World Being and I-ness
GA 169
20 June 1916, Berlin
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Weltwesen und Ichheit
3. Die zwölf Sinne des Menschen
3. Die zwölf Sinne des Menschen
[ 1 ] Bevor ich heute zu dem Gegenstand unserer Betrachtungen zu kommen habe, drängt es mich, ein Wort zu sagen über jenen großen, schmerzlichen Verlust, den wir für den physischen Plan in diesen Tagen erfahren haben. Sie wissen es ja, Herrn von Moltkes Seele ist am vorgestrigen Tage durch die Todespforte gegangen. Dasjenige, was der Mann seinem Volke war, die überragende Rolle, die er gespielt hat innerhalb der großen schicksaltragenden Ereignisse unserer Zeit, und die bedeutsamen, tiefen Impulse aus dem Menschengeschehen heraus, von denen sein Tun, sein Wirken getragen war, das alles zu würdigen, wird zunächst die Aufgabe anderer sein, wird sein die Aufgabe der kommenden Geschichte. In unseren Tagen ist es ja unmöglich, über alle Dinge, die gerade diese unsere Tage betreffen, ein vollständig erschöpfendes Bild zu geben. Aber wie gesagt, in bezug auf dasjenige, was andere und die Geschichte sagen werden, soll heute hier nicht gesprochen werden, obwohl es die innigste Überzeugung desjenigen ist, der zu Ihnen hier spricht, daß die kommende Geschichte sehr viel gerade über diesen Mann zu sagen haben wird. Aber einiges von dem, was vor meiner Seele in diesem Augenblicke steht, das darf und soll hier gesagt werden, wenn es auch nötig ist, daß ich das eine oder das andere Wort so sage, daß es mehr sinnbildlich klingt als im eigentlichen Sinne, der ja erst nach und nach verständlich werden wird. Es steht vor meiner Seele dieser Mann und dieses Mannes Seele wie ein aus der Entwickelung unserer Zeit herausgeborenes Symbolum unserer Gegenwart und der nächsten Zukunft selber, wahrhaftig ein Symbolum für dasjenige, was geschehen soll und geschehen muß in einem sehr, sehr wirklichen, sehr wahren Sinne des Wortes.
[ 1 ] Bevor ich heute zu dem Gegenstand unserer Betrachtungen zu kommen habe, drängt es mich, ein Wort zu sagen über jenen großen, schmerzlichen Verlust, den wir für den physischen Plan in diesen Tagen erfahren haben. Sie wissen es ja, Herrn von Moltkes Seele ist am vorgestrigen Tage durch die Todespforte gegangen. Dasjenige, was der Mann seinem Volke war, die überragende Rolle, die er gespielt hat innerhalb der großen schicksaltragenden Ereignisse unserer Zeit, und die bedeutsamen, tiefen Impulse aus dem Menschengeschehen heraus, von denen sein Tun, sein Wirken getragen war, das alles zu würdigen, wird zunächst die Aufgabe anderer sein, wird sein die Aufgabe der kommenden Geschichte. In unseren Tagen ist es ja unmöglich, über alle Dinge, die gerade diese unsere Tage betreffen, ein vollständig erschöpfendes Bild zu geben. Aber wie gesagt, in bezug auf dasjenige, was andere und die Geschichte sagen werden, soll heute hier nicht gesprochen werden, obwohl es die innigste Überzeugung desjenigen ist, der zu Ihnen hier spricht, daß die kommende Geschichte sehr viel gerade über diesen Mann zu sagen haben wird. Aber einiges von dem, was vor meiner Seele in diesem Augenblicke steht, das darf und soll hier gesagt werden, wenn es auch nötig ist, daß ich das eine oder das andere Wort so sage, daß es mehr sinnbildlich klingt als im eigentlichen Sinne, der ja erst nach und nach verständlich werden wird. Es steht vor meiner Seele dieser Mann und dieses Mannes Seele wie ein aus der Entwickelung unserer Zeit herausgeborenes Symbolum unserer Gegenwart und der nächsten Zukunft selber, wahrhaftig ein Symbolum für dasjenige, was geschehen soll und geschehen muß in einem sehr, sehr wirklichen, sehr wahren Sinne des Wortes.
[ 2 ] Wir betonen es immer wieder und wiederum, daß es wahrhaftig nicht eine Willkür dieser oder jener Menschen ist, das der Gegenwarts- und nächsten Zukunftskultur einzuverleiben, was wir die Geisteswissenschaft nennen, daß diese Geisteswissenschaft eine Notwendigkeit der Zeit ist, daß die Zukunft nicht wird bestehen können, wenn nicht die Substanz dieser Geisteswissenschaft in das Menschenwerden hineinfließt. Und hier, meine lieben Freunde, haben Sie das Große, Bedeutsame, das uns jetzt vor Augen treten soll, indem wir gedenken der Seele Herrn von Moltkes. Wir hatten mit ihm einen Mann, eine Persönlichkeit unter uns, welche im allerwirksamsten, im alleräußerlich-tätigsten Leben der Gegenwart stand, demjenigen Leben, das sich aus der Vergangenheit heraus entwickelt hat und in unserer Zeit zu einer der allergrößten Krisen gekommen ist, welche die Menschheit im Verlaufe ihrer bewußten Geschichte zu durchleben hat, einen Mann, der mit die Heere führte, mitten in den Ereignissen stand, die den Ausgangspunkt bilden unserer schicksaltragenden Gegenwart und Zukunft. Und zugleich haben wir in ihm eine Seele, einen Mann, eine Persönlichkeit, die das alles war, und Erkenntnis suchend, Wahrheit suchend hier unter uns gesessen hat mit dem heiligst-heißesten Erkenntnisdrang, der nur irgendeine Seele der Gegenwart durchseelen kann.
[ 2 ] Wir betonen es immer wieder und wiederum, daß es wahrhaftig nicht eine Willkür dieser oder jener Menschen ist, das der Gegenwarts- und nächsten Zukunftskultur einzuverleiben, was wir die Geisteswissenschaft nennen, daß diese Geisteswissenschaft eine Notwendigkeit der Zeit ist, daß die Zukunft nicht wird bestehen können, wenn nicht die Substanz dieser Geisteswissenschaft in das Menschenwerden hineinfließt. Und hier, meine lieben Freunde, haben Sie das Große, Bedeutsame, das uns jetzt vor Augen treten soll, indem wir gedenken der Seele Herrn von Moltkes. Wir hatten mit ihm einen Mann, eine Persönlichkeit unter uns, welche im allerwirksamsten, im alleräußerlich-tätigsten Leben der Gegenwart stand, demjenigen Leben, das sich aus der Vergangenheit heraus entwickelt hat und in unserer Zeit zu einer der allergrößten Krisen gekommen ist, welche die Menschheit im Verlaufe ihrer bewußten Geschichte zu durchleben hat, einen Mann, der mit die Heere führte, mitten in den Ereignissen stand, die den Ausgangspunkt bilden unserer schicksaltragenden Gegenwart und Zukunft. Und zugleich haben wir in ihm eine Seele, einen Mann, eine Persönlichkeit, die das alles war, und Erkenntnis suchend, Wahrheit suchend hier unter uns gesessen hat mit dem heiligst-heißesten Erkenntnisdrang, der nur irgendeine Seele der Gegenwart durchseelen kann.
[ 3 ] Das ist dasjenige, was vor unsere Seele treten soll. Denn damit ist diese Seele der eben durch die Todespforte geschrittenen Persönlichkeit neben allem anderen, was sie geschichtlich ist, ein überragendes geschichtliches Symbolum. Daß er unter denjenigen war, die im äußeren Leben unter den Ersten stehen, daß er diesem äußeren Leben diente und doch die Brücke fand zu dem Geistesleben, das durch diese Geisteswissenschaft gesucht wird, das ist ein tiefgehend bedeutsames historisches Symbolum; das ist das, was die Empfindung eines Wunsches in unsere Seele legen kann, der aber nicht ein persönlicher Wunsch ist, sondern der herausgeboren ist aus dem Drange der Zeit, der die Empfindung, die wünschende Empfindung in unsere Seele legen kann: Mögen viele und immer mehr, die in seiner Lage sind, es so machen wie er! Darinnen liegt das bedeutsam Vorbildliche, das Sie fühlen sollen, das Sie empfinden sollen. Wie wenig auch im äußeren Leben von dieser Tatsache gesprochen werden mag, darauf kommt es nicht an, am besten, wenn gar nichts davon gesprochen wird; aber eine Realität ist sie, und auf die Wirkungen kommt es an, nicht auf dasjenige, was gesprochen wird. Eine Realität des geistigen Lebens ist diese Tatsache. Denn diese Tatsache führt uns dazu, einzusehen: Diese Seele hatte in sich die Empfindung der richtigen Deutung der Zeichen der Zeit. Mögen viele dieser Seele folgen, die vielleicht heute in der einen oder in der anderen Richtung noch sehr fern stehen demjenigen, was wir hier Geisteswissenschaft nennen.
[ 3 ] Das ist dasjenige, was vor unsere Seele treten soll. Denn damit ist diese Seele der eben durch die Todespforte geschrittenen Persönlichkeit neben allem anderen, was sie geschichtlich ist, ein überragendes geschichtliches Symbolum. Daß er unter denjenigen war, die im äußeren Leben unter den Ersten stehen, daß er diesem äußeren Leben diente und doch die Brücke fand zu dem Geistesleben, das durch diese Geisteswissenschaft gesucht wird, das ist ein tiefgehend bedeutsames historisches Symbolum; das ist das, was die Empfindung eines Wunsches in unsere Seele legen kann, der aber nicht ein persönlicher Wunsch ist, sondern der herausgeboren ist aus dem Drange der Zeit, der die Empfindung, die wünschende Empfindung in unsere Seele legen kann: Mögen viele und immer mehr, die in seiner Lage sind, es so machen wie er! Darinnen liegt das bedeutsam Vorbildliche, das Sie fühlen sollen, das Sie empfinden sollen. Wie wenig auch im äußeren Leben von dieser Tatsache gesprochen werden mag, darauf kommt es nicht an, am besten, wenn gar nichts davon gesprochen wird; aber eine Realität ist sie, und auf die Wirkungen kommt es an, nicht auf dasjenige, was gesprochen wird. Eine Realität des geistigen Lebens ist diese Tatsache. Denn diese Tatsache führt uns dazu, einzusehen: Diese Seele hatte in sich die Empfindung der richtigen Deutung der Zeichen der Zeit. Mögen viele dieser Seele folgen, die vielleicht heute in der einen oder in der anderen Richtung noch sehr fern stehen demjenigen, was wir hier Geisteswissenschaft nennen.
[ 4 ] Deshalb ist es wahr, daß dasjenige, was fließt und pulsiert durch diese unsere geisteswissenschaftliche Strömung, von dieser Seele ebensoviel empfangen hat, als wir ihr geben konnten. Und das sollten wir gut im Gedächtnis behalten, denn oftmals habe ich hier gesprochen davon. Es bedeutet, daß jetzt in unserer Zeit in die geistige Welt Seelen gehen, die dasjenige in sich tragen, was sie hier in der Geisteswissenschaft aufgenommen haben. Wenn nun eine im tätigsten Leben stehende Seele durch die Todespforte zieht und nunmehr oben ist in der lichten Welt, die uns durch unsere Erkenntnis ermittelt werden soll, wenn wir sie da oben wissen, wenn mit anderen Worten dasjenige, was wir suchen, durch eine solche Seele durch die Todespforte getragen wird, dann ist es durch die Vereinigung, die es eingegangen ist gerade mit einer solchen Seele, eine tief bedeutsame, wirkende Macht in der Geisteswelt. Und diejenigen Seelen, die hier sind und mich verstehen in diesem Augenblick, werden niemals wieder vergessen dasjenige, was ich hier in diesem Augenblicke gemeint habe über die Bedeutung der Tatsache, daß diese Seele dasjenige, was durch Jahre durch unsere Geisteswissenschaft geflossen ist, nun mit hinaufnimmt in die geistige Welt, daß das in ihr Kraft und Wirksamkeit wird.
[ 4 ] Deshalb ist es wahr, daß dasjenige, was fließt und pulsiert durch diese unsere geisteswissenschaftliche Strömung, von dieser Seele ebensoviel empfangen hat, als wir ihr geben konnten. Und das sollten wir gut im Gedächtnis behalten, denn oftmals habe ich hier gesprochen davon. Es bedeutet, daß jetzt in unserer Zeit in die geistige Welt Seelen gehen, die dasjenige in sich tragen, was sie hier in der Geisteswissenschaft aufgenommen haben. Wenn nun eine im tätigsten Leben stehende Seele durch die Todespforte zieht und nunmehr oben ist in der lichten Welt, die uns durch unsere Erkenntnis ermittelt werden soll, wenn wir sie da oben wissen, wenn mit anderen Worten dasjenige, was wir suchen, durch eine solche Seele durch die Todespforte getragen wird, dann ist es durch die Vereinigung, die es eingegangen ist gerade mit einer solchen Seele, eine tief bedeutsame, wirkende Macht in der Geisteswelt. Und diejenigen Seelen, die hier sind und mich verstehen in diesem Augenblick, werden niemals wieder vergessen dasjenige, was ich hier in diesem Augenblicke gemeint habe über die Bedeutung der Tatsache, daß diese Seele dasjenige, was durch Jahre durch unsere Geisteswissenschaft geflossen ist, nun mit hinaufnimmt in die geistige Welt, daß das in ihr Kraft und Wirksamkeit wird.
[ 5 ] Das alles kann ja selbstverständlich nicht dazu da sein, den Schmerz, den wir empfinden über einen solchen Verlust auf dem physischen Plane, in trivialem Sinne hinwegzudämpfen. Leid und Schmerz sind in solchem Falle berechtigt. Aber Leid und Schmerz werden erst groß und gewichtig und selber wirksame Kräfte, wenn sie durchzogen sind von vernünftigem Begreifen desjenigen, was dem Schmerz und dem Leide zugrunde liegt. Und so nehmen Sie dasjenige, was ich gesprochen habe, als den Ausdruck des Schmerzes über den Verlust auf dem physischen Plane, den das deutsche Volk und die Menschheit erfahren hat.
[ 5 ] Das alles kann ja selbstverständlich nicht dazu da sein, den Schmerz, den wir empfinden über einen solchen Verlust auf dem physischen Plane, in trivialem Sinne hinwegzudämpfen. Leid und Schmerz sind in solchem Falle berechtigt. Aber Leid und Schmerz werden erst groß und gewichtig und selber wirksame Kräfte, wenn sie durchzogen sind von vernünftigem Begreifen desjenigen, was dem Schmerz und dem Leide zugrunde liegt. Und so nehmen Sie dasjenige, was ich gesprochen habe, als den Ausdruck des Schmerzes über den Verlust auf dem physischen Plane, den das deutsche Volk und die Menschheit erfahren hat.
[ 6 ] Noch einmal, meine lieben Freunde, erheben wir uns:
[ 6 ] Noch einmal, meine lieben Freunde, erheben wir uns:
Geist Deiner Seele, wirkender Wächter!
Deine Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Deiner Hut vertrautem Sphärensohn,
Daß, mit Deiner Macht geeint
Unsre Bitte helfend strahle
Der Seele, die sie liebend sucht.
Geist Deiner Seele, wirkender Wächter!
Deine Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Deiner Hut vertrautem Sphärensohn,
Daß, mit Deiner Macht geeint
Unsre Bitte helfend strahle
Der Seele, die sie liebend sucht.
[ 7 ] Meine lieben Freunde, in den letzten Zeiten habe ich öfter zu Ihnen gesprochen davon, wie dasjenige, was als okkulte Substanz gewissermaßen durch das Menschenwerden, durch die Menschenentwickelung fließt, einen äußeren Ausdruck gefunden hat — und ich habe ja diesen äußeren Ausdruck genauer charakterisiert in den letzten Betrachtungen —, einen Ausdruck, der heute schon vielfach recht äußerlich ist in allerlei mehr oder weniger okkulten oder symbolischen Verbrüderungen und Vereinigungen. Wir leben nun in der Zeit, in welcher dasjenige, was an okkulter Erkenntnis aus der geistigen Welt gewonnen werden kann, in einer anderen Weise, in der Weise, die wir zu betätigen versuchen seit Jahren, an die Menschheit herangebracht werden muß, in welcher die anderen Wege gewissermaßen veraltet sind. Gewiß, sie werden sich eine Zeitlang noch fortpflanzen, aber sie sind in einer gewissen Beziehung veraltet. Es kommt viel darauf an, daß man gerade diese Tatsache in der richtigen Weise versteht.
