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The Riddle of Man
The Spiritual Background of Human History
GA 170

30 July 1916, Dornach

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Zweiter Vortrag

Zweiter Vortrag

[ 1 ] Ausgehen möchte ich heute in unseren Betrachtungen von einer einfachen, vor aller Augen liegenden Tatsache. Wenn wir den Blick schweifen lassen über die Naturvorgänge, so erscheinen uns diese, wenn wir sie verständig, aufmerksam betrachten, doch eigentlich als zwei voneinander stark unterschiedene Reiche: ein Reich der allergrößten Regelmäßigkeit, der allergrößten Ordnung, und ein Reich von zunächst fast undurchdringlichen Zusammenhängen, von Unregelmäßigkeit, von vielfacher Unordnung; so wenigstens wird es empfunden. Die gewöhnliche Naturwissenschaft unterscheidet nicht klar zwischen diesen zwei Gebieten des Naturdaseins, und doch sind diese zwei Gebiete streng voneinander getrennt. Da haben wir auf der einen Seite alles dasjenige, was vorgeht mit jener Regelmäßigkeit, mit der etwa jeden Morgen die Sonne aufgeht, jeden Abend die Sonne untergeht, mit der die Sterne auf- und untergehen, sowie alles das, was in einem gewissen Zusammenhange mit Sonnenauf- und -untergängen erscheint: Mit Regelmäßigkeit erscheinen im Frühling die Wachstumstriebe, entwickeln sich während des Sommers, welken, schwinden im Herbst dahin. Und vieles Ähnliche, das mit einer großen Regelmäßigkeit und Ordnung empfunden werden muß, sehen wir in dem einen Gebiete der Natur.

[ 1 ] Ausgehen möchte ich heute in unseren Betrachtungen von einer einfachen, vor aller Augen liegenden Tatsache. Wenn wir den Blick schweifen lassen über die Naturvorgänge, so erscheinen uns diese, wenn wir sie verständig, aufmerksam betrachten, doch eigentlich als zwei voneinander stark unterschiedene Reiche: ein Reich der allergrößten Regelmäßigkeit, der allergrößten Ordnung, und ein Reich von zunächst fast undurchdringlichen Zusammenhängen, von Unregelmäßigkeit, von vielfacher Unordnung; so wenigstens wird es empfunden. Die gewöhnliche Naturwissenschaft unterscheidet nicht klar zwischen diesen zwei Gebieten des Naturdaseins, und doch sind diese zwei Gebiete streng voneinander getrennt. Da haben wir auf der einen Seite alles dasjenige, was vorgeht mit jener Regelmäßigkeit, mit der etwa jeden Morgen die Sonne aufgeht, jeden Abend die Sonne untergeht, mit der die Sterne auf- und untergehen, sowie alles das, was in einem gewissen Zusammenhange mit Sonnenauf- und -untergängen erscheint: Mit Regelmäßigkeit erscheinen im Frühling die Wachstumstriebe, entwickeln sich während des Sommers, welken, schwinden im Herbst dahin. Und vieles Ähnliche, das mit einer großen Regelmäßigkeit und Ordnung empfunden werden muß, sehen wir in dem einen Gebiete der Natur.

[ 2 ] Aber es gibt ein anderes Gebiet der Natur, das nicht in derselben Weise empfunden werden kann. Man kann nicht in derselben Weise, wie man den Sonnenaufgang am Morgen, den Sonnenuntergang am Abend erwartet, ein Gewitter erwarten; das kommt nicht mit solcher Regelmäßigkeit. Mit einer solchen Bestimmtheit, wie wir sagen: Morgen, wenn es zehn Uhr sein wird, werden wir die Sonne an einer bestimmten Stelle am Himmelsgewölbe sehen, können wir nicht sagen: Wir werden an einer Stelle ein gewisses Wolkengebilde sehen, oder gar darüber etwas sagen, wie dieses Wolkengebilde aussehen wird. Auch werden wir nicht mit einer gleichen Bestimmtheit, wie wir dieses oder jenes Mondenviertel voraussagen, sagen können: zu der oder jener Zeit wird hier den Dornacher Bau ein Sturm oder ein Regenwetter überraschen. Man wird mit einer gewissen Sicherheit berechnen können, wann nach Jahrhunderten Sonnenfinsternisse, Mondenfinsternisse sein werden; man wird aber nicht mit der gleichen Sicherheit angeben können, wann Erdbeben oder Vulkanausbrüche stattfinden.

[ 2 ] Aber es gibt ein anderes Gebiet der Natur, das nicht in derselben Weise empfunden werden kann. Man kann nicht in derselben Weise, wie man den Sonnenaufgang am Morgen, den Sonnenuntergang am Abend erwartet, ein Gewitter erwarten; das kommt nicht mit solcher Regelmäßigkeit. Mit einer solchen Bestimmtheit, wie wir sagen: Morgen, wenn es zehn Uhr sein wird, werden wir die Sonne an einer bestimmten Stelle am Himmelsgewölbe sehen, können wir nicht sagen: Wir werden an einer Stelle ein gewisses Wolkengebilde sehen, oder gar darüber etwas sagen, wie dieses Wolkengebilde aussehen wird. Auch werden wir nicht mit einer gleichen Bestimmtheit, wie wir dieses oder jenes Mondenviertel voraussagen, sagen können: zu der oder jener Zeit wird hier den Dornacher Bau ein Sturm oder ein Regenwetter überraschen. Man wird mit einer gewissen Sicherheit berechnen können, wann nach Jahrhunderten Sonnenfinsternisse, Mondenfinsternisse sein werden; man wird aber nicht mit der gleichen Sicherheit angeben können, wann Erdbeben oder Vulkanausbrüche stattfinden.

[ 3 ] Sie sehen da voneinander getrennt zwei Gebiete des Naturdaseins: eines, welches mit großer, für unseren Verstand durchdringbarer Regelmäßigkeit auftritt, und ein anderes Gebiet, das nicht in derselben Weise empfunden werden kann, das als Unregelmäßiges auftritt. Und das, was wir Gesamtnatur nennen, das ist im Grunde genommen ein Zusammenfluß, ich möchte sagen, der großen Regelmäßigkeit und der Unregelmäßigkeit; denn in jedem Augenblicke ist der Gesamteindruck, den wir haben von dem Naturdasein, bestimmt durch das, was durch den regelmäßigen Verlauf geschieht und was sich in diesen regelmäßigen Verlauf der Dinge an Geschehnissen hineinmischt, die uns Überraschungen gewähren können, und die eigentlich immer wiederkehren, bis zu einem gewissen Grade wenigstens.

[ 3 ] Sie sehen da voneinander getrennt zwei Gebiete des Naturdaseins: eines, welches mit großer, für unseren Verstand durchdringbarer Regelmäßigkeit auftritt, und ein anderes Gebiet, das nicht in derselben Weise empfunden werden kann, das als Unregelmäßiges auftritt. Und das, was wir Gesamtnatur nennen, das ist im Grunde genommen ein Zusammenfluß, ich möchte sagen, der großen Regelmäßigkeit und der Unregelmäßigkeit; denn in jedem Augenblicke ist der Gesamteindruck, den wir haben von dem Naturdasein, bestimmt durch das, was durch den regelmäßigen Verlauf geschieht und was sich in diesen regelmäßigen Verlauf der Dinge an Geschehnissen hineinmischt, die uns Überraschungen gewähren können, und die eigentlich immer wiederkehren, bis zu einem gewissen Grade wenigstens.

[ 4 ] Nun haben wir ja öfter in den verschiedensten Zusammenhängen unserer Betrachtungen einer tiefen Wahrheit gedacht, der Wahrheit, daß der Mensch ein Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos ist, daß wir im Menschen in einer gewissen Weise wiederfinden, was wir draußen im Universum im großen finden. Wir können also erwarten, daß auch im Menschen in einer gewissen Beziehung so etwas wie zwei Gebiete zu finden sein müssen, ein Gebiet von größerer Regelmäßigkeit und ein Gebiet von einer gewissen Unregelmäßigkeit. Im Menschenleben wird sich das allerdings in anderer Art ausdrücken können, verschieden von der Art, die draußen in der Natur ist; aber an die Zweiheit in der Natur von Regelmäßigkeit und Unregelmäßigkeit, Ordnung und Unordnung wird uns etwas erinnern müssen im Menschen. Und nun gedenken Sie desjenigen, was wir gestern an einem typischen Beispiel darzustellen versuchten.

