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The Riddle of Man
The Spiritual Background of Human History
GA 170

6 August 1916, Dornach

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Fünfter Vortrag

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Ich werde im wesentlichen heute die Zeit dazu benützen, einige Grundlagen zu entwickeln, aus denen sich dann gewisse Dinge ergeben werden, zu denen wir morgen kommen wollen — Grundlagen, die Erweiterungen des gestern Ausgeführten darstellen werden.

[ 1 ] Ich werde im wesentlichen heute die Zeit dazu benützen, einige Grundlagen zu entwickeln, aus denen sich dann gewisse Dinge ergeben werden, zu denen wir morgen kommen wollen — Grundlagen, die Erweiterungen des gestern Ausgeführten darstellen werden.

[ 2 ] Denken wir daran, daß der Mensch durch die Geburt, oder sagen wir durch die Empfängnis hereintritt in das physische Leben, in das Leben, das er zubringt zwischen der Geburt und dem Tode auf dem physischen Plane. Denken wir daran, wie der Mensch in dieses physische Leben eintritt, so wie wir es die Jahre her dargestellt haben. Wir wissen ja, daß der Mensch in gewissem Sinne ein Zusammenfluß ist der niederen Naturreiche — des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches — und sich über diese drei Reiche, die in ihm gleichsam zur Symbiose verbunden sind, dann erhebt. Aber er wächst als geistig-seelisches Wesen in diese drei Reiche hinein. So daß wir sagen können: Der Mensch wächst, indem er heruntersteigt zum physischen Plan, in das mineralische, pflanzliche, tierische Reich hinein und wird Mensch. Nun steigt er ja nach dem Tode wieder hinauf. Für die geistige Anschauungsweise ist etwas Ähnliches der Fall: So wie dieses Hineinwachsen in die Reiche des physischen Daseins geschieht, vollzieht sich etwas sehr Ähnliches im Geistgebiete. Sie müssen bei all solchen Darstellungen, die ich da gebe, sich natürlich immer klar sein, daß alles das, was wir schon gesagt haben über das Hineinwachsen des Menschen in die geistige Welt nach dem Durchgang durch die Todespforte, bestehen bleibt, und daß dieses, was wir als weitere Ausführungen an uns herantreten lassen, eben nur noch dazu gilt. So daß wir sagen können: Der Mensch wächst hinein in die geistige Welt so, daß ihn aufnimmt das moralische Reich, das ästhetische Reich, das Weisheitsreich oder Wahrheitsreich. Nur natürlich, wenn wir im Leben hier sprechen vom moralischen Reich, von dem Reich des Guten, vom ästhetischen Reich, dem Reich des Schönen und dem Reich der Wahrheit, der Weisheit, dann meinen wir die Dinge mehr oder weniger abstrakt. In der geistigen Welt aber sind die Kräfte, in die der Mensch da hineinwächst, und die er wieder verläßt, wenn er ins physische Dasein kommt, ganz konkret, sind wirkliche geistige Daseinsformen. Wir fassen sie nur mit solchen Namen zusammen. Dasjenige nun, was den Menschen aufnimmt, wenn er in die geistige Welt hinaufkommt, das ist gewissermaßen wie in Resten in seiner Aura hier auf der Erde vorhanden. Der Mensch wächst als physisches Wesen auf dem physischen Plan hinein ins mineralische, ins pflanzliche, ins tierische Reich, nachdem er das Reich der Weisheit, der Schönheit, der Moralität verlassen hat. Aber die Herunterstrahlungen dieser drei geistigen Reiche, die gehen noch hinein in seine Aura; so daß der ganze Mensch, wenn wir den Geistesteil des Menschen eben zum Menschen hinzunehmen, erstens in dem lebt, was er mineralisch, pflanzlich, tierisch, physisch-menschlich ist, und ferner auch in dem, was ihn gewissermaßen umschwebt, durchstrahlt, durchwebt aus den drei geistigen Reichen herunter, die ihn überstrahlen, überleuchten. Nun können wir uns durch eine Art schematischer Zeichnung, die aber, wie gesagt, eben nur eine schematische Zeichnung sein soll, versinnlichen, wie das nun eigentlich ist, was da mit der Natur des Menschen zusammenhängt. Was ich jetzt aufzeichnen werde, ist durchaus schematisch, aber es kann Ihnen viel erklären, wenn Sie es gründlich betrachten. Damit wir möglichst klar die Dinge haben, will ich einmal alles das, was zum Ich gehört, in dieser Weise darstellen (grün). Alles, was zum astralischen Leib gehört, gelb, alles, was zum ätherischen Menschen gehört, lila, was zum physischen Menschen gehört, rot. (Siehe Zeichnungen Seiten)

[ 2 ] Denken wir daran, daß der Mensch durch die Geburt, oder sagen wir durch die Empfängnis hereintritt in das physische Leben, in das Leben, das er zubringt zwischen der Geburt und dem Tode auf dem physischen Plane. Denken wir daran, wie der Mensch in dieses physische Leben eintritt, so wie wir es die Jahre her dargestellt haben. Wir wissen ja, daß der Mensch in gewissem Sinne ein Zusammenfluß ist der niederen Naturreiche — des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches — und sich über diese drei Reiche, die in ihm gleichsam zur Symbiose verbunden sind, dann erhebt. Aber er wächst als geistig-seelisches Wesen in diese drei Reiche hinein. So daß wir sagen können: Der Mensch wächst, indem er heruntersteigt zum physischen Plan, in das mineralische, pflanzliche, tierische Reich hinein und wird Mensch. Nun steigt er ja nach dem Tode wieder hinauf. Für die geistige Anschauungsweise ist etwas Ähnliches der Fall: So wie dieses Hineinwachsen in die Reiche des physischen Daseins geschieht, vollzieht sich etwas sehr Ähnliches im Geistgebiete. Sie müssen bei all solchen Darstellungen, die ich da gebe, sich natürlich immer klar sein, daß alles das, was wir schon gesagt haben über das Hineinwachsen des Menschen in die geistige Welt nach dem Durchgang durch die Todespforte, bestehen bleibt, und daß dieses, was wir als weitere Ausführungen an uns herantreten lassen, eben nur noch dazu gilt. So daß wir sagen können: Der Mensch wächst hinein in die geistige Welt so, daß ihn aufnimmt das moralische Reich, das ästhetische Reich, das Weisheitsreich oder Wahrheitsreich. Nur natürlich, wenn wir im Leben hier sprechen vom moralischen Reich, von dem Reich des Guten, vom ästhetischen Reich, dem Reich des Schönen und dem Reich der Wahrheit, der Weisheit, dann meinen wir die Dinge mehr oder weniger abstrakt. In der geistigen Welt aber sind die Kräfte, in die der Mensch da hineinwächst, und die er wieder verläßt, wenn er ins physische Dasein kommt, ganz konkret, sind wirkliche geistige Daseinsformen. Wir fassen sie nur mit solchen Namen zusammen. Dasjenige nun, was den Menschen aufnimmt, wenn er in die geistige Welt hinaufkommt, das ist gewissermaßen wie in Resten in seiner Aura hier auf der Erde vorhanden. Der Mensch wächst als physisches Wesen auf dem physischen Plan hinein ins mineralische, ins pflanzliche, ins tierische Reich, nachdem er das Reich der Weisheit, der Schönheit, der Moralität verlassen hat. Aber die Herunterstrahlungen dieser drei geistigen Reiche, die gehen noch hinein in seine Aura; so daß der ganze Mensch, wenn wir den Geistesteil des Menschen eben zum Menschen hinzunehmen, erstens in dem lebt, was er mineralisch, pflanzlich, tierisch, physisch-menschlich ist, und ferner auch in dem, was ihn gewissermaßen umschwebt, durchstrahlt, durchwebt aus den drei geistigen Reichen herunter, die ihn überstrahlen, überleuchten. Nun können wir uns durch eine Art schematischer Zeichnung, die aber, wie gesagt, eben nur eine schematische Zeichnung sein soll, versinnlichen, wie das nun eigentlich ist, was da mit der Natur des Menschen zusammenhängt. Was ich jetzt aufzeichnen werde, ist durchaus schematisch, aber es kann Ihnen viel erklären, wenn Sie es gründlich betrachten. Damit wir möglichst klar die Dinge haben, will ich einmal alles das, was zum Ich gehört, in dieser Weise darstellen (grün). Alles, was zum astralischen Leib gehört, gelb, alles, was zum ätherischen Menschen gehört, lila, was zum physischen Menschen gehört, rot. (Siehe Zeichnungen Seiten)

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[ 3 ] Und nun wollen wir den Menschen einmal schematisch betrachten. Wir wollen ihn betrachten, so wie er im Weltenall drinnensteht als moralischer Mensch, das heißt als Mensch, der an den Moralkräften des Weltenalls Anteil hat. Dann wollen wir ihn betrachten als Mensch, der an den ästhetischen Impulsen des Weltenalls Anteil hat in dem Sinne, wie wir gestern das betrachtet haben. Und dann wollen wir den Menschen betrachten, wie er an den Weisheitsimpulsen Anteil hat. Also wir wollen gewissermaßen eine psychische Physiologie — verzeihen Sie das etwas unsinnig gebildete Wort, aber Sie werden verstehen, was ich damit meine — entwerfen, die ja natürlich imaginativ gemeint ist. Wenn wir den Menschen, insofern er in der Moralitätssphäre drinnensteht, betrachten, da werden wir besonders an dasjenige erinnert, was ich gestern darlegte: daß die Griechen noch mehr das Verhältnis des Geistig-Seelischen und des Physischen gefühlt und empfunden haben, als es heute der Fall ist. Daher hat Plato zum Beispiel noch ganz deutlich dieses eigentümliche Verhältnis dargestellt, wie der Mensch erfaßt, ergriffen wird von den Moralitätsimpulsen aus dem geistigen Universum heraus. Plato sagt: Eigentlich gibt es vier Tugenden. Von der Gesamtmoralität wird der Gesamtmensch erfaßt. — Aber alles das ist natürlich mit dem bekannten grano salis zu nehmen. Natürlich würde, wenn der ganze Mensch erfaßt wird, er auch wiederum nach den einzelnen Tugenden abgeteilt. Die erste Tugend, von der Plato spricht, ist die Weisheit — Weisheit als Tugend jetzt genommen, nicht als Wissenschaft. Weil diese Weisheit als Tugend verwandt ist mit dem, was in der Wahrheit erlebt wird, so wenden sich die Kräfte, die gerade die Weisheit aus der Moralitätssphäre heraus ergreift, auch noch an das Haupt des Menschen, so daß wir die Sache so darstellen können: (Zeichnung 1). Plato sagte also: Es wird erfaßt beim moralischen Menschen der Kopfteil von der Weisheit, der Brustteil von dem, was man nennen könnte die Tugend der Herzhaftigkeit — ich kann kein besseres Wort finden —, Starkmut, Tüchtigkeit, aber solche Tüchtigkeit, daß die herzhaften Kräfte drinnen sind: seelische Tüchtigkeit.

[ 3 ] Und nun wollen wir den Menschen einmal schematisch betrachten. Wir wollen ihn betrachten, so wie er im Weltenall drinnensteht als moralischer Mensch, das heißt als Mensch, der an den Moralkräften des Weltenalls Anteil hat. Dann wollen wir ihn betrachten als Mensch, der an den ästhetischen Impulsen des Weltenalls Anteil hat in dem Sinne, wie wir gestern das betrachtet haben. Und dann wollen wir den Menschen betrachten, wie er an den Weisheitsimpulsen Anteil hat. Also wir wollen gewissermaßen eine psychische Physiologie — verzeihen Sie das etwas unsinnig gebildete Wort, aber Sie werden verstehen, was ich damit meine — entwerfen, die ja natürlich imaginativ gemeint ist. Wenn wir den Menschen, insofern er in der Moralitätssphäre drinnensteht, betrachten, da werden wir besonders an dasjenige erinnert, was ich gestern darlegte: daß die Griechen noch mehr das Verhältnis des Geistig-Seelischen und des Physischen gefühlt und empfunden haben, als es heute der Fall ist. Daher hat Plato zum Beispiel noch ganz deutlich dieses eigentümliche Verhältnis dargestellt, wie der Mensch erfaßt, ergriffen wird von den Moralitätsimpulsen aus dem geistigen Universum heraus. Plato sagt: Eigentlich gibt es vier Tugenden. Von der Gesamtmoralität wird der Gesamtmensch erfaßt. — Aber alles das ist natürlich mit dem bekannten grano salis zu nehmen. Natürlich würde, wenn der ganze Mensch erfaßt wird, er auch wiederum nach den einzelnen Tugenden abgeteilt. Die erste Tugend, von der Plato spricht, ist die Weisheit — Weisheit als Tugend jetzt genommen, nicht als Wissenschaft. Weil diese Weisheit als Tugend verwandt ist mit dem, was in der Wahrheit erlebt wird, so wenden sich die Kräfte, die gerade die Weisheit aus der Moralitätssphäre heraus ergreift, auch noch an das Haupt des Menschen, so daß wir die Sache so darstellen können: (Zeichnung 1). Plato sagte also: Es wird erfaßt beim moralischen Menschen der Kopfteil von der Weisheit, der Brustteil von dem, was man nennen könnte die Tugend der Herzhaftigkeit — ich kann kein besseres Wort finden —, Starkmut, Tüchtigkeit, aber solche Tüchtigkeit, daß die herzhaften Kräfte drinnen sind: seelische Tüchtigkeit.

[ 4 ] Weise — das Wort im Sinne der Tugendhaftigkeit gemeint — ist derjenige Mensch, der sich nicht bloß seinen tierischen Trieben überläßt, sondern der aus der Moral heraus gewisse Ideen hat, die er erfaßt, und nach denen er sich richtet. Aber es strahlt schon der moralische Impuls in das Körperliche, in das Leibliche hinein, auch wenn dieser moralische Impuls in moralischen Weisheitsideen erfaßt wird. Daher können wir sagen: Da strahlt herein in den Menschen die Moralität so, daß wir uns das Hereinstrahlen ins «Ich» vorstellen dürfen (grün). Das wäre also die platonische Weisheitssphäre der Moralität.

[ 4 ] Weise — das Wort im Sinne der Tugendhaftigkeit gemeint — ist derjenige Mensch, der sich nicht bloß seinen tierischen Trieben überläßt, sondern der aus der Moral heraus gewisse Ideen hat, die er erfaßt, und nach denen er sich richtet. Aber es strahlt schon der moralische Impuls in das Körperliche, in das Leibliche hinein, auch wenn dieser moralische Impuls in moralischen Weisheitsideen erfaßt wird. Daher können wir sagen: Da strahlt herein in den Menschen die Moralität so, daß wir uns das Hereinstrahlen ins «Ich» vorstellen dürfen (grün). Das wäre also die platonische Weisheitssphäre der Moralität.

[ 5 ] Der Brustteil, der das Herz umschließt, wäre das Gebiet, wo die Herzhaftigkeit, der Starkmut, die seelische Tüchtigkeit aus der Moralitätssphäre einstrahlt. Wir können sagen: Da ergreift die Moralität, indem sie weiterstrahlt, insbesondere das Astralische und belebt den Brustteil mit dem Herzen. Wir können also dieses weitere Erstrahlen so zeichnen (gelb). So daß wir haben: Weisheit als Tugend im Kopfteil (grün), Herzhaftigkeit als Tugend im Brustteil (gelb).

[ 5 ] Der Brustteil, der das Herz umschließt, wäre das Gebiet, wo die Herzhaftigkeit, der Starkmut, die seelische Tüchtigkeit aus der Moralitätssphäre einstrahlt. Wir können sagen: Da ergreift die Moralität, indem sie weiterstrahlt, insbesondere das Astralische und belebt den Brustteil mit dem Herzen. Wir können also dieses weitere Erstrahlen so zeichnen (gelb). So daß wir haben: Weisheit als Tugend im Kopfteil (grün), Herzhaftigkeit als Tugend im Brustteil (gelb).

[ 6 ] Eine dritte Tugend ist, was Plato die Besonnenheit, Sophrosyne, nennt, und die schreibt er dem Unterleib zu, was ganz richtig ist. Der Unterleib ist der Erreger der Triebe des Menschen, aber der Mensch, der mit seinem Nachdenken und Nachfühlen und Nachempfinden die Triebe beherrscht, ist ein besonnener Mensch. Das bloße Ausleben der Triebe, das auch das Tier kennt, ist keine Tugend, sondern erst das Durchsetzen der Triebe mit dem Grade von Bewußtsein, der eben möglich ist, ist Besonnenheit. Das wird dann im Ätherleib erfaßt, weil Gedanken, Besonnenheit, Mut, insofern sie menschlich sind, im Ätherleibe erfaßt werden. Wir müssen also die Zeichnung so gestalten (violett). Also es erfaßt schon die Moralitätssphäre den physischen Menschen als Ganzes, wie ich gestern ausgeführt habe. Der Kopf ist dabei, das habe ich gestern ausdrücklich gesagt.

[ 6 ] Eine dritte Tugend ist, was Plato die Besonnenheit, Sophrosyne, nennt, und die schreibt er dem Unterleib zu, was ganz richtig ist. Der Unterleib ist der Erreger der Triebe des Menschen, aber der Mensch, der mit seinem Nachdenken und Nachfühlen und Nachempfinden die Triebe beherrscht, ist ein besonnener Mensch. Das bloße Ausleben der Triebe, das auch das Tier kennt, ist keine Tugend, sondern erst das Durchsetzen der Triebe mit dem Grade von Bewußtsein, der eben möglich ist, ist Besonnenheit. Das wird dann im Ätherleib erfaßt, weil Gedanken, Besonnenheit, Mut, insofern sie menschlich sind, im Ätherleibe erfaßt werden. Wir müssen also die Zeichnung so gestalten (violett). Also es erfaßt schon die Moralitätssphäre den physischen Menschen als Ganzes, wie ich gestern ausgeführt habe. Der Kopf ist dabei, das habe ich gestern ausdrücklich gesagt.

[ 7 ] Und als vierte umfassende Tugend, die nun in den ganzen physischen Leib strömt, von dem ich Ihnen gestern gezeigt habe, daß er eigentlich unsichtbar ist, nennt Plato Dikaiosyne. Das müssen wir übersetzen mit Gerechtigkeit, obwohl das Wort Gerechtigkeit in den modernen Sprachen nicht vollständig damit übereinstimmt; denn Gerechtigkeit müssen wir so nehmen: daß der Mensch sich zu richten weiß, gerecht, richtungsgemäß, daß er einer menschlichen Richtung folgt im Leben. Also es ist nicht das abstrakte Wort Gerechtigkeit bloß gemeint, sondern das Sich-Richtung-Gebende, Sich-Auskennende, Sich-Orientierende im Leben. So daß wir sagen können: Da hat die Einströmung der Moralitätssphäre in den ganzen physischen Leib Anteil als Gerechtigkeit (rot). Auf diese Weise hätten wir schematisch angedeutet, wie in der menschlichen Aura die Moralitätsimpulse hereinstrahlen in den Menschen.

[ 7 ] Und als vierte umfassende Tugend, die nun in den ganzen physischen Leib strömt, von dem ich Ihnen gestern gezeigt habe, daß er eigentlich unsichtbar ist, nennt Plato Dikaiosyne. Das müssen wir übersetzen mit Gerechtigkeit, obwohl das Wort Gerechtigkeit in den modernen Sprachen nicht vollständig damit übereinstimmt; denn Gerechtigkeit müssen wir so nehmen: daß der Mensch sich zu richten weiß, gerecht, richtungsgemäß, daß er einer menschlichen Richtung folgt im Leben. Also es ist nicht das abstrakte Wort Gerechtigkeit bloß gemeint, sondern das Sich-Richtung-Gebende, Sich-Auskennende, Sich-Orientierende im Leben. So daß wir sagen können: Da hat die Einströmung der Moralitätssphäre in den ganzen physischen Leib Anteil als Gerechtigkeit (rot). Auf diese Weise hätten wir schematisch angedeutet, wie in der menschlichen Aura die Moralitätsimpulse hereinstrahlen in den Menschen.

[ 8 ] Jetzt wollen wir andeuten, wie die ästhetischen Impulse in den Menschen hereinstrahlen (Zeichnung II). Da sind die Dinge etwas verschoben, und zwar einfach um eins hinauf verschoben. Da muß man dasjenige, was man vorher noch in das Haupt hereingezeichnet hat, höher zeichnen, so daß es das Haupt gleichsam umschwebt. Im Ästhetischen wird das Ich umflossen und das Ästhetische strömt gleich in den astralischen Leib herein, so daß man den Eindruck hat, wie wenn das Haupt von dem Ich im Ästhetischen umschwebt würde. Wer ein wenig Gefühl und Empfinden des Schönen hat, der kann schon, ohne besonders stark hellfühlend zu sein, empfinden, wie er beim Anblick irgendeines Kunstwerkes eigentlich in einer äußeren Umgebung des Kopfes lebt. Dagegen die unmittelbare Ergreifung des Menschen, die ist im Kopf drinnen; da wird der astralische Leib ergriffen, so daß wir hier die Strahlungen so zu zeichnen hätten.

[ 8 ] Jetzt wollen wir andeuten, wie die ästhetischen Impulse in den Menschen hereinstrahlen (Zeichnung II). Da sind die Dinge etwas verschoben, und zwar einfach um eins hinauf verschoben. Da muß man dasjenige, was man vorher noch in das Haupt hereingezeichnet hat, höher zeichnen, so daß es das Haupt gleichsam umschwebt. Im Ästhetischen wird das Ich umflossen und das Ästhetische strömt gleich in den astralischen Leib herein, so daß man den Eindruck hat, wie wenn das Haupt von dem Ich im Ästhetischen umschwebt würde. Wer ein wenig Gefühl und Empfinden des Schönen hat, der kann schon, ohne besonders stark hellfühlend zu sein, empfinden, wie er beim Anblick irgendeines Kunstwerkes eigentlich in einer äußeren Umgebung des Kopfes lebt. Dagegen die unmittelbare Ergreifung des Menschen, die ist im Kopf drinnen; da wird der astralische Leib ergriffen, so daß wir hier die Strahlungen so zu zeichnen hätten.

[ 9 ] Dagegen der Brustteil wird so ergriffen beim Schönen, damit dieses Auf- und Abwogen, das ich gestern beschrieben habe, stattfinden kann, daß jetzt das Ätherische den Brustteil durchglüht, könnte man sagen. Und das wirklich Schöne wirkt so, daß außer der Kopfaura, dem Kopf und dem Brustteil eigentlich nichts in Betracht kommen soll. Also dasjenige, worin die Sophrosyne lebt, das soll für die Betrachtung des Schönen in Wirklichkeit gar nicht in Betracht kommen. Unser materialistisches Zeitalter aber zeichnet sich gerade dadurch aus, daß es die Sexualsphäre für die künstlerische Betrachtung so sehr heranzog — ein Unfug unseres materialistischen Zeitalters —, denn die kommt gerade bei der Betrachtung des Schönen absolut nicht in Betracht, sondern ist absolut ausgeschlossen. So daß wir also nur das Allerniederste der ästhetischen Betrachtung, was nicht mehr in das Reich der Kunst gehört, in das Physische zu verlegen hätten (rot).

[ 9 ] Dagegen der Brustteil wird so ergriffen beim Schönen, damit dieses Auf- und Abwogen, das ich gestern beschrieben habe, stattfinden kann, daß jetzt das Ätherische den Brustteil durchglüht, könnte man sagen. Und das wirklich Schöne wirkt so, daß außer der Kopfaura, dem Kopf und dem Brustteil eigentlich nichts in Betracht kommen soll. Also dasjenige, worin die Sophrosyne lebt, das soll für die Betrachtung des Schönen in Wirklichkeit gar nicht in Betracht kommen. Unser materialistisches Zeitalter aber zeichnet sich gerade dadurch aus, daß es die Sexualsphäre für die künstlerische Betrachtung so sehr heranzog — ein Unfug unseres materialistischen Zeitalters —, denn die kommt gerade bei der Betrachtung des Schönen absolut nicht in Betracht, sondern ist absolut ausgeschlossen. So daß wir also nur das Allerniederste der ästhetischen Betrachtung, was nicht mehr in das Reich der Kunst gehört, in das Physische zu verlegen hätten (rot).

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[ 10 ] Jetzt wollen wir dasselbe Schema anwenden für den Menschen, insofern er nach Wahrheit strebt (Zeichnung III). Da ist es wiederum verschoben, gewissermaßen hinaus verschoben. Ich habe gestern gesagt: Beim Wahrheitsstreben wird durchflossen das Ich und der astralische Leib, und die Wahrheit strömt gleich in den Ätherteil des Kopfes herein, wo die Gedanken erzeugt werden. Dann muß ich das so zeichnen, daß ich hier direkt für den Kopf das Hereinströmen des Äthers in den Ätherleib des Kopfes zeichne, wo die Gedanken erzeugt werden. Dagegen, wenn wir die Wahrheit erfassen — das merkt man erst nach der Initiation —, so wirkt sie zuerst außer uns in der Aura durch das Ich und den astralischen Leib, strömt dann in den Ätherteil des Kopfes, und der Brustteil wird hier schon durchlebt als physischer Leib (rot). Wollen wir die Wahrheit fühlen — und wir müssen sie fühlen —, dann muß sie herunterwirken, dann muß sie herunterstrahlen in den Brustteil; es muß das Spirituelle so erlebt werden wie die Moralität.

[ 10 ] Jetzt wollen wir dasselbe Schema anwenden für den Menschen, insofern er nach Wahrheit strebt (Zeichnung III). Da ist es wiederum verschoben, gewissermaßen hinaus verschoben. Ich habe gestern gesagt: Beim Wahrheitsstreben wird durchflossen das Ich und der astralische Leib, und die Wahrheit strömt gleich in den Ätherteil des Kopfes herein, wo die Gedanken erzeugt werden. Dann muß ich das so zeichnen, daß ich hier direkt für den Kopf das Hereinströmen des Äthers in den Ätherleib des Kopfes zeichne, wo die Gedanken erzeugt werden. Dagegen, wenn wir die Wahrheit erfassen — das merkt man erst nach der Initiation —, so wirkt sie zuerst außer uns in der Aura durch das Ich und den astralischen Leib, strömt dann in den Ätherteil des Kopfes, und der Brustteil wird hier schon durchlebt als physischer Leib (rot). Wollen wir die Wahrheit fühlen — und wir müssen sie fühlen —, dann muß sie herunterwirken, dann muß sie herunterstrahlen in den Brustteil; es muß das Spirituelle so erlebt werden wie die Moralität.

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[ 11 ] Also das ist alles für den physischen Plan, das lebt alles in der Aura des physischen Planes. Da hat dasjenige, in das wir eintreten nach dem Tode, Anteil an der Aura des physischen Planes. Geradeso, wie wir mit den Kräften der mineralischen, pflanzlichen, tierischen Welt durch unseren physischen Organismus zusammenhängen, hängen wir mit den Kräften der geistigen Welt in dieser Weise durch die Moralitätssphäre, durch die ästhetische Sphäre, durch die Weisheitssphäre zusammen.

[ 11 ] Also das ist alles für den physischen Plan, das lebt alles in der Aura des physischen Planes. Da hat dasjenige, in das wir eintreten nach dem Tode, Anteil an der Aura des physischen Planes. Geradeso, wie wir mit den Kräften der mineralischen, pflanzlichen, tierischen Welt durch unseren physischen Organismus zusammenhängen, hängen wir mit den Kräften der geistigen Welt in dieser Weise durch die Moralitätssphäre, durch die ästhetische Sphäre, durch die Weisheitssphäre zusammen.

[ 12 ] Ich möchte, obwohl einzelnes, was ich jetzt sage, noch sehr schlecht geraten ist — es wird vielleicht später besser geraten —, es Ihnen doch heute vorbringen, weil es in den ganzen Zusammenhang hineingehört. Man kann sagen: Während wir hier mit dem physischen Werden zusammenhängen durch den physischen Leib, hängen wir durch das Gehirn mit Elementarwesen, namentlich der Weisheitssphäre angehörigen Elementarwesen zusammen. Dasjenige, was bei Zeichnung II schon drinnen ist und als gelb bezeichnet wird, das ist bei Zeichnung III noch draußen. Weiter draußen ist das Grüne, das hier (Zeichnung II) das Haupt umschwebt. In diesem Grün, in dem das Ich lebt und worin mit uns die elementarischen Wesen leben, in diesem Grün, das bei der ästhetischen Betrachtungsweise unmittelbar unser Haupt umschwebt, da würden wir die elementarischen Wesenheiten finden, von denen die Mythen und Sagen sprechen und ihnen Namen geben: Elfen, Alben und so weiter; das umschwebt unser Haupt, wenn wir ästhetisch genießen.

[ 12 ] Ich möchte, obwohl einzelnes, was ich jetzt sage, noch sehr schlecht geraten ist — es wird vielleicht später besser geraten —, es Ihnen doch heute vorbringen, weil es in den ganzen Zusammenhang hineingehört. Man kann sagen: Während wir hier mit dem physischen Werden zusammenhängen durch den physischen Leib, hängen wir durch das Gehirn mit Elementarwesen, namentlich der Weisheitssphäre angehörigen Elementarwesen zusammen. Dasjenige, was bei Zeichnung II schon drinnen ist und als gelb bezeichnet wird, das ist bei Zeichnung III noch draußen. Weiter draußen ist das Grüne, das hier (Zeichnung II) das Haupt umschwebt. In diesem Grün, in dem das Ich lebt und worin mit uns die elementarischen Wesen leben, in diesem Grün, das bei der ästhetischen Betrachtungsweise unmittelbar unser Haupt umschwebt, da würden wir die elementarischen Wesenheiten finden, von denen die Mythen und Sagen sprechen und ihnen Namen geben: Elfen, Alben und so weiter; das umschwebt unser Haupt, wenn wir ästhetisch genießen.

[ 13 ] Hier (Zeichnung III) umschweben uns aber noch geistigere Wesenheiten, die der Astralsphäre angehören. Wollte man darstellen etwa den Menschen, wie er, wenn er aus dem Schlafe aufwacht, sich hineinlebt in die Wahrheitssphäre, so könnte man das durch gewisse Worte ausdrücken, wie er da — was man im Physischen nicht sieht- umschwebt und umspielt und ergriffen wird, indem die Wahrnehmung, die Wahrheit ihn ergreift; wie er da erfaßt wird, wie er empfangen wird, das könnte man darstellen durch gewisse Worte. Die Worte sind heute noch schlecht, sie werden vielleicht später besser werden; aber ich will doch in gewisse Worte bringen, wie der Mensch, nachdem er aufwacht, sich einlebt in diese Sphäre, in die Weisheits-Wahrheitssphäre. Zu den Geistern, die ihn da umgeben und ergreifen, könnte man dann sprechen:

[ 13 ] Hier (Zeichnung III) umschweben uns aber noch geistigere Wesenheiten, die der Astralsphäre angehören. Wollte man darstellen etwa den Menschen, wie er, wenn er aus dem Schlafe aufwacht, sich hineinlebt in die Wahrheitssphäre, so könnte man das durch gewisse Worte ausdrücken, wie er da — was man im Physischen nicht sieht- umschwebt und umspielt und ergriffen wird, indem die Wahrnehmung, die Wahrheit ihn ergreift; wie er da erfaßt wird, wie er empfangen wird, das könnte man darstellen durch gewisse Worte. Die Worte sind heute noch schlecht, sie werden vielleicht später besser werden; aber ich will doch in gewisse Worte bringen, wie der Mensch, nachdem er aufwacht, sich einlebt in diese Sphäre, in die Weisheits-Wahrheitssphäre. Zu den Geistern, die ihn da umgeben und ergreifen, könnte man dann sprechen:

Die ihr im Haupt erstrahlt aus lichtem Kreise,

Die ihr im Haupt erstrahlt aus lichtem Kreise,

[ 14 ] — zu den Geistern gesprochen! —

[ 14 ] — zu den Geistern gesprochen! —

Erfaßt es — das Haupt —
Erfaßt es jetzt nach reiner Geister Weise,
Erdämpfet seines Hirnes wirren Wahn;

Erfaßt es — das Haupt —
Erfaßt es jetzt nach reiner Geister Weise,
Erdämpfet seines Hirnes wirren Wahn;

[ 15 ] — die geordnete Gedankenfolge, die den Wahn zerstreut —

[ 15 ] — die geordnete Gedankenfolge, die den Wahn zerstreut —

Erdämpfet seines — des Menschen — Hirnes wirren Wahn
Entwirrt den Zweifel brennend bangen Strebens,

Erdämpfet seines — des Menschen — Hirnes wirren Wahn
Entwirrt den Zweifel brennend bangen Strebens,

[ 16 ] — fühlen Sie nur die Worte! Der Zweifel wird dadurch zerstreut, gebannt, daß die Weisheit hereinstrahlt

[ 16 ] — fühlen Sie nur die Worte! Der Zweifel wird dadurch zerstreut, gebannt, daß die Weisheit hereinstrahlt

Sein Innres lenket von verkehrter Bahn.

Sein Innres lenket von verkehrter Bahn.

[ 17 ] — er würde verkehrter Bahn folgen, wenn er nur der Traumwelt folgen würde; indem er sich in Weisheit einlebt, reinigt diese Geisterwelt, die ihn umfließt, sein Inneres von verkehrter Bahn

[ 17 ] — er würde verkehrter Bahn folgen, wenn er nur der Traumwelt folgen würde; indem er sich in Weisheit einlebt, reinigt diese Geisterwelt, die ihn umfließt, sein Inneres von verkehrter Bahn

Vier sind der Ziele täglichen Erlebens;

Vier sind der Ziele täglichen Erlebens;

[ 18 ] — wir werden davon noch zu sprechen haben; alles läßt sich hier viergliedrig darstellen —

[ 18 ] — wir werden davon noch zu sprechen haben; alles läßt sich hier viergliedrig darstellen —

Vier sind der Ziele täglichen Erlebens;
Nun ohne Kleinmut führet ihn heran.

Vier sind der Ziele täglichen Erlebens;
Nun ohne Kleinmut führet ihn heran.

[ 19 ] — den Menschen zu den Zielen —

[ 19 ] — den Menschen zu den Zielen —

Erst strebt zum Antlitz lichterfüllet hin,
Dann haltet fest des Geistes Kräfteringen.
Erstarkt ist bald der flügellahme Sinn,
Kann er befreit den Tag vollbringen.

Erst strebt zum Antlitz lichterfüllet hin,
Dann haltet fest des Geistes Kräfteringen.
Erstarkt ist bald der flügellahme Sinn,
Kann er befreit den Tag vollbringen.

[ 20 ] — befreit von allem Traumhaften, Unwillkürlichen, notwendig Bestimmenden —

[ 20 ] — befreit von allem Traumhaften, Unwillkürlichen, notwendig Bestimmenden —

Erfüllt der Geister wahrste Pflicht,
Tragt ihn hin durchs heilge Licht.

Erfüllt der Geister wahrste Pflicht,
Tragt ihn hin durchs heilge Licht.

[ 21 ] So könnte man zu den Geistern sprechen, die da den Menschen ergreifen, indem er erwacht zum Weisheitsleben.

[ 21 ] So könnte man zu den Geistern sprechen, die da den Menschen ergreifen, indem er erwacht zum Weisheitsleben.

[ 22 ] Indem der Mensch erwacht zum Schönheitsleben, umschweben ihn die Geister — nun, das kann ich Ihnen schon besser vortragen. — Das ist also zu den in der Ich-Sphäre lebenden Geistern:

[ 22 ] Indem der Mensch erwacht zum Schönheitsleben, umschweben ihn die Geister — nun, das kann ich Ihnen schon besser vortragen. — Das ist also zu den in der Ich-Sphäre lebenden Geistern:

Die ihr dies Haupt umschwebt im luftgen Kreise,
Erzeigt euch hier nach edler Elfen Weise,
Besänftiget des Herzens grimmen Strauß,

Die ihr dies Haupt umschwebt im luftgen Kreise,
Erzeigt euch hier nach edler Elfen Weise,
Besänftiget des Herzens grimmen Strauß,

[ 23 ] — es geht bis ins Herz hinein —

[ 23 ] — es geht bis ins Herz hinein —

Entfernt des Vorwurfs glühend bittre Pfeile,

Entfernt des Vorwurfs glühend bittre Pfeile,

[ 24 ] — Vorwurf für Gewissensvorwurf, aber für Gefallen oder Mißfallen, also innerlich ästhetisch angeschaut, das Wogende

[ 24 ] — Vorwurf für Gewissensvorwurf, aber für Gefallen oder Mißfallen, also innerlich ästhetisch angeschaut, das Wogende

Sein Innres reinigt von erlebtem Graus.

Sein Innres reinigt von erlebtem Graus.

[ 25 ] — früher hat man es mit dem Gehirn zu tun, jetzt mit dem Innern

[ 25 ] — früher hat man es mit dem Gehirn zu tun, jetzt mit dem Innern

Sein Innres reinigt von erlebtem Graus.
Vier sind die Pausen nächtiger Weile,
Nun ohne Säumen füllt sie freundlich aus.
Erst senkt sein Haupt aufs kühle Polster nieder,

Sein Innres reinigt von erlebtem Graus.
Vier sind die Pausen nächtiger Weile,
Nun ohne Säumen füllt sie freundlich aus.
Erst senkt sein Haupt aufs kühle Polster nieder,

[ 26 ] — das entspricht den früheren Worten: Erst strebt zum Antlitz lichterfüllt dahin —

[ 26 ] — das entspricht den früheren Worten: Erst strebt zum Antlitz lichterfüllt dahin —

Dann badet ihn im Tau aus Lethes Flut;

Dann badet ihn im Tau aus Lethes Flut;

[ 27 ] — das ist bei der Weisheit: Dann haltet fest des Geistes Kräfteringen

[ 27 ] — das ist bei der Weisheit: Dann haltet fest des Geistes Kräfteringen

Gelenk sind bald die krampferstarrten Glieder,

Gelenk sind bald die krampferstarrten Glieder,

[ 28 ] — das entspricht im Weisheitlichen: Erstarkt ist bald der flügellahme Sinn

[ 28 ] — das entspricht im Weisheitlichen: Erstarkt ist bald der flügellahme Sinn

Wenn er gestärkt dem Tag entgegen ruht.

Wenn er gestärkt dem Tag entgegen ruht.

[ 29 ] — das entspricht: Kann er befreit den Tag vollbringen

[ 29 ] — das entspricht: Kann er befreit den Tag vollbringen

Vollbringt der Elfen schönste Pflicht,

Vollbringt der Elfen schönste Pflicht,

[ 30 ] — es sind die Elementarwesen. Hier (Zeichnung III) sind es die Geister, die im Ätherischen leben; daher muß es heißen: Erfüllt der Geister wahrste Pflicht. Tragt ihn hin durchs heilge Licht

[ 30 ] — es sind die Elementarwesen. Hier (Zeichnung III) sind es die Geister, die im Ätherischen leben; daher muß es heißen: Erfüllt der Geister wahrste Pflicht. Tragt ihn hin durchs heilge Licht

Gebt ihn zurück dem heiligen Licht.

Gebt ihn zurück dem heiligen Licht.

[ 31 ] Hier (Zeichnung I) haben wir es zu tun mit dem Hereinwirken der ganzen Weltensphäre: die Moralität. Ich sagte: Es wirkt das ganze Universum auf den ganzen Menschen. Wir müssen es so darstellen:

[ 31 ] Hier (Zeichnung I) haben wir es zu tun mit dem Hereinwirken der ganzen Weltensphäre: die Moralität. Ich sagte: Es wirkt das ganze Universum auf den ganzen Menschen. Wir müssen es so darstellen:

Die ihr dies Haupt durchstrahlt mit Tatenstärke,

Die ihr dies Haupt durchstrahlt mit Tatenstärke,

[ 32 ] — das Wollen, die Moralität geht über in die Taten —

[ 32 ] — das Wollen, die Moralität geht über in die Taten —

Die ihr dies Haupt durchstrahlt mit Tatenstärke,
Erweist euch bald in rechtem Weltenwerke.

Die ihr dies Haupt durchstrahlt mit Tatenstärke,
Erweist euch bald in rechtem Weltenwerke.

[ 33 ] — weil die Ausführung des Willens auf ihn folgt in rechtem Weltenwerke — und Besonnenheit:

[ 33 ] — weil die Ausführung des Willens auf ihn folgt in rechtem Weltenwerke — und Besonnenheit:

Ertötet kühn des Widersinns Bedrängnis,

Ertötet kühn des Widersinns Bedrängnis,

[ 34 ] — was aus dem Körper als Trieb heraufstrahlt; ich habe es gestern dargestellt, wie in Zusammenhang kommen die Moralimpulse mit dem, was aus den leiblichen Trieben waltet. —

[ 34 ] — was aus dem Körper als Trieb heraufstrahlt; ich habe es gestern dargestellt, wie in Zusammenhang kommen die Moralimpulse mit dem, was aus den leiblichen Trieben waltet. —

Ertöter kühn des Widersinns Bedrängnis,
Veredelt der Begierdegluten finstre Wucht,
Entführt sein Wesen geist’gem Verhängnis

Ertöter kühn des Widersinns Bedrängnis,
Veredelt der Begierdegluten finstre Wucht,
Entführt sein Wesen geist’gem Verhängnis

[ 35 ] — dem Folgen nur der tierischen Triebe. —

[ 35 ] — dem Folgen nur der tierischen Triebe. —

Vier sind die Wege menschlicher Sucht,

Vier sind die Wege menschlicher Sucht,

[ 36 ] — als Sucht hat man früher bezeichnet, was nur aus den Trieben, aus dem Fleisch kommt —

[ 36 ] — als Sucht hat man früher bezeichnet, was nur aus den Trieben, aus dem Fleisch kommt —

Entreißet die der kränklichen Umfängnis.
Besiegt des Sinnenfeuers Stöhnen,
Erleuchtet, was in Lust erstirbt.
Beseelt wird euch entgegentönen,
Was Kraft für Ewigkeiten wirbt.

Entreißet die der kränklichen Umfängnis.
Besiegt des Sinnenfeuers Stöhnen,
Erleuchtet, was in Lust erstirbt.
Beseelt wird euch entgegentönen,
Was Kraft für Ewigkeiten wirbt.

[ 37 ] — weil das Karma der Tat in die Ewigkeiten wirkt

[ 37 ] — weil das Karma der Tat in die Ewigkeiten wirkt

Versucht des Weltenwirkens Streben,
Erweckt ihn zu gnadevollem Leben.

Versucht des Weltenwirkens Streben,
Erweckt ihn zu gnadevollem Leben.

[ 38 ] Da haben Sie die dreifache Art und Weise, wie der Mensch ergriffen wird in seiner Aura von der umgebenden Welt.

[ 38 ] Da haben Sie die dreifache Art und Weise, wie der Mensch ergriffen wird in seiner Aura von der umgebenden Welt.

[ 39 ] Wie wird der Weisheitsmensch ergriffen von den Geistern, die ihn erfassen?

[ 39 ] Wie wird der Weisheitsmensch ergriffen von den Geistern, die ihn erfassen?

Die ihr im Haupt erstrahlt aus lichtem Kreise,
Erfaßt es jetzt nach reiner Geister Weise,
Erdämpfet seines Hirnes wirren Wahn;
Entwirrt den Zweifel brennend bangen Strebens,
Sein Innres lenket von verkehrter Bahn.
Vier sind der Ziele täglichen Erlebens;
Nun ohne Kleinmut führet ihn heran.
Erst strebt zum Antlitz lichterfüllet hin,
Dann haltet fest des Geistes Kräfteringen.
Erstarkt ist bald der flügellahme Sinn,
Kann er befreit den Tag vollbringen.
Erfüllt der Geister wahrste Pflicht,
Tragt ihn hin durchs heilge Licht.

Die ihr im Haupt erstrahlt aus lichtem Kreise,
Erfaßt es jetzt nach reiner Geister Weise,
Erdämpfet seines Hirnes wirren Wahn;
Entwirrt den Zweifel brennend bangen Strebens,
Sein Innres lenket von verkehrter Bahn.
Vier sind der Ziele täglichen Erlebens;
Nun ohne Kleinmut führet ihn heran.
Erst strebt zum Antlitz lichterfüllet hin,
Dann haltet fest des Geistes Kräfteringen.
Erstarkt ist bald der flügellahme Sinn,
Kann er befreit den Tag vollbringen.
Erfüllt der Geister wahrste Pflicht,
Tragt ihn hin durchs heilge Licht.

[ 40 ] Die ästhetische Sphäre, in die Faust sich hineinlebt, kommt ja besonders im dritten Akt des zweiten Teils zum Ausdruck in der Vereinigung mit Helena, mit der Schönheit:

[ 40 ] Die ästhetische Sphäre, in die Faust sich hineinlebt, kommt ja besonders im dritten Akt des zweiten Teils zum Ausdruck in der Vereinigung mit Helena, mit der Schönheit:

Die ihr dies Haupt umschwebt im luftgen Kreise,
Erzeigt euch hier nach edler Elfen Weise,
Besänftiget des Herzens grimmen Strauß,
Entfernt des Vorwurfs glühend bittre Pfeile,
Sein Innres reinigt von erlebtem Graus.
Vier sind die Pausen nächtiger Weile,
Nun ohne Säumen füllt sie freundlich aus.
Erst senkt sein Haupt aufs kühle Polster nieder,
Dann badet ihn im Tau aus Lethes Flut;
Gelenk sind bald die krampferstarrten Glieder,
Wenn er gestärkt dem Tag entgegen ruht.
Vollbringt der Elfen schönste Pflicht,
Gebt ihn zurück dem heiligen Licht.

Die ihr dies Haupt umschwebt im luftgen Kreise,
Erzeigt euch hier nach edler Elfen Weise,
Besänftiget des Herzens grimmen Strauß,
Entfernt des Vorwurfs glühend bittre Pfeile,
Sein Innres reinigt von erlebtem Graus.
Vier sind die Pausen nächtiger Weile,
Nun ohne Säumen füllt sie freundlich aus.
Erst senkt sein Haupt aufs kühle Polster nieder,
Dann badet ihn im Tau aus Lethes Flut;
Gelenk sind bald die krampferstarrten Glieder,
Wenn er gestärkt dem Tag entgegen ruht.
Vollbringt der Elfen schönste Pflicht,
Gebt ihn zurück dem heiligen Licht.

[ 41 ] Moralsphäre:

[ 41 ] Moralsphäre:

Die ihr dies Haupt durchstrahlt mit Tatenstärke,
Erweist euch bald in rechtem Weltenwerke.
Ertötet kühn des Widersinns Bedrängnis,
Veredelt der Begierdegluten finstre Wucht,
Entführt sein Wesen geist’gem Verhängnis.
Vier sind die Wege menschlicher Sucht,
Entreißet die der kränklichen Umfängnis.
Besiegt des Sinnenfeuers Stöhnen,
Erleuchtet, was in Lust erstirbt.
Beseelt wird euch entgegentönen,
Was Kraft für Ewigkeiten wirbt.
ersucht des Weltenwirkens Streben,
Erweckt ihn zu gnadevollem Leben.

Die ihr dies Haupt durchstrahlt mit Tatenstärke,
Erweist euch bald in rechtem Weltenwerke.
Ertötet kühn des Widersinns Bedrängnis,
Veredelt der Begierdegluten finstre Wucht,
Entführt sein Wesen geist’gem Verhängnis.
Vier sind die Wege menschlicher Sucht,
Entreißet die der kränklichen Umfängnis.
Besiegt des Sinnenfeuers Stöhnen,
Erleuchtet, was in Lust erstirbt.
Beseelt wird euch entgegentönen,
Was Kraft für Ewigkeiten wirbt.
ersucht des Weltenwirkens Streben,
Erweckt ihn zu gnadevollem Leben.

[ 42 ] Sie sehen, wenn man geistig an die Dinge geht und wirklich das Geistige erfaßt, dann erscheint manches erst in seiner vollen Tiefe. Denn jetzt steht auf einmal der Faust des zweiten Teiles vor uns — den Goethe umschweben läßt vom Elfenkreis —, so wie der ästhetische Mensch in der ästhetisch-geistigen Sphäre drinnensteht. Und parallel damit geht das Darinnenstehen in der Wahrheits-Weisheitssphäre und in der Moralitätssphäre.

[ 42 ] Sie sehen, wenn man geistig an die Dinge geht und wirklich das Geistige erfaßt, dann erscheint manches erst in seiner vollen Tiefe. Denn jetzt steht auf einmal der Faust des zweiten Teiles vor uns — den Goethe umschweben läßt vom Elfenkreis —, so wie der ästhetische Mensch in der ästhetisch-geistigen Sphäre drinnensteht. Und parallel damit geht das Darinnenstehen in der Wahrheits-Weisheitssphäre und in der Moralitätssphäre.

[ 43 ] Man muß, wenn man diese Dinge erfaßt, wirklich auch etwas das Gefühl zu Hilfe nehmen. Man wird dabei fast an Nietzsches Wort erinnert: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht!» Der Tag bedeutet da das physische Erleben, das physische Wahrnehmen, die physische Erfahrung. «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht!» Das ist sie wirklich, und insbesondere, wenn man den Menschen in seiner vollen Ganzheit zu dieser Welt mitzählt; diesen Menschen, der auf der Weltenbahn seiner Evolution lebt und von dem wir eigentlich in unserem gegenwärtigen Dasein noch wenig erfassen können. Das heißt: Von uns selber erfassen wir in dem gegenwärtigen Dasein noch wenig. Es steckt so viel, so unendlich viel in dem, woraus wir geworden sind, und was wir alles einstmals werden wissen müssen bei unserem Durchgang durch Jupiter-, Venus-, Vulkansphäre, und es steckt so viel in uns von dem, was noch werden soll innerhalb unserer Erdenevolution! Erst nach und nach lebt man sich herauf aus dem, was noch anklingt an die Vorstellungen der heutigen Zeit, zu dem, was, weil es schon mehr geistig ist, dem Menschen schwer wird zu erfassen, was mit den gewohnten Vorstellungen die heutige Menschheit noch sehr wenig erfaßt. Wenn wir den Menschen so betrachten, wie er heute auf der Erde lebt, so steckt ja, man könnte sagen, samenhaft in ihm schon das, was während der Jupiter-, während der Venus-, während der Vulkanperiode sich entwickeln wird. Aber ebenso ist der Mensch ein Ergebnis der Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdensphäre. Ich sagte gestern: Das Weisheitliche, das Wahrheitsmäßige ist schon auf der Sonne veranlagt und wird auf dem Jupiter abgeschlossen sein. Wollen wir uns das auch einmal graphisch darstellen.

[ 43 ] Man muß, wenn man diese Dinge erfaßt, wirklich auch etwas das Gefühl zu Hilfe nehmen. Man wird dabei fast an Nietzsches Wort erinnert: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht!» Der Tag bedeutet da das physische Erleben, das physische Wahrnehmen, die physische Erfahrung. «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht!» Das ist sie wirklich, und insbesondere, wenn man den Menschen in seiner vollen Ganzheit zu dieser Welt mitzählt; diesen Menschen, der auf der Weltenbahn seiner Evolution lebt und von dem wir eigentlich in unserem gegenwärtigen Dasein noch wenig erfassen können. Das heißt: Von uns selber erfassen wir in dem gegenwärtigen Dasein noch wenig. Es steckt so viel, so unendlich viel in dem, woraus wir geworden sind, und was wir alles einstmals werden wissen müssen bei unserem Durchgang durch Jupiter-, Venus-, Vulkansphäre, und es steckt so viel in uns von dem, was noch werden soll innerhalb unserer Erdenevolution! Erst nach und nach lebt man sich herauf aus dem, was noch anklingt an die Vorstellungen der heutigen Zeit, zu dem, was, weil es schon mehr geistig ist, dem Menschen schwer wird zu erfassen, was mit den gewohnten Vorstellungen die heutige Menschheit noch sehr wenig erfaßt. Wenn wir den Menschen so betrachten, wie er heute auf der Erde lebt, so steckt ja, man könnte sagen, samenhaft in ihm schon das, was während der Jupiter-, während der Venus-, während der Vulkanperiode sich entwickeln wird. Aber ebenso ist der Mensch ein Ergebnis der Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdensphäre. Ich sagte gestern: Das Weisheitliche, das Wahrheitsmäßige ist schon auf der Sonne veranlagt und wird auf dem Jupiter abgeschlossen sein. Wollen wir uns das auch einmal graphisch darstellen.

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[ 44 ] Für dieKeimanlage auf der Sonne wird auf dem Jupiter ein gewisser Abschluß erreicht sein; so daß wir also sagen können: Von der Sonne zum Jupiter ist die eigentliche Entwickelung der Wahrheit; sie wird auf dem Jupiter ganz innerlich geworden sein; dann wird sie eben ganz Weisheit sein: Wahrheit wird Weisheit!

[ 44 ] Für dieKeimanlage auf der Sonne wird auf dem Jupiter ein gewisser Abschluß erreicht sein; so daß wir also sagen können: Von der Sonne zum Jupiter ist die eigentliche Entwickelung der Wahrheit; sie wird auf dem Jupiter ganz innerlich geworden sein; dann wird sie eben ganz Weisheit sein: Wahrheit wird Weisheit!

[ 45 ] Auf dem Mond beginnt dann dasjenige, was die ästhetische Sphäre enthält. Das wird abgeschlossen sein auf derVenus. Wir können das etwa so zeichnen: Mond, abgeschlossen Venus; wir haben also hier die Entwickelung der Schönheit. Sie sehen, das greift über.

[ 45 ] Auf dem Mond beginnt dann dasjenige, was die ästhetische Sphäre enthält. Das wird abgeschlossen sein auf derVenus. Wir können das etwa so zeichnen: Mond, abgeschlossen Venus; wir haben also hier die Entwickelung der Schönheit. Sie sehen, das greift über.

[ 46 ] Eigentlich ruht das alles in unseren Untergründen, im Unterbewußten, wasin diesen zwei Strömungen, und auch noch in der dritten enthalten ist; denn während der Erdenentwickelung beginnt nun das, was wir nennen können die Moralitätssphäre. Sie erreicht ihren Abschluß auf dem Vulkan. Wir haben also eine dritte Strömung, wiederum übergreifend: die Strömung der Moralität. Dazu haben wir noch eine vierte Strömung, die abgeschlossen sein wird, wenn einmal die Erde am Ziel ihrer Entwickelung angelangt sein wird. Mit der Erde beginnt die Moralität. Aber sie schließt eine höhere Ordnung wiederum ab, eine Ordnung, die schon begonnen hat am Saturn; so daß wir nun eine Ordnung, eineStrömung haben vom Saturn zur Erde, und diese wird nun genannt: Gerechtigkeit, in dem Sinne, wie ich früher das Wort erklärt habe. Sie wissen, daß auf dem Saturn die Sinne zuerst veranlagt wurden. Diese Sinne würden den Menschen nach allen Richtungen zerstreuen. Sie wissen, zwölf Sinne unterscheiden wir — der Sinn würde, indem er sich entwickelt durch Sonne, Mond und Erde, den Menschen zur Orientierung, zur Gerechtigkeit tragen, wo auch die moralische Gerechtigkeit dann, wenn sie von der Moralnatur der Erde erfaßt wird, erst eingeschlossen wird; moralische Gerechtigkeit ist erst auf der Erde vorhanden. Was da innerlich wirkt dem Peripherischen der Sinne gegenüber als Zentralisches, das ist die Sphäre oder Strömung der Gerechtigkeit.

[ 46 ] Eigentlich ruht das alles in unseren Untergründen, im Unterbewußten, wasin diesen zwei Strömungen, und auch noch in der dritten enthalten ist; denn während der Erdenentwickelung beginnt nun das, was wir nennen können die Moralitätssphäre. Sie erreicht ihren Abschluß auf dem Vulkan. Wir haben also eine dritte Strömung, wiederum übergreifend: die Strömung der Moralität. Dazu haben wir noch eine vierte Strömung, die abgeschlossen sein wird, wenn einmal die Erde am Ziel ihrer Entwickelung angelangt sein wird. Mit der Erde beginnt die Moralität. Aber sie schließt eine höhere Ordnung wiederum ab, eine Ordnung, die schon begonnen hat am Saturn; so daß wir nun eine Ordnung, eineStrömung haben vom Saturn zur Erde, und diese wird nun genannt: Gerechtigkeit, in dem Sinne, wie ich früher das Wort erklärt habe. Sie wissen, daß auf dem Saturn die Sinne zuerst veranlagt wurden. Diese Sinne würden den Menschen nach allen Richtungen zerstreuen. Sie wissen, zwölf Sinne unterscheiden wir — der Sinn würde, indem er sich entwickelt durch Sonne, Mond und Erde, den Menschen zur Orientierung, zur Gerechtigkeit tragen, wo auch die moralische Gerechtigkeit dann, wenn sie von der Moralnatur der Erde erfaßt wird, erst eingeschlossen wird; moralische Gerechtigkeit ist erst auf der Erde vorhanden. Was da innerlich wirkt dem Peripherischen der Sinne gegenüber als Zentralisches, das ist die Sphäre oder Strömung der Gerechtigkeit.

[ 47 ] Das alles, was man so darstellt, ist im Menschen enthalten, und Sie wissen alle, nur ein Geringes ist dem Menschen jeweilig bewußt von dem, was in ihm wirkt und lebt und webt. Aber es wirkt und webt und lebt in seinem Grunde. Da kann man sich doch fragen: Wird denn so wenig, wie es oftmals scheinen will, von dem Menschen erfaßt, wie da der Mensch in einer breiten Strömung des Seins drinnen ist und auftaucht aus dieser breiten Strömung des Seins, und wie er wenig weiß von dem, was er alles ist?

[ 47 ] Das alles, was man so darstellt, ist im Menschen enthalten, und Sie wissen alle, nur ein Geringes ist dem Menschen jeweilig bewußt von dem, was in ihm wirkt und lebt und webt. Aber es wirkt und webt und lebt in seinem Grunde. Da kann man sich doch fragen: Wird denn so wenig, wie es oftmals scheinen will, von dem Menschen erfaßt, wie da der Mensch in einer breiten Strömung des Seins drinnen ist und auftaucht aus dieser breiten Strömung des Seins, und wie er wenig weiß von dem, was er alles ist?

[ 48 ] So ganz bloß beschränkt auf Initiiertenkreise ist das Bewußtsein doch nicht, sondern es kommt schon an den Menschen heran. Es gibt ja doch wirklich Menschen, die, man möchte sagen, durch eine natürliche Begabung zuweilen heraufstrahlen fühlen in besonders begnadeten Momenten, was da unten wirkt und lebt in den Strömungen, in die der Mensch hineinversetzt ist. In der mannigfaltigsten Weise kommt das zum Vorschein. Einzelne Menschen gibt es, welche in einem höheren Sinne, als das bei der äußeren philiströsen Religionsauffassung oftmals der Fall ist, dieses Tiefere im Menschen erfühlen. Man redet oftmals von Schuld, und gewisse Pastoren suchen gerade den Menschen dadurch zu vertiefen, daß sie ihm so recht ein Schuldbewußtsein beibringen. Aber das ist nur ein oberflächliches Erfassen. Es ist ja das Oberflächliche auch berechtigt, aber man kann tiefer gehen. Und tiefere Menschen fühlen auch mit dem, was sonst bloß das Schuldbewußtsein ist, verknüpft dieses Herauftönen und Heraufleuchten eines Waltens aus den Untergründen des menschlichen Seins. Hätten die Menschen nicht solche Scheu und solche Furcht, sich selbst kennenzulernen, so würden sie viel häufiger sich selber kennenlernen. Aber schon die unterbewußte Seele drängt zurück, was da in den Untergründen waltet, weil der Mensch unbewußt Furcht und Scheu und Angst vor sich selbst, vor seinen Weiten und vor seinen Tiefen hat. Wenn es aber einmal heraufleuchtet und heraufstrahlt, dann ist es wirklich so, als ob alles sphinzartig wäre an dem, was da heraufleuchtet und heraufstrahlt. Und man empfindet tief mit Menschen, welche aus wirklicher innerer Seelenerfahrung solches haben.

[ 48 ] So ganz bloß beschränkt auf Initiiertenkreise ist das Bewußtsein doch nicht, sondern es kommt schon an den Menschen heran. Es gibt ja doch wirklich Menschen, die, man möchte sagen, durch eine natürliche Begabung zuweilen heraufstrahlen fühlen in besonders begnadeten Momenten, was da unten wirkt und lebt in den Strömungen, in die der Mensch hineinversetzt ist. In der mannigfaltigsten Weise kommt das zum Vorschein. Einzelne Menschen gibt es, welche in einem höheren Sinne, als das bei der äußeren philiströsen Religionsauffassung oftmals der Fall ist, dieses Tiefere im Menschen erfühlen. Man redet oftmals von Schuld, und gewisse Pastoren suchen gerade den Menschen dadurch zu vertiefen, daß sie ihm so recht ein Schuldbewußtsein beibringen. Aber das ist nur ein oberflächliches Erfassen. Es ist ja das Oberflächliche auch berechtigt, aber man kann tiefer gehen. Und tiefere Menschen fühlen auch mit dem, was sonst bloß das Schuldbewußtsein ist, verknüpft dieses Herauftönen und Heraufleuchten eines Waltens aus den Untergründen des menschlichen Seins. Hätten die Menschen nicht solche Scheu und solche Furcht, sich selbst kennenzulernen, so würden sie viel häufiger sich selber kennenlernen. Aber schon die unterbewußte Seele drängt zurück, was da in den Untergründen waltet, weil der Mensch unbewußt Furcht und Scheu und Angst vor sich selbst, vor seinen Weiten und vor seinen Tiefen hat. Wenn es aber einmal heraufleuchtet und heraufstrahlt, dann ist es wirklich so, als ob alles sphinzartig wäre an dem, was da heraufleuchtet und heraufstrahlt. Und man empfindet tief mit Menschen, welche aus wirklicher innerer Seelenerfahrung solches haben.

[ 49 ] Wie schön kommt in folgendem Iyrischen Erzeugnis zum Ausdruck, wie vor einer Menschenseele aufersteht in flutenden Träumen des Seelenlebens das, was in menschlichen Untergründen lebt. Man stelle sich einen Menschen vor, der des Tages Arbeit und des Tages Last hinter sich hat, der sich zur Ruhe begeben hat, aber aus der Ruhe, aus dem Dunkel und der Finsternis heraus wie greifbar vor sich fühlt, wie in einem mächtigen Seelentraume, dasjenige, aus dem der Mensch aufsteigt. So schildert das einmal ein polnischer Dichter:

[ 49 ] Wie schön kommt in folgendem Iyrischen Erzeugnis zum Ausdruck, wie vor einer Menschenseele aufersteht in flutenden Träumen des Seelenlebens das, was in menschlichen Untergründen lebt. Man stelle sich einen Menschen vor, der des Tages Arbeit und des Tages Last hinter sich hat, der sich zur Ruhe begeben hat, aber aus der Ruhe, aus dem Dunkel und der Finsternis heraus wie greifbar vor sich fühlt, wie in einem mächtigen Seelentraume, dasjenige, aus dem der Mensch aufsteigt. So schildert das einmal ein polnischer Dichter:

Und im geheimen Zauber der Nacht,
Da vor meinem Palast,
Erbaut aus dem Nebelgespinst meiner Träume,
Unerhörte Blumen mit toten Augen
Einer tückisch grinsenden Medusa
In dem Mondlicht-durchsättigten Tau
Ins Ungeheure aufwuchsen —
Als der Mond sich in meine Kemenate hineinstahl
Und sich auf das Bett meiner Erschöpfung legte,
Da weckte mich aus dem Schlaf die lüsterne,
Ungeheuerliche Lust,
Die meine Lippen in irrem Stammeln erbeben
Und meine Augen in heißem Fieberfeuer strahlen ließ
Nach deinem Getier!
Mea culpa, mea maxima culpa!
— Meine Schuld, meine große Schuld! —

Und im geheimen Zauber der Nacht,
Da vor meinem Palast,
Erbaut aus dem Nebelgespinst meiner Träume,
Unerhörte Blumen mit toten Augen
Einer tückisch grinsenden Medusa
In dem Mondlicht-durchsättigten Tau
Ins Ungeheure aufwuchsen —
Als der Mond sich in meine Kemenate hineinstahl
Und sich auf das Bett meiner Erschöpfung legte,
Da weckte mich aus dem Schlaf die lüsterne,
Ungeheuerliche Lust,
Die meine Lippen in irrem Stammeln erbeben
Und meine Augen in heißem Fieberfeuer strahlen ließ
Nach deinem Getier!
Mea culpa, mea maxima culpa!
— Meine Schuld, meine große Schuld! —

[ 50 ] Diese schönen Iyrischen Worte von Jan Kasprowicz sind in der Tat ein ganz wunderbares Erlebnis, fragend, aber zugleich berührend etwas von der Antwort. Fragend, weil gewissermaßen in diesem Iyrischen Erzeugnis der Übergang lebt: Erinnerung an den Tag durch das Ästhetische hindurch in die moralische Sphäre hinein — mea culpa, mea maxima culpa. Man darf sich nicht scheuen vor dem Fragenden, das da ersteht aus dem flutenden Unterleben. Diese Dinge sind nicht geeignet, Furcht zu erregen, sondern Fragen zu entzünden. Die «unerhörten Blumen mit den toten Augen, einer tückisch grinsenden Medusa gleich», sind aus dem Pflanzenreich herausgeformte Fragewesen, Fragegestalten. Und wie das mit dem Monde zusammenhängt — wir brauchen uns nur zu erinnern an die Mondenströmungen, dann werden wir begreifen, daß der Mondenschein mit seinem leisen Fluten die äußere physische Realität zusammenfügt mit dem Geist-Erlebnis. Es ist wirklich ein wunderbares Geist-Erlebnis, mit dem man es da zu tun hat:

[ 50 ] Diese schönen Iyrischen Worte von Jan Kasprowicz sind in der Tat ein ganz wunderbares Erlebnis, fragend, aber zugleich berührend etwas von der Antwort. Fragend, weil gewissermaßen in diesem Iyrischen Erzeugnis der Übergang lebt: Erinnerung an den Tag durch das Ästhetische hindurch in die moralische Sphäre hinein — mea culpa, mea maxima culpa. Man darf sich nicht scheuen vor dem Fragenden, das da ersteht aus dem flutenden Unterleben. Diese Dinge sind nicht geeignet, Furcht zu erregen, sondern Fragen zu entzünden. Die «unerhörten Blumen mit den toten Augen, einer tückisch grinsenden Medusa gleich», sind aus dem Pflanzenreich herausgeformte Fragewesen, Fragegestalten. Und wie das mit dem Monde zusammenhängt — wir brauchen uns nur zu erinnern an die Mondenströmungen, dann werden wir begreifen, daß der Mondenschein mit seinem leisen Fluten die äußere physische Realität zusammenfügt mit dem Geist-Erlebnis. Es ist wirklich ein wunderbares Geist-Erlebnis, mit dem man es da zu tun hat:

Und im geheimen Zauber der Nacht,
Da vor meinem Palast,
Erbaut aus dem Nebelgespinst meiner Träume,
Unerhörte Blumen mit toten Augen
Einer tückisch grinsenden Medusa
In dem Mondlicht-durchsättigten Tau
Ins Ungeheure aufwuchsen
Als der Mond sich in meine Kemenate hineinstahl
Und sich auf das Bett meiner Erschöpfung legte, —
Da weckte mich aus dem Schlaf die lüsterne,
Ungeheuerliche Lust

Und im geheimen Zauber der Nacht,
Da vor meinem Palast,
Erbaut aus dem Nebelgespinst meiner Träume,
Unerhörte Blumen mit toten Augen
Einer tückisch grinsenden Medusa
In dem Mondlicht-durchsättigten Tau
Ins Ungeheure aufwuchsen
Als der Mond sich in meine Kemenate hineinstahl
Und sich auf das Bett meiner Erschöpfung legte, —
Da weckte mich aus dem Schlaf die lüsterne,
Ungeheuerliche Lust

[ 51 ] — erinnern Sie sich an die dritte Anrede, an die Geister bei der Moralitätssphäre —

[ 51 ] — erinnern Sie sich an die dritte Anrede, an die Geister bei der Moralitätssphäre —

Da weckte mich aus dem Schlaf die lüsterne,
Ungeheuerliche Lust,
Die meine Lippen in ihrem Stammeln erbeben
Und meine Augen in heißem Fieberfeuer strahlen ließ
Nach deinem Getier!
Mea culpa, mea maxima culpa!

Da weckte mich aus dem Schlaf die lüsterne,
Ungeheuerliche Lust,
Die meine Lippen in ihrem Stammeln erbeben
Und meine Augen in heißem Fieberfeuer strahlen ließ
Nach deinem Getier!
Mea culpa, mea maxima culpa!

[ 52 ] Dann denken Sie sich das Hereinleuchten der Moralsphäre, die da besiegt der Sinnenfeuer Stöhnen, die erleuchtet, was in Lust erstirbt, der beseelt wird entgegentönen, was Kraft für Ewigkeiten wirbt.

[ 52 ] Dann denken Sie sich das Hereinleuchten der Moralsphäre, die da besiegt der Sinnenfeuer Stöhnen, die erleuchtet, was in Lust erstirbt, der beseelt wird entgegentönen, was Kraft für Ewigkeiten wirbt.

[ 53 ] Man muß schon das Gefühl zu Hilfe nehmen, wenn man versuchen will, in alle Tiefen dessen einzudringen, mit dem der Mensch zusammenhängt. Denn nur dadurch bekommt man allmählich eine VorstelJung, wie sich der Mensch hineinlebt in die Reiche der Geistigkeit Moralität, Ästhetik, in das Vorstellungsmäßige, das Wahrheitsmäßige geradeso, wie er sich beim Betreten des physischen Planes hineinlebt in das Mineralische, das Pflanzliche und das Tierische. Mensch ist der Mensch durch alle diese Reiche hindurch, und das Menschenwesen steigt herab durch das Mineralische, Pflanzliche, Tierische, Menschliche, steigt hinauf in das Moralische, Ästhetische und in das Wahrheits-Weisheitsvolle. Und eingefügt ist der Mensch in den Strom des Daseins, das in wunderbarer Weise durch die Entwickelungssphären von Saturn, Sonne, Mond und Erde, Jupiter, Venus, Vulkan hindurch, übergreifend und dadurch die einzelnen Kräfte miteinander verbindend, den Menschen ausstattet im Laufe seiner Evolution mit alledem, was ihm eben zugeteilt ist aus den tieferen Impulsen des Weltenalls heraus.

[ 53 ] Man muß schon das Gefühl zu Hilfe nehmen, wenn man versuchen will, in alle Tiefen dessen einzudringen, mit dem der Mensch zusammenhängt. Denn nur dadurch bekommt man allmählich eine VorstelJung, wie sich der Mensch hineinlebt in die Reiche der Geistigkeit Moralität, Ästhetik, in das Vorstellungsmäßige, das Wahrheitsmäßige geradeso, wie er sich beim Betreten des physischen Planes hineinlebt in das Mineralische, das Pflanzliche und das Tierische. Mensch ist der Mensch durch alle diese Reiche hindurch, und das Menschenwesen steigt herab durch das Mineralische, Pflanzliche, Tierische, Menschliche, steigt hinauf in das Moralische, Ästhetische und in das Wahrheits-Weisheitsvolle. Und eingefügt ist der Mensch in den Strom des Daseins, das in wunderbarer Weise durch die Entwickelungssphären von Saturn, Sonne, Mond und Erde, Jupiter, Venus, Vulkan hindurch, übergreifend und dadurch die einzelnen Kräfte miteinander verbindend, den Menschen ausstattet im Laufe seiner Evolution mit alledem, was ihm eben zugeteilt ist aus den tieferen Impulsen des Weltenalls heraus.