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The Karma of a Person's Profession
in Relation to Goethe's Life
GA 172

12 November 1916, Dornach

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Vielleicht könnte jemand sagen, daß die geisteswissenschaftlichen Betrachtungen gerade einer solchen Frage, wie diejenige ist, die sich jetzt in unsere Auseinandersetzungen hineinflicht, die doch alle mehr oder weniger auf die sogenannte Berufsfrage hinaustendieren, zu den wenigst interessanten gehören. Das ist aber nicht der Fall, und man muß erkennen, daß es insbesondere nicht der Fall ist in unserer fünften nachatlantischen Periode. Denn in dieser fünften nachatlantischen Periode werden sich tatsächlich alle Verhältnisse, innerhalb welcher die Menschen leben, ganz wesentlich ändern gegenüber den Zuständen, die in früheren Erdperioden vorhanden waren, und sie werden sich so ändern, daß der Mensch selbst aus seiner Freiheit heraus mehr mitbringen muß bei dieser Änderung, als er in früheren Zeiten mitgebracht hat, wo dies, was ihm als seine Aufgabe innerhalb der Erdenentwickelung zugefallen ist, sich wie instinktiv vollziehen konnte, wo ihm gewissermaßen für vieles die Richtung eingegeben wurde, die er in der einen oder in der anderen Hinsicht einzuschlagen hatte.

[ 1 ] Vielleicht könnte jemand sagen, daß die geisteswissenschaftlichen Betrachtungen gerade einer solchen Frage, wie diejenige ist, die sich jetzt in unsere Auseinandersetzungen hineinflicht, die doch alle mehr oder weniger auf die sogenannte Berufsfrage hinaustendieren, zu den wenigst interessanten gehören. Das ist aber nicht der Fall, und man muß erkennen, daß es insbesondere nicht der Fall ist in unserer fünften nachatlantischen Periode. Denn in dieser fünften nachatlantischen Periode werden sich tatsächlich alle Verhältnisse, innerhalb welcher die Menschen leben, ganz wesentlich ändern gegenüber den Zuständen, die in früheren Erdperioden vorhanden waren, und sie werden sich so ändern, daß der Mensch selbst aus seiner Freiheit heraus mehr mitbringen muß bei dieser Änderung, als er in früheren Zeiten mitgebracht hat, wo dies, was ihm als seine Aufgabe innerhalb der Erdenentwickelung zugefallen ist, sich wie instinktiv vollziehen konnte, wo ihm gewissermaßen für vieles die Richtung eingegeben wurde, die er in der einen oder in der anderen Hinsicht einzuschlagen hatte.

[ 2 ] Wenn wir zum Beispiel zurückblicken auf die ägyptisch-chaldäische Kultur oder auf andere Kulturen früherer Zeiten, so werden wir finden, daß so viel als schon jetzt — und das wird immer mehr werden in die Hand des Menschen gegeben ist mit Bezug auf die Prägung seines äußeren Schicksals, in früheren Zeiten nicht in seineHand gegeben war. In der ägyptisch-chaldäischen Periode war gewissermaßen dadurch, daß der Mensch einem bestimmten Stande angehörte, in den er gleichsam hineingezwängt war, wenn auch nicht in so festem Sinne, aber doch in einem gewissen Sinne wie das Tier in seine Gattung, es war dadurch seiner Freiheit entzogen, was heute vielfach in die Freiheit des Menschen gestellt ist. Allerdings gab es gegenüber dieser Freiheitsbeschränkung in diesen älteren Zeiten ein Gegengewicht. Dieses Gegengewicht, Sie können es sich vor die Seele rufen, wenn Sie bedenken, was wir im Zusammenhange dieser Vorträge besprochen haben. Man stellt sich sehr häufig heute in der äußeren Kulturgeschichte, die so kurzsinnig denkt, vor, daß es auch in älteren Zeiten so gewesen wäre, als ob diejenigen, die die Leiter der menschlichen Angelegenheiten waren, aus — solchen menschlichen Impulsen heraus diese menschlichen Angelegenheiten geleitet hätten, wie die jetzigen führenden Persönlichkeiten. Aber erinnern Sie sich, daß in älteren Zeiten ganz bestimmte Vorgänge vorhanden waren innerhalb der Mysterien, durch welche sich die führenden, die leitenden Persönlichkeiten unterrichtet haben über dasjenige, was nicht irdische Wesen wollen, sondern was die Wesen wollen, welche von außerirdischen Regionen aus das irdische Leben leiten. Ich habe Ihnen gesagt, daß zu bestimmten Zeiten, welche wir ja jetzt nicht näher zu bezeichnen brauchen, die alten Opferpriester bestimmte Mysterienhandlungen abhielten. Diese Mysterienhandlungen liefen darauf hinaus, daß gewissermaßen dazu geeignete Persönlichkeiten in den Tempeln eingeschaltet wurden in das Universum, in den Kosmos, in die außerirdischen Verhältnisse, daß dann in das Bewußtsein dieser besonders geeigneten Persönlichkeiten hereinspielten Wesen, welche von außerirdischen Regionen herein die Erdenvorgänge leiteten, und daß man sich nach dem, was man so hereininspiriert bekam über den Willen der leitenden geistigen Wesenheiten, bestimmen ließ zu den Vornahmen, die einem oblagen.

[ 2 ] Wenn wir zum Beispiel zurückblicken auf die ägyptisch-chaldäische Kultur oder auf andere Kulturen früherer Zeiten, so werden wir finden, daß so viel als schon jetzt — und das wird immer mehr werden in die Hand des Menschen gegeben ist mit Bezug auf die Prägung seines äußeren Schicksals, in früheren Zeiten nicht in seineHand gegeben war. In der ägyptisch-chaldäischen Periode war gewissermaßen dadurch, daß der Mensch einem bestimmten Stande angehörte, in den er gleichsam hineingezwängt war, wenn auch nicht in so festem Sinne, aber doch in einem gewissen Sinne wie das Tier in seine Gattung, es war dadurch seiner Freiheit entzogen, was heute vielfach in die Freiheit des Menschen gestellt ist. Allerdings gab es gegenüber dieser Freiheitsbeschränkung in diesen älteren Zeiten ein Gegengewicht. Dieses Gegengewicht, Sie können es sich vor die Seele rufen, wenn Sie bedenken, was wir im Zusammenhange dieser Vorträge besprochen haben. Man stellt sich sehr häufig heute in der äußeren Kulturgeschichte, die so kurzsinnig denkt, vor, daß es auch in älteren Zeiten so gewesen wäre, als ob diejenigen, die die Leiter der menschlichen Angelegenheiten waren, aus — solchen menschlichen Impulsen heraus diese menschlichen Angelegenheiten geleitet hätten, wie die jetzigen führenden Persönlichkeiten. Aber erinnern Sie sich, daß in älteren Zeiten ganz bestimmte Vorgänge vorhanden waren innerhalb der Mysterien, durch welche sich die führenden, die leitenden Persönlichkeiten unterrichtet haben über dasjenige, was nicht irdische Wesen wollen, sondern was die Wesen wollen, welche von außerirdischen Regionen aus das irdische Leben leiten. Ich habe Ihnen gesagt, daß zu bestimmten Zeiten, welche wir ja jetzt nicht näher zu bezeichnen brauchen, die alten Opferpriester bestimmte Mysterienhandlungen abhielten. Diese Mysterienhandlungen liefen darauf hinaus, daß gewissermaßen dazu geeignete Persönlichkeiten in den Tempeln eingeschaltet wurden in das Universum, in den Kosmos, in die außerirdischen Verhältnisse, daß dann in das Bewußtsein dieser besonders geeigneten Persönlichkeiten hereinspielten Wesen, welche von außerirdischen Regionen herein die Erdenvorgänge leiteten, und daß man sich nach dem, was man so hereininspiriert bekam über den Willen der leitenden geistigen Wesenheiten, bestimmen ließ zu den Vornahmen, die einem oblagen.

[ 3 ] Also stellen wir uns vor, es würde in unserer Zeit — das geschieht nicht, aber ich will durch eine hypothetische Annahme hinweisen darauf, wie in früheren Zeiten solche Dinge verliefen — das Weihnachtsfest nicht so verlaufen, wie es heute verläuft, wo es ja doch mehr oder weniger eine äußere Festlichkeit bleibt für die meisten Menschen. Nehmen wir an, es würde das Weihnachtsfest so verlaufen, daß man weiß: In dieser Zeit, in der das Weihnachtsfest liegt, ist unsere Erde als Wesen besonders geeignet, in ihre Aura Ideen hereinzubekommen, die zum Beispiel während der Sommerszeit gar nicht hereinkommen können in die Erdenaura. Ich habe in früheren Betrachtungen auseinandergesetzt, wie die Erde gewissermaßen wacht während der Winterszeit und wie einer der hellsten Punkte des Wachens eben die Weihnachtszeit ist. Die Erdenaura ist in dieser Zeit durchzogen, durchwoben von Gedanken. Man kann sagen, daß die Erde in dieser Zeit so nachdenkt über das Weltenall, das außer ihr ist, wie wir Menschen dann, wenn wir im tagwachen Zustande sind, durch unsere Gedanken nachdenken über das, was um uns herum ist. Im Sommer schläft die Erde. Da kann man also gewisse Gedanken in ihr nicht finden. Im Winter wacht sie, und am hellsten wacht sie in der Zeit, in die Weihnachten fällt. Da durchziehen die Erdenaura Gedanken und aus diesen Gedanken kann man ablesen, was der Kosmos mit unseren Erdenvorgängen will.

[ 3 ] Also stellen wir uns vor, es würde in unserer Zeit — das geschieht nicht, aber ich will durch eine hypothetische Annahme hinweisen darauf, wie in früheren Zeiten solche Dinge verliefen — das Weihnachtsfest nicht so verlaufen, wie es heute verläuft, wo es ja doch mehr oder weniger eine äußere Festlichkeit bleibt für die meisten Menschen. Nehmen wir an, es würde das Weihnachtsfest so verlaufen, daß man weiß: In dieser Zeit, in der das Weihnachtsfest liegt, ist unsere Erde als Wesen besonders geeignet, in ihre Aura Ideen hereinzubekommen, die zum Beispiel während der Sommerszeit gar nicht hereinkommen können in die Erdenaura. Ich habe in früheren Betrachtungen auseinandergesetzt, wie die Erde gewissermaßen wacht während der Winterszeit und wie einer der hellsten Punkte des Wachens eben die Weihnachtszeit ist. Die Erdenaura ist in dieser Zeit durchzogen, durchwoben von Gedanken. Man kann sagen, daß die Erde in dieser Zeit so nachdenkt über das Weltenall, das außer ihr ist, wie wir Menschen dann, wenn wir im tagwachen Zustande sind, durch unsere Gedanken nachdenken über das, was um uns herum ist. Im Sommer schläft die Erde. Da kann man also gewisse Gedanken in ihr nicht finden. Im Winter wacht sie, und am hellsten wacht sie in der Zeit, in die Weihnachten fällt. Da durchziehen die Erdenaura Gedanken und aus diesen Gedanken kann man ablesen, was der Kosmos mit unseren Erdenvorgängen will.

