The Karma of a Person's Profession
in Relation to Goethe's Life
GA 172
12 November 1916, Dornach
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The Karma of a Person's Profession in Relation to Goethe's Life, tr. SOL
Vierter Vortrag
Fourth Lecture
[ 1 ] Vielleicht könnte jemand sagen, daß die geisteswissenschaftlichen Betrachtungen gerade einer solchen Frage, wie diejenige ist, die sich jetzt in unsere Auseinandersetzungen hineinflicht, die doch alle mehr oder weniger auf die sogenannte Berufsfrage hinaustendieren, zu den wenigst interessanten gehören. Das ist aber nicht der Fall, und man muß erkennen, daß es insbesondere nicht der Fall ist in unserer fünften nachatlantischen Periode. Denn in dieser fünften nachatlantischen Periode werden sich tatsächlich alle Verhältnisse, innerhalb welcher die Menschen leben, ganz wesentlich ändern gegenüber den Zuständen, die in früheren Erdperioden vorhanden waren, und sie werden sich so ändern, daß der Mensch selbst aus seiner Freiheit heraus mehr mitbringen muß bei dieser Änderung, als er in früheren Zeiten mitgebracht hat, wo dies, was ihm als seine Aufgabe innerhalb der Erdenentwickelung zugefallen ist, sich wie instinktiv vollziehen konnte, wo ihm gewissermaßen für vieles die Richtung eingegeben wurde, die er in der einen oder in der anderen Hinsicht einzuschlagen hatte.
[ 1 ] Perhaps someone might say that, when it comes to a question such as the one now weaving its way into our discussions—which all tend, to a greater or lesser extent, to boil down to the so-called “vocational question”—humanities-based considerations are among the least interesting. But that is not the case, and one must recognize that it is particularly not the case in our fifth post-Atlantean period. For in this fifth post-Atlantean period, all the conditions within which human beings live will in fact change quite significantly compared to the conditions that existed in earlier Earth periods, and they will change in such a way that human beings themselves, out of their own freedom, must contribute more to this change than they did in earlier times, when the task assigned to them within Earth’s evolution could unfold almost instinctively, and when, in a sense, the direction they were to take in one respect or another was laid out for them.
[ 2 ] Wenn wir zum Beispiel zurückblicken auf die ägyptisch-chaldäische Kultur oder auf andere Kulturen früherer Zeiten, so werden wir finden, daß so viel als schon jetzt — und das wird immer mehr werden in die Hand des Menschen gegeben ist mit Bezug auf die Prägung seines äußeren Schicksals, in früheren Zeiten nicht in seineHand gegeben war. In der ägyptisch-chaldäischen Periode war gewissermaßen dadurch, daß der Mensch einem bestimmten Stande angehörte, in den er gleichsam hineingezwängt war, wenn auch nicht in so festem Sinne, aber doch in einem gewissen Sinne wie das Tier in seine Gattung, es war dadurch seiner Freiheit entzogen, was heute vielfach in die Freiheit des Menschen gestellt ist. Allerdings gab es gegenüber dieser Freiheitsbeschränkung in diesen älteren Zeiten ein Gegengewicht. Dieses Gegengewicht, Sie können es sich vor die Seele rufen, wenn Sie bedenken, was wir im Zusammenhange dieser Vorträge besprochen haben. Man stellt sich sehr häufig heute in der äußeren Kulturgeschichte, die so kurzsinnig denkt, vor, daß es auch in älteren Zeiten so gewesen wäre, als ob diejenigen, die die Leiter der menschlichen Angelegenheiten waren, aus — solchen menschlichen Impulsen heraus diese menschlichen Angelegenheiten geleitet hätten, wie die jetzigen führenden Persönlichkeiten. Aber erinnern Sie sich, daß in älteren Zeiten ganz bestimmte Vorgänge vorhanden waren innerhalb der Mysterien, durch welche sich die führenden, die leitenden Persönlichkeiten unterrichtet haben über dasjenige, was nicht irdische Wesen wollen, sondern was die Wesen wollen, welche von außerirdischen Regionen aus das irdische Leben leiten. Ich habe Ihnen gesagt, daß zu bestimmten Zeiten, welche wir ja jetzt nicht näher zu bezeichnen brauchen, die alten Opferpriester bestimmte Mysterienhandlungen abhielten. Diese Mysterienhandlungen liefen darauf hinaus, daß gewissermaßen dazu geeignete Persönlichkeiten in den Tempeln eingeschaltet wurden in das Universum, in den Kosmos, in die außerirdischen Verhältnisse, daß dann in das Bewußtsein dieser besonders geeigneten Persönlichkeiten hereinspielten Wesen, welche von außerirdischen Regionen herein die Erdenvorgänge leiteten, und daß man sich nach dem, was man so hereininspiriert bekam über den Willen der leitenden geistigen Wesenheiten, bestimmen ließ zu den Vornahmen, die einem oblagen.
[ 2 ] If, for example, we look back at Egyptian-Chaldean culture or at other cultures of earlier times, we will find that as much as is now—and this will increasingly be—placed in the hands of human beings with regard to shaping their external destiny was not placed in their hands in earlier times. In the Egyptian-Chaldean period, to a certain extent, the fact that a person belonged to a particular social class—into which they were, as it were, forced, though not in such a rigid sense, but nevertheless in a certain sense, much like an animal belongs to its species—meant that they were deprived of the freedom that is now often regarded as part of human freedom. However, there was a counterbalance to this restriction of freedom in those earlier times. You can bring this counterbalance to mind if you consider what we have discussed in the context of these lectures. Very often today, in the history of external culture—which thinks so short-sightedly—people imagine that it must have been the same in earlier times, as if those who were the leaders of human affairs had guided these affairs out of the same human impulses as today’s leading figures. But remember that in ancient times there were very specific processes within the mysteries through which the leaders and guiding figures were instructed not about what earthly beings desire, but about what the beings who guide earthly life from extraterrestrial regions desire. I have told you that at certain times—which we need not specify in detail now—the ancient sacrificial priests performed certain mystery rites. These mystery rites essentially involved connecting certain suitable individuals in the temples to the universe, to the cosmos, and to extraterrestrial conditions, so that beings who guided earthly events from extraterrestrial regions would then enter the consciousness of these particularly suitable individuals, and that, based on what was thus inspired through the will of the guiding spiritual beings, one allowed oneself to be guided in the undertakings that were one’s duty.
[ 3 ] Also stellen wir uns vor, es würde in unserer Zeit — das geschieht nicht, aber ich will durch eine hypothetische Annahme hinweisen darauf, wie in früheren Zeiten solche Dinge verliefen — das Weihnachtsfest nicht so verlaufen, wie es heute verläuft, wo es ja doch mehr oder weniger eine äußere Festlichkeit bleibt für die meisten Menschen. Nehmen wir an, es würde das Weihnachtsfest so verlaufen, daß man weiß: In dieser Zeit, in der das Weihnachtsfest liegt, ist unsere Erde als Wesen besonders geeignet, in ihre Aura Ideen hereinzubekommen, die zum Beispiel während der Sommerszeit gar nicht hereinkommen können in die Erdenaura. Ich habe in früheren Betrachtungen auseinandergesetzt, wie die Erde gewissermaßen wacht während der Winterszeit und wie einer der hellsten Punkte des Wachens eben die Weihnachtszeit ist. Die Erdenaura ist in dieser Zeit durchzogen, durchwoben von Gedanken. Man kann sagen, daß die Erde in dieser Zeit so nachdenkt über das Weltenall, das außer ihr ist, wie wir Menschen dann, wenn wir im tagwachen Zustande sind, durch unsere Gedanken nachdenken über das, was um uns herum ist. Im Sommer schläft die Erde. Da kann man also gewisse Gedanken in ihr nicht finden. Im Winter wacht sie, und am hellsten wacht sie in der Zeit, in die Weihnachten fällt. Da durchziehen die Erdenaura Gedanken und aus diesen Gedanken kann man ablesen, was der Kosmos mit unseren Erdenvorgängen will.
[ 3 ] So let’s imagine—this doesn’t happen in our time, but I want to use a hypothetical scenario to illustrate how such things used to take place in earlier times—that Christmas were not celebrated as it is today, when for most people it remains, more or less, an external celebration. Let’s assume that Christmas would unfold in such a way that we know: During this time of year, when Christmas occurs, our Earth, as a being, is particularly suited to receiving ideas into its aura—ideas that, for example, cannot enter the Earth’s aura at all during the summer months. In earlier reflections, I have explained how the Earth, so to speak, is awake during the winter season and how one of the brightest moments of this wakefulness is precisely the Christmas season. During this time, the Earth’s aura is permeated and interwoven with thoughts. One could say that during this time, the Earth reflects on the universe outside itself in the same way that we humans, when we are awake during the day, reflect through our thoughts on what surrounds us. In summer, the Earth sleeps. Therefore, certain thoughts cannot be found within it at that time. In winter, it is awake, and it is most alert during the time when Christmas falls. Thoughts permeate the Earth’s aura, and from these thoughts one can discern what the cosmos intends for the processes taking place on Earth.