[ 7 ] Meine lieben Freunde, in den letzten Zeiten habe ich öfter zu Ihnen gesprochen davon, wie dasjenige, was als okkulte Substanz gewissermaßen durch das Menschenwerden, durch die Menschenentwickelung fließt, einen äußeren Ausdruck gefunden hat — und ich habe ja diesen äußeren Ausdruck genauer charakterisiert in den letzten Betrachtungen —, einen Ausdruck, der heute schon vielfach recht äußerlich ist in allerlei mehr oder weniger okkulten oder symbolischen Verbrüderungen und Vereinigungen. Wir leben nun in der Zeit, in welcher dasjenige, was an okkulter Erkenntnis aus der geistigen Welt gewonnen werden kann, in einer anderen Weise, in der Weise, die wir zu betätigen versuchen seit Jahren, an die Menschheit herangebracht werden muß, in welcher die anderen Wege gewissermaßen veraltet sind. Gewiß, sie werden sich eine Zeitlang noch fortpflanzen, aber sie sind in einer gewissen Beziehung veraltet. Es kommt viel darauf an, daß man gerade diese Tatsache in der richtigen Weise versteht.
[ 8 ] Nun erinnern Sie sich, daß einer derjenigen Namen, die ich unserer Geisteswissenschaft gern gebe, dieser ist: Anthroposophie, und daß ich Ja vor Jahren hier schon gerade von diesem Orte aus Vorträge gehalten habe, die ich dazumal Vorträge über Anthroposophie nannte. Bei unserer letzten Betrachtung habe ich bei einer gewissen Gelegenheit wiederum angespielt auf diese Vorträge über Anthroposophie, namentlich darauf, daß ich dazumal betont habe, der Mensch habe eigentlich zwölf Sinne. Und ich habe ja das letztemal ausgeführt, daß dasjenige, was verbreitet ist über die Nervensubstanz des Menschen im Zusammenhange mit seinen Sinnen, nach der Zwölfzahl geordnet ist, weil der Mensch einmal in diesem tiefsten Sinne ein Mikrokosmos ist und den Makrokosmos abbildet. Zwölf Sternbilder, durch die der Sonne Kreislauf im Jahre geht, draußen im Makrokosmos — zwölf Sinne, in denen das Ich des Menschen eigentlich lebt hier auf dem physischen Plan! Gewiß, die Dinge sind draußen, in der Zeit aufeinanderfolgend etwas anders: Die Sonne bewegt sich vom Widder durch den Stier und so weiter bis wieder zurück durch die Fische zum Widder. Der jährliche Sonnenkreislauf geht durch diese zwölf Sternbilder. Alles, auch was wir in uns tragen, was wir in uns seelisch erleben, steht im Verhältnis zur Außenwelt durch unsere zwölf Sinne. Diese zwölf Sinne habe ich dazumal aufgezählt: der Tastsinn, der Lebenssinn, der Bewegungssinn, der Gleichgewichtssinn, der Geruchssinn, der Geschmackssinn, der Sehsinn, der Wärmesinn, der Gehörsinn, der Sprachsinn, der Denksinn, der Ichsinn. Im Umkreise gleichsam dieser zwölf Sinne bewegt sich unser ganzes Seelenleben, gerade so, wie die Sonne sich im Umkreis der zwölf Sternbilder bewegt. Aber der äußere Vergleich schon geht auch noch viel weiter. Bedenken Sie, daß die Sonne während des Jahres durch die Sternbilder vom Widder gehen muß bis hin gegen die Waage, daß die Sonne gleichsam im Lichte des Tages durch die oberen Sternbilder, während der Nacht durch die unteren Sternbilder geht, und daß dieses Gehen der Sonne durch die unteren Sternbilder zunächst dem äußeren Lichte verborgen ist. So ist es auch mit dem Leben der Menschenseele in diesen zwölf Sinnen. Tagessinne sind eigentlich nur annähernd die eine Hälfte davon, wie die eine Hälfte der Sternbilder nur Tag-Sternbilder sind, die anderen Nacht-Sternbilder.
[ 8 ] Nun erinnern Sie sich, daß einer derjenigen Namen, die ich unserer Geisteswissenschaft gern gebe, dieser ist: Anthroposophie, und daß ich Ja vor Jahren hier schon gerade von diesem Orte aus Vorträge gehalten habe, die ich dazumal Vorträge über Anthroposophie nannte. Bei unserer letzten Betrachtung habe ich bei einer gewissen Gelegenheit wiederum angespielt auf diese Vorträge über Anthroposophie, namentlich darauf, daß ich dazumal betont habe, der Mensch habe eigentlich zwölf Sinne. Und ich habe ja das letztemal ausgeführt, daß dasjenige, was verbreitet ist über die Nervensubstanz des Menschen im Zusammenhange mit seinen Sinnen, nach der Zwölfzahl geordnet ist, weil der Mensch einmal in diesem tiefsten Sinne ein Mikrokosmos ist und den Makrokosmos abbildet. Zwölf Sternbilder, durch die der Sonne Kreislauf im Jahre geht, draußen im Makrokosmos — zwölf Sinne, in denen das Ich des Menschen eigentlich lebt hier auf dem physischen Plan! Gewiß, die Dinge sind draußen, in der Zeit aufeinanderfolgend etwas anders: Die Sonne bewegt sich vom Widder durch den Stier und so weiter bis wieder zurück durch die Fische zum Widder. Der jährliche Sonnenkreislauf geht durch diese zwölf Sternbilder. Alles, auch was wir in uns tragen, was wir in uns seelisch erleben, steht im Verhältnis zur Außenwelt durch unsere zwölf Sinne. Diese zwölf Sinne habe ich dazumal aufgezählt: der Tastsinn, der Lebenssinn, der Bewegungssinn, der Gleichgewichtssinn, der Geruchssinn, der Geschmackssinn, der Sehsinn, der Wärmesinn, der Gehörsinn, der Sprachsinn, der Denksinn, der Ichsinn. Im Umkreise gleichsam dieser zwölf Sinne bewegt sich unser ganzes Seelenleben, gerade so, wie die Sonne sich im Umkreis der zwölf Sternbilder bewegt. Aber der äußere Vergleich schon geht auch noch viel weiter. Bedenken Sie, daß die Sonne während des Jahres durch die Sternbilder vom Widder gehen muß bis hin gegen die Waage, daß die Sonne gleichsam im Lichte des Tages durch die oberen Sternbilder, während der Nacht durch die unteren Sternbilder geht, und daß dieses Gehen der Sonne durch die unteren Sternbilder zunächst dem äußeren Lichte verborgen ist. So ist es auch mit dem Leben der Menschenseele in diesen zwölf Sinnen. Tagessinne sind eigentlich nur annähernd die eine Hälfte davon, wie die eine Hälfte der Sternbilder nur Tag-Sternbilder sind, die anderen Nacht-Sternbilder.
[ 9 ] Sehen Sie, der Tastsinn ist wirklich etwas, wovon wir sagen können, er drängt den Menschen schon hinein in das Nachtleben des Seelischen; denn mit dem Tastsinn tappen wir grobsinnlich an die äußere Welt an. Und versuchen Sie nur einmal, sich zu erklären, wie wenig der Tastsinn im Grunde genommen mit dem Tages-, das heißt mit dem wirklichen bewußten Seelenleben zusammenhängt. Das können Sie daraus sehen, daß Sie die Eindrücke der anderen Sinne leicht werden im Gedächtnisse aufbewahren können, aber versuchen Sie selbst, wie wenig Sie die Erfahrungen des Tastsinnes im Gedächtnisse aufbewahren können. Versuchen Sie, wie wenig Sie sich erinnern, wie irgendein Stoff sich angefühlt hat, den Sie vor Jahren anfühlten, ja, wie wenig Sie sogar das Bedürfnis haben, sich daran zu erinnern. Das taucht schon hinunter, so wie das Licht aufhört und in die Dämmerung versinkt, wenn die Sonne in dem Sternbild der Waage hinuntergeht in die Nacht, in die Region der NachtSternbilder hinein. Und völlig verborgen, möchte ich sagen, für das wache, offene Seelenleben sind dann die anderen Sinne.
[ 9 ] Sehen Sie, der Tastsinn ist wirklich etwas, wovon wir sagen können, er drängt den Menschen schon hinein in das Nachtleben des Seelischen; denn mit dem Tastsinn tappen wir grobsinnlich an die äußere Welt an. Und versuchen Sie nur einmal, sich zu erklären, wie wenig der Tastsinn im Grunde genommen mit dem Tages-, das heißt mit dem wirklichen bewußten Seelenleben zusammenhängt. Das können Sie daraus sehen, daß Sie die Eindrücke der anderen Sinne leicht werden im Gedächtnisse aufbewahren können, aber versuchen Sie selbst, wie wenig Sie die Erfahrungen des Tastsinnes im Gedächtnisse aufbewahren können. Versuchen Sie, wie wenig Sie sich erinnern, wie irgendein Stoff sich angefühlt hat, den Sie vor Jahren anfühlten, ja, wie wenig Sie sogar das Bedürfnis haben, sich daran zu erinnern. Das taucht schon hinunter, so wie das Licht aufhört und in die Dämmerung versinkt, wenn die Sonne in dem Sternbild der Waage hinuntergeht in die Nacht, in die Region der NachtSternbilder hinein. Und völlig verborgen, möchte ich sagen, für das wache, offene Seelenleben sind dann die anderen Sinne.
[ 10 ] Der Lebenssinn: In den wenigsten Seelenbetrachtungen der äußeren Wissenschaft finden Sie überhaupt von diesem Lebenssinn gesprochen. Gewöhnlich redet man ja nur von den fünf Sinnen, den Sinnen des Tages, des wachen Bewußtseins. Aber das braucht uns ja nicht weiter anzugehen. Es ist dieser Lebenssinn der Sinn, durch den wir unser Leben in uns fühlen, aber eigentlich nur, wenn es gestört wird, wenn es krank wird, wenn uns dies oder jenes schmerzt oder gerade weh tut; dann kommt der Lebenssinn und zeigt uns an: Dir tut es da oder dort weh. Wenn das Leben gesund ist, ist es getaucht in die Untergründe, so wie das Licht nicht da ist, wenn die Sonne im Skorpion steht, überhaupt in einem NachtSternbild steht.
[ 10 ] Der Lebenssinn: In den wenigsten Seelenbetrachtungen der äußeren Wissenschaft finden Sie überhaupt von diesem Lebenssinn gesprochen. Gewöhnlich redet man ja nur von den fünf Sinnen, den Sinnen des Tages, des wachen Bewußtseins. Aber das braucht uns ja nicht weiter anzugehen. Es ist dieser Lebenssinn der Sinn, durch den wir unser Leben in uns fühlen, aber eigentlich nur, wenn es gestört wird, wenn es krank wird, wenn uns dies oder jenes schmerzt oder gerade weh tut; dann kommt der Lebenssinn und zeigt uns an: Dir tut es da oder dort weh. Wenn das Leben gesund ist, ist es getaucht in die Untergründe, so wie das Licht nicht da ist, wenn die Sonne im Skorpion steht, überhaupt in einem NachtSternbild steht.
[ 11 ] Ebenso ist es beim Bewegungssinn. Dieser Bewegungssinn ist ja dasjenige, wodurch wir wahrnehmen, wie in uns die Tatsachen verlaufen dadurch, daß wir irgend etwas in Bewegung bringen. Jetzt erst spricht die äußere Wissenschaft etwas von diesem Bewegungssinn. Sie weiß jetzt erst, daß von der Art und Weise, wie die Gelenke aufeinander drücken — dadurch, daß ich zum Beispiel den Finger beuge, drückt diese Gelenkfläche auf die andere —, die Bewegung, die unser Körper ausführt, wahrgenommen wird. Wir gehen, aber wir gehen unbewußt. Dem liegt ein Sinn zugrunde: die Wahrnehmung der Bewegungsfähigkeit, wiederum in Nacht des Bewußstseins gegossen.
[ 11 ] Ebenso ist es beim Bewegungssinn. Dieser Bewegungssinn ist ja dasjenige, wodurch wir wahrnehmen, wie in uns die Tatsachen verlaufen dadurch, daß wir irgend etwas in Bewegung bringen. Jetzt erst spricht die äußere Wissenschaft etwas von diesem Bewegungssinn. Sie weiß jetzt erst, daß von der Art und Weise, wie die Gelenke aufeinander drücken — dadurch, daß ich zum Beispiel den Finger beuge, drückt diese Gelenkfläche auf die andere —, die Bewegung, die unser Körper ausführt, wahrgenommen wird. Wir gehen, aber wir gehen unbewußt. Dem liegt ein Sinn zugrunde: die Wahrnehmung der Bewegungsfähigkeit, wiederum in Nacht des Bewußstseins gegossen.
[ 12 ] Nehmen Sie weiter den Gleichgewichtssinn. Wir erringen ihn uns ja eigentlich im Leben erst allmählich. Aber wir denken nicht daran, weil er in der Nacht des Bewußstseins liegt. Das Kind hat ihn noch nicht, es kriecht auf dem Boden. Der Gleichgewichtssinn wird erst erworben. Die Wissenschaft hat erst in den letzten Jahrzehnten das Sinnesorgan für den Gleichgewichtssinn entdeckt. Ich habe davon gesprochen, daß im Ohre die drei halbzirkelförmigen Kanäle sind, die in den drei Richtungen des Raumes aufeinander senkrecht stehen. Wenn diese beschädigt sind in uns, dann bekommen wir Schwindel, das heißt, wir haben das Gleichgewicht nicht mehr. So wie wir für das Gehör das äußere Ohr haben, für das Sehen das Auge, so haben wir für das Gleichgewicht die drei halbzirkelförmigen Kanäle, die nur durch einen besonderen Verwandtschaftsrest von Ton und Gleichgewicht an das Ohr gebunden sind. Aber sie sind da drinnen in der Felsenbein-Höhle des Ohres. Es sind drei Halbkreise aus kleinen, winzigkleinen Knöchelchen gebildet. Aber sie brauchen nur beschädigt zu sein, und die Möglichkeit, das Gleichgewicht zu halten, ist dahin. Wir erwerben uns die Empfänglichkeit für diesen Gleichgewichtssinn erst im Laufe unserer ersten Kindheit; aber er ist in Nacht des Bewußtseins getaucht. Wir merken ihn nicht.
[ 12 ] Nehmen Sie weiter den Gleichgewichtssinn. Wir erringen ihn uns ja eigentlich im Leben erst allmählich. Aber wir denken nicht daran, weil er in der Nacht des Bewußstseins liegt. Das Kind hat ihn noch nicht, es kriecht auf dem Boden. Der Gleichgewichtssinn wird erst erworben. Die Wissenschaft hat erst in den letzten Jahrzehnten das Sinnesorgan für den Gleichgewichtssinn entdeckt. Ich habe davon gesprochen, daß im Ohre die drei halbzirkelförmigen Kanäle sind, die in den drei Richtungen des Raumes aufeinander senkrecht stehen. Wenn diese beschädigt sind in uns, dann bekommen wir Schwindel, das heißt, wir haben das Gleichgewicht nicht mehr. So wie wir für das Gehör das äußere Ohr haben, für das Sehen das Auge, so haben wir für das Gleichgewicht die drei halbzirkelförmigen Kanäle, die nur durch einen besonderen Verwandtschaftsrest von Ton und Gleichgewicht an das Ohr gebunden sind. Aber sie sind da drinnen in der Felsenbein-Höhle des Ohres. Es sind drei Halbkreise aus kleinen, winzigkleinen Knöchelchen gebildet. Aber sie brauchen nur beschädigt zu sein, und die Möglichkeit, das Gleichgewicht zu halten, ist dahin. Wir erwerben uns die Empfänglichkeit für diesen Gleichgewichtssinn erst im Laufe unserer ersten Kindheit; aber er ist in Nacht des Bewußtseins getaucht. Wir merken ihn nicht.