[ 4 ] Nun haben wir ja öfter in den verschiedensten Zusammenhängen unserer Betrachtungen einer tiefen Wahrheit gedacht, der Wahrheit, daß der Mensch ein Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos ist, daß wir im Menschen in einer gewissen Weise wiederfinden, was wir draußen im Universum im großen finden. Wir können also erwarten, daß auch im Menschen in einer gewissen Beziehung so etwas wie zwei Gebiete zu finden sein müssen, ein Gebiet von größerer Regelmäßigkeit und ein Gebiet von einer gewissen Unregelmäßigkeit. Im Menschenleben wird sich das allerdings in anderer Art ausdrücken können, verschieden von der Art, die draußen in der Natur ist; aber an die Zweiheit in der Natur von Regelmäßigkeit und Unregelmäßigkeit, Ordnung und Unordnung wird uns etwas erinnern müssen im Menschen. Und nun gedenken Sie desjenigen, was wir gestern an einem typischen Beispiel darzustellen versuchten.

[ 5 ] Jene typische Persönlichkeit konnte gut logisch denken, wenn es eben darauf ankam, logisch zu denken, konnte rechnen, Urteile fällen, die Erscheinungen der Welt in einem gewissen Zusammenhange sehen, das Leben bis zu einem gewissen Grade regelmäßig geordnet überschauen und überdenken und danach handeln, hatte also alles das, was aus der Regelmäßigkeit des Wirkens unseres Verstandes, unserer Vernunft, unserer Empfindungsfähigkeit, unserer Willensimpulse kommt. Daneben aber hatte diese Persönlichkeit ein anderes Leben, das sich ausgeprägt hat in den beiden Werken, die ich angeführt habe, ein Leben, von dem Sie haben sehen können aus dem wenigen, das ich aus dem Inhalte der Bücher angeführt habe, wie es stürmisch verlaufen ist, wie es irregulär verlaufen ist gegenüber dem, was der gewöhnliche, regelmäßige Verstand dem Menschen darbietet. Da waren unten in der Seele Stürme, tiefe Stürme, die sich auslebten in der Weise, wie wir es gestern schildern konnten. Und wahrhaftig, so wie in den regelmäßigen Sonnen- und Mondengang, in das regelmäßige Aufkeimen, Welken und Hinsterben der Gewächse die kommenden und gehenden Gewitter- und Wetterstürme und Winde hineinspielen, so spielen hinein in den regelmäßigen Gang dessen, was sich aus dem menschlichen Kopf und dem regelmäßigen Gang des menschlichen Herzens herausentwickelt, jene Stürme, die uns wie wache Träume erscheinen müssen oder wie geniale Lichtblitze, die die Seele so durchzucken wie Gewitter und sich wie Gewitter entladen. Aber Sie werden nicht daran zweifeln, daß dasjenige, was nur in einer extremen, radikal paradoxen Art bei Otto Weininger aufgetreten ist, sich in der Anlage in jeder Menschenseele findet. Auf dem Grunde jeder Menschenseele ist das vorhanden. Es tritt bei den gewöhnlichen Menschenseelen, die nicht Veranlagung haben, sich so genial zu finden, wie Weininger sich gefunden hat, in Form von Träumen auf — aber von Träumen immer. Jeder Mensch hat Träume, und die Träume sind ja schließlich das, was aus den Tiefen des astralischen Leibes herausquillt und dadurch zur Offenbarung kommt, daß der astralische Leib sich spiegelt im Ätherleibe. In jeder menschlichen Natur ist das tagwache Bewußtsein vorhanden, das ein Mensch wie Weininger das philiströse Bewußtsein nennt, das pedantische Bewußtsein, und auch das andere Bewußtsein, in das hineinschlagen die Träume.

[ 5 ] Jene typische Persönlichkeit konnte gut logisch denken, wenn es eben darauf ankam, logisch zu denken, konnte rechnen, Urteile fällen, die Erscheinungen der Welt in einem gewissen Zusammenhange sehen, das Leben bis zu einem gewissen Grade regelmäßig geordnet überschauen und überdenken und danach handeln, hatte also alles das, was aus der Regelmäßigkeit des Wirkens unseres Verstandes, unserer Vernunft, unserer Empfindungsfähigkeit, unserer Willensimpulse kommt. Daneben aber hatte diese Persönlichkeit ein anderes Leben, das sich ausgeprägt hat in den beiden Werken, die ich angeführt habe, ein Leben, von dem Sie haben sehen können aus dem wenigen, das ich aus dem Inhalte der Bücher angeführt habe, wie es stürmisch verlaufen ist, wie es irregulär verlaufen ist gegenüber dem, was der gewöhnliche, regelmäßige Verstand dem Menschen darbietet. Da waren unten in der Seele Stürme, tiefe Stürme, die sich auslebten in der Weise, wie wir es gestern schildern konnten. Und wahrhaftig, so wie in den regelmäßigen Sonnen- und Mondengang, in das regelmäßige Aufkeimen, Welken und Hinsterben der Gewächse die kommenden und gehenden Gewitter- und Wetterstürme und Winde hineinspielen, so spielen hinein in den regelmäßigen Gang dessen, was sich aus dem menschlichen Kopf und dem regelmäßigen Gang des menschlichen Herzens herausentwickelt, jene Stürme, die uns wie wache Träume erscheinen müssen oder wie geniale Lichtblitze, die die Seele so durchzucken wie Gewitter und sich wie Gewitter entladen. Aber Sie werden nicht daran zweifeln, daß dasjenige, was nur in einer extremen, radikal paradoxen Art bei Otto Weininger aufgetreten ist, sich in der Anlage in jeder Menschenseele findet. Auf dem Grunde jeder Menschenseele ist das vorhanden. Es tritt bei den gewöhnlichen Menschenseelen, die nicht Veranlagung haben, sich so genial zu finden, wie Weininger sich gefunden hat, in Form von Träumen auf — aber von Träumen immer. Jeder Mensch hat Träume, und die Träume sind ja schließlich das, was aus den Tiefen des astralischen Leibes herausquillt und dadurch zur Offenbarung kommt, daß der astralische Leib sich spiegelt im Ätherleibe. In jeder menschlichen Natur ist das tagwache Bewußtsein vorhanden, das ein Mensch wie Weininger das philiströse Bewußtsein nennt, das pedantische Bewußtsein, und auch das andere Bewußtsein, in das hineinschlagen die Träume.

[ 6 ] Sehen Sie, diese Träume, diese ganze Traumwelt, man soll nicht von ihr sagen, sie ist nur dann vorhanden, wenn man weiß, in der Nacht, da träumt man oder man hat geträumt. Der Mensch träumt nämlich fortwährend. Wirklich träumen, was man so nennt wirklich träumen, das tritt nur dann ein, wenn man das fortwährende Träumen eine Weile beobachtet. Aber in Wirklichkeit träumt man fortwährend. Und alle, die Sie hier sitzen — neben dem, daß die Gedanken, die jetzt in diesem Vortrage ausgesprochen werden, in Ihnen leben, wie ich hoffe —, träumen Sie alle. Sie träumen alle auf dem Untergrunde Ihrer Seele. Und das Träumen, das Sie in der Nacht haben, unterscheidet sich von dem, das Sie jetzt haben, nur dadurch, daß Sie jetzt die anderen Gedanken als die bewußteren, als die stärkeren haben, und die überwiegen bei weitaus den meisten, denke ich; während, wenn das Wachbewußtsein hinabgedämpft ist und nicht wahrgenommen werden kann, zu gleicher Zeit aber der Schlaf unterbrochen wird, dann für eine Weile heraufkommen kann, was jetzt im Unterbewußtsein verträumt wird. Dadurch ist ein bewußter Traum da. Aber das Traumleben geht fortwährend vor sich.