[ 4 ] Erzogen sie nun gewisse Menschen individuell so, daß diese Individuen sensitiv, empfänglich wurden für das, was da in der Erdenaura lebte, so konnten diese erziehenden Opferpriester in den Tempeln dadurch diesen kosmischen Willen erfahren, daß sie die dazu erzogenen Menschenindividuen gewissermaßen einschalteten in die irdischen Gedanken, welche über den kosmischen Willen sich aussprechen. Und dann konnten sie nach dem, was sie da gewissermaßen als Wille des Himmels erfuhren, bestimmen, wer bleiben sollte innerhalb eines gewissen Standes und wer hereingezogen werden sollte in die Mysterien, um irgendeine führende Stellung im alten Staatsleben oder im alten Priesterleben einzunehmen. Aus diesen Dingen ist die Menschheit herausgewachsen. Sie ist jetzt gewissermaßen in dieser Beziehung dem Chaos ausgeliefert. Darüber müssen wir uns nur ganz klar sein. Der Übergang aus den alten, ganz bestimmten Verhältnissen, in denen die Menschen aus dem Willen der Götter erkundet haben, was hier auf der Erde vorgehen soll, in unsere jetzigen Verhältnisse, fand statt. Diese alten Gepflogenheiten sind übergegangen durch den vierten nachatlantischen Zeitraum, in dem sozusagen die menschliche Individualität sich emanzipiert hat von dem Willen des Kosmos, in unsere jetzt schon mehr chaotischen Verhältnisse. Alles tendiert darauf hin, mehr in des Menschen Hand gegeben zu werden. Um so mehr ist es aber notwendig, daß der Wille des Kosmos in einer anderen Weise in die irdischen Verhältnisse hereindringt.
[ 4 ] If they educated certain individuals in such a way that these individuals became sensitive and receptive to what lived within the Earth’s aura, then these educating sacrificial priests in the temples could experience this cosmic will by, so to speak, connecting the individuals they had educated to the earthly thoughts that express the cosmic will. And then, based on what they experienced there—as it were—as the Will of Heaven, they could determine who should remain within a certain social class and who should be initiated into the Mysteries to assume some leading position in ancient public life or in the ancient priestly order. Humanity has outgrown these things. In this regard, it is now, as it were, at the mercy of chaos. We simply must be very clear about this. The transition from the old, very specific conditions—in which people discerned from the will of the gods what was to take place here on Earth—to our present conditions has taken place. These ancient customs have given way, through the fourth post-Atlantean epoch—in which, so to speak, human individuality has emancipated itself from the will of the cosmos—to our present, already more chaotic conditions. Everything tends toward more being placed in human hands. All the more, however, it is necessary for the will of the cosmos to penetrate earthly conditions in a different way.
[ 5 ] Es würde außerordentlich viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn man klarmachen wollte, wie noch in der ägyptisch-babylonischen, also in der dritten nachatlantischen Kulturperiode in demjenigen, was im Irdischen wirkt und webt — nun, nennen wir es mit einem an unsere Verhältnisse angepaßten Worte — aus den verschiedenen Berufen der Menschen heraus, wie da etwas wirkt und webt, was in hohem Grade ein Abbilden des Wollens des Kosmos war. Das kam auf die geschilderte Weise zustande. Das verschwamm schon während der vierten nachatlantischen Zeitperiode; das ist aber vollständig verschwommen geworden in der Zeit der fünften nachatlantischen Periode, in der wir leben und die ja, wie wir wissen, ungefähr mit dem 15. Jahrhundert begonnen hat. Würden die Menschen heute mehr achten auf das, was vorgeht, würden sie nicht statt Geschichte eine Fable convenue erzählen, dann würden die Menschen auch schon aus den äußeren Verhältnissen heraus erkennen können, wie alles bis zu einem gewissen Grade im menschlichen Berufszusammenleben gerade seit dem 14. und 15. Jahrhundert anders geworden ist, und aus den gegenwärtigen Verhältnissen würde man erkennen, wie alles in der Zukunft immer mehr und mehr anders werden wird. Es müßte über das Menschengeschlecht aber wirklich eine Art Anarchie hereinbrechen, wenn gar niemand da wäre, der diese tieferen Zusammenhänge erfaßte und dem menschlichen Geistesleben Ideen übermittelte, welche mit diesen durch den naturgemäßen Gang der Evolution gegebenen Veränderungen rechnen könnten. Dasjenige, was in der äußeren Geschichte schon konstatiert werden könnte an dem Aufleben des neugeschichtlichen, könnten wir sagen, Berufslebens seit dem 15. Jahrhundert, würde jeden, der einen Sinn überhaupt hat für die Betrachtung des menschlichen Lebens, in Erstaunen versetzen. Da würde er sich gewissermaßen, wenn er das alles, was man so erkennen kann, auf sich wirken lassen würde, Vorwürfe darüber machen, daß er so schläfrig dahinlebt und sich nicht über das, was im eminentesten Sinne mit dem sich fortentwickelnden menschlichen Schicksal zusammenhängt, Gedanken macht.
[ 5 ] It would take an extraordinary amount of time to explain how, even in the Egyptian-Babylonian—that is, the third post-Atlantean—cultural period, within that which works and weaves in the earthly realm—well, let us call it—in a way adapted to our circumstances—how, within the various human professions, something was at work and weaving that was, to a high degree, a reflection of the will of the cosmos. This came about in the manner described. This began to fade even during the fourth post-Atlantean period; but it has become completely obscured in the fifth post-Atlantean period, in which we live and which, as we know, began around the 15th century. If people today paid more attention to what is happening—if they did not recount a “fable convenue” instead of history—then they would be able to recognize, even from external circumstances alone, how everything in human professional life has changed to a certain degree, particularly since the 14th and 15th centuries; and from present-day conditions, one would recognize how everything will become more and more different in the future. However, a kind of anarchy would truly have to descend upon the human race if there were no one at all to grasp these deeper connections and to convey to human spiritual life ideas that could take into account these changes brought about by the natural course of evolution. What can already be observed in external history—namely, the resurgence of what we might call “professional life” since the 15th century—would astonish anyone who has even the slightest sense for contemplating human life. If such a person were to allow all that can be recognized in this way to sink in, he would, in a sense, reproach himself for living so listlessly and for not giving thought to what is, in the most eminent sense, connected with the ever-evolving destiny of humanity.
[ 6 ] Ich habe nun das letzte Mal hier aufmerksam darauf gemacht, daß dasjenige, was wirkliches Berufsleben darstellt, keineswegs so bedeutungslos ist für den ganzen kosmischen Zusammenhang, wie es zunächst erscheinen könnte. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß wir ja als Menschen nacheinander durchgemacht haben die Saturnentwikkelung, wo sich vorbereitet hat die erste Anlage des physischen Menschenleibes, die Sonnenzeit, wo sich vorbereitet hat der ätherische Mensch, die Mondenzeit, wo sich vorbereitet hat der astralische Mensch. Die Erdenzeit machen wir jetzt durch, wo sich ausbildet das Ich. Aber es werden auf diese Zeiträume andere folgen: die Jupiterzeit, die Venuszeit, die Vulkanzeit. Und wir können sagen: So wie die Erde gewissermaßen die vierte Stufe ist zum Saturn, so ist der Vulkan die vierte Stufe zur Erde. Die Erde ist gewissermaßen der Saturn des Vulkan. Wie auf dem alten Saturn, den ich mit 1 bezeichne, Vorgänge sich abgespielt haben, die so sehr mit der Evolution zusammenhängen, daß wir ja diesen Vorgängen die erste Anlage zu unserem physischen Leib verdanken, die jetzt noch in uns fortwirkt, so muß auch auf der Erde etwas vorgehen, was in der Evolution weiterwirkt und was auf dem Vulkan eine vierte Stufe der Ausbildung erlangt, so wie gewisse Vorgänge auf dem Saturn während der Erdenzeit eine gewisse vierte Stufe der Ausbildung erfahren haben. Und ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß diese Vorgänge, welche dem Vulkan entsprechen werden, dem entsprechen, was wir von der Saturnentwickelung auf der Erde haben und also dasjenige darstellen, was wirkt und lebt in den verschiedenen Berufen, welche die Menschen auf der Erde ergreifen. Indem die Menschen ein Berufsleben führen, entwickelt sich auf der Erde innerhalb der Tätigkeit der Berufe etwas, was erste Anlage ist für den Vulkan, so wie die Saturntätigkeit erste Anlage war für unseren physischen Menschenleib.
