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The Connection Between
the Living and the Dead
GA 168

3 December 1916, Zurich

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Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten
  1. The Connection Between the Living and the Dead, tr. SOL

8. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt

8. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt

[ 1 ] Sie konnten aus dem öffentlichen Vortrage gestern ersehen, wie ineinandergreifen die geistige Welt, in der wir sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und die physische Welt, wie ja im Grunde genommen auch ineinandergreifen geistige Welt und physische Welt in unserem sogenannten physischen Leben zwischen Geburt und Tod. Die Direktion gewissermaßen zu der Art und Weise, wie wir mit diesen oder jenen Eigenschaften geboren werden, geben wir uns selber, indem wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt im Zusammenhange stehen mit dem, was hier in der physischen Welt geschieht, also auch mit der Vererbungsströmung, die schließlich zu unserer Geburt führt.

[ 1 ] Sie konnten aus dem öffentlichen Vortrage gestern ersehen, wie ineinandergreifen die geistige Welt, in der wir sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und die physische Welt, wie ja im Grunde genommen auch ineinandergreifen geistige Welt und physische Welt in unserem sogenannten physischen Leben zwischen Geburt und Tod. Die Direktion gewissermaßen zu der Art und Weise, wie wir mit diesen oder jenen Eigenschaften geboren werden, geben wir uns selber, indem wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt im Zusammenhange stehen mit dem, was hier in der physischen Welt geschieht, also auch mit der Vererbungsströmung, die schließlich zu unserer Geburt führt.

[ 2 ] Wir können nun die ganze Entwickelung, die wir gestern mehr äußerlich betrachtet haben, auch noch etwas innerlicher betrachten, indem wir versuchen, den Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt von einem gewissen Gesichtspunkte aus uns vor die Seele zu führen. Zwischen Geburt und Tod leben wir hier in der physischen Welt. Diese physische Welt ist uns bekannt durch unsere sinnlichen Wahrnehmungen. Es ist ja eine Trivialität, man braucht es kaum zu sagen: Hätten wir nicht unsere Sinnesorgane, so würden wir nichts wissen können von unserem Zusammenhange mit der physischen Welt. Aber alles dasjenige, was uns durch unsere Sinnesorgane vermittelt den Zusammenhang mit der physischen Welt, das löst sich selbstverständlich dann von uns, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, so daß wir geradezu sagen können: Bekanntschaft mit der physischen Welt zu machen ist unsere Aufgabe zwischen Geburt und Tod. Wir werden in diesen physischen Leib eingegliedert, um durch ihn unsere Bekanntschaft mit der physischen Welt zu machen.

[ 2 ] Wir können nun die ganze Entwickelung, die wir gestern mehr äußerlich betrachtet haben, auch noch etwas innerlicher betrachten, indem wir versuchen, den Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt von einem gewissen Gesichtspunkte aus uns vor die Seele zu führen. Zwischen Geburt und Tod leben wir hier in der physischen Welt. Diese physische Welt ist uns bekannt durch unsere sinnlichen Wahrnehmungen. Es ist ja eine Trivialität, man braucht es kaum zu sagen: Hätten wir nicht unsere Sinnesorgane, so würden wir nichts wissen können von unserem Zusammenhange mit der physischen Welt. Aber alles dasjenige, was uns durch unsere Sinnesorgane vermittelt den Zusammenhang mit der physischen Welt, das löst sich selbstverständlich dann von uns, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, so daß wir geradezu sagen können: Bekanntschaft mit der physischen Welt zu machen ist unsere Aufgabe zwischen Geburt und Tod. Wir werden in diesen physischen Leib eingegliedert, um durch ihn unsere Bekanntschaft mit der physischen Welt zu machen.

[ 3 ] Nun sind wir aber nicht nur Angehörige der physischen Welt, sondern wir sind Angehörige ebensogut von geistigen Welten. Die nächste geistige Welt, die gewissermaßen an unsere physische Welt stößt, ist diejenige, die wir gewohnt worden sind — ob der Ausdruck nun geeignet ist oder nicht, darauf kommt es weniger an —, die ätherische Welt, auch die elementarische Welt zu nennen. Diese elementarische Welt ist zunächst für den Menschen, so wie er nun einmal in der physischen Welt lebt, eine unbekannte Welt. Sie ist die erste übersinnliche Welt. Aber indem sie die erste übersinnliche Welt ist, ist sie darum nicht weniger bedeutungsvoll für den Menschen als die physische Welt, als die sinnliche Welt. Sobald dem Menschen der Sinn aufgeht für diese elementarische Welt, welches dadurch geschieht, daß der Mensch imaginativ wahrnehmen kann, ist es ihm klar, daß diese elementarische Welt ebenso reichlich bevölkert ist von Wesenheiten wie die physische Welt. Der Mensch selber, insoferne er einen Ätherleib hat, gehört dieser elementarischen Welt an. Er ist als Ätherwesen ein Bürger dieser elementarischen Welt. Nur sind die Verhältnisse in dieser elementarischen Welt etwas anders als die Verhältnisse in der physischen Welt.

[ 3 ] Nun sind wir aber nicht nur Angehörige der physischen Welt, sondern wir sind Angehörige ebensogut von geistigen Welten. Die nächste geistige Welt, die gewissermaßen an unsere physische Welt stößt, ist diejenige, die wir gewohnt worden sind — ob der Ausdruck nun geeignet ist oder nicht, darauf kommt es weniger an —, die ätherische Welt, auch die elementarische Welt zu nennen. Diese elementarische Welt ist zunächst für den Menschen, so wie er nun einmal in der physischen Welt lebt, eine unbekannte Welt. Sie ist die erste übersinnliche Welt. Aber indem sie die erste übersinnliche Welt ist, ist sie darum nicht weniger bedeutungsvoll für den Menschen als die physische Welt, als die sinnliche Welt. Sobald dem Menschen der Sinn aufgeht für diese elementarische Welt, welches dadurch geschieht, daß der Mensch imaginativ wahrnehmen kann, ist es ihm klar, daß diese elementarische Welt ebenso reichlich bevölkert ist von Wesenheiten wie die physische Welt. Der Mensch selber, insoferne er einen Ätherleib hat, gehört dieser elementarischen Welt an. Er ist als Ätherwesen ein Bürger dieser elementarischen Welt. Nur sind die Verhältnisse in dieser elementarischen Welt etwas anders als die Verhältnisse in der physischen Welt.

[ 4 ] Zunächst möchte ich eine Bemerkung darüber machen, daß eine Wahrnehmung in der elementarischen Welt erst dann beginnen kann, wenn der Mensch sich ganz freizumachen vermag von dem, was ihn zum Erdenmenschen macht. Dieses Freimachen von dem, was den Menschen zum Erdenmenschen macht, das ist im allgemeinen nicht schwierig. Es ist allerdings für den heutigen Menschen schwieriger als für den Menschen der Vorzeit. Wir wissen alle von dem vorzeitlichen atavistischen Hellsehen. Das bestand zum großen Teil darinnen, daß der Mensch sich freimachen konnte von dem, was ihn zum Erdenmenschen macht. Wir sind als Erdenmenschen nur zu einem sehr geringen Teile von fester Materie gebildet. Zum großen Teile bestehen wir aus Flüssigkeit. In dem Augenblicke, wo wir uns emanzipieren können von dem, was fest in uns ist, wo wir uns nur fühlen in unserem Flüssigen, kann schon beginnen das Auftauchen des Imaginativen. Nur das Sein im Festen verhindert eigentlich, daß wir von dem wissen, was durch die imaginative Wahrnehmung als elementarische Welt um uns herum ist. Dieses imaginative Wahrnehmen wird ebenso wiiederkommen, wie es verlorengegangen ist für die Menschheit. Nur ist das verlorengegangene imaginative Hellsehen eine Art unbewußtes, traumhaftes gewesen. Dasjenige, was sich in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum nach und nach bilden wird, wird ein vollbewußtes imaginatives Schauen sein. Aber das wird durch ganz naturgemäße Entwickelung sich dem Menschen eingliedern.

[ 4 ] Zunächst möchte ich eine Bemerkung darüber machen, daß eine Wahrnehmung in der elementarischen Welt erst dann beginnen kann, wenn der Mensch sich ganz freizumachen vermag von dem, was ihn zum Erdenmenschen macht. Dieses Freimachen von dem, was den Menschen zum Erdenmenschen macht, das ist im allgemeinen nicht schwierig. Es ist allerdings für den heutigen Menschen schwieriger als für den Menschen der Vorzeit. Wir wissen alle von dem vorzeitlichen atavistischen Hellsehen. Das bestand zum großen Teil darinnen, daß der Mensch sich freimachen konnte von dem, was ihn zum Erdenmenschen macht. Wir sind als Erdenmenschen nur zu einem sehr geringen Teile von fester Materie gebildet. Zum großen Teile bestehen wir aus Flüssigkeit. In dem Augenblicke, wo wir uns emanzipieren können von dem, was fest in uns ist, wo wir uns nur fühlen in unserem Flüssigen, kann schon beginnen das Auftauchen des Imaginativen. Nur das Sein im Festen verhindert eigentlich, daß wir von dem wissen, was durch die imaginative Wahrnehmung als elementarische Welt um uns herum ist. Dieses imaginative Wahrnehmen wird ebenso wiiederkommen, wie es verlorengegangen ist für die Menschheit. Nur ist das verlorengegangene imaginative Hellsehen eine Art unbewußtes, traumhaftes gewesen. Dasjenige, was sich in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum nach und nach bilden wird, wird ein vollbewußtes imaginatives Schauen sein. Aber das wird durch ganz naturgemäße Entwickelung sich dem Menschen eingliedern.

[ 5 ] Wenn wir wieder zurückkommen auf das, was ich vorhin gesagt habe, daß unser Verhältnis zur elementarischen Welt ein anderes ist als unser Verhältnis zur gewöhnlichen physischen Welt, so möchte ich zunächst hauptsächlich ein Beispiel anführen, welches Ihnen das erhärten wird: In der physischen Welt bilden wir uns, wenigstens scheinbar zunächst, aus der freien menschlichen Willkür heraus unsere Beziehungen zu diesen oder jenen Wesen; wir bilden uns unsere Freundschaften, bilden uns andere Beziehungen zu den uns umgebenden Wesen. In der elementarischen Welt, in der wir ja durch unseren Ätherleib sind, ist dies nicht in derselben Weise unmittelbar der Fall, sondern wir stehen mehr oder weniger durch unser ganzes Leben in einer engeren Beziehung zu gewissen anderen Elementarwesen. So können wir wirklich vergleichen unsere Beziehung als selbständiges Elementarwesen — was wir durch unseren Ätherleib sind — zu einer Anzahl anderer Elementarwesen, die uns eigentlich durch unser ganzes Leben begleiten, mit dem Verhältnis der Sonne zu den umlaufenden Planeten. Unser eigener Ätherleib ist eine Art Sonnenelementarwesen, und er ist begleitet von einer Anzahl von Elementarwesen, die zu ihm gehören wie die Planeten zur Sonne, so daß diese Elementarwesen mit ihm zusammen gewissermaßen eine Art Siebenheit ausmachen, wie die Planeten mit der Sonne nach den älteren Anschauungen eine Art Siebenheit ausmachen.

[ 5 ] Wenn wir wieder zurückkommen auf das, was ich vorhin gesagt habe, daß unser Verhältnis zur elementarischen Welt ein anderes ist als unser Verhältnis zur gewöhnlichen physischen Welt, so möchte ich zunächst hauptsächlich ein Beispiel anführen, welches Ihnen das erhärten wird: In der physischen Welt bilden wir uns, wenigstens scheinbar zunächst, aus der freien menschlichen Willkür heraus unsere Beziehungen zu diesen oder jenen Wesen; wir bilden uns unsere Freundschaften, bilden uns andere Beziehungen zu den uns umgebenden Wesen. In der elementarischen Welt, in der wir ja durch unseren Ätherleib sind, ist dies nicht in derselben Weise unmittelbar der Fall, sondern wir stehen mehr oder weniger durch unser ganzes Leben in einer engeren Beziehung zu gewissen anderen Elementarwesen. So können wir wirklich vergleichen unsere Beziehung als selbständiges Elementarwesen — was wir durch unseren Ätherleib sind — zu einer Anzahl anderer Elementarwesen, die uns eigentlich durch unser ganzes Leben begleiten, mit dem Verhältnis der Sonne zu den umlaufenden Planeten. Unser eigener Ätherleib ist eine Art Sonnenelementarwesen, und er ist begleitet von einer Anzahl von Elementarwesen, die zu ihm gehören wie die Planeten zur Sonne, so daß diese Elementarwesen mit ihm zusammen gewissermaßen eine Art Siebenheit ausmachen, wie die Planeten mit der Sonne nach den älteren Anschauungen eine Art Siebenheit ausmachen.