[ 6 ] Sehen Sie, diese Träume, diese ganze Traumwelt, man soll nicht von ihr sagen, sie ist nur dann vorhanden, wenn man weiß, in der Nacht, da träumt man oder man hat geträumt. Der Mensch träumt nämlich fortwährend. Wirklich träumen, was man so nennt wirklich träumen, das tritt nur dann ein, wenn man das fortwährende Träumen eine Weile beobachtet. Aber in Wirklichkeit träumt man fortwährend. Und alle, die Sie hier sitzen — neben dem, daß die Gedanken, die jetzt in diesem Vortrage ausgesprochen werden, in Ihnen leben, wie ich hoffe —, träumen Sie alle. Sie träumen alle auf dem Untergrunde Ihrer Seele. Und das Träumen, das Sie in der Nacht haben, unterscheidet sich von dem, das Sie jetzt haben, nur dadurch, daß Sie jetzt die anderen Gedanken als die bewußteren, als die stärkeren haben, und die überwiegen bei weitaus den meisten, denke ich; während, wenn das Wachbewußtsein hinabgedämpft ist und nicht wahrgenommen werden kann, zu gleicher Zeit aber der Schlaf unterbrochen wird, dann für eine Weile heraufkommen kann, was jetzt im Unterbewußtsein verträumt wird. Dadurch ist ein bewußter Traum da. Aber das Traumleben geht fortwährend vor sich.

[ 7 ] Tatsächlich, es ist ein solcher Gegensatz in der Menschennatur vorhanden zwischen der Regelmäßigkeit des gewöhnlichen Denkens und der Unregelmäßigkeit des Traumlebens. Und wenn man diese Regelmäßigkeit des gewöhnlichen Denkens nicht hat, wenn man nicht die Dinge verstandesmäßig zu nehmen weiß und sie das eine Mal so, das andere Mal anders nimmt, nicht wie die Sonne, die jeden Morgen zu entsprechender Zeit in gleicher Weise aufgeht, so ist man geistig nicht gesund. Neben diesem gesunden Wachbewußtsein hat man in seiner Seele, auf dem Grunde seiner Seele, das andere Gebiet, ich möchte sagen, das stürmische Gebiet, das unregelmäßige Gebiet.

[ 7 ] Tatsächlich, es ist ein solcher Gegensatz in der Menschennatur vorhanden zwischen der Regelmäßigkeit des gewöhnlichen Denkens und der Unregelmäßigkeit des Traumlebens. Und wenn man diese Regelmäßigkeit des gewöhnlichen Denkens nicht hat, wenn man nicht die Dinge verstandesmäßig zu nehmen weiß und sie das eine Mal so, das andere Mal anders nimmt, nicht wie die Sonne, die jeden Morgen zu entsprechender Zeit in gleicher Weise aufgeht, so ist man geistig nicht gesund. Neben diesem gesunden Wachbewußtsein hat man in seiner Seele, auf dem Grunde seiner Seele, das andere Gebiet, ich möchte sagen, das stürmische Gebiet, das unregelmäßige Gebiet.

[ 8 ] Es ist wirklich in uns eine Nachbildung des astronomischen Ganges der Gestirne am Himmel in den Kräften, die das Wachbewußtsein zusammensetzen. Wir hätten kein Wachbewußtsein, wenn wir es nicht hätten von dem Gang der Sterne. Aber die Kräfte, die da draußen spielen — Sie können das auch aus einer Bemerkung entnehmen, die ich in dem Vortragszyklus über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» gemacht habe —, die wir in den meteorologischen Erscheinungen, in Wind und Wetter, in Gewitter und Erdbeben beobachten, die spielen unten in den Tiefen des Seelischen, im halb- und unterbewußten Leben des Menschen. Wir wiederholen wirklich auch in dieser Beziehung mikrokosmisch den Makrokosmos.

[ 8 ] Es ist wirklich in uns eine Nachbildung des astronomischen Ganges der Gestirne am Himmel in den Kräften, die das Wachbewußtsein zusammensetzen. Wir hätten kein Wachbewußtsein, wenn wir es nicht hätten von dem Gang der Sterne. Aber die Kräfte, die da draußen spielen — Sie können das auch aus einer Bemerkung entnehmen, die ich in dem Vortragszyklus über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» gemacht habe —, die wir in den meteorologischen Erscheinungen, in Wind und Wetter, in Gewitter und Erdbeben beobachten, die spielen unten in den Tiefen des Seelischen, im halb- und unterbewußten Leben des Menschen. Wir wiederholen wirklich auch in dieser Beziehung mikrokosmisch den Makrokosmos.

[ 9 ] Heute ist ein geringes Bewußtsein vorhanden von diesen Dingen, denn wir leben ja in dem Zeitalter, das die Menschheit aufgerufen hat, sich mehr und mehr auf den physischen Plan zu beschränken, materialistisch zu werden, und die geistige Begleiterscheinung des Materialismus ist die bloße Verstandes- und Vernunftbildung, die keine Spiritualität hat. Aber die Menschheit wird, wie wir oftmals hier ausgeführt haben, auch über dieses Zeitalter hinauskommen. Und vorbereiten sollte die geisteswissenschaftliche Bewegung, was wiederum als ein spiritueller Einschlag kommen soll.

[ 9 ] Heute ist ein geringes Bewußtsein vorhanden von diesen Dingen, denn wir leben ja in dem Zeitalter, das die Menschheit aufgerufen hat, sich mehr und mehr auf den physischen Plan zu beschränken, materialistisch zu werden, und die geistige Begleiterscheinung des Materialismus ist die bloße Verstandes- und Vernunftbildung, die keine Spiritualität hat. Aber die Menschheit wird, wie wir oftmals hier ausgeführt haben, auch über dieses Zeitalter hinauskommen. Und vorbereiten sollte die geisteswissenschaftliche Bewegung, was wiederum als ein spiritueller Einschlag kommen soll.

[ 10 ] Aber es war nicht immer so, daß die Menschen so gewissermaßen Geist-los gelebt haben wie jetzt, geistlos insofern, als sie wenig Bewußtsein davon haben, daß ein Zusammenhang besteht zwischen dem, was der Mensch hier auf der Erde treibt, was in allen Geschehnissen, in allen Tatsachen des Erdenseins vorgeht, und den geistigen Welten. Das spricht sich darin aus, daß heute bei den menschlichen Einrichtungen wenig Rücksicht darauf genommen wird, wie die geistigen Welten hereinspielen in die physischen Welten. Erinnern Sie sich nur, daß ich einmal dargestellt habe, wie Numa Pompilius, der zweite römische König, die Einrichtungen des physischen Planes gestalten wollte. Das wird symbolisch erzählt, aber hinter dieser symbolischen Erzählung liegt eine bedeutsame Tatsache. Er hat sich an die Nymphe Egeria gewandt, die hat ihm aus der geistigen Welt heraus gesagt, wie die Epochen zu verlaufen haben, und er hat dann die Epoche des Romulus als die erste, seine eigene als die zweite bezeichnet, und noch fünf dazu, damit es eine Siebenheit geworden ist, und innerhalb dieser Siebenheit können wir in einer merkwürdigen Weise finden, wie sich gerade diese römische Königsgeschichte mit derselben Gesetzmäßigkeit aufbaute, mit der sich die sieben Glieder unseres Organismus aufbauen. Es war in früheren Zeiten eine Tendenz vorhanden, den physischen Plan so einzurichten, daß seine Einrichtung den Anforderungen der geistigen Welt entspricht, gewissermaßen ein Abbild ist desjenigen, was in der geistigen Welt vor sich geht. Heute beachten dies die Menschen nicht.

[ 10 ] Aber es war nicht immer so, daß die Menschen so gewissermaßen Geist-los gelebt haben wie jetzt, geistlos insofern, als sie wenig Bewußtsein davon haben, daß ein Zusammenhang besteht zwischen dem, was der Mensch hier auf der Erde treibt, was in allen Geschehnissen, in allen Tatsachen des Erdenseins vorgeht, und den geistigen Welten. Das spricht sich darin aus, daß heute bei den menschlichen Einrichtungen wenig Rücksicht darauf genommen wird, wie die geistigen Welten hereinspielen in die physischen Welten. Erinnern Sie sich nur, daß ich einmal dargestellt habe, wie Numa Pompilius, der zweite römische König, die Einrichtungen des physischen Planes gestalten wollte. Das wird symbolisch erzählt, aber hinter dieser symbolischen Erzählung liegt eine bedeutsame Tatsache. Er hat sich an die Nymphe Egeria gewandt, die hat ihm aus der geistigen Welt heraus gesagt, wie die Epochen zu verlaufen haben, und er hat dann die Epoche des Romulus als die erste, seine eigene als die zweite bezeichnet, und noch fünf dazu, damit es eine Siebenheit geworden ist, und innerhalb dieser Siebenheit können wir in einer merkwürdigen Weise finden, wie sich gerade diese römische Königsgeschichte mit derselben Gesetzmäßigkeit aufbaute, mit der sich die sieben Glieder unseres Organismus aufbauen. Es war in früheren Zeiten eine Tendenz vorhanden, den physischen Plan so einzurichten, daß seine Einrichtung den Anforderungen der geistigen Welt entspricht, gewissermaßen ein Abbild ist desjenigen, was in der geistigen Welt vor sich geht. Heute beachten dies die Menschen nicht.