[ 6 ] I pointed out here last time that what constitutes real professional life is by no means as insignificant for the entire cosmic context as it might initially appear. I have pointed out to you that we, as human beings, have successively gone through the Saturn phase, during which the first rudiments of the physical human body were formed; the Sun phase, during which the etheric human being was formed; and the Moon phase, during which the astral human being was formed. We are now going through the Earth period, during which the “I” is developing. But other periods will follow these: the Jupiter period, the Venus period, and the Vulcan period. And we can say: Just as the Earth is, so to speak, the fourth stage leading to Saturn, so is Vulcan the fourth stage leading to the Earth. The Earth is, so to speak, the Saturn of Vulcan. Just as processes took place on ancient Saturn—which I designate as 1—that are so closely connected to evolution that we owe to these processes the first rudiments of our physical body, which still continue to work within us today, so too must something be taking place on Earth that continues to influence evolution and that will attain a fourth stage of development on Vulcan, just as certain processes on Saturn underwent a certain fourth stage of development during the Earth era. And I have drawn your attention to the fact that these processes, which will correspond to the Volcano, correspond to what we have on Earth from Saturn’s development and thus represent that which is active and alive in the various professions that people pursue on Earth. As people lead a professional life, something develops on Earth within the activity of the professions that is the first seed of the Volcano, just as Saturn’s activity was the first seed of our physical human body.


[ 7 ] Wenn Sie zu dem hinzubedenken, daß gerade von der fünften nachatlantischen Zeit an das Berufsleben eine so ungeheure Umgestaltung erfahren hat, so werden Sie ermessen, wie notwendig es immer mehr und mehr werden wird, mit den Gesichtspunkten, welche geisteswissenschaftlich entwickelt werden können, in den gesamten Gang der Weltenentwickelung sich das Berufsleben hineingestellt zu denken. Denn nur dadurch, daß wir zunächst die objektiven Seiten des Berufslebens kennenlernen, können wir uns auch geeignete Vorstellungen machen über das Karma des Berufes. Mehr noch interessieren muß uns, weil uns das deutlichere Vorstellungen gibt als die schon heutigen Zustände, wohin eigentlich das Berufsleben tendiert, wohin es sich weiterentwikkeln will von unserem Zeitpunkte an.
[ 7 ] If you consider that, particularly since the fifth post-Atlantean epoch, professional life has undergone such a tremendous transformation, you will realize how increasingly necessary it will become to conceive of professional life as embedded within the entire course of world evolution, using the perspectives that can be developed through spiritual science. For it is only by first becoming acquainted with the objective aspects of professional life that we can form appropriate concepts of the karma of the profession. We must be even more interested in where professional life is actually heading—where it intends to develop from our present point in time onward—because this gives us a clearer picture than the conditions that exist today.
[ 8 ] Die weitere Entwickelung des Berufslebens wird darinnen bestehen das kann man ja leicht erkennen, wenn man überhaupt nur mit gesundem Verstande heute in die Welt hineinsieht —, daß die Berufe sich immer mehr und mehr differenzieren, immer mehr und mehr spezialisieren. Es ist heute gar wenig gescheit, wenn manchmal in kritisierender Weise davon gesprochen wird, daß sich im Laufe der neueren Zeit die Berufe spezialisiert haben, während vor vielleicht gar nicht einer so großen Anzahl von Jahrhunderten der Mensch noch überschauen konnte in seinem Berufe den Zusammenhang desjenigen, was er verfertigte, mit dem, was es für die Welt bedeutete und ein Interesse daran haben konnte, seine Produkte in einer bestimmten Weise zu formen und zu gestalten, weil er unmittelbar eine Anschauung hatte von dem, was seine Produkte im Menschenleben wurden. Während das in früheren Zeiten der Fall war, ist es heute für einen großen Teil der Menschen nicht mehr der Fall.
[ 8 ] The future development of professional life will consist—as one can easily see if one simply looks at the world today with common sense—in professions becoming increasingly differentiated and increasingly specialized. It is hardly sensible today when people sometimes speak critically of the fact that professions have become more specialized in recent times, whereas perhaps not even that many centuries ago, a person could still grasp, within his or her profession, the connection between what he or she produced and what it meant for the world, and could take an interest in shaping and designing his or her products in a certain way, because he or she had a direct understanding of what those products would become in people’s lives. While this was the case in earlier times, it is no longer the case for a large portion of people today.
[ 9 ] Der Mensch wird heute, wenn wir einen radikalen Fall nehmen, in die Fabrik gesteckt durch sein Schicksal. Er arbeitet vielleicht nicht einmal einen Nagel, sondern nur einen Teil eines Nagels aus, der dann wiederum durch einen anderen Menschen zusammengestellt wird mit einem anderen Teile des Nagels, und kein Interesse kann der Betreffende entwickeln für die Art und Weise, wie sich hineinstellt das, was er vom frühen Morgen bis zum späten Abend macht, in den Gesamtzusammenhang des menschlichen Lebens. Vergleicht man das frühere Handwerksleben mit dem jetzigen Fabriksleben, so hat man gleich einen radikalen Unterschied mit Bezug auf das Gegenwärtige und das vor gar nicht langer Zeit Gewesene. Dasjenige, was in den einzelnen Zweigen menschlicher Betätigung heute schon in hohem Maße sich vollzogen hat, wird sich immer mehr und mehr vollziehen. Es wird immer mehr und mehr Spezialisierung, Differenzierung des Berufslebens eintreten müssen. Es ist gar nicht besonders gescheit, wenn man dies kritisiert, weil es eine Notwendigkeit der Evolution ist, weil es einfach geschehen wird und immer mehr und mehr geschehen wird.
[ 9 ] Today, to take a radical example, a person is thrust into the factory by fate. He may not even produce a single nail, but only a part of a nail, which is then assembled by another person with another part of the nail, and the person in question cannot develop any interest in how what he does from early morning until late evening fits into the overall context of human life. If one compares the craft life of the past with today’s factory life, one immediately sees a radical difference between the present and what existed not so long ago. What has already taken place to a great extent in the various branches of human activity today will continue to unfold more and more. There will inevitably be ever-increasing specialization and differentiation in professional life. It is not particularly wise to criticize this, because it is a necessity of evolution; it will simply happen and will continue to happen more and more.
[ 10 ] Und was für eine Aussicht eröffnet sich gewissermaßen aus diesem? Ja, im Grunde genommen eröffnet sich die Aussicht, daß die Menschen dann, wie man sich einbilden möchte, immer mehr und mehr das Interesse gerade für dasjenige verlieren müßten, was den größten Teil ihres Lebens ausfüllt, daß sie also gewissermaßen mechanisch hingegeben sein müßten an ihre Arbeit in der Außenwelt. Das aber wäre noch nicht einmal das Wesentlichste. Das Wesentlichste ist Ja noch etwas anderes. Das Wesentlichste ist, daß in das menschliche Innere herein seine äußere Arbeit selbstverständlich abfärben muß. Und wer wiederum die geschichtliche Entwickelung der Menschen betrachtet, der wird schon finden, in wie hohem Grade die Menschen in der neueren Entwickelung im fünften nachatlantischen Zeitraum gewissermaßen Abdrucke geworden sind ihrer Berufe, wie hereinspielt das berufliche Leben in das seelische Leben und den Menschen selber spezialisiert. Sie dürfen ja nicht den Maßstab nehmen von der Mehrzahl derjenigen, die vielleicht heute noch innerhalb unserer Anthroposophischen Gesellschaft leben, denn die sind vielfach in der glücklichen Lage, sich herauszulösen aus dem Zusammenhang des Lebens — in der glücklichen Lage, ich könnte ebensogut sagen, in der unglücklichen Lage! Denn ein Glück ist dieses vielfach nur für das subjektiv-egoistische menschliche Empfinden, ein Glück ist es vielfach nicht für die Welt. Denn die Welt wird einmal immer mehr und mehr von den Menschen fordern, daß sie im Speziellen Tüchtiges leisten, daß sie sich spezialisieren können.
[ 10 ] And what kind of prospect does this, so to speak, open up? Yes, essentially, the prospect is that people would then—as one might imagine—have to lose more and more interest in precisely that which fills the greater part of their lives, that they would, so to speak, have to be mechanically devoted to their work in the external world. But that would not even be the most essential point. The most essential point is, in fact, something else. The most essential point is that a person’s external work must, of course, leave its mark on their inner being. And anyone who considers the historical development of humanity will see to what a high degree people in the more recent development—in the fifth post-Atlantean epoch—have, so to speak, become imprints of their professions, and how professional life influences their spiritual life and specializes the human being themselves. You must not, of course, take as your standard the majority of those who perhaps still live within our Anthroposophical Society today, for they are often in the fortunate position of being able to detach themselves from the context of life—in the fortunate position, I might just as well say, in the unfortunate position! For this is often a form of happiness only for the subjective, egoistic human sensibility; it is often not a form of happiness for the world. For the world will one day demand more and more of people that they achieve specific accomplishments, that they be able to specialize.
