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The Riddle of Man
The Spiritual Background of Human History
GA 170

5 August 1916, Dornach

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Wenn wir die Art, wie heute der Mensch über Seelisches und Leibliches spricht, vergleichen mit der Art, sagen wir nur, wie in Griechenland darüber gesprochen worden ist — wir brauchen gar nicht weiter zurückzugehen —, so finden wir, daß in Griechenland der Beziehung zwischen dem Seelischen und dem Leiblichen weit mehr noch Rechnung getragen ist als in unserer Zeit, wobei es außerordentlich wichtig ist, sich klarzumachen, daß innerhalb der griechischen Weltanschauung von einem materialistischen Ausdeuten des Zusammenhanges zwischen Seelischem und Leiblichem nicht die Rede sein konnte. Wenn heute jemand davon spricht, daß diese oder jene Stirnwindung Sprachzentrum ist, so deutet er sich die Sachlage recht materialistisch. Zumeist denkt er überhaupt, daß an der betreffenden Stelle des Gehirns der Sprachlaut mehr oder weniger erzeugt wird, rein mechanisch. Oder wenigstens denkt er, auch wenn er nicht direkt Materialist ist, sich doch den Zusammenhang so, daß derjenige, der den wahren Zusammenhang kennt, die Aussage als mehr oder weniger materialistisch auffassen muß. Der Grieche hat viel weitergehend von der innigen Beziehung zwischen dem Seelischen und Leiblichen gesprochen, ohne materialistische Nebenempfindungen dabei zu haben, weil er noch ein lebendiges Gefühl davon hatte, daß, wenn wir von den Dingen der Außenwelt sprechen, wir von diesen Dingen so sprechen, daß sie Offenbarungen, Manifestationen des Geistigen sind. Der heutige Mensch, der vom Sprachzentrum im Gehirn spricht, denkt nicht daran, daß aus irgendeinem Geistigen heraus dieses Sprachzentrum erst aufgebaut ist, daß dasjenige, was materiell da ist, nur wie ein Zeichen, wie ein Symbol, wie ein Gleichnis eines dahinterstehenden Geistigen ist, ganz abgesehen von dem, was sich in der menschlichen Seele als Geistiges abspielt. Daran hat der Grieche immer gedacht: den ganzen Menschen, wie er dasteht in der physischen Welt, als ein Gleichnis anzusehen, als ein Symbol des ÜbersinnlichGeistigen, das dahintersteht. Es ist ja durchaus zuzugeben, daß diese Vorstellung heute den meisten Menschen nicht ganz leicht wird, weil die Seele, selbst wenn sie es nicht will, heute schon stark an materialistischen Vorstellungen haftet. Nehmen Sie nur einmal an, was ja schon, wenigstens andeutungsweise, in dem letzten Vortrage gesagt worden ist: Der Kopf des Menschen wird eigentlich in der geistigen Welt gebildet, in der geistigen Welt veranlagt; zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt ist der Kopf im wesentlichen gebildet worden. Nicht wahr, man möchte sozusagen den Menschen in der Gegenwart kennen, der nun nicht sagen wird: Man weiß doch ganz genau, daß der Kopf im Leibe der Mutter während der Zeit der Schwangerschaft entsteht, und es ist doch eine Verrücktheit, zu sagen, daß er hauptsächlich in der langen Zeit gebildet wird, die zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt oder Empfängnis liegt. — Wer heute ganz materialistisch denkt, und, man möchte fast sagen, naturgemäß so denkt, der muß die eben angeführte Behauptung mehr oder weniger als eine Art Verrücktheit ansehen.

[ 1 ] Wenn wir die Art, wie heute der Mensch über Seelisches und Leibliches spricht, vergleichen mit der Art, sagen wir nur, wie in Griechenland darüber gesprochen worden ist — wir brauchen gar nicht weiter zurückzugehen —, so finden wir, daß in Griechenland der Beziehung zwischen dem Seelischen und dem Leiblichen weit mehr noch Rechnung getragen ist als in unserer Zeit, wobei es außerordentlich wichtig ist, sich klarzumachen, daß innerhalb der griechischen Weltanschauung von einem materialistischen Ausdeuten des Zusammenhanges zwischen Seelischem und Leiblichem nicht die Rede sein konnte. Wenn heute jemand davon spricht, daß diese oder jene Stirnwindung Sprachzentrum ist, so deutet er sich die Sachlage recht materialistisch. Zumeist denkt er überhaupt, daß an der betreffenden Stelle des Gehirns der Sprachlaut mehr oder weniger erzeugt wird, rein mechanisch. Oder wenigstens denkt er, auch wenn er nicht direkt Materialist ist, sich doch den Zusammenhang so, daß derjenige, der den wahren Zusammenhang kennt, die Aussage als mehr oder weniger materialistisch auffassen muß. Der Grieche hat viel weitergehend von der innigen Beziehung zwischen dem Seelischen und Leiblichen gesprochen, ohne materialistische Nebenempfindungen dabei zu haben, weil er noch ein lebendiges Gefühl davon hatte, daß, wenn wir von den Dingen der Außenwelt sprechen, wir von diesen Dingen so sprechen, daß sie Offenbarungen, Manifestationen des Geistigen sind. Der heutige Mensch, der vom Sprachzentrum im Gehirn spricht, denkt nicht daran, daß aus irgendeinem Geistigen heraus dieses Sprachzentrum erst aufgebaut ist, daß dasjenige, was materiell da ist, nur wie ein Zeichen, wie ein Symbol, wie ein Gleichnis eines dahinterstehenden Geistigen ist, ganz abgesehen von dem, was sich in der menschlichen Seele als Geistiges abspielt. Daran hat der Grieche immer gedacht: den ganzen Menschen, wie er dasteht in der physischen Welt, als ein Gleichnis anzusehen, als ein Symbol des ÜbersinnlichGeistigen, das dahintersteht. Es ist ja durchaus zuzugeben, daß diese Vorstellung heute den meisten Menschen nicht ganz leicht wird, weil die Seele, selbst wenn sie es nicht will, heute schon stark an materialistischen Vorstellungen haftet. Nehmen Sie nur einmal an, was ja schon, wenigstens andeutungsweise, in dem letzten Vortrage gesagt worden ist: Der Kopf des Menschen wird eigentlich in der geistigen Welt gebildet, in der geistigen Welt veranlagt; zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt ist der Kopf im wesentlichen gebildet worden. Nicht wahr, man möchte sozusagen den Menschen in der Gegenwart kennen, der nun nicht sagen wird: Man weiß doch ganz genau, daß der Kopf im Leibe der Mutter während der Zeit der Schwangerschaft entsteht, und es ist doch eine Verrücktheit, zu sagen, daß er hauptsächlich in der langen Zeit gebildet wird, die zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt oder Empfängnis liegt. — Wer heute ganz materialistisch denkt, und, man möchte fast sagen, naturgemäß so denkt, der muß die eben angeführte Behauptung mehr oder weniger als eine Art Verrücktheit ansehen.

[ 2 ] Aber, sehen Sie, Sie kommen, wenn Sie sich die Sache in der folgenden Art vorstellen, schon zu der Möglichkeit, einen entsprechenden Gedanken zu gewinnen.

[ 2 ] Aber, sehen Sie, Sie kommen, wenn Sie sich die Sache in der folgenden Art vorstellen, schon zu der Möglichkeit, einen entsprechenden Gedanken zu gewinnen.

[ 3 ] Natürlich, vor der Empfängnis ist alles das, um was es sich handelt am menschlichen Kopf, unsichtbar; es fährt natürlich kein Meteor aus Himmelshöhen in den Leib der Mutter hinein. Aber die Kräfte, die in Betracht kommen, namentlich auch die Formungskräfte, die gestaltenden Kräfte des menschlichen Hauptes, die sind tätig in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Empfängnis. Denken Sie sich gewissermaßen eine unsichtbare Form des Kopfes ausgebildet, die man nur sichtbar zeichnet, also die Linien, die ich jetzt hier andeute, die sind natürlich dann unsichtbar. Das alles sind nur Kräfte (siehe Zeichnung).

[ 3 ] Natürlich, vor der Empfängnis ist alles das, um was es sich handelt am menschlichen Kopf, unsichtbar; es fährt natürlich kein Meteor aus Himmelshöhen in den Leib der Mutter hinein. Aber die Kräfte, die in Betracht kommen, namentlich auch die Formungskräfte, die gestaltenden Kräfte des menschlichen Hauptes, die sind tätig in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Empfängnis. Denken Sie sich gewissermaßen eine unsichtbare Form des Kopfes ausgebildet, die man nur sichtbar zeichnet, also die Linien, die ich jetzt hier andeute, die sind natürlich dann unsichtbar. Das alles sind nur Kräfte (siehe Zeichnung).

[ 4 ] Diese Kräfte muß man sich auch nicht so vorstellen, daß sie die physische Form des Kopfes haben. Aber es sind Kräfte vorhanden, welche diese physische Form des Kopfes bewirken, bedingen. Und während der Vorbereitungszeit des menschlichen Hauptes im Mutterleibe setzt sich die Materie an diese Kräfte an; im Sinne dieser Kräfte setzt sich die Materie an. Nicht die Form des Kopfes wird gebildet, sondern nach der Form, die aus kosmischen Weiten in den Mutterleib versetzt ist, wird der Kopf gebildet. Das ist schon einmal wahr. An diese Formen setzt sich die physische Materie an, und dann wird es natürlich erst sichtbar. Es kristallisiert sich die Materie gewissermaßen um bestimmte unsichtbare Bildekräfte. Gewiß, es spielen noch die mit der Vererbung zusammenhängenden Kräfte hinein, aber die hauptsächlichsten Bildekräfte des Kopfes sind kosmischen Ursprungs, sind gewisse Kristallisationskräfte, möchte ich sagen, an die sich die Materie im Mutterleib ansetzt.

[ 4 ] Diese Kräfte muß man sich auch nicht so vorstellen, daß sie die physische Form des Kopfes haben. Aber es sind Kräfte vorhanden, welche diese physische Form des Kopfes bewirken, bedingen. Und während der Vorbereitungszeit des menschlichen Hauptes im Mutterleibe setzt sich die Materie an diese Kräfte an; im Sinne dieser Kräfte setzt sich die Materie an. Nicht die Form des Kopfes wird gebildet, sondern nach der Form, die aus kosmischen Weiten in den Mutterleib versetzt ist, wird der Kopf gebildet. Das ist schon einmal wahr. An diese Formen setzt sich die physische Materie an, und dann wird es natürlich erst sichtbar. Es kristallisiert sich die Materie gewissermaßen um bestimmte unsichtbare Bildekräfte. Gewiß, es spielen noch die mit der Vererbung zusammenhängenden Kräfte hinein, aber die hauptsächlichsten Bildekräfte des Kopfes sind kosmischen Ursprungs, sind gewisse Kristallisationskräfte, möchte ich sagen, an die sich die Materie im Mutterleib ansetzt.

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[ 5 ] Also das muß man schon festhalten, daß das, was man sieht, gewissermaßen angeschossen ist, angeschossene Materie. Die Kraftlinien, die sind aus dem Kosmos. Sehen Sie, das Materielle des Hauptes können Sie sich wirklich so vorstellen wie etwa, wenn Sie einen Magneten haben, und sich nach bestimmten Kraftlinien Eisenfeilspäne anordnen; ja, die Eisenfeilspäne ordnen sich nach den unsichtbaren Kraftlinien des Magneten an. So unsichtbar wie der Magnet seine Strahlen aussendet, müssen Sie sich auch die Form des Kopfes vorstellen, wie sie aus dem Kosmos hereinwirkt. Und wie sich die Eisenfeilspäne nach Maßgabe der magnetischen Linie ordnen, so ordnet sich das, was die Mutter hergibt, nach Maßgabe der kosmischen Formen, die dem Haupte eingegliedert sind.