[ 6 ] Es ist nun während unseres ganzen physischen Lebens zwischen Geburt und Tod ein fortwährendes Wechselspiel vorhanden zwischen diesen unseren elementarischen Begleitern und uns selber. Nicht nur, daß unser Befinden abhängt von der Art und Weise, wie sich unser elementarischer oder ätherischer Leib zu seinen Trabanten verhält, sondern auch unser Verhältnis zum Äußeren, zu gewissen äußeren Wesen, namentlich zu anderen Menschen, wird geregelt durch die Wechselbeziehungen zwischen diesen Trabanten und unserem eigenen ätherischen Leibe. Es wird in der zukünftigen Zeit eine Art Medizin geben, welche ganz besonders rechnen wird mit dem, was ich jetzt eben ausgesprochen habe. Es wird eine medizinisch-physiologische Betrachtungsweise geben, welche feststellen wird, wie gewissermaßen der eine oder der andere der Trabanten zu dem Ätherleibe stehen wird, und danach wird man das kranke oder gesunde Befinden abschätzen können. Denn, was eigentlich heute Krankheit genannt wird, das ist in Wahrheit nur das äußere physische Bild desjenigen, was in Wirklichkeit da ist. In Wirklichkeit ist irgendeine Unregelmäßigkeit in dem, was ich mit einem Planetensystem verglichen habe, vorhanden, und die Krankheit ist nur ein Abbild dieser Unregelmäßigkeit.

[ 6 ] Es ist nun während unseres ganzen physischen Lebens zwischen Geburt und Tod ein fortwährendes Wechselspiel vorhanden zwischen diesen unseren elementarischen Begleitern und uns selber. Nicht nur, daß unser Befinden abhängt von der Art und Weise, wie sich unser elementarischer oder ätherischer Leib zu seinen Trabanten verhält, sondern auch unser Verhältnis zum Äußeren, zu gewissen äußeren Wesen, namentlich zu anderen Menschen, wird geregelt durch die Wechselbeziehungen zwischen diesen Trabanten und unserem eigenen ätherischen Leibe. Es wird in der zukünftigen Zeit eine Art Medizin geben, welche ganz besonders rechnen wird mit dem, was ich jetzt eben ausgesprochen habe. Es wird eine medizinisch-physiologische Betrachtungsweise geben, welche feststellen wird, wie gewissermaßen der eine oder der andere der Trabanten zu dem Ätherleibe stehen wird, und danach wird man das kranke oder gesunde Befinden abschätzen können. Denn, was eigentlich heute Krankheit genannt wird, das ist in Wahrheit nur das äußere physische Bild desjenigen, was in Wirklichkeit da ist. In Wirklichkeit ist irgendeine Unregelmäßigkeit in dem, was ich mit einem Planetensystem verglichen habe, vorhanden, und die Krankheit ist nur ein Abbild dieser Unregelmäßigkeit.

[ 7 ] Man könnte nunmehr sagen: Diejenigen, die solches wissen, sollen einmal eine Krankheitslehre heute aufstellen: Hic Rhodus, hic salta! — könnte man sagen —, und der Okkultismus soll hier seine Kunst zeigen. Gewiß, er wird es in dem Augenblick machen, in dem man ihm die Beine frei macht, denn man kann nicht tanzen, wenn man die Beine gebunden hat; und das Gebundensein der Beine besteht eben in dem Vorhandensein des gegenwärtigen Materialismus, der Beschlag gelegt hat auf die gesamte medizinische Wissenschaft. Das kann nicht dadurch verbessert werden, daß der eine oder der andere gewissermaßen dies oder jenes tut, sondern nur dadurch, daß durch einen gemeinsamen Willen einer größeren Anzahl von Menschen wirklich erzwungen wird ein solcher medizinischer Betrieb, der das Eindringen der geistigen Prinzipien in die Medizin möglich macht.

[ 7 ] Man könnte nunmehr sagen: Diejenigen, die solches wissen, sollen einmal eine Krankheitslehre heute aufstellen: Hic Rhodus, hic salta! — könnte man sagen —, und der Okkultismus soll hier seine Kunst zeigen. Gewiß, er wird es in dem Augenblick machen, in dem man ihm die Beine frei macht, denn man kann nicht tanzen, wenn man die Beine gebunden hat; und das Gebundensein der Beine besteht eben in dem Vorhandensein des gegenwärtigen Materialismus, der Beschlag gelegt hat auf die gesamte medizinische Wissenschaft. Das kann nicht dadurch verbessert werden, daß der eine oder der andere gewissermaßen dies oder jenes tut, sondern nur dadurch, daß durch einen gemeinsamen Willen einer größeren Anzahl von Menschen wirklich erzwungen wird ein solcher medizinischer Betrieb, der das Eindringen der geistigen Prinzipien in die Medizin möglich macht.

[ 8 ] Es ist in dieser Beziehung insbesondere wichtig, einzusehen, daß Paulus nicht umsonst ein ungeheuer bedeutsames Wort ausgesprochen hat, das aber eigentlich niemals richtig verstanden wird, weil die Leute immer glauben, sie seien Christen, während sie es in Wirklichkeit durchaus nicht sind. Paulus hat auseinandergesetzt, daß die Sünde in die Welt gekommen ist durch das Gesetz, daß also die Sünde durch das Gesetz da ist. Im weiteren Sinne: Dasjenige, was die Ordnung stört, ist durch das Gesetz da. Diese Dinge kann man sogar heute nur andeuten, denn im allgemeinen wird unsere materialistische Zeit immer, wenn irgend etwas nicht in Ordnung ist, nach einem Gesetze schreien, ohne zu wissen, daß gerade dasjenige, was nicht in Ordnung ist, von den Gesetzen kommt, die gemacht werden. Aber, wie gesagt, das kann nur angedeutet werden; denn zum Verständnis dieser Dinge wird noch sehr, schr viel gehören. Ich sagte: Die Leute glauben nur, daß sie Christen seien. Denn solch eine Sache wie diese bei Paulus wird zwar von unzähligen Leuten gelesen, aber wenig verstanden.

[ 8 ] Es ist in dieser Beziehung insbesondere wichtig, einzusehen, daß Paulus nicht umsonst ein ungeheuer bedeutsames Wort ausgesprochen hat, das aber eigentlich niemals richtig verstanden wird, weil die Leute immer glauben, sie seien Christen, während sie es in Wirklichkeit durchaus nicht sind. Paulus hat auseinandergesetzt, daß die Sünde in die Welt gekommen ist durch das Gesetz, daß also die Sünde durch das Gesetz da ist. Im weiteren Sinne: Dasjenige, was die Ordnung stört, ist durch das Gesetz da. Diese Dinge kann man sogar heute nur andeuten, denn im allgemeinen wird unsere materialistische Zeit immer, wenn irgend etwas nicht in Ordnung ist, nach einem Gesetze schreien, ohne zu wissen, daß gerade dasjenige, was nicht in Ordnung ist, von den Gesetzen kommt, die gemacht werden. Aber, wie gesagt, das kann nur angedeutet werden; denn zum Verständnis dieser Dinge wird noch sehr, schr viel gehören. Ich sagte: Die Leute glauben nur, daß sie Christen seien. Denn solch eine Sache wie diese bei Paulus wird zwar von unzähligen Leuten gelesen, aber wenig verstanden.

[ 9 ] Also wir stehen dadurch, daß wir ätherische Wesen sind, in einer elementarischen Welt, und ein bestimmtes System steht in näherer Beziehung zu uns selber. Dieses System, das heißt diejenigen elementarischen Wesenheiten, Ätherwesenheiten, die uns ja begleiten, sind auch diejenigen, die durch ihre Kräfte, weil sie in einer bestimmten Weise angeordnet sind, wenn wir durch die Pforte des Todes treten, unseren ätherischen Leib aus unserem physischen Leib zunächst herausziehen und ihn, also damit den Menschen selber, nunmehr in die elementarische Welt hineinversetzen. Diese elementarische Welt ist, wie ich schon angedeutet habe, durchaus durch das imaginative Erkennen eben wahrzunehmen. In dieser elementarischen Welt sind eine Anzahl von Wesen, die man Naturgeister nennen kann. Aber es sind zunächst auch alle Menschen darinnen, die unmittelbar physisch durch die Pforte des Todes gegangen sind, aber nur kurze Zeit, wie wir wissen, nur einige Tage. Dann wird der elementarischen Welt übergeben dasjenige, was wir den ätherischen Leib nennen. Er wird wie ein zweiter Leichnam abgelegt. Aber man darf nicht glauben, daß dieser zweite Leib, der da abgelegt ist, sich nun in aller Eile vernichte in der elementarischen Welt. Das ist nicht der Fall, sondern er löst sich allerdings gewissermaßen auf in der elementarischen Welt, aber dieses Auflösen, dieses immer Dünner- und Dünnerwerden, das bedeutet nicht, daß er nicht wahrnehmbar wäre für Wesenheiten, die überhaupt imaginativ wahrnehmen können. So ist vor allen Dingen dieser elementarische Leib, dieser ätherische Leib, immer wahrnehmbar für denjenigen, der selber durch die Pforte des Todes geschritten ist. Der Mensch hat ihn abgelegt, diesen elementarischen Leib, und lebt nun weiter zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber er steht in einer fortwährenden Verbindung mit diesem abgelegten ätherischen Leib. Es ist nicht so wie mit dem physischen Leib, zu dem der Mensch seine Beziehung verliert, wenn er ihn abgelegt hat; beim elementarischen Leib ist das Gegenteil der Fall: der Mensch behält seine Beziehung, und diese Beziehung, die der Mensch hat zu seinem elementarischen, zu seinem ätherischen Leibe, die kann sich auch fortsetzen bis in die physische Welt herunter.

[ 9 ] Also wir stehen dadurch, daß wir ätherische Wesen sind, in einer elementarischen Welt, und ein bestimmtes System steht in näherer Beziehung zu uns selber. Dieses System, das heißt diejenigen elementarischen Wesenheiten, Ätherwesenheiten, die uns ja begleiten, sind auch diejenigen, die durch ihre Kräfte, weil sie in einer bestimmten Weise angeordnet sind, wenn wir durch die Pforte des Todes treten, unseren ätherischen Leib aus unserem physischen Leib zunächst herausziehen und ihn, also damit den Menschen selber, nunmehr in die elementarische Welt hineinversetzen. Diese elementarische Welt ist, wie ich schon angedeutet habe, durchaus durch das imaginative Erkennen eben wahrzunehmen. In dieser elementarischen Welt sind eine Anzahl von Wesen, die man Naturgeister nennen kann. Aber es sind zunächst auch alle Menschen darinnen, die unmittelbar physisch durch die Pforte des Todes gegangen sind, aber nur kurze Zeit, wie wir wissen, nur einige Tage. Dann wird der elementarischen Welt übergeben dasjenige, was wir den ätherischen Leib nennen. Er wird wie ein zweiter Leichnam abgelegt. Aber man darf nicht glauben, daß dieser zweite Leib, der da abgelegt ist, sich nun in aller Eile vernichte in der elementarischen Welt. Das ist nicht der Fall, sondern er löst sich allerdings gewissermaßen auf in der elementarischen Welt, aber dieses Auflösen, dieses immer Dünner- und Dünnerwerden, das bedeutet nicht, daß er nicht wahrnehmbar wäre für Wesenheiten, die überhaupt imaginativ wahrnehmen können. So ist vor allen Dingen dieser elementarische Leib, dieser ätherische Leib, immer wahrnehmbar für denjenigen, der selber durch die Pforte des Todes geschritten ist. Der Mensch hat ihn abgelegt, diesen elementarischen Leib, und lebt nun weiter zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber er steht in einer fortwährenden Verbindung mit diesem abgelegten ätherischen Leib. Es ist nicht so wie mit dem physischen Leib, zu dem der Mensch seine Beziehung verliert, wenn er ihn abgelegt hat; beim elementarischen Leib ist das Gegenteil der Fall: der Mensch behält seine Beziehung, und diese Beziehung, die der Mensch hat zu seinem elementarischen, zu seinem ätherischen Leibe, die kann sich auch fortsetzen bis in die physische Welt herunter.

[ 10 ] Wenn nun der Mensch hier in der physischen Welt seine Seele empfänglich gemacht hat dadurch, daß er sich elementarisches, imaginatives Wahrnehmen angeeignet hat, dann kann er auch bewußt eine Verbindung unterhalten in den Vorstellungen — die dann natürlich viel feiner auftreten als die gewöhnlichen Vorstellungen — mit den Toten. Das ist bewußtes Verbundensein mit den Toten. Was aber so bewußt wird, das ist unbewußt eigentlich immer vorhanden, wenn während des Lebens cine Beziehung da war zwischen dem, der hier zurückgeblieben ist in der physischen Welt, und demjenigen, der in die geistige Welt hinaufgestiegen ist. Nehmen wir an, wir haben eine geliebte Persönlichkeit durch den Tod verloren. Ob wir es nun wissen oder nicht — wissen kann es der, welcher die imaginative Wahrnehmung sich erschlossen hat —: der Tote wirkt, wie wenn er, ich möchte sagen seinen Willen schickte in den ätherischen Leib, den er abgelegt hat, als wie in einen Spiegel und der Spiegel wiederum die Strahlen bis zu uns sendet; der Tote wirkt auf dem Umweg durch den elementarischen, durch den ätherischen Leib auf die Lebenden zurück. Dies ist das Wirken, welches gewissermaßen mittelbar ist.