[ 4 ] Erzogen sie nun gewisse Menschen individuell so, daß diese Individuen sensitiv, empfänglich wurden für das, was da in der Erdenaura lebte, so konnten diese erziehenden Opferpriester in den Tempeln dadurch diesen kosmischen Willen erfahren, daß sie die dazu erzogenen Menschenindividuen gewissermaßen einschalteten in die irdischen Gedanken, welche über den kosmischen Willen sich aussprechen. Und dann konnten sie nach dem, was sie da gewissermaßen als Wille des Himmels erfuhren, bestimmen, wer bleiben sollte innerhalb eines gewissen Standes und wer hereingezogen werden sollte in die Mysterien, um irgendeine führende Stellung im alten Staatsleben oder im alten Priesterleben einzunehmen. Aus diesen Dingen ist die Menschheit herausgewachsen. Sie ist jetzt gewissermaßen in dieser Beziehung dem Chaos ausgeliefert. Darüber müssen wir uns nur ganz klar sein. Der Übergang aus den alten, ganz bestimmten Verhältnissen, in denen die Menschen aus dem Willen der Götter erkundet haben, was hier auf der Erde vorgehen soll, in unsere jetzigen Verhältnisse, fand statt. Diese alten Gepflogenheiten sind übergegangen durch den vierten nachatlantischen Zeitraum, in dem sozusagen die menschliche Individualität sich emanzipiert hat von dem Willen des Kosmos, in unsere jetzt schon mehr chaotischen Verhältnisse. Alles tendiert darauf hin, mehr in des Menschen Hand gegeben zu werden. Um so mehr ist es aber notwendig, daß der Wille des Kosmos in einer anderen Weise in die irdischen Verhältnisse hereindringt.

[ 4 ] Erzogen sie nun gewisse Menschen individuell so, daß diese Individuen sensitiv, empfänglich wurden für das, was da in der Erdenaura lebte, so konnten diese erziehenden Opferpriester in den Tempeln dadurch diesen kosmischen Willen erfahren, daß sie die dazu erzogenen Menschenindividuen gewissermaßen einschalteten in die irdischen Gedanken, welche über den kosmischen Willen sich aussprechen. Und dann konnten sie nach dem, was sie da gewissermaßen als Wille des Himmels erfuhren, bestimmen, wer bleiben sollte innerhalb eines gewissen Standes und wer hereingezogen werden sollte in die Mysterien, um irgendeine führende Stellung im alten Staatsleben oder im alten Priesterleben einzunehmen. Aus diesen Dingen ist die Menschheit herausgewachsen. Sie ist jetzt gewissermaßen in dieser Beziehung dem Chaos ausgeliefert. Darüber müssen wir uns nur ganz klar sein. Der Übergang aus den alten, ganz bestimmten Verhältnissen, in denen die Menschen aus dem Willen der Götter erkundet haben, was hier auf der Erde vorgehen soll, in unsere jetzigen Verhältnisse, fand statt. Diese alten Gepflogenheiten sind übergegangen durch den vierten nachatlantischen Zeitraum, in dem sozusagen die menschliche Individualität sich emanzipiert hat von dem Willen des Kosmos, in unsere jetzt schon mehr chaotischen Verhältnisse. Alles tendiert darauf hin, mehr in des Menschen Hand gegeben zu werden. Um so mehr ist es aber notwendig, daß der Wille des Kosmos in einer anderen Weise in die irdischen Verhältnisse hereindringt.

[ 5 ] Es würde außerordentlich viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn man klarmachen wollte, wie noch in der ägyptisch-babylonischen, also in der dritten nachatlantischen Kulturperiode in demjenigen, was im Irdischen wirkt und webt — nun, nennen wir es mit einem an unsere Verhältnisse angepaßten Worte — aus den verschiedenen Berufen der Menschen heraus, wie da etwas wirkt und webt, was in hohem Grade ein Abbilden des Wollens des Kosmos war. Das kam auf die geschilderte Weise zustande. Das verschwamm schon während der vierten nachatlantischen Zeitperiode; das ist aber vollständig verschwommen geworden in der Zeit der fünften nachatlantischen Periode, in der wir leben und die ja, wie wir wissen, ungefähr mit dem 15. Jahrhundert begonnen hat. Würden die Menschen heute mehr achten auf das, was vorgeht, würden sie nicht statt Geschichte eine Fable convenue erzählen, dann würden die Menschen auch schon aus den äußeren Verhältnissen heraus erkennen können, wie alles bis zu einem gewissen Grade im menschlichen Berufszusammenleben gerade seit dem 14. und 15. Jahrhundert anders geworden ist, und aus den gegenwärtigen Verhältnissen würde man erkennen, wie alles in der Zukunft immer mehr und mehr anders werden wird. Es müßte über das Menschengeschlecht aber wirklich eine Art Anarchie hereinbrechen, wenn gar niemand da wäre, der diese tieferen Zusammenhänge erfaßte und dem menschlichen Geistesleben Ideen übermittelte, welche mit diesen durch den naturgemäßen Gang der Evolution gegebenen Veränderungen rechnen könnten. Dasjenige, was in der äußeren Geschichte schon konstatiert werden könnte an dem Aufleben des neugeschichtlichen, könnten wir sagen, Berufslebens seit dem 15. Jahrhundert, würde jeden, der einen Sinn überhaupt hat für die Betrachtung des menschlichen Lebens, in Erstaunen versetzen. Da würde er sich gewissermaßen, wenn er das alles, was man so erkennen kann, auf sich wirken lassen würde, Vorwürfe darüber machen, daß er so schläfrig dahinlebt und sich nicht über das, was im eminentesten Sinne mit dem sich fortentwickelnden menschlichen Schicksal zusammenhängt, Gedanken macht.

[ 5 ] Es würde außerordentlich viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn man klarmachen wollte, wie noch in der ägyptisch-babylonischen, also in der dritten nachatlantischen Kulturperiode in demjenigen, was im Irdischen wirkt und webt — nun, nennen wir es mit einem an unsere Verhältnisse angepaßten Worte — aus den verschiedenen Berufen der Menschen heraus, wie da etwas wirkt und webt, was in hohem Grade ein Abbilden des Wollens des Kosmos war. Das kam auf die geschilderte Weise zustande. Das verschwamm schon während der vierten nachatlantischen Zeitperiode; das ist aber vollständig verschwommen geworden in der Zeit der fünften nachatlantischen Periode, in der wir leben und die ja, wie wir wissen, ungefähr mit dem 15. Jahrhundert begonnen hat. Würden die Menschen heute mehr achten auf das, was vorgeht, würden sie nicht statt Geschichte eine Fable convenue erzählen, dann würden die Menschen auch schon aus den äußeren Verhältnissen heraus erkennen können, wie alles bis zu einem gewissen Grade im menschlichen Berufszusammenleben gerade seit dem 14. und 15. Jahrhundert anders geworden ist, und aus den gegenwärtigen Verhältnissen würde man erkennen, wie alles in der Zukunft immer mehr und mehr anders werden wird. Es müßte über das Menschengeschlecht aber wirklich eine Art Anarchie hereinbrechen, wenn gar niemand da wäre, der diese tieferen Zusammenhänge erfaßte und dem menschlichen Geistesleben Ideen übermittelte, welche mit diesen durch den naturgemäßen Gang der Evolution gegebenen Veränderungen rechnen könnten. Dasjenige, was in der äußeren Geschichte schon konstatiert werden könnte an dem Aufleben des neugeschichtlichen, könnten wir sagen, Berufslebens seit dem 15. Jahrhundert, würde jeden, der einen Sinn überhaupt hat für die Betrachtung des menschlichen Lebens, in Erstaunen versetzen. Da würde er sich gewissermaßen, wenn er das alles, was man so erkennen kann, auf sich wirken lassen würde, Vorwürfe darüber machen, daß er so schläfrig dahinlebt und sich nicht über das, was im eminentesten Sinne mit dem sich fortentwickelnden menschlichen Schicksal zusammenhängt, Gedanken macht.

[ 6 ] Ich habe nun das letzte Mal hier aufmerksam darauf gemacht, daß dasjenige, was wirkliches Berufsleben darstellt, keineswegs so bedeutungslos ist für den ganzen kosmischen Zusammenhang, wie es zunächst erscheinen könnte. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß wir ja als Menschen nacheinander durchgemacht haben die Saturnentwikkelung, wo sich vorbereitet hat die erste Anlage des physischen Menschenleibes, die Sonnenzeit, wo sich vorbereitet hat der ätherische Mensch, die Mondenzeit, wo sich vorbereitet hat der astralische Mensch. Die Erdenzeit machen wir jetzt durch, wo sich ausbildet das Ich. Aber es werden auf diese Zeiträume andere folgen: die Jupiterzeit, die Venuszeit, die Vulkanzeit. Und wir können sagen: So wie die Erde gewissermaßen die vierte Stufe ist zum Saturn, so ist der Vulkan die vierte Stufe zur Erde. Die Erde ist gewissermaßen der Saturn des Vulkan. Wie auf dem alten Saturn, den ich mit 1 bezeichne, Vorgänge sich abgespielt haben, die so sehr mit der Evolution zusammenhängen, daß wir ja diesen Vorgängen die erste Anlage zu unserem physischen Leib verdanken, die jetzt noch in uns fortwirkt, so muß auch auf der Erde etwas vorgehen, was in der Evolution weiterwirkt und was auf dem Vulkan eine vierte Stufe der Ausbildung erlangt, so wie gewisse Vorgänge auf dem Saturn während der Erdenzeit eine gewisse vierte Stufe der Ausbildung erfahren haben. Und ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß diese Vorgänge, welche dem Vulkan entsprechen werden, dem entsprechen, was wir von der Saturnentwickelung auf der Erde haben und also dasjenige darstellen, was wirkt und lebt in den verschiedenen Berufen, welche die Menschen auf der Erde ergreifen. Indem die Menschen ein Berufsleben führen, entwickelt sich auf der Erde innerhalb der Tätigkeit der Berufe etwas, was erste Anlage ist für den Vulkan, so wie die Saturntätigkeit erste Anlage war für unseren physischen Menschenleib.

[ 6 ] Ich habe nun das letzte Mal hier aufmerksam darauf gemacht, daß dasjenige, was wirkliches Berufsleben darstellt, keineswegs so bedeutungslos ist für den ganzen kosmischen Zusammenhang, wie es zunächst erscheinen könnte. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß wir ja als Menschen nacheinander durchgemacht haben die Saturnentwikkelung, wo sich vorbereitet hat die erste Anlage des physischen Menschenleibes, die Sonnenzeit, wo sich vorbereitet hat der ätherische Mensch, die Mondenzeit, wo sich vorbereitet hat der astralische Mensch. Die Erdenzeit machen wir jetzt durch, wo sich ausbildet das Ich. Aber es werden auf diese Zeiträume andere folgen: die Jupiterzeit, die Venuszeit, die Vulkanzeit. Und wir können sagen: So wie die Erde gewissermaßen die vierte Stufe ist zum Saturn, so ist der Vulkan die vierte Stufe zur Erde. Die Erde ist gewissermaßen der Saturn des Vulkan. Wie auf dem alten Saturn, den ich mit 1 bezeichne, Vorgänge sich abgespielt haben, die so sehr mit der Evolution zusammenhängen, daß wir ja diesen Vorgängen die erste Anlage zu unserem physischen Leib verdanken, die jetzt noch in uns fortwirkt, so muß auch auf der Erde etwas vorgehen, was in der Evolution weiterwirkt und was auf dem Vulkan eine vierte Stufe der Ausbildung erlangt, so wie gewisse Vorgänge auf dem Saturn während der Erdenzeit eine gewisse vierte Stufe der Ausbildung erfahren haben. Und ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß diese Vorgänge, welche dem Vulkan entsprechen werden, dem entsprechen, was wir von der Saturnentwickelung auf der Erde haben und also dasjenige darstellen, was wirkt und lebt in den verschiedenen Berufen, welche die Menschen auf der Erde ergreifen. Indem die Menschen ein Berufsleben führen, entwickelt sich auf der Erde innerhalb der Tätigkeit der Berufe etwas, was erste Anlage ist für den Vulkan, so wie die Saturntätigkeit erste Anlage war für unseren physischen Menschenleib.