[ 11 ] Ich habe öfter erwähnt, wie die Menschen heute nicht einmal mehr pietätvoll jener Einrichtung gegenüber empfinden, welche die Osterzeit des Jahres, das Osterfest ist. Es denken heute schon gewisse Menschen daran, den Ostersonntag auf einen bestimmten Tag zu verlegen, nicht zu einem beweglichen Fest zu gestalten nach dem Gang der Sterne, wie es heute ist, sondern ihn vielleicht den ersten Sonntag im April sein zu lassen; denn die Kontobücher sind dadurch leichter zu führen, Geschäfte sind leichter abzuwickeln, als wenn man jedes Jahr in diesen Büchern eine andere Österzeit hat. Aber das ist nur ein krasses Beispiel für Unzähliges, was heute angeführt werden kann zum Beweise, wie wenig die Menschen heute einen Sinn dafür haben, in ihren Einrichtungen hier auf dem physischen Plan ein Abbild zu schaffen dessen, was in den geistigen Welten vorgeht und in den Sternen sich ausdrückt. Aber nicht immer war es so; sondern es gab schon Zeiten — und es sind eben die älteren Zeiten der Menschheit, in denen es noch atavistisches Hellsehen gab —, wo ein tiefes Bewußtsein davon vorhanden war, daß der Mensch hier auf der Erde so leben soll, daß sein Leben und auch das Zusammenleben der einzelnen Menschen gewisse Dinge abbildet, die sich in der geistigen Welt vollziehen und in den Sternen ausbreiten.

[ 11 ] Ich habe öfter erwähnt, wie die Menschen heute nicht einmal mehr pietätvoll jener Einrichtung gegenüber empfinden, welche die Osterzeit des Jahres, das Osterfest ist. Es denken heute schon gewisse Menschen daran, den Ostersonntag auf einen bestimmten Tag zu verlegen, nicht zu einem beweglichen Fest zu gestalten nach dem Gang der Sterne, wie es heute ist, sondern ihn vielleicht den ersten Sonntag im April sein zu lassen; denn die Kontobücher sind dadurch leichter zu führen, Geschäfte sind leichter abzuwickeln, als wenn man jedes Jahr in diesen Büchern eine andere Österzeit hat. Aber das ist nur ein krasses Beispiel für Unzähliges, was heute angeführt werden kann zum Beweise, wie wenig die Menschen heute einen Sinn dafür haben, in ihren Einrichtungen hier auf dem physischen Plan ein Abbild zu schaffen dessen, was in den geistigen Welten vorgeht und in den Sternen sich ausdrückt. Aber nicht immer war es so; sondern es gab schon Zeiten — und es sind eben die älteren Zeiten der Menschheit, in denen es noch atavistisches Hellsehen gab —, wo ein tiefes Bewußtsein davon vorhanden war, daß der Mensch hier auf der Erde so leben soll, daß sein Leben und auch das Zusammenleben der einzelnen Menschen gewisse Dinge abbildet, die sich in der geistigen Welt vollziehen und in den Sternen ausbreiten.

[ 12 ] Wir wollen ein Beispiel nehmen. Die alten Hebräer hatten als Kirchenjahr, also als dasjenige Jahr, auf das es ankam, ein Mondenjahr, 3548/s Tage. Nun, das ist etwas kürzer als das Sonnenjahr; so daß immer, wenn man Mondenjahre zählt — denn das Mondenjahr füllt das Sonnenjahr nicht aus-, gewisse Tage übrigbleiben. Nach einer bestimmten Zeit bleiben immer mehr und mehr Tage übrig. Nun wurden Ausgleiche geschaffen. Aber diese Ausgleiche zwischen Monden- und Sonnenjahr wurden im hebräischen Altertum auf eine ganz besondere Art geschaffen. Ich will diese Art nur andeuten, denn es kommt uns heute weniger darauf an, diese Sache im einzelnen kennenzulernen, als den ganzen Geist und Sinn dieser Sache einmal vor unsere Seele zu führen. Es gab unter den alten hebräischen Gebräuchen das sogenannte Jubeljahr. Nach 49 Sonnenjahren nämlich — das ist etwas mehr als 50 Mondenjahre — wurde ein Jahr eingefügt, welches ein allgemeines Versöhnungs-, Aussöhnungsjahr war. In solchem Aussöhnungsjahr wurden gewisse Dinge vergeben, die der eine dem anderen vorzuwerfen hatte. Wer Schulden gemacht hatte, dem konnten oder sollten sie erlassen werden, wer sein Eigentum verloren hatte, sollte es zurückbekommen, und ähnliches. Es war ein Jahr des Ausgleiches, ein Jahr der Versöhnung nach 7 mal 7 Sonnenjahren, nach 49 Sonnenjahren oder 50 Mondenjahren — 50 1/2 eigentlich, aber 50 kann man sagen, weil ja das Jahr eine Zeitlang dauert und man daher den Anfang nehmen kann. 50 mal 354 Tage also dauerte die Jubelperiode, die Periode, in der sich allerlei anhäufen konnte, was dann ausgesöhnt wurde. — Wenn man in Betracht zieht, daß ein Ausgleich geschaffen werden sollte zwischen dem Monden- und Sonnenjahr, und dadurch 7 mal 7 gleich 49 Sonnenjahre in 50 Mondenjahren kommt, so kann man sagen, daß dieses Jubeljahr nach der Zahl Sieben geordnet ist. Also es lag eine gewisse Anschauung von der Bedeutung der Siebenheit diesem Jubeljahr zugrunde.

[ 12 ] Wir wollen ein Beispiel nehmen. Die alten Hebräer hatten als Kirchenjahr, also als dasjenige Jahr, auf das es ankam, ein Mondenjahr, 3548/s Tage. Nun, das ist etwas kürzer als das Sonnenjahr; so daß immer, wenn man Mondenjahre zählt — denn das Mondenjahr füllt das Sonnenjahr nicht aus-, gewisse Tage übrigbleiben. Nach einer bestimmten Zeit bleiben immer mehr und mehr Tage übrig. Nun wurden Ausgleiche geschaffen. Aber diese Ausgleiche zwischen Monden- und Sonnenjahr wurden im hebräischen Altertum auf eine ganz besondere Art geschaffen. Ich will diese Art nur andeuten, denn es kommt uns heute weniger darauf an, diese Sache im einzelnen kennenzulernen, als den ganzen Geist und Sinn dieser Sache einmal vor unsere Seele zu führen. Es gab unter den alten hebräischen Gebräuchen das sogenannte Jubeljahr. Nach 49 Sonnenjahren nämlich — das ist etwas mehr als 50 Mondenjahre — wurde ein Jahr eingefügt, welches ein allgemeines Versöhnungs-, Aussöhnungsjahr war. In solchem Aussöhnungsjahr wurden gewisse Dinge vergeben, die der eine dem anderen vorzuwerfen hatte. Wer Schulden gemacht hatte, dem konnten oder sollten sie erlassen werden, wer sein Eigentum verloren hatte, sollte es zurückbekommen, und ähnliches. Es war ein Jahr des Ausgleiches, ein Jahr der Versöhnung nach 7 mal 7 Sonnenjahren, nach 49 Sonnenjahren oder 50 Mondenjahren — 50 1/2 eigentlich, aber 50 kann man sagen, weil ja das Jahr eine Zeitlang dauert und man daher den Anfang nehmen kann. 50 mal 354 Tage also dauerte die Jubelperiode, die Periode, in der sich allerlei anhäufen konnte, was dann ausgesöhnt wurde. — Wenn man in Betracht zieht, daß ein Ausgleich geschaffen werden sollte zwischen dem Monden- und Sonnenjahr, und dadurch 7 mal 7 gleich 49 Sonnenjahre in 50 Mondenjahren kommt, so kann man sagen, daß dieses Jubeljahr nach der Zahl Sieben geordnet ist. Also es lag eine gewisse Anschauung von der Bedeutung der Siebenheit diesem Jubeljahr zugrunde.