[ 13 ] Dann kommt die Dämmerung und dämmert herauf ins Bewußtsein. Denken Sie aber, wie wenig eigentlich diejenigen Sinne, die nun auch noch etwas verborgen sind — Geruchssinn und Geschmackssinn — mit unserem Seelenleben in höherem Sinne zu tun haben. Wir müssen schon untertauchen in das Körperleben, um so recht uns hineinleben zu können in den Geruch. Geschmackssinn ist ja nun schon eine starke Dämmerung für die Menschen, da dämmert es schon herauf ins Bewußtsein. Aber Sie können noch immer gleichsam das Seelenexperiment machen, das ich vorhin angeführt habe für den Tastsinn: Sie werden sich sehr schwer erinnern an die Wahrnehmungen des Geruchs- und des Geschmackssinnes. Und nur dann, wenn das Seelenleben mehr ins Unbewußte hinuntertaucht, kommt gewissermaßen der Geruchssinn für das bewußte Seelenleben ein wenig zur Geltung. So wissen Sie ja vielleicht, daß es Tonkünstler gegeben hat, die besonders inspiriert wurden dadurch, daß sie in die Nähe desselben Wohlgeruchs kamen, den sie einmal bei einer anderen Tonschöpfung erlebt haben. Es dämmert gar nicht der Wohlgeruch im Gedächtnis herauf, aber dieselben Seelenvorgänge dämmern herauf ins volle Bewußtsein, die mit dem Geruchssinn zusammenhängen. Geschmackssinn, nun, das ist ja schon für die meisten Menschen starke Dämmerung. Aber es zeigen doch die meisten Menschen, daß der Geschmackssinn doch noch mindestens in der Dämmerung des Seelenlebens, noch nicht im vollen Tag des Seelenlebens liegt; denn die wenigsten Menschen geben sich zufrieden mit dem rein seelischen Eindruck des Geschmackssinnes, sonst müßten wir, wenn uns etwas recht geschmeckt hat, ebenso froh sein, wenn wir uns daran erinnern, wie wenn wir es wieder zu schmecken kriegen. Und das ist Ja, wie Sie wissen, für die meisten Menschen nicht so. Sie wollen es wieder haben, sind nicht zufrieden damit, sich nur zu erinnern an dasjenige, was ihnen gut geschmeckt hat.
[ 13 ] Dann kommt die Dämmerung und dämmert herauf ins Bewußtsein. Denken Sie aber, wie wenig eigentlich diejenigen Sinne, die nun auch noch etwas verborgen sind — Geruchssinn und Geschmackssinn — mit unserem Seelenleben in höherem Sinne zu tun haben. Wir müssen schon untertauchen in das Körperleben, um so recht uns hineinleben zu können in den Geruch. Geschmackssinn ist ja nun schon eine starke Dämmerung für die Menschen, da dämmert es schon herauf ins Bewußtsein. Aber Sie können noch immer gleichsam das Seelenexperiment machen, das ich vorhin angeführt habe für den Tastsinn: Sie werden sich sehr schwer erinnern an die Wahrnehmungen des Geruchs- und des Geschmackssinnes. Und nur dann, wenn das Seelenleben mehr ins Unbewußte hinuntertaucht, kommt gewissermaßen der Geruchssinn für das bewußte Seelenleben ein wenig zur Geltung. So wissen Sie ja vielleicht, daß es Tonkünstler gegeben hat, die besonders inspiriert wurden dadurch, daß sie in die Nähe desselben Wohlgeruchs kamen, den sie einmal bei einer anderen Tonschöpfung erlebt haben. Es dämmert gar nicht der Wohlgeruch im Gedächtnis herauf, aber dieselben Seelenvorgänge dämmern herauf ins volle Bewußtsein, die mit dem Geruchssinn zusammenhängen. Geschmackssinn, nun, das ist ja schon für die meisten Menschen starke Dämmerung. Aber es zeigen doch die meisten Menschen, daß der Geschmackssinn doch noch mindestens in der Dämmerung des Seelenlebens, noch nicht im vollen Tag des Seelenlebens liegt; denn die wenigsten Menschen geben sich zufrieden mit dem rein seelischen Eindruck des Geschmackssinnes, sonst müßten wir, wenn uns etwas recht geschmeckt hat, ebenso froh sein, wenn wir uns daran erinnern, wie wenn wir es wieder zu schmecken kriegen. Und das ist Ja, wie Sie wissen, für die meisten Menschen nicht so. Sie wollen es wieder haben, sind nicht zufrieden damit, sich nur zu erinnern an dasjenige, was ihnen gut geschmeckt hat.
[ 14 ] Dann aber kommen wir mit dem Gesichtssinn da herauf, wo die Sonne des Bewußtseins aufgeht, wir kommen in das volle Wachbewußtsein mit dem Gesichtssinn. Die Sonne geht immer höher und höher. Zum Wärmesinn kommt sie, zum Tonsinn, vom Tonsinn in den Sprachsinn. Die Sonne steht am Mittag. Zwischen Tonsinn und Sprachsinn ist die Mittagszeit des Seelenlebens. Nun kommen Denksinn, Ichsinn. Der Ichsinn ist nicht der Sinn für das eigene Ich, sondern für die Wahrnehmung des Ich im andern, natürlich es ist ja Wahrnehmung, es ist ja Sinn! Das Bewußtsein vom Ich, vom eigenen Ich, ist etwas ganz anderes. Das habe ich dazumal in den Anthroposophie-Vorträgen auseinandergelegt. Es kommt hierbei nicht darauf an, daß man von seinem eigenen Ich weiß, sondern daß man dem anderen Menschen gegenübersteht und daß er einem sein Ich öffnet. Die Wahrnehmung für das Ich des anderen, das ist der Ichsinn, nicht das eigene Ich-Wahrnehmen.
[ 14 ] Dann aber kommen wir mit dem Gesichtssinn da herauf, wo die Sonne des Bewußtseins aufgeht, wir kommen in das volle Wachbewußtsein mit dem Gesichtssinn. Die Sonne geht immer höher und höher. Zum Wärmesinn kommt sie, zum Tonsinn, vom Tonsinn in den Sprachsinn. Die Sonne steht am Mittag. Zwischen Tonsinn und Sprachsinn ist die Mittagszeit des Seelenlebens. Nun kommen Denksinn, Ichsinn. Der Ichsinn ist nicht der Sinn für das eigene Ich, sondern für die Wahrnehmung des Ich im andern, natürlich es ist ja Wahrnehmung, es ist ja Sinn! Das Bewußtsein vom Ich, vom eigenen Ich, ist etwas ganz anderes. Das habe ich dazumal in den Anthroposophie-Vorträgen auseinandergelegt. Es kommt hierbei nicht darauf an, daß man von seinem eigenen Ich weiß, sondern daß man dem anderen Menschen gegenübersteht und daß er einem sein Ich öffnet. Die Wahrnehmung für das Ich des anderen, das ist der Ichsinn, nicht das eigene Ich-Wahrnehmen.
[ 15 ] Das sind die zwölf Sinne, vor denen sozusagen das Seelenleben des Menschen erscheint wie die Sonne vor je einem der zwölf Sternbilder. Das bezeugt Ihnen, wie der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes wirklich ein Mikrokosmos ist. Gegenüber solchen Dingen ist unsere gegenwärtige Wissenschaft vielfach noch ganz und gar unwissend. Unsere gegenwärtige Wissenschaft wird noch den Tonsinn gelten lassen, aber nicht mehr den Sprachsinn, obwohl niemals das gesprochene Wort in seiner höheren Bedeutung durch den bloßen Tonsinn erfaßt werden könnte. Dazu muß der Sprachsinn kommen, der Sinn für die Bedeutung desjenigen, was im Worte sich ausdrückt. Und der Sprachsinn wiederum ist nicht einerlei mit dem Denksinn, und der Denksinn nicht mit dem Ichsinn. Wie unsere Zeit sich irrt in bezug darauf, dafür möchte ich Ihnen ein Beispiel anführen. Eduard von Hartmann, der wirklich sehr, sehr stark gesucht hat, beginnt sein Buch «Grundriß der Psychologie» gleich mit den folgenden Worten — wie mit Selbstverständlichkeit setzt er diese Worte hin —: «Der Ausgangspunkt der Psychologie sind die psychischen Phänomene, und zwar für jeden die eigenen, da nur diese ihm unmittelbar gegeben sind, und niemand in das Bewußtsein eines anderen hineinzuschauen vermag.» Die ersten Sätze einer Seelenkunde eines der bedeutendsten Philosophen der unmittelbaren Gegenwart gehen davon aus, daß man ableugnet die Sinne: Sprachsinn, Denksinn, Ichsinn. Man weiß nichts davon. Und denken Sie doch, daß hier ein Fall vorliegt, wo geradezu die Absurdität, der absoluteste Unsinn wissenschaftlich werden muß, damit man die Dinge ableugnen kann! Gerade wenn man nicht verworren gemacht ist durch diese Wissenschaft, kann man sehr leicht die Fehler einsehen, die diese Wissenschaft macht. Denn diese Seelenkunde sagt: In die Seele des anderen siehst du nicht hinein, die deutest du dir nur aus ihren Äußerungen. Also denken Sie einmal, die Seele des anderen soll man sich deuten durch ihre Äußerungen! Wenn jemand einem ein liebes Wort sagt, das soll man erst deuten! Ist das wahr? Nein, es ist nicht wahr! Das liebe Wort wirkt unmittelbar, wie die Farbe, die auf Ihr Auge wirkt! Und dasjenige, was als Liebe in der Seele lebt, wird auf den Flügeln des Wortes in Ihre Seele getragen, so wie die Farbe in Ihr Auge getragen wird. Unmittelbare Wahrnehmung ist es, von einer Deutung ist da nicht die Rede. Die Wissenschaft muß uns erst in unserer Egoität abschließen durch ihren Unsinn, um nicht aufmerksam darauf zu machen, daß wir, indem wir mit unseren Mitmenschen leben — und ich habe gesagt: beim Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn kommt es darauf an —, wir unmittelbar mit ihren Seelen leben. Wir leben mit den Seelen der anderen, wie wir mit den Farben und mit den Tönen leben, und wer das nicht einsieht, weiß überhaupt nichts vom seelischen Leben. Das ist das Wichtigste, daß man gerade solche Dinge durchschaut. Es werden heute ausführliche Theorien verbreitet darüber, daß eigentlich alle Eindrücke, die wir von anderen Menschen bekommen, nur symbolisch seien und gedeutet würden aus den Äußerungen. Es ist aber gar nichts wahr daran.
[ 15 ] Das sind die zwölf Sinne, vor denen sozusagen das Seelenleben des Menschen erscheint wie die Sonne vor je einem der zwölf Sternbilder. Das bezeugt Ihnen, wie der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes wirklich ein Mikrokosmos ist. Gegenüber solchen Dingen ist unsere gegenwärtige Wissenschaft vielfach noch ganz und gar unwissend. Unsere gegenwärtige Wissenschaft wird noch den Tonsinn gelten lassen, aber nicht mehr den Sprachsinn, obwohl niemals das gesprochene Wort in seiner höheren Bedeutung durch den bloßen Tonsinn erfaßt werden könnte. Dazu muß der Sprachsinn kommen, der Sinn für die Bedeutung desjenigen, was im Worte sich ausdrückt. Und der Sprachsinn wiederum ist nicht einerlei mit dem Denksinn, und der Denksinn nicht mit dem Ichsinn. Wie unsere Zeit sich irrt in bezug darauf, dafür möchte ich Ihnen ein Beispiel anführen. Eduard von Hartmann, der wirklich sehr, sehr stark gesucht hat, beginnt sein Buch «Grundriß der Psychologie» gleich mit den folgenden Worten — wie mit Selbstverständlichkeit setzt er diese Worte hin —: «Der Ausgangspunkt der Psychologie sind die psychischen Phänomene, und zwar für jeden die eigenen, da nur diese ihm unmittelbar gegeben sind, und niemand in das Bewußtsein eines anderen hineinzuschauen vermag.» Die ersten Sätze einer Seelenkunde eines der bedeutendsten Philosophen der unmittelbaren Gegenwart gehen davon aus, daß man ableugnet die Sinne: Sprachsinn, Denksinn, Ichsinn. Man weiß nichts davon. Und denken Sie doch, daß hier ein Fall vorliegt, wo geradezu die Absurdität, der absoluteste Unsinn wissenschaftlich werden muß, damit man die Dinge ableugnen kann! Gerade wenn man nicht verworren gemacht ist durch diese Wissenschaft, kann man sehr leicht die Fehler einsehen, die diese Wissenschaft macht. Denn diese Seelenkunde sagt: In die Seele des anderen siehst du nicht hinein, die deutest du dir nur aus ihren Äußerungen. Also denken Sie einmal, die Seele des anderen soll man sich deuten durch ihre Äußerungen! Wenn jemand einem ein liebes Wort sagt, das soll man erst deuten! Ist das wahr? Nein, es ist nicht wahr! Das liebe Wort wirkt unmittelbar, wie die Farbe, die auf Ihr Auge wirkt! Und dasjenige, was als Liebe in der Seele lebt, wird auf den Flügeln des Wortes in Ihre Seele getragen, so wie die Farbe in Ihr Auge getragen wird. Unmittelbare Wahrnehmung ist es, von einer Deutung ist da nicht die Rede. Die Wissenschaft muß uns erst in unserer Egoität abschließen durch ihren Unsinn, um nicht aufmerksam darauf zu machen, daß wir, indem wir mit unseren Mitmenschen leben — und ich habe gesagt: beim Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn kommt es darauf an —, wir unmittelbar mit ihren Seelen leben. Wir leben mit den Seelen der anderen, wie wir mit den Farben und mit den Tönen leben, und wer das nicht einsieht, weiß überhaupt nichts vom seelischen Leben. Das ist das Wichtigste, daß man gerade solche Dinge durchschaut. Es werden heute ausführliche Theorien verbreitet darüber, daß eigentlich alle Eindrücke, die wir von anderen Menschen bekommen, nur symbolisch seien und gedeutet würden aus den Äußerungen. Es ist aber gar nichts wahr daran.