[ 10 ] Wenn nun der Mensch hier in der physischen Welt seine Seele empfänglich gemacht hat dadurch, daß er sich elementarisches, imaginatives Wahrnehmen angeeignet hat, dann kann er auch bewußt eine Verbindung unterhalten in den Vorstellungen — die dann natürlich viel feiner auftreten als die gewöhnlichen Vorstellungen — mit den Toten. Das ist bewußtes Verbundensein mit den Toten. Was aber so bewußt wird, das ist unbewußt eigentlich immer vorhanden, wenn während des Lebens cine Beziehung da war zwischen dem, der hier zurückgeblieben ist in der physischen Welt, und demjenigen, der in die geistige Welt hinaufgestiegen ist. Nehmen wir an, wir haben eine geliebte Persönlichkeit durch den Tod verloren. Ob wir es nun wissen oder nicht — wissen kann es der, welcher die imaginative Wahrnehmung sich erschlossen hat —: der Tote wirkt, wie wenn er, ich möchte sagen seinen Willen schickte in den ätherischen Leib, den er abgelegt hat, als wie in einen Spiegel und der Spiegel wiederum die Strahlen bis zu uns sendet; der Tote wirkt auf dem Umweg durch den elementarischen, durch den ätherischen Leib auf die Lebenden zurück. Dies ist das Wirken, welches gewissermaßen mittelbar ist.

[ 11 ] Wollen wir charakterisieren, worinnen sich dieses mittelbare Wirken ausdrückt, so kann ich sagen: Innerhalb unserer Vorstellungen, die wir so durch die Welt tragen. Zumeist weiß ja der Mensch, insbesondere in unserer heutigen materialistischen Zeit, nur von den Vorstellungen, die ihm die äußere physische Wirklichkeit abbildet. Aber unter den Vorstellungen, die wir so durch die Welt tragen, leben fortwährend solche, welche gewissermaßen fein sind, so daß sie nicht direkt wahrnehmbar sind. Man achtet eben einfach nicht darauf. Würde man gewohnt sein, intimer auf sein Seelenleben zu achten, und wenn man sich nicht fortwährend, ich möchte sagen das feinere Seelenleben übertönen ließe durch die groben Vorstellungen, die aus der physischen Umwelt einfließen, so würde man schon sehen, wie feinere Vorstellungen doch immer da sind. Und diese rühren her von denjenigen, die mit uns in Verbindung gestanden haben, die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind, und die insbesondere in der ersten Zeit, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, uns ihre Taten, Handlungen, Gedanken auf die geschilderte Weise vermitteln können.

[ 11 ] Wollen wir charakterisieren, worinnen sich dieses mittelbare Wirken ausdrückt, so kann ich sagen: Innerhalb unserer Vorstellungen, die wir so durch die Welt tragen. Zumeist weiß ja der Mensch, insbesondere in unserer heutigen materialistischen Zeit, nur von den Vorstellungen, die ihm die äußere physische Wirklichkeit abbildet. Aber unter den Vorstellungen, die wir so durch die Welt tragen, leben fortwährend solche, welche gewissermaßen fein sind, so daß sie nicht direkt wahrnehmbar sind. Man achtet eben einfach nicht darauf. Würde man gewohnt sein, intimer auf sein Seelenleben zu achten, und wenn man sich nicht fortwährend, ich möchte sagen das feinere Seelenleben übertönen ließe durch die groben Vorstellungen, die aus der physischen Umwelt einfließen, so würde man schon sehen, wie feinere Vorstellungen doch immer da sind. Und diese rühren her von denjenigen, die mit uns in Verbindung gestanden haben, die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind, und die insbesondere in der ersten Zeit, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, uns ihre Taten, Handlungen, Gedanken auf die geschilderte Weise vermitteln können.

[ 12 ] So tragen wir in unseren Vorstellungen selber noch eine Zeitlang dadurch, daß wir als ein Ätherwesen der elementarischen Welt angehören, das Wesen der Toten. Wenn man von einem Monismus spricht und will auf dem Boden der Wirklichkeit stehen, dann müßte man hauptsächlich von diesem Monismus sprechen, den ich jetzt angedeutet habe, von dem Monon, das gebildet wird aus dem Zusammenwirken der Lebenden und der Toten. In Wahrheit sind diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, gar nicht weg von uns. Sie sind uns viel näher, als man glaubt.

[ 12 ] So tragen wir in unseren Vorstellungen selber noch eine Zeitlang dadurch, daß wir als ein Ätherwesen der elementarischen Welt angehören, das Wesen der Toten. Wenn man von einem Monismus spricht und will auf dem Boden der Wirklichkeit stehen, dann müßte man hauptsächlich von diesem Monismus sprechen, den ich jetzt angedeutet habe, von dem Monon, das gebildet wird aus dem Zusammenwirken der Lebenden und der Toten. In Wahrheit sind diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, gar nicht weg von uns. Sie sind uns viel näher, als man glaubt.

[ 13 ] Nun entwickelt sich der Mensch immer mehr und mehr, wenn er die Zeit durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so daß er auch unmittelbar von sich aus auf die Welt hier herunterwirken kann. Und man nimmt wahr, als Einwirkung der hingegangenen Toten, von einer bestimmten Zeit an, daß gewissermaßen ihre Kraftstrahlen in unser Seelenleben eindringen. Aber diese Strahlen, dieses unmittelbare Wirken, das kann sich nicht in unser Vorstellungsleben, in unsere Gedanken direkt hineinleben, sondern das lebt sich mehr hinein in unsere Gewohnheiten, in die Art und Weise, wie wir sind, in die Art und Weise, wie wir hier es treiben; in das strömt hinein dasjenige, was aus den geistigen Welten herunterwirkt und was von denjenigen zu uns kommt, die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind. Nur müssen wir uns klar sein, daß solches Zusammenwirken der Toten mit den Lebendigen an gar mancherlei Bedingungen gebunden ist. Der Tote ist in einer Umgebung, in welcher Wesen seinesgleichen sind, das heißt auch Seelenwesen, also alle die Wesenheiten, die den höheren Hierarchien angehören bis herunter zum Menschen, und er kann dadurch, daß sein abgelegter Ätherleib ihm der Vermittler ist, auch Wahrnehmungen haben von den Menschen, die hier gewissermaßen ihm verschleiert sind durch den physischen Leib; aber er durchdringt diesen Schleier mit Hilfe seines Ätherleibes. Derjenige, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, ist unterworfen den Bedingungen, unter denen man lebt in der seelischen, in der geistigen Welt, er muß sich ihnen fügen. Nun brauche ich nur auf eine Hauptsache hinzuweisen, so wird Ihnen verständlich sein, was eigentlich hiermit gemeint ist. Wir wissen ja: durch die Welt hindurch, in der wir leben, wirken in der mannigfaltigsten Weise luziferische und ahrimanische Kräfte. Würden diese luziferischen und ahrimanischen Kräfte nicht ihre Anziehungskraft auf uns ausüben, so würde dasjenige, was im Menschen zum Ausdruck kommt als unrichtige oder böse Handlungen, eben nicht da sein in der Welt. Das Luziferische und Ahrimanische muß auf den Menschen wirken, muß dem Menschen Gelegenheit geben, ihm zu folgen.

[ 13 ] Nun entwickelt sich der Mensch immer mehr und mehr, wenn er die Zeit durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so daß er auch unmittelbar von sich aus auf die Welt hier herunterwirken kann. Und man nimmt wahr, als Einwirkung der hingegangenen Toten, von einer bestimmten Zeit an, daß gewissermaßen ihre Kraftstrahlen in unser Seelenleben eindringen. Aber diese Strahlen, dieses unmittelbare Wirken, das kann sich nicht in unser Vorstellungsleben, in unsere Gedanken direkt hineinleben, sondern das lebt sich mehr hinein in unsere Gewohnheiten, in die Art und Weise, wie wir sind, in die Art und Weise, wie wir hier es treiben; in das strömt hinein dasjenige, was aus den geistigen Welten herunterwirkt und was von denjenigen zu uns kommt, die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind. Nur müssen wir uns klar sein, daß solches Zusammenwirken der Toten mit den Lebendigen an gar mancherlei Bedingungen gebunden ist. Der Tote ist in einer Umgebung, in welcher Wesen seinesgleichen sind, das heißt auch Seelenwesen, also alle die Wesenheiten, die den höheren Hierarchien angehören bis herunter zum Menschen, und er kann dadurch, daß sein abgelegter Ätherleib ihm der Vermittler ist, auch Wahrnehmungen haben von den Menschen, die hier gewissermaßen ihm verschleiert sind durch den physischen Leib; aber er durchdringt diesen Schleier mit Hilfe seines Ätherleibes. Derjenige, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, ist unterworfen den Bedingungen, unter denen man lebt in der seelischen, in der geistigen Welt, er muß sich ihnen fügen. Nun brauche ich nur auf eine Hauptsache hinzuweisen, so wird Ihnen verständlich sein, was eigentlich hiermit gemeint ist. Wir wissen ja: durch die Welt hindurch, in der wir leben, wirken in der mannigfaltigsten Weise luziferische und ahrimanische Kräfte. Würden diese luziferischen und ahrimanischen Kräfte nicht ihre Anziehungskraft auf uns ausüben, so würde dasjenige, was im Menschen zum Ausdruck kommt als unrichtige oder böse Handlungen, eben nicht da sein in der Welt. Das Luziferische und Ahrimanische muß auf den Menschen wirken, muß dem Menschen Gelegenheit geben, ihm zu folgen.

[ 14 ] Wenn wir uns das so recht vergegenwärtigen, so werden wir erkennen, daß der Mensch noch etwas anderes ist als das Wesen, das wir oftmals in unserer Kritik aus ihm machen. Würden wir schon in der physischen Welt die Fähigkeit haben, immer zu sehen, wie das Luziferische und Ahrimanische im Menschen wirkt, wir würden ganz anders die Menschen beurteilen. Nicht, daß wir vielleicht oftmals weniger kritisch wären, denn wir müssen ja, wenn wir unser Urteil ablenken vom Menschen, zwar nicht den Menschen, aber Luzifer und Ahriman bekämpfen. Aber den Menschen gegenüber als Menschen würden wir unendlich toleranter sein. Diese Toleranz übt derjenige, der im seelischen Leben lebt in dem Zeitlaufe zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sowohl gegen diejenigen Wesen, die mit ihm in der geistigen Welt sind, wie auch gegenüber denjenigen Wesen, welche hier als Menschen noch im physischen Leben verkörpert sind. Und es gehört einfach zum Wesen desjenigen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, daß er sich diese Toleranz aneignet, daß er immer durchschaut: diesen oder jenen Anteil an einem Menschen haben Luzifer oder Ahriman. Er sagt nicht: Das ist ein schlechter Mensch, der bösen Lüsten folgt —, sondern er durchschaut: Luzifer hat an ihm soundso viel Anteil. Er sagt nicht: Das ist ein neidischer Mensch —, sondern er sagt: Ahriman hat soundso viel Anteil an ihm. — So urteilt derjenige, der da oben lebt zwischen Tod und Geburt, da das zu seinem Wesen gehört, wie es zu unserem Wesen gehört, wenn wir naturgemäß gesund sind, gesunde Augen zu haben. Da das zum Wesen des Toten gehört, so tut es dem Toten ungeheuer weh, wenn er die Verbindung aufrechterhält, die er im physischen Leben angeknüpft hat, und bei uns hier auf eine andere Gesinnung stößt. Nehmen wir an, wir bringen einem Menschen, der auch in Verbindung war mit dem Toten, aus unseren persönlichen Antipathien heraus einen besonderen Haß entgegen, dann bedeutet dieser Haß einen ungeheuren Schmerz für den Toten, der mit uns in Verbindung stehen kann, und jederzeit muß dieser Haß wie ein Schwert, wie ein stacheliges Schwert, wie ein Speer, der gegen ihn gezückt wird, erst von dem Toten überwunden werden, wenn der Tote, wie er ja muß, weil er mit uns doch Verbindung hat, uns sich nähern will.

[ 14 ] Wenn wir uns das so recht vergegenwärtigen, so werden wir erkennen, daß der Mensch noch etwas anderes ist als das Wesen, das wir oftmals in unserer Kritik aus ihm machen. Würden wir schon in der physischen Welt die Fähigkeit haben, immer zu sehen, wie das Luziferische und Ahrimanische im Menschen wirkt, wir würden ganz anders die Menschen beurteilen. Nicht, daß wir vielleicht oftmals weniger kritisch wären, denn wir müssen ja, wenn wir unser Urteil ablenken vom Menschen, zwar nicht den Menschen, aber Luzifer und Ahriman bekämpfen. Aber den Menschen gegenüber als Menschen würden wir unendlich toleranter sein. Diese Toleranz übt derjenige, der im seelischen Leben lebt in dem Zeitlaufe zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sowohl gegen diejenigen Wesen, die mit ihm in der geistigen Welt sind, wie auch gegenüber denjenigen Wesen, welche hier als Menschen noch im physischen Leben verkörpert sind. Und es gehört einfach zum Wesen desjenigen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, daß er sich diese Toleranz aneignet, daß er immer durchschaut: diesen oder jenen Anteil an einem Menschen haben Luzifer oder Ahriman. Er sagt nicht: Das ist ein schlechter Mensch, der bösen Lüsten folgt —, sondern er durchschaut: Luzifer hat an ihm soundso viel Anteil. Er sagt nicht: Das ist ein neidischer Mensch —, sondern er sagt: Ahriman hat soundso viel Anteil an ihm. — So urteilt derjenige, der da oben lebt zwischen Tod und Geburt, da das zu seinem Wesen gehört, wie es zu unserem Wesen gehört, wenn wir naturgemäß gesund sind, gesunde Augen zu haben. Da das zum Wesen des Toten gehört, so tut es dem Toten ungeheuer weh, wenn er die Verbindung aufrechterhält, die er im physischen Leben angeknüpft hat, und bei uns hier auf eine andere Gesinnung stößt. Nehmen wir an, wir bringen einem Menschen, der auch in Verbindung war mit dem Toten, aus unseren persönlichen Antipathien heraus einen besonderen Haß entgegen, dann bedeutet dieser Haß einen ungeheuren Schmerz für den Toten, der mit uns in Verbindung stehen kann, und jederzeit muß dieser Haß wie ein Schwert, wie ein stacheliges Schwert, wie ein Speer, der gegen ihn gezückt wird, erst von dem Toten überwunden werden, wenn der Tote, wie er ja muß, weil er mit uns doch Verbindung hat, uns sich nähern will.

