzen Ätherwelt durch die Ätherleiber der Toten vorhanden ist.

[ 28 ] However, this does not prevent the dead from continuing to exert an influence in this world through what they have left behind. We are surrounded by a world in which the etheric bodies of the dead live. In some way, they are connected to it. And only because what lives in the ether must first touch our physical body and set the apparatus of the physical body in motion do we fail to perceive this powerful interweaving of what remains of the dead in our world in an etheric form. We must, however, cultivate the awareness that our world must be enriched, for the sake of our mental images, by what is present in this entire etheric world through the etheric bodies of the dead.

[ 29 ] Die Toten selber sind zunächst nicht in dieser Welt drinnen, nur ihre zurückgebliebenen Ätherleiber. Die Toten selber können wir auf so leichte Art nicht finden — obwohl diese leichte Art auch schwierig ist. Die Toten selber leben also weiter, nachdem sie ihren Ätherleib abgelegt haben, in ihrem astralischen Leib und in ihrem Ich. Sie können ermessen, wie wir unsere Vorstellungen umgestalten müssen, wenn Sie in Betracht ziehen, daß ja alles Gedankenhafte mit dem Ätherleib, der in die äußere Ätherwelt geht, von uns abgesondert ist. Das Gedankenhafte, das wir hier in unserem physischen Leibe aufgeschichtet haben, bleibt uns nicht nach dem Tode. Das Gedankenhafte wird eine Außenwelt. Der Tote sieht auf seine Gedanken nach dem Tode nicht so hin, wie er hinsah etwa auf Gedanken, die er sich während des Lebens gebildet hat, und an die er sich dann erinnert, die er aus seinen Untergründen heraufbringt. Der Tote sieht auf seine Gedanken wie auf ein ätherisches Gemälde hin, er sieht seine Gedanken draußen in der Welt. Gedanken sind etwas Äußerliches für denjenigen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist. Dasjenige, was hier sich uns offenbart durch Gefühl und Wille, das bleibt mit unserer Individualität verbunden. Das lebt dann weiter in unserem astralischen Leib und in unserem Ich. Unser Ich entzündet sich zum Selbstbewußtsein durch die Anschauung des Momentes des Todes. Unser astralischer Leib entzündet sich dadurch, daß die Gedanken in dem Gemälde vor uns sind, sich in unseren astralischen Leib hereindrängen. Wir erleben sie dadurch in unserem astralischen Leib. Hier im physischen Leib erleben wir Gedanken so, daß wir sie von innen heraus holen. Nach dem Tode erleben wir Gedanken so, daß wir auf sie hinblicken wie auf Sterne, auf Welten oder auf Berge, und sie machen auf uns einen Eindruck. Diesen Eindruck empfangen wir und erleben ihn in unserem astralischen Leib und in unserem Ich. Also das gerade Umgekehrte ist der Fall wie im physischen Leben. Während wir Gedanken hier etwas Innerliches nennen, müssen wir sie nach dem Tode ein Äußerliches nennen. Wir leben, aufgegangen in die Welt, ausgegossen in die Welt. Das ist wichtig, daß wir das einsehen, daß wir nicht uns der Vorstellung hingeben, als ob die Welt nach dem Tode nur so etwas wäre wie eine feine, dünne Wiederholung der physischen Welt hier, wie man es oftmals in spiritistischen Kreisen annimmt. Sie ist etwas ganz anderes. Sie ist schon deshalb etwas ganz anderes, weil unsere Gedanken Wesen außerhalb unserer sind.

[ 29 ] The dead themselves are not initially present in this world; only their etheric bodies remain behind. We cannot find the dead themselves so easily—although even this “easy” method is difficult. The dead themselves, then, continue to live—after they have shed their etheric bodies—in their astral bodies and in their I. You can appreciate how we must reshape our mental images when you consider that everything of a mental nature is separated from us along with the etheric body, which passes into the outer etheric world. The thoughts we have accumulated here in our physical body do not remain with us after death. Thoughts become an external world. After death, the deceased does not regard his thoughts in the same way he regarded, for example, the thoughts he formed during his life—thoughts he then recalls, bringing them up from his inner depths. The deceased regards his thoughts as if they were an ethereal painting; he sees his thoughts out there in the world. Thoughts are something external to the one who has passed through the gate of death. That which reveals itself to us here through feeling and will remains connected to our individuality. This then lives on in our astral body and in our “I.” Our “I” is kindled to self-consciousness through the contemplation of the moment of death. Our astral body is kindled by the fact that the thoughts, present in the painting before us, press their way into our astral body. We thereby experience them in our astral body. Here in the physical body, we experience thoughts by drawing them forth from within. After death, we experience thoughts by gazing upon them as we would upon stars, worlds, or mountains, and they make an impression upon us. We receive this impression and experience it in our astral body and in our “I.” Thus, the exact opposite is true compared to physical life. Whereas here we call thoughts something internal, after death we must call them something external. We live, absorbed into the world, poured out into the world. It is important that we realize this, that we do not succumb to the mental image that the world after death is merely a kind of subtle, faint repetition of the physical world here, as is often assumed in spiritualist circles. It is something entirely different. It is something entirely different precisely because our thoughts are beings outside of us.

[ 30 ] Gerade wenn man solche Vorstellungen sich vor die Seele führt, dann merkt man, daß man nicht nur, ich möchte sagen ein wenig Vorurteilslosigkeit braucht, um sich mit der Geisteswissenschaft einverstanden zu erklären, sondern daß man auch eine gewisse Möglichkeit haben muß, die Begriffe flüssig zu machen, die Begriffe etwas zu verändern, daß man nicht den Anspruch erheben darf, mit den Begriffen, die man hier hat, auch dasjenige sich vorstellen zu können, was in der geistigen Welt darinnen ist. Daher ist für denjenigen, der in der Lage ist, einen sogenannten Toten, sagen wir, zu besuchen, nötig, daß er diesen Verkehr mit den Toten lernt. Während wir hier, wenn wir einem Menschen gegenübertreten, dadurch, ich möchte sagen in eine Beziehung zu seinem Inneren treten, daß er vielleicht dieses Innere uns ausspricht durch Worte oder durch Mienen oder durch Gebärden, ist es beim Toten so, daß, wenn wir zu ihm in Beziehung treten, er uns dasjenige, was er uns sagen will, in der objektiven Welt zeigt. Wir sehen gleichsam in Imaginationen, auf die er uns hinweist, dasjenige, was er erlebt, was er uns zu sagen hat. Ich möchte sagen, der Tote sagt, wenn man ihn irgend etwas frägt: Sehe dort hin, dort wirst du finden, was ich jetzt erlebe.

[ 30 ] It is precisely when one brings such mental images to mind that one realizes that one not only, I would say one needs a certain degree of open-mindedness to accept Spiritual Science, but that one must also have a certain ability to make these concepts more flexible, to adapt them somewhat, so that one does not presume to be able to create a mental image, using the concepts one has here, of what actually exists in the spiritual world. Therefore, for someone who is able to, let’s say, visit a so-called dead person, it is necessary to learn this communication with the dead. Whereas here, when we encounter a living person, we enter—I might say—into a relationship with their inner being through the fact that they may express this inner being to us through words, facial expressions, or gestures, with the dead it is the case that when we enter into a relationship with them, they show us in the objective world what they wish to tell us. We see, as it were, in the images to which they point us, what they are experiencing, what they have to tell us. I would say that when one asks the dead person anything, they say: “Look over there; there you will find what I am experiencing now.”