[ 11 ] Die Frage wird nur immer mehr und mehr sein: Was muß außer dem geschehen, daß sich die Menschen spezialisieren? Daß sie sich spezialisieren werden, dafür wird schon die Notwendigkeit der Weltenentwikkelung sorgen. Was muß aber außerdem geschehen? Die Frage wird in nicht gar zu ferner Zukunft eine der allerwichtigsten, gestatten Sie den Ausdruck, Familienfragen werden für die Menschheit. Familienfrage, denn ein Verständnis dieser Frage wird man haben müssen, wenn man Kinder erziehen will. Sich vernünftig hineinzustellen in den ganzen Gang der menschlichen Entwickelung dann, wenn die Frage auftaucht: Wie stelle ich mein Kind in diese menschliche Entwickelung hinein? — das wird ganz und gar von dem Verständnis für diese Frage abhängen. Denn das, was heute noch vielfach möglich ist, was aber nur ein Überbleibsel alter Zeiten ist, dem die Menschen noch nachhängen aus einem gewissen Schlendrian heraus, das wird sich bald als eine leere Redensart herausstellen, jene schönen Redensarten, die heute vielfach bewundert werden: man müßte die Anlagen der Kinder beobachten und man müßte sie werden lassen das, was ihren Anlagen entspricht. Gerade das wird sich eben sehr bald als eine leere Redensart herausstellen. Denn erstens werden die Menschen sehen, daß diejenigen, die von jetzt an geboren werden, in komplizierterer Weise auf ihre früheren Inkarnationen zurückweisen, als das noch im vierten nachatlantischen Zeitraum der Fall war, daß sie in ihren Anlagesystemen Kompliziertheiten zeigen, von denen man sich früher nichts träumen ließ. Es waren die Anlagesysteme in früheren Zeiten viel einfacher. Und Leute, die sich besonders geeignet glauben, bei erwachsenen Kindern die Anlagen zu prüfen, ob sie zu diesem oder jenem Berufe geeignet sind, werden vielleicht die Erfahrung machen müssen, daß solche Einsicht in die Anlagen nur die phantastischen Einbildungen der betreffenden, sich gescheit dünkenden Menschen sind.
[ 11 ] The question will only become more and more pressing: What else must happen besides people specializing? The very necessity of global development will ensure that they do specialize. But what else must happen? In the not-too-distant future, this question will become one of the most important—if I may use the expression—family issues for humanity. A family issue, because one will have to understand this question if one wants to raise children. To take a sensible stance on the entire course of human development when the question arises: How do I place my child within this human development? — that will depend entirely on an understanding of this question. For what is still possible in many ways today—but is merely a remnant of bygone times, to which people still cling out of a certain complacency—will soon prove to be nothing more than empty rhetoric: those fine-sounding phrases that are so widely admired today—that one should observe children’s aptitudes and let them become what corresponds to those aptitudes. It is precisely this that will very soon turn out to be nothing more than an empty phrase. For, first of all, people will see that those born from now on will refer back to their earlier incarnations in a more complex way than was the case even in the fourth post-Atlantean epoch; they will exhibit complexities in their systems of aptitudes that were previously unimaginable. In earlier times, these systems of aptitudes were much simpler. And people who consider themselves particularly qualified to assess the aptitudes of older children to determine whether they are suited to this or that profession may well find that such insights into aptitudes are nothing more than the fanciful delusions of the self-important individuals in question.
[ 12 ] Aber abgesehen davon wird das Leben der Menschen so kompliziert werden in nicht zu ferner Zeit, daß das Wort «Beruf» eine ganz andere Bedeutung annehmen wird. Heute stellt man sich noch vielfach bei dem Beruf etwas Innerliches vor, obwohl der Beruf bei den meisten Menschen keineswegs sich als etwas Innerliches darstellt. Heute stellt man sich vor: Beruf — wozu der Mensch durch seine inneren Qualitäten berufen ist. Würde man einmal objektiv prüfen, besonders in unseren Städten, wie viele Menschen antworten würden: Ich bin in meinem Berufe deshalb drinnen, weil ich einsehe, daß dies der einzige Beruf ist, der meinen Anlagen, meinen Neigungen von Kindheit auf entspricht —, würde man diese Frage mindestens an die meisten städtischen Menschen stellen, so würde man wohl in den wenigsten Fällen eine Antwort bekommen dahingehend, daß die Leute sagen würden, sie seien just in dem Berufe drinnen, der ihren Neigungen und Anlagen, wie sie sie selber empfunden haben, von Jugend auf entspricht. Ich glaube, Sie werden aus der Lebensbeobachtung heraus dies keineswegs glauben. Beruf ist schon heute in hohem Grade und wird immer mehr und mehr werden das, zu dem man berufen wird durch den objektiven Werdegang der Welt. Draußen ist, möchte ich sagen, der Organismus, der Zusammenhang — meinetwillen nennen Sie es auch die Maschine, auf das kommt es nicht an —, das, was den Menschen abfordert, was den Menschen ruft.
[ 12 ] But apart from that, people’s lives will become so complicated in the not-too-distant future that the word “vocation” will take on a completely different meaning. Today, people still often imagine a vocation as something internal, even though for most people a vocation by no means presents itself as something internal. Today, people imagine a vocation as something to which a person is called by virtue of their inner qualities. If one were to objectively investigate—especially in our cities—how many people would answer: “I am in my profession because I realize that this is the only profession that corresponds to my aptitudes and inclinations from childhood onward”—if one were to ask this question of at least most city dwellers—one would probably receive very few answers in which people would say they are in precisely the profession that corresponds to their inclinations and aptitudes—as they themselves have perceived them—from their youth onward. I believe that, based on your observations of life, you would by no means believe this. A profession is already, to a high degree, and will increasingly become, that to which one is called by the objective course of world events. Outside, I would say, is the organism, the interconnected system—call it a machine if you like, it doesn’t matter—that demands something of people, that calls to them.
[ 13 ] Gerade durch alles das, was immer mehr und mehr Steigerung erfahren wird, löst sich aber zu gleicher Zeit dasjenige, was die Menschheit durch die Berufstätigkeit vollbringt, von dem Menschen selber ab, wird objektiver. Und dadurch wird es gerade immer mehr und mehr zu dem, was in seiner weiteren Ausbildung durch Jupiter, Venus, Vulkan etwas Ähnliches durchmacht wie dasjenige, was durch Saturn, Sonne und Mond für die Erde durchgemacht worden ist, gerade durch dieses Loslösen. Es ist merkwürdig, daß man als Geisteswissenschafter gerade, wenn es dem Leben des Menschen recht nahe geht, in der Regel nicht dem Menschen zu Gefallen reden kann. Dieser Gefahr wird die Geisteswissenschaft immer weniger ausgesetzt werden, daß sie nach dem Muster der Weisheit sprechen wird, die da geprägt ist mit den Worten:
[ 13 ] Precisely through all of this—which is undergoing ever-increasing intensification—what humanity accomplishes through its professional activities is, at the same time, becoming detached from human beings themselves and growing more objective. And as a result, it is increasingly becoming something that, in its further development through Jupiter, Venus, and Vulcan, undergoes a process similar to what the Earth underwent through Saturn, the Sun, and the Moon—precisely through this detachment. It is remarkable that, as a spiritual scientist, one generally cannot speak in a way that pleases people, especially when dealing with matters very close to human life. Spiritual science will be increasingly less exposed to this danger, for it will speak according to the model of wisdom expressed in the words:
Und höchstens eine Haupt- und Staatsaktion
Mit trefflichen pragmatischen Maximen,
Wie sie den Puppen wohl im Munde ziemen!
And at most one major, state-level action
With excellent pragmatic maxims,
Just as they should be spoken by the puppets!
[ 14 ] Dazu wird Geisteswissenschaft allerdings nicht imstande sein. Sie wird oftmals genötigt sein, das gerade, was die Menschen nicht möchten, als etwas für die Weltenentwickelung Bedeutungsvolles, Großes hinzustellen. Und so kann es schon nicht anders sein, als daß dasjenige, wovon heute mancher, der sich genial dünkt, weil er die Philistrosität etwas in sein Oberstübchen hinaufgetragen hat, leicht sagt: Ach, das ist eine prosaische äußere Sache — das Berufsleben, es stellt sich vor wirklicher Geisteswissenschaft anders dar. Es stellt sich so dar, daß man sagen muß: In dem Berufsleben ist eine Notwendigkeit gegeben, Verhältnisse zu entwickeln, welche kosmische Bedeutung haben, gerade dadurch, daß sich das Berufsleben in einer gewissen Weise von dem menschlichen Interesse loslöst. — Also, könnte mancher sagen, ergibt sich eine traurige Perspektive für die Zukunft. Immer mehr und mehr muß der Mensch in die Tretmühle des Lebens hinein. Und Geisteswissenschaft kann nicht einmal die Menschen trösten darüber, in die Tretmühle des Lebens hineinversetzt zu werden. — Das wäre aber wiederum eine große Täuschung, wenn man das aus dem Gesagten folgern würde, denn es ist im Weltenall:so, daß die Dinge durch polarische Ausgleichung wirken. Bedenken Sie doch nur, wie die polarischen Ausgleichungen sich in der Welt Ihnen aufdrängen! Positive und negative Elektrizität, in ihrer gegenseitigen Beziehung bringen sie ihre Wirkungen, ihre Ausgleiche hervor; positive und negative Elektrizität sind füreinander notwendig. Das Männliche und Weibliche ist für die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes notwendig. Aus den Einseitigkeiten entwickelt sich in der Weltenevolution die Totalität.
