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The Rudolf Steiner Archive

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The Riddle of Man
The Spiritual Background of Human History
GA 170

27 August 1916, Dornach

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Zwölfter Vortrag

Twelfth Lecture

[ 1 ] Anknüpfen möchte ich an die Bemerkungen, die ich das letzte Mal gemacht habe: daß das Gedächtnis, so wie es in der gegenwärtigen Zeit, das heißt in der Erdenzeit auftritt, eine Art von Metamorphose anderer Seelenbetätigungen des Menschen ist, die dieser Mensch früher während der alten Mondenzeit hatte. Ich sagte: Während dieser Zeit des traumhaften imaginativen Schauens brauchte der Mensch nicht ein solches Gedächtnis, wie er es jetzt hat. Er brauchte es deshalb nicht, weil er gewissermaßen wie einen Kometenschweif nach sich zog, im Objektiven eingraviert, das, was er in seinen traumhaften Imaginationen erlebt hat. Dieses Erleben, daß das da ist, was man so erlebt hat, hat sich für die Erdenzeit verloren. Nun kommt etwas dazu, das man auch ins Auge fassen muß zu dem vollständigen Verständnis dieser Sache: daß in einer solchen Weise eingegraben in die objektive Substantialität der Welt das Bewußtseinserlebnis nur dann sein kann, wenn es in einem gewissen Sinne schon vorerlebt ist, wenn es nicht erst erlebt wird dann, wenn es das Wesen, also in diesem Falle der Mensch erlebt, sondern wenn es in einem gewissen Sinne schon vorher erlebt ist. Daraus sehen Sie, daß alle Erlebnisse des menschlichen Mondenbewußtseins noch solche waren, die eigentlich nur Nacherlebnisse dessen waren, was Wesen höherer Hierarchien den Menschen vorgedacht haben. Die Wesen der höheren Hierarchien haben also das, was die Mondenmenschen geträumt haben, diesen vorgedacht. Die Menschen denken es nachher nach, wenn wir das denken nennen wollen, was eigentlich als traumhaft-imaginatives Bewußtseinserlebnis gemeint ist.

[ 1 ] I would like to pick up on the remarks I made last time: that memory, as it appears in the present age—that is, in the Earth era—is a kind of metamorphosis of other soul activities that human beings once possessed during the ancient Moon era. I said: During that time of dreamlike, imaginative vision, human beings did not need the kind of memory they have now. They did not need it because, in a sense, they left behind—like a comet’s tail—an imprint in the objective world of what they had experienced in their dreamlike imaginings. This sense of the existence of what one had experienced in this way has been lost in the Earth era. Now there is something else that must also be taken into account for a complete understanding of this matter: that the experience of consciousness can be imprinted in this way upon the objective substance of the world only if it has, in a certain sense, already been experienced beforehand—not only when it is experienced by the being, in this case the human being, but when it has, in a certain sense, already been experienced beforehand. From this you can see that all the experiences of human lunar consciousness were still, in fact, merely re-experiences of what beings of higher hierarchies had conceived for human beings beforehand. The beings of the higher hierarchies, therefore, conceived in advance what the lunar human beings dreamed. Human beings think it through afterward—if we wish to call “thinking” what is actually meant as a dreamlike, imaginative experience of consciousness.

[ 2 ] Für die Erdenzeit tritt nun ein anderer Zustand ein. Der Mensch lebt nicht so fort, daß er gewissermaßen das, was schon vorher gedacht ist, noch einmal denkt und daß es dann für ihn sichtbar bleibt. Sondern er denkt, und aufbewahrt wird, wie wir gestern gehört haben, das Gedachte nur in ihm selber durch die Widerstandskraft seines physischen Leibes. Es wird in seine eigene Äthersubstantialität eingegraben und erst nach seinem Tode der allgemeinen Weltensubstantialität übergeben. Dann kann man so zurückschauen, wie man früher auf alles bewußt Erlebte, also im Bewußtsein Erlebte zurückschauen kann; man kann ja zurückschauen in der Zeit, die man da durchlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nun ist dasjenige, was der Mensch also durchlebt, was er sich zuerst in seinen Ätherleib eingräbt, dann, indem er durch den 'Tod geht und es hinausträgt in die allgemeine Weltensubstantialität, dafür bestimmt, nach und nach verändert zu werden dadurch, daß er in wiederholten Erdenleben durch das gesamte Erdendasein durchgeht. Denn überlegen Sie nur einmal, was der Mensch alles denkt! Wäre es nicht der schrecklichste Gedanke, den Sie fassen können, wenn Sie sich sagen müßten, daß alle Gedanken der Menschen objektiv in die Weltenmaterie eingegraben werden und also ewig da sein würden? Das aber würde geschehen, wenn der Mensch nicht dadurch, daß er wiederholte Erdenleben durchmacht, in der Lage wäre, diejenigen Gedanken, die nicht bleiben sollen, wieder auszubessern, entweder zu korrigieren oder ganz auszumerzen und durch andere zu ersetzen und so weiter. Das ist eben etwas, was die Evolution durch die verschiedenen Erdenleben hindurch bildet: daß der Mensch in die Lage kommt, wirklich das, was er bei jedem Tode in die allgemeine Weltensubstantialität eingräbt, zu verbessern, und daß er anstreben kann, daß wirklich von ihm aus, wenn er durch die letzte Erdeninkarnation gegangen sein wird, nur solches der Weltenäthersubstantialität übergeben worden ist, was nun wirklich bleiben kann.

[ 2 ] A different state now begins for the earthly life. Human beings no longer live in such a way that they, so to speak, think once again what has already been thought before, and that it then remains visible to them. Rather, they think, and—as we heard yesterday—what is thought is preserved only within themselves through the resilience of their physical body. It is engraved into his own etheric substance and only after his death is it handed over to the general substance of the world. Then one can look back on it just as one can look back on everything previously experienced consciously—that is, experienced in consciousness; one can, after all, look back during the time one lives through between death and a new birth. Now, what a person thus experiences—what he first embeds in his etheric body, then, by “passing through death,” carries out into the general world substance—is destined to be gradually transformed as he passes through the entirety of earthly existence in repeated earthly lives. For just consider for a moment all that a person thinks! Wouldn’t it be the most terrifying thought you could conceive if you had to tell yourself that all human thoughts are objectively imprinted into the substance of the worlds and would thus remain there forever? But that is precisely what would happen if human beings, by undergoing repeated earthly lives, were not able to rectify those thoughts that are not meant to remain—either by correcting them or eradicating them entirely and replacing them with others, and so on. This is precisely what evolution achieves through the various earthly lives: that human beings become capable of truly improving what they imprint into the general substance of the world at each death, and that they can strive to ensure that, once they have passed through their final earthly incarnation, only that which can truly endure is transferred from them into the etheric substance of the world.