[ 31 ] Aber das alles ist ein schneller Vorgang. Der Tote hat also die Fähigkeit, Gedanken, die wir hier nur innerlich, unsichtbar erleben, übersinnlich zu schauen. Nur wenn man sich die Fähigkeit aneignet, mit ihm Gedanken zu schauen, dann kann man mit ihm erleben. Dadurch hat er die ganz besondere Fähigkeit, auch unsere Gedanken als Toter, als sogenannter Toter, mitzuerleben. |

[ 31 ] But all of this happens very quickly. The deceased, therefore, has the ability to perceive thoughts—which we here experience only inwardly and invisibly—through extrasensory means. Only by acquiring the ability to perceive thoughts together with him can one experience them alongside him. As a result, he possesses the very special ability to share in our thoughts even as a deceased person, as a so-called deceased person. |

[ 32 ] Das tritt einem insbesondere bei einer Erscheinung auf, die ich auch hier berühren möchte. Wenn jemand von uns weggegangen ist, den wir geliebt haben, so tragen wir die Gedanken an ihn in unserer Seele weiter. Wir denken an dasjenige, was wir mit ihm zusammen erlebt haben, was wir mit ihm erfühlt haben und so weiter. Der Tote, sagte ich, schaut Gedanken. Er sieht auch unsere Gedanken, und er kann sogar sehr bald unterscheiden die Gedanken, die er als Abdrücke der geistigen Welt selber hat, die Imaginationen bedeuten für das, was in der geistigen Welt ist, und diejenigen Gedanken, die ein Mensch in der Seele denkt, die in einem Leibe ist. Er kann das unterscheiden. Er unterscheidet es durch sein inneres Erleben. Der Unterschied ist sogar ein sehr großer. Wenn der Tote — beim Initiierten ist es ganz gleich den Gedanken von etwas erleben soll, was nur in der geistigen Welt ist, so muß er aktiv diesen Gedanken erleben. Er muß jedes Stück dieses Gedankens, das er erlebt, selber, ich möchte sagen erst nachfahren. Der Vorgang ist ja schwer klarzumachen. Nehmen Sie an, hier wäre ein Gemälde, aber dieses Gemälde würden Sie nur sehen, wenn Sie alle Einzelheiten selbst nachzeichnen und nachmalen würden. Das kann der Tote. Alle Gedanken, die er sieht, malt er nach, er schafft sie gleichsam nach, und er erlebt dieses Nachschaffen. Darinnen besteht im wesentlichen ein großes Stück des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, daß dasjenige, was in der geistigen Welt in der Gedankenbildung vorhanden ist, nachgeschaffen wird. Das schafft man so nach. Dann weiß man, man hat es zu tun mit Gedankenbildungen, die bloß der geistigen Welt angehören.

[ 32 ] This is particularly evident in a phenomenon that I would also like to touch on here. When someone we have loved has passed away, we continue to carry our thoughts of them in our souls. We think about the experiences we shared with them, the feelings we shared with them, and so on. The deceased, as I said, observes thoughts. He also sees our thoughts, and he can very quickly distinguish between the thoughts he himself has as impressions of the spiritual world—which are imaginations representing what exists in the spiritual world—and those thoughts that a person thinks in their soul while still in a physical body. He can distinguish between them. He distinguishes them through his inner experience. The difference is actually a very great one. When the deceased—and for the initiate it is exactly the same—is to experience a thought of something that exists only in the spiritual world, he must actively experience that thought. He must himself—I would say—first trace every part of that thought that he experiences. The process is, of course, difficult to explain. Suppose there were a painting here, but you could only see this painting if you were to trace and paint every detail yourself. The deceased can do this. Every thought they see, they trace; they recreate it, as it were, and they experience this act of recreation. This essentially constitutes a large part of life between death and a new birth: the recreation of what exists in the spiritual world in the form of thought-images. This is how one recreates them. Then one knows that one is dealing with thought-images that belong solely to the spiritual world.

[ 33 ] Anders ist das Erlebnis, wenn man auf Gedanken hinschaut von der geistigen Welt aus, die bei den Menschen leben, die man zurückgelassen hat in der physischen Welt. Da ist es nicht, als ob man sie nachschafft, sondern da treten einem wirklich die Gedanken so entgegen, daß man sich passiv zu ihnen verhalten kann. Wie der Blumenstock von mir nicht erst nachgezeichnet zu werden braucht, sondern sich unmittelbar als Eindruck dann bildet, so sind die Gedanken der Lebenden. Die entstehen wirklich in einer ähnlichen Weise, wie die Eindrücke der physischen Welt hier entstehen. Und das ist dasjenige, was die Toten an den Gedanken der Lebenden, die sie liebten, erhebt, erfreut, erwärmt. Denn es ist ein ganz besonderes Gebiet für die Toten, hineinzuschauen in die Gedanken der sie liebenden Zurückgebliebenen. Das ist eine besondere Welt für sie. Man könnte ja hier die physische Welt erleben so, daß nur dasjenige da wäre, was im mineralischen, im tierischen, im pflanzlichen und im menschlichen Reich entsteht. Dann würde es zum Beispiel keine Kunst geben. Die Kunst ist hinzuerschaffen zu dem, über das hinaus, was man eigentlich braucht. Sie ist dasjenige aber, von dem der Mensch, der die Entwickelung der Menschheit überhaupt seelisch ins Auge faßt, weiß, daß es nicht fehlen darf in der Welt, trotzdem die Natur ebenso vollständig wäre, wie sie ist, auch wenn es keine Kunst gäbe. So könnte der Tote allenfalls leben, wie der Mensch in der öden, toten, bloßen Naturwelt leben würde, in einer Welt ohne Kunst, so könnte der Tote leben, wenn das Sonderbare eintreten würde, daß jeder Tote gleich nach seinem Tode von seinen Lieben vergessen würde. Dasjenige, was geschaut wird an Gedanken, die in den Seelen der die Toten Liebenden zurückgeblieben sind, das ist etwas, was zu der Welt, die der Tote unmittelbar braucht, allerdings hinzukommt, was aber das Dasein des Toten erhöht, verschönert. Man kann das vergleichen mit der Kunst in der physischen Welt, aber der Vergleich hinkt, denn für den Toten ist es eine Erhöhung, eine Verschönung in einem weit höheren Sinne als die Verschönung der physischen Welt für uns durch die Kunst.

[ 33 ] The experience is different when one observes, from the spiritual world, the thoughts of the people one has left behind in the physical world. It is not as if one were recreating them; rather, the thoughts truly come to meet one in such a way that one can remain passive toward them. Just as the image of the flower stalk does not need to be reconstructed in my mind but forms itself directly as an impression, so too are the thoughts of the living. They arise in much the same way as the impressions of the physical world do here. And this is what uplifts, delights, and warms the dead through the thoughts of the living whom they loved. For it is a very special realm for the dead to look into the thoughts of those left behind who love them. This is a special world for them. One could, after all, experience the physical world here in such a way that only what arises in the mineral, animal, plant, and human kingdoms would be present. Then, for example, there would be no art. Art is a creation that goes beyond what one actually needs. Yet it is precisely that which a person—who contemplates the development of humanity from a spiritual perspective—knows must not be missing from the world, even though nature would be just as complete as it is, even if there were no art. Thus, the dead could at best live as a human being would live in the barren, lifeless, bare natural world—in a world without art—and the dead could live in this way if the strange situation were to arise that every dead person were forgotten by their loved ones immediately after their death. That which is perceived in the thoughts remaining in the souls of those who loved the dead is something that is indeed added to the world the dead person immediately needs, but which also elevates and beautifies the dead person’s existence. One might compare this to art in the physical world, but the comparison is flawed, for the deceased, it is an elevation and a beautification in a far higher sense than the beautification of the physical world for us through art.

[ 34 ] Es hat daher im ganzen Weltendasein einen tiefen Sinn, wenn wir unsere Gedanken mit den Gedanken der Toten vereinen, namentlich auch in der Weise, wie hier öfter davon gesprochen worden ist, daß wir namentlich auch solche Gedanken an die Toten heranbringen, die in der Sprache, in der Begriffssprache abgefaßt sind, die ja den Lebenden und den Toten gemeinschaftlich ist: in der Sprache, die wir hier in der Geisteswissenschaft sprechen. Denn dasjenige, was Inhalt der Geisteswissenschaft ist, verstehen die Toten so gut wie die Lebendigen. Das wird ihnen auch niemals fremd, den Toten.