[ 14 ] The spiritual sciences, however, will not be capable of this. They will often be compelled to present precisely what people do not want as something significant and great for the development of the worlds. And so it cannot be otherwise than that what some people today—who consider themselves brilliant because they have carried a bit of philistinism up into their little heads—easily dismiss as: “Oh, that’s a prosaic, external matter—professional life”—appears quite different in the light of true spiritual science. The reality is such that one must say: In professional life, there is a necessity to develop relationships that have cosmic significance, precisely because professional life detaches itself in a certain way from human interests. — So, some might say, a sad prospect for the future emerges. More and more, people must be drawn into the rat race of life. And spiritual science cannot even console people for being thrust into the rat race of life. — But it would be a great delusion to conclude that from what has been said, for it is a fact of the universe that things operate through polar balance. Just consider how these polar balances impose themselves upon you in the world! Positive and negative electricity, in their mutual relationship, produce their effects, their balances; positive and negative electricity are necessary for one another. The masculine and the feminine are necessary for the procreation of the human race. Out of these polarities, totality develops in the evolution of the universe.
[ 15 ] Ein solches liegt nun auch zugrunde dem, was wir eben ausgeführt haben. Das muß sein, daß wir in der vom Menschen losgelösten Berufsarbeit die ersten kosmischen Anlagen für eine weitergehende Weltenentwickelung schaffen. Denn alles, was geschieht in der Weltenentwikkelung, steht mit Geistigem in Beziehung. Und in dem, was wir, sei es durch körperliche, sei es durch sogenannte geistige Arbeit innerhalb der Berufe schaffen, in dem liegt der Ausgangspunkt gewissermaßen für die Verkörperung von geistigen Wesenheiten. Jetzt sind diese geistigen Wesenheiten während der Erdenzeit allerdings noch elementarischer Art, man könnte sagen: elementarischer Art des vierten Grades. Aber sie werden schon elementarische Wesenheiten sein des dritten Grades, wenn die Jupiterentwickelung da sein wird und so weiter. Unsere Arbeit, die gerade im objektiven Berufsprozeß geleistet wird, wird abgelöst von uns und wird die äußere Hülle für elementarische Wesenheiten, die sich durch die Evolution weiterentwickeln. Aber nur unter _ einer gewissen Bedingung. Wenn man auf der einen Seite sagen muß, daß man erst anfängt, den Sinn zu verstehen auch desjenigen, was oftmals als das prosaische Leben angeschwärzt wird, muß man sich auch klar sein, daß dieser Sinn erst völlig enthüllt wird, wenn man die Sache im großen Weltenzusammenhange ganz versteht. Was wir in unserem Berufsleben erzeugen, das kann Bedeutung gewinnen für die Vulkanentwickelung, aber es ist dazu noch ein anderes notwendig. Der andere Pol ist dazu notwendig. So wie zur negativen Elektrizität die positive, zu.dem Weiblichen das Männliche notwendig ist, so ist zu dem, was sich als Berufstätigkeit immer mehr loslösen wird von der Menschheit, ein anderes notwendig, ein entgegengesetzter Pol. Solche auf Gegensatz beruhende Polarität war auch in früheren Entwickelungsepochen schon da für die Menschheit. Etwas ganz Neues entsteht ja selbstverständlich nicht; es war schon ein Ähnliches da. Allein, blicken Sie zurück auf frühere Kulturperioden, blicken Sie selbst nur ein paar Jahrhunderte zurück, so werden Sie finden, wie der Mensch noch mit seinem Fühlen, mit seinen Leidenschaften selbst, mit seinem ganzen Affektleben viel mehr drinnenstand in seinem Berufsleben, als das heute der Fall sein kann. Wenn Sie die Summe von Freuden, die ein Mensch an seinem Berufe haben konnte noch vor hundert Jahren, vergleichen mit der Unlust, die heute schon mancher haben muß, wenn er nichts sonst hat als den Beruf, so werden Sie eine Vorstellung von dem bekommen, was eigentlich gesagt sein soll.
[ 15 ] Such a principle also underlies what we have just explained. It must be that, in our professional work—which is detached from the human being—we create the first cosmic foundations for the further development of the world. For everything that happens in the development of the world is related to the spiritual. And in what we create—whether through physical or so-called spiritual work within our professions—lies, so to speak, the starting point for the embodiment of spiritual beings. Now, during the Earth period, these spiritual beings are still of an elemental nature; one could say: of the fourth degree of elemental nature. But they will already be elemental beings of the third degree by the time the Jupiter phase of evolution arrives, and so on. Our work, which is performed specifically within the objective professional process, is separated from us and becomes the outer shell for elemental beings who continue to develop through evolution. But only under a certain condition. While, on the one hand, we must acknowledge that we are only beginning to understand the meaning even of that which is often disparaged as “mundane life,” we must also be clear that this meaning will only be fully revealed when we fully comprehend the matter within the greater context of the world. What we create in our professional lives can take on significance for volcanic evolution, but something else is also necessary for this. The other pole is necessary for this. Just as positive electricity is necessary for negative electricity, and the masculine is necessary for the feminine, so too is something else—an opposite pole—necessary for what, as professional activity, will increasingly detach itself from humanity. Such polarity, based on opposites, was already present for humanity in earlier epochs of development. Of course, something entirely new does not simply arise out of nowhere; something similar already existed. However, if you look back at earlier cultural periods—even just a few centuries back—you will find that people were much more deeply immersed in their professional lives through their feelings, their passions, and their entire emotional life than is possible today. If you compare the sum of the joys a person could derive from their profession even a hundred years ago with the discontent that many must already feel today when they have nothing but their profession, you will get an idea of what is actually being said.
[ 16 ] Solche Dinge werden in der Gegenwart eigentlich viel zu wenig in rechte Erwägung gezogen, einfach aus dem Grunde, weil die Leute, die über Berufsart, Berufscharakter, Berufswahl und so weiter sprechen, meistens solche sind, die gut reden haben. Schulmeister schreiben darüber, Literaten oder Pfarrer, solche Leute, die verhältnismäßig am wenigsten heute schon die Schattenseiten der Berufstätigkeit in der neueren Zeit empfinden. Daher kommt es, daß, wenn man heute in der gebräuchlichen Literatur, auch in der pädagogischen, über diese Dinge reden hört, man wirklich findet, daß die Leute reden wie die Blinden von den Farben. Denn selbstverständlich kann einer, der aus gewissen sozialen Bedingungen heraus die Schule durchmacht, aufs Gymnasium kommt und nachher, nun, vielleicht ein bißchen auf irgendeiner Universität sich umschaut, sich heute ja leicht, weil er viele Vorstellungen in sich aufgenommen hat, sehr gescheit vorkommen, wenn er so tut wie ein Reformator der Menschheit, der nun zu sagen weiß, wie alles werden soll. Es gibt ja viele solche. Für denjenigen, der das Leben durchschaut, reden eigentlich diese Leute über das, was werden soll, gewöhnlich am allerdümmsten. Man bemerkt es nur nicht, weil man heute noch einen sehr starken Respekt hat vor Leuten, die solch einen Entwickelungsgang durchgemacht haben. Die Zeit muß erst noch kommen, wo man mehr oder weniger die Empfindung haben wird, daß ein Literat, ein Zeitungsschreiber, ein Schulmeister, der nach dem Muster gebildet ist, wie heute die Schulmeister gebildet werden, am wenigsten versteht von den Lebenszusammenhängen. Das muß sich nach und nach herausbilden mehr als ein allgemeines Urteil.
[ 16 ] Such matters are actually given far too little consideration these days, simply because the people who talk about the nature of professions, the character of professions, career choices, and so on, are mostly those who are good at talking. Schoolteachers write about it, as do writers or pastors—the very people who, relatively speaking, are least aware today of the downsides of professional life in modern times. That is why, when one hears these matters discussed in contemporary literature—including educational literature—one really finds that people are talking about colors as if they were blind. For, of course, someone who, due to certain social circumstances, goes through school, attends high school, and afterward—well, perhaps takes a brief look around at some university—can easily come across as very clever today, precisely because he has absorbed so many ideas, when he acts like a reformer of humanity who now knows exactly how everything should be. There are, after all, many such people. To anyone who truly understands life, these people usually speak the most foolishly about what the future should be. One simply doesn’t notice it because, even today, people still have a very strong respect for those who have gone through such a course of development. The time has yet to come when people will more or less come to feel that a man of letters, a newspaper columnist, or a schoolteacher—educated according to the model by which schoolteachers are educated today—understands the interconnections of life the least. This must gradually develop into more than just a general opinion.