[ 3 ] Sie sehen also hier einen anderen Vorgang als den, welcher stattgefunden hat für das traumhaft-imaginative Mondenbewußtsein. Für dieses waren die Gedanken vorgedacht von Wesen der höheren Hierarchien, zum Teil auch von elementarischen Wesenheiten; dann werden sie nachgedacht von Menschen der Mondenzeit. Dadurch werden sie so sichtbar, daß sie sichtbar bleiben. Dasjenige, was derart nachgedacht ist, bleibt nun sichtbar. Während der Normalentwickelung der Erdenzeit ist es so, daß zunächst alles, was der Mensch denkt — dazu gehört jetzt auch dasjenige, was er denkend fühlt und denkend will —, sich eingräbt in den eigenen Ätherleib, in die eigene Äthersubstantialität. Und erst dann, wenn er durch die Pforte des Todes getreten ist, teilt es sich der Weltenäthersubstantialität mit, so daß es dann bleiben würde, wenn er es nicht im Laufe folgender Inkarnationen ausbessern würde, soweit es ausbesserungsbedürftig ist.

[ 3 ] So here you see a process different from the one that took place for the dreamlike, imaginative Lunar consciousness. For that consciousness, the thoughts were first conceived by beings of the higher hierarchies, and in part also by elemental beings; they were then further developed by people of the Lunar era. Through this process, they become so visible that they remain visible. That which is thought in this way now remains visible. During the normal course of Earth’s development, everything that a human being thinks—which now also includes what they feel and will while thinking—is first imprinted into their own etheric body, into their own etheric substance. And only then, once he has passed through the gate of death, does it become part of the world’s etheric substance, so that it would remain there unless he were to correct it in the course of subsequent incarnations, to the extent that it requires correction.

[ 4 ] Dies ist für das normale Seelenleben der Erdenentwickelung durchaus gültig, also für dasjenige Seelenleben, das wir im gewöhnlichen Wachzustand zwischen Geburt und Tod entwickeln, aber es ist nicht für jenes Bewußtsein der Fall, das wir entwickeln als zugehörig zu diesem Wachbewußtsein: zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Was nun aber als Geisteswissenschaft von jetzt ab eintreten muß in das Bewußtsein der Menschheit und warum sie eintreten muß, inwiefern sie eine Urnotwendigkeit ist, davon haben wir ja oftmals gesprochen. Was nun als Geisteswissenschaft so eintreten muß, daß diese Menschheit ihr Erdenziel wirklich erreichen kann, das stammt noch aus anderen Quellen, als es das gewöhnliche Wachbewußtsein ist. Diese Geisteswissenschaft muß, wie Sie wissen, im Erdendasein selber geboren werden; denn wir haben es ja oftmals betont, daß sie nicht entwickelt werden könnte in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß das, was hier während des Erdenlebens entwickelt wird als geistige Erkenntnis, nur hier entwickelt werden kann und hinauswirkt in die Welt, in der die Toten eben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sind.

[ 4 ] This is certainly true of the normal spiritual life of earthly evolution—that is, the spiritual life we develop in the ordinary waking state between birth and death—but it does not apply to the consciousness we develop as part of this waking consciousness: between death and a new birth. But we have often spoken of what must now enter human consciousness as spiritual science, why it must enter, and to what extent it is a fundamental necessity. What must now enter as spiritual science—so that humanity can truly achieve its earthly goal—stems from sources other than ordinary waking consciousness. This spiritual science, as you know, must be born within earthly existence itself; for we have often emphasized that it could not be developed in the life between death and a new birth, that what is developed here during earthly life as spiritual knowledge can only be developed here and has an effect on the world in which the dead find themselves between death and a new birth.

[ 5 ] Geisteswissenschaft ist also etwas, was durch das gewöhnliche Tagesbewußtsein nicht entwickelt wird, was auch nicht so unmittelbar, wie es auftritt, durch die Geburt hindurch hereingebracht werden kann in diese Welt, sondern was entwickelt werden muß durch ein anderes Anschauen. Wir haben zweierlei Arten des Bewußtseinslebens gestern und heute charakterisiert: das Mondenbewußtseinsleben, das die Art von Gedächtnis hatte, die wir charakterisiert haben, und das Erdenbewußtseinsleben — wir nennen es das gegenständliche Bewußtsein —, das ein Gedächtnis hat, wie wir es auch charakterisiert haben.

[ 5 ] Spiritual science, then, is something that is not developed through ordinary everyday consciousness, nor can it be brought into this world as directly as it appears through birth; rather, it must be developed through a different way of looking at things. Yesterday and today we have characterized two kinds of consciousness life: the lunar consciousness life, which had the kind of memory we have described, and the earthly consciousness life—which we call objective consciousness—which has a memory as we have also described.

[ 6 ] Dasjenige Bewußtsein nun, durch das man ursprünglich den Inhalt der Geisteswissenschaft erhält, ist besonderer Art. Verstehen kann man sie, wie ich oftmals betont habe, immer mit dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstand, darinnen leben kann man auch, ohne daß man hineinschaut in die geistige Welt; aber sie gewissermaßen herausholen, dazu ist eine besondere Bewußtseinsart notwendig. Aber diese besondere Bewußtseinsart, die gibt zugleich, wenn man Verständnis für sie hat, die Möglichkeit ab, daß der Mensch überhaupt das künftige Erdendasein so wird gestalten können, wie es gestaltet werden muß, wenn die Menschheit nicht in die Dekadenz verfallen soll. Es muß sich Verständnis entwickeln für das Hereinströmen der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten aus der geistigen Welt in unsere physische, wenn nicht die Menschheit in die Dekadenz verfallen soll, an deren Pforten sie ja jetzt schon deutlich sichtbar steht.

[ 6 ] The consciousness through which one originally receives the content of spiritual science is of a special kind. As I have often emphasized, one can always understand it using ordinary, sound common sense, and one can even live within it without looking into the spiritual world; but to bring it out, so to speak, requires a special kind of consciousness. Yet this special kind of consciousness, when one understands it, also makes it possible for human beings to shape their future earthly existence in the way it must be shaped if humanity is not to fall into decadence. An understanding must develop of the influx of spiritual-scientific truths from the spiritual world into our physical world, if humanity is not to fall into decadence, at the very gates of which it already stands clearly visible.

[ 7 ] Man muß gegenüber den Wahrheiten der Geisteswissenschaft, wenn diese nun ihre Aufgabe erfüllen soll in der menschlichen Zukunft, gewisse Empfindungen erlangen. Und diese Empfindungen gründen sich eben in selbstverständlicher Weise auf den Weg, den diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten machen aus der geistigen Welt herein in die physische. Diejenige Art des naturgemäß wirkenden Gedächtnisses, die unser gewöhnliches Tagesbewußtsein auszeichnet, hört in einem gewissen Sinne — wie ich sogar schon in öffentlichen Vorträgen ausgeführt habe — wieder auf gegenüber dem Ergründen in der geistigen Welt. Das Gedächtnis ist ja etwas, was, wie Sie wissen, in einer gewissen Weise sogar überwunden wird für jenes Bewußtsein, das die Geheimnisse jenseits der Schwelle zu ergründen hat. Damit muß aber etwas Neues eintreten. Es darf selbstverständlich das, was im Bewußtsein durchlebt ist, nicht vorübergehen. Und dieses Neue tritt dadurch ein — ich bitte, dieses jetzt recht gut ins Auge zu fassen! —, daß ein Satz, ein Inhalt, der Geistiges im Sinne der Geisteswissenschaft charakterisiert, also realen geistigen Inhalt hat, nicht bleibt in dem eigenen Ätherleib bloß bis zum Tode, sondern sich nun unmittelbar aus dem Bewußtsein heraus einträgt in die geistig-ätherische Welt. Also ein wahrer, ich meine ein wirklich Geistiges berührender Satz trägt sich ein in die ÄÄthermäterie. Beim Mondenbewußtsein wird der Inhalt sichtbar, weil er schon vorgedacht war. Dadurch, daß der Mondenmensch ihn vorstellt, wird der vorher in einer gewissen Weise vorgedachte Inhalt nur sichtbar. Beim gewöhnlichen wachen Erdenbewußtsein gräbt sich der Satz zuerst in den eigenen Ätherleib ein, bleibt mit dem Menschen verbunden bis der Mensch ihn korrigieren kann. Da verbessert sich also das Schlechtgedachte im Laufe des Karma. Ein wirklich Geistiges berührender Satz trägt sich ein in die allgemeine Äthersubstanz. Das muß kommen, das muß sich so entwickeln. Denn es braucht einfach der Evolutionsvorgang der Welt dasjenige, was nun durch den Inhalt der Geisteswissenschaft in die Welt eingeschrieben werden kann.