[ 15 ] So hängt die Art und Weise, wie der Tote in uns hereinwirken will und wie er selbst erlebt bei diesem Hereinwirken, sehr, sehr ab von der Stimmung unserer Seele. Das Hereinwirken geschieht immer; aber es hängt in der Art des Hereinwirkens sehr, sehr viel von der Stimmung unserer Seele ab. In unsere gewöhnlichen, aus der Umwelt entlehnten Vorstellungen, in unsere Empfindungen, in unsere Gefühlsrichtungen, in unser Temperament, in unsere Gewohnheiten spielen diese unmittelbaren Einflüsse von den Toten herein, die ich geschildert habe. Da ist aber eine fortwährende Wechselbeziehung zwischen demjenigen, was da vorgeht in dem Reiche derer, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, und unseren eigenen Seelen.

[ 15 ] So hängt die Art und Weise, wie der Tote in uns hereinwirken will und wie er selbst erlebt bei diesem Hereinwirken, sehr, sehr ab von der Stimmung unserer Seele. Das Hereinwirken geschieht immer; aber es hängt in der Art des Hereinwirkens sehr, sehr viel von der Stimmung unserer Seele ab. In unsere gewöhnlichen, aus der Umwelt entlehnten Vorstellungen, in unsere Empfindungen, in unsere Gefühlsrichtungen, in unser Temperament, in unsere Gewohnheiten spielen diese unmittelbaren Einflüsse von den Toten herein, die ich geschildert habe. Da ist aber eine fortwährende Wechselbeziehung zwischen demjenigen, was da vorgeht in dem Reiche derer, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, und unseren eigenen Seelen.

[ 16 ] Wenn Sie nun das alles ins Auge fassen, dann werden Sie sich sagen: In dem, was wir da als Seele in uns tragen, ist kompliziertes Wirken darinnen, und vieles gehört dazu, um zu überschauen, was alles Rätselhaftes in einer Menschenseele eigentlich pulsiert, was alles so pulsiert, daß die Menschenseele in ihrem Bewußtsein selber wenig von dem hat, was da pulsiert. Aber die Gesamtstimmung der Seele, das, was man kann oder nicht kann, hängt davon ab. Denn das alles ist wiederum im großen bestimmt durch unser Karma; daß wir mit gerade diesen oder jenen Menschen hier zusammengeführt werden, die dann wiederum in solcher Weise auf uns wirken, wie ich es beschrieben habe, das hängt natürlich mit unserem Karma im weiteren Sinne zusammen.

[ 16 ] Wenn Sie nun das alles ins Auge fassen, dann werden Sie sich sagen: In dem, was wir da als Seele in uns tragen, ist kompliziertes Wirken darinnen, und vieles gehört dazu, um zu überschauen, was alles Rätselhaftes in einer Menschenseele eigentlich pulsiert, was alles so pulsiert, daß die Menschenseele in ihrem Bewußtsein selber wenig von dem hat, was da pulsiert. Aber die Gesamtstimmung der Seele, das, was man kann oder nicht kann, hängt davon ab. Denn das alles ist wiederum im großen bestimmt durch unser Karma; daß wir mit gerade diesen oder jenen Menschen hier zusammengeführt werden, die dann wiederum in solcher Weise auf uns wirken, wie ich es beschrieben habe, das hängt natürlich mit unserem Karma im weiteren Sinne zusammen.

[ 17 ] Indem wir uns dies vor die Seele führen, müssen wir uns nur klar darüber sein, daß unsere Zeit nach dem, was die Geisteswissenschaft den Menschen bringen soll, wirkliche reale Sehnsuchten hat, daß aber diese realen Sehnsuchten heute noch vielfach auf den irrtümlichsten Wegen befriedigt werden. Es gibt heute eine Anzahl von Menschen, die durchaus hinaus sind über das Vorurteil, das die Menschen in der Mitte, auch noch im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts vielfach gehabt haben, daß man alles Seelische nur aus physischen, physiologischen Wirkungen erklären könne. Aber oftmals wirken halbe oder Viertelswahrheiten viel schlimmer als vollständige Irrtümer. Und eine solche halbe oder Viertelswahrheit liegt zugrunde dem, was man heute so vielfach bezeichnet als analytische Psychologie oder Psychoanalyse.

[ 17 ] Indem wir uns dies vor die Seele führen, müssen wir uns nur klar darüber sein, daß unsere Zeit nach dem, was die Geisteswissenschaft den Menschen bringen soll, wirkliche reale Sehnsuchten hat, daß aber diese realen Sehnsuchten heute noch vielfach auf den irrtümlichsten Wegen befriedigt werden. Es gibt heute eine Anzahl von Menschen, die durchaus hinaus sind über das Vorurteil, das die Menschen in der Mitte, auch noch im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts vielfach gehabt haben, daß man alles Seelische nur aus physischen, physiologischen Wirkungen erklären könne. Aber oftmals wirken halbe oder Viertelswahrheiten viel schlimmer als vollständige Irrtümer. Und eine solche halbe oder Viertelswahrheit liegt zugrunde dem, was man heute so vielfach bezeichnet als analytische Psychologie oder Psychoanalyse.

[ 18 ] Die Menschen suchen, aber sie suchen tappend. Sie ahnen, daß auf dem Grunde der Seele mancherlei verborgen ist, aber sie können sich nicht entschließen, wirklich die Schritte in die geistige Welt hinein mitzumachen, um dasjenige zu finden, was auf dem Grunde der Seele verborgen ist. Was sagen heute die Psychoanalytiker? Sie sagen: Wenn ein Mensch uns so im Leben entgegentritt, dann ist sein Gesamtbefinden vielfach abhängig nicht nur von dem, was in seinem Bewußtsein ist, sondern von einer ganzen Reihe von Faktoren, die im Unbewußten sitzen, unter der Schwelle des Bewußstseins. Da kommt ein Mensch, fühlt gewissermaßen seine Stimmung herabgedrückt. Eine UnregelmäRigkeit in seinem ganzen nervösen Apparat tritt auf. Man muß, meint der Psychoanalytiker, dann nachsehen, was der Mensch vielleicht vor vielen Jahren erlebt hat, was er als Erlebtes nicht ganz verarbeitet hat, sondern hinuntergedrückt hat in das Unterbewußtsein. Aber weil es vergessen ist, ist es deshalb nicht nicht da. Das ahnt der Psychoanalytiker ganz gut, daß dasjenige, was aus dem Bewußtsein herausgerückt ist, deshalb nicht aus der Wirklichkeit herausgerückt ist; es ist eben da unten im Unterbewußtsein. Nun geht er davon aus: wenn man es herauflockt ins Bewußtsein durch eine Art Katechisierung, dann kommt man darauf, was da unten frißt und zehrt. Von dem ausgehend — ich kann natürlich hier nicht die Psychoanalyse in allen ihren Verzweigungen erörtern, aber ich will einiges davon zeigen —, sucht nun der Psychoanalytiker vieles in den Untergründen der Seele. Der Mensch hat vor Jahren diese oder jene Lebensideale, diese oder jene Hoffnungen, diese oder jene Pläne gehabt. Er hat sie nicht ausgeführt, konnte sie nicht ausführen. Gewiß, aus seinem Bewußtsein ist das heraus, aus dem Grunde, weil er im jetzigen Leben lebt; aber aus der Wirklichkeit seiner Seele ist es nicht heraus. Da zehrt es, da frißt es, und sein Gesamtbefinden hängt ab von dem, was da unten in seinem Bewußtsein ist. Er hat irgendeine — und das ist dasjenige, was die Psychoanalytiker zuallermeist finden, weil sie darauf ausgehen — unglückliche Liebe gehabt. Das ist eine isolierte Provinz seines Seelenbewußitseins; er hat es zwar bekämpft, es ist nicht mehr in seinem Bewußtsein, aber es wirkt weiter. Insbesondere wirkt es dann weiter, so meinen die Psychoanalytiker, wenn bloß die Liebesgefühle da waren und das geliebte Wesen nicht, wenn er unbefriedigt geblieben ist. Dann sucht unten in der Tiefe des Seelenlebens der Psychoanalytiker außer den zerstörten Lenzeshoffnungen des Lebens, außer solchem, was ich eben angedeutet habe, den «animalischen Grundschlamm» des Lebens, dasjenige, was als «animalischer Grundschlamm» des Lebens fortwährend heraufwirkt, der Zusammenhang mit alldem, was der Mensch als animalisches, als tierisches Wesen hat und was in sein seelisches Leben hereinspielt. Und solche analytischen Psychologen, die weiter gehen, die sagen: Wenn man da nun immer weiter und weiter hinunterdringt, dann findet man endlich dasjenige, was in der Seele heraufspielt von Rassenzusammenhang, von Nationenzusammenhang und so weiter, was auf mehr oder weniger unbewußte Weise in die Seelen hereinspielt, endlich aber ganz unten das Dämonische, das Allerunbestimmteste, was unter dem «animalischen Grundschlamm» liegt. Leise deuten dann solche Menschen oftmals an, die heute besondere Anhänger der Psychoanalyse sind, daß in diesen dämonischen Tiefen unten diejenigen Impulse sind, welche zur Gnosis, zur Theosophie, zur Anthroposophie führen und dergleichen. Wenn das auch manchmal, ich möchte sagen etwas versteckt angedeutet wird, es wird schon angedeutet. Lesen Sie eines der letzten Hefte von «Wissen und Leben», dann werden Sie solche Andeutungen manchmal schon, wenn auch zwischen Zeilen versteckt, finden können.

[ 18 ] Die Menschen suchen, aber sie suchen tappend. Sie ahnen, daß auf dem Grunde der Seele mancherlei verborgen ist, aber sie können sich nicht entschließen, wirklich die Schritte in die geistige Welt hinein mitzumachen, um dasjenige zu finden, was auf dem Grunde der Seele verborgen ist. Was sagen heute die Psychoanalytiker? Sie sagen: Wenn ein Mensch uns so im Leben entgegentritt, dann ist sein Gesamtbefinden vielfach abhängig nicht nur von dem, was in seinem Bewußtsein ist, sondern von einer ganzen Reihe von Faktoren, die im Unbewußten sitzen, unter der Schwelle des Bewußstseins. Da kommt ein Mensch, fühlt gewissermaßen seine Stimmung herabgedrückt. Eine UnregelmäRigkeit in seinem ganzen nervösen Apparat tritt auf. Man muß, meint der Psychoanalytiker, dann nachsehen, was der Mensch vielleicht vor vielen Jahren erlebt hat, was er als Erlebtes nicht ganz verarbeitet hat, sondern hinuntergedrückt hat in das Unterbewußtsein. Aber weil es vergessen ist, ist es deshalb nicht nicht da. Das ahnt der Psychoanalytiker ganz gut, daß dasjenige, was aus dem Bewußtsein herausgerückt ist, deshalb nicht aus der Wirklichkeit herausgerückt ist; es ist eben da unten im Unterbewußtsein. Nun geht er davon aus: wenn man es herauflockt ins Bewußtsein durch eine Art Katechisierung, dann kommt man darauf, was da unten frißt und zehrt. Von dem ausgehend — ich kann natürlich hier nicht die Psychoanalyse in allen ihren Verzweigungen erörtern, aber ich will einiges davon zeigen —, sucht nun der Psychoanalytiker vieles in den Untergründen der Seele. Der Mensch hat vor Jahren diese oder jene Lebensideale, diese oder jene Hoffnungen, diese oder jene Pläne gehabt. Er hat sie nicht ausgeführt, konnte sie nicht ausführen. Gewiß, aus seinem Bewußtsein ist das heraus, aus dem Grunde, weil er im jetzigen Leben lebt; aber aus der Wirklichkeit seiner Seele ist es nicht heraus. Da zehrt es, da frißt es, und sein Gesamtbefinden hängt ab von dem, was da unten in seinem Bewußtsein ist. Er hat irgendeine — und das ist dasjenige, was die Psychoanalytiker zuallermeist finden, weil sie darauf ausgehen — unglückliche Liebe gehabt. Das ist eine isolierte Provinz seines Seelenbewußitseins; er hat es zwar bekämpft, es ist nicht mehr in seinem Bewußtsein, aber es wirkt weiter. Insbesondere wirkt es dann weiter, so meinen die Psychoanalytiker, wenn bloß die Liebesgefühle da waren und das geliebte Wesen nicht, wenn er unbefriedigt geblieben ist. Dann sucht unten in der Tiefe des Seelenlebens der Psychoanalytiker außer den zerstörten Lenzeshoffnungen des Lebens, außer solchem, was ich eben angedeutet habe, den «animalischen Grundschlamm» des Lebens, dasjenige, was als «animalischer Grundschlamm» des Lebens fortwährend heraufwirkt, der Zusammenhang mit alldem, was der Mensch als animalisches, als tierisches Wesen hat und was in sein seelisches Leben hereinspielt. Und solche analytischen Psychologen, die weiter gehen, die sagen: Wenn man da nun immer weiter und weiter hinunterdringt, dann findet man endlich dasjenige, was in der Seele heraufspielt von Rassenzusammenhang, von Nationenzusammenhang und so weiter, was auf mehr oder weniger unbewußte Weise in die Seelen hereinspielt, endlich aber ganz unten das Dämonische, das Allerunbestimmteste, was unter dem «animalischen Grundschlamm» liegt. Leise deuten dann solche Menschen oftmals an, die heute besondere Anhänger der Psychoanalyse sind, daß in diesen dämonischen Tiefen unten diejenigen Impulse sind, welche zur Gnosis, zur Theosophie, zur Anthroposophie führen und dergleichen. Wenn das auch manchmal, ich möchte sagen etwas versteckt angedeutet wird, es wird schon angedeutet. Lesen Sie eines der letzten Hefte von «Wissen und Leben», dann werden Sie solche Andeutungen manchmal schon, wenn auch zwischen Zeilen versteckt, finden können.