[ 16 ] Aber nun formen Sie das Bild vor Ihrer Seele: Aufgang der Sonne, Erscheinen des Lichtes, wiederum Untergang der Sonne. Es ist das makrokosmische Bild für das Mikrokosmische des Seelenlebens des Menschen, das sich bewegt, allerdings jetzt nicht im Kreislauf, sondern so, wie es Bedürfnis ist für das menschliche Seelenleben, innerhalb der zwölf Sternbilder des Seelenlebens, das heißt der zwölf Sinne. Jedesmal, wenn wir das Ich eines anderen wahrnehmen, sind wir auf der Tagesseite der Seelensonne. Wenn wir in uns selbst eintauchen, unser inneres Gleichgewicht, unsere Bewegung wahrnehmen würden — wir nehmen sie nicht wahr, weil es die Nachtseite ist —, sind wir eben auf der Nachtseite des Seelenlebens. Und jetzt wird es Ihnen nicht mehr so unwahrscheinlich scheinen, wenn ich Ihnen sage: Indem der Mensch geht durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, werden für ihn besonders diejenigen Sinne von einer großen Bedeutung — weil sie sich dann vergeistigen —, die hier in sein Inneres hineinziehen, die hier untergehen, und die Sinne gehen mehr unter, die hier aufgehen. So wie die Sonne heraufkommt, so kommt die Menschenseele herauf, ich möchte sagen, zwischen dem Geschmackssinn und dem Sehsinn, und geht wiederum im Tode unter. Wenn wir, das können Sie aus verschiedenen Beschreibungen, die ich früher gegeben habe, die Sie ja nachlesen können in den Zyklen, ersehen, in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt eine Seele drüben finden, so finden wir sie — sogar in der «Geheimwissenschaft» finden Sie das schon angedeutet — wie innerlich mit uns vereint. Nicht indem wir ihr äußerlich gegenüberstehen und den Eindruck ihres Ich von außen her empfangen, sondern durch Vereinigung nehmen wir sie wahr. Da wird der Tastsinn ganz geistig. Und was jetzt unterbewußt, nachthaft könnte ich sagen, bleibt: Gleichgewichtssinn, Bewegungssinn, das alles spielt vergeistigt die größte Rolle in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 16 ] Aber nun formen Sie das Bild vor Ihrer Seele: Aufgang der Sonne, Erscheinen des Lichtes, wiederum Untergang der Sonne. Es ist das makrokosmische Bild für das Mikrokosmische des Seelenlebens des Menschen, das sich bewegt, allerdings jetzt nicht im Kreislauf, sondern so, wie es Bedürfnis ist für das menschliche Seelenleben, innerhalb der zwölf Sternbilder des Seelenlebens, das heißt der zwölf Sinne. Jedesmal, wenn wir das Ich eines anderen wahrnehmen, sind wir auf der Tagesseite der Seelensonne. Wenn wir in uns selbst eintauchen, unser inneres Gleichgewicht, unsere Bewegung wahrnehmen würden — wir nehmen sie nicht wahr, weil es die Nachtseite ist —, sind wir eben auf der Nachtseite des Seelenlebens. Und jetzt wird es Ihnen nicht mehr so unwahrscheinlich scheinen, wenn ich Ihnen sage: Indem der Mensch geht durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, werden für ihn besonders diejenigen Sinne von einer großen Bedeutung — weil sie sich dann vergeistigen —, die hier in sein Inneres hineinziehen, die hier untergehen, und die Sinne gehen mehr unter, die hier aufgehen. So wie die Sonne heraufkommt, so kommt die Menschenseele herauf, ich möchte sagen, zwischen dem Geschmackssinn und dem Sehsinn, und geht wiederum im Tode unter. Wenn wir, das können Sie aus verschiedenen Beschreibungen, die ich früher gegeben habe, die Sie ja nachlesen können in den Zyklen, ersehen, in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt eine Seele drüben finden, so finden wir sie — sogar in der «Geheimwissenschaft» finden Sie das schon angedeutet — wie innerlich mit uns vereint. Nicht indem wir ihr äußerlich gegenüberstehen und den Eindruck ihres Ich von außen her empfangen, sondern durch Vereinigung nehmen wir sie wahr. Da wird der Tastsinn ganz geistig. Und was jetzt unterbewußt, nachthaft könnte ich sagen, bleibt: Gleichgewichtssinn, Bewegungssinn, das alles spielt vergeistigt die größte Rolle in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 17 ] Es ist wirklich so, daß wir uns bewegen durch das Gesamtleben, wie die Sonne sich bewegt durch die zwölf Sternbilder. Wir treten in unser Leben ein, indem unser Bewußtsein für die Sinne gewissermaRen aufgeht bei der einen Weltensäule und untergeht bei der anderen Weltensäule. An diesen Säulen gehen wir vorüber, wenn wir am Sternenhimmel gewissermaßen von der Nachtseite in die Tagseite hineingehen. Darauf suchten denn nun auch diese okkulten oder symbolischen Gesellschaften immer hinzuweisen, indem sie die Säule der Geburt, die der Mensch passiert, wenn er eintritt in das Leben der Tagseite, Jakim nannten. Sie müssen diese Säule letzten Endes am Himmel suchen Und dasjenige, was während des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Außenwelt ist, sind die Wahrnehmungen des über die ganze Welt verbreiteten Tastsinnes, wo wir nicht tasten, sondern getastet werden, wo wir fühlen, wie uns die geistigen Wesen überall berühren, während wir hier das andere berühren. Während des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt leben wir in der Bewegung darinnen, so daß wir diese Bewegung so fühlen, wie wenn hier in uns ein Blutkörperchen oder ein Muskel seine Eigenbewegung fühlen würde. Im Makrokosmos fühlen wir uns uns bewegend zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das Gleichgewicht fühlen wir, und im Leben des Ganzen fühlen wir uns darinnen. Hier ist unser Leben in unserer Haut abgeschlossen, dort aber fühlen wir uns im Gesamt-, im All-Leben drinnen und fühlen uns in jeder Lage uns selbst unser Gleichgewicht gebend. Hier gibt uns die Schwerkraft der Erde und unsere besondere Körperkonstitution das Gleichgewicht, und wir wissen eigentlich in der Regel nichts davon. Jederzeit fühlen wir das Gleichgewicht in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das ist eine unmittelbare Empfindung, die andere Seite des Seelenlebens. Der Mensch tritt durch Jakim in das Erdenleben ein, versichernd durch Jakim: Dasjenige, was draußen im Makrokosmos ist, das lebt jetzt in dir, du bist jetzt ein Mikrokosmos, denn das heißt das Wort «Jakim»: In dir das über die Welt ausgegossene Göttliche.
[ 17 ] Es ist wirklich so, daß wir uns bewegen durch das Gesamtleben, wie die Sonne sich bewegt durch die zwölf Sternbilder. Wir treten in unser Leben ein, indem unser Bewußtsein für die Sinne gewissermaRen aufgeht bei der einen Weltensäule und untergeht bei der anderen Weltensäule. An diesen Säulen gehen wir vorüber, wenn wir am Sternenhimmel gewissermaßen von der Nachtseite in die Tagseite hineingehen. Darauf suchten denn nun auch diese okkulten oder symbolischen Gesellschaften immer hinzuweisen, indem sie die Säule der Geburt, die der Mensch passiert, wenn er eintritt in das Leben der Tagseite, Jakim nannten. Sie müssen diese Säule letzten Endes am Himmel suchen Und dasjenige, was während des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Außenwelt ist, sind die Wahrnehmungen des über die ganze Welt verbreiteten Tastsinnes, wo wir nicht tasten, sondern getastet werden, wo wir fühlen, wie uns die geistigen Wesen überall berühren, während wir hier das andere berühren. Während des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt leben wir in der Bewegung darinnen, so daß wir diese Bewegung so fühlen, wie wenn hier in uns ein Blutkörperchen oder ein Muskel seine Eigenbewegung fühlen würde. Im Makrokosmos fühlen wir uns uns bewegend zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das Gleichgewicht fühlen wir, und im Leben des Ganzen fühlen wir uns darinnen. Hier ist unser Leben in unserer Haut abgeschlossen, dort aber fühlen wir uns im Gesamt-, im All-Leben drinnen und fühlen uns in jeder Lage uns selbst unser Gleichgewicht gebend. Hier gibt uns die Schwerkraft der Erde und unsere besondere Körperkonstitution das Gleichgewicht, und wir wissen eigentlich in der Regel nichts davon. Jederzeit fühlen wir das Gleichgewicht in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das ist eine unmittelbare Empfindung, die andere Seite des Seelenlebens. Der Mensch tritt durch Jakim in das Erdenleben ein, versichernd durch Jakim: Dasjenige, was draußen im Makrokosmos ist, das lebt jetzt in dir, du bist jetzt ein Mikrokosmos, denn das heißt das Wort «Jakim»: In dir das über die Welt ausgegossene Göttliche.
[ 18 ] Boas, die andere Säule: der Eintritt durch den Tod in die geistige Welt. Dasjenige, was mit dem Worte Boas zusammengefaßt ist, bedeutet ungefähr: Das, was ich bisher in mir gesucht habe, die Stärke, die werde ich ausgegossen finden über die ganze Welt, in ihr werde ich leben. — Aber man kann solche Dinge nur verstehen, wenn man durch geistige Erkenntnis in sie eindringt. In den symbolischen Brüderschaften werden sie symbolisch angedeutet. Mehr werden sie angedeutet in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum aus dem Grunde, damit sie nicht der Menschheit ganz verloren gehen, damit später wiederum Menschen kommen können, die dasjenige, was dem Wort nach aufbewahrt ist, auch verstehen werden.
[ 18 ] Boas, die andere Säule: der Eintritt durch den Tod in die geistige Welt. Dasjenige, was mit dem Worte Boas zusammengefaßt ist, bedeutet ungefähr: Das, was ich bisher in mir gesucht habe, die Stärke, die werde ich ausgegossen finden über die ganze Welt, in ihr werde ich leben. — Aber man kann solche Dinge nur verstehen, wenn man durch geistige Erkenntnis in sie eindringt. In den symbolischen Brüderschaften werden sie symbolisch angedeutet. Mehr werden sie angedeutet in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum aus dem Grunde, damit sie nicht der Menschheit ganz verloren gehen, damit später wiederum Menschen kommen können, die dasjenige, was dem Wort nach aufbewahrt ist, auch verstehen werden.
[ 19 ] Aber sehen Sie, alles dasjenige, was sich äußerlich in unserer Welt darlebt, das ist auch wiederum ein Abbild desjenigen, was im Makrokosmos draußen vorhanden ist. Wie unser Seelenleben ein Mikrokosmos ist in dem Sinne, wie ich es Ihnen angedeutet habe, so ist auch das Seelenleben der Menschheit gewissermaßen aus dem Makrokosmos hereingebildet. Und für unsere Zeit ist es sehr bedeutsam, gewissermaßen die zwei Abbilder der beiden Säulen, von denen ich gesprochen habe, in unserer Geschichte geliefert zu bekommen. Diese Säulen stellen das Leben einseitig dar, denn nur im Gleichgewichtszustand zwischen den beiden ist das Leben. Weder ist Jakim das Leben — denn es ist der Übergang von dem Geistigen zum Leibe —, noch ist Boas das Leben, denn es ist der Übergang vom Leibe zu dem Geist. Das Gleichgewicht ist dasjenige, worauf es ankommt. Und das verstehen die Menschen so schwer. Die Menschen suchen immer die eine Seite, immer das Extrem, sie suchen nicht das Gleichgewicht. Deshalb stehen gewissermaßen zwei Säulen wirklich auch für unsere Zeit aufgerichtet, aber wir müssen, wenn wir unsere Zeit richtig verstehen, mitten durchgehen, uns weder die eine Säule, noch die andere Säule gewissermaßen zu der Grundkraft der Menschheit zurechtphantasieren, sondern mitten durchgehen! Wir müssen schon wirklich dasjenige, was in der Realität vorhanden ist, auffassen, nicht in jenem gedankenlosen Leben hinbrüten, in dem der heutige Materialismus hinbrütet. Suchen Sie die Jakim-Säule heute, so haben Sie sie in unserer Gegenwart, die Jakim-Säule ist vorhanden in einem sehr bedeutenden Mann, der jetzt nicht mehr lebt, der schon gestorben ist, aber sie ist vorhanden: Sie ist vorhanden im Tolstoiismus.
[ 19 ] Aber sehen Sie, alles dasjenige, was sich äußerlich in unserer Welt darlebt, das ist auch wiederum ein Abbild desjenigen, was im Makrokosmos draußen vorhanden ist. Wie unser Seelenleben ein Mikrokosmos ist in dem Sinne, wie ich es Ihnen angedeutet habe, so ist auch das Seelenleben der Menschheit gewissermaßen aus dem Makrokosmos hereingebildet. Und für unsere Zeit ist es sehr bedeutsam, gewissermaßen die zwei Abbilder der beiden Säulen, von denen ich gesprochen habe, in unserer Geschichte geliefert zu bekommen. Diese Säulen stellen das Leben einseitig dar, denn nur im Gleichgewichtszustand zwischen den beiden ist das Leben. Weder ist Jakim das Leben — denn es ist der Übergang von dem Geistigen zum Leibe —, noch ist Boas das Leben, denn es ist der Übergang vom Leibe zu dem Geist. Das Gleichgewicht ist dasjenige, worauf es ankommt. Und das verstehen die Menschen so schwer. Die Menschen suchen immer die eine Seite, immer das Extrem, sie suchen nicht das Gleichgewicht. Deshalb stehen gewissermaßen zwei Säulen wirklich auch für unsere Zeit aufgerichtet, aber wir müssen, wenn wir unsere Zeit richtig verstehen, mitten durchgehen, uns weder die eine Säule, noch die andere Säule gewissermaßen zu der Grundkraft der Menschheit zurechtphantasieren, sondern mitten durchgehen! Wir müssen schon wirklich dasjenige, was in der Realität vorhanden ist, auffassen, nicht in jenem gedankenlosen Leben hinbrüten, in dem der heutige Materialismus hinbrütet. Suchen Sie die Jakim-Säule heute, so haben Sie sie in unserer Gegenwart, die Jakim-Säule ist vorhanden in einem sehr bedeutenden Mann, der jetzt nicht mehr lebt, der schon gestorben ist, aber sie ist vorhanden: Sie ist vorhanden im Tolstoiismus.
[ 20 ] Bedenken Sie, daß in Tolstoi ein Mann aufgetreten ist, der im Grunde genommen alle Menschen ablenken wollte von dem äußeren Leben, ganz auf das Innere verweisen wollte — ich habe in den ersten Zeiten unserer anthroposophischen Bewegung über Tolstoi gesprochen —, der ganz verweisen wollte auf dasjenige, was im Innern des Menschen nur vorgeht. Also den Geist in dem äußeren Wirken sah Tolstoi nicht, eine Einseitigkeit, die sich mir insbesondere charakteristisch ausgesprochen hat, als ich dazumal — es war einer der allerersten Vorträge der allerersten Jahre, die hier gehalten worden sind über Tolstoi sprach. Dieser Vortrag konnte Tolstoi dazumal noch durch eine uns befreundete Seite gezeigt werden. Tolstoi verstand die ersten zwei Drittel, das letzte Drittel nicht mehr, weil da gesprochen war über Reinkarnation und Karma; das verstand er nicht. — Er stellte die Einseitigkeit dar, das vollständige Abdämpfen des äußeren Lebens. Und wie unendlich schmerzlich empfindet man es, daß er eine solche Einseitigkeit darstellt! Man denke sich den ungeheuren Kontrast, der da besteht zwischen den Tolstoischen Anschauungen, von denen ein großer Teil der Intellektuellen Rußlands beherrscht ist, und demjenigen, was sich jetzt in diesen Tagen wiederum von dort herüberwälzt. Oh, es ist einer der furchtbarsten Kontraste, die nur zu denken sind! Das ist Einseitigkeit.
[ 20 ] Bedenken Sie, daß in Tolstoi ein Mann aufgetreten ist, der im Grunde genommen alle Menschen ablenken wollte von dem äußeren Leben, ganz auf das Innere verweisen wollte — ich habe in den ersten Zeiten unserer anthroposophischen Bewegung über Tolstoi gesprochen —, der ganz verweisen wollte auf dasjenige, was im Innern des Menschen nur vorgeht. Also den Geist in dem äußeren Wirken sah Tolstoi nicht, eine Einseitigkeit, die sich mir insbesondere charakteristisch ausgesprochen hat, als ich dazumal — es war einer der allerersten Vorträge der allerersten Jahre, die hier gehalten worden sind über Tolstoi sprach. Dieser Vortrag konnte Tolstoi dazumal noch durch eine uns befreundete Seite gezeigt werden. Tolstoi verstand die ersten zwei Drittel, das letzte Drittel nicht mehr, weil da gesprochen war über Reinkarnation und Karma; das verstand er nicht. — Er stellte die Einseitigkeit dar, das vollständige Abdämpfen des äußeren Lebens. Und wie unendlich schmerzlich empfindet man es, daß er eine solche Einseitigkeit darstellt! Man denke sich den ungeheuren Kontrast, der da besteht zwischen den Tolstoischen Anschauungen, von denen ein großer Teil der Intellektuellen Rußlands beherrscht ist, und demjenigen, was sich jetzt in diesen Tagen wiederum von dort herüberwälzt. Oh, es ist einer der furchtbarsten Kontraste, die nur zu denken sind! Das ist Einseitigkeit.
[ 21 ] Die andere, die Boas-Säule, kommt auch geschichtlich zum Ausdruck in unserer Zeit. Sie stellt ebenso eine Einseitigkeit dar. Es ist das Suchen der Geistigkeit allein in der äußeren Welt. Vor einigen Jahrzehnten trat es auf in Amerika drüben, wo, ich möchte sagen, der Antipode Tolstois zum Vorschein kam in Keely, vor dessen Seele das Ideal stand, einen Motor zu konstruieren, der nicht durch Dampf, nicht durch Elektrizität, sondern durch jene Wellen bewegt wird, die der Mensch selbst erregt in seinem Ton, in seiner Sprache. Denken Sie sich einen Motor, der so eingerichtet ist, daß er durch jene Wellen, die man erregt im Sprechen etwa, oder überhaupt als Mensch erregen kann mit seinem seelischen Leben, in Bewegung gesetzt wird. Es war noch ein Ideal, Gott sei Dank, daß es damals ein Ideal war, denn was wäre dieser Krieg geworden, wenn wirklich dieses Keelysche Ideal sich dazumal verwirklicht hätte! Verwirklicht sich das einmal, dann wird man erst sehen, was das Zusammenstimmen der Schwingungen an äußerer motorischer Kraft bedeutet. Das ist die andere Einseitigkeit. Das ist die BoasSäule. Zwischen beiden muß durchgegangen werden.
[ 21 ] Die andere, die Boas-Säule, kommt auch geschichtlich zum Ausdruck in unserer Zeit. Sie stellt ebenso eine Einseitigkeit dar. Es ist das Suchen der Geistigkeit allein in der äußeren Welt. Vor einigen Jahrzehnten trat es auf in Amerika drüben, wo, ich möchte sagen, der Antipode Tolstois zum Vorschein kam in Keely, vor dessen Seele das Ideal stand, einen Motor zu konstruieren, der nicht durch Dampf, nicht durch Elektrizität, sondern durch jene Wellen bewegt wird, die der Mensch selbst erregt in seinem Ton, in seiner Sprache. Denken Sie sich einen Motor, der so eingerichtet ist, daß er durch jene Wellen, die man erregt im Sprechen etwa, oder überhaupt als Mensch erregen kann mit seinem seelischen Leben, in Bewegung gesetzt wird. Es war noch ein Ideal, Gott sei Dank, daß es damals ein Ideal war, denn was wäre dieser Krieg geworden, wenn wirklich dieses Keelysche Ideal sich dazumal verwirklicht hätte! Verwirklicht sich das einmal, dann wird man erst sehen, was das Zusammenstimmen der Schwingungen an äußerer motorischer Kraft bedeutet. Das ist die andere Einseitigkeit. Das ist die BoasSäule. Zwischen beiden muß durchgegangen werden.