[ 7 ] One must develop certain feelings toward the truths of spiritual science if these truths are to fulfill their purpose in humanity’s future. And these feelings are naturally grounded in the path that these spiritual-scientific truths take from the spiritual world into the physical world. The kind of memory that functions naturally—which characterizes our ordinary daily consciousness—ceases, in a certain sense—as I have even explained in public lectures—when it comes to exploring the spiritual world. Memory, as you know, is something that is in a certain sense even transcended by the consciousness that must fathom the mysteries beyond the threshold. But something new must take its place. Of course, what has been lived through in consciousness must not simply pass away. And this new element comes into being—please take a good look at this now! —in that a statement, a content that characterizes the spiritual in the sense of spiritual science—that is, that has real spiritual content—does not remain merely in one’s own etheric body until death, but now enters directly from consciousness into the spiritual-etheric world. Thus, a true statement—I mean one that truly touches the spiritual—is inscribed into the etheric matter. In lunar consciousness, the content becomes visible because it had already been preconceived. It is only through the lunar human’s act of conceiving it that the content—which had previously been preconceived in a certain way—becomes visible. In ordinary waking earthly consciousness, the statement first imprints itself upon one’s own etheric body and remains connected to the human being until the person can correct it. Thus, what was poorly conceived improves in the course of karma. A sentence that touches upon something truly spiritual is inscribed into the general etheric substance. This must happen; this is how it must develop. For the evolutionary process of the world simply requires that which can now be inscribed into the world through the content of spiritual science.

[ 8 ] Sie werden vielleicht sagen — nun, Sie sagen es vielleicht nicht, aber es könnte es jemand sagen: Ja, dann lasse ich lieber alles, was Geisteswissenschaft ist, ruhig liegen; dann brauche ich mich nicht zu fürchten, daß das, was ich denke, so unmittelbar eingegraben wird in die Äthersubstantialität! — Das hätten Sie höchstens sagen können in der Epoche der griechisch-lateinischen Kultur, das können Sie schon jetzt nicht mehr sagen. Denn worauf ich früher hinwies: daß der Mensch das korrigieren kann, was in ihm eingeschrieben ist, das ist richtig, soweit es einen gewissen Inhalt betrifft. Aber es hört auf, richtig zu werden für alles dasjenige, was ich Ihnen gestern charakterisiert habe als von Luzifer und Ahriman herrührend. Und die werden in der Zukunft nur überwunden werden dadurch, daß man das Gleichgewicht zwischen ihnen herstellt, wie ich es auch ausgeführt habe. Die Menschen produzieren von sich aus, auch von unserem fünften nachatlantischen Zeitraum an, allerdings nur solches, das wieder korrigiert werden kann. Aber unter dem Einflusse Luzifers und Ahrimans, wenn sie nicht lernen, auf der Hut zu sein vor ihnen, graben sie doch in die allgemeine Äthersubstantialität der Welt ein, was sie denken, was sie unter dem Einflusse Luzifers und Ahrimans vollführen in dem oft entwickelten Sinne. Das wird nun ebenso eingetragen, wie sonst nur die Ergebnisse der Geisteswissenschaft eingegraben werden.

[ 8 ] You might say—well, you might not say it, but someone might: “Yes, then I’d rather leave everything related to the humanities alone; that way I won’t have to fear that what I think will be so directly imprinted into the etheric substance!” — You could have said that, at most, during the era of Greco-Roman culture; you can no longer say that now. For what I pointed out earlier—that human beings can correct what is inscribed within them—is true, insofar as it concerns a certain content. But it ceases to be true for everything that I characterized for you yesterday as originating from Lucifer and Ahriman. And these will only be overcome in the future by establishing a balance between them, as I have also explained. Human beings produce of their own accord—even from our fifth post-Atlantean epoch onward—only that which can be corrected again. But under the influence of Lucifer and Ahriman—if they do not learn to be on guard against them—they nevertheless engrave into the general etheric substance of the world what they think and what they carry out under the influence of Lucifer and Ahriman in the sense often described. This is now inscribed just as the results of spiritual science are otherwise inscribed.

[ 9 ] Das ist also die feinere Unterscheidung: Was wir durch uns selbst nur in uns eingraben, was durch den geisteswissenschaftlichen Inhalt eingegraben wird in die allgemeine Weltensubstantialität; und was in diese allgemeine Weltensubstantialität eingegraben wird dadurch, daß Luzifer als Verführer oder Versucher und Ahriman als Lügengeist wirkt.

[ 9 ] So this is the finer distinction: what we, through our own efforts, bury only within ourselves; what is buried in the general substance of the world through the content of spiritual science; and what is buried in this general substance of the world through the actions of Lucifer as the seducer or tempter and Ahriman as the spirit of lies.

[ 10 ] Das, was oftmals in phrasenhafter Weise vorgebracht wird: man solle sich hüten, nur ja nicht Ahriman, nur ja nicht Luzifer zu verfallen, das hat natürlich gar keinen Wert. Aber die Frage muß uns doch, gerade wenn wir erstens die Notwendigkeit und zweitens die Aufgabe der Geisteswissenschaft verstehen, mit aller Lebendigkeit vor die Seele treten: Um was handelt es sich denn also für denjenigen, der durchschauen kann, was der Menschheit nottut, mit den geisteswissenschaftlichen Inhalten? Es handelt sich um das Wissen, daß wir eben in jene Weltepoche schon hinübergehen, sie vorbereiten, in der wiederum, nun aber nicht, was uns vorgedacht ist, sondern was wir selber denken, in die allgemeine Weltensubstantialität eingetragen wird. Und wenn man dies berücksichtigt, dann wird aus dieser Wahrheit fließen das Gefühl der Verantwortlichkeit für alles, was wir vollziehen innerhalb unserer Gedankenwelt, das Gefühl der Verantwortlichkeit für das, was wir denken. Es liegt ja dem Menschen so nahe zu glauben — und, wie gesagt, bis zur abgelaufenen Zeit war es ja im wesentlichen auch richtig —, Gedanken hätten keine objektive Bedeutung. In unserer Zeit beginnt es schon stark so zu sein, daß eine wirkliche Lüge, eine wirkliche Unwahrheit im gestern charakterisierten Sinne übernommen wird von Ahriman und eben eingegraben wird in die allgemeine Weltensubstantialität. Daraus geht aber hervor, wie die Menschen nach und nach sich werden angewöhnen müssen, sich zum Denken zu stellen.