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[ 7 ] Wenn Sie zu dem hinzubedenken, daß gerade von der fünften nachatlantischen Zeit an das Berufsleben eine so ungeheure Umgestaltung erfahren hat, so werden Sie ermessen, wie notwendig es immer mehr und mehr werden wird, mit den Gesichtspunkten, welche geisteswissenschaftlich entwickelt werden können, in den gesamten Gang der Weltenentwickelung sich das Berufsleben hineingestellt zu denken. Denn nur dadurch, daß wir zunächst die objektiven Seiten des Berufslebens kennenlernen, können wir uns auch geeignete Vorstellungen machen über das Karma des Berufes. Mehr noch interessieren muß uns, weil uns das deutlichere Vorstellungen gibt als die schon heutigen Zustände, wohin eigentlich das Berufsleben tendiert, wohin es sich weiterentwikkeln will von unserem Zeitpunkte an.

[ 7 ] Wenn Sie zu dem hinzubedenken, daß gerade von der fünften nachatlantischen Zeit an das Berufsleben eine so ungeheure Umgestaltung erfahren hat, so werden Sie ermessen, wie notwendig es immer mehr und mehr werden wird, mit den Gesichtspunkten, welche geisteswissenschaftlich entwickelt werden können, in den gesamten Gang der Weltenentwickelung sich das Berufsleben hineingestellt zu denken. Denn nur dadurch, daß wir zunächst die objektiven Seiten des Berufslebens kennenlernen, können wir uns auch geeignete Vorstellungen machen über das Karma des Berufes. Mehr noch interessieren muß uns, weil uns das deutlichere Vorstellungen gibt als die schon heutigen Zustände, wohin eigentlich das Berufsleben tendiert, wohin es sich weiterentwikkeln will von unserem Zeitpunkte an.

[ 8 ] Die weitere Entwickelung des Berufslebens wird darinnen bestehen das kann man ja leicht erkennen, wenn man überhaupt nur mit gesundem Verstande heute in die Welt hineinsieht —, daß die Berufe sich immer mehr und mehr differenzieren, immer mehr und mehr spezialisieren. Es ist heute gar wenig gescheit, wenn manchmal in kritisierender Weise davon gesprochen wird, daß sich im Laufe der neueren Zeit die Berufe spezialisiert haben, während vor vielleicht gar nicht einer so großen Anzahl von Jahrhunderten der Mensch noch überschauen konnte in seinem Berufe den Zusammenhang desjenigen, was er verfertigte, mit dem, was es für die Welt bedeutete und ein Interesse daran haben konnte, seine Produkte in einer bestimmten Weise zu formen und zu gestalten, weil er unmittelbar eine Anschauung hatte von dem, was seine Produkte im Menschenleben wurden. Während das in früheren Zeiten der Fall war, ist es heute für einen großen Teil der Menschen nicht mehr der Fall.

[ 8 ] Die weitere Entwickelung des Berufslebens wird darinnen bestehen das kann man ja leicht erkennen, wenn man überhaupt nur mit gesundem Verstande heute in die Welt hineinsieht —, daß die Berufe sich immer mehr und mehr differenzieren, immer mehr und mehr spezialisieren. Es ist heute gar wenig gescheit, wenn manchmal in kritisierender Weise davon gesprochen wird, daß sich im Laufe der neueren Zeit die Berufe spezialisiert haben, während vor vielleicht gar nicht einer so großen Anzahl von Jahrhunderten der Mensch noch überschauen konnte in seinem Berufe den Zusammenhang desjenigen, was er verfertigte, mit dem, was es für die Welt bedeutete und ein Interesse daran haben konnte, seine Produkte in einer bestimmten Weise zu formen und zu gestalten, weil er unmittelbar eine Anschauung hatte von dem, was seine Produkte im Menschenleben wurden. Während das in früheren Zeiten der Fall war, ist es heute für einen großen Teil der Menschen nicht mehr der Fall.

[ 9 ] Der Mensch wird heute, wenn wir einen radikalen Fall nehmen, in die Fabrik gesteckt durch sein Schicksal. Er arbeitet vielleicht nicht einmal einen Nagel, sondern nur einen Teil eines Nagels aus, der dann wiederum durch einen anderen Menschen zusammengestellt wird mit einem anderen Teile des Nagels, und kein Interesse kann der Betreffende entwickeln für die Art und Weise, wie sich hineinstellt das, was er vom frühen Morgen bis zum späten Abend macht, in den Gesamtzusammenhang des menschlichen Lebens. Vergleicht man das frühere Handwerksleben mit dem jetzigen Fabriksleben, so hat man gleich einen radikalen Unterschied mit Bezug auf das Gegenwärtige und das vor gar nicht langer Zeit Gewesene. Dasjenige, was in den einzelnen Zweigen menschlicher Betätigung heute schon in hohem Maße sich vollzogen hat, wird sich immer mehr und mehr vollziehen. Es wird immer mehr und mehr Spezialisierung, Differenzierung des Berufslebens eintreten müssen. Es ist gar nicht besonders gescheit, wenn man dies kritisiert, weil es eine Notwendigkeit der Evolution ist, weil es einfach geschehen wird und immer mehr und mehr geschehen wird.

[ 9 ] Der Mensch wird heute, wenn wir einen radikalen Fall nehmen, in die Fabrik gesteckt durch sein Schicksal. Er arbeitet vielleicht nicht einmal einen Nagel, sondern nur einen Teil eines Nagels aus, der dann wiederum durch einen anderen Menschen zusammengestellt wird mit einem anderen Teile des Nagels, und kein Interesse kann der Betreffende entwickeln für die Art und Weise, wie sich hineinstellt das, was er vom frühen Morgen bis zum späten Abend macht, in den Gesamtzusammenhang des menschlichen Lebens. Vergleicht man das frühere Handwerksleben mit dem jetzigen Fabriksleben, so hat man gleich einen radikalen Unterschied mit Bezug auf das Gegenwärtige und das vor gar nicht langer Zeit Gewesene. Dasjenige, was in den einzelnen Zweigen menschlicher Betätigung heute schon in hohem Maße sich vollzogen hat, wird sich immer mehr und mehr vollziehen. Es wird immer mehr und mehr Spezialisierung, Differenzierung des Berufslebens eintreten müssen. Es ist gar nicht besonders gescheit, wenn man dies kritisiert, weil es eine Notwendigkeit der Evolution ist, weil es einfach geschehen wird und immer mehr und mehr geschehen wird.

[ 10 ] Und was für eine Aussicht eröffnet sich gewissermaßen aus diesem? Ja, im Grunde genommen eröffnet sich die Aussicht, daß die Menschen dann, wie man sich einbilden möchte, immer mehr und mehr das Interesse gerade für dasjenige verlieren müßten, was den größten Teil ihres Lebens ausfüllt, daß sie also gewissermaßen mechanisch hingegeben sein müßten an ihre Arbeit in der Außenwelt. Das aber wäre noch nicht einmal das Wesentlichste. Das Wesentlichste ist Ja noch etwas anderes. Das Wesentlichste ist, daß in das menschliche Innere herein seine äußere Arbeit selbstverständlich abfärben muß. Und wer wiederum die geschichtliche Entwickelung der Menschen betrachtet, der wird schon finden, in wie hohem Grade die Menschen in der neueren Entwickelung im fünften nachatlantischen Zeitraum gewissermaßen Abdrucke geworden sind ihrer Berufe, wie hereinspielt das berufliche Leben in das seelische Leben und den Menschen selber spezialisiert. Sie dürfen ja nicht den Maßstab nehmen von der Mehrzahl derjenigen, die vielleicht heute noch innerhalb unserer Anthroposophischen Gesellschaft leben, denn die sind vielfach in der glücklichen Lage, sich herauszulösen aus dem Zusammenhang des Lebens — in der glücklichen Lage, ich könnte ebensogut sagen, in der unglücklichen Lage! Denn ein Glück ist dieses vielfach nur für das subjektiv-egoistische menschliche Empfinden, ein Glück ist es vielfach nicht für die Welt. Denn die Welt wird einmal immer mehr und mehr von den Menschen fordern, daß sie im Speziellen Tüchtiges leisten, daß sie sich spezialisieren können.

[ 10 ] Und was für eine Aussicht eröffnet sich gewissermaßen aus diesem? Ja, im Grunde genommen eröffnet sich die Aussicht, daß die Menschen dann, wie man sich einbilden möchte, immer mehr und mehr das Interesse gerade für dasjenige verlieren müßten, was den größten Teil ihres Lebens ausfüllt, daß sie also gewissermaßen mechanisch hingegeben sein müßten an ihre Arbeit in der Außenwelt. Das aber wäre noch nicht einmal das Wesentlichste. Das Wesentlichste ist Ja noch etwas anderes. Das Wesentlichste ist, daß in das menschliche Innere herein seine äußere Arbeit selbstverständlich abfärben muß. Und wer wiederum die geschichtliche Entwickelung der Menschen betrachtet, der wird schon finden, in wie hohem Grade die Menschen in der neueren Entwickelung im fünften nachatlantischen Zeitraum gewissermaßen Abdrucke geworden sind ihrer Berufe, wie hereinspielt das berufliche Leben in das seelische Leben und den Menschen selber spezialisiert. Sie dürfen ja nicht den Maßstab nehmen von der Mehrzahl derjenigen, die vielleicht heute noch innerhalb unserer Anthroposophischen Gesellschaft leben, denn die sind vielfach in der glücklichen Lage, sich herauszulösen aus dem Zusammenhang des Lebens — in der glücklichen Lage, ich könnte ebensogut sagen, in der unglücklichen Lage! Denn ein Glück ist dieses vielfach nur für das subjektiv-egoistische menschliche Empfinden, ein Glück ist es vielfach nicht für die Welt. Denn die Welt wird einmal immer mehr und mehr von den Menschen fordern, daß sie im Speziellen Tüchtiges leisten, daß sie sich spezialisieren können.