[ 5 ] Also das muß man schon festhalten, daß das, was man sieht, gewissermaßen angeschossen ist, angeschossene Materie. Die Kraftlinien, die sind aus dem Kosmos. Sehen Sie, das Materielle des Hauptes können Sie sich wirklich so vorstellen wie etwa, wenn Sie einen Magneten haben, und sich nach bestimmten Kraftlinien Eisenfeilspäne anordnen; ja, die Eisenfeilspäne ordnen sich nach den unsichtbaren Kraftlinien des Magneten an. So unsichtbar wie der Magnet seine Strahlen aussendet, müssen Sie sich auch die Form des Kopfes vorstellen, wie sie aus dem Kosmos hereinwirkt. Und wie sich die Eisenfeilspäne nach Maßgabe der magnetischen Linie ordnen, so ordnet sich das, was die Mutter hergibt, nach Maßgabe der kosmischen Formen, die dem Haupte eingegliedert sind.

[ 6 ] Wenn Sie diese Vorstellung zu Hilfe nehmen, dann werden Sie sich schon einen entsprechenden Gedanken bilden können davon, daß an dem menschlichen Haupt gearbeitet wird während der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und daß die Bildekräfte für den übrigen Organismus — aber auch wiederum nur mehr oder weniger, nicht vollständig — angesetzt werden vom Irdischen aus, von dem, was in den Vererbungsverhältnissen durch die Generationen liegt. Insoferne ist der Mensch irdischen und kosmischen Ursprungs, kosmischen Ursprungs in bezug auf seinen Hauptesteil in der Hauptsache, irdischen Ursprungs in bezug auf seinen übrigen Leib. In diesen Sachen spielen die allertiefsten Mysterien, und man kann immer nur einzelne Dinge daraus besprechen; ungeheuer tiefgehende Geheimnisse, die aufschlußgebend sind nicht nur für die Menschheitsentstehung, sondern eigentlich für den ganzen Kosmos, für das Verständnis des ganzen Kosmos, spielen da hinein.

[ 6 ] Wenn Sie diese Vorstellung zu Hilfe nehmen, dann werden Sie sich schon einen entsprechenden Gedanken bilden können davon, daß an dem menschlichen Haupt gearbeitet wird während der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und daß die Bildekräfte für den übrigen Organismus — aber auch wiederum nur mehr oder weniger, nicht vollständig — angesetzt werden vom Irdischen aus, von dem, was in den Vererbungsverhältnissen durch die Generationen liegt. Insoferne ist der Mensch irdischen und kosmischen Ursprungs, kosmischen Ursprungs in bezug auf seinen Hauptesteil in der Hauptsache, irdischen Ursprungs in bezug auf seinen übrigen Leib. In diesen Sachen spielen die allertiefsten Mysterien, und man kann immer nur einzelne Dinge daraus besprechen; ungeheuer tiefgehende Geheimnisse, die aufschlußgebend sind nicht nur für die Menschheitsentstehung, sondern eigentlich für den ganzen Kosmos, für das Verständnis des ganzen Kosmos, spielen da hinein.

[ 7 ] So können wir den Menschen von diesem Gesichtspunkte aus schon als eine Art Doppelwesen auffassen. Und weil er ein solches Doppelwesen ist, muß man beim Studium scharf unterscheiden zwischen all dem, was zum Haupt gehört und mit dem Haupt zusammenhängend ist, und dem, was zum übrigen Organismus gehört und mit ihm zusammenhängt.

[ 7 ] So können wir den Menschen von diesem Gesichtspunkte aus schon als eine Art Doppelwesen auffassen. Und weil er ein solches Doppelwesen ist, muß man beim Studium scharf unterscheiden zwischen all dem, was zum Haupt gehört und mit dem Haupt zusammenhängend ist, und dem, was zum übrigen Organismus gehört und mit ihm zusammenhängt.

[ 8 ] Und da kommen wir zu einer Sache, die insbesondere für unsere jetzige Zeit dem Verständnis außerordentlich große Schwierigkeiten macht. Denn heute will man eigentlich alles in gleicher Weise erklären, alles über einen Leisten schlagen. Das kann man nicht, wenn man Realitäten ins Auge faßt, und die materialistische Wissenschaft faßt am wenigsten Realitäten ins Auge! Alles, was zum menschlichen Leibe gehört, mit Ausschluß des Hauptes, muß so betrachtet werden, daß dieser menschliche Leib — abgesehen vom Haupt — eine bildhafte, gleichnishafte Darstellung dessen ist, was an geistigen Kräften dahintersteht. Alles, was mit dem Haupt zusammenhängt, ist nicht in demselben Sinne eine bildhafte Darstellung, sondern mehr eine zeichenhafte Darstellung. Beim Bilde hat das, was im Bilde ist, noch mehr Ähnlichkeit mit dem, was zugrunde liegt, als beim bloßen Zeichen. Der Maler, der Bildhauer versucht in den Bildern gewisse Ähnlichkeiten mit dem Originale wiederzugeben; derjenige, der etwas schreibt, gibt in den Buchstaben sehr wenig Ähnlichkeit mit dem Original. Buchstaben sind im äußersten Falle Zeichen; Gemälde, Bildhauerwerke sind Bilder, die haben noch sehr viel zu tun mit dem Original.

[ 8 ] Und da kommen wir zu einer Sache, die insbesondere für unsere jetzige Zeit dem Verständnis außerordentlich große Schwierigkeiten macht. Denn heute will man eigentlich alles in gleicher Weise erklären, alles über einen Leisten schlagen. Das kann man nicht, wenn man Realitäten ins Auge faßt, und die materialistische Wissenschaft faßt am wenigsten Realitäten ins Auge! Alles, was zum menschlichen Leibe gehört, mit Ausschluß des Hauptes, muß so betrachtet werden, daß dieser menschliche Leib — abgesehen vom Haupt — eine bildhafte, gleichnishafte Darstellung dessen ist, was an geistigen Kräften dahintersteht. Alles, was mit dem Haupt zusammenhängt, ist nicht in demselben Sinne eine bildhafte Darstellung, sondern mehr eine zeichenhafte Darstellung. Beim Bilde hat das, was im Bilde ist, noch mehr Ähnlichkeit mit dem, was zugrunde liegt, als beim bloßen Zeichen. Der Maler, der Bildhauer versucht in den Bildern gewisse Ähnlichkeiten mit dem Originale wiederzugeben; derjenige, der etwas schreibt, gibt in den Buchstaben sehr wenig Ähnlichkeit mit dem Original. Buchstaben sind im äußersten Falle Zeichen; Gemälde, Bildhauerwerke sind Bilder, die haben noch sehr viel zu tun mit dem Original.

[ 9 ] Nun ist der Unterschied, den wir hier ins Auge fassen, nicht so groß wie der zwischen einem Bild und einem Geschriebenen, aber ähnlich liegen die Dinge. Der übrige Leib, also außer dem Haupte, ist mehr Bild; alles, was am Haupte ist, ist mehr Zeichen für das, was zugrunde liegt. Es ist zwischen dem, was wir mit physischen Augen am Haupte sehen, und dem, was dem Haupte zugrunde liegt, eine geringere Ähnlichkeit als zwischen dem, was wir mit physischen Augen sehen beim übrigen Leib und dem, was ihm zugrunde liegt. Das drückt sich schon bei der Betrachtung des Ätherleibes sehr stark aus; noch mehr bei der Betrachtung des astralischen Leibes oder gar des Ich. Also beim Haupt haben wir es mehr mit Zeichen zu tun in den Formen, im Ausdruck und so weiter; beim übrigen Leib haben wir es mehr mit Abbildung zu tun, mit einer größeren Ähnlichkeit zwischen dem, was unsere physischen Augen sehen, und dem, was geistig zugrunde liegt an Kräften, an übersinnlichen und unsichtbaren Kräften. Diesen Unterschied muß man machen; denn heute liegt die Tendenz vor, beides in gleicher Weise zu betrachten. Der Mensch bekennt sich am liebsten dazu, daß er sagt: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.» Das ist ja richtig — aber in verschiedenem Grade ein Gleichnis. Ich möchte den ganzen Menschen als ein Gleichnis des Übersinnlichen betrachten, aber so: ein bildhaftes Gleichnis ist der Leib; aber im höheren Sinne sogar Gleichnis ist das Haupt. Und das hängt damit zusammen, daß der übrige Leib mehr gebildet wird durch die irdischen Kräfte, in deren Mitte wir zwischen Geburt und Tod leben, und das Haupt mehr bestimmt wird durch diejenigen Kräfte, in deren Mitte wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben beziehungsweise einer neuen Empfängnis. Wollen wir aber den vollständigen Menschen betrachten mit Bezug auf sein Durchgehen einerseits durch das Leben zwischen Geburt und Tod, und andererseits durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, dann müssen wir allerdings auch noch etwas ins Auge fassen, was ja am Menschen immer, auch hier in der physischen Welt, streng übersinnlich bleibt.

[ 9 ] Nun ist der Unterschied, den wir hier ins Auge fassen, nicht so groß wie der zwischen einem Bild und einem Geschriebenen, aber ähnlich liegen die Dinge. Der übrige Leib, also außer dem Haupte, ist mehr Bild; alles, was am Haupte ist, ist mehr Zeichen für das, was zugrunde liegt. Es ist zwischen dem, was wir mit physischen Augen am Haupte sehen, und dem, was dem Haupte zugrunde liegt, eine geringere Ähnlichkeit als zwischen dem, was wir mit physischen Augen sehen beim übrigen Leib und dem, was ihm zugrunde liegt. Das drückt sich schon bei der Betrachtung des Ätherleibes sehr stark aus; noch mehr bei der Betrachtung des astralischen Leibes oder gar des Ich. Also beim Haupt haben wir es mehr mit Zeichen zu tun in den Formen, im Ausdruck und so weiter; beim übrigen Leib haben wir es mehr mit Abbildung zu tun, mit einer größeren Ähnlichkeit zwischen dem, was unsere physischen Augen sehen, und dem, was geistig zugrunde liegt an Kräften, an übersinnlichen und unsichtbaren Kräften. Diesen Unterschied muß man machen; denn heute liegt die Tendenz vor, beides in gleicher Weise zu betrachten. Der Mensch bekennt sich am liebsten dazu, daß er sagt: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.» Das ist ja richtig — aber in verschiedenem Grade ein Gleichnis. Ich möchte den ganzen Menschen als ein Gleichnis des Übersinnlichen betrachten, aber so: ein bildhaftes Gleichnis ist der Leib; aber im höheren Sinne sogar Gleichnis ist das Haupt. Und das hängt damit zusammen, daß der übrige Leib mehr gebildet wird durch die irdischen Kräfte, in deren Mitte wir zwischen Geburt und Tod leben, und das Haupt mehr bestimmt wird durch diejenigen Kräfte, in deren Mitte wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben beziehungsweise einer neuen Empfängnis. Wollen wir aber den vollständigen Menschen betrachten mit Bezug auf sein Durchgehen einerseits durch das Leben zwischen Geburt und Tod, und andererseits durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, dann müssen wir allerdings auch noch etwas ins Auge fassen, was ja am Menschen immer, auch hier in der physischen Welt, streng übersinnlich bleibt.