[ 34 ] There is therefore a profound meaning in the whole of worldly existence when we unite our thoughts with the thoughts of the dead—particularly in the way that has often been discussed here, namely, that we also bring to the dead those thoughts that are expressed in the language of concepts, which is, after all, common to both the living and the dead: in the language we speak here in Spiritual Science. For the dead understand the content of Spiritual Science just as well as the living do. It will never be foreign to them, the dead.

[ 35 ] Ich glaube, gerade durch das Zusammentragen von solchen Vorstellungen bekommen wir allmählich ein plastisches Bild von der geistigen Welt. Wir können uns hineinfinden in dasjenige, was jenseits der Schwelle liegt und woraus im Grunde genommen doch alles dasjenige auch fließt, was diesseits dieser Schwelle für uns vorhanden ist.

[ 35 ] I believe that it is precisely by bringing together such mental images that we gradually gain a vivid picture of the spiritual world. We can find our way into that which lies beyond the threshold—and from which, in essence, everything that exists for us on this side of the threshold flows.

[ 36 ] Diesen Erscheinungen gegenüber muß ins Auge gefaßt werden, daß — allerdings in berechtigter Weise, weil es zum Weltenplan gehört — die gegenwärtige Menschheit mit Bezug auf das Schauen der Welt kurzsichtig ist, aber kurzsichtiger eigentlich noch, als es sein müßte. Denn wenn so der recht materialistisch Gesinnte in unserer Gegenwart seine Begriffe, seine Vorstellungen von der Welt sich bildet, dann denkt er, diese Vorstellungen, diese Begriffe, die sind die allgemein menschlichen. Sie wissen ja, wie schwer es einem materialistisch gesinnten Menschen gerade beizubringen ist, daß man auch anders denken kann als er. Der Materialist ist ja doch gerade auf dem Boden stehend, daß er sagt, der ist ein Narr, der nicht so denkt wie er. Es gibt gerade keine größere innere Intoleranz als diejenige des materialistisch gesinnten Menschen. Der materialistisch gesinnte Mensch denkt im Grunde immer so: Früher haben die Menschen gedacht, allerlei Geistiges sei vorhanden, kaum einen Schritt haben sie gemacht im Leben, ohne daß sie überall Geister vermutet oder gesehen haben sogar. Das ist aber alles eitel Phantasterei gewesen. Jetzt haben wir es endlich so weit gebracht als Menschengeschlecht, daß wir diese Kindereien abgelegt haben. — Und doch könnten die Menschen eigentlich auf Schritt und Tritt bemerken, wie unsinnig gerade solch eine Vorstellung ist.

[ 36 ] In light of these phenomena, we must acknowledge that—and rightly so, since it is part of the world plan—present-day humanity is short-sighted when it comes to perceiving the world, but in fact even more short-sighted than it ought to be. For when a truly materialistically minded person in our time forms his concepts and mental images of the world, he thinks that these ideas and mental images are universally human. You know, after all, how difficult it is to convince a materialistically minded person that one can think differently from him. After all, the materialist stands on the very ground of asserting that anyone who does not think as he does is a fool. There is, in fact, no greater inner intolerance than that of the materialistically minded person. The materialistically minded person, at heart, always thinks this way: In the past, people believed that all manner of spiritual beings existed; they scarcely took a step in life without suspecting—or even seeing—spirits everywhere. But all of that was mere fantasy. Now, as a human race, we have finally progressed to the point where we have outgrown these childish mental images. — And yet people could actually notice at every turn just how nonsensical such a mental image is.

[ 37 ] Ich will Ihnen das an einem Beispiel klarmachen, das scheinbar weit hergeholt ist und von einer ganz anderen Seite herkommt als dasjenige, was wir heute besprochen haben. Denken wir einmal an das von uns von verschiedenen Seiten oft betrachtete Bild von dem ersten Stadium des Erdenwerdens, vom Paradiesesdasein des Menschen, wie wir es in der Bibel haben. Denken wir an dieses Bild von den ersten Menschen Adam und Eva im Paradies, Eva in den Apfel beißend, Adam den Apfel gebend, die Schlange am Baum, die Eva verführend. Dieses Motiv wird zuweilen auch noch gemalt, gerade in der heutigen Zeit allerdings so, daß man ein möglichst natürliches Weib und einen noch natürlicheren Mann malt, weil das modern ist. Sei es impressionistisch, sei es expressionistisch, jedenfalls werden ein möglichst natürliches Weib und ein noch natürlicherer Mann und eine natürliche Landschaft und eine natürliche Schlange gemalt, die natürliche gierige Zähne zeigt und so weiter. Aber man hat nicht immer so gemalt, denn ein solches Bild würde nicht den eigentlichen Tatbestand geben, den wir dabei zu sehen haben. Wir wissen ja, daß wir in der Schlange das Symbolum für den eigentlichen Verführer, für den Luzifer zu sehen haben. Aber der Luzifer ist eine Wesenheit, die, wie wir wissen, zurückgeblieben ist während des Mondendaseins, die also so, wie sie im Erdendasein auftritt, in der Schlange nur ihr Symbolum haben kann, aber die Schlange ist doch nicht der Luzifer, sondern das muß doch geistig irgendwie gesehen werden. Das heißt, es muß auch mit seelischen Kräften dieser Luzifer gesehen werden. Von innen heraus, mit Anstrengung innerer Kräfte muß dieser Luzifer gesehen werden. Wie könnte man ihn denn sehen, meine lieben Freunde? Wir tragen ja im Grunde genommen alle die Eindrücke des Luzifer in uns, geradeso wie die Eindrücke des Ahriman. Ich will Ihnen möglichst kurz, ohne alle Beweisführungen und ohne alle Erläuterungen im kleinen, die Sie sich selber suchen können nach dem, was wir schon in unserer Literatur haben, vorführen, wie man etwa über den Luzifer auch eine Vorstellung haben könnte.

[ 37 ] I’d like to illustrate this with an example that may seem far-fetched and comes from a completely different angle than what we’ve discussed today. Let’s consider the image we’ve often examined from various angles—the image of the first stage of Earth’s creation, of humanity’s existence in Paradise, as described in the Bible. Let’s think of this image of the first humans, Adam and Eve, in Paradise: Eve biting into the apple, Adam offering her the apple, the serpent by the tree tempting Eve. This motif is still occasionally painted today, though in our time it is done in such a way that a woman is depicted as naturally as possible and a man even more naturally, because that is considered modern. Whether impressionistic or expressionistic, in any case, a woman as natural as possible and an even more natural man are depicted, along with a natural landscape and a natural serpent showing its natural, greedy teeth, and so on. But paintings have not always been done this way, for such a picture would not convey the actual facts of the matter that we are meant to see here. We know, after all, that in the snake we must see the symbol of the actual tempter, of Lucifer. But Lucifer is a being who, as we know, remained behind during the lunar existence; thus, as he appears in earthly existence, he can only have his symbol in the snake—yet the snake is not Lucifer himself; rather, he must be perceived spiritually in some way. That is to say, this Lucifer must also be perceived through soul forces. He must be perceived from within, through the exertion of inner forces. How, then, might one perceive him, my dear friends? After all, we all essentially carry within us the impressions of Lucifer, just as we carry the impressions of Ahriman. I want to show you as briefly as possible—without all the arguments and without all the detailed explanations, which you can look up for yourselves in what we already have in our literature—how one might form a mental image of Lucifer.