[ 11 ] Die Frage wird nur immer mehr und mehr sein: Was muß außer dem geschehen, daß sich die Menschen spezialisieren? Daß sie sich spezialisieren werden, dafür wird schon die Notwendigkeit der Weltenentwikkelung sorgen. Was muß aber außerdem geschehen? Die Frage wird in nicht gar zu ferner Zukunft eine der allerwichtigsten, gestatten Sie den Ausdruck, Familienfragen werden für die Menschheit. Familienfrage, denn ein Verständnis dieser Frage wird man haben müssen, wenn man Kinder erziehen will. Sich vernünftig hineinzustellen in den ganzen Gang der menschlichen Entwickelung dann, wenn die Frage auftaucht: Wie stelle ich mein Kind in diese menschliche Entwickelung hinein? — das wird ganz und gar von dem Verständnis für diese Frage abhängen. Denn das, was heute noch vielfach möglich ist, was aber nur ein Überbleibsel alter Zeiten ist, dem die Menschen noch nachhängen aus einem gewissen Schlendrian heraus, das wird sich bald als eine leere Redensart herausstellen, jene schönen Redensarten, die heute vielfach bewundert werden: man müßte die Anlagen der Kinder beobachten und man müßte sie werden lassen das, was ihren Anlagen entspricht. Gerade das wird sich eben sehr bald als eine leere Redensart herausstellen. Denn erstens werden die Menschen sehen, daß diejenigen, die von jetzt an geboren werden, in komplizierterer Weise auf ihre früheren Inkarnationen zurückweisen, als das noch im vierten nachatlantischen Zeitraum der Fall war, daß sie in ihren Anlagesystemen Kompliziertheiten zeigen, von denen man sich früher nichts träumen ließ. Es waren die Anlagesysteme in früheren Zeiten viel einfacher. Und Leute, die sich besonders geeignet glauben, bei erwachsenen Kindern die Anlagen zu prüfen, ob sie zu diesem oder jenem Berufe geeignet sind, werden vielleicht die Erfahrung machen müssen, daß solche Einsicht in die Anlagen nur die phantastischen Einbildungen der betreffenden, sich gescheit dünkenden Menschen sind.

[ 11 ] Die Frage wird nur immer mehr und mehr sein: Was muß außer dem geschehen, daß sich die Menschen spezialisieren? Daß sie sich spezialisieren werden, dafür wird schon die Notwendigkeit der Weltenentwikkelung sorgen. Was muß aber außerdem geschehen? Die Frage wird in nicht gar zu ferner Zukunft eine der allerwichtigsten, gestatten Sie den Ausdruck, Familienfragen werden für die Menschheit. Familienfrage, denn ein Verständnis dieser Frage wird man haben müssen, wenn man Kinder erziehen will. Sich vernünftig hineinzustellen in den ganzen Gang der menschlichen Entwickelung dann, wenn die Frage auftaucht: Wie stelle ich mein Kind in diese menschliche Entwickelung hinein? — das wird ganz und gar von dem Verständnis für diese Frage abhängen. Denn das, was heute noch vielfach möglich ist, was aber nur ein Überbleibsel alter Zeiten ist, dem die Menschen noch nachhängen aus einem gewissen Schlendrian heraus, das wird sich bald als eine leere Redensart herausstellen, jene schönen Redensarten, die heute vielfach bewundert werden: man müßte die Anlagen der Kinder beobachten und man müßte sie werden lassen das, was ihren Anlagen entspricht. Gerade das wird sich eben sehr bald als eine leere Redensart herausstellen. Denn erstens werden die Menschen sehen, daß diejenigen, die von jetzt an geboren werden, in komplizierterer Weise auf ihre früheren Inkarnationen zurückweisen, als das noch im vierten nachatlantischen Zeitraum der Fall war, daß sie in ihren Anlagesystemen Kompliziertheiten zeigen, von denen man sich früher nichts träumen ließ. Es waren die Anlagesysteme in früheren Zeiten viel einfacher. Und Leute, die sich besonders geeignet glauben, bei erwachsenen Kindern die Anlagen zu prüfen, ob sie zu diesem oder jenem Berufe geeignet sind, werden vielleicht die Erfahrung machen müssen, daß solche Einsicht in die Anlagen nur die phantastischen Einbildungen der betreffenden, sich gescheit dünkenden Menschen sind.

[ 12 ] Aber abgesehen davon wird das Leben der Menschen so kompliziert werden in nicht zu ferner Zeit, daß das Wort «Beruf» eine ganz andere Bedeutung annehmen wird. Heute stellt man sich noch vielfach bei dem Beruf etwas Innerliches vor, obwohl der Beruf bei den meisten Menschen keineswegs sich als etwas Innerliches darstellt. Heute stellt man sich vor: Beruf — wozu der Mensch durch seine inneren Qualitäten berufen ist. Würde man einmal objektiv prüfen, besonders in unseren Städten, wie viele Menschen antworten würden: Ich bin in meinem Berufe deshalb drinnen, weil ich einsehe, daß dies der einzige Beruf ist, der meinen Anlagen, meinen Neigungen von Kindheit auf entspricht —, würde man diese Frage mindestens an die meisten städtischen Menschen stellen, so würde man wohl in den wenigsten Fällen eine Antwort bekommen dahingehend, daß die Leute sagen würden, sie seien just in dem Berufe drinnen, der ihren Neigungen und Anlagen, wie sie sie selber empfunden haben, von Jugend auf entspricht. Ich glaube, Sie werden aus der Lebensbeobachtung heraus dies keineswegs glauben. Beruf ist schon heute in hohem Grade und wird immer mehr und mehr werden das, zu dem man berufen wird durch den objektiven Werdegang der Welt. Draußen ist, möchte ich sagen, der Organismus, der Zusammenhang — meinetwillen nennen Sie es auch die Maschine, auf das kommt es nicht an —, das, was den Menschen abfordert, was den Menschen ruft.

[ 12 ] Aber abgesehen davon wird das Leben der Menschen so kompliziert werden in nicht zu ferner Zeit, daß das Wort «Beruf» eine ganz andere Bedeutung annehmen wird. Heute stellt man sich noch vielfach bei dem Beruf etwas Innerliches vor, obwohl der Beruf bei den meisten Menschen keineswegs sich als etwas Innerliches darstellt. Heute stellt man sich vor: Beruf — wozu der Mensch durch seine inneren Qualitäten berufen ist. Würde man einmal objektiv prüfen, besonders in unseren Städten, wie viele Menschen antworten würden: Ich bin in meinem Berufe deshalb drinnen, weil ich einsehe, daß dies der einzige Beruf ist, der meinen Anlagen, meinen Neigungen von Kindheit auf entspricht —, würde man diese Frage mindestens an die meisten städtischen Menschen stellen, so würde man wohl in den wenigsten Fällen eine Antwort bekommen dahingehend, daß die Leute sagen würden, sie seien just in dem Berufe drinnen, der ihren Neigungen und Anlagen, wie sie sie selber empfunden haben, von Jugend auf entspricht. Ich glaube, Sie werden aus der Lebensbeobachtung heraus dies keineswegs glauben. Beruf ist schon heute in hohem Grade und wird immer mehr und mehr werden das, zu dem man berufen wird durch den objektiven Werdegang der Welt. Draußen ist, möchte ich sagen, der Organismus, der Zusammenhang — meinetwillen nennen Sie es auch die Maschine, auf das kommt es nicht an —, das, was den Menschen abfordert, was den Menschen ruft.

[ 13 ] Gerade durch alles das, was immer mehr und mehr Steigerung erfahren wird, löst sich aber zu gleicher Zeit dasjenige, was die Menschheit durch die Berufstätigkeit vollbringt, von dem Menschen selber ab, wird objektiver. Und dadurch wird es gerade immer mehr und mehr zu dem, was in seiner weiteren Ausbildung durch Jupiter, Venus, Vulkan etwas Ähnliches durchmacht wie dasjenige, was durch Saturn, Sonne und Mond für die Erde durchgemacht worden ist, gerade durch dieses Loslösen. Es ist merkwürdig, daß man als Geisteswissenschafter gerade, wenn es dem Leben des Menschen recht nahe geht, in der Regel nicht dem Menschen zu Gefallen reden kann. Dieser Gefahr wird die Geisteswissenschaft immer weniger ausgesetzt werden, daß sie nach dem Muster der Weisheit sprechen wird, die da geprägt ist mit den Worten:

[ 13 ] Gerade durch alles das, was immer mehr und mehr Steigerung erfahren wird, löst sich aber zu gleicher Zeit dasjenige, was die Menschheit durch die Berufstätigkeit vollbringt, von dem Menschen selber ab, wird objektiver. Und dadurch wird es gerade immer mehr und mehr zu dem, was in seiner weiteren Ausbildung durch Jupiter, Venus, Vulkan etwas Ähnliches durchmacht wie dasjenige, was durch Saturn, Sonne und Mond für die Erde durchgemacht worden ist, gerade durch dieses Loslösen. Es ist merkwürdig, daß man als Geisteswissenschafter gerade, wenn es dem Leben des Menschen recht nahe geht, in der Regel nicht dem Menschen zu Gefallen reden kann. Dieser Gefahr wird die Geisteswissenschaft immer weniger ausgesetzt werden, daß sie nach dem Muster der Weisheit sprechen wird, die da geprägt ist mit den Worten:

Und höchstens eine Haupt- und Staatsaktion
Mit trefflichen pragmatischen Maximen,
Wie sie den Puppen wohl im Munde ziemen!

Und höchstens eine Haupt- und Staatsaktion
Mit trefflichen pragmatischen Maximen,
Wie sie den Puppen wohl im Munde ziemen!

[ 14 ] Dazu wird Geisteswissenschaft allerdings nicht imstande sein. Sie wird oftmals genötigt sein, das gerade, was die Menschen nicht möchten, als etwas für die Weltenentwickelung Bedeutungsvolles, Großes hinzustellen. Und so kann es schon nicht anders sein, als daß dasjenige, wovon heute mancher, der sich genial dünkt, weil er die Philistrosität etwas in sein Oberstübchen hinaufgetragen hat, leicht sagt: Ach, das ist eine prosaische äußere Sache — das Berufsleben, es stellt sich vor wirklicher Geisteswissenschaft anders dar. Es stellt sich so dar, daß man sagen muß: In dem Berufsleben ist eine Notwendigkeit gegeben, Verhältnisse zu entwickeln, welche kosmische Bedeutung haben, gerade dadurch, daß sich das Berufsleben in einer gewissen Weise von dem menschlichen Interesse loslöst. — Also, könnte mancher sagen, ergibt sich eine traurige Perspektive für die Zukunft. Immer mehr und mehr muß der Mensch in die Tretmühle des Lebens hinein. Und Geisteswissenschaft kann nicht einmal die Menschen trösten darüber, in die Tretmühle des Lebens hineinversetzt zu werden. — Das wäre aber wiederum eine große Täuschung, wenn man das aus dem Gesagten folgern würde, denn es ist im Weltenall:so, daß die Dinge durch polarische Ausgleichung wirken. Bedenken Sie doch nur, wie die polarischen Ausgleichungen sich in der Welt Ihnen aufdrängen! Positive und negative Elektrizität, in ihrer gegenseitigen Beziehung bringen sie ihre Wirkungen, ihre Ausgleiche hervor; positive und negative Elektrizität sind füreinander notwendig. Das Männliche und Weibliche ist für die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes notwendig. Aus den Einseitigkeiten entwickelt sich in der Weltenevolution die Totalität.

[ 14 ] Dazu wird Geisteswissenschaft allerdings nicht imstande sein. Sie wird oftmals genötigt sein, das gerade, was die Menschen nicht möchten, als etwas für die Weltenentwickelung Bedeutungsvolles, Großes hinzustellen. Und so kann es schon nicht anders sein, als daß dasjenige, wovon heute mancher, der sich genial dünkt, weil er die Philistrosität etwas in sein Oberstübchen hinaufgetragen hat, leicht sagt: Ach, das ist eine prosaische äußere Sache — das Berufsleben, es stellt sich vor wirklicher Geisteswissenschaft anders dar. Es stellt sich so dar, daß man sagen muß: In dem Berufsleben ist eine Notwendigkeit gegeben, Verhältnisse zu entwickeln, welche kosmische Bedeutung haben, gerade dadurch, daß sich das Berufsleben in einer gewissen Weise von dem menschlichen Interesse loslöst. — Also, könnte mancher sagen, ergibt sich eine traurige Perspektive für die Zukunft. Immer mehr und mehr muß der Mensch in die Tretmühle des Lebens hinein. Und Geisteswissenschaft kann nicht einmal die Menschen trösten darüber, in die Tretmühle des Lebens hineinversetzt zu werden. — Das wäre aber wiederum eine große Täuschung, wenn man das aus dem Gesagten folgern würde, denn es ist im Weltenall:so, daß die Dinge durch polarische Ausgleichung wirken. Bedenken Sie doch nur, wie die polarischen Ausgleichungen sich in der Welt Ihnen aufdrängen! Positive und negative Elektrizität, in ihrer gegenseitigen Beziehung bringen sie ihre Wirkungen, ihre Ausgleiche hervor; positive und negative Elektrizität sind füreinander notwendig. Das Männliche und Weibliche ist für die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes notwendig. Aus den Einseitigkeiten entwickelt sich in der Weltenevolution die Totalität.