[ 19 ] Nun, ich sagte: halbe und Viertelswahrheiten wirken oftmals schlimmer als vollständige Irrtümer. In der analytischen Psychologie liegen halbe und Viertelswahrheiten, nämlich das Suchen in den unterbewußten Gründen der Seele. Aber vergleichen wir es mit dem, worauf wir heute hingewiesen haben, daß alles, was da auf dem Grunde der Seele lebt an Realitäten, hereinwirkt aus dem Reich der Toten, dann werden wir zu einer ganz anderen Art und Weise getrieben, dann werden wir nicht suchen nach dem «animalischen Grundschlamm» der Seele oder nach der verschlagenen Erotik für irgendeine Seelenstimmung, sondern wir werden oftmals die Ursache für eine Seelenstimmung zu suchen haben bei dem oder jenem Fortgegangenen, dem wir Schwierigkeiten machen durch unser eigenes Verhalten, und diese Schwierigkeiten drücken sich aus dadurch, daß sich ins Bewußtsein diese oder jene Unbefriedigtheiten heraufdrängen. Kurz, wir werden gut tun, wenn wir in einer pietätvollen, heiligen Weise den Zusammenhang uns ins Bewußtsein bringen, der nicht bloß besteht zwischen unserer Welt und einer abstrakten, pantheistisch-verschwommenen geistigen Welt, sondern der realen geistigen Welt, worinnen diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, reale Wesenheiten sind, die mit uns sind, so wie sie im Leben waren, nur daß dasjenige, was sie mit uns zusammen wirken, viel näher unserer Seele geht als das, was sie im Leben gewirkt haben, wo wir immer durch unseren und ihren Leib getrennt waren, der wie eine Barriere zwischen uns stand.

[ 19 ] Nun, ich sagte: halbe und Viertelswahrheiten wirken oftmals schlimmer als vollständige Irrtümer. In der analytischen Psychologie liegen halbe und Viertelswahrheiten, nämlich das Suchen in den unterbewußten Gründen der Seele. Aber vergleichen wir es mit dem, worauf wir heute hingewiesen haben, daß alles, was da auf dem Grunde der Seele lebt an Realitäten, hereinwirkt aus dem Reich der Toten, dann werden wir zu einer ganz anderen Art und Weise getrieben, dann werden wir nicht suchen nach dem «animalischen Grundschlamm» der Seele oder nach der verschlagenen Erotik für irgendeine Seelenstimmung, sondern wir werden oftmals die Ursache für eine Seelenstimmung zu suchen haben bei dem oder jenem Fortgegangenen, dem wir Schwierigkeiten machen durch unser eigenes Verhalten, und diese Schwierigkeiten drücken sich aus dadurch, daß sich ins Bewußtsein diese oder jene Unbefriedigtheiten heraufdrängen. Kurz, wir werden gut tun, wenn wir in einer pietätvollen, heiligen Weise den Zusammenhang uns ins Bewußtsein bringen, der nicht bloß besteht zwischen unserer Welt und einer abstrakten, pantheistisch-verschwommenen geistigen Welt, sondern der realen geistigen Welt, worinnen diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, reale Wesenheiten sind, die mit uns sind, so wie sie im Leben waren, nur daß dasjenige, was sie mit uns zusammen wirken, viel näher unserer Seele geht als das, was sie im Leben gewirkt haben, wo wir immer durch unseren und ihren Leib getrennt waren, der wie eine Barriere zwischen uns stand.

[ 20 ] Dann kommt eine spätere Zeit, in der der Mensch völlig frei geworden ist von dem Astralleib, er das Astralische abgelegt hat, und einige Zeit danach kann der Mensch dann in einer noch viel intensiveren, weil innerlicheren Weise herunterwirken aus der geistigen Welt in die physische. Nach solchen instinktiv gewußten Wahrheiten richtete sich früher vielfach das äußere Leben ein, auch wenn man dasjenige, was im äußeren Leben entstand, oftmals aus gewöhnlichen äußerlichen Gründen herleitete. Aber diesem Äußerlichen liegt — oftmals wußte man dies nur durch Instinkt — ein Innerliches zugrunde. Ich habe gesagt, daß die Toten, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, mit den Menschen, die sie hier zurückgelassen haben und denen sie insbesondere in Liebe verbunden sind, in einem unmittelbaren Zusammenhang so stehen, daß sie auf die Gewohnheiten wirken. Deshalb hat man in den Zeiten, in denen man solche Dinge noch recht instinktiv gefühlt hat, Rücksicht darauf genommen, daß der Sohn möglichst wenig aus dem Kreise seines elterlichen Zusammenhanges kam. Da war der Zugang leichter. Das Lernen desselben Geschäftes, das Darinnenstehen im selben Berufe, überhaupt das ganze real-konservative Festhalten an derselben Strömung, das war instinktiver Ausdruck für eine Erleichterung des Hereinwirkens der durch die Todespforte Gegangenen auf diejenigen, die sie hier zurückgelassen hatten. Waren die in ähnlichen Situationen wie die Verstorbenen selber, dann war es diesen Verstorbenen auch leichter, den Weg zu ihnen zu finden. Und man wird einmal solche feinen Impulse und Gründe in dem geschichtlichen Werden der Menschen schon verfolgen.

[ 20 ] Dann kommt eine spätere Zeit, in der der Mensch völlig frei geworden ist von dem Astralleib, er das Astralische abgelegt hat, und einige Zeit danach kann der Mensch dann in einer noch viel intensiveren, weil innerlicheren Weise herunterwirken aus der geistigen Welt in die physische. Nach solchen instinktiv gewußten Wahrheiten richtete sich früher vielfach das äußere Leben ein, auch wenn man dasjenige, was im äußeren Leben entstand, oftmals aus gewöhnlichen äußerlichen Gründen herleitete. Aber diesem Äußerlichen liegt — oftmals wußte man dies nur durch Instinkt — ein Innerliches zugrunde. Ich habe gesagt, daß die Toten, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, mit den Menschen, die sie hier zurückgelassen haben und denen sie insbesondere in Liebe verbunden sind, in einem unmittelbaren Zusammenhang so stehen, daß sie auf die Gewohnheiten wirken. Deshalb hat man in den Zeiten, in denen man solche Dinge noch recht instinktiv gefühlt hat, Rücksicht darauf genommen, daß der Sohn möglichst wenig aus dem Kreise seines elterlichen Zusammenhanges kam. Da war der Zugang leichter. Das Lernen desselben Geschäftes, das Darinnenstehen im selben Berufe, überhaupt das ganze real-konservative Festhalten an derselben Strömung, das war instinktiver Ausdruck für eine Erleichterung des Hereinwirkens der durch die Todespforte Gegangenen auf diejenigen, die sie hier zurückgelassen hatten. Waren die in ähnlichen Situationen wie die Verstorbenen selber, dann war es diesen Verstorbenen auch leichter, den Weg zu ihnen zu finden. Und man wird einmal solche feinen Impulse und Gründe in dem geschichtlichen Werden der Menschen schon verfolgen.

[ 21 ] Wenn der Mensch nun seit längerer Zeit gestorben ist, hat er seinen astralischen Leib vollständig abgelegt. Dies geschieht erst nach Jahrzehnten, weil die Bewegung, die wir in der geistigen Welt absolvieren, eine viel langsamere ist als die Bewegung in der physischen; dreißig Jahre geistiger Welt entspricht ungefähr einem Jahr physischer Welt. Der Mensch hastet hier in der physischen Welt; in der geistigen Welt hat er immer eine Umdrehung gewissermaßen in einem viel größeren Kreise zu vollführen als hier in der physischen Welt. Kurz, ein Jahr physischer Welt entspricht dreißig Jahren geistiger Welt, in dreißig Jahren geistiger Welt erlebt man etwa dasselbe Weltstück wie in einem Jahr physischer Welt; man erlebt das Weltstück dadurch innerlicher, intensiver.

[ 21 ] Wenn der Mensch nun seit längerer Zeit gestorben ist, hat er seinen astralischen Leib vollständig abgelegt. Dies geschieht erst nach Jahrzehnten, weil die Bewegung, die wir in der geistigen Welt absolvieren, eine viel langsamere ist als die Bewegung in der physischen; dreißig Jahre geistiger Welt entspricht ungefähr einem Jahr physischer Welt. Der Mensch hastet hier in der physischen Welt; in der geistigen Welt hat er immer eine Umdrehung gewissermaßen in einem viel größeren Kreise zu vollführen als hier in der physischen Welt. Kurz, ein Jahr physischer Welt entspricht dreißig Jahren geistiger Welt, in dreißig Jahren geistiger Welt erlebt man etwa dasselbe Weltstück wie in einem Jahr physischer Welt; man erlebt das Weltstück dadurch innerlicher, intensiver.

[ 22 ] Überhaupt hängt das, was der Mensch hier durchlebt, in vieler Beziehung zusammen mit der großen Welt, mit dem Makrokosmos, so daß immer ausgedrückt werden kann dasjenige, was hier erlebt wird im Mikrokosmos, im Menschen, auch in den Verhältniszahlen zum Makrokosmos. Ich will zum Beispiel auf eines aufmerksam machen: Wenn wir die Zahl der menschlichen Lebenstage berechnen, so bekommen wir dieselbe Zahl heraus, welche die Sonne an Jahren braucht, um durch das ganze platonische Jahr, das Weltenjahr, zu gehen. Also der Mensch lebt eine Lebenszeit von so viel Tagen, als die Sonne Jahre braucht, um im ganzen Weltenkreise, von einem Tierkreiszeichen zum anderen vorzurücken. Wenn sie alle Tierkreiszeichen durchgemacht hat, hat sie also ungefähr 25 900 und eine Anzahl von Jahren gebraucht dazu. So viel Tage lebt der Mensch ungefähr — selbstverständlich ist das nicht bei allen gleich — in seinem Einzelleben zwischen Geburt und Tod.

[ 22 ] Überhaupt hängt das, was der Mensch hier durchlebt, in vieler Beziehung zusammen mit der großen Welt, mit dem Makrokosmos, so daß immer ausgedrückt werden kann dasjenige, was hier erlebt wird im Mikrokosmos, im Menschen, auch in den Verhältniszahlen zum Makrokosmos. Ich will zum Beispiel auf eines aufmerksam machen: Wenn wir die Zahl der menschlichen Lebenstage berechnen, so bekommen wir dieselbe Zahl heraus, welche die Sonne an Jahren braucht, um durch das ganze platonische Jahr, das Weltenjahr, zu gehen. Also der Mensch lebt eine Lebenszeit von so viel Tagen, als die Sonne Jahre braucht, um im ganzen Weltenkreise, von einem Tierkreiszeichen zum anderen vorzurücken. Wenn sie alle Tierkreiszeichen durchgemacht hat, hat sie also ungefähr 25 900 und eine Anzahl von Jahren gebraucht dazu. So viel Tage lebt der Mensch ungefähr — selbstverständlich ist das nicht bei allen gleich — in seinem Einzelleben zwischen Geburt und Tod.

[ 23 ] Und ein anderer interessanter Zusammenhang ist der: daß der Mensch auch wiederum in einem Tage so viele Atemzüge hat, der Zahl nach, als er Tage lebt, und als die Sonne herumgeht an Jahren durch den ganzen Tierkreis durch. Sie sehen, die Welt ist wirklich in einem allertiefsten Sinne nach Maß und Zahl angeordnet. Und man sollte glauben, daß einfach diese feine Einordnung des Menschen in die Welt, dieses Entsprechen der Harmonien die groben Materialisten unserer Tage hinausführen sollte über ihre Weltanschauung, die nichts sehen will in dem Weltenall als einen Mechanismus. Allerdings ist es ein sonderbarer Mechanismus, der seine einzelnen Wesen in sich herein so gliedert, daß sie in wunderbaren, zahlenmäßig harmonisch geordneten Verhältnissen zu dem Ganzen stehen.