[ 38 ] Der Mensch trägt die Impulse des Luziferischen in sich. Er trägt sie so in sich, daß sie in seinem Haupte sitzen, von seinem Haupte aus den astralischen Leib, bei dem das Luziferische stehengeblieben ist, durchdringen. Also während sonst die Geister der Form sein Haupt gebildet haben, drängen sich die luziferischen Impulse mit in sein Haupt hinein, aber auch in das, was aus dem Astralischen gebildet wird, in das Rückenmark. Würden wir also von einem Menschen herauszeichnen den Kopf und seine Verlängerung, das Rückgrat, so würden wir eine Schlange bekommen, eine schlangenförmige Bildung mit einem Menschenkopf. Natürlich ist das Ganze dann astralisch zu denken, der Kopf noch etwas Nachbildung des menschlichen Kopfes, und das Rückgrat, das daran hängt, schlängelt sich so. Denken Sie sich das objektiv hinausprojiziert, so ist es eine Schlange mit einem Menschenkopf. Das heißt, wer Luzifer äußerlich im Bilde sieht, könnte eigentlich sagen: Schlange mit dem Menschenkopf. — Nicht eine Schlange mit dem Schlangenkopf, denn das ist kein Luzifer mehr, das ist eine irdische Schlange, auf die schon die Geister der Form als irdisches Wesen gewirkt haben. Also Schlange mit dem Menschenkopf, müßten wir sagen. Das heißt, daß ein Maler, der den Luzifer auf dem Baume malen wollte, die Schlange an dem Baume sich schlängelnd und einen Menschenkopf oben darstellen müßte. Da würde er aus der Erkenntnis unserer Geisteswissenschaft heraus malen. Wir müßten uns also vorstellen Adam und Eva bei einem Baume, und in den Baum hineingeringelt, einem Schlangenkörper ähnlich, eben nur das astralisch gewordene Rückenmark und was nachbildet den menschlichen Kopf. Wenn das Weib ihn zunächst sieht, ist er natürlich dem weiblichen Gesichte nachgebilder.

[ 38 ] Human beings carry within themselves the impulses of the Luciferic. They carry them in such a way that they are situated in their head, and from there they permeate the astral body, in which the Luciferic has become fixed. So while the spirits of form have otherwise shaped the head, the Luciferic impulses press their way into the head, but also into what is formed from the astral—into the spinal cord. If we were to trace the outline of a human being’s head and its extension—the spine—we would end up with a snake, a serpentine formation with a human head. Of course, the whole thing must then be conceived as astral: the head is still somewhat a replica of the human head, and the spine attached to it winds its way like this. If you imagine this projected outward objectively, it is a serpent with a human head. That is to say, anyone who sees Lucifer externally in a picture could actually say: a serpent with a human head. — Not a serpent with a serpent’s head, for that is no longer Lucifer; that is an earthly serpent upon which the spirits of form have already acted as an earthly being. So we would have to say: a serpent with a human head. This means that a painter who wanted to depict Lucifer on the tree would have to portray the serpent winding its way up the tree with a human head at the top. In doing so, he would be painting based on the insights of our Spiritual Science. We would therefore have to create a mental image of Adam and Eve standing by a tree, and coiled within the tree—resembling a serpent’s body—is simply the spinal cord that has become astral, and what resembles the human head. When the woman first sees him, he is naturally modeled after the female face.

[ 39 ] Gehen Sie hier in das Museum, in die Kunsthalle, und schauen Sie sich das Bild von dem Meister Bertram an und sehen Sie, wie dieser in der Mitte des Mittelalters noch diese Schlange an den Baum hingemalt hat, so wie ich das jetzt erzählt habe. Das ist frappierend! Das ist großartig frappierend, denn es liefert uns den Beweis, daß ein Maler in der Mitte des Mittelalters aus den realen, aus den wirklichen Vorstellungen der geistigen Welt heraus gemalt hat. Das ist ein vollgültiger Beweis, daß wir gar nicht viele Jahrhunderte zurückzugehen brauchen, um heute noch die Dokumente dafür zu erhalten, daß man dazumal noch etwas gewußt hat, was die Menschheit heute in dem materialistischen Zeitalter vergessen hat.

[ 39 ] Go to the museum here, to the Kunsthalle, and take a look at the painting by Master Bertram; see how, in the middle of the Middle Ages, he still painted this snake hanging from the tree, just as I have just described. That is truly striking! It is truly astonishing, for it provides us with proof that a painter in the Middle Ages painted from real, genuine mental images of the spiritual world. This is conclusive proof that we do not need to go back many centuries to find evidence today that people back then still knew something that humanity has forgotten in today’s materialistic age.

[ 40 ] Selbstverständlich wird niemals in einer äußeren Kunstgeschichte diese Sache, die ich eben jetzt auseinandergesetzt habe, berührt werden. Dennoch kann sich jeder in unserer materialistischen Zeit nicht nur gesinnungs-, sondern anschauungsweise überzeugen davon: Das Hinschauen auf das Geistige ist erst seit ein paar Jahrhunderten verschwunden. Wer in die Kunsthalle geht und von dem Meister Bertram dieses Paradiesesbild sich ansieht, hat den vollgültigen, auf dem äußeren physischen Plane erbrachten Beweis, daß es noch gar nicht lange her ist, daß die Menschen durch, wie wir sagen atavistisches Hellsehen in die geistige Welt hineinschauen konnten und deren Geheimnisse noch ganz anders wußten, als man sie in der Gegenwart weiß. Denken Sie nur, wie blind eigentlich die Menschen durch die Welt gehen, da sie sich selbst äußerlich auf dem physischen Plane davon überzeugen könnten, wenn sie nur wollten, daß Entwickelung vorhanden ist im Menschengeschlechte.

[ 40 ] Of course, no external history of art will ever touch upon this matter that I have just discussed. Nevertheless, in our materialistic age, everyone can convince themselves of this—not only in terms of their convictions but also through direct observation: the focus on the spiritual has only disappeared in the last few centuries. Anyone who goes to the art museum and looks at Master Bertram’s painting of paradise has full and valid proof, presented on the external physical plane, that it was not so long ago that people were able to look into the spiritual world through what we call atavistic clairvoyance and knew its secrets quite differently from how they are known today. Just think how blindly people actually go through the world, since they could convince themselves of this outwardly on the physical plane—if only they wanted to—that evolution exists within the human race.

[ 41 ] Das ist das Bedeutsame, daß im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte das vorhandene, mehr atavistisch unbewußte alte Hellsehen zurückgegangen ist. Denn selbstverständlich, der Meister Bertram hätte nicht Geisteswissenschaft entwickeln können. Er hat nur geschaut, noch im Ätherischen geschaut, was da eigentlich mit dem Luzifer ist, und hat darnach gemalt. Es war unbewußtes, instinktives Hellsehen.

[ 41 ] The significant point is that, over the course of the last three to four centuries, the existing, more atavistically unconscious form of clairvoyance has declined. For, of course, Master Bertram could not have developed Spiritual Science. He merely observed—still within the etheric realm—what was actually happening with Lucifer, and then painted accordingly. It was unconscious, instinctive clairvoyance.

[ 42 ] Damit die äußere Anschauung dem Menschen hat kommen können, mußte dieses alte Erblicken der geistigen Welt zurückgehen. Es muß aber wieder errungen werden von den Menschen. Und die Zeit muß kommen nach und nach, in der wieder errungen werden wird dasjenige, was verlorengegangen ist, nur allerdings im Felde der Bewußtheit. Daher muß es durch die Strömung der Geisteswissenschaft vorbereitet werden. Die Menschen kommen nicht anders als dadurch, daß sie die Geisteswissenschaft studieren, wiederum an die geistige Welt heran. Aber diese Geisteswissenschaft muß eben wirklich den Einblick in die geistige Welt bringen.

[ 42 ] In order for external perception to have become possible for human beings, this ancient perception of the spiritual world had to recede. But it must be regained by human beings. And the time must gradually come when what has been lost will be regained—though only in the realm of consciousness. Therefore, this must be prepared through the current of Spiritual Science. People can only approach the spiritual world again by studying Spiritual Science. But this Spiritual Science must truly provide insight into the spiritual world.