[ 15 ] Ein solches liegt nun auch zugrunde dem, was wir eben ausgeführt haben. Das muß sein, daß wir in der vom Menschen losgelösten Berufsarbeit die ersten kosmischen Anlagen für eine weitergehende Weltenentwickelung schaffen. Denn alles, was geschieht in der Weltenentwikkelung, steht mit Geistigem in Beziehung. Und in dem, was wir, sei es durch körperliche, sei es durch sogenannte geistige Arbeit innerhalb der Berufe schaffen, in dem liegt der Ausgangspunkt gewissermaßen für die Verkörperung von geistigen Wesenheiten. Jetzt sind diese geistigen Wesenheiten während der Erdenzeit allerdings noch elementarischer Art, man könnte sagen: elementarischer Art des vierten Grades. Aber sie werden schon elementarische Wesenheiten sein des dritten Grades, wenn die Jupiterentwickelung da sein wird und so weiter. Unsere Arbeit, die gerade im objektiven Berufsprozeß geleistet wird, wird abgelöst von uns und wird die äußere Hülle für elementarische Wesenheiten, die sich durch die Evolution weiterentwickeln. Aber nur unter _ einer gewissen Bedingung. Wenn man auf der einen Seite sagen muß, daß man erst anfängt, den Sinn zu verstehen auch desjenigen, was oftmals als das prosaische Leben angeschwärzt wird, muß man sich auch klar sein, daß dieser Sinn erst völlig enthüllt wird, wenn man die Sache im großen Weltenzusammenhange ganz versteht. Was wir in unserem Berufsleben erzeugen, das kann Bedeutung gewinnen für die Vulkanentwickelung, aber es ist dazu noch ein anderes notwendig. Der andere Pol ist dazu notwendig. So wie zur negativen Elektrizität die positive, zu.dem Weiblichen das Männliche notwendig ist, so ist zu dem, was sich als Berufstätigkeit immer mehr loslösen wird von der Menschheit, ein anderes notwendig, ein entgegengesetzter Pol. Solche auf Gegensatz beruhende Polarität war auch in früheren Entwickelungsepochen schon da für die Menschheit. Etwas ganz Neues entsteht ja selbstverständlich nicht; es war schon ein Ähnliches da. Allein, blicken Sie zurück auf frühere Kulturperioden, blicken Sie selbst nur ein paar Jahrhunderte zurück, so werden Sie finden, wie der Mensch noch mit seinem Fühlen, mit seinen Leidenschaften selbst, mit seinem ganzen Affektleben viel mehr drinnenstand in seinem Berufsleben, als das heute der Fall sein kann. Wenn Sie die Summe von Freuden, die ein Mensch an seinem Berufe haben konnte noch vor hundert Jahren, vergleichen mit der Unlust, die heute schon mancher haben muß, wenn er nichts sonst hat als den Beruf, so werden Sie eine Vorstellung von dem bekommen, was eigentlich gesagt sein soll.

[ 15 ] Ein solches liegt nun auch zugrunde dem, was wir eben ausgeführt haben. Das muß sein, daß wir in der vom Menschen losgelösten Berufsarbeit die ersten kosmischen Anlagen für eine weitergehende Weltenentwickelung schaffen. Denn alles, was geschieht in der Weltenentwikkelung, steht mit Geistigem in Beziehung. Und in dem, was wir, sei es durch körperliche, sei es durch sogenannte geistige Arbeit innerhalb der Berufe schaffen, in dem liegt der Ausgangspunkt gewissermaßen für die Verkörperung von geistigen Wesenheiten. Jetzt sind diese geistigen Wesenheiten während der Erdenzeit allerdings noch elementarischer Art, man könnte sagen: elementarischer Art des vierten Grades. Aber sie werden schon elementarische Wesenheiten sein des dritten Grades, wenn die Jupiterentwickelung da sein wird und so weiter. Unsere Arbeit, die gerade im objektiven Berufsprozeß geleistet wird, wird abgelöst von uns und wird die äußere Hülle für elementarische Wesenheiten, die sich durch die Evolution weiterentwickeln. Aber nur unter _ einer gewissen Bedingung. Wenn man auf der einen Seite sagen muß, daß man erst anfängt, den Sinn zu verstehen auch desjenigen, was oftmals als das prosaische Leben angeschwärzt wird, muß man sich auch klar sein, daß dieser Sinn erst völlig enthüllt wird, wenn man die Sache im großen Weltenzusammenhange ganz versteht. Was wir in unserem Berufsleben erzeugen, das kann Bedeutung gewinnen für die Vulkanentwickelung, aber es ist dazu noch ein anderes notwendig. Der andere Pol ist dazu notwendig. So wie zur negativen Elektrizität die positive, zu.dem Weiblichen das Männliche notwendig ist, so ist zu dem, was sich als Berufstätigkeit immer mehr loslösen wird von der Menschheit, ein anderes notwendig, ein entgegengesetzter Pol. Solche auf Gegensatz beruhende Polarität war auch in früheren Entwickelungsepochen schon da für die Menschheit. Etwas ganz Neues entsteht ja selbstverständlich nicht; es war schon ein Ähnliches da. Allein, blicken Sie zurück auf frühere Kulturperioden, blicken Sie selbst nur ein paar Jahrhunderte zurück, so werden Sie finden, wie der Mensch noch mit seinem Fühlen, mit seinen Leidenschaften selbst, mit seinem ganzen Affektleben viel mehr drinnenstand in seinem Berufsleben, als das heute der Fall sein kann. Wenn Sie die Summe von Freuden, die ein Mensch an seinem Berufe haben konnte noch vor hundert Jahren, vergleichen mit der Unlust, die heute schon mancher haben muß, wenn er nichts sonst hat als den Beruf, so werden Sie eine Vorstellung von dem bekommen, was eigentlich gesagt sein soll.

[ 16 ] Solche Dinge werden in der Gegenwart eigentlich viel zu wenig in rechte Erwägung gezogen, einfach aus dem Grunde, weil die Leute, die über Berufsart, Berufscharakter, Berufswahl und so weiter sprechen, meistens solche sind, die gut reden haben. Schulmeister schreiben darüber, Literaten oder Pfarrer, solche Leute, die verhältnismäßig am wenigsten heute schon die Schattenseiten der Berufstätigkeit in der neueren Zeit empfinden. Daher kommt es, daß, wenn man heute in der gebräuchlichen Literatur, auch in der pädagogischen, über diese Dinge reden hört, man wirklich findet, daß die Leute reden wie die Blinden von den Farben. Denn selbstverständlich kann einer, der aus gewissen sozialen Bedingungen heraus die Schule durchmacht, aufs Gymnasium kommt und nachher, nun, vielleicht ein bißchen auf irgendeiner Universität sich umschaut, sich heute ja leicht, weil er viele Vorstellungen in sich aufgenommen hat, sehr gescheit vorkommen, wenn er so tut wie ein Reformator der Menschheit, der nun zu sagen weiß, wie alles werden soll. Es gibt ja viele solche. Für denjenigen, der das Leben durchschaut, reden eigentlich diese Leute über das, was werden soll, gewöhnlich am allerdümmsten. Man bemerkt es nur nicht, weil man heute noch einen sehr starken Respekt hat vor Leuten, die solch einen Entwickelungsgang durchgemacht haben. Die Zeit muß erst noch kommen, wo man mehr oder weniger die Empfindung haben wird, daß ein Literat, ein Zeitungsschreiber, ein Schulmeister, der nach dem Muster gebildet ist, wie heute die Schulmeister gebildet werden, am wenigsten versteht von den Lebenszusammenhängen. Das muß sich nach und nach herausbilden mehr als ein allgemeines Urteil.

[ 16 ] Solche Dinge werden in der Gegenwart eigentlich viel zu wenig in rechte Erwägung gezogen, einfach aus dem Grunde, weil die Leute, die über Berufsart, Berufscharakter, Berufswahl und so weiter sprechen, meistens solche sind, die gut reden haben. Schulmeister schreiben darüber, Literaten oder Pfarrer, solche Leute, die verhältnismäßig am wenigsten heute schon die Schattenseiten der Berufstätigkeit in der neueren Zeit empfinden. Daher kommt es, daß, wenn man heute in der gebräuchlichen Literatur, auch in der pädagogischen, über diese Dinge reden hört, man wirklich findet, daß die Leute reden wie die Blinden von den Farben. Denn selbstverständlich kann einer, der aus gewissen sozialen Bedingungen heraus die Schule durchmacht, aufs Gymnasium kommt und nachher, nun, vielleicht ein bißchen auf irgendeiner Universität sich umschaut, sich heute ja leicht, weil er viele Vorstellungen in sich aufgenommen hat, sehr gescheit vorkommen, wenn er so tut wie ein Reformator der Menschheit, der nun zu sagen weiß, wie alles werden soll. Es gibt ja viele solche. Für denjenigen, der das Leben durchschaut, reden eigentlich diese Leute über das, was werden soll, gewöhnlich am allerdümmsten. Man bemerkt es nur nicht, weil man heute noch einen sehr starken Respekt hat vor Leuten, die solch einen Entwickelungsgang durchgemacht haben. Die Zeit muß erst noch kommen, wo man mehr oder weniger die Empfindung haben wird, daß ein Literat, ein Zeitungsschreiber, ein Schulmeister, der nach dem Muster gebildet ist, wie heute die Schulmeister gebildet werden, am wenigsten versteht von den Lebenszusammenhängen. Das muß sich nach und nach herausbilden mehr als ein allgemeines Urteil.

[ 17 ] Nun handelt es sich darum, daß man wirklich besser einsieht, wie mit dem menschlichen Emotionsleben das Berufsleben früherer Zeiten zusammenhing und wie das Wesentlichste in der Entwickelung auf diesem Gebiete darinnen liegt, daß das Berufsleben herausgewachsen ist und immer mehr und mehr herauswachsen wird aus dem menschlichen Emotionsleben. Daher muß der andere Pol, der zum Berufsleben hinzukommen muß, ein anderer werden als er früher war. Was war denn früher dasjenige, was zum Berufsleben hinzukam? Sie haben es heute noch vor sich, wenn Sie das, was mehr oder weniger Schale der Kultur geworden ist und immer mehr und mehr Hülle und Schale der Kultur werden muß, auf sich wirken lassen: die Häuser, in denen die Berufe ausgeführt werden, ringsherum, in der Mitte die Kirche. Die sechs Tage der Woche bestimmt dem Berufe, der Sonntag demjenigen, was der Mensch nur für seine Seele aufzunehmen hat. Das waren die zwei Pole: das Berufsleben und das Leben in religiösen Vorstellungen.

