The Riddle of Man
The Spiritual Background of Human History
GA 170
27 August 1916, Dornach
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Zwölfter Vortrag
Zwölfter Vortrag
[ 1 ] Anknüpfen möchte ich an die Bemerkungen, die ich das letzte Mal gemacht habe: daß das Gedächtnis, so wie es in der gegenwärtigen Zeit, das heißt in der Erdenzeit auftritt, eine Art von Metamorphose anderer Seelenbetätigungen des Menschen ist, die dieser Mensch früher während der alten Mondenzeit hatte. Ich sagte: Während dieser Zeit des traumhaften imaginativen Schauens brauchte der Mensch nicht ein solches Gedächtnis, wie er es jetzt hat. Er brauchte es deshalb nicht, weil er gewissermaßen wie einen Kometenschweif nach sich zog, im Objektiven eingraviert, das, was er in seinen traumhaften Imaginationen erlebt hat. Dieses Erleben, daß das da ist, was man so erlebt hat, hat sich für die Erdenzeit verloren. Nun kommt etwas dazu, das man auch ins Auge fassen muß zu dem vollständigen Verständnis dieser Sache: daß in einer solchen Weise eingegraben in die objektive Substantialität der Welt das Bewußtseinserlebnis nur dann sein kann, wenn es in einem gewissen Sinne schon vorerlebt ist, wenn es nicht erst erlebt wird dann, wenn es das Wesen, also in diesem Falle der Mensch erlebt, sondern wenn es in einem gewissen Sinne schon vorher erlebt ist. Daraus sehen Sie, daß alle Erlebnisse des menschlichen Mondenbewußtseins noch solche waren, die eigentlich nur Nacherlebnisse dessen waren, was Wesen höherer Hierarchien den Menschen vorgedacht haben. Die Wesen der höheren Hierarchien haben also das, was die Mondenmenschen geträumt haben, diesen vorgedacht. Die Menschen denken es nachher nach, wenn wir das denken nennen wollen, was eigentlich als traumhaft-imaginatives Bewußtseinserlebnis gemeint ist.
[ 1 ] Anknüpfen möchte ich an die Bemerkungen, die ich das letzte Mal gemacht habe: daß das Gedächtnis, so wie es in der gegenwärtigen Zeit, das heißt in der Erdenzeit auftritt, eine Art von Metamorphose anderer Seelenbetätigungen des Menschen ist, die dieser Mensch früher während der alten Mondenzeit hatte. Ich sagte: Während dieser Zeit des traumhaften imaginativen Schauens brauchte der Mensch nicht ein solches Gedächtnis, wie er es jetzt hat. Er brauchte es deshalb nicht, weil er gewissermaßen wie einen Kometenschweif nach sich zog, im Objektiven eingraviert, das, was er in seinen traumhaften Imaginationen erlebt hat. Dieses Erleben, daß das da ist, was man so erlebt hat, hat sich für die Erdenzeit verloren. Nun kommt etwas dazu, das man auch ins Auge fassen muß zu dem vollständigen Verständnis dieser Sache: daß in einer solchen Weise eingegraben in die objektive Substantialität der Welt das Bewußtseinserlebnis nur dann sein kann, wenn es in einem gewissen Sinne schon vorerlebt ist, wenn es nicht erst erlebt wird dann, wenn es das Wesen, also in diesem Falle der Mensch erlebt, sondern wenn es in einem gewissen Sinne schon vorher erlebt ist. Daraus sehen Sie, daß alle Erlebnisse des menschlichen Mondenbewußtseins noch solche waren, die eigentlich nur Nacherlebnisse dessen waren, was Wesen höherer Hierarchien den Menschen vorgedacht haben. Die Wesen der höheren Hierarchien haben also das, was die Mondenmenschen geträumt haben, diesen vorgedacht. Die Menschen denken es nachher nach, wenn wir das denken nennen wollen, was eigentlich als traumhaft-imaginatives Bewußtseinserlebnis gemeint ist.
[ 2 ] Für die Erdenzeit tritt nun ein anderer Zustand ein. Der Mensch lebt nicht so fort, daß er gewissermaßen das, was schon vorher gedacht ist, noch einmal denkt und daß es dann für ihn sichtbar bleibt. Sondern er denkt, und aufbewahrt wird, wie wir gestern gehört haben, das Gedachte nur in ihm selber durch die Widerstandskraft seines physischen Leibes. Es wird in seine eigene Äthersubstantialität eingegraben und erst nach seinem Tode der allgemeinen Weltensubstantialität übergeben. Dann kann man so zurückschauen, wie man früher auf alles bewußt Erlebte, also im Bewußtsein Erlebte zurückschauen kann; man kann ja zurückschauen in der Zeit, die man da durchlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nun ist dasjenige, was der Mensch also durchlebt, was er sich zuerst in seinen Ätherleib eingräbt, dann, indem er durch den 'Tod geht und es hinausträgt in die allgemeine Weltensubstantialität, dafür bestimmt, nach und nach verändert zu werden dadurch, daß er in wiederholten Erdenleben durch das gesamte Erdendasein durchgeht. Denn überlegen Sie nur einmal, was der Mensch alles denkt! Wäre es nicht der schrecklichste Gedanke, den Sie fassen können, wenn Sie sich sagen müßten, daß alle Gedanken der Menschen objektiv in die Weltenmaterie eingegraben werden und also ewig da sein würden? Das aber würde geschehen, wenn der Mensch nicht dadurch, daß er wiederholte Erdenleben durchmacht, in der Lage wäre, diejenigen Gedanken, die nicht bleiben sollen, wieder auszubessern, entweder zu korrigieren oder ganz auszumerzen und durch andere zu ersetzen und so weiter. Das ist eben etwas, was die Evolution durch die verschiedenen Erdenleben hindurch bildet: daß der Mensch in die Lage kommt, wirklich das, was er bei jedem Tode in die allgemeine Weltensubstantialität eingräbt, zu verbessern, und daß er anstreben kann, daß wirklich von ihm aus, wenn er durch die letzte Erdeninkarnation gegangen sein wird, nur solches der Weltenäthersubstantialität übergeben worden ist, was nun wirklich bleiben kann.
[ 2 ] Für die Erdenzeit tritt nun ein anderer Zustand ein. Der Mensch lebt nicht so fort, daß er gewissermaßen das, was schon vorher gedacht ist, noch einmal denkt und daß es dann für ihn sichtbar bleibt. Sondern er denkt, und aufbewahrt wird, wie wir gestern gehört haben, das Gedachte nur in ihm selber durch die Widerstandskraft seines physischen Leibes. Es wird in seine eigene Äthersubstantialität eingegraben und erst nach seinem Tode der allgemeinen Weltensubstantialität übergeben. Dann kann man so zurückschauen, wie man früher auf alles bewußt Erlebte, also im Bewußtsein Erlebte zurückschauen kann; man kann ja zurückschauen in der Zeit, die man da durchlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nun ist dasjenige, was der Mensch also durchlebt, was er sich zuerst in seinen Ätherleib eingräbt, dann, indem er durch den 'Tod geht und es hinausträgt in die allgemeine Weltensubstantialität, dafür bestimmt, nach und nach verändert zu werden dadurch, daß er in wiederholten Erdenleben durch das gesamte Erdendasein durchgeht. Denn überlegen Sie nur einmal, was der Mensch alles denkt! Wäre es nicht der schrecklichste Gedanke, den Sie fassen können, wenn Sie sich sagen müßten, daß alle Gedanken der Menschen objektiv in die Weltenmaterie eingegraben werden und also ewig da sein würden? Das aber würde geschehen, wenn der Mensch nicht dadurch, daß er wiederholte Erdenleben durchmacht, in der Lage wäre, diejenigen Gedanken, die nicht bleiben sollen, wieder auszubessern, entweder zu korrigieren oder ganz auszumerzen und durch andere zu ersetzen und so weiter. Das ist eben etwas, was die Evolution durch die verschiedenen Erdenleben hindurch bildet: daß der Mensch in die Lage kommt, wirklich das, was er bei jedem Tode in die allgemeine Weltensubstantialität eingräbt, zu verbessern, und daß er anstreben kann, daß wirklich von ihm aus, wenn er durch die letzte Erdeninkarnation gegangen sein wird, nur solches der Weltenäthersubstantialität übergeben worden ist, was nun wirklich bleiben kann.
[ 3 ] Sie sehen also hier einen anderen Vorgang als den, welcher stattgefunden hat für das traumhaft-imaginative Mondenbewußtsein. Für dieses waren die Gedanken vorgedacht von Wesen der höheren Hierarchien, zum Teil auch von elementarischen Wesenheiten; dann werden sie nachgedacht von Menschen der Mondenzeit. Dadurch werden sie so sichtbar, daß sie sichtbar bleiben. Dasjenige, was derart nachgedacht ist, bleibt nun sichtbar. Während der Normalentwickelung der Erdenzeit ist es so, daß zunächst alles, was der Mensch denkt — dazu gehört jetzt auch dasjenige, was er denkend fühlt und denkend will —, sich eingräbt in den eigenen Ätherleib, in die eigene Äthersubstantialität. Und erst dann, wenn er durch die Pforte des Todes getreten ist, teilt es sich der Weltenäthersubstantialität mit, so daß es dann bleiben würde, wenn er es nicht im Laufe folgender Inkarnationen ausbessern würde, soweit es ausbesserungsbedürftig ist.
[ 3 ] Sie sehen also hier einen anderen Vorgang als den, welcher stattgefunden hat für das traumhaft-imaginative Mondenbewußtsein. Für dieses waren die Gedanken vorgedacht von Wesen der höheren Hierarchien, zum Teil auch von elementarischen Wesenheiten; dann werden sie nachgedacht von Menschen der Mondenzeit. Dadurch werden sie so sichtbar, daß sie sichtbar bleiben. Dasjenige, was derart nachgedacht ist, bleibt nun sichtbar. Während der Normalentwickelung der Erdenzeit ist es so, daß zunächst alles, was der Mensch denkt — dazu gehört jetzt auch dasjenige, was er denkend fühlt und denkend will —, sich eingräbt in den eigenen Ätherleib, in die eigene Äthersubstantialität. Und erst dann, wenn er durch die Pforte des Todes getreten ist, teilt es sich der Weltenäthersubstantialität mit, so daß es dann bleiben würde, wenn er es nicht im Laufe folgender Inkarnationen ausbessern würde, soweit es ausbesserungsbedürftig ist.
[ 4 ] Dies ist für das normale Seelenleben der Erdenentwickelung durchaus gültig, also für dasjenige Seelenleben, das wir im gewöhnlichen Wachzustand zwischen Geburt und Tod entwickeln, aber es ist nicht für jenes Bewußtsein der Fall, das wir entwickeln als zugehörig zu diesem Wachbewußtsein: zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Was nun aber als Geisteswissenschaft von jetzt ab eintreten muß in das Bewußtsein der Menschheit und warum sie eintreten muß, inwiefern sie eine Urnotwendigkeit ist, davon haben wir ja oftmals gesprochen. Was nun als Geisteswissenschaft so eintreten muß, daß diese Menschheit ihr Erdenziel wirklich erreichen kann, das stammt noch aus anderen Quellen, als es das gewöhnliche Wachbewußtsein ist. Diese Geisteswissenschaft muß, wie Sie wissen, im Erdendasein selber geboren werden; denn wir haben es ja oftmals betont, daß sie nicht entwickelt werden könnte in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß das, was hier während des Erdenlebens entwickelt wird als geistige Erkenntnis, nur hier entwickelt werden kann und hinauswirkt in die Welt, in der die Toten eben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sind.
[ 4 ] Dies ist für das normale Seelenleben der Erdenentwickelung durchaus gültig, also für dasjenige Seelenleben, das wir im gewöhnlichen Wachzustand zwischen Geburt und Tod entwickeln, aber es ist nicht für jenes Bewußtsein der Fall, das wir entwickeln als zugehörig zu diesem Wachbewußtsein: zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Was nun aber als Geisteswissenschaft von jetzt ab eintreten muß in das Bewußtsein der Menschheit und warum sie eintreten muß, inwiefern sie eine Urnotwendigkeit ist, davon haben wir ja oftmals gesprochen. Was nun als Geisteswissenschaft so eintreten muß, daß diese Menschheit ihr Erdenziel wirklich erreichen kann, das stammt noch aus anderen Quellen, als es das gewöhnliche Wachbewußtsein ist. Diese Geisteswissenschaft muß, wie Sie wissen, im Erdendasein selber geboren werden; denn wir haben es ja oftmals betont, daß sie nicht entwickelt werden könnte in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß das, was hier während des Erdenlebens entwickelt wird als geistige Erkenntnis, nur hier entwickelt werden kann und hinauswirkt in die Welt, in der die Toten eben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sind.
[ 5 ] Geisteswissenschaft ist also etwas, was durch das gewöhnliche Tagesbewußtsein nicht entwickelt wird, was auch nicht so unmittelbar, wie es auftritt, durch die Geburt hindurch hereingebracht werden kann in diese Welt, sondern was entwickelt werden muß durch ein anderes Anschauen. Wir haben zweierlei Arten des Bewußtseinslebens gestern und heute charakterisiert: das Mondenbewußtseinsleben, das die Art von Gedächtnis hatte, die wir charakterisiert haben, und das Erdenbewußtseinsleben — wir nennen es das gegenständliche Bewußtsein —, das ein Gedächtnis hat, wie wir es auch charakterisiert haben.
[ 5 ] Geisteswissenschaft ist also etwas, was durch das gewöhnliche Tagesbewußtsein nicht entwickelt wird, was auch nicht so unmittelbar, wie es auftritt, durch die Geburt hindurch hereingebracht werden kann in diese Welt, sondern was entwickelt werden muß durch ein anderes Anschauen. Wir haben zweierlei Arten des Bewußtseinslebens gestern und heute charakterisiert: das Mondenbewußtseinsleben, das die Art von Gedächtnis hatte, die wir charakterisiert haben, und das Erdenbewußtseinsleben — wir nennen es das gegenständliche Bewußtsein —, das ein Gedächtnis hat, wie wir es auch charakterisiert haben.
[ 6 ] Dasjenige Bewußtsein nun, durch das man ursprünglich den Inhalt der Geisteswissenschaft erhält, ist besonderer Art. Verstehen kann man sie, wie ich oftmals betont habe, immer mit dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstand, darinnen leben kann man auch, ohne daß man hineinschaut in die geistige Welt; aber sie gewissermaßen herausholen, dazu ist eine besondere Bewußtseinsart notwendig. Aber diese besondere Bewußtseinsart, die gibt zugleich, wenn man Verständnis für sie hat, die Möglichkeit ab, daß der Mensch überhaupt das künftige Erdendasein so wird gestalten können, wie es gestaltet werden muß, wenn die Menschheit nicht in die Dekadenz verfallen soll. Es muß sich Verständnis entwickeln für das Hereinströmen der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten aus der geistigen Welt in unsere physische, wenn nicht die Menschheit in die Dekadenz verfallen soll, an deren Pforten sie ja jetzt schon deutlich sichtbar steht.
[ 6 ] Dasjenige Bewußtsein nun, durch das man ursprünglich den Inhalt der Geisteswissenschaft erhält, ist besonderer Art. Verstehen kann man sie, wie ich oftmals betont habe, immer mit dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstand, darinnen leben kann man auch, ohne daß man hineinschaut in die geistige Welt; aber sie gewissermaßen herausholen, dazu ist eine besondere Bewußtseinsart notwendig. Aber diese besondere Bewußtseinsart, die gibt zugleich, wenn man Verständnis für sie hat, die Möglichkeit ab, daß der Mensch überhaupt das künftige Erdendasein so wird gestalten können, wie es gestaltet werden muß, wenn die Menschheit nicht in die Dekadenz verfallen soll. Es muß sich Verständnis entwickeln für das Hereinströmen der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten aus der geistigen Welt in unsere physische, wenn nicht die Menschheit in die Dekadenz verfallen soll, an deren Pforten sie ja jetzt schon deutlich sichtbar steht.
[ 7 ] Man muß gegenüber den Wahrheiten der Geisteswissenschaft, wenn diese nun ihre Aufgabe erfüllen soll in der menschlichen Zukunft, gewisse Empfindungen erlangen. Und diese Empfindungen gründen sich eben in selbstverständlicher Weise auf den Weg, den diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten machen aus der geistigen Welt herein in die physische. Diejenige Art des naturgemäß wirkenden Gedächtnisses, die unser gewöhnliches Tagesbewußtsein auszeichnet, hört in einem gewissen Sinne — wie ich sogar schon in öffentlichen Vorträgen ausgeführt habe — wieder auf gegenüber dem Ergründen in der geistigen Welt. Das Gedächtnis ist ja etwas, was, wie Sie wissen, in einer gewissen Weise sogar überwunden wird für jenes Bewußtsein, das die Geheimnisse jenseits der Schwelle zu ergründen hat. Damit muß aber etwas Neues eintreten. Es darf selbstverständlich das, was im Bewußtsein durchlebt ist, nicht vorübergehen. Und dieses Neue tritt dadurch ein — ich bitte, dieses jetzt recht gut ins Auge zu fassen! —, daß ein Satz, ein Inhalt, der Geistiges im Sinne der Geisteswissenschaft charakterisiert, also realen geistigen Inhalt hat, nicht bleibt in dem eigenen Ätherleib bloß bis zum Tode, sondern sich nun unmittelbar aus dem Bewußtsein heraus einträgt in die geistig-ätherische Welt. Also ein wahrer, ich meine ein wirklich Geistiges berührender Satz trägt sich ein in die ÄÄthermäterie. Beim Mondenbewußtsein wird der Inhalt sichtbar, weil er schon vorgedacht war. Dadurch, daß der Mondenmensch ihn vorstellt, wird der vorher in einer gewissen Weise vorgedachte Inhalt nur sichtbar. Beim gewöhnlichen wachen Erdenbewußtsein gräbt sich der Satz zuerst in den eigenen Ätherleib ein, bleibt mit dem Menschen verbunden bis der Mensch ihn korrigieren kann. Da verbessert sich also das Schlechtgedachte im Laufe des Karma. Ein wirklich Geistiges berührender Satz trägt sich ein in die allgemeine Äthersubstanz. Das muß kommen, das muß sich so entwickeln. Denn es braucht einfach der Evolutionsvorgang der Welt dasjenige, was nun durch den Inhalt der Geisteswissenschaft in die Welt eingeschrieben werden kann.
[ 7 ] Man muß gegenüber den Wahrheiten der Geisteswissenschaft, wenn diese nun ihre Aufgabe erfüllen soll in der menschlichen Zukunft, gewisse Empfindungen erlangen. Und diese Empfindungen gründen sich eben in selbstverständlicher Weise auf den Weg, den diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten machen aus der geistigen Welt herein in die physische. Diejenige Art des naturgemäß wirkenden Gedächtnisses, die unser gewöhnliches Tagesbewußtsein auszeichnet, hört in einem gewissen Sinne — wie ich sogar schon in öffentlichen Vorträgen ausgeführt habe — wieder auf gegenüber dem Ergründen in der geistigen Welt. Das Gedächtnis ist ja etwas, was, wie Sie wissen, in einer gewissen Weise sogar überwunden wird für jenes Bewußtsein, das die Geheimnisse jenseits der Schwelle zu ergründen hat. Damit muß aber etwas Neues eintreten. Es darf selbstverständlich das, was im Bewußtsein durchlebt ist, nicht vorübergehen. Und dieses Neue tritt dadurch ein — ich bitte, dieses jetzt recht gut ins Auge zu fassen! —, daß ein Satz, ein Inhalt, der Geistiges im Sinne der Geisteswissenschaft charakterisiert, also realen geistigen Inhalt hat, nicht bleibt in dem eigenen Ätherleib bloß bis zum Tode, sondern sich nun unmittelbar aus dem Bewußtsein heraus einträgt in die geistig-ätherische Welt. Also ein wahrer, ich meine ein wirklich Geistiges berührender Satz trägt sich ein in die ÄÄthermäterie. Beim Mondenbewußtsein wird der Inhalt sichtbar, weil er schon vorgedacht war. Dadurch, daß der Mondenmensch ihn vorstellt, wird der vorher in einer gewissen Weise vorgedachte Inhalt nur sichtbar. Beim gewöhnlichen wachen Erdenbewußtsein gräbt sich der Satz zuerst in den eigenen Ätherleib ein, bleibt mit dem Menschen verbunden bis der Mensch ihn korrigieren kann. Da verbessert sich also das Schlechtgedachte im Laufe des Karma. Ein wirklich Geistiges berührender Satz trägt sich ein in die allgemeine Äthersubstanz. Das muß kommen, das muß sich so entwickeln. Denn es braucht einfach der Evolutionsvorgang der Welt dasjenige, was nun durch den Inhalt der Geisteswissenschaft in die Welt eingeschrieben werden kann.
[ 8 ] Sie werden vielleicht sagen — nun, Sie sagen es vielleicht nicht, aber es könnte es jemand sagen: Ja, dann lasse ich lieber alles, was Geisteswissenschaft ist, ruhig liegen; dann brauche ich mich nicht zu fürchten, daß das, was ich denke, so unmittelbar eingegraben wird in die Äthersubstantialität! — Das hätten Sie höchstens sagen können in der Epoche der griechisch-lateinischen Kultur, das können Sie schon jetzt nicht mehr sagen. Denn worauf ich früher hinwies: daß der Mensch das korrigieren kann, was in ihm eingeschrieben ist, das ist richtig, soweit es einen gewissen Inhalt betrifft. Aber es hört auf, richtig zu werden für alles dasjenige, was ich Ihnen gestern charakterisiert habe als von Luzifer und Ahriman herrührend. Und die werden in der Zukunft nur überwunden werden dadurch, daß man das Gleichgewicht zwischen ihnen herstellt, wie ich es auch ausgeführt habe. Die Menschen produzieren von sich aus, auch von unserem fünften nachatlantischen Zeitraum an, allerdings nur solches, das wieder korrigiert werden kann. Aber unter dem Einflusse Luzifers und Ahrimans, wenn sie nicht lernen, auf der Hut zu sein vor ihnen, graben sie doch in die allgemeine Äthersubstantialität der Welt ein, was sie denken, was sie unter dem Einflusse Luzifers und Ahrimans vollführen in dem oft entwickelten Sinne. Das wird nun ebenso eingetragen, wie sonst nur die Ergebnisse der Geisteswissenschaft eingegraben werden.
[ 8 ] Sie werden vielleicht sagen — nun, Sie sagen es vielleicht nicht, aber es könnte es jemand sagen: Ja, dann lasse ich lieber alles, was Geisteswissenschaft ist, ruhig liegen; dann brauche ich mich nicht zu fürchten, daß das, was ich denke, so unmittelbar eingegraben wird in die Äthersubstantialität! — Das hätten Sie höchstens sagen können in der Epoche der griechisch-lateinischen Kultur, das können Sie schon jetzt nicht mehr sagen. Denn worauf ich früher hinwies: daß der Mensch das korrigieren kann, was in ihm eingeschrieben ist, das ist richtig, soweit es einen gewissen Inhalt betrifft. Aber es hört auf, richtig zu werden für alles dasjenige, was ich Ihnen gestern charakterisiert habe als von Luzifer und Ahriman herrührend. Und die werden in der Zukunft nur überwunden werden dadurch, daß man das Gleichgewicht zwischen ihnen herstellt, wie ich es auch ausgeführt habe. Die Menschen produzieren von sich aus, auch von unserem fünften nachatlantischen Zeitraum an, allerdings nur solches, das wieder korrigiert werden kann. Aber unter dem Einflusse Luzifers und Ahrimans, wenn sie nicht lernen, auf der Hut zu sein vor ihnen, graben sie doch in die allgemeine Äthersubstantialität der Welt ein, was sie denken, was sie unter dem Einflusse Luzifers und Ahrimans vollführen in dem oft entwickelten Sinne. Das wird nun ebenso eingetragen, wie sonst nur die Ergebnisse der Geisteswissenschaft eingegraben werden.
[ 9 ] Das ist also die feinere Unterscheidung: Was wir durch uns selbst nur in uns eingraben, was durch den geisteswissenschaftlichen Inhalt eingegraben wird in die allgemeine Weltensubstantialität; und was in diese allgemeine Weltensubstantialität eingegraben wird dadurch, daß Luzifer als Verführer oder Versucher und Ahriman als Lügengeist wirkt.
[ 9 ] Das ist also die feinere Unterscheidung: Was wir durch uns selbst nur in uns eingraben, was durch den geisteswissenschaftlichen Inhalt eingegraben wird in die allgemeine Weltensubstantialität; und was in diese allgemeine Weltensubstantialität eingegraben wird dadurch, daß Luzifer als Verführer oder Versucher und Ahriman als Lügengeist wirkt.
[ 10 ] Das, was oftmals in phrasenhafter Weise vorgebracht wird: man solle sich hüten, nur ja nicht Ahriman, nur ja nicht Luzifer zu verfallen, das hat natürlich gar keinen Wert. Aber die Frage muß uns doch, gerade wenn wir erstens die Notwendigkeit und zweitens die Aufgabe der Geisteswissenschaft verstehen, mit aller Lebendigkeit vor die Seele treten: Um was handelt es sich denn also für denjenigen, der durchschauen kann, was der Menschheit nottut, mit den geisteswissenschaftlichen Inhalten? Es handelt sich um das Wissen, daß wir eben in jene Weltepoche schon hinübergehen, sie vorbereiten, in der wiederum, nun aber nicht, was uns vorgedacht ist, sondern was wir selber denken, in die allgemeine Weltensubstantialität eingetragen wird. Und wenn man dies berücksichtigt, dann wird aus dieser Wahrheit fließen das Gefühl der Verantwortlichkeit für alles, was wir vollziehen innerhalb unserer Gedankenwelt, das Gefühl der Verantwortlichkeit für das, was wir denken. Es liegt ja dem Menschen so nahe zu glauben — und, wie gesagt, bis zur abgelaufenen Zeit war es ja im wesentlichen auch richtig —, Gedanken hätten keine objektive Bedeutung. In unserer Zeit beginnt es schon stark so zu sein, daß eine wirkliche Lüge, eine wirkliche Unwahrheit im gestern charakterisierten Sinne übernommen wird von Ahriman und eben eingegraben wird in die allgemeine Weltensubstantialität. Daraus geht aber hervor, wie die Menschen nach und nach sich werden angewöhnen müssen, sich zum Denken zu stellen.
[ 10 ] Das, was oftmals in phrasenhafter Weise vorgebracht wird: man solle sich hüten, nur ja nicht Ahriman, nur ja nicht Luzifer zu verfallen, das hat natürlich gar keinen Wert. Aber die Frage muß uns doch, gerade wenn wir erstens die Notwendigkeit und zweitens die Aufgabe der Geisteswissenschaft verstehen, mit aller Lebendigkeit vor die Seele treten: Um was handelt es sich denn also für denjenigen, der durchschauen kann, was der Menschheit nottut, mit den geisteswissenschaftlichen Inhalten? Es handelt sich um das Wissen, daß wir eben in jene Weltepoche schon hinübergehen, sie vorbereiten, in der wiederum, nun aber nicht, was uns vorgedacht ist, sondern was wir selber denken, in die allgemeine Weltensubstantialität eingetragen wird. Und wenn man dies berücksichtigt, dann wird aus dieser Wahrheit fließen das Gefühl der Verantwortlichkeit für alles, was wir vollziehen innerhalb unserer Gedankenwelt, das Gefühl der Verantwortlichkeit für das, was wir denken. Es liegt ja dem Menschen so nahe zu glauben — und, wie gesagt, bis zur abgelaufenen Zeit war es ja im wesentlichen auch richtig —, Gedanken hätten keine objektive Bedeutung. In unserer Zeit beginnt es schon stark so zu sein, daß eine wirkliche Lüge, eine wirkliche Unwahrheit im gestern charakterisierten Sinne übernommen wird von Ahriman und eben eingegraben wird in die allgemeine Weltensubstantialität. Daraus geht aber hervor, wie die Menschen nach und nach sich werden angewöhnen müssen, sich zum Denken zu stellen.
[ 11 ] Findet man sich nicht zurecht in dem, was eben jetzt charakterisiert worden ist, dann könnte man ängstlich werden. Erwägt man aber alles ruhig und objektiv und gelassen, dann braucht man nicht ängstlich zu werden; man könnte sogar nicht ängstlich werden, wenn man sich nur sagt: Ja, da muß ich ein so furchtbares Verantwortlichkeitsgefühl haben gegenüber allem, was ich denke. — Für die nächste Zeit, für viele Jahrtausende kommt es darauf an, daß wir uns als Menschen Verantwortlichkeitsgefühl aneignen für einen Gedanken, den wir fassen. Und man kann ungefähr das Gedankenfassen so verstehen, daß der Gedanke so weit ist, daß wir ihn in die Sprache übersetzen und eventuell zur Mitteilung geeignet machen. Solange wir ihn nicht erst so formuliert haben, daß wir den Gedanken zur Mitteilung geeignet machen, solange hat der Gedanke allerdings nicht das Stadium erreicht, wo Ahriman viel anfangen kann. Haben wir aber den Gedanken so weit getrieben, daß wir ihn zur Mitteilung reif halten, das heißt, daß wir einmal bereit sind, in der Zeit, die da kommt, den Gedanken mitzuteilen — dann, dann paßt Ahriman auf, um den Gedanken zu haben und ihn hineinzusetzen in die allgemeine Weltensubstantialität. Verbunden muß sein mit dem Achtgeben darauf, daß wir zuletzt richtig formulierte Gedanken haben, denen gegenüber wir die Verantwortung übernehmen können, daß wir uns aneignen, überhaupt das Denken wie ein Suchen zu behandeln. Wir haben als Menschen heute noch das ist das Erbstück des vierten nachatlantischen Zeitraums und das Noch-nicht-Entwickelte des fünften nachatlantischen Zeitraums — zu stark das Bewußtsein, daß wir jeden Gedanken gleich formulieren dürfen. Das Denken ist uns gar nicht dazu gegeben, um gleich Gedanken fertig zu machen! Es ist uns vielmehr zum Suchen gegeben, damit wir nachgehen den Tatsachen, sie zusammentragen und wenden nach allen Seiten. Nicht wahr, so wie der Mensch heute ist, formt er am liebsten rasch einen Gedanken, den er dann so rasch wie möglich auch über die Lippen bringt oder aufs Papier hinschreibt oder so etwas. Er will ihn möglichst rasch in der Welt draußen haben. Aber nicht dazu ist uns das Denken gegeben, um voreilig den Gedanken zu bilden, sondern um zu suchen, das Denken als Operation anzusehen, als etwas, das womöglich lange in diesem Gestalten bleibt. Und suspendieren sollte man gewissermaßen den formulierten Gedanken, bis man vor sich selber verantworten kann, man habe eine Tatsache nach allen Seiten gedreht und gewendet, so daß sie nicht mehr eine Tatsache ist, der gegenüber sechsundzwanzig Menschen Falsches aussagen, wie ich charakterisierte, und nur vier ein annähernd Richtiges. Denn dreißig sind davor gesessen!
[ 11 ] Findet man sich nicht zurecht in dem, was eben jetzt charakterisiert worden ist, dann könnte man ängstlich werden. Erwägt man aber alles ruhig und objektiv und gelassen, dann braucht man nicht ängstlich zu werden; man könnte sogar nicht ängstlich werden, wenn man sich nur sagt: Ja, da muß ich ein so furchtbares Verantwortlichkeitsgefühl haben gegenüber allem, was ich denke. — Für die nächste Zeit, für viele Jahrtausende kommt es darauf an, daß wir uns als Menschen Verantwortlichkeitsgefühl aneignen für einen Gedanken, den wir fassen. Und man kann ungefähr das Gedankenfassen so verstehen, daß der Gedanke so weit ist, daß wir ihn in die Sprache übersetzen und eventuell zur Mitteilung geeignet machen. Solange wir ihn nicht erst so formuliert haben, daß wir den Gedanken zur Mitteilung geeignet machen, solange hat der Gedanke allerdings nicht das Stadium erreicht, wo Ahriman viel anfangen kann. Haben wir aber den Gedanken so weit getrieben, daß wir ihn zur Mitteilung reif halten, das heißt, daß wir einmal bereit sind, in der Zeit, die da kommt, den Gedanken mitzuteilen — dann, dann paßt Ahriman auf, um den Gedanken zu haben und ihn hineinzusetzen in die allgemeine Weltensubstantialität. Verbunden muß sein mit dem Achtgeben darauf, daß wir zuletzt richtig formulierte Gedanken haben, denen gegenüber wir die Verantwortung übernehmen können, daß wir uns aneignen, überhaupt das Denken wie ein Suchen zu behandeln. Wir haben als Menschen heute noch das ist das Erbstück des vierten nachatlantischen Zeitraums und das Noch-nicht-Entwickelte des fünften nachatlantischen Zeitraums — zu stark das Bewußtsein, daß wir jeden Gedanken gleich formulieren dürfen. Das Denken ist uns gar nicht dazu gegeben, um gleich Gedanken fertig zu machen! Es ist uns vielmehr zum Suchen gegeben, damit wir nachgehen den Tatsachen, sie zusammentragen und wenden nach allen Seiten. Nicht wahr, so wie der Mensch heute ist, formt er am liebsten rasch einen Gedanken, den er dann so rasch wie möglich auch über die Lippen bringt oder aufs Papier hinschreibt oder so etwas. Er will ihn möglichst rasch in der Welt draußen haben. Aber nicht dazu ist uns das Denken gegeben, um voreilig den Gedanken zu bilden, sondern um zu suchen, das Denken als Operation anzusehen, als etwas, das womöglich lange in diesem Gestalten bleibt. Und suspendieren sollte man gewissermaßen den formulierten Gedanken, bis man vor sich selber verantworten kann, man habe eine Tatsache nach allen Seiten gedreht und gewendet, so daß sie nicht mehr eine Tatsache ist, der gegenüber sechsundzwanzig Menschen Falsches aussagen, wie ich charakterisierte, und nur vier ein annähernd Richtiges. Denn dreißig sind davor gesessen!
[ 12 ] Es wird ungeheuer viel davon abhängen, daß eine Anzahl von Menschen gerade diese geforderte Tatsache, die ich jetzt charakterisiert habe, auffaßt. Denn es ist heute eigentlich gar nicht auszudenken, wie gegen diese Maxime, das Denken zum Suchen zu verwenden und möglichst lange den fertigen Gedanken zu suspendieren, gesündigt wird. Und deshalb durchschwirren Lügengespinste unsere Welt, deshalb wird die Lüge immer mehr und mehr zur Gewohnheit. Aber indem der Hang zur Lüge, die Tendenz zur Lüge unsere Menschheit ergreift, geht die Menschheit direkt in die Dekadenz über, und ein fortwährendes Hinund Herpendeln zwischen Ahriman und Luzifer findet statt. Auf der einen Seite wird Unwahres gesagt, sei es direkt aus bösem Willen, sei es aber auch aus Leichtsinn, und da haben wir schon, indem wir sagen «bösen Willen, Leichtsinn», darauf hingedeutet, daß mit dem Lügengeist Luzifer verbündet ist! Mit dem Lügengeist ist Luzifer verbündet, aber dann kann er besonders gut heran, denn das Lügen erzeugt wiederum Leidenschaft. Und wir verlieren die Kraft, Gleichgewicht zu halten zwischen dem, was wir fühlen und wollen, und dem, was wir denken. Es wird sehr notwendig sein, daß die Menschen genügend stark aus dem Unterbewußtsein heraufbringen ins Bewußtsein, wie unendlich verbreitet heute die gegenteilige Tendenz ist von dem, was hier als eine Notwendigkeit für die Zukunft gefordert wird: die harte Verantwortlichkeit gegenüber dem, was man als Wahrheit formuliert. Wir sehen sie in erschreckender Weise verschwinden, insbesondere in den letzten Jahren. Aber das Wichtige ist, daß man achtgeben muß. Denn die Menschen wissen nicht in ihrem oberen Bewußtsein, wie stark die Tendenz ist, die Unwahrheit zu sagen.
[ 12 ] Es wird ungeheuer viel davon abhängen, daß eine Anzahl von Menschen gerade diese geforderte Tatsache, die ich jetzt charakterisiert habe, auffaßt. Denn es ist heute eigentlich gar nicht auszudenken, wie gegen diese Maxime, das Denken zum Suchen zu verwenden und möglichst lange den fertigen Gedanken zu suspendieren, gesündigt wird. Und deshalb durchschwirren Lügengespinste unsere Welt, deshalb wird die Lüge immer mehr und mehr zur Gewohnheit. Aber indem der Hang zur Lüge, die Tendenz zur Lüge unsere Menschheit ergreift, geht die Menschheit direkt in die Dekadenz über, und ein fortwährendes Hinund Herpendeln zwischen Ahriman und Luzifer findet statt. Auf der einen Seite wird Unwahres gesagt, sei es direkt aus bösem Willen, sei es aber auch aus Leichtsinn, und da haben wir schon, indem wir sagen «bösen Willen, Leichtsinn», darauf hingedeutet, daß mit dem Lügengeist Luzifer verbündet ist! Mit dem Lügengeist ist Luzifer verbündet, aber dann kann er besonders gut heran, denn das Lügen erzeugt wiederum Leidenschaft. Und wir verlieren die Kraft, Gleichgewicht zu halten zwischen dem, was wir fühlen und wollen, und dem, was wir denken. Es wird sehr notwendig sein, daß die Menschen genügend stark aus dem Unterbewußtsein heraufbringen ins Bewußtsein, wie unendlich verbreitet heute die gegenteilige Tendenz ist von dem, was hier als eine Notwendigkeit für die Zukunft gefordert wird: die harte Verantwortlichkeit gegenüber dem, was man als Wahrheit formuliert. Wir sehen sie in erschreckender Weise verschwinden, insbesondere in den letzten Jahren. Aber das Wichtige ist, daß man achtgeben muß. Denn die Menschen wissen nicht in ihrem oberen Bewußtsein, wie stark die Tendenz ist, die Unwahrheit zu sagen.
[ 13 ] Wirklich, etwas wird zu einer Wahrheit erst dann, wenn man es nach allen Seiten gewendet, wenn man es überallhin gewissermaßen gestellt hat und von verschiedenen Seiten hat beleuchten lassen; wenn man wirklich das Urteil möglichst lange suspendiert hat. Nicht eine vorschnell gesprochene Anschauung, vorschnell gesprochene Meinung, vorschnell gesprochene Mitteilung einer Tatsache kann Wahrheit sein. Sie kann so wirken, daß die Menschheit immer mehr und mehr in die Dekadenz kommt. Man kann geradezu Experimente machen in dieser Beziehung. Nicht wahr, so glattweg lügen tun ja die Menschen meist nicht. Gewiß, manche Menschen tun es auch; aber was das Allerschlimmste ist, das ist das unbewußte und unterbewußte Lügen aus einer luziferischen Verführung heraus, so daß man eine halbe oder Viertels- oder Achtels- oder Sechzehntelswahrheit, ja sogar eine Achtundneunzighundertstelswahrheit sagt, aber durch das Dynamische der zwei Hundertstel, die übrigbleiben, alles ins Schlimme treibt.
[ 13 ] Wirklich, etwas wird zu einer Wahrheit erst dann, wenn man es nach allen Seiten gewendet, wenn man es überallhin gewissermaßen gestellt hat und von verschiedenen Seiten hat beleuchten lassen; wenn man wirklich das Urteil möglichst lange suspendiert hat. Nicht eine vorschnell gesprochene Anschauung, vorschnell gesprochene Meinung, vorschnell gesprochene Mitteilung einer Tatsache kann Wahrheit sein. Sie kann so wirken, daß die Menschheit immer mehr und mehr in die Dekadenz kommt. Man kann geradezu Experimente machen in dieser Beziehung. Nicht wahr, so glattweg lügen tun ja die Menschen meist nicht. Gewiß, manche Menschen tun es auch; aber was das Allerschlimmste ist, das ist das unbewußte und unterbewußte Lügen aus einer luziferischen Verführung heraus, so daß man eine halbe oder Viertels- oder Achtels- oder Sechzehntelswahrheit, ja sogar eine Achtundneunzighundertstelswahrheit sagt, aber durch das Dynamische der zwei Hundertstel, die übrigbleiben, alles ins Schlimme treibt.
[ 14 ] Dazu kommt namentlich das in Betracht, daß jetzt so unendlich stark der Hang existiert bei den Leuten, alles immer zu charakterisieren, alles zu wissen, über nichts nachzudenken, niemals das Denken zum Suchen zu verwenden, sondern gleich alles zu formulieren. Und wirklich, es ist ja natürlich, daß den Leuten auffällt, daß in der Gegenwart so viel gelogen wird, es gehört nicht viel Talent dazu, dies zu bemerken, gerade in der Gegenwart. Aber man muß auch da sich klar sein, wenn man nun das allgemeine Urteil fällt: In der Gegenwart wird viel gelogen, — dann müßte man schon auch einen Weg des Denkens gehen, um diese Wahrheit, daß in der Gegenwart viel gelogen wird, wiederum von allen Seiten zu beleuchten. Sonst kann eine Wahrheit dadurch, daß sie zu schnell und nicht in der richtigen Weise wirklichkeitsgemäß gefaßt wird, gerade zu einem Umgekehrten werden. So habe ich in den letzten Tagen einen Artikel über die großen Lügen, die in der Gegenwart gemacht werden, gelesen. Es gehört nicht viel Talent dazu, um alle Lügen, die jetzt in der Luft schwirren, zu charakterisieren, aber nichts finde ich verlogener als diesen Artikel! Dieser Artikel ist so ganz eine einzige Lügensauce, eine einzige Lügensauce ist über den Artikel ausgebreitet, trotzdem das, was gesagt wird, selbstverständlich in einer gewissen Weise wahr ist. Damit soll nichts gegen einen solchen Artikel gesagt sein, aber es handelt sich darum, daß wirklich das Bewußtsein in der Menschheit auftritt: Man muß sich versenken in die Dinge, man muß sie von allen Seiten beleuchten, man darf nicht zu raschen Formulierungen kommen.
[ 14 ] Dazu kommt namentlich das in Betracht, daß jetzt so unendlich stark der Hang existiert bei den Leuten, alles immer zu charakterisieren, alles zu wissen, über nichts nachzudenken, niemals das Denken zum Suchen zu verwenden, sondern gleich alles zu formulieren. Und wirklich, es ist ja natürlich, daß den Leuten auffällt, daß in der Gegenwart so viel gelogen wird, es gehört nicht viel Talent dazu, dies zu bemerken, gerade in der Gegenwart. Aber man muß auch da sich klar sein, wenn man nun das allgemeine Urteil fällt: In der Gegenwart wird viel gelogen, — dann müßte man schon auch einen Weg des Denkens gehen, um diese Wahrheit, daß in der Gegenwart viel gelogen wird, wiederum von allen Seiten zu beleuchten. Sonst kann eine Wahrheit dadurch, daß sie zu schnell und nicht in der richtigen Weise wirklichkeitsgemäß gefaßt wird, gerade zu einem Umgekehrten werden. So habe ich in den letzten Tagen einen Artikel über die großen Lügen, die in der Gegenwart gemacht werden, gelesen. Es gehört nicht viel Talent dazu, um alle Lügen, die jetzt in der Luft schwirren, zu charakterisieren, aber nichts finde ich verlogener als diesen Artikel! Dieser Artikel ist so ganz eine einzige Lügensauce, eine einzige Lügensauce ist über den Artikel ausgebreitet, trotzdem das, was gesagt wird, selbstverständlich in einer gewissen Weise wahr ist. Damit soll nichts gegen einen solchen Artikel gesagt sein, aber es handelt sich darum, daß wirklich das Bewußtsein in der Menschheit auftritt: Man muß sich versenken in die Dinge, man muß sie von allen Seiten beleuchten, man darf nicht zu raschen Formulierungen kommen.
[ 15 ] Sehen Sie, brauchen tut man für die geistige Welt von dem, was man hier in der physischen Welt erlebt, vorzugsweise diese Art, sich der Wahrheit gegenüber zu fühlen. Das braucht man für die geistige Welt, die rechtes, wahres Verständnis für die geisteswissenschaftlichen Impulse will; das braucht man aber auch schon für die Welt, die man durchlebt, wenn man durch die Todespforte gegangen ist. Das ist notwendigerweise zu berücksichtigen, daß man diese Gesinnungen gegenüber der Wahrheit braucht, weil man sonst nicht die Möglichkeit hat, Verständnis zu entwickeln für die Umgebung in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Diese Art, Verantwortung zu fühlen gegenüber der Wahrheit, das braucht man, um Verständnis zu finden für das, was man überhaupt in der geistigen Welt zu leisten hat.
[ 15 ] Sehen Sie, brauchen tut man für die geistige Welt von dem, was man hier in der physischen Welt erlebt, vorzugsweise diese Art, sich der Wahrheit gegenüber zu fühlen. Das braucht man für die geistige Welt, die rechtes, wahres Verständnis für die geisteswissenschaftlichen Impulse will; das braucht man aber auch schon für die Welt, die man durchlebt, wenn man durch die Todespforte gegangen ist. Das ist notwendigerweise zu berücksichtigen, daß man diese Gesinnungen gegenüber der Wahrheit braucht, weil man sonst nicht die Möglichkeit hat, Verständnis zu entwickeln für die Umgebung in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Diese Art, Verantwortung zu fühlen gegenüber der Wahrheit, das braucht man, um Verständnis zu finden für das, was man überhaupt in der geistigen Welt zu leisten hat.
[ 16 ] In gewisser Beziehung muß die Stellung des Menschen zur Wahrheit in der zukünftigen Menschheitsentwickelung eine andere werden durch die Geisteswissenschaft, und in vieler Beziehung zeigt das, was uns in der gegenwärtigen Zeit erscheint, eben in erschreckender Art, wie der absteigende Weg ist, zu dem der aufsteigende gesucht werden muß. Denn indem durchgegangen werden muß durch den Rest der Erdenzeit, durch Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit, muß vieles, was in uns selbst durch unser Seelenleben erzeugt wird, in die Weltensubstantialität hineingraviert, hineinverlegt werden. Das ist etwas, was ich zu sagen habe über die Metamorphose des Gedächtnisses.
[ 16 ] In gewisser Beziehung muß die Stellung des Menschen zur Wahrheit in der zukünftigen Menschheitsentwickelung eine andere werden durch die Geisteswissenschaft, und in vieler Beziehung zeigt das, was uns in der gegenwärtigen Zeit erscheint, eben in erschreckender Art, wie der absteigende Weg ist, zu dem der aufsteigende gesucht werden muß. Denn indem durchgegangen werden muß durch den Rest der Erdenzeit, durch Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit, muß vieles, was in uns selbst durch unser Seelenleben erzeugt wird, in die Weltensubstantialität hineingraviert, hineinverlegt werden. Das ist etwas, was ich zu sagen habe über die Metamorphose des Gedächtnisses.
[ 17 ] Auch über die Metamorphose des Gewohnheitsmäßigen möchte ich nun einiges sagen. Wenn wir zurückschauen, woraus sich dieses entwickelt hat, wie gewissermaßen das, was heute Gewohnheitsmäßiges ist, beim Mondenmenschen war, so können wir sagen: Es war so, daß der Mensch von geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien einfach die Impulse empfing. Er entwickelte noch nicht die Gewohnheit. Das ist Erdenzeitprinzip, Erdenzeittatsache, daß der Mensch Gewohnheiten hat. Nun muß aber wiederum, weil wir ja schon die Mitte der Erdenzeit überschritten haben, das vorbereitet werden, was für die weitere Entwickelung notwendig ist. Durch die Gewohnheit entreißen wir uns den Wesenheiten, die ihre Impulse heruntersenden aus der geistigen Welt. Und durch die Gewohnheit wird unsere Freiheit begrundlagt.
[ 17 ] Auch über die Metamorphose des Gewohnheitsmäßigen möchte ich nun einiges sagen. Wenn wir zurückschauen, woraus sich dieses entwickelt hat, wie gewissermaßen das, was heute Gewohnheitsmäßiges ist, beim Mondenmenschen war, so können wir sagen: Es war so, daß der Mensch von geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien einfach die Impulse empfing. Er entwickelte noch nicht die Gewohnheit. Das ist Erdenzeitprinzip, Erdenzeittatsache, daß der Mensch Gewohnheiten hat. Nun muß aber wiederum, weil wir ja schon die Mitte der Erdenzeit überschritten haben, das vorbereitet werden, was für die weitere Entwickelung notwendig ist. Durch die Gewohnheit entreißen wir uns den Wesenheiten, die ihre Impulse heruntersenden aus der geistigen Welt. Und durch die Gewohnheit wird unsere Freiheit begrundlagt.
[ 18 ] Aber wir müssen wiederum einlaufen in ein anderes Verhältnis zu den Wesen der höheren Hierarchien. Unter- oder unbewußt waren wir abhängig während der Mondenzeit und auch noch während der ersten Erdenzeit, ohne daß wir etwas dazu taten. In unser Bewußtsein sandten die geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, sogar gewisse Elementarwesen in uns ihre Impulse herein. Jetzt machen wir uns frei. Gleichsam wie ein Residuum, wie eine Art Rest blieb das Nachahmen in den ersten Zeiten des Kindesalters zurück. Aber wir müssen uns wieder hinausentwickeln über dieses In-Gewohnheit-Leben, über das, was nicht nur Gewohnheit ist für äußere Verrichtungen, sondern auch für unser moralisches Verhalten — ich verweise Sie nur auf das Kapitel in meiner «Philosophie der Freiheit» über den moralischen Takt —, also über alles, was wir uns so als Gewohnheit aneignen und wodurch wir unsere Freiheit begrundlagen. Erkennen wir es recht, was wir da entwickeln im Leben der Gewohnheiten! Es ist so, daß wir in uns einen Rest haben eines Verhältnisses zu den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, welchen wir im gewöhnlichen Erdenwachbewußtsein nicht ganz durchschauen, Ich möchte sagen: Da ist eine unbekannte Welt. Aus dieser unbekannten Welt gehen wir durch die Sinnespforte ein in die Welt, in der wir leben. Aber wir stammen aus der Welt von jenseits der Sinne, aus der Welt, die da hinter dem Schleier der Sinneswelt ist, die wir uns wieder enthüllen durch Geisteswissenschaft. Aber wir tragen in uns einen Rest aus dieser Welt. Nur ist er uns nicht klar während des gewöhnlichen Erdenbewußtseins. Wir haben gelebt in der geistigen Welt drüben bis zum Ende der Mondenzeit und noch in der Erdenzeit mit den Wesen der höheren Hierarchien. Wir sind herausgetreten durch die Sinnespforte. Aber wir haben nicht alles verloren, was sich in unserer Seele entwickelt hat an Zusammengehörigkeitsgefühl mit den Wesen der höheren Hierarchien. Wir tragen einen unterbewußten Rest mit. Neben vielem anderen ist dieser unterbewußte Rest auch die Grundlage des Gewissens. Man kann das Gewissen auch von diesem Gesichtspunkte aus betrachten. Das Gewissen ist durchaus noch ein Vermächtnis der geistigen Welt. Nur allmählich, indem wir die Welt wieder verstehenlernen, indem wir sie wieder geistig zu fassen wissen, wird sich uns eine Summe von Moralprinzipien ergeben, die sich beleuchtend verhalten werden zu dem, was wie eine instinktive Moral aus unserem Gewissen kommt. Eine immer leuchtendere Moral wird auftreten — wenn die Menschheit sie sucht, selbstverständlich!
[ 18 ] Aber wir müssen wiederum einlaufen in ein anderes Verhältnis zu den Wesen der höheren Hierarchien. Unter- oder unbewußt waren wir abhängig während der Mondenzeit und auch noch während der ersten Erdenzeit, ohne daß wir etwas dazu taten. In unser Bewußtsein sandten die geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, sogar gewisse Elementarwesen in uns ihre Impulse herein. Jetzt machen wir uns frei. Gleichsam wie ein Residuum, wie eine Art Rest blieb das Nachahmen in den ersten Zeiten des Kindesalters zurück. Aber wir müssen uns wieder hinausentwickeln über dieses In-Gewohnheit-Leben, über das, was nicht nur Gewohnheit ist für äußere Verrichtungen, sondern auch für unser moralisches Verhalten — ich verweise Sie nur auf das Kapitel in meiner «Philosophie der Freiheit» über den moralischen Takt —, also über alles, was wir uns so als Gewohnheit aneignen und wodurch wir unsere Freiheit begrundlagen. Erkennen wir es recht, was wir da entwickeln im Leben der Gewohnheiten! Es ist so, daß wir in uns einen Rest haben eines Verhältnisses zu den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, welchen wir im gewöhnlichen Erdenwachbewußtsein nicht ganz durchschauen, Ich möchte sagen: Da ist eine unbekannte Welt. Aus dieser unbekannten Welt gehen wir durch die Sinnespforte ein in die Welt, in der wir leben. Aber wir stammen aus der Welt von jenseits der Sinne, aus der Welt, die da hinter dem Schleier der Sinneswelt ist, die wir uns wieder enthüllen durch Geisteswissenschaft. Aber wir tragen in uns einen Rest aus dieser Welt. Nur ist er uns nicht klar während des gewöhnlichen Erdenbewußtseins. Wir haben gelebt in der geistigen Welt drüben bis zum Ende der Mondenzeit und noch in der Erdenzeit mit den Wesen der höheren Hierarchien. Wir sind herausgetreten durch die Sinnespforte. Aber wir haben nicht alles verloren, was sich in unserer Seele entwickelt hat an Zusammengehörigkeitsgefühl mit den Wesen der höheren Hierarchien. Wir tragen einen unterbewußten Rest mit. Neben vielem anderen ist dieser unterbewußte Rest auch die Grundlage des Gewissens. Man kann das Gewissen auch von diesem Gesichtspunkte aus betrachten. Das Gewissen ist durchaus noch ein Vermächtnis der geistigen Welt. Nur allmählich, indem wir die Welt wieder verstehenlernen, indem wir sie wieder geistig zu fassen wissen, wird sich uns eine Summe von Moralprinzipien ergeben, die sich beleuchtend verhalten werden zu dem, was wie eine instinktive Moral aus unserem Gewissen kommt. Eine immer leuchtendere Moral wird auftreten — wenn die Menschheit sie sucht, selbstverständlich!


[ 19 ] Weil das so ist, reden wir heute noch so vielfach von abstrakten Idealen: von den großen abstrakten Idealen der Wahrheit, der Schönheit, der Güte. Aber erinnern Sie sich, wie ich vor acht Tagen hier ausgeführt habe, wie das, was Wahrheit, Schönheit, Güte als abstrakte Ideale hier in der physischen Welt sind, Wesenheiten entspricht in der geistigen Welt. Zu diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien, und nicht bloß zu den abstrakten Idealen von Schönheit, Wahrheit und Güte, wird die Menschenseele sich wieder hinentwickeln, während wir jetzt mit unserem Tun, mit unserer menschlichen Betätigung gewissermaßen abstrakten Idealen nachgehen. Wenn wir schon überhaupt zum Idealismus uns erheben, müssen wir uns dahin entwickeln, daß wir wieder unseren Zusammenhang mit einer lebendigen geistigen Welt wissen, aus der die Impulse für dasjenige, was hier in der physischen Welt geschieht, strömen müssen. Geisteswissenschaft wird auftreten müssen so, daß der Mensch durch sie Impulse bekommt für das, was in der physischen Welt zu geschehen hat. Und ich möchte sagen: Handgreiflich sind ja die Dinge — ich meine das symbolisch —, geistig, selbstverständlich, sind sie handgreiflich!
[ 19 ] Weil das so ist, reden wir heute noch so vielfach von abstrakten Idealen: von den großen abstrakten Idealen der Wahrheit, der Schönheit, der Güte. Aber erinnern Sie sich, wie ich vor acht Tagen hier ausgeführt habe, wie das, was Wahrheit, Schönheit, Güte als abstrakte Ideale hier in der physischen Welt sind, Wesenheiten entspricht in der geistigen Welt. Zu diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien, und nicht bloß zu den abstrakten Idealen von Schönheit, Wahrheit und Güte, wird die Menschenseele sich wieder hinentwickeln, während wir jetzt mit unserem Tun, mit unserer menschlichen Betätigung gewissermaßen abstrakten Idealen nachgehen. Wenn wir schon überhaupt zum Idealismus uns erheben, müssen wir uns dahin entwickeln, daß wir wieder unseren Zusammenhang mit einer lebendigen geistigen Welt wissen, aus der die Impulse für dasjenige, was hier in der physischen Welt geschieht, strömen müssen. Geisteswissenschaft wird auftreten müssen so, daß der Mensch durch sie Impulse bekommt für das, was in der physischen Welt zu geschehen hat. Und ich möchte sagen: Handgreiflich sind ja die Dinge — ich meine das symbolisch —, geistig, selbstverständlich, sind sie handgreiflich!
[ 20 ] Nehmen Sie das, was man aus der heutigen materialistischen Kultur der fünften nachatlantischen Zeit zu sagen hat über die Zukunft der Menschheit, über das, was der Mensch tun soll! Schön ist ja gewiß vieles. Ich will durchaus nicht tadeln, nicht kritisieren, was da gesagt wird. Aber es ist halt doch ein Suchen von Abstraktionen! Die sittlichen Ideale, die nationalökonomischen Ideale, allerlei andere Ideale, es sind Abstraktionen. Vergleichen Sie das, was da an Abstraktionen gegeben wird für das, was als ein menschlicher Impuls da sein soll in der Zukunft, mit dem Lebendigen, von dem der Mensch wissen kann aus der Geisteswissenschaft heraus, daß es geschehen soll in der Welt! Nehmen Sie, was man verstehen kann dadurch, daß man weiß: zu der Hierarchie der Angeloi wird man in diese Beziehung treten, die wird diese Aufgabe einen erfüllen lassen, dadurch wird die Welt diese und jene Gestaltung haben und so weiter. Versuchen Sie, das sich zusammenzustellen, was Sie in den verschiedenen Zyklen finden über die Art, wie die Menschheit in der Zukunft sich entwickelt, was sie positiv tun wird. Vergleichen Sie das mit den abstrakten Moral-Idealen, die sonst aufgestellt werden, so werden Sie den Unterschied zwischen dem Lebendigen haben und demjenigen, was bloß tot, abstrakt ist. Aber dieses Lebendige wird man brauchen, das Bewußtsein, daß die Welt nicht bloß so dasteht: Mineralien, Pflanzen, Tiere und der Mensch, und der Mensch macht sich so allerlei Ideale, nach denen er sich richtet, lauter Abstraktionen, nach denen sich die Welt bilden muß. Nein, sondern Mineralien, Pflanzen, Tiere, Mensch, Angeloi, Archangeloi und so weiter, wie ein lebendiges Kettenband geht es hinauf! Und aus diesem lebendigen Zusammenhang fließt wiederum das Lebendige, das einfließen soll in die Entwickelung der Menschheit. Ehe man nicht durch Geisteswissenschaft sich voll entfaltet zu einem Verständnis dieser Tatsache, wird es immer nur abstrakte Ideale geben. Gedanken — als ob Gedanken etwas Schöpferisches hätten, wenn diese Gedanken nicht die Gedanken sind der Angeloi, Archangeloi und so weiter! Dieses Sich-Aneignen des Bewußtseins, im lebendigen Zusammenhang zu stehen mit einem Weltsinn und Weltenziel, das wird kommen. Die Wahrheit wird moralischer werden, weil man moralische Verantwortlichkeit gegenüber der Wahrheit empfindet. Und die Sittlichkeit wird mehr zur weisheitsvollen Erkenntnis werden, weil man wissen wird, welchen Wesen man dient, indem man dies oder jenes verrichtet.
[ 20 ] Nehmen Sie das, was man aus der heutigen materialistischen Kultur der fünften nachatlantischen Zeit zu sagen hat über die Zukunft der Menschheit, über das, was der Mensch tun soll! Schön ist ja gewiß vieles. Ich will durchaus nicht tadeln, nicht kritisieren, was da gesagt wird. Aber es ist halt doch ein Suchen von Abstraktionen! Die sittlichen Ideale, die nationalökonomischen Ideale, allerlei andere Ideale, es sind Abstraktionen. Vergleichen Sie das, was da an Abstraktionen gegeben wird für das, was als ein menschlicher Impuls da sein soll in der Zukunft, mit dem Lebendigen, von dem der Mensch wissen kann aus der Geisteswissenschaft heraus, daß es geschehen soll in der Welt! Nehmen Sie, was man verstehen kann dadurch, daß man weiß: zu der Hierarchie der Angeloi wird man in diese Beziehung treten, die wird diese Aufgabe einen erfüllen lassen, dadurch wird die Welt diese und jene Gestaltung haben und so weiter. Versuchen Sie, das sich zusammenzustellen, was Sie in den verschiedenen Zyklen finden über die Art, wie die Menschheit in der Zukunft sich entwickelt, was sie positiv tun wird. Vergleichen Sie das mit den abstrakten Moral-Idealen, die sonst aufgestellt werden, so werden Sie den Unterschied zwischen dem Lebendigen haben und demjenigen, was bloß tot, abstrakt ist. Aber dieses Lebendige wird man brauchen, das Bewußtsein, daß die Welt nicht bloß so dasteht: Mineralien, Pflanzen, Tiere und der Mensch, und der Mensch macht sich so allerlei Ideale, nach denen er sich richtet, lauter Abstraktionen, nach denen sich die Welt bilden muß. Nein, sondern Mineralien, Pflanzen, Tiere, Mensch, Angeloi, Archangeloi und so weiter, wie ein lebendiges Kettenband geht es hinauf! Und aus diesem lebendigen Zusammenhang fließt wiederum das Lebendige, das einfließen soll in die Entwickelung der Menschheit. Ehe man nicht durch Geisteswissenschaft sich voll entfaltet zu einem Verständnis dieser Tatsache, wird es immer nur abstrakte Ideale geben. Gedanken — als ob Gedanken etwas Schöpferisches hätten, wenn diese Gedanken nicht die Gedanken sind der Angeloi, Archangeloi und so weiter! Dieses Sich-Aneignen des Bewußtseins, im lebendigen Zusammenhang zu stehen mit einem Weltsinn und Weltenziel, das wird kommen. Die Wahrheit wird moralischer werden, weil man moralische Verantwortlichkeit gegenüber der Wahrheit empfindet. Und die Sittlichkeit wird mehr zur weisheitsvollen Erkenntnis werden, weil man wissen wird, welchen Wesen man dient, indem man dies oder jenes verrichtet.
[ 21 ] Im wesentlichen ist das, was ich jetzt eben gesagt habe, zugleich die richtige Auffassung des Christus-Prinzipes für unsere Zeit. Was aus dem Christus-Prinzip geholt worden ist bis zu unserer Zeit, hat nicht verhindern können, daß unsere Zeit in vielfacher Weise geradezu absteigt und absteigen wird. Aber der Christus, wie ich schon öfter gesagt habe, ist nicht gekommen, indem er gesagt hat: Ich bin nur jetzt da, schreibt so schnell wie möglich einiges auf von dem, was ihr von mir zu sagen wißt, und daran soll dann bis ans Ende der Erdentage die Menschheit glauben! — Daß das so ist, wird nur gelehrt von einer kurzsichtigen, beschränkten Theologie der Gegenwart. Was sie lehrt, das kann man vielfach in die Worte fassen, als ob der Christus gesprochen hätte: Ich habe einiges getan, schreibt es schnell auf, dann darf niemals etwas dazu kommen, und das muß bis ans Ende der Erdentage gelehrt werden.
[ 21 ] Im wesentlichen ist das, was ich jetzt eben gesagt habe, zugleich die richtige Auffassung des Christus-Prinzipes für unsere Zeit. Was aus dem Christus-Prinzip geholt worden ist bis zu unserer Zeit, hat nicht verhindern können, daß unsere Zeit in vielfacher Weise geradezu absteigt und absteigen wird. Aber der Christus, wie ich schon öfter gesagt habe, ist nicht gekommen, indem er gesagt hat: Ich bin nur jetzt da, schreibt so schnell wie möglich einiges auf von dem, was ihr von mir zu sagen wißt, und daran soll dann bis ans Ende der Erdentage die Menschheit glauben! — Daß das so ist, wird nur gelehrt von einer kurzsichtigen, beschränkten Theologie der Gegenwart. Was sie lehrt, das kann man vielfach in die Worte fassen, als ob der Christus gesprochen hätte: Ich habe einiges getan, schreibt es schnell auf, dann darf niemals etwas dazu kommen, und das muß bis ans Ende der Erdentage gelehrt werden.
[ 22 ] Unwahres liegt dieser Behauptung, die so unwahr ist, daß man sie nicht einmal aussprechen will, zugrunde. Ich meine, daß diejenigen, die fortwährend danach handeln, sie nicht einmal aussprechen. Unwahres, Unwahrstes liegt diesem Impuls, nach dem man handelt, zugrunde. Denn der Christus hat gesagt: «Ich werde bei euch sein alle Tage bis ans Ende der Erdenzeit», und das heißt: Seine Offenbarung wird immer zu bekommen sein! Im Beginne des Christentums war es der Inhalt der Evangelien; heute ist es der Inhalt der Geisteswissenschaft, der aus den Quellen kommt.
[ 22 ] Unwahres liegt dieser Behauptung, die so unwahr ist, daß man sie nicht einmal aussprechen will, zugrunde. Ich meine, daß diejenigen, die fortwährend danach handeln, sie nicht einmal aussprechen. Unwahres, Unwahrstes liegt diesem Impuls, nach dem man handelt, zugrunde. Denn der Christus hat gesagt: «Ich werde bei euch sein alle Tage bis ans Ende der Erdenzeit», und das heißt: Seine Offenbarung wird immer zu bekommen sein! Im Beginne des Christentums war es der Inhalt der Evangelien; heute ist es der Inhalt der Geisteswissenschaft, der aus den Quellen kommt.
[ 23 ] Diejenigen, die das aufgeschrieben haben, was dazumal aufgeschrieben werden konnte, haben nicht gesagt: Wir schreiben, und nichts anderes ist niederzuschreiben als das, was wir niederschreiben —, sondern sie haben gesagt: Wenn man alles das, was über den Christus zu. sagen ist, aufschreiben wollte, so könnte die Welt nicht Bücher genug darüber fassen.
[ 23 ] Diejenigen, die das aufgeschrieben haben, was dazumal aufgeschrieben werden konnte, haben nicht gesagt: Wir schreiben, und nichts anderes ist niederzuschreiben als das, was wir niederschreiben —, sondern sie haben gesagt: Wenn man alles das, was über den Christus zu. sagen ist, aufschreiben wollte, so könnte die Welt nicht Bücher genug darüber fassen.
[ 24 ] In einem gewissen Sinne wird gerade das, was durch die Geisteswissenschaft pulsiert, einen Nerv des Christus-Verständnisses bloßlegen, der durch nichts anderes in der Gegenwart bloßgelegt werden kann. Notwendig ist es wahrhaftig in der Gegenwart, daß aufmerksam darauf gemacht werde, welche Stellung der Mensch gewinnen muß gegenüber seinen eigenen Gedanken und gegenüber den Impulsen, die er seinen Handlungen zugrunde legt. Darüber wird so unendlich viel, oder wurde wenigstens so unendlich viel geschrieben, aber das meiste ohne alle Grundlage, weil die Leute heute durchaus den anderen Weg gehen wollen. Schnell fertig wollen sie sein mit dem Denken und nicht das Denken zum Weg machen zu einem Ziele hin, in dessen Besitz man sich erst glaubt, wenn man lange, lange gegangen ist. Und dann, wenn man einiges Verhältnis zur Wahrheit gewonnen hat, dann kommt doch erst noch die Zeit, wo man weiß: auch wenn man eine Sache nach allen Seiten gewendet hat, es kann dann ein ganz Richtiges, eine ganz richtige Formulierung entstehen, aber man braucht noch immer nicht aufzuhören, sie weiter von anderen Seiten anzusehen, zu betrachten.
[ 24 ] In einem gewissen Sinne wird gerade das, was durch die Geisteswissenschaft pulsiert, einen Nerv des Christus-Verständnisses bloßlegen, der durch nichts anderes in der Gegenwart bloßgelegt werden kann. Notwendig ist es wahrhaftig in der Gegenwart, daß aufmerksam darauf gemacht werde, welche Stellung der Mensch gewinnen muß gegenüber seinen eigenen Gedanken und gegenüber den Impulsen, die er seinen Handlungen zugrunde legt. Darüber wird so unendlich viel, oder wurde wenigstens so unendlich viel geschrieben, aber das meiste ohne alle Grundlage, weil die Leute heute durchaus den anderen Weg gehen wollen. Schnell fertig wollen sie sein mit dem Denken und nicht das Denken zum Weg machen zu einem Ziele hin, in dessen Besitz man sich erst glaubt, wenn man lange, lange gegangen ist. Und dann, wenn man einiges Verhältnis zur Wahrheit gewonnen hat, dann kommt doch erst noch die Zeit, wo man weiß: auch wenn man eine Sache nach allen Seiten gewendet hat, es kann dann ein ganz Richtiges, eine ganz richtige Formulierung entstehen, aber man braucht noch immer nicht aufzuhören, sie weiter von anderen Seiten anzusehen, zu betrachten.
[ 25 ] Dies ist einmal dasjenige, was Geisteswissenschaft als sehr ernste Forderung in unsere Seele setzen soll. Und daß ein Bewußtsein entstehe von dieser Aufgabe der Geisteswissenschaft, dazu steht ja eigentlich, soweit er jetzt fertig ist, dieser Bau da. Und er soll dastehen, daß er einen Ausgangspunkt bildet, einen kleinen, schwachen Ausgangspunkt, damit das, was gesagt worden ist, in die Herzen und in die Seelen der Menschen eintreten könne. Dazu ist natürlich notwendig, daß schon alles dasjenige geschieht, was geschehen kann, denn vieles ist in der Gegenwart dagegen.
[ 25 ] Dies ist einmal dasjenige, was Geisteswissenschaft als sehr ernste Forderung in unsere Seele setzen soll. Und daß ein Bewußtsein entstehe von dieser Aufgabe der Geisteswissenschaft, dazu steht ja eigentlich, soweit er jetzt fertig ist, dieser Bau da. Und er soll dastehen, daß er einen Ausgangspunkt bildet, einen kleinen, schwachen Ausgangspunkt, damit das, was gesagt worden ist, in die Herzen und in die Seelen der Menschen eintreten könne. Dazu ist natürlich notwendig, daß schon alles dasjenige geschieht, was geschehen kann, denn vieles ist in der Gegenwart dagegen.