[ 43 ] Man kann heute wissenschaftlich beweisen, wie weit es die Naturwissenschaft bringen kann. Wenn heute der rein naturwissenschaftlich Denkende über die Sache spricht, spricht er eigentlich über den Seelenapparat, über das körperliche Werkzeug des seelischen Lebens. Nun prüfe man einmal in den Darstellungen, die heute zu haben sind — man nennt es Psychophysiologie —, die von den bedeutendsten naturwissenschaftlichen Denkern der Gegenwart herrühren, dasjenige, was sie über das Seelische, das heißt in ihrem Sinne über den Seelenapparat zu sagen wissen. Da finden Sie in höchst eigentümlicher Weise überall, daß diese Leute sagen: Betrachten wir das Empfindungs-, das Vorstellungsleben, so gehört überall der seelische Apparat dazu, und sie schildern nun, was im Gehirn, im Nervensystem geschieht, wenn ein Mensch empfindet, vorstellt. Überall läßt sich der leibliche, der materielle Parallelvorgang finden. Wenn nun diese Forscher an das Fühlen und an den Willen kommen, dann finden sie nichts von einem leiblichen Parallelvorgang.

[ 43 ] Today, it is possible to scientifically demonstrate just how far the natural sciences can go. When someone who thinks purely in terms of the natural sciences speaks about this subject today, they are actually speaking about the soul apparatus—the physical instrument of spiritual life. Now let us examine the descriptions available today—what is called psychophysiology—which originate from the most prominent scientific thinkers of our time, and see what they have to say about the soul, that is, in their sense, about the soul apparatus. There, in a most peculiar way, you will find everywhere that these people say: “When we consider the life of sensation and mental images, the soul apparatus is involved everywhere,” and they then describe what happens in the brain and the nervous system when a person feels or creates a mental image. Everywhere, a physical, material parallel process can be found. But when these researchers come to feeling and the will, they find no trace of a physical parallel process.

[ 44 ] Daß so etwas nicht zutage tritt, nicht beachtet wird, das rührt nur davon her, weil die Naturforschung und ihr Nachtrab — Nachtrab kann man eigentlich nicht sagen, weil Nachtrab nützlich ist, der monistische Nachtrab der Naturforschung ist aber höchst überflüssig —, also weil die Monisten bloß krähen davon, daß für jeden Denk- und Empfindungsvorgang ein gewisser physischer Vorgang vorhanden ist und daß das Denken und Empfinden an das Gehirn gebunden ist. Aber sie sprechen nicht vom Fühlen und Wollen. Höchstens von Gefühlstönen sprechen sie, das heißt ein gewisses abgetöntes Vorstellen. Aber zum Fühlen und Wollen, da kommen sie nicht. Und die ehrlichen Naturforscher sagen: Unsere Wissenschaft erstreckt sich nicht über Fühlen und Wollen. Sie können es in der naturwissenschaftlichen Literatur nachlesen, was ich jetzt sage. Es läßt sich in allen Teilen nachweisen. Zum Beispiel können Sie bei Dr. Theodor Ziehen, dem sehr bekannten Psychiater und Psychophysiologen der Gegenwart, am leichtesten dasjenige bewahrheitet finden, was ich jetzt sage. Der weist die einzelnen Vorgänge auf, die dem Denken, die dem Empfinden entsprechen. Er kommt noch bis zur Gefühlstönung; aber zum eigentlichen Gefühl und Willen kommt er nicht. Er leugnet daher Gefühl und Wille. Die sind überhaupt nicht vorhanden, sagt er. Kann man eigentlich wissenschaftlich klarer belegen, daß sich das naturwissenschaftliche Denken bloß auf das Zeitliche, bloß auf dasjenige erstreckt, was wir mit dem Tode ablegen, und daß dasjenige, was darüber etwas hinaus ist, was gerade, wie ich angeführt habe, in Gefühl und Wille lebt, so wenig zum Leibe gehört, daß der Naturforscher es gar nicht findet, daß er es sogar ablehnt, ableugnet! Daher krähen die Leute: Gefühl und Wille gibt es nicht, weil sie nicht mit der gewöhnlichen Wissenschaft zu finden sind; die Naturwissenschaft beweist uns heute selber, daß Gefühl und Wille nicht mit dem Leib als solchem verbunden sind wie Gedanken und Empfindungen!

[ 44 ] The fact that such things do not come to light or are ignored stems solely from the fact that natural science and its monist afterthoughts — one cannot really call it “afterthought,” because afterthought is useful, but the monistic afterthought of natural science is highly superfluous —, that is, because the monists merely crow about the fact that for every process of thought and sensation there is a certain physical process, and that thought and sensation are bound to the brain. But they do not speak of feeling and volition. At most, they speak of “emotional tones,” that is, a certain nuanced mental image. But when it comes to feeling and willing, they do not go there. And honest natural scientists say: Our science does not extend to feeling and willing. You can read in the scientific literature what I am saying now. It can be demonstrated in every respect. For example, you can most easily find confirmation of what I am saying now in the work of Dr. Theodor Ziehen, the very well-known contemporary psychiatrist and psychophysiologist. He identifies the individual processes that correspond to thinking and sensation. He goes as far as emotional nuance; but he does not reach actual feeling and will. He therefore denies feeling and will. They do not exist at all, he says. Can one actually provide clearer scientific evidence that natural scientific thinking extends only to the temporal, only to that which we shed upon death, and that that which lies beyond it—which, as I have pointed out, lives precisely in feeling and will—belongs so little to the body that the natural scientist cannot find it at all, and indeed rejects and denies it! That is why people proclaim: Feeling and will do not exist, because they cannot be found through ordinary science; natural science itself proves to us today that feeling and will are not connected to the body as such, just as thoughts and sensations are!

[ 45 ] Das hängt damit zusammen, daß die Gedanken sich absondern von uns, nach dem Tode draußen ausgebreitet erscheinen. Gefühl und Wille bleiben uns. Und aus Gefühl und Wille entspringt die Kraft, das Gedankentableau zu schaffen. Wer heute will, kann streng durch das Naturwissenschaftliche zeigen, wie mit allem, was Natur ist, Gefühl und Wille nichts zu tun haben, sondern daß sie als astralischer Leib und als Ich herausgehen nach dem Tode und mit der Menschenindividualität zusammenbleiben, sich entzünden zu einem neuen Bewußtsein auf die Weise, wie ich es beschrieben habe; aus dem Grunde, weil das gesamte Sich-Ausbreiten ätherisch ist, sich im astralischen Leibe spiegelt und dann im Ich spiegelt, wenn der astralische Leib auch abgelegt ist.

[ 45 ] This is because our thoughts separate from us and appear to spread out in the external world after death. Feeling and will remain with us. And from feeling and will springs the power to create the tableau of thoughts. Anyone who wishes to do so today can demonstrate rigorously through the natural sciences that feeling and will have nothing to do with anything that is nature; rather, they emerge after death as the astral body and the “I,” remain united with human individuality, and ignite into a new consciousness in the manner I have described; because the entire process of expansion is etheric, is reflected in the astral body, and is then reflected in the “I” even after the astral body has been shed.

[ 46 ] Im Grunde genommen ist alles in Ordnung. Und die heutige Wissenschaft widerlegt nicht die Geisteswissenschaft, sondern sie beweist sie in Wirklichkeit! Wenn man nur einiges Verständnis aufbringen könnte, so würde man sehen, wie durch ein richtiges Verständnis gerade die echte Naturwissenschaft die Berechtigung der Geisteswissenschaft auch in bezug auf deren einzelne Behauptungen aufweist.