[ 22 ] In den Symbolen, die aufbewahrt sind, ist viel, viel enthalten. Unsere Zeit ist dazu berufen, diese Dinge zu verstehen, in diese Dinge einzudringen. Der Kontrast, der einmal empfunden werden wird zwischen allem wahrhaft Geistigen und demjenigen, was sich heranwälzen wird, wenn der Keelysche Motor Realität sein wird, vom Westen, das wird noch ein ganz anderer Kontrast sein als derjenige, der da besteht zwischen Tolstois Anschauungen und dem, was sich vom Östen heranwälzt. Oh, darüber kann nicht weiter gesprochen werden!
[ 22 ] In den Symbolen, die aufbewahrt sind, ist viel, viel enthalten. Unsere Zeit ist dazu berufen, diese Dinge zu verstehen, in diese Dinge einzudringen. Der Kontrast, der einmal empfunden werden wird zwischen allem wahrhaft Geistigen und demjenigen, was sich heranwälzen wird, wenn der Keelysche Motor Realität sein wird, vom Westen, das wird noch ein ganz anderer Kontrast sein als derjenige, der da besteht zwischen Tolstois Anschauungen und dem, was sich vom Östen heranwälzt. Oh, darüber kann nicht weiter gesprochen werden!
[ 23 ] Aber es ist notwendig, daß wir uns nach und nach ein wenig in die Geheimnisse des Werdeganges der Menschheit vertiefen, daß wir einsehen, wie wirklich in der Menschenweisheit durch die Jahrtausende hindurch symbolisch oder sonst dasjenige ausgedrückt ist, was einmal in verschiedenen Stufen Realität wird. Heute ist man bloß bei einem Tasten, und ich habe Sie in einer der letzten Betrachtungen aufmerksam gemacht darauf, wie ein Mensch wie Hermann Bahr, mit dem ich in der Jugend vielfach zusammenwar, jetzt, nachdem er dreiundfünfzig Jahre alt geworden ist und so viele Schriften geschrieben hat, auf der einen Seite in Goethe tappend, tastend sucht und gesteht, daß er jetzt erst anfängt, an Goethe heranzukommen, und auf der anderen Seite anfängt etwas davon zu begreifen, daß es noch so etwas wie eine Geisteswissenschaft neben den äußeren Wissenschaften gibt. Ich habe Ihnen angeführt, wie die Persönlichkeit des Franz in seinem Roman «Himmelfahrt», den er eben jetzt hat erscheinen lassen, gewissermaßen Bahrs eigenen Entwickelungsgang darstellt, darstellt, wie er durchgegangen ist durch die äußere Wissenschaft. Er war bei dem Botaniker Wiesner in Wien, war bei Ostwald im chemischen Laboratorium in Leipzig, war bei Schmoller im nationalökonomischen Seminar in Berlin, war bei Richet in Frankreich, um Psychologie und Psychiatrie zu studieren, war bei Freud in Wien — selbstverständlich, ein Mensch der Gegenwart ist auch bei Freud in Wien gewesen, wenn er durch die verschiedenen wissenschaftlichen Sensationen durchgeht —, war bei den Theosophen in London und so weiter. Sie wissen, ich habe Ihnen die betreffende Stelle ja vorgelesen: «So hat er die Wissenschaften abgesucht, erst Botaniker bei Wiesner, dann Chemiker bei Ostwald, in Schmollers Seminar, auf Richets Klinik, bei Freud in Wien, gleich darauf bei den Theosophen in London; und so die Kunst, als Maler, Radierer ...» und so weiter. Ja, aber nun sehen Sie, zu welchem Glauben ringt sich dieser Franz durch, der wirklich einer der tastenden Menschen der Gegenwart ist? Es ist sehr interessant, er tappt und tastet, da dämmert ihm so etwas auf, was dann mit den Worten ausgedrückt wird:
[ 23 ] Aber es ist notwendig, daß wir uns nach und nach ein wenig in die Geheimnisse des Werdeganges der Menschheit vertiefen, daß wir einsehen, wie wirklich in der Menschenweisheit durch die Jahrtausende hindurch symbolisch oder sonst dasjenige ausgedrückt ist, was einmal in verschiedenen Stufen Realität wird. Heute ist man bloß bei einem Tasten, und ich habe Sie in einer der letzten Betrachtungen aufmerksam gemacht darauf, wie ein Mensch wie Hermann Bahr, mit dem ich in der Jugend vielfach zusammenwar, jetzt, nachdem er dreiundfünfzig Jahre alt geworden ist und so viele Schriften geschrieben hat, auf der einen Seite in Goethe tappend, tastend sucht und gesteht, daß er jetzt erst anfängt, an Goethe heranzukommen, und auf der anderen Seite anfängt etwas davon zu begreifen, daß es noch so etwas wie eine Geisteswissenschaft neben den äußeren Wissenschaften gibt. Ich habe Ihnen angeführt, wie die Persönlichkeit des Franz in seinem Roman «Himmelfahrt», den er eben jetzt hat erscheinen lassen, gewissermaßen Bahrs eigenen Entwickelungsgang darstellt, darstellt, wie er durchgegangen ist durch die äußere Wissenschaft. Er war bei dem Botaniker Wiesner in Wien, war bei Ostwald im chemischen Laboratorium in Leipzig, war bei Schmoller im nationalökonomischen Seminar in Berlin, war bei Richet in Frankreich, um Psychologie und Psychiatrie zu studieren, war bei Freud in Wien — selbstverständlich, ein Mensch der Gegenwart ist auch bei Freud in Wien gewesen, wenn er durch die verschiedenen wissenschaftlichen Sensationen durchgeht —, war bei den Theosophen in London und so weiter. Sie wissen, ich habe Ihnen die betreffende Stelle ja vorgelesen: «So hat er die Wissenschaften abgesucht, erst Botaniker bei Wiesner, dann Chemiker bei Ostwald, in Schmollers Seminar, auf Richets Klinik, bei Freud in Wien, gleich darauf bei den Theosophen in London; und so die Kunst, als Maler, Radierer ...» und so weiter. Ja, aber nun sehen Sie, zu welchem Glauben ringt sich dieser Franz durch, der wirklich einer der tastenden Menschen der Gegenwart ist? Es ist sehr interessant, er tappt und tastet, da dämmert ihm so etwas auf, was dann mit den Worten ausgedrückt wird:
[ 24 ] «Er war nicht mehr im Stande der geistigen Unschuld. Aber gab es nicht vielleicht eine Art zweiter Unschuld, wiedergewonnener Unschuld? Gab es nicht eine Frömmigkeit des seine Grenzen erkennenden, des gedemütigten Verstandes, einen Glauben der Wissenden, eine Hoffnung aus Verzweiflung? Lebten nicht in allen Zeiten einsame verborgene weise Männer, der Welt abgewendet, einander durch geheime Zeichen verbunden, im Stillen wunderbar wirkend mit einer fast magischen Kraft, in einer höheren Region über den Völkern, über den Bekenntnissen, im Grenzenlosen, im Raum einer reineren, Gott näheren Menschlichkeit? Gab es nicht auch heute noch, überall in der Welt zerstreut und versteckt, eine Ritterschaft des heiligen Grals? Gab es nicht Jünger einer vielleicht unsichtbaren, nicht zu betretenden, bloß empfundenen, aber überall wirkenden, alles beherrschenden, schicksalbestimmenden weißen Loge? Gab es nicht immer auf Erden eine sozusagen anonyme Gemeinschaft der Heiligen, die einander nicht kennen, nichts voneinander wissen und doch aufeinander, ja miteinander wirken, bloß durch die Strahlen ihrer Gebete? Schon in seiner theosophischen Zeit hatten ihn solche Gedanken viel beschäftigt, aber er hatte offenbar immer nur falsche Theosophen kennengelernt, vielleicht ließen sich die wahren nicht kennenlernen», und so weiter.
[ 24 ] «Er war nicht mehr im Stande der geistigen Unschuld. Aber gab es nicht vielleicht eine Art zweiter Unschuld, wiedergewonnener Unschuld? Gab es nicht eine Frömmigkeit des seine Grenzen erkennenden, des gedemütigten Verstandes, einen Glauben der Wissenden, eine Hoffnung aus Verzweiflung? Lebten nicht in allen Zeiten einsame verborgene weise Männer, der Welt abgewendet, einander durch geheime Zeichen verbunden, im Stillen wunderbar wirkend mit einer fast magischen Kraft, in einer höheren Region über den Völkern, über den Bekenntnissen, im Grenzenlosen, im Raum einer reineren, Gott näheren Menschlichkeit? Gab es nicht auch heute noch, überall in der Welt zerstreut und versteckt, eine Ritterschaft des heiligen Grals? Gab es nicht Jünger einer vielleicht unsichtbaren, nicht zu betretenden, bloß empfundenen, aber überall wirkenden, alles beherrschenden, schicksalbestimmenden weißen Loge? Gab es nicht immer auf Erden eine sozusagen anonyme Gemeinschaft der Heiligen, die einander nicht kennen, nichts voneinander wissen und doch aufeinander, ja miteinander wirken, bloß durch die Strahlen ihrer Gebete? Schon in seiner theosophischen Zeit hatten ihn solche Gedanken viel beschäftigt, aber er hatte offenbar immer nur falsche Theosophen kennengelernt, vielleicht ließen sich die wahren nicht kennenlernen», und so weiter.
[ 25 ] Diese Gedanken kommen dem Franz, nachdem er die Welt durchsaust hat, er überall war, wovon ich Ihnen gesagt habe, und dann wiederum zurückgekommen ist in seine Heimat — es ist wahrscheinlich Salzburg, um das es sich handelt. Also in seiner salzburgischen Heimat, da kommen ihm diese Gedanken. Es ist vielleicht nicht unbescheiden und soll nicht unbescheiden sein: Bei uns war er nicht, der Franz; aber man kann so ein bißchen die Gründe finden, warum er nicht bei uns war. Indem er so suchte nach Menschen, welche streben nach dem Geistesgut, erinnerte er sich eines Engländers, den er einmal kennengelernt hat in Rom. Er schildert auch diesen Engländer, den er in Rom kennengelernt hat:
[ 25 ] Diese Gedanken kommen dem Franz, nachdem er die Welt durchsaust hat, er überall war, wovon ich Ihnen gesagt habe, und dann wiederum zurückgekommen ist in seine Heimat — es ist wahrscheinlich Salzburg, um das es sich handelt. Also in seiner salzburgischen Heimat, da kommen ihm diese Gedanken. Es ist vielleicht nicht unbescheiden und soll nicht unbescheiden sein: Bei uns war er nicht, der Franz; aber man kann so ein bißchen die Gründe finden, warum er nicht bei uns war. Indem er so suchte nach Menschen, welche streben nach dem Geistesgut, erinnerte er sich eines Engländers, den er einmal kennengelernt hat in Rom. Er schildert auch diesen Engländer, den er in Rom kennengelernt hat:
[ 26 ] «Es war ein kluger Mann in reifen Jahren, von guter Familie, reich, unabhängig, Junggeselle und ein richtiger Engländer, nüchtern, praktisch, unsentimental, ganz unmusikalisch, unkünstlerisch, ein derber, vergnügter Sinnenmensch, Angler, Ruderer, Segler, starker Esser, fester Zecher, ein Lebemann, den in seinem Behagen nur eine einzige Leidenschaft störte, die Neugierde, alles zu sehen, alles kennenzulernen, überall einmal gewesen zu sein, eigentlich in keiner anderen Absicht, als um schließlich, von welchem Ort immer man sprach, befriedigt sagen zu können: O ja!, das Hotel zu wissen, in dem ihn dort Cook untergebracht, und die Sehenswürdigkeiten, die er aufgesucht, die Menschen von Rang oder Ruhm, mit denen er verkehrt hatte. Um bequemer zu reisen und überall Zutritt zu haben, war ihm geraten worden, Freimaurer zu werden. Fr lobte die Nützlichkeit dieser Verbindung, bis er entdeckt zu haben glaubte, es müsse noch eine ähnliche, doch besser geleitete, mächtigere Verbindung höherer Art geben, der er nun durchaus beitreten wollte, wie er ja, wenn irgendwo noch ein anderer, besserer Cook aufzufinden gewesen wäre, sich natürlich an diesen gewendet hätte. Er ließ sich nicht ausreden, die Welt werde von einer ganz kleinen Gruppe geheimer Führer beherrscht, die sogenannte Geschichte von diesen verborgenen Männern gemacht, die selbst ihren nächsten Dienern unbekannt seien, wie diese wieder den ihren, und er behauptete, den Spuren dieser geheimen Weltregierung, dieser wahren Freimaurerei, von der die andere bloß eine höchst törichte Kopie mit unzulänglichen Mitteln, folgend, ihren Sitz in Rom gefunden zu haben, eben bei den Monsignori, von denen aber freilich auch wieder die meisten ahnungslose Statisten wären, deren Gedränge bloß die vier oder fünf wirklichen Herren der Welt zu verbergen hätte. Und Franz mußte heute noch über die komische Verzweiflung seines Engländers lachen, der nun das Pech hatte, niemals an den richtigen zu kommen, sondern immer wieder bloß an Statisten, aber sich dadurch nicht irremachen ließ, sondern immer nur noch mehr Respekt vor einer so wohlbehüteten, undurchdringlichen Verbindung bekam, in die er schließlich doch noch eingelassen zu werden wettete, und wenn er bis ans Ende seines Lebens in Rom bleiben und wenn er die Kutte nehmen oder etwa gar sich beschneiden lassen müßte, denn da er überall den unsichtbaren Fäden einer über die ganze Welt gesponnenen Macht nachgespürt hatte, war er nicht abgeneigt, auch die Juden sehr zu schätzen, und er sprach gelegentlich stockernst den Verdacht aus, ob nicht vielleicht im letzten, innersten Kreise dieses verborgenen Weltgewebes Rabbiner und Monsignori höchst einträchtig beisammen säßen, was ihm übrigens gleichgültig gewesen wäre, wenn sie nur auch ihn mitzaubern ließen.»
[ 26 ] «Es war ein kluger Mann in reifen Jahren, von guter Familie, reich, unabhängig, Junggeselle und ein richtiger Engländer, nüchtern, praktisch, unsentimental, ganz unmusikalisch, unkünstlerisch, ein derber, vergnügter Sinnenmensch, Angler, Ruderer, Segler, starker Esser, fester Zecher, ein Lebemann, den in seinem Behagen nur eine einzige Leidenschaft störte, die Neugierde, alles zu sehen, alles kennenzulernen, überall einmal gewesen zu sein, eigentlich in keiner anderen Absicht, als um schließlich, von welchem Ort immer man sprach, befriedigt sagen zu können: O ja!, das Hotel zu wissen, in dem ihn dort Cook untergebracht, und die Sehenswürdigkeiten, die er aufgesucht, die Menschen von Rang oder Ruhm, mit denen er verkehrt hatte. Um bequemer zu reisen und überall Zutritt zu haben, war ihm geraten worden, Freimaurer zu werden. Fr lobte die Nützlichkeit dieser Verbindung, bis er entdeckt zu haben glaubte, es müsse noch eine ähnliche, doch besser geleitete, mächtigere Verbindung höherer Art geben, der er nun durchaus beitreten wollte, wie er ja, wenn irgendwo noch ein anderer, besserer Cook aufzufinden gewesen wäre, sich natürlich an diesen gewendet hätte. Er ließ sich nicht ausreden, die Welt werde von einer ganz kleinen Gruppe geheimer Führer beherrscht, die sogenannte Geschichte von diesen verborgenen Männern gemacht, die selbst ihren nächsten Dienern unbekannt seien, wie diese wieder den ihren, und er behauptete, den Spuren dieser geheimen Weltregierung, dieser wahren Freimaurerei, von der die andere bloß eine höchst törichte Kopie mit unzulänglichen Mitteln, folgend, ihren Sitz in Rom gefunden zu haben, eben bei den Monsignori, von denen aber freilich auch wieder die meisten ahnungslose Statisten wären, deren Gedränge bloß die vier oder fünf wirklichen Herren der Welt zu verbergen hätte. Und Franz mußte heute noch über die komische Verzweiflung seines Engländers lachen, der nun das Pech hatte, niemals an den richtigen zu kommen, sondern immer wieder bloß an Statisten, aber sich dadurch nicht irremachen ließ, sondern immer nur noch mehr Respekt vor einer so wohlbehüteten, undurchdringlichen Verbindung bekam, in die er schließlich doch noch eingelassen zu werden wettete, und wenn er bis ans Ende seines Lebens in Rom bleiben und wenn er die Kutte nehmen oder etwa gar sich beschneiden lassen müßte, denn da er überall den unsichtbaren Fäden einer über die ganze Welt gesponnenen Macht nachgespürt hatte, war er nicht abgeneigt, auch die Juden sehr zu schätzen, und er sprach gelegentlich stockernst den Verdacht aus, ob nicht vielleicht im letzten, innersten Kreise dieses verborgenen Weltgewebes Rabbiner und Monsignori höchst einträchtig beisammen säßen, was ihm übrigens gleichgültig gewesen wäre, wenn sie nur auch ihn mitzaubern ließen.»