[ 17 ] Nun handelt es sich darum, daß man wirklich besser einsieht, wie mit dem menschlichen Emotionsleben das Berufsleben früherer Zeiten zusammenhing und wie das Wesentlichste in der Entwickelung auf diesem Gebiete darinnen liegt, daß das Berufsleben herausgewachsen ist und immer mehr und mehr herauswachsen wird aus dem menschlichen Emotionsleben. Daher muß der andere Pol, der zum Berufsleben hinzukommen muß, ein anderer werden als er früher war. Was war denn früher dasjenige, was zum Berufsleben hinzukam? Sie haben es heute noch vor sich, wenn Sie das, was mehr oder weniger Schale der Kultur geworden ist und immer mehr und mehr Hülle und Schale der Kultur werden muß, auf sich wirken lassen: die Häuser, in denen die Berufe ausgeführt werden, ringsherum, in der Mitte die Kirche. Die sechs Tage der Woche bestimmt dem Berufe, der Sonntag demjenigen, was der Mensch nur für seine Seele aufzunehmen hat. Das waren die zwei Pole: das Berufsleben und das Leben in religiösen Vorstellungen.

[ 18 ] Es wäre der größte Irrtum, der heute begangen werden könnte, wenn man glauben wollte, daß dieser andere Pol, wie er heute noch gedacht wird von den religiösen Bekenntnisgesellschaften, bleiben könnte, so wie er ist, weil er zugeschnitten ist auf ein Berufsleben der Menschen, das noch mit den Emotionen zusammenhängt. Verkümmerung des gesamten menschlichen Lebens müßte eintreten, wenn nicht Einsicht Platz griffe gerade auf diesem Gebiete. Solange dasjenige, was der Mensch an elementarer Geistigkeit erzeugte in seinem Berufe — denn elementare Geistigkeit erzeugte er in dem eben beschriebenen Sinne —, von den Menschen sich nicht loslöste, solange waren die alten religiösen Vorstellungen in gewisser Beziehung hinreichend. Jetzt sind sie es nicht mehr und werden es immer weniger sein, je weiter wir in die Zukunft hineingehen. Was notwendig ist, das ist gerade dasjenige, was von gewisser Seite am meisten bekämpft wird: daß der andere Pol in die Menschheitsentwickelung hereinkommt, welcher darinnen besteht, daß man sich konkrete Vorstellungen über die geistigen Welten zu machen in der Lage sein wird.

[ 18 ] Es wäre der größte Irrtum, der heute begangen werden könnte, wenn man glauben wollte, daß dieser andere Pol, wie er heute noch gedacht wird von den religiösen Bekenntnisgesellschaften, bleiben könnte, so wie er ist, weil er zugeschnitten ist auf ein Berufsleben der Menschen, das noch mit den Emotionen zusammenhängt. Verkümmerung des gesamten menschlichen Lebens müßte eintreten, wenn nicht Einsicht Platz griffe gerade auf diesem Gebiete. Solange dasjenige, was der Mensch an elementarer Geistigkeit erzeugte in seinem Berufe — denn elementare Geistigkeit erzeugte er in dem eben beschriebenen Sinne —, von den Menschen sich nicht loslöste, solange waren die alten religiösen Vorstellungen in gewisser Beziehung hinreichend. Jetzt sind sie es nicht mehr und werden es immer weniger sein, je weiter wir in die Zukunft hineingehen. Was notwendig ist, das ist gerade dasjenige, was von gewisser Seite am meisten bekämpft wird: daß der andere Pol in die Menschheitsentwickelung hereinkommt, welcher darinnen besteht, daß man sich konkrete Vorstellungen über die geistigen Welten zu machen in der Lage sein wird.

[ 19 ] Diejenigen, die heute noch die Vertreter der Religionsbekenntnisse sind, werden sehr häufig sagen: Ach, da redet die Geisteswissenschaft von vielen Geistern, von vielen Göttern; ein Gott ist das, worauf es ankommt! Haben wir mit dem nicht genug? — Man kann heute noch einen gewissen Eindruck machen auf die Menschen, wenn man ihnen den großen Vorteil des Hingelangens zu einem Gotte beibringt, besonders bei Kaffee und Familienmusik, indem man spottet über neuere Bestrebungen, wenn man die Dinge in ganz besonders selbstischer und philisterhafter Weise den Menschen vorsetzt. Aber dasjenige, um was es sich handelt, ist gerade dieses, daß die Gesichtspunkte der Menschen weiter werden müssen, das heißt, daß sie wissen lernen müssen, daß alles nicht bloß von einer Göttlich-Geistigkeit, die man sich möglichst verschwommen vorstellt, durchzogen ist, sondern daß überall Geistigkeit ist, und zwar konkrete, spezielle Geistigkeit. Wissen lernen wird man müssen, wenn man am Schraubstock steht: Wie die Funken absprühen, so werden auch die Elementargeister erzeugt, die in den Weltenprozeß übergehen und die im Weltenprozeß ihre Bedeutung haben. — Das ist dumm, könnte mancher sagen, der glaubt, ganz besonders gescheit zu sein. Diese Elementargeister, die werden schon entstehen, wenn auch irgendeiner am Schraubstock steht, der gar keine Ahnung davon hat, daß sie entstehen. Sie werden schon entstehen. Aber darauf kommt es an, daß sie recht entstehen, daß sie richtig entstehen, nicht daß sie überhaupt entstehen. Denn es können also den Weltenprozeß störende und dem Weltenprozeß dienende Elementargeister entstehen.

[ 19 ] Diejenigen, die heute noch die Vertreter der Religionsbekenntnisse sind, werden sehr häufig sagen: Ach, da redet die Geisteswissenschaft von vielen Geistern, von vielen Göttern; ein Gott ist das, worauf es ankommt! Haben wir mit dem nicht genug? — Man kann heute noch einen gewissen Eindruck machen auf die Menschen, wenn man ihnen den großen Vorteil des Hingelangens zu einem Gotte beibringt, besonders bei Kaffee und Familienmusik, indem man spottet über neuere Bestrebungen, wenn man die Dinge in ganz besonders selbstischer und philisterhafter Weise den Menschen vorsetzt. Aber dasjenige, um was es sich handelt, ist gerade dieses, daß die Gesichtspunkte der Menschen weiter werden müssen, das heißt, daß sie wissen lernen müssen, daß alles nicht bloß von einer Göttlich-Geistigkeit, die man sich möglichst verschwommen vorstellt, durchzogen ist, sondern daß überall Geistigkeit ist, und zwar konkrete, spezielle Geistigkeit. Wissen lernen wird man müssen, wenn man am Schraubstock steht: Wie die Funken absprühen, so werden auch die Elementargeister erzeugt, die in den Weltenprozeß übergehen und die im Weltenprozeß ihre Bedeutung haben. — Das ist dumm, könnte mancher sagen, der glaubt, ganz besonders gescheit zu sein. Diese Elementargeister, die werden schon entstehen, wenn auch irgendeiner am Schraubstock steht, der gar keine Ahnung davon hat, daß sie entstehen. Sie werden schon entstehen. Aber darauf kommt es an, daß sie recht entstehen, daß sie richtig entstehen, nicht daß sie überhaupt entstehen. Denn es können also den Weltenprozeß störende und dem Weltenprozeß dienende Elementargeister entstehen.

[ 20 ] Sie werden am besten einsehen, was ich meine, wenn Sie es auf einem speziellen Gebiete betrachten, denn wir stehen in allen diesen Dingen heute am Anfang einer Entwickelung, die aber, ich möchte sagen, unmittelbar vor der Türe steht. Manche Menschen beginnen schon etwas zu ahnen davon. Würde man etwas ahnen und es in Wirklichkeit umsetzen, ohne zugleich in geisteswissenschaftliche Bestrebungen überzugehen, so wäre das das Allerschlimmste, was der Erde passieren könnte. Das, was hauptsächlich eingetreten ist im Verlaufe des vierten nachatlantischen Zeitraums, das ist, daß der Mensch zunächst losgelöst worden ist von der äußeren unorganischen Welt, die er in seinen Werkzeugen verkörpert. Er wird wiederum mit dem, was er in seinen Werkzeugen verkörpert, zusammengeführt werden. Heute werden Maschinen konstruiert. Selbstverständlich sind Maschinen heute objektiv, das Menschliche ist noch wenig darinnen. Aber so wird es nicht immer bleiben. Der Weltengang geht dahin, daß ein Zusammenhang entsteht zwischen dem, was der Mensch ist und demjenigen, was der Mensch erzeugt, demjenigen, was der Mensch hervorbringt. Dieser Zusammenhang wird ein immer intimerer und intimerer werden. Er wird zuerst hervortreten auf denjenigen Gebieten, die eine nähere Beziehung begründen zwischen Mensch und Mensch, hervortreten zum Beispiel in der Behandlung der chemischen Stoffe, die verarbeitet werden zu Arzneien. Heute wird man noch glauben, wenn irgend etwas besteht aus Schwefel und Sauerstoff und irgendeinem anderen Stoff, Wasserstoff, noch etwas anderem, daß dann dasjenige, was da als Produkt entstanden ist, nur enthält diejenigen Wirkungen, die von den einzelnen Stoffen kommen. Man hat heute noch bis zu einem hohen Grade recht damit, aber der Gang der Weltenentwickelung geht nach anderem. Die feinen, in dem menschlichen Willensleben und Gesinnungsleben liegenden Pulsationen werden sich immer mehr und mehr in dasjenige hineinverweben, hineingliedern, was der Mensch erzeugt, und es wird nicht gleichgültig sein, ob man einen zubereiteten Stoff von dem einen Menschen empfängt oder von dem anderen Menschen.

[ 20 ] Sie werden am besten einsehen, was ich meine, wenn Sie es auf einem speziellen Gebiete betrachten, denn wir stehen in allen diesen Dingen heute am Anfang einer Entwickelung, die aber, ich möchte sagen, unmittelbar vor der Türe steht. Manche Menschen beginnen schon etwas zu ahnen davon. Würde man etwas ahnen und es in Wirklichkeit umsetzen, ohne zugleich in geisteswissenschaftliche Bestrebungen überzugehen, so wäre das das Allerschlimmste, was der Erde passieren könnte. Das, was hauptsächlich eingetreten ist im Verlaufe des vierten nachatlantischen Zeitraums, das ist, daß der Mensch zunächst losgelöst worden ist von der äußeren unorganischen Welt, die er in seinen Werkzeugen verkörpert. Er wird wiederum mit dem, was er in seinen Werkzeugen verkörpert, zusammengeführt werden. Heute werden Maschinen konstruiert. Selbstverständlich sind Maschinen heute objektiv, das Menschliche ist noch wenig darinnen. Aber so wird es nicht immer bleiben. Der Weltengang geht dahin, daß ein Zusammenhang entsteht zwischen dem, was der Mensch ist und demjenigen, was der Mensch erzeugt, demjenigen, was der Mensch hervorbringt. Dieser Zusammenhang wird ein immer intimerer und intimerer werden. Er wird zuerst hervortreten auf denjenigen Gebieten, die eine nähere Beziehung begründen zwischen Mensch und Mensch, hervortreten zum Beispiel in der Behandlung der chemischen Stoffe, die verarbeitet werden zu Arzneien. Heute wird man noch glauben, wenn irgend etwas besteht aus Schwefel und Sauerstoff und irgendeinem anderen Stoff, Wasserstoff, noch etwas anderem, daß dann dasjenige, was da als Produkt entstanden ist, nur enthält diejenigen Wirkungen, die von den einzelnen Stoffen kommen. Man hat heute noch bis zu einem hohen Grade recht damit, aber der Gang der Weltenentwickelung geht nach anderem. Die feinen, in dem menschlichen Willensleben und Gesinnungsleben liegenden Pulsationen werden sich immer mehr und mehr in dasjenige hineinverweben, hineingliedern, was der Mensch erzeugt, und es wird nicht gleichgültig sein, ob man einen zubereiteten Stoff von dem einen Menschen empfängt oder von dem anderen Menschen.