[ 46 ] Basically, everything is fine. And modern science does not refute Spiritual Science; on the contrary, it actually proves it! If only one could muster a little understanding, one would see how, through a correct understanding, genuine natural science itself demonstrates the validity of Spiritual Science, even with regard to its individual assertions.

[ 47 ] Geisteswissenschaft ist, wie Sie sehen, etwas, was in unserer Zeit beginnen muß, in die Entwickelung der Menschheit hereinzutreten, was beginnen muß, die Menschheit zu ergreifen, weil sonst die Menschheit dahin kommen wird, nur das Zeitliche zu begreifen und vom Ewigen, das in uns lebt, nichts zu wissen. Es wird die Zeit kommen, wo die Menschen zuerst dieses einsehen werden, und dann sich auch wiederum mehr mit der Entwickelung ihres Willenslebens, mit der Entwickelung ihres Gefühlslebens befassen werden. Denn nur durch Gefühl und Wille einen wir uns mit der Welt, die nicht gedankenlos ist.

[ 47 ] Spiritual Science, as you can see, is something that must begin to enter into the development of humanity in our time, something that must begin to take hold of humanity; for otherwise, humanity will come to understand only the temporal and know nothing of the eternal that lives within us. The time will come when people will first recognize this, and then they will once again concern themselves more with the development of their will life and the development of their emotional life. For it is only through feeling and will that we unite ourselves with the world, which is not devoid of thought.

[ 48 ] Da werden natürlich die Leute einwenden: Nun, dann fühlst du halt die geistige Welt, du willst sie gar nicht! Nein, wir werden ja gerade vereint durch Gefühl und Wille mit der objektiven Gedankenwelt, mit den Gedanken, die leben, die wir nicht bloß denken. Und so wahr wie die Menschheit in der Vorzeit ein Hineinschauen in die geistige Welt gehabt hat, so wahr wird sich diese Menschheit in der Zukunft dieses Hineinschauen in die geistige Welt wiederum erringen müssen. Sie wird es sich aber nur erringen können, wenn sie sich entschließen wird, auf die Gedanken von der geistigen Welt, die von unserer Zeit abgelehnt wird, sich erst etwas einzulassen.

[ 48 ] Of course, people will object: “Well, then you’re just sensing the spiritual world—you don’t even want it!” No, we are precisely united through feeling and will with the objective world of thought—with thoughts that are alive, that we do not merely think. And just as humanity in ancient times had the ability to look into the spiritual world, so too will humanity in the future have to regain this ability to look into the spiritual world. But it will only be able to do so if it resolves to first open itself up to the ideas about the spiritual world that are rejected in our time.

[ 49 ] Dazu wird vieles, vieles korrigiert werden müssen, was so an Begriffen und Vorstellungen in unserer Gegenwart herumschwirrt. Man glaubt gar nicht, wie gedankenlos im Grunde genommen die Menschen der Gegenwart — gestatten Sie, daß ich das Paradoxon gebrauche —, die Menschen denken. Sie geben Definitionen, von denen sie felsenfest überzeugt sind, daß sie richtig sind, daß sie gar nicht angefochten werden können. Der Geisteswissenschafter aber hat die Aufgabe, das, wovon die Menschen felsenfest überzeugt sind, weil es ihnen ganz logisch vorkommt, weil sie überzeugt sind davon, erst recht zu prüfen. Wenn zum Beispiel jemand gefragt wird im heutigen materialistischen Zeitalter: Was ist ein wahrer Begriff? — so wird man kommen und ungefähr sagen: Ein wahrer Begriff ist, wenn ich mir ein inneres Bild mache von einem Gegenstand, der wirklich draußen vorhanden ist in der Welt. Das heißt, jeder wird heute definieren: Wahrheit besteht in der Übereinstimmung eines Bildes, das man sich in Gedanken macht, mit einem Sein draußen. Man kann nun sehr leicht, wenn man den Begriff untersucht, nachweisen, daß der wahre Begriff mit dem, was man gewöhnlich so nennt, überhaupt nichts zu tun hat. Man kann leicht nachweisen, daß das Sein ganz andere Wege geht als das Bild, das man sich als Begriff macht. Wenn ein Begriff nur dann wahr ist, wenn er mit einem Sein übereinstimmt, dann würde er natürlich auch nur so lange wahr sein, als das Sein ihn bewahrheitet. So könnte man einen Begriff etwa vergleichen mit einem Gemälde, das man als Porträt von einem Menschen macht. Das Porträt ist dann gut, wenn es ähnlich ist dem Menschen. Aber mit dem Sein des Menschen hat es nichts zu tun. Die Übereinstimmung des Bildes mit einem Selbst kommt gar nicht dazu zu der inneren Wahrheit des Bildes. Denn denken Sie sich, Sie machen ein Porträt von einem Menschen und er stirbt gleich darnach. Erst hat das Bild übereingestimmt mit dem, was ist, und nachher mit dem, was nicht ist. Das Sein hat gar keinen Bezug darauf, ob das Bild wahr ist oder nicht, keine Beziehung mit dem Sein. Die ist überhaupt etwas ganz Erphantasiertes für den, der wirklich die Sache logisch betrachtet. Das Wesentliche ist, daß die Dinge innerlich erlebt werden. Und dieses innerliche Erleben, das muß sich die Menschheit wiederum aneignen.

[ 49 ] To this end, many, many of the concepts and mental images currently circulating in our time will have to be corrected. You wouldn’t believe how thoughtlessly—if I may use this paradox—people today actually think. They offer definitions of which they are absolutely convinced are correct, that they cannot be challenged at all. The scholar of Spiritual Science, however, has the task of examining precisely those things of which people are absolutely convinced—precisely because they seem entirely logical to them, precisely because they are convinced of them. For example, if someone were asked in today’s materialistic age, “What is a true concept?”—they would likely respond by saying something like this: A true concept is when I form an inner image of an object that actually exists out there in the world. In other words, everyone today would define truth as the correspondence between an image one forms in thought and an external reality. Now, if one examines the concept, it is very easy to demonstrate that the true concept has absolutely nothing to do with what is commonly referred to as such. It is easy to demonstrate that reality follows entirely different paths than the image one forms as a concept. If a concept is true only when it corresponds to a reality, then it would, of course, be true only as long as that reality confirms it. One could compare a concept, for example, to a painting made as a portrait of a person. The portrait is good if it resembles the person. But it has nothing to do with the person’s being. The correspondence of the image to a self has nothing to do with the inner truth of the image. For imagine that you paint a portrait of a person and he dies immediately afterward. At first, the picture corresponded to what is, and afterward to what is not. Being has absolutely no bearing on whether the picture is true or not; it has no relation to being. For anyone who truly considers the matter logically, this is entirely a figment of the imagination. What is essential is that things are experienced inwardly. And this inner experience is what humanity must reclaim for itself.

[ 50 ] Dazu gehört aber vor allem — und dazu können wir insbesondere durch unsere so schwere, leidvolle Zeit hingeführt werden —, daß die Menschheit sich wiederum erringt ein Gefühl für wirkliche Wahrheit. Wir kommen ja nach und nach durch den Materialismus von der Wahrheit im Grunde genommen ganz ab. Wir haben uns verloren durch den Materialismus gerade in bezug auf den Wahrheitsbegriff. Vergleichen Sie heute einmal da, wo Sie es nachprüfen können, die journalistischen Schilderungen — und wie viele Menschen lesen heute gar nichts anderes als Zeitungen — irgendeines Ereignisses, das Sie selber mitangesehen haben mit Ihren eigenen Wahrnehmungen. Wenn Sie es wiederlesen in den Zeitungen, da werden Sie finden, es ist so geschildert, wie der betreffende Zeitungsschreiber meint, daß es auf seine Leser einen Eindruck machen kann. Aber ein Gefühl davon, daß alles der Wahrheit entsprechen soll, das, das wird immer geringer und geringer. Aber das gehört dazu. Und solange das nicht die Menschheit durchdringt, wird in den Seelen sich nicht derjenige Impuls regen können, der aus der sinnlichen Welt in die geistige hinausführt. Denn unter diesen mangelnden Wahrheitsbegriffen werden die Begriffe unter der Hand zu falschen. Wie oft erleben wir zum Beispiel folgendes: Irgendeiner schreibt über Geisteswissenschaft, sagen wir über dasjenige, was ich über Geisteswissenschaft veröffentlicht habe. Der schreibt nun und kann natürlich nicht umhin, von seinen materialistischen Begriffen aus zu sagen, daß das alles aus der Phantasie heraus gesponnen werde und daß man das nicht dürfe: aus der Phantasie heraus spinnen. Und dann kommt er darauf, daß er untersucht, wie es denn komme, daß ein Mensch ein Phantast sein kann.