[ 17 ] Nun handelt es sich darum, daß man wirklich besser einsieht, wie mit dem menschlichen Emotionsleben das Berufsleben früherer Zeiten zusammenhing und wie das Wesentlichste in der Entwickelung auf diesem Gebiete darinnen liegt, daß das Berufsleben herausgewachsen ist und immer mehr und mehr herauswachsen wird aus dem menschlichen Emotionsleben. Daher muß der andere Pol, der zum Berufsleben hinzukommen muß, ein anderer werden als er früher war. Was war denn früher dasjenige, was zum Berufsleben hinzukam? Sie haben es heute noch vor sich, wenn Sie das, was mehr oder weniger Schale der Kultur geworden ist und immer mehr und mehr Hülle und Schale der Kultur werden muß, auf sich wirken lassen: die Häuser, in denen die Berufe ausgeführt werden, ringsherum, in der Mitte die Kirche. Die sechs Tage der Woche bestimmt dem Berufe, der Sonntag demjenigen, was der Mensch nur für seine Seele aufzunehmen hat. Das waren die zwei Pole: das Berufsleben und das Leben in religiösen Vorstellungen.
[ 17 ] The point is that we need to gain a clearer understanding of how professional life in earlier times was intertwined with human emotional life, and how the most essential aspect of development in this area lies in the fact that professional life has evolved—and will continue to evolve more and more—out of human emotional life. Therefore, the other pole that must be added to professional life must be different from what it used to be. What, then, was it that used to be added to professional life? You can still see it before you today if you allow what has more or less become the shell of culture—and must increasingly become the shell and covering of culture—to take effect upon you: the buildings in which professions are carried out, surrounding the church in the center. Six days of the week are devoted to one’s profession; Sunday is devoted to what a person must take in solely for the sake of their soul. These were the two poles: professional life and life lived according to religious beliefs.
[ 18 ] Es wäre der größte Irrtum, der heute begangen werden könnte, wenn man glauben wollte, daß dieser andere Pol, wie er heute noch gedacht wird von den religiösen Bekenntnisgesellschaften, bleiben könnte, so wie er ist, weil er zugeschnitten ist auf ein Berufsleben der Menschen, das noch mit den Emotionen zusammenhängt. Verkümmerung des gesamten menschlichen Lebens müßte eintreten, wenn nicht Einsicht Platz griffe gerade auf diesem Gebiete. Solange dasjenige, was der Mensch an elementarer Geistigkeit erzeugte in seinem Berufe — denn elementare Geistigkeit erzeugte er in dem eben beschriebenen Sinne —, von den Menschen sich nicht loslöste, solange waren die alten religiösen Vorstellungen in gewisser Beziehung hinreichend. Jetzt sind sie es nicht mehr und werden es immer weniger sein, je weiter wir in die Zukunft hineingehen. Was notwendig ist, das ist gerade dasjenige, was von gewisser Seite am meisten bekämpft wird: daß der andere Pol in die Menschheitsentwickelung hereinkommt, welcher darinnen besteht, daß man sich konkrete Vorstellungen über die geistigen Welten zu machen in der Lage sein wird.
[ 18 ] It would be the greatest mistake that could be made today to believe that this other pole—as it is still conceived today by religious denominations—could remain as it is, because it is tailored to a professional life that is still tied to emotions. The entire human life would wither away if insight did not take hold precisely in this area. As long as what human beings produced in their professions in terms of elemental spirituality—for they did produce elemental spirituality in the sense just described—did not become detached from them, the old religious concepts were, in a certain sense, sufficient. Now they are no longer sufficient, and will become less and less so the further we advance into the future. What is necessary is precisely what is most vigorously opposed by certain quarters: that the other pole enter into human development, which consists in being able to form concrete conceptions of the spiritual worlds.
[ 19 ] Diejenigen, die heute noch die Vertreter der Religionsbekenntnisse sind, werden sehr häufig sagen: Ach, da redet die Geisteswissenschaft von vielen Geistern, von vielen Göttern; ein Gott ist das, worauf es ankommt! Haben wir mit dem nicht genug? — Man kann heute noch einen gewissen Eindruck machen auf die Menschen, wenn man ihnen den großen Vorteil des Hingelangens zu einem Gotte beibringt, besonders bei Kaffee und Familienmusik, indem man spottet über neuere Bestrebungen, wenn man die Dinge in ganz besonders selbstischer und philisterhafter Weise den Menschen vorsetzt. Aber dasjenige, um was es sich handelt, ist gerade dieses, daß die Gesichtspunkte der Menschen weiter werden müssen, das heißt, daß sie wissen lernen müssen, daß alles nicht bloß von einer Göttlich-Geistigkeit, die man sich möglichst verschwommen vorstellt, durchzogen ist, sondern daß überall Geistigkeit ist, und zwar konkrete, spezielle Geistigkeit. Wissen lernen wird man müssen, wenn man am Schraubstock steht: Wie die Funken absprühen, so werden auch die Elementargeister erzeugt, die in den Weltenprozeß übergehen und die im Weltenprozeß ihre Bedeutung haben. — Das ist dumm, könnte mancher sagen, der glaubt, ganz besonders gescheit zu sein. Diese Elementargeister, die werden schon entstehen, wenn auch irgendeiner am Schraubstock steht, der gar keine Ahnung davon hat, daß sie entstehen. Sie werden schon entstehen. Aber darauf kommt es an, daß sie recht entstehen, daß sie richtig entstehen, nicht daß sie überhaupt entstehen. Denn es können also den Weltenprozeß störende und dem Weltenprozeß dienende Elementargeister entstehen.
[ 19 ] Those who still represent religious creeds today will very often say: “Oh, spiritual science talks about many spirits, many gods; what matters is one God!” Isn’t that enough for us? — Even today, one can still make a certain impression on people by teaching them the great advantage of attaining a god—especially over coffee and family music—by mocking more recent endeavors, by presenting things to people in a particularly selfish and philistine manner. But what is at stake is precisely this: that people’s perspectives must broaden—that is, they must learn to recognize that everything is not merely permeated by a divine spirituality, which one imagines as vaguely as possible, but that spirituality is everywhere, and specifically, concrete, particular spirituality. One will have to learn this while standing at the lathe: just as sparks fly, so too are elemental spirits generated, which enter into the world process and have their significance within it. — “That’s nonsense,” some might say, believing themselves to be particularly clever. These elemental spirits will come into being even if someone stands at the lathe who has absolutely no idea that they are being created. They will come into being all the same. But what matters is that they come into being correctly, that they are created properly—not merely that they come into being at all. For elemental spirits can thus arise that either disrupt the world process or serve it.
[ 20 ] Sie werden am besten einsehen, was ich meine, wenn Sie es auf einem speziellen Gebiete betrachten, denn wir stehen in allen diesen Dingen heute am Anfang einer Entwickelung, die aber, ich möchte sagen, unmittelbar vor der Türe steht. Manche Menschen beginnen schon etwas zu ahnen davon. Würde man etwas ahnen und es in Wirklichkeit umsetzen, ohne zugleich in geisteswissenschaftliche Bestrebungen überzugehen, so wäre das das Allerschlimmste, was der Erde passieren könnte. Das, was hauptsächlich eingetreten ist im Verlaufe des vierten nachatlantischen Zeitraums, das ist, daß der Mensch zunächst losgelöst worden ist von der äußeren unorganischen Welt, die er in seinen Werkzeugen verkörpert. Er wird wiederum mit dem, was er in seinen Werkzeugen verkörpert, zusammengeführt werden. Heute werden Maschinen konstruiert. Selbstverständlich sind Maschinen heute objektiv, das Menschliche ist noch wenig darinnen. Aber so wird es nicht immer bleiben. Der Weltengang geht dahin, daß ein Zusammenhang entsteht zwischen dem, was der Mensch ist und demjenigen, was der Mensch erzeugt, demjenigen, was der Mensch hervorbringt. Dieser Zusammenhang wird ein immer intimerer und intimerer werden. Er wird zuerst hervortreten auf denjenigen Gebieten, die eine nähere Beziehung begründen zwischen Mensch und Mensch, hervortreten zum Beispiel in der Behandlung der chemischen Stoffe, die verarbeitet werden zu Arzneien. Heute wird man noch glauben, wenn irgend etwas besteht aus Schwefel und Sauerstoff und irgendeinem anderen Stoff, Wasserstoff, noch etwas anderem, daß dann dasjenige, was da als Produkt entstanden ist, nur enthält diejenigen Wirkungen, die von den einzelnen Stoffen kommen. Man hat heute noch bis zu einem hohen Grade recht damit, aber der Gang der Weltenentwickelung geht nach anderem. Die feinen, in dem menschlichen Willensleben und Gesinnungsleben liegenden Pulsationen werden sich immer mehr und mehr in dasjenige hineinverweben, hineingliedern, was der Mensch erzeugt, und es wird nicht gleichgültig sein, ob man einen zubereiteten Stoff von dem einen Menschen empfängt oder von dem anderen Menschen.