[ 10 ] What is often put forward in a clichéd manner—that one should be careful not to fall prey to Ahriman, not to fall prey to Lucifer—is, of course, completely meaningless. But the question must surely arise with all its vitality in our souls, especially when we understand, first, the necessity and, second, the task of spiritual science: What, then, do the contents of spiritual science mean for those who can see through what humanity needs? It is the knowledge that we are already crossing over into—and preparing for—that very epoch of the world in which, once again, not what has been preconceived for us, but what we ourselves think, will be inscribed into the general substance of the world. And when one takes this into account, a sense of responsibility for everything we accomplish within our world of thought—a sense of responsibility for what we think—will flow from this truth. It is, after all, so natural for human beings to believe—and, as I said, up until the present time this was essentially correct—that thoughts have no objective significance. In our time, it is already becoming increasingly the case that a real lie, a real untruth in the sense characterized yesterday, is taken up by Ahriman and embedded in the general substance of the world. From this, however, it becomes clear how people will gradually have to accustom themselves to engaging in thinking.

[ 11 ] Findet man sich nicht zurecht in dem, was eben jetzt charakterisiert worden ist, dann könnte man ängstlich werden. Erwägt man aber alles ruhig und objektiv und gelassen, dann braucht man nicht ängstlich zu werden; man könnte sogar nicht ängstlich werden, wenn man sich nur sagt: Ja, da muß ich ein so furchtbares Verantwortlichkeitsgefühl haben gegenüber allem, was ich denke. — Für die nächste Zeit, für viele Jahrtausende kommt es darauf an, daß wir uns als Menschen Verantwortlichkeitsgefühl aneignen für einen Gedanken, den wir fassen. Und man kann ungefähr das Gedankenfassen so verstehen, daß der Gedanke so weit ist, daß wir ihn in die Sprache übersetzen und eventuell zur Mitteilung geeignet machen. Solange wir ihn nicht erst so formuliert haben, daß wir den Gedanken zur Mitteilung geeignet machen, solange hat der Gedanke allerdings nicht das Stadium erreicht, wo Ahriman viel anfangen kann. Haben wir aber den Gedanken so weit getrieben, daß wir ihn zur Mitteilung reif halten, das heißt, daß wir einmal bereit sind, in der Zeit, die da kommt, den Gedanken mitzuteilen — dann, dann paßt Ahriman auf, um den Gedanken zu haben und ihn hineinzusetzen in die allgemeine Weltensubstantialität. Verbunden muß sein mit dem Achtgeben darauf, daß wir zuletzt richtig formulierte Gedanken haben, denen gegenüber wir die Verantwortung übernehmen können, daß wir uns aneignen, überhaupt das Denken wie ein Suchen zu behandeln. Wir haben als Menschen heute noch das ist das Erbstück des vierten nachatlantischen Zeitraums und das Noch-nicht-Entwickelte des fünften nachatlantischen Zeitraums — zu stark das Bewußtsein, daß wir jeden Gedanken gleich formulieren dürfen. Das Denken ist uns gar nicht dazu gegeben, um gleich Gedanken fertig zu machen! Es ist uns vielmehr zum Suchen gegeben, damit wir nachgehen den Tatsachen, sie zusammentragen und wenden nach allen Seiten. Nicht wahr, so wie der Mensch heute ist, formt er am liebsten rasch einen Gedanken, den er dann so rasch wie möglich auch über die Lippen bringt oder aufs Papier hinschreibt oder so etwas. Er will ihn möglichst rasch in der Welt draußen haben. Aber nicht dazu ist uns das Denken gegeben, um voreilig den Gedanken zu bilden, sondern um zu suchen, das Denken als Operation anzusehen, als etwas, das womöglich lange in diesem Gestalten bleibt. Und suspendieren sollte man gewissermaßen den formulierten Gedanken, bis man vor sich selber verantworten kann, man habe eine Tatsache nach allen Seiten gedreht und gewendet, so daß sie nicht mehr eine Tatsache ist, der gegenüber sechsundzwanzig Menschen Falsches aussagen, wie ich charakterisierte, und nur vier ein annähernd Richtiges. Denn dreißig sind davor gesessen!

[ 11 ] If one cannot make sense of what has just been described, one might become anxious. But if one considers everything calmly, objectively, and with composure, there is no need to become anxious; one could even avoid becoming anxious simply by telling oneself: “Yes, I must have such a tremendous sense of responsibility toward everything I think.” — For the foreseeable future, for many millennia, it will be crucial that we, as human beings, develop a sense of responsibility for every thought we conceive. And one can understand the act of conceiving a thought roughly as follows: the thought is ready when we translate it into language and, if necessary, make it suitable for communication. As long as we have not yet formulated it in such a way as to make the thought suitable for communication, the thought has certainly not reached the stage where Ahriman can do much with it. But once we have developed the thought to the point where we consider it ready for communication—that is, once we are prepared, in due time, to share the thought—then, then Ahriman is on the lookout to seize the thought and insert it into the general substance of the world. This must go hand in hand with ensuring that we ultimately have correctly formulated thoughts for which we can take responsibility, and that we learn to treat thinking itself as a process of seeking. As human beings today—and this is the legacy of the fourth post-Atlantean epoch and the as-yet-undeveloped aspect of the fifth post-Atlantean epoch—we still have too strong a sense that we are free to formulate every thought immediately. Thinking is not given to us at all for the purpose of immediately completing thoughts! Rather, it is given to us for the purpose of seeking, so that we may investigate the facts, gather them together, and examine them from every angle. Isn’t it true that, as people are today, they prefer to quickly form a thought, which they then utter as quickly as possible or write down on paper or something like that? They want to get it out into the world as quickly as possible. But thinking is not given to us for the purpose of hastily forming thoughts, but rather to seek—to regard thinking as an operation, as something that may remain in this state of formation for a long time. And one should, so to speak, suspend the formulated thought until one can account to oneself that one has examined a fact from every angle, so that it is no longer a fact about which twenty-six people make false statements, as I characterized it, and only four make something approximately correct. For thirty people were sitting there!

[ 12 ] Es wird ungeheuer viel davon abhängen, daß eine Anzahl von Menschen gerade diese geforderte Tatsache, die ich jetzt charakterisiert habe, auffaßt. Denn es ist heute eigentlich gar nicht auszudenken, wie gegen diese Maxime, das Denken zum Suchen zu verwenden und möglichst lange den fertigen Gedanken zu suspendieren, gesündigt wird. Und deshalb durchschwirren Lügengespinste unsere Welt, deshalb wird die Lüge immer mehr und mehr zur Gewohnheit. Aber indem der Hang zur Lüge, die Tendenz zur Lüge unsere Menschheit ergreift, geht die Menschheit direkt in die Dekadenz über, und ein fortwährendes Hinund Herpendeln zwischen Ahriman und Luzifer findet statt. Auf der einen Seite wird Unwahres gesagt, sei es direkt aus bösem Willen, sei es aber auch aus Leichtsinn, und da haben wir schon, indem wir sagen «bösen Willen, Leichtsinn», darauf hingedeutet, daß mit dem Lügengeist Luzifer verbündet ist! Mit dem Lügengeist ist Luzifer verbündet, aber dann kann er besonders gut heran, denn das Lügen erzeugt wiederum Leidenschaft. Und wir verlieren die Kraft, Gleichgewicht zu halten zwischen dem, was wir fühlen und wollen, und dem, was wir denken. Es wird sehr notwendig sein, daß die Menschen genügend stark aus dem Unterbewußtsein heraufbringen ins Bewußtsein, wie unendlich verbreitet heute die gegenteilige Tendenz ist von dem, was hier als eine Notwendigkeit für die Zukunft gefordert wird: die harte Verantwortlichkeit gegenüber dem, was man als Wahrheit formuliert. Wir sehen sie in erschreckender Weise verschwinden, insbesondere in den letzten Jahren. Aber das Wichtige ist, daß man achtgeben muß. Denn die Menschen wissen nicht in ihrem oberen Bewußtsein, wie stark die Tendenz ist, die Unwahrheit zu sagen.