[ 50 ] Above all, however—and this is something to which we can be led especially through our difficult, painful times—humanity must once again regain a sense of true truth. After all, materialism is gradually leading us to lose sight of the truth altogether. We have lost our way through materialism, particularly with regard to the concept of truth. Try comparing—wherever you can verify it—the journalistic accounts of any event you have witnessed yourself with your own perceptions. When you reread it in the newspapers, you will find that it is described in the way the reporter in question believes will make an impression on his readers. But the sense that everything should correspond to the truth—that is becoming smaller and smaller. But that is part of the process. And as long as this does not permeate humanity, the impulse that leads from the sensory world into the spiritual world will not be able to stir within people’s souls. For under these deficient concepts of truth, the concepts themselves gradually become false. How often, for example, do we experience the following: Someone writes about Spiritual Science—let’s say about what I have published on Spiritual Science. This person writes—and naturally cannot help but, based on his materialistic concepts, claim that all of this is spun out of the imagination and that one must not do that: spin things out of the imagination. And then he comes to the point of investigating how it is that a person can be a fantasist.

[ 51 ] Ein solcher Artikel ist wirklich erschienen vor gar nicht langer Zeit! Er untersucht, wie es denn kommt, daß ein Mensch so phantastisch sein kann. Da wird erzählt, wo denn der Mensch — in diesem Falle war ich es — herstammt, wo er früher gelebt hat, wie er durch eine gewisse Rassenmischung dazu kommen kann, solche Phantasien zu haben. Er phantasiert in seinem Materialismus das Unglaublichste zusammen. Und das ist das, was ich sage: Man nimmt einfach die Lüge in die Hand, man verdreht innerlich die Wahrheit.

[ 51 ] An article like this was actually published not too long ago! It explores how it is possible for a person to be so fanciful. It explains where the person—in this case, it was me—comes from, where he used to live, and how a certain racial mix can lead him to have such fantasies. In his materialism, he conjures up the most unbelievable things. And that is what I am saying: One simply takes the lie into one’s own hands; one twists the truth from within.

[ 52 ] Selbstverständlich kann man das nicht unmittelbar nachweisen. Aber was für eine Verlogenheit liegt darinnen, wenn man imstande ist, jemandem Phantasie vorzuwerfen und dann über ihn selber zu phantasieren! Wenn Sie genauer unser gegenwärtiges Leben ansehen, dann werden Sie sehen, wie ungeheuer verbreitet heute dieses mangelhafte Verantwortlichkeitsgefühl dafür ist, daß alles dasjenige, was wir sagen, mit der Realität auch wirklich übereinstimmt. Ohne uns dieses Gefühl in der allerintensivsten Weise anzueignen, können wir nicht den Zugang zu der geistigen Welt finden. Wir können gar nicht erfassen, warum denn dasjenige wahr sein muß, was uns die Geisteswissenschaft aus der geistigen Welt als Wahrheit herausholt. Aber wir sind viel zu kurzdenkend, um in dieser Weise wirklich unsere Gegenwart zu betrachten, und wir sind zu sehr mit unseren Interessen an dem oder jenem hängend, um wirklich auf allen Gebieten zu sehen, wie die Unwahrheit hereinschillert und -splittert in alle einzelnen Vorgänge des Lebens.

[ 52 ] Of course, this cannot be proven directly. But what hypocrisy lies in being able to accuse someone of using their imagination and then fantasizing about that person yourself! If you take a closer look at our present-day lives, you will see how incredibly widespread this lack of a sense of responsibility is today—the responsibility to ensure that everything we say actually corresponds to reality. Without internalizing this sense in the most intense way possible, we cannot find access to the spiritual world. We cannot even comprehend why what Spiritual Science brings to us from the spiritual world as truth must be true. But we are far too short-sighted to truly view our present in this way, and we are too attached to our interests in this or that to truly see, in all areas, how untruth shimmers and shatters into every single event of life.

[ 53 ] Wahres Empfinden, wahres Vorstellen, darüber wirklich nachzusinnen, das gehört zu den ersten Vorbereitungen der Geisteswissenschaft. Und hineinfallen muß solches Sinnen, ich möchte sagen in eine Art bewußter Vorbereitungszeit für dasjenige, was Menschenzukunft wirklich sein muß; denn nur in der Wiedervereinigung unserer Seele mit dem Geistigen kann das zukünftige Heil des Menschengeschlechts liegen. Geisteswissenschaft ist nicht etwas, was wir nur wie eine andere Sensation suchen, sondern Geisteswissenschaft muß etwas sein, von dem wir wissen, daß es in der gegenwärtigen Zeit auftreten muß, weil die Menschheit diese Geisteswissenschaft braucht. Und gewissermaßen wie zu ihr verpflichtet müssen wir uns fühlen, wenn wir licht und klar in den Gang der Entwickelung der Menschheit hineinblicken.

[ 53 ] True feeling, true mental images, and truly reflecting on these—these are among the first steps in preparing for Spiritual Science. And such contemplation must be part of—I would say—a kind of conscious period of preparation for what the future of humanity must truly be; for only in the reunification of our soul with the spiritual can the future salvation of the human race lie. Spiritual Science is not something we seek merely as another sensation; rather, Spiritual Science must be something we know must emerge in the present age, because humanity needs this Spiritual Science. And in a sense, we must feel obligated to it when we look clearly and lucidly into the course of human development.

[ 54 ] Welche unendliche Bereicherung aber erfahren wir durch dasjenige, was uns die Geisteswissenschaft dadurch geben kann, daß uns die Welt nach und nach erweitert wird dadurch, daß zu dem Physisch-Wirklichen der Menschheitsentwickelung auch das Geistig-Wirkliche hinzugefügt wird! Immer mehr und mehr sind von der Welt, in der der Mensch ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die Menschen in der materialistischen Zeit abgeschnitten worden. Wiederum gegeben werden muß ihnen durch die Geisteswissenschaft das Zusammenleben mit dem gesamten Menschen, mit dem auch, was vom Menschen vorhanden ist, wenn der Mensch keinen physischen Leib an sich trägt. Dafür gibt unsere Welt nichts.

[ 54 ] But what an infinite enrichment we experience through what Spiritual Science can give us by gradually expanding our view of the world—by adding the spiritual reality to the physical reality of human development! In this materialistic age, people have become increasingly cut off from the world in which the human being exists between death and a new birth. Spiritual Science must restore to them a connection with the whole human being—including that which remains of the human being when he or she no longer possesses a physical body. Our world offers nothing in this regard.