[ 20 ] You will best understand what I mean if you consider it in a specific field, for in all these matters we are today at the beginning of a development that—I would say—is right around the corner. Some people are already beginning to sense something of it. If one were to sense something and put it into practice without at the same time turning to spiritual scientific endeavors, that would be the very worst thing that could happen to the Earth. What has mainly occurred in the course of the fourth post-Atlantean epoch is that human beings have first been detached from the outer, inorganic world, which they embody in their tools. He will once again be brought together with what he embodies in his tools. Today, machines are being constructed. Of course, machines today are objective; there is still little of the human in them. But it will not always remain that way. The course of world history is such that a connection is emerging between what a human being is and what a human being creates—what a human being brings forth. This connection will become ever more intimate. It will first emerge in those areas that establish a closer relationship between human beings—for example, in the handling of chemical substances that are processed into medicines. Today, people still believe that if something consists of sulfur and oxygen and some other substance—such as hydrogen or something else—then the resulting product contains only the effects derived from the individual substances. To a large extent, this is still true today, but the course of world development is heading in a different direction. The subtle pulsations inherent in human volitional and spiritual life will become increasingly interwoven with and integrated into what human beings produce, and it will matter whether a prepared substance is received from one person or another.
[ 21 ] Selbst die äußerste, kälteste technische Entwickelung tendiert nach einem ganz bestimmten Ziele hin. Derjenige, der heute sich ahnende Vorstellungen von der Zukunft der technischen Entwickelung machen kann, der weiß, daß in der Zukunft ganze Fabriken individuell wirken werden, je nach demjenigen, der die Fabrik leitet. Die Gesinnung wird mit in die Fabrik hineingehen und sich übertragen auf die Art und Weise, wie die Maschinen arbeiten. Der Mensch wird zusammenwachsen mit der Objektivität. Alles, was wir berühren werden, wird nach und nach den Abdruck menschlichen Wesens an sich tragen. Und Zeiten werden kommen, so dumm es heute noch den gescheiten Leuten auch erscheinen mag — aber schon der heilige Paulus sagte, dasjenige, was die Menschen für gescheit halten, ist manchmal Torheit vor Gott —, in denen ein Mechanismus dastehen wird, der in Ruhe verharrt; ein Mensch wird hinzutreten, der wissen wird, daß er eine Handbewegung so, eine andere in einer bestimmten Weise dazu, eine dritte so zu machen hat, und durch dasjenige, was da als Luftschwingungen entsteht und was die Folge eines bestimmten Zeichens ist, wird der Motor in Bewegung gesetzt sein, der abgestimmt sein wird auf dieses Zeichen.
[ 21 ] Even the most extreme, coldest form of technological development tends toward a very specific goal. Anyone who can form even a vague idea of the future of technological development today knows that, in the future, entire factories will operate individually, depending on the person who manages the factory. One’s mindset will enter the factory and be reflected in the way the machines operate. Humanity will become one with objectivity. Everything we touch will gradually bear the imprint of human nature. And there will come a time—as foolish as this may still seem to intelligent people today—but even St. Paul said that what people consider wise is sometimes folly before God—when a mechanism will stand there, remaining at rest; a person will approach, knowing that he must make one hand gesture in this way, another in a certain manner, and a third in yet another way; and through the vibrations that arise as air waves—which are the result of a specific signal—the motor will be set in motion, tuned to that signal.
[ 22 ] Und die nationalökonomische Entwickelung wird ein solches Gesicht bekommen, daß äußere Patente und dergleichen völlig ausgeschlossen sein werden, denn was in solchen Dingen liegt, wird durch das ersetzt werden, was ich eben auseinandergesetzt habe. Dafür aber wird auch alles dasjenige ausgeschaltet werden, was in keiner Beziehung steht zur menschlichen Natur. Dadurch wird etwas ganz Bestimmtes bewirkt werden können. Denn denken Sie sich einmal einen recht guten Menschen in der Zukunft, einen Menschen, der wirklich auf besonderer Höhe menschlicher Gesinnung ist,was wird der können? Der wird Maschinen konstruieren und Zeichen für sie festsetzen können, die nur vollzogen werden können von Menschen, die so gesinnt sind wie er, die also auch gutgesinnt sind. Und alle Bösgesinnten werden mit dem Zeichen eine ganz andere Schwingung erregen, und die Maschine wird nicht gehen!
[ 22 ] And economic development will take on such a form that foreign patents and the like will be completely ruled out, for what lies in such things will be replaced by what I have just explained. In return, however, everything that bears no relation to human nature will be eliminated. This will make it possible to achieve something very specific. For just imagine a truly good person in the future—a person who is truly at a special level of human character—what will he be able to do? He will be able to design machines and set parameters for them that can only be executed by people who share his mindset—that is, who are also of good will. And all those of ill will will, through that parameter, generate a completely different vibration, and the machine will not work!
[ 23 ] Davon, sagte ich, ahnen die Leute heute schon einiges. Ich habe Ihnen nicht umsonst den Hinweis darauf gegeben, wie gewisse Leute Flammen tanzen sehen unter dem Einfluß bestimmter Töne. Wird man einmal nach dieser Richtung weiter forschen, dann wird man den Weg finden zu dem, was ich gerade angedeutet habe, man könnte auch sagen, zurückfinden zu gewissen alten Zeiten, wo der eine Alchimist, der nur Geld in seinen Beutel stecken wollte, nichts erreichen konnte mit dem nämlichen Prozesse, mit dem der andere, der nicht Geld in seinen Beutel stecken wollte, sondern der ein Sakrament verrichten wollte zur Ehre der Götter und zum Heile der Menschheit, etwas erzielte.
[ 23 ] People today, I said, already have some inkling of this. It was not for nothing that I pointed out to you how certain people see flames dancing under the influence of specific tones. Once research is pursued further in this direction, one will find the path to what I have just hinted at, one might also say, find our way back to certain ancient times, when one alchemist—who sought only to line his own pockets—could achieve nothing through the very same process by which another—who did not seek to line his own pockets but rather wished to perform a sacrament in honor of the gods and for the salvation of humanity—did achieve something.
[ 24 ] Solange dasjenige, was aus der Berufsarbeit hervorgegangen ist, gewissermaßen die Aura der Emotionen der Menschen trug, Freude, die Menschen hineinarbeiteten, war es unzugänglich für diese Art von Einwirkung, die ich eben geschildert habe. In demselben Maße, in dem das, was durch die menschliche Berufsarbeit hervorgebracht wird, nicht mehr mit besonderem Enthusiasmus wird gemacht werden können, wird, weil das eine notwendige Bedingung ist, in demselben Maße, was so von den Menschen ausfließt und ausströmt, motorische Kraft werden können. Es ist so, daß der Mensch gewissermaßen der maschinellen Welt, die aus seiner Arbeit hervorgeht oder die seiner Arbeit dient, ihre Keuschheit zurückgibt dadurch, daß er sie nicht mehr mit seinen Emotionen verbinden kann. Es wird nicht mehr möglich sein in der Zukunft, daß man gewissermaßen aus dem Glutherd der erfreulichen Berufsarbeit heraus seine eigene menschliche Wärme den Dingen mitgeben wird. Man wird sie aber dafür keuscher in die Welt hineinstellen, dadurch aber auch empfänglicher machen für das, was in der geschilderten Weise als motorische Kraft, von dem Menschen selber ausgehend, durch den Menschen für die Dinge bestimmt werden kann. Das aber, was der menschlichen Entwickelung eine solche Richtung geben kann, das kann nur von den konkreten Erkenntnissen der geistigen Kräfte kommen, die durch die Geisteswissenschaft erforscht werden können. Nur davon kann es kommen. Und daß so etwas geschehen kann, wie es jetzt geschildert worden ist, hängt davon ab, daß eine größere Anzahl von Menschen in der Welt immer mehr und mehr den anderen Pol findet, den Pol, sich von Mensch zu Mensch zusammenzufinden in dem, was über alle Berufsarbeit hinausgeht und alle Berufsarbeit zu gleicher Zeit beleuchten und durchdringen kann. Was ein menschliches Zusammenleben begründet, das alle Berufe zusammenführen kann, das ist das Leben in der geisteswissenschaftlichen Bewegung. Zur Auflösung aller Menschheitsbande würde der rein äußerliche Fortschritt in der Berufsentwickelung führen. Dahin würde er führen, daß die Menschen sich immer weniger und weniger verstehen würden, immer weniger und weniger Beziehungen entsprechend den Voraussetzungen der Menschennatur entwickeln könnten. Die Menschen würden immer mehr und mehr aneinander vorbeigehen, könnten nichts anderes mehr suchen als ihre Vorteile, könnten in keine anderen Beziehungen zueinander kommen als in die Beziehung der Konkurrenz. Das darf nicht der Fall sein, weil sonst das Menschengeschlecht in die vollständige Dekadenz verfallen würde. Daß das nicht der Fall werde, dazu muß Geisteswissenschaft sich ausbreiten.