[ 21 ] Selbst die äußerste, kälteste technische Entwickelung tendiert nach einem ganz bestimmten Ziele hin. Derjenige, der heute sich ahnende Vorstellungen von der Zukunft der technischen Entwickelung machen kann, der weiß, daß in der Zukunft ganze Fabriken individuell wirken werden, je nach demjenigen, der die Fabrik leitet. Die Gesinnung wird mit in die Fabrik hineingehen und sich übertragen auf die Art und Weise, wie die Maschinen arbeiten. Der Mensch wird zusammenwachsen mit der Objektivität. Alles, was wir berühren werden, wird nach und nach den Abdruck menschlichen Wesens an sich tragen. Und Zeiten werden kommen, so dumm es heute noch den gescheiten Leuten auch erscheinen mag — aber schon der heilige Paulus sagte, dasjenige, was die Menschen für gescheit halten, ist manchmal Torheit vor Gott —, in denen ein Mechanismus dastehen wird, der in Ruhe verharrt; ein Mensch wird hinzutreten, der wissen wird, daß er eine Handbewegung so, eine andere in einer bestimmten Weise dazu, eine dritte so zu machen hat, und durch dasjenige, was da als Luftschwingungen entsteht und was die Folge eines bestimmten Zeichens ist, wird der Motor in Bewegung gesetzt sein, der abgestimmt sein wird auf dieses Zeichen.

[ 21 ] Selbst die äußerste, kälteste technische Entwickelung tendiert nach einem ganz bestimmten Ziele hin. Derjenige, der heute sich ahnende Vorstellungen von der Zukunft der technischen Entwickelung machen kann, der weiß, daß in der Zukunft ganze Fabriken individuell wirken werden, je nach demjenigen, der die Fabrik leitet. Die Gesinnung wird mit in die Fabrik hineingehen und sich übertragen auf die Art und Weise, wie die Maschinen arbeiten. Der Mensch wird zusammenwachsen mit der Objektivität. Alles, was wir berühren werden, wird nach und nach den Abdruck menschlichen Wesens an sich tragen. Und Zeiten werden kommen, so dumm es heute noch den gescheiten Leuten auch erscheinen mag — aber schon der heilige Paulus sagte, dasjenige, was die Menschen für gescheit halten, ist manchmal Torheit vor Gott —, in denen ein Mechanismus dastehen wird, der in Ruhe verharrt; ein Mensch wird hinzutreten, der wissen wird, daß er eine Handbewegung so, eine andere in einer bestimmten Weise dazu, eine dritte so zu machen hat, und durch dasjenige, was da als Luftschwingungen entsteht und was die Folge eines bestimmten Zeichens ist, wird der Motor in Bewegung gesetzt sein, der abgestimmt sein wird auf dieses Zeichen.

[ 22 ] Und die nationalökonomische Entwickelung wird ein solches Gesicht bekommen, daß äußere Patente und dergleichen völlig ausgeschlossen sein werden, denn was in solchen Dingen liegt, wird durch das ersetzt werden, was ich eben auseinandergesetzt habe. Dafür aber wird auch alles dasjenige ausgeschaltet werden, was in keiner Beziehung steht zur menschlichen Natur. Dadurch wird etwas ganz Bestimmtes bewirkt werden können. Denn denken Sie sich einmal einen recht guten Menschen in der Zukunft, einen Menschen, der wirklich auf besonderer Höhe menschlicher Gesinnung ist,was wird der können? Der wird Maschinen konstruieren und Zeichen für sie festsetzen können, die nur vollzogen werden können von Menschen, die so gesinnt sind wie er, die also auch gutgesinnt sind. Und alle Bösgesinnten werden mit dem Zeichen eine ganz andere Schwingung erregen, und die Maschine wird nicht gehen!

[ 22 ] Und die nationalökonomische Entwickelung wird ein solches Gesicht bekommen, daß äußere Patente und dergleichen völlig ausgeschlossen sein werden, denn was in solchen Dingen liegt, wird durch das ersetzt werden, was ich eben auseinandergesetzt habe. Dafür aber wird auch alles dasjenige ausgeschaltet werden, was in keiner Beziehung steht zur menschlichen Natur. Dadurch wird etwas ganz Bestimmtes bewirkt werden können. Denn denken Sie sich einmal einen recht guten Menschen in der Zukunft, einen Menschen, der wirklich auf besonderer Höhe menschlicher Gesinnung ist,was wird der können? Der wird Maschinen konstruieren und Zeichen für sie festsetzen können, die nur vollzogen werden können von Menschen, die so gesinnt sind wie er, die also auch gutgesinnt sind. Und alle Bösgesinnten werden mit dem Zeichen eine ganz andere Schwingung erregen, und die Maschine wird nicht gehen!

[ 23 ] Davon, sagte ich, ahnen die Leute heute schon einiges. Ich habe Ihnen nicht umsonst den Hinweis darauf gegeben, wie gewisse Leute Flammen tanzen sehen unter dem Einfluß bestimmter Töne. Wird man einmal nach dieser Richtung weiter forschen, dann wird man den Weg finden zu dem, was ich gerade angedeutet habe, man könnte auch sagen, zurückfinden zu gewissen alten Zeiten, wo der eine Alchimist, der nur Geld in seinen Beutel stecken wollte, nichts erreichen konnte mit dem nämlichen Prozesse, mit dem der andere, der nicht Geld in seinen Beutel stecken wollte, sondern der ein Sakrament verrichten wollte zur Ehre der Götter und zum Heile der Menschheit, etwas erzielte.

[ 23 ] Davon, sagte ich, ahnen die Leute heute schon einiges. Ich habe Ihnen nicht umsonst den Hinweis darauf gegeben, wie gewisse Leute Flammen tanzen sehen unter dem Einfluß bestimmter Töne. Wird man einmal nach dieser Richtung weiter forschen, dann wird man den Weg finden zu dem, was ich gerade angedeutet habe, man könnte auch sagen, zurückfinden zu gewissen alten Zeiten, wo der eine Alchimist, der nur Geld in seinen Beutel stecken wollte, nichts erreichen konnte mit dem nämlichen Prozesse, mit dem der andere, der nicht Geld in seinen Beutel stecken wollte, sondern der ein Sakrament verrichten wollte zur Ehre der Götter und zum Heile der Menschheit, etwas erzielte.

[ 24 ] Solange dasjenige, was aus der Berufsarbeit hervorgegangen ist, gewissermaßen die Aura der Emotionen der Menschen trug, Freude, die Menschen hineinarbeiteten, war es unzugänglich für diese Art von Einwirkung, die ich eben geschildert habe. In demselben Maße, in dem das, was durch die menschliche Berufsarbeit hervorgebracht wird, nicht mehr mit besonderem Enthusiasmus wird gemacht werden können, wird, weil das eine notwendige Bedingung ist, in demselben Maße, was so von den Menschen ausfließt und ausströmt, motorische Kraft werden können. Es ist so, daß der Mensch gewissermaßen der maschinellen Welt, die aus seiner Arbeit hervorgeht oder die seiner Arbeit dient, ihre Keuschheit zurückgibt dadurch, daß er sie nicht mehr mit seinen Emotionen verbinden kann. Es wird nicht mehr möglich sein in der Zukunft, daß man gewissermaßen aus dem Glutherd der erfreulichen Berufsarbeit heraus seine eigene menschliche Wärme den Dingen mitgeben wird. Man wird sie aber dafür keuscher in die Welt hineinstellen, dadurch aber auch empfänglicher machen für das, was in der geschilderten Weise als motorische Kraft, von dem Menschen selber ausgehend, durch den Menschen für die Dinge bestimmt werden kann. Das aber, was der menschlichen Entwickelung eine solche Richtung geben kann, das kann nur von den konkreten Erkenntnissen der geistigen Kräfte kommen, die durch die Geisteswissenschaft erforscht werden können. Nur davon kann es kommen. Und daß so etwas geschehen kann, wie es jetzt geschildert worden ist, hängt davon ab, daß eine größere Anzahl von Menschen in der Welt immer mehr und mehr den anderen Pol findet, den Pol, sich von Mensch zu Mensch zusammenzufinden in dem, was über alle Berufsarbeit hinausgeht und alle Berufsarbeit zu gleicher Zeit beleuchten und durchdringen kann. Was ein menschliches Zusammenleben begründet, das alle Berufe zusammenführen kann, das ist das Leben in der geisteswissenschaftlichen Bewegung. Zur Auflösung aller Menschheitsbande würde der rein äußerliche Fortschritt in der Berufsentwickelung führen. Dahin würde er führen, daß die Menschen sich immer weniger und weniger verstehen würden, immer weniger und weniger Beziehungen entsprechend den Voraussetzungen der Menschennatur entwickeln könnten. Die Menschen würden immer mehr und mehr aneinander vorbeigehen, könnten nichts anderes mehr suchen als ihre Vorteile, könnten in keine anderen Beziehungen zueinander kommen als in die Beziehung der Konkurrenz. Das darf nicht der Fall sein, weil sonst das Menschengeschlecht in die vollständige Dekadenz verfallen würde. Daß das nicht der Fall werde, dazu muß Geisteswissenschaft sich ausbreiten.

[ 24 ] Solange dasjenige, was aus der Berufsarbeit hervorgegangen ist, gewissermaßen die Aura der Emotionen der Menschen trug, Freude, die Menschen hineinarbeiteten, war es unzugänglich für diese Art von Einwirkung, die ich eben geschildert habe. In demselben Maße, in dem das, was durch die menschliche Berufsarbeit hervorgebracht wird, nicht mehr mit besonderem Enthusiasmus wird gemacht werden können, wird, weil das eine notwendige Bedingung ist, in demselben Maße, was so von den Menschen ausfließt und ausströmt, motorische Kraft werden können. Es ist so, daß der Mensch gewissermaßen der maschinellen Welt, die aus seiner Arbeit hervorgeht oder die seiner Arbeit dient, ihre Keuschheit zurückgibt dadurch, daß er sie nicht mehr mit seinen Emotionen verbinden kann. Es wird nicht mehr möglich sein in der Zukunft, daß man gewissermaßen aus dem Glutherd der erfreulichen Berufsarbeit heraus seine eigene menschliche Wärme den Dingen mitgeben wird. Man wird sie aber dafür keuscher in die Welt hineinstellen, dadurch aber auch empfänglicher machen für das, was in der geschilderten Weise als motorische Kraft, von dem Menschen selber ausgehend, durch den Menschen für die Dinge bestimmt werden kann. Das aber, was der menschlichen Entwickelung eine solche Richtung geben kann, das kann nur von den konkreten Erkenntnissen der geistigen Kräfte kommen, die durch die Geisteswissenschaft erforscht werden können. Nur davon kann es kommen. Und daß so etwas geschehen kann, wie es jetzt geschildert worden ist, hängt davon ab, daß eine größere Anzahl von Menschen in der Welt immer mehr und mehr den anderen Pol findet, den Pol, sich von Mensch zu Mensch zusammenzufinden in dem, was über alle Berufsarbeit hinausgeht und alle Berufsarbeit zu gleicher Zeit beleuchten und durchdringen kann. Was ein menschliches Zusammenleben begründet, das alle Berufe zusammenführen kann, das ist das Leben in der geisteswissenschaftlichen Bewegung. Zur Auflösung aller Menschheitsbande würde der rein äußerliche Fortschritt in der Berufsentwickelung führen. Dahin würde er führen, daß die Menschen sich immer weniger und weniger verstehen würden, immer weniger und weniger Beziehungen entsprechend den Voraussetzungen der Menschennatur entwickeln könnten. Die Menschen würden immer mehr und mehr aneinander vorbeigehen, könnten nichts anderes mehr suchen als ihre Vorteile, könnten in keine anderen Beziehungen zueinander kommen als in die Beziehung der Konkurrenz. Das darf nicht der Fall sein, weil sonst das Menschengeschlecht in die vollständige Dekadenz verfallen würde. Daß das nicht der Fall werde, dazu muß Geisteswissenschaft sich ausbreiten.