[ 10 ] Das, was dem Menschen eigen ist und an ihm streng übersinnlich bleibt, das bezeichnet man ja, ich möchte sagen, seit relativen Urzeiten mit drei Worten, denen man immer eine große typische Bedeutung beigelegt hat, die auch zuweilen, wie viele solche Worte, zu Phrasen werden, aber eben nicht Phrasen sein müssen, wenn man sie ihrer vollen Bedeutung nach nimmt: Der Mensch lebt innerhalb seiner Entwickelung sich ein in die Wahrheit, in die Schönheit, in die Güte. Das Wahre, Schöne, Gute, das sind ja die drei Begriffe, von denen, wie gesagt, seit relativen Urzeiten viel gesprochen wird. Schon eine oberflächliche Betrachtungsweise kann Ihnen einen gewissen Zusammenhang mit Bezug auf diese drei Ideen enthüllen. Das, was man gewöhnlich als Wahrheit bezeichnet, hängt mit dem Vorstellungsleben zusammen, was man als Schönheit bezeichnet, mit dem Gefühlsleben, was man als Güte bezeichnet, mit dem Willensleben. Man kann auch sagen: mit dem Willensleben steht im Zusammenhang die Moralität. Alles ästhetische Genießen oder ästhetische Hervorbringen, also alles Ästhetische steht im Zusammenhang mit dem Gefühlsleben. Alles Wahrheitsmäßige steht im Zusammenhang mit dem Vorstellungsleben.

[ 10 ] Das, was dem Menschen eigen ist und an ihm streng übersinnlich bleibt, das bezeichnet man ja, ich möchte sagen, seit relativen Urzeiten mit drei Worten, denen man immer eine große typische Bedeutung beigelegt hat, die auch zuweilen, wie viele solche Worte, zu Phrasen werden, aber eben nicht Phrasen sein müssen, wenn man sie ihrer vollen Bedeutung nach nimmt: Der Mensch lebt innerhalb seiner Entwickelung sich ein in die Wahrheit, in die Schönheit, in die Güte. Das Wahre, Schöne, Gute, das sind ja die drei Begriffe, von denen, wie gesagt, seit relativen Urzeiten viel gesprochen wird. Schon eine oberflächliche Betrachtungsweise kann Ihnen einen gewissen Zusammenhang mit Bezug auf diese drei Ideen enthüllen. Das, was man gewöhnlich als Wahrheit bezeichnet, hängt mit dem Vorstellungsleben zusammen, was man als Schönheit bezeichnet, mit dem Gefühlsleben, was man als Güte bezeichnet, mit dem Willensleben. Man kann auch sagen: mit dem Willensleben steht im Zusammenhang die Moralität. Alles ästhetische Genießen oder ästhetische Hervorbringen, also alles Ästhetische steht im Zusammenhang mit dem Gefühlsleben. Alles Wahrheitsmäßige steht im Zusammenhang mit dem Vorstellungsleben.

[ 11 ] Die Dinge sind natürlich immer wieder im engeren Sinne gemeint. Eines spielt ja ins andere hinüber. Es sind nur immer die signifikanten Dinge der Wahrheit. Indem sich der Mensch einlebt in das moralische Leben, in das ästhetische Leben, in das Wahrheitsleben, entwickelt er sich hier auf dem physischen Plane. Aber nur ein ganz krasser Materialist könnte den Glauben haben, daß mit dem, was eigentlich durch die Ideen: Moralität, Ästhetisches, Wahrheitsgemäßes gemeint ist, irgend etwas physisch Greifbares angedeutet werden könnte. Es weisen diese drei Dinge durchaus auf ein Übersinnliches hin, in dem der Mensch hier in der physischen Welt lebt.

[ 11 ] Die Dinge sind natürlich immer wieder im engeren Sinne gemeint. Eines spielt ja ins andere hinüber. Es sind nur immer die signifikanten Dinge der Wahrheit. Indem sich der Mensch einlebt in das moralische Leben, in das ästhetische Leben, in das Wahrheitsleben, entwickelt er sich hier auf dem physischen Plane. Aber nur ein ganz krasser Materialist könnte den Glauben haben, daß mit dem, was eigentlich durch die Ideen: Moralität, Ästhetisches, Wahrheitsgemäßes gemeint ist, irgend etwas physisch Greifbares angedeutet werden könnte. Es weisen diese drei Dinge durchaus auf ein Übersinnliches hin, in dem der Mensch hier in der physischen Welt lebt.

[ 12 ] Nun, von diesem Gesichtspunkte aus ist es bedeutsam, das geisteswissenschaftliche Ergebnis kennenzulernen, das zutage tritt, wenn man sich frägt: Wie kommt dasjenige zustande, was der Mensch als Wahrheit erstrebt, wie das, was der Mensch als künstlerisches, ästhetisches Genießen oder als künstlerisches ästhetisches Schaffen erstrebt, wie das, was er als Moralität erstreben muß? Sehen Sie, alles Wahrheitsgemäße hängt zunächst hier für die physische Welt mit den Kräften zusammen, die durch das physische Haupt entwickelt werden. Und zwar so, daß das Wahrheitsmäßige auf der Wechselwirkung zwischen dem physischen Haupte und der irdischen Außenwelt beruht; selbstverständlich in den Kosmos hinein, aber der irdischen Außenwelt. Also man kann sagen: Beim Wahrheitsgemäßen liegt ein Verhältnis unseres Kopfes zur Außenwelt vor.

[ 12 ] Nun, von diesem Gesichtspunkte aus ist es bedeutsam, das geisteswissenschaftliche Ergebnis kennenzulernen, das zutage tritt, wenn man sich frägt: Wie kommt dasjenige zustande, was der Mensch als Wahrheit erstrebt, wie das, was der Mensch als künstlerisches, ästhetisches Genießen oder als künstlerisches ästhetisches Schaffen erstrebt, wie das, was er als Moralität erstreben muß? Sehen Sie, alles Wahrheitsgemäße hängt zunächst hier für die physische Welt mit den Kräften zusammen, die durch das physische Haupt entwickelt werden. Und zwar so, daß das Wahrheitsmäßige auf der Wechselwirkung zwischen dem physischen Haupte und der irdischen Außenwelt beruht; selbstverständlich in den Kosmos hinein, aber der irdischen Außenwelt. Also man kann sagen: Beim Wahrheitsgemäßen liegt ein Verhältnis unseres Kopfes zur Außenwelt vor.

[ 13 ] Wie ist es da, wo das Schönheitsmäßige, das Ästhetische in Betracht kommt? Alle solche Dinge beruhen nämlich auf Verhältnissen, auf Beziehungen; das Wahrheitsmäßige auf der Beziehung des Kopfes zur Außenwelt. Was für ein Verhältnis kommt nun in Frage beim Ästhetischen, beim Künstlerischen? Da kommt in Frage das Verhältnis zwischen dem Haupt und dem übrigen Leibe. Das ist sehr wichtig, sich das in entsprechender Weise einmal klarzumachen. Sehen Sie, vollständiges, unbedingtes, absolutes Wachbewußtsein ist ja notwendig zur Erfassung der Wahrheit hier in der physischen Welt. Derjenige, der Träume ohne weiteres für wahr hält, in demselben Sinne, wie wir Wahrheit hier auf dem physischen Plan anerkennen, der ist ungesund, nicht wahr? Also für das vollständige Wachbewußtsein kommt unser Haupt in Betracht, unser Haupt als Organ. Und dasjenige, was für das Wahrheitsbewußtsein und was an Wahrheitsbewußtsein entwickelt werden muß, beruht zunächst hier auf Erden auf dem Wechselverhältnis zwischen dem Haupt und der Außenwelt, natürlich namentlich auch dem Geistigen der Außenwelt, das wir erreichen können, aber es ist eben die uns umgebende Welt. Für das Ästhetische kommt in Betracht das, was im Kopfe lebt und das, was im übrigen Organismus lebt; denn das Ästhetische kommt dadurch zustande, daß entweder unser Kopf träumt von dem, was im übrigen Organismus vorgeht, oder unser übriger Organismus träumt von dem, was im Kopfe vorgeht. Es ist ein Wechselverhältnis, das sich nicht vollständig im gewöhnlichen Vorstellungsleben erschöpft, sondern dem schon etwas Unterbewußtes zugrunde liegt; was eben darauf beruht, daß eigentlich, wenn wir Schönes genießen, unser Leib in einem innerlichen, mehr unterbewußten Wechselverhältnis mit unserem Haupt steht. Das wogt hin und her; das ist ein Hin- und Herwogen desselben Elementes, was wir sonst im Traum vor uns haben. Und das ist die Hauptsache beim ästhetischen Genuß: das Träumen des Kopfes vom Inhalte des übrigen Leibes, oder das Träumen des übrigen Leibes vom Inhalte des Kopfes. Und dann bringen wir uns das aus unserem Innern heraus wieder zum Wachbewußtsein. Dieses Wachbewußtsein ist erst das Zweite. Das, was jedem Leben im ästhetischen Genuß, im Künstlerischen okkult zugrunde liegt, ist dieses Wogen, dieses Weben zwischen dem Kopf und dem übrigen Organismus. Bei den niederen ästhetischen Genüssen ist es so, daß der Kopf träumt vom Leib, und bei den höheren und höchsten ästhetischen Genüssen ist es so, daß der Leib träumt vom Kopfe.

[ 13 ] Wie ist es da, wo das Schönheitsmäßige, das Ästhetische in Betracht kommt? Alle solche Dinge beruhen nämlich auf Verhältnissen, auf Beziehungen; das Wahrheitsmäßige auf der Beziehung des Kopfes zur Außenwelt. Was für ein Verhältnis kommt nun in Frage beim Ästhetischen, beim Künstlerischen? Da kommt in Frage das Verhältnis zwischen dem Haupt und dem übrigen Leibe. Das ist sehr wichtig, sich das in entsprechender Weise einmal klarzumachen. Sehen Sie, vollständiges, unbedingtes, absolutes Wachbewußtsein ist ja notwendig zur Erfassung der Wahrheit hier in der physischen Welt. Derjenige, der Träume ohne weiteres für wahr hält, in demselben Sinne, wie wir Wahrheit hier auf dem physischen Plan anerkennen, der ist ungesund, nicht wahr? Also für das vollständige Wachbewußtsein kommt unser Haupt in Betracht, unser Haupt als Organ. Und dasjenige, was für das Wahrheitsbewußtsein und was an Wahrheitsbewußtsein entwickelt werden muß, beruht zunächst hier auf Erden auf dem Wechselverhältnis zwischen dem Haupt und der Außenwelt, natürlich namentlich auch dem Geistigen der Außenwelt, das wir erreichen können, aber es ist eben die uns umgebende Welt. Für das Ästhetische kommt in Betracht das, was im Kopfe lebt und das, was im übrigen Organismus lebt; denn das Ästhetische kommt dadurch zustande, daß entweder unser Kopf träumt von dem, was im übrigen Organismus vorgeht, oder unser übriger Organismus träumt von dem, was im Kopfe vorgeht. Es ist ein Wechselverhältnis, das sich nicht vollständig im gewöhnlichen Vorstellungsleben erschöpft, sondern dem schon etwas Unterbewußtes zugrunde liegt; was eben darauf beruht, daß eigentlich, wenn wir Schönes genießen, unser Leib in einem innerlichen, mehr unterbewußten Wechselverhältnis mit unserem Haupt steht. Das wogt hin und her; das ist ein Hin- und Herwogen desselben Elementes, was wir sonst im Traum vor uns haben. Und das ist die Hauptsache beim ästhetischen Genuß: das Träumen des Kopfes vom Inhalte des übrigen Leibes, oder das Träumen des übrigen Leibes vom Inhalte des Kopfes. Und dann bringen wir uns das aus unserem Innern heraus wieder zum Wachbewußtsein. Dieses Wachbewußtsein ist erst das Zweite. Das, was jedem Leben im ästhetischen Genuß, im Künstlerischen okkult zugrunde liegt, ist dieses Wogen, dieses Weben zwischen dem Kopf und dem übrigen Organismus. Bei den niederen ästhetischen Genüssen ist es so, daß der Kopf träumt vom Leib, und bei den höheren und höchsten ästhetischen Genüssen ist es so, daß der Leib träumt vom Kopfe.