[ 12 ] An enormous amount will depend on whether a number of people grasp precisely this essential fact that I have just described. For it is actually unimaginable today just how often people violate this maxim: to use thought for the sake of inquiry and to suspend the finished thought for as long as possible. And that is why webs of lies permeate our world; that is why lying is becoming more and more of a habit. But as the inclination toward lying, the tendency to lie, takes hold of humanity, humanity slips directly into decadence, and a constant oscillation between Ahriman and Lucifer takes place. On the one hand, untruths are spoken, whether directly out of malice or out of thoughtlessness; and in saying “malice, thoughtlessness,” we have already indicated that Lucifer is allied with the spirit of lying! Lucifer is allied with the spirit of lying, and this allows him to gain a particularly strong foothold, for lying, in turn, generates passion. And we lose the strength to maintain a balance between what we feel and want, and what we think. It will be absolutely essential for people to bring sufficiently to consciousness from the subconscious just how infinitely widespread the opposite tendency is today from what is called for here as a necessity for the future: the strict responsibility toward what one formulates as truth. We are seeing it disappear in an alarming way, especially in recent years. But the important thing is that we must be careful. For people are not aware, in their higher consciousness, of how strong the tendency is to speak untruths.

[ 13 ] Wirklich, etwas wird zu einer Wahrheit erst dann, wenn man es nach allen Seiten gewendet, wenn man es überallhin gewissermaßen gestellt hat und von verschiedenen Seiten hat beleuchten lassen; wenn man wirklich das Urteil möglichst lange suspendiert hat. Nicht eine vorschnell gesprochene Anschauung, vorschnell gesprochene Meinung, vorschnell gesprochene Mitteilung einer Tatsache kann Wahrheit sein. Sie kann so wirken, daß die Menschheit immer mehr und mehr in die Dekadenz kommt. Man kann geradezu Experimente machen in dieser Beziehung. Nicht wahr, so glattweg lügen tun ja die Menschen meist nicht. Gewiß, manche Menschen tun es auch; aber was das Allerschlimmste ist, das ist das unbewußte und unterbewußte Lügen aus einer luziferischen Verführung heraus, so daß man eine halbe oder Viertels- oder Achtels- oder Sechzehntelswahrheit, ja sogar eine Achtundneunzighundertstelswahrheit sagt, aber durch das Dynamische der zwei Hundertstel, die übrigbleiben, alles ins Schlimme treibt.

[ 13 ] Truly, something only becomes a truth once it has been examined from every angle, once it has been, so to speak, placed in every possible context and examined from various perspectives; once one has truly suspended judgment for as long as possible. No hastily expressed view, no hastily expressed opinion, no hastily expressed statement of fact can be the truth. It can have the effect of leading humanity further and further into decadence. One can practically conduct experiments in this regard. After all, people don’t usually lie outright like that. Certainly, some people do; but what is worst of all is the unconscious and subconscious lying stemming from a Luciferic temptation, so that one speaks a half-truth, or a quarter-truth, or an eighth-truth, or a sixteenth-truth—even a ninety-eighth-thousandth-truth—but through the dynamic force of the two-hundredths that remain, drives everything toward evil.

[ 14 ] Dazu kommt namentlich das in Betracht, daß jetzt so unendlich stark der Hang existiert bei den Leuten, alles immer zu charakterisieren, alles zu wissen, über nichts nachzudenken, niemals das Denken zum Suchen zu verwenden, sondern gleich alles zu formulieren. Und wirklich, es ist ja natürlich, daß den Leuten auffällt, daß in der Gegenwart so viel gelogen wird, es gehört nicht viel Talent dazu, dies zu bemerken, gerade in der Gegenwart. Aber man muß auch da sich klar sein, wenn man nun das allgemeine Urteil fällt: In der Gegenwart wird viel gelogen, — dann müßte man schon auch einen Weg des Denkens gehen, um diese Wahrheit, daß in der Gegenwart viel gelogen wird, wiederum von allen Seiten zu beleuchten. Sonst kann eine Wahrheit dadurch, daß sie zu schnell und nicht in der richtigen Weise wirklichkeitsgemäß gefaßt wird, gerade zu einem Umgekehrten werden. So habe ich in den letzten Tagen einen Artikel über die großen Lügen, die in der Gegenwart gemacht werden, gelesen. Es gehört nicht viel Talent dazu, um alle Lügen, die jetzt in der Luft schwirren, zu charakterisieren, aber nichts finde ich verlogener als diesen Artikel! Dieser Artikel ist so ganz eine einzige Lügensauce, eine einzige Lügensauce ist über den Artikel ausgebreitet, trotzdem das, was gesagt wird, selbstverständlich in einer gewissen Weise wahr ist. Damit soll nichts gegen einen solchen Artikel gesagt sein, aber es handelt sich darum, daß wirklich das Bewußtsein in der Menschheit auftritt: Man muß sich versenken in die Dinge, man muß sie von allen Seiten beleuchten, man darf nicht zu raschen Formulierungen kommen.

[ 14 ] Added to this is, in particular, the fact that there is now such an overwhelming tendency among people to constantly categorize everything, to think they know everything, to never reflect on anything, and to never use their thinking to explore, but instead to immediately put everything into words. And indeed, it is only natural that people notice that there is so much lying in the present; it does not take much talent to observe this, especially in the present. But one must also be clear about this when making the general judgment: “There is a lot of lying today”—in that case, one would have to follow a line of reasoning to examine this truth—that there is a lot of lying today—from every angle. Otherwise, a truth—by being grasped too quickly and not in a way that truly reflects reality—can actually become the exact opposite. For example, in the last few days I’ve read an article about the great lies being told today. It doesn’t take much talent to characterize all the lies currently floating around, but I find nothing more deceitful than this article! This article is nothing but a mass of lies; a mass of lies is spread throughout the article, even though what is said is, of course, true in a certain sense. This is not meant to be a criticism of such an article, but the point is that a certain awareness must truly arise in humanity: one must immerse oneself in things, one must examine them from all sides, and one must not jump to hasty conclusions.