[ 27 ] Da haben Sie eine Karikatur von dem, was ich Ihnen ja gesagt habe, wie es gleichsam ein Imperium in Imperio gibt, einen kleinen Kreis, der in die anderen seine Macht ausstrahlt. Nur stellt sich ihn der Engländer vor, und der Franz mit ihm, als eine Gemeinschaft der Rabbiner und Monsignori; das sind nun gerade diejenigen, die nicht darinnen sind! Aber Sie sehen, er tappt sich nur so durch. Warum tappt er denn eigentlich? Ja, er erinnert sich einmal wieder der schwärmerischen Schrullen des Engländers:
[ 27 ] Da haben Sie eine Karikatur von dem, was ich Ihnen ja gesagt habe, wie es gleichsam ein Imperium in Imperio gibt, einen kleinen Kreis, der in die anderen seine Macht ausstrahlt. Nur stellt sich ihn der Engländer vor, und der Franz mit ihm, als eine Gemeinschaft der Rabbiner und Monsignori; das sind nun gerade diejenigen, die nicht darinnen sind! Aber Sie sehen, er tappt sich nur so durch. Warum tappt er denn eigentlich? Ja, er erinnert sich einmal wieder der schwärmerischen Schrullen des Engländers:
[ 28 ] «Und viel später erst war er auf den Gedanken gekommen, ob denn nicht vielleicht auch jemand, dem derlei Fähigkeiten nicht angeboren wären, ihrer teilhaftig werden, ob man sich zu solchen Kräften erziehen, ob man sie durch Training erlernen könnte. Aber die theosophischen Übungen hatten ihn bald enttäuscht ...»
[ 28 ] «Und viel später erst war er auf den Gedanken gekommen, ob denn nicht vielleicht auch jemand, dem derlei Fähigkeiten nicht angeboren wären, ihrer teilhaftig werden, ob man sich zu solchen Kräften erziehen, ob man sie durch Training erlernen könnte. Aber die theosophischen Übungen hatten ihn bald enttäuscht ...»
[ 29 ] Die hat er aufgegeben! Sehen Sie, es gibt in unserer Gegenwart ein solches Tappen, Tasten. Menschen wie Bahr, sie kommen ins höhere Alter, da kommen sie darauf, und dann machen sie sich groteske Vorstellungen. Eine solche groteske Vorstellung ist da noch enthalten. Ja, sehen Sie, da ist nun dieser Franz eingeladen in seiner Heimat bei einem Domherrn. Dieser Domherr ist eine ganz geheimnisvolle Persönlichkeit, Salzburger Domherr, der in Salzburg eine große Wichtigkeit hat — die Stadt Salzburg ist nicht genannt, man erkennt sie nur —, eine größere Wichtigkeit als der Kardinal; denn die ganze Stadt spricht nicht mehr von dem Kardinal, aber von dem Domherrn: Der Dombherr, obwohl es dort ein Dutzend Domherren gibt, aber von dem Domherrn spricht man, so daß der Franz manchmal so die Idee hat, ob der nicht selber so einer ist von der weißen Loge. Sie wissen ja, man kann leicht zu solchen Anschauungen kommen. Nun, da ist er einmal in eine Gesellschaft beim Domherrn eingeladen, der Franz. Da sind manche Leute, und der Domherr ist wirklich ein sehr toleranter Mann, denn denken Sie, er ist katholischer Domherr und hat sich den jüdischen Bankier mit einem Jesuiten, dem Franz und einigen anderen und mit einem Franziskanermönch zusammen eingeladen. Es ist ein lustiges Mittagsmahl. Der jüdische Bankier ist notabene ein Bankier, dem fast alle Leute zu irgendwelchem klingenden Dank verpflichtet sind, der das aber wirklich alles selbstlos tut, denn er fordert in der Regel gar nicht, daß man ihm das wieder zurückgibt, was man sich scheinbar ausleiht von ihm, sondern er will nur alle Jahre bei so einem Herrn, wie der Domherr ist, eingeladen sein; das macht ihm Freude. Und bald sind der Jesuit und dieser jüdische Bankier in einem Gespräch darinnen, daß es dem Franz zu stark wird. Er geht weg, weil sie nun wirklich schon schändliche Witze machen, geht an die Bibliothek, und der Domherr geht ihm nach.
[ 29 ] Die hat er aufgegeben! Sehen Sie, es gibt in unserer Gegenwart ein solches Tappen, Tasten. Menschen wie Bahr, sie kommen ins höhere Alter, da kommen sie darauf, und dann machen sie sich groteske Vorstellungen. Eine solche groteske Vorstellung ist da noch enthalten. Ja, sehen Sie, da ist nun dieser Franz eingeladen in seiner Heimat bei einem Domherrn. Dieser Domherr ist eine ganz geheimnisvolle Persönlichkeit, Salzburger Domherr, der in Salzburg eine große Wichtigkeit hat — die Stadt Salzburg ist nicht genannt, man erkennt sie nur —, eine größere Wichtigkeit als der Kardinal; denn die ganze Stadt spricht nicht mehr von dem Kardinal, aber von dem Domherrn: Der Dombherr, obwohl es dort ein Dutzend Domherren gibt, aber von dem Domherrn spricht man, so daß der Franz manchmal so die Idee hat, ob der nicht selber so einer ist von der weißen Loge. Sie wissen ja, man kann leicht zu solchen Anschauungen kommen. Nun, da ist er einmal in eine Gesellschaft beim Domherrn eingeladen, der Franz. Da sind manche Leute, und der Domherr ist wirklich ein sehr toleranter Mann, denn denken Sie, er ist katholischer Domherr und hat sich den jüdischen Bankier mit einem Jesuiten, dem Franz und einigen anderen und mit einem Franziskanermönch zusammen eingeladen. Es ist ein lustiges Mittagsmahl. Der jüdische Bankier ist notabene ein Bankier, dem fast alle Leute zu irgendwelchem klingenden Dank verpflichtet sind, der das aber wirklich alles selbstlos tut, denn er fordert in der Regel gar nicht, daß man ihm das wieder zurückgibt, was man sich scheinbar ausleiht von ihm, sondern er will nur alle Jahre bei so einem Herrn, wie der Domherr ist, eingeladen sein; das macht ihm Freude. Und bald sind der Jesuit und dieser jüdische Bankier in einem Gespräch darinnen, daß es dem Franz zu stark wird. Er geht weg, weil sie nun wirklich schon schändliche Witze machen, geht an die Bibliothek, und der Domherr geht ihm nach.
[ 30 ] «Sie» — die Bibliothek — «war nicht groß, aber gewählt. Von Theologie nur gerade das Nötigste, die Bollandisten, viel Franziskanisches, Meister Eckhart, die geistlichen Übungen, Katharina von Genua, die Mystik von Görres und Möhlers Symbolik. Philosophie schon mehr: der ganze Kant, samt den Schriften der Kantgesellschaft, Deussens Upanischaden und seine Geschichte der Philosophie, Vaihingers Philosophie des Als Ob, und sehr viel Erkenntniskritisches. Dann die griechischen und römischen Klassiker, Shakespeare, Calderon, Cervantes, Dante, Macchiavell und Balzac im Original, aber von Deutschen nur Novalis und Goethe, dieser in verschiedenen Ausgaben, seine naturwissenschaftlichen Schriften in der Weimarer. Einen Band davon nahm Franz und fand viele Randbemerkungen von der Hand des Domherrn, der in diesem Augenblick den jungen Mönch und den Jesuiten verließ und zu ihm trat. Er sagte: «Ja die naturwissenschaftlichen Schriften Goethes kennt niemand>.»
[ 30 ] «Sie» — die Bibliothek — «war nicht groß, aber gewählt. Von Theologie nur gerade das Nötigste, die Bollandisten, viel Franziskanisches, Meister Eckhart, die geistlichen Übungen, Katharina von Genua, die Mystik von Görres und Möhlers Symbolik. Philosophie schon mehr: der ganze Kant, samt den Schriften der Kantgesellschaft, Deussens Upanischaden und seine Geschichte der Philosophie, Vaihingers Philosophie des Als Ob, und sehr viel Erkenntniskritisches. Dann die griechischen und römischen Klassiker, Shakespeare, Calderon, Cervantes, Dante, Macchiavell und Balzac im Original, aber von Deutschen nur Novalis und Goethe, dieser in verschiedenen Ausgaben, seine naturwissenschaftlichen Schriften in der Weimarer. Einen Band davon nahm Franz und fand viele Randbemerkungen von der Hand des Domherrn, der in diesem Augenblick den jungen Mönch und den Jesuiten verließ und zu ihm trat. Er sagte: «Ja die naturwissenschaftlichen Schriften Goethes kennt niemand>.»
[ 31 ] Nun ist es charakteristisch, was der Domherr an den naturwissenschaftlichen Schriften Goethes findet, charakteristisch sowohl nach der einen Seite, nach dem, was nun wirklich drinnen ist und dem Domherrn nun auch davon aufleuchtet, wie demjenigen, was dem Domherrn nun aufleuchtet, weil er wirklich ein katholischer Domherr ist.
[ 31 ] Nun ist es charakteristisch, was der Domherr an den naturwissenschaftlichen Schriften Goethes findet, charakteristisch sowohl nach der einen Seite, nach dem, was nun wirklich drinnen ist und dem Domherrn nun auch davon aufleuchtet, wie demjenigen, was dem Domherrn nun aufleuchtet, weil er wirklich ein katholischer Domherr ist.
[ 32 ] «Ja die naturwissenschaftlichen Schriften Goethes kennt niemand. Leider! Da sieht der alte Heide, der er doch durchaus gewesen sein soll, auf einmal ganz anders aus und dann versteht man doch auch den Schluß des Faust erst.»
[ 32 ] «Ja die naturwissenschaftlichen Schriften Goethes kennt niemand. Leider! Da sieht der alte Heide, der er doch durchaus gewesen sein soll, auf einmal ganz anders aus und dann versteht man doch auch den Schluß des Faust erst.»
[ 33 ] Da hat er recht, der Domherr. Man kann den Schluß des «Faust» nicht verstehen, wenn man nicht die naturwissenschaftlichen Anschauungen Goethes kennt!
[ 33 ] Da hat er recht, der Domherr. Man kann den Schluß des «Faust» nicht verstehen, wenn man nicht die naturwissenschaftlichen Anschauungen Goethes kennt!
[ 34 ] «Ich habe mir ja nie vorstellen können, Goethe tue da bloß auf einmal katholisch, nur zur malerischen Wirkung.»
[ 34 ] «Ich habe mir ja nie vorstellen können, Goethe tue da bloß auf einmal katholisch, nur zur malerischen Wirkung.»
[ 35 ] Also der Domherr schlägt ihm natürlich immer ins Genick, aber das macht ja nichts.
[ 35 ] Also der Domherr schlägt ihm natürlich immer ins Genick, aber das macht ja nichts.
[ 36 ] «Dazu ist doch mein Respekt vor dem Dichter zu groß, vor jedem Dichter, um zu glauben, daß einer, gerade wenn er sein letztes Wort sagt, ein Kostüm anlegen sollte.»
[ 36 ] «Dazu ist doch mein Respekt vor dem Dichter zu groß, vor jedem Dichter, um zu glauben, daß einer, gerade wenn er sein letztes Wort sagt, ein Kostüm anlegen sollte.»
[ 37 ] Das glauben nämlich wirklich die meisten Leute, daß Goethe nun wirklich nur ein Kostüm anlegte, wie er die großartige, grandiose Schlußszene seines «Faust» geschrieben hat! «Aber in den naturwissenschaftlichen Schriften steht ja auf jeder Seite, wie katholisch Goethe war ...»
[ 37 ] Das glauben nämlich wirklich die meisten Leute, daß Goethe nun wirklich nur ein Kostüm anlegte, wie er die großartige, grandiose Schlußszene seines «Faust» geschrieben hat! «Aber in den naturwissenschaftlichen Schriften steht ja auf jeder Seite, wie katholisch Goethe war ...»
[ 38 ] Nun, der Domherr nennt alles dasjenige, was er versteht und ihm liegt — das braucht uns ja nicht weiter zu genieren — katholisch.
[ 38 ] Nun, der Domherr nennt alles dasjenige, was er versteht und ihm liegt — das braucht uns ja nicht weiter zu genieren — katholisch.
[ 39 ] «... wie katholisch Goethe war, unwissentlich vielleicht und jedenfalls ohne den rechten Mut dazu. Es liest sich, als hätte da jemand, mit den katholischen Wahrheiten unbekannt, sie sozusagen unversehens auf eigene Faust aus sich selber entdeckt, wobei es freilich ohne manche Gewaltsamkeiten und Wunderlichkeiten nicht abgeht, aber doch im großen Ganzen nichts Entscheidendes, Notwendiges und Wesentliches fehlt, selbst der Schuß von Aberglauben, Magie oder wie man das nennen will, was den richtigen geborenen Protestanten an unserer heiligen Lehre stets so verdächtig bleibt, selbst das nicht! Ich habe ja oft meinen eigenen Augen kaum getraut! Ist man aber bei Goethe dem kryptogamen Katholiken nur erst einmal auf der Spur, so sieht man ihn bald überall. Sein Vertrauen zum Heiligen Geiste, den er freilich lieber «Genius> nennt, sein tiefes Gefühl für die Sakramente, deren ihm nur noch zu wenige sind, sein Sinn für das «Ahndevolle, seine Begabung zur Ehrfurcht, gar aber, daß er, ganz unprotestantisch, sich niemals mit dem Glauben begnügt, sondern überall auf die Anerkennung Gottes durch die lebendige Tat, durch das fromme Werk dringt, gar dieses so seltene, höchste, schwierigste Begreifen, daß der Mensch nicht von Gott geholt werden kann, wenn er nicht selbst sich Gott holt, das Begreifen dieser furchtbaren menschlichen Freiheit, selber wählen zu müssen und die dargebotene Gnade nehmen, aber auch ausschlagen zu können, durch welche Freiheit allein die Gnade Gottes dem Menschen, der sich für sie entscheidet, der sie sich nimmt, erst zum eigenen Verdienste wird, das alles ist auch in seinen Übertreibungen, auch in seinen Verzerrungen noch so stockkatholisch ...»
[ 39 ] «... wie katholisch Goethe war, unwissentlich vielleicht und jedenfalls ohne den rechten Mut dazu. Es liest sich, als hätte da jemand, mit den katholischen Wahrheiten unbekannt, sie sozusagen unversehens auf eigene Faust aus sich selber entdeckt, wobei es freilich ohne manche Gewaltsamkeiten und Wunderlichkeiten nicht abgeht, aber doch im großen Ganzen nichts Entscheidendes, Notwendiges und Wesentliches fehlt, selbst der Schuß von Aberglauben, Magie oder wie man das nennen will, was den richtigen geborenen Protestanten an unserer heiligen Lehre stets so verdächtig bleibt, selbst das nicht! Ich habe ja oft meinen eigenen Augen kaum getraut! Ist man aber bei Goethe dem kryptogamen Katholiken nur erst einmal auf der Spur, so sieht man ihn bald überall. Sein Vertrauen zum Heiligen Geiste, den er freilich lieber «Genius> nennt, sein tiefes Gefühl für die Sakramente, deren ihm nur noch zu wenige sind, sein Sinn für das «Ahndevolle, seine Begabung zur Ehrfurcht, gar aber, daß er, ganz unprotestantisch, sich niemals mit dem Glauben begnügt, sondern überall auf die Anerkennung Gottes durch die lebendige Tat, durch das fromme Werk dringt, gar dieses so seltene, höchste, schwierigste Begreifen, daß der Mensch nicht von Gott geholt werden kann, wenn er nicht selbst sich Gott holt, das Begreifen dieser furchtbaren menschlichen Freiheit, selber wählen zu müssen und die dargebotene Gnade nehmen, aber auch ausschlagen zu können, durch welche Freiheit allein die Gnade Gottes dem Menschen, der sich für sie entscheidet, der sie sich nimmt, erst zum eigenen Verdienste wird, das alles ist auch in seinen Übertreibungen, auch in seinen Verzerrungen noch so stockkatholisch ...»