[ 13 ] Wir wollen aber, um uns den ganzen Geist der Sache vor die Seele zu führen, auf folgendes heute besonders sehen. Wir wollen darauf sehen, daß man also im hebräischen Altertum so lebte, daß man sich sagte: Man erlebt Tage, einen Tag nach dem anderen, man erlebt 354 Tage, dann beginnt ein neues Jahr. Und man erlebt diese Jahre 49- beziehungsweise 50mal hintereinander, dann beginnt ein besonderes Festesjahr für die Menschheit. Und nun, denken Sie, verlief alles das, was der Mensch durchlebte, so, daß fortwährend diese Nebenempfindung da war, man wußte: 7, 8,9 Jahre ist es her, seitdem ein Jubeljahr war, und soundso lange hat man zu warten, bis wieder ein Jubeljahr ist. Aber das ist nicht willkürlich gemacht, sondern das ist so eingerichtet, daß da eine okkulte Einteilung nach Zahlen zugrunde liegt.

[ 13 ] Wir wollen aber, um uns den ganzen Geist der Sache vor die Seele zu führen, auf folgendes heute besonders sehen. Wir wollen darauf sehen, daß man also im hebräischen Altertum so lebte, daß man sich sagte: Man erlebt Tage, einen Tag nach dem anderen, man erlebt 354 Tage, dann beginnt ein neues Jahr. Und man erlebt diese Jahre 49- beziehungsweise 50mal hintereinander, dann beginnt ein besonderes Festesjahr für die Menschheit. Und nun, denken Sie, verlief alles das, was der Mensch durchlebte, so, daß fortwährend diese Nebenempfindung da war, man wußte: 7, 8,9 Jahre ist es her, seitdem ein Jubeljahr war, und soundso lange hat man zu warten, bis wieder ein Jubeljahr ist. Aber das ist nicht willkürlich gemacht, sondern das ist so eingerichtet, daß da eine okkulte Einteilung nach Zahlen zugrunde liegt.

[ 14 ] Sie werden keinen Zweifel darein setzen, daß die, sagen wir, im 24. Jahre nach einem Jubeljahr Lebenden, 24 zurückrechneten zum vorhergehenden Jubeljahr, 26 weiter rechneten zum nächsten Jubeljahr, und sich so drinnenstehend fühlten in der Zeit zwischen dem vorhergehenden und dem nachfolgenden Jubeljahr. Das ist ein gewisses Sichhineinstellen in die Zeit, das heißt hier auf der Erde beschäftigt die menschlichen Seelen etwas, was sie in eine gewisse Zahlenordnung hineinstellt, und sie fühlten immer mit dieser Zahlenordnung; diese Zahlenordnung geht gleichsam als eine fortdauernde Strömung durch die Seelen. Durch Jahrtausende hindurch haben sich die Seelen gewöhnt, dies zu fühlen, gewissermaßen zu leben mit dem, was ich jetzt eben charakterisiert habe. Ja, das prägt sich dem Leben ein, was man immer wieder und wiederum in Wiederholungen erlebt, das gehört dann zum Leben dazu, das formt, das figuriert die Seelen, so daß, wenn man der alten hebräischen Seele nachgeforscht hat, man gefunden hat: In ihr war ein Bewußtsein von einer solchen Formung, von einer solchen Konfiguration, von einem solchen Drinnenleben in der Zeit von Jubeljahr zu Jubeljahr. Jeder Tag stellt sich dadurch in einer gewissen Weise in die Zeitordnung hinein. Die Seele gewöhnt sich in eine Ordnung hinein, die bedingt ist auf der einen Seite von 354 und auf der anderen Seite von 49 (7 mal 7) beziehungsweise 50, das trägt sie jetzt mit sich herum.

[ 14 ] Sie werden keinen Zweifel darein setzen, daß die, sagen wir, im 24. Jahre nach einem Jubeljahr Lebenden, 24 zurückrechneten zum vorhergehenden Jubeljahr, 26 weiter rechneten zum nächsten Jubeljahr, und sich so drinnenstehend fühlten in der Zeit zwischen dem vorhergehenden und dem nachfolgenden Jubeljahr. Das ist ein gewisses Sichhineinstellen in die Zeit, das heißt hier auf der Erde beschäftigt die menschlichen Seelen etwas, was sie in eine gewisse Zahlenordnung hineinstellt, und sie fühlten immer mit dieser Zahlenordnung; diese Zahlenordnung geht gleichsam als eine fortdauernde Strömung durch die Seelen. Durch Jahrtausende hindurch haben sich die Seelen gewöhnt, dies zu fühlen, gewissermaßen zu leben mit dem, was ich jetzt eben charakterisiert habe. Ja, das prägt sich dem Leben ein, was man immer wieder und wiederum in Wiederholungen erlebt, das gehört dann zum Leben dazu, das formt, das figuriert die Seelen, so daß, wenn man der alten hebräischen Seele nachgeforscht hat, man gefunden hat: In ihr war ein Bewußtsein von einer solchen Formung, von einer solchen Konfiguration, von einem solchen Drinnenleben in der Zeit von Jubeljahr zu Jubeljahr. Jeder Tag stellt sich dadurch in einer gewissen Weise in die Zeitordnung hinein. Die Seele gewöhnt sich in eine Ordnung hinein, die bedingt ist auf der einen Seite von 354 und auf der anderen Seite von 49 (7 mal 7) beziehungsweise 50, das trägt sie jetzt mit sich herum.

[ 15 ] Man kann das damit vergleichen, daß man in der Jugend als Kind rechnen lernt und dann das Rechnen später anwenden kann; man hat es dann. Es bildet eine gewisse Konfiguration der Seele. Das wollen wir uns merken und jetzt etwas anderes betrachten.

[ 15 ] Man kann das damit vergleichen, daß man in der Jugend als Kind rechnen lernt und dann das Rechnen später anwenden kann; man hat es dann. Es bildet eine gewisse Konfiguration der Seele. Das wollen wir uns merken und jetzt etwas anderes betrachten.

[ 16 ] Der Planet Merkur hat, wenn man nach der heutigen Astronomie rechnet, einen Umlauf um die Sonne, der weit schneller ist als der Umlauf der Erde, so daß, wenn wir den Umlauf des Merkur nehmen, wir ein solches Bild bekommen: Die Erde geht langsam um die Sonne und der Merkur geht schnell. Nun fassen Sie einmal einen Merkurumlauf ins Auge, den wollen wir 354 mal nehmen; wir könnten ihn sogar 354 3/8 mal nehmen; und dann wiederum nehmen wir ihn 49- beziehungsweise 50 mal. Bilden Sie sich also einfach diese Zahlen. Sie denken einmal einen Merkurumlauf wie eine Art Himmelstag, dann wären 354 solcher Merkurumläufe wie eine Art Monden-Himmelsjahr auf dem Merkurplaneten, und das nehmen Sie 49- beziehungsweise 50 mal. Dann würde das ein Himmels-Jubeljahr sein. Ein HimmelsJubeljahr, das ist natürlich viel länger als ein Erden-Jubeljahr, aber es ist eben auch nach dem Merkur berechnet.

[ 16 ] Der Planet Merkur hat, wenn man nach der heutigen Astronomie rechnet, einen Umlauf um die Sonne, der weit schneller ist als der Umlauf der Erde, so daß, wenn wir den Umlauf des Merkur nehmen, wir ein solches Bild bekommen: Die Erde geht langsam um die Sonne und der Merkur geht schnell. Nun fassen Sie einmal einen Merkurumlauf ins Auge, den wollen wir 354 mal nehmen; wir könnten ihn sogar 354 3/8 mal nehmen; und dann wiederum nehmen wir ihn 49- beziehungsweise 50 mal. Bilden Sie sich also einfach diese Zahlen. Sie denken einmal einen Merkurumlauf wie eine Art Himmelstag, dann wären 354 solcher Merkurumläufe wie eine Art Monden-Himmelsjahr auf dem Merkurplaneten, und das nehmen Sie 49- beziehungsweise 50 mal. Dann würde das ein Himmels-Jubeljahr sein. Ein HimmelsJubeljahr, das ist natürlich viel länger als ein Erden-Jubeljahr, aber es ist eben auch nach dem Merkur berechnet.

[ 17 ] Wir rechnen also in bezug auf den Merkur jetzt einmal geradeso, wie die alten Hebräer ihr Jubeljahr nach den Monden- beziehungsweise nach den Erdentagen gerechnet haben. Sie haben einen Erdentag nach dem anderen erlebt, 354 3/8 mal. Das war ein Jahr. Das, 7 mal 7 genommen (49 beziehungsweise 50), gibt ein Jubeljahr für die alten Hebräer. Dem entspricht ein Umlauf des Merkur 354 3/8 mal, und das 50- beziehungsweise 49 mal. Das ist natürlich ein ganz anderer Zeitraum, aber es liegen da doch die gleichen Zahlen zugrunde, nur daß die Zeiteinheit eine ganz andere ist als ein Erdenjahr.