[ 14 ] Auf dieser Tatsache, die ich Ihnen jetzt vorgeführt habe, beruht vieles von dem, was ich nennen möchte — verzeihen Sie die barbarische Wortbildung — den so weitverbreiteten Botokudismus, das Botokudenmäßige der Menschen in bezug auf das Ästhetische. Nicht wahr, nach Wahrheit streben schon die Menschen alle; nach dem Gewissenhaften, dem Guten auch; aber in bezug auf das Ästhetische ist in weiten Kreisen viel botokudenmäßige Gesinnung vorhanden. Schönheitsgefühl betrachtet man nicht in demselben Maße als notwendig für den Menschen hier in der physischen Welt wie das Wahre und Gute. Einer, der nicht die Wahrheit erstrebt, hat einen menschlichen Defekt; einer, der sich gegen das Gute sträubt, hat auch einen menschlichen Defekt. Aber nicht ohne weiteres werden Sie einen Menschen, der nichts von der Sixtinischen Madonna versteht — und Sie werden mir zugeben, daß es viele Menschen gibt, die nicht auf das Künstlerische eines solchen Kunstwerks eingehen können —, als mit einem menschlichen Defekt behaftet ansehen. Es ist allgemeines menschliches Bewußtsein, daß man das nicht tut. Aber das beruht eben darauf, daß im Grunde genommen das Ästhetische ein recht Innerliches ist, dadurch, daß es etwas ist, was der Mensch mit sich selber abmacht, ein Wechselverhältnis zwischen seinem Hauptesteil und seinem übrigen Leibesteil, und daß der Mensch gewissermaßen mit Bezug auf das Ästhetische dadurch nur sich selbst gegenüber verantwortlich ist und niemand anderem. Einer, der nichts auf die Wahrheit hält, wird schädlich der übrigen Menschheit; einer, der nichts auf das Gute hält, wird schädlich der übrigen Menschheit, und, wir wissen, auch für die geistige Welt. Einer, der nur ein Botokude ist in bezug auf den Schönheitssinn, der verliert für sich etwas, aber er schadet der übrigen Menschheit nicht — außer den wenigen, die selber es als etwas Unschönes empfinden, daß so wenige Menschen für die Schönheit ein offenes Organ haben.

[ 14 ] Auf dieser Tatsache, die ich Ihnen jetzt vorgeführt habe, beruht vieles von dem, was ich nennen möchte — verzeihen Sie die barbarische Wortbildung — den so weitverbreiteten Botokudismus, das Botokudenmäßige der Menschen in bezug auf das Ästhetische. Nicht wahr, nach Wahrheit streben schon die Menschen alle; nach dem Gewissenhaften, dem Guten auch; aber in bezug auf das Ästhetische ist in weiten Kreisen viel botokudenmäßige Gesinnung vorhanden. Schönheitsgefühl betrachtet man nicht in demselben Maße als notwendig für den Menschen hier in der physischen Welt wie das Wahre und Gute. Einer, der nicht die Wahrheit erstrebt, hat einen menschlichen Defekt; einer, der sich gegen das Gute sträubt, hat auch einen menschlichen Defekt. Aber nicht ohne weiteres werden Sie einen Menschen, der nichts von der Sixtinischen Madonna versteht — und Sie werden mir zugeben, daß es viele Menschen gibt, die nicht auf das Künstlerische eines solchen Kunstwerks eingehen können —, als mit einem menschlichen Defekt behaftet ansehen. Es ist allgemeines menschliches Bewußtsein, daß man das nicht tut. Aber das beruht eben darauf, daß im Grunde genommen das Ästhetische ein recht Innerliches ist, dadurch, daß es etwas ist, was der Mensch mit sich selber abmacht, ein Wechselverhältnis zwischen seinem Hauptesteil und seinem übrigen Leibesteil, und daß der Mensch gewissermaßen mit Bezug auf das Ästhetische dadurch nur sich selbst gegenüber verantwortlich ist und niemand anderem. Einer, der nichts auf die Wahrheit hält, wird schädlich der übrigen Menschheit; einer, der nichts auf das Gute hält, wird schädlich der übrigen Menschheit, und, wir wissen, auch für die geistige Welt. Einer, der nur ein Botokude ist in bezug auf den Schönheitssinn, der verliert für sich etwas, aber er schadet der übrigen Menschheit nicht — außer den wenigen, die selber es als etwas Unschönes empfinden, daß so wenige Menschen für die Schönheit ein offenes Organ haben.

[ 15 ] Von dem Guten hat unsere materialistische Zeit eigentlich die allerunrichtigste Vorstellung; denn das Gute betrachtet man ungefähr so, als ob es in derselben Weise an den Menschen herankäme wie das Wahre. Aber das ist ein völliger Unsinn. Das Gute bedeutet ein Wechselverhältnis zwischen dem Leib des Menschen und der Außenwelt, nur daß jetzt zum ganzen Leib der Kopf hinzugehört.

[ 15 ] Von dem Guten hat unsere materialistische Zeit eigentlich die allerunrichtigste Vorstellung; denn das Gute betrachtet man ungefähr so, als ob es in derselben Weise an den Menschen herankäme wie das Wahre. Aber das ist ein völliger Unsinn. Das Gute bedeutet ein Wechselverhältnis zwischen dem Leib des Menschen und der Außenwelt, nur daß jetzt zum ganzen Leib der Kopf hinzugehört.

[ 16 ] Also, hier gehen die Dinge natürlich ineinander! Wenn wir von dem Wahrheitsstreben reden, so haben wir den Kopf im Verhältnis zur Außenwelt; wenn wir von dem Schönheitsstreben reden, so haben wir den Kopf im Verhältnis zum Leibe; und wenn wir von Moralität sprechen, haben wir den Leib im Verhältnis zur Außenwelt, aber so, daß der Kopf jetzt mitgerechnet ist zum Leibe, also den ganzen Menschen in einem Verhältnis zu einer, und zwar jetzt nur geistigen Außenwelt. Alles Moralische beruht auf einem Verhältnis des Gesamtmenschen zur Außenwelt; nicht zur physischen Außenwelt, sondern zu dem, was uns an geistigen Kräften und Mächten umgibt.

[ 16 ] Also, hier gehen die Dinge natürlich ineinander! Wenn wir von dem Wahrheitsstreben reden, so haben wir den Kopf im Verhältnis zur Außenwelt; wenn wir von dem Schönheitsstreben reden, so haben wir den Kopf im Verhältnis zum Leibe; und wenn wir von Moralität sprechen, haben wir den Leib im Verhältnis zur Außenwelt, aber so, daß der Kopf jetzt mitgerechnet ist zum Leibe, also den ganzen Menschen in einem Verhältnis zu einer, und zwar jetzt nur geistigen Außenwelt. Alles Moralische beruht auf einem Verhältnis des Gesamtmenschen zur Außenwelt; nicht zur physischen Außenwelt, sondern zu dem, was uns an geistigen Kräften und Mächten umgibt.

[ 17 ] Meine lieben Freunde, Sie wissen, wenn ich von materialistischer Wissenschaft rede, rede ich von etwas Berechtigtem, nicht von etwas Unberechtigtem; ich habe hier viele Vorträge darüber gehalten, wie berechtigt der Materialismus in der äußeren Wissenschaft ist, wenn er seine Grenzen einhält. Aber von jener Beziehung, die die Moralität hat zum Menschen, wird dieser Materialismus in der Wissenschaft noch lange nicht das Richtige sagen können aus dem einfachen Grunde, weil ja unsere materialistische Wissenschaft an einer Grundkrankheit heute noch leidet, die erst behoben werden muß. Ich habe ja diese Grundkrankheit öfter erwähnt; aber wenn man von ihr spricht, so ist es für den heutigen Wissenschafter schon so, als ob man als ein blutiger Dilettant reden würde.

[ 17 ] Meine lieben Freunde, Sie wissen, wenn ich von materialistischer Wissenschaft rede, rede ich von etwas Berechtigtem, nicht von etwas Unberechtigtem; ich habe hier viele Vorträge darüber gehalten, wie berechtigt der Materialismus in der äußeren Wissenschaft ist, wenn er seine Grenzen einhält. Aber von jener Beziehung, die die Moralität hat zum Menschen, wird dieser Materialismus in der Wissenschaft noch lange nicht das Richtige sagen können aus dem einfachen Grunde, weil ja unsere materialistische Wissenschaft an einer Grundkrankheit heute noch leidet, die erst behoben werden muß. Ich habe ja diese Grundkrankheit öfter erwähnt; aber wenn man von ihr spricht, so ist es für den heutigen Wissenschafter schon so, als ob man als ein blutiger Dilettant reden würde.

[ 18 ] Sie wissen, daß die heutige Wissenschaft davon spricht, daß der Mensch zweierlei Nerven hat: sogenannte sensitive Nerven, die zur Empfindung, zur Wahrnehmung da sind, und motorische Nerven, die die Willensregungen, die Willenshandlungen des Menschen vermitteln sollen. Sensitive Nerven, die von der Peripherie hineingehen in das Innere des Menschen, motorische Nerven, die von dem Innern des Menschen nach der Peripherie gehen. Und es würde also ein Nerv, der von dem Gehirn aus vermittelt, daß ich dieHand hebe, ein motorischer Nerv sein; wenn ich etwas berühre, es als warm empfinde oder als glatt, so würde es ein sensitiver Nerv sein. Also zweierlei Nerven gibt es, so nimmt der heutige Anatomie-Physiologe an. Dies ist ein völliger Unsinn. Aber man wird das noch lange nicht als einen Unsinn erkennen. Obwohl man weiß, anatomisch weiß, daß es einen Unterschied zwischen motorischen und sensitiven Nerven nicht gibt, wird man doch noch lange nicht gelten lassen, daß es nur eine Art von Nerven gibt, und daß auch die motorischen Nerven nichts anderes sind als sensitive Nerven. Die motorischen Nerven dienen nämlich nicht zur Erregung des Willens, sondern sie dienen dazu, den Vorgang, der durch den Willen ausgelöst wird, wahrzunehmen. Also, wenn ich eine Hand bewege, so muß ich, damit ich mein volles Bewußtsein habe, die Handbewegung wahrnehmen. Es handelt sich nur um einen inneren sensitiven Nerv, der die Handbewegung wahrnimmt. Ich kenne natürlich ganz gut alles das, was dagegen einwendbar ist, wie es ist bei Rückenmarkskranken und dergleichen; aber wenn man die Dinge in der entsprechenden Weise versteht, so sind sie keine Einwände, sondern gerade Beweise für das, was ich jetzt sage.

[ 18 ] Sie wissen, daß die heutige Wissenschaft davon spricht, daß der Mensch zweierlei Nerven hat: sogenannte sensitive Nerven, die zur Empfindung, zur Wahrnehmung da sind, und motorische Nerven, die die Willensregungen, die Willenshandlungen des Menschen vermitteln sollen. Sensitive Nerven, die von der Peripherie hineingehen in das Innere des Menschen, motorische Nerven, die von dem Innern des Menschen nach der Peripherie gehen. Und es würde also ein Nerv, der von dem Gehirn aus vermittelt, daß ich dieHand hebe, ein motorischer Nerv sein; wenn ich etwas berühre, es als warm empfinde oder als glatt, so würde es ein sensitiver Nerv sein. Also zweierlei Nerven gibt es, so nimmt der heutige Anatomie-Physiologe an. Dies ist ein völliger Unsinn. Aber man wird das noch lange nicht als einen Unsinn erkennen. Obwohl man weiß, anatomisch weiß, daß es einen Unterschied zwischen motorischen und sensitiven Nerven nicht gibt, wird man doch noch lange nicht gelten lassen, daß es nur eine Art von Nerven gibt, und daß auch die motorischen Nerven nichts anderes sind als sensitive Nerven. Die motorischen Nerven dienen nämlich nicht zur Erregung des Willens, sondern sie dienen dazu, den Vorgang, der durch den Willen ausgelöst wird, wahrzunehmen. Also, wenn ich eine Hand bewege, so muß ich, damit ich mein volles Bewußtsein habe, die Handbewegung wahrnehmen. Es handelt sich nur um einen inneren sensitiven Nerv, der die Handbewegung wahrnimmt. Ich kenne natürlich ganz gut alles das, was dagegen einwendbar ist, wie es ist bei Rückenmarkskranken und dergleichen; aber wenn man die Dinge in der entsprechenden Weise versteht, so sind sie keine Einwände, sondern gerade Beweise für das, was ich jetzt sage.