[ 23 ] Und ein anderer interessanter Zusammenhang ist der: daß der Mensch auch wiederum in einem Tage so viele Atemzüge hat, der Zahl nach, als er Tage lebt, und als die Sonne herumgeht an Jahren durch den ganzen Tierkreis durch. Sie sehen, die Welt ist wirklich in einem allertiefsten Sinne nach Maß und Zahl angeordnet. Und man sollte glauben, daß einfach diese feine Einordnung des Menschen in die Welt, dieses Entsprechen der Harmonien die groben Materialisten unserer Tage hinausführen sollte über ihre Weltanschauung, die nichts sehen will in dem Weltenall als einen Mechanismus. Allerdings ist es ein sonderbarer Mechanismus, der seine einzelnen Wesen in sich herein so gliedert, daß sie in wunderbaren, zahlenmäßig harmonisch geordneten Verhältnissen zu dem Ganzen stehen.

[ 24 ] Und so ist es auch sehr merkwürdig, daß wir wirklich, wenn wir geistig die Welt betrachten, sagen können: Der Mensch rückt, indem er die Entwickelung zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchmacht, langsamer vor, um alles gründlicher zu machen. Und zwar rückt er so viel mal langsamer vor in der geistigen Welt, als der Saturn langsamer um die Sonne herum läuft als die Erde. Der Saturn läuft um so viel mal langsamer um die Sonne herum als die Erde, als der Mensch sich in der geistigen Welt langsamer bewegt als hier auf der physischen Erde. Aus diesem Grunde — nicht weil sie weniger gewußt haben als die heutigen Astronomen — haben die Alten den Saturn als den äußersten Planeten, der noch zum Sonnensystem gehört, gerechnet. Es ist auch astronomisch richtig; denn die anderen Planeten, die man heute dazurechnet, Uranus und Neptun, sind später zugeflogen und haben sich angegliedert und kreisen auch in einer ganz anderen Ordnung, sogar in einer anderen Rotation als diejenigen Planeten, die zum eigentlichen Sonnensystem gehören.

[ 24 ] Und so ist es auch sehr merkwürdig, daß wir wirklich, wenn wir geistig die Welt betrachten, sagen können: Der Mensch rückt, indem er die Entwickelung zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchmacht, langsamer vor, um alles gründlicher zu machen. Und zwar rückt er so viel mal langsamer vor in der geistigen Welt, als der Saturn langsamer um die Sonne herum läuft als die Erde. Der Saturn läuft um so viel mal langsamer um die Sonne herum als die Erde, als der Mensch sich in der geistigen Welt langsamer bewegt als hier auf der physischen Erde. Aus diesem Grunde — nicht weil sie weniger gewußt haben als die heutigen Astronomen — haben die Alten den Saturn als den äußersten Planeten, der noch zum Sonnensystem gehört, gerechnet. Es ist auch astronomisch richtig; denn die anderen Planeten, die man heute dazurechnet, Uranus und Neptun, sind später zugeflogen und haben sich angegliedert und kreisen auch in einer ganz anderen Ordnung, sogar in einer anderen Rotation als diejenigen Planeten, die zum eigentlichen Sonnensystem gehören.

[ 25 ] Nun, mindestens ein solches Geistesjahr, das heißt dreißig Erdenjahre müssen verflossen sein, bis die Seele, wenn sie ein normales Lebensalter von siebzig bis achtzig Jahren erreicht hat, nun nicht bloß in die Gewohnheiten, sondern für diejenigen, die hier zurückgeblieben sind oder die sich freiwillig anschließen, in die ganze Anschauungsweise, in das ganze geistige Leben eintreten kann. Aber in dieser Weise wirken auch in sehr umfänglicher Art die Toten in unser Leben herein. Es ist durchaus so, daß wir in uns tragen in bezug auf die ganze geistige Art, in der wir stecken, die Impulse der längst verstorbenen Menschen, die da hereinwirken. Dadurch wird überhaupt der Zusammenhang der Zukunft mit der Vergangenheit bewirkt, daß ein solcher Zusammenklang der Toten mit den Lebenden stattfindet. So wie die mittelbare Offenbarung der Toten durch den Ätherleib, den sie abgelegt haben, auf die imaginative Erkenntnis wirkt, so wirkt dasjenige, was in die Gewohnheiten eintritt in der geschilderten Weise, auf die inspirative Erkenntnis, und das, was ich zuletzt geschildert habe, was erst wirken kann, nachdem der Mensch ein Geistesjahr durchgemacht hat, das wirkt herein, wenn es bewußt werden soll, in die intuitive Erkenntnis. Aber es wirkt fortwährend. Man kann nur, ich möchte sagen am richtigsten den Sinn der Evolution treffen, wenn man solche Dinge bewußt ins Auge faßt.

[ 25 ] Nun, mindestens ein solches Geistesjahr, das heißt dreißig Erdenjahre müssen verflossen sein, bis die Seele, wenn sie ein normales Lebensalter von siebzig bis achtzig Jahren erreicht hat, nun nicht bloß in die Gewohnheiten, sondern für diejenigen, die hier zurückgeblieben sind oder die sich freiwillig anschließen, in die ganze Anschauungsweise, in das ganze geistige Leben eintreten kann. Aber in dieser Weise wirken auch in sehr umfänglicher Art die Toten in unser Leben herein. Es ist durchaus so, daß wir in uns tragen in bezug auf die ganze geistige Art, in der wir stecken, die Impulse der längst verstorbenen Menschen, die da hereinwirken. Dadurch wird überhaupt der Zusammenhang der Zukunft mit der Vergangenheit bewirkt, daß ein solcher Zusammenklang der Toten mit den Lebenden stattfindet. So wie die mittelbare Offenbarung der Toten durch den Ätherleib, den sie abgelegt haben, auf die imaginative Erkenntnis wirkt, so wirkt dasjenige, was in die Gewohnheiten eintritt in der geschilderten Weise, auf die inspirative Erkenntnis, und das, was ich zuletzt geschildert habe, was erst wirken kann, nachdem der Mensch ein Geistesjahr durchgemacht hat, das wirkt herein, wenn es bewußt werden soll, in die intuitive Erkenntnis. Aber es wirkt fortwährend. Man kann nur, ich möchte sagen am richtigsten den Sinn der Evolution treffen, wenn man solche Dinge bewußt ins Auge faßt.

[ 26 ] Verzeihen Sie, wenn ich an dieser Stelle — Sie wissen, ich tue das nicht gern und deshalb sehr selten — etwas ganz Persönliches einschalte. Wer versucht, dasjenige, was ich jetzt schon vor Jahrzehnten zu schreiben begonnen habe, sich anzusehen, der wird sehen können, daß ich damals ganz abgesehen habe von dem, was ich als meine eigene Meinung vorzubringen hatte. Ich habe über Goethe nicht geschrieben meine Meinung, sondern ich habe versucht, die Gedanken auszudrükken, die aus Goethe kommen konnten; ich habe eine «Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung» geschrieben, nicht meine Erkenntnistheorie. — In solcher Weise kann man sich ganz bewußt anschließen an längst Verstorbene und kann aus ihrem Geiste heraus wirken. Das ist auch dasjenige, was einem gewissermaßen das Zerufikat gibt, auf die Lebenden wirken zu dürfen. Denn das ist ein schlechtes Zertifikat, auf das insbesondere in unserer Gegenwart die Leute pochen, daß ein jeder, kaum daß er eine Meinung gefaßt hat, diese sogleich wiederum an zahlreiche, möglichst viele Anhänger weitergeben will. Derjenige, der aus der geistigen Welt heraus die Bedingungen des Daseins kennt, die Grundgesetze des Daseins, der weiß, daß der Mensch eigentlich, so sonderbar, so paradox das ist, in die Tiefen der Seelen seiner Mitmenschen erst hineinwirken darf, wenn er gestorben ist, und da erst, nachdem er ein Geistesjahr, das heißt dreißig Jahre, durchgemacht hat. Ungeheures würde gewonnen, wenn jene Selbstlosigkeit in der Welt etwas weiter um sich griffe, daß die Späterlebenden sich anschließen würden an die Verstorbenen und versuchen würden, die Kontinuität in der Evolution wirklich in bewußter Weise aufrechtzuerhalten. Ob es eine reine Wahlverwandtschaft ist, ob es eine durch das Karma herbeigeführte sonstige Verwandtschaft ist: die Anlehnung an diejenigen, die sich da bemühen, aus der geistigen Welt die Strahlen ihres Wirkens zu senden, ist, wenn wir sie bewußt leben, etwas ungeheuer Bedeutungsvolles.

[ 26 ] Verzeihen Sie, wenn ich an dieser Stelle — Sie wissen, ich tue das nicht gern und deshalb sehr selten — etwas ganz Persönliches einschalte. Wer versucht, dasjenige, was ich jetzt schon vor Jahrzehnten zu schreiben begonnen habe, sich anzusehen, der wird sehen können, daß ich damals ganz abgesehen habe von dem, was ich als meine eigene Meinung vorzubringen hatte. Ich habe über Goethe nicht geschrieben meine Meinung, sondern ich habe versucht, die Gedanken auszudrükken, die aus Goethe kommen konnten; ich habe eine «Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung» geschrieben, nicht meine Erkenntnistheorie. — In solcher Weise kann man sich ganz bewußt anschließen an längst Verstorbene und kann aus ihrem Geiste heraus wirken. Das ist auch dasjenige, was einem gewissermaßen das Zerufikat gibt, auf die Lebenden wirken zu dürfen. Denn das ist ein schlechtes Zertifikat, auf das insbesondere in unserer Gegenwart die Leute pochen, daß ein jeder, kaum daß er eine Meinung gefaßt hat, diese sogleich wiederum an zahlreiche, möglichst viele Anhänger weitergeben will. Derjenige, der aus der geistigen Welt heraus die Bedingungen des Daseins kennt, die Grundgesetze des Daseins, der weiß, daß der Mensch eigentlich, so sonderbar, so paradox das ist, in die Tiefen der Seelen seiner Mitmenschen erst hineinwirken darf, wenn er gestorben ist, und da erst, nachdem er ein Geistesjahr, das heißt dreißig Jahre, durchgemacht hat. Ungeheures würde gewonnen, wenn jene Selbstlosigkeit in der Welt etwas weiter um sich griffe, daß die Späterlebenden sich anschließen würden an die Verstorbenen und versuchen würden, die Kontinuität in der Evolution wirklich in bewußter Weise aufrechtzuerhalten. Ob es eine reine Wahlverwandtschaft ist, ob es eine durch das Karma herbeigeführte sonstige Verwandtschaft ist: die Anlehnung an diejenigen, die sich da bemühen, aus der geistigen Welt die Strahlen ihres Wirkens zu senden, ist, wenn wir sie bewußt leben, etwas ungeheuer Bedeutungsvolles.

[ 27 ] Ich habe versucht, in Ihnen ein Empfinden hervorzurufen von der Art des Zusammenwirkens zwischen den sogenannten Toten und den sogenannten Lebenden. Wir müssen uns nur klar sein darüber, wie die Bedingungen ganz andere sind in der geistigen Welt als hier. Einen guten Teil dieser Bedingungen und der Bedingungen des Erlebens in der geistigen Welt finden Sie in dem Vortragszyklus «Über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», den ich vor einigen Jahren in Wien gehalten habe. Allein man kann von diesen Dingen immer nur einiges herausgreifen, das nach der einen oder nach der anderen Seite wichtig ist. Da muß gesagt werden, daß etwas Ähnliches und wiederum sehr Unähnliches gegenüber unserem physischen Leben vorhanden ist in der geistigen Welt. Bevor wir in vollem Sinne hier in die physische Welt eintreten, machen wir ja die Embryonalzeit durch, in der die Bedingungen des Lebens ganz andere sind als von dem Momente an, wo wir voll in die physische Welt als Atmer der äußeren Luft eingetreten sind. In einem gewissen Sinne und Stile ist die Zeit, die wir im ersten Geistesjahr durchmachen — was so oftmals die Kamalokazeit genannt worden ist —, schon ähnlich der Embryonalzeit. Denn wie der Mensch gewissermaßen ein anderes menschliches Wesen zu Hilfe nimmt, von dem er sich durch zehn Mondenmonate hereintragen läßt in die physische Welt, so läßt er sich durch all das, was ihn zusammenhält an Wünschen und Begierden mit der physischen Welt, die er langsam abstreift, in die geistige Welt hineintragen. Und es ist das Bewußtsein in diesem ersten Geistesjahr — dreißig Jahre nach dem Tode — noch etwas ähnlich dem Bewußtsein hier in der physischen Welt, wenn auch die Fertigkeiten und dergleichen, die nur in der physischen Welt angeeignet werden können, nur mittelbar durch den ätherischen Leib vermittelt sein können. Dann aber treten andere Bedingungen des Bewußtseins ein; ein viel höheres Bewußtsein als dasjenige, das wir hier im physischen Leibe haben können, tritt dann ein. Sie können, wenn Sie sich an manches erinnern, was in dem vorhin genannten Zyklus gesagt worden ist, sehen, wie dieses Bewußtsein in der geistigen Welt einen anderen Charakter hat. Sie müssen nur ins Auge fassen, wie sehr das Bewußtsein abhängig ist von dem, was in dieses Bewußtsein hereinkommen kann. Und wenn wir hier in der physischen Welt als gewöhnliche Menschen herumgehen, so kommen die Erscheinungen des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches und des physischen Menschenreiches in uns herein mit anderen Seelenerlebnissen, Kulturerlebnissen und so weiter. Nach dem Tode nehmen wir die mineralische Welt als solche ja gar nicht mehr wahr, von der pflanzlichen Welt nur das allgemeine Leben. Lesen Sie nach in meiner «Theosophie», wie die Dinge sind im Aufstiege in der sogenannten Geisteswelt.