[ 17 ] Wir rechnen also in bezug auf den Merkur jetzt einmal geradeso, wie die alten Hebräer ihr Jubeljahr nach den Monden- beziehungsweise nach den Erdentagen gerechnet haben. Sie haben einen Erdentag nach dem anderen erlebt, 354 3/8 mal. Das war ein Jahr. Das, 7 mal 7 genommen (49 beziehungsweise 50), gibt ein Jubeljahr für die alten Hebräer. Dem entspricht ein Umlauf des Merkur 354 3/8 mal, und das 50- beziehungsweise 49 mal. Das ist natürlich ein ganz anderer Zeitraum, aber es liegen da doch die gleichen Zahlen zugrunde, nur daß die Zeiteinheit eine ganz andere ist als ein Erdenjahr.

[ 18 ] Jetzt finden wir noch eine andere Zahl. Wir nehmen den Jupiter. Der Jupiter geht viel langsamer, geht sehr langsam. Zwölf Jahre braucht er, um einmal um die Sonne herumzugehen. Der Merkur geht viel schneller als die Erde, der Jupiter viel langsamer. Nun nehmen wir den Jupiter und betrachten jetzt einen solchen Jupitertag. Eigentlich ist es ein Jupiterjahr, aber wir betrachten das, weil es am Himmel ist und dort alle Maße groß genommen werden können, als einen Tag. So wie unseren Erdentag, so betrachten wir solch eine lange Periode, in der der Jupiter um die Sonne herumgeht, als einen Tag. Dann härten wir, wenn wir diese Periode 354 3/8 mal nehmen würden, ein großes Jupiterjahr, so wie man das Mondenjahr bildet, ein großes Jupiterjahr. Wir nehmen es jetzt nicht 7 mal 7 Male, sondern nur einmal, weil der Jupiter so lange braucht. Das wäre ein großes Jupiterjahr. Bei dem Merkur haben wir uns ausgerechnet ein Jubeljahr; beim Jupiter rechnen wir uns nur überhaupt ein Jahr aus nach derselben Methode.

[ 18 ] Jetzt finden wir noch eine andere Zahl. Wir nehmen den Jupiter. Der Jupiter geht viel langsamer, geht sehr langsam. Zwölf Jahre braucht er, um einmal um die Sonne herumzugehen. Der Merkur geht viel schneller als die Erde, der Jupiter viel langsamer. Nun nehmen wir den Jupiter und betrachten jetzt einen solchen Jupitertag. Eigentlich ist es ein Jupiterjahr, aber wir betrachten das, weil es am Himmel ist und dort alle Maße groß genommen werden können, als einen Tag. So wie unseren Erdentag, so betrachten wir solch eine lange Periode, in der der Jupiter um die Sonne herumgeht, als einen Tag. Dann härten wir, wenn wir diese Periode 354 3/8 mal nehmen würden, ein großes Jupiterjahr, so wie man das Mondenjahr bildet, ein großes Jupiterjahr. Wir nehmen es jetzt nicht 7 mal 7 Male, sondern nur einmal, weil der Jupiter so lange braucht. Das wäre ein großes Jupiterjahr. Bei dem Merkur haben wir uns ausgerechnet ein Jubeljahr; beim Jupiter rechnen wir uns nur überhaupt ein Jahr aus nach derselben Methode.

[ 19 ] Dann betrachten wir noch einen anderen Planeten, der den alten Hebräern ja noch nicht bekannt war; aber es war ihnen dafür die Sphäre bekannt, und sie haben gedacht, daß das die Kristallsphäre draußen ist, das Himmelsgewölbe selber. Er ist ja viel später gefunden worden, man kann aber trotzdem vom Uranus sprechen. Nur dachten die alten Hebräer, es wäre die Sphäre da, wo später dann der Uranus hingesetzt worden ist. Und vom Uranus — der geht nun sehr langsam — nehmen wir 49 beziehungsweise 50 Umläufe. Und jetzt vergleichen wir alles das mit Erdenjahren.

[ 19 ] Dann betrachten wir noch einen anderen Planeten, der den alten Hebräern ja noch nicht bekannt war; aber es war ihnen dafür die Sphäre bekannt, und sie haben gedacht, daß das die Kristallsphäre draußen ist, das Himmelsgewölbe selber. Er ist ja viel später gefunden worden, man kann aber trotzdem vom Uranus sprechen. Nur dachten die alten Hebräer, es wäre die Sphäre da, wo später dann der Uranus hingesetzt worden ist. Und vom Uranus — der geht nun sehr langsam — nehmen wir 49 beziehungsweise 50 Umläufe. Und jetzt vergleichen wir alles das mit Erdenjahren.

[ 20 ] Nicht wahr, man kann sagen, das würde eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren sein. Also wenn der Merkur 354 3/8 mal 50 mal um die Sonne herumgeht, so würde das eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren ergeben. Der Umlauf des Jupiter 354 3/8 mal würde wieder eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren ergeben: ein großes Jupiterjahr. Und 49 (50) Umläufe des Uranus werden wiederum eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren ergeben.

[ 20 ] Nicht wahr, man kann sagen, das würde eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren sein. Also wenn der Merkur 354 3/8 mal 50 mal um die Sonne herumgeht, so würde das eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren ergeben. Der Umlauf des Jupiter 354 3/8 mal würde wieder eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren ergeben: ein großes Jupiterjahr. Und 49 (50) Umläufe des Uranus werden wiederum eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren ergeben.

[ 21 ] Das Merkwürdige ist, daß das immer dieselben Erdenjahre gibt. Man bekommt eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren dadurch, daß man die 50 beziehungsweise 49 Umläufe des Uranus nimmt. Die gleiche Anzahl von Erdenjahren bekommt man dadurch, daß man 354 3/8 Umdrehungen des Jupiter nimmt, und daß man 50 mal 354 3/8 Umdrehungen des Merkur nimmt: Immer eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren. Beim Uranus 50 mal; beim Jupiter 354 3/8 mal; beim Merkur 50 mal 354 3/8 mal — eine Art Merkur-Jubeljahr im Kosmos drauBen, sagte ich schon. Alle drei geben dieselbe Zahl.

[ 21 ] Das Merkwürdige ist, daß das immer dieselben Erdenjahre gibt. Man bekommt eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren dadurch, daß man die 50 beziehungsweise 49 Umläufe des Uranus nimmt. Die gleiche Anzahl von Erdenjahren bekommt man dadurch, daß man 354 3/8 Umdrehungen des Jupiter nimmt, und daß man 50 mal 354 3/8 Umdrehungen des Merkur nimmt: Immer eine bestimmte Anzahl von Erdenjahren. Beim Uranus 50 mal; beim Jupiter 354 3/8 mal; beim Merkur 50 mal 354 3/8 mal — eine Art Merkur-Jubeljahr im Kosmos drauBen, sagte ich schon. Alle drei geben dieselbe Zahl.

[ 22 ] Und was hat der alte Hebräer bei dieser Zahl empfunden? Diese Zahl war — natürlich, es kommen da immer gewisse Unregelmäßigkeiten hinein, die ihre gute Bedeutung haben, die wir heute übersehen können — die Zahl 4182. Alle drei Zahlen sind 4182. Man kann immer sagen ungefähr, aber man kann ganz genau darauf gehen, weil die Unregelmäßigkeiten sich wiederum durch andere ausgleichende Bewegungen erklären, 4182 Erdenjahre! Was konnte also der alte Hebräer sagen? Er konnte sagen: Hier auf dieser Erde erlebst du in deiner Seele den Erdentag 354 mal 50 mal; dann ist ein Jubeljahr, ein großes Versöhnungsjahr. Aber draußen in der Weltengedankenbildung geht etwas vor sich. Wenn irgendein Weltenwesen den Merkurumlauf als einen Tag rechnet und dann weiter geradeso empfindet im Makrokosmos draußen, wie du hier mit deiner Seele gegenüber dem Jubeljahre, so würde dieses Wesen draußen im Makrokosmos so empfinden, daß es sagte: Ein Merkurumlauf wie ein Tag, das 354 3/8 mal und 49beziehungsweise 50mal gleich ein Jubeljahr, bloß auf den Merkur berechnet; gleichzeitig ein Jahr vom Jupiter aus gerechnet, und 50mal Umlauf des Himmelsgewölbes, also die gleiche Zahl, die den beiden anderen zugrunde liegt.