[ 40 ] Uns würde insbesondere das, was der Domherr Übertreibung nennt, interessieren; aber der Domherr nennt das katholisch.
[ 40 ] Uns würde insbesondere das, was der Domherr Übertreibung nennt, interessieren; aber der Domherr nennt das katholisch.
[ 41 ] «... das alles ist auch in seinen Übertreibungen, auch in seinen Verzerrungen noch so stockkatholisch, daß ich, wie du siehst,» — der Domherr duzt nämlich alle Leute, die er gern hat — «oft genug an den Rand die Stellen aus dem Tridentinum schreiben konnte, wo zuweilen fast mit denselben Worten dasselbe steht.»
[ 41 ] «... das alles ist auch in seinen Übertreibungen, auch in seinen Verzerrungen noch so stockkatholisch, daß ich, wie du siehst,» — der Domherr duzt nämlich alle Leute, die er gern hat — «oft genug an den Rand die Stellen aus dem Tridentinum schreiben konnte, wo zuweilen fast mit denselben Worten dasselbe steht.»
[ 42 ] Denken Sie sich einen katholischen Domherrn, der Beschlüsse aus dem Tridentinischen Konzil neben die Worte Goethes schreibt! Da haben Sie dasjenige, was durch die Menschheit geht, und was man nennen kann den Kern des geistigen Lebens, der allen Menschen gemeinschaftlich ist. Man darf das nur nicht als Phrase nehmen, sondern man muß es nehmen, wie die Sache gemeint sein kann. Und dann sagt der Domherr weiter:
[ 42 ] Denken Sie sich einen katholischen Domherrn, der Beschlüsse aus dem Tridentinischen Konzil neben die Worte Goethes schreibt! Da haben Sie dasjenige, was durch die Menschheit geht, und was man nennen kann den Kern des geistigen Lebens, der allen Menschen gemeinschaftlich ist. Man darf das nur nicht als Phrase nehmen, sondern man muß es nehmen, wie die Sache gemeint sein kann. Und dann sagt der Domherr weiter:
[ 43 ] «Und wenn Zacharias Werner erzählt hat, er sei durch einen Satz in den Wahlverwandtschaften katholisch gemacht worden, so glaube ich ihm das aufs Wort. Womit ich natürlich nicht leugnen will,» — jetzt schlägt der Domherr wieder durch! — «daß es daneben auch einen heidnischen, einen protestantischen, ja sogar einen beinahe jüdischen Goethe gibt,» — uns geniert das gar nicht, uns ist das gerade recht — «und ihn durchaus nicht als das Muster eines Katholiken reklamieren will ...»
[ 43 ] «Und wenn Zacharias Werner erzählt hat, er sei durch einen Satz in den Wahlverwandtschaften katholisch gemacht worden, so glaube ich ihm das aufs Wort. Womit ich natürlich nicht leugnen will,» — jetzt schlägt der Domherr wieder durch! — «daß es daneben auch einen heidnischen, einen protestantischen, ja sogar einen beinahe jüdischen Goethe gibt,» — uns geniert das gar nicht, uns ist das gerade recht — «und ihn durchaus nicht als das Muster eines Katholiken reklamieren will ...»
[ 44 ] Aber was jetzt der Domherr noch dazu sagt, kann uns schon ganz angenehm sein, wenigstens — ich will es niemand anderem aufdrängen, aber mir ist es ganz sympathisch —: Wenn er selbst katholisch wäre, «was er übrigens immer noch eher war, als der plattvergnügte Wald- und Wiesenmonist, den die neudeutschen Oberlehrer unter seinem Namen paradieren lassen ...»
[ 44 ] Aber was jetzt der Domherr noch dazu sagt, kann uns schon ganz angenehm sein, wenigstens — ich will es niemand anderem aufdrängen, aber mir ist es ganz sympathisch —: Wenn er selbst katholisch wäre, «was er übrigens immer noch eher war, als der plattvergnügte Wald- und Wiesenmonist, den die neudeutschen Oberlehrer unter seinem Namen paradieren lassen ...»
[ 45 ] Damit sind selbstverständlich Richard M. Meyer, Albert Bielschowsky, Engel, die neudeutschen Oberlehrer, die ihre neudeutschen Werke über Goethe geschrieben haben, gemeint.
[ 45 ] Damit sind selbstverständlich Richard M. Meyer, Albert Bielschowsky, Engel, die neudeutschen Oberlehrer, die ihre neudeutschen Werke über Goethe geschrieben haben, gemeint.
[ 46 ] Also Sie sehen, daß wir im Grunde genommen schon etwas treiben, wohin das geheime dunkle Sehnen der Zeit geht, und wohin es im Grunde gehen muß — eine ernste Sache.
[ 46 ] Also Sie sehen, daß wir im Grunde genommen schon etwas treiben, wohin das geheime dunkle Sehnen der Zeit geht, und wohin es im Grunde gehen muß — eine ernste Sache.
[ 47 ] Und nun erinnern Sie sich an etwas anderes noch. Erinnern Sie sich an einige der ersten Vorträge, die ich während dieser schicksaltragenden Zeit in unseren Zweigen gehalten habe, wo ich von einem erschütternden okkulten Erlebnis gesprochen habe, von jenem Erlebnis, daß die Seele des in Serajewo ermordeten Franz Ferdinand eine besondere Rolle spielt in der geistigen Welt. Die meisten von Ihnen werden sich erinnern, wie ich erzählt habe, daß sie dort gleichsam eine kosmische Bedeutung erlangt hat. Und jetzt erscheint dieser Roman, in diesen Wochen kauft man ihn, und da steht dieser Erzherzog Franz Ferdinand charakterisiert von einem Mann, der sich unter der Maske eines Blödlings als Knecht verdingt hat bei einem salzburgischen Gutsbesitzer, bei dem Bruder des Franz, der störrisch dort war und geprügelt werden mußte zur Arbeit. Als der Mord in Serajewo geschieht, da führt er sich so auf, daß ihn die Leute wiederum verprügeln, diesen Blasl, diesen Blödling. Denken Sie, er sagt, als er die Ermordung des Franz Ferdinand an der Kirchentüre angeschlagen findet: «Ja, so mußte er enden, anders kann’s nicht sein!» Na, was konnten die Leute anderes annehmen, als daß er mit in der Verschwörung ist, trotzdem der Mord in Serajewo stattgefunden hat, und der Blasl in Salzburg ist; aber das stört ja solche Leute nicht weiter, die in der Sache nachsuchen: Selbstverständlich ist er mit in der Serajewoer Verschwörung. Und da man spanisch geschriebene Bücher bei ihm findet, ist er selbstverständlich ein spanischer Anarchist! Nun kriegt dieses spanische Heft der Landesgerichtsrat oder was er ist, der natürlich kein Spanisch kann und der so schnell wie möglich, nachdem der Blasl gefesselt und ihm zugebracht worden ist, die ganze Sache loshaben will. Er soll nach Wien, dort sollen sie ausmachen, was zu geschehen hat mit diesem spanischen Anarchisten — er kann sich doch nicht blamieren! Er ist auch ein eifriger Almgänger und es ist vielleicht der letzte schöne Tag: also nur geschwind los! Er versteht nichts davon. Sicher ist es ja doch, daß es ein spanischer Anarchist ist. — Da erinnert er sich, daß ja der Franz in Spanien war — ich habe Ihnen erzählt, Bahr war ja auch in Spanien —, der kann das lesen, der soll ihm einen Auszug daraus machen. Nun nimmt der Franz dieses Manuskript, und was entdeckt er? Tiefste Mystik! Ganz und gar nichts Anarchistisches — tiefste Mystik. Es ist wirklich sehr viel Wunderschönes in diesem Manuskript. Also dieser Blasl, der Blödling, hat das geschrieben, weil er nämlich durch seine Mystik selber so geführt worden ist, daß er der Welt absterben wollte. Ich will diesen Weg selbstverständlich nicht verteidigen. Der Blasl ist eigentlich ein spanischer Infant. Da fließt nun zusammen diese Charakteristik des spanischen Infanten mit derjenigen des Erzherzogs Johann, der einmal vom österreichischen Kaiserhause weggegangen und in die Welt gegangen ist. Er konnte nicht den Österreicher charakterisieren, aber man sieht da die Gestalt durch; da kommt er darauf zu sagen, es ist ein spanischer Infant. Sie können sich denken, was das in Salzburg ist, Sie können sich den Umstand denken im armen Salzburg! Sie hatten einen Anarchisten eingefangen, in Fesseln gelegt gehabt — und jetzt ist es ein spanischer Infant! Aber der Mann, der den Thronfolger kannte, was sagt er nun vom Thronfolger, als er jetzt schon als Infant auftrat und als Mystiker?
[ 47 ] Und nun erinnern Sie sich an etwas anderes noch. Erinnern Sie sich an einige der ersten Vorträge, die ich während dieser schicksaltragenden Zeit in unseren Zweigen gehalten habe, wo ich von einem erschütternden okkulten Erlebnis gesprochen habe, von jenem Erlebnis, daß die Seele des in Serajewo ermordeten Franz Ferdinand eine besondere Rolle spielt in der geistigen Welt. Die meisten von Ihnen werden sich erinnern, wie ich erzählt habe, daß sie dort gleichsam eine kosmische Bedeutung erlangt hat. Und jetzt erscheint dieser Roman, in diesen Wochen kauft man ihn, und da steht dieser Erzherzog Franz Ferdinand charakterisiert von einem Mann, der sich unter der Maske eines Blödlings als Knecht verdingt hat bei einem salzburgischen Gutsbesitzer, bei dem Bruder des Franz, der störrisch dort war und geprügelt werden mußte zur Arbeit. Als der Mord in Serajewo geschieht, da führt er sich so auf, daß ihn die Leute wiederum verprügeln, diesen Blasl, diesen Blödling. Denken Sie, er sagt, als er die Ermordung des Franz Ferdinand an der Kirchentüre angeschlagen findet: «Ja, so mußte er enden, anders kann’s nicht sein!» Na, was konnten die Leute anderes annehmen, als daß er mit in der Verschwörung ist, trotzdem der Mord in Serajewo stattgefunden hat, und der Blasl in Salzburg ist; aber das stört ja solche Leute nicht weiter, die in der Sache nachsuchen: Selbstverständlich ist er mit in der Serajewoer Verschwörung. Und da man spanisch geschriebene Bücher bei ihm findet, ist er selbstverständlich ein spanischer Anarchist! Nun kriegt dieses spanische Heft der Landesgerichtsrat oder was er ist, der natürlich kein Spanisch kann und der so schnell wie möglich, nachdem der Blasl gefesselt und ihm zugebracht worden ist, die ganze Sache loshaben will. Er soll nach Wien, dort sollen sie ausmachen, was zu geschehen hat mit diesem spanischen Anarchisten — er kann sich doch nicht blamieren! Er ist auch ein eifriger Almgänger und es ist vielleicht der letzte schöne Tag: also nur geschwind los! Er versteht nichts davon. Sicher ist es ja doch, daß es ein spanischer Anarchist ist. — Da erinnert er sich, daß ja der Franz in Spanien war — ich habe Ihnen erzählt, Bahr war ja auch in Spanien —, der kann das lesen, der soll ihm einen Auszug daraus machen. Nun nimmt der Franz dieses Manuskript, und was entdeckt er? Tiefste Mystik! Ganz und gar nichts Anarchistisches — tiefste Mystik. Es ist wirklich sehr viel Wunderschönes in diesem Manuskript. Also dieser Blasl, der Blödling, hat das geschrieben, weil er nämlich durch seine Mystik selber so geführt worden ist, daß er der Welt absterben wollte. Ich will diesen Weg selbstverständlich nicht verteidigen. Der Blasl ist eigentlich ein spanischer Infant. Da fließt nun zusammen diese Charakteristik des spanischen Infanten mit derjenigen des Erzherzogs Johann, der einmal vom österreichischen Kaiserhause weggegangen und in die Welt gegangen ist. Er konnte nicht den Österreicher charakterisieren, aber man sieht da die Gestalt durch; da kommt er darauf zu sagen, es ist ein spanischer Infant. Sie können sich denken, was das in Salzburg ist, Sie können sich den Umstand denken im armen Salzburg! Sie hatten einen Anarchisten eingefangen, in Fesseln gelegt gehabt — und jetzt ist es ein spanischer Infant! Aber der Mann, der den Thronfolger kannte, was sagt er nun vom Thronfolger, als er jetzt schon als Infant auftrat und als Mystiker?
[ 48 ] «Der verwunschene, jetzt entzauberte Prinz, noch in seinen alten Kleidern und auch sonst ganz der alte, dennoch aber ein anderer, seit Franz wußte, daß es eine Verkleidung war, sagte lächelnd: «Vergeben Sie mir den Betrug, der ja für mein Gefühl eigentlich keiner war. Der Infant Don Tadeo bin ich längst nicht mehr. Wenn mich Umstände nötigen, ihn jetzt wieder eine Zeit vorzustellen, so fällt mir diese Rolle viel schwerer. Für mich war ich der alte Blasl wirklich, und wenn ich überhaupt log, so hätte ich mich belogen, nicht Sie. Daß ich Ihnen Ungelegenheiten bereiten würde, konnte ich nicht wissen. Es tut mir leid genug. Natürlich war’s das albernste Mißverständnis. Ich habe den Thronfolger, ohne freilich ihm je begegnet zu sein, genau gekannt, er ist mir sehr wert gewesen, wir waren in Verbindung, wenn auch nicht auf die hiesige Art.» — «Hiesige» meint er in bezug auf die Verbindung auf dem physischen Plan. — «Er hatte längst die Grenzen der irdischen Wirksamkeit überschritten und stand mit einem Fuß schon in dem anderen Raum des rein geistigen Tuns. Er mußte nun ganz hinüber, das wußte ich: um in Erfüllung zu gehen, hat er nicht mehr bleiben können. Von dort aus erst wird seine Tat geschehen. Ich wunderte mich nur, daß das Schicksal so lange mit ihm zögerte. Und als ich an jenem Sonntag aus der Kirche tretend, wo ich eben im Gebet wieder von neuem versichert worden war, die beklommene Menge fand, wußte ich gleich, daß er endlich befreit war. Was durch ihn zu geschehen hat, kann er von drüben erst verrichten. Hier hat er es nur versprechen können, sein Leben war nur eine Voranzeige. Jetzt erst kann es sich begeben. Ich habe mir ihn nie als einen konstitutionellen Monarchen denken können, mit Parlamentarismus und dem ganzen Humbug. Dafür war sein Format zu groß. Aber so hat er nun mit einem Schlag die Tat an sich gerissen. Dieser Tote wird jetzt erst leben, und von Grund auf. Das empfand ich bei der Nachricht, das meinten meine Worte.
[ 48 ] «Der verwunschene, jetzt entzauberte Prinz, noch in seinen alten Kleidern und auch sonst ganz der alte, dennoch aber ein anderer, seit Franz wußte, daß es eine Verkleidung war, sagte lächelnd: «Vergeben Sie mir den Betrug, der ja für mein Gefühl eigentlich keiner war. Der Infant Don Tadeo bin ich längst nicht mehr. Wenn mich Umstände nötigen, ihn jetzt wieder eine Zeit vorzustellen, so fällt mir diese Rolle viel schwerer. Für mich war ich der alte Blasl wirklich, und wenn ich überhaupt log, so hätte ich mich belogen, nicht Sie. Daß ich Ihnen Ungelegenheiten bereiten würde, konnte ich nicht wissen. Es tut mir leid genug. Natürlich war’s das albernste Mißverständnis. Ich habe den Thronfolger, ohne freilich ihm je begegnet zu sein, genau gekannt, er ist mir sehr wert gewesen, wir waren in Verbindung, wenn auch nicht auf die hiesige Art.» — «Hiesige» meint er in bezug auf die Verbindung auf dem physischen Plan. — «Er hatte längst die Grenzen der irdischen Wirksamkeit überschritten und stand mit einem Fuß schon in dem anderen Raum des rein geistigen Tuns. Er mußte nun ganz hinüber, das wußte ich: um in Erfüllung zu gehen, hat er nicht mehr bleiben können. Von dort aus erst wird seine Tat geschehen. Ich wunderte mich nur, daß das Schicksal so lange mit ihm zögerte. Und als ich an jenem Sonntag aus der Kirche tretend, wo ich eben im Gebet wieder von neuem versichert worden war, die beklommene Menge fand, wußte ich gleich, daß er endlich befreit war. Was durch ihn zu geschehen hat, kann er von drüben erst verrichten. Hier hat er es nur versprechen können, sein Leben war nur eine Voranzeige. Jetzt erst kann es sich begeben. Ich habe mir ihn nie als einen konstitutionellen Monarchen denken können, mit Parlamentarismus und dem ganzen Humbug. Dafür war sein Format zu groß. Aber so hat er nun mit einem Schlag die Tat an sich gerissen. Dieser Tote wird jetzt erst leben, und von Grund auf. Das empfand ich bei der Nachricht, das meinten meine Worte.