[ 25 ] Und es gibt eine Möglichkeit, dasjenige, was heute viele, wenn sie es auch leugnen, unbewußt anstreben, in der richtigen Weise zu bezeichnen. Sie wissen, es gibt heute viele Menschen, die sagen: Ach, vom Geistigen zu reden — alter Quatsch! Wir entwickeln die rein physischen Wissenschaften, auf allen Gebieten. Das ist gerade Fortschritt der Menschheit, das wird die Menschheit wirklich vorwärtsbringen. Und wenn die Menschen nur einmal darüber hinauswachsen werden, von dem alten Quatsch der geistigen Dinge zu sprechen, dann wird gewissermaßen das Paradies auf Erden sein.— Aber nicht das Paradies würde dadurch auf Erden kommen, sondern die Hölle würde kommen, wenn nichts weiter das Menschengeschlecht beherrschen würde als Konkurrenz, Erwerbssucht in dem Sinne, daß die Erwerbssucht das ausgleichende Prinzip sein soll. Denn schließlich, ein anderer Pol müßte schon da sein, wenn es überhaupt weitergehen sollte. Würde man einen geistigen Pol nicht suchen, so müßte man einen ahrimanischen Pol haben. Wenn die Berufe sich spezialisieren, so könnte man als Einheit ja noch immer das haben, daß man sagt: Gewiß, der eine ist das, der andere ist jenes, aber alle haben das gemeinschaftlich, daß sie durch ihren Beruf möglichst viel erwerben wollen, und das ist es, was alle gleich macht. — Gewiß, aber es ist ein rein ahrimanisches Prinzip. Zu glauben, daß die Welt mit der einseitigen Entwickelung, die rein im Äußeren fortschreitet, so wie wir es jetzt geschildert haben, zurechtkommen kann, das heißt, auf diesem Gebiete dasselbe glauben, wie wenn jemand finden würde — nehmen wir an, es gäbe solch einen sonderbaren Kauz, oder sagen wir aus Höflichkeit Käuzin, die den Standpunkt vertreten würde: die Männer seien alle immer schlechter und schlechter geworden und seien eigentlich heute unmöglich für die Welt und man solle sie ausrotten, dann würde sich erst die Weltenentwickelung in entsprechender Weise auf dem physischen Plan ergeben! Es wäre eine sonderbare Käuzin, nicht wahr, die das glauben würde, denn es würde sich gar nichts dadurch ergeben können, wenn man die Männer alle ausrottete. Weil das in der sinnlichen Welt so ist, verstehen es die Leute. In der geistigen Welt verstehen sie eine solche Kauzigkeit nicht. Und dennoch, für die geistigen Verhältnisse ist es ganz dasselbe, wenn jemand meint, es könnte bloß die äußere Evolution fortgehen. Sie kann nicht fortgehen. Und geradeso, wie die früheren Entwickelungsperioden die abstrakten _ Religionen gefordert haben, so fordert die neuere Entwickelung die konkretere geistige Erkenntnis, wie sie in der geisteswissenschaftlichen Bewegung angestrebt wird. Befruchtet werden müssen die Elementargeister, welche durch die losgelösten Berufsarbeiten erzeugt werden, von der menschlichen Seele aus durch das, was die menschliche Seele aufnimmt aus den zu den geistigen Regionen hinaufsteigenden Impulsen. Nicht als ob das die einzige Aufgabe der Geisteswissenschaft wäre, aber gegenüber dem fortschreitenden, sich umgestaltenden Berufsleben ist das die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Daher muß, durch die Weltenevolution auf Erden selber gefordert, die Einsicht in die menschlichen Herzen kommen, daß in demselben Maße, als die Berufe die Menschen vermechanisieren, nach und nach immer mehr gerade für die sich spezialisierenden und mechanisierenden Menschen der Gegenpol intensiver und intensiver tätig werde, der darinnen besteht, daß der Mensch seine Seele anfülle mit demjenigen, was ihn nahebringt jeder anderen Menschenseele, gleichgültig, wie sie sich spezialisiert hat.

[ 25 ] Und es gibt eine Möglichkeit, dasjenige, was heute viele, wenn sie es auch leugnen, unbewußt anstreben, in der richtigen Weise zu bezeichnen. Sie wissen, es gibt heute viele Menschen, die sagen: Ach, vom Geistigen zu reden — alter Quatsch! Wir entwickeln die rein physischen Wissenschaften, auf allen Gebieten. Das ist gerade Fortschritt der Menschheit, das wird die Menschheit wirklich vorwärtsbringen. Und wenn die Menschen nur einmal darüber hinauswachsen werden, von dem alten Quatsch der geistigen Dinge zu sprechen, dann wird gewissermaßen das Paradies auf Erden sein.— Aber nicht das Paradies würde dadurch auf Erden kommen, sondern die Hölle würde kommen, wenn nichts weiter das Menschengeschlecht beherrschen würde als Konkurrenz, Erwerbssucht in dem Sinne, daß die Erwerbssucht das ausgleichende Prinzip sein soll. Denn schließlich, ein anderer Pol müßte schon da sein, wenn es überhaupt weitergehen sollte. Würde man einen geistigen Pol nicht suchen, so müßte man einen ahrimanischen Pol haben. Wenn die Berufe sich spezialisieren, so könnte man als Einheit ja noch immer das haben, daß man sagt: Gewiß, der eine ist das, der andere ist jenes, aber alle haben das gemeinschaftlich, daß sie durch ihren Beruf möglichst viel erwerben wollen, und das ist es, was alle gleich macht. — Gewiß, aber es ist ein rein ahrimanisches Prinzip. Zu glauben, daß die Welt mit der einseitigen Entwickelung, die rein im Äußeren fortschreitet, so wie wir es jetzt geschildert haben, zurechtkommen kann, das heißt, auf diesem Gebiete dasselbe glauben, wie wenn jemand finden würde — nehmen wir an, es gäbe solch einen sonderbaren Kauz, oder sagen wir aus Höflichkeit Käuzin, die den Standpunkt vertreten würde: die Männer seien alle immer schlechter und schlechter geworden und seien eigentlich heute unmöglich für die Welt und man solle sie ausrotten, dann würde sich erst die Weltenentwickelung in entsprechender Weise auf dem physischen Plan ergeben! Es wäre eine sonderbare Käuzin, nicht wahr, die das glauben würde, denn es würde sich gar nichts dadurch ergeben können, wenn man die Männer alle ausrottete. Weil das in der sinnlichen Welt so ist, verstehen es die Leute. In der geistigen Welt verstehen sie eine solche Kauzigkeit nicht. Und dennoch, für die geistigen Verhältnisse ist es ganz dasselbe, wenn jemand meint, es könnte bloß die äußere Evolution fortgehen. Sie kann nicht fortgehen. Und geradeso, wie die früheren Entwickelungsperioden die abstrakten _ Religionen gefordert haben, so fordert die neuere Entwickelung die konkretere geistige Erkenntnis, wie sie in der geisteswissenschaftlichen Bewegung angestrebt wird. Befruchtet werden müssen die Elementargeister, welche durch die losgelösten Berufsarbeiten erzeugt werden, von der menschlichen Seele aus durch das, was die menschliche Seele aufnimmt aus den zu den geistigen Regionen hinaufsteigenden Impulsen. Nicht als ob das die einzige Aufgabe der Geisteswissenschaft wäre, aber gegenüber dem fortschreitenden, sich umgestaltenden Berufsleben ist das die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Daher muß, durch die Weltenevolution auf Erden selber gefordert, die Einsicht in die menschlichen Herzen kommen, daß in demselben Maße, als die Berufe die Menschen vermechanisieren, nach und nach immer mehr gerade für die sich spezialisierenden und mechanisierenden Menschen der Gegenpol intensiver und intensiver tätig werde, der darinnen besteht, daß der Mensch seine Seele anfülle mit demjenigen, was ihn nahebringt jeder anderen Menschenseele, gleichgültig, wie sie sich spezialisiert hat.

[ 26 ] Das aber führt noch zu viel mehr, das führt, wie wir auch hören werden, dazu, daß wirklich wiederum aus unserer, ich möchte sagen lebensgleichgültigen und lebenszurückgezogenen Zeit, die vielfach gerade für die Berufsmenschen vorhanden ist, eine ganz andere Zeit hervorgehen wird, eine Zeit, in der die Menschen wiederum aus ganz anderen Impulsen heraus schaffen werden, aus Impulsen, die wahrhaftig nicht schlechter sein werden als die guten alten Berufsimpulse, die aber nicht wieder erneuert werden können, sondern durch andere ersetzt werden müssen. Und in dieser Beziehung können wir heute schon nicht bloß in abstrakter Weise auf ein menschliches Ideal deuten, das Geisteswissenschaft entwickeln will, sondern in ganz konkreter Weise auf ein Ideal, welches zeigen wird, was auch der Beruf dem Menschen werden wird, wenn die Menschen es verstehen, die Zeichen der Zeit in der richtigen Weise zu beachten.

[ 26 ] Das aber führt noch zu viel mehr, das führt, wie wir auch hören werden, dazu, daß wirklich wiederum aus unserer, ich möchte sagen lebensgleichgültigen und lebenszurückgezogenen Zeit, die vielfach gerade für die Berufsmenschen vorhanden ist, eine ganz andere Zeit hervorgehen wird, eine Zeit, in der die Menschen wiederum aus ganz anderen Impulsen heraus schaffen werden, aus Impulsen, die wahrhaftig nicht schlechter sein werden als die guten alten Berufsimpulse, die aber nicht wieder erneuert werden können, sondern durch andere ersetzt werden müssen. Und in dieser Beziehung können wir heute schon nicht bloß in abstrakter Weise auf ein menschliches Ideal deuten, das Geisteswissenschaft entwickeln will, sondern in ganz konkreter Weise auf ein Ideal, welches zeigen wird, was auch der Beruf dem Menschen werden wird, wenn die Menschen es verstehen, die Zeichen der Zeit in der richtigen Weise zu beachten.

[ 27 ] Über alle diese Dinge und über ihre Bedeutung für die menschliche Individualität und das Karma wollen wir morgen unsere Betrachtungen fortsetzen.

[ 27 ] Über alle diese Dinge und über ihre Bedeutung für die menschliche Individualität und das Karma wollen wir morgen unsere Betrachtungen fortsetzen.