[ 27 ] Ich habe versucht, in Ihnen ein Empfinden hervorzurufen von der Art des Zusammenwirkens zwischen den sogenannten Toten und den sogenannten Lebenden. Wir müssen uns nur klar sein darüber, wie die Bedingungen ganz andere sind in der geistigen Welt als hier. Einen guten Teil dieser Bedingungen und der Bedingungen des Erlebens in der geistigen Welt finden Sie in dem Vortragszyklus «Über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», den ich vor einigen Jahren in Wien gehalten habe. Allein man kann von diesen Dingen immer nur einiges herausgreifen, das nach der einen oder nach der anderen Seite wichtig ist. Da muß gesagt werden, daß etwas Ähnliches und wiederum sehr Unähnliches gegenüber unserem physischen Leben vorhanden ist in der geistigen Welt. Bevor wir in vollem Sinne hier in die physische Welt eintreten, machen wir ja die Embryonalzeit durch, in der die Bedingungen des Lebens ganz andere sind als von dem Momente an, wo wir voll in die physische Welt als Atmer der äußeren Luft eingetreten sind. In einem gewissen Sinne und Stile ist die Zeit, die wir im ersten Geistesjahr durchmachen — was so oftmals die Kamalokazeit genannt worden ist —, schon ähnlich der Embryonalzeit. Denn wie der Mensch gewissermaßen ein anderes menschliches Wesen zu Hilfe nimmt, von dem er sich durch zehn Mondenmonate hereintragen läßt in die physische Welt, so läßt er sich durch all das, was ihn zusammenhält an Wünschen und Begierden mit der physischen Welt, die er langsam abstreift, in die geistige Welt hineintragen. Und es ist das Bewußtsein in diesem ersten Geistesjahr — dreißig Jahre nach dem Tode — noch etwas ähnlich dem Bewußtsein hier in der physischen Welt, wenn auch die Fertigkeiten und dergleichen, die nur in der physischen Welt angeeignet werden können, nur mittelbar durch den ätherischen Leib vermittelt sein können. Dann aber treten andere Bedingungen des Bewußtseins ein; ein viel höheres Bewußtsein als dasjenige, das wir hier im physischen Leibe haben können, tritt dann ein. Sie können, wenn Sie sich an manches erinnern, was in dem vorhin genannten Zyklus gesagt worden ist, sehen, wie dieses Bewußtsein in der geistigen Welt einen anderen Charakter hat. Sie müssen nur ins Auge fassen, wie sehr das Bewußtsein abhängig ist von dem, was in dieses Bewußtsein hereinkommen kann. Und wenn wir hier in der physischen Welt als gewöhnliche Menschen herumgehen, so kommen die Erscheinungen des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches und des physischen Menschenreiches in uns herein mit anderen Seelenerlebnissen, Kulturerlebnissen und so weiter. Nach dem Tode nehmen wir die mineralische Welt als solche ja gar nicht mehr wahr, von der pflanzlichen Welt nur das allgemeine Leben. Lesen Sie nach in meiner «Theosophie», wie die Dinge sind im Aufstiege in der sogenannten Geisteswelt.

[ 28 ] Das alles ist auch verknüpft mit einem ganz andersartigen Erleben in der geistigen Welt. Nun, für all das gibt es eigentlich keine Worte, wie Sie begreifen können. Unsere Sprache ist im Grunde genommen für die physische Welt geschaffen; man hat also immer Schwierigkeiten, diese andersartigen Verhältnisse richtig zu schildern. Daher kann man so leicht mißverstanden werden. Vor allen Dingen kann man sich auch nur vergleichsweise ausdrücken. Hier in der physischen Welt stehen Sie, ich möchte sagen in einem Punkte des ganzen Weltgebäudes; Sie blicken mit Ihren Augen hinaus nach allen Richtungen im Umkreise. In der geistigen Welt ist es nicht so. Da sind Sie im Umkreise und blicken vom Umkreis herein gewissermaßen nach dem Innenraum einer Hohlkugel, nur daß dies vergleichsweise ist, denn es ist keine Hohlkugel, weil die Zeit eine viel größere Bedeutung hat als der Raum. Also aus dem Umkreis herein schauen Sie alles an; da sind ganz andere Bedingungen des Vorstellens, ganz andere Bedingungen des Anschauens! Und im Inneren des Vorstellens selber sind wiederum ganz andere Bedingungen. Nehmen wir einmal an, der Mensch ist mit sechzig, siebzig, achtzig Jahren oder auch früher durch die Pforte des Todes gegangen: Nun fühlt er deutlich ein inneres Erlebnis. Wenn Sie hier im physischen Leben Hunger oder einen Schmerz fühlen da oder dort an einer Stelle des Leibes, sagen Sie nicht: der Hunger ist da oder dort, sondern der Hunger ist in Ihnen. $o fühlen Sie, indem Sie aus dem ganzen Umkreis hereinschauen, an irgendeiner Stelle etwas, Sie wissen, da ist etwas, das will etwas mit Ihnen zu tun haben. Jetzt müssen Sie die Anstrengung beginnen, das, was sich da manifestiert, was sich geoffenbart hat, wegzuschaffen! Und erst wenn Sie es weggeschafft haben, tritt das Wahre auf, das sich hier manifestieren will. Also wir können sagen: Wir haben als geistige Wesen in uns eine Vorstellung; aber diese Vorstellung sagt uns noch gar nichts, sondern sie muß erst weggeschafft werden, und erst wenn wir sie weggeschafft haben, finden wir in uns — ja, so paradox es klingt, es ist so — einen Engel oder Erzengel, der sich uns offenbart! Wir müssen uns die Anwesenheit erst erringen, indem sich uns zunächst diese Gegenwart in der Vorstellung ankündigt. So ist das Begreifen der geistigen Welt mit entschiedener Kraftanstrengung, mit entschiedener Arbeit verbunden. Nur dann können sich Seelen, die hier im physischen Leibe zurückgeblieben sind, mehr oder weniger, ohne daß sie diese Kraftanstrengung durchmachen, hinaufmanifestieren zu dem Toten, wenn sie wirklich die Gedanken hier an den Toten entfalten oder dem Toten irgend etwas, durch Vorlesen oder dergleichen, vorführen.

[ 28 ] Das alles ist auch verknüpft mit einem ganz andersartigen Erleben in der geistigen Welt. Nun, für all das gibt es eigentlich keine Worte, wie Sie begreifen können. Unsere Sprache ist im Grunde genommen für die physische Welt geschaffen; man hat also immer Schwierigkeiten, diese andersartigen Verhältnisse richtig zu schildern. Daher kann man so leicht mißverstanden werden. Vor allen Dingen kann man sich auch nur vergleichsweise ausdrücken. Hier in der physischen Welt stehen Sie, ich möchte sagen in einem Punkte des ganzen Weltgebäudes; Sie blicken mit Ihren Augen hinaus nach allen Richtungen im Umkreise. In der geistigen Welt ist es nicht so. Da sind Sie im Umkreise und blicken vom Umkreis herein gewissermaßen nach dem Innenraum einer Hohlkugel, nur daß dies vergleichsweise ist, denn es ist keine Hohlkugel, weil die Zeit eine viel größere Bedeutung hat als der Raum. Also aus dem Umkreis herein schauen Sie alles an; da sind ganz andere Bedingungen des Vorstellens, ganz andere Bedingungen des Anschauens! Und im Inneren des Vorstellens selber sind wiederum ganz andere Bedingungen. Nehmen wir einmal an, der Mensch ist mit sechzig, siebzig, achtzig Jahren oder auch früher durch die Pforte des Todes gegangen: Nun fühlt er deutlich ein inneres Erlebnis. Wenn Sie hier im physischen Leben Hunger oder einen Schmerz fühlen da oder dort an einer Stelle des Leibes, sagen Sie nicht: der Hunger ist da oder dort, sondern der Hunger ist in Ihnen. $o fühlen Sie, indem Sie aus dem ganzen Umkreis hereinschauen, an irgendeiner Stelle etwas, Sie wissen, da ist etwas, das will etwas mit Ihnen zu tun haben. Jetzt müssen Sie die Anstrengung beginnen, das, was sich da manifestiert, was sich geoffenbart hat, wegzuschaffen! Und erst wenn Sie es weggeschafft haben, tritt das Wahre auf, das sich hier manifestieren will. Also wir können sagen: Wir haben als geistige Wesen in uns eine Vorstellung; aber diese Vorstellung sagt uns noch gar nichts, sondern sie muß erst weggeschafft werden, und erst wenn wir sie weggeschafft haben, finden wir in uns — ja, so paradox es klingt, es ist so — einen Engel oder Erzengel, der sich uns offenbart! Wir müssen uns die Anwesenheit erst erringen, indem sich uns zunächst diese Gegenwart in der Vorstellung ankündigt. So ist das Begreifen der geistigen Welt mit entschiedener Kraftanstrengung, mit entschiedener Arbeit verbunden. Nur dann können sich Seelen, die hier im physischen Leibe zurückgeblieben sind, mehr oder weniger, ohne daß sie diese Kraftanstrengung durchmachen, hinaufmanifestieren zu dem Toten, wenn sie wirklich die Gedanken hier an den Toten entfalten oder dem Toten irgend etwas, durch Vorlesen oder dergleichen, vorführen.

[ 29 ] Ich will Ihnen durch das, was ich gesagt habe, eben nur begreiflich machen, wie ganz anders die Bedingungen des Wahrnehmens, des Lebens, des Erfahrens in der geistigen Welt sind. Und wenn das so ist, dann werden Sie es auch nicht verwunderlich finden, daß gewissermaßen dreißig Jahre Geistzeit ein Jahr physische Zeit sind; denn im Geistigen stehen wir im Umkreise und schauen auf den Mittelpunkt herein. Und es ist sehr wichtig, das festzuhalten.

[ 29 ] Ich will Ihnen durch das, was ich gesagt habe, eben nur begreiflich machen, wie ganz anders die Bedingungen des Wahrnehmens, des Lebens, des Erfahrens in der geistigen Welt sind. Und wenn das so ist, dann werden Sie es auch nicht verwunderlich finden, daß gewissermaßen dreißig Jahre Geistzeit ein Jahr physische Zeit sind; denn im Geistigen stehen wir im Umkreise und schauen auf den Mittelpunkt herein. Und es ist sehr wichtig, das festzuhalten.

[ 30 ] Wie schwierig es ist, über gewisse geistige Dinge zu sprechen, das sehen Sie daraus, daß manches, weil man es in physische Vorstellungen kleiden muß, sich geradezu in der entgegengesetzten Weise ausnimmt, und man daher sehr leicht Mißverständnissen ausgesetzt ist. Nicht wahr, man sagt, weil man die Sache zunächst von der physischen Welt ansieht, mit Recht: Der Mensch macht wiederholte Erdenleben durch. — Das ist richtig. Aber warum macht er wiederholte Erdenleben durch? Indem er hier zwischen Geburt und Tod lebt, lebt er ein gewisses Stück Zeit durch. Dann geht er durch die Pforte des Todes in die geistige Welt ein, macht einen Umkreis durch, kommt aber in dem Umkreis wiederum auf dasselbe Stück Zeit zurück. Und immer wiederum, wenn wir ein Leben durchleben, sind wir eigentlich an derselben Weltstelle. Das ist sehr interessant! Im Reiche des Geistes herrscht nicht eigentlich die Zeit, sondern die Dauer. Wir kommen wiederum an dieselbe Stelle zurück. Wir wiederholen tatsächlich in denselben Verhältnissen mit dem, was wir mittlerweile durchgemacht haben, an derselben Stelle der Welt das Leben. Wir gehen immer wiederum zum Ausgangspunkt zurück. Wir vollführen wirkliche Umkreise. Sie werden sagen: das ist schwer vorstellbar. Es ist auch schwer vorstellbar, und ich will unter dem mancherlei leichter Vorstellbaren, was ich heute auch vorgebracht habe, in Ihrem Seelenleben solch eine Sache auch einmal zum Gegenstand Ihrer Meditation machen. Man muß über solche Dinge manchmal lange, lange nachmeditieren, wenn man sie in ihrer vollen Tragweite verstehen will.