[ 15 ] Sehen Sie, brauchen tut man für die geistige Welt von dem, was man hier in der physischen Welt erlebt, vorzugsweise diese Art, sich der Wahrheit gegenüber zu fühlen. Das braucht man für die geistige Welt, die rechtes, wahres Verständnis für die geisteswissenschaftlichen Impulse will; das braucht man aber auch schon für die Welt, die man durchlebt, wenn man durch die Todespforte gegangen ist. Das ist notwendigerweise zu berücksichtigen, daß man diese Gesinnungen gegenüber der Wahrheit braucht, weil man sonst nicht die Möglichkeit hat, Verständnis zu entwickeln für die Umgebung in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Diese Art, Verantwortung zu fühlen gegenüber der Wahrheit, das braucht man, um Verständnis zu finden für das, was man überhaupt in der geistigen Welt zu leisten hat.

[ 15 ] You see, what one needs for the spiritual world, based on what one experiences here in the physical world, is above all this way of relating to the truth. This is what is needed for the spiritual world, which demands a correct, true understanding of the impulses of spiritual science; but it is also needed for the world one experiences after passing through the gate of death. It is essential to bear in mind that one needs this attitude toward the truth, because otherwise one will not have the opportunity to develop an understanding of the environment during the time between death and a new birth. This sense of responsibility toward the truth is what one needs in order to find an understanding of what one is actually called upon to accomplish in the spiritual world.

[ 16 ] In gewisser Beziehung muß die Stellung des Menschen zur Wahrheit in der zukünftigen Menschheitsentwickelung eine andere werden durch die Geisteswissenschaft, und in vieler Beziehung zeigt das, was uns in der gegenwärtigen Zeit erscheint, eben in erschreckender Art, wie der absteigende Weg ist, zu dem der aufsteigende gesucht werden muß. Denn indem durchgegangen werden muß durch den Rest der Erdenzeit, durch Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit, muß vieles, was in uns selbst durch unser Seelenleben erzeugt wird, in die Weltensubstantialität hineingraviert, hineinverlegt werden. Das ist etwas, was ich zu sagen habe über die Metamorphose des Gedächtnisses.

[ 16 ] In a certain sense, humanity’s relationship to truth must change in the future development of humanity through spiritual science; and in many respects, what appears to us in the present time shows—in a truly alarming way—how the path we are on is a downward one, and that we must seek an upward path instead. For as we must pass through the remainder of the Earth period—through the Jupiter, Venus, and Vulcan periods—much of what is generated within us through our soul life must be engraved and transferred into the substance of the worlds. This is something I have to say about the metamorphosis of memory.

[ 17 ] Auch über die Metamorphose des Gewohnheitsmäßigen möchte ich nun einiges sagen. Wenn wir zurückschauen, woraus sich dieses entwickelt hat, wie gewissermaßen das, was heute Gewohnheitsmäßiges ist, beim Mondenmenschen war, so können wir sagen: Es war so, daß der Mensch von geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien einfach die Impulse empfing. Er entwickelte noch nicht die Gewohnheit. Das ist Erdenzeitprinzip, Erdenzeittatsache, daß der Mensch Gewohnheiten hat. Nun muß aber wiederum, weil wir ja schon die Mitte der Erdenzeit überschritten haben, das vorbereitet werden, was für die weitere Entwickelung notwendig ist. Durch die Gewohnheit entreißen wir uns den Wesenheiten, die ihre Impulse heruntersenden aus der geistigen Welt. Und durch die Gewohnheit wird unsere Freiheit begrundlagt.

[ 17 ] I would also like to say a few words about the metamorphosis of habitual behavior. If we look back at how this developed—how, so to speak, what is now habitual existed in the Lunar Man—we can say: It was the case that human beings simply received impulses from spiritual beings of the higher hierarchies. They had not yet developed habit. It is a principle of the Earth era, a fact of the Earth era, that human beings have habits. Now, however, since we have already passed the midpoint of the Earth era, we must prepare what is necessary for further development. Through habit, we detach ourselves from the beings who send down their impulses from the spiritual world. And through habit, our freedom is established.

[ 18 ] Aber wir müssen wiederum einlaufen in ein anderes Verhältnis zu den Wesen der höheren Hierarchien. Unter- oder unbewußt waren wir abhängig während der Mondenzeit und auch noch während der ersten Erdenzeit, ohne daß wir etwas dazu taten. In unser Bewußtsein sandten die geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, sogar gewisse Elementarwesen in uns ihre Impulse herein. Jetzt machen wir uns frei. Gleichsam wie ein Residuum, wie eine Art Rest blieb das Nachahmen in den ersten Zeiten des Kindesalters zurück. Aber wir müssen uns wieder hinausentwickeln über dieses In-Gewohnheit-Leben, über das, was nicht nur Gewohnheit ist für äußere Verrichtungen, sondern auch für unser moralisches Verhalten — ich verweise Sie nur auf das Kapitel in meiner «Philosophie der Freiheit» über den moralischen Takt —, also über alles, was wir uns so als Gewohnheit aneignen und wodurch wir unsere Freiheit begrundlagen. Erkennen wir es recht, was wir da entwickeln im Leben der Gewohnheiten! Es ist so, daß wir in uns einen Rest haben eines Verhältnisses zu den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, welchen wir im gewöhnlichen Erdenwachbewußtsein nicht ganz durchschauen, Ich möchte sagen: Da ist eine unbekannte Welt. Aus dieser unbekannten Welt gehen wir durch die Sinnespforte ein in die Welt, in der wir leben. Aber wir stammen aus der Welt von jenseits der Sinne, aus der Welt, die da hinter dem Schleier der Sinneswelt ist, die wir uns wieder enthüllen durch Geisteswissenschaft. Aber wir tragen in uns einen Rest aus dieser Welt. Nur ist er uns nicht klar während des gewöhnlichen Erdenbewußtseins. Wir haben gelebt in der geistigen Welt drüben bis zum Ende der Mondenzeit und noch in der Erdenzeit mit den Wesen der höheren Hierarchien. Wir sind herausgetreten durch die Sinnespforte. Aber wir haben nicht alles verloren, was sich in unserer Seele entwickelt hat an Zusammengehörigkeitsgefühl mit den Wesen der höheren Hierarchien. Wir tragen einen unterbewußten Rest mit. Neben vielem anderen ist dieser unterbewußte Rest auch die Grundlage des Gewissens. Man kann das Gewissen auch von diesem Gesichtspunkte aus betrachten. Das Gewissen ist durchaus noch ein Vermächtnis der geistigen Welt. Nur allmählich, indem wir die Welt wieder verstehenlernen, indem wir sie wieder geistig zu fassen wissen, wird sich uns eine Summe von Moralprinzipien ergeben, die sich beleuchtend verhalten werden zu dem, was wie eine instinktive Moral aus unserem Gewissen kommt. Eine immer leuchtendere Moral wird auftreten — wenn die Menschheit sie sucht, selbstverständlich!