[ 49 ] «So mußte er einmal enden!» hat er gesagt bei dem Anschlag.
[ 49 ] «So mußte er einmal enden!» hat er gesagt bei dem Anschlag.
[ 50 ] Ich muß sagen, ich war außerordentlich merkwürdig berührt, als ich vor einigen Tagen diese Sache hier in Bahrs «Himmelfahrt» las. Vergleichen Sie das, was uns jetzt im Roman entgegentritt, mit dem, was hier aus der Realität der geistigen Welt heraus gesagt worden ist! Versuchen Sie damit zu erkennen, wie tief in der Realität man mit der Geisteswissenschaft drinnensteckt! Wie diejenigen, die nach Erkenntnis suchen, wenn auch erst tappend, tapsend, doch auf diesen Wegen gehen, wie sie, die auf diese Wege kommen wollen, bis auf Einzelheiten hin an dasjenige herankommen, was hier entwickelt wird. Denn es ist kaum anzunehmen, daß nun auch das, was damals gesagt worden ist, durch irgendeines unserer Mitglieder dem Hermann Bahr verraten worden sein könnte. Aber selbst wenn das geschehen wäre, so ist es immerhin nicht zurückgewiesen, sondern angenommen worden.
[ 50 ] Ich muß sagen, ich war außerordentlich merkwürdig berührt, als ich vor einigen Tagen diese Sache hier in Bahrs «Himmelfahrt» las. Vergleichen Sie das, was uns jetzt im Roman entgegentritt, mit dem, was hier aus der Realität der geistigen Welt heraus gesagt worden ist! Versuchen Sie damit zu erkennen, wie tief in der Realität man mit der Geisteswissenschaft drinnensteckt! Wie diejenigen, die nach Erkenntnis suchen, wenn auch erst tappend, tapsend, doch auf diesen Wegen gehen, wie sie, die auf diese Wege kommen wollen, bis auf Einzelheiten hin an dasjenige herankommen, was hier entwickelt wird. Denn es ist kaum anzunehmen, daß nun auch das, was damals gesagt worden ist, durch irgendeines unserer Mitglieder dem Hermann Bahr verraten worden sein könnte. Aber selbst wenn das geschehen wäre, so ist es immerhin nicht zurückgewiesen, sondern angenommen worden.
[ 51 ] Wir wollen nichts in Wirklichkeit umsetzen, was nur irgendeiner Liebhaberei entspricht. Wir wollen in Wirklichkeit umsetzen, was eine Notwendigkeit der Zeit ist und als eine Notwendigkeit sich aufs deutlichste ausprägt. Und wenn sich in der jüngsten Zeit so manches geltend macht, was Verleumdung ist, so ist man ja in unserer Zeit sehr geneigt, gerade sein Mitleid dorthin zu wenden, wo verleumdet wird. Viel weniger wendet man heute nach den berechtigten Seiten sein Mitgefühl hin, sondern gerade dort, wo Unrechtes getan wird, findet man, daß eigentlich diejenigen, die das Rechte getan hatten, zunächst die Hand zu reichen haben und denjenigen, die das Unrecht getan haben, zu kajoliieren ist. Wir erfahren es immer wieder und wiederum. Gerade innerhalb unserer Gemeinschaft erfahren wir das immer wieder. Meine lieben Freunde, heute ist nicht die Stimmung, und es ist mir auch nicht zu tun darum, auf derlei Dinge einzugehen. Ich gehe ja immer nur auf diese Dinge ein, wenn eine gewisse Notwendigkeit vorliegt. Aber mit einem lassen Sie mich noch schließen.
[ 51 ] Wir wollen nichts in Wirklichkeit umsetzen, was nur irgendeiner Liebhaberei entspricht. Wir wollen in Wirklichkeit umsetzen, was eine Notwendigkeit der Zeit ist und als eine Notwendigkeit sich aufs deutlichste ausprägt. Und wenn sich in der jüngsten Zeit so manches geltend macht, was Verleumdung ist, so ist man ja in unserer Zeit sehr geneigt, gerade sein Mitleid dorthin zu wenden, wo verleumdet wird. Viel weniger wendet man heute nach den berechtigten Seiten sein Mitgefühl hin, sondern gerade dort, wo Unrechtes getan wird, findet man, daß eigentlich diejenigen, die das Rechte getan hatten, zunächst die Hand zu reichen haben und denjenigen, die das Unrecht getan haben, zu kajoliieren ist. Wir erfahren es immer wieder und wiederum. Gerade innerhalb unserer Gemeinschaft erfahren wir das immer wieder. Meine lieben Freunde, heute ist nicht die Stimmung, und es ist mir auch nicht zu tun darum, auf derlei Dinge einzugehen. Ich gehe ja immer nur auf diese Dinge ein, wenn eine gewisse Notwendigkeit vorliegt. Aber mit einem lassen Sie mich noch schließen.
[ 52 ] Ich habe in dem Büchelchen, das erschienen ist, aufmerksam darauf gemacht, wie einheitlich dasjenige ist, was in unserer Geisteswissenschaft gesucht wird vom Anfange unseres Wirkens an. Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, welch starke Verleumdung es ist, wenn von irgendeiner Schwenkung die Rede ist, von irgend etwas, was im Widerspruch stünde mit dem, was im Anfange unserer Bewegung von uns geschehen ist. Sie finden da auf Seite 37 charakterisiert:
[ 52 ] Ich habe in dem Büchelchen, das erschienen ist, aufmerksam darauf gemacht, wie einheitlich dasjenige ist, was in unserer Geisteswissenschaft gesucht wird vom Anfange unseres Wirkens an. Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, welch starke Verleumdung es ist, wenn von irgendeiner Schwenkung die Rede ist, von irgend etwas, was im Widerspruch stünde mit dem, was im Anfange unserer Bewegung von uns geschehen ist. Sie finden da auf Seite 37 charakterisiert:
[ 53 ] «Auf diese Aussprüche ]J. H. Fichtes» — die mir der Ausdruck einer neuzeitlichen Geistesströmung schienen, nicht bloß eines Einzelnen Meinung — «wies ich in einem Vortrage hin, den ich 1902 im Giordano Bruno-Bund hielt; damals, als der Anfang gemacht wurde mit dem, was gegenwärtig als anthroposophische Vorstellungsart sich darstellt,» und so weiter.
[ 53 ] «Auf diese Aussprüche ]J. H. Fichtes» — die mir der Ausdruck einer neuzeitlichen Geistesströmung schienen, nicht bloß eines Einzelnen Meinung — «wies ich in einem Vortrage hin, den ich 1902 im Giordano Bruno-Bund hielt; damals, als der Anfang gemacht wurde mit dem, was gegenwärtig als anthroposophische Vorstellungsart sich darstellt,» und so weiter.
[ 54 ] Da führe ich an, wie ich, bevor die Deutsche Sektion der Theosophical Society begründet worden ist, in Berlin einen Vortrag gehalten habe, in dem ich nicht aus Blavatsky und Besant, sondern aus dem neueren Geistesleben heraus, das unabhängig ist von Blavatsky und Besant, im Giordano Bruno-Bund in Anknüpfung an Goethe dieser Bewegung den Ausgangspunkt geben wollte. Und da wagen es heute Leute, zu sagen, daß der Name «Anthroposophie» bloß erfunden worden wäre, als wir uns, wie sie sagen, trennen wollten von der Theosophischen Gesellschaft!
[ 54 ] Da führe ich an, wie ich, bevor die Deutsche Sektion der Theosophical Society begründet worden ist, in Berlin einen Vortrag gehalten habe, in dem ich nicht aus Blavatsky und Besant, sondern aus dem neueren Geistesleben heraus, das unabhängig ist von Blavatsky und Besant, im Giordano Bruno-Bund in Anknüpfung an Goethe dieser Bewegung den Ausgangspunkt geben wollte. Und da wagen es heute Leute, zu sagen, daß der Name «Anthroposophie» bloß erfunden worden wäre, als wir uns, wie sie sagen, trennen wollten von der Theosophischen Gesellschaft!
[ 55 ] «Man sieht daraus, daß eine Erweiterung des neuzeitlichen Weltanschauungsstrebens zu einer wahrhaften Betrachtung der geistigen Wirklichkeit ins Auge gefaßt war. Nicht ein Herausholen irgend welcher Anschauungen aus den Veröffentlichungen, die man damals aheosophische nannte (auch gegenwärtig noch so nennt) ward angestrebt, sondern eine Fortsetzung des Strebens, das bei den neueren Philosophen seinen Anfang genommen; aber bei diesen im Begrifflichen stecken geblieben war, und dadurch den Zugang in die wirkliche geistige Welt nicht erreicht hat» und so weiter. Es bringen die Dinge doch auch günstige Verhältnisse des Karmas. Und so brauche ich heute dasjenige, was ich vor einigen Wochen geschrieben habe, so daß Sie es jetzt gedruckt lesen können, nicht mehr bloß auf das Gedächtnis der einzelnen Wenigen zu stützen, die dazumal im Jahre 1902 noch meinen Vortrag im Giordano Bruno-Bund gehört haben, bevor die Deutsche Sektion begründet worden ist, sondern heute kann ich Ihnen das dokumentarisch nachweisen. Wie so die Dinge gehen, in diesen Tagen sind mir durch die Freundlichkeit eines lieben Mitgliedes, Fräulein HübbeSchleidens, die Briefe zugegangen, die ich dazumal vor und bei der Begründung der Deutschen Sektion an Dr. Hübbe-Schleiden geschickt habe. Jetzt nach seinem Tode sind mir diese Briefe zugegangen.
[ 55 ] «Man sieht daraus, daß eine Erweiterung des neuzeitlichen Weltanschauungsstrebens zu einer wahrhaften Betrachtung der geistigen Wirklichkeit ins Auge gefaßt war. Nicht ein Herausholen irgend welcher Anschauungen aus den Veröffentlichungen, die man damals aheosophische nannte (auch gegenwärtig noch so nennt) ward angestrebt, sondern eine Fortsetzung des Strebens, das bei den neueren Philosophen seinen Anfang genommen; aber bei diesen im Begrifflichen stecken geblieben war, und dadurch den Zugang in die wirkliche geistige Welt nicht erreicht hat» und so weiter. Es bringen die Dinge doch auch günstige Verhältnisse des Karmas. Und so brauche ich heute dasjenige, was ich vor einigen Wochen geschrieben habe, so daß Sie es jetzt gedruckt lesen können, nicht mehr bloß auf das Gedächtnis der einzelnen Wenigen zu stützen, die dazumal im Jahre 1902 noch meinen Vortrag im Giordano Bruno-Bund gehört haben, bevor die Deutsche Sektion begründet worden ist, sondern heute kann ich Ihnen das dokumentarisch nachweisen. Wie so die Dinge gehen, in diesen Tagen sind mir durch die Freundlichkeit eines lieben Mitgliedes, Fräulein HübbeSchleidens, die Briefe zugegangen, die ich dazumal vor und bei der Begründung der Deutschen Sektion an Dr. Hübbe-Schleiden geschickt habe. Jetzt nach seinem Tode sind mir diese Briefe zugegangen.
[ 56 ] Im Oktober 1902 ist die Deutsche Sektion erst begründet worden. Dieser Brief ist vom 16. September 1902. In diesem Brief finden sich einige Worte, die ich Ihnen gern vorlesen würde. Verzeihen Sie, aber ich muß irgendwo meinen Ausgangspunkt nehmen. Es war ja damals vielfach die Rede davon, daß man sich verbinden soll mit dem Theosophen Franz Hartmann, und der hat dazumal gerade so etwas wie einen Kongreß abgehalten. Es soll wirklich nichts gegen Franz Hartmann heute gesagt werden, aber ich muß schon das vorlesen, was ich dazumal geschrieben habe:
[ 56 ] Im Oktober 1902 ist die Deutsche Sektion erst begründet worden. Dieser Brief ist vom 16. September 1902. In diesem Brief finden sich einige Worte, die ich Ihnen gern vorlesen würde. Verzeihen Sie, aber ich muß irgendwo meinen Ausgangspunkt nehmen. Es war ja damals vielfach die Rede davon, daß man sich verbinden soll mit dem Theosophen Franz Hartmann, und der hat dazumal gerade so etwas wie einen Kongreß abgehalten. Es soll wirklich nichts gegen Franz Hartmann heute gesagt werden, aber ich muß schon das vorlesen, was ich dazumal geschrieben habe:
[ 57 ] «Friedenau-Berlin, 16. September 1902.
[ 57 ] «Friedenau-Berlin, 16. September 1902.
[ 58 ] ... Mag Hartmann sein Blech seinen Leuten erzählen; ich will einstweilen unsere Theosophie dorthin tragen, wo ich Leute zu finden glaube, die urteilsfähig sind. Haben wir erst die Verbindung mit der akademischen Jugend» — das ist ja natürlich noch mäßig erreicht! — «dann haben wir viel. Ich möchte bauen, nicht Ruinen ausflicken.» — So erschien mir diese theosophische Bewegung dazumal. — «Im Winter hoffe ich dann in der Theosophischen Bibliothek einen Kursus zu halten: «Elementare Theosophie.» — Diesen habe ich auch gehalten, und einer der Vorträge war gerade während der Begründung der Deutschen Sektion, und dieser Kursus, der Titel dieses Kursus, ist hier angeführt. — «Außerdem werde ich noch irgendwo einen fortlaufenden Kursus halten: ‹Anthroposophie oder die Verbindung von Moral, Religion und Wissenschaft›. Im Bruno-Bund hoffe ich ebenfalls einen Vortrag zu halten über ‹Brunos Monismus und die Anthroposophie›, Das ist nur so vorläufig Projektiertes. So müssen wir, nach meiner Ansicht, durchdringen.»
[ 58 ] ... Mag Hartmann sein Blech seinen Leuten erzählen; ich will einstweilen unsere Theosophie dorthin tragen, wo ich Leute zu finden glaube, die urteilsfähig sind. Haben wir erst die Verbindung mit der akademischen Jugend» — das ist ja natürlich noch mäßig erreicht! — «dann haben wir viel. Ich möchte bauen, nicht Ruinen ausflicken.» — So erschien mir diese theosophische Bewegung dazumal. — «Im Winter hoffe ich dann in der Theosophischen Bibliothek einen Kursus zu halten: «Elementare Theosophie.» — Diesen habe ich auch gehalten, und einer der Vorträge war gerade während der Begründung der Deutschen Sektion, und dieser Kursus, der Titel dieses Kursus, ist hier angeführt. — «Außerdem werde ich noch irgendwo einen fortlaufenden Kursus halten: ‹Anthroposophie oder die Verbindung von Moral, Religion und Wissenschaft›. Im Bruno-Bund hoffe ich ebenfalls einen Vortrag zu halten über ‹Brunos Monismus und die Anthroposophie›, Das ist nur so vorläufig Projektiertes. So müssen wir, nach meiner Ansicht, durchdringen.»
[ 59 ] Das am 16. September 1902. Hier haben Sie das Dokument, meine lieben Freunde, das Ihnen beweisen kann, daß die Dinge nicht bloß hinterher behauptet werden, sondern daß sie wirklich so geschehen sind. Das ist auch immerhin ein günstiges Karma, daß in dieser Zeit, wo sich so viele Verleumdung gerade an unsere Sache knüpfte und immer mehr und mehr knüpfen wird, man wird zeigen können, wo das Recht ist.
[ 59 ] Das am 16. September 1902. Hier haben Sie das Dokument, meine lieben Freunde, das Ihnen beweisen kann, daß die Dinge nicht bloß hinterher behauptet werden, sondern daß sie wirklich so geschehen sind. Das ist auch immerhin ein günstiges Karma, daß in dieser Zeit, wo sich so viele Verleumdung gerade an unsere Sache knüpfte und immer mehr und mehr knüpfen wird, man wird zeigen können, wo das Recht ist.