[ 22 ] Und was hat der alte Hebräer bei dieser Zahl empfunden? Diese Zahl war — natürlich, es kommen da immer gewisse Unregelmäßigkeiten hinein, die ihre gute Bedeutung haben, die wir heute übersehen können — die Zahl 4182. Alle drei Zahlen sind 4182. Man kann immer sagen ungefähr, aber man kann ganz genau darauf gehen, weil die Unregelmäßigkeiten sich wiederum durch andere ausgleichende Bewegungen erklären, 4182 Erdenjahre! Was konnte also der alte Hebräer sagen? Er konnte sagen: Hier auf dieser Erde erlebst du in deiner Seele den Erdentag 354 mal 50 mal; dann ist ein Jubeljahr, ein großes Versöhnungsjahr. Aber draußen in der Weltengedankenbildung geht etwas vor sich. Wenn irgendein Weltenwesen den Merkurumlauf als einen Tag rechnet und dann weiter geradeso empfindet im Makrokosmos draußen, wie du hier mit deiner Seele gegenüber dem Jubeljahre, so würde dieses Wesen draußen im Makrokosmos so empfinden, daß es sagte: Ein Merkurumlauf wie ein Tag, das 354 3/8 mal und 49beziehungsweise 50mal gleich ein Jubeljahr, bloß auf den Merkur berechnet; gleichzeitig ein Jahr vom Jupiter aus gerechnet, und 50mal Umlauf des Himmelsgewölbes, also die gleiche Zahl, die den beiden anderen zugrunde liegt.

[ 23 ] Nun rechnete das hebräische Altertum den Erdenanfang mit Grund so — wenn wir auch heute ein anderes Ereignis dorthin setzen, wo das alte hebräische Altertum den Erdenanfang rechnete, wir setzen auch ein Ereignis — daß, wenn es von dem Erdenanfang 4182 Jahre weiterrechnete, dann das große Weltenversöhnungsjahr kam, da der Christus im Fleische erschien. Das heißt, das hebräische Altertum stimmte sich die Zeitenordnung so ab, daß es von dem von ihm angenommenen Beginne der Erdenentwickelung bis zu dem Erscheinen des Christus im Fleische rechnete ein großes Merkur-Jubeljahr, ein Jupiterjahr, und 50 Umläufe der äußersten Sphäre, was wir heute die Uranusbahn nennen.

[ 23 ] Nun rechnete das hebräische Altertum den Erdenanfang mit Grund so — wenn wir auch heute ein anderes Ereignis dorthin setzen, wo das alte hebräische Altertum den Erdenanfang rechnete, wir setzen auch ein Ereignis — daß, wenn es von dem Erdenanfang 4182 Jahre weiterrechnete, dann das große Weltenversöhnungsjahr kam, da der Christus im Fleische erschien. Das heißt, das hebräische Altertum stimmte sich die Zeitenordnung so ab, daß es von dem von ihm angenommenen Beginne der Erdenentwickelung bis zu dem Erscheinen des Christus im Fleische rechnete ein großes Merkur-Jubeljahr, ein Jupiterjahr, und 50 Umläufe der äußersten Sphäre, was wir heute die Uranusbahn nennen.

[ 24 ] Da haben Sie dieses wunderbare Beispiel, daß sich vorbereiten sollte die Menschenseele auf das große Welten-Jubeljahr dadurch, daß sie in ihren sozialen Einrichtungen hier auf der Erde nach 354 3/8 und 7 mal 7 beziehungsweise 50 darauf abgestimmt war, die Ordnung draußen im Kosmos mitzuerleben, das heißt die Formen dafür in der Seele zu figurieren. Es ist etwas Ungeheures, ein ungeheuer tiefer Zusammenhang.

[ 24 ] Da haben Sie dieses wunderbare Beispiel, daß sich vorbereiten sollte die Menschenseele auf das große Welten-Jubeljahr dadurch, daß sie in ihren sozialen Einrichtungen hier auf der Erde nach 354 3/8 und 7 mal 7 beziehungsweise 50 darauf abgestimmt war, die Ordnung draußen im Kosmos mitzuerleben, das heißt die Formen dafür in der Seele zu figurieren. Es ist etwas Ungeheures, ein ungeheuer tiefer Zusammenhang.

[ 25 ] Und wenn nun diejenigen, die aus dem Judentum herausgewachsen sind, in ihren Gedanken verfolgt werden sollen, so kann man sagen: diese Menschen haben vorausgesetzt, daß der Christus aus den Sonnenhöhen zur Erde herabkommen wird nach dem Gedanken, den unendlich erhabene Wesen im Kosmos draußen denken, und der angezeigt, interpretiert wird durch die Bewegungen der Sternenregelmäßigkeirt. Da draußen wird gedacht nach 354 3/8, nach 7 mal 7. Und so wird es angeordnet, daß, wer zum Beispiel nach der Uhr des Merkur geht, abzuzählen hat einen Merkurjahresumlauf als einen Tag, und dann ein Jubeljahr zu zählen hat vom Weltenanfang bis zum Mysterium von Golgatha. Wie der Mensch jetzt nach seinen Erdentagen denkt, so denken die Weltenwesen von dem Moment, wo das Judentum die Welt erstehen läßt bis zur Erscheinung des Mysteriums von Golgatha, nach kosmischen Maßen. Und hier wurde durch die soziale Ordnung die Seele zubereitet, diesen großen Gedanken, der da ausgeschwebt ist, im Werdegang zu denken, sich dafür zu formen. Diejenigen, die in der Zeit der Entstehung des Christentums das Mysterium von Golgatha in bezug auf seine Hereinstellung in die Zeit zu verstehen hatten, die waren durchgegangen durch diese Vorbereitung, die hatten ihre Seele so geformt. Daher konnten sie wissen: das Mysterium von Golgatha wird kommen. Die konnten dann die Evangelien verfassen; denn ein Verständnis für das, was zugrunde liegt dem Herabkommen des kosmischen Sonnengeistes auf die Erde, ein solches Verständnis setzt voraus, daß man die Seele dazu vorbereitet hat.

[ 25 ] Und wenn nun diejenigen, die aus dem Judentum herausgewachsen sind, in ihren Gedanken verfolgt werden sollen, so kann man sagen: diese Menschen haben vorausgesetzt, daß der Christus aus den Sonnenhöhen zur Erde herabkommen wird nach dem Gedanken, den unendlich erhabene Wesen im Kosmos draußen denken, und der angezeigt, interpretiert wird durch die Bewegungen der Sternenregelmäßigkeirt. Da draußen wird gedacht nach 354 3/8, nach 7 mal 7. Und so wird es angeordnet, daß, wer zum Beispiel nach der Uhr des Merkur geht, abzuzählen hat einen Merkurjahresumlauf als einen Tag, und dann ein Jubeljahr zu zählen hat vom Weltenanfang bis zum Mysterium von Golgatha. Wie der Mensch jetzt nach seinen Erdentagen denkt, so denken die Weltenwesen von dem Moment, wo das Judentum die Welt erstehen läßt bis zur Erscheinung des Mysteriums von Golgatha, nach kosmischen Maßen. Und hier wurde durch die soziale Ordnung die Seele zubereitet, diesen großen Gedanken, der da ausgeschwebt ist, im Werdegang zu denken, sich dafür zu formen. Diejenigen, die in der Zeit der Entstehung des Christentums das Mysterium von Golgatha in bezug auf seine Hereinstellung in die Zeit zu verstehen hatten, die waren durchgegangen durch diese Vorbereitung, die hatten ihre Seele so geformt. Daher konnten sie wissen: das Mysterium von Golgatha wird kommen. Die konnten dann die Evangelien verfassen; denn ein Verständnis für das, was zugrunde liegt dem Herabkommen des kosmischen Sonnengeistes auf die Erde, ein solches Verständnis setzt voraus, daß man die Seele dazu vorbereitet hat.