[ 18 ] But we must once again enter into a different relationship with the beings of the higher hierarchies. Subconsciously or unconsciously, we were dependent during the Lunar Era and even during the first Earth Era, without doing anything about it. The spiritual beings of the higher hierarchies—and even certain elemental beings within us—sent their impulses into our consciousness. Now we are freeing ourselves. Imitation remained, as it were, like a residue, a sort of remnant, from the earliest days of childhood. But we must develop beyond this life of habit—beyond what is not merely a habit for external actions but also for our moral conduct—I refer you only to the chapter in my Philosophy of Freedom on moral tact—that is, beyond everything we acquire as habit and through which we establish the foundation of our freedom. Let us truly recognize what we are developing here in the life of habits! The fact is that we carry within us a remnant of a relationship to the spiritual beings of the higher hierarchies, whom we do not fully comprehend in our ordinary waking consciousness on Earth. I would say: there is an unknown world. From this unknown world, we enter through the gateway of the senses into the world in which we live. But we originate from the world beyond the senses, from the world that lies behind the veil of the sensory world—a world we reveal to ourselves once more through spiritual science. Yet we carry within us a remnant of this world. It is simply not clear to us during ordinary earthly consciousness. We lived in the spiritual world over there until the end of the Lunar Age and even into the Earth Age alongside the beings of the higher hierarchies. We have stepped out through the gateway of the senses. But we have not lost everything that developed within our souls in terms of a sense of belonging with the beings of the higher hierarchies. We carry a subconscious remnant with us. Among many other things, this subconscious remnant is also the foundation of conscience. One can also view conscience from this perspective. Conscience is certainly still a legacy of the spiritual world. Only gradually—as we learn to understand the world anew, as we learn to grasp it spiritually once more—will a body of moral principles emerge for us that will shed light on what arises from our conscience as an instinctive morality. An ever-brighter morality will emerge—if humanity seeks it, of course!

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[ 19 ] Weil das so ist, reden wir heute noch so vielfach von abstrakten Idealen: von den großen abstrakten Idealen der Wahrheit, der Schönheit, der Güte. Aber erinnern Sie sich, wie ich vor acht Tagen hier ausgeführt habe, wie das, was Wahrheit, Schönheit, Güte als abstrakte Ideale hier in der physischen Welt sind, Wesenheiten entspricht in der geistigen Welt. Zu diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien, und nicht bloß zu den abstrakten Idealen von Schönheit, Wahrheit und Güte, wird die Menschenseele sich wieder hinentwickeln, während wir jetzt mit unserem Tun, mit unserer menschlichen Betätigung gewissermaßen abstrakten Idealen nachgehen. Wenn wir schon überhaupt zum Idealismus uns erheben, müssen wir uns dahin entwickeln, daß wir wieder unseren Zusammenhang mit einer lebendigen geistigen Welt wissen, aus der die Impulse für dasjenige, was hier in der physischen Welt geschieht, strömen müssen. Geisteswissenschaft wird auftreten müssen so, daß der Mensch durch sie Impulse bekommt für das, was in der physischen Welt zu geschehen hat. Und ich möchte sagen: Handgreiflich sind ja die Dinge — ich meine das symbolisch —, geistig, selbstverständlich, sind sie handgreiflich!

[ 19 ] That is why we still speak so often today of abstract ideals: of the great abstract ideals of truth, beauty, and goodness. But remember, as I explained here eight days ago, how what truth, beauty, and goodness are as abstract ideals here in the physical world correspond to beings in the spiritual world. It is toward these beings of the higher hierarchies—and not merely toward the abstract ideals of beauty, truth, and goodness—that the human soul will evolve once more, whereas now, through our actions and our human activities, we are, so to speak, pursuing abstract ideals. If we are to rise to idealism at all, we must develop to the point where we once again recognize our connection to a living spiritual world, from which the impulses for what happens here in the physical world must flow. Spiritual science will have to emerge in such a way that, through it, human beings receive impulses for what is to happen in the physical world. And I would like to say: Things are tangible—I mean this symbolically—but spiritually, of course, they are tangible!

[ 20 ] Nehmen Sie das, was man aus der heutigen materialistischen Kultur der fünften nachatlantischen Zeit zu sagen hat über die Zukunft der Menschheit, über das, was der Mensch tun soll! Schön ist ja gewiß vieles. Ich will durchaus nicht tadeln, nicht kritisieren, was da gesagt wird. Aber es ist halt doch ein Suchen von Abstraktionen! Die sittlichen Ideale, die nationalökonomischen Ideale, allerlei andere Ideale, es sind Abstraktionen. Vergleichen Sie das, was da an Abstraktionen gegeben wird für das, was als ein menschlicher Impuls da sein soll in der Zukunft, mit dem Lebendigen, von dem der Mensch wissen kann aus der Geisteswissenschaft heraus, daß es geschehen soll in der Welt! Nehmen Sie, was man verstehen kann dadurch, daß man weiß: zu der Hierarchie der Angeloi wird man in diese Beziehung treten, die wird diese Aufgabe einen erfüllen lassen, dadurch wird die Welt diese und jene Gestaltung haben und so weiter. Versuchen Sie, das sich zusammenzustellen, was Sie in den verschiedenen Zyklen finden über die Art, wie die Menschheit in der Zukunft sich entwickelt, was sie positiv tun wird. Vergleichen Sie das mit den abstrakten Moral-Idealen, die sonst aufgestellt werden, so werden Sie den Unterschied zwischen dem Lebendigen haben und demjenigen, was bloß tot, abstrakt ist. Aber dieses Lebendige wird man brauchen, das Bewußtsein, daß die Welt nicht bloß so dasteht: Mineralien, Pflanzen, Tiere und der Mensch, und der Mensch macht sich so allerlei Ideale, nach denen er sich richtet, lauter Abstraktionen, nach denen sich die Welt bilden muß. Nein, sondern Mineralien, Pflanzen, Tiere, Mensch, Angeloi, Archangeloi und so weiter, wie ein lebendiges Kettenband geht es hinauf! Und aus diesem lebendigen Zusammenhang fließt wiederum das Lebendige, das einfließen soll in die Entwickelung der Menschheit. Ehe man nicht durch Geisteswissenschaft sich voll entfaltet zu einem Verständnis dieser Tatsache, wird es immer nur abstrakte Ideale geben. Gedanken — als ob Gedanken etwas Schöpferisches hätten, wenn diese Gedanken nicht die Gedanken sind der Angeloi, Archangeloi und so weiter! Dieses Sich-Aneignen des Bewußtseins, im lebendigen Zusammenhang zu stehen mit einem Weltsinn und Weltenziel, das wird kommen. Die Wahrheit wird moralischer werden, weil man moralische Verantwortlichkeit gegenüber der Wahrheit empfindet. Und die Sittlichkeit wird mehr zur weisheitsvollen Erkenntnis werden, weil man wissen wird, welchen Wesen man dient, indem man dies oder jenes verrichtet.

[ 20 ] Consider what today’s materialistic culture of the fifth post-Atlantean epoch has to say about the future of humanity, about what human beings should do! Certainly, much of it is admirable. I have no intention whatsoever of reproaching or criticizing what is said there. But it is, after all, a search for abstractions! Moral ideals, economic ideals, all sorts of other ideals—they are abstractions. Compare the abstractions presented there—which are supposed to represent a human impulse in the future—with the living reality that human beings can know through spiritual science is destined to come to pass in the world! Take what one can understand by knowing that we will enter into this relationship with the hierarchy of the Angeloi, that this will enable us to fulfill this task, and that through this the world will take on this or that form, and so on. Try to piece together what you find in the various cycles regarding the way humanity will develop in the future—what it will do in a positive sense. Compare this with the abstract moral ideals that are otherwise put forward, and you will see the difference between what is living and what is merely dead and abstract. But this living reality is what we will need—the awareness that the world does not simply exist as a static entity: minerals, plants, animals, and human beings, with humans creating all sorts of ideals by which they govern themselves—mere abstractions according to which the world must be shaped. No, rather: minerals, plants, animals, human beings, angels, archangels, and so on—it ascends like a living chain! And from this living context flows, in turn, the vitality that is to flow into the development of humanity. Until we fully unfold, through spiritual science, to an understanding of this fact, there will always be only abstract ideals. Thoughts—as if thoughts had anything creative about them, unless these thoughts are the thoughts of the angels, archangels, and so on! This appropriation by consciousness of being in a living connection with a world meaning and a world purpose—that will come. Truth will become more moral, because people will feel a moral responsibility toward the truth. And morality will increasingly become a wisdom-filled insight, because people will know which beings they serve by performing this or that action.