[ 19 ] Also es gibt nicht diese zweierlei Nerven, die heute in der materialistischen Wissenschaft spuken, sondern nur einerlei Nerven. Die sogenannten motorischen Nerven sind nur da, damit dieBewegung wahrgenommen werden kann; sie sind auch Wahrnehmungsnerven, indem innerlich gelegene Wahrnehmungsnerven sich nach der Peripherie des Körpers hin erstrecken, um wahrzunehmen. Doch, wie gesagt, das wird man erst nach und nach erkennen; und dann erst wird man das Verhältnis einsehen können, in dem die Moralität zum Willen und unmittelbar zum ganzen Menschen steht, weil die Moralität wirklich unmittelbar auf das wirkt, was wir das Ich nennen. Von da aus wirkt es dann herunter in den Astralleib, in den Ätherleib, und von da in den physischen Leib. Wenn also aus Moralität eine Handlung begangen wird, so strahlt gewissermaßen der Moralitätsimpuls in das Ich, von da in den Astralleib, von da in den Ätherleib, von da in den physischen Leib. Da wird er Bewegung, da wird er dasjenige, was der Mensch äußerlich tut, was erst wahrgenommen werden kann durch die sogenannten motorischen Nerven.

[ 19 ] Also es gibt nicht diese zweierlei Nerven, die heute in der materialistischen Wissenschaft spuken, sondern nur einerlei Nerven. Die sogenannten motorischen Nerven sind nur da, damit dieBewegung wahrgenommen werden kann; sie sind auch Wahrnehmungsnerven, indem innerlich gelegene Wahrnehmungsnerven sich nach der Peripherie des Körpers hin erstrecken, um wahrzunehmen. Doch, wie gesagt, das wird man erst nach und nach erkennen; und dann erst wird man das Verhältnis einsehen können, in dem die Moralität zum Willen und unmittelbar zum ganzen Menschen steht, weil die Moralität wirklich unmittelbar auf das wirkt, was wir das Ich nennen. Von da aus wirkt es dann herunter in den Astralleib, in den Ätherleib, und von da in den physischen Leib. Wenn also aus Moralität eine Handlung begangen wird, so strahlt gewissermaßen der Moralitätsimpuls in das Ich, von da in den Astralleib, von da in den Ätherleib, von da in den physischen Leib. Da wird er Bewegung, da wird er dasjenige, was der Mensch äußerlich tut, was erst wahrgenommen werden kann durch die sogenannten motorischen Nerven.

[ 20 ] Moralität ist wirklich etwas, was unmittelbar aus der geistigen Welt in den Menschen hereinwirkt, was stärker aus der geistigen Welt heraus wirkt, als zum Beispiel Schönheit und Wahrheit. Bei der Wahrheit liegt die Sache so, daß wir die rein geistigen Wahrheiten hineingestellt finden in eine Sphäre, in der auch die physischen Wahrheiten mitsprechen müssen. In einer ähnlichen Weise, wie die gewöhnliche physische Wahrnehmung durch die Sinne vermittelt wird, kommen auf dem Umwege durch den Kopf die geistigen Wahrheiten in uns herein. Die moralischen Impulse, auch wenn wir sie ganz geistig fassen als moralische Ideen, kommen nicht auf dem Umwege des Kopfes, sondern die berühren den ganzen Menschen. Das ist als Tatsache festzuhalten: die wirken auf den ganzen Menschen.

[ 20 ] Moralität ist wirklich etwas, was unmittelbar aus der geistigen Welt in den Menschen hereinwirkt, was stärker aus der geistigen Welt heraus wirkt, als zum Beispiel Schönheit und Wahrheit. Bei der Wahrheit liegt die Sache so, daß wir die rein geistigen Wahrheiten hineingestellt finden in eine Sphäre, in der auch die physischen Wahrheiten mitsprechen müssen. In einer ähnlichen Weise, wie die gewöhnliche physische Wahrnehmung durch die Sinne vermittelt wird, kommen auf dem Umwege durch den Kopf die geistigen Wahrheiten in uns herein. Die moralischen Impulse, auch wenn wir sie ganz geistig fassen als moralische Ideen, kommen nicht auf dem Umwege des Kopfes, sondern die berühren den ganzen Menschen. Das ist als Tatsache festzuhalten: die wirken auf den ganzen Menschen.

[ 21 ] Um diese Sache voll zu verstehen, ist es sehr wichtig, daß Sie ins Auge fassen, wie sich nun weiter die Verschiedenheit zwischen dem Haupte und dem übrigen Leib des Menschen ausdrückt. Der Kopf des Menschen, das Haupt ist so, daß bei ihm am meisten in Betracht kommt das, was wir physischen Leib nennen und Ätherleib; die sind so recht ausgeprägt hier auf dem physischen Plan im Haupte. Wenn ich so ein Haupt auf dem physischen Plan vor mir habe, so muß ich sagen: Ja, das drückt mir aus als Zeichen: physische Form, physischer Leib, Ätherleib; aber Astralleib schon weniger, und Ich — das bleibt fast heraußen, das ist fast ganz bloß seelisch für das Haupt, das kann nicht sehr stark hinein in die Bildekräfte des Hauptes. Also beim Kopf ist das Ich eigentlich sehr seelisch; es durchtränkt, durchkraftet seelisch das Haupt, aber es ist als Seelisches ziemlich selbständig. Beim übrigen Leib ist das nicht so. Da ist eigentlich — so paradox, so sonderbar das klingt, aber wahr ist es doch —, da ist eigentlich das Physische und Ätherische viel weniger anwesend im physischen Leib, da ist mehr das Ich und der astralische Leib wirksam; das Ich in der Zirkulation des Blutes. Alle diese Kräfte, die in der Zirkulation des Blutes regelnd da sind, sind eigentlich ein äußerer Ausdruck des Ich. Und alles, was sonst im Leib lebt, ist sehr stark ein Ausdruck des Astralischen, während eigentlich das, was am physischen Leib physisch ist — ich meine, was von physischen Kräften beherrscht ist, was physischen Kräften unterliegt —, auch das, was von Ätherkräften beherrscht wird, so unmittelbar gar nicht wahrgenommen werden kann.

[ 21 ] Um diese Sache voll zu verstehen, ist es sehr wichtig, daß Sie ins Auge fassen, wie sich nun weiter die Verschiedenheit zwischen dem Haupte und dem übrigen Leib des Menschen ausdrückt. Der Kopf des Menschen, das Haupt ist so, daß bei ihm am meisten in Betracht kommt das, was wir physischen Leib nennen und Ätherleib; die sind so recht ausgeprägt hier auf dem physischen Plan im Haupte. Wenn ich so ein Haupt auf dem physischen Plan vor mir habe, so muß ich sagen: Ja, das drückt mir aus als Zeichen: physische Form, physischer Leib, Ätherleib; aber Astralleib schon weniger, und Ich — das bleibt fast heraußen, das ist fast ganz bloß seelisch für das Haupt, das kann nicht sehr stark hinein in die Bildekräfte des Hauptes. Also beim Kopf ist das Ich eigentlich sehr seelisch; es durchtränkt, durchkraftet seelisch das Haupt, aber es ist als Seelisches ziemlich selbständig. Beim übrigen Leib ist das nicht so. Da ist eigentlich — so paradox, so sonderbar das klingt, aber wahr ist es doch —, da ist eigentlich das Physische und Ätherische viel weniger anwesend im physischen Leib, da ist mehr das Ich und der astralische Leib wirksam; das Ich in der Zirkulation des Blutes. Alle diese Kräfte, die in der Zirkulation des Blutes regelnd da sind, sind eigentlich ein äußerer Ausdruck des Ich. Und alles, was sonst im Leib lebt, ist sehr stark ein Ausdruck des Astralischen, während eigentlich das, was am physischen Leib physisch ist — ich meine, was von physischen Kräften beherrscht ist, was physischen Kräften unterliegt —, auch das, was von Ätherkräften beherrscht wird, so unmittelbar gar nicht wahrgenommen werden kann.

[ 22 ] In dieser Beziehung wird man sich natürlich furchtbar täuschen. Wenn man die materialistischen Maßstäbe nimmt, so wird jeder sagen: Wenn der Mensch atmet, so ist das doch ein physischer Vorgang; die Luft geht in ihn hinein; infolge der Atmung findet ein gewisser Prozeß im Blute statt und so weiter, alles physische Vorgänge. Selbstverständlich, alles physische Vorgänge, aber die Kräfte, die zugrunde liegen, sind in den chemischen Blutvorgängen vom Ich kommend. Das eigentlich Physische wird gerade beim Leibe des Menschen viel weniger beachtet. Physische Kräfte drücken sich beim Leibe des Menschen aus, wenn er zum Beispiel als Kind zuerst kriecht und dann allmählich in die Vertikalstellung übergeht. Das ist die eine Art von Überwindung der Schwere; diese eigentümlichen Gleichgewichts- und Schwerewirkungsverhältnisse sind immer in ihm. Aber das ist eigentlich nicht physisch sichtbar, es ist das, was wir in der Geisteswissenschaft den physischen Leib nennen: Es sind zwar physische Kräfte, aber es sind als solche im Grunde genommen unsichtbare Kräfte. So, wie wenn wir eine Waage haben und einen Hebel: in der Mitte das Hypomochlion, auf der einen Seite eine Kraft, die infolge eines Gewichts wirkt, und auf der andern Seite wieder eine Kraft, die infolge eines Gewichts wirkt. Die Kräfte, die da wirken, sind nicht die Schnüre, an denen die Gewichte hängen, sondern die sind unsichtbar, sind aber doch physische Kräfte. So müssen wir das, was wir beim physischen Leib des Menschen physisch nennen, uns zum großen Teil als Kräfte denken.

[ 22 ] In dieser Beziehung wird man sich natürlich furchtbar täuschen. Wenn man die materialistischen Maßstäbe nimmt, so wird jeder sagen: Wenn der Mensch atmet, so ist das doch ein physischer Vorgang; die Luft geht in ihn hinein; infolge der Atmung findet ein gewisser Prozeß im Blute statt und so weiter, alles physische Vorgänge. Selbstverständlich, alles physische Vorgänge, aber die Kräfte, die zugrunde liegen, sind in den chemischen Blutvorgängen vom Ich kommend. Das eigentlich Physische wird gerade beim Leibe des Menschen viel weniger beachtet. Physische Kräfte drücken sich beim Leibe des Menschen aus, wenn er zum Beispiel als Kind zuerst kriecht und dann allmählich in die Vertikalstellung übergeht. Das ist die eine Art von Überwindung der Schwere; diese eigentümlichen Gleichgewichts- und Schwerewirkungsverhältnisse sind immer in ihm. Aber das ist eigentlich nicht physisch sichtbar, es ist das, was wir in der Geisteswissenschaft den physischen Leib nennen: Es sind zwar physische Kräfte, aber es sind als solche im Grunde genommen unsichtbare Kräfte. So, wie wenn wir eine Waage haben und einen Hebel: in der Mitte das Hypomochlion, auf der einen Seite eine Kraft, die infolge eines Gewichts wirkt, und auf der andern Seite wieder eine Kraft, die infolge eines Gewichts wirkt. Die Kräfte, die da wirken, sind nicht die Schnüre, an denen die Gewichte hängen, sondern die sind unsichtbar, sind aber doch physische Kräfte. So müssen wir das, was wir beim physischen Leib des Menschen physisch nennen, uns zum großen Teil als Kräfte denken.