[ 24 ] As long as what emerged from professional work carried, so to speak, the aura of people’s emotions—the joy they poured into their work—it was impervious to the kind of influence I have just described. To the same extent that what is produced through human professional work can no longer be done with particular enthusiasm—because that is a necessary condition—to that same extent, what flows and radiates from people in this way can become a driving force. It is the case that human beings, in a sense, restore the chastity of the mechanical world—which arises from their work or serves their work—by no longer being able to connect it with their emotions. In the future, it will no longer be possible to, as it were, impart one’s own human warmth to things from the very heart of joyful professional work. Instead, however, we will place them more “chaste” into the world, thereby also making them more receptive to what, in the manner described, can be determined for things by human beings themselves as a motor force emanating from them. But that which can give human development such a direction can come only from the concrete insights into the spiritual forces that can be explored through spiritual science. It can come only from this. And for something like what has just been described to happen, it depends on a greater number of people in the world increasingly finding the other pole—the pole of coming together from person to person in that which transcends all professional work and, at the same time, can illuminate and permeate all professional work. What forms the basis of human coexistence capable of uniting all professions is life within the spiritual science movement. Purely external progress in professional development would lead to the dissolution of all human bonds. It would lead to a situation where people would understand one another less and less and would be able to develop fewer and fewer relationships in accordance with the requirements of human nature. People would increasingly pass each other by, seeking nothing but their own advantages, and would be unable to enter into any relationships with one another other than those of competition. This must not be allowed to happen, for otherwise the human race would sink into complete decadence. To prevent this from happening, spiritual science must spread.
[ 25 ] Und es gibt eine Möglichkeit, dasjenige, was heute viele, wenn sie es auch leugnen, unbewußt anstreben, in der richtigen Weise zu bezeichnen. Sie wissen, es gibt heute viele Menschen, die sagen: Ach, vom Geistigen zu reden — alter Quatsch! Wir entwickeln die rein physischen Wissenschaften, auf allen Gebieten. Das ist gerade Fortschritt der Menschheit, das wird die Menschheit wirklich vorwärtsbringen. Und wenn die Menschen nur einmal darüber hinauswachsen werden, von dem alten Quatsch der geistigen Dinge zu sprechen, dann wird gewissermaßen das Paradies auf Erden sein.— Aber nicht das Paradies würde dadurch auf Erden kommen, sondern die Hölle würde kommen, wenn nichts weiter das Menschengeschlecht beherrschen würde als Konkurrenz, Erwerbssucht in dem Sinne, daß die Erwerbssucht das ausgleichende Prinzip sein soll. Denn schließlich, ein anderer Pol müßte schon da sein, wenn es überhaupt weitergehen sollte. Würde man einen geistigen Pol nicht suchen, so müßte man einen ahrimanischen Pol haben. Wenn die Berufe sich spezialisieren, so könnte man als Einheit ja noch immer das haben, daß man sagt: Gewiß, der eine ist das, der andere ist jenes, aber alle haben das gemeinschaftlich, daß sie durch ihren Beruf möglichst viel erwerben wollen, und das ist es, was alle gleich macht. — Gewiß, aber es ist ein rein ahrimanisches Prinzip. Zu glauben, daß die Welt mit der einseitigen Entwickelung, die rein im Äußeren fortschreitet, so wie wir es jetzt geschildert haben, zurechtkommen kann, das heißt, auf diesem Gebiete dasselbe glauben, wie wenn jemand finden würde — nehmen wir an, es gäbe solch einen sonderbaren Kauz, oder sagen wir aus Höflichkeit Käuzin, die den Standpunkt vertreten würde: die Männer seien alle immer schlechter und schlechter geworden und seien eigentlich heute unmöglich für die Welt und man solle sie ausrotten, dann würde sich erst die Weltenentwickelung in entsprechender Weise auf dem physischen Plan ergeben! Es wäre eine sonderbare Käuzin, nicht wahr, die das glauben würde, denn es würde sich gar nichts dadurch ergeben können, wenn man die Männer alle ausrottete. Weil das in der sinnlichen Welt so ist, verstehen es die Leute. In der geistigen Welt verstehen sie eine solche Kauzigkeit nicht. Und dennoch, für die geistigen Verhältnisse ist es ganz dasselbe, wenn jemand meint, es könnte bloß die äußere Evolution fortgehen. Sie kann nicht fortgehen. Und geradeso, wie die früheren Entwickelungsperioden die abstrakten _ Religionen gefordert haben, so fordert die neuere Entwickelung die konkretere geistige Erkenntnis, wie sie in der geisteswissenschaftlichen Bewegung angestrebt wird. Befruchtet werden müssen die Elementargeister, welche durch die losgelösten Berufsarbeiten erzeugt werden, von der menschlichen Seele aus durch das, was die menschliche Seele aufnimmt aus den zu den geistigen Regionen hinaufsteigenden Impulsen. Nicht als ob das die einzige Aufgabe der Geisteswissenschaft wäre, aber gegenüber dem fortschreitenden, sich umgestaltenden Berufsleben ist das die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Daher muß, durch die Weltenevolution auf Erden selber gefordert, die Einsicht in die menschlichen Herzen kommen, daß in demselben Maße, als die Berufe die Menschen vermechanisieren, nach und nach immer mehr gerade für die sich spezialisierenden und mechanisierenden Menschen der Gegenpol intensiver und intensiver tätig werde, der darinnen besteht, daß der Mensch seine Seele anfülle mit demjenigen, was ihn nahebringt jeder anderen Menschenseele, gleichgültig, wie sie sich spezialisiert hat.
[ 25 ] And there is a way to properly describe what many people today—even if they deny it—unconsciously strive for. You know, there are many people today who say: “Oh, talking about the spiritual—that’s just old nonsense!” We’re developing the purely physical sciences in all fields. That is precisely human progress; that is what will truly move humanity forward. And if only people could rise above this old nonsense of speaking of spiritual things, then, in a sense, it would be paradise on earth.—But it would not be paradise that would come to earth as a result; rather, hell would come if nothing else were to govern the human race but competition and the pursuit of profit—in the sense that the pursuit of profit is supposed to be the balancing principle. For after all, there would have to be another pole if things were to go on at all. If one were not to seek a spiritual pole, one would have to have an Ahrimanic pole. If professions become specialized, one could still maintain a sense of unity by saying: Certainly, one is this, another is that, but they all share the common goal of wanting to earn as much as possible through their profession, and that is what makes them all the same.—Certainly, but it is a purely Ahrimanic principle. To believe that the world can cope with the one-sided development that proceeds purely on the outer plane, as we have just described it—that is, to believe the same thing in this area as if someone were to find—let’s assume there were such a strange oddball, or let’s say, out of politeness, an oddball woman, who would take the position that: men have all become worse and worse over time and are actually impossible for the world to tolerate today, and that they should be exterminated—only then would world development unfold accordingly on the physical plane! It would be a strange old woman, wouldn’t it, who would believe that, for nothing at all would result from exterminating all men. Because that is how it is in the physical world, people understand it. In the spiritual world, they do not understand such eccentricity. And yet, in spiritual terms, it is exactly the same when someone thinks that only external evolution can continue. It cannot continue. And just as the earlier periods of development called for abstract religions, so does the more recent development call for the more concrete spiritual knowledge sought within the spiritual science movement. The elemental spirits generated by detached professional work must be nourished by the human soul through what the human soul absorbs from the impulses ascending to the spiritual regions. Not that this is the sole task of spiritual science, but in the face of an advancing, transforming professional life, this is the task of spiritual science. Therefore, as demanded by world evolution on Earth itself, the realization must come into human hearts that, to the same extent that professions mechanize people, the counterpole will gradually become more and more active—especially for those who are becoming specialized and mechanized—consisting in the fact that the human being fills his or her soul with that which brings him or her closer to every other human soul, regardless of how specialized they may be.
[ 26 ] Das aber führt noch zu viel mehr, das führt, wie wir auch hören werden, dazu, daß wirklich wiederum aus unserer, ich möchte sagen lebensgleichgültigen und lebenszurückgezogenen Zeit, die vielfach gerade für die Berufsmenschen vorhanden ist, eine ganz andere Zeit hervorgehen wird, eine Zeit, in der die Menschen wiederum aus ganz anderen Impulsen heraus schaffen werden, aus Impulsen, die wahrhaftig nicht schlechter sein werden als die guten alten Berufsimpulse, die aber nicht wieder erneuert werden können, sondern durch andere ersetzt werden müssen. Und in dieser Beziehung können wir heute schon nicht bloß in abstrakter Weise auf ein menschliches Ideal deuten, das Geisteswissenschaft entwickeln will, sondern in ganz konkreter Weise auf ein Ideal, welches zeigen wird, was auch der Beruf dem Menschen werden wird, wenn die Menschen es verstehen, die Zeichen der Zeit in der richtigen Weise zu beachten.
[ 26 ] But this leads to much more; as we will also hear, it leads to the emergence—out of our —I would say, a time of indifference to life and withdrawal from it, which is all too common among career-oriented people—a completely different kind of time will emerge: a time in which people will once again create out of entirely different impulses—impulses that will truly be no worse than the good old professional impulses, but which cannot be renewed and must instead be replaced by others. And in this regard, we can already point today—not merely in an abstract way—to a human ideal that spiritual science seeks to develop, but in a very concrete way to an ideal that will show what a vocation will become for human beings if people understand how to heed the signs of the times in the right way.
[ 27 ] Über alle diese Dinge und über ihre Bedeutung für die menschliche Individualität und das Karma wollen wir morgen unsere Betrachtungen fortsetzen.
[ 27 ] Tomorrow we will continue our reflections on all these matters and their significance for human individuality and karma.