[ 30 ] Wie schwierig es ist, über gewisse geistige Dinge zu sprechen, das sehen Sie daraus, daß manches, weil man es in physische Vorstellungen kleiden muß, sich geradezu in der entgegengesetzten Weise ausnimmt, und man daher sehr leicht Mißverständnissen ausgesetzt ist. Nicht wahr, man sagt, weil man die Sache zunächst von der physischen Welt ansieht, mit Recht: Der Mensch macht wiederholte Erdenleben durch. — Das ist richtig. Aber warum macht er wiederholte Erdenleben durch? Indem er hier zwischen Geburt und Tod lebt, lebt er ein gewisses Stück Zeit durch. Dann geht er durch die Pforte des Todes in die geistige Welt ein, macht einen Umkreis durch, kommt aber in dem Umkreis wiederum auf dasselbe Stück Zeit zurück. Und immer wiederum, wenn wir ein Leben durchleben, sind wir eigentlich an derselben Weltstelle. Das ist sehr interessant! Im Reiche des Geistes herrscht nicht eigentlich die Zeit, sondern die Dauer. Wir kommen wiederum an dieselbe Stelle zurück. Wir wiederholen tatsächlich in denselben Verhältnissen mit dem, was wir mittlerweile durchgemacht haben, an derselben Stelle der Welt das Leben. Wir gehen immer wiederum zum Ausgangspunkt zurück. Wir vollführen wirkliche Umkreise. Sie werden sagen: das ist schwer vorstellbar. Es ist auch schwer vorstellbar, und ich will unter dem mancherlei leichter Vorstellbaren, was ich heute auch vorgebracht habe, in Ihrem Seelenleben solch eine Sache auch einmal zum Gegenstand Ihrer Meditation machen. Man muß über solche Dinge manchmal lange, lange nachmeditieren, wenn man sie in ihrer vollen Tragweite verstehen will.

[ 31 ] Als vorzügliche Aufgabe habe ich mir eben heute vorgenommen, ein wenig zu schildern die Art und Weise, wie herunterwirken diejenigen Seelen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, in die Welt herein, in der die Menschen zurückgeblieben sind, mit denen sie im Zusammenhang gestanden innerhalb ihres physischen Leibes. Und von einer anderen Seite her haben Sie also wieder gesehen, daß die Welt wirklich ein zusammengehöriges Ganzes ist, daß die Toten nur für das äußere physische Anschauen in Wahrheit tot sind. Denn in dem Augenblick, da sie durch die Pforte des Todes gehen, haben sie einen anderen Zugang zu unserer Seele, und das ist der ganze Unterschied. Sie wirken nun von innen in uns herein, während sie als Lebende von außen in uns hereingewirkt haben. Solche Dinge sollten immer mehr und mehr nicht nur äußere Theorien sein, sondern sich ins "Bewußtsein der Menschen einleben, sollten nicht bloß werden Weltvorstellungen, sondern Weltanschauung, ja, ich möchte sagen Weltempfindung. Dann wird Geisteswissenschaft diejenigen Früchte tragen, die sie tragen soll, die sie aber auch tragen kann.

[ 31 ] Als vorzügliche Aufgabe habe ich mir eben heute vorgenommen, ein wenig zu schildern die Art und Weise, wie herunterwirken diejenigen Seelen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, in die Welt herein, in der die Menschen zurückgeblieben sind, mit denen sie im Zusammenhang gestanden innerhalb ihres physischen Leibes. Und von einer anderen Seite her haben Sie also wieder gesehen, daß die Welt wirklich ein zusammengehöriges Ganzes ist, daß die Toten nur für das äußere physische Anschauen in Wahrheit tot sind. Denn in dem Augenblick, da sie durch die Pforte des Todes gehen, haben sie einen anderen Zugang zu unserer Seele, und das ist der ganze Unterschied. Sie wirken nun von innen in uns herein, während sie als Lebende von außen in uns hereingewirkt haben. Solche Dinge sollten immer mehr und mehr nicht nur äußere Theorien sein, sondern sich ins "Bewußtsein der Menschen einleben, sollten nicht bloß werden Weltvorstellungen, sondern Weltanschauung, ja, ich möchte sagen Weltempfindung. Dann wird Geisteswissenschaft diejenigen Früchte tragen, die sie tragen soll, die sie aber auch tragen kann.

[ 32 ] Zum Schluß noch die eine Bemerkung. Bedenken Sie einmal, was es heißt, daß der Mensch das Gefühl in sich tragen muß, nämlich in einer bestimmten Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß er die Hierarchien als seine innere Erfahrung in sich trägt! Das ist so! Das könnte den Menschen in den furchtbarsten Hochmut hineinführen, der als ein dunkles Gefühl in seiner Seele leben könnte, wenn er wiedergeboren wird. In alten Zeiten war dadurch eine Barriere gegen diesen Hochmut geschaffen, daß die Menschen, indem sie durch die Pforte des Todes gingen und in die geistige Welt hineinkamen, gewissermaßen wußten: sie schauen nicht selber an, sondern in ihnen leben die höchsten Wesen der höchsten Hierarchien, die ihnen das Schauen vermitteln. Aber diesen Zusammenhang hat der Mensch in der geistigen Welt ebenso verloren, wie er in der physischen Welt hier verloren hat das alte atavistische Hellsehen. Dafür aber muß eintreten dasjenige, was Paulus ausgesprochen hat mit den Worten: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», und was eine wirkliche Geistesempfindung erlangt durch das Wort: «Aus dem Gotte sind wir geboren; in den Christus hinein sterben wir.» Wir werden, wenn wir das in aller Tiefe lernen durch die Empfindung, die uns aus der Geisteswissenschaft kommen kann, daß der Christus für die Erde ist, wir werden in der richtigen Weise uns hineinstellen in dieses Anschauen aus dem Umkreise. Und wenn wir mit den richtigen Gefühlen des «In Christo morimur» die Pforte des Todes durchleben, dann finden wir, vom Umkreis schauend, unter denjenigen Wesenheiten, die wir anschauen, die den höheren Hierarchien angehören, die auch Elementarwesen sind, aber auch solche Wesenheiten, die hier verkörperte Menschenseelen sind oder schon entkörperte Menschenseelen sind, wir finden unter all diesen auch unser eigenes Ich-Wesen. Und wir schauen das Verhältnis dieses unseres Ich-Wesens zu den anderen Wesenheiten, die ich eben gekennzeichnet habe, von außen an. Diese Empfindungen haben zu können, nachdem man durch die Pforte des Todes gegangen ist, ist etwas ungeheuer Wichtiges. Denn nur dann vermögen wir uns richtig wiederum in die Verkörperung des Fleisches hineinzufinden, wenn wir diese Empfindungen zu unserem eigenen Ich haben können. Die können wir aber nur haben, wenn wir sie verdanken können dem richtigen Durchgehen durch die Todespforte mit dem Gefühle: «In den Christus hinein sind wir gestorben.» Dieses Verbundensein mit dem Christus gibt uns die Möglichkeit, auch gewissermaßen mit dem Seelenauge des Christus unser Verhältnis in der geistigen Welt zu schauen, uns selbst als ein Ich-Wesen unter anderen Geistwesen zu schauen.

[ 32 ] Zum Schluß noch die eine Bemerkung. Bedenken Sie einmal, was es heißt, daß der Mensch das Gefühl in sich tragen muß, nämlich in einer bestimmten Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß er die Hierarchien als seine innere Erfahrung in sich trägt! Das ist so! Das könnte den Menschen in den furchtbarsten Hochmut hineinführen, der als ein dunkles Gefühl in seiner Seele leben könnte, wenn er wiedergeboren wird. In alten Zeiten war dadurch eine Barriere gegen diesen Hochmut geschaffen, daß die Menschen, indem sie durch die Pforte des Todes gingen und in die geistige Welt hineinkamen, gewissermaßen wußten: sie schauen nicht selber an, sondern in ihnen leben die höchsten Wesen der höchsten Hierarchien, die ihnen das Schauen vermitteln. Aber diesen Zusammenhang hat der Mensch in der geistigen Welt ebenso verloren, wie er in der physischen Welt hier verloren hat das alte atavistische Hellsehen. Dafür aber muß eintreten dasjenige, was Paulus ausgesprochen hat mit den Worten: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», und was eine wirkliche Geistesempfindung erlangt durch das Wort: «Aus dem Gotte sind wir geboren; in den Christus hinein sterben wir.» Wir werden, wenn wir das in aller Tiefe lernen durch die Empfindung, die uns aus der Geisteswissenschaft kommen kann, daß der Christus für die Erde ist, wir werden in der richtigen Weise uns hineinstellen in dieses Anschauen aus dem Umkreise. Und wenn wir mit den richtigen Gefühlen des «In Christo morimur» die Pforte des Todes durchleben, dann finden wir, vom Umkreis schauend, unter denjenigen Wesenheiten, die wir anschauen, die den höheren Hierarchien angehören, die auch Elementarwesen sind, aber auch solche Wesenheiten, die hier verkörperte Menschenseelen sind oder schon entkörperte Menschenseelen sind, wir finden unter all diesen auch unser eigenes Ich-Wesen. Und wir schauen das Verhältnis dieses unseres Ich-Wesens zu den anderen Wesenheiten, die ich eben gekennzeichnet habe, von außen an. Diese Empfindungen haben zu können, nachdem man durch die Pforte des Todes gegangen ist, ist etwas ungeheuer Wichtiges. Denn nur dann vermögen wir uns richtig wiederum in die Verkörperung des Fleisches hineinzufinden, wenn wir diese Empfindungen zu unserem eigenen Ich haben können. Die können wir aber nur haben, wenn wir sie verdanken können dem richtigen Durchgehen durch die Todespforte mit dem Gefühle: «In den Christus hinein sind wir gestorben.» Dieses Verbundensein mit dem Christus gibt uns die Möglichkeit, auch gewissermaßen mit dem Seelenauge des Christus unser Verhältnis in der geistigen Welt zu schauen, uns selbst als ein Ich-Wesen unter anderen Geistwesen zu schauen.

[ 33 ] Das möchte ich immer erreichen, daß wir nicht nur aus solchen Betrachtungen, wie den heute angestellten, wiederum gewissermaßen ein Wissen mitnehmen, sondern daß dieses Wissen sich umwandelt in Empfinden, in Fühlen. Und wenn uns alle Vorstellungen, die heute aufgestellt worden sind, nur wie 'Träume vorübergegangen wären, wenn uns nur ein Grundgefühl bleibt, das ich zusammenzufassen versuchte in diese Schlußworte, wie das «In Christo sterben», uns richtig hineinzustellen vermag in die geistige Welt, so daß wir es durch die physische Welt in der nächsten Erdeninkarnation zu tragen vermögen, wenn dieses Gefühl uns bleibt, dann tragen wir das Richtige von einer solchen Betrachtung ins Weiterleben hinaus.

[ 33 ] Das möchte ich immer erreichen, daß wir nicht nur aus solchen Betrachtungen, wie den heute angestellten, wiederum gewissermaßen ein Wissen mitnehmen, sondern daß dieses Wissen sich umwandelt in Empfinden, in Fühlen. Und wenn uns alle Vorstellungen, die heute aufgestellt worden sind, nur wie 'Träume vorübergegangen wären, wenn uns nur ein Grundgefühl bleibt, das ich zusammenzufassen versuchte in diese Schlußworte, wie das «In Christo sterben», uns richtig hineinzustellen vermag in die geistige Welt, so daß wir es durch die physische Welt in der nächsten Erdeninkarnation zu tragen vermögen, wenn dieses Gefühl uns bleibt, dann tragen wir das Richtige von einer solchen Betrachtung ins Weiterleben hinaus.

[ 34 ] In solchen Gefühlen wollen wir denn auch zusammensein, indem wir sie als die intensivsten verbindenden Gefühle betrachten, und das wird die rechte unsichtbare Gemeinde der Anthroposophie-Beflissenen nach und nach in der Welt geben: dieses Zusammenhalten in solchen Empfindungen und Gefühlen, die aus den Vorstellungen der Geisteswissenschaft heraus geboren sind. Die Welt braucht, möchte ich sagen, diese unsichtbare Gemeinde von Seelen, welche die Kräfte eines solchen Zusammenhaltes, wie er charakterisiert worden ist, in die Welt hineinzutragen vermögen. In diesem Sinne wollen wir in der Zukunft auch dann zusammensein geistig, wenn wir physisch für eine Zeit nicht zusammen sind. Und so soll es immer unter uns sein, daß die geistige Zusammengehörigkeit unsere physische immerdar trägt.

[ 34 ] In solchen Gefühlen wollen wir denn auch zusammensein, indem wir sie als die intensivsten verbindenden Gefühle betrachten, und das wird die rechte unsichtbare Gemeinde der Anthroposophie-Beflissenen nach und nach in der Welt geben: dieses Zusammenhalten in solchen Empfindungen und Gefühlen, die aus den Vorstellungen der Geisteswissenschaft heraus geboren sind. Die Welt braucht, möchte ich sagen, diese unsichtbare Gemeinde von Seelen, welche die Kräfte eines solchen Zusammenhaltes, wie er charakterisiert worden ist, in die Welt hineinzutragen vermögen. In diesem Sinne wollen wir in der Zukunft auch dann zusammensein geistig, wenn wir physisch für eine Zeit nicht zusammen sind. Und so soll es immer unter uns sein, daß die geistige Zusammengehörigkeit unsere physische immerdar trägt.