[ 23 ] Und wenn wir ins Ätherische kommen, da ist auch noch ziemlich viel, was unbeachtet bleibt — denn das sind physische Vorgänge, die im Ätherleib spielen, die sich abspielen, wenn die Sinneswahrnehmung wirkt, wenn der Geschmack wirkt in den Geschmacksnerven. Aber das alles sind im Grunde genommen sehr feine Vorgänge.

[ 23 ] Und wenn wir ins Ätherische kommen, da ist auch noch ziemlich viel, was unbeachtet bleibt — denn das sind physische Vorgänge, die im Ätherleib spielen, die sich abspielen, wenn die Sinneswahrnehmung wirkt, wenn der Geschmack wirkt in den Geschmacksnerven. Aber das alles sind im Grunde genommen sehr feine Vorgänge.

[ 24 ] Dann kommen wir zu dem, was sich in Muskeln und so weiter abspielt, was äußerlich als Gleichnis, als Bild physisch wahrzunehmen ist, was aber von astralischen Kräften abhängt. Auch das, was in den Nerven sich abspielt, ist vom Astralischen abhängig.

[ 24 ] Dann kommen wir zu dem, was sich in Muskeln und so weiter abspielt, was äußerlich als Gleichnis, als Bild physisch wahrzunehmen ist, was aber von astralischen Kräften abhängt. Auch das, was in den Nerven sich abspielt, ist vom Astralischen abhängig.

[ 25 ] Und dann kommen wir zur Blutzirkulation, zu den Ich-Kräften. So, wie das Ich und der astralische Leib wirksam sind bei all dem, was wir durch die Vererbung in der Generationenfolge haben, in der gleichen Weise sind sie nicht wirksam im Kopf des Menschen — vor allem nicht das Ich. Man kann sagen, das Ich ist sehr tätig im Kopf, wenn der Mensch wacht; aber es ist eigentlich niemals so, daß es im Kopfe eine solche innerliche Tätigkeit verrichtet wie im übrigen Leib, im Blute, und das Blut, das zum Kopf geht, ist ja auch vom übrigen Leib abhängig. Deshalb, sagte ich, kann man die Dinge nicht so trennen. Es spielt eines in das andere hinein. Aber dasjenige, was der Impuls des Blutes ist, kommt eben nicht aus dem Kopf, sondern es wird in den Kopf hineingedrängt. Das geht von dem Ich aus, insoferne es vom Leib abhängig ist.

[ 25 ] Und dann kommen wir zur Blutzirkulation, zu den Ich-Kräften. So, wie das Ich und der astralische Leib wirksam sind bei all dem, was wir durch die Vererbung in der Generationenfolge haben, in der gleichen Weise sind sie nicht wirksam im Kopf des Menschen — vor allem nicht das Ich. Man kann sagen, das Ich ist sehr tätig im Kopf, wenn der Mensch wacht; aber es ist eigentlich niemals so, daß es im Kopfe eine solche innerliche Tätigkeit verrichtet wie im übrigen Leib, im Blute, und das Blut, das zum Kopf geht, ist ja auch vom übrigen Leib abhängig. Deshalb, sagte ich, kann man die Dinge nicht so trennen. Es spielt eines in das andere hinein. Aber dasjenige, was der Impuls des Blutes ist, kommt eben nicht aus dem Kopf, sondern es wird in den Kopf hineingedrängt. Das geht von dem Ich aus, insoferne es vom Leib abhängig ist.

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[ 26 ] So daß man wirklich sagen kann: Sehen wir uns den Kopf eines Menschen an, so ist das Hervorstechendste, das Wichtigste das, was herausgepreßt ist in den physischen Leib und in den Ätherleib. Sehen wir uns den übrigen Leib an, so ist das wichtigste das, was in ihm pulsiert und ihn erkraftet, das, was vom Ich kommt und vom astralischen Leib. Also, wenn Sie diesen Gegensatz nehmen, einerseits den Kopf und andererseits den übrigen Leib, so würden wir im Kopf hervorstechend haben: physischen Leib und AÄtherleib, und relativ selbständig, das durchflutend, astralischen Leib und Ich. Im übrigen Leib würden wir Ich und astralischen Leib haben, die geradezu in den physischen Vorgängen drinnen wirken; und das übrige liegt eigentlich als unsichtbares Gerüst, als physisches und ätherisches Gerüst, das gewöhnlich gar nicht beachtet wird, zugrunde. Es ist wirklich das Ich physisch in unserer Blutzirkulation.

[ 26 ] So daß man wirklich sagen kann: Sehen wir uns den Kopf eines Menschen an, so ist das Hervorstechendste, das Wichtigste das, was herausgepreßt ist in den physischen Leib und in den Ätherleib. Sehen wir uns den übrigen Leib an, so ist das wichtigste das, was in ihm pulsiert und ihn erkraftet, das, was vom Ich kommt und vom astralischen Leib. Also, wenn Sie diesen Gegensatz nehmen, einerseits den Kopf und andererseits den übrigen Leib, so würden wir im Kopf hervorstechend haben: physischen Leib und AÄtherleib, und relativ selbständig, das durchflutend, astralischen Leib und Ich. Im übrigen Leib würden wir Ich und astralischen Leib haben, die geradezu in den physischen Vorgängen drinnen wirken; und das übrige liegt eigentlich als unsichtbares Gerüst, als physisches und ätherisches Gerüst, das gewöhnlich gar nicht beachtet wird, zugrunde. Es ist wirklich das Ich physisch in unserer Blutzirkulation.

[ 27 ] Dasjenige nun, was wir gewissermaßen die moralisch-ätherische Aura nennen, wie wirkt denn die auf uns? Sie wirkt zunächst auf den ganzen Menschen. Aber sie wirkt auf das Ich, und das Ich wirkt eigentlich im ganzen übrigen Leib, sagen wir zum Beispiel im Blut. Nicht wahr, es ist ja das Ich das Hauptsächlichste im Blute. Die Moralität wirkt auf das Blut. Sie müssen nicht so sehr das physische Blut ins Auge fassen, das eigentlich nur da ist, ich möchte sagen, um die Stelle im Raum auszufüllen, wo die Ich-Kräfte wirken, sondern das Blut im Sinne dessen auffassen, was ich gesagt habe. Also die Moralität wirkt auf das Ich. Es begegnet sich gleichsam dasjenige, was in unserem Blute wirkt als Ich-Kräfte, mit den Kräften der Moralität. Wenn der Mensch hier in der physischen Welt steht, so ist es schon so: was in seinem Blute pulsiert, begegnet sich geistig mit den Kräften, die aus der moralischen Sphäre hereinspielen, und zwar so, daß der eigentlich moralische Impuls dasjenige, was gewissermaßen aufsteigt aus dem Blute, heraustreibt. Also stellen Sie sich vor, wir hätten hier einen Blutstrom, und da strömt das Ich und wirkt die Moralität (siehe Zeichnung $.69). Dann muß die Moralität entgegenwirken dem zunächst strömenden Ich, muß die Gegenkraft zu diesem strömenden Ich sein. Das ist auch der Fall. Wenn jemand unter einem starken moralischen Impuls steht, so ist eine unmittelbare Wirkung des moralischen Impulses auf das Blut vorhanden. Die geht voran selbst der Wahrnehmung des moralischen Vorganges, des moralischen Prozesses durch den Kopf. Daher hat Aristoteles, der diese Dinge immer noch genauer gesehen hat, nicht nur die physischen, sondern auch die moralischen Dinge, ein wunderbares Wort gesagt: daß die Moralität auf einer Fertigkeit beruht, das heißt entbunden ist in bezug auf ihre eigentliche Tätigkeit, entbunden ist dem intellektuellen Urteil.

[ 27 ] Dasjenige nun, was wir gewissermaßen die moralisch-ätherische Aura nennen, wie wirkt denn die auf uns? Sie wirkt zunächst auf den ganzen Menschen. Aber sie wirkt auf das Ich, und das Ich wirkt eigentlich im ganzen übrigen Leib, sagen wir zum Beispiel im Blut. Nicht wahr, es ist ja das Ich das Hauptsächlichste im Blute. Die Moralität wirkt auf das Blut. Sie müssen nicht so sehr das physische Blut ins Auge fassen, das eigentlich nur da ist, ich möchte sagen, um die Stelle im Raum auszufüllen, wo die Ich-Kräfte wirken, sondern das Blut im Sinne dessen auffassen, was ich gesagt habe. Also die Moralität wirkt auf das Ich. Es begegnet sich gleichsam dasjenige, was in unserem Blute wirkt als Ich-Kräfte, mit den Kräften der Moralität. Wenn der Mensch hier in der physischen Welt steht, so ist es schon so: was in seinem Blute pulsiert, begegnet sich geistig mit den Kräften, die aus der moralischen Sphäre hereinspielen, und zwar so, daß der eigentlich moralische Impuls dasjenige, was gewissermaßen aufsteigt aus dem Blute, heraustreibt. Also stellen Sie sich vor, wir hätten hier einen Blutstrom, und da strömt das Ich und wirkt die Moralität (siehe Zeichnung $.69). Dann muß die Moralität entgegenwirken dem zunächst strömenden Ich, muß die Gegenkraft zu diesem strömenden Ich sein. Das ist auch der Fall. Wenn jemand unter einem starken moralischen Impuls steht, so ist eine unmittelbare Wirkung des moralischen Impulses auf das Blut vorhanden. Die geht voran selbst der Wahrnehmung des moralischen Vorganges, des moralischen Prozesses durch den Kopf. Daher hat Aristoteles, der diese Dinge immer noch genauer gesehen hat, nicht nur die physischen, sondern auch die moralischen Dinge, ein wunderbares Wort gesagt: daß die Moralität auf einer Fertigkeit beruht, das heißt entbunden ist in bezug auf ihre eigentliche Tätigkeit, entbunden ist dem intellektuellen Urteil.

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[ 28 ] Der Kopf schaut zu, radikal gesprochen. Also wir haben, indem wir hier auf dem physischen Plan herumgehen, eine Wechselwirkung zwischen gewissen Kräften, die als Ich zugrunde liegen unserer Blutpulsation, und den moralischen Impulsen, die aus einer geistigen Welt in uns hereindringen. Diese Wechselwirkung beruht im wesentlichen darauf, daß wir mit unserem ganzen Leib im Wachbewußtsein sind; das gehört schon dazu, daß wir im Wachbewußtsein sind. Es muß das Ich wirklich pulsieren als bewußtes Ich im Blute. Sie werden vielleicht sagen das will ich gewissermaßen in Parenthese einschalten —: Ja, aber im Schlafe, da ist doch das Ich und der astralische Leib heraußen, die sind heraußen aus dem physischen Leib und Ätherleib. Wenn hier hauptsächlich das Ich und der astralische Leib wirksam sind, dann ist Ja nichts mehr drinnen von dem Ich und dem astralischen Leib im Schlafe. Aber die Formen und Bewegungen bleiben doch! — Gewiß ist das Wesentliche draußen, aber eigentlich — ich habe es öfters betont —: das Heraussein bezieht sich wesentlich auf den Kopfteil. Ich habe ausdrücklich gesagt, die Wechselwirkung zwischen dem Ich und dem astralischen Leib, wenn sie nicht auf den Kopf wirkt, ist um so intensiver in bezug auf den übrigen Organismus. Das ist oftmals hier gesagt worden. Beim übrigen Organismus ist das Ich und der astralische Leib nicht so getrennt.

[ 28 ] Der Kopf schaut zu, radikal gesprochen. Also wir haben, indem wir hier auf dem physischen Plan herumgehen, eine Wechselwirkung zwischen gewissen Kräften, die als Ich zugrunde liegen unserer Blutpulsation, und den moralischen Impulsen, die aus einer geistigen Welt in uns hereindringen. Diese Wechselwirkung beruht im wesentlichen darauf, daß wir mit unserem ganzen Leib im Wachbewußtsein sind; das gehört schon dazu, daß wir im Wachbewußtsein sind. Es muß das Ich wirklich pulsieren als bewußtes Ich im Blute. Sie werden vielleicht sagen das will ich gewissermaßen in Parenthese einschalten —: Ja, aber im Schlafe, da ist doch das Ich und der astralische Leib heraußen, die sind heraußen aus dem physischen Leib und Ätherleib. Wenn hier hauptsächlich das Ich und der astralische Leib wirksam sind, dann ist Ja nichts mehr drinnen von dem Ich und dem astralischen Leib im Schlafe. Aber die Formen und Bewegungen bleiben doch! — Gewiß ist das Wesentliche draußen, aber eigentlich — ich habe es öfters betont —: das Heraussein bezieht sich wesentlich auf den Kopfteil. Ich habe ausdrücklich gesagt, die Wechselwirkung zwischen dem Ich und dem astralischen Leib, wenn sie nicht auf den Kopf wirkt, ist um so intensiver in bezug auf den übrigen Organismus. Das ist oftmals hier gesagt worden. Beim übrigen Organismus ist das Ich und der astralische Leib nicht so getrennt.

[ 29 ] Aber wenn nun auch die Moralität sich in unserer Blutsphäre mit den Ich-Kräften begegnet, so strömt sie doch so ein, daß sie durch den Kopf geht. Deshalb habe ich früher auch gesagt: Hier gehört der dazu, zum ganzen Leib dazu. Sie muß durch den Kopf gehen, sie darf nicht direkt in den Leib einströmen. Das heißt, der Mensch muß wach sein. Denn würde der Mensch schlafen und das Ich und der astralische Leib aus dem Kopf heraußen sein, so könnte die Moralität nicht durch das Geistige, sondern müßte durch das Physische und Ätherische, womit sie gar nichts zu tun hat, in den Kopf, in den physischen Leib einströmen. Das würde unmöglich sein.

[ 29 ] Aber wenn nun auch die Moralität sich in unserer Blutsphäre mit den Ich-Kräften begegnet, so strömt sie doch so ein, daß sie durch den Kopf geht. Deshalb habe ich früher auch gesagt: Hier gehört der dazu, zum ganzen Leib dazu. Sie muß durch den Kopf gehen, sie darf nicht direkt in den Leib einströmen. Das heißt, der Mensch muß wach sein. Denn würde der Mensch schlafen und das Ich und der astralische Leib aus dem Kopf heraußen sein, so könnte die Moralität nicht durch das Geistige, sondern müßte durch das Physische und Ätherische, womit sie gar nichts zu tun hat, in den Kopf, in den physischen Leib einströmen. Das würde unmöglich sein.

[ 30 ] Sie können sich von dem, was ich jetzt sage, wenn Sie ganz ehrlich sind gegen sich, durch etwas sehr Einfaches überzeugen. Fragen Sie sich einmal, ob Sie im Schlafe oder im Traum so durchaus moralisch sind — wenn die Moralität nicht eine Reminiszenz aus dem physischen Leben ist! Mit der Moralität im Traum, mit dem, was man Moralität nennt, steht es zuweilen recht schlimm, nicht wahr? Es kann ja etwas amoralisch sein, das heißt, daß der Maßstab des Moralischen gar nicht anwendbar ist, wie es bei der Pflanzenwelt der Fall ist. Aber der moralische Impuls als solcher kann nur für das Wachbewußtsein gelten. So sehen Sie, wie wir in der Moralität eine Wirkung unserer geistigen Umwelt haben unmittelbar auf diejenigen Kräfte, die in uns Ich-Strahlung sind.

[ 30 ] Sie können sich von dem, was ich jetzt sage, wenn Sie ganz ehrlich sind gegen sich, durch etwas sehr Einfaches überzeugen. Fragen Sie sich einmal, ob Sie im Schlafe oder im Traum so durchaus moralisch sind — wenn die Moralität nicht eine Reminiszenz aus dem physischen Leben ist! Mit der Moralität im Traum, mit dem, was man Moralität nennt, steht es zuweilen recht schlimm, nicht wahr? Es kann ja etwas amoralisch sein, das heißt, daß der Maßstab des Moralischen gar nicht anwendbar ist, wie es bei der Pflanzenwelt der Fall ist. Aber der moralische Impuls als solcher kann nur für das Wachbewußtsein gelten. So sehen Sie, wie wir in der Moralität eine Wirkung unserer geistigen Umwelt haben unmittelbar auf diejenigen Kräfte, die in uns Ich-Strahlung sind.

[ 31 ] Gehen wir jetzt zur Schönheit, zu dem, was ästhetisch wirkt. Wir wissen schon: es beruht auf einer Wechselwirkung des Kopfteiles und des übrigen Leibes. Es ist so, daß der Kopf träumt von dem übrigen Leib, und der übrige Leib träumt von dem Kopf. Untersucht man das, was zugrunde liegt, so findet man, daß alles Ästhetische auch aus gewissen Impulsen der geistigen Umwelt kommt, welche diese Wechselwirkung in uns anregt. Diejenigen, von welchen ich vorhin gesagt habe, daß sie das botokudische Element darstellen, die sind für diese Impulse wenig empfänglich; die lassen sich nicht anregen durch dasjenige, was im Innern diese Wechselwirkung hervorruft. Aber diese Impulse wirken nun nicht auf das Ich, sondern sie wirken unmittelbar auf den astralischen Leib, während die moralischen Impulse unmittelbar auf das Ich wirken. Und jenes Unbewußte, welches im Moralischen liegt, das den Charakter des unbewußten, halb unterbewußten Gewissens ausmacht, das beruht eben darauf, daß das Moralische durch den Kopf durchgeht, und — da das Ich nicht so intensiv mit dem Kopf verbunden ist — in das mehr Unterbewußte des Leibes eintritt, den ganzen Menschen ergreift. Dasjenige, was aus einer ästhetischen Sphäre kommt, wirkt nun unmittelbar auf den astralischen Leib. Und es wirkt so, daß eben jenes eigentümliche Spiel entsteht zwischen dem astralischen Leib, der intensiv verbunden ist mit aller Regsamkeit, sei es Nerven-, sei es Muskelregsamkeit des Leibes, und dem astralischen Leib, der weniger intensiv mit der Muskel- und Nervenregsamkeit des Kopfes verbunden ist. Der astralische Leib steht eben in einem andern Verhältnis zum Kopfe als zum übrigen Leib. Dadurch hat der Mensch diese zwei Astralitäten: eine gewissermaßen freiere Astralität im Kopfteil, und eine an die physischen Vorgänge gebundene Astralität im übrigen Leib. Und diese gebundene und freie Astralität, die spielen ineinander durch die ästhetischen Impulse. Das ist ein Durcheinanderwogen und Durcheinanderweben.

[ 31 ] Gehen wir jetzt zur Schönheit, zu dem, was ästhetisch wirkt. Wir wissen schon: es beruht auf einer Wechselwirkung des Kopfteiles und des übrigen Leibes. Es ist so, daß der Kopf träumt von dem übrigen Leib, und der übrige Leib träumt von dem Kopf. Untersucht man das, was zugrunde liegt, so findet man, daß alles Ästhetische auch aus gewissen Impulsen der geistigen Umwelt kommt, welche diese Wechselwirkung in uns anregt. Diejenigen, von welchen ich vorhin gesagt habe, daß sie das botokudische Element darstellen, die sind für diese Impulse wenig empfänglich; die lassen sich nicht anregen durch dasjenige, was im Innern diese Wechselwirkung hervorruft. Aber diese Impulse wirken nun nicht auf das Ich, sondern sie wirken unmittelbar auf den astralischen Leib, während die moralischen Impulse unmittelbar auf das Ich wirken. Und jenes Unbewußte, welches im Moralischen liegt, das den Charakter des unbewußten, halb unterbewußten Gewissens ausmacht, das beruht eben darauf, daß das Moralische durch den Kopf durchgeht, und — da das Ich nicht so intensiv mit dem Kopf verbunden ist — in das mehr Unterbewußte des Leibes eintritt, den ganzen Menschen ergreift. Dasjenige, was aus einer ästhetischen Sphäre kommt, wirkt nun unmittelbar auf den astralischen Leib. Und es wirkt so, daß eben jenes eigentümliche Spiel entsteht zwischen dem astralischen Leib, der intensiv verbunden ist mit aller Regsamkeit, sei es Nerven-, sei es Muskelregsamkeit des Leibes, und dem astralischen Leib, der weniger intensiv mit der Muskel- und Nervenregsamkeit des Kopfes verbunden ist. Der astralische Leib steht eben in einem andern Verhältnis zum Kopfe als zum übrigen Leib. Dadurch hat der Mensch diese zwei Astralitäten: eine gewissermaßen freiere Astralität im Kopfteil, und eine an die physischen Vorgänge gebundene Astralität im übrigen Leib. Und diese gebundene und freie Astralität, die spielen ineinander durch die ästhetischen Impulse. Das ist ein Durcheinanderwogen und Durcheinanderweben.

[ 32 ] Und wenn wir ins Gebiet der Wahrheit kommen: Wahrheit ist auch etwas Übersinnliches, wirkt aber in den Kopf direkt hinein. Wahrheit als solche hat es unmittelbar mit den Tätigkeiten, mit den Prozessen des Kopfes zu tun. Aber das Eigentümliche alles dessen, was Wahrheit ist, das ist,daß es so wirkt auf den Menschen, und daher so erfaßt wird, daß es unmittelbar in den ätherischen Leib einströmt. Aus vielen Auseinandersetzungen, die gepflogen worden sind, können Sie das entnehmen. Indem die Wahrheit in Form der Gedanken im Menschen lebt, lebt sie im ätherischen Leib — das habe ich ja oft gesagt —, lebt mit den Gedanken im ätherischen Leib. Wahrheit erfaßt unmittelbar den Ätherteil des Kopfes und überträgt sich da natürlich als Wahrheit auf den physischen Teil des Kopfes.

[ 32 ] Und wenn wir ins Gebiet der Wahrheit kommen: Wahrheit ist auch etwas Übersinnliches, wirkt aber in den Kopf direkt hinein. Wahrheit als solche hat es unmittelbar mit den Tätigkeiten, mit den Prozessen des Kopfes zu tun. Aber das Eigentümliche alles dessen, was Wahrheit ist, das ist,daß es so wirkt auf den Menschen, und daher so erfaßt wird, daß es unmittelbar in den ätherischen Leib einströmt. Aus vielen Auseinandersetzungen, die gepflogen worden sind, können Sie das entnehmen. Indem die Wahrheit in Form der Gedanken im Menschen lebt, lebt sie im ätherischen Leib — das habe ich ja oft gesagt —, lebt mit den Gedanken im ätherischen Leib. Wahrheit erfaßt unmittelbar den Ätherteil des Kopfes und überträgt sich da natürlich als Wahrheit auf den physischen Teil des Kopfes.