[ 26 ] Hier sehen Sie ein wunderbares Beispiel, wie die Menschenseele durch soziales Zusammenleben, das geistig geregelt wird von den Initiierten, vorbereitet wird, ein gewisses Ereignis zu verstehen und überhaupt aufzufassen. Was spricht sich darinnen aus? Nun, ein tiefes Bewußtsein davon, daß dasjenige, was wir auch in bezug auf das menschliche Zusammenleben ausdenken sollen in unserem Wachbewußtsein, einen gewissen Zusammenhang haben soll mit der Sternenwelt. Man kann das Mysterium von Golgatha nicht begreifen, man kann es nicht hereinkriegen in das Begreifen mit der Vernunft, wenn man nicht durchschaut den Zusammenhang der Vernunft selber mit dem Gang der Gedanken, die sich in dem Umlauf der Sterne nach Zahlenverhältnissen ausdrücken. Alles, was so zusammenhängt mit unserem Wachbewußtsein, hängt entweder bewußt oder unbewußt bewußt wie in diesem Falle, geregelt durch die Initiierten — mit dem regelmäßigen Sternengange zusammen. Und aus dem Schoße unserer Seele steigt dasjenige herauf, was sich auf diese Weise, wie ich es geschildert habe, in den Träumen ankündigt, oder in solch genialen Blitzen, wie sie bei Weininger sind, was zuweilen nicht diesem Sternengange entspricht, was sich, wie bei Weininger, erst in den nächsten Inkarnationen, wie ich gestern auseinandergesetzt habe, entwickeln wird.

[ 26 ] Hier sehen Sie ein wunderbares Beispiel, wie die Menschenseele durch soziales Zusammenleben, das geistig geregelt wird von den Initiierten, vorbereitet wird, ein gewisses Ereignis zu verstehen und überhaupt aufzufassen. Was spricht sich darinnen aus? Nun, ein tiefes Bewußtsein davon, daß dasjenige, was wir auch in bezug auf das menschliche Zusammenleben ausdenken sollen in unserem Wachbewußtsein, einen gewissen Zusammenhang haben soll mit der Sternenwelt. Man kann das Mysterium von Golgatha nicht begreifen, man kann es nicht hereinkriegen in das Begreifen mit der Vernunft, wenn man nicht durchschaut den Zusammenhang der Vernunft selber mit dem Gang der Gedanken, die sich in dem Umlauf der Sterne nach Zahlenverhältnissen ausdrücken. Alles, was so zusammenhängt mit unserem Wachbewußtsein, hängt entweder bewußt oder unbewußt bewußt wie in diesem Falle, geregelt durch die Initiierten — mit dem regelmäßigen Sternengange zusammen. Und aus dem Schoße unserer Seele steigt dasjenige herauf, was sich auf diese Weise, wie ich es geschildert habe, in den Träumen ankündigt, oder in solch genialen Blitzen, wie sie bei Weininger sind, was zuweilen nicht diesem Sternengange entspricht, was sich, wie bei Weininger, erst in den nächsten Inkarnationen, wie ich gestern auseinandergesetzt habe, entwickeln wird.

[ 27 ] Womit hängt denn dies zusammen, dieses andere? Während also entweder unbewußt oder sogar bewußt unser Kopf denkt, unser Herz fühlt, kurz, alles das, was dem Wachbewußtsein angehört, dem Sternengang entsprechend ist, entspricht dasjenige, was in unserem mehr traumartigen oder Phantasiebewußtsein oder auch oftmals genialischen Bewußtsein ist, mehr den Elementarwelten der Erdengeschehnisse, von denen auch Gewitter, Sturm, Hagel, Erdbeben und dergleichen abhängen. Und tief sehen wir hinein in das Naturdasein, das für uns dadurch das werden kann, was einigermaßen initiierteMenschen schon immer gesagt haben: Was ist denn die Natur, insofern sie nicht geregelt ist von dem regelmäßigen Gang der Sonne, des Mondes und dergleichen, insoferne sie also nicht in geregelter, regelmäßiger Ordnung verläuft? Was ist die Natur, insofern es Hagel, Regen, Sturm, Gewitter, Erdbeben, Vulkanausbrüche gibt? — Diese Initiierten haben immer gesagt: Diese Natur mit ihren Erscheinungen ist eine Somnambule!

[ 27 ] Womit hängt denn dies zusammen, dieses andere? Während also entweder unbewußt oder sogar bewußt unser Kopf denkt, unser Herz fühlt, kurz, alles das, was dem Wachbewußtsein angehört, dem Sternengang entsprechend ist, entspricht dasjenige, was in unserem mehr traumartigen oder Phantasiebewußtsein oder auch oftmals genialischen Bewußtsein ist, mehr den Elementarwelten der Erdengeschehnisse, von denen auch Gewitter, Sturm, Hagel, Erdbeben und dergleichen abhängen. Und tief sehen wir hinein in das Naturdasein, das für uns dadurch das werden kann, was einigermaßen initiierteMenschen schon immer gesagt haben: Was ist denn die Natur, insofern sie nicht geregelt ist von dem regelmäßigen Gang der Sonne, des Mondes und dergleichen, insoferne sie also nicht in geregelter, regelmäßiger Ordnung verläuft? Was ist die Natur, insofern es Hagel, Regen, Sturm, Gewitter, Erdbeben, Vulkanausbrüche gibt? — Diese Initiierten haben immer gesagt: Diese Natur mit ihren Erscheinungen ist eine Somnambule!

[ 28 ] Und jetzt blicken wir hin zu dem Gang der Sterne, der uns in den regelmäßigen Zahlenverhältnissen auch in okkultistischer Beziehung entgegentritt: da haben wir dasMakrokosmische unseres Wachbewußtseins. Und dann blicken wir hinein in unser Traumbewußtsein, auf das, was mehr oder weniger durch dieses Traumbewußtsein sich ausspricht, und wir haben dasjenige, was sich draußen in den unregelmäßigen Erscheinungen unserer Erde vollzieht wie ein Spiegelbild. Wir schauen hinauf zum Himmel und seiner Sternenweite und haben da draußen das Makrokosmische für unser Wachbewußtsein. Wir blicken hinunter auf die Erde mit ihren Erscheinungen und wir haben ein Bild, wie wenn die Natur als Somnambule, als somnambule Träumerin draußen spiegelte dasjenige, was in dem tiefen Schoße unserer Seele vor sich geht. Unser wacher Geist denkt nach der Astronomie. Unser träumendes, phantasieerfülltes, oftmals somnambules Seelenleben lebt und webt nach dem großen somnambulen Bewußtsein der Erdennatur. Das ist eine tiefe Wahrheit.

[ 28 ] Und jetzt blicken wir hin zu dem Gang der Sterne, der uns in den regelmäßigen Zahlenverhältnissen auch in okkultistischer Beziehung entgegentritt: da haben wir dasMakrokosmische unseres Wachbewußtseins. Und dann blicken wir hinein in unser Traumbewußtsein, auf das, was mehr oder weniger durch dieses Traumbewußtsein sich ausspricht, und wir haben dasjenige, was sich draußen in den unregelmäßigen Erscheinungen unserer Erde vollzieht wie ein Spiegelbild. Wir schauen hinauf zum Himmel und seiner Sternenweite und haben da draußen das Makrokosmische für unser Wachbewußtsein. Wir blicken hinunter auf die Erde mit ihren Erscheinungen und wir haben ein Bild, wie wenn die Natur als Somnambule, als somnambule Träumerin draußen spiegelte dasjenige, was in dem tiefen Schoße unserer Seele vor sich geht. Unser wacher Geist denkt nach der Astronomie. Unser träumendes, phantasieerfülltes, oftmals somnambules Seelenleben lebt und webt nach dem großen somnambulen Bewußtsein der Erdennatur. Das ist eine tiefe Wahrheit.

[ 29 ] Denken Sie bis morgen einmal darüber nach, inwiefern Sie Astronomie in Ihrem Wachbewußtsein waltend haben und Meteorologie in Ihrem Unterbewußtsein. Gestern haben wir an Otto Weininger ein Beispiel gehabt des Zusammenwirkens von Astronomie im Menschen, die aber gleichsam abgedämpft war durch die Meteorologie. Davon wollen wir dann morgen sprechen.

[ 29 ] Denken Sie bis morgen einmal darüber nach, inwiefern Sie Astronomie in Ihrem Wachbewußtsein waltend haben und Meteorologie in Ihrem Unterbewußtsein. Gestern haben wir an Otto Weininger ein Beispiel gehabt des Zusammenwirkens von Astronomie im Menschen, die aber gleichsam abgedämpft war durch die Meteorologie. Davon wollen wir dann morgen sprechen.