[ 55 ] Man kann es wirklich schwer auf der Seele empfinden, wenn man gerade in unserer heutigen schweren Zeit so etwas sieht wie ein Buch, das jetzt eben zum Beispiel von Ernst Haeckel erschienen ist. «Ewigkeitsgedanken» nennt er dieses Buch. Nun ist Ernst Haeckel einer der ausgezeichnetsten Geister in unserer Gegenwart. Diese «Ewigkeitsgedanken» knüpfen gerade an den großen Krieg der Gegenwart an. Welches ist der Hauptinhalt davon? Der Hauptinhalt dieses neuesten Haeckelschen Buches ist, daß er fragt: Was kann uns dieser Krieg zeigen? Tausende und abertausende von Menschen sterben dahin durch die äußere Gewalt, ohne irgendeine Notwendigkeit. Kann da jemand nicht in diesem Kriege den notwendigen Beweis sehen — meint Haeckel —, daß alle Ewigkeits- und Unendlichkeitsgedanken ein Unding sind? Muß uns nicht gerade dieser Krieg davon überzeugen, der des Menschen Leben verdirbt durch die äußeren Zufälte, der Kugeln und so weiter, muß uns dieser Krieg nicht zeigen — so meint Ernst Haeckel —, wie es nichts gibt, das über das gewöhnliche physische Leben hinausgeht?

[ 55 ] It can truly weigh heavily on one’s heart when, especially in these difficult times of ours, one encounters something like a book that has just been published, for example, by Ernst Haeckel. He calls this book Thoughts on Eternity. Now, Ernst Haeckel is one of the most distinguished minds of our time. These Thoughts on Eternity tie directly into the great war of our time. What is the main message of the book? The main message of Haeckel’s latest book is that he asks: What can this war show us? Thousands upon thousands of people are dying as a result of external violence, without any necessity whatsoever. Can’t anyone see in this war—Haeckel asks—the necessary proof that all thoughts of eternity and infinity are absurd? Doesn’t this very war—which ruins human lives through external contingencies such as bullets and so on—convince us, as Ernst Haeckel argues, that there is nothing that transcends ordinary physical life?

[ 56 ] Selbstverständlich werden andere Menschen der Gegenwart durch dasjenige, was diese schweren Ereignisse sind, gerade zu Ewigkeitsgedanken anderer Art kommen, zu dem entgegengesetzten Ewigkeitsgedanken, zu dem Ewigkeitsgedanken, der Ihnen wenigstens das Gefühl hervorruft, daß diejenigen, die durch die Pforte des Todes gehen in solchen Zeiten, ihre Menschheitsaufgabe in anderen Welten weiter fortsetzen und daß gerade dasjenige, was sie als Opfer bringen, in dem weiteren Leben mit der Ausgangspunkt für dasjenige ist, was sie zu leisten haben, wenn sie den physischen Leib nicht mehr an sich tragen.

[ 56 ] Of course, these grave events will lead other people of the present to thoughts of eternity of a different kind—to the opposite conception of eternity, to the conception of eternity that at least gives you the feeling that those who pass through the gate of death in such times continue their human mission in other worlds, and that precisely what they offer as a sacrifice serves as the starting point in the life beyond for what they must accomplish once they no longer bear a physical body.

[ 57 ] Mit den bisherigen Wissenschaften kann man das eine und das andere beweisen. So wie man mit den bisherigen Wissenschaften ausgezeichnete Apparate machen kann, die das menschliche Dasein erhöhen, die die menschliche Kultur im friedlichen Sinne vorwärtsbringen, und die schlimmsten Zerstörungsapparate, so läßt sich mit derselben äußeren Wissenschaft das eine und das andere machen und das eine und das andere beweisen.

[ 57 ] With the sciences as we know them today, one can prove both this and that. Just as existing science can be used to create excellent devices that enhance human existence and advance human culture in a peaceful way, as well as the most terrible instruments of destruction, so too can the same external science be used to create both and to prove both.

[ 58 ] Um wirklich in die Welt einzudringen, in der das Ewige lebt, dazu ist die Geisteswissenschaft notwendig. Und diese Geisteswissenschaft, ich habe auch hier davon gesprochen, wenigstens zu einer Anzahl von Ihnen habe ich schon davon gesprochen, sie zeigt uns unter anderem auch, daß diejenigen, die frühzeitig, bevor das gewöhnliche Lebensalter für den physischen Plan abgelaufen ist, aus ihrem physischen Leib hinausgehen, ihren Ätherleib der Ätherwelt übergeben, in ihrer Individualität fortleben. Also der ganze Sinn und Geist der Geisteswissenschaft zeigt, daß ein solcher Ätherleib, der noch lange den physischen Leib versorgen könnte, wenn er nun der Ätherwelt übergeben wird, Lebenskräfte in sich hat, die noch durch Jahrzehnte den physischen Leib versorgen könnten. Das ist da in der Ätherwelt, wie ich es Ihnen an einem Beispiel gezeigt habe.

[ 58 ] Spiritual Science is necessary in order to truly penetrate the world in which the eternal lives. And this Spiritual Science—I have spoken of it here as well; at least to some of you I have already spoken of it—shows us, among other things, that those who leave their physical body prematurely, before the normal lifespan on the physical plane has elapsed, and surrender their etheric body to the etheric world, continue to live on in their individuality. Thus, the entire meaning and spirit of Spiritual Science shows that such an etheric body—which could still sustain the physical body for a long time—when it is handed over to the etheric world, possesses life forces that could continue to sustain the physical body for decades. This is how it is in the etheric world, as I have shown you with an example.

[ 59 ] Dasjenige, was einer mit seinem Opfertod sich erwirbt, das lebt in seiner Individualität weiter. Das lebt in ihm gerade in einer solchen Zeit, wie die unsrige ist, wo wir den Sinn dessen, was geschieht, nur durchschauen können, wenn wir ihn mit dem Seelenauge der Geisteswissenschaft durchschauen können. Und sie macht uns aufmerksam auf das geistige Gegenbild desjenigen, was jetzt über Europas Erde geschieht dadurch, daß auf dem physischen Plane Europas die gewaltigen und leidvollen Vorgänge sich abspielen. Das geistige Korrelat, der geistige Parallelvorgang davon muß, weil alles Physische von der geistigen Welt aus geleitet wird, hereinfließen in die physischen Vorgänge der Menschheitsentwickelung in die Zukunft hinein. Aber fruchtbar wird das nur werden können, wenn Menschenseelen hier auf Erden in ihren physischen Leibern ein Bewußtsein haben werden, daß sie mit dem, was von den zahlreichen, tausenden und abertausenden von Opfertoden fortlebt in der geistigen Welt, ein Wirksames und Helfendes haben, unter das sie sich gleichsam stellen können, um in die Zukunft hinein auch auf der Erde selber hier zu wirken, vereint mit den Toten durch das Bewußtsein, das die Seele haben kann von der Wirklichkeit einer geistigen Welt.

[ 59 ] What a person earns through his sacrificial death lives on in his individuality. It lives within him especially in a time such as ours, when we can only comprehend the meaning of what is happening if we can perceive it through the soul’s eye of Spiritual Science. And it draws our attention to the spiritual counterpart of what is now happening across the European continent, as the momentous and painful events unfold on the physical plane of Europe. The spiritual correlate—the spiritual parallel process—must, because everything physical is guided from the spiritual world, flow into the physical processes of human development as they unfold into the future. But this can only bear fruit if human souls here on Earth, within their physical bodies, develop an awareness that they have, in the spiritual world, a source of strength and help—derived from the countless, thousands upon thousands of sacrificial deaths—they possess an active and helpful force under which they can, as it were, place themselves in order to work into the future here on Earth itself, united with the dead through the soul’s awareness of the reality of a spiritual world.

[ 60 ] Das ist es, was auch für dieses Ereignis die Geisteswissenschaft den Menschen geben muß. Dann werden sie in richtigem Sinne auch das Geistige dieses allergewaltigsten Weltereignisses für die Zukunft fruchtbar machen können und in rechtem Sinne erdenken und erfühlen und empfinden können:

[ 60 ] This is what the Spiritual Science must offer people in connection with this event as well. Then they will be able, in the true sense, to make the spiritual aspect of this most momentous world event fruitful for the future, and to conceive of, feel, and perceive it in the right way:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows
Guiding souls, spiritually aware,
Toward the realm of the spirit.