[ 33 ] Sehen Sie, so ist das Ergriffenwerden des Menschen von Wahrheit, Schönheit, Güte, von Erkenntnis, von Ästhetik, von Moralität. Erkenntnis, Wahrnehmung, Wahrheit erfaßt den Menschen so, daß die äußere Welt unmittelbar — durch das Ich und den astralischen Leib hindurchströmend, insofern die am Kopfteil teilnehmen — bis in den Ätherleib hinein von außen her wirkt. Da wird unmittelbar der Ätherleib ergriffen. Und weil der Mensch mit seinem Bewußtsein nicht so untertaucht in seinen Ätherleib, kommt ihm die Wahrheit als etwas Fertiges vor. Das ist gerade das Bestürzende, das Überraschende der Initiation, daß man beginnt, die Wahrheit, wie sie da hineinpulst in den Ätherleib, als etwas ebenso Freies zu empfinden, wie man sonst das Hereinpulsieren der Moralität empfindet oder der Schönheit in den astralischen Leib. Das ist dieses Bestürzende, Überraschende aus dem Grunde, weil es den Menschen, der irgendeine Initiation durchgemacht hat, in ein viel freieres Verhältnis zur Wahrheit bringt, und dadurch in ein viel verantwortungsvolleres Verhältnis zur Wahrheit. Tritt die Wahrheit ganz unbewußt in uns herein, dann ist sie fertig, und dann sagen wir einfach mit der gewöhnlichen Logik: das ist wahr, das ist unwahr. Dann hat man ein viel geringeres Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber der Wahrheit, als wenn man weiß, daß die Wahrheit geradeso im Grunde abhängig ist von tiefliegenden Sympathie- und Antipathiegefühlen wie die Moralität und wie die Schönheit, so daß man ein gewisses freies Verhältnis zur Wahrheit hat.

[ 33 ] Sehen Sie, so ist das Ergriffenwerden des Menschen von Wahrheit, Schönheit, Güte, von Erkenntnis, von Ästhetik, von Moralität. Erkenntnis, Wahrnehmung, Wahrheit erfaßt den Menschen so, daß die äußere Welt unmittelbar — durch das Ich und den astralischen Leib hindurchströmend, insofern die am Kopfteil teilnehmen — bis in den Ätherleib hinein von außen her wirkt. Da wird unmittelbar der Ätherleib ergriffen. Und weil der Mensch mit seinem Bewußtsein nicht so untertaucht in seinen Ätherleib, kommt ihm die Wahrheit als etwas Fertiges vor. Das ist gerade das Bestürzende, das Überraschende der Initiation, daß man beginnt, die Wahrheit, wie sie da hineinpulst in den Ätherleib, als etwas ebenso Freies zu empfinden, wie man sonst das Hereinpulsieren der Moralität empfindet oder der Schönheit in den astralischen Leib. Das ist dieses Bestürzende, Überraschende aus dem Grunde, weil es den Menschen, der irgendeine Initiation durchgemacht hat, in ein viel freieres Verhältnis zur Wahrheit bringt, und dadurch in ein viel verantwortungsvolleres Verhältnis zur Wahrheit. Tritt die Wahrheit ganz unbewußt in uns herein, dann ist sie fertig, und dann sagen wir einfach mit der gewöhnlichen Logik: das ist wahr, das ist unwahr. Dann hat man ein viel geringeres Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber der Wahrheit, als wenn man weiß, daß die Wahrheit geradeso im Grunde abhängig ist von tiefliegenden Sympathie- und Antipathiegefühlen wie die Moralität und wie die Schönheit, so daß man ein gewisses freies Verhältnis zur Wahrheit hat.

[ 34 ] Hier liegt wiederum ein Mysterium, und zwar jetzt ein bedeutsames subjektives Mysterium vor, das sich darin äußert, daß manche, die nicht in richtiger, würdiger Weise sich dem Erlebnis der Initiation nähern, an ihrem Wahrheitsgefühl nicht so gewinnen, daß sie ein größeres Verantwortlichkeitsgefühl entwickeln, sondern daß sie das Verantwortlichkeitsgefühl, das sie gegenüber der aufgezwungenen Wahrheit haben, verlieren und in ein gewisses unwahres Element hineinkommen. Oh, hier liegen sehr viele bedeutungsvolle Dinge in der menschlichen Entwickelung zur spirituellen Wahrheit, die dann in ihrer höchsten Läuterung Weisheit ist. Indem sie gewissermaßen durchströmt durch das Ich und den astralischen Leib, wirkt sie unmittelbar in das Ätherische, in den Ätherleib des Menschen. Das Schöne wirkt in den astralischen Leib des Menschen herein; das Ich durchdringt das Moralische; der moralische Impuls wirkt in das Ich herein. Das Wahre hat also nur noch, indem es aus dem Kosmos, aus dem Universum in uns einströmt, auf den physischen Leib zu wirken, hat sich nur noch im physischen Leib abzudrücken, das heißt im physischen Gehirn; es wird im Physischen Wahrnehmung. Das Schöne muß, indem es von außen, vom Universum in unser Astralisches einströmt, noch in den Ätherleib hineinwirken, und dann in den physischen Leib. Das Gute, der Impuls des Guten wirkt auf das Ich, und muß so stark auf das Ich wirken, daß das wieder weitervibriert in den astralischen Leib, Ätherleib und physischen Leib hinein, wo es dann erst wirksam werden kann in dem physischen Leib.

[ 34 ] Hier liegt wiederum ein Mysterium, und zwar jetzt ein bedeutsames subjektives Mysterium vor, das sich darin äußert, daß manche, die nicht in richtiger, würdiger Weise sich dem Erlebnis der Initiation nähern, an ihrem Wahrheitsgefühl nicht so gewinnen, daß sie ein größeres Verantwortlichkeitsgefühl entwickeln, sondern daß sie das Verantwortlichkeitsgefühl, das sie gegenüber der aufgezwungenen Wahrheit haben, verlieren und in ein gewisses unwahres Element hineinkommen. Oh, hier liegen sehr viele bedeutungsvolle Dinge in der menschlichen Entwickelung zur spirituellen Wahrheit, die dann in ihrer höchsten Läuterung Weisheit ist. Indem sie gewissermaßen durchströmt durch das Ich und den astralischen Leib, wirkt sie unmittelbar in das Ätherische, in den Ätherleib des Menschen. Das Schöne wirkt in den astralischen Leib des Menschen herein; das Ich durchdringt das Moralische; der moralische Impuls wirkt in das Ich herein. Das Wahre hat also nur noch, indem es aus dem Kosmos, aus dem Universum in uns einströmt, auf den physischen Leib zu wirken, hat sich nur noch im physischen Leib abzudrücken, das heißt im physischen Gehirn; es wird im Physischen Wahrnehmung. Das Schöne muß, indem es von außen, vom Universum in unser Astralisches einströmt, noch in den Ätherleib hineinwirken, und dann in den physischen Leib. Das Gute, der Impuls des Guten wirkt auf das Ich, und muß so stark auf das Ich wirken, daß das wieder weitervibriert in den astralischen Leib, Ätherleib und physischen Leib hinein, wo es dann erst wirksam werden kann in dem physischen Leib.

[ 35 ] So steht der Mensch zum Wahren, Schönen, Guten. Im Wahren öffnet er seinen Ätherleib, zunächst den Ätherteil des Kopfes, unmittelbar dem Kosmos. Im Schönen öffnet er seinen astralischen Leib unmittelbar dem Kosmos. In der Moralität öffnet er unmittelbar sein Ich dem Kosmos. Im Wahren — wir werden diese Dinge morgen weiter ausführen und dann auch die Gesetze des Lebens zwischen Geburt und Tod und auch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt anführen —, im Wahren haben wir etwas, was am längsten schon vorbereitet ist für den Menschen. Im Schönen haben wir etwas, was verhältnismäßig kürzer vorbereitet ist; und im Moralischen haben wir etwas, was erst jetzt auf der Erde seinen Anfang nimmt. Was in der Wahrheit lebt, die sich zur Weisheit läutert, nimmt eigentlich schon während der Sonnenentwickelung seinen ersten Anfang, hat dann in einer gewissen Weise seinen Höhepunkt in der Mondenentwickelung, lebt sich weiter ein in der Erdenentwickelung, und wird im wesentlichen schon vollendet sein bei dem, was wir als die Jupiterentwickelung kennen. Da wird das menschliche Wesen mit Bezug auf den Inhalt der Weisheit einen gewissen vollen Abschluß erlangt haben. Schönheit — was eine sehr innerliche Sache für den Menschen ist — nimmt ihren Anfang während der Mondenentwickelung, setzt sich während der Erdenentwickelung fort, wird den Abschluß erlangen während der Venusentwickelung, was wir die Venusentwickelung nennen. Diese Dinge sind alle so, daß da, wo aus dem Okkulten heraus Namen gewählt werden, sie schon ihre gute Bedeutung haben. Ich nenne nicht umsonst diese Entwickelung «Venusentwickelung»; sie wird eben mit Bezug auf die maßgeblichen Prozesse schon so genannt.

[ 35 ] So steht der Mensch zum Wahren, Schönen, Guten. Im Wahren öffnet er seinen Ätherleib, zunächst den Ätherteil des Kopfes, unmittelbar dem Kosmos. Im Schönen öffnet er seinen astralischen Leib unmittelbar dem Kosmos. In der Moralität öffnet er unmittelbar sein Ich dem Kosmos. Im Wahren — wir werden diese Dinge morgen weiter ausführen und dann auch die Gesetze des Lebens zwischen Geburt und Tod und auch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt anführen —, im Wahren haben wir etwas, was am längsten schon vorbereitet ist für den Menschen. Im Schönen haben wir etwas, was verhältnismäßig kürzer vorbereitet ist; und im Moralischen haben wir etwas, was erst jetzt auf der Erde seinen Anfang nimmt. Was in der Wahrheit lebt, die sich zur Weisheit läutert, nimmt eigentlich schon während der Sonnenentwickelung seinen ersten Anfang, hat dann in einer gewissen Weise seinen Höhepunkt in der Mondenentwickelung, lebt sich weiter ein in der Erdenentwickelung, und wird im wesentlichen schon vollendet sein bei dem, was wir als die Jupiterentwickelung kennen. Da wird das menschliche Wesen mit Bezug auf den Inhalt der Weisheit einen gewissen vollen Abschluß erlangt haben. Schönheit — was eine sehr innerliche Sache für den Menschen ist — nimmt ihren Anfang während der Mondenentwickelung, setzt sich während der Erdenentwickelung fort, wird den Abschluß erlangen während der Venusentwickelung, was wir die Venusentwickelung nennen. Diese Dinge sind alle so, daß da, wo aus dem Okkulten heraus Namen gewählt werden, sie schon ihre gute Bedeutung haben. Ich nenne nicht umsonst diese Entwickelung «Venusentwickelung»; sie wird eben mit Bezug auf die maßgeblichen Prozesse schon so genannt.

[ 36 ] Von Moralität konnte man während der Mondenentwickelung noch nicht sprechen, denn da war der Mensch in bezug auf das, was er tat, noch in eine Notwendigkeit, fast in eine Naturnotwendigkeit eingeschalter. Moralität beginnt erst auf der Erde. Und die Vollendung wird sie erreichen in der Vulkanentwickelung, wenn alles das, was in den Feuerprozessen des Blutes pulsiert, geläutertes Ich sein wird, von der Moralität geläutertes Ich, von der Moralität ganz ergriffenes Ich: wenn Ich-Kräfte des Menschen und Moralkräfte eines und dasselbe sein werden, und sein Blut, das heißt seine Blutwärme - denn das Materielle ist ja nur das äußere Zeichen -, wenn seine Blutwärme das heilige Feuer des Vulkans sein wird. Über diese Dinge wollen wir morgen weitersprechen.

[ 36 ] Von Moralität konnte man während der Mondenentwickelung noch nicht sprechen, denn da war der Mensch in bezug auf das, was er tat, noch in eine Notwendigkeit, fast in eine Naturnotwendigkeit eingeschalter. Moralität beginnt erst auf der Erde. Und die Vollendung wird sie erreichen in der Vulkanentwickelung, wenn alles das, was in den Feuerprozessen des Blutes pulsiert, geläutertes Ich sein wird, von der Moralität geläutertes Ich, von der Moralität ganz ergriffenes Ich: wenn Ich-Kräfte des Menschen und Moralkräfte eines und dasselbe sein werden, und sein Blut, das heißt seine Blutwärme - denn das Materielle ist ja nur das äußere Zeichen -, wenn seine Blutwärme das heilige Feuer des Vulkans sein wird. Über diese Dinge wollen wir morgen weitersprechen.