[ 21 ] Im wesentlichen ist das, was ich jetzt eben gesagt habe, zugleich die richtige Auffassung des Christus-Prinzipes für unsere Zeit. Was aus dem Christus-Prinzip geholt worden ist bis zu unserer Zeit, hat nicht verhindern können, daß unsere Zeit in vielfacher Weise geradezu absteigt und absteigen wird. Aber der Christus, wie ich schon öfter gesagt habe, ist nicht gekommen, indem er gesagt hat: Ich bin nur jetzt da, schreibt so schnell wie möglich einiges auf von dem, was ihr von mir zu sagen wißt, und daran soll dann bis ans Ende der Erdentage die Menschheit glauben! — Daß das so ist, wird nur gelehrt von einer kurzsichtigen, beschränkten Theologie der Gegenwart. Was sie lehrt, das kann man vielfach in die Worte fassen, als ob der Christus gesprochen hätte: Ich habe einiges getan, schreibt es schnell auf, dann darf niemals etwas dazu kommen, und das muß bis ans Ende der Erdentage gelehrt werden.

[ 21 ] Essentially, what I have just said is also the correct understanding of the Christ principle for our time. What has been drawn from the Christ principle up to our time has not been able to prevent our age from declining—and continuing to decline—in many ways. But Christ, as I have often said, did not come by declaring: “I am here only for a moment; write down as quickly as possible whatever you know to say about me, and humanity is then to believe in this until the end of time!” — That this is the case is taught only by a short-sighted, narrow-minded theology of the present. What it teaches can often be put into words as if Christ had said: “I have done certain things; write them down quickly; then nothing must ever be added to them, and this must be taught until the end of the world.”

[ 22 ] Unwahres liegt dieser Behauptung, die so unwahr ist, daß man sie nicht einmal aussprechen will, zugrunde. Ich meine, daß diejenigen, die fortwährend danach handeln, sie nicht einmal aussprechen. Unwahres, Unwahrstes liegt diesem Impuls, nach dem man handelt, zugrunde. Denn der Christus hat gesagt: «Ich werde bei euch sein alle Tage bis ans Ende der Erdenzeit», und das heißt: Seine Offenbarung wird immer zu bekommen sein! Im Beginne des Christentums war es der Inhalt der Evangelien; heute ist es der Inhalt der Geisteswissenschaft, der aus den Quellen kommt.

[ 22 ] This assertion is based on falsehood—a falsehood so great that one does not even want to utter it. I believe that those who continually act upon it do not even voice it. Falsehood—the utmost falsehood—underlies this impulse that drives one’s actions. For Christ said, “I will be with you always, even to the end of the age,” and that means: His revelation will always be available! In the early days of Christianity, it was the content of the Gospels; today, it is the content of spiritual science, which comes from the sources.

[ 23 ] Diejenigen, die das aufgeschrieben haben, was dazumal aufgeschrieben werden konnte, haben nicht gesagt: Wir schreiben, und nichts anderes ist niederzuschreiben als das, was wir niederschreiben —, sondern sie haben gesagt: Wenn man alles das, was über den Christus zu. sagen ist, aufschreiben wollte, so könnte die Welt nicht Bücher genug darüber fassen.

[ 23 ] Those who wrote down what could be written down at that time did not say: “We are writing, and there is nothing else to write down but what we are writing down”—but rather they said: “If one were to write down everything there is to say about the Christ, the world would not have enough books to contain it.”

[ 24 ] In einem gewissen Sinne wird gerade das, was durch die Geisteswissenschaft pulsiert, einen Nerv des Christus-Verständnisses bloßlegen, der durch nichts anderes in der Gegenwart bloßgelegt werden kann. Notwendig ist es wahrhaftig in der Gegenwart, daß aufmerksam darauf gemacht werde, welche Stellung der Mensch gewinnen muß gegenüber seinen eigenen Gedanken und gegenüber den Impulsen, die er seinen Handlungen zugrunde legt. Darüber wird so unendlich viel, oder wurde wenigstens so unendlich viel geschrieben, aber das meiste ohne alle Grundlage, weil die Leute heute durchaus den anderen Weg gehen wollen. Schnell fertig wollen sie sein mit dem Denken und nicht das Denken zum Weg machen zu einem Ziele hin, in dessen Besitz man sich erst glaubt, wenn man lange, lange gegangen ist. Und dann, wenn man einiges Verhältnis zur Wahrheit gewonnen hat, dann kommt doch erst noch die Zeit, wo man weiß: auch wenn man eine Sache nach allen Seiten gewendet hat, es kann dann ein ganz Richtiges, eine ganz richtige Formulierung entstehen, aber man braucht noch immer nicht aufzuhören, sie weiter von anderen Seiten anzusehen, zu betrachten.

[ 24 ] In a certain sense, it is precisely what pulsates through spiritual science that will lay bare a nerve of the understanding of Christ that cannot be laid bare by anything else in the present. It is truly necessary today to draw attention to the stance a person must adopt toward their own thoughts and toward the impulses that underlie their actions. So much—or at least it seems so much—has been written about this, but most of it lacks any foundation, because people today are determined to take the opposite path. They want to be done with thinking quickly and do not want to make thinking the path toward a goal that one believes one has attained only after walking for a long, long time. And then, once one has gained some understanding of the truth, there still comes a time when one realizes: even after examining a matter from every angle, a completely correct insight or formulation may emerge—yet one still need not stop looking at it from other perspectives, continuing to examine it.

[ 25 ] Dies ist einmal dasjenige, was Geisteswissenschaft als sehr ernste Forderung in unsere Seele setzen soll. Und daß ein Bewußtsein entstehe von dieser Aufgabe der Geisteswissenschaft, dazu steht ja eigentlich, soweit er jetzt fertig ist, dieser Bau da. Und er soll dastehen, daß er einen Ausgangspunkt bildet, einen kleinen, schwachen Ausgangspunkt, damit das, was gesagt worden ist, in die Herzen und in die Seelen der Menschen eintreten könne. Dazu ist natürlich notwendig, daß schon alles dasjenige geschieht, was geschehen kann, denn vieles ist in der Gegenwart dagegen.

[ 25 ] This, first and foremost, is what spiritual science is meant to instill in our souls as a very serious imperative. And this building, as far as it is now complete, actually stands there to foster an awareness of this task of spiritual science. And it is meant to stand there as a starting point—a small, fragile starting point—so that what has been said may enter into the hearts and souls of people. For this, of course, it is necessary that everything that can be done already be done, for there are many obstacles